Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Kurfürstentag zu Regensburg 1575
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Abteilungsleiterin

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Vorwort der Bandbearbeiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Archivalien und Handschriften

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Gedruckte Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Literatur

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Einleitung

A) Proposition

B) Kurfürstenratsprotokoll

C) Akten zur Wahl

C) Akten zur Wahl

  • Vorbemerkung
  • Nr. 23 Vollmacht Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 19
  • Nr. 24 Instruktion Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 20
  • Nr. 25 Bericht über den Einzug des Kaisers und der Kurfürsten in Regensburg (1575 Oktober 3–7)
  • Nr. 26 Revers Kaiser Maximilians II. für die Kurfürsten wegen der Anwesenheit anderer Fürsten und Gesandtschaften während der Wahl, Regensburg 1575 Oktober 14
  • Nr. 27 Kaiser Maximilian II. an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 17
  • Nr. 28 Kurfürst August von Sachsen an Kaiser Maximilian II., Regensburg 1575 Oktober 18
  • Nr. 29 Erklärung Kaiser Maximilians II. zur Vertagung der Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 30 Bedenken Kurfürst Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 31 Bericht über die Verhandlungen des Kaisers mit den weltlichen Kurfürsten und Pfalzgraf Ludwig betreffend die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea (1575 Oktober 15–22)
  • Nr. 32 Einladung des Erzbischofs Daniel von Mainz an seine Mitkurfürsten (hier: an Kurfürst August von Sachsen) zur Wahl eines römischen Königs, Regensburg 1575 Oktober 22
  • Nr. 33 Proklamation König Rudolfs II. als erwählter römischer König, [Regensburg 1575 Oktober 27]
  • Nr. 34 Wahldekret für König Rudolf II., Regensburg 1575 Oktober 27
  • Nr. 35 Wahlkapitulation König Rudolfs II., Regensburg 1575 November 1
  • Nr. 36 Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1)
  • Nr. 37 Bestätigung der Rechte und Privilegien der Kurfürsten (hier: des Kurfürsten August von Sachsen) durch König Rudolf II., Regensburg 1575 November 2
  • D) Religionsbeschwerden

    E) Akten zur Nebenhandlung

    E) Akten zur Nebenhandlung

  • Vorbemerkung
  • Nr. 44 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 45 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 46 Resolution Kaiser Maximilians II. zur Einberufung eines Reichstags, präs. 1575 Regensburg November 1
  • Nr. 47 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 48 Instruktion der Kurfürsten für Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg zum Wahltag in Polen, Regensburg 1575 Oktober 28
  • Nr. 49 Rede der kurfürstlichen Gesandten Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg vor den polnischen Ständen, [beschlossen Regensburg 1575 Oktober 28]
  • Nr. 50 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 51 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 52 Supplikation der wendischen Städte an die Kurfürsten, präs. Regensburg 1575 Oktober 19
  • Nr. 53 Vortrag Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskau,[ präs. Regensburg 1575 Oktober 24]
  • Nr. 54 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Gesandtschaft nach Moskau, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 55 Bedenken der kurfürstlichen Räte zur Gesandtschaft nach Moskau, Regensburg 1575 November 3
  • Nr. 56 Resolution der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg zum geplanten Kriegszug des Pfalzgrafen Johann Casimir nach Frankreich, Regensburg 1575 Oktober 29
  • Nr. 57 Schreiben der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 30
  • Nr. 58 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zu Ernst von Mandesloe, Regensburg 1575 Oktober 31
  • F) Supplikationen

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    «Nr. Š15 Oktober 27, Donnerstag »

    Textvorlage (Vormittag): Kursachsen, fol. 46'–49.

    Textvorlage (Nachmittag): Kurpfalz, fol. 67–68'.

    Vormittag: Wahl Rudolfs II. zum röm. Kg. Nachmittag: Beratung der kfl. Räte über den Text der Oration an die polnischen Stände.

    /46'/ (Vormittag, 6 Uhr) Rathaus1. Frühe umb sechs uhr haben sich die churfürsten und der könig zu Böhem auff dem rathhauße inn gewöhnlicher rathstuben versamleta, die churkleider, ausserhalb pfaltzgraff Ludwigs, angeleget und seind /47/ inn solchem habit ungefehrlich umb sieben uhr inn nachfolgender ordenung inn St. Peters münster gezogenb,2. Meintz und Trier, Cöln und Böhem neben einander, darnach Pfaltz auff der lincken seiten, Brandenburgk inn der mitten und Sachssen auff der rechten handt. Und haben ire kfl. Gnn. allerseits ihnen inn der ordnung, wie itzo gemeldet, schwerdter inn scheiden vorführen laßenc.

    Alß mann nun inn die kirche und inn chor kommen, haben Böhem, Meintz und Trier den stul auff der rechten seiten des chores im hineingehen, so mit einem güldenen stück bekleidet gewesen, eingenommen, gegen uber aber seind Cöln, Sachssen und Brandenburgk gleichergestalt inn einem gestüel, so mit einem güldenen stück bekleidet gewesen, gestanden. Alß nun bischoff Jacob von Saltzburgk die messe „De spiritu sancto“ gehalten und das evangelium vor der elevation zu lesen angefangen worden, seind die drey weltliche chur- und fürsten sampt irer chur- und f. Gnn. räthen unnd dienern inn das conclave oder die sacristey, so zu der lincken seiten des chores ist, gegangen. Und ist mitler zeit die meße vollendet worden.

    /47'/ Nach vollbrachter meße seind die churfürsten und der könig vor den hohen altar getretten, alda sie nach der ordenung, wie breuchlich, einen leiblichen eid zu der election auff das evangelium geschworen. Und hat erstlich Trier den eid Meintzen vorgehalten, unnd Meintz folgends Triern, Cöln, Böhmen, ŠSachssen, Brandenburgk und pfaltzgraff Ludwigen. Darauf ire chur- unnd f. Gnn. sich inn das conclave oder die sacristey auff der lincken seiten des chores zusamen gethan. Unnd hat des Reichs erbmarschalch Cunrad von Pappenheim die thür beschlossen und dafür auffgewarttet.

    Nachdem nun ire chur- und f. Gnn. eine zeitlang, und fast anderthalbe stundend, alleine beysammen gewesen, seind etliche meintzische räthe sampt zweyen notarien3 erstlich und hernach zum andern mahl inn das conclave gefordert worden, unnd endlich, ohngefehrlich umb 11 uhr, haben ihre kfl. Gnn. wegen eines jeden churfürsten zweene räthe zu sich beruffen und darauff volgends pfaltzgraff Hanns Georgen und herzog Casimirume zu Pommern erfordern laßen. Deme nach seind beyde hochgenandte fürsten zu der ksl. Mt. /48/ gezogen, und ist ire Mt. ungefährlich nach einer halben stunden im chor auch erschienen, sich inn die capel zu der rechten seiten verfüget, und ist doselbst der churfürst zu Brandeburgk zu irer ksl. Mt. kommen, s. kfl. Dlt. [!] ampt zu verrichten. Unnd als sich die ksl. Mt. doselbst mit dem keyserlichen ornat bekleidet und die cron auffgesatzt, seind auch die anderen churfürsten irer Mt., so aus der capel getragen worden, entgegen kommen und haben ire Mt. inn das conclave begleitetf. Vor dem keyser seind die jungen fürsten zu Bayern4, pfaltzgraff Georg Hanns, der herzog zu Pommern, des keysers söhne, die jungen ertzherzogen Ernest, Matthias und Maximilianus, auch herzog Albrecht zu Bayern und dann Meintz, Trier, Cöln, Bohem, Brandeburgk (trug den scepter) und Sachssen (trug ein entblöset schwerdt), auch Pfaltz mit dem reichsapffel vorher gangen; dorauff vier herolt und endlich die ksl. Mt., so auff einem stul getragen worden, gefolget. Hierzwischen aber ist das geläute inn allen kirchen mit den grosen /48'/ glocken gangen, es seind auch etliche viel freudenschösse aus großen stücken geschehen.

    Alß nun ire ksl. Mt. unnd die churfürsten fast bey einer stunden im conclavi also beysammen geblieben unnd volgends wiederumb heraus kommen, haben die churfürsten den neu erwöhleten römischen könig Rudolphum vor die untern stufen des hohen altars gestalt, des ortts der bischoff von Straßburgk5 etliche psalm und gebet uber seine kgl. Mt. gelesen, nach welchem die churfürsten seine kgl. Mt. auff den hohen altar gesatzt, dabey ire kfl. Gnn. auff beiden seiten so Šlange gestanden biß das „Te Deum laudamus“ etc. gesungen worden, welches dann mit umbwechßelung der musicen, trommetern und der orgel beschehen. Hernach ist der könig heraus vor den chor auff ein gerüste, so hirzu insonderheit bereitet gewesen, geführet und doselbst die election durch den meintzischen thumbdechant herrn Georgen von Schonebergk aus einer schrifft offentlich verkündet und abgelesen worden6.  Nachdem nun diese ceremonien alle vollendet, haben die chur- /49/ und fürsten die ksl. Mt. inn ihr losamentg begleitet: Unnd ist erstlich Pfaltz mit dem reichsapffel und Brandenburgk mit dem scepter vorher gangen, darnach Sachssen mit entblöstem churschwerdt und nach seiner kfl. Gn. der kaiser, so unter einem carmesinen himmel auff einem sessel getragen worden; dorauff volgeten Meintz und Trier, so den neu erwölten könig inn der mitten gefüret, und letzlich Cöln. Und nachdeme ire chur- und f. Gnn. von der ksl. Mt. abschiedt genommen, seind ire kfl. Gnn. inn ire losament gezogen, daß also dieser gantze actus früe umb 6 uhr angefangen und ohngefehrlich eine viertel stunde vor 2 uhr nach mittage sich geendet hat.

    (Nachmittag, 2 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte außer Trier. /67/ Wardt ahn stadt der instruction7, so den gesanten, die in Poln geschickt werden solten8, mit zu gebenn, ein lateinische oration an die status polonie abgelesenn, dabey zweyfel fürfiel, ob solche oration nicht auch zuvorn ebner gestaldt unnd in hac ipsa forma gedachten ständen ubergeben worden9.

    Umfrage. Mainzer Kanzler für Trier: Es hetten die trierischen ihr votum der mentzischen cantzley ubergeben, also wehr nomine Trier sein votum. Dieweil der ksl. Mt. dieser weg gefallenn, dz nemlich an stad der instruction ein oration begriffen werden soltt, hette die meintzisch cantzley es gleichfals dabey bewenden laßen unnd daruff die oration verfaßt. Uff verpeßerung.

    /67'/ Köln: Dz den poln die deductio genealogiae deß haus Osterreich verhaßt; wolten ein freye wahl haben, drum zuzusehen, dz man sie mit diesen argument nit vor den kopff stos. Wolt gehrn andere horn und davon reden helffen, wie es zu machen, damit es zu befürderlicher commendation diene.

    Pfalz: Diese oratio sey vorhin auch ubergeben worden, drum ad salvandam orationem vonnöten, dz mit wenig worten angeregt werde, dz man itz eben dz jhenige, so hievor auch gesucht, wiederum begere. Beschehen anregen von Coln sey gleichwol zu bedencken unnd nit wenigers dan wie gemeldt, dieweil aber gallus10 von inen gewichen, mög inen wohl einer ihres geblüts vorgeschlagen Šwerden, unnd konte also dz argument, dieweil es modeste gesetzt, wol pleyben. Verba „ex libidine imperitare possent alii etc.“ seyen etwas affectata, man müs diesen also commendiren, dz man andere dabeneben nit veracht, werde sonsten caesari mehr schadenn alß nutzen. Dieweil man sich uff heut beschene electionem in oratione referiren thue, solte dz datum nicht eben uff heut, sonder uff morgen gesetzt werden11.

    /68/ Sachsen: Wolt, dz es nit ohn frucht abging. Leßt sich die verpeßerung unnd dz ante actorum mit ein wort zweyen gedacht werde gefallenn. Zu den worten etc. „imperat etc.“ wehre zu thunn „cum summa laude“. An stadt der wordt „magno consensu electus etc.“ solte gesetzt werden „unanimi consensu“.

    Brandenburg: Dieweil sie vernommen, dz diese oration der röm. kayserlichen Mt. gefalle, möchten die Kff. unnd dero abgeordnete auch wohl damit zufrieden seinn. Also möchte man solche orationem uff den weg, wie darvon geredt ist, änderen oder aber, dieweil es eadem res, ohngeacht sie auch vor ubergebenn worden, also ungeandert wiederum ubergebenn; darin sie dann indifferentes. Was der genealogi halben domus austriacae angeregt worden, möcht mit dem corrigirt werden, /68'/ dz man inen, den stenden deß konig reichs Poln, keine mas in eligendo geben wolt oder zugeben gemeint wehre. Laßen sich von Saxen angeregte verpeßerungen nit mißfallen. Helt darfür, dz Campi Martii in solcher oration auch wohl nit zugedencken.

    Mainzer Kanzler: Das die meintzische cantzley die mühe, solche orationem nach itziger gelegenheit unnd umbstande der sachen vonn newem zuverfaßen etc. gern uff sich genommen hette. Die weil aber ihr Mt. gefallen, dz die alte oration wiederum den gesanten mit gegeben werden solte, so hette es die mentzisch cantzley auch dabey bewenden laßen. Jedoch dieweil itzunnd etliche verpeßerung angeregt wordenn, wehr die mentzisch cantzley urpietig, dieselbigenn also zu machen, dz man verhoffentlich damit zufrieden sein solte.

    Also ging man darmit ab, neben der vergleichung, dz solche oration abzuschreyben gegeben werden solte.

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    ser/kft1575/dok15/pages

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    Anmerkungen

    1
    Zum Ablauf der Wahl vgl. auch Nr. 36 und die in den Anmerkungen angegebenen Quellen.
    2
    Zur Übergabe der Stadtschlüssel vgl. Anm.y bei Nr. 14.
    3
    Wahrscheinlich Hieronymus Plest und Petrus Kraich.
    4
    Gemeint sind wahrscheinlich Ferdinand und Ernst, die beiden jüngeren Söhne Hg. Albrechts V. von Bayern ( Europäische Stammtafeln , N. F. I.1, Tafel 107).
    5
    Verschrieben für: Ebf. von Salzburg.
    6
    Zur Proklamation Kg. Rudolfs vgl. Nr. 33.
    7
    Nr. 48.
    8
    Gf. Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg; vgl. Anm.2 bei Nr. 48.
    9
    Bezug auf die Rede, mit der die Kff. die erste Kandidatur Ehg. Ernsts im April 1573 unterstützt hatten; vgl. Anm.1 bei Nr. 49 sowie Bues , Kandidatur, 115–119.
    10
    = Kg. Heinrich III. von Frankreich; vgl. Anm.21 bei Nr. 4.
    11
    Die vor den polnischen Ständen zu haltende Rede der kfl. Gesandten (Nr. 49) ist daher wahrscheinlich auf den 28.10.1575 zu datieren.

    Anmerkungen

    a
     versamlet] Kurpfalz (fol. 66') zusätzlich: unnd dieweil es noch seher fenster wahr, zohen ihre kfl. Gnn. mit facklen dahin.
    b
     gezogen] Kurbrandenburg (fol. 192) differenzierter: geritten. In Kurpfalz (fol. 66') anstatt des Folgenden: was aber dabey für ceremonie unnd solenniteten gehalten worden, hab ich [= Ludwig Culmann] nicht uffnotiren konnen, dieweil ich wegen deß getrengs datzu nicht kommen noch solchen zusehen mögen.
    c
     laßen] Kurbrandenburg (fol. 192) zusätzlich: aber pfalzgraff Ludewig auch nicht.
    d
     stunden] Kurbrandenburg (fol. 192') zusätzlich: in deme zur waal geschritten; und ist dieselbe uf hochgedachten konig zu Ungern und Behem, erzherzogk Rudolphen etc., gefallen.
    e
     Casimirum] Kurbrandenburg (fol. 192') abweichend und richtig: Barnimb. Er ist im Wahldekret (Nr. 34) als Zeuge genannt.
    f
     begleitet] Kurbrandenburg (fol. 192') zusätzlich: Der Ks. hat sich in die Sakristei tragen lassen und untter anderm irer Mt. geliebten sohne, dem new erweleten römischen könige, eine ernste vermahnung gethan etc.
    g
     losament] Kurbrandenburg (fol. 192') differenzierter: zum Bischofshof.

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    «Nr. Š15 Oktober 27, Donnerstag »

    Textvorlage (Vormittag): Kursachsen, fol. 46'–49.

    Textvorlage (Nachmittag): Kurpfalz, fol. 67–68'.

    Vormittag: Wahl Rudolfs II. zum röm. Kg. Nachmittag: Beratung der kfl. Räte über den Text der Oration an die polnischen Stände.

    /46'/ (Vormittag, 6 Uhr) Rathaus1. Frühe umb sechs uhr haben sich die churfürsten und der könig zu Böhem auff dem rathhauße inn gewöhnlicher rathstuben versamleta, die churkleider, ausserhalb pfaltzgraff Ludwigs, angeleget und seind /47/ inn solchem habit ungefehrlich umb sieben uhr inn nachfolgender ordenung inn St. Peters münster gezogenb,2. Meintz und Trier, Cöln und Böhem neben einander, darnach Pfaltz auff der lincken seiten, Brandenburgk inn der mitten und Sachssen auff der rechten handt. Und haben ire kfl. Gnn. allerseits ihnen inn der ordnung, wie itzo gemeldet, schwerdter inn scheiden vorführen laßenc.

    Alß mann nun inn die kirche und inn chor kommen, haben Böhem, Meintz und Trier den stul auff der rechten seiten des chores im hineingehen, so mit einem güldenen stück bekleidet gewesen, eingenommen, gegen uber aber seind Cöln, Sachssen und Brandenburgk gleichergestalt inn einem gestüel, so mit einem güldenen stück bekleidet gewesen, gestanden. Alß nun bischoff Jacob von Saltzburgk die messe „De spiritu sancto“ gehalten und das evangelium vor der elevation zu lesen angefangen worden, seind die drey weltliche chur- und fürsten sampt irer chur- und f. Gnn. räthen unnd dienern inn das conclave oder die sacristey, so zu der lincken seiten des chores ist, gegangen. Und ist mitler zeit die meße vollendet worden.

    /47'/ Nach vollbrachter meße seind die churfürsten und der könig vor den hohen altar getretten, alda sie nach der ordenung, wie breuchlich, einen leiblichen eid zu der election auff das evangelium geschworen. Und hat erstlich Trier den eid Meintzen vorgehalten, unnd Meintz folgends Triern, Cöln, Böhmen, ŠSachssen, Brandenburgk und pfaltzgraff Ludwigen. Darauf ire chur- unnd f. Gnn. sich inn das conclave oder die sacristey auff der lincken seiten des chores zusamen gethan. Unnd hat des Reichs erbmarschalch Cunrad von Pappenheim die thür beschlossen und dafür auffgewarttet.

    Nachdem nun ire chur- und f. Gnn. eine zeitlang, und fast anderthalbe stundend, alleine beysammen gewesen, seind etliche meintzische räthe sampt zweyen notarien3 erstlich und hernach zum andern mahl inn das conclave gefordert worden, unnd endlich, ohngefehrlich umb 11 uhr, haben ihre kfl. Gnn. wegen eines jeden churfürsten zweene räthe zu sich beruffen und darauff volgends pfaltzgraff Hanns Georgen und herzog Casimirume zu Pommern erfordern laßen. Deme nach seind beyde hochgenandte fürsten zu der ksl. Mt. /48/ gezogen, und ist ire Mt. ungefährlich nach einer halben stunden im chor auch erschienen, sich inn die capel zu der rechten seiten verfüget, und ist doselbst der churfürst zu Brandeburgk zu irer ksl. Mt. kommen, s. kfl. Dlt. [!] ampt zu verrichten. Unnd als sich die ksl. Mt. doselbst mit dem keyserlichen ornat bekleidet und die cron auffgesatzt, seind auch die anderen churfürsten irer Mt., so aus der capel getragen worden, entgegen kommen und haben ire Mt. inn das conclave begleitetf. Vor dem keyser seind die jungen fürsten zu Bayern4, pfaltzgraff Georg Hanns, der herzog zu Pommern, des keysers söhne, die jungen ertzherzogen Ernest, Matthias und Maximilianus, auch herzog Albrecht zu Bayern und dann Meintz, Trier, Cöln, Bohem, Brandeburgk (trug den scepter) und Sachssen (trug ein entblöset schwerdt), auch Pfaltz mit dem reichsapffel vorher gangen; dorauff vier herolt und endlich die ksl. Mt., so auff einem stul getragen worden, gefolget. Hierzwischen aber ist das geläute inn allen kirchen mit den grosen /48'/ glocken gangen, es seind auch etliche viel freudenschösse aus großen stücken geschehen.

    Alß nun ire ksl. Mt. unnd die churfürsten fast bey einer stunden im conclavi also beysammen geblieben unnd volgends wiederumb heraus kommen, haben die churfürsten den neu erwöhleten römischen könig Rudolphum vor die untern stufen des hohen altars gestalt, des ortts der bischoff von Straßburgk5 etliche psalm und gebet uber seine kgl. Mt. gelesen, nach welchem die churfürsten seine kgl. Mt. auff den hohen altar gesatzt, dabey ire kfl. Gnn. auff beiden seiten so Šlange gestanden biß das „Te Deum laudamus“ etc. gesungen worden, welches dann mit umbwechßelung der musicen, trommetern und der orgel beschehen. Hernach ist der könig heraus vor den chor auff ein gerüste, so hirzu insonderheit bereitet gewesen, geführet und doselbst die election durch den meintzischen thumbdechant herrn Georgen von Schonebergk aus einer schrifft offentlich verkündet und abgelesen worden6.  Nachdem nun diese ceremonien alle vollendet, haben die chur- /49/ und fürsten die ksl. Mt. inn ihr losamentg begleitet: Unnd ist erstlich Pfaltz mit dem reichsapffel und Brandenburgk mit dem scepter vorher gangen, darnach Sachssen mit entblöstem churschwerdt und nach seiner kfl. Gn. der kaiser, so unter einem carmesinen himmel auff einem sessel getragen worden; dorauff volgeten Meintz und Trier, so den neu erwölten könig inn der mitten gefüret, und letzlich Cöln. Und nachdeme ire chur- und f. Gnn. von der ksl. Mt. abschiedt genommen, seind ire kfl. Gnn. inn ire losament gezogen, daß also dieser gantze actus früe umb 6 uhr angefangen und ohngefehrlich eine viertel stunde vor 2 uhr nach mittage sich geendet hat.

    (Nachmittag, 2 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte außer Trier. /67/ Wardt ahn stadt der instruction7, so den gesanten, die in Poln geschickt werden solten8, mit zu gebenn, ein lateinische oration an die status polonie abgelesenn, dabey zweyfel fürfiel, ob solche oration nicht auch zuvorn ebner gestaldt unnd in hac ipsa forma gedachten ständen ubergeben worden9.

    Umfrage. Mainzer Kanzler für Trier: Es hetten die trierischen ihr votum der mentzischen cantzley ubergeben, also wehr nomine Trier sein votum. Dieweil der ksl. Mt. dieser weg gefallenn, dz nemlich an stad der instruction ein oration begriffen werden soltt, hette die meintzisch cantzley es gleichfals dabey bewenden laßen unnd daruff die oration verfaßt. Uff verpeßerung.

    /67'/ Köln: Dz den poln die deductio genealogiae deß haus Osterreich verhaßt; wolten ein freye wahl haben, drum zuzusehen, dz man sie mit diesen argument nit vor den kopff stos. Wolt gehrn andere horn und davon reden helffen, wie es zu machen, damit es zu befürderlicher commendation diene.

    Pfalz: Diese oratio sey vorhin auch ubergeben worden, drum ad salvandam orationem vonnöten, dz mit wenig worten angeregt werde, dz man itz eben dz jhenige, so hievor auch gesucht, wiederum begere. Beschehen anregen von Coln sey gleichwol zu bedencken unnd nit wenigers dan wie gemeldt, dieweil aber gallus10 von inen gewichen, mög inen wohl einer ihres geblüts vorgeschlagen Šwerden, unnd konte also dz argument, dieweil es modeste gesetzt, wol pleyben. Verba „ex libidine imperitare possent alii etc.“ seyen etwas affectata, man müs diesen also commendiren, dz man andere dabeneben nit veracht, werde sonsten caesari mehr schadenn alß nutzen. Dieweil man sich uff heut beschene electionem in oratione referiren thue, solte dz datum nicht eben uff heut, sonder uff morgen gesetzt werden11.

    /68/ Sachsen: Wolt, dz es nit ohn frucht abging. Leßt sich die verpeßerung unnd dz ante actorum mit ein wort zweyen gedacht werde gefallenn. Zu den worten etc. „imperat etc.“ wehre zu thunn „cum summa laude“. An stadt der wordt „magno consensu electus etc.“ solte gesetzt werden „unanimi consensu“.

    Brandenburg: Dieweil sie vernommen, dz diese oration der röm. kayserlichen Mt. gefalle, möchten die Kff. unnd dero abgeordnete auch wohl damit zufrieden seinn. Also möchte man solche orationem uff den weg, wie darvon geredt ist, änderen oder aber, dieweil es eadem res, ohngeacht sie auch vor ubergebenn worden, also ungeandert wiederum ubergebenn; darin sie dann indifferentes. Was der genealogi halben domus austriacae angeregt worden, möcht mit dem corrigirt werden, /68'/ dz man inen, den stenden deß konig reichs Poln, keine mas in eligendo geben wolt oder zugeben gemeint wehre. Laßen sich von Saxen angeregte verpeßerungen nit mißfallen. Helt darfür, dz Campi Martii in solcher oration auch wohl nit zugedencken.

    Mainzer Kanzler: Das die meintzische cantzley die mühe, solche orationem nach itziger gelegenheit unnd umbstande der sachen vonn newem zuverfaßen etc. gern uff sich genommen hette. Die weil aber ihr Mt. gefallen, dz die alte oration wiederum den gesanten mit gegeben werden solte, so hette es die mentzisch cantzley auch dabey bewenden laßen. Jedoch dieweil itzunnd etliche verpeßerung angeregt wordenn, wehr die mentzisch cantzley urpietig, dieselbigenn also zu machen, dz man verhoffentlich damit zufrieden sein solte.

    Also ging man darmit ab, neben der vergleichung, dz solche oration abzuschreyben gegeben werden solte.