Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Kurfürstentag zu Regensburg 1575
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Abteilungsleiterin

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Vorwort der Bandbearbeiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Archivalien und Handschriften

Archivalien und Handschriften

Gedruckte Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Literatur

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Einleitung

A) Proposition

B) Kurfürstenratsprotokoll

C) Akten zur Wahl

C) Akten zur Wahl

  • Vorbemerkung
  • Nr. 23 Vollmacht Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 19
  • Nr. 24 Instruktion Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 20
  • Nr. 25 Bericht über den Einzug des Kaisers und der Kurfürsten in Regensburg (1575 Oktober 3–7)
  • Nr. 26 Revers Kaiser Maximilians II. für die Kurfürsten wegen der Anwesenheit anderer Fürsten und Gesandtschaften während der Wahl, Regensburg 1575 Oktober 14
  • Nr. 27 Kaiser Maximilian II. an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 17
  • Nr. 28 Kurfürst August von Sachsen an Kaiser Maximilian II., Regensburg 1575 Oktober 18
  • Nr. 29 Erklärung Kaiser Maximilians II. zur Vertagung der Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 30 Bedenken Kurfürst Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 31 Bericht über die Verhandlungen des Kaisers mit den weltlichen Kurfürsten und Pfalzgraf Ludwig betreffend die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea (1575 Oktober 15–22)
  • Nr. 32 Einladung des Erzbischofs Daniel von Mainz an seine Mitkurfürsten (hier: an Kurfürst August von Sachsen) zur Wahl eines römischen Königs, Regensburg 1575 Oktober 22
  • Nr. 33 Proklamation König Rudolfs II. als erwählter römischer König, [Regensburg 1575 Oktober 27]
  • Nr. 34 Wahldekret für König Rudolf II., Regensburg 1575 Oktober 27
  • Nr. 35 Wahlkapitulation König Rudolfs II., Regensburg 1575 November 1
  • Nr. 36 Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1)
  • Nr. 37 Bestätigung der Rechte und Privilegien der Kurfürsten (hier: des Kurfürsten August von Sachsen) durch König Rudolf II., Regensburg 1575 November 2
  • D) Religionsbeschwerden

    E) Akten zur Nebenhandlung

    E) Akten zur Nebenhandlung

  • Vorbemerkung
  • Nr. 44 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 45 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 46 Resolution Kaiser Maximilians II. zur Einberufung eines Reichstags, präs. 1575 Regensburg November 1
  • Nr. 47 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 48 Instruktion der Kurfürsten für Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg zum Wahltag in Polen, Regensburg 1575 Oktober 28
  • Nr. 49 Rede der kurfürstlichen Gesandten Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg vor den polnischen Ständen, [beschlossen Regensburg 1575 Oktober 28]
  • Nr. 50 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 51 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 52 Supplikation der wendischen Städte an die Kurfürsten, präs. Regensburg 1575 Oktober 19
  • Nr. 53 Vortrag Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskau,[ präs. Regensburg 1575 Oktober 24]
  • Nr. 54 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Gesandtschaft nach Moskau, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 55 Bedenken der kurfürstlichen Räte zur Gesandtschaft nach Moskau, Regensburg 1575 November 3
  • Nr. 56 Resolution der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg zum geplanten Kriegszug des Pfalzgrafen Johann Casimir nach Frankreich, Regensburg 1575 Oktober 29
  • Nr. 57 Schreiben der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 30
  • Nr. 58 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zu Ernst von Mandesloe, Regensburg 1575 Oktober 31
  • F) Supplikationen

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    « Nr. 19 Oktober 31, Montag »

    Textvorlage (Vormittag): Kurbrandenburg, fol. 211'–221'.

    Textvorlage (Nachmittag): Kurpfalz, fol. 89–93.

    Vormittag: Im KR Verlesung und Beratung der Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz. Verlesung des Wahldekrets. Beratungen zum ksl. Gesuch betreffend Ernst von Mandesloe und zur Klage des Gf. von Ortenburg gegen Bayern. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Beratung des Resolutionskonzepts zu Ernst von Mandesloe. Beratung zum Audienzgesuch der Gesandten des Prinzen von Condé und zu dem von Kurtrier gewünschten ŠPromotoriale. Beratung des Resolutionskonzepts betreffend die Supplikation des Gf. von Ortenburg.

    /211'/ (Vormittag, 7 Uhr) [Rathaus.] Kff. von Mainz, Trier, Köln und Sachsen sowie Pfgf. Ludwig persönlich; Gf. Albrecht Georg von Stolberg anstelle des Kf. von Brandenburg.

    Verlesung der Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenza ,1. /212/ Umfrage. Trier: Hatt hören verlesen, welchermassen pfalzgraff Geörg Hanß umb ein czoll bitten thette. Were nicht one, dz er im verschienen wintter selbst bei ime, Triern, darumb angesucht und berichtet, das er es hiebevorn zu Speyer auch gesucht2, aber er es domalß uf weitern bericht und erkundigung gestellet. Wie es umb den angezogenen paß gelegen, wuste er nicht eigentlich, were aber befindtlich, das der paß zu Pfalzburgk den andern pässen, da das kriegsvolck pflegte durchzuziehen, eben weit etc. Sonst were auch gleichwol bedencklich, das der ort solte eine festung gebawet werden, denn wann Franckreich dem Reich zu wolte und kriegte diessel[be] festung ein, so were es so viel geferlicher. Sein schuldenlast und gesuchten czoll belangende, gleube er ime solche abligende schultbeschwerung gar wol, sonst were aber nicht one, das izo sowol zuvor zu Speyer viel geistlicher und anderer fursten supplicationes ubergeben, darinnen umb czöllen gebeten3. Man hette aber domaln zu Speyer dahin geschlossen, weil im Reich albereit viel czölle weren, dadurch die /212'/ commercien gestopffet und verhindert wurden, das man solche suchungen abgeschlagen, mit anzeige, solten der czölle noch mehr nachgegeben werden, so wurde es soviel mehr zu beschwerung und nachteil gereichen etc. Achtet derwegen, das diß izo nicht weniger zubedencken und in acht zu haben und glimpflich abschlegiger bescheidt zu geben etc., doch stellet ers in der andern bedencken; wilß von inen anhören.

    Köln: Er4 hette zuvor derwegen bei ime auch angesucht; weiß auch, das sonst hiebevor solche und dergleichen suchungen viel geschehen. Es were aber anno 62 von keiser Ferdinanden und den churfursten5, wie auch anno 70, dahin bedacht worden, das bedencklich und beschwerlich, mehr czölle zubewilligen wie des die ursachen erwogen etc., denn es wurde alles auf steigerung gerichtet und gesucht, dadurch die commercien sere verhindert etc. Man solte derwegen Švielmehr uf milderung der czölle denn uf erhöhung gedencken. /213/ Schleust derhalben dahin, das es nicht zubewilligen auß gemeltenn bedencken etc. Zweifelt auch nicht, der pfalzgraff wirdt sich in betrachtung deßen der billigkeit selbst weisen etc.

    Pfalz: Erinnert sich gleichsfalß, was er zuvor auch offt derwegen gesucht. Weiß auch, was anno 70 auß beweglichen ursachen in czolls sachen bedacht. Und ob er ime auß vetterlichen willen hirinnen seinem suchen nach ganz gerne wilfaret und gehulffen sege, denn er je den schaden gelitten und darumb des czolles wol benötigt, so bedenckt er doch auch, das es auß gemelten ursachen sonderlich mit dem reinczoll nicht sein köntte etc. Wolte man im aber in andern geringen czöllenb hulffe und forderung erzeigen, wolte er seines theilß wol zufrieden sein. Wolte mans aber auß zuvor anno 70 angezogenen ursachen in bedencken ziehen, so muß ers auch geschehen lassen. Die festung an der greinz were gar bedencklich und mehr vor schedlich und nachteilig denn vorteilig dem Reich zuachten, wie von Trier weiter angezogenc.

    /213'/ Sachsen: Vermerckt auß dem mundtlichen und schrifftlichen bericht und gleubt wol, das er zu dem suchen hoch genötigt; wolte ime auch gar gerne gehulffen und geraten sehen, aber dennoch muste er die vorigen vergleichungen und umbstende, wie angezogen, auch erwegen. Do es den andern Kff. nicht mit gelegen, so wolte er sich auch von inen nicht absondern; do sie im aber mit ichten köntten in deme wilfaren, wil er mit inen gern einig sein, sonst aber nicht und könntte sich von inen nicht außschliessen. Der paß und festung anlangent, gleube er auch, das die festung und baw mehr schedlich denn nuzlich sei. Stellets sonst uf vorbitte kegen der ksl. Mt., wie ime der schulden halben sonsten geraten und gehulffen werden mochte etc.

    Brandenburg: Er hette nicht alleine alhie, sondern auch im hofflager desfalß bei kfl. Gn. angesucht. Kfl. Gn. aber hette ine ane die andern churfursten nichts vertrösten können. /214/ Die ursachen, darumb er solchs suchte, mochten wol an deme sein. Kfl. Gn. wolten ime auch gerne gehulffen sehen, weren aber auch berichtet und befunden izo, das anno 62 und uf reichstägen von vielen umb czollsbegnadung bei der ksl. Mt. und den churfursten angesucht, welchs aber auß bedencken abgeschlagen etc. Und were wol dafur zuachten, das die ursachen, so domaln bedacht und izo von Triern zum theil erwehnet, izo nicht weniger alß domaln im wege und zubedencken, und das die czölle den commercien nur hinderlich etc. Weil derwegen nu die andern darzu nicht geneigt, auch vielleicht inen und den iren durch solche czölle soviel mehr beschwerungen möchten zugefugt werden, so wil auch kfl. Gn. nicht geburen, sich von inen abzusondern, sondern mussen es auch in bedenckung solcher ursachen und umbstende dahin stellen, wie wol sie im gerne gehulffen segen. Acht, dz es ime mit glimpf abzuschlagen und er an die ksl. Mt. zuweisen; wurden Šire Mt. ine wol mit glimpf abweisen etc. Weil die festung dem Reich auch schedlich, so köntte man die nicht vor nuzlich achten oder nachgeben etc. etc.d

    /214'/ Mainz: Hatt des pfalzgraffen suchen der zölle halben zu wasser und lande unnd was izo votiret vernommen. Nu weren die churfursten die sewlen des Heiligen Reichs, die darauf sehen solten, das des Reichs bestes befordert und alle schedligkeit abgestellet wurde. Nu weren die beschwerungen im Reich albereit der czölle halben groß, dadurch tewrungen und dergleichen erregt. Wolte zwar dem pfalzgrafen wol gönnen, das ime in deme möchte wilfaret und gehulffen werden, so were es doch auß angezogenen ursachen bedencklich, ime solche czölle nachzugeben. Denn do es geschege, wurden dadurch die tewrungen und beschwerungen im Reich soviel mehr. Und was were es, das man einem also helffen und andern vielen damit schaden solte etc.? Es weren sonst albereit so viel hohe und schwere czölle ufm Rein, dadurch auch die handelßleute mehr von der hanttirung abgehalten. Solte man nu mehr drauf legen, so wurde es noch mehr sein, darumb köntte es nicht sein. Warinne man im aber sonsten köntte helffen, wolte ers gerne sehen. /215/ Die festung betreffent, weil sie dem Reich nachteilig, so were es nicht ratsam etc.

    Mainz (persönlich): Pfalzgraff George Hanß hette seine hohe not und unvormugenheit der ksl. Mt. und sonst auch ime zum offtern und vielfeltig geklagt. Er gleube es auch wol, das es also mit ime gelegen, wolte ime nicht weniger gar gerne gehulffen sehen, aber durch diesen wegk der czölle köntte es auß ursachen, wie angezogen, nicht sein. Wusten die churfursten sonsten nur wege, wie ime zuhelffen und zuraten, wolte er sich mit inen gerne darzu vergleichen etc.

    Doctor Sigmundt Vieheuser kömpt in deme an: Die ksl. Mt. lest nach zuentbietung ires geneigten willens etc. den churfursten vermelden, das sie wurden wissen, was bißhero in Ernst von Mandelßlows sache gehandelt und durch sie intercessionweise bei irer Mt. gesucht etc. Weil denn ire Mt. dafur achten, das diese sach von wegen des Heiligen Reichs allerlei bedencken uf sich habe, /215'/ so gesinnen derwegen ire Mt., die churfursten wolten derselben hirinne ir bedencken eröfnen, damit sich ire Mt. darauf soviel besser resolviren mochten etc.

    Mainz (persönlich): Erstlich dancksagung auf der ksl. Mt. zuentbieten etc. Und wolten die churfursten irer Mt. begeren nach diese sache beratschlagen und irer Mt. alßdann hierinnen ir bedencken underthenigst eröfnen.

    Nach diesem ist Dr. Vieheuser widder wegkgangen, und haben die herrn zimlich lange mit einander alleine gerehdet. Hatt nachmaln der meinzisch canzler gesagt kegen die prothocollisten: wie man pfalzgraff Georg Hanßen beantwortet, also wolte man die andern alle, so der czölle halben ansuchung Šgethan, beantworten und es an die ksl. Mt. weisen und in derselben bedencken stellen.

    Verlesung des Wahldekretse,6. Beratungen zum Aussöhnungsgesuch Ernst von Mandesloes.

    /216/ Umfrage. Trier: Hatt hiebevor vernommen, was zuvor von wegen Ernst von Mandelßlows, der lange in der acht gewesen, an die ksl. Mt. gelanget worden und was izo ire Mt. an die churfurstenn gelangen lassen. Weiß zwar wol, wie Ernst Mandelßlo dem Reich furgangen, darumb er neben andern in die acht erkleret7. Der landtfriede vermöchte, das der keiser nicht macht hette, einen auß der acht zulassen, er brechte denn zuvor genugsame kundtschafft, das er sich mit dem beleidigten vertragen8. Obs nu alhie die gelegenheit hette, wuste er nicht; sonst achtet er, das ausserhalben des in deme nichts zuthun sei. Helt daneben dafur, das dem landtfrieden billich nachgegangen unnd, wenn er sich mit dem beleidigten vertregt und uf kunfftigem reichstage widderumb ansuchet, so kan davon weiter gerehdet werden.

    /216'/ Köln: Weiß, das anno 70 zu Speyer9 und seithero sonsten viel angesucht wor[den], zeuhet sich auch uf den landtfrieden und andere ordnungen, das man sich zuvor mit dem beleidigten vertragen solle. Weil sonst die sache hochwichtig, achtet er, das es alhie nicht zuvorrichten, sondern biß uf kunfftigen reichstagk zu gemeiner stende beratschlagung gestellet werde etc.

    Pfalz: Weiß auch, wie Mandelßlo in die acht kommen, was anno 70 zu Speyer vorgelauffen und man bei den wurzburgischen rethen gesucht, sie es aber uf iren herrn10, es demselben einzubringen, verschoben. Weil man aber die wurzburgische resolution nicht hette, und es also noch unerörtert, so achtet er auch, das dieses auf einen gemeinen reichsschluß zuvorschieben etc.

    /217/ Sachsen: Weiß auch, was zuvor vorgelauffen und sonderlich, das die ksl. Mt. sich dahin resolviret, das man vor allen dingen die reichsordnungen muste in acht haben, das die vergleichung zuvor mit dem beleidigten geschehe. ŠAlßdann wolten sich ire Mt. auch kegen ime mit gnaden erzeigen. Ist auch der meynung, das die reichsordnungen in acht gehabt werden, weil er aber die aussununge bei Wurzburgk nicht erhalten können, unangesehen, das er die izige röm. kgl. Mt. jungst zu Dresten11 umb ein vorbitte an bisschoff zu Wurzburgk12 angelangt, aber Wurzburgk untregliche mittell vorgeschlagen, die ime unmuglich etc., er auch dennoch lange genug umbgeschweifft, viel verzehret, sich gedemutigt und bei der ksl. Mt. so viel vertröstunge erlangt, wenn er allein mit dem partt versunet, das sie sich gern kegen ime mit gnaden erzeigen wolten, so achtet er, dz bei der ksl. Mt. umb beforderung an Wurzburgk zu linderung der conditiones, auch sonst ire Mt. zu genzlicher erlassung der ungnade anzusuchen, nicht alleine umb Mandelßloes, sondern umb so vielfeltiger ansehenlicher vorbitten willen solchs zu thun. /217'/ Wo aber sonst die churfursten erach[ten], das die ksl. Mt. bedencken haben wurde, desfalß bei Wurzburgk vorbitte zuthun, so stellet er in der churfursten bedencken, ob sie nicht vor sich wollen Mandelßloen zu gnaden und zum besten die vorbitte bei dem stifft Wurzburgk thun, das die vorgeschlagene conditiones uf treglichere mittell gelindert und in deme nicht Mandelßlo, sondern vielmehr seine statliche freundtschafft und grosse vielfaltige vorbitten mochten angesehen werden etc. Wil mit inen gern einig sein etc. etc.

    Brandenburg: Mandelßlo hette kfl. Gn. berichtet, das von der ksl. Mt. zu Speyer ime die vertröstunge geschehen, wenn er alleine mit Wurzburgk vertragen, das er sonst gute hoffnung haben solte. Hette nicht untterlassen und vielfeltige vorbitten und suchungen bei Wurzburgk gebraucht, aber nichts erhalten können, denn er ime untregliche conditiones vorgeschlagen. /218/ Nu achten kfl. Gn. selbst, das in deme der landtfrieden unnd ordnungen umb böser einfurung willen wol in acht zuhaben. Weil denn sonst Mandelßlo, sieder er von andern verfuret worden, sich viel gedemutigt, zum creuz gekrochen und vielfeltige vorbitten bei der ksl. Mt. gebraucht, das also zusehen, was er begangen, das es ime leidt etc., er sich auch hinfurder nicht rebellisch erzeigen wirdt und er sonsten auch alß ein kriegserfarner dem Reich zum besten wol zugebrauchen, so hetten kfl. Gn. darauf soviel mehr ine mit vorbitten versehen. Achtet, das die ksl. Mt. den bischoff zu Wurzburgk zuersuchen, die conditiones uf leidlicher wege zurichten oder, do ire Mt. selbst zuhandeln bedencken hetten, das sie commissarien darinne verordnetten. Wuste auch nicht anders, das zuvor der bisschoff marggraff Geörg Friedrichen13 gewilligt, das er zwene, und Mandelßlo auch zwene freunde desfalß wolten niddersetzen. /218'/ Achtet, wenn es noch uf den wegk zurichten, dz es nich[t] böse, damit darinnen in gute gehandelt und die sachen uf kunfftigen reichstagk vollents vortgesezt wurden und die Šaussunung geschege, damit einmal und soviel ehe den sachen abgehulffen. Achtet auch, das noch sonderliche vorbitten bei Wurzburgk einzuwenden nicht böse, das die conditiones uf leidlichere mittell mochten gericht[et] werden.

    Mainz: Weiß auch, was zu Speyer tractiret und ire Mt. vor ir bedencken eröfnet, dabei es ire Mt. gelassen. Und were dahin geschlossen worden, das vor allen dingen die beleidigte person versunet wurde, und wo es nicht köntte erhalten werden, wie die acht sonsten zu mitteln. Stellet es noch dahin und uf kunfftigen gemeinen reichsschluß. Weil aber auch allein von Sachssen und Brandenburgk votiret, das die vorbittung kegen Wurzburgk zuthun, so wil er desfalß der andern bedencken auch anhören etc.f

    Beratungen zum Konflikt zwischen Hg. Albrecht V. von Bayern und Gf. Joachim von Ortenburg; insbesondere zum Gegenbericht Hg. Albrechts14. /219/ Umfrage. Trier: Were jungst auch davon gerehdet, dieses etwa widderumb ans cammergericht zu weisen oder was sonst zuthun. Mitlerweil hette der herzogk einen langen kegenbericht eingewandt. Nu were er nicht allerdinge in abrehde, das der grafe ein standt des Reichs, das aber, darumb geklagt, were nicht ortenburgisch oder darzu gehörigk, sondern one mittell untter dem herzogen und in seinen landen etc. Weil denn diese sache am cammergerichte anhengigk, so achtet er, das dieselbe nicht hieher zu ziehen, sondern widderumb ans cammergericht zuweisen. Da wurde nach befindung und gelegenheit wol erkandt werden, was vermuge des religionfrieden und sonsten sich geburet etc.

    /219'/ Köln: Befindet, das der graffe ein stand des Reichs ist und sich erbeut, das er dem herzogen wegen der guter, die er untter ime hatt, nicht wil furgreiffen. Achtet, wenn dem graffen gelassen, was seine ist, so musse er zufrieden sein. Also auch, wenn der grafe seinem erbieten folge thut, das er dem herzogen leiste, was er schuldigk sei, so wurde und muste billich er auch daran sich genugen lassen. Achtet sonst, das die ksl. Mt. zuersuchen, den sachen (weil sie albereit lange geweret) abzuhelffen durch gute oder recht, sonderlich were es nachmaln mit commissarien zuvorsuchen oder wie es ire Mt. am besten bedencken werden.

    Pfalz: Befindet auß des herzogen bericht so viel, das er achtet, die sache sei wol zuvortragen. /220/ Was die disputation anlanget, were negst geschlossen, das man dem cammergericht seinen lauff lassen solte und dz die ksl. Mt. zuersuchen, mit Beyern zubeschaffen, den mandaten zu parieren. Der grafe klagte, dz der herzogk seine diener in denselben gutern, so untter dem herzogen gelegen, widder den religionfrieden zu einer andern religion dringen wolle, welchs unbillich. Achtet derwegen, das die ksl. Mt. Beyern dahin zuweisen, von Šseinem unfuge abzustehen, die diener freizulassen und sie dem religionfrieden zukegen nicht zu beschweren etc.

    Sachsen: Vermerckt, das es uf deme beruhe, ob der beyer befugt, das exercitium religionis der augspurgischen religion den ortenburgischen an dem ort zuvorbieten. Nu achtet er, wenn man bei dem religionfrieden bliebe, das der sachen leicht abzuhelffen. /220'/ Und weil dann sonsten mandata im cammergericht außgangen, so achtet er, das der graffe deren billich biß zu außtragk der sachen zugeniessen. Achtet auch, das man die sache nicht vom cammergericht zuziehen, sondern das die ksl. Mt. zuersuchen, das ire Mt. in dem zweiffel etwa mittel wolten vor die handt nehmen und den herzogen weisen, das die gutter, auch personen, so sieder den mandaten eingezogen worden, widderumb restituiret und frei und unbeschweret gelassen werden. Do dann von irer Mt. durch gut[e] mittell den sachen nicht desto ehe abgehulffen, das es alßdann am cammergericht außgeubt, deßen austragk erwartet und vor allem gleichwol der graffe restituiret werde.

    Brandenburg: Der streit zwischen inen were nemblich der, das der graffe an deme orte in des herzogen lande diener solte halten, /221/ so seiner, des herzogen, religion weren, welchs dem religionfrieden zuwidder. Darauf der grafe am cammergericht geklagt und mandata außbracht, denen aber der beyer nicht nachgelebtg. Achtet, das die sache am cammergericht auszuuben und das die ksl. Mt. zuersuchen, den beyer dahin zuvormahnen, den mandaten folge zuthun, des außtrags zuerwartten, den graffen widderumb zurestituiren und die diener loßzulassen. Do er danne widder den graffen etwas zuklagen, solte er es alda im cammergericht thun etc. Sonst köntte auch wol die ksl. Mt. ersucht werden, das nachmaln hirinnen die gute vorgenommen wurde, obs zuvorgleichen, und das einem und dem andern theil zuundersagen, sonderlich aber dem beyer, den graffen bei dem seinen geruglich zulassen. Dem graffen aber, das er in werender rechtferttigung keine newe religion an dem orte einfurete etc. Stellets doch in der andern weiter bedencken.

    /221'/ Mainz: Befindet auß den votis und achtet selbst, das die sachen, so am cammergericht hengen, davon nicht ab- und hieherzuziehen, sondern dabei gelassen und auch ire Mt. dahin zubeantwortten.h -Anziehung des heuptpuncts, Šdas die diener des herzogen religion sein sollen, darauff das mandat sine clausule erfolget, deme der herzogk billich geleben soll–h . Sonst votirt er auch dahin, das die ksl. Mt. zuersuchen, ob durch commissarien oder ander mittell die sachen in der gute aufzuheben, wo nicht, das es bei dem außtrage am cammergericht bleibe.

    (Nachmittag) [Rathaus]. Kfl. Räte. /89/ Mainz: Was heut vor eßens durch die hern bedacht, wehr durch mainzer cantzley ufs papir bracht. Stundt abzuhörn.

    Verlesung des Konzepts der kfl. Resolution zu Ernst von Mandesloe15. [1. Umfrage.] Trier: Helt concept der heutigen berhatschlagung gemes. Ob wol Sachsen und Brandenburg vermeind, es ihme, Mandeßloe, zum besten wol dahin zurichten, dz er zuverbitten bey Würtzburg, sey doch nicht aller seitz dahin geschloßen; treff sach Bamberg und fränkische veraynigten16 mit ahne.

    Köln: Dieweil vota nit gar einig gewesen und nicht wieder umgefragt worden, helt concept vor paßirlich; wer imperatori verkleinerlich, wz uff reichstag beschloßen also ohne satisfaction zu retractiren.

    /89'/ Pfalz: Het kein bedenckens, wo mit caesare dahin gehandelt, dz ihr Mt. solt underhandlen; leßts dabey; will sich von Brandenburg heutigs tags gegebens voto nicht sondern, dz caesar bey Wirtzburg intercedire, damit dieser17 nicht zu unmoglichen dingen gedrungen.

    Sachsen: Wiß heutige vota. Sey in ersten votis uff dem verschieben uf Reichs tag gestanden; weis nit anderst, dan dz die hern sich selbst mit einander verglichen, dz die underhandlung nicht zuverwerffen und dz vor konftigem Reichs tag, damit man nun nit wider hern thet, solt addirt werden, dz in mittelst handlung würdt beßerung schaffen.

    Brandenburg: Placet concept, doch der gestalt wie Sachsen gemelt. Dieweil man einig, Mandeßloë ein gnad zubeweisen, kont es durch underhandlung hiezwischen nechsten Reichs [tag] geschehen und deßen mit wenig worten in resolutione anregens beschehen.

    Mainz: Leßts bey dem wie es sich hern heut verglichen, nescit ad partem acta. Verschreyben ein echtern sey verkleinerlich. Addition halben der underhandlung woll er Trier und Coln hören.

    2. Umfrage. Trier: Man konn i[ne] mit so wenig worten wol gratificirn.

    /90/ Köln: Verschreyben sey heut nicht vor rhatsam erachtet; so müß man ein wenig reputation erhalten; leß[t] concept pleiben wie gefaßt.

    Pfalz: Dieweil hern zu frieden, dz Mandeßloe zur außonung kommen soll, konn man addition so hoch nit difficultirn.

    ŠSachsen: Sey nit der meinung, dz Mandeßloe zuverschreyben, allein des worts „underhandlung“ möcht man gedencken, vermahnen helff nicht allein.

    Brandenburg: Priora.

    Mainz: Sey zufrieden, dz die wort „underhandlung zupflegen“18 addirt werden.

    Ist also geendert.

    Mainz: Dz condische gesanten19 sich bey der mentzischen cantzley angezeigt unnd bey den churfursten umb audientz gepetten; die halten wiederum an. Stehe zubedencken, ob und wan sie gehort werden sollen. Begern audientz personlich oder bein rheten sampt oder sonder.

    /90'/ Trier: Hetten kein resolution von ihrm hern; wollens gesanten heim stellen, ob sie ihr anpringen itz vor den rheten oder bey den hern sampt oder sonder thun wollen.

    Köln: Haben von dieser legation nichts gewußt, drum auch kein befelch, müsten aber gesanten doch gehort werden.

    Pfalz: Wie wol sie kein befelch, jedoch dieweil hern die gelegenheit vieleicht nit wieder haben werd[en], mög man sie horn; kayser hab sie auch gehortt, so hab man sie zu Frankfurt20 auch gehort.

    Sachsen: Hat kein befelch; wils referirn. Werdt sich sein her resolvirn, ob er sie in der person oder sonst horen wol.

    Brandenburg: Sey breuchlich, dz sich gesanten zuvor bey den hern anzeigen; dz sey noch nit beschehen; wils referiren. Gedencke man aber eins andern, wollen sie sich nit sondern.

    Mainz: Verneme, dz man 2 meinung. Dieweil es nit geringe sach und gesante personlich audientz begern, placet, dz man es referir. Wz sich hern erklern zeit und orts halben, kon man gesanten antworten.

    Wardt geschloßen, dz mans referirn solt.

    /91/ Verlesung des Konzepts für das von den Kff. bewilligte Promotorialschreiben an den Kg. von Spanien zugunsten des Ebf. von Trier21. Trier: Wehr concept etwz ernstlicher zustellen. Wüsten doch nichts darzu zureden, ihr her zu Trier hett es dan gesehen; baten, deß verzugs kein vertruß zuhaben.

    ŠKöln: Wis nicht, ohs22 [!] die hern deß concepts mit einander verglichen oder nicht. Wol er concept seinem hern auch zaigen; wils Trier auch zusehen gonnen.

    Pfalz: Haben kein bedenkens im concept. Dieweil aber Trier deßen bedenkens, placet, dz Trier ersehe und verpeßer.

    Sachsen: Werd Saxen nit zu wieder sein, dz concept in optima forma gefertigt wie Trier begert. Würts nachgehents lesen und sich leichtlich verstehen.

    Brandenburg: Dieweil concept der abred gemes, placet. Steht im gleich, ob man es Trier verpeßern laßen wolle oder hie alßbaldt davon reden und die verpeßerung hie machen.

    /91'/ Mainz: Dieweil Trier communicationem begere, laßt er sichs gefallen. Wz sie darinne zu dilatirn, solt Mainz nicht zuwieder sein.

    Verlesung des Resolutionskonzepts betreffend die Klage des Gf. von Ortenburg gegen den Hg. von Bayern23. [1. Umfrage.] Trier: Placet concept.

    Köln: Leßt es gleichfals dabey.

    Pfalz: Sorgt, gute werdt nicht verfangen. Man sey der sachen heut nicht einig, sonderlich der question facti. Man befihle graffen24 nichts neus, wan man im sagt, captivos zu relaxiren. Item sey iuris, dz attentata revocirt werd[en]. Solt doch diß hoflich geschehen, damit herzog nit vorn kopff gestoßen.

    Sachsen: Hetten sich einer zweyten umbfrag versehen. Fall nit allein alter stritt vor, so in camera hang, sonder auch ime25 alle gud[er] zu Mattikoven bey diesem tag genommen. Soll cammera lauff gelaßen; dieweil die ding hiemit ko[mmen] [?] weidleuffig gedisputirt werden könt, solt caesar, qua [ra]tione poßet, bavarum vermögen, dz dem rechten sein /92/ lauff gelaßen, mandatis parirt, captivi relaxirt, spoliata restituirt unnd underthanen wieder religion frieden nicht beschwerdt werden.

    Brandenburg: Uf alte attentata sey geklagt in camera; uf neue bey diesem tag geschehen, sey hie geklagt. Sey concept berhatschlagung gemes, allein dz neben gutlicher handlung dem Ks. auch underhand geben würde, dz dabey restitutio begert und paritio mandatorum urgirt solt werden; leßt sich doch dz mehr gefallen. Mainz: Verneme, dz man in deme einig, caesarem umb gute zuersuchen. Wehr gleich wol nit ohn, dz man heut auch geredt, dz ad speciem zugehn, welches aber von etlichen nicht approbirt. Stehe cognitio definitiva, ob bavarus zu pariren schuldig, apud cammeram iudicium ab invicem ibi terminari ubi susceptum, sollen kein rescripta gelten. Sein her werdt es nicht thun konnen, dz er dem recht sein lauff nemme. Wen sach nit hing in camera, sonder graff Šmandata beym caesare außpracht, möcht man etwas thun, dieweil caesar cum cammera concurrentem iurisdictionem hab und sola facti veritate inspecta procediren mög sine strepitu iudiciario.

    /92'/ [2. Umfrage.] Trier: Müßen gedenken, dz sie weiter nit dorffen gehn als sie befelcht. Glauben grafen und bavaro [?] mehr. Man soll rech[t]en sein lauff laßen; werd paritio nachmaln uferlegt, werd er pariren müßen.

    Köln: Wan caesar comißarios ordne, werd der sachen wol geholffen werden uff beschehene erpieten und gegenbericht. Wir kon[nen] nicht iudices sein; camera het sonst nichts mehr [zu] thun. Hern thun an der commiss[ion] genug.

    Pfalz: Man involvir den ha[n]del, der an sich selbst richtig. Man dorff nichts newes befellen; camergericht habs albereidt mandirt. Ortenberg hab in simili contra Beyrn ein urtheil erhalten. Solt sach zur vergleichung kommen laßen, dz parirt würde, es thue es kein confessions verwanter.

    Sachsen: Ortenberg hab der alten und anderer sachen halben klagt, nemlich deß spolii halben. Ersten punctens halben las man sich wol weißen, ob bayr pariren soll. Dz ander aber belangent, videlicet spolium, dz sey ein ander fall, under den mandatis nicht begriffen; darunder solt man caesari bedenken geben, dz nemlich zuvorderst spolium restituirt und darnach gute vorgenommen.

    /93/ Brandenburg: Wan man in causa spolii sey und etwz mandirt werde, soll man in summa pariren; sey dieses ein spolium, sey mandatum sine clausula. Het caesar bavarum zumanen, dz er iustitie genug thet. Deß letzsten zugrifs halben, der fall sey noch nit in camera anhengig, drum konne es umb so viel mehr bey caesare gesucht werde[n]. Werdt seltzam ansehens haben, mit außgezohenem mantel [?] zuwehren [?] 26. Will sich doch nicht absondern.

    Mainz: Hetten ihre befelch angezaigt, dz Mainz bedenkens, ichts in specie anzuregen. Graf het sonst hie sententiam [?] definitivam, alle rescripta contra pendente lite seyen ipso iure nulla. Im fall graff meher theils seiner guter spoliirt, wehr es wohl ein w[eg], dz sich caesar der sachen anneme mit desto mehren ernst; mocht ergo add[irt] werden, dz caesar commißarios salva lite verordnet, item addendo, da auch hertzog graffen erst ufs neu spoliirt, solt er restitution th[un], doch dieweil Trier und Coln sich nicht resolvirt und sach wichtig, wollen Mainz noch einmahln umbfragen, damit man gleich stimmig und einhellig votum habe.

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    Anmerkungen

    1
    Nr. 69.
    2
    Vgl. Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 548 S. 1117 f.
    3
    Weitere auf dem RT in Speyer vorgebrachte Supplikationen in Zollangelegenheiten: Lanzinner , RTA RV 1570, Nrr. 392, 412, 414, 415, 433, 440, 447, 456, 474, 480, 488, 496, 532, 551.
    4
    = Pfgf. Georg Johann.
    5
    Zu den auf dem Wahltag in Frankfurt 1562 vorgelegten und nicht bewilligten Zollsupplikationen vgl. Häberlin , Reichs-Geschichte V, 15 f.; Goetz , Wahl, 179.
    6
    Nr. 34.
    7
    Der Söldnerführer Ernst von Mandesloe (1522–1602), hatte in Diensten des Mgf. Albrecht Alkibiades von Brandenburg gestanden und durch Vergeltungsmaßnahmen würzburgischer Ritter seine Güter verloren. Beim Versuch sie zurückzugewinnen, schloss er sich den kriegerischen Unternehmungen des fränkischen Reichsritters Wilhelm von Grumbach an, der in Diensten Hg. Johann Friedrichs II. von Sachsen stand, und nahm im Oktober 1563 an der Besetzung Würzburgs teil. Bereits einen Monat später wurde er in die Acht erklärt ( NDB , XVI, 11; Knorring , RTA RV 1564, 35–38, Nr. 72 S. 401–404: Achtexekutionsmandat gegen Grumbach, Mandesloe und andere vom 6.11.1563).
    8
    Art. 27 des Reichslandfriedens von 1548 ( Machoczek , RTA JR XVIII, Nr. 75 S. 992).
    9
    Bezug auf die Bitte Mandesloes um Lösung von der Reichsacht auf dem RT in Speyer ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 475 S. 1058 f.; Koch , Quellen II, 86–88).
    10
    = Friedrich von Wirsberg, 1558–1573 Fürstbf. von Würzburg ( NDB , V, 598 f.).
    11
    Bezug auf den Besuch Ks. Maximilians II. und seiner Familie in Dresden im April 1575; vgl. Einleitung, Kap. 2.2, Anm. 26.
    12
    = Julius Echter von Mespelbrunn, seit 1573 Fürstbf. von Würzburg ( NDB , X, 655 f.; Wendehorst , Bistum, 162–238).
    13
    = Mgf. Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach, fränkischer Kreisoberst.
    14
    Vgl. Nr. 68.
    15
    Nr. 58.
    16
    Fränkische Einung; im Oktober 1552 gegründeter, gegen die Expansionspolitik des Mgf. Albrecht Alkibiades gerichteter Schutzbund, dem neben anderen die Hstt. Bamberg und Würzburg sowie die Reichsstadt Nürnberg angehörten ( Hartung , Geschichte, 209–212 mit Aktenbeilage Nr. 91).
    17
    = Ernst von Mandesloe.
    18
    Vgl. Anm.a bei Nr. 58.
    19
    François d'Amours, sieur de La Galaizière, und François Bouchard; vgl. Anm.2 bei Nr. 60.
    20
    Gemeint ist wahrscheinlich der Wahltag in Frankfurt 1562, bei dem Jacques Spifame, sieur de Passy, als Gesandter des Prinzen Louis I. von Bourbon-Condé erschien (Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 141, zum 4.11.1562; Barthold , Deutschland, 416–423; Holtzmann , Maximilian II., 426 f.; Peter/Gilmont , Bibliotheca II, 1065 f.).
    21
    Vgl. Nr. 71.
    22
    Verschrieben für: ob sich.
    23
    Vgl. Nr. 68.
    24
    Gemeint ist Hg. Albrecht.
    25
    = dem Gf. von Ortenburg.
    26
    Unleserliche Passage. Die hier verwendete Redewendung konnte nicht ermittelt werden.

    Anmerkungen

    a
     Pfalz-Veldenz] Kurpfalz (fol. 83) zusätzlich zum Inhalt der Supplikation und mit dem Datum der Übergabe: 29.10.1575; vgl. Anm.a bei Nr. 17.
    b
     czöllen] Kurpfalz (fol. 84) differenzierter: ufm land.
    c
     angezogen] Kurpfalz (fol. 84) zusätzlich: Weis nit, obs in der Kff. macht stehe, ichts allein zuwilligen.
    d
     etc.] Kurpfalz (fol. 84') zusätzlich: versieht sich, her Georg Hans werdt alß [besch]eidener fürst zufrieden sein, wan er die ursachen also wie davon geredt vernemmen werde.
    e
     Wahldekrets] Kurpfalz (fol. 85') zusätzlich: Wardt paßirt; allein dz addirt wurde: „unnd koniglicher Würde zu Beheym alß eines mitcitirten churfürsten etc.“
    f
     etc.] Kurpfalz (fol. 86') zusätzlich: Hieruf die hern selbst zusammen getretten und sich mit einander verglichen.
    g
     nachgelebt] Kurpfalz (fol. 87' f.) zusätzlich: sonder seyen auch die guter noch bey wehrenden diesem tag mit gewaldt ingezohen worden. Bethe der graff allein, dz man den außgangen mandatis parirt und dz von Beyrn nichts attentirt würde.
    h–h
     Anziehung ... soll] Kurpfalz (fol. 88 f.) abweichend: Attentata unnd paritionem mandatorum belangendt, sehe man gehrn, dz sie zu allen theylen rüwig. Wehre aber mißverstand de locis, in was oberkeit die gelegenn, daruff wehren mandata erkant. Nun gingen etwan viel mandata aus, so nachgehents caßirt unnd wiederum ufgehobenn würdenn, wan man die narrata falsa befände. Wiste gleich wol nicht, ob die narrata diß orts wahr oder nicht. Werde sich am besten in camera findenn post deductionem causae. Die kayserliche Mt. werde doch Bayrn die paritionem mandatorum absolute nicht ufflegenn, wie dan auch der herzog zu Beyrn uff diß extrajudicial werck zugeben oder einiche parition, da ime selbige gleich ufferlegt wurde, zuthun nit schuldig angesehen, dz alle rescripta, so pendente lite erlangt worden, ipso iure nulla seyen unnd die cammergerichts ordnung vermög, dz dem cammergericht sein gestracker lauff gelaßenn werden soll.

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    « Nr. 19 Oktober 31, Montag »

    Textvorlage (Vormittag): Kurbrandenburg, fol. 211'–221'.

    Textvorlage (Nachmittag): Kurpfalz, fol. 89–93.

    Vormittag: Im KR Verlesung und Beratung der Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz. Verlesung des Wahldekrets. Beratungen zum ksl. Gesuch betreffend Ernst von Mandesloe und zur Klage des Gf. von Ortenburg gegen Bayern. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Beratung des Resolutionskonzepts zu Ernst von Mandesloe. Beratung zum Audienzgesuch der Gesandten des Prinzen von Condé und zu dem von Kurtrier gewünschten ŠPromotoriale. Beratung des Resolutionskonzepts betreffend die Supplikation des Gf. von Ortenburg.

    /211'/ (Vormittag, 7 Uhr) [Rathaus.] Kff. von Mainz, Trier, Köln und Sachsen sowie Pfgf. Ludwig persönlich; Gf. Albrecht Georg von Stolberg anstelle des Kf. von Brandenburg.

    Verlesung der Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenza ,1. /212/ Umfrage. Trier: Hatt hören verlesen, welchermassen pfalzgraff Geörg Hanß umb ein czoll bitten thette. Were nicht one, dz er im verschienen wintter selbst bei ime, Triern, darumb angesucht und berichtet, das er es hiebevorn zu Speyer auch gesucht2, aber er es domalß uf weitern bericht und erkundigung gestellet. Wie es umb den angezogenen paß gelegen, wuste er nicht eigentlich, were aber befindtlich, das der paß zu Pfalzburgk den andern pässen, da das kriegsvolck pflegte durchzuziehen, eben weit etc. Sonst were auch gleichwol bedencklich, das der ort solte eine festung gebawet werden, denn wann Franckreich dem Reich zu wolte und kriegte diessel[be] festung ein, so were es so viel geferlicher. Sein schuldenlast und gesuchten czoll belangende, gleube er ime solche abligende schultbeschwerung gar wol, sonst were aber nicht one, das izo sowol zuvor zu Speyer viel geistlicher und anderer fursten supplicationes ubergeben, darinnen umb czöllen gebeten3. Man hette aber domaln zu Speyer dahin geschlossen, weil im Reich albereit viel czölle weren, dadurch die /212'/ commercien gestopffet und verhindert wurden, das man solche suchungen abgeschlagen, mit anzeige, solten der czölle noch mehr nachgegeben werden, so wurde es soviel mehr zu beschwerung und nachteil gereichen etc. Achtet derwegen, das diß izo nicht weniger zubedencken und in acht zu haben und glimpflich abschlegiger bescheidt zu geben etc., doch stellet ers in der andern bedencken; wilß von inen anhören.

    Köln: Er4 hette zuvor derwegen bei ime auch angesucht; weiß auch, das sonst hiebevor solche und dergleichen suchungen viel geschehen. Es were aber anno 62 von keiser Ferdinanden und den churfursten5, wie auch anno 70, dahin bedacht worden, das bedencklich und beschwerlich, mehr czölle zubewilligen wie des die ursachen erwogen etc., denn es wurde alles auf steigerung gerichtet und gesucht, dadurch die commercien sere verhindert etc. Man solte derwegen Švielmehr uf milderung der czölle denn uf erhöhung gedencken. /213/ Schleust derhalben dahin, das es nicht zubewilligen auß gemeltenn bedencken etc. Zweifelt auch nicht, der pfalzgraff wirdt sich in betrachtung deßen der billigkeit selbst weisen etc.

    Pfalz: Erinnert sich gleichsfalß, was er zuvor auch offt derwegen gesucht. Weiß auch, was anno 70 auß beweglichen ursachen in czolls sachen bedacht. Und ob er ime auß vetterlichen willen hirinnen seinem suchen nach ganz gerne wilfaret und gehulffen sege, denn er je den schaden gelitten und darumb des czolles wol benötigt, so bedenckt er doch auch, das es auß gemelten ursachen sonderlich mit dem reinczoll nicht sein köntte etc. Wolte man im aber in andern geringen czöllenb hulffe und forderung erzeigen, wolte er seines theilß wol zufrieden sein. Wolte mans aber auß zuvor anno 70 angezogenen ursachen in bedencken ziehen, so muß ers auch geschehen lassen. Die festung an der greinz were gar bedencklich und mehr vor schedlich und nachteilig denn vorteilig dem Reich zuachten, wie von Trier weiter angezogenc.

    /213'/ Sachsen: Vermerckt auß dem mundtlichen und schrifftlichen bericht und gleubt wol, das er zu dem suchen hoch genötigt; wolte ime auch gar gerne gehulffen und geraten sehen, aber dennoch muste er die vorigen vergleichungen und umbstende, wie angezogen, auch erwegen. Do es den andern Kff. nicht mit gelegen, so wolte er sich auch von inen nicht absondern; do sie im aber mit ichten köntten in deme wilfaren, wil er mit inen gern einig sein, sonst aber nicht und könntte sich von inen nicht außschliessen. Der paß und festung anlangent, gleube er auch, das die festung und baw mehr schedlich denn nuzlich sei. Stellets sonst uf vorbitte kegen der ksl. Mt., wie ime der schulden halben sonsten geraten und gehulffen werden mochte etc.

    Brandenburg: Er hette nicht alleine alhie, sondern auch im hofflager desfalß bei kfl. Gn. angesucht. Kfl. Gn. aber hette ine ane die andern churfursten nichts vertrösten können. /214/ Die ursachen, darumb er solchs suchte, mochten wol an deme sein. Kfl. Gn. wolten ime auch gerne gehulffen sehen, weren aber auch berichtet und befunden izo, das anno 62 und uf reichstägen von vielen umb czollsbegnadung bei der ksl. Mt. und den churfursten angesucht, welchs aber auß bedencken abgeschlagen etc. Und were wol dafur zuachten, das die ursachen, so domaln bedacht und izo von Triern zum theil erwehnet, izo nicht weniger alß domaln im wege und zubedencken, und das die czölle den commercien nur hinderlich etc. Weil derwegen nu die andern darzu nicht geneigt, auch vielleicht inen und den iren durch solche czölle soviel mehr beschwerungen möchten zugefugt werden, so wil auch kfl. Gn. nicht geburen, sich von inen abzusondern, sondern mussen es auch in bedenckung solcher ursachen und umbstende dahin stellen, wie wol sie im gerne gehulffen segen. Acht, dz es ime mit glimpf abzuschlagen und er an die ksl. Mt. zuweisen; wurden Šire Mt. ine wol mit glimpf abweisen etc. Weil die festung dem Reich auch schedlich, so köntte man die nicht vor nuzlich achten oder nachgeben etc. etc.d

    /214'/ Mainz: Hatt des pfalzgraffen suchen der zölle halben zu wasser und lande unnd was izo votiret vernommen. Nu weren die churfursten die sewlen des Heiligen Reichs, die darauf sehen solten, das des Reichs bestes befordert und alle schedligkeit abgestellet wurde. Nu weren die beschwerungen im Reich albereit der czölle halben groß, dadurch tewrungen und dergleichen erregt. Wolte zwar dem pfalzgrafen wol gönnen, das ime in deme möchte wilfaret und gehulffen werden, so were es doch auß angezogenen ursachen bedencklich, ime solche czölle nachzugeben. Denn do es geschege, wurden dadurch die tewrungen und beschwerungen im Reich soviel mehr. Und was were es, das man einem also helffen und andern vielen damit schaden solte etc.? Es weren sonst albereit so viel hohe und schwere czölle ufm Rein, dadurch auch die handelßleute mehr von der hanttirung abgehalten. Solte man nu mehr drauf legen, so wurde es noch mehr sein, darumb köntte es nicht sein. Warinne man im aber sonsten köntte helffen, wolte ers gerne sehen. /215/ Die festung betreffent, weil sie dem Reich nachteilig, so were es nicht ratsam etc.

    Mainz (persönlich): Pfalzgraff George Hanß hette seine hohe not und unvormugenheit der ksl. Mt. und sonst auch ime zum offtern und vielfeltig geklagt. Er gleube es auch wol, das es also mit ime gelegen, wolte ime nicht weniger gar gerne gehulffen sehen, aber durch diesen wegk der czölle köntte es auß ursachen, wie angezogen, nicht sein. Wusten die churfursten sonsten nur wege, wie ime zuhelffen und zuraten, wolte er sich mit inen gerne darzu vergleichen etc.

    Doctor Sigmundt Vieheuser kömpt in deme an: Die ksl. Mt. lest nach zuentbietung ires geneigten willens etc. den churfursten vermelden, das sie wurden wissen, was bißhero in Ernst von Mandelßlows sache gehandelt und durch sie intercessionweise bei irer Mt. gesucht etc. Weil denn ire Mt. dafur achten, das diese sach von wegen des Heiligen Reichs allerlei bedencken uf sich habe, /215'/ so gesinnen derwegen ire Mt., die churfursten wolten derselben hirinne ir bedencken eröfnen, damit sich ire Mt. darauf soviel besser resolviren mochten etc.

    Mainz (persönlich): Erstlich dancksagung auf der ksl. Mt. zuentbieten etc. Und wolten die churfursten irer Mt. begeren nach diese sache beratschlagen und irer Mt. alßdann hierinnen ir bedencken underthenigst eröfnen.

    Nach diesem ist Dr. Vieheuser widder wegkgangen, und haben die herrn zimlich lange mit einander alleine gerehdet. Hatt nachmaln der meinzisch canzler gesagt kegen die prothocollisten: wie man pfalzgraff Georg Hanßen beantwortet, also wolte man die andern alle, so der czölle halben ansuchung Šgethan, beantworten und es an die ksl. Mt. weisen und in derselben bedencken stellen.

    Verlesung des Wahldekretse,6. Beratungen zum Aussöhnungsgesuch Ernst von Mandesloes.

    /216/ Umfrage. Trier: Hatt hiebevor vernommen, was zuvor von wegen Ernst von Mandelßlows, der lange in der acht gewesen, an die ksl. Mt. gelanget worden und was izo ire Mt. an die churfurstenn gelangen lassen. Weiß zwar wol, wie Ernst Mandelßlo dem Reich furgangen, darumb er neben andern in die acht erkleret7. Der landtfriede vermöchte, das der keiser nicht macht hette, einen auß der acht zulassen, er brechte denn zuvor genugsame kundtschafft, das er sich mit dem beleidigten vertragen8. Obs nu alhie die gelegenheit hette, wuste er nicht; sonst achtet er, das ausserhalben des in deme nichts zuthun sei. Helt daneben dafur, das dem landtfrieden billich nachgegangen unnd, wenn er sich mit dem beleidigten vertregt und uf kunfftigem reichstage widderumb ansuchet, so kan davon weiter gerehdet werden.

    /216'/ Köln: Weiß, das anno 70 zu Speyer9 und seithero sonsten viel angesucht wor[den], zeuhet sich auch uf den landtfrieden und andere ordnungen, das man sich zuvor mit dem beleidigten vertragen solle. Weil sonst die sache hochwichtig, achtet er, das es alhie nicht zuvorrichten, sondern biß uf kunfftigen reichstagk zu gemeiner stende beratschlagung gestellet werde etc.

    Pfalz: Weiß auch, wie Mandelßlo in die acht kommen, was anno 70 zu Speyer vorgelauffen und man bei den wurzburgischen rethen gesucht, sie es aber uf iren herrn10, es demselben einzubringen, verschoben. Weil man aber die wurzburgische resolution nicht hette, und es also noch unerörtert, so achtet er auch, das dieses auf einen gemeinen reichsschluß zuvorschieben etc.

    /217/ Sachsen: Weiß auch, was zuvor vorgelauffen und sonderlich, das die ksl. Mt. sich dahin resolviret, das man vor allen dingen die reichsordnungen muste in acht haben, das die vergleichung zuvor mit dem beleidigten geschehe. ŠAlßdann wolten sich ire Mt. auch kegen ime mit gnaden erzeigen. Ist auch der meynung, das die reichsordnungen in acht gehabt werden, weil er aber die aussununge bei Wurzburgk nicht erhalten können, unangesehen, das er die izige röm. kgl. Mt. jungst zu Dresten11 umb ein vorbitte an bisschoff zu Wurzburgk12 angelangt, aber Wurzburgk untregliche mittell vorgeschlagen, die ime unmuglich etc., er auch dennoch lange genug umbgeschweifft, viel verzehret, sich gedemutigt und bei der ksl. Mt. so viel vertröstunge erlangt, wenn er allein mit dem partt versunet, das sie sich gern kegen ime mit gnaden erzeigen wolten, so achtet er, dz bei der ksl. Mt. umb beforderung an Wurzburgk zu linderung der conditiones, auch sonst ire Mt. zu genzlicher erlassung der ungnade anzusuchen, nicht alleine umb Mandelßloes, sondern umb so vielfeltiger ansehenlicher vorbitten willen solchs zu thun. /217'/ Wo aber sonst die churfursten erach[ten], das die ksl. Mt. bedencken haben wurde, desfalß bei Wurzburgk vorbitte zuthun, so stellet er in der churfursten bedencken, ob sie nicht vor sich wollen Mandelßloen zu gnaden und zum besten die vorbitte bei dem stifft Wurzburgk thun, das die vorgeschlagene conditiones uf treglichere mittell gelindert und in deme nicht Mandelßlo, sondern vielmehr seine statliche freundtschafft und grosse vielfaltige vorbitten mochten angesehen werden etc. Wil mit inen gern einig sein etc. etc.

    Brandenburg: Mandelßlo hette kfl. Gn. berichtet, das von der ksl. Mt. zu Speyer ime die vertröstunge geschehen, wenn er alleine mit Wurzburgk vertragen, das er sonst gute hoffnung haben solte. Hette nicht untterlassen und vielfeltige vorbitten und suchungen bei Wurzburgk gebraucht, aber nichts erhalten können, denn er ime untregliche conditiones vorgeschlagen. /218/ Nu achten kfl. Gn. selbst, das in deme der landtfrieden unnd ordnungen umb böser einfurung willen wol in acht zuhaben. Weil denn sonst Mandelßlo, sieder er von andern verfuret worden, sich viel gedemutigt, zum creuz gekrochen und vielfeltige vorbitten bei der ksl. Mt. gebraucht, das also zusehen, was er begangen, das es ime leidt etc., er sich auch hinfurder nicht rebellisch erzeigen wirdt und er sonsten auch alß ein kriegserfarner dem Reich zum besten wol zugebrauchen, so hetten kfl. Gn. darauf soviel mehr ine mit vorbitten versehen. Achtet, das die ksl. Mt. den bischoff zu Wurzburgk zuersuchen, die conditiones uf leidlicher wege zurichten oder, do ire Mt. selbst zuhandeln bedencken hetten, das sie commissarien darinne verordnetten. Wuste auch nicht anders, das zuvor der bisschoff marggraff Geörg Friedrichen13 gewilligt, das er zwene, und Mandelßlo auch zwene freunde desfalß wolten niddersetzen. /218'/ Achtet, wenn es noch uf den wegk zurichten, dz es nich[t] böse, damit darinnen in gute gehandelt und die sachen uf kunfftigen reichstagk vollents vortgesezt wurden und die Šaussunung geschege, damit einmal und soviel ehe den sachen abgehulffen. Achtet auch, das noch sonderliche vorbitten bei Wurzburgk einzuwenden nicht böse, das die conditiones uf leidlichere mittell mochten gericht[et] werden.

    Mainz: Weiß auch, was zu Speyer tractiret und ire Mt. vor ir bedencken eröfnet, dabei es ire Mt. gelassen. Und were dahin geschlossen worden, das vor allen dingen die beleidigte person versunet wurde, und wo es nicht köntte erhalten werden, wie die acht sonsten zu mitteln. Stellet es noch dahin und uf kunfftigen gemeinen reichsschluß. Weil aber auch allein von Sachssen und Brandenburgk votiret, das die vorbittung kegen Wurzburgk zuthun, so wil er desfalß der andern bedencken auch anhören etc.f

    Beratungen zum Konflikt zwischen Hg. Albrecht V. von Bayern und Gf. Joachim von Ortenburg; insbesondere zum Gegenbericht Hg. Albrechts14. /219/ Umfrage. Trier: Were jungst auch davon gerehdet, dieses etwa widderumb ans cammergericht zu weisen oder was sonst zuthun. Mitlerweil hette der herzogk einen langen kegenbericht eingewandt. Nu were er nicht allerdinge in abrehde, das der grafe ein standt des Reichs, das aber, darumb geklagt, were nicht ortenburgisch oder darzu gehörigk, sondern one mittell untter dem herzogen und in seinen landen etc. Weil denn diese sache am cammergerichte anhengigk, so achtet er, das dieselbe nicht hieher zu ziehen, sondern widderumb ans cammergericht zuweisen. Da wurde nach befindung und gelegenheit wol erkandt werden, was vermuge des religionfrieden und sonsten sich geburet etc.

    /219'/ Köln: Befindet, das der graffe ein stand des Reichs ist und sich erbeut, das er dem herzogen wegen der guter, die er untter ime hatt, nicht wil furgreiffen. Achtet, wenn dem graffen gelassen, was seine ist, so musse er zufrieden sein. Also auch, wenn der grafe seinem erbieten folge thut, das er dem herzogen leiste, was er schuldigk sei, so wurde und muste billich er auch daran sich genugen lassen. Achtet sonst, das die ksl. Mt. zuersuchen, den sachen (weil sie albereit lange geweret) abzuhelffen durch gute oder recht, sonderlich were es nachmaln mit commissarien zuvorsuchen oder wie es ire Mt. am besten bedencken werden.

    Pfalz: Befindet auß des herzogen bericht so viel, das er achtet, die sache sei wol zuvortragen. /220/ Was die disputation anlanget, were negst geschlossen, das man dem cammergericht seinen lauff lassen solte und dz die ksl. Mt. zuersuchen, mit Beyern zubeschaffen, den mandaten zu parieren. Der grafe klagte, dz der herzogk seine diener in denselben gutern, so untter dem herzogen gelegen, widder den religionfrieden zu einer andern religion dringen wolle, welchs unbillich. Achtet derwegen, das die ksl. Mt. Beyern dahin zuweisen, von Šseinem unfuge abzustehen, die diener freizulassen und sie dem religionfrieden zukegen nicht zu beschweren etc.

    Sachsen: Vermerckt, das es uf deme beruhe, ob der beyer befugt, das exercitium religionis der augspurgischen religion den ortenburgischen an dem ort zuvorbieten. Nu achtet er, wenn man bei dem religionfrieden bliebe, das der sachen leicht abzuhelffen. /220'/ Und weil dann sonsten mandata im cammergericht außgangen, so achtet er, das der graffe deren billich biß zu außtragk der sachen zugeniessen. Achtet auch, das man die sache nicht vom cammergericht zuziehen, sondern das die ksl. Mt. zuersuchen, das ire Mt. in dem zweiffel etwa mittel wolten vor die handt nehmen und den herzogen weisen, das die gutter, auch personen, so sieder den mandaten eingezogen worden, widderumb restituiret und frei und unbeschweret gelassen werden. Do dann von irer Mt. durch gut[e] mittell den sachen nicht desto ehe abgehulffen, das es alßdann am cammergericht außgeubt, deßen austragk erwartet und vor allem gleichwol der graffe restituiret werde.

    Brandenburg: Der streit zwischen inen were nemblich der, das der graffe an deme orte in des herzogen lande diener solte halten, /221/ so seiner, des herzogen, religion weren, welchs dem religionfrieden zuwidder. Darauf der grafe am cammergericht geklagt und mandata außbracht, denen aber der beyer nicht nachgelebtg. Achtet, das die sache am cammergericht auszuuben und das die ksl. Mt. zuersuchen, den beyer dahin zuvormahnen, den mandaten folge zuthun, des außtrags zuerwartten, den graffen widderumb zurestituiren und die diener loßzulassen. Do er danne widder den graffen etwas zuklagen, solte er es alda im cammergericht thun etc. Sonst köntte auch wol die ksl. Mt. ersucht werden, das nachmaln hirinnen die gute vorgenommen wurde, obs zuvorgleichen, und das einem und dem andern theil zuundersagen, sonderlich aber dem beyer, den graffen bei dem seinen geruglich zulassen. Dem graffen aber, das er in werender rechtferttigung keine newe religion an dem orte einfurete etc. Stellets doch in der andern weiter bedencken.

    /221'/ Mainz: Befindet auß den votis und achtet selbst, das die sachen, so am cammergericht hengen, davon nicht ab- und hieherzuziehen, sondern dabei gelassen und auch ire Mt. dahin zubeantwortten.h -Anziehung des heuptpuncts, Šdas die diener des herzogen religion sein sollen, darauff das mandat sine clausule erfolget, deme der herzogk billich geleben soll–h . Sonst votirt er auch dahin, das die ksl. Mt. zuersuchen, ob durch commissarien oder ander mittell die sachen in der gute aufzuheben, wo nicht, das es bei dem außtrage am cammergericht bleibe.

    (Nachmittag) [Rathaus]. Kfl. Räte. /89/ Mainz: Was heut vor eßens durch die hern bedacht, wehr durch mainzer cantzley ufs papir bracht. Stundt abzuhörn.

    Verlesung des Konzepts der kfl. Resolution zu Ernst von Mandesloe15. [1. Umfrage.] Trier: Helt concept der heutigen berhatschlagung gemes. Ob wol Sachsen und Brandenburg vermeind, es ihme, Mandeßloe, zum besten wol dahin zurichten, dz er zuverbitten bey Würtzburg, sey doch nicht aller seitz dahin geschloßen; treff sach Bamberg und fränkische veraynigten16 mit ahne.

    Köln: Dieweil vota nit gar einig gewesen und nicht wieder umgefragt worden, helt concept vor paßirlich; wer imperatori verkleinerlich, wz uff reichstag beschloßen also ohne satisfaction zu retractiren.

    /89'/ Pfalz: Het kein bedenckens, wo mit caesare dahin gehandelt, dz ihr Mt. solt underhandlen; leßts dabey; will sich von Brandenburg heutigs tags gegebens voto nicht sondern, dz caesar bey Wirtzburg intercedire, damit dieser17 nicht zu unmoglichen dingen gedrungen.

    Sachsen: Wiß heutige vota. Sey in ersten votis uff dem verschieben uf Reichs tag gestanden; weis nit anderst, dan dz die hern sich selbst mit einander verglichen, dz die underhandlung nicht zuverwerffen und dz vor konftigem Reichs tag, damit man nun nit wider hern thet, solt addirt werden, dz in mittelst handlung würdt beßerung schaffen.

    Brandenburg: Placet concept, doch der gestalt wie Sachsen gemelt. Dieweil man einig, Mandeßloë ein gnad zubeweisen, kont es durch underhandlung hiezwischen nechsten Reichs [tag] geschehen und deßen mit wenig worten in resolutione anregens beschehen.

    Mainz: Leßts bey dem wie es sich hern heut verglichen, nescit ad partem acta. Verschreyben ein echtern sey verkleinerlich. Addition halben der underhandlung woll er Trier und Coln hören.

    2. Umfrage. Trier: Man konn i[ne] mit so wenig worten wol gratificirn.

    /90/ Köln: Verschreyben sey heut nicht vor rhatsam erachtet; so müß man ein wenig reputation erhalten; leß[t] concept pleiben wie gefaßt.

    Pfalz: Dieweil hern zu frieden, dz Mandeßloe zur außonung kommen soll, konn man addition so hoch nit difficultirn.

    ŠSachsen: Sey nit der meinung, dz Mandeßloe zuverschreyben, allein des worts „underhandlung“ möcht man gedencken, vermahnen helff nicht allein.

    Brandenburg: Priora.

    Mainz: Sey zufrieden, dz die wort „underhandlung zupflegen“18 addirt werden.

    Ist also geendert.

    Mainz: Dz condische gesanten19 sich bey der mentzischen cantzley angezeigt unnd bey den churfursten umb audientz gepetten; die halten wiederum an. Stehe zubedencken, ob und wan sie gehort werden sollen. Begern audientz personlich oder bein rheten sampt oder sonder.

    /90'/ Trier: Hetten kein resolution von ihrm hern; wollens gesanten heim stellen, ob sie ihr anpringen itz vor den rheten oder bey den hern sampt oder sonder thun wollen.

    Köln: Haben von dieser legation nichts gewußt, drum auch kein befelch, müsten aber gesanten doch gehort werden.

    Pfalz: Wie wol sie kein befelch, jedoch dieweil hern die gelegenheit vieleicht nit wieder haben werd[en], mög man sie horn; kayser hab sie auch gehortt, so hab man sie zu Frankfurt20 auch gehort.

    Sachsen: Hat kein befelch; wils referirn. Werdt sich sein her resolvirn, ob er sie in der person oder sonst horen wol.

    Brandenburg: Sey breuchlich, dz sich gesanten zuvor bey den hern anzeigen; dz sey noch nit beschehen; wils referiren. Gedencke man aber eins andern, wollen sie sich nit sondern.

    Mainz: Verneme, dz man 2 meinung. Dieweil es nit geringe sach und gesante personlich audientz begern, placet, dz man es referir. Wz sich hern erklern zeit und orts halben, kon man gesanten antworten.

    Wardt geschloßen, dz mans referirn solt.

    /91/ Verlesung des Konzepts für das von den Kff. bewilligte Promotorialschreiben an den Kg. von Spanien zugunsten des Ebf. von Trier21. Trier: Wehr concept etwz ernstlicher zustellen. Wüsten doch nichts darzu zureden, ihr her zu Trier hett es dan gesehen; baten, deß verzugs kein vertruß zuhaben.

    ŠKöln: Wis nicht, ohs22 [!] die hern deß concepts mit einander verglichen oder nicht. Wol er concept seinem hern auch zaigen; wils Trier auch zusehen gonnen.

    Pfalz: Haben kein bedenkens im concept. Dieweil aber Trier deßen bedenkens, placet, dz Trier ersehe und verpeßer.

    Sachsen: Werd Saxen nit zu wieder sein, dz concept in optima forma gefertigt wie Trier begert. Würts nachgehents lesen und sich leichtlich verstehen.

    Brandenburg: Dieweil concept der abred gemes, placet. Steht im gleich, ob man es Trier verpeßern laßen wolle oder hie alßbaldt davon reden und die verpeßerung hie machen.

    /91'/ Mainz: Dieweil Trier communicationem begere, laßt er sichs gefallen. Wz sie darinne zu dilatirn, solt Mainz nicht zuwieder sein.

    Verlesung des Resolutionskonzepts betreffend die Klage des Gf. von Ortenburg gegen den Hg. von Bayern23. [1. Umfrage.] Trier: Placet concept.

    Köln: Leßt es gleichfals dabey.

    Pfalz: Sorgt, gute werdt nicht verfangen. Man sey der sachen heut nicht einig, sonderlich der question facti. Man befihle graffen24 nichts neus, wan man im sagt, captivos zu relaxiren. Item sey iuris, dz attentata revocirt werd[en]. Solt doch diß hoflich geschehen, damit herzog nit vorn kopff gestoßen.

    Sachsen: Hetten sich einer zweyten umbfrag versehen. Fall nit allein alter stritt vor, so in camera hang, sonder auch ime25 alle gud[er] zu Mattikoven bey diesem tag genommen. Soll cammera lauff gelaßen; dieweil die ding hiemit ko[mmen] [?] weidleuffig gedisputirt werden könt, solt caesar, qua [ra]tione poßet, bavarum vermögen, dz dem rechten sein /92/ lauff gelaßen, mandatis parirt, captivi relaxirt, spoliata restituirt unnd underthanen wieder religion frieden nicht beschwerdt werden.

    Brandenburg: Uf alte attentata sey geklagt in camera; uf neue bey diesem tag geschehen, sey hie geklagt. Sey concept berhatschlagung gemes, allein dz neben gutlicher handlung dem Ks. auch underhand geben würde, dz dabey restitutio begert und paritio mandatorum urgirt solt werden; leßt sich doch dz mehr gefallen. Mainz: Verneme, dz man in deme einig, caesarem umb gute zuersuchen. Wehr gleich wol nit ohn, dz man heut auch geredt, dz ad speciem zugehn, welches aber von etlichen nicht approbirt. Stehe cognitio definitiva, ob bavarus zu pariren schuldig, apud cammeram iudicium ab invicem ibi terminari ubi susceptum, sollen kein rescripta gelten. Sein her werdt es nicht thun konnen, dz er dem recht sein lauff nemme. Wen sach nit hing in camera, sonder graff Šmandata beym caesare außpracht, möcht man etwas thun, dieweil caesar cum cammera concurrentem iurisdictionem hab und sola facti veritate inspecta procediren mög sine strepitu iudiciario.

    /92'/ [2. Umfrage.] Trier: Müßen gedenken, dz sie weiter nit dorffen gehn als sie befelcht. Glauben grafen und bavaro [?] mehr. Man soll rech[t]en sein lauff laßen; werd paritio nachmaln uferlegt, werd er pariren müßen.

    Köln: Wan caesar comißarios ordne, werd der sachen wol geholffen werden uff beschehene erpieten und gegenbericht. Wir kon[nen] nicht iudices sein; camera het sonst nichts mehr [zu] thun. Hern thun an der commiss[ion] genug.

    Pfalz: Man involvir den ha[n]del, der an sich selbst richtig. Man dorff nichts newes befellen; camergericht habs albereidt mandirt. Ortenberg hab in simili contra Beyrn ein urtheil erhalten. Solt sach zur vergleichung kommen laßen, dz parirt würde, es thue es kein confessions verwanter.

    Sachsen: Ortenberg hab der alten und anderer sachen halben klagt, nemlich deß spolii halben. Ersten punctens halben las man sich wol weißen, ob bayr pariren soll. Dz ander aber belangent, videlicet spolium, dz sey ein ander fall, under den mandatis nicht begriffen; darunder solt man caesari bedenken geben, dz nemlich zuvorderst spolium restituirt und darnach gute vorgenommen.

    /93/ Brandenburg: Wan man in causa spolii sey und etwz mandirt werde, soll man in summa pariren; sey dieses ein spolium, sey mandatum sine clausula. Het caesar bavarum zumanen, dz er iustitie genug thet. Deß letzsten zugrifs halben, der fall sey noch nit in camera anhengig, drum konne es umb so viel mehr bey caesare gesucht werde[n]. Werdt seltzam ansehens haben, mit außgezohenem mantel [?] zuwehren [?] 26. Will sich doch nicht absondern.

    Mainz: Hetten ihre befelch angezaigt, dz Mainz bedenkens, ichts in specie anzuregen. Graf het sonst hie sententiam [?] definitivam, alle rescripta contra pendente lite seyen ipso iure nulla. Im fall graff meher theils seiner guter spoliirt, wehr es wohl ein w[eg], dz sich caesar der sachen anneme mit desto mehren ernst; mocht ergo add[irt] werden, dz caesar commißarios salva lite verordnet, item addendo, da auch hertzog graffen erst ufs neu spoliirt, solt er restitution th[un], doch dieweil Trier und Coln sich nicht resolvirt und sach wichtig, wollen Mainz noch einmahln umbfragen, damit man gleich stimmig und einhellig votum habe.