Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Kurfürstentag zu Regensburg 1575
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Abteilungsleiterin

Vorwort der Abteilungsleiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Archivalien und Handschriften

Archivalien und Handschriften

Gedruckte Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Literatur

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Einleitung

A) Proposition

B) Kurfürstenratsprotokoll

C) Akten zur Wahl

C) Akten zur Wahl

  • Vorbemerkung
  • Nr. 23 Vollmacht Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 19
  • Nr. 24 Instruktion Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 20
  • Nr. 25 Bericht über den Einzug des Kaisers und der Kurfürsten in Regensburg (1575 Oktober 3–7)
  • Nr. 26 Revers Kaiser Maximilians II. für die Kurfürsten wegen der Anwesenheit anderer Fürsten und Gesandtschaften während der Wahl, Regensburg 1575 Oktober 14
  • Nr. 27 Kaiser Maximilian II. an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 17
  • Nr. 28 Kurfürst August von Sachsen an Kaiser Maximilian II., Regensburg 1575 Oktober 18
  • Nr. 29 Erklärung Kaiser Maximilians II. zur Vertagung der Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 30 Bedenken Kurfürst Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 31 Bericht über die Verhandlungen des Kaisers mit den weltlichen Kurfürsten und Pfalzgraf Ludwig betreffend die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea (1575 Oktober 15–22)
  • Nr. 32 Einladung des Erzbischofs Daniel von Mainz an seine Mitkurfürsten (hier: an Kurfürst August von Sachsen) zur Wahl eines römischen Königs, Regensburg 1575 Oktober 22
  • Nr. 33 Proklamation König Rudolfs II. als erwählter römischer König, [Regensburg 1575 Oktober 27]
  • Nr. 34 Wahldekret für König Rudolf II., Regensburg 1575 Oktober 27
  • Nr. 35 Wahlkapitulation König Rudolfs II., Regensburg 1575 November 1
  • Nr. 36 Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1)
  • Nr. 37 Bestätigung der Rechte und Privilegien der Kurfürsten (hier: des Kurfürsten August von Sachsen) durch König Rudolf II., Regensburg 1575 November 2
  • D) Religionsbeschwerden

    E) Akten zur Nebenhandlung

    E) Akten zur Nebenhandlung

  • Vorbemerkung
  • Nr. 44 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 45 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 46 Resolution Kaiser Maximilians II. zur Einberufung eines Reichstags, präs. 1575 Regensburg November 1
  • Nr. 47 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 48 Instruktion der Kurfürsten für Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg zum Wahltag in Polen, Regensburg 1575 Oktober 28
  • Nr. 49 Rede der kurfürstlichen Gesandten Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg vor den polnischen Ständen, [beschlossen Regensburg 1575 Oktober 28]
  • Nr. 50 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 51 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 52 Supplikation der wendischen Städte an die Kurfürsten, präs. Regensburg 1575 Oktober 19
  • Nr. 53 Vortrag Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskau,[ präs. Regensburg 1575 Oktober 24]
  • Nr. 54 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Gesandtschaft nach Moskau, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 55 Bedenken der kurfürstlichen Räte zur Gesandtschaft nach Moskau, Regensburg 1575 November 3
  • Nr. 56 Resolution der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg zum geplanten Kriegszug des Pfalzgrafen Johann Casimir nach Frankreich, Regensburg 1575 Oktober 29
  • Nr. 57 Schreiben der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 30
  • Nr. 58 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zu Ernst von Mandesloe, Regensburg 1575 Oktober 31
  • F) Supplikationen

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    « ŠNr. 36  Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1) »

    Am Morgen des 27. Oktober Zusammenkunft der Kff. und des Pfgf. auf dem Rathaus; anschließend gemeinsamer Zug zum Dom. Zelebrieren der Messe durch den Ebf. von Salzburg, Abwesenheit der weltlichen Kff. und des Pfgf. während des Abendmahls. Wahleid der Kff., Wahlkonklave und Wahl Kg. Rudolfs zum röm. Kg. nach den Vorgaben der Goldenen Bulle. Mitteilung über die erfolgte Wahl an Ks. Maximilian II., der sich daraufhin zum Dom begibt. Danksagungen, Glückwünsche und Mahnreden des Ks. Erhebung Kg. Rudolfs auf den Altar und Proklamation als röm. Kg. und künftiger Ks. vor dem versammelten Volk. Begleitung von Ks. und Kg. in ihre Herbergen.

    Am Morgen des 1. November Zusammenkunft der geistlichen Kff. im Dom; Kg. und Ks. werden von den weltlichen Kff. und anderen Ff. und Gesandten in einer feierlichen Prozession zum Dom begleitet. Einleitende Gebete und Zeremonien; Präsentation der Reichskleinodien. Zelebrieren der Krönungsmesse durch den Ebf. von Salzburg [oder den Ebf. von Mainz], Abwesenheit der weltlichen Kff. und des Pfgf. während des Abendmahls. Befragung und Eid des Kg., Salbung, Einkleidung mit dem Krönungsornat und Übergabe der Insignien. Krönung. Eidesleistung. Thronsetzung. Glockengeläut und Kanonensalven.

    Nach Beendigung der Messe feierliche Prozession der Teilnehmer vom Dom zum Rathaus; Auswurf der Krönungsmünzen. Auf dem Platz vor dem Rathaus Zubereitung eines gefüllten Ochsen und Ausschank von rotem und weißem Wein aus einem Brunnen. Vorbereitungen für die Verrichtung der Erzämter (Handwaschbecken und Handtücher für den Kf. von Brandenburg als Erzkämmerer; Haferhaufen für den Kf. von Sachsen als Erzmarschall; Küche mit Speisen für Pfgf. Ludwig als Vertreter seines Vaters und Erztruchsess) und für das Bankett im großen Saal des Regensburger Rathauses.

    Nach Ankunft der Prozession Verrichtung der Erzämter durch die Kff. und ihre Vertreter. Festmahl im großen Saal und in den Nebenräumen des Rathauses. Begleitung von Ks. und Kg. in ihre Herbergen.

    StA Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Krönungsakten 9, fol. 1–16 (Or., wahrscheinlich verfasst von den Nürnberger Krongesandten) = Textvorlage.1

    ŠEin kurze beschreibung, mit waß proceß und ordnung

    die wahl deß röm. königs Rudolphi 2. etc. in anno 1575, den 27. Octobris

    ist vorgenohmen und volendet worden2

    /1/ Am Donerstag, den 27. Octobris, welcher ist geweßen der abendt Simonis & Judae apostolorum, sind die 5 churfürsten Mainz, Thrier und Cölln, chur Sachsen und chur Brandenburg und dann deß churfürsten pfalzgraf Fridrichs sohne, pfalzgrav Ludwig etc., alß hochermeltes seines herrn vatters gewalthaber selbst persönlich ungefehr umb 7 der kleinen uhr auf dz rhathaus gezogen mit allem ihrem hofgesindt aufs herrlichst bekleidet, und haben ihnen die churfürsten ihre churfürstliche schwerdt in den schaiden, mit vergüldten und silberen gahr herrlich beschlagen, vorführen lassen. Daselbst auf dem rhathaus haben sie ihren churfürstlichen habit angethan3 und seindt darnach in ihrer Šordtnung in den thumbstifft alhier gezogen, daselbst vermög der guldenen bull die ordentliche wahl fürzunehmen4.

    In dem nun die churfürsten allesambt, auch dem [!] könig zu Böheimb Rudolpho5, in den chor des thumbstifts kommen, haben sie ihre gebürendte session oder standt eingenommen6, welche nach altem herkommen und gebrauch, und wie mann sy zuvor in der statt Franckhforth zuverrichten und zubereitten pflegt, mit chöstlicher tapecerey, auch guldenen tuech behengt und geziert gewest. Daselbst im thumbstift ist der ertzbischof zu Salzburg7 in seinem potifical angethan erschinen und /1'/ erstlich angefangen, daß „Veni sancte spiritus“ zusingen, welches die ksl. cantorei vollents hinauß gesungen und der ertzbischof mit gewohnlicher collecten daselbst beschlossen. Alßbalden zu anfangs solches gesangs sindt die churfürsten alle aus ihren stüelen gangen, vor den hohen altar im chor neben einander in ihrer ordtnung nider gekniet und also biß zum beschlus des gesangs khnient bliben, aber ihr schwerdter in den verguldten schaiden haben sye ein jeder vor seinem stuel und platz, da er gestandten ist, ligen lassen. Nach vollendung dieses gesangs hat mann angefangen, das ambt oder die mess „De sancto spiritu“ nach vermög der guldenden bull zusingen, Šund hat der ertzbischof zu Saltzburg die meß gehalten, die ksl. cantorei das ambt durchaus herrlich gesungen. Alßbaldt nach anfang der meß sindt die zween weltliche churfürsten Sachßen und Brandenburg sambt dem pfalzgrav Ludwigen (alß der augspurgischen confeßion verwandte) auß dem chor abgetretten, doch ihr jeder sein schwerdt, wie vorgemeldt, bey seiner seßion oder standt ligen lassen, und haben sich also mitler weil und biß die meße vollendet gewest in dem conclav (darinnen nachmals die wahl geschehen) beyeinander enthalten. Nach volbrachter meß sindt die weltlichen churfürsten sambt dem pfalzgrav Ludwigen an statt seines herrn vattern wider auß dem conclav in den chor gangen, [haben] ihre vorige standt und seßion eingenommen und alß der ertzbischof von Salzburg /2/ abermahls daß „Veni sancte“ angefangen, seindt die churfürsten allesambt widerumb, wie zuvor im anfang, vor dem altar nidergekniet und biß zum ende des gesangs knient bliben.

    Nachmalß hat der churfürst von Maintz alß des röm. Reichs ertzcanzlar etc. den andern churfürsten allen und einem jeden insonderheit den aidt, wie dersselbig in der guldenen bull begriffen, fürgeleßen; er auch letzlich denselben selbst geschworen8. Und laut derselbige aidt von wort zu wortten also: „Ich N.N. schwöre zue dem hl. evangelio hiergegenwertig vor mir ligent, das ich durch den glauben und die treu, damit ich Gott und dem Hl. Röm. Reich verstrickht und verbundten bin, nach aller meiner vernunfft und verstendtnus mit der hilf Gottes wehlen will ein weltlich haubt dem christlichen volckh, das ist einen römischen könig zum könftigen keyser zuerheben, der darzue geschickht und tüglich sey, so weit mich meine sinnen und vernunft weißen, und nach obberierten meinen glauben und trew mein stim und wahl geben will ohne geding, lohn oder gab oder verheisung derselben oder welcher massen solches möchte genant werden, alß mir Gott hilft und das hl. evangelium.“9 In solchem schwören haben die geistliche churfürsten ihre rechte handt auf die brust, die weltlichen aber auf das hl. evangelium gelegt.

    /2'/ Nachdem nun obbeschribner massen der aidte von denen churfürsten allen geschworen, seindt sie widerumb in ihre stüele gegangen, und hat der ertzbischof angefangen zuesingen den hymnum „Veni creator spiritus etc.“, die ksl. cantorei denselben gahr aus gesungen, und nach volbrachtem hymno sindt die churfürsten sambt dem könig zu Böheimb etc. aufgestandten und Šihrer ordtnung in das conclav gangen10, welches auch alßbaldt nach ihnen verspört und zuegeschlossen worden, und haben die churfürsten die schlüßel zue der statt Regenspurg thoren in einem thriechelein11 zu sich in daß conclav genohmmen und biß nach vollendung der wahl behalten. Daselbst in dem conclav haben die churfürsten nach ordnung der guldenen bull den königa zue Böheimb Rudolphum mit einhelliger stim12 und wahl zue einem römischen könig und zum khönftigen keyßer in dem nahmen Gottes frey erwehlt13.

    ŠNach beschehener wahl haben die churfürsten zue der röm. ksl. Mt. in ihren pallast geschickt14 und ihrer Mt. anzeigen lassen, daß sie die wahl eines röm. königs und zuekönftigen keyßers nach ordtnung der guldenen bull vollbracht und beschlossen; wehre darauf ihr undterthenigstes vleißigs bitten, ihr ksl. Mt. wolte unbeschwerdt sein, zue ihnen in den thumbstift zu kommen, alda die eröfnung der gethanen wahl anzuhören und /3/ ferrner darauf waß sich gebüert handtlen und beschließen zu helfen. Auf solche bitt und ersuechung hat die ksl. Mt. solch der Kff. begehren bewilligt, sich auch alßbaldt aufgemacht und hinumb in den thumbstift in einem sessel tragen lassen, und ist ihr ksl. Mt. durch die herrn des rhats unter dem himmel, auch sonsten die fürsten und andere herrlich begleidet worden15. Alß nun die ksl. Mt. in den thumbstift khommen, sindt die churfürsten in ihrer ordtnung und kfl. klaidung biß zue der kirchenthüer ihrer ksl. Mt. entgegen gangen. Alda hat ihre Mt. ihnen allensambt die handt gebotten und sich nachmals in den chor tragen lassen, daselbst ihren ksl. habit angethan, und haben die Kff. ihrer ksl. Mt. die ksl. cleinoth und insignia fürgetragen und sindt also miteinander in daß conclav gangen. Daselbst ist ihrer ksl. Mt. durch den churfürsten zu Maintz angezaigt worden, wie das er und seine mitchurfürsten die kgl. Würden zue Boheimb Rudolphum, ihrer ksl. Mt. sohn, nach ordnung der guldenen bull mit einhelliger stimb und wahl zue einem röm. könig und zukönftigem keyßer erwehlet haben, mit underthenigster bitt, ihre ksl. Mt. wolte ihr solche wahl allergnedigst gefallen /3'/ lassen und dieselbig confirmiren und bestettigen.

    ŠDarauf hat die ksl. Mt. in einer gar ziehrlichen und ausführlichen rede sich gegen den churfürsten erclehret, daß ihr Mt. ob der beschehenen wahl nicht allein wol zuefriden und ein sonders gefallen truegen, sondern sye thete sich auch gegen den churfürsten deß geneigten günstigen und freundtlichen willens allergnedigst bedanckhen, mit erbietung, solches gegen ihnen, den churfürsten, mit allen gnaden zuerkhennen. Ihr ksl. Mt. haben auch ferrner die churfürsten gantz gnediglich ermahnet und gebetten, nachdem nun die verwaltung und administration deß Röm. Reichs sonderlich bey solchen gantz schweren und gefehrlichen leuften und zeiten ein unüberschwengliche grosse bürden auf ihm truege und der jezt erwehlte römische könig, ihrer Mt. geliebter sohne, des alters halben noch jung16, das sie, die churfürsten, ihme mit getreuem hilf und beystandt, mit rhat und that nicht verlassen wolten, gleichsfals wehre ihre ksl. Mt. nach ihrem höchsten vermögen zuethuen urbietig und willig. Und haben ihre ksl. Mt. sich darauf zue dem neu erwöhlten römischen könig, ihren sohn, gewiedmet, denselben gantz freundt- und vetterlich angesprochen und ihme erstlich zue der angenohmenen /4/ hochheit und wirdigkeit der administration des Römischen Reichs von Gott dem allmächtigen glickh und heil gewinschet und ihn vermahnet, dieweil ihm solche bürden sonderß zweifels aus sonderbahrer schickhung Gottes aufferlegt, das er sich derselben nit verwidern, sondern mit danckhsagung annehmen und Gott umb gnadte bitten soll etc. Ihre ksl. Mt. haben ihne auch ferrner vermahnt, in solcher administration allein Gott und die gerechtigkeit vor augen zuhaben und des Römischen Reichs wolfarth zum besten zuebefördern, darzue dann ihre ksl. Mt. sambt den churfürsten allen ihme getrewe hilf und beystandt laisten und erzaigen wolten. Solche glückhwinschung und vermahnung hat der neuerwehlte könig mit gar khindtlicher reverenz und ehrerbietung, auch vleißiger danckhsagung angenommen und sich erbothen, dieser vetterlichen vermahnung mit höchstem fleiß nachzukommen und dieweil er für sein person sich zue solcher bürden und hochheit viel zue gering und zue wenig erkhenne, so wol er sich der gnaden Gottes, auch seines geliebten herrn vatters und der churfürsten aller hilf und beystandts, ihrem gnedigsten erbiethen nach, ungezweifelt getrösten, auch darneben an allem seinem müglichen fleiß nichts erwinden noch ermanglen lassen17.

    ŠDarauf die churfürsten ihme nacheinander glückh /4'/ gewinscht, und nach solcher glückhwinschung ist die ksl., auch die kgl. Mt. sambt den churfürsten auß dem conclav in den chor heraußgangen, und hat die ksl. Mt. sich in ihren stuel, welcher auf das herrlichst zuegericht gewest, nidergesezt. Die kgl. Mt. ist vor den altar gangen, daselbsten auf dem obristen staffel nidergekniet, die 6 churfüersten, deren zue jeder seiten 3 nach der ordtnung gestandten, haben ihre kgl. Mt. miteinander aufgehebt und auf den altar gesezt. Nachmahlen hat mann angefangen, das „Te Deum laudamus“ aufs herrlichst und frölichst zuesingen, darzwischen hat mann auch alle glockhen geleutet und des grosse geschütz auf den pasteyen abgehen lassen.

    Nach vollendung desselben haben auch alle trompeter und hörpauckher sich weidlich hören lassen, das es in der kirchen gewaltig erschollen. Nach dieser frolockhung haben die churfürsten miteinander die kgl. Mt. widerumb von dem altar herab gehoben, und hat sich die ksl. Mt. in ihren sessel von ihren stuel auß dem chor herauß in die kirchen tragen lassen, alda ein hohe bühn mit prettern aufgemacht gewest, auch der ksl. und kgl. Mtt., darzue auch den churfürsten ihre seßiones, wie solches einem jeden gebürt, /5/ verordnet, aufs herrlichst geschmuckht und geziehrt gewest. Von derselben bühn herab gegen dem volckh, welches in grosser meng und in grossem gedreng versamlet gewest, ist der new erwöhlte könig offentlich proclamirt und alß ein römischer könig und zuekunftiger keyßer außgerueffen und verkhündigt worden18. Nach solchem haben die trompeter und hörpauckher widerum angefangen zueblaßen und zueschlagen, und ist nach diesem allen die röm. ksl. Mt. in ihren sessel wider auß der kirchen getragen und durch die kgl. Mt., auch alle chur- und füersten under dem himmel in ihre ksl. Mt. herberg begleitet worden, daselbst ihre ksl. Mt. ihnen allen die handt gebothen und ihnen anheimbs zueziehen erlaubt hat. Die churfürsten haben in dem kfl. habit und ornat die kgl. Mt. auch in ihre herberg begleitet und nachmals ein jeder auch in sein herberg gezogen19. Und ist also solche wahl glückhlich und wohl vollendet worden20.

    könig und zukhünftigen keyßer ist gekhrönt worden21

    /5'/ Am ersten tag deß monats Novembris im selbigen jahr 1575, ist gewest der tag omnium sanctorum; zue morgens umb 7 der kleinen uhr sindt die 3 geistlichen churfürsten Maintz, Trier und Cölln, ein jeder in seinem churfürstlichen habit, auß ihrer herberg in den thumb gezogen, alda in der sacristey ihre pontificalia (ausserhalb deß von Cöln, welcher kein geweyheter priester gewest) angelegt und daselbst der röm. ksl. und kgl. Mtt. ankhunft erwartet. Die weltlichen zwen churfürsten aber, alß Sachsen und Brandenburg, auch in ihrem kfl. klaidt, und Pfgf. Ludwig, des churfürsten sohn, an statt seines herrn vatters und alß desselben anwaldt und bevelchhaber, in seiner gewöhnlichen klaidung, deßgleichen auch die andern anweßende fürsten, graven und herrn, auch andere potentaten, gesandte und potschafften haben sich sambt allen ihren dienern und hofgesindt zue der röm. kgl. Mt. in desselben herberg im winckhel gegen der thumbkirchen über verfüegt, daselbst ihrer kgl. Mt. auf den dienst gewartet und volgents ihrer kgl. Mt. hinüber in des bischofs hof, da ihr ksl. Mt. zur herberg gelegen, begleitet. Und ist die kgl. Mt. gahr herrlich begleitet geweßen und mit rothem atles, samet und güldenem stuckh, ihr Mt. haben auch die böhemische cron alß ein könig desselben reichs aufgetragen. /6/ (Bey dießer beschreibung geschiehet auch meldung der protestation, so nicht allein die statt Franckhfort wegen der wahl, alß die vermög der guldenen bull daselbst celebrirt werden soll22, sondern auch die statt Aach wegen der Šcrönung, so ingleichem daselbst vorgenohmen werden soll23, eingewendet haben.) 

    Alß nun die kgl. Mt. sambt der weltlichen chur- und fürsten etc. bey der ksl. Mt. in ihrem palatio erschinen, haben ihr ksl. Mt. sich alßbalden aus ihrem Šgemach herabtragen [lassen]. Daselbst hat sich der ksl. und kgl. Mtt. hofgesindt sambt den weltlichen fürsten, graven und herren in ihre gebürende ordnung gestelt, und haben die 3 weltlichen churfürsten die ksl. insignia und cleinoder24, alß nemlich der pfalzgraf auf der rechten handt den guldenen apfel, auf der linckhen seiten der churfürst von Brandenburg das scepter und in der mitten der churfürst von Sachßen dz blosse schwerdt der ksl. Mt. vorgetragen, welche alle zue fues gegangen. Auf dieselben haben ihr ksl. Mt. sich unter dem himmel in einem sessel tragen lassen, und ist zu nechst neben ihrer ksl. Mt. die kgl. Mt. zur linckhen handt beneben (doch ein wenig hinter sich) gefolgt, und nach dießem allen das ander hofgesindt sambt /6'/ einer grossen meng volckhs hinten nachgangen25.

    In solcher ordnung ist mann in den thumbstift gangen, daselbsten seindt die 3 geistlichen churfürsten sambt den bischofen und ganzer clerisey in einer herrlichen proceßion der keyßer- und kgl. Mtt. biß zue der kirchthier entgegen gangen, und hat der ertzbischof von Salzburg alß verordneter consecrator26 mit Šdiesem versiculum die kgl. Mt. empfangen und gesagt: „Adiutorium nostrum in nomine Domini“. Die andere bischöf und clerisey haben geantworttet: „Qui fecit coelum et terram.“ Salzburg widerumb: „Sit nomen Domini benedictum“. Clerisey: „Ex hoc nunc et usque in saeculum.“ Salzburg widerumb ein collecten geleßen „Omnipotens etc.“. Nach volbrachter collecten seindt die geistlichen in ihrer proceßion gegen den chor fortgangen, darauf die ksl. Mt. mit den geistlichen churfürsten begleitet, nach derselben die weltlichen churfürsten. Die kgl. Mt. aber hat sich vor dem chor altar auf die erden, alda ein köstlicher schöner teppich nach der lenge aufgebraitet geweßen, creutzweiß mit ausgespanten armen nidergelegt, der ertzbischof von Salzburg den vers gesprochen: „Domine salvum fac regem“; die clerisey geantwortet: „Et exaudi nos in die qua invocabimus te.“ Darauf die collecten von dem erzbischof gesungen worden: „Domine qui scis etc.“ und dann ein andere collecten „Omnipotens sempiterne Deus etc.“ /7/ In deßen, und biß also mit hirvor geschribnen gebeten der anfang gemachet worden, haben die 3 weltlichen churfürsten der ksl. Mt. mit den ksl. cleinodien und insignien auf den dienst gewarttet. Nach vollendtem gebet und collecten haben die geistliche churfürsten und der bischof die kgl. Mt. von der erden wider aufgehebt und sie in ihren verordneten stuel (welcher gleichfals herlich zuegerüst gewest) geführt und daselbst nidergesezt. Nachmals haben auch sie, die geistlichen Kff., ihre verordnete seßiones eingenohmmen, und hat die ksl. Mt. die weltlichen churfürsten auch abtretten lassen, welche alßdann die ksl. cleinodt und insignia ihren unter officiren uberantworttet. Dieselben haben sie, so lang dieser actus gewehret und biß die Kff. selbst dieselbigen wider von ihnen zue sich genommen, vorb der ksl. Mt. stuel mit gebührender reverenz stehent gehalten. Deßgleichen sindt auch die andern weltliche fürsten, ein jeder seinem standt nach, in ihren verordneten stuel und seßion gestandten.

    Darauf hat der ertzbischof von Salzburg daß ambt der meß angefangen, in seinem meßgewandt für den altar niedergekhniet, daß „Confiteor“ gesprochen, welchen die andern 2 bischof, Regenspurg und Lübeckh, ministrirt und beederseits auf den dienst gewartet. Nach solchem seindt die weltlichen chur- und fürsten, soviel derselben der augspurgischen confeßion verwandt, mit gebührender reverenz gegen der röm. ksl. und königlichen Mtt. auß ihren stüelen abgetretten und solang aussen bliben /7'/ biß das ambt der meß gar vollendet Šgeweßen27. Die andern aber, welche der bäbstlichen religion zuegethan, sindt mit grosser andacht und allen derselben ceremonien gebliben, biß zum ende verharret und darbey alles daß verrichten helfen, was sich catolischer gebrauch und ordnung nach gebühret. Under dem ambt der hl. meß ist durch der röm. ksl. Mt. cantorey auf das herrlichste gesungen worden28.

    Nach verrichter meß und gesang ist die kgl. Mt. in ihren stuel oder standt aufgestandten, den kgl. mantel von sich gelegt, darunter sie ein rothen langen atleßen rockh gehabt, und ist volgents durch die geistliche Kff. für die staffel des altars geführt worden. Daselbst hat ihre kgl. Mt. sich abermahls wie zuvor creuzweiß auf die erden nidergelegt, und ist die litaney von 2 priestern zuesingen angefangen und allweg durch den chor oder die cantorey geantwort worden. Alß mann nun in solchem gesang an das ohrt vor den könig zubitten kommen ist, hat der ertzbischof von Salzburg, welcher das ambt gesungen, seinen bischoflichen stab in handt genommen und nachfolgende vers selbst gesungen: „Ut famulum hunc tuum Rudolphum in regem eligere digneris; et eum benedicere, sublimare et conservare digneris; et eum ad regni et imperii fastigium feliciter perducere digneris.“ Darauf der chor allzeit geantworttet: „Te rogamus, audi nos.“

    Nach volbrachter litaney hat mann die kgl. Mt. von der erden wider aufgehaben, und sich der bischof vor dem altar umbgewendet, ihre kgl. Mt. vor dem altar stehendt auf nachfolgende articul in lateinischer /8/ sprach gefragt: „1. Vis sanctam fidem catholicam a viris sanctis traditam tenere et operibus iustis servare?“ Rex respondit: „Volo.“ Episcopus: „Vis sanctis ecclesiis exclesiarumque Šministris fidelis eße tutor et defensor?“ Rex: „Volo.“ Episcopus: „Vis regnum a Deo tibi conceßum secundum iustitiam praedeceßorum tuorum regere et efficaciter defendere?“ Rex: „Volo.“ Episcopus: „Vis pauperum et divitum, viduarum et orphanorum aequus esse iudex et pius defensor? Rex: „Volo.“ Episcopus: „Vis sanctissimo in Christo patri et domino romano pontifici et sanctae romanae ecclesiae subiectionem debitam et reverentiam exhibere?“ Rex positis duobus digitis manus suae dextra[e] super altare dixit: „Volo et in quantum divino fultus fuero adiutorio et precibus fidelium christianorum adiutus fuero, omnia promissa fideliter adimplebo, sic me Deus adiuvet et sancta Dei evangelia.“

    Alß nun solcher eide vollendet, hat der bischof weiter sich zue den churfürsten, fürsten, auch der ganzen geistlichkeit und dem umbstehenden gegenwertigen volckh gewendet und in lateinischer sprach also gefragt: „Vultis tali principi et rectori vos subiicere ipsiusquec regnum firmare, fide stabilire acque iußonibus illius obtemperare? iuxta apostolum[:] Omnis anima potestatibus sublimioribus subiecta sit, sive regi tanquam praecellenti.“ Ad quam quaestionem domini archiepiscopi moguntinensis, trevirensis, principes electores Alemaniae respondentes dixerunt: „Fiat, fiat, fiat.“ Nach solchem hat die kgl. Mt. sich abermals auf den teppich nach der leng nidergelegt, und hat der ertzbischof nachfolgenden seegen über ihre kgl. Mt. gesprochen: „Benedic domine hunc regem nostrum.“

    Nach solchem gebet hat sich die kgl. Mt. widerumb auf- /8'/ gerichtet, und hat ihr Mt. der ertzbischof gesalbet mit dem geweyheten öhle, erstlich auf den haubt uber die schaidel, darnach auf der brust, item über die schultern und an den gelenkhen beeder arm, und hat darzue gesprochen: „Pax tibi.“ Der chor aber oder die clerisey hat geantworttet: „Et cum spiritu tuo.“ Der ertzbischoff weiter gesprochen: „Ungo te in regem de oleo sanctificato in nomine patris et filii et spiritus sancti. Amen.“ Unter solcher salbung hat der chor gesungen die antiphon „Unxerunt Salomonem“. Darnach hat der erzbischof ihr kgl. Mt. auch die händt inwendig an den ballen gesalbet und geschprochen: „Ungantur manus istae de oleo sanctificato, uti uncti fuerunt reges et prophetae, et sicut Samuel unxit David in regem, ut sisd benedictus et constitutus rex in regno isto super populum istum, quem dominus Deus tuus dederit tibi ad regendum et gubernandum, quod ipse praestare dignetur, qui vivit et regnat in saecula seculorum.“ Und nach solcher salbung hat der chor widerumb gesungen die antiphon: „Unxit te Deus etc.“

    Nach volbrachter salbung hat mann die kgl. Mt. in die sacristey geführt, und ihrer Mt. capelan haben mit einer gar schönen reinen woll das angesalbte öhl widerumb abgewischt. Darnach hat mann ihr kgl. Mt. daselbsten in der sacristey angethan mit eines diaconi rockh und kleidung ohne mantel oder meßgewandt, und ist ihre Mt. in solchem leviten rockh widerumb herauß in die Škirchen kommen in ihren sitz bey dem altar, und hat der ertzbischof widerumb angefangen über ihre kgl. Mt. zubetten unterschidliche precationes. Nach vollendung solcher gebet, und dieweil die kgl. Mt. noch vor dem altar gekhniet, hat der ertzbischof zu ferrnerer vollführung der angefangnen meß die praefation mit anhangenden worten gesungene: /9/ „Per omnia secula seculorum.“ Darauf hat der chor geantwort: „Amen.“ Und darauf der erzbischof daß „Deo gratia etc.“ gesungen, auch underschidliche benedictiones gesprochen.

    Nach solchem gebet und seegen, und alß die kgl. oder ksl. insignia oder cleinoder auf der linckhen seiten neben dem altar ordentlich auf einem tisch ligent albereit vorhanden gewest, haben die 3 geistliche churfürsten derselben ains nach dem andern in die handt genommen und der kgl. Mt. überantworttet, und erstlich ein blosses schwerdt in die handt gegeben, darzue der ertzbischof diese lateinische wort gesagt: „Accipe gladium per manus episcoporum licet indignas, vice tamen et authoritate sanctorum apostolorum consecratas, tibi regaliter impositum nostraeque benedictionis officio in defensionem sanctae Dei ecclesiae divinitus ordinatum; et esto memor, de quo psalmista prophetavitf dicens (under dießen wortten haben die churfürsten der kgl. Mt. daß schwerdt in die schaiden gesteckht und an die seiten gehenckht): Accingeg gladio tuo super femurh tuum potentissime, et in hoc et per eundem vim aequitatis exerceas, iniquitatis molem potenter destruas et sanctam Dei ecclesiam eiusque fideles propugnes, protegas, nec minus in fide falsus quam christiani nominis hostes exerceas et destruas, viduas et puppillos clementer adiuves ac defendas, desolata restaures, restaurata conserves, ulciscaris iniusta, confirmes bene disposita, quatenus haec [in] agendo virtutumi triumpho gloriosus, iustitiae[que] cultu egregius, cum mundi salvatore (cuius typum geris in nomine) sine fine merearis regnare, qui cum patre et spiritu sancto vivit et regnat Deus in secula seculorum. Amen.“

    Alß nun die kgl. Mt., alß wie obsteth, mit dem schwerdt umbgürt gewest, ist ihrer Mt. auch ein herrlicher köstlicher /9'/ mantel angelegt und ein ring an die handt gesteckht und latein diese wort darzue gesprochen worden: „Accipe regiae dignitatis annulum et per hunc catholicae fidei cognosce signaculum, et ut hodie ordinaris caput et princeps regni et populi, ita perseverabilis auctor et stabilitor christianitatis et christianae fidei fias, ut felix in opere cum rege regum glorieris per aevum, cui est honor et gloria per infinita secula seculorum.“

    Darnach hat mann ihrer kgl. Mt. auch den scepter in die handt gegeben und diese wort gesprochen: „Accipe virgam virtutis et aequitatis, qua intelligas mulcere pios et terrere reprobos, errantibus viam pandere, lapsisque manum porrigere, disperdas superbos et releves humiles, et aperiat tibi ostium dominus ŠDeus noster, qui de se ipso ait: Ego sum ostium, per me si quis introierit, salvabitur. Et ipse est clavis David et sceptrum domus Israel, quij aperit, et nemo claudit, claudit et nemo aperit, sitque tuus ductor, [qui] educit vinctum de domo carceris sedentem in tenebris et in umbra mortis, utk in omnibus sequi merearis euml, de quo propheta David cecinit: Sedes tua, Deus, in seculum seculi, virga aequitatis virga regni tui. Et imitando ipsum diligas iustitiam et odio habeas iniquitatem, quia propterea unxit te Deus tuus ad exemplum illius, quem ante secula unxerat oleo exultationis prae participibus suis per Iesum Christum.“

    Nach diesem gebet haben die 3 geistliche Kff. Mainz, Thrier und Cölln ihrer kgl. Mt. die cron29 aufgesezt und darzue nachfolgende wortt gesprochen: „Accipe coronam regni, quae licet ab indignis episcoporum manibus capiti tuo imponitur per quam sanctitatis gloriam et opus fortitudinis expreße significarem intelligas, et per hanc te principem ministerii nostri non /10/ ignores. Ita ut sicuti nos in interioribus pastoresn rectoresque animarum intelligimur, ita et tu in exterioribus verus Dei cultor strenuusque contra omnes adversitates exclesiae Christi defensor regnique a Deo tibi dati existas, et per officium nostrae beneditionis vice apostolorum omniumque sanctorum suffragio tuo regiminio commissi utilis executor regnatorque perspicuus semper appareasp, ut inter gloriosos at[hletas] q virtutum gemmis ornatus et praemio sempiternae felicitatis coronatus, cum redemptore ac salvatore Domino nostro Iesu Christo, cuius nomen vicemque gestarer crederis sine fine gloriaes, qui vivit et regnat Deus cum patre in unitate spiritus sancti per omnia secula seculorum. Amen.“ Alß nun die kgl. Mt. dermassen, wie obstehet, gekrönet und mit allen kgl. ornamenten, gezirten und insignien angethan gewest, haben die 3 geistliche Kff. ihre kgl. Mt. abermals die stafel hinauf vor den hohen altar geführet. Daselbst hat ihre kgl. Mt. ihre beede hendt auf den altar gelegt und zum andern mahl nachfolgenden aidt und pflicht gethan: „Profiteor et promitto coram Deo et angelis eius modot et deinceps legem et iustitiam pacemque sanctaeu ŠDei ecclesiae servare populoque mihi subiecto prodeße et iustitiam facere et conservare iura regni, salvo condigno divinae misericordiae respectu, sicut cum consilio principum et fidelium regni atque meorum melius invenire potero, sanctissimo romano episcopo et ecclesiae romanae caeterisque pontificibus et ecclesiis Dei condignum et canonicum honorem volo exhibere, ea etiam, quae ab imperatoribus et regibus ecclesiae seu ecclesiasticis viris collecta sunt et erogata, inviolabiliter ipsis conservabo et faciam conservari, abbatibus et ordinibus ac vasallis regni honorem congruum volo portare et exhibere, domino nostro Iesu Christo mihi praestante auxilium, fortitudinem et decorem.“

    Nach volbrachter dießer pflicht und gelüebd haben die churfürsten alle die kgl. Mt., also in ihr ornamentis angethan, auf /10'/ die hohe bühne vor dem altar der apostel Simonis et Iudae gefürth, alda ihre kgl. Mt. ein gar herrlichen siz unndt kgl. stuel zubereitet gehabt, darinn sich gesezt und also des Hl. Röm. Reichs poßeßion eingenommen, und darzu nachvolgende wort gesprochen: „Serva et retine locum regium, quem non iure hereditario nec paterna succeßione, sed principum seu electorum in regno Alemaniae suffragiis tibi noscas delegatum, maxime per authoritatem Dei omnipotentis et traditionem nostram praesentem et omnium episcoporum caeterorumque servorum Dei. Et quanto clerum sacris altaribus propinquorem prospicis, tanto ei potiorem in locis congruis honorem exhibere memineris, quatenus mediator Dei et hominum te mediatorem cleri et plebis in hoc regni solio confirmetv et in regno aeterno secum regnare faciat Iesus Christus Dominus noster, rex regum et dominus dominantium, qui cum Deo patre et spiritu sancto vivit et regnat in secula seculorum. Amen.“30

    Nach diesem allen hat man mit großer freudt und jubilation angefangen dz „Te Deum laudamus“ [zu singen], darzu der ksl. Mt. organist auf die orgel geschlagen und die cantorey darzwischen aines nach dem andern gesungen, wie nicht weniger hat man unter dem gesang alle glocken angefangen zuleuten und dz geschüz auf den pasteyn andern orthen loß gebrandt. Ingleichen haben auch khayser- und kgl. trompetter und hörpaucker sich mit großem schal hören laßen. Darauf ist die kgl. Mt. widerumb in ihren vorigen standt und stuel getretten und daselbst bis zum ende der meß verharret31; und ist darauf die meß Švorgenommen und dz evangelium Mathei „Cum natus eßet Iesus in Bethlehem in diebus Herodis regis etc.“ gesungen worden, nach demselben durch den erzbischoff vor dem altar „Credo in unum Deum etc.“ und durch den chor gar vollendet worden. Unter dem gesang deß offertorii und alß man der ksl. undt kgl. Mtt. das evangelium buch zukhüßen vor- /11/ getragen hatte32, ist die kgl. Mt. aus ihren stuel aufgestanden und zu dem altar gangen, alda etliche stuckh gelts geopfert, und seindt ihrer Mt. die geistlichen churfürsten undt andere mehr in ihren standt undt ordnung nachgefolgt.

    Nachmalß ist die stille meß oder canon bis zue der wandlung oder elevation verrichtet undt mitlerweil durch den chor das „Sanctus, sanctus, sanctus“ undt „Agnus Dei“ gesungen worden, darauf auch der erzbischof eine collecten gesungen. Verner ist abermals in der meß fort gefahren worden biß auf disen orth, da der prister, so das ambt helt, zu singen pflegt „Et pax eius sit semper vobiscum“. Alda hatt sich der eine diaconus umbgewendt unndt gegen dem chor undt volckh gesungen: „Humiliate vos ad benedictionem“, darauf ist die kgl. Mt. in ihrem stuel und sonsten menniglich nider gekniet, unnd hat der erzbischof uber ihre kgl. Mt. den seegen gesprochen.33

    Wie die ksl. und kgl. Mtt., auch churfürsten und fürsten etc. nach volbrachter crönung aus dem thumb auf dz rathauß zur malzeit gezogen

    Nach vollendung des gottesdiensts hatt die röm. ksl. undt kgl. Mt., deßgleichen auch die churfürsten in den habit unndt churfürstlichen claidung sich in die ordnung gestelt und also mit sambt den andern fürsten und herrn etc. in nachvolgender ordnung aus dem chor und aus der kirchen zue fueß gegen dem rathauß zugezogen, alda die röm. ksl. Mt. eine gar herrliche mahlzeit hat beraiten und zurichten laßen. Mitler weil aber, /11'/ unndt ehe dann die ksl. und kgl. Mtt. sambt den churfürsten auf dz rathauß kommen, ist die röm. keiserin sambt ihren töchtern, auch die herzogin von Bayrn sambt der alten herzogin mit allen ihren frauenzimmer und hofgesindt aufs köstlichst geschmuckt und angethan in gar schönen verhenckten wägen auf dz rathauß gefahren, daselbs auf dem großen saal oder tanzpoden durch die fenster herab zugesehen, aber bei der malzeit sindt sie nit bliben.

    Auf dem plaz gerad gegen dem marckthurn uber hat man etlich tag zuvor ein hohe kuchen von pretern aufgeschlagen, darin hat man einen ganzen ochßen Šmit kopf und schenckeln zum praten zubereit. Derselbig ochß ist außgewaidet und mit allerlei andern fleisch, wildpret, gefligl und vischen dermaßen ausgefült und gespickt geweßen, und ist also ganzer an einem großen hülzern spiß, welchen auf beeden orthen ihrer 2 mit einer winden wie ein großen haspel haben umbgetriben, einen ganzen tag und nacht zuvor gebraten, der eben zu der stund der malzeit, alß die ksl. und kgl. Mtt. zu tisch geseßen, ferttig worden, welcher ochß auch hernach preiß gemacht und zerrißen worden34. Nicht weit von diser kuchen ist auch ein hilzerne prunstuben gesezt und aufgericht worden, in der höhe unnd oben herab, auch in der mitten mit 4 röhren. Aus denselben ist rother unndt weißer wein gesprungen unndt von den umbstehenden zuelauffendem volckh mit großen getrang unndt ungestimb aufgefangen, darüber auch gleichfals, wie bei dem ochßen, mancher sehr ubel ist geschlagen, also dz schier niemandt nichts mit lieb zutheil, sondern vilmehr verschüttet worden alß zu nuz khommen. Denselben brunnen mit wein hatt man für der ksl. unndt kgl. Mtt. fürzug auß der kirchen am allermeisten unndt völligsten /12/ springen unndt laufen laßen, darüber dann etliche emer roth unndt weißer wein aufgangen, mehrern theil aber, wie obstehet, unüzlich verschidet worden.

    Ferner ist auch auf der gaßen gegen gemeiner statt canzlei uber für des glasers behausung daselbß ein tisch, mit köstlicher leinwath oder tischtuch bedeckt, gesezet worden, auf welchen der ksl. unndt kgl. Mtt. silberne undt verguldte gießkhandten unnd pecke zum handtwaschen mit dem köstlichen schönen servetln oder handtzwellen verordnet gewest, welche khandten und handtbeckh der churfürst zue Brandenburg hernach auf einem pferdt abgeholet, mit sich auf dz rathauß geführet undt der ksl. unndt kgl. Mtt. das handtwaßer gereichet. Es ist auch auf dem plaz gleich für der rathstuben ein hauffen habern ohngevehr 2 oder 3 schaff auf die gaßen geschitt worden, in welchen nachmals der churfürst von Sachßen gesprengt, denselben außgemeßen unndt preiß gemacht.

    Die ksl. Mt. hatt auch in dem rathauß hinten im hoff under der großen schupfen, da man /12'/ sonst das prenholz zulegen pflegt, gar ein große gewaltige kuchel aufschlagen laßen, darinnen die malzeit zu diesem herrlichen pancket gekochet unndt zugerichtet worden. So ist auch in eingang des rathauß der halbe theil von der thier bis an den hoff mit prettern verschlagen unndt zum Šanrichten zugerichtet worden, also dz man aus der kuchen herfür an dzselbige orth hat gehen mögen. Es ist auch die thier des rathauß desgleichen unten bei der stiegen mit trabanten unnd hördschieren verwahret gewest, dz niemand frembder hat hienein kommen mögen. Item so hatt man alle stuben im rathauß, außgenommen die canzlei, ausraumen mußen, die sindt zur silber cammer und anderer der officierer notturfft gebraucht, auch vil ksl. undt kgl. hoffgesindt gespeist worden.

    Auf dem großen saal ist es gar herrlich undt zierlich zugericht gewest, derselbig mit güldenen tuch und köstlicher tapecerey uberhenckt und zuvorderist der ksl. unnd kgl. Mtt. tafel ungevehr 6 oder 7 staffel hoch, jedoch der kgl. Mt. tisch umb etliche staffel niderer. Nachmals herab, gerad gegen der ksl. und kgl. tafel uber, ein besonderer tisch vor den churfürsten zu Thrier allein und volgendts auf beeden seitten für die /13/ anderen geistliche und weltliche churfürsten besondere tafel gestanden, wie solches nach ihr jedes standt und gradt gebührt35, deßgleichen sindt auch auf ebner erden des saals noch etliche tisch für die andern fürsten und große herrn, so der ksl. und kgl. Mtt. haben auf den dienst gewarttet, zugericht gewesen, welche mit allerlei silber geschier und anderer notturfft, wz dazu gehört hat, aus der röm. ksl. Mt. kuchen unndt silber cammer versehen und staffieret worden, also dz allenthalben wz man nur erdencken kan oder mag unndt zu einem ksl. pancket gehört, gar kein mangl erschinen, sondern vilmehr aller uberfluß vorhanden gewest.

    Ungevehr umb 12 der kleinen uhr ist die ksl. und kgl. Mt. in nachvolgender ordnung aus den thumb dem rathauß zugezogen36: Erstlich sindt zuvorderist hergangen der ksl. und kgl. Mtt. trompetter, deren 12 oder 15 geweßen, allzeit 3 in einen glidt, nach denselben ist gevolgt der ksl. Mt. hörpaucker, welche alle miteinander, so baldt sie aus den thumb kommen, angefangen haben aufs herr- und frölichst zuplasen und zuschlagen bis man zu den rathauß khommen. Nach denselben sindt gegangen gar veel ansehliche grafen, herrn, ritter und edlleuth, der churfürsten und fürsten, auch der ksl. und kgl. Mtt. hoffgesindt in zimlicher ordnung gemeiniglich 3 neben einander, nach denselben giengen die Šfürsten, so der ksl. Mt. auf den dienst gewartet, darauf der ksl. Mt. 4 ehrnholden in ihrem ornat und habit gar herrlich bekleidet, und /13'/ hat ein jeder ein stab in der handt gehabt. Nach den 4 herolden ist gegangen gar allein der erzbischoff und churfürst zu Trier in seinen kfl. kleidt und habit. Nach dem erzbischoff zue Trier sindt mit- und nebeneinander gangen die weltlichen 3 churfürsten: zur rechten handt Pfgf. Ludwig, des churfürsten sohn am Rhein, welcher keinen kfl. habit, sondern sein gewöhnlich kleidt angetragen und den guldenen apfl, des Reichs cleinodt, als des Hl. Röm. Reichs erztruchseß und churfürst getragen; in der mitten der churfürst zu Sachßen, des Hl. Röm. Reichs erzmarschalck, in seinen chur claidt, welcher ein bloßes schwerdt in der handt gefürth; und zur lincken handt ist gangen churfürst von Brandenburg, des Hl. Röm. Reichs erzcammerer, undt hat in seiner handt getragen den ksl. scepter. Nach den churfürsten ist vor den 6 herrn das innern und geheimen raths alhier ein köstlicher schöner himmel getragen worden; under demselben hat man die ksl. Mt. in einem seßl, dieweil sie dazumal schwachheit halb selbsten nit gehen können, getragen; und ist ihre ksl. Mt. mit allen köstlichen ornamenten angethan gewest, die ksl. cron auf den haubt, auch einen guldenen apfel auf der schoß mit der lincken undt in der rechten handt den ksl. scepter haltendt. Nach den himmel und andern seiten seindt gangen die andern herrn des innern raths, alß regierenden statt cammerer, alßbaldt nach den himmel hat einer getragen ein gar köstlich schwerdt in einer durchaus silbern /14/ verguldten schaidten mit edlgesteinen versezt, darnach ist gefolgt und allein gangen die kgl. Mt. in ihrem ganz kgl. ornat, auf ihrem haubt die kgl. cron, in der lincken handt ein guldenen apfl und in der rechten dz kgl. scepter tragendt. Nach der röm. kgl. Mt. sindt neben einander gangen die andern 2 geistliche churfürsten, nemlich der erzbischoff unndt churfürst zue Mainz und der von Cölln, beede in ihrem kfl. habit und kleidung angethan, und hat der churfürst zu Mainz in seiner handt getragen einen silbern stab und oben daran etliche sigill, als des Hl. Röm. Reichs erzcanzler. Auf dise 2 churfürsten sindt neben einander gangen in ihrer gewöhnlichen kleidung der erzbischoff zu Salzburg und der alt herzog Albrecht von Bayrn. Nach disen allen ist gangen ein große meng allerlei frembder herrschafften und potentaten, gesandten, graven, herrn und andere vom adl. Nach diser proceßion seint gangen der röm. ksl. unndt kgl. Mtt. trabanten und hördschier, gar herrlich und wol bekleidt, und als die ksl. Mt. auf den plaz kommen, hat man abermals dz geschüz loß gebrandt; item, so lang dise proceßion gewehret, hatt man auf dem marckthurn herrlich musicirt, auch in den thumbstifft alle glocken geleitet. Zu lezt sindt 2 neben einander geriten, dern jeder hat ein prait weit tuch oder rothe bindten am halß gehabt, darinn gewest gulden und silberne münz durcheinander gemengt, die haben sie mit einer handt under dz volck ausgeworfen37, darüber ein solche getrang, Šreißen, auch raufen und schlagen gewest, dz keinen nichts mit lieb gebliben, er hab es dann alßbalden in den bueßen oder andern orthen verschoben; und solches auswerfen der müntz hat gewehret von der thumbkirchen /14'/ an bis zue dem rathauß.

    Beschreibung des ksl. und kgl. panckets, wie daßelbige auf dem rathauß

    Als nun in vorgemelter proceßion und ordnung die röm. ksl. und kgl. Mtt. auf dz rathauß kommen, haben die geist- und weltlichen churfürsten zuvor und ehe dann ihre beede Mtt. zu tisch geseßen und sich ihr jeder seines ambts gebraucht vermög der guldenen bull.

    Und erstlich ist der churfürst von Sachßen und der von Pappenheim, als des Hl. Röm. Reichs erz- und undermarschalk, wider von den rathauß die stiegen herab gangen und daselbst auf ein pferdt geseßen und in den haufen habern, so für dem rathauß geschitt worden, geritten38. Und also auf den pferdt sizendt hat er ein silbern maß in sein handt genohmen und daselbst vol habern eingefast, volgendts mit einen silbern stab, welchen er in der handt gehabt, abgestrichen, daßelbig maß mit den habern sambt den stab dem undermarschalck uberantwortt, der es auch alß sein gerechtigkeit mit sambt den pferdt behalten; der übrig habern ist alßbaldt preiß gemacht und durch Šdz zulaufent volck all zerstreut und weggetragen worden39. Nach solchen ist auch der churfürst zu Brandenburg, als des Hl. Röm. Reichs erzcammerer, die stiegen herab gangen, auch auf sein pferdt geseßen und den vorgemelten tisch, darauf dz silberne handtbeck und gießkhandten gestanden, zugeritten, daßelbig sambt den köstlichen schönen handtzwellen zu sich auf dz pferdt genommen und dem rathauß zugeritten, von den pferdt abgestanden und mit dem handtbeckh und gießkhandten fur die ksl. und kgl. Mtt. getretten, ihren beeden Mtt. das /15/ handtwaßer gegeben. Dieselben peckhen und khandten sambt dem pferdt hat nachmals sein unter cammerer bekhommen und alß sein gerechtigkeit aigenthumlich behalten. Ferner ist auch Pfgf. Ludwig an stat seines herrn vatters in sein gewöhnlichen kleidern auch die stiegen herab gangen, gleichfals auf ein pferdt geseßen und der kuchen unter dem rathauß zugeritten, daselbst 3 silberne schißl mit speiß zu sich auf dz pferdt genommen und darmit wider zu stiegen zugeritten, abgestandten und dz pferd seinen unter truchseßen uberantworttet, welches denselben sambt den vorgemelten silbern schißeln als sein gerechtigkeit aigenthumlich gebliben. Die speisen aber hat der pfalzgraf mit gebührender reverenz auf der ksl. und kgl. Mtt. tafel gesezt40.

    In mitler weil seindt auch die 3 geistlichen churfürsten in der ordnung vor den tisch getre[tten] und mit gebührender reverenz dz „Benedicite“ gesprochen, nachmals haben sie alle 3, als deß Hl. Römischen [Reichs] erzcanzlere, des Hl. Röm. Reichs insigl an einen silbern stab hangend, der ksl. und kgl. Mtt. fürgetragen und auf den tisch gelegt, und dabeneben sich und die andern ihre mit churfürsten sambt allen stendten des Reichs unterthenigst bevohlen, aber ihre Mtt. haben solche sigill alßbalden dem erzbischoff und churfürsten zue Mainz widerumb zustellen laßen etc. Alß nun solches alles verricht gewest unndt sich die ksl. und kgl. Mtt. zu tisch gesezt, auch die churfürsten alle sich ihres ambts gebraucht, haben ihre ksl. Mt. auch ihnen, den churfürsten, zu sizen erlaubt und sindt mitler weil derselben under officier herzu getretten undt ihrer beeder Mtt. auf den dienst gewartt zu lang die ganze malzeit gewehrt hatt41.

    Š /15'/ Alßbaldt nach anfang der malzeit ist auch des königs zu Böhaimb marschall oder obrist mundschenck42 an statt ihrer kgl. Wirden als der röm. ksl. Mt. erzmundschenck zu dem tisch getretten und der ksl. Mt. in einem silbern verguldten verdeckten pecher mit gebührender reverenz und crendenz den ersten drunck gebotten, welcher pecher auch nachmals demselben officierer als sein gerechtigkeit zugestandten und verbliben. Ingleichen haben auch vor der churfürsten tisch ihre truchseßen und officier aufgewarttet, die speiß aber und dz getranckh ist alles aus der ksl. Mt. kuchen und keller genohmmen unndt fürgetragen worden.

    Deßgleichen sindt in der stuben neben dem saal, die gerichtsstuben genant, auch etliche tisch zugericht gewest, daran der ksl. und kgl. Mtt. vornembste räth unndt hoffgesindt, auch der frembden potentaten gesante, graven und herrn geseßen. Item in ein erb. raths alhie gewohnlichen rathstuben sindt auch 2 rundtafel zugericht gewest, daran der statt Cölln43, auch Franckfurth, Nürnberg und ein erb. raths alhie verordnete, so der ksl. und kgl. Mtt. auf den dienst gewart, geseßen. So sindt auch gar oben auf den boden oberhalb deß saals, deßgleichen auf der einen seitten des rathauß schier in allen stuben tisch gestandten unndt daselbst dz hoffgesindt unndt andere personen gespeiset worden, die römische kheyserin aber sambt andern f. frauen zimmer sindt nicht zu tisch geseßen, sondern oben /16/ auf einen sonderbahren zugerichten gang gestandten undt zugesehen.

    ŠAlß nun dise herrliche malzeit also volbracht und vollent gewesen44, hat sich menniglich widerumb in die vorige ordnung, wie man aus der kirchen zu den rathauß gezogen, angestelt, auch die churfürsten jeder sein ksl. und kgl. cleinoth und ornament jeder selbst zu sich genommen, dieselben der ksl. und kgl. Mtt. vorgetragen, und sindt also ihrer beeder Mtt. in solcher ordnung wider in ihre herberg heimbbegleittet und ihnen nachmals von der keyser- und kgl. Mtt. auch anheimbs zuziehen erlaubt worden. Da dann die ganze zeit uber die churfürsten in ihrem kfl. kleidt und habit angethan geweßen und also in denselben anheimbs ein jeder in sein gewöhnliche herberg geritten, und ist also dise herrliche crönung, pancket und malzeit mit großen ehren und freuden, auch gueten friden glückseelig und wol volbracht worden45.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/kft1575/dok36/pages

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    Anmerkungen

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    Zum Ablauf des Wahltags, der Krönungszeremonie und der anschließenden Feierlichkeiten auf dem Regensburger Rathaus vgl. ein von den Räten Johann Trautson, Leonhard von Harrach, Adam von Dietrichstein, Dr. Johann Baptist Weber, Dr. Sigmund Viehauser und Dr. Johann Hegenmüller zusammen mit dem Reichshofsekretär Lic. Andreas Erstenberger am 17.10.1575 erarbeitetes Planungskonzept, wie ettwa die ceremonien under der vorstehenden khunigclichen wahl und cronung stattlich verricht und alle sachen der gepur nach angestelt und abgehandlet werden mochten: HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260 (Kop. Überschr.: Actum electionis et coronationis beratschlagung). Ebd., RK, WuKA 6-1, fol. 65–102'. Kop. mit Marginalien, die den Inhalt kennzeichnen. Ebd., RK, WuKA 6-1, fol. 43 f. und fol. 45–49'. Teilkopp. Ebd., RK, WuKA 3b, fol. 255–271'. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 541–564. – Zur Vorbereitung der Wahl und der Krönung Maximilians in Frankfurt hatten ksl. Räte am 14.11.1562 einen entsprechenden „rathschlag“ verfasst, unter ihnen bereits damals Johann Trautson und Leonhard von Harrach (zu den wichtigsten Beratern des Ks. vgl. Lanzinner , Räte); vgl. Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 149–153; die Beschreibung der Feierlichkeiten ebd., 155–161 (Wahl am 24.11.1562), 167–175 (Krönung am 30.11.1562). Zur Krönung Maximilians II. vgl. auch Reuter-Pettenberg , Bedeutungswandel, 29–41.
    2
    Zum Ablauf der Wahl vgl. auch Kursachsen, fol. 46'–49 (Nr. 15), den Bericht des Reichserbmarschalls Pappenheim (StA Nürnberg, Hft. Pappenheim, REMA Nr. 102b, fol. 20'–26), die Schreiben Dolfins (an Gallio; Regensburg, 28.10.1575: Neri , NB III/8, Nr. 167 S. 366–368) und de Amezquetas (an Ehg. Ferdinand II.; Regensburg, 27.10.1575: HHStA Wien, RK, RTA 52-1, fol. 500–501'. Or.; präs. 4.11.), eine Beschreibung aus der Sicht des Kf. von Brandenburg (GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 12, Nr. 21, fol. 5–8'. Or.; Überschr.: Actus, so sich bey der election konig Rudolphen zue Hungern und Boheim, als ihre kgl. W. zue einem röm. konige von uns allen churfursten einhellig gewehlet, zuegetragen, und wie solcher actus ist gehalten worden. Und ist geschehen [zu] Regenspurg, den 27. Octobris anno 75.), einige aus dem Diarium Sayn-Wittgensteins stammende, aber in der Edition von Schneidt nicht abgedruckte Passagen in Weber/Bielefeld , Dissertationis, 30–32, sowie die Fuggerzeitung aus Regensburg vom 31.10.1575 (ÖNB Wien, Handschriftenabteilung, Cod. 8950, fol. 161): Giobia [= Giovedí] matina tutti gl'elettori del Sacro Imperio vestiti dell'habito elettarale [!] nella casa della Republica di questa città, fuori che Giovanni [!] Ludovico fiolo del conte palatino per essere sustituto e non principale, andorono alla chiesa di San Pietro nella quale erano apparati sedie per tutti stando con questo ordine assentati: Magonza presso la sedia apparata per l'imperatore, dietro il re di Bohemia, poi il Palatino, dall'altra banda Colonia, Sassonia e Brandenburg, et in mezzo a tutti questi steva Treveri in una sedia separata dall'altre. Et si cantò la messa dall'arcivescovo di Salzburgh, nella quale, nel principio del „Credo“, tutti 3 i laici, cioè Sassonia, Palatino et Brandemburgh, si levorono dalle sedie et andorono in sacrestia ove stettero sino al fine della messa. Et poi Magonza diede a tutti 6 il giuramento di fare l'elettione rimossa ogni passione, a lui prima datogli da Treveri. Il che fatto, tutti irono in detta sacrestia et ivi si fece l'elettione del re de' Romani et futuro imperatore in Rodolfo, primogenito di sua Maestà cesarea et re d'Ungheria et Bohemia, mandandolo a chiamare sua Maestà alla presentia della quale il re fu posto su l'altare grande sintanto che si cantò il „Te Deum“, poi condotto in un palco alquanto eminente in chiese [!], ove si fece la publicatione dell'elettione dal preposto magontino con contento et allegrezza universale.
    3
    Dazu ergänzend in der Kurbrandenburger Beschreibung (vgl. oben Anm. 2, fol. 5): Anfenglich seindt alle churfursten des morgens frue umb sechs uhr uffm rathhause zusammen kommen, dahin sie dan auch all ihren habitt und kleidung haben bringen laßen. Ehe nun die churfursten alle zuesamen kommen, ist die kgl. W. zue Boheim, als konig zue Boheim, auch kommen, und haben ihre kgl. W. sich neben unns churfursten in einer stuben auch angethan. Laut des Berichts Amezquetas (vgl. oben Anm. 2, fol. 500) trugen alle das kfl. Ornat, mit Ausnahme Pfgf. Ludwigs, welcher nur mit einem kurtzen, schwartzen, sammaten rockh angethan gewesen.
    4
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 2, fol. 21 f.): Erstlich der bischoff vonn Menntz und Thrier mitainannder, unnd namblich der von Menntz uff der gerechten und Thrier ime ann der linckhen seitten. Nachmals unnd im anndern glid sind gezogenn der könig uß Behaim zu der rechten unnd der ertzbischoff vonn Cöln ime an der linckhenn seittenn. Uff diß unnd letstlich sünd mit ainannder gezogenn die churfürsten vonn Sachßen, Pfaltz oder Rhein unnd Branndenburg, also das Sachßenn uff der rechten unnd Branndenburg der linckhen seitten und die chur Pfaltz mitels zwischen inen geritten.
    5
    In seiner Instruktion (vgl. Nr. 24, fol. 284) hatte Kf. Friedrich III. von der Pfalz die unannehmbare Forderung aufgestellt, zur Gewährleistung einer freien Wahl den böhmischen Kg. vom Wahlkonklave auszuschließen (vgl. Begert , Böhmen, 349 f.).
    6
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 2, fol. 21' f.): Alß nun hochbemelte churfürsten vonn dem rathauß reittennd biß zu der thumkirchen thür kumen, daselbsten abgestannden und durch solche inn das chor geganngen, sünd dieselbigen vom herrn Reichs marschalckhen nach außweißung der guldin bull lociert: Benanntlich inn gesagtem chor unnd desselben gerechten seitten gegenn dem fron alter der churfürst vonn Mentz am ersten, der könig uß Behaim zum anndern und am dritten die chur Pfaltz; unnd volgendts inn berüerts chors linckhen seittenn gegenn dem fronn alter erstlich der churfürst vonn Cöln, am andern Sachßen unnd zum letsten die chur Brandenburg gesetzt wordenn. Dann der churfürst von Thrier hatt altem gebrauch nach bey ksl. oder königclichen whaalen, cronungen und begängclichen höfen, inhalt merberüerter guldin bull, sein session inn der mitt, daher er auch diß orth seinen sunderbaren verordneten sitz durch den hern marschalckhen in der mitt des chors eingenomen und occupiert.
    7
    = Ebf. Johann Jakob von Khuen-Belasy. Zu seinen Aufgaben bei der Messe vgl. im HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 481–482' (lat.), die aus den Akten zur Königswahl in Frankfurt 1562 stammenden knappen Handlungsanweisungen mit dem Dorsv. (fol. 483'): Preparatio episcopi circa sacrum ante electionem celebrandum.
    8
    Dazu ergänzend in der Kurbrandenburger Beschreibung (vgl. oben Anm. 2, fol. 6): Nach gehaltenem ambte seindt wir sembtlichen vor den hohen alttar gangen und aldo das jurament, wie solches die guldene bulla besagett, gethan, unnd hatt Meintz erstlich geschworen, und ihm hatt Trier den eidt vorgelesen. Darnach schwur Trier und Coln, alßdan die kgl. W., darnach Saßen, Brandenburgk und Pfaltz, und uns allen hatt Meintz den eidt vorgelesen. Vgl. Kursachsen, fol. 47' (Nr. 15).
    9
    Die Eidesformel des Kf. Daniel von Mainz auch in HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 478 (undatierte Kop. Überschr.: Forma iuramenti der churfursten. Dorsv.: Der churfursten aydt), und HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, unfol. (undatierte Kop. Überschr.: Forma iuramenti electorum).
    10
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 2, fol. 23): Nach disem der churfursten volfierten ayd, habenn sy sich samptlich neben iren fürnembsten räthen zuerwhölung aines römischen kinigs inn die sacristey verfüegt, aber alßbald gedachte ire räth vonn inenn wider abtretten laßenn unnd zur ordenntlichen whaal gegriffenn. Und in der Kurbrandenburger Beschreibung (vgl. oben Anm. 2, fol. 6') zum Vortrag des Kf. von Mainz im Wahlkonklave: Weil dan in solcher wahl die meisten stimmen vormuege der guldenen bulla vorgingen, so woltte ehr [= Kf. Daniel von Mainz] uns, die kgl. W. und andern churfursten, erinnern, do unter unns auff einem die wahl fallen mochtte, das sich derselbe solcher wahl nicht vorweigern, auch die gestalte capitulation alßdan unweigerlich mit einem leiblichen eidt becrefftigen und volnziehen wolte, und solches hatt ihr kgl. W. neben uns, den weltlichen churfursten, Meintzen mit einem handtschlag zuegesagett.
    11
    = in einer kleinen Truhe. Zur Übergabe der Stadtschlüssel vgl. ausführlich Anm.y bei Nr. 14 sowie die Darstellung Pappenheims, der berichtet, dass die Räte der Stadt Regensburg erst dann zur Schlüsselübergabe bereit gewesen seien, nachdem er sich bei Kf. August von Sachsen über sie beklagt habe (vgl. oben Anm. 2, fol. 26' f.): Jedoch nach disem churfürstlichem ußgangnem bevelch ime, herrn Reichs marschalckhen, die bemelte statt thor schlisßel inn ainem verwartenn schrein sampt dem darzu geherigen schlisßell inn die thumbkirchen sacristey uberschickht, welche er auch so lanng biß die ksl. unnd kgl. Mtt., auch die churfürstenn vonn der whaal auß der kirchen gezogen, bey sich behaltenn. Weil er aber der ksl. unnd kgl. Mtt., auch denn hochbenannten churfurstenn uff denn diennst warten müeßenn, hatt er nit allain mergesagte statt thor dem regennspurgischen rath, sunder auch die kirchenn- unnd sacristey schlisßl dem thumbchuster wider einzuhenndigen seinem vettern hern Cristoff Ulrich, Reichs erbmarschalckhenn, herrn uff Greffenthall, hinderlaßenn und zu hannd gestelt.
    12
    Laut Dolfin (vgl. oben Anm. 2, 368) soll Rudolf II. seine Stimme Kf. August von Sachsen gegeben haben come si suole fare ordinariamente in simili occasioni per mostrare modestia. Wahrscheinlicher ist, dass er sich der Stimme enthielt und damit dem Vorbild seines Vaters und der Anregung der ksl. Räte folgte, die empfohlen hatten, dass Rudolf auf den fall, sy aus den vorgehenden stymmen vermerkten, das auf ihr kgl. W. person gangen werden wollen, nit votiern solle, sonder vermelden, das ihr kgl. W. auff dismall ihr votum aus beweglichen ursachen einstellen und verhoffen wolten, ihr, der andern churfursten Ll., wurden so ainmuettig sein, das es irer kgl. W. votierens nit bedorffte (Planungskonzept in HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 250); vgl. Begert , Böhmen, 350 mit Anm. 214. Vgl. den zwischen Ks. Ferdinand, Kg. Maximilian und den Räten abgesprochenen Wortlaut des Votums für die Wahl vom 24.11.1562 in Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 153.
    13
    Der Wortlaut des kursächsischen Votums (HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, unfol., undatiertes Or., Hd. Kf. August von Sachsen): Durchleuchtiger kunnyck, hochwirdyge und hochgeborne churfurstenn, besunder lyeber her ohem, freunde, bruder, vetternn und schweger. Ich weys mich auch woll tzuerinnern, das in vorhergehender beratschlagunck durch uns semptlich und eynmutiklych vor nutz, notick und gutt angesehen worden, das tzu erhaltunck gemeiner und des Reychs wolfartt noch bey lebenn der ksl. Mt. eyn romyscher kunnick soltte erwellett werdenn, darauff den auch heutt dyser tagk tzu sollycher wall benent und angesteltt. Demnach beken, benen, kys und welle ich in dem namen Gottes des vatters, Gottes des sones und Gottes des heyligen geystes der untzertrenten heylygen dreyfaltikeytt den durchleuchtigen und hochgebornen fursten und herrnn, herren Rudolffen, ertzhertzogen tzu Ostereych, kunyck tzu Ungern und Bemem, freymutigk und aus guttem hertzenn itzunt tzu eynem romischem kunnige und vorsehe e. kgl. W. nach der romyschen keyserlichen Maystett, unsers aller genedychsten herren, abganck, wellychen der Almechtige lange vorhutten wolle, hernach tzu der keyserlichenn kronunck, wye ich dan gehortt, das von denn andern meynen mytchurfursten, so vor myr gestympt, auch geschenn, und tzweyffel nychtt, solliches werde Gott dem Almechtigenn tzu ehren, dem Heyligen Romischen Reych tzu nutz und guttem, und fursten tzu aller wolfartt gereychenn. Amenn. Eine weitere, vielleicht als Muster verwendete Überlieferung mit leichten Abweichungen in der Formulierung und ohne Nennung Rudolfs: HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, unfol., undatiert. Dorsv.: votum oder stim; eine weitere Kurzfassung der forma voti: Ebd., unfol., undatiert.
    14
    Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz und Hg. Barnim X. von Pommern; vgl. Kursachsen, fol. 47' f. mit Anm. e (Nr. 15).
    15
    Vgl. abweichend dazu die Darstellung von Carlos de Amezqueta, der bei der Zeremonie in der Kirche wahrscheinlich nicht persönlich anwesend war (vgl. oben Anm. 2, fol. 500'): Der Ks. hat sich nach einem frühen Mittagessen ungevehrlich nach zehen uhr durch den hoff und eingang inn bemelte thumbkirchen tragen lassen, dartzu gleich höchstgedachter neuerwelter römischer könig nur inn seiner teglichen und ordinary klaidung khommen, also das er ihre ksl. Mt. noch im hoff antroffen. Von dannen er nachmaln mit ihrer Mt. und seinen dreyen bruedern, den ertzhertzogen zu Osterreich etc., auch in mehrgedachte kirchen gangen.
    16
    Kg. Rudolf II. war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt ( NDB , XXII, 169–171; Press , Rudolf II.).
    17
    Zu den Reden Ks. Maximilians II. und Kg. Rudolfs II. heißt es in der Kurbrandenburger Beschreibung (vgl. oben Anm. 2, fol. 7–8): Und hatt ihre ksl. Mt. ihre kgl. W. diese nachfolgende lehren geben: Erstlich sollen ihre kgl. W. in allen dingen Godt vor augen haben, den armen sowol als den reichen rechtt wiederfaren laßen, jederman gerne horen, was zue forttsetzung ruhe und frieden im Reich dienett, trewlich befurdern, und was deme zuewieder, solches mit allem eifer und ernst abewenden und darinnen nimandt schewen, uber den religion- und prophan frieden trewlich haltten und sonsten sich in seinem ambte aller erbar- und billigkeit nach also erzeigen, das es ihr kgl. W. kegen Godt undt der welt werden zuvorandtworten wißen; item kegen uns, den churfursten, danckbar zusein undt uns in gnedigen befehlich zuehaben. Do ihre kgl. W. nun ihrer ksl. Mt. lehre folgen werden, so haben ihre ksl. Mt. keinen zweiffell, Godt werde ihrer kgl. W. regiment beiwohnen und solches mit gnaden und segen fortsetzen. Thun aber solches ihr kgl. W. nichtt, do sich doch ihre ksl. Mt. zue ihrer kgl. W. solches nimmermehr vormuten konnen, so wollen ihre ksl. Mt. ihre kgl. W. nimmermehr vor ihren sohn erkennen, sondern ihr hierauff alle väterliche hulde hiemitt stracks auffgehoben haben. Und haben ihre ksl. Mt. hiemit ihre rede beschloßen. Darauff hatt sich ihre kgl. W. kegen ihrer ksl. Mt. erbotten, solchem allen, was ihm ihre ksl. Mt. befohlen und erinnert, trewlich nachtzukommen und sich in allem als ein gehorsamer sohn erzeigen. Und hatt s. kgl. W. ihr ksl. Mt. einen fußfall hierauff gethan. Darauff haben ihre kgl. W. den eidt, die capitulation stedt und feste zuehaltten in der ksl. Mt. beisein uns, den churfursten, geschworen.
    18
    Vgl. Nr. 33.
    19
    Vgl. die Darstellung von Carlos de Amezqueta (vgl. oben Anm. 2, fol. 500' f.): Nachdem nun solches alles verricht, ist man ungevehrlich umb ein uhr nach mittag aus der kirchen inn ihrer ksl. Mt. hoff uber den freyen platz oder gassen gangen. Und seindt vor ihrer ksl. Mt. (die vier furnembe personen aus dem rath alhie zu Regenspurgkh under einem himel getragenn) abermahls inn ihrer churfurstlichen klaidung her gangen der ertzbischoff und churfurst zu Maintz, der von Brandenburgkh etc., item oben hochgedachter des pfaltzgraffen und churfursten bey Rein sohn (der doch, wie auch oben gemeldt, khein churfurstlichs klaidt angehabt) und dan der zu Sachßen etc. Ihrer ksl. Mt. aber ist mehr höchstgedachter neuerwehlter römischer könig mit dem von Trier und dem von Cölln, inn derer mitten er gangen, gevolget. Haben also alle miteinander ihre ksl. Mt. biß inn ihr zimmer belaittet; volgendts haben sich die churfursten wiederumb von einander thailt, und ein jeder furdter inn seiner churfurstlichen klaidung biß zu hauß gerietten. Der könig aber ist bey ihrer ksl. Mt. fast ein halbe stundt oder lenger verblieben, nachmaln inn seiner königlichen klaidung, auch mit ainer chron auf dem haupt, biß inn seine herberg gangen, welche flux ihrer ksl. Mt. hofe gegen uber gelegen ist.
    20
    Ergänzend dazu im Bericht Amezquetas, dem Sekretär der Ksn. Maria (vgl. oben Anm. 2, fol. 501): Dieweil man inn der kirchen mit der erwehlung umbgangen, seindt zu meiner allergnedigsten frawen, der khaiserin, inn ihr zimmer khommen die churfurstin zu Sachßen etc., die hertzogen [!] von Bayern alle sambt, die marggrevin von Baden [= wahrscheinlich Anna Maria, Schwester Philipps II. von Baden; Europäische Stammtafeln , N. F. I.2, Tafel 268] und etliche pfaltzgrevin, und als es zeith gewesen, mit höchstgedachter khaiserin durch ein gang inn die kirchen gangen und alda von einem hohen chor die ceremonien der publication, so auf der byn gebraucht worden, angeschawet und gesehen. Unter diesem frawenzimmer ist auch zugleich gewesen des churfursten zu Sachßen etc. sohn.
    21
    Zum Ablauf der Krönung heißt es in der Fuggerzeitung aus Regensburg vom 4.11.1575 (ÖNB Wien, Handschriftenabteilung, Cod. 8950, fol. 165 f., hier 165): Il dì d'ogni santi nella chiesa cathedrale di S. Pietro di questa città si fece la coronatione del serenissimo Ridolfo eletto re de' Romani con l'intervento de tutti gl'elettori et altri principi con le solite cerimonie cantando la messa l'arcivescovo di Magonza. Et nell'uscir di chiesa dui a cavallo spandevano monete d'argento al populo con questa inscrittione d'una banda: Rodolfus II. Romanorum Rex electus 27 octobris 75, coronatus primo novembris 75. Dall'altra banda un altare con sei balle sopra con un moto che diceva consentientibus votis, et tanta era moltitudine della giente nella strada et piazza nell'andare alla casa della Republica ove eran apparechiate le 7 tavole per gl'elettori che non si poteva stare d'alcuna banda. Et in piazza fu cotto un bue intiero arosto et pieno d'ogni sorte d'anemali et si fece una fontana che quasi tutto el dì a 8 cannoni gittò vino bianco et nero, et l'imperatore fece un solennissimo banchetto in ditta casa agl'elettori, cioè ciasc'uno una tavola separata, dal quale fu servita alla prima portata. Et il re la matina ne fece un'altro a tutti fuori che a Brandemburgh per essersi partito a buon'hora havendo havuto nuova che sua moglie stava per morire. Für weitere Details zur Krönung (die auf der 1602 in Prag gefertigten Hauskrone Rudolfs in einem der vier Reliefs der Mitra dargestellt ist) und den anschließenden Feierlichkeiten vgl. die Berichte des Reichserbmarschalls Pappenheim (StA Nürnberg, Hft. Pappenheim, REMA Nr. 102b, 6 Blätter [= 4 Blätter foliiert 28–31; die letzten beiden Blätter unfol.] zur Krönung [mit falscher Datumsangabe] sowie 6 unfol. Blätter zum Auszug aus der Kirche und zum Bankett), des päpstlichen Nuntius Dolfin (an Gallio; Regensburg, 1.11.1575: Neri , NB III/8, Nr. 171 S. 378 f., und 5.11.1575: ebd., Nr. 173 S. 380–383), des venezianischen Gesandten Tron (an Mocenigo; Regensburg, 3.11.1575: HHStA Wien, StAbt, Italienische Staaten, Venedig, Dispacci di Germania 5, pag. 158–161. Kop.), des Sekretärs der Ksn. Maria, Carlos de Amezqueta (an Ehg. Ferdinand II.; Regensburg, 2.10[! =11].1575: HHStA Wien, RK, RTA 52-1, fol. 479–481. Or.; präs. 10.11.) sowie einige aus dem Diarium Sayn-Wittgensteins stammende, aber in der Edition von Schneidt nicht abgedruckte Passagen in Weber/Bielefeld , Dissertationis, 32–34. Der bei der Krönung Ferdinands I. 1531 und Rudolfs II. 1575 verwendete lat. Krönungsordo aus dem Besitz des Kurkölner Kanzlers Franz Burkhard ist erhalten in LAV NRW R, Kurköln V, Nr. 8a. Zum Krönungsakt von 1575 im Vergleich mit den Herrschererhebungen von 1562 und 1612 vgl. Rudolph , Kontinuität. Zur rituellen Praxis von Wahl- und Krönungstagen in der Frühen Neuzeit vgl. Reuter-Pettenberg , Bedeutungswandel, 41–53 (Krönungszeremoniell 16./17. Jh.); Wanger , Kaiserwahl (bes. zu 1612); Stollberg-Rilinger , Puppe; Rudolph , Herrschererhebung (zum Vergleich der Krönungsfeste 1562 und 1790).
    22
    Die Stadt Frankfurt war der Einladung Ks. Maximilians II. gefolgt (Regensburg, 17.10.1575: HHStA Wien, MEA, WuKA 7-2, fol. 5 und fol. 6. Ebd., RK, WuKA 4, fol. 232' f., gleichlautend an die Stadt Köln. Kopp. Druck: Schneidt , Geschichte, 455 f. Das Antwortschreiben von Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt, in dem sie den Ks. darüber informieren, dass sie die Einladung erst am 28.10. erhalten haben, aber bereits vor ettlichen tagen die unsern gegen Regenspurg abgeferttigt: HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 234'. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 458 f.) und hatte Karl von Glauburg und Dr. Arnold Engelbrecht nach Regensburg entsandt, um an den Krönungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Am 2.11.1575 legten diese dem Ks. (HHStA Wien, MEA, WuKA 7-2, fol. 8 f. Ebd., RK, WuKA 4, fol. 235 f. Kopp. Druck: Schneidt , Geschichte, 459–461; das Exemplar für die Kff.: HHStA Wien, MEA, WuKA 7-2, fol. 10 f.) eine Supplikation vor, in der sie um die Bestätigung baten, das nemblich kurtzfurgenomner und volntzogner actus der wahl gar nit zu abpruch obangetzogner guldin bull und bemelter statt Franckfurth wolhergeprachten gerechtigkait und praeeminentz beschehen noch furgenommen worden seie und dass ihre Supplikation anstatt ainer glimpfflichen protestation pro memoria umb pessern behalts der nachkhommenden ad acta imperii registriert möcht werden. Der entsprechende Revers, in dem der Ks. die Rechte der Stadt Frankfurt bestätigte, wurde am 3.11. in Regensburg ausgestellt (HHStA Wien, MEA, WuKA 7-2, fol. 12 f., 15 und fol. 13 f. Ebd., RK, WuKA 4, fol. 261–262. Kopp. Druck: Schneidt , Geschichte, 566 f.). – Zu den Bestimmungen der Goldenen Bulle bezüglich der Krönung des röm. Kg. und des Zeremoniells bei großen Hoftagen vgl. Reuter-Pettenberg , Bedeutungswandel, 54–61.
    23
    Zu den entsprechenden Reversen für Stadt und Marienstift in Aachen vgl. Anm.13 bei Nr. 21.
    24
    In einem Dokument aus den Krönungsakten für Ks. Matthias 1612 ist folgende Aufstellung überliefert (HHStA Wien, MEA, WuKA 7-2, fol. 56, undatierte Kop.): Anno 1562 uff der crönung zu Franckfurth undt 1575 uff der crönung zu Regenspurg seindt von den kayserlichen pontificalien undt clenodien nachverzeichnete stuck gebraucht worden: 1. die kayserliche crohn, 2. apffel, 3. cepter, 4. schwerdt, 5. die roden seidene geschmückte kniehoßen, 6. ein paar schuch mit perlen undt edelgestein gestickt, 7. ein braun manipell, 8. die weißdaffete dalmatica oder alben, 9. mit dem breiten gürtel, so große vergülte rincken hat, haben sich ihre Mt. gegürt undt geschürtzt, 10. die rodt güldene, unten mit 3 franßen behengte stola, 11. der große königliche mantell mit löwen, 12. ein par schon geschmückte handtschug. Weitere Überlieferung in HHStA Wien, MEA, WuKA 11, fol. 226, undatierte Kop. Aus Aachen wurden der Säbel Karls des Großen, das Reichsevangeliar und das Reliquiar mit der Burse des Heiligen Stephan herbeigeschafft, aus Nürnberg die Reichskrone, der Apfel, das Zepter, das Mauritiusschwert, das Zeremonienschwert sowie der Krönungsornat. Zu Reichsinsignien und Krönungsornat vgl. Wanger , Kaiserwahl, 103–108 (bes. zu 1612); Schmid , Reichskleinodien.
    25
    Das Planungskonzept (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 251') sah vor, dass der nicht geweihte Kf. von Köln im Zug mit den weltlichen Kff. zur Kirche gehen sollte; Pappenheim berichtet (vgl. oben Anm. 21, fol. 29' f.), dass sich die sechs Kff. zunächst auf dem Rathaus versammelt hätten und zusammen zur ksl. Herberge gezogen seien. Von dort aus seien die drei geistlichen Kff. zum Dom geritten, um sich dort umzuziehen und die Ankunft von Ks., Kg. und weltlichen Kff. zu erwarten.
    26
    Laut Kap. IV, Abs. 2 der Goldenen Bulle ( Fritz , Goldene Bulle, 58) stand dem Ebf. von Köln das Amt des Konsekrators zu, doch da Kf. Salentin die nötigen Weihen fehlten, musste er bei der Ausübung dieses Amts vertreten werden. Der hier genannte Ebf. von Salzburg, zu dessen Erzbistum das Suffraganbistum Regensburg gehörte, wird auch im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, fol. 30') als „officiator“ der Messe bezeichnet. Im Planungskonzept vom 17.10.1575 (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 251') heißt es dazu: Vor allen dingen wurdt fur notig geachtet, bei den geistlichen churfursten und dem von Saltzburg die sachen dahin zurichten, das der churfurst von Maintz consecrans, der von Tryer und Saltzburg assistentes sein mogen. Was dieselbigen von geistlichen und andern praelaten bedurfftig, die werden sy sonder zweifels selbst bestellen. So seindt inen auch die ceremonien und der gantz actus aus den pontificalibus und jungster frankfurter cronung wol bekhannt. Es scheint also umstritten gewesen zu sein, ob das Krönungsrecht dem Ebf. von Salzburg zukam, der auch bei der Wahl Rudolfs am 27.10. die Messe gehalten hatte, oder dem Ebf. von Mainz, der 1562, assistiert von den Bff. von Würzburg und Speyer, die Krönungsmesse für Maximilian geleitet hatte (vgl. Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 168–170). Den Berichten Amezquetas, Sayn-Wittgensteins (nach Weber/Bielefeld , Dissertationis, 32), Dolfins und Trons zufolge wurde die Messe vom Mainzer Ebf. zelebriert. Amezqueta ergänzt (vgl. oben Anm. 21, fol. 479'): Die zween ertzbischoff, als der von Trier und der von Saltzburg, haben als diaconi ministrirt, der von Cölln aber, weil er nochnicht consecrirt sein soll, ist nur mussig dabey gestanden. Da sich die Quellen in diesem Punkt widersprechen, lässt sich die Frage, wer bei der von den geistlichen Kff. durchgeführten Krönungsmesse als Konsekrator fungierte, nicht eindeutig beantworten.
    27
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, fol. 31): Vonn welchem ampt aber die drey weltliche churfursten inmaßen vormals bey dem whaaltag nach dem „Patrem“ inn denn seger oder sacristei, aber gleich nach der „Elevation“ ußer jetztbemelter sacristei wider inn ire stennd oder sessionen geganngenn, im Schreiben Dolfins (vgl. oben Anm. 21, 382): I tre elettori secolari con gl'altri principi della loro setta si partirno di chiesa cominciato che fu il Credo. Et pensando forse ritornare fatta la communione, ritornorno mentre si cantava il Pater noster. Talché furono presenti non solo a la communione dell'arcivescovo, ma ancora del re, che fu in publico con grandissima devotione et humiltà et non minore consolatione di tutti i buoni, und in Darstellung Amezquetas (vgl. oben Anm. 21, fol. 279'): Alsbaldt man aber das „Credo“ angefangen zu singen, seindt [die weltlichen churfursten] wieder allein abgetretten und aussen blieben biß die consummation geschehen ist, da sie wieder khommen und gegenwertig gewesen, da der newe könig communicirt. Die churfurstin zu Sachßen etc. und etliche pfaltzgräffen, so auch inn der kirchen mit der römischen khaiserin etc. gewesen, seindt auch als man das „Patrem“ angefangen gar wegkhgangen und nicht wieder hinein khommen. Haben sich dazumahl in das rathauß alhie fuhren lassen, anzuschawen die tisch und sietz, so alda vor die ksl. Mt., den neuen könig und dan die chur- und fursten zuberaittet gewesen, wie dan die hertzogin aus Bayern nach volbrachter meß dergleichen gethan.
    28
    Im Planungskonzept wurde von den ksl. Räten empfohlen, dass Rudolf – anders als sein Vater bei dessen Krönung 1562 – die Kommunion entgegennehmen sollte (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 256): Und ob wol sich befindet, das die ksl. Mt. die comunication, so der newgekronnt romisch khunig under der mesß thuen solle, auf erlangt indult von bapst. Hl. underlassen, so hielten doch die rath darfur, das sich ire kgl. Mt. disfalls (da anderst nicht erhebliche ursachen solches zuunderlassen vorhanden) altem heerkommen und geprauch gemesß verhalten solten. Vgl. Rudolph , Kontinuität, 393 f.
    29
    Dazu ergänzend im Bericht Dolfins (vgl. oben Anm. 21, 382): La corona è d'oro con alcune poche gioie, ha una crocetta d'innanzi et una traversa pur d'oro, et attorno alcune imagini scolpite, et parole che dicono in fronte: Time Deum et regem venerato; altre di dietro: Honor regis iudicium diligit; dalla parte dritta: Ecce adiiciam super dies tuos 15 annos, et dalla sinistra: Per me reges regnant.
    30
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Unnd volgendts durch den herrn Reichs marschalckhen, ob sich jemandts von irer kgl. Mt. zu ritter schlagenn zelaßen beger, ußgeruffenn.
    31
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Inn welchem ampt der ksl. Mt. die erbampter alß der vonn Seltenegg mit dem appfel [das Planungskonzept nennt Waldburg als Reichserbtruchsess], herr Veitt, marschalckh zu Treichlingen unnd Schwindegg, mit dem schwerdt unnd der graff vonn Zollern [= wahrscheinlich Gf. Christoph, der in Vertretung seines erkrankten Vaters Karl I. nach Regensburg reisen sollte; vgl. Gf. Karl I. von Hohenzollern an Ehg. Ferdinand II. von Tirol (Sigmaringen, 22.9.1575): HHStA Wien, RK, RTA 52-1, fol. 473 f. Or.; präs. 30.9.] mit dem scepter gedient.
    32
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Unnd ob wol unnder vil angezognen gehaltnem unnd gesungnem ampt die gaistlichen churfürsten, auch die clerisi irem ampt gmeß der röm. ksl. Mt., gleicherweiß dem new erwölten unnd cronenden römischen kinig, zu osculation unnd kißung des gesungnen evangelii, agnus Dei, pacis et benedictionis fürzutragen unnderstanden, sich aber ir Mt. gleich des ersten mals sovil mit erschütteltem unnd abwinckenden haupt (das ir ain solchs endtgegen) erwißen, habenn erstgedachte clerisi dieselb ir Mt. bey denn uberigen stuckhen offerierens unnd küßenns wegen verer unersucht gelaßenn.
    33
    Im Anschluss an die Krönung sollte dem Planungskonzept zufolge (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 256' f.) der Kg. als Kanoniker in das Aachener Marienstift aufgenommen werden (vgl. Stollberg-Rilinger , Puppe, 52 f.).
    34
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Nachwelcher ksl. speiß ufftragung durch denn vonn Seltenegg alß erbtruchsesßen der gebrathenn, auch mit villerley tieren unnd gefligeln durchspickht ochß mit uffgesperter kuchin menigclichem erlaupt, daruß nit weniger ain (doch auch unschedlichs) haarropfenn, reißenn unnd zerren weder hievor bey dem fürgeschytten haberhauffen enndtstanndenn. Alß dann gleichfhals bey dem vor dißem ksl. unnd kgl. innsunderhaitt darzu uß demselben roth unnd weiß fließenden whein uffgerichtenn brunen beschechenn, weil sich wol vilmals begebenn, das das nach lanngem whein einschopfenn unnd fasßenn ain anderer ußgethrunckhen, item die gschier ain ander am kopf zerschmisßenn unnd zerschlagen, durch welches alles vil gutts schertz, gelechter unnd zusehenns enndtsprungen.
    35
    Zur Anordnung der Tische vgl. das Planungskonzept (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 258) sowie ergänzend im Bericht Amezquetas (vgl. oben Anm. 21, fol. 480): Unterhalb bemelten tieschen, eines gutten platzes weith dem khaiser gegen uber, ist gestanden ein lange taffel, daran seindt gesessen: erstlich ertzhertzog Ernst zu Osterreich etc., neben dessen f. Dlt. des pfaltzgraffen und churfursten bey Rein eltister sohn etc., darnach hertzog Wilhelmb zu Bayern, neben ihm die beide ertzhertzogen Matthias und Maximilian, dan hertzog Ferdinand zu Bayern, item ein pfaltzgraff von Neuburgkh, der dem des herzogs von Cleven töchter vermählet ist [= Pfgfn. Anna von Jülich-Kleve-Berg], ferner hertzog Barnymus aus Pommern, mehr ein marggraff von Baden, item ein hertzog aus Schlesien zur Lignitz und Briegg, und endtlich der bischoff alhie zu Regenspurgkh. Auf der andern seitten des tiesches gegen dem ertzhertzog Ernst uber, seindt gesessen: der ertzbischoff von Saltzburgkh etc., neben dem hertzog Albrecht aus Bayern etc. Ähnlich im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, fol. 36'–37').
    36
    Vgl. dazu die weniger ausführlichen und zum Teil abweichenden Beschreibungen im Planungskonzept (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 257 f.) und im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.).
    37
    Zu den vom Regensburger Münzmeister Thomas Obermeier in groszer eil geprägten goldenen und silbernen Auswurfmünzen vgl. Plato , Münz-Kabinet, Nrr. 109, 110 S. 122; Katz , Krönungsmünzen (mit ausführlichem Zitat [nach Zimermann , Urkunden, Nr. 4555 S. CLXIXf.] aus einer heute verlorenen Beschreibung eines zeitgenössischen Beobachters; dieses ist auch abgedruckt in Vocelka , Propaganda, 136); Rudolph , Reich, 461 mit Abb. 47. Auf der Vorderseite sind das Wahl- und das Krönungsdatum angegeben. Die Rückseite mit der Umschrift Consentientib. votis zeigt eine symbolische Darstellung des Wahlakts: Über einem Tisch mit sechs Kugeln, die für die Stimmen der an der Wahl beteiligten Kff. stehen, schwebt als siebte Kugel die Stimme des zum röm. Kg. gewählten Kg. und Kf. von Böhmen; vgl. dazu die Beschreibung der Auswurfmünzen in der Fuggerzeitung vom 4.11.1575 (oben Anm. 21) sowie im Schreiben Trons an Mocenigo (Regensburg, 3.11.1575: HHStA Wien, StAbt, Italienische Staaten, Venedig, Dispacci di Germania 5, pag. 158–161, hier 160. Kop.). Von den goldenen Münzen wurden 650 Stück geprägt (davon 150 Stück zum verschenkhen und verehren als Anerkennung für besondere Dienste) und eine unbekannte Anzahl silberner Münzen im Wert von 400 Silbertalern.
    38
    Zu den Aufgaben des Kf. von Sachsen vgl. eine im HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, überlieferte Notiz (unfol., undatiertes Or., Überschr.: Extract des Kf. zw Sachsen ambts. Dorsv. Hd. Kf. August von Sachsen: Extracktt was eyns churfurstenn tzue Sachssen amptt, wann im eynn röm. Kg. lest seyner Mt. hoff halttenn): Wan man aus der kirchen aufs rathaus kombt, gehen seine kfl. Gn. herunder, setzen sich aufn hengst, reitten in hafern, haben das silbern maß in der handt, bucken sich vom gaul, fassen das maß vol und streichen es mit der silbern strichen, schutten es einem worin es sey. Da nimbt Pappenheim maß und strich und rucken seine kfl. Gn. wider zum rathause und gehen hinauf. Wan man wasser geben wil, so haben seine kfl. Gn. einen schwartzen stab in der handt, halten neben Pfaltzen die hantquel fur und greiffen das becken mit an. Darnach gehen ire beide kfl. Gnn. vor die kuche. Wan angerichtet, gehen die trummeter vorher, den volget der churfurst zw Sachsen mit aufgerenktem stabe und tregt Pfaltz das essen vor den andern her. Wan alle essen aufgesetzt, so gehet ein jeder churfurst zw seinem tische, setzen sich zw gleich nieder, nemen kein wasser. Nach gehaltener maltzeit begleitten sie ksl. und kgl. Mt. in iren habiten.
    39
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Alßbald daruff der haber jedermenigclich erlaupt, ob welchem ain dergleichen rauffenn, schlachen, stosßenn unnd werffen (doch ohnne daruß endtstandner leibs schedlichaitt) ervolgt, das ir ksl. unnd kgl. Mtt., auch die churfürsten sich ann die fennster zelegenn unnd dem schertz zuzesehen verursacht wordenn.
    40
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Ebenmeßig ain jeder weltlicher churfürst sein ampt nach innhalt merberüerter guldin bull, alß der churfürst vonn Branndennburg, ertzcamerer, mit dem hanndtwaßer, gleicher gstalt der churfürst vonn Sachßen inn darraichung des hanndttuchs, also der pfaltzgraf bey Rein inn fürtragung der speiß unnd ersthochermelter churfürst uß Sachßenn in vorgeeung dises ufftragenns mit ainem staab, ire ampter erstattet.
    41
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Bey welcher malzeitt hertzog Jorg Hanß pfaltzgraff das fürschnitt ampt bey der ksl. unnd kgl. tafel verweßenn. So ist die ksl. wie auch die konigclich cron sampt anndern klainotern, weil die malzeitt gewest, uff der ksl. taffel gestanndenn unnd gelegenn. Gleicher gßtalt habenn die erbampter aber, alß wie hie obenn vermerckht, der vonn Seltennegg mit dem apfel, herr Veitt, erbmarschalckh, mit dem schwerdt und Zollern mit dem zepter, wie auch her Cristoff Ulrich, erbmarschalckh, der kgl. Mt. mit dem königischen, vonn der statt Aach gebrachtenn schwerdt inn der schaiden gediennt. Dann, bey mer anngezogner ksl. malzeitt hatt her Connradt, Reichs marschalckh, bemelte seine zwen vettern, die marschelckh, umb deßwillenn zu den vor angezaigten dienungen annstellen müeßenn, sintmal er mit aller hannd geschefften zu ordenntlicher verrichtung diß hochannsichtigen werckhs und aperats beladen gwest. Innsunderhaitt weyl im sein gnedigster churfürst uß Sachßenn, nachdem ir kfl. Gn. denn ersten gang mit dem stab vor den ksl. unnd kgl. speißen verendet, berüerten stab zum vorgeen der weittern ufftragenden speißenn ubergebenn, wie er dann den nachgefolgtenn ksl. unnd kgl. trucksesßenn (welche alle grafen unnd freyhern geweßen) unnd uffgethragnen speißen mit merbemeltem ksl. stab wie auch, alß hernach volgt, der ksl. unnd kgl. Mtt., auch denn Kff. vonn dem rathauß in das ksl. palatium vorgeganngen.
    42
    Reichserbschenk war Heinrich I. von Limpurg-Schmiedelfeld (1534–1585; Europäische Stammtafeln , N. F. XVI, Tafel 139).
    43
    Wahrscheinlich eine Verwechslung mit den Gesandten aus Aachen, die laut Planungskonzept ebenfalls hier sitzen sollten. Die am 17.10.1575 ausgestellte Einladung Maximilians II. an die Stadt Köln (und gleichlautend an die Stadt Frankfurt: HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 232' f. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 455 f.) war erst am 1.11. dort eingetroffen, so dass keine Kölner Gesandten anwesend waren; vgl. Höhlbaum , Buch Weinsberg II, 311, Anm. 1; Bergerhausen , Köln, 53. Es konnten daher auch keine Belege gefunden werden für den von Haagen , Geschichte Achens II, 161, erwähnten Streit, der zwischen den Abgesandten von Köln und Aachen um die Teilnahme und den Vorsitz beim Krönungsmahl entstanden sein soll.
    44
    Dazu ergänzend im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Solich ksl. unnd kgl. mallzeitt hatt sich vonn mittag ahnn unngefarlich biß abenndts zu 4 uhren geweret unnd verzogenn. Da sy nun ir enndtschafft erraicht, haben die gaistlichenn churfürsten innhalt der guldin bull vor der ksl. tafel das „Gratias“ gesprochenn. Item der curfürst uß Sachßen seinen cepter unnd staab von dem Reichs marschalckhenn zu dem diennst wider genomen unnd empfanngen. Also ist auch uff solchs der ksl. unnd kgl. Mtt. vonn dem churfürsten zu Branndenburg das hanndtwaßer wie vonn dem churfürsten vonn Sachßen das handt thuch gepürlich gegebenn unnd geraicht, desgleichenn iren majestetten vonn allen curfurstenn annder mer gezimende reverentzenn erzaigt wordenn.
    45
    Dazu ergänzend im Bericht Amezquetas (vgl. oben Anm. 21, fol. 480 f.): Und diß ists alles, so sich bey der crönung begeben; khein ander khurtzweill weder von tantzen noch turniren oder dergleichen ist nicht geschehen. Und im Bericht Pappenheims (vgl. oben Anm. 21, unfol.): Vor unnd nach solcher königclicher chronung, besunders aber hernach vonn der ksl. Mt., auch denn churfürsten gantz costliche gastungen unnd banckhett hin unnd wider, sunders aber vonn herztog Albrechten uß Bayern dermaßenn ains gehalten, das dabey onne die bellaria [= Nachtisch] oder opß und confect ob die 400 speißenn uff- unnd fürgesetzt worden.

    Anmerkungen

    a
     könig] In der Textvorlage danach versehentlich: den.
    b
     vor] In der Textvorlage: von.
    c
     ipsiusque] In der Textvorlage: ipsi utque.
    d
     sis] In der Textvorlage: sit.
    e
     gesungen] In der Textvorlage danach die Zwischenüberschrift: Praefatio ante elevationem.
    f
     prophetavit] In der Textvorlage: proph. David.
    g
     Accinge] In der Textvorlage: Accingere.
    h
     femur] In der Textvorlage: femor.
    i
     virtutum] In der Textvorlage: virtutem.
    j
     qui] In der Textvorlage: et.
    k
     ut] In der Textvorlage: et.
    l
     eum] In der Textvorlage: cum.
    m
     significare] In der Textvorlage: significari.
    n
     pastores] In der Textvorlage: pastoribus.
    o
     tuo regimini] In der Textvorlage: tui regiminis.
    p
     appareas] In der Textvorlage: apereas.
    q
     at[hletas]] In der Textvorlage: at. Danach eine Lücke im Text.
    r
     gestare] In der Textvorlage: digestare.
    s
     gloriae] In der Textvorlage: glorias.
    t
     modo] In der Textvorlage: modi.
    u
     pacemque sanctae] In der Textvorlage: sancta pacemque.
    v
     confirmet] In der Textvorlage: confirmare.

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    « ŠNr. 36  Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1) »

    Am Morgen des 27. Oktober Zusammenkunft der Kff. und des Pfgf. auf dem Rathaus; anschließend gemeinsamer Zug zum Dom. Zelebrieren der Messe durch den Ebf. von Salzburg, Abwesenheit der weltlichen Kff. und des Pfgf. während des Abendmahls. Wahleid der Kff., Wahlkonklave und Wahl Kg. Rudolfs zum röm. Kg. nach den Vorgaben der Goldenen Bulle. Mitteilung über die erfolgte Wahl an Ks. Maximilian II., der sich daraufhin zum Dom begibt. Danksagungen, Glückwünsche und Mahnreden des Ks. Erhebung Kg. Rudolfs auf den Altar und Proklamation als röm. Kg. und künftiger Ks. vor dem versammelten Volk. Begleitung von Ks. und Kg. in ihre Herbergen.

    Am Morgen des 1. November Zusammenkunft der geistlichen Kff. im Dom; Kg. und Ks. werden von den weltlichen Kff. und anderen Ff. und Gesandten in einer feierlichen Prozession zum Dom begleitet. Einleitende Gebete und Zeremonien; Präsentation der Reichskleinodien. Zelebrieren der Krönungsmesse durch den Ebf. von Salzburg [oder den Ebf. von Mainz], Abwesenheit der weltlichen Kff. und des Pfgf. während des Abendmahls. Befragung und Eid des Kg., Salbung, Einkleidung mit dem Krönungsornat und Übergabe der Insignien. Krönung. Eidesleistung. Thronsetzung. Glockengeläut und Kanonensalven.

    Nach Beendigung der Messe feierliche Prozession der Teilnehmer vom Dom zum Rathaus; Auswurf der Krönungsmünzen. Auf dem Platz vor dem Rathaus Zubereitung eines gefüllten Ochsen und Ausschank von rotem und weißem Wein aus einem Brunnen. Vorbereitungen für die Verrichtung der Erzämter (Handwaschbecken und Handtücher für den Kf. von Brandenburg als Erzkämmerer; Haferhaufen für den Kf. von Sachsen als Erzmarschall; Küche mit Speisen für Pfgf. Ludwig als Vertreter seines Vaters und Erztruchsess) und für das Bankett im großen Saal des Regensburger Rathauses.

    Nach Ankunft der Prozession Verrichtung der Erzämter durch die Kff. und ihre Vertreter. Festmahl im großen Saal und in den Nebenräumen des Rathauses. Begleitung von Ks. und Kg. in ihre Herbergen.

    StA Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Krönungsakten 9, fol. 1–16 (Or., wahrscheinlich verfasst von den Nürnberger Krongesandten) = Textvorlage.1

    ŠEin kurze beschreibung, mit waß proceß und ordnung

    die wahl deß röm. königs Rudolphi 2. etc. in anno 1575, den 27. Octobris

    ist vorgenohmen und volendet worden2

    /1/ Am Donerstag, den 27. Octobris, welcher ist geweßen der abendt Simonis & Judae apostolorum, sind die 5 churfürsten Mainz, Thrier und Cölln, chur Sachsen und chur Brandenburg und dann deß churfürsten pfalzgraf Fridrichs sohne, pfalzgrav Ludwig etc., alß hochermeltes seines herrn vatters gewalthaber selbst persönlich ungefehr umb 7 der kleinen uhr auf dz rhathaus gezogen mit allem ihrem hofgesindt aufs herrlichst bekleidet, und haben ihnen die churfürsten ihre churfürstliche schwerdt in den schaiden, mit vergüldten und silberen gahr herrlich beschlagen, vorführen lassen. Daselbst auf dem rhathaus haben sie ihren churfürstlichen habit angethan3 und seindt darnach in ihrer Šordtnung in den thumbstifft alhier gezogen, daselbst vermög der guldenen bull die ordentliche wahl fürzunehmen4.

    In dem nun die churfürsten allesambt, auch dem [!] könig zu Böheimb Rudolpho5, in den chor des thumbstifts kommen, haben sie ihre gebürendte session oder standt eingenommen6, welche nach altem herkommen und gebrauch, und wie mann sy zuvor in der statt Franckhforth zuverrichten und zubereitten pflegt, mit chöstlicher tapecerey, auch guldenen tuech behengt und geziert gewest. Daselbst im thumbstift ist der ertzbischof zu Salzburg7 in seinem potifical angethan erschinen und /1'/ erstlich angefangen, daß „Veni sancte spiritus“ zusingen, welches die ksl. cantorei vollents hinauß gesungen und der ertzbischof mit gewohnlicher collecten daselbst beschlossen. Alßbalden zu anfangs solches gesangs sindt die churfürsten alle aus ihren stüelen gangen, vor den hohen altar im chor neben einander in ihrer ordtnung nider gekniet und also biß zum beschlus des gesangs khnient bliben, aber ihr schwerdter in den verguldten schaiden haben sye ein jeder vor seinem stuel und platz, da er gestandten ist, ligen lassen. Nach vollendung dieses gesangs hat mann angefangen, das ambt oder die mess „De sancto spiritu“ nach vermög der guldenden bull zusingen, Šund hat der ertzbischof zu Saltzburg die meß gehalten, die ksl. cantorei das ambt durchaus herrlich gesungen. Alßbaldt nach anfang der meß sindt die zween weltliche churfürsten Sachßen und Brandenburg sambt dem pfalzgrav Ludwigen (alß der augspurgischen confeßion verwandte) auß dem chor abgetretten, doch ihr jeder sein schwerdt, wie vorgemeldt, bey seiner seßion oder standt ligen lassen, und haben sich also mitler weil und biß die meße vollendet gewest in dem conclav (darinnen nachmals die wahl geschehen) beyeinander enthalten. Nach volbrachter meß sindt die weltlichen churfürsten sambt dem pfalzgrav Ludwigen an statt seines herrn vattern wider auß dem conclav in den chor gangen, [haben] ihre vorige standt und seßion eingenommen und alß der ertzbischof von Salzburg /2/ abermahls daß „Veni sancte“ angefangen, seindt die churfürsten allesambt widerumb, wie zuvor im anfang, vor dem altar nidergekniet und biß zum ende des gesangs knient bliben.

    Nachmalß hat der churfürst von Maintz alß des röm. Reichs ertzcanzlar etc. den andern churfürsten allen und einem jeden insonderheit den aidt, wie dersselbig in der guldenen bull begriffen, fürgeleßen; er auch letzlich denselben selbst geschworen8. Und laut derselbige aidt von wort zu wortten also: „Ich N.N. schwöre zue dem hl. evangelio hiergegenwertig vor mir ligent, das ich durch den glauben und die treu, damit ich Gott und dem Hl. Röm. Reich verstrickht und verbundten bin, nach aller meiner vernunfft und verstendtnus mit der hilf Gottes wehlen will ein weltlich haubt dem christlichen volckh, das ist einen römischen könig zum könftigen keyser zuerheben, der darzue geschickht und tüglich sey, so weit mich meine sinnen und vernunft weißen, und nach obberierten meinen glauben und trew mein stim und wahl geben will ohne geding, lohn oder gab oder verheisung derselben oder welcher massen solches möchte genant werden, alß mir Gott hilft und das hl. evangelium.“9 In solchem schwören haben die geistliche churfürsten ihre rechte handt auf die brust, die weltlichen aber auf das hl. evangelium gelegt.

    /2'/ Nachdem nun obbeschribner massen der aidte von denen churfürsten allen geschworen, seindt sie widerumb in ihre stüele gegangen, und hat der ertzbischof angefangen zuesingen den hymnum „Veni creator spiritus etc.“, die ksl. cantorei denselben gahr aus gesungen, und nach volbrachtem hymno sindt die churfürsten sambt dem könig zu Böheimb etc. aufgestandten und Šihrer ordtnung in das conclav gangen10, welches auch alßbaldt nach ihnen verspört und zuegeschlossen worden, und haben die churfürsten die schlüßel zue der statt Regenspurg thoren in einem thriechelein11 zu sich in daß conclav genohmmen und biß nach vollendung der wahl behalten. Daselbst in dem conclav haben die churfürsten nach ordnung der guldenen bull den königa zue Böheimb Rudolphum mit einhelliger stim12 und wahl zue einem römischen könig und zum khönftigen keyßer in dem nahmen Gottes frey erwehlt13.

    ŠNach beschehener wahl haben die churfürsten zue der röm. ksl. Mt. in ihren pallast geschickt14 und ihrer Mt. anzeigen lassen, daß sie die wahl eines röm. königs und zuekönftigen keyßers nach ordtnung der guldenen bull vollbracht und beschlossen; wehre darauf ihr undterthenigstes vleißigs bitten, ihr ksl. Mt. wolte unbeschwerdt sein, zue ihnen in den thumbstift zu kommen, alda die eröfnung der gethanen wahl anzuhören und /3/ ferrner darauf waß sich gebüert handtlen und beschließen zu helfen. Auf solche bitt und ersuechung hat die ksl. Mt. solch der Kff. begehren bewilligt, sich auch alßbaldt aufgemacht und hinumb in den thumbstift in einem sessel tragen lassen, und ist ihr ksl. Mt. durch die herrn des rhats unter dem himmel, auch sonsten die fürsten und andere herrlich begleidet worden15. Alß nun die ksl. Mt. in den thumbstift khommen, sindt die churfürsten in ihrer ordtnung und kfl. klaidung biß zue der kirchenthüer ihrer ksl. Mt. entgegen gangen. Alda hat ihre Mt. ihnen allensambt die handt gebotten und sich nachmals in den chor tragen lassen, daselbst ihren ksl. habit angethan, und haben die Kff. ihrer ksl. Mt. die ksl. cleinoth und insignia fürgetragen und sindt also miteinander in daß conclav gangen. Daselbst ist ihrer ksl. Mt. durch den churfürsten zu Maintz angezaigt worden, wie das er und seine mitchurfürsten die kgl. Würden zue Boheimb Rudolphum, ihrer ksl. Mt. sohn, nach ordnung der guldenen bull mit einhelliger stimb und wahl zue einem röm. könig und zukönftigem keyßer erwehlet haben, mit underthenigster bitt, ihre ksl. Mt. wolte ihr solche wahl allergnedigst gefallen /3'/ lassen und dieselbig confirmiren und bestettigen.

    ŠDarauf hat die ksl. Mt. in einer gar ziehrlichen und ausführlichen rede sich gegen den churfürsten erclehret, daß ihr Mt. ob der beschehenen wahl nicht allein wol zuefriden und ein sonders gefallen truegen, sondern sye thete sich auch gegen den churfürsten deß geneigten günstigen und freundtlichen willens allergnedigst bedanckhen, mit erbietung, solches gegen ihnen, den churfürsten, mit allen gnaden zuerkhennen. Ihr ksl. Mt. haben auch ferrner die churfürsten gantz gnediglich ermahnet und gebetten, nachdem nun die verwaltung und administration deß Röm. Reichs sonderlich bey solchen gantz schweren und gefehrlichen leuften und zeiten ein unüberschwengliche grosse bürden auf ihm truege und der jezt erwehlte römische könig, ihrer Mt. geliebter sohne, des alters halben noch jung16, das sie, die churfürsten, ihme mit getreuem hilf und beystandt, mit rhat und that nicht verlassen wolten, gleichsfals wehre ihre ksl. Mt. nach ihrem höchsten vermögen zuethuen urbietig und willig. Und haben ihre ksl. Mt. sich darauf zue dem neu erwöhlten römischen könig, ihren sohn, gewiedmet, denselben gantz freundt- und vetterlich angesprochen und ihme erstlich zue der angenohmenen /4/ hochheit und wirdigkeit der administration des Römischen Reichs von Gott dem allmächtigen glickh und heil gewinschet und ihn vermahnet, dieweil ihm solche bürden sonderß zweifels aus sonderbahrer schickhung Gottes aufferlegt, das er sich derselben nit verwidern, sondern mit danckhsagung annehmen und Gott umb gnadte bitten soll etc. Ihre ksl. Mt. haben ihne auch ferrner vermahnt, in solcher administration allein Gott und die gerechtigkeit vor augen zuhaben und des Römischen Reichs wolfarth zum besten zuebefördern, darzue dann ihre ksl. Mt. sambt den churfürsten allen ihme getrewe hilf und beystandt laisten und erzaigen wolten. Solche glückhwinschung und vermahnung hat der neuerwehlte könig mit gar khindtlicher reverenz und ehrerbietung, auch vleißiger danckhsagung angenommen und sich erbothen, dieser vetterlichen vermahnung mit höchstem fleiß nachzukommen und dieweil er für sein person sich zue solcher bürden und hochheit viel zue gering und zue wenig erkhenne, so wol er sich der gnaden Gottes, auch seines geliebten herrn vatters und der churfürsten aller hilf und beystandts, ihrem gnedigsten erbiethen nach, ungezweifelt getrösten, auch darneben an allem seinem müglichen fleiß nichts erwinden noch ermanglen lassen17.

    ŠDarauf die churfürsten ihme nacheinander glückh /4'/ gewinscht, und nach solcher glückhwinschung ist die ksl., auch die kgl. Mt. sambt den churfürsten auß dem conclav in den chor heraußgangen, und hat die ksl. Mt. sich in ihren stuel, welcher auf das herrlichst zuegericht gewest, nidergesezt. Die kgl. Mt. ist vor den altar gangen, daselbsten auf dem obristen staffel nidergekniet, die 6 churfüersten, deren zue jeder seiten 3 nach der ordtnung gestandten, haben ihre kgl. Mt. miteinander aufgehebt und auf den altar gesezt. Nachmahlen hat mann angefangen, das „Te Deum laudamus“ aufs herrlichst und frölichst zuesingen, darzwischen hat mann auch alle glockhen geleutet und des grosse geschütz auf den pasteyen abgehen lassen.

    Nach vollendung desselben haben auch alle trompeter und hörpauckher sich weidlich hören lassen, das es in der kirchen gewaltig erschollen. Nach dieser frolockhung haben die churfürsten miteinander die kgl. Mt. widerumb von dem altar herab gehoben, und hat sich die ksl. Mt. in ihren sessel von ihren stuel auß dem chor herauß in die kirchen tragen lassen, alda ein hohe bühn mit prettern aufgemacht gewest, auch der ksl. und kgl. Mtt., darzue auch den churfürsten ihre seßiones, wie solches einem jeden gebürt, /5/ verordnet, aufs herrlichst geschmuckht und geziehrt gewest. Von derselben bühn herab gegen dem volckh, welches in grosser meng und in grossem gedreng versamlet gewest, ist der new erwöhlte könig offentlich proclamirt und alß ein römischer könig und zuekunftiger keyßer außgerueffen und verkhündigt worden18. Nach solchem haben die trompeter und hörpauckher widerum angefangen zueblaßen und zueschlagen, und ist nach diesem allen die röm. ksl. Mt. in ihren sessel wider auß der kirchen getragen und durch die kgl. Mt., auch alle chur- und füersten under dem himmel in ihre ksl. Mt. herberg begleitet worden, daselbst ihre ksl. Mt. ihnen allen die handt gebothen und ihnen anheimbs zueziehen erlaubt hat. Die churfürsten haben in dem kfl. habit und ornat die kgl. Mt. auch in ihre herberg begleitet und nachmals ein jeder auch in sein herberg gezogen19. Und ist also solche wahl glückhlich und wohl vollendet worden20.

    könig und zukhünftigen keyßer ist gekhrönt worden21

    /5'/ Am ersten tag deß monats Novembris im selbigen jahr 1575, ist gewest der tag omnium sanctorum; zue morgens umb 7 der kleinen uhr sindt die 3 geistlichen churfürsten Maintz, Trier und Cölln, ein jeder in seinem churfürstlichen habit, auß ihrer herberg in den thumb gezogen, alda in der sacristey ihre pontificalia (ausserhalb deß von Cöln, welcher kein geweyheter priester gewest) angelegt und daselbst der röm. ksl. und kgl. Mtt. ankhunft erwartet. Die weltlichen zwen churfürsten aber, alß Sachsen und Brandenburg, auch in ihrem kfl. klaidt, und Pfgf. Ludwig, des churfürsten sohn, an statt seines herrn vatters und alß desselben anwaldt und bevelchhaber, in seiner gewöhnlichen klaidung, deßgleichen auch die andern anweßende fürsten, graven und herrn, auch andere potentaten, gesandte und potschafften haben sich sambt allen ihren dienern und hofgesindt zue der röm. kgl. Mt. in desselben herberg im winckhel gegen der thumbkirchen über verfüegt, daselbst ihrer kgl. Mt. auf den dienst gewartet und volgents ihrer kgl. Mt. hinüber in des bischofs hof, da ihr ksl. Mt. zur herberg gelegen, begleitet. Und ist die kgl. Mt. gahr herrlich begleitet geweßen und mit rothem atles, samet und güldenem stuckh, ihr Mt. haben auch die böhemische cron alß ein könig desselben reichs aufgetragen. /6/ (Bey dießer beschreibung geschiehet auch meldung der protestation, so nicht allein die statt Franckhfort wegen der wahl, alß die vermög der guldenen bull daselbst celebrirt werden soll22, sondern auch die statt Aach wegen der Šcrönung, so ingleichem daselbst vorgenohmen werden soll23, eingewendet haben.) 

    Alß nun die kgl. Mt. sambt der weltlichen chur- und fürsten etc. bey der ksl. Mt. in ihrem palatio erschinen, haben ihr ksl. Mt. sich alßbalden aus ihrem Šgemach herabtragen [lassen]. Daselbst hat sich der ksl. und kgl. Mtt. hofgesindt sambt den weltlichen fürsten, graven und herren in ihre gebürende ordnung gestelt, und haben die 3 weltlichen churfürsten die ksl. insignia und cleinoder24, alß nemlich der pfalzgraf auf der rechten handt den guldenen apfel, auf der linckhen seiten der churfürst von Brandenburg das scepter und in der mitten der churfürst von Sachßen dz blosse schwerdt der ksl. Mt. vorgetragen, welche alle zue fues gegangen. Auf dieselben haben ihr ksl. Mt. sich unter dem himmel in einem sessel tragen lassen, und ist zu nechst neben ihrer ksl. Mt. die kgl. Mt. zur linckhen handt beneben (doch ein wenig hinter sich) gefolgt, und nach dießem allen das ander hofgesindt sambt /6'/ einer grossen meng volckhs hinten nachgangen25.

    In solcher ordnung ist mann in den thumbstift gangen, daselbsten seindt die 3 geistlichen churfürsten sambt den bischofen und ganzer clerisey in einer herrlichen proceßion der keyßer- und kgl. Mtt. biß zue der kirchthier entgegen gangen, und hat der ertzbischof von Salzburg alß verordneter consecrator26 mit Šdiesem versiculum die kgl. Mt. empfangen und gesagt: „Adiutorium nostrum in nomine Domini“. Die andere bischöf und clerisey haben geantworttet: „Qui fecit coelum et terram.“ Salzburg widerumb: „Sit nomen Domini benedictum“. Clerisey: „Ex hoc nunc et usque in saeculum.“ Salzburg widerumb ein collecten geleßen „Omnipotens etc.“. Nach volbrachter collecten seindt die geistlichen in ihrer proceßion gegen den chor fortgangen, darauf die ksl. Mt. mit den geistlichen churfürsten begleitet, nach derselben die weltlichen churfürsten. Die kgl. Mt. aber hat sich vor dem chor altar auf die erden, alda ein köstlicher schöner teppich nach der lenge aufgebraitet geweßen, creutzweiß mit ausgespanten armen nidergelegt, der ertzbischof von Salzburg den vers gesprochen: „Domine salvum fac regem“; die clerisey geantwortet: „Et exaudi nos in die qua invocabimus te.“ Darauf die collecten von dem erzbischof gesungen worden: „Domine qui scis etc.“ und dann ein andere collecten „Omnipotens sempiterne Deus etc.“ /7/ In deßen, und biß also mit hirvor geschribnen gebeten der anfang gemachet worden, haben die 3 weltlichen churfürsten der ksl. Mt. mit den ksl. cleinodien und insignien auf den dienst gewarttet. Nach vollendtem gebet und collecten haben die geistliche churfürsten und der bischof die kgl. Mt. von der erden wider aufgehebt und sie in ihren verordneten stuel (welcher gleichfals herlich zuegerüst gewest) geführt und daselbst nidergesezt. Nachmals haben auch sie, die geistlichen Kff., ihre verordnete seßiones eingenohmmen, und hat die ksl. Mt. die weltlichen churfürsten auch abtretten lassen, welche alßdann die ksl. cleinodt und insignia ihren unter officiren uberantworttet. Dieselben haben sie, so lang dieser actus gewehret und biß die Kff. selbst dieselbigen wider von ihnen zue sich genommen, vorb der ksl. Mt. stuel mit gebührender reverenz stehent gehalten. Deßgleichen sindt auch die andern weltliche fürsten, ein jeder seinem standt nach, in ihren verordneten stuel und seßion gestandten.

    Darauf hat der ertzbischof von Salzburg daß ambt der meß angefangen, in seinem meßgewandt für den altar niedergekhniet, daß „Confiteor“ gesprochen, welchen die andern 2 bischof, Regenspurg und Lübeckh, ministrirt und beederseits auf den dienst gewartet. Nach solchem seindt die weltlichen chur- und fürsten, soviel derselben der augspurgischen confeßion verwandt, mit gebührender reverenz gegen der röm. ksl. und königlichen Mtt. auß ihren stüelen abgetretten und solang aussen bliben /7'/ biß das ambt der meß gar vollendet Šgeweßen27. Die andern aber, welche der bäbstlichen religion zuegethan, sindt mit grosser andacht und allen derselben ceremonien gebliben, biß zum ende verharret und darbey alles daß verrichten helfen, was sich catolischer gebrauch und ordnung nach gebühret. Under dem ambt der hl. meß ist durch der röm. ksl. Mt. cantorey auf das herrlichste gesungen worden28.

    Nach verrichter meß und gesang ist die kgl. Mt. in ihren stuel oder standt aufgestandten, den kgl. mantel von sich gelegt, darunter sie ein rothen langen atleßen rockh gehabt, und ist volgents durch die geistliche Kff. für die staffel des altars geführt worden. Daselbst hat ihre kgl. Mt. sich abermahls wie zuvor creuzweiß auf die erden nidergelegt, und ist die litaney von 2 priestern zuesingen angefangen und allweg durch den chor oder die cantorey geantwort worden. Alß mann nun in solchem gesang an das ohrt vor den könig zubitten kommen ist, hat der ertzbischof von Salzburg, welcher das ambt gesungen, seinen bischoflichen stab in handt genommen und nachfolgende vers selbst gesungen: „Ut famulum hunc tuum Rudolphum in regem eligere digneris; et eum benedicere, sublimare et conservare digneris; et eum ad regni et imperii fastigium feliciter perducere digneris.“ Darauf der chor allzeit geantworttet: „Te rogamus, audi nos.“

    Nach volbrachter litaney hat mann die kgl. Mt. von der erden wider aufgehaben, und sich der bischof vor dem altar umbgewendet, ihre kgl. Mt. vor dem altar stehendt auf nachfolgende articul in lateinischer /8/ sprach gefragt: „1. Vis sanctam fidem catholicam a viris sanctis traditam tenere et operibus iustis servare?“ Rex respondit: „Volo.“ Episcopus: „Vis sanctis ecclesiis exclesiarumque Šministris fidelis eße tutor et defensor?“ Rex: „Volo.“ Episcopus: „Vis regnum a Deo tibi conceßum secundum iustitiam praedeceßorum tuorum regere et efficaciter defendere?“ Rex: „Volo.“ Episcopus: „Vis pauperum et divitum, viduarum et orphanorum aequus esse iudex et pius defensor? Rex: „Volo.“ Episcopus: „Vis sanctissimo in Christo patri et domino romano pontifici et sanctae romanae ecclesiae subiectionem debitam et reverentiam exhibere?“ Rex positis duobus digitis manus suae dextra[e] super altare dixit: „Volo et in quantum divino fultus fuero adiutorio et precibus fidelium christianorum adiutus fuero, omnia promissa fideliter adimplebo, sic me Deus adiuvet et sancta Dei evangelia.“

    Alß nun solcher eide vollendet, hat der bischof weiter sich zue den churfürsten, fürsten, auch der ganzen geistlichkeit und dem umbstehenden gegenwertigen volckh gewendet und in lateinischer sprach also gefragt: „Vultis tali principi et rectori vos subiicere ipsiusquec regnum firmare, fide stabilire acque iußonibus illius obtemperare? iuxta apostolum[:] Omnis anima potestatibus sublimioribus subiecta sit, sive regi tanquam praecellenti.“ Ad quam quaestionem domini archiepiscopi moguntinensis, trevirensis, principes electores Alemaniae respondentes dixerunt: „Fiat, fiat, fiat.“ Nach solchem hat die kgl. Mt. sich abermals auf den teppich nach der leng nidergelegt, und hat der ertzbischof nachfolgenden seegen über ihre kgl. Mt. gesprochen: „Benedic domine hunc regem nostrum.“

    Nach solchem gebet hat sich die kgl. Mt. widerumb auf- /8'/ gerichtet, und hat ihr Mt. der ertzbischof gesalbet mit dem geweyheten öhle, erstlich auf den haubt uber die schaidel, darnach auf der brust, item über die schultern und an den gelenkhen beeder arm, und hat darzue gesprochen: „Pax tibi.“ Der chor aber oder die clerisey hat geantworttet: „Et cum spiritu tuo.“ Der ertzbischoff weiter gesprochen: „Ungo te in regem de oleo sanctificato in nomine patris et filii et spiritus sancti. Amen.“ Unter solcher salbung hat der chor gesungen die antiphon „Unxerunt Salomonem“. Darnach hat der erzbischof ihr kgl. Mt. auch die händt inwendig an den ballen gesalbet und geschprochen: „Ungantur manus istae de oleo sanctificato, uti uncti fuerunt reges et prophetae, et sicut Samuel unxit David in regem, ut sisd benedictus et constitutus rex in regno isto super populum istum, quem dominus Deus tuus dederit tibi ad regendum et gubernandum, quod ipse praestare dignetur, qui vivit et regnat in saecula seculorum.“ Und nach solcher salbung hat der chor widerumb gesungen die antiphon: „Unxit te Deus etc.“

    Nach volbrachter salbung hat mann die kgl. Mt. in die sacristey geführt, und ihrer Mt. capelan haben mit einer gar schönen reinen woll das angesalbte öhl widerumb abgewischt. Darnach hat mann ihr kgl. Mt. daselbsten in der sacristey angethan mit eines diaconi rockh und kleidung ohne mantel oder meßgewandt, und ist ihre Mt. in solchem leviten rockh widerumb herauß in die Škirchen kommen in ihren sitz bey dem altar, und hat der ertzbischof widerumb angefangen über ihre kgl. Mt. zubetten unterschidliche precationes. Nach vollendung solcher gebet, und dieweil die kgl. Mt. noch vor dem altar gekhniet, hat der ertzbischof zu ferrnerer vollführung der angefangnen meß die praefation mit anhangenden worten gesungene: /9/ „Per omnia secula seculorum.“ Darauf hat der chor geantwort: „Amen.“ Und darauf der erzbischof daß „Deo gratia etc.“ gesungen, auch underschidliche benedictiones gesprochen.

    Nach solchem gebet und seegen, und alß die kgl. oder ksl. insignia oder cleinoder auf der linckhen seiten neben dem altar ordentlich auf einem tisch ligent albereit vorhanden gewest, haben die 3 geistliche churfürsten derselben ains nach dem andern in die handt genommen und der kgl. Mt. überantworttet, und erstlich ein blosses schwerdt in die handt gegeben, darzue der ertzbischof diese lateinische wort gesagt: „Accipe gladium per manus episcoporum licet indignas, vice tamen et authoritate sanctorum apostolorum consecratas, tibi regaliter impositum nostraeque benedictionis officio in defensionem sanctae Dei ecclesiae divinitus ordinatum; et esto memor, de quo psalmista prophetavitf dicens (under dießen wortten haben die churfürsten der kgl. Mt. daß schwerdt in die schaiden gesteckht und an die seiten gehenckht): Accingeg gladio tuo super femurh tuum potentissime, et in hoc et per eundem vim aequitatis exerceas, iniquitatis molem potenter destruas et sanctam Dei ecclesiam eiusque fideles propugnes, protegas, nec minus in fide falsus quam christiani nominis hostes exerceas et destruas, viduas et puppillos clementer adiuves ac defendas, desolata restaures, restaurata conserves, ulciscaris iniusta, confirmes bene disposita, quatenus haec [in] agendo virtutumi triumpho gloriosus, iustitiae[que] cultu egregius, cum mundi salvatore (cuius typum geris in nomine) sine fine merearis regnare, qui cum patre et spiritu sancto vivit et regnat Deus in secula seculorum. Amen.“

    Alß nun die kgl. Mt., alß wie obsteth, mit dem schwerdt umbgürt gewest, ist ihrer Mt. auch ein herrlicher köstlicher /9'/ mantel angelegt und ein ring an die handt gesteckht und latein diese wort darzue gesprochen worden: „Accipe regiae dignitatis annulum et per hunc catholicae fidei cognosce signaculum, et ut hodie ordinaris caput et princeps regni et populi, ita perseverabilis auctor et stabilitor christianitatis et christianae fidei fias, ut felix in opere cum rege regum glorieris per aevum, cui est honor et gloria per infinita secula seculorum.“

    Darnach hat mann ihrer kgl. Mt. auch den scepter in die handt gegeben und diese wort gesprochen: „Accipe virgam virtutis et aequitatis, qua intelligas mulcere pios et terrere reprobos, errantibus viam pandere, lapsisque manum porrigere, disperdas superbos et releves humiles, et aperiat tibi ostium dominus ŠDeus noster, qui de se ipso ait: Ego sum ostium, per me si quis introierit, salvabitur. Et ipse est clavis David et sceptrum domus Israel, quij aperit, et nemo claudit, claudit et nemo aperit, sitque tuus ductor, [qui] educit vinctum de domo carceris sedentem in tenebris et in umbra mortis, utk in omnibus sequi merearis euml, de quo propheta David cecinit: Sedes tua, Deus, in seculum seculi, virga aequitatis virga regni tui. Et imitando ipsum diligas iustitiam et odio habeas iniquitatem, quia propterea unxit te Deus tuus ad exemplum illius, quem ante secula unxerat oleo exultationis prae participibus suis per Iesum Christum.“

    Nach diesem gebet haben die 3 geistliche Kff. Mainz, Thrier und Cölln ihrer kgl. Mt. die cron29 aufgesezt und darzue nachfolgende wortt gesprochen: „Accipe coronam regni, quae licet ab indignis episcoporum manibus capiti tuo imponitur per quam sanctitatis gloriam et opus fortitudinis expreße significarem intelligas, et per hanc te principem ministerii nostri non /10/ ignores. Ita ut sicuti nos in interioribus pastoresn rectoresque animarum intelligimur, ita et tu in exterioribus verus Dei cultor strenuusque contra omnes adversitates exclesiae Christi defensor regnique a Deo tibi dati existas, et per officium nostrae beneditionis vice apostolorum omniumque sanctorum suffragio tuo regiminio commissi utilis executor regnatorque perspicuus semper appareasp, ut inter gloriosos at[hletas] q virtutum gemmis ornatus et praemio sempiternae felicitatis coronatus, cum redemptore ac salvatore Domino nostro Iesu Christo, cuius nomen vicemque gestarer crederis sine fine gloriaes, qui vivit et regnat Deus cum patre in unitate spiritus sancti per omnia secula seculorum. Amen.“ Alß nun die kgl. Mt. dermassen, wie obstehet, gekrönet und mit allen kgl. ornamenten, gezirten und insignien angethan gewest, haben die 3 geistliche Kff. ihre kgl. Mt. abermals die stafel hinauf vor den hohen altar geführet. Daselbst hat ihre kgl. Mt. ihre beede hendt auf den altar gelegt und zum andern mahl nachfolgenden aidt und pflicht gethan: „Profiteor et promitto coram Deo et angelis eius modot et deinceps legem et iustitiam pacemque sanctaeu ŠDei ecclesiae servare populoque mihi subiecto prodeße et iustitiam facere et conservare iura regni, salvo condigno divinae misericordiae respectu, sicut cum consilio principum et fidelium regni atque meorum melius invenire potero, sanctissimo romano episcopo et ecclesiae romanae caeterisque pontificibus et ecclesiis Dei condignum et canonicum honorem volo exhibere, ea etiam, quae ab imperatoribus et regibus ecclesiae seu ecclesiasticis viris collecta sunt et erogata, inviolabiliter ipsis conservabo et faciam conservari, abbatibus et ordinibus ac vasallis regni honorem congruum volo portare et exhibere, domino nostro Iesu Christo mihi praestante auxilium, fortitudinem et decorem.“

    Nach volbrachter dießer pflicht und gelüebd haben die churfürsten alle die kgl. Mt., also in ihr ornamentis angethan, auf /10'/ die hohe bühne vor dem altar der apostel Simonis et Iudae gefürth, alda ihre kgl. Mt. ein gar herrlichen siz unndt kgl. stuel zubereitet gehabt, darinn sich gesezt und also des Hl. Röm. Reichs poßeßion eingenommen, und darzu nachvolgende wort gesprochen: „Serva et retine locum regium, quem non iure hereditario nec paterna succeßione, sed principum seu electorum in regno Alemaniae suffragiis tibi noscas delegatum, maxime per authoritatem Dei omnipotentis et traditionem nostram praesentem et omnium episcoporum caeterorumque servorum Dei. Et quanto clerum sacris altaribus propinquorem prospicis, tanto ei potiorem in locis congruis honorem exhibere memineris, quatenus mediator Dei et hominum te mediatorem cleri et plebis in hoc regni solio confirmetv et in regno aeterno secum regnare faciat Iesus Christus Dominus noster, rex regum et dominus dominantium, qui cum Deo patre et spiritu sancto vivit et regnat in secula seculorum. Amen.“30

    Nach diesem allen hat man mit großer freudt und jubilation angefangen dz „Te Deum laudamus“ [zu singen], darzu der ksl. Mt. organist auf die orgel geschlagen und die cantorey darzwischen aines nach dem andern gesungen, wie nicht weniger hat man unter dem gesang alle glocken angefangen zuleuten und dz geschüz auf den pasteyn andern orthen loß gebrandt. Ingleichen haben auch khayser- und kgl. trompetter und hörpaucker sich mit großem schal hören laßen. Darauf ist die kgl. Mt. widerumb in ihren vorigen standt und stuel getretten und daselbst bis zum ende der meß verharret31; und ist darauf die meß Švorgenommen und dz evangelium Mathei „Cum natus eßet Iesus in Bethlehem in diebus Herodis regis etc.“ gesungen worden, nach demselben durch den erzbischoff vor dem altar „Credo in unum Deum etc.“ und durch den chor gar vollendet worden. Unter dem gesang deß offertorii und alß man der ksl. undt kgl. Mtt. das evangelium buch zukhüßen vor- /11/ getragen hatte32, ist die kgl. Mt. aus ihren stuel aufgestanden und zu dem altar gangen, alda etliche stuckh gelts geopfert, und seindt ihrer Mt. die geistlichen churfürsten undt andere mehr in ihren standt undt ordnung nachgefolgt.

    Nachmalß ist die stille meß oder canon bis zue der wandlung oder elevation verrichtet undt mitlerweil durch den chor das „Sanctus, sanctus, sanctus“ undt „Agnus Dei“ gesungen worden, darauf auch der erzbischof eine collecten gesungen. Verner ist abermals in der meß fort gefahren worden biß auf disen orth, da der prister, so das ambt helt, zu singen pflegt „Et pax eius sit semper vobiscum“. Alda hatt sich der eine diaconus umbgewendt unndt gegen dem chor undt volckh gesungen: „Humiliate vos ad benedictionem“, darauf ist die kgl. Mt. in ihrem stuel und sonsten menniglich nider gekniet, unnd hat der erzbischof uber ihre kgl. Mt. den seegen gesprochen.33

    Wie die ksl. und kgl. Mtt., auch churfürsten und fürsten etc. nach volbrachter crönung aus dem thumb auf dz rathauß zur malzeit gezogen

    Nach vollendung des gottesdiensts hatt die röm. ksl. undt kgl. Mt., deßgleichen auch die churfürsten in den habit unndt churfürstlichen claidung sich in die ordnung gestelt und also mit sambt den andern fürsten und herrn etc. in nachvolgender ordnung aus dem chor und aus der kirchen zue fueß gegen dem rathauß zugezogen, alda die röm. ksl. Mt. eine gar herrliche mahlzeit hat beraiten und zurichten laßen. Mitler weil aber, /11'/ unndt ehe dann die ksl. und kgl. Mtt. sambt den churfürsten auf dz rathauß kommen, ist die röm. keiserin sambt ihren töchtern, auch die herzogin von Bayrn sambt der alten herzogin mit allen ihren frauenzimmer und hofgesindt aufs köstlichst geschmuckt und angethan in gar schönen verhenckten wägen auf dz rathauß gefahren, daselbs auf dem großen saal oder tanzpoden durch die fenster herab zugesehen, aber bei der malzeit sindt sie nit bliben.

    Auf dem plaz gerad gegen dem marckthurn uber hat man etlich tag zuvor ein hohe kuchen von pretern aufgeschlagen, darin hat man einen ganzen ochßen Šmit kopf und schenckeln zum praten zubereit. Derselbig ochß ist außgewaidet und mit allerlei andern fleisch, wildpret, gefligl und vischen dermaßen ausgefült und gespickt geweßen, und ist also ganzer an einem großen hülzern spiß, welchen auf beeden orthen ihrer 2 mit einer winden wie ein großen haspel haben umbgetriben, einen ganzen tag und nacht zuvor gebraten, der eben zu der stund der malzeit, alß die ksl. und kgl. Mtt. zu tisch geseßen, ferttig worden, welcher ochß auch hernach preiß gemacht und zerrißen worden34. Nicht weit von diser kuchen ist auch ein hilzerne prunstuben gesezt und aufgericht worden, in der höhe unnd oben herab, auch in der mitten mit 4 röhren. Aus denselben ist rother unndt weißer wein gesprungen unndt von den umbstehenden zuelauffendem volckh mit großen getrang unndt ungestimb aufgefangen, darüber auch gleichfals, wie bei dem ochßen, mancher sehr ubel ist geschlagen, also dz schier niemandt nichts mit lieb zutheil, sondern vilmehr verschüttet worden alß zu nuz khommen. Denselben brunnen mit wein hatt man für der ksl. unndt kgl. Mtt. fürzug auß der kirchen am allermeisten unndt völligsten /12/ springen unndt laufen laßen, darüber dann etliche emer roth unndt weißer wein aufgangen, mehrern theil aber, wie obstehet, unüzlich verschidet worden.

    Ferner ist auch auf der gaßen gegen gemeiner statt canzlei uber für des glasers behausung daselbß ein tisch, mit köstlicher leinwath oder tischtuch bedeckt, gesezet worden, auf welchen der ksl. unndt kgl. Mtt. silberne undt verguldte gießkhandten unnd pecke zum handtwaschen mit dem köstlichen schönen servetln oder handtzwellen verordnet gewest, welche khandten und handtbeckh der churfürst zue Brandenburg hernach auf einem pferdt abgeholet, mit sich auf dz rathauß geführet undt der ksl. unndt kgl. Mtt. das handtwaßer gereichet. Es ist auch auf dem plaz gleich für der rathstuben ein hauffen habern ohngevehr 2 oder 3 schaff auf die gaßen geschitt worden, in welchen nachmals der churfürst von Sachßen gesprengt, denselben außgemeßen unndt preiß gemacht.

    Die ksl. Mt. hatt auch in dem rathauß hinten im hoff under der großen schupfen, da man /12'/ sonst das prenholz zulegen pflegt, gar ein große gewaltige kuchel aufschlagen laßen, darinnen die malzeit zu diesem herrlichen pancket gekochet unndt zugerichtet worden. So ist auch in eingang des rathauß der halbe theil von der thier bis an den hoff mit prettern verschlagen unndt zum Šanrichten zugerichtet worden, also dz man aus der kuchen herfür an dzselbige orth hat gehen mögen. Es ist auch die thier des rathauß desgleichen unten bei der stiegen mit trabanten unnd hördschieren verwahret gewest, dz niemand frembder hat hienein kommen mögen. Item so hatt man alle stuben im rathauß, außgenommen die canzlei, ausraumen mußen, die sindt zur silber cammer und anderer der officierer notturfft gebraucht, auch vil ksl. undt kgl. hoffgesindt gespeist worden.

    Auf dem großen saal ist es gar herrlich undt zierlich zugericht gewest, derselbig mit güldenen tuch und köstlicher tapecerey uberhenckt und zuvorderist der ksl. unnd kgl. Mtt. tafel ungevehr 6 oder 7 staffel hoch, jedoch der kgl. Mt. tisch umb etliche staffel niderer. Nachmals herab, gerad gegen der ksl. und kgl. tafel uber, ein besonderer tisch vor den churfürsten zu Thrier allein und volgendts auf beeden seitten für die /13/ anderen geistliche und weltliche churfürsten besondere tafel gestanden, wie solches nach ihr jedes standt und gradt gebührt35, deßgleichen sindt auch auf ebner erden des saals noch etliche tisch für die andern fürsten und große herrn, so der ksl. und kgl. Mtt. haben auf den dienst gewarttet, zugericht gewesen, welche mit allerlei silber geschier und anderer notturfft, wz dazu gehört hat, aus der röm. ksl. Mt. kuchen unndt silber cammer versehen und staffieret worden, also dz allenthalben wz man nur erdencken kan oder mag unndt zu einem ksl. pancket gehört, gar kein mangl erschinen, sondern vilmehr aller uberfluß vorhanden gewest.

    Ungevehr umb 12 der kleinen uhr ist die ksl. und kgl. Mt. in nachvolgender ordnung aus den thumb dem rathauß zugezogen36: Erstlich sindt zuvorderist hergangen der ksl. und kgl. Mtt. trompetter, deren 12 oder 15 geweßen, allzeit 3 in einen glidt, nach denselben ist gevolgt der ksl. Mt. hörpaucker, welche alle miteinander, so baldt sie aus den thumb kommen, angefangen haben aufs herr- und frölichst zuplasen und zuschlagen bis man zu den rathauß khommen. Nach denselben sindt gegangen gar veel ansehliche grafen, herrn, ritter und edlleuth, der churfürsten und fürsten, auch der ksl. und kgl. Mtt. hoffgesindt in zimlicher ordnung gemeiniglich 3 neben einander, nach denselben giengen die Šfürsten, so der ksl. Mt. auf den dienst gewartet, darauf der ksl. Mt. 4 ehrnholden in ihrem ornat und habit gar herrlich bekleidet, und /13'/ hat ein jeder ein stab in der handt gehabt. Nach den 4 herolden ist gegangen gar allein der erzbischoff und churfürst zu Trier in seinen kfl. kleidt und habit. Nach dem erzbischoff zue Trier sindt mit- und nebeneinander gangen die weltlichen 3 churfürsten: zur rechten handt Pfgf. Ludwig, des churfürsten sohn am Rhein, welcher keinen kfl. habit, sondern sein gewöhnlich kleidt angetragen und den guldenen apfl, des Reichs cleinodt, als des Hl. Röm. Reichs erztruchseß und churfürst getragen; in der mitten der churfürst zu Sachßen, des Hl. Röm. Reichs erzmarschalck, in seinen chur claidt, welcher ein bloßes schwerdt in der handt gefürth; und zur lincken handt ist gangen churfürst von Brandenburg, des Hl. Röm. Reichs erzcammerer, undt hat in seiner handt getragen den ksl. scepter. Nach den churfürsten ist vor den 6 herrn das innern und geheimen raths alhier ein köstlicher schöner himmel getragen worden; under demselben hat man die ksl. Mt. in einem seßl, dieweil sie dazumal schwachheit halb selbsten nit gehen können, getragen; und ist ihre ksl. Mt. mit allen köstlichen ornamenten angethan gewest, die ksl. cron auf den haubt, auch einen guldenen apfel auf der schoß mit der lincken undt in der rechten handt den ksl. scepter haltendt. Nach den himmel und andern seiten seindt gangen die andern herrn des innern raths, alß regierenden statt cammerer, alßbaldt nach den himmel hat einer getragen ein gar köstlich schwerdt in einer durchaus silbern /14/ verguldten schaidten mit edlgesteinen versezt, darnach ist gefolgt und allein gangen die kgl. Mt. in ihrem ganz kgl. ornat, auf ihrem haubt die kgl. cron, in der lincken handt ein guldenen apfl und in der rechten dz kgl. scepter tragendt. Nach der röm. kgl. Mt. sindt neben einander gangen die andern 2 geistliche churfürsten, nemlich der erzbischoff unndt churfürst zue Mainz und der von Cölln, beede in ihrem kfl. habit und kleidung angethan, und hat der churfürst zu Mainz in seiner handt getragen einen silbern stab und oben daran etliche sigill, als des Hl. Röm. Reichs erzcanzler. Auf dise 2 churfürsten sindt neben einander gangen in ihrer gewöhnlichen kleidung der erzbischoff zu Salzburg und der alt herzog Albrecht von Bayrn. Nach disen allen ist gangen ein große meng allerlei frembder herrschafften und potentaten, gesandten, graven, herrn und andere vom adl. Nach diser proceßion seint gangen der röm. ksl. unndt kgl. Mtt. trabanten und hördschier, gar herrlich und wol bekleidt, und als die ksl. Mt. auf den plaz kommen, hat man abermals dz geschüz loß gebrandt; item, so lang dise proceßion gewehret, hatt man auf dem marckthurn herrlich musicirt, auch in den thumbstifft alle glocken geleitet. Zu lezt sindt 2 neben einander geriten, dern jeder hat ein prait weit tuch oder rothe bindten am halß gehabt, darinn gewest gulden und silberne münz durcheinander gemengt, die haben sie mit einer handt under dz volck ausgeworfen37, darüber ein solche getrang, Šreißen, auch raufen und schlagen gewest, dz keinen nichts mit lieb gebliben, er hab es dann alßbalden in den bueßen oder andern orthen verschoben; und solches auswerfen der müntz hat gewehret von der thumbkirchen /14'/ an bis zue dem rathauß.

    Beschreibung des ksl. und kgl. panckets, wie daßelbige auf dem rathauß

    Als nun in vorgemelter proceßion und ordnung die röm. ksl. und kgl. Mtt. auf dz rathauß kommen, haben die geist- und weltlichen churfürsten zuvor und ehe dann ihre beede Mtt. zu tisch geseßen und sich ihr jeder seines ambts gebraucht vermög der guldenen bull.

    Und erstlich ist der churfürst von Sachßen und der von Pappenheim, als des Hl. Röm. Reichs erz- und undermarschalk, wider von den rathauß die stiegen herab gangen und daselbst auf ein pferdt geseßen und in den haufen habern, so für dem rathauß geschitt worden, geritten38. Und also auf den pferdt sizendt hat er ein silbern maß in sein handt genohmen und daselbst vol habern eingefast, volgendts mit einen silbern stab, welchen er in der handt gehabt, abgestrichen, daßelbig maß mit den habern sambt den stab dem undermarschalck uberantwortt, der es auch alß sein gerechtigkeit mit sambt den pferdt behalten; der übrig habern ist alßbaldt preiß gemacht und durch Šdz zulaufent volck all zerstreut und weggetragen worden39. Nach solchen ist auch der churfürst zu Brandenburg, als des Hl. Röm. Reichs erzcammerer, die stiegen herab gangen, auch auf sein pferdt geseßen und den vorgemelten tisch, darauf dz silberne handtbeck und gießkhandten gestanden, zugeritten, daßelbig sambt den köstlichen schönen handtzwellen zu sich auf dz pferdt genommen und dem rathauß zugeritten, von den pferdt abgestanden und mit dem handtbeckh und gießkhandten fur die ksl. und kgl. Mtt. getretten, ihren beeden Mtt. das /15/ handtwaßer gegeben. Dieselben peckhen und khandten sambt dem pferdt hat nachmals sein unter cammerer bekhommen und alß sein gerechtigkeit aigenthumlich behalten. Ferner ist auch Pfgf. Ludwig an stat seines herrn vatters in sein gewöhnlichen kleidern auch die stiegen herab gangen, gleichfals auf ein pferdt geseßen und der kuchen unter dem rathauß zugeritten, daselbst 3 silberne schißl mit speiß zu sich auf dz pferdt genommen und darmit wider zu stiegen zugeritten, abgestandten und dz pferd seinen unter truchseßen uberantworttet, welches denselben sambt den vorgemelten silbern schißeln als sein gerechtigkeit aigenthumlich gebliben. Die speisen aber hat der pfalzgraf mit gebührender reverenz auf der ksl. und kgl. Mtt. tafel gesezt40.

    In mitler weil seindt auch die 3 geistlichen churfürsten in der ordnung vor den tisch getre[tten] und mit gebührender reverenz dz „Benedicite“ gesprochen, nachmals haben sie alle 3, als deß Hl. Römischen [Reichs] erzcanzlere, des Hl. Röm. Reichs insigl an einen silbern stab hangend, der ksl. und kgl. Mtt. fürgetragen und auf den tisch gelegt, und dabeneben sich und die andern ihre mit churfürsten sambt allen stendten des Reichs unterthenigst bevohlen, aber ihre Mtt. haben solche sigill alßbalden dem erzbischoff und churfürsten zue Mainz widerumb zustellen laßen etc. Alß nun solches alles verricht gewest unndt sich die ksl. und kgl. Mtt. zu tisch gesezt, auch die churfürsten alle sich ihres ambts gebraucht, haben ihre ksl. Mt. auch ihnen, den churfürsten, zu sizen erlaubt und sindt mitler weil derselben under officier herzu getretten undt ihrer beeder Mtt. auf den dienst gewartt zu lang die ganze malzeit gewehrt hatt41.

    Š /15'/ Alßbaldt nach anfang der malzeit ist auch des königs zu Böhaimb marschall oder obrist mundschenck42 an statt ihrer kgl. Wirden als der röm. ksl. Mt. erzmundschenck zu dem tisch getretten und der ksl. Mt. in einem silbern verguldten verdeckten pecher mit gebührender reverenz und crendenz den ersten drunck gebotten, welcher pecher auch nachmals demselben officierer als sein gerechtigkeit zugestandten und verbliben. Ingleichen haben auch vor der churfürsten tisch ihre truchseßen und officier aufgewarttet, die speiß aber und dz getranckh ist alles aus der ksl. Mt. kuchen und keller genohmmen unndt fürgetragen worden.

    Deßgleichen sindt in der stuben neben dem saal, die gerichtsstuben genant, auch etliche tisch zugericht gewest, daran der ksl. und kgl. Mtt. vornembste räth unndt hoffgesindt, auch der frembden potentaten gesante, graven und herrn geseßen. Item in ein erb. raths alhie gewohnlichen rathstuben sindt auch 2 rundtafel zugericht gewest, daran der statt Cölln43, auch Franckfurth, Nürnberg und ein erb. raths alhie verordnete, so der ksl. und kgl. Mtt. auf den dienst gewart, geseßen. So sindt auch gar oben auf den boden oberhalb deß saals, deßgleichen auf der einen seitten des rathauß schier in allen stuben tisch gestandten unndt daselbst dz hoffgesindt unndt andere personen gespeiset worden, die römische kheyserin aber sambt andern f. frauen zimmer sindt nicht zu tisch geseßen, sondern oben /16/ auf einen sonderbahren zugerichten gang gestandten undt zugesehen.

    ŠAlß nun dise herrliche malzeit also volbracht und vollent gewesen44, hat sich menniglich widerumb in die vorige ordnung, wie man aus der kirchen zu den rathauß gezogen, angestelt, auch die churfürsten jeder sein ksl. und kgl. cleinoth und ornament jeder selbst zu sich genommen, dieselben der ksl. und kgl. Mtt. vorgetragen, und sindt also ihrer beeder Mtt. in solcher ordnung wider in ihre herberg heimbbegleittet und ihnen nachmals von der keyser- und kgl. Mtt. auch anheimbs zuziehen erlaubt worden. Da dann die ganze zeit uber die churfürsten in ihrem kfl. kleidt und habit angethan geweßen und also in denselben anheimbs ein jeder in sein gewöhnliche herberg geritten, und ist also dise herrliche crönung, pancket und malzeit mit großen ehren und freuden, auch gueten friden glückseelig und wol volbracht worden45.