Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Kurfürstentag zu Regensburg 1575
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Abteilungsleiterin

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Vorwort der Bandbearbeiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Archivalien und Handschriften

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Gedruckte Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Literatur

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Einleitung

A) Proposition

B) Kurfürstenratsprotokoll

C) Akten zur Wahl

C) Akten zur Wahl

  • Vorbemerkung
  • Nr. 23 Vollmacht Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 19
  • Nr. 24 Instruktion Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 20
  • Nr. 25 Bericht über den Einzug des Kaisers und der Kurfürsten in Regensburg (1575 Oktober 3–7)
  • Nr. 26 Revers Kaiser Maximilians II. für die Kurfürsten wegen der Anwesenheit anderer Fürsten und Gesandtschaften während der Wahl, Regensburg 1575 Oktober 14
  • Nr. 27 Kaiser Maximilian II. an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 17
  • Nr. 28 Kurfürst August von Sachsen an Kaiser Maximilian II., Regensburg 1575 Oktober 18
  • Nr. 29 Erklärung Kaiser Maximilians II. zur Vertagung der Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 30 Bedenken Kurfürst Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 31 Bericht über die Verhandlungen des Kaisers mit den weltlichen Kurfürsten und Pfalzgraf Ludwig betreffend die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea (1575 Oktober 15–22)
  • Nr. 32 Einladung des Erzbischofs Daniel von Mainz an seine Mitkurfürsten (hier: an Kurfürst August von Sachsen) zur Wahl eines römischen Königs, Regensburg 1575 Oktober 22
  • Nr. 33 Proklamation König Rudolfs II. als erwählter römischer König, [Regensburg 1575 Oktober 27]
  • Nr. 34 Wahldekret für König Rudolf II., Regensburg 1575 Oktober 27
  • Nr. 35 Wahlkapitulation König Rudolfs II., Regensburg 1575 November 1
  • Nr. 36 Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1)
  • Nr. 37 Bestätigung der Rechte und Privilegien der Kurfürsten (hier: des Kurfürsten August von Sachsen) durch König Rudolf II., Regensburg 1575 November 2
  • D) Religionsbeschwerden

    E) Akten zur Nebenhandlung

    E) Akten zur Nebenhandlung

  • Vorbemerkung
  • Nr. 44 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 45 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 46 Resolution Kaiser Maximilians II. zur Einberufung eines Reichstags, präs. 1575 Regensburg November 1
  • Nr. 47 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 48 Instruktion der Kurfürsten für Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg zum Wahltag in Polen, Regensburg 1575 Oktober 28
  • Nr. 49 Rede der kurfürstlichen Gesandten Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg vor den polnischen Ständen, [beschlossen Regensburg 1575 Oktober 28]
  • Nr. 50 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 51 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 52 Supplikation der wendischen Städte an die Kurfürsten, präs. Regensburg 1575 Oktober 19
  • Nr. 53 Vortrag Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskau,[ präs. Regensburg 1575 Oktober 24]
  • Nr. 54 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Gesandtschaft nach Moskau, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 55 Bedenken der kurfürstlichen Räte zur Gesandtschaft nach Moskau, Regensburg 1575 November 3
  • Nr. 56 Resolution der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg zum geplanten Kriegszug des Pfalzgrafen Johann Casimir nach Frankreich, Regensburg 1575 Oktober 29
  • Nr. 57 Schreiben der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 30
  • Nr. 58 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zu Ernst von Mandesloe, Regensburg 1575 Oktober 31
  • F) Supplikationen

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    « Nr. 16 Oktober 28, Freitag »

    Nachmittag: Beratung der kfl. Räte zu den Supplikationen des Gf. Joachim von Ortenburg und der Freiin Erika von Bronckhorst-Batenburg.

    (Nachmittag, zwischen 2 und 3 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte.

    /193/ Mainzer Kanzler proponiert: Es hette graff Joachim zu Orttenburgk uber und widder herzogk Albrechten in Beyern etc. eine supplication ubergeben, in sachen darinnen im cammergericht procediret etc., wie sie solt verlesen werden. ŠStellet darauf in bedencken, davon zurehden, was vor ratsames bedencken darinne der ksl. Mt. zueröfnen etc.

    Verlesung der Supplikation Gf. Joachims von Ortenburga,1.

    [1. Umfrage.] Trier: Weil dem grafen gebure, die sache am cammergericht vollents auszuuben, so achtet er, das er dem ordentlichen proceß billich folgeb. Helt doch dafur, das der herzogk von Beyern hierauf zuhören etc. Bedenckt aber daneben auch, das wol am besten, das die ksl. Mt. in gute darinne handele, obs beizulegen; wo nicht, das man alßdann dem proceß folge und die ksl. Mt. dennoch ihn, den graffen, biß zu außtragk in geburlichen schutz hielten etc.

    /193'/ Köln (Kanzler): Hatt auch gehöret, was der graff suppliciret und von den trierischen votiret. Nu hetten sie von irem hern keinen entlichen befehl, davon zurehden, achten aber vor ire person dafur, das der herzogk in Beyern zuvor darauf auch zu hören. Wenn man seine antwort oder kegenbericht hatt, so kan man soviel besser der ksl. Mt. das bedencken eröfnen, damit keinem zu kurz geschehe etc.

    Pfalzc: Helt auch dafur, wenn man ein decret sol thun, dz man dz kegentheil zuvor auch höre etc. Weil aber sonst zuvor albereit im cammergericht in denen sachen urtel und mandat ergangen, so achtet er, das es billich, das man an deme, was ein mal erkandt, halte. Doch helt ers auch wie Trier, das die ksl. Mt. oder die churfursten darinne wolten zur gute handeln, das wol am besten; stellets sonst dahin wie gemelt etc.

    /194/ Sachsen (Dr. Lindemann): Ist auch der meynung, das das kegentheil zu hören, besorget aber, wenn die sache in gutliche verhör genommen, das sie wol weitleufftiger möchte werdend. Weil denn zuvor im cammergerichte darinne decretiret und die mandata außgangen, so were die ksl. Mt. zuersuchen, viel mehr daruber zuhalten und den herzogen zu Beyern dahin zuvormahnen, sich denselben so wol dem regilionsfrieden [!] gemeß zuvorhalten, und das sonsten Šdem proceß sein lauf gelassen. Zweifelt nicht, der beyer wurde doch darauf seine antwort thun, darauf alßdann ire Mt. sich nach gelegenheit und gebure wurden zuerzeigen wissen etc. Besorget sonst nachmaln, do es zum ordinari proceß kommen solte, das es weittleufftiger werden und den proceß am cammergericht nur hindern wurde, darumb vielmehr, wie gemelt, dz ander ergehen zu lassen etc. etc.e

    /194'/ Brandenburg: Vermerckt des graffen klagen unnd suchen dahin, weil am cammergericht urtell und mandat ergangen, und er aber vom herzogen vergewaltigt, ime das seine eingezogen etc., das die churfursten in bei der ksl. Mt. wolten verbitten, mit dem herzogen zubeschaffen, den ergangenen urteln und mandaten zu pariren. Welchs er auch billich achtet, dz es mit dem herzogen beschaffet werde und das er dem religion frieden gelebe und in nicht vergewaltige noch ime also das seine nehme etc., sondern, wenn er deme pariret und er den graffen daruber weiter unbesprochen nicht lassen wolte, so stunde ime das recht offen etc. etc.f

    Mainz: Helts auch dafur, do die sachen also geschaffen wie suppliciret, dz der grafe recht und der herzogk unrecht habe etc., das auch der herzogk darauf zu hören etc.g Es seindt aber sonst die sachen gewandt /195/ wie sie wollen, so musse man dem cammergericht seinen stracken lauff lassen und in deme die cammergerichts ordnung in acht haben. Doch stellet ers auch dahin, dz die ksl. Mt. zuersuchen, daruber zuhalten etc., oder das man die sache widder in der gute vornehme und commissarien verordnet werden oder wie im sonst zuthun; das aber auch der herzogk gehöret werde etc., und stellet solchs ferner in ir bedencken.

    2. Umfrage. Trierh: Helt dafur, dz fur allem die ksl. Mt. zuersuchen, die gute vorzunehmen, und wo alßdann darinne nichts fruchtbarlichs geschaffet, dem rechten seinen lauff zulasseni und schleunig zu befordern, auch den grafen geburlich zuschuzen.

    Köln (Kanzler): Weil sie von irem hern keinen eigentlichen befehl hetten, so köntten sie sich hirinnen nichts entlichs erkleren. Achtet aber auch der vernunfft nach dafur, /195'/ es sei die klage und sache gewandt wie sie wolle, das dennoch billich der herzogk zuvor darauf gehöret werde, denn er were je kein geringer standt etc. Und solchs, dz er gehöret werde, wurde seinem hern, dem churfursten zu Cöln, nicht zukegen sein etc.

    ŠPfalz: Helt noch dafur, was am keiserlichen cammergerichte erkandt, das man es billich gelten lasse. Weil nu der herzogk dawidder gehandelt, auch ime2 uber das guter eingezogen, so sagt er noch, dz die ksl. Mt. vor allem zuersuchen, dem herzogen zu mandiren, dem jenigen was erkandt und mandiret, folge zuthun; wo nicht, dz man den graff vor gewaldt schuze und dem recht seinen lauff lasse etc.j

    Sachsen: k -Der grafe ist, wie sich befindet, ein standt des Reichs und des religionfriedens fehigk, darumb, weil er den urteln und mandaten zuwidder beschweret, so wurde er billich gehandthabt und in schuz genommen etc. /196/ Und achtet sonderlich auch der churfursten bedencken dahin zurichten, das nicht weniger auch die Kff. semptlich den herzogen wolten ersuchen, der iustitia iren stracken lauf unnd den graffen derselben gemessen zulassen und deme zufolgen, was erkandt und ime auferlegt etc. Hoffet, diß solle also auch den sachen beförderlicher sein und dieselben ehe zu ende kommen, denn man sonst weiß, dz des cammergerichts erörterung langsam, und wurde dem graff beschwerlich sein, weil die ersten, andern unnd dritten urtel und mandat nicht gelten wollen etc.–k\

    Brandenburgl: Des graffen klage were noch, das deme, was erkandt, nicht pariret wurde, und er sich kunfftig weiter beschwerungen und newerungen von dem herzogen zubesorgen haben muste etc. Achtet nachmaln, dz die ksl. Mt. zuersuchen, den herzogen anzuhalten, deme, was erkandt, folge zuthun etc.; wo nicht, dz man nicht alleine dz, was albereit erkandt, sondern auch kunfftig erkandt wurde, stracks wolte ergehen und dem recht /196'/ seinen lauff lassen. Und bedenckt und achtet sonderlich, wenn in der churfursten resolution gesezt wurde „do deme also etc.“, das dem herzogen also mandiret etc., das es den churfursten, solchs uf die maß bei der ksl. Mt. zusuchen etc., kein bedencken machen kan etc.

    Mainzer Kanzler: Vermerckt der andern bedencken noch dahin, was einmal geurteilt und mandiret, das es dabei bleiben und dem cammergericht und Šrecht seinen lauff gelassen werden solle etc.m Der meynung ist er und seine mitverordenten auch, und das es also uf die maß bei der ksl. [Mt.] zusuchen etc. etc.

    Köln (Kanzler): Sagt, sie haben von irem herrn keinen befehl, darumb man sie in deme nicht mit einziehen wolle, das aber ist ir bedencken wol, dz man den herzogen höre. Unnd solchs wirdt ir herr wol zufrieden sein etc. /197/ Verlesung der Supplikation der Freiin Erika von Bronckhorst, Witwe des Frh. zu Batenburg und Stein3. Welche sich beklaget uber den duca de Alba4, der ir dz hauß Batenbergk eingezogen und sie auf der ksl. Mt. mandat und befehl nicht widderumb restituiret etc. Item ist auch des cammergerichts decret, so im November anno 70 ergangen5, abgelesen worden. Trier: Wuste, was auch derhalben hiebevor zu Speyer nach der lenge furgelauffen. Wie aber izo der sachen zuhelffen, wuste er nicht, denn ob woll anno 70 vom cammergericht wie abgelesen darinne decretiret, so verstunde man doch schier nicht, was es eigentlich were etc. Solte man nu izo widderumb schreiben und mandiren und erfolgte darauf nichts, wie thete man im denne? So wurde es auch schimpflich sein, wenn man viel befuhle und erfolgte nichts und man thete auch nichts mehr darzu etc. /197'/ Zu deme were auch zubedencken, das vielleicht der izige gubernator der Nidderlande6 möchte vorwenden, er hette die sache also gefunden, were ein diener, durffte sich ane befehl seines herrn darin nichts mechtigen etc., welchs abermalß vergebens etc. Damit aber die witwe izo etwas bescheidts kriegte, so hielte er, das die ksl. Mt. zubeantwortten, das man es möchte verschieben biß uf kunfftigen reichstagk etc., oder das ire Mt. etwas vor sich in der sachen wolten thun etc.

    Köln (Kanzler): Weiß auch, was zu Speyer furgelauffen, das auch dieser und anderer sachen halben schickungen an den von Alba geschehen7, darauf aber nichts erfolget etc. Sagt aber, das er izo von dieser sachen auch keinen befehl hette, weil man davon nichts gewustn. Wilß aber neben seinen zugeordentten Šseinen hern berichten. Wollen sonst die andern hirinne etwas schliessen, stellet er zu inen, wilß auch einbringen etc.

    /198/ Pfalz: Weil die cölnischen sagten, sie hetten keinen befehl etc., so acht er, das gut, das der meinzische canzler anzeige, was vor supplicationes solten vorgebracht werden, so köntte man von den herrn bescheidt einnehmen etc. Was aber diese sache anlangt, helt er dafur, das man dem gubernator die restitution in einer benanten zeit zuthun befehle etc., denn solte man es biß uf kunfftigen reichstagk verschieben, so muste doch alßdann eben das, was izo geschehen köntte, darzu gethan werden, welchs nur ein verlengerung were und derhalben am besten, das es izo geschehe etc.

    Sachsen: Weiß auch, was zu Speyer vorgelauffen und das schickungen geschehen. Weil er aber izo höret, das darauf nichts erfolget und das decret anno 70 ergangen, so achtet er, das bei der ksl. Mt. zusuchen, /198'/ uf die mittell und wege zugedencken, was dem Reich entzogen, das es widder darzu gebracht und das was decretirt ins werck gesezt etc.

    Brandenburg: Helt auch dafur, das die ksl. Mt. zuersuchen, das entweder durch vorschrifften oder schickungen oder andere mittell die sachen also vorgenommen, damit das, was dem Reich entzogen, widderumb darzu gebracht etc.

    Mainzo: Helt auch dafur, das mit der witwen mitleiden und des Reichs zustandt in acht zuhaben, denn Batenburgk ane mittell zum Reich gehörigk. Darumb achtet er gleichsfalß, das sich kegen der ksl. Mt. zuerkleren, das es ire Mt. bei dem gubernator dahin wolten richten, das die fraw restituiret und dem Reich nichts entzogen werde etc.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/kft1575/dok16/pages

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    Anmerkungen

    1
    Nr. 68. Dazu im Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 500) ein Eintrag zum 14.10.1575: hab ich müssen mit Grafen Joachim von Orttenburg zum Kayser gehen, samt andern Grafen, so wegen des von Herzogen in Bayern ihnen zugefügten Gewalts haben intercedirt. Bayern hat etlichen exprobiren lassen, daß sie gegen ihm, den von Ortenburg, welcher sein Unterthan, und ein böse Sach hat, Beystandt geleistet.
    2
    = dem Gf. von Ortenburg.
    3
    Nr. 59.
    4
    Fernando Álvarez de Toledo y Pimentel, 3. Hg. von Alba (1507–1582; DHE I, 85–89), von 1567 bis 1573 Statthalter der Niederlande, versuchte mit brutaler Gewalt, den antispanischen Aufstand zu unterdrücken.
    5
    Gemeint ist wahrscheinlich das Ständedekret vom 30.11.1570, das in Kop. in GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt, überliefert ist; vgl. Anm.5 bei Nr. 59.
    6
    Luís de Requesens y Zúñiga (1528–1576; DHE III, 461 f.), seit Oktober 1573 Nachfolger des Hg. von Alba als Statthalter der Niederlande.
    7
    Gemeint ist wahrscheinlich die Mission der ksl. Räte Dr. Johann Hegenmüller und Friedrich von Flersheim im Sommer 1571; vgl. Anm.8 bei Nr. 17.

    Anmerkungen

    a
     Ortenburg] Kurpfalz (fol. 69) zusätzlich zum Inhalt der Supplikation: Der Gf. von Ortenburg beklagt sich, dass der Hg. von Bayern die Mandate des RKG nicht beachtet und mit der jüngst geschehenen Verhaftung ortenburgischer Dienstleute in der Hft. Mattighofen den Religionsfrieden verletzt hat.
    b
     folge] Kurpfalz (fol. 69') zusätzlich: thete peßer alß dz er extraordinarium remedium suchte.
    c
     Pfalz] Kurpfalz (fol. 69') zusätzlich vor dem Folgenden: Müsten bekennen, dz sie nicht gewist, man eben itz hievon reden solt. Hetten verstanden, dz es nicht bey den dienern allein plieben, sonder auch zu den gutern griffen worden.
    d
     werden] Kurpfalz (fol. 70) zusätzlich: Es sei nicht üblich, wen man aber Beyrn horn wol, würde ex ordinario extraordinarium gemacht werden.
    e
     etc.] Kurpfalz (fol. 70) zusätzlich: Helt, dz schriften zuvorlesen. Gemeint sind wahrscheinlich die Belegdokumente zu Nr. 68.
    f
     etc.] Kurpfalz (fol. 70') zusätzlich: Wolte man aber die von Saxen angeregte kayserliche schriften, auch andere bericht verlesen, leßt er sich dz nicht zu wieder sein.
    g
     etc.] Kurpfalz (fol. 71) zusätzlich: supplication ahn caesarem sey der Kff. supplication gleich.
    h
     Trier] Kurpfalz (fol. 71) zusätzlich vor dem Folgenden: Dz graf im ubel thue, dz er extraordinarum remedium ordinario praeferire.
    i
     zulassen] Kurpfalz (fol. 71) zusätzlich: Hett sich deßen niemandt seins erachtens zubeklagen.
    j
     etc.] Kurpfalz (fol. 71') zusätzlich: Vergleicht sich mit Trier, Sachsen und Brandenburg. Vernemme dz Beyern nichts [?] ubergeben.
    k–k
     Der ... etc.] Kurpfalz (fol. 71' f.) abweichend: Versteht es nicht dahin, dz Ortenberg auß ordentlichen proceß schreyten woll. Damit nun dem cammergericht sein lauff gelaßen und wz cum cognitione causa erkant, wie Meintz vermeldt, exequirt so wohl gegen hoherm alß geringerm, wie Trier etc., leßt er sich nicht zuwieder sein, dz Beyern zuvermahnen per caesarem, dz er dem parire wz in camera erkanndt. Zweyfelt nicht, Beyern werdt sich deßen nicht weigern; würdt nach teglich einfallenden attentaten zu suchen und handhab zupitten graffen schwehr fallen, wan in nicht allein diener, sonder auch underthanen ingezohen werden.
    l
     Brandenburg] Kurpfalz (fol. 72) zusätzlich vor dem Folgenden: Clag kam nicht hiehero alß ad ordinarium, drum auch bey Kff. kein causae cognitio, sonder in cammera, da seyen mandata cum cognitione erkandt.
    m
     etc.] Kurpfalz (fol. 72') zusätzlich: Causa exemptionis gehe in genere hin, aber in puncto executionis finden sich die stritt super pertinentiis, ob eben Mattikoven und anders etc. zugehorig etc.
    n
     gewust] Kurpfalz (fol. 73) zusätzlich: man solt die zuvor anzeigen, warüber man deliberiren wolt; kont man druff votiren; weiß nichts anzuzeigen wie auch im vorigen fall.
    o
     Mainz] Kurpfalz (fol. 73') zusätzlich vor dem Folgenden: Zu mentzischer cantzley entschuldigung vermeldet er, dz gleich wol die ding abgeschrieben und weyter direction sey nicht breuchlich; leßts bey Colns genommen bedacht pleyben.

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    « Nr. 16 Oktober 28, Freitag »

    Nachmittag: Beratung der kfl. Räte zu den Supplikationen des Gf. Joachim von Ortenburg und der Freiin Erika von Bronckhorst-Batenburg.

    (Nachmittag, zwischen 2 und 3 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte.

    /193/ Mainzer Kanzler proponiert: Es hette graff Joachim zu Orttenburgk uber und widder herzogk Albrechten in Beyern etc. eine supplication ubergeben, in sachen darinnen im cammergericht procediret etc., wie sie solt verlesen werden. ŠStellet darauf in bedencken, davon zurehden, was vor ratsames bedencken darinne der ksl. Mt. zueröfnen etc.

    Verlesung der Supplikation Gf. Joachims von Ortenburga,1.

    [1. Umfrage.] Trier: Weil dem grafen gebure, die sache am cammergericht vollents auszuuben, so achtet er, das er dem ordentlichen proceß billich folgeb. Helt doch dafur, das der herzogk von Beyern hierauf zuhören etc. Bedenckt aber daneben auch, das wol am besten, das die ksl. Mt. in gute darinne handele, obs beizulegen; wo nicht, das man alßdann dem proceß folge und die ksl. Mt. dennoch ihn, den graffen, biß zu außtragk in geburlichen schutz hielten etc.

    /193'/ Köln (Kanzler): Hatt auch gehöret, was der graff suppliciret und von den trierischen votiret. Nu hetten sie von irem hern keinen entlichen befehl, davon zurehden, achten aber vor ire person dafur, das der herzogk in Beyern zuvor darauf auch zu hören. Wenn man seine antwort oder kegenbericht hatt, so kan man soviel besser der ksl. Mt. das bedencken eröfnen, damit keinem zu kurz geschehe etc.

    Pfalzc: Helt auch dafur, wenn man ein decret sol thun, dz man dz kegentheil zuvor auch höre etc. Weil aber sonst zuvor albereit im cammergericht in denen sachen urtel und mandat ergangen, so achtet er, das es billich, das man an deme, was ein mal erkandt, halte. Doch helt ers auch wie Trier, das die ksl. Mt. oder die churfursten darinne wolten zur gute handeln, das wol am besten; stellets sonst dahin wie gemelt etc.

    /194/ Sachsen (Dr. Lindemann): Ist auch der meynung, das das kegentheil zu hören, besorget aber, wenn die sache in gutliche verhör genommen, das sie wol weitleufftiger möchte werdend. Weil denn zuvor im cammergerichte darinne decretiret und die mandata außgangen, so were die ksl. Mt. zuersuchen, viel mehr daruber zuhalten und den herzogen zu Beyern dahin zuvormahnen, sich denselben so wol dem regilionsfrieden [!] gemeß zuvorhalten, und das sonsten Šdem proceß sein lauf gelassen. Zweifelt nicht, der beyer wurde doch darauf seine antwort thun, darauf alßdann ire Mt. sich nach gelegenheit und gebure wurden zuerzeigen wissen etc. Besorget sonst nachmaln, do es zum ordinari proceß kommen solte, das es weittleufftiger werden und den proceß am cammergericht nur hindern wurde, darumb vielmehr, wie gemelt, dz ander ergehen zu lassen etc. etc.e

    /194'/ Brandenburg: Vermerckt des graffen klagen unnd suchen dahin, weil am cammergericht urtell und mandat ergangen, und er aber vom herzogen vergewaltigt, ime das seine eingezogen etc., das die churfursten in bei der ksl. Mt. wolten verbitten, mit dem herzogen zubeschaffen, den ergangenen urteln und mandaten zu pariren. Welchs er auch billich achtet, dz es mit dem herzogen beschaffet werde und das er dem religion frieden gelebe und in nicht vergewaltige noch ime also das seine nehme etc., sondern, wenn er deme pariret und er den graffen daruber weiter unbesprochen nicht lassen wolte, so stunde ime das recht offen etc. etc.f

    Mainz: Helts auch dafur, do die sachen also geschaffen wie suppliciret, dz der grafe recht und der herzogk unrecht habe etc., das auch der herzogk darauf zu hören etc.g Es seindt aber sonst die sachen gewandt /195/ wie sie wollen, so musse man dem cammergericht seinen stracken lauff lassen und in deme die cammergerichts ordnung in acht haben. Doch stellet ers auch dahin, dz die ksl. Mt. zuersuchen, daruber zuhalten etc., oder das man die sache widder in der gute vornehme und commissarien verordnet werden oder wie im sonst zuthun; das aber auch der herzogk gehöret werde etc., und stellet solchs ferner in ir bedencken.

    2. Umfrage. Trierh: Helt dafur, dz fur allem die ksl. Mt. zuersuchen, die gute vorzunehmen, und wo alßdann darinne nichts fruchtbarlichs geschaffet, dem rechten seinen lauff zulasseni und schleunig zu befordern, auch den grafen geburlich zuschuzen.

    Köln (Kanzler): Weil sie von irem hern keinen eigentlichen befehl hetten, so köntten sie sich hirinnen nichts entlichs erkleren. Achtet aber auch der vernunfft nach dafur, /195'/ es sei die klage und sache gewandt wie sie wolle, das dennoch billich der herzogk zuvor darauf gehöret werde, denn er were je kein geringer standt etc. Und solchs, dz er gehöret werde, wurde seinem hern, dem churfursten zu Cöln, nicht zukegen sein etc.

    ŠPfalz: Helt noch dafur, was am keiserlichen cammergerichte erkandt, das man es billich gelten lasse. Weil nu der herzogk dawidder gehandelt, auch ime2 uber das guter eingezogen, so sagt er noch, dz die ksl. Mt. vor allem zuersuchen, dem herzogen zu mandiren, dem jenigen was erkandt und mandiret, folge zuthun; wo nicht, dz man den graff vor gewaldt schuze und dem recht seinen lauff lasse etc.j

    Sachsen: k -Der grafe ist, wie sich befindet, ein standt des Reichs und des religionfriedens fehigk, darumb, weil er den urteln und mandaten zuwidder beschweret, so wurde er billich gehandthabt und in schuz genommen etc. /196/ Und achtet sonderlich auch der churfursten bedencken dahin zurichten, das nicht weniger auch die Kff. semptlich den herzogen wolten ersuchen, der iustitia iren stracken lauf unnd den graffen derselben gemessen zulassen und deme zufolgen, was erkandt und ime auferlegt etc. Hoffet, diß solle also auch den sachen beförderlicher sein und dieselben ehe zu ende kommen, denn man sonst weiß, dz des cammergerichts erörterung langsam, und wurde dem graff beschwerlich sein, weil die ersten, andern unnd dritten urtel und mandat nicht gelten wollen etc.–k\

    Brandenburgl: Des graffen klage were noch, das deme, was erkandt, nicht pariret wurde, und er sich kunfftig weiter beschwerungen und newerungen von dem herzogen zubesorgen haben muste etc. Achtet nachmaln, dz die ksl. Mt. zuersuchen, den herzogen anzuhalten, deme, was erkandt, folge zuthun etc.; wo nicht, dz man nicht alleine dz, was albereit erkandt, sondern auch kunfftig erkandt wurde, stracks wolte ergehen und dem recht /196'/ seinen lauff lassen. Und bedenckt und achtet sonderlich, wenn in der churfursten resolution gesezt wurde „do deme also etc.“, das dem herzogen also mandiret etc., das es den churfursten, solchs uf die maß bei der ksl. Mt. zusuchen etc., kein bedencken machen kan etc.

    Mainzer Kanzler: Vermerckt der andern bedencken noch dahin, was einmal geurteilt und mandiret, das es dabei bleiben und dem cammergericht und Šrecht seinen lauff gelassen werden solle etc.m Der meynung ist er und seine mitverordenten auch, und das es also uf die maß bei der ksl. [Mt.] zusuchen etc. etc.

    Köln (Kanzler): Sagt, sie haben von irem herrn keinen befehl, darumb man sie in deme nicht mit einziehen wolle, das aber ist ir bedencken wol, dz man den herzogen höre. Unnd solchs wirdt ir herr wol zufrieden sein etc. /197/ Verlesung der Supplikation der Freiin Erika von Bronckhorst, Witwe des Frh. zu Batenburg und Stein3. Welche sich beklaget uber den duca de Alba4, der ir dz hauß Batenbergk eingezogen und sie auf der ksl. Mt. mandat und befehl nicht widderumb restituiret etc. Item ist auch des cammergerichts decret, so im November anno 70 ergangen5, abgelesen worden. Trier: Wuste, was auch derhalben hiebevor zu Speyer nach der lenge furgelauffen. Wie aber izo der sachen zuhelffen, wuste er nicht, denn ob woll anno 70 vom cammergericht wie abgelesen darinne decretiret, so verstunde man doch schier nicht, was es eigentlich were etc. Solte man nu izo widderumb schreiben und mandiren und erfolgte darauf nichts, wie thete man im denne? So wurde es auch schimpflich sein, wenn man viel befuhle und erfolgte nichts und man thete auch nichts mehr darzu etc. /197'/ Zu deme were auch zubedencken, das vielleicht der izige gubernator der Nidderlande6 möchte vorwenden, er hette die sache also gefunden, were ein diener, durffte sich ane befehl seines herrn darin nichts mechtigen etc., welchs abermalß vergebens etc. Damit aber die witwe izo etwas bescheidts kriegte, so hielte er, das die ksl. Mt. zubeantwortten, das man es möchte verschieben biß uf kunfftigen reichstagk etc., oder das ire Mt. etwas vor sich in der sachen wolten thun etc.

    Köln (Kanzler): Weiß auch, was zu Speyer furgelauffen, das auch dieser und anderer sachen halben schickungen an den von Alba geschehen7, darauf aber nichts erfolget etc. Sagt aber, das er izo von dieser sachen auch keinen befehl hette, weil man davon nichts gewustn. Wilß aber neben seinen zugeordentten Šseinen hern berichten. Wollen sonst die andern hirinne etwas schliessen, stellet er zu inen, wilß auch einbringen etc.

    /198/ Pfalz: Weil die cölnischen sagten, sie hetten keinen befehl etc., so acht er, das gut, das der meinzische canzler anzeige, was vor supplicationes solten vorgebracht werden, so köntte man von den herrn bescheidt einnehmen etc. Was aber diese sache anlangt, helt er dafur, das man dem gubernator die restitution in einer benanten zeit zuthun befehle etc., denn solte man es biß uf kunfftigen reichstagk verschieben, so muste doch alßdann eben das, was izo geschehen köntte, darzu gethan werden, welchs nur ein verlengerung were und derhalben am besten, das es izo geschehe etc.

    Sachsen: Weiß auch, was zu Speyer vorgelauffen und das schickungen geschehen. Weil er aber izo höret, das darauf nichts erfolget und das decret anno 70 ergangen, so achtet er, das bei der ksl. Mt. zusuchen, /198'/ uf die mittell und wege zugedencken, was dem Reich entzogen, das es widder darzu gebracht und das was decretirt ins werck gesezt etc.

    Brandenburg: Helt auch dafur, das die ksl. Mt. zuersuchen, das entweder durch vorschrifften oder schickungen oder andere mittell die sachen also vorgenommen, damit das, was dem Reich entzogen, widderumb darzu gebracht etc.

    Mainzo: Helt auch dafur, das mit der witwen mitleiden und des Reichs zustandt in acht zuhaben, denn Batenburgk ane mittell zum Reich gehörigk. Darumb achtet er gleichsfalß, das sich kegen der ksl. Mt. zuerkleren, das es ire Mt. bei dem gubernator dahin wolten richten, das die fraw restituiret und dem Reich nichts entzogen werde etc.