Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Kurfürstentag zu Regensburg 1575
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Abteilungsleiterin

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Vorwort der Bandbearbeiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Archivalien und Handschriften

Archivalien und Handschriften

Gedruckte Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Literatur

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Einleitung

A) Proposition

B) Kurfürstenratsprotokoll

C) Akten zur Wahl

C) Akten zur Wahl

  • Vorbemerkung
  • Nr. 23 Vollmacht Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 19
  • Nr. 24 Instruktion Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 20
  • Nr. 25 Bericht über den Einzug des Kaisers und der Kurfürsten in Regensburg (1575 Oktober 3–7)
  • Nr. 26 Revers Kaiser Maximilians II. für die Kurfürsten wegen der Anwesenheit anderer Fürsten und Gesandtschaften während der Wahl, Regensburg 1575 Oktober 14
  • Nr. 27 Kaiser Maximilian II. an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 17
  • Nr. 28 Kurfürst August von Sachsen an Kaiser Maximilian II., Regensburg 1575 Oktober 18
  • Nr. 29 Erklärung Kaiser Maximilians II. zur Vertagung der Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 30 Bedenken Kurfürst Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 31 Bericht über die Verhandlungen des Kaisers mit den weltlichen Kurfürsten und Pfalzgraf Ludwig betreffend die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea (1575 Oktober 15–22)
  • Nr. 32 Einladung des Erzbischofs Daniel von Mainz an seine Mitkurfürsten (hier: an Kurfürst August von Sachsen) zur Wahl eines römischen Königs, Regensburg 1575 Oktober 22
  • Nr. 33 Proklamation König Rudolfs II. als erwählter römischer König, [Regensburg 1575 Oktober 27]
  • Nr. 34 Wahldekret für König Rudolf II., Regensburg 1575 Oktober 27
  • Nr. 35 Wahlkapitulation König Rudolfs II., Regensburg 1575 November 1
  • Nr. 36 Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1)
  • Nr. 37 Bestätigung der Rechte und Privilegien der Kurfürsten (hier: des Kurfürsten August von Sachsen) durch König Rudolf II., Regensburg 1575 November 2
  • D) Religionsbeschwerden

    E) Akten zur Nebenhandlung

    E) Akten zur Nebenhandlung

  • Vorbemerkung
  • Nr. 44 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 45 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 46 Resolution Kaiser Maximilians II. zur Einberufung eines Reichstags, präs. 1575 Regensburg November 1
  • Nr. 47 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 48 Instruktion der Kurfürsten für Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg zum Wahltag in Polen, Regensburg 1575 Oktober 28
  • Nr. 49 Rede der kurfürstlichen Gesandten Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg vor den polnischen Ständen, [beschlossen Regensburg 1575 Oktober 28]
  • Nr. 50 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 51 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 52 Supplikation der wendischen Städte an die Kurfürsten, präs. Regensburg 1575 Oktober 19
  • Nr. 53 Vortrag Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskau,[ präs. Regensburg 1575 Oktober 24]
  • Nr. 54 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Gesandtschaft nach Moskau, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 55 Bedenken der kurfürstlichen Räte zur Gesandtschaft nach Moskau, Regensburg 1575 November 3
  • Nr. 56 Resolution der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg zum geplanten Kriegszug des Pfalzgrafen Johann Casimir nach Frankreich, Regensburg 1575 Oktober 29
  • Nr. 57 Schreiben der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 30
  • Nr. 58 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zu Ernst von Mandesloe, Regensburg 1575 Oktober 31
  • F) Supplikationen

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    « ŠB) Kurfürstenratsprotokoll  »

    Vorbemerkung

    Als Textvorlage dient das von Peter von Lagow verfasste Kurbrandenburger Votenprotokoll [Kurbrandenburg], das den Verlauf der Beratungen im KR im Vergleich zu den anderen erhaltenen Mitschriften am ausführlichsten und weitgehend lückenlos dokumentiert1.  Aufgrund des relativ kurzen, von Wahl- und Krönungstag unterbrochenen Tagungszeitraums von etwas mehr als drei Wochen und aufgrund des im Vergleich zu Reichstagen ungleich geringeren Umfangs des KR-Protokolls, konnte auf Kürzungen und Regestierungen weitestgehend verzichtet werden. Ab dem Beginn der Sitzungen am 10.10.1575 ist der Wortlaut der Beratungen im KR im Volltext wiedergegeben. Die Kurbrandenburger Mitschrift wird durch das kurpfälzische und das kursächsische Protokoll ergänzt. Falls diese Abweichungen oder Ergänzungen enthalten, werden sie im Variantenapparat vermerkt.

    Das von Ludwig Culmann verfasste Kurpfälzer Votenprotokoll [Kurpfalz] umfasst den gesamten Tagungszeitraum vom 10.10. bis zum 3.11.15752. Für die Sitzungen der kfl. Räte am Nachmittag des 27.10. (Nr. 15) und des 31.10. (Nr. 19), sowie für ihre Beratungen am 2. und 3.11. (Nr. 21 und Nr. 22) wurde Kurpfalz als Textvorlage herangezogen, da die entsprechenden Einträge in Kurbrandenburg fehlen. Das kursächsische Votenprotokoll [Kursachsen] wurde von David Peifer verfasst3. Es beginnt mit der Eröffnung des Kurfürstentags Šam 10.10., bricht jedoch vorzeitig ab und endet bereits am Tag der Wahl Rudolfs II. zum röm. Kg. am 27.10.1575. Da dieses Protokoll den Ablauf des Wahltags detaillierter wiedergibt als Kurbrandenburg, dient Kursachsen als Textvorlage für den Vormittag des 27.10. (Nr. 15).

    Das Kurkölner Protokoll deckt den gesamten Zeitraum der Beratungen ab4, wird aber, da es weit weniger ausführlich ist, nicht in den Variantenapparat eingearbeitet. Die Mitschrift der geschäftsführenden Mainzer Kanzlei konnte nicht aufgefunden werden; lediglich zwei kleinere Fragmente [Kurmainz], die die Vereidigung des Regensburger Rats und die Sperrung der Stadt während der Wahl betreffen, sind als Auszugskopien erhalten5. Ebenfalls nicht überliefert ist das Protokoll Kurtriers.

    Anhand der vier überlieferten Protokolle sind die Sitzungen des KR in Regensburg sehr gut nachvollziehbar. Eine gute Ergänzung liefert das private Diarium des Kurpfälzer Großhofmeisters und Gesandten Gf. Ludwig von Sayn-Wittgenstein, dessen Aufzeichnungen im Sachkommentar berücksichtigt werden, sofern sie zusätzliche Informationen enthalten6. Der den Kurfürstentag 1575 betreffende Teil dieses Tagebuchs wurde unter dem Titel Geheimbdes Protocollum im Jahr 1711 zum ersten Mal und ohne Nennung des Verfassers veröffentlicht und ist dann zunächst von Heinrich von Senckenberg 1746, anschließend von Joseph Maria Schneidt 1792 wiederabgedruckt worden7. Da es bereits recht früh im Druck vorlag, diente Šdas Diarium Sayn-Wittgensteins als Hauptquelle für die älteren Darstellungen des Regensburger Kurfürstentags von 15758.

    Da mit Ausnahme des Kf. Friedrich III. von der Pfalz alle Kff. persönlich in Regensburg anwesend waren, beschränkt sich die Berücksichtigung der Gesandtschaftskorrespondenz auf die Weisungen Kf. Friedrichs und die Berichte seines Sohnes Pfgf. Ludwig bzw. der kurpfälzischen Räte. Ihre Korrespondenz zwischen dem 6.10. und dem 2.11. 15759 wird in den Kommentar eingearbeitet, sofern sie aufschlussreiche Ergänzungen zum Ablauf der Verhandlungen enthält. Zu nennen sind hier etwa Hintergrundinformationen zu den Spannungen zwischen Kurpfalz und Kursachsen sowie zu informellen Gesprächen im Zusammenhang mit der krisenhaften Zuspitzung des Konflikts zwischen den weltlichen und den geistlichen Kff. am 20. und 21.10.1575.

    « Nr. 2 Oktober 10, Montag »

    Erste Zusammenkunft des KR; zunächst unter Ausschluss des Pfgf. Ludwig. Vereidigung der kfl. Räte und Sekretäre. Annahme der Kurpfälzer Vollmacht.

    /85–86'/ Der Kf. von Brandenburg ist am Morgen des 5. Oktober in Regensburg eingetroffen. Der Ks. und die Kff., nämlich die Ebff. Daniel von Mainz, Jakob von Trier und Salentin von Köln sowie Kf. August von Sachsen sind persönlich erschienen. Kf. Friedrich III. von der Pfalz ist erkrankt und hat als Vertretung seinen Sohn Pfgf. Ludwig und einige abgeordnete Räte entsandt und mit Vollmacht und Weisungen ausgestattet a.

    /86' f./ (Vormittag, zwischen 8 und 9 Uhrb) Rathausc. Die fünf Kff. und Pfgf. Ludwig kommen zusammen, jedoch muss Pfgf. Ludwig zunächst in einem anderen Zimmer warten. /87/ Alß nu die churfursten im lezern gemach eine gute weile alleine beieinander gewesen, seindt darnach dero geheymen rethe und secretarien, so ein jeder bei sich haben wollen und sollen, hinein in das gemach gefordert worden.

    Und haben die churfursten in irem rath ein jeder seine session gehalten wie folget: Erstlich, zur rechten handt, der erzbischoff und churfurst zu Meinz, Šdarnach, demselben zur lincken handt, erzbischoff und churfurst zu Tryer. Alßdann der erzbischoff und churfurst zu Cöln, nechst deme der churfurst zu Sachssen, lezlich der churfurst zu Brandemburgk.

    /87'/ (Ungefähr kurz nach 9 Uhr) Kf. Daniel von Mainz teilt mit: Das die churfursten semptlich des Hl. Röm. Reichs und gemeiner christenheit wolfart und bestes zuberatschlagen personlich alhier zu Regenspurgk weren ankommen. Dieweil sie sich denn miteinander dahin verglichen, das ein jeder churfurst sechß seiner geheimen und vertrawiten rethe und einen secretarien bei dem actu haben möchte, und wol nicht one, das ein jeder ane das seinem herrn mit eidt und pflichten verwandt, derwegen wol nicht zu zweiffeln, das ein jeder ane das das jenige, was ime vertrawet und hierinne vorlieffe, in höchster geheim halten wurde, so were es doch dahin bedacht, das ungeachtet deßen ein jeder seiner kfl. Gn., alß des Heiligen Reichs erzcanzlern, des insonderheit ein handtgelubte thun solte, /88/ alles das jenige, was in dieser der churfursten versamlung tractiret und verhandelt wurde, in guter geheim und verschwiegenheit zuhalten und niemandeßen, one denen es zu wissen von nöten und geburet etc., zuoffenbaren. Desgleichen das auch ein jeder ausserhalb der lehenspflichten sonsten niemandts anders denn seinem herrn, von deme er izo zu rate gezogen, verwandt und verpflicht were. Darauf seindt alle kegenwerttige rethe und secretarien einer nach dem andern zum churfursten zu Meinz gegangen und ime ein handtschlagk gethan.

    Folget verzeichnus aller churfurstlichen rethe und secretarien, so kegenwerttigk gewesen und dem churfursten zu Meinz wie obgemelt handtgelubte gethan1. Von wegen des churfursten zu Meinz:

    1. Wolffgangk Cammerer von Wormbs genant von Dalbergk, thumbprobst zu Meinz. 2. Geörge von Schönenburgk, thumbdechantd. /88'/ 3. Christoff Faber doctor, canzler. 4. Philips von Bicken, marschalck. 5. Eberhardt Brendell von Hombergk, amptman zu Lonstein. 6. Philips Wulff von Rosenbach doctor, hoffrath. 7. Hieronimus Plest, rath und secretarius.

    Von wegen des churfursten zu Trier:

    1. Johann von Schonenburgk, thumbprobst zu Trier. 2. Wilhelm Qwat von Lantzkron, archidiacon. 3. Johann Wimpfflin doctor, canzler. 4. Anthon herr zu Eltz, marschalch. 5. Johann von der Layen. 6. Philips von Nassaw, amptman zu Berncassell. 7. Michael Laub, secretarius.

    ŠVon wegen des churfursten zu Cöln:

    1. Geörge von Syn graff zu Wittichenstein, thumbprobst. 2. Christoff Ladißlaws graff zu Nellenbergk herr zu Thenge, affterdechant. 3. Geörge von der Layen, landthoffmeister. 4. Rudiger von der Horst, marschalck. /89/ 5. Franciscus Burckhart doctor, canzler. 6. Wilhelm von der Horst zu Heymerzam, thorwerter. 7. Johann Herzigk, secretarius.

    Von wegen des churfursten zu Sachssenn:

    1. Hanß von Bernstein. 2. Hanß Löser. 3. Wulff von Schönbergk. 4. Ehrich Volckmar von Barlepsch, oberheuptman in Duringen. 5. Dam von Sebottendorff, des Heiligen Reichs pfennigkmeister. 6. Laurentius Lindeman doctor. 7. Davidt Pfeiffer doctor, in loco secretarii.

    Von wegen des churfursten zu Brandemburgk:

    1. Martin graff von Honstein, herr zu Vierrahden und Schwedt, des ritterlichen sanct Johannes ordens meister etc. 2. Albrecht Geörge graff zu Stolbergk. 3. Geörge von Blanckenburgk, des stiffts Havelbergk uf Witstock heuptman etc. 4. Ditloff von Wintterfeldt, hoffrath. 5. Lampertus Distelmeyer doctor, canzler. 6. Johann Koppen doctor, cammer rath. 7. Peter von Lagow, secretarius.

    /89'/ Darauf hatt der churfurst zu Meinz personlich weiter angezeigt, das pfalzgraff Friedrich churfurst etc. leibes schwacheit halben dißmal anher zw kommen verhindert und sich entschuldigt und derwegen seinen sohn pfalzgraff Ludewigen neben etlichen ansehenlichen rethen an seiner stet geschickt, deren volmacht solte abgelesen werden. Stellets darauf zu den andern churfursten, was darinne zubedencken etc. etc.

    Verlesung der kurpfälzischen Vollmacht2 durch den Mainzer Kanzler.

    Trier (Kanzler): Hielte dafur, das des churfursten pfalzgraffen gegebene vollmacht vor genugsam anzunehmene. Achtet auch dafur, das die gesantten auf folgende weitere tractaten auch wurden gewalt genug haben, doch were solchs von inen anzuhören.

    /90/ Köln (Kanzler): Er wuste sich zuerinnern, welcher gestalt dieser churfursten tagk von Meinz were außgeschrieben3, were auch deme zu gehorsamer folge zeitlich alhier zur stet kommen etc. etc. Item hette auch nicht liebers gesehen, Šdenn das der pfalzgraff churfurst auch in der person were anher kommen etc., weil er aber durch leibes ehaffte verhindert und sonsten an seiner stelle seinen sohn pfalzgraff Ludewigen neben etlichen rethen mit instruction4 und volmacht abgeferttigt, so muste er es auch geschehen lassen. Und weil die volmacht dahin gerichtet, dz sie alles das mögen handeln, raten und thun alß wenn der churfurst Pfaltz selbst zur stet, so achtet er, das es genugf etc. etc.

    /90'/ Sachsen (Berlepsch): Weiß sich zuerinnern, welchermassen er auch von Meinz verschrieben; wiewol er sich nu mit grosser ungelegenheit und beschwer ausser landes hieher begeben, so hette er sich doch ungeachtet solcher ungelegenheitten, weil es gemeine des Heiligen Reichs wolfart und bestes belangett, alhier gehorsamlich eingestellet etc. Hette auch nicht ungerne gesehen, das der churfurst Pfalz in der person kommen were, weil er aber durch leibes ehaffte verhindert und seinen sohn und ansehenliche rethe geschickt, so muste er es auch dabei bleiben lassen. Was den gewalt anlangte, liesse ers bei deme, was Trier und Cöln desfalß anbringen lassen, auch bleiben und were seines theilß auch wol zufrieden, doch stellet er in bedencken, ob nicht gut, das des churfursten zu Cöln anno 62 gen Franckfurt an Meyen gegebene volmacht5 vor die handt genommen und mit dieser pfalzischen /91/ volmacht conferiret wurde, daraus zuersehen, ob sie gleichförmig oder in dieser etwas mangelte etc.

    Brandenburg (Kanzler): Sein kfl. Gn. wusten sich auch gutermassen zuerinnern, warumb diese der churfursten collegial versamlung von Meinz außgeschrieben und angestellet, alß das daruntter des Heiligen Reichs und gemeiner christenheit wolfart und bestes gemeinet etc. Wiewol nu sein[e]r kfl. Gn. verhinderungen und ursachen genug eingefallen, in der person nicht Šzukommen, sonderlich von wegen irer gemahl leibes schwacheit6, so hetten sie doch, hindann gesezt aller solcher ungelegenheitten und allein zu beforderung und fortsezung des Heiligen Reichs gemeines vaterlandts wolfart und bestes, sich in der person hieher begeben etc. etc. /91'/ Sein kfl. Gn. hetten auch nicht ungerne gesehen, das Pfalz gleicher gestalt personlich were zur stet kommen, mussens aber auß angezogenen ehafften ursachen unsern hern Gott befehlen unnd hoffen, der wirdts mit ime widderumb zu guter besserung schicken. Achten sonst, das die volmacht uf dißmal zu eingang der sachen genugsam und darauf pfalzgraff Ludewig und seine zugeordenten rethe zur beratschlagung zuzulassen. Achten auch, das sie, die gesantten, zuhören, ob sie uber das zu weitern sachen gewalt genug haben, stellens doch in der andern Kff. bedencken, sonderlich were iren kfl. Gn. auch nicht zukegen, das, wie vom churfursten zu Sachssen angezogen, diese gewalt mit des churfursten zu Cöln zu Franckfurt am Meyen anno 62 gegebene gewalt etc. conferiret wurde etc. etc.

    /92/ Mainzer Kanzler: Er hette die ursachen auch wol gehöret, warumb Pfalz zukommen verhindert etc. und an seine stat seinen sohn pfalzgraff Ludewigen neben andern rethen mit instruction und befehl abgeferttigt, helt gleichergestalt die abgelesene volmacht noch zur zeit vor genugsam und das darauf die gesantten zuzulassen. Do etwas weiter vorfallen wurde, were alßdann davon auch zurehden. Was der cölnische gewalt zu Franckfurt am Meyen anlangt, were derselbe alhier nicht beihanden, sonsten köntte er wol gelesen werdeng.

    Mainz (persönlich): Weil die churfursten der volmacht halben und das die gesantten zu zulassen einig, so weren solche churfurstliche pfalzische gesantten herein zufordern etc.

    /92'/ Darauf ist der churfurst zu Meinzh hinauß in das vorgemach gegangen und solchs dem pfalzgraff Ludewigen unnd seinen zugeordenten rethen (welche darinne gewartet) vermeldet. Darnach ist der meinzische canzler widder hinein kommen und gesagt, dz sein her, der churfurst zu Meinz, dem pfalzgraff Ludewigen und seinen zugeordentten rethen angezeigt, wes die churfursten einig und das er zuzulassen etc. etc.; darauf hette er7 ein verzeichnus seiner rethe und diener, so er bei sich haben wolte, von sich gegeben.

    Volget verzeichent der churfurstlichen pfalzischen gesantten und rethei:

    Š1. Ludewig von Sayn graff zu Wittichenstein, großhoffmeister. 2. Christoff Oheim doctor, churfurstlicher pfalzgrefischer canzler8. 3. Martin Ostermuncher doctor, vicecanzler zu Ambergk. 4. Christoffell Gottfarth, rath zu Germerschen. 5. Wulff Haller etc. Nota: Haller ist nicht zugelassen. 6. Ludewig Culman doctor, in loco secretarii.

    /93/ Und weil untter denen Wulff Haller9 were, so der ksl. Mt. auch verwandtj, so wurde in der churfursten bedencken gestellet, ob er mit zu zulassen. Darauf sich die churfursten in der geheim untterrehdet und verglichen, das er nicht zu zulassen etc. Darnach, ungeferlich umb 10 uhr, ist pfalzgraff Ludewig mit seinen rethen hinein kommen und hatt gemelter pfalzgraff an stat seines hern vaters seine stelle oder session zwischen den beiden churfursten Cöln und Sachssen eingenommen etc.

    Mainzer Kanzler: Die anwesenden churfursten hetten vernommen, wodurch der churfurst pfaltzgraff in der person zu kommen verhindert und ihne pfalzgraff Ludewigen geschickt, alß das er mit schwerer leibes schwacheit behafft etc., welchs sie nicht gerne gehöret, trugen auch des mit seiner kfl. Gn. ein freundlich /93'/ mitleiden und wolten hoffen, der allmechtige Gott wurde es mit seiner kfl. Gn. widderumb zu guter besserung schicken unnd dieselbe lange fristen. Was den ubergebenen gewaldt anlangte, hielten die churfursten dafur, das derselbe zu diesem male noch zur zeit wol genugsam, derwegen sie desfalß wol zufrieden. Do aber etwas weiter tractiret wurde, alßdann wurde davon zurehden sein, obs an deme gewalt darzu auch genug oder ein anderer und mehrer von nöten etc. Item, weil auch heuten der anwesenden churfursten kegenwerttige rethe und diener ime, dem Kf. [zu] Meinz, handtgelubte gethan, dz jenige, wz tractirt, in geheim zuhalten, so wurde sich deßen pfaltzgraff Ludewig und seine zugeordenten rethe auch nicht weigern etc.

    /94/ Pfalz (durch den Kanzler Dr. Ehem): Er hette gehöret, das die churfursten mit seinem hern vater desselben obligenden leibes schwacheit halben freundlichs mitleiden trugen. Item das man an der uberreichten volmacht begnugigt, thete sich deßen zum freundlichsten bedancken. Und sagte mit warheit, alß er Šleztmalß bei seinem herrn vater gewesen und seine abferttigung bekommen, das derselbe also schwach gewesen, das er seinen letzten willen gemacht etc. Sonsten sich erbotten, alles das jenige an stat seines hern vaters zuthun und zuleisten, was sich geburet etc. etc.

    Darauf sein f. Gn. zu dem churfursten zu Meinz gegangen und demselben ein handtschlagkk gethan, desgleichen seine zugeordenten rethe und secretarien ausserhalb Wulff Hallern, welcher nicht zugelassen etc. Dabei es zu dem male ge[b]lieben, und seindt darnach die churfursten widder anheim gezogen.

    « Nr. 3 Oktober 11, Dienstag »

    Eröffnungsrede Hg. Albrechts von Bayern. Verlesung der ksl. Proposition. Persönliche Ansprache des Ks. Zusage kfl. Beratungen.

    /94'/ (Vormittag, 7 Uhr) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig warten in einem andern gemach nechst dem saal auf die Ankunft des Ks. a

    Ungeferlich zwischen 8 und 9 uhrn seindt ire Mt. personlich neben herzogk Albrechten von Beyern etc.1 auch hinauf auf das rathauß in obbemelt gemach kommen. Seindt die churfursten und pfalzgraff Ludewig irer Mt. vor das gemach entgegen gegangenb; und wie ire Mt. in das gemach gegangen, ist der herzogk von Beyern voran und nachdeme der churfurst zu Brandemburgk und pfalzgraff Ludewig gegangen, denen Trier und Cöln gefolget. Darnach die ksl. Mt., welche Meintz und Sachssen geleitet, und sonderlich Sachssen biß an den stuel. Da haben sich ire Mt. uf den stuel gesezt. Kegen irer Mt. gerade uber, auf einen sonderlichen stuel, hatt sich Trier gesezt. /95/ Irer Mt. nechst zur rechten handt hatt sich der churfurst zu Meinz und nechst demselben pfaltzgraff Ludewig gesezt. Irer Mt. zur lincken handt hatt sich erstlich der churfurst zu Cöln, darnach der churfurst zu Sachssen und dann neben deme zulezt der churfurst zu Brandenburgk gesezt. Und seindt die keiserlichen und churfurstlichen rethe und diener den herrn kegen uber zum gesichte nach der thure warts gestanden.

    Da ist herzogk Albrecht von Beyern auf ein seite, doch kegen die ksl. Mt. und churfursten getreten und inn der person angefangen zurehden: Das die ksl. Mt. etc., unser allergnedigster herr, gnedigst gerne gesehen, das die churfursten des ŠHeiligen Reichs auf des churfursten zu Meinzs außschreiben und erfordern2, auch auf irer Mt. sonderbar gnedigsts ersuchen3, sich personlich sowol die churfurstlichen pfalzischen gesantten auf dieser collegial versamlung eingestellet; thetten ire Mt. sich deßen kegen inen semptlich und sonderlich gnedigst bedancken. /95'/ Ire Mt. hetten auch auß sonderm gnedigstem gemute und väterlicher vorsorge vor das Heilige Reich etc., ungeachtet und hindann gesazt dero obligenden leibes schwacheit und ungelegenheit etc., sich gleicher gestalt personlich anhero auf diese collegial versamlung zubegeben nicht underlassen mögen. Und do dann ire Mt. inen, den churfursten, etwas zu des Heiligen Reichs wolfart und besten zu proponiren vorhabens, welche proposition ire Mt. inn ein kurze schrifft verfasst und solchs wolten ablesen lassen, zweifelten ire Mt. nicht und begereten besonders gnedigs und freundlichs fleisses, die churfursten und gesantten wolten darauf, was des Heiligen Reichs wolfart, notturfft und bestes etc., mit sonderlichem ernst und fleiß bedencken, raten und schliessen. Solchs weren ire Mt. inn gnaden hin wieder kegen sie semptlich unnd sonderlich zuerkennen geneigt unnd erböttigk etc. Darnach hatt sich herzogk Albrecht zu Beyern am selben ort, da er gestanden, auf eine banck niedergesezet.

    Verlesung der ksl. Proposition4 durch Andreas Erstenbergerc.

    /96/ Nach abgelesener proposition hatt die ksl. Mt. selbst vast beweglich anfangen zurehden, ungeferlich also: Die churfursten und gesantten hetten gehöret, auß was ursachen diese collegial versamlung angestellet, alß das es des Heiligen Reichs hohe notturfft erforderte etc. und das ire Mt. bei dieser irer augenscheinlichen obliegenden leibes schwacheit und ungelegenheit gerne uf mittell und wege getrachtet sehen wolten, das bei irer Mt. leben ein gewisses heupt, so irer Mt. am Heiligen Reich succedirte, erwelet werden [möchte], damit nach irer Mt. abgange (welchs inn des allmechtigen henden stunde) derwegen soviel weniger uneinigkeit, trennungk und unruhe im Heiligen Reich entstehen möchte. Ire Mt. hetten sich die zeit hero nach allem vermugen des Heiligen Reichs und der churfursten, fursten und stende wolfart höchstes fleisses und mit sonderlicher väterlicher sorgfeltigkeit angelegen sein und inn deme sich keiner muhe und arbeit tawren lassen. Nu aber were irer Mt. langkwirige und unaufhörliche leibes schwacheit /96'/ und unvormugenheit5, ja Šauch des Heiligen Reichs umbher zustehende gefahr6 vor augen und kundtlich, köntten derwegen numehr weiter nicht wol vort, wolten doch weiter zuthun nicht underlassen, was ir nur immer muglich etc. Darumb gesönnen ire Mt. väterlich und gnedigst, es wolten die churfursten und gesantten inn betrachtung oberzelter umbstende zu vorkommung und abwendung des Heiligen Reichs, unsers geliebten vaterlandts, unheil unnd gefahr hirinne mit rechtem ernst, eyver und fleiß das beste und vortreglichste bedencken, raten und schliessen etc. etc.

    Darauf seindt die churfursten semptlich neben pfalzgraff Ludewigen zusamen getreten und sich miteinander inn geheim underrehdet. Darnach haben sie sich und ein jeder wiederumb an seinen ort gestellet, und hatt der churfurst zu Meinz, alß des Hl. Reichs erzcanzler, geantwortet und stehende inn der person zu der ksl. Mt. anfangen zurehden: Er hette neben den andern seinen mittchurfursten und dem pfaltzischen abgesantten nach lengst angehöret, was ire ksl. Mt. erstlich /97/ durch herzogk Albrechten in Beyern anbringen, darnach offentlich verlesen und proponiren lassen, so wol auch ire Mt. selbst allergnedigst mundtlich angezeigt etc., mit kurzer widderholung etc. Der gnedigsten dancksagung ires gehorsamen erscheinens hette es nicht bedurfft, denn sie irer Mt. zu underthenigsten ehren und gehorsam, und dann zu fortsezung des Heiligen Reichs bestes und nuzes etc. gerne ankommen etc. Soviel auch die heuptsache anlangte, were angezogene irer Mt. väterliche sorgfeltigkeit gar hoch nötig etc., wolten sich die auch mit allen trewen neben irer Mt. angelegen sein lassen und seindt erböttigk, irer Mt. auf derselben gnedigst begeren zu underthenigsten gehorsam auf die gethane propositiond alles dz jenige, was dem Heiligen Reich alß dem vaterlande zu wolfart, aufnehmen und gedey, auch abwendung alles unheilß und gefar etc., vortreglich sein magk und sich geburet etc. etc. mit bestem trewen fleiß, ernst und eifer zuberatschlagen, zuthun und zuhandeln etc. etc. Nach diesem ist die ksl. Mt. neben den churfursten widderumb vom rathause anheim nachm losement gezogen etc.e, 7

    «Nr. Š4 Oktober 12, Mittwoch »

    Vormittag: Bereitschaft zur Aufnahme der Beratungen zur Hauptproposition. Nachmittag: Erneute Zusammenkunft auf dem Rathaus. Anschließend gemeinsamer Zug zum Ks. zur Bekanntgabe der Beratungsergebnisse.

    /97'/ (Vormittag, zwischen 7 und 8 Uhr) Rathaus. Kff. von Köln, Mainz, Sachsen und Brandenburg sowie Pfgf. Ludwig persönlich mit Dienern und Räten; zu Beginn Trierer Dompropst anstelle des Kf. von Trier.

    Haben anfengklich eine gute weile verzogen und einer mit dem andern vor sich gerehdet und auf den churfursten zu Trier gewartet. Wie es aber mit desselben ankunfft zu lange geweret und gleichwol seine rethe zur stet gewesen, haben sie sich darnach gesezt, erstlich pfalzgraff Ludewig, nechst deme zu der lincken handt der churfurst zu Meinz, und weil Trier in der person noch nicht kommen, hatt sich nechst Meinz der thumbprobst zu Trier, Johann von Schönenburgk, an seines hern des churfursten stet gesezt, nechst demselben der churfurst zu Cöln, darnach der churfurst zu Sachssen und dann lezlich der churfurst zu Brandemburgk.

    /98/ 1. Umfrage. Mainzer Kanzler proponiert: Der churfurst zu Meinz stunde in keinem zweiffell, die andern churfursten sowol pfalzgraff Ludewig wusten sich zuerinnern, auß waß erheblichen ursachen die ksl. Mt. ine, den churfursten zu Meinz, alß des Heiligen Reichs erzcanzlern, hiebevorn gnedigst ersucht, vermuge der gulden bulla und alten churfurstlichen vereinigung einen churfursten tagk und collegialversamlung außzuschreiben1 etc., deme zu geburlicher und gehorsamer folge und erheischender notturfft nach sein kfl. Gn. den churfurstentagk an alle des Heiligen Reichs churfursten sowol auch an pfalzgraff Fridrichen Kf. außgeschrieben etc. und anfengklich den ort zu Franckfurt am Mayen und die zeit uf den 29. Julii bestimmet. Nachfolgents aber, von wegen eingefallener verhinderung und ursachen des sterbens halben zu Franckfurt am Meyen und sonsten, sonderlich aber der ksl. Mt. obligenden leibes schwacheit halben und derselben zu underthenigsten ehren und gefallen, solchen tagk von Franckfurt anhero gen Regenspurgk transferiret und uf den 26. Septembriß einzukommen, die churfursten sowol auch den pfalzgraffen churfursten erfordert2 etc. etc. /98'/ Weil denn darauf die churfursten gehorsamlich erschienen, Pfalz aber sich leibes ehaffte halben entschuldigt und seine gesantten zur stet etc., und sie gestern von wegen der ksl. Mt. des herzogen zu Beyern anbringen3, darnach auß dem ablesen und irer Mt. mundtlichen anzeige4 angehöret und vernommen, wz ire Mt. proponiret, angebracht und gesucht zu beratschlagen5 etc. etc., so wolten sein kfl. Gn. zu der andern churfursten und pfalzgraff Ludewigs gefallen gestellet Šhaben, ob und was sie darauf beratschlagen, tractiren und handeln wollen, mit erbietung, was des Heyligen Reichs wolfart und bestes betreffe etc. etc., sich davon mit und neben inen zu bereden, zuberatschlagen und sich mit inen freundlich zuvorgleichen etc. etc.

    /99/ Trier (Kanzler): Sein herr, der churfurst zu Trier, hette neben den andern Kff. und fursten gestern angehöret, was die ksl. Mt. proponiren lassen und schrifftlich unnd mundtlich gesucht etc., und erinnerte sich gar wol, warauf die proposition stunde, alß vornemblich von der succession des Reichs etc. Nu wuste er sich auch daneben wol zuerinnern, was die ksl. Mt. zuvor nicht allein schrifftlich, sondern auch durch derselben ansehenliche abgesantten6 an ihn gelanget und bei ime gesucht, welchs er achtet, dz es gleichsfalß bei den andern churfursten und sonderlich Pfalz auch geschehen etc. Er hette sich aber gleichwol anfengklich darauf cathagorice nicht erkleren wollen, sich aber sonsten alles underthenigsten guten willens erbotten und es sonsten mit seiner erklerung biß uf eine collegialversamlung der churfursten verschoben, alßdann des Heiligen Reichs wolfart und bestes in deme helffen zubedencken. /99'/ Weil denn nu diese kegenwerttige collegialversamlung angestellet, die churfursten und pfalzische gesantten zur stet, gestern die proposition angehöret und der ksl. Mt. die antwort darauf erfolget, dz man auf die proposition die notturfft wolte beratschlagen und bedencken7, so achtet er es dafur, dz deme erbieten folge zuthun und der ksl. Mt. underthenigst zugehorsamen. Stellets doch in der andern churfursten gefallen, wz sie in deme zuthun gemeinet; do er sonst ir gemute dahin vermerckt, wil er sich alßdann darauf und auf die geschehene proposition auch seines gemuts vernehmen zulassen und zuerzeigen wissen.

    /100/ Köln (Kanzler): Er hette gleichsfalß vorstanden, was gestern die ksl. Mt. mundtlich und schrifftlich proponiret und anbracht. Wuste sich auch wol zu erinnern wie er zu diesem tage kommen und das der churfurst zu Meintz den tagka erstlich gen Franckfurt am Mayn, darnach aber hiehero bestimmet. Item das auch gleichergestalt nicht one, das er sich anfengklich kegen den keiserlichen gesantten auf derselben werbung mit einiger entlichen erklerung nicht einlassen wollen, sondern es auch biß zur collegialversamlung eingestellet etc. Ist nu erböttigk, wenn Trier sich erkleret, alßdann seines theilß auch auf die proposition zuantworten unnd sich zuerkleren etc. etc.

    /100'/ Pfalz (Dr. Ehem): Er und seine zugeordenten hetten auch gehöret, was gestern von der ksl. Mt. proponiret und angezeigt etc., wusten auch welchergestalt diese zusammenkunfft angestellet etc. Sein her vater, pfalzgraff ŠFriedrich churfurst etc., hette sich auch kegen den keiserlichen gesantten nichts anders erkleret, denn wenn die churfursten zusammen kemen, das er alßdann des Heiligen Reichs wolfart, notturfft und bestes wolte helffen bedencken und beratschlagen etc. Hette von demselben instruction unnd befehl etc.8, wenn und was im von den andern churfursten vorgenommen und berehdet wurde, das wolle er, habenden befehl nach, auch thun und sich alßdann erkleren etc. etc.

    /101/ Sachsen (Berlepsch): Wuste sich gleichsfalß zuerinnern, was die ksl. Mt. etc. anfengklich durch schickung an in gelangt etc., desgleichen Meinz durch außschreiben etc., und das Meinz erstlich den tagk gen Franckfurt, darnach alhier gen Regenspurgk auß angezogenen ursachen angestellet etc. etc. Item hette gestern gehöret, was die ksl. Mt. mundtlich und schrifftlich proponiret etc. Hette es sonsten anfangs kegen den keiserlichen gesantten mit seiner erklerung auch biß uf der churfursten collegial versamlung verschoben etc. Soviel nu die heuptsache anlangte, wolte im nicht geburen, mit dem votiren den andern vorsitzenden chur- und fursten vorzugreiffen etc. Wenn dieselben zum heupthandel schreitten und sich erkleren, wil er sich darnach in seiner ordnung auch zuerzeigen und zuerkleren wissen.

    /101'/ Brandenburg (Kanzler): Sein kfl. Gn. hetten auch gehöret, was gestern zu eingang biß uf ferrer beratschlagung were proponiret und furgelauffen, daneben was Meinz izo darauf proponiren lassen etc. Wusten sich gleichsfalß zuerinnern, wz die ksl. Mt. zuvor auch durch schrifft und schickungen bei ir gesucht, alß dz auß allerhandt wichtigen ursachen von der succession etc. etc. hochnötig zuberatschlagen were etc. etc.; daneben auch wz desfalß geordnet9 etc., alß do was vorfiele in solchen fellen, dz Heilige Reich belangende etc., das es uf eine collegialversamlung der churfursten solte hafften etc.; solchs den keiserlichen gesantten auch zur antwort geben und es biß hieher uf diese versamlung eingestellet etc. Weil es nu hirzu kommen und man sich gestern kegen der ksl. Mt. zur beratschlagung erbotten, so hielten ire kfl. Gn. dafur, dz sich geburen wolle, solchs ins werck zu sezen, mit erbietung, wenn die erklerung von den andern Kff. erfolget, alßdann an sich auch nichts mangeln zulassen etc.

    /102/ 2. Umfrage. Mainzer Kanzler: Hette gehöret, was die churfursten und pfalzgraff Ludewig sich auf die proposition vernehmen lassen und dahin einhellig gestimmet, das darauf und davon zurehden, zutrattiren und zuratschlagen. Nu achtet er, das nötigk, die proposition in specie vor die handt zu nehmen und zuvolfuren etc.

    Trier: Weil die andern einig und bedencken, das die proposition vor zunehmen und darauf und davon zurehden, zuratschlagen und zutractiren, so lest er sichs auch nachmaln gefallen. Und hette solche proposition bedacht und erwogen, befunde die vornemblich dahin gerichtet: 1. das die ksl. Mt. Šsich kegen den churfursten der wilferigkeit und gehorsamen erscheinens etc. gnedigst thetten bedancken etc., sonderlich auch dz irer Mt. halben (weil die izo ubel ferne reisen könnten) der tagk von Franckfurt anher gen Regenspurgk bestimet und die churfursten etwas weiter also nachgereyset etc. /102'/ 2. Item entschuldigung irer Mt. langsamen ankommens halben, auß verhinderung etlicher eingefallen ursachen und gescheffte etc. 3. Item dz ire Mt. ein besonder vertrawen zu den churfursten gesezt etc., das sie in dieser hochwichtigen sache, dz Heilige Reich belangende etc., an inen nichts wurden mangeln lassen. 4. Item anziehung irer Mt. grosse leibes ungelegenheit und schwacheit etc. und die besorgliche gefahr des Heiligen Reichs auf irer Mt. todefall, do nicht bei zeitten deme vorkommen etc. 5. Und dz derwegen uf mittel und wege und uf einen successorn des Reichs zugedencken, damit in zeiten kunfftigs unheil abgewendet etc. etc. Achtet, dz ire Mt. darauf höflich zubeantworten, alß das man irer Mt. zu allem underthenigsten gehorsam und alles, wz dem Heiligen Reich nuzlich und vortreglich etc., zubefordern willig und dz der geschehenen gnedigsten dancksagung, sonderlich auch wegen des weitern nachfolgens, nicht bedurfft etc. Item dz es der entschuldigung des langsamen ankommens auch nicht bedurfft, hielten ire Mt. wol entschuldigt etc. Item trugen mit irer ksl. Mt. dero leibes schwacheit halben ein underthenigsts mitleiden /103/ und wünschten, dz unser herr Gott ire Mt. stercken, dero bestendige leibes gesundtheit verleihen und sie lange fristen wolte. Item dz sie selbst und menniglich irer Mt. nicht anders nachrumen köntten, denn dz sie sich die zeit hero der keiserlichen regirung mit trewen und aller väterlichen sorgfeltigkeit und fleiß angenommen und angelegen sein lassen und dz Heilige Reich, churfursten, fursten und stende jeder zeit wolgemeinet und noch etc., derwegen man sich vielmehr deßen kegen irer ksl. Mt. zum underthenigsten thette bedancken, mit bitte etc., dasselbige hinfuro nicht weniger zu thun und sich dz Heilige Reich etc. etc. weiter zu gnaden und gnedigster administration befohlen sein zulassen, darzu denn unzweiflich unser herr Gott irer Mt. ferner gnade und hulff verleihen wurde etc., wie des die antwort weiter in bester form gethan werden köntte. Darnach, weil von irer Mt. vornemblich angezogen, warumb die höchste notturfft erfordert, diese beratschlagung anzustellen und davon zu rehden etc., so stunde in der churfursten bedencken und gefallen, /103'/ ob vor der beantwortung der ksl. Mt. uf die andern gemeinen punct etc. vom heupthandell der erwelung eines successorn etc., dz es dem Reich nötig, nuz und gut etc., zu rehden und zutractiren, oder ob die ksl. Mt. uf oberwente gemeine punct zuvor zubeantworten und man darnach erst vom heupthandel rehde und tractire etc. Seines erachtens bedenckt er, damit es nicht lange aufgezogen, dz die tractation vom heuptpunct erstlich vorgenommen werde, darnach weren ire ksl. Mt. uf eins und das ander zugleich zubeantworten, doch stellet ers in der andern bedencken; wohin die schliessen, wil er sich weiter auch vernehmen lassen etc.

    ŠKöln: Hatt die proposition auch erwogen, befindet vornemblich, dz die ksl. Mt. ire leibes ungelegenheit und unvormugenheit neben allerhandt besorglicher gefahr des Reichs etc. anziehen, mit begern, dz derwegen die churfursten uf wege und mittell, sonderlich uf ein gewisses kunfftigs heupt und successorn gedencken wolten etc. /104/ Nu achtet er, dz man unnötige verlengerung der sachen billich vermeidet und desto ehe zum heupthandel greiffe und davon rehde, darumb man zur stet sei etc., derwegen, wenn Trier sich desfalß cathegorice erkleren wirdt etc., so wil ers alßdan an ime auch nicht mangeln lassen etc. etc.

    Pfalz (Dr. Ehem): Er hette gleichergestalt die proposition beratschlagt, befindet darinne die punct begriffen wie von Trier angezogen. Achtet dafur, dz man sich der gemeinen punct halben, welchergestalt die ksl. Mt. zu b[e]antwortten, leicht zuvorgleichen, wurde auch Meinz solchs am schicklichsten zuthun wissen, und dz am besten, dz man zur heuptsache schreite. Wenn solchs geschicht und davon gerehdet wirdt, ist er erböttigk, sich auch aller gebur zuerzeigen etc.

    /104'/ Sachsen: Hatt auch die proposition beratschlagen und erwegen lassen, achtet, das die dancksagung und antwort auf die ubrigen punct zuthun. Stellet aber in bedencken, ob anfangs davon alleine oder aber alleine von der heuptsache zurehden sein solle. Helt sonst dafur, damit es nicht lange aufgezogen werde, das am besten, dz man von beiderseits puncten zugleich rehde und tractire etc., mit erbieten, wenn die andern des mit ime einig und die ordnung an ihn kömpt, alßdann dz seine auch zuthun und an im nichts erwinden zulassen.

    Brandenburg: Befindet die proposition obangezogenes inhalts, achtet, dz auf den eingangk leicht köntte geantwortet werden, wie auch albereit zum theil gestern von Meintz geschehen; dz der ort transferiret, hette man irer Mt. darine underthenigst wilfaret etc.; dz sichs mit irer Mt. ankunfft verzogen, weren sie des bei inen wol entschuldigt und also fort etc. etc. /105/ Desgleichen achtet sein kfl. Gn., dz am besten, dz man zur beratschlagung der heuptsache thue, damit es soviel weniger vergeblich lange aufgezogen werde, wollen sich auch zu irer erklerung, wenn es an sie kömpt, erbotten haben etc.

    3. Umfrage. Mainzer Kanzler proponiert: Was die churfursten und Pfalz sich vernehmen lassen, hette er angehöret, sonderlich dz die ksl. Mt. uf die propositiones zubeantworten, welchs denn, was die gemeinen punct anlangte, leicht zuthun wie breuchlich etc. Helt auch vors beste, dz vom heuptpunct tractiret werde etc. Weil sie nu desfalß einhelliger meynung etc., so stellet er zu irem gefallen, davon zurehden, ob der ksl. Mt. zeit dero leben und regirung ein administrator zuzuordnen etc. und ob der auch kunfftigk succediren solle etc. Vor sein person achtet er, dz es zuthun gut und hochnötig etc. etc.

    /105'/ Trier: Vernimpt, dz die churfursten neben Pfalz in gemein dahin votiren, den heuptpunct vor die handt zunehmen und davon zurehden, ob ein successor zubenennen etc. und dann auch uf die andern punct zuantworten etc. Lest sich beide meynungen gefallen. Auf den ersten heuptpunct vornemblich achtet er, dz es gut, darauf zu gedencken, in zeitten und bei leben der ksl. Mt. Šeinen successorn zuerwelen etc., denn wie er hinder sich gesehen, so befunde er, das es nicht allein der gulden bulla nicht zukegen noch ungemeß, b– -sondern dergleichen zuvor auch geschehen–b . Item hette befunden, das, wie auch von der ksl. Mt. selbst angezogen, zu mehrmaln es gar sorglich und geferlich im und umb das Reich gestanden, do man den fall eines römischen keisers und königs erwartet und nicht zuvor bei desselben leben uf einen successorn und gewisses heupt getrachtet etc., derwegen vielweniger izo eines sol[c]hen falles zu erwartten, sondern viel mehr umb mehrer sicherheit willen /106/ und zuvorkommung kunfftiger gefahr und unheilß etc., einen gewissen successorn zubenennen und zuerwelen gut etc. So befunde und verstunde er auch die gulden bulle nicht dahin gerichtet, das die churfursten nicht solten vor dem fall eines römischen keischers [!] uf einen römischen könig und kunftigen successorn zugedencken etc. macht haben, mit anziehung etlicher exempell, wie auch von der ksl. Mt. angezogen etc., dz es zuvor geschehen und also zu vielmaln gebreuchlich gehalten worden10; und das es gut und dem Heiligen Reich nuz und vortreglich gewesen, wenn es geschehen, und hergegen sorglich und geferlich etc., do es verblieben und biß auf den fall gesparet etc. Nu hetten die ksl. Mt. auch ire leibes schwacheit und höchste ungelegenheit angezogen, wie auch ane das solchs vor augen zusehen und es allein bei dem allmechtigen /106'/ stehet, sonsten hette es wol das ansehen, das es mit irer Mt. wol die lenge nicht möchte tawren oder bestandt haben, darumb man denn auch vornemblich zu dieser collegial versamlung getrachtet etc. So bedenckt er auch des Heyligen Reichs gelegenheit, wie es darin und darumb geschaffen, sonderlich auch die gelegenheit Spanien und Franckreich, was ein gute zeit hero vor unruhe und empörungen darinnen gewesen und noch11, denen man auch nahe gesessen, dahero dz Reich wol nicht wenig gefar zubesorgen haben muß. Was auch der außlendischen potentaten practiken bißhero dem Reich guts geschaffet, dz were notorium etc. Und wurde auch von den außlendischen potentaten sonderlich dahin gesehen, wenn es im Heiligen Reich wol zustunde und dasselbe Šin aufnehmen keme, c– -das sie darwidder auf allerlei mittel, wege und practiken gedechten, sich umbs Reich anzunehmen, /107/ unruhe und unfrieden darinne zuerwecken–c . Item weren auch wol leute bei den jenigen, denen man es wol nicht zutrawitte, die solchs bei iren hern zureitzen und zutreiben nicht feyerten etc. Do auch nachmaln wider das Reich also von außlendischen potentaten, Hispanien, Frankreich und dergleichen etc. sich wes thetlichs understanden werden solte, d– -so were Trier des orts am negsten gesessen, wurde ihn die gefar am ersten treffen etc.–d  Deme allen nach achtet er, dz man izo wol mehr denn hiebevorn gewesen etc. ursachen habe, dawidder uf gute wege und mittel, sonderlich eines kunfftigen successorn halben, zutrachten. Wuste vor seine person auch sonst keine ursachen, warumb man izo in zeiten zur wal nicht wolle thun, e– -sondern die erst biß ufn fall des keisers einstellen–e , derwegen rett er noch darzu, dz der ksl. Mt. bedencken in deme nicht auß den henden zulassen etc., mit erbieten an ime nichts mangeln zulassen etc.

    /107'/ Köln: Weil man sich dahin vereinigt, vom heupthandel zu rehden, alß dz in ansehung der gelegenheiten und umbstende der ksl. Mt. einen administrator zuzuordnen, so irer Mt. auch nachfolgents succedire etc., wolte er wol nichts liebers, denn die umbstende und gelegenheiten von andern anzuhören alß selbst davon zusagen, sintemal ihn aber die ordnunge izo treffe, muste er seine meynung auch sagen etc. Hette demnach diesem werck auf die geschehene proposition auch mit höchstem fleiß nachgedacht, befindet dz es des Heiligen Reichs höchste notturfft erfordert, uf mittel und wege zugedencken etc., erinnert sich daneben, das deßen die ursachen nicht allein hiebevorn von den keiserlichen gesantten, sondern auch gestern von irer Mt. selbst und in der proposition genugsam angezeigt. Zudeme gebe die erfarung, die not und gelegenheit zuerkennen, dz es wol in acht zu haben, /108/ sonderlich wenn (da Gott lange vor sei) ire Mt. verfiele und bei derselben leben nicht uf ein gewisses heupt und successorn gedacht, das alßdann allerlei gefar etc. zu besorgen etc. Nu were gleichwol nicht one und den andern wol bewust, dz nicht allein die ksl. Mt. seidt der zeit sie zum römischen könig erwelet und hernacher in ire keiserliche regierung getretten12, sondern auch vor der zeit neben und mit irem geliebten herrn vatern hochmilder und christseliger gedencken sich des Heyligen Reichs Šwolfart mit angelegen sein lassen, die burden tragen helffen und, da sich auch die zeit hero viel unruhe im Reich zugetragen, dieselben in gute hingelegt, und also ruhe und frieden zuerhalten an irem vermugen und fleiß nichts erwinden lassen. Da denn wol zu achten, das ire Mt. durch dero offt gehabte väterliche sorgfeltigkeit, angewante muhe und fleiß /108'/ uber dero sonst zugestandene leibes blödigkeiten und schwacheiten sich also außgemattet und abgearbeitet, derwegen numehr irer Mt. ungelegenheit und unvormugenheit wol zu ermessen und zu bedencken, fur welche irer Mt. gnedigste und väterliche sorgefeltigkeit etc. irer Mt. viel mehr höchste dancksagung zuthun etc. Wenn nu in zeitten, und da es bei guter ruhe wol geschehen kann, darzu nicht gethan, dz werck fortgesezt und zur wal geschritten wurde, muste er nachmaln sagen, das allerlei gefar zuvormuten etc.; wie denn zuvor auch geschehen, mit anziehung vieler exempell was vor unruhe, unfrieden und empörungen sich nicht allein im Reich, sondern auch von außlendischen potentaten widder dasselbige begeben, wenn man den fall eines römischen keisers erwartet und darnach erst uf ein heupt dencken wollenf– -Dagegen aber dz es alle wege wolgeraten, nutz und gut gewesen, wenn man bei leben ein keisers einen successorn erwelet etc.–f/109/ darumb und in erwegung deßen es gut und hochnötig, dz auch nu zu diesen zeitten nicht weniger dz Heilige Reich bei friede, ruhe und guter wolfart erhalten werde. g– -Wenn man es auch dahin erweget, dz es dem Reich vortreglich etc., so wurde man diß werck der waal izo vor die handt zunehmen soviel weniger bedencken haben noch es hindann sezen–g . Derwegen zweiffelt er nicht, die andern werden gestalten sachen nach desfalß mit im einig sein und sichs mitgefallen lassen und davon rehden. Wenn solchs geschicht, wil er sich hirinnen weiter auch aller gebur zuvorhalten und zuerkleren wißen etc.

    /109'/ Pfalz (Dr. Ehem): Pfalzgraf Ludewig und seine zugeordenten hetten gehöret, was von Trier und Cöln nach der lenge angezogen. Was die heuptsache Šanlangte, hette er sich in habender instruction13 ersehen; befindet, dz sein her vater, pfalzgraf Friedrich churfurst, dieses puncts halben gleicher meynung und einig sei und sich der vorigen exempell und wz guts erfolget erinnert etc. Wuste auch, dz hiebevor nicht ungebreuchlich gewesen, do ein keiser leibes ehaffte oder man sonsten erhebliche und genugsame ursachen gehabt, dz man uf zuordnung eines administratorn getrachtet; achtet ane not, solchs nach lenge alhie anzuziehen und zu widderholen. Helt derwegen dafur, h– -dz seinem hern vater die zuordnung etc. nicht widderlich etc.–h , denn es gebe je izo der augenschein der ksl. Mt. höchste ungelegenheitt und leibes unvormugenheit, wie wol er nicht liebers wunschen wolte, denn dz ire Mt. nach wie vor weiter des Heiligen Reichs burde tragen und demselbigen ferner lange vor sein möchte. /110/ Sein herr vater, der churfurst, hette auch nicht weniger erwogen und bedacht die ursachen, wie von Trier und Cöln angezogen, i– -auch die gefahr, so dz Reich sich des turcken und muscowiters14 halben zu besorgen, derwegen hoch von nöten, sich in zeiten in die sache zuschicken. Also erinnerte sich sein her vater auch, wz sein kfl. Gn. der außlendischen potentaten verbundtnus halben den keiserlichen gesantten uf dem tage zu Fulda15 zur antwort geben lassen–i . Ob auch wol sein her vater in bedencken gezogen, dz es ein prejuditial sein möchte, wenn man allewege bei leben eines keisers uf ein beyadministration oder succession gedechte etc., so hette er doch dagegen erwogen, dz es sonderlich izo die höchste notturfft erforderte und dz man uf eine solche succedirende person gedencke, die genugsam und dem Heiligen Reich vortreglich und wol anstehe etc. /110'/ j– -Bedencket auch daneben, dz sonderlich auch gut, uf mittel und Šwege zutrachten, wie man alle gefahr und unruhe des Heiligen Reichs auß dem wege seze, denn do man auch gleich izo uf einen successorn gedechte und man trachtete nicht uf mittell, wie dz Reich in gute ruhe, einigkeit und frieden gesezt, so wurde solche unruhe uf den successorn kommen; solchs wurde dem Reich wenig vortreglich sein etc., darumb eins bei dem andern wol zu bedencken etc.–j Zweiffelt derwegen nicht, die Kff. wurden sich diese sachen mit höchsten fleiß angelegen sein lassen. Wenn auch nu von den andern weiter davon gerehdet und geschlossen wirdt, wil er sich ferner aller gebur erzeigen unnd vernehmen lassen etc.

    /111/ Sachsen16: Hette zuvor angezeigt, wz es auß dem meinzischen außschreiben sowol auß der gestrigen proposition vor ein gelegenheit hette, alß dz es vornemblich die succession des Heiligen Reichs betreffe, davon zu deliberiren und zuratschlagen und also von zuordnung eines römischen königs, so dem Heiligen Reich wol anstehen und nuzlich sein möge etc.; item dz die ksl. Mt. den churfursten die freye waal und andere gerechtigkeiten freistellen und inen darinne keine eingriffe thun wolten etc. Soviel nu die heuptsache anlangt, höret er gerne, dz die andern desfalß in iren votis einig etc., achtet derwegen unnötig, es weitleuffigk anzuziehen, sondern wil zur heuptsache schreitten. Helt dafur, dz die ksl. Mt. ungeferlich dergestalt zubeantworten sein solle, das die Kff. sich bedanckten, das ire Mt. seidt derselben königlichen waal etc. sich des Heiligen Reichs zu deßen wolfart und nutz mit gnedigster und väterlicher sorgfeltigkeit angenommen, /111'/ deßen auch ire Mt. von inen, den Kff., und allen stenden billich hochzurumen und sich desfalß underthenigst danckbar zuerzeigen und solchs umb ire Mt. etc. zuvordienen schuldigk erkennetten. Wunschten daneben, dz unser herr Gott ire Mt. mit gnaden weiter fristen, stercken und erhalten wolte, damit sie irer keiserlichen regirung weiter lange vorstehen möchten. Und ob wol nicht one und inen wol bewust, wie auch offentlich vor augen, in was beschwerlicher leibes schwacheit und unvormugenheit ire Mt. ein gute zeit hero gewesen und noch, so were man doch der ungezweifelten zuvorsicht und hoffnung, dz unser herr Gott ire Mt. inen und dem Heiligen Reich und allen stenden desselben zu trost etc. lange erhalten wurde. Demnach bete man auch underthenigstes fleisses, das sich ire Mt. des regiments und der keiserlichen regirung weiter nicht entschlagen noch eussern, sondern vollents, so lange es dem lieben Gott gefelligk, damit beladen sein und bleiben wolten etc. /112/ Was denn dz werck an im selbst betrifft, irer Mt. einen römischen könig zu adjungiren, höret er gerne, dz es vortreglich und gut sei. Erkleret sich sonst dahin, obwol etliche dahin sehen mochten, dz der gulden bulle zuwidder, bei leben irer Mt. einen römischen könig zuerwelen, so achtet er doch, dz ungeachtet, Šobs gleich der gulden bulle so außdrucklich nicht einverleibet, k–s -die churfursten ein solchs zuthun wol macht haben–k , weil es die unvormeidliche notturfft, kunfftigk unheil und gefahr des Reichs zuvorkommen erfordert, zu deme dz exempell vorhanden, dz es zuvor in gleichem fall mehr denn eins geschehen, wie des die ursachen, darumb es domaln erfolget etc., von Trier und Cöln genugsam angezogen. Izo hette man vornemblich desfalß darzu ursache genug, das der ksl. Mt. leibes schwacheit vor augen. Sonst helt ers auch dafur, das diß auch hiebevor ursache gegeben, bei leben eines keisers zur waal zutrachten, das man gesehen, was vor empörungen und unruhe sich zuvor jedesmal interregno vielfeltigk erhoben etc.; /112'/ item das viel practicken und dergleichen beschwerligkeitten widder das Reich vorgenommen etc. Do es nu zuvor in interregno (da doch domaln die leuffte nicht so geferlich gewesen alß izo und noch teglich geferlicher und beschwerlicher sich anliessen) umbs Reich so ubel zugestanden17, wieviel mehr wurde man sich deßen izo mußen zu besorgen haben, wenn man uf den fall der ksl. Mt. warten und alßdann erst zur waal schreitten wolte, derwegen es izo mehr not und gut denn zuvor, in zeitten uf mittel zugedencken etc. So were es auch an deme, dz von ir vielen grosse und viel unruhe offtmalß im Reich erweckt wurde, sonderlich mit bewerbungen und durchzugen etc.18, da man sich auch in viel wege ungehorsamlich verhielte, keiserliche mandata und geschlossene constitutiones, ordnung und abschiede nicht achtete noch denen gelebte. Solte man nu uf wege nicht gedencken, damit auch izo in zeitten denen ungelegenheitten vorkommen und den jenigen zu dergleichen fernerm vornehmen kunfftigk nicht raum und stat gegeben werde, /113/ so wurde unzweifflich die gefahr im Reich alßdann ungleich grösser und mehr sein, wenn man des fallß wölle erwarten und dz alßdann kein gewisses heupt vorhanden etc. Uber das wurde man sich auch nicht wenig, wenn alßdann kein heupt vorhanden, zu den außlendischen potentaten allerlei gefahr und unruhe mussen zuvormuten haben, und das l -sie sich umb das Reich anzunehmen und allerlei dawidder practiciren, gefar und unruhe zuerwecken understehen und nicht feyrenn wurden–l . Hirumb achtet er auch vor hochnötigk, nutzlich und gut und dem Reich sonderlich vortreglich sein, das man uf einen römischen könig und kunfftigen succedirenden römischen keiser gedencke etc., denn dadurch Šwurde auch den außlendischen potentaten alle hoffnung genommen und alle unruhe und gefahr soviel mehr abgewendet werden. m -Derhalben erkleret er sich, das er desfalß an seinem theile und soviel an ime nichts wil erwinden lassen, /113'/ denn weil auch die ksl. Mt. nicht allein hiebevorn durch dero gesantten, sondern auch selbst ire leibes unvormugenheit zuerkennen gegeben und angezogen und selbst uf solche mittell zutrachten gesucht etc., und es also auch mit irer Mt. besonderm vorwissen zugehet, so were darinne soviel weniger einig bedencken zumachen, sondern im nahmen Gottes zur waal zuschreitten, mit erbietung seines theilß etc. wie oben etc. etc.–m\

    /114/ Brandenburg: Vermerckt auß den vorgehenden votis, dz die andern churfursten sich auf den heuptpunct erkleret, nemblich, ob zu raten, dz bei leben der ksl. Mt. ein römischer könig zuerwelen und dz der nach irer Mt. fall die keiserliche regirung auf sich zunehmen etc. Weil nu die ksl. Mt. zuvor allewege diese suchung gethan, und ire kfl. Gn. seidt der zeit, alß sie zu der hohen irer churfurstlichen wirde kommen19, dahin gesehen und getrachtet, alles dz jenige zuthun, zubedencken und zubefordern, das dem Heiligen Römischen Reich vortreglich, nuz und gut etc., so hetten sie auf izige proposition, auch den sachen, mit fleiß nachgedacht und sich der gelegenheiten in der gulden bulle, ordnungen und andern historien notwendig ersehen und erkundigt etc. Vermercktens auch wol an deme sein, dz allerhandt ursachen und bedencken im wege, warumb die waal bei der ksl. Mt. leben nicht zuthun; hetten auch wol gedacht, n -weil es der gulden bulle etwas ungemeß und das man in deme auß derselben schritte, das es vielleicht den churfursten ubel gedeutet und von vielen nicht wol aufgenommern werden möchte etc.–n\ /114'/ Item das allerhandt unrichtigkeitten mochten vorfallen, do ein keiser und römischer könig zugleich regiren solten etc., und sonderlich bei der izigen ksl. Mt. etc., da sie vielleicht mit solcher und in iziger irer gelegenheit soviel mehr sich der regirung entschlagen und auf den römischen könig stellen, dadurch denn vielleicht dem Heiligen Reich allerlei ungelegenheit zustehen und zugezogen werden möchte, vornemblich auch auß deme, do etwa ein solcher römischer könig und kunfftiger keiser itzo erwelet werden solte, so der ksl. Mt. nicht annemblich etc., dahero soviel mehr allerlei uneinigkeit und zerruttung Šzubesorgen. Item sein kfl. Gn. hetten bedacht, das wol ein hohe königliche person izo hirzu zuerwelen, darauf wurde aber ein grosser underhalt gehen und darzu gehören mussen, dadurch denn soviel mehr burden und beschwerungen auf die underthanen dieselben zuertragen etc. kommen wurden. Item so köntte sich auch wol zutragen, das der römische könig sich etwa wurde mussen in kriegs leufften ge- /115/ brauchen lassen, darzu auch viel wurde mussen gehören, dadurch abermaln die burden und beschwerungen soviel mehr unnd grösser auf das Reich und desselben stende kommen wurden. Exempell, wie keiser Maximilianus primus anfangs o -in krieg mit Franckreich Flandern halben geraten und in beschwer kommen–o,20, darumb sich das Reich annehmen und grosse muhe und unkosten ertragen mussen. Item so were demselben keiser auch selbst krieg zugestanden, da denn dz Reich sich nicht weniger zu desselben grossen ungelegenheit darumb auch mussen annehmen. p -Diese und andere ursachen sein[e]r kfl. Gn. wol allerlei bedencken gemacht, das nicht sonderlich gut und zu raten, bei leben der ksl. Mt. zur wal zuschreitten–p

    Hinwidderumb aber, und ungeachtet deßen, weren ir gleichwol auch diese bedencken eingefallen, das des Heiligen Reichs izige gelegenheit und hohe notturfft, und daneben der ksl. Mt. leibes schwacheit und unvormugenheit wol zuerwegen und in acht zu haben, darumb es gut etc., dz bei derselben leben zur wal geschritten etc. /115'/ Item sein kfl. Gn. hetten sich auch erinnert, das in gleichen fellen es zuvor gar gut und dem Reich vortreglich gewesen, denn dadurch soviel mehr gute ordnungen, frieden und ruhe im Reich erhaltenq. Da im kegenspiel das widdrige erfolget etc., mit anziehung etlicher exempell von andern königreichen und landenr und sonderlich Polen, do in zeitten auch zur wale nicht gedacht, das darnach allerlei gefar, unruhe und zwitracht erfolget etc., wie auch noch heutigs tages am königreich Polen zusehen21, was Šire wal nach dem fall gefruchtet und was vor schimpf und spott derwegen inen zugestanden und noch etc. Darumb nach gelegenheit der sachen und wie es die exempell geben, so were es dem Reich am nuzlichsten und gut, bei der ksl. Mt. leben zur wal zutrachten etc., kunfftigs unheil, unruhe und practicken zuvorhuten etc., denn man wuste auch, was vor unruhe und gefahr sich anno 52 nach keiser Karlß kriege im Reich angefangen und zugetragen, /116/ das man auch vermeinet, es wurde alles uber einen hauffen gehen, wann nicht keiser Ferdinandus domaln were zum römischen könig erwelet gewesen, der sich denn des Reichs darumb mit höchsten fleiß angenommen und alles widder zu ruhe und frieden gebracht22. Item vornemblich were es auch sere gut gewesen, dz man Ferdinandum in zeiten erwelet, darumb das er nach keiser Carln balt in die keiserliche regirung getretten, da sonsten auch noch uber und ane das allerlei gefahr und unruhe hette einfallen mögen. Wie es denn mit der izigen ksl. Mt. vor und nach dem fall ires hern vaters keisers Ferdinandi, löblicher gedechtnus, eben die gelegenheit auch gehabt23s -Item sein kfl. Gn. hetten auch bedacht, do izo in zeiten und bei guter ruhe zur waal nicht gethan wurde und man damit der ksl. Mt. fall etc. erst erwarten wolte–s , das alßdann wol die unruhe vorfallen und sich zutragen köntten [!], dadurch die churfursten und sonderlich die am Rein, denen alß den nechstgesessenen solche gefahr am /116'/ ersten mochte treffen etc., alßdann an der wal, wenn sie die gleich anstellen und thun wolten, verhindert werden möchten. t -Item so muste man sich auch sonderlich der gefahr des turcken unnd muscowiters halben besorgen etc.–t Item man wuste, wie hiebevorn sich die außlendische potentaten umb das Reich angenommen und allerlei geferliche practicken dawidder erregt, dadurch einer vor dem andern vor gezogen worden und das Reich also an sich bringen wollen, und solchs köntte noch izo erfolgen, do man nicht in zeiten zur waal schritte, dadurch denn alle solche geferligkeiten unnd ungelegenheitten köntten abgewendet werden. ŠDerhalben darauf zudencken und darzu zuthun, weil die churfursten izo in guter einigkeit bei einanderu und es der ksl. Mt. obligende leibes schwacheit und des Reichs hohe notturfft erfordert, das man die waal ins wercke seze, wie auch sein kfl. Gn. vor ire person allen umbstenden und gelegenheiten nach anders nicht denn dahin schliessen und befinden köntten, dz es dem Reich und sonsten hochnötig, nuz und gut etc. etc.v /117/ Demnach achtet sein kfl. Gn. auch es dafur, dz man die ksl. Mt. hinwidder beantworte, dz man nicht anders finden und schliessen köntte, denn dz es gut etc. zur waal eines römischen königs zuschreitten. w -Denn obs wol an deme, das es die gulden bulle außdrucklich nicht vermöchte, so hielte man doch dafur, dz ungeachtet deßen izo so wol alß zuvor geschehen die churfursten wol macht hetten, bei irer Mt. leben die waal zuthun–w , denn auch keiser Carl der vierde, der doch die bulla gemachet, selbst bei seinem leben die dahin erkleret, da er seinen sohn Wenceslawum zum römischen könige gemacht24, dz es die gelegenheit haben möchte etc.x Item bei irer Mt., wie von Sachssen angedeutet, underthenigst zusuchen, do derselben gleich einer zugeordnet wurde, dz sie darumb die keiserliche regirung nicht wolten von sich legen, sondern ir nichts desto weniger nach wie zuvor des Heiligen Reichs sachen und burden angelegen sein lasseny, wie denn ire Mt. sich deßen auch insonderheit kegen seiner kfl. Gn. dahin erbotten und vernehmen lassen. /117'/ Item dz irer Mt. underthenigste dancksagung zuthun von wegen irer biß hero gethanen getrewen administration und verwaltung der keiserlichen regirung, mit erbitten etc. Item bitte, wie gemelt etc., die weiter zubehalten, welchs man irer Mt. weiter underthenigst nachrumen und es umb dieselbe verdienen wolte etc. etc. Wo dann nu, wie vermutlich, ire Mt. nachmaln auch uf irer proposition der waal halben beruhen, auch sich zu der fernern verwaltung der keiserlichen regirung erbieten wurde, so were es weiter wie oberwent kegen irer Mt. des heupts puncts der waal halben auch zugedencken und sich darzu zuerbieten etc. Item weil auch unzweiflich von oberwenten puncten des underhalts eines römischen königs und dann der kriegsfurung halben etc. Šwurde gerehdet werden und man ane dz eine sonderliche capittulation wurde aufrichten, so köntte dasselbige mit darinne versehen und verwahret werden. /118/ Desgleichen auch dz der römische könig der ksl. Mt. in der regirung kein eingriff thun solte etc., item keine unnötige kriege anzufangen, item sich in keine verbundtnußen, so dem Heiligen Reich nachteilig etc., einzulassen. Was nu die andern desfalß und sonsten weiter nötigk bedencken und wahin sie schliessen, sonderlich dz zur waal zuschreitten, des wollen sich sein kfl. Gn. mit inen freundlich und gerne vergleichen etc. etc. etc. Was Pfalzs anziehen anlanget, von wegen der außlendischen alß fanzösischen und nidderlendischen kriege und derselben bewerbungen in Deutzschlandt, da viel unruhe und tewrung im Reich mit derselben durchzugen erweckt etc., achten sein kfl. Gn. selbst auch, das es nötig, davon zurehden, wie solchs abzuwenden, stellen aber dasselbe dahin biß zu besserer gelegenheit; wollen sie sich desfalß alßdann mit den andern Kff. auch freundlich gern vergleichen etc. etc.

    /118'/ Mainzer Kanzler: Er hette angehöret, wz die churfursten und pfalzgraff Ludewig auf den heupt punct sich in iren votis vernehmen lassen und gar gerne vernommen, dz sie einhelligk schlössen, dz der ksl. Mt. suchen und begern stat zugeben und zuloben etc. Und hatt auch vor sein person, wz die ksl. Mt. nicht allein schrifftlich und durch schickung, sondern auch personlich väterlich den churfursten angezeigt und zu gemute gefuret, erwogen und wuste sich auch zuerinnern, wie den andern Kff. mehrers theilß auch bewust, dz es hiebevorn in der churfursten beisein ferner dahin declariret worden, dz die churfursten allen römischen keisern dz beste rathen und ime mit hulffe beistehen solten. Item wenn es von nöten, einen römischen könig zuerwelen, dz Meinz macht haben solte, die churfursten gen Franckfurt am Meyen zuerfordern, wie denn auch zu diesem male geschehen werez, derwegen achtet er auch selbst dafur, do zuvor jemalß von nöten gewesen, einen römischen könig zuerwelen, so erfordere es vielmehr izo die höchste notturfft, /119/ denn es were gleichwol an deme, dz der ksl. Mt. leibes schwacheit und die geferligkeit kundtlich und vor augen. Item es wurde dem Reich grosse gefar zubesorgen sein mussen, do dasselbe vacirte etc.; item anziehung der umbligenden potentaten Franckreich und ander etc.aa unruhe und auch dahero besorgende gefahr etc.; item dz etliche, do dz Reich vacirte, nicht ruhen wurden, unruhe und beschwerungen dawidder zuerwecken etc. So bedenckt er auch, auß erinnerunng seines tragenden ampts, do die ksl. Mt. solte abgehen und man alßdann erst wolte zur waal schreitten und er die churfursten verschriebe, da denn einer oder der ander zukommen Šverhindert und aussenbliebe und die andern zur wal griffen und schlössen, das solchs alßdann auch nicht geringe uneinigkeit erregen wurde. Uber das, solte es zum interregno kommen, ab -so were die gefahr des Heiligen Reichs soviel mehr und grösser zubesorgen etc.–ab /119'/ Dem allen nach bedenckt er, dz, wie auch zum theil albereit angezogen, die ksl. Mt. zubeantworten were und, neben geburlicher dancksagung der bißhero gethanen verwaltung etc., zusuchen, weil man nicht zweiffelte, unser herr Gott wurde ire Mt. noch lange fristen etc., also das sie dem Heiligen Reich noch lenger wol vor sein köntten, dz es ire Mt. ferner unbeschweret thun und die verwaltung der keiserlichen regirung ane zuordnung eines römischen königs etc. nach wie zuvor gnedigst behalten und die je nicht abstellen wolten. Im fall aber ire Mt. je nachmaln vor nötig erachtetten und entlich darauf beruheten, das man uf den heuptpunct schliessen und zur erwelung eines römischen königs und kunfftigen successorn schreitten solte, so were mans im nahmen Gottes zuthun erböttigk, und hetten sie, die churfursten, sich desfalß einer meynung verglichen, die wolten sie irer Mt. eröfnen etc. /120/ Was von Pfaltz der französischen und nidderlendischen krige und erregten tewrungen im Reich halben zurehden angezogen, weil die andern von deme punct nicht votiret, diß auch ein sonderlichs were, so köntte Meinz auch noch zur zeit darzu nichts rehden, sondern stellets ein biß sie es nachmaln thun etc., doch in allewege dem heuptpunct unvorhinderlich etc. etc.

    (Nachmittag, zwischen 3 und 4 Uhr) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig. ac -An izbemelten 12. Octobris, nach mittage zwischen 3 und 4 uhr, seindt die funff churfursten neben pfalzgraff Ludewigen ufm rathause widder zusammen kommen–ac , alda etwa eine halben stunde beieinander verharret und darnach, kurz nach 3 uhrad, semptlich zu der ksl. Mt. gezogenae etc. etc. und derselben eröfnet, was sie der election halben miteinander geschlossen etc.af,25

    « ŠNr. 5  Oktober 13, Donnerstag »

    Beratung des weiteren Vorgehens: Beschluss, einen ksl. Revers betreffend die Anwesenheit anderer Ff. während der Wahl sowie die Eidesleistung des Regensburger Rats zu fordern; Beratungen zur Wahlkapitulation durch je zwei Deputierte. Zustimmung zum kurpfälzischen Antrag, über die Befriedung der niederländischen und französischen Konflikte zu beraten; Vorwissen des Ks. erforderlich.

    /120'/ (Vormittag, 8 Uhr) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig. Session: Pfalz, darnach Meinz, Cöln, Trier, Sachssen, Brandenburgk.

    Mainzer Kanzler proponiert: Nachdeme sie, die churfursten, gestern der ksl. Mt. selbst untter andern eröfnet, wes sie sich des puncts der election halben mit einander verglichen, und ire Mt. sich solchs allergnedigst gefallen lassen, so stellet er zu irem bedencken unnd gefallen, welcher gestalt sie nu weiter wollen procediren etc. Insonderheit aber begeret Meinz, erstlich von der capittulation zurehden, wie und warauff die zurichten etc.

    Š /121/ Trier: Hette von Meinz gehoret, nachdeme der ksl. Mt. der churfursten beratschlagung eröfnet, was nu weiter vor die handt zu nehmen und von der capittulation zurehden sein solle etc. Bedencket, dz in solchen fall, do ein römischer könig bei leben soll erwelet werden, dabei diß in acht zu haben, dz die churfursten protestireten, weil es die gulden bulla sonst außdrucklich nicht vermöchte, das wenn izo die waal ergehet, dadurch kein praeiuditium eingefuret werden solte etc., wie er auch seines theilß desfalß hiemit protestiret haben wolte etc. Item die gulden bulla besagte den ort alß Franckfurt am Meyen, da die wal geschehen und ein rath schuldigk sein solte, keine andere fursten noch botschafften in zeit der waal in die stadt zu lassen oder darinnen zugedulden und sich deßen in sonderheit zu obligiren etc.1 Weil aber nu der wahltagk hieher gen Regenspurgk gelegt und izo etliche fursten alhier, so solte man dz auch in acht haben. Item die gulden bulla vermöchte, dz die stadt Franckfurt alß derselben einwohner und burger schweren musten. Solchs were auch anno 62 von inen geschehen2, dz solte izo alhier auch erfolgen. /121'/ Item der anwesenden fursten halben were nötigk, do die nicht solten hinwegkgeschaffet werden, dz ein reverß von der ksl. Mt. erfolgte, damit es kein praeiuditium einfure etc.3 Was die beratschlagung der capittulation anlangt, weil die puncten in zimlicher anzal und es lange aufhalten, und man soviel weniger an verrichtung anderer sachen verhindert wurde, so helt er dafur, dz am besten, dz ein jeder churfurst eine oder zwei personen darzu verordne, die privatim zusamen kemen, die capittulation beratschlageten, die nach iziger gelegenheit verfasten und alßdann sol[c]hs referirten, doch stellet er es in der andern bedencken und gefallen etc.

    Köln: Achtet, weil anno 62 die burger zu Franckfurt sich durch einen reverß obligiret, dz kein furst [in] zeit der waal eingelassen werden solte oder das die anwesenheit der fursten zu keinem preiuditio gereichen solte etc., das es izo alhier vonn der stadt Regenspurgk auch zugeschehen nötigk. Der capittulation halben ist er mit Trier einig, dz man etliche rethe in sonderheit zu derselben beratschlagung ordne etc.

    /122/ Pfalz: Erinnert sich auch, was vorgelauffen und der ksl. Mt. gestern referiret etc., item gehöret, wz Meinz izo weiter proponiret und was daneben von Trier angezogen der frembden anwesenden fursten halben. Achtet, dz derwegen ein reverß von der ksl. Mt. gesucht und genommen werde etc. Item dz der rath alhie zu Regenspurgk wie Franckfurt die eidsleistunge thun Šetc. Die capittulation stellet er auch wie Trier und Cöln uf verordnung und beratschlagung etlicher rethe etc.

    Sachsen: Hatt auch vernommen, wz vorgelauffen und erwehnet: 1) belangent die anwesenden fursten und derwegen gebreuchlichen reverß, 2) item von Regenspurgk den eidt zu fordern, 3) item die capittulation zu beratschlagen. Ist der beiden ersten punct halben einig, 1) [und] 2) dz man es damit wie [in] Franckfurt geschehen halte etc. 3) Der capittulation halben ist er auch mit den vorgehenden churfursten gethanen votis einig, mit erbieten, seines theilß auch darzu zuordnen etc.

    /122'/ Brandenburg: Hatt auch angehöret, wavon die andern Kff. izo weiter gerehdet, alß 1) von den anwesenden fursten und dem reverß etc., 2) von des raths eidsleistung, 3) von der capittulation etc. Was den ersten punct anlangte, weren sein kfl. Gn. berichtet, wie es sich desfalß zu Franckfurt anno 62 begeben, alß dz domaln auch etliche fursten und botschafften anwesent gewesen, welchs man an die ksl. Mt. gelanget und umb abschaffunge gebeten. Ob sich aber nu wol ire Mt. desfalß damit entschuldigt, dz eins theilß fursten irer Mt. rethe, die andern sowol etliche botschafften sonsten irer Mt. gefolget, so hetten doch lezlich ire Mt. sich dahin erkleret und erbotten, es desfalß also zumachen, dz es kunfftigk der gulden bulle, der solchs sonst zuwidder, kein abbruch oder einfurung geben solte etc. Auf den andern punct achten sein kfl. Gn., dz die von Regenspurgk sowol alß die von Franckfurt /123/ die eidsleistung zuthun schuldigk. Weil aber sein kfl. Gn. sich besorgen, es werden sich die burger zu Regenspurgk solchs zuthun beschwerenn, und der rath zu Franckfurt allein hiebevorn ein obligation gethan und von sich gegeben, so achten sein kfl. Gn., dz es izo alhier auch also zu halten etc. Der verordnung etlicher rethe zur capittulation ist sein Kf. auch einig etc.

    Mainzer Kanzler: Hette gehöret, wahin die andern votiret, 1) alß dz der anwesenden fursten halben ein reverß von der ksl. Mt. zusuchen und zunehmen, 2) item den eidt vom rathe zu Regenspurgk zufordern. Wil sich mit den andern desfalß freundlich gerne vergleichen, achtet aber, das diese beide puncten einzustellen biß man zur election schreitten wirdt, welchs doch in wenig tagen geschehen wurde etc.4 /123'/ Item ist der verordnung halben zur capittulation mit den andern auch einig. Und weil von inen, den churfursten, semptlich dahin geschlossen, so begere Meintz, es wolte ein jeder seine rethe darzu verordnen, dz wolte er auch thun, und dz sie morgen frue umb 7 uhr im andern gemach zusammen kemen und die capittulation vor die handt nehmen etc.

    2. Umfrage. Mainzer Kanzler proponiert: Dieweil auch die Kff. gestern gehöret, was die pfalzische gesantten der unruhe halben in Franckreich und Nidderlanden etc. angetragen etc.5, und man davon noch nicht gerehdet, so stellet er in der Kff. bedencken, ob sie izo davon auch rehden und ratschlagen wollen etc.

    ŠTrier (Kanzler): Er hette wol gehöret, was gestern Pfalz der unruhe halben in Franckreich und den Nidderlanden etc. angezogen etc. Hielte selbst dafur, dz nicht undienstlich, uf mittell und wege /124/ zugedencken, dadurch dieselben etwa aufgehoben, damit auch dz Heilige Reich soviel mehr ruhe und friede haben möchte etc. Denn er wuste auch nicht weniger gar wol, a -weil angeregte empörungen und kriege in denselben frembden landen sich zugetragen, was vor beschwerliche durchzuge im Reich geschehen und die underthanen damit sere bedrengt und beschweret worden–a . Hetten sich auch wol offt durchzugeb begeben, da man nicht gewust, weme zu gut und wohin es gemeinet, auch ob man es freundlich oder feindtlich verstehen sollen etc. Wiewol nu albereit hiebevorn zu vielmaln gar statlich beratschlaget, constituiret, verordnet und gesezt, wie es in solchen fellen gehalten werden solle6, so were doch solchs wenig geachtet noch erfolget worden, und vast ein jeder seines gefallens kriegsvolck geworben und durchzuge gethan etc. Ob auch wol solche beschwerliche durchzuge an die ksl. Mt. weren gelanget und umb einsehen gebeten worden, so were es doch gegangen wie es gegangen, und hirinne auch wenig fruchtbarlichs erfolgett etc. /124'/ c -Derwegen achtet er wol vor hochnötig, nuz und gut, hirinne uf wege und mittel zugedencken, wie deme entlich und mit mehrem ernst vorzutrachten, zurathen und abzuhelffen etc. etc.–c Achtet aber, das hirinne mit sonderlichen vorwissen und rath der ksl. Mt. zuratschlagen und zuhandeln sein solle, darumb es an ire Mt. zugelangen etc. Vermanet doch daneben, dz man hiemit andere sachen nicht aufziehen wolle, denn dieser punct köntte sonst alle tage wol zu gelegenheit an ire Mt. gelanget unnd darvon geratschlaget werden.

    Köln: Erinnert sich auch, wz der nidderlendischen und franzosischen kriege halben Pfalz vor meldunge gethan. Wuste daneben gar wol, was zuvor hirinne bedacht und constituiret, und das es die ksl. Mt. gar gern dahin richten wollen, Šdz solche unruhen gestillet werden mögen, wie denn auch ire Mt. durch allerhandt schickungen und schreiben viel dabei gethan7. Were aber leider nichts oder wenig fruchtbarlichs außgerichtet unnd erfolget etc. /125/ Wolte nicht weniger, dz von denen mittell zureden und die zufinden, dadurch einmal den sachen geraten und gehulffen und dz Reich auch derwegen soviel mehr in sicherung, ruhe und frieden gesezt wurde etc. Achtet aber auch, das diese sache ane der ksl. Mt. vorwissen nicht zutractiren, sondern es an sie zugelangen etc. etc., welchs auch mit gelegenheit geschehen köntte, und dz man sonst izo zu andern sachen greiffe etc.

    Pfalz (Dr. Ehem): Er wuste, was er und seine zugeordenten auf befehl seines herrn vatern der außlendischen unruhe halben gestern angebracht. Helt dafur, dz nicht not, die grosse beschwerden, so draus erfolget, weiter lange zuerzelen, denn auch von Trier und Cöln die albereit zum theil erwenet. Sonsten hette sein her vater viel jar hero wol erfaren, was seinen landen und leuten vor nachteil daraus erfolget etc. Wuste auch zwar wol, was vor remediae zuvor dawidder constituiret und vorgenommen, hette aber nicht befunden, das sie dem werck gehulffen etc., derwegen vor nötigk erachtet, solchs den churfursten /125'/ zugemute zufuren, damit einmal entlich vom heuptgrunde geredet werden möchte etc. Seines bedunckens were der heuptgrundt und ursache die religion, darumb in Franckreichd solche kriege erfolgtene. Hette wol bei sich uf drei mittel gedacht, durch dero eins deme abzuhelffen: 1) Erstlich, obs nicht dahin zubringen, das ein general concilium angestellet wurde etc. 2) Zum anderen, oder das ein theil das ander gar underdruckte etc. 3) Zum dritten, oder das uf einen religionfriedenf gedacht werde etc. Auf den ersten wegk achtet er wol, das bei dieser welt kein concilium zuerhalten noch zuerlangen. Der ander wegk were nicht vor rathsam zu achten, denn es ane undergangk des ganzen corpus schwerlich gehen und geschehen köntte. Zu deme, es wurde ein theil under gedruckt welchs da wolte, so wurde es dem Reiche nachteiligk sein etc. /126/ 3) Den dritten und letzten wegk achtet er wol vors beste, das ein religionfrieden zusuchen, denn wie hochnuzlich im Heiligen Reich der religion friedeng, seidt derselbe also aufgerichtet, gewesen, were vor augen. Mit anziehung etlicher anderer mehr exempellh, da es gleicher gestalt in vergleichung eines religion friedens viel nutz, fried unnd ruhe geschaffet etc. Weil nu dieser lezte wegk zum frieden am nuzlichsten, darzu jederm theil an seinem gewissen unschedlich, Šauch unserm herrn Gott wolgefelligk und sonsten insonderheit dem Heiligen Reich vortreglich und gut, so achtet und bittet er, darauf zutrachten, wie solchs zuerhalten und zuwegen zu bringen. Zweiffe[l]t sonst nicht, do man mit rechten ernst darzu thuet, das es bei den kgl. Wirden zu Hispanien und Franckreich wol zuerhalten sein wirdt etc.i Wenn das erfolget, wurde dadurch dz Reich und vornemblich die ksl. Mt. in grösser ansehen kommen und alßdann gute und bessere nachbarliche einigkeit, ruhe und frieden haben etc. /126'/ Hette es derwegen auch dahin bedacht, do die andern deßen mit einig, dz die ksl. Mt. neben den churfursten solchs durch ansehenliche schickung oder aber durch schrifftenj an die kgl. W. zu Hispanien und Franckreich hetten gelangetk. Versege sich, wenn es also an die handt genommen und angestellet, das wes fruchtbarlichs8 zuhoffen etc. Wil aber dafur gebeten haben, das man ja diese sache nicht uf die ksl. Mt. alleine stellen, sondern das die churfursten selbst auch neben irer Mt. mit allem ernst darzu thun wolten etc.

    Sachsen: Widderholet das gestrige und izige pfalzische vorbringen sowol der andern churfursten vota und warauf es etwa zu abwendung solcher unruhe etc. zurichten sein solle etc. Nu wuste er auch, und hette es nicht weniger in seinem lande wol befunden, was vor nachteil, schaden, tewrung und stopffung der kaufmanshandlungen und dergleichen sonderlich die nidderlendischen kriege erregt etc.l Erinnerte sich auch gleichergestalt, was die ksl. Mt. und stende /127/ des Reichs desfalß hiebevorn beratschlagt und constituiret, muste aber auch selbst mitleidlich sagen, das wenig fruchtbarlichs darauf erfolget etc. Wie aber deme, so erbeut er sich, unvordrossen zu sein, neben den andern davon zuratschlagen etc. Achtet aber gleichsfalß wie Trier und Cöln, dz ane der ksl. Mt. sonderlichen vorwissen und rath hirinne nicht zuhandeln sei und dz es derwegen an ire Mt. vor allen dingen zugelangen etc.m, mit erbietung nach wie vor, dz vor seine person an ime hirinnen kein mangel sein soll etc. etc.

    Brandenburg: Repetirung wz Pfalz der unruhe halben angezogen und darauf izo in beratschlagung gestalt etc. Sein kfl. Gn. hetten gleichsfalß solche unruhe nicht gerne erfaren, auch befunden, das die dem Heiligen Reiche und den underthanen hochnachteilig und beschwerlich gewesen und noch, ja es köntte Šsich auch leicht solche unruhe dahero in das Reich ziehen etc., welchs soviel mehr geferlich etc. etc. /127'/ So were auch nicht one, das auß verursachung solcher französischen und nidderlendischen kriege sich die hanttirungen im Reich sere gestopfft etc., zudeme weren mit solchen kriegen die manschafft auß dem Reich gezogen, deme nicht zu wehren gewesen, dadurch das Reich sere an leuten geschwecht etc. etc. Hatt auch vor lengst wol bedacht, wie im zuthun, dz solche unruhe zustillen und ungelegenheiten abzuwenden, auch zuvor die ksl. Mt. underthenigst dartzu erinnert und vermanet. Es hetten auch wol ire Mt. offt darinne geschickt und geschrieben, were aber wenig fruchtbarlichs erfolget etc. So hette man auch auß gemeinen zeittungen offte vernommen, das in denselben landen allerlei tractaten zum frieden vorgewesen und angestellet etc., hette aber auch nicht hernacher gewolt etc. Also wusten sein kfl. Gn. auch nicht, do man (wie angezogen) gleich handlunge anbötte, ob die auch solchen hohen potentaten alß Spanien und Franckreich /128/ wurden annehmlich sein, sonderlich weil beide theil kegen einander in vast grossen mißverstande weren etc.n Weil aber izo die anderen Kff. bedencken, auch erböttigk, die ksl. Mt. daran zuerinnerno, das uf mittel unnd wege zutrachten, wie deme abzuhelffen etc., so wollen sichs sein kfl. Gn. auch freundlich gerne mitgefallen lassen. Und achten sonderlich auch sein kfl. Gn. dafur, dz vor allem hirinnen mit der ksl. Mt. vorwissen und rath zufaren etc. So köntte man auch irer Mt. die sachen soviel mehr mit besten fleiß zugemut furen und suchen, dz sie sich dieselben weiter mit allem ernst wolten angelegen sein lassen und uf mittel und wege trachten helffen, dadurch solche außlendische unruhe in frieden gesezt werden und dz Römische Reich auch soviel weniger in gefar sein möge. Und halten auch sein kfl. Gn. dafur, die ksl. Mt. wurden vor sich selbst etwa von wegen rehden, so köntten sich alßdann darauf die Kff. leicht mit irer Mt. vereinigen, mit erbietung, an seiner kfl. Gn. theil nichts erwinden zu lassen und was die andern hirinne bedencken sich mit inen freundlich gern zuvorgleichen etc.

    /128'/ Mainzer Kanzler: Hatt gehöret, wz die anderen Kff. sich vernehmen lassen. Mit anziehung gleicher gestallt der unruhe und gefahr im Reich, do die ungelegenheit in Franckreich und sonst nicht abgeschaffet etc. Wölle geschweigen des privatschadens im reinischen kreiß etc.p Ane das stunde zubedencken, das das feuer weiter möchte greiffen und dz Reich sonderlich derwegen sich allerhandt gefar zubesorgen. Zu deme were nicht one, dz die manschafft im Reich sere abnehme und dasselbe daran sere geschwecht etc. Helt demnach auch dafur, dz neben der ksl. Mt. durch die churfursten uf vorgehenden gemeinen Šrath der könig in Hispanien und Franckreich desfalß nachmaln insonderheit zuersuchen etc. Wuste zwar auch wol, dz die ksl. Mt. zuvor albereit durch schickung und sonst viel darbei gethanq,9, was aber vor antwort und sonst darauf erfolget, achtet er ane not zu widderholen, darumb wol not, uf mittel zugedencken etc. /129/ Schleust sonst auch dahin, weil diß werck hochwichtigk unnd die andern Kff. votiret, hirinne mit der ksl. Mt. rath und vorwissen zuhandeln, das solchs geschehen möge. Ist sonst vor sein person auch erböttig, gern mit davon zuratschlagen und sich zuvorgleichen etc. etc.

    « Nr. 6 Oktober 14, Freitag »

    Vormittag: Bericht des Kf. von Mainz über seine Unterredung mit dem Ks. Beschluss der Kff., die Schreiben nach Aachen und Nürnberg betreffend die Krönung in Regensburg und die Anforderung der Reichskleinodien nach dem Vorbild des Wahltags von 1562 zu formulieren. Nachmittag: Beginn der Beratungen der kfl. Räte über die Wahlkapitulation. Verlesung der Kapitulation Maximilians II. als Beratungsgrundlage. Beratung über die Veränderungs- und Ergänzungsvorschläge von Trier und Pfalz.

    /129/ (Vormittag, zwischen 8 und 9 Uhra) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig. Haben ire sessiones wie gestern gehalten.

    Mainzer Kanzler proponiert: Hette nicht underlassen, auf gestrige keiserliche resolution und weil die churfursten allerseits ires theilß zur wal zugreiffen geschlossen1, bei irer ksl. Mt. weiter underthenigst zusuchen, das werck der Šelection ferner gnedigst zubefordern etc. Darauf ire Mt. zur antwort geben und sich allergnedigst darzu erbotten, mit anzeige, weil es anno 62 /129'/ zu Franckfurt am Meyen in derselben waal also gehalten worden, das man zu der behuef umb die königliche cron, schwerdt, cepter und andere zugehörige kleinodien gen Ach und Nurmbergk geschrieben und geschickt2, das man es izo also auch wurde thun mussen etc. Derwegen ime befolen, die instruction, credenz und andere schreiben zuvorfassen. Deme zufolge hette er in seiner canzlei an bemelte stedte solche instruction, credenz und schreiben lassen begreiffen, die solten izo abgelesen werden etc.

    Verlesung der Schreiben nach Aachen und Nürnberg durch den Mainzer Kanzlerb,3. 

    ŠMainzer Kanzler proponiert, obs inen also gefelligk, und wen sie ires theilß von den iren neben den keiserlichen gesantten4 ordnen und abschicken wollen etc.

    /130/ Trier: Weil er befindet, dz es anno 62 auch also gehalten und die abgelesene concept also recht und den vorigen gemeß, so lest er sich die abschickung und anders also gefallen. Hielt aber dafur, dz bei der ksl. Mt. zusuchen, dz die sachen desto schleuniger fortgesezt und befordert und die abgeschickten zu Ach und sonsten nicht lange aufgehalten wurden etc.c

    Köln: Weil es zu Franckfurt auch dergestalt ergangen, so lest er sichs izo auch gefallen, und dz die verordnung der gesantten und briefe etc. von Meinz und sonsten wie domaln geschehe, erfolge und abgeferttigt werden.

    Pfalz: Wuste auß bericht seiner zugeordenten gleichergestalt, wie es zu Franckfurt gehalten, und weil sonderlich die abgelesene concept den vorigen nicht ungemeß, so ist er desfalß auch einig etc.d

    /130'/ Sachsen: Hette auch gehöret, was die ksl. Mt. Meinzen zu beforderung der krönung in rath zu bringen befolen. Weiß auch, wie es zu Franckfurt gehalten und, wie von den andern gemeldet, so weren die concept den vorigen nicht ungemeß. Lests demnach auch dabei bewenden. Stellet gleichsfalß in bedencken, wen man neben den keiserlichen gen Ach ordnen und schicken wil. Also stellet er auch in der andern bedencken, weil Nörnbergk vast nahe, ob nicht dahin eine sonderliche schickunge zuthune, mit erinnerung, das zu beforderung der sachen die verordenten auf der post möchten abgeschickt werden. Item das man sich eines gewissen tages vergleiche, wenn die krone und anders solte ankommen unnd alhier zur stet gebracht werden etc.

    /131/ Brandenburg: Sein kfl. Gn. lassen sich die verordnung und die concept auch gefallen, weil sie berichtet und vernommen, dz es dem vorigen, wie es Šzu Franckfurt ergangen, gemeß. Das aber, wie von Sachssen angedeut, eine sonderliche schickung gen Nörnbergk solte gethan werden, achten sein kfl. Gn. von unnöten, weil es durch ein schreiben wol kan verrichtet werden. Was vor personen auch zu der schickung gen Ach solten verordnet werden, deßen wolten sich sein kfl. Gn. mit den andern auch freundlich gern vergleichen etc.

    Mainzer Kanzler: Hatt gehöret, dz die andern sich die abgelesene concept, weil sie dem alten stilo gemeß, gefallen lassen. Ist seines theilß damit auch friedlich. Also ist er auch einig, dz man neben den keiserlichen imandts ordne etc. Was an langet, dz von Sachssen angezogen, einen sonderlichen tagk zu bestimmen, wenn die krone solt ankommen etc., item eine sonderliche schickunge gen /131'/ Nornbergk zuthun etc., wil er sich desfalß auch gern mit den andern vergleichen. Achtet aber, dz man dieses auch zuvor muste an die ksl. Mt. gelangen [lassen] und es mit derselben vorwissen thun und schliessen etc. f -Stellet doch diß so wol wie die sachen, es sei mit abschickung uf der post oder sonsten etc. desto schleuniger zubefordern, in der andern bedencken–f . Wil sich derwegen mit inen leicht vereinigen etc. Allein was dennoch die angede[ute] schickung gen Nörnbergk belangete, hielte er die auch vor unnötig, sondern das solchs durch ein bloß schreiben zuvorrichten sei etc., wie denn hiebevor auch geschehen etc. etc.

    Auf dieses alles haben sich die Kff. neben pfalzgraff Ludewigen eine zimliche weile mit einander selbst untterrehdet und seindt darnach widder von einander gezogen etc.g

    Š /132/ (Nachmittag, 2 Uhr) Rathaus im andern gemachh. Kfl. Räte.

    Alß von wegen Meinz:

    Eberhardt Brendel von Hombergk, amptman zu Lonstein; Doctor Philips Wulff von Rosenbach.

    Von wegen Trier:

    Johann von Schönenburgk, thumbprobst zu Trier; Johann von der Layen; Michel Laub, secretarius.

    Von wegen Cöln:

    George von der Layen, landthoffmeister; Franciscus Burckhardt, canzler; Johann Herzigk, secretarius.

    Von wegen Pfalz:

    Graff Ludewig zu Wittichenstein; Dr. Christoff Oheim, canzler; Dr. Martinus Ostermuncher, vicecanzler zu Ambergk; Dr. Ludewig Culma[n], in loco secretarii.

    Von wegen Sachssen:

    Hanß von Bernstein; Dr. Lorenz Lindeman.

    Von wegen Brandemburgk:

    Dittloff von Wintterfeldt; Dr. Lampertus Distelmeyer, canzler; Peter von Lagow, secretarius.

    Verlesung der Wahlkapitulation Maximilians II. von 15625 durch Dr. Philipp Wolf von Rosenbach.

    /132'/ Mainz (Dr. Philipp Wolf von Rosenbach) proponiert: die zubedencken, ob die genug und die izige darnach zurichten etc.; oder ob einer oder der ander bei einem oder dem andern punct davon was ab oder darzu zuthun, zuvormindern oder zuvorbessern etc. bedencket etc. etc.

    Trier (Dompropst): Befindet, dz die Kff. anno 62 dieselbe capittulation statlich genug erwogen, bedacht und ufs pappir gebracht6, also dz die gar gut und izo nichts daran zuandern oder zuvorbessern. One allein etlich wenig geringe ding, so sie befehl hetten, bei etlichen puncten anzuziehen. [Art. 17, Art. 19 Š(Zollwesen):] Erstlich bei dem punct der czolßbewilligung halbeni etc. etc., wuste, das dawidder dz kegenspiel von etlichen vorgenommen, alß der graff von Aldenburgk hette einen newen czoll aufgerichtet ane der ksl. Mt. und der churfursten vorwissen und bewilligung etc.7 Desgleichen hette pfalzgraff Reichart etc. am Reyn zu Reinbullen auch einen czoll ane vorwissen und bewilligung aufgerichtet etc.8 /133/ Nachdeme auch hiebevorn pfalzgraff Wulffgangen zu Zweybruck etc. seliger gedechtnus eine czolßbefreihung bewilligt worden, doch dz er dagegen seinen reverß geben solte etc.; were solchs bißhero verblieben9. Erinnerts, dz man solchen reverß nachmaln von seinen söhnen fordern unnd nehmen wolle etc. [Art. 23 (Reichsacht):] Item bei dem punct belangende die achts erclerung etc.j, were wol in deme gute verordnunge geschehen, sonderlich dz niemandt one ursache und ungehöret vom cammergerichte solte in die acht erkleret werden. Doch were am ende mit angehengt, das es nach der handt vermuge der cammergerichts ordnung solte zu rechte außgeubt werden. Hiebei bedenckt er, dz das cammergericht weitleufftigk, und manchem, sonderlich dem beleidigten theil, wol beschwerlich zuerwarten biß die sache außgeubet etc. Solte derwegen etwa dahin zu richten sein, k -das derhalben dz erkentnus bei der ksl. Mt. stünde und dero heimgestellet wurde, damit der beleidigte theil soviel ehe zufrieden gestellet etc. etc.–k [Art. 28 (Münzwesen):] /133'/ Bei dem punct der munzvergleichung halben etc.l, bedencket, es uf die meynung zurichten, Š m -dz diejenigen, so priviret etc., ane mit vorwissen der churfursten nicht solten restituiret werden–m .\

    Köln (Kanzler): Weiß auch, dz anno 62 die capittulation genugsam erwogen etc.; ist damit nachmaln auch wol zufrieden. Weil aber von Trier erwenet, was hierbei zuerwegen etc. [Art. 17, Art. 19:]; wissen von den ane vorwissen aufgerichten czöllen nichts, wollens irem hern berichten. Achten sonsten, weil die abschaffung der billigkeit gemeß, ir her wirdts seines theils wol zufrieden sein und befordern helffen. Pfalzgraff Wolfgangs czolbewilligung belangende, achten auch, dz nachmaln der reverß billich erfolge etc. Wuste sonst nicht anders, denn dz die bewilligung des czolles nur uf ein jar geschehen etc. [Art. 23:] Der punct die acht belangende, were wol gut, dz jederman am cammergericht schleunig recht widderfure etc. Wollens aber, wz Trier bedacht, irem hern berichten etc. [Art. 28:] Den punct der munz, were albereit eine munzordnung aufgerichtet unnd dasselbe, wie die Trierschen angezogen, genugsam darinne versehen10, darumb hette dz seinen bescheidt etc.

    /134/ Pfalz (Dr. Ehem): Achtet die capittulation, weil die anno 62 wol erwogen und bedacht etc., sei genugsam etc. und es izo darnach zurichten etc. Doch hette Pfalz in seiner instruction befehl, dabei auch etliche punct zuerinnern und anzuzeichnen etc.n,11[Art. 1 (Kirchenadvokatie):] o -Bei dem ersten artickell helt [er] dafur, dz gut, dz einmal bei allen Kff. durchaus eine vergleichung bedacht und getroffen werden möge, also das sonderlich in der capittulation auch die Šwörtter vom „stuel zu Rom etc.“ und der „bepstlichen Heiligkeit etc.“ außgelassen. Und dz dagegen in gemein gesezt, die christliche kirche in schuz und schirm zu haben, weil wir untter einem heubt etc. Denn gleichwol nicht one, dz die bapste sieder dem tridentischen concilio viel eingefuret und erregt etc., so were auch gut, dz man sich den keiser also nicht liesse widder unsere kirche verbinden etc.–o  [Art. 2 (Verpflichtung des Ks. auf die Reichsordnungen und -gesetze):] Bei dem artickell § „wir sollen auch in religion und prophansachen etc.“ achtet [er], weil anno 55 von keiser Ferdinando, domaln römischen könig etc., bei dem religionfrieden eine declaration12 erfolget, dz die jenigen, sonderlich eine commun etc., so hiebvorn die augsburgische confession gehabt und gebraucht etc., dabei solten gelassen werden etc. /134'/, p -und solche declaration dem cammergericht noch nicht insinuiret, welchs original etwa bei der sechssischen canzlei vorhanden sein wurde etc., das dieselbe nachmaln dem cammergericht möchte insinuiret und bei dem religionfrieden inseriret, auch in dieser newen capittulation etwas gedacht und folgig publiciret werden etc.–p q -Item dz der punct der freistellung, weil der durch aus nicht bewilligt, richtigk gemacht unnd ausdrucklich gesezt werde etc.–q  [Art. 14 (Jurisdiktion):] r -Bei dem punct vom rotweilischen gericht, dz, weil dz rotwellische gericht auch nicht macht hette, einigen underthanen der reinischen churfursten zu citiren und vor solch gericht zuziehen, so achtet er, dz solchs billich abgeschaffet etc.–r  [Art. 12 (Besetzung der Ämter):] s -Bei dem § „wir sollen und wollen auch die empter mit deutzschen bestellen etc.“, bedenckt dabei, weil noch ungewiß, wz dz vor einer sein möge, so zum römischen könig erwehlet, das es gut, /135/ davon zurehden und dahin zu gedencken, alß do es ein solcher herr sein möchte, so spannier, italianer oder dergleichen nationen bei sich hette, dz demselben römischen könig etwa von Šden churfursten ein graffe oder rath zugeordnet wurde etc.–s  [Art. 15 (Annatenzahlungen an die Kurie):] Item erinnert weiter, weil die annaten, so sonst nach Rohm gehen etc.t, dem keiser und Reich zu gute kommen und sonderlich widder den turcken angewendet werden köntten, welchs viel nuzlicher etc., das es etwa uf den wegk zurichten, damit sie zu dem ende gebracht oder viellieber die den geistlichen churfursten bleiben und heim kommen möchten, denn dz sie dem bapst solten folgen etc.u v - [Zusatzart. (Anwesenheit des Ks. am Wahlort):] Item obs nicht bedencklich, das die waal izo alhier vorgenommen werden solte, weil die ksl. Mt. zur stet, und mit irer Mt. vorwissen hirinne zufaren etc., sonsten haben die Kff. die freye waal etc.–v\

    /135'/ [Art. 17, Art. 19:] Was den punct der czölle antrifft, wurde billich daruber gehalten, dz niemandt one sondere bewilligung und zulassung newe czölle und aufseze zumachen verstattet etc. Von dem aldenburgischen newen czoll wuste er nicht, were zuerkundigen, ob deme also und alßdan geburliche einsehen zuthun. Wuste auch von pfalzgraff Reicharts new aufgerichten czoll nicht, so wuste er nicht anders, dz es ein alter czoll von 50 oder 60 jarn her were. Man köntte aber auch erkundigung nehmen und darinne die gebur anordnen etc. Soviel aber pfalzgraf Wulfgangs reverß anlangte, wuste er, dz es hiebevor in tractaten gewesen, sonderlich aber zu Erffurdt13, dz der reverß gegeben werden solte, wuste aber nicht waran der mangel, dz es verblieben. Meinz wurde es am besten wissen etc. Sonst were es auch an deme, dz der herzogk in Beyern inn seinen czöllen auch einen grossen aufsez gemacht, stellets doch auch uf bessere erkundigung und dz alßdan solchs abgeschaffet werde etc. /136/ [Art. 23:] Was der acht halben erwehnet, desfalß hetten sie keinen befehl, woltens berichten. Achten vor ire person wol, dz auf von beiden theilen eingefurten motiven sichs zuweilen etwz lange aufzöge ehe es zur entschafft keme etc. Dz man aber der ksl. Mt. die erkentnus allein zuthun heimstellen solte, wolte dennoch wol etwas bedencklich sein etc.w

    Sachsen (Dr. Lindemann): Achtet auch, dz in der capittulation wenig zuandern, den die anno 62 mit sonderlichen hohem fleiß erwogen und mit einhelligen rath der churfursten geschlossen etc., allein dz etliche wenig anzuge were. ŠWas sonst erwenet, wollen sie iren hern berichten. [Art. 17, Art. 19:] x -Soviel den punct der czölle anlangte, were nicht one, dz der newerungen viel im Reich abgestellet und die underthanen und kaufhendler beschweret wurden–x . S. kfl. Gn. aber hetten vor ire person keine newe czolle oder newerungen aufgerichtet, woltens auch ungerne vor ire person thun, geschweige den andern in sein landen gestatten. Wo nu gleichwol, wie angezogen, von /136'/ andern newe czölle und beschwerungen one vorwissen aufgerichtet etc., wurde es bei denen billich widderumb abgeschaffet. Do man auch bedenckt, das es bei diesem punct etwas besser gescherffet solte werden, wil er sich gern vergleichen etc. [Art. 23:] y -Der punct der acht [halben] were wol gut, dz es am keiserlichen hofe erörtet wurde, doch dz sonsten dem cammergericht etwa kein abbruch geschege etc. und dz es also an beiden örtern sein maß haben möchte. Wie aber dieser punct weiter zubedencken und zu machen, wil er sich gern mit vergleichen–y .\ [Art. 28:] z -Was den punct der munz betrifft, were es an deme, dz albereit eine munzordnung aufgerichtet, darinne deme maß gegeben sein wurde. Wo es aber darinne nicht begriffen, so were gut, dz nachmaln gesezt wurde, do ein standt priviret, dz er one vorwissen der churfursten nicht solte restituiret werden–z .\

    Weiter von den pfalzischen additiones: [Art. 1:] Was den schuz des babsts betreffe, helt [er] selbst dafur, dz nicht böse, dz der babst außgelassen. Were auch wol anno 62 hart disputiret und lezlich uf der ksl. Mt. erhaltung gestellet, aber nichts erfolget. Kan es aber nu izo nachmaln zu dem ende befordert [werden], dz es geandert und außgelassen werde, segen sie gerne und nicht liebers etc. Š /137/ [Art. 2:] aa -Also segen sie auch wol gerne, dz der punct der freistellunge geandert, wenn es aber nicht köntte erhalten werden, musten sie auch zufrieden sein etc.–aa ab -Sonsten hielte man uber den religionfrieden, wz der mitbrechte, billich und weil keisers Ferdinandi erfolgte declaration (dz untter den stenden die jenigen oder ein commun, so bei der augspurgischen confession und religion befunden etc., solten dabei bleiben unnd gelassen werden), welches original vor handen, zum religionfrieden gehörig und es also ein ding, so achten sie, dz es darzu gesezt werde etc.; wolten sich auch des gern mit vereinigen–ab[Art. 14:] Rotweilisch gericht: Derhalben were uf jungsten reichstage auch allerhandt beschwerung angezogen etc.14 Wissen aber nicht anders, denn dz davon ein sonderlicher punct in der cammergerichtsordnung gesezt15. Wo aber nicht, so köntte es am besten uf kunfftigen reichstage erörtern werdenac. [Art. 12:] Was anlanget, dz dem kunfftigen römischen könig etc. ein grafe zuzuordnen etc., achten sie, dz es nicht thuenlich, weil es desselben reputation verkleinerlich etc. /137'/ Wusten auch nicht, obs den churfursten zuthun, denn sie im so schier einen, der seines theilß were etc., zugeben kontten alß nicht etc. etc.ad So weren dergleichen zuordnungen zuvor auch wol geschehenae, hetten er aber keinen bestandt gehabt, sondern widder abgestellet werden mussen. [Art. 15:] ŠDie Annaten giengen den weltlichen churfursten nicht an, darumb es auf im selbst beruhet etc.af [Zusatzart.:] Dz der keiser nicht bei der waal sein solte, des were in der gulden bulle albereit genugsame versehung geschehen; dz den Kff. die waale frei stehet, dabei bliebe es billich etc.ag

    /138/ Brandenburg (Kanzler): Befinden auch, dz anno 62 die capittulation mit fleiß verbessert, dz izo wenig daran zu andern, doch hetten sie befehl, bei einem artickell oder zween auch erinnerung zuthun etc. [Art. 17, Art. 19:] ah -Hetten sonst bei dem punct der czölle etc. der trierischen und der anderen bedencken gehöret, dz von etlichen stenden newe czolle aufzurichten und die alten zuerhöhen sich untterstanden etc. Nu achtet man, dz dieser punct albereit genugsam in der capittulation versehen, dabei es billich bleibet, sonderlich weil auch darinne begriffen, dz die uberfarer solten gestraffet werden. Were derhalben, dz man durch keiserliche mandata solchs an die uberfarer vernewerte, und do es bei inen nicht helffen wolte, dz man alßdann vermuge desselben puncts mit straffe widder sie verfure etc. Von pfalzgraff Wolfgangs seligen angezogenen reverß hetten sie nicht sonderliche wissenschafft. Do es aber also und von ime bewilligt, so erfolget solcher reverß von seinen nachgelassenen sönen nicht unbillich etc.–ah\ [Art. 23:] /138'/ ai -Die acht belangende, were es albereit zuvor dahin gerichtet, dz one vorwissen der ksl. Mt. und vorgehenden proceß niemandt in die acht solte ercleret werden. Weil auch sonst der proceß am cammergericht langsam, were desfalß anno 55 im landtfrieden geburliche versehung geschehen etc.16  ŠDie capittulation geben deme auch maß. Achtet darumb, dz es dabei woll köntte bleiben, doch wollen sie es berichten etc.–ai\ [Art. 28:] aj -Die munz betreffendt, were der vorigen capittulation nach albereit desfalß genugsame versehunge geschehen, auch ein sonderliche munz ordnung aufgerichtet, darinne verleibet, dz der keiser daruber halten solte, dabei es auch biß hero blieben. Achtet aber auch, dz dabei zubedencken wie von den sechssischen angezogen etc.–aj\

    [Art. 1:] Die wörter stuel zu Rom, bebstliche Heiligkeit etc. anlangent, wusten [s. kfl. Gn.], was anno 62 zu Franckfurt desfalß auch furgelauffen und dz sichs die weltliche churfursten mit allem ernst und fleiß angelegen sein lassen, solche worte aussen zu lassen. Es hette aber bei /139/ den geistlichen nicht können erhalten werden, und hette es der keiser neben dem herzogk von Beyern und dem von Trautson domaln also behandelt wie es izo stehet etc.17 Köntte es aber izo noch erhalten werden, were gar gut und wurde mehr einigkeit geben. Wo aber nicht, ak -so liesse mans bei voriger vergleichung bleiben–ak , weil doch auch one dz der keiser geschworen, die christenheit zuschuzen etc. [Art. 2:] Die declaration were also uf den religionfrieden mit sonderlichen vorwissen und bewilligung der geistlichen stende erfolget etc.; al -mit weitleufftiger anziehung, wie sichs desfalß domalß allenthalben verlauffen und wohin geschlossen, alß dz ein theil dz ander nicht hindern solte etc.–al Dz nu solche declaration in der itzigen capittulation mitgedacht wurde, were die höchste notturfft, denn do widder eine commun zuwidder solcher declaration sich etwas solte understanden werden und dieselbe zusammen sezte, were allerhandt gefar zubesorgen. Und weil solche declaration den mit bewilligung der geistlichen stende geschehen, so bleibt es billich nachmaln dabei. Alß aber dieselbe dem Šcammergericht noch nicht insinuiret sein soll, köntte solchs nachmaln geschehen etc. /139'/ am -Die freystellung köntten [s.] kfl. Gn. sowenig alß derselben herr vater seliger18 gethan eingehen, denn dieselbe allerlei auf sich hette und vermutlich allerhandt unruhe darauß erfolgen köntte. Sonst were gar gut, dz dieser artickell in eine sonderliche einigung gebracht wurde–am . Köntte es auch izo bei den churfursten uf wege gerichtet werden, wol und gut, wo aber nicht, so möchte man es uf ein Reichs tagk verschieben etc. [Art. 14:] Rotweilisch gericht betreffent: Die gulden bulla vermöchte, dz der Kff. underthanen nicht solten in ander oder frembde gerichte gezogen werden19. Wusten auch nicht anders, denn das es etwa in einem abschiede20 versehen, doch do etwa daran mangel were, so köntte mans wol uf wege richten etc. [Art. 12:] an -Dz in der capittulation solte mit versehen werden, dz dem kunfftigen könig deutzschen zuzuordnen etc., besorget man, es wurde ein selzam ansehen sonderlich bei dem könige haben, alß dz man so ein mißtrawen zu im sezte, wie denn zum theil von den sechssischen weiter angezogen etc.–an/140/ doch stellet man diß uf weiter bedencken. Sonsten verhoffet man, dz man wol einen solchen könig kriegen möchte, dz man deßen nicht wurde bedurffen. [Art. 15:] Die annaten belangende, were wol nicht böse, wenn es bei dem babst zuerhalten, weil es, wie man berichtet, vast ein grosses sein soll, das es bei dem Reich widder den turcken oder sonsten nuzlich zugebrauchen bleiben möge etc. [Zusatzart.:] Antreffent, weil sonst die churfursten die waale alleine haben, ob die ksl. Mt. mit dabei sein möge, weil sie izo in loco etc., heltt mans dafur, weil man bei leben der ksl. Mt. einen successorn welet, dz die ksl. Mt. nicht wol auszuschliessenao, denn in der erwelung keisers Ferdinandi hette keiser Carl seine stimme gehabt; also auch in der erwelung der izzigen ksl. Mt. Maximiliani etc. were Ferdinandus auch in loco gewesen21. Man wil sich aber mit den andern desfalß auch gerne vergleichen.

    Š /140'/ Mainz (Dr. Philipp Wolf von Rosenbach): Hetten die capittulation auch erwogen. Wissen, wie es anno 62 gemacht und dz es gut und richtig. Daran wer[e] wenig zu andern; wurde billich dabei gelassen. Weil aber die andern von etlichen puncten [und] veranderungen underschiedlich geredet, deßen man sich nicht vermutet, darauf sie keinen befehl hetten, so wollen sie es irem hern berichten; zweiffeln nicht, der wirdt sich mit den andern derwegen auch wol vergleichen. [Art. 17, Art. 19:] ap -Sonsten, was pfalzgraff Wulfgangs reverß anlangte, wusten sie nicht anders, denn dz anno 69 berehdet22, dz die Kff. sich einer gewissen nottell des reverß vergleichen wolten, wie denn eine nottell verfasset worden–ap . Weil aber von den Kff. keine erklerung erfolget, obs also genug, so were es also biß hero verblieben, darauf stunde es also noch etc. etc.aq

    « Nr. 7 Oktober 15, Samstag »

    Beratungen der Kff. und Pfgf. Ludwigs über die Wahlkapitulation auf der Grundlage der Vorgespräche der kfl. Räte vom Vortag. Ablehnung der von Trier eingebrachten Änderungsvorschläge betreffend Münzwesen, Zollwesen und Reichsacht. Fortsetzung der Kontroverse über die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea in der Wahlkapitulation. Verlesung und Begutachtung des von Kursachsen vorgelegten Originals.

    /141/ (Vormittag, 9 Uhra) [Rathaus]. Kff. und Pfgf. Ludwig. Umb 9 uhr seindt die churfursten und pfalzgraff Ludewig widderumb zusammen kommen und haben Šanfengklich die credenz und schreiben gen Ach1 und Nörnbergk2 gesiegelt und zur abferttigung befordert. Darnach ein jeder wie gestern seine session eingenommen.

    Mainzer Kanzler proponiert: Nachdeme die churfursten ire rethe zu ubersehung der capittulation verordnet und was dabei in einem oder dem andern zubedencken oder vor mengel vorfielen, dasselbige einzubringen und zureferiren etc., welchs unzweiflich bei den andern sowol alß bei ime geschehen sein wurde, alß stellet er in irer, der churfursten, gefallen, ob sie sich izo davon selbst untterrehden und nach gelegenheit darob freundlich vergleichen wollen.

    Trier: Er hette gestern bei den deputirten rethen in der ubersehung der capittulation bei einem punct oder zween etwas lassen anbringen und erwenen3, weil er aber berichtet, das dabei von den andern rethen davon so viel gerehdet, das die dinge ire /141'/ maß hetten, so liesse er es auch dabei bleiben. So were er auch von den seinen berichtet, was weiter in etlichen puncten erwenet und angezogen worden4. Wann es aber an deme, dz anno 62 eben dieselbigen punct auch disputiret, aber es doch domaln auf den buchstaben der capittulation geschlossen worden5, so achtet er ane not, davon weiter viel wort zu machen, sondern helt dafur, dz es nachmaln bei dem buchstaben der capittulation billich gelassen.

    ŠKöln: Weiß sich auch zuerinnern, was anno 62 derselbigen punct halben disputiret und doch lezlich wolbedechtig in der capittulation abgeschlossen und verfast etc. Weil es denn also und auch sein vorfahr6 es also mit erwogen, dz es uf die wege der capittulation gerichtet, so achtet er auch, dz es billich dabei bleibet etc.

    /142/ Pfalz (Pfgf. Ludwig): Were von den seinen auch berichtet, was gestern bei der deputirten rath vorgelauffen. Hette sich darauf in habender instruction7 ersehen etc. Weil er befunde, dz man der dreier punct halben einig etc., alß dz der munz halben [Art. 28] albereit ein ordnung aufgericht8, der punct der czölle halben [Art. 17, Art. 19] in der capittulation und sonsten genugsam versehen, es auch des puncts der acht halben [Art. 23] richtig etc., so lest ers dabei beruhen. Die ubrigen punct aber hette er gleichwol vermuge seiner habenden instruction anzubringen nicht underlassen können etc. Hoffet, man wirdts nicht ubel ausnehmen. Weil sich auch Meinz noch nichts desfalß erkleret, so wolte man solcher erklerung nachmaln gewartten etc. Sonderlich hette er, wz den stuel zu Rom anlangt [Art. 1], zuerregen nicht können underlassen; wo es nu noch zuerhalten, wol und [gut], wo nicht, so muste ers auch dabei lassen bleiben. Die declaration anlangent [Art. 2], weil dz original bei Sachssen vorhandenb, so hofft er, man wirdts dabei bleiben und alß ein anhangk des religionfriedes izo der capittulation etwa mit einem wort einleiben und gedencken lassen. /142'/ Dem könige deuzschen zuzuordnen etc. [Art. 12], weil des bedencken angezogen, warumb es nicht zuthun, so wil er sich derwegen auch gern mit den andern vergleichen etc. Die freistellung [Art. 2] und annaten [Art. 15] anlangent, achtet er, man wirdts also in acht haben und dahin richten, dz es dem Reich vortreglich sei etc.

    Sachsen: Hatt auch von seinen deputirten rethen relation eingenommen. Wuste auch, was anno 62 der capittulation halben bedacht und die also richtig verfast etc. Were sein meyung nicht, dz solcher vorigen einhelligen vergleichung zu erregung weitleufftigkeit etwas widderlichs solte vorgenommen werden. Liesse es dabei auch, wz Trier unnd Pfalz anbringen lassen und erinnert bleiben. Was aber die declaration und religionfrieden anlangete [Art. 2], wolte er nicht achten, dz man dz mißtrawen dahin tragen wurde, dz in deme etwas newes gesucht, c -den er wuste sonst, dz dahin beschlossen und verabschiedet, dz die ksl. Mt. die stende bei dem religion- und prophanfrieden schuzen wolte–c/143/ Weil denn dz original der declaration vorhanden und dieselbe Šsonder zweiffell one sondern vorwissen der geistlichen churfursten und stende nicht also aufgerichtet, wie sie den auch mit dem keiserlichen insiegell und handtzeichen bekrefftigt und es also gut gemeinet etc., so sege er gerne, dz es nachmaln umb mehrer ruhe und einigkeit willen dabei bleiben und die9 izo in der capittulation mit wenig worten angezogen und gedacht werden möge etc.d Lest sich aber sonst auch nicht ungefallen, dz Meinz in dem punct auch gehöret werde etc.

    Brandenburg: Seiner kfl. Gn. were von den iren auch relation geschehen, dz etliche bedencken erreget. Weren sonst auch berichtet, was auf dem waltage zu Franckfurt anno 62 ergangen und die capittulation also geschlossen. Vermercken sonderlich auch, wz von Trier und Pfalz vor erinnerung gethan; were wol nicht böse, dz eins oder dz ander, so nötig und gut, izo mit eingezogen wurde. Weil aber Trier von etlichen puncten abgestanden, auch von Pfalz mehrers theilß geschehen, so stellens sein kfl. Gn. auch dahin und achten derwegen unnötig, desfalß weitere disputationes zuerregen etc. /143'/ Die declaration aber anlangent [Art. 2], weren sein kfl. Gn. auch berichtet, mit waß fleiß, muhe und arbeit keiser Ferdinandus, löblicher gedechtnus, diese sachen des religion- und prophanfriedens zwischen den geistlichen unnd weltlichen stenden behandelt, auch sonderlich diese declaratione mit bewilligung der geistlichen und iren botschafften laut des buchstabens gethan, alles umbs besten und zuerhaltung gemeiner ruhe und friedens willenf. Weil es denn also und izo die leuffte sorglich und grosse weitterung, unruhe und zerruttunge erfolgen möchte, wenn eine ganze commun, so hiebevorn die religion der augsburgischen confession gehabt und noch hette, solcher declaration zuwidder davon gedrungen werden solte, so achten sein kfl. Gn. dafur, dz es izo leicht, die Kff. auf gute und friedliche wege zurichten, sonderlich wenn g -es bei der declaration bleibet–g , weil doch die ein anhangk und erklerung des religionfriedens ist etc., wie denn sein kfl. Gn. ungezweiffelt hoffen wollen, man wirdt es dabei lassen etc. Sonsten lassen es Šsein kfl. Gn. der ubrigen punct halben, weil sonsten darinne albereit ordnungen aufgerichtet und versehunge geschehen, auch dabei bleiben etc. /144/ Meinzer Kanzler: Hette izo gern gehöret, dz man einig, also dz die ubrigen punct gefallen, ane der die declaration belangende [Art. 2]. Achtet, dz nicht not, sich dieses puncts halben lange aufzuhalten. Wuste sich sonst woll zuerinnern, wz anno 55 und 62 des puncts des religionfriedts halben vorgelauffenh. Muste und köntte aber mit warheit sagen, das er weder domaln noch seit hero von bemelter declaration etwas gehöret noch gewust10. Ausserhalb inner einem jare hette er auß etlichen schreiben davon vernommen, dz die vorhanden. Darauf er gleichwol nicht untterlassen und mit allem fleiß in seiner canzlei lassen aufsuchen, ob desfalß in den domaln gehaltenen prothocollen etwas befindtlich, aber nicht dz geringste davon gefunden etc. Do nu je solcher punct der declaration halben mit vorwissen der geistlichen solte sein tractiret worden, so muste man ja etwas wissenschafft und nachrichtung haben, dz aber nicht were etc. Denn sonst were gleichwol gebreuchlich, /144'/ wenn solche oder dergleichen sachen tractiret wurden, dz die in der churfursten, fursten unnd anderer stende rath musten vorlauffen und in rath gestellet werden. i -Solchs were aber zu dem male nicht geschehen, denn dz geringste nicht davon zur nachrichtung bei der canzlei zufinden–i . Und weil es denn die gelegenheit hirumb hette, so köntte er auch keiner andern meynung sein denn Trier und Cöln etc. Denn do es auch also wie angezogen gelegen und die declaration dem religionfrieden angehören solte, so wurden es ja die geistlichen churfursten auch mussen wissen. ŠDz auch gesucht, solche declaration izo der capittulation anzuhengen, were solchs gar bedencklich, denn es stunde nicht bei den geistlichen churfursten alleine, sondern es were ein gemein werck, so alle andere geistliche stende mit angienge etc. Darumb köntte es izo keines weges gewilligt noch eingegangen und den andern geistlichen hiedurch praejudiciret werden etc. Derhalben wolte man solchs in ruhe stellen und sich derwegen nicht lange aufhaltenj. Ist sonst erböttigk, sich in anderm gern mit inen freundlich zuvorgleichen etc.

    /145/ [2. Umfrage.] Trier: Höret gerne, dz sie der capittulation halben einig. Ist seines theilß damit auch zufrieden. Soviel den punct der declaration anlangte [Art. 2], were nicht one, dz diß jar ein geschrei ergangen, dz solche declaration vorhanden sein solle. Hette aber deme keinen glauben geben können, sonderlich weil er sich des religionfriedens erinnert, auch sich bei seiner canzlei in den prothocollen ersehen lassen, aber davon keine nachrichtung funden. Nu wil er bei seinem gewissen und guter warheit sagen, dz er nicht dz geringste davon finden können, dz es were vorgelauffen und mit wissen zugangen etc. Wie es aber nu zugangen, dz solche declaration außgebracht, ob die auch gesiegelt und untterschrieben were oder nicht, dz köntte er nicht wissen, stellets an seinen ort etc. Sonsten aber gehörte es sich, wenn solche oder dergleichen dinge solten geschlossen werden, dz es mit gemeinem rathe geschehe etc., dz aber alhier nicht also zugangen etc. Demnach weiß er sich nichts einzulassen, dz es solte der capittulation eingeleibet werdenn etc.k

    /145'/ Köln: Ist der andern punct halben mit einig etc. Was aber die declaration betrifft [Art. 2], sagt er auch mit warheit, dz er davon nicht gehöret noch gewust alß ungeferlich in einem jare. Nu hette er sich auch mit fleiß erkundigt, funde aber auch nichts, dz etwz davon were vorgelauffen. Derwegen achtet er, dz es bei dem religionfrieden billich bleibe und nichts mehr angehengt werde. Köntte so wenig alß Trier seines theilß der declaration halben etwz nachgeben. Wil also hoffen, man wirdt sich dieses puncts halben nicht lange aufhalten und denselben fallen lassenl.

    Pfalz: Ist der andern punct halben auch einig. Die declaration anlangent [Art. 2], befindet er, dz die geistlichen Kff. bedencken haben, die einzugehen. Ob die mit bewilligung aller stende zugangen oder nicht, wuste er nichtm. Sachssen, bei deme sie vor handen, wurde es am besten wissen. Sonsten aber achtet er, Šdz an der richtigen außbringung nicht zu zweiffeln, weil dz original besiegelt und underschrieben und darinne begriffen, dz es mit wissen zugangen und dz es zum religion frieden gehöre und billich dabei gelassen werde. /146/ n -Dz aber von Meinz angezogen, do es von inen eingegangen, dz es den andern geistlichen prejudicirlich etc., achtet er, weil es einmal albereit von der ksl. Mt. decretiret und gegeben, dz es die gelegenheit nicht haben könne und dz sie es billich dabei bleiben lassen–n .\

    Sachsen: Weil man der ubrigen punct halben einig, so lest ers auch dabei etc. Was die declaration anlangte [Art. 2], hette er gehöret, was von den geistlichen Kff. vor bedencken angezogen, alß dz Meinz erst in einem jare wissenschafft davon erlangt, item sich bei der canzlei erkundigt, aber weder original noch einigen buchstaben davon gefunden, da doch, wz gehandelt, Meinz alles prothocolliren lassen muste etc., derwegen ime bedencklich, weil es auch anno 62 nicht erregt, desfalß etwas einzugehen und dz die andern weltlichen churfursten wurden zufrieden sein etc. Nu achtet er und zweiffelt nicht, man wirdt das, was der keiser untter seinem handtzeichen und insiegell geschrieben und außgehen lassen11, vor war und glaubwirdigk halten und nu nicht in ein zweiffel oder mißverstandt ziehen etc. /146'/ So helt er auch dafur, wie der religionfrieden ein gemeine werck worden und bißhero bestendig blieben und gehalten, dz die declaration solchem religionfrieden anhange und demselben nicht ungemeß noch solchs etwas newes etc. Darumb nicht zuzweiffeln, es wirdt ane bewilligung der geistlichen nicht zugangen sein etc.12; des auch uf den cölnischen canzler13 gezogen, so domaln mit im rath gewesen, der auch wissen wurde, Šwz der freistellunge halben vorgelauffen und wie hart die disputiret, o -also dz man auch vermeinet, es wurde alles uber einen hauffen gehen und nichts draus werden. Und were diß den tagk zuvor, ehe der religionfrieden publiciret, also richtig gemacht und geschlossen, und were also denselben gantzen tagk biß uf den abent von der ksl. Mt. (alß Ferdinando domaln römischen könig etc.) durch doctor Jonaßen14 in dieser sachen tractiret worden, und solchs alles mundtlich vorgelauffen, dz domaln derwegen kein prothocoll gehalten worden, so wuste er nicht, dz einiger mehr, so domaln darbei gewesen, izo alhier zur stet etc.–o Were also die general declaration mit der geistlichen vorwissen und bewilligung und nicht anders zugangen. Das aber anno 62 davon nichts erregt worden, achtet er es dahero verblieben /147/ sein, dz es sonsten der religion halben friedlich, stille und ruhig gewesen etc. p -Do nu izo die declaration solte Šaußgeschlossen oder nichtig sein, wurde es im Reich grosse zerruttung geben. Nu were es je vor keine newerung zuachten, derhalben hoffet er, die geistlichen Kff. werden es zufrieden sein–p .\ Köntte auch nicht ermessen werden, dz es den andern geistlichen stenden zuwiddern, denn die geistlichen churfursten hetten je wol macht, ane der andern geistlichen stende vorwissen in solchen oder dergleichen sachen zu handeln. Wie denn auch ane der gemeinen geistlichen stende vorwissen der religionfrieden were hinein in die capittulation gebracht etc.15 Helts noch vor notwendig und gut, dz die declaration bleibe, denn wo nicht, so wurden sich die babstischen allerlei understehen etc. q -Do man dz original der declaration sehen wil16, were es vorhanden, [und] solte wol gezeiget werden–q . Wil nachmaln hoffen, man wirdt zu guter einigkeit geneigt sein. Und wie jenes mal der religionfrieden ane der andern gemeinen geistlichen stende vorwissen in die capittulation gesezt worden, also helt er dafur, dz es izo mit der declaration auch wol geschehen kan etc. /147'/ Letzlich, ob auch wol er nicht zweifelt, man wirdt auß dem gethanen bericht vernommen haben und noch weiter auß ersehung des originalß der declaration vernehmen, wie es allenthalben geschaffen und derwegen sich von den weltlichen churfursten abzusondern nicht gemeinet sein, so achtet er doch, uf den fall sie, die geistlichen Kff., je auf Švoriger irer meynung beharren solten, das es der ksl. Mt. referiret und also deme zu fortpflanzung und erhaltung gemeines friedens abgehulffen werde etc.

    Brandenburg: Ist gleichergestalt der ubrigen punct halben, sowol dz die capittulation in andern puncten bleibe, einig. Vermerckt aber, dz etliche disputationes fur gefallen der declaration halben [Art. 2] r. Weil es denn dz Heilige Reich anlangte, köntte man je die weltliche Kff. nicht verdencken, dz sie also drauf drungen etc. s -Nu were nicht one, wie sein kfl. Gn. deßen nach notturfft berichtet, dz man sich anno 55 der freistellunge halben nicht vergleichen könen, da hette sich keiser /148/ Ferdinandus, löblicher gedechtnus, drein geschlagen und es dahin gerichtet, dz ire Mt. darinne ein disposition gethan. Ire Mt. aber hette den ganzen tagk biß in die nacht gehandelt und ad partem von einem zum andern gangen, dz wol zu achten, dz domal nichtes prothocolliret worden. Daneben weren auch ire Mt. der communen halben etc. erinnert, da hetten sie bei dem religionfrieden die bemelte declaration gethan–s . Das nu solchs mit bewilligung der geistlichen gesantten und rethe geschehen, wusten die jenigen, so dabei gewesen, und were auß der declaration zusehen und zu befindent. Darumb halten sein kfl. Gn. dafur, dz es also ergangen und gehandelt wie es zusehen. Wollen auch je nicht achten, dz man der ksl. Mt. nu in der grube dz nachsagen wurde, dz sie etwas declarirt, verbrieft und versiegelt, so nicht war noch geschehen were. Dz auch der declaration oder dieser sachen anno 62 nicht gedacht, halten sein kfl. Gn. dafur, dz es dahero geschehen und verblieben, dz die communen, so under den geistlichen gesessen, bei irer religion der auspurgischen confession geruglich gelassen und sie also der declaration genossen etc.u /148'/ Das es auch ein preiuditium den andern stenden sein solte, können sein kfl. Gn. nicht noch dafur achten, dz es not, erst nu solchs bei den andern stenden zu suchen, sondern vielmehr, dz es bei der keiserlichen Šdeclaration bleibe und die in der capittulation etwas mit angezogen werdev. Item, weil es auch sonderlich uf eine ganze commun oder ritterschafft gemeinet, wurde es billich dabei gelassen. Das aber daruntter etliche enzelle personen, alß zwo, drei oder viere, sich deßen anmassen und gebrauchen, und also dieselben alleine untter einem herrn im ganzen lande etwas newes und eine sonderliche religion haben wolten, da hette es seine maß; denen köntte man solchs wol nicht gestatten. Demnach bitten sein kfl. Gn. nachmaln freundlich, es woltens die geistlichen churfursten zuvorhutung weitleufftigkeit und unruhe im Reich etc.w nachmaln bei der bemelten declaration bleiben lassen und friedlich sein, dz es etwa auch mit einem wort in der capittulation gesetzt und gedacht werde. Solte es denn an die ksl. Mt. gelanget und ire Mt. also mit widd[rig] bedencken bemuhet werden, segen [es] sein kfl. Gn. wol nicht gerne, doch stellens sein kfl. Gn. auch dahin, dz es irer Mt. neben anderm musse referiret werdenx. Segen auch gerne, das die declaration, weil dz original vorhanden, abgelesen und dz keiserliche siegell und handt zeichen besehen werde etc. etc.

    /149/ Mainzer Kanzler: Hette ferner vernommen, was die andern sich weiter erkleret und allenthalben zufrieden sein biß uf die declaration [Art. 2] etc. Nu hette er zuvor angezeigt, dz bei seiner canzlei davon kein nachrichtung zufinden. Er, Kf. Meinz, auch selbst domaln albereit in der regirung gewesen und etliche seine rethe, die izo nicht zur stet, aber sagt nachmaln mit warheit, das ime nichtes davon vorgefallen etc. etc. Weil denn dieses die andern geistlichen stende mitbelangete, so köntte ers auf sich alleine nicht nehmen, sondern stellets dahin, dz zu anderer gelegenheit, sonderlich wenn die andern stende darbei sein mögen, besser davon kan gerehdet werden. y -Wilß derwegen izo also in seinen wirden bleiben lassen biß dahin etc. Bittet, man wolle sich dieses puncts halben lenger nicht aufhalten, sondern sich desfalß vergleichen und, wie gemelt, es biß dahin einstellen etc. etc.–y 

    Ob auch wol von vorlesung unnd ersehung des originalß keisers Ferdinandi declaration von den geistlichen Kff. nicht das geringste angedeutet oder begeret, haben sich doch lezlich die Kff. semptlich untter sich selbst soviel berehdet und Švon den weltlichen angetrieben, dz man zufrieden gewesen, dz der meintzische canzler solche declaration offentlich im rath abgelesen. Darnach sie dz original allenthalben besehen etc.

    « Nr. 8 Oktober 18, Dienstag »

    Fortsetzung der Beratungen über die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea in der Wahlkapitulation. Keine Beilegung der in der letzten Sitzung aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten. Beratung darüber, ob und von wem dem Ks. von diesem Streitpunkt berichtet werden soll.

    /149'/ (Vormittag, 8 Uhra) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig persönlich; Trierer Dompropst anstelle des Kf. von Trier. Haben die chur- und fursten ire session wie zuvor eingenommen, alß erstlich Pfalz, darnach Meinz, Cöln, Sachssen, Brandemburgk etc. Weil aber der erzbisschoff und churfurst zu Trier dißmal nicht personlich in rath kommen, b -hatt der thumbprobst zu Trier seine stelle oben an vor Pfalz gehalten etc.–b 

    Mainzer Kanzler proponiert: Zweifelt nicht, die hern wurden wissen, wobei es der capittulation halben am verschienen sonnabent, den 15. Octobriß, verblieben1. Stellet demnach zu inen, davon weiter zurehden und die sachen desto schleuniger zur entschafft zubefordern, die weil die zeit verleufft und die izo etwas sorglich und geschwinde sein etc.

    /150/ [1. Umfrage.] Trier (Kanzler): Weiß sich zuerinnern, was vor disputation jungst der declaration halben vorgefallen und domaln Meinz, Trier und Cöln vor anzeige den andern thun lassen. Hette auch wol mehr anzeige zuthun, daraus zuvernehmen, dz es umb die declaration die gelegenheit nicht haben muste, wolte es aber dißmal untterlassen. Sagt aber nachmaln, ob auch wol etliche rethe, so domaln anno 55 aufm reichstage gewesen, noch am leben, das man doch davon keine nachrichtung erlangen noch bekommen köntte. Weren wol copeyen gefunden, dz hernacherc zwene oder drei fursten in denen sachen geschrieben und davon erwehnung gethan; dz aber in gemeinem churfursten rath desfalß etwas vorgelauffen oder von inen, den geistlichen, bewilligt worden sein solle, dz were nicht geschehen, wie man sich des auch entschuldigt etc. Helt derwegen nachmaln dafur, weil es also und in seiner macht nicht sei, diß werck, welchs den ganzen geistlichen standt betrifft, alleine auf sich zunehmen; were auch anno 62 bei der capittulation nicht gedacht. Darumb bittet er, desfalß weiter in ihne nicht zudringen, sondern es biß /150'/ uf andere gelegenheit Šeinzustellen, dz die stende beieinander. Was alßdann in gemein hirinnen vor gut angesehen wirdt, wil er sich alßdan auch davon nicht sondern.

    Köln (Kanzler): Weiß auch, wabei es jungst verblieben und was er domaln einwenden lassen. Das untter andern von Sachssen angezogen worden, dz er, der canzler, auch domaln anno 55 bei den sachen gewesen, were es an deme, dz es war. Weiß sich auch zuerinnern, dz keiser Ferdinandus domalß viel muhe unnd arbeit gepflogen biß er die stende verglichen. Das er aber solte wissen, das auch domaln diese neben declaration were tractiret worden, auch im chur- und fursten rath vorgelauffen etc.d, kontte er mit warheit nicht sagen, denn er davon auch nichts gehörete; wuste also auch viel weniger, wo solche declaration her kommen etc. Weil denn in der capittulation des religionfriedens gedacht, die capittulation auch anno 62 nicht one sonderliche ursache also bedacht und geschlossen, so achtet er, der Kf. zu Coln, dz es billich dabei gelassen, /151/ denn weil es auch ein preiuditium, so wil im nicht geburen, dawidder ein anders einzugehen one der gemeinen stende vorwissen etc. Wil nicht zweiffeln, ein kunfftiger römischer könig wirdt das halten, wz in der capittulation versehen und zuvor wol bedacht, darumb solte mans nu izo auch lassen dabei bleiben etc. Pfalz: Weiß gleichergestalt, wabei es jungst beruhet, sonderlich was Sachssen und Brandenburgk fur außfurlichen bericht thun lassen, wie es umb die declaration gewandt. Wolte nichts liebers sehen, denn dz sich beiderseits churfursten deßen miteinander hetten mögen freundlich vergleichen. Wie er denn nachmaln nicht zweiffeln wil, man wirdt dahin verdacht sein, dz zu erhaltung friede und ruhe im Reich etc. dieser punct erledigt werde und es bei der declaration bleibe etc. Helt sonst dafur, ob wol anno 55 die dinge so ordentlich nicht mögen tractiret sein alß dz es auch were prothocolliret wordenf, dz es doch hirumb die gelegenheit haben muß wie von Sachssen unnd Brandenburgk angezogen; auch die ksl. Mt. g in der declaration außdrucklich gesezt, dz es mit vorwissen beiderseits stende also ergangen etc. /151'/ Wil sich demnach abermaln nicht weniger getrösten, werdens dahin richten, das dieser punct mit in die capittulation gesezt, h -damit die, so lange bei irer religion der augspurgischen confession gewesen, dabei gelassen–h . Denn es je beschwerlich und ein selzam ansehen, wenn das, so einmal vom keiser mit bewilligung declariret etc., nicht solte gelten noch gehalten werden. Hirumb suchet er nachmaln freundlich, es dabei zulassen etc. etc.

    ŠSachsen: Weiß auch, wz verlauffen etc. Weil denn die declaration ein anhangk des religionfriedens, so köntte er nicht achten, dz es einigen stande, geistlich oder andern, im wenigsten prejudiciren könne. Allein vermerckt er, dz es den andern außgefallen wie es mit solcher declaration erfolget, und dahin zuvorstehen gegeben, alß were die nicht ordentlich und mit gemeiner bewilligung außgebracht, des er sich nicht schuldigk weiß. Hoffet auch nicht, dz man solch mißtrawen zu ime oder den andern sezen und haben wirdt, sondern es vielmehr dafur halten, i -dz es allein von keiser Ferdinando auß volmacht und gewaldt keiser Carls etc. /152/ allen theilen zum besten also behandelt–i , denn do es one vor wissen der geistlichen abgesantten geschehen sein solte, so wurden ire Mt. diese wort nicht gesezt haben, das es von beiden theilen gewilligt etc.; wie denn auch gesezt und von den geistlichen stenden dahin bewilligt, dz es nu entlich bei dieser declaration solte bleiben und dero zuwidder auch nichts anders solte declariret werden. Zweiffelt demnach nicht, die geistlichen churfursten werden diesen zusaz und geringe verbesserung, in der capittulation mit wenig worten zuthun, geschehen zulassen, kein bedencken nachmaln haben, denn es bei inen wol alleine ane vor wissen der andern geistlichen stende etc. stehet etc.j Denn es wurde gar beschwerlich sein, do solche declaration gar solte hindanngesezt (wie er sich doch zu inen, den geistlichen, je nicht versehen wolte etc.), das nuhmalß dadurch solte uneinigkeit und unruhe im Reich, wie denn leicht zubesorgen, erreget werden. Darumb versiehet er sich nachmaln freundlicher einigkeit und wilfarung in deme zu inen etc. [Auf] den fall, es aber uber zuvorsicht nicht zuerhalten und es solte dieses je an die ksl. Mt. gelangen, so zweiffelt man nicht, ire Mt. werden sich deßen soviel mehr auß dero hoffcanzlei registratur erkundigen und selbst erinnern und es dahin richten und darob sein, dz es bei deme, was einmal beliebet und von derselben herrn vatern geordnet etc., /152'/ bleiben und nu nicht hinderzogen noch zerruttung in der religion erregt und eingefuret werde, wie schwerlich ein anders zuvormuten. Wil sich aber noch viel mehr zu den geistlichen churfursten versehen, sie werden in deme mit den weltlichen einig und friedlich sein etc.

    Brandenburg: Vermerckt, dz sie izo vornemblich darumb zusammen kommen, sich der declaration halben zuvorgleichen, das aber die geistlichen Šchurfursten nachmaln uf irem bericht verharren. Nu halten sein kfl. Gn. dafur, das dieser streit nicht auf eines oder des andern theilß bericht stehe, denn die leute, so domaln dabei gewesen, mehrer theil abgangen so wol auch keiser Ferdinandus todt, und die noch am leben könnens leicht vergessen haben, sondern das vielmehr irer Mt. gegebener brief, so von derselben besiegelt und mit eigenen handen untterschrieben worden, angesehen, deme geglaubt und es dabei gelassen werde, denn sein kfl. Gn. mussen auch vor ire person solchem keiserlichen briefe, wie der /153/ in seinem inhalt lautet, glauben zustellen. Wollen derhalben nicht gleuben, das derselbe geferlich, sondern vielmehr wie sich geburet und ordentlich außgebracht sei. Sein kfl. Gn. sezen auch den fall, das gleich die declaration gar nicht vorhanden were, so achten sie doch, das es billich, das man die jenigen, sonderlich eine commun, bei irer religion lasse. Denn wie es sein soll, dz einer bei seinenn guttern gelassen werden soll, soviel mehr solte es in deme, daran einem seine seel und seligkeit gelegen, frei sein. So wissen auch sein kfl. Gn., wie sehre babstisch keiser Ferdinandt und der vice canzler doctor Jonas gewesen und gar hart uber der bäbstischen religion gehalten, darumb nicht zugleuben, das sie sich widder sich und ire religion ei[nes] and[ers] wurden haben uberrehden lassen, wenn es nicht mit guter bewilligung und vorwissen auch der geistlichen etc. zugegangen were. Sonst wuste man auch, das keiser Ferdinandt in seinen sachen und hendeln durchaus gar fleissig und sorgfeltigk gewesen. Derwegen achten auch sein kfl. Gn., dz ire Mt. nicht so unfleissigk werden gewesen sein, dz sie diese sach der declaration halben nicht solten auch in acht gehabt und die bei sich angemerckt haben, sondern sich etwa also leicht zu einem solchen, so ir zuwidder oder auch gar nicht were, bewegen lassen etc. /153'/ Es were auch wol im passowischen vertrage etwas angezogen und bewilligt, dz die stende der augspurgischen confession und communen nicht solten vergewaltigt, sondern bei irer alten religion gelassen werden2, aber doch etwas unklar gesezt. Was aber nu also im passowischen vertrage so richtig und klar nicht gemachet, das were durch den religion frieden uf beste wege zum frieden gerichtet und behandelt, da denn die declaration ein anhangk des religionfriedens were etc. Darumb achten auch sein kfl. Gn., do es bei der declaration oder deßen inhalt nicht solte bleiben, das wenig frieden zuhoffen, denn man weiß auch wol, was es vor gelegenheit und bestandt hatt, wenn man die religion mit gewalt wil dempffen wie des genugsame exempell bei Franckreich und den Nidderlanden vor augen. Es sei aber nu nachmaln umb solche declaration gewandt wie es wolle, so wurde man doch uf die wege mussen gedencken, dz ruhe und friede im Reich erhalten. Zweiffeln demnach sein kfl. Gn. noch nicht, die geistlichen churfursten werden es in betrachtung obbemelter umbstende eingehen, dz die declaration in der capittulation mit wenig worten gedacht, denn wiewol nicht zu loben, das /154/ ein jeder eine Šeigene religion wolte einfuren, so were es doch dagegen mit einer ganzen commun desfalß anders gelegen. So were auch gleichwol nicht one, das es sindt ergangener declaration in zimlicher ruhe der religion halben gestanden, allein dz man nu unlangst angefangen, ganze communen darinne zu perturbiren und von irer augspurgischen religion zudringen. Besorgen auch, do es durch solche geburliche mittell nicht uf denen wegen bleiben und gelassen werden solte, das allerlei unruhe erfolgen möchte. Derhalben were am aller besten, dz ein jeder unbedrenget bei seiner religion gelassen, denn wie dz gemeine sprichwort gehet „wann man den bogen zu hart spannet, so springet er gerne“ etc. k -Also auch in diesem köntte ehe auß ubel vil ergers erfolgen etc.–k Darumb halten sein kfl. Gn. noch wolmeinlich dafur und versehen sich freundlich, man wirdts einig sein und dahin richten, dz der declaration etwa mit einem worte in der capittulation gedacht [werde] etc. Wolte und köntte es denn nachmaln je nicht sein, so mustens sein kfl. Gn. an seinen ort und dahin stellen, dz diese zweispaltige meynungen der ksl. Mt. berichtet werden. Versehen sich, ire Mt. alß einn friedliebender keiser werden es /154'/ also zu richten wissen, damit allein kunfftige unruhe und gefahr abgewendet und verhutet, und hergegen friedliebent wesen erhalten werde. Diß hetten also sein kfl. Gn. ganz wolmeinlich anzeigen und zu gemut furen wollen, nicht zweiffelent, die geistlichen churfursten werden es nicht anders vermercken und sich nachmaln hirinnen freundlich, wilferigk und unbeschweret erzeigen und finden lassen etc. etc.

    Mainzer Kanzler: Hatt vernommen, was die andern churfursten beiderseits auf den punct der declaration etc. ausfurlich anbringen lassen, alß Trier und Cöln, dz kein nachrichtung befunden etc. und es nicht ein[gehen] können etc., und dann dz Pfalz, Sachssen und Brandemburgk uf irer anzeige beruhen etc. Das nu die drei weltliche churfursten ires theilß in deme so sorgfeltigk weren und fleiß anwendetten etc., deßen weren sie wol nicht zuvordencken. Hinwidderumb aber zweiffelt er nicht, sie werden die geistlichen Kff. ires theilß desfalß hirinnen auch nicht verdencken, denn es noch eigentlich an deme und nicht anders were, denn dz er davon kein wissens, /155/ darzu kein nachrichtunge zubefinden, auch desfalß von seinen abgesantten rethen domaln nichts an ine gelanget etc., wie denn auch Trier und Cöln davon nichts wissen. Bittet derwegen nachmaln, man wolte davon abstehen, denn er sagt nach wie zuvor, das er von solcher declaration erst in einem jare wissenschafft erlanget und dann dz er am verschienen sonnabent das original gesehen3. Weil denn diß keine particular sache were, sondern allgemeine stende des Reichs belangete, so köntten die geistlichen churfursten je solchs uf sich nicht nehmen etc.; were Šauch also demnach zuthun inen unmuglich, darumb such er abermaln, die andern wolten sich dahin vergleichen, das es nach wie zuvor muge bleiben, auch bei der capittulation, wie die anno 62 bedacht, gelassen werde. Und wolten ja davon abstehen, denn es köntte und möchte nicht sein, desfalß etwas einzugehen oder zuwilligen etc. Wil sich sonsten in anderm was muglich gern mit inen vergleichen, aber sagt noch, diß könne nicht sein etc. etc.

    /155'/ [2. Umfrage.] Trier (Kanzler): Sein her, der churfurst zu Trier, hette zuvor und izo widderumb ausfurlich anzeigen lassen, wie die sachen gewandt, und saget noch mit warheit, das er davon kein wissens hatt. Wie man denn auch nachrichtunge hette, dz weder im churfursten-, fursten- noch geistlichen rath desfalß ichtes were vorgelauffen; das man doch weiter gar nicht[s] disputieren wolte. l -Es sei aber nu umb die declaration gewandt wie es wolle, so lest ers bleiben, wie es ist; dz er aber willigen solte, die wort in die capittulation zusezen, dz könne nicht sein etc.–l Und weil es ein unmuglich dingk, solchs zuwiligen und einzugehen, sintemal es nicht alleine uf ime und die andern geistlichen churfursten stehet, sondern ein gemein werck were, so bittet er nachmaln, ine damit zuvorschonen, denn er köntte und wolte sich derhalben weiter nichts einlassen, were auch derwegen nicht hie, sondern anderer angelegenen sachen halben verschrieben. Man solts nur in vorigem stande bleiben lassen so gut es were etc. etc.

    /156/ Köln: Weil der religionfrieden also aufgerichtet, also bißhero gehalten und in der capittulation begriffen, so bittet er, es noch dabei bleiben zulassen, denn er könne es auch keines weges eingehen noch den andern hiedurch ichtes prejudiciren etc. m -Achtet auch dafur, dz es anno 62 in der capittulation nicht gesezt; were ane besondere bedencken und ursachen nicht verblieben, dz es die Kff. also daraus gelassen–m . Und weil es denn ein gemein werck und den ganzen geistlichen standt betrifft, so beruhet er noch bei seiner meynung etc.

    Pfalz: n -Sege noch nichts liebers, denn das man sich möchte vergleichen, vermerckt aber, dz die geistlichen sich hirinne groß bedencken machen, und do es in der capittulation gesezt, dz solchs den andern prejudicirlich were, welchs Šdoch die gelegenheit gar nicht haben köntte etc. Weil denn die declaration von der ksl. Mt. aufgerichtet und ein anhangk des religionfriedens, so bittet er noch, es dabei zulassen etc. Wann dz solte weiter in bedencken gezogen werden, wurde es bei der /156'/ ksl. Mt. ein selzam ansehen haben, dz derselben herr vaters gegeben brief und siegell also vor nichtigk ader geringschezigk geachtet und gehalten etc. Solte es denn je an die ksl. Mt. gelanget werden, so zweiffelt er nicht, es wirdt uf geburliche wege wol gerichtet werden und dz es dabei gelassen etc. etc.–n

    Sachsen: Hette sich wol versehen, die geistlichen churfursten solten in anmerckung der statlichen ausfurung sich des mit inen freundlich verglichen haben, so vermercke er aber, dz sie noch uf irem nein beharren. o -Beruhet vor sein person auch wie Pfalz und zweiffelt nicht, man wirdts dahin richten, dz ruhe und frieden im Reich erhalten–o . Sonsten, weil keiser Ferdinandus g[ut] und sere papi[ßtisch] gewesen, were nicht vermutlich, dz ane besonder bedencken und ursachen der brief were aufgerichtet und gegeben. Zweiffelt nicht, die izige ksl. Mt. wirdt mit dahin bedacht sein, dz es dabei erhalten und gelassen wie es nu zwanzigk jar hero dabei gewesen und geblieben. Ist sonst noch zufrieden, do es je nicht zuerhalten, dz es an die ksl. Mt. zugelangen und zubitten, darinne ein entscheidt zuthun etc. etc.

    /157/ Brandenburg: Kfl. Gn. vermercken, dz die geistlichen churfursten uf irer meynung beruhen und solchs einzugehen sich alleine nicht mechtigen wollen. Nu were es woll an deme, dz man izo darumb nicht hie were, das man ein abschiedt machen wolte, welchs ane der andern stende vorwissen sich nicht geburete, sondern darumb were man hie, dz man wolte einen newen successorn erwelen, derwegen auch vor allen dingen von der capittulation muste gerehdet werden. Nu were es nicht alleine anno 62 zu Franckfurt, sondern sonsten zuvor allewege und nicht unbillich also gehalten worden, dz man jedes mal die capittulation nach der zeit und gelegenheit gerichtet und in einem oder dem andern verbesserung, anderung und vermehrung etc., wie es sich schicken und leiden wollen, angestellet. p -Also were man izo darumb auch hie, das man es nach izigen leufften, zeit und gelegenheit richten wolte und solte etc.–p\ Dieweil es denn ein solch werck, das den churfursten alleine zustehet und ire höchste hoheit und preeminenz ist, so were je nicht zuraten, dz man sich solcher hoheit und preeminenz /157'/ wolte begeben, hierinne andere stende mit einzuziehen und ir eingriff thun zulassen. So köntte es auch je vor kein preiuditium geachtet Šwerden, sondern man beratschlagte nur izo alhier, wie der kunfftige könig seine regirung anzustellen und was er zuthun und zulassen schuldigk sein solte etc., welchs je bei den churfursten alleine stunde etc. Weil denn schone viel klagens anlangte, das sich albereit in diesem punct der religion viel erregte etc., daraus unruhe unnd gefar zuvormuten, so solte man je vielmehr izo dahin trachten und sich zum höchsten angelegen sein lassen, das man es uf wege zu erhaltung gemeines friedens und ruhe etc. richtete. Mit weiterer zugemutfurung, was vor hoheit und preeminenz in deme und anderm inen, den churfursten, alleine zustehet, warumb sie sich dero begeben und es auf die andere stende auch stellen wolten. Versehen sich also nachmaln, man wirdt sich in die sache schicken etc. etc. Wo aber je nicht, so lassens sein kfl. Gn. bei dem anhang wie Sachssen bleiben, dz der ksl. Mt. davon relation gethan und derselben entscheidt erwartet werde etc.

    /158/ Mainzer Kanzler proponiert: Hette gern gesehen, dz bei deme punct die vota dahin weren gefallen, das man einig und es der weitleufftigen disputation nicht bedurffe, befindet aber, dz ein jeder theil uf seiner meynung beruhet. Das von Brandenburgk angezogen, dz man gemeinet, solche sachen, so den churfursten alleine zustunden etc., an die andern stende, so der alten und newen religion zugethan etc., zugelangen, were seine meynung gar nicht. Weil es aber noch an deme, das dieser punct die geistlichen stende der alten religion verwandt mit angienge, so köntte er nachmaln nichts darinne willigen, sondern lests bei voriger seiner erklerung und bittet, es auch dabei zulassen etc.q Das es aber solte an die ksl. Mt. gelanget werden, liesse er sich bedencken, dz sichs nicht geburete, die capittulation mit der ksl. Mt. vorwissen aufzurichten, sondern es stunde alleine bei den churfursten etc., darumb wolte man es nicht thun etc. Wolte man aber je darauf beruhen, dz es geschehen solle, so musse ers leiden, doch wolle man zuvor davon rehden, obs zuthun sei und sich gebure oder nicht etc.

    /158'/ [3. Umfrage.] Trier (Kanzler): Lests der declaration halben noch in dem werth bleiben, wie es ist; wilß nicht disputieren, weiß a[ber] noch nichts drumb etc.r, hatt auch gar kein mißtrawen zu den weltlichen churfursten etc. Were aber noch ein solch werck, dz die gemeine Reichs stende antreffe etc. Were auch seine meynung nicht, das man die andern stende solte mit zur beratschlagung der capittulation ziehen. Weil aber, wie gemelt, dieses sie mit angienge, tregt er sorge, sie möchtens dahin verstehen, dz die churfursten sich alleine understehen wolten, newe geseze zu machen etc., da inen doch geburete, dabei zusein, wenn man newe geseze machen, etwas andern, verbessern oder dergleichen anstellen wolte etc. So bindet der Reichs abschiedt den keiser oder konig sowol Šalß die capittulation etc. Helt demnach noch dafur, es in vorigen terminis bleiben zulassen; were die declaration gut, so bliebe sie gut etc. Wie auch von Meinz angezogen, das bedencklich, dieses an die ksl. Mt. /159/ zugelangen und derselben die capittulation heimzustellen, darinne ire Mt. bescheidt zugeben etc., also helt er auch dafur, dz es nicht thuenlich, oder man sich weiter begebe noch der ksl. Mt. zu viel einreume, so inen, den churfursten, prejudicirlich etc. Do es aber ausserhalben des die weltliche churfursten vor sich wollen an ire Mt. gelangen, so stellet ers dahin. Sonst lest ers bei seinen vorigen votis bleiben etc.

    Köln: Were zuvor nie der meynung gewesen und noch nicht, das die churfursten sich an irer preeminenz etwas solten begeben und andere stende mit zur beratschlagung ziehen etc. Weil es aber noch die andern stende mit belanget und es ein preiudicium, und man vor sich alleine die declaration keines weges eingehen kan etc., so beruhet er nachmaln bei seiner erklerung und dz man es bei dem religionfrieden, der so lange her geweret, wolte bleiben lassen. Das man der ksl. Mt. beider theil meynung in deme solte anzeigen etc., were nicht zuraten, denn man wurde dadurch einen newen eingangk machen, darumb es billich nicht zuthun, sondern es sonsten zu lassen, wie es were etc.s

    /159'/ Pfalz: Vermerckt, dz auch die geistlichen churfursten nicht willigen wollen, solchs an die ksl. Mt. zugelangen, weil es bedencklich und praejudicirlich were. Wie aber deme, wenn es bei inen nicht zuerhalten, so lest er sich gefallen, das es von den weltlichen Kff. allein berichtsweise an die ksl. Mt. gelanget werde. Wiewol er gehofft, wenn es sonsten von den churfursten in gemein were geschehen, dz ire Mt. vielleicht wurden allerlei nachrichtung bei derselben canzlei aufsuchen lassen und bekommen haben etc. Weilt auch anno 62, da die disputation des römischen stuelß halben etc. eingefallen, dasselbe an die izige ksl. Mt. und durch dieselbe weiter an dero hern vater keiser Ferdinandum gelanget4, so hielte er auch noch dafur, dz es izo soviel weniger auch bedencklich, sondern vielmehr zuthun sein solte etc.

    Sachsen: Lests umb kurze willen bei voriger anzeige bleiben und dz es berichtsweise an die ksl. Mt. gelangt werde etc.

    /160/ Brandenburg: Sein kfl. Gn. hetten auch wol am liebsten gesehen, dz man dieses puncts entlich were einig worden, weil aber nicht, so köntte man gleichwol nicht umbgehen, es an die ksl. Mt. zugelangen. u -So hetten sie auch zuvor anzeigen lassen, dz in allewege gut, die capittulation nach den leufften, Šzeiten und gelegenheiten zurichten etc.–u Dz angezogen, dz die ksl. Mt. nicht mit bei der capittulation sein solte, were ein thun vor sich, weil aber dieses nur einen einigen punct antrefe, so achten sein kfl. Gn. noch dafur, das dieser punct ane einig sonderlichs bedencken an ire Mt. zugelangen etc.; wie sie denn berichtet, dz anno 62, da des stuelß zu Rom und schuz des babsts halben disputationes eingefallen und man sich nicht vergleichen können, die domaln kgl. und izo ksl. Mt. alß ein mit churfurst solchs an derselben hern vater, die ksl. Mt., gelanget, die ksl. Mt. es auch vertragen etc. Do aber je diß auch bei den geistlichen Kff. nicht zuerhalten, so stellens sein kfl. Gn. dahin, dz es etwa sonst an die ksl. Mt. zugelangen, wiewol /160'/ sie es noch vors beste hielten, dz sie sich derwegen untter sich selbst verglichen, denn zu lezt wurde man doch einen schiedtsman haben mussen und das wurde niemandt besser sein denn die ksl. Mt. etc.

    Mainzer Kanzler: Hette abermaln gehöret, dz die weltliche churfursten noch dahin votiren, es an die ksl. Mt. zugelangen, die andern geistlichen aber es vor ungebreuchlich und prejudicirlich halten. Wiewol er nu am liebsten gesehen, dz man von diesem punct abgestanden und auch die ksl. Mt. damit verschonet wurde, denn dieser punct nicht alleine bei den weltlichen oder auch geistlichen churfursten stehet, sondern auf einen gemeinen reichstagk gehöret, so erkleret er sich doch nachmaln dahin, dz es ein unnötigk werck sei, der ksl. Mt. zuberichten, denn es ime, Meinzen, sonderlich bedencklich, solchs der ksl. Mt. heimzustellen und derselben erklerung zugewarten, ungehöret der andern /161/ der alten religion verwantten stende alß die es mit betreffe. Wolte und kontte es auch noch keines weges eingehen etc.; do aber je sonsten Pfalz, Sachssen und Brandenburgk vor sich solchs an ire Mt. gelangen wollen, muste er es dahin stellen, wiewol sein bedencken und gutachten nach wie zuvor etc. etc.v

    « Nr. 9 Oktober 19, Mittwoch »

    Keine Sitzung des KR. Vormittag: Audienz der weltlichen Kff. und Pfgf. Ludwigs beim Ks., um diesen über die Meinungsverschiedenheiten im KR zu informieren und um die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea zu bitten. Nachmittag: Audienz der geistlichen Kff. beim Ks.

    /161/ [Vormittaga] b -Seindt die beide weltliche churfursten Sachssen und Brandenburgk und daneben pfalzgraff Ludewig etc. zu der ksl. Mt. gezogen und Šhaben irer Mt. den eingefallenen stritt berichtet und gesucht, dz es bei der declaration möchte bleiben etc.–b,1

    [Nachmittag: Audienz der geistlichen Kff. (ohne den Kf. von Trier) beim Ks.]c

    «Nr. Š[10 Oktober 21, Freitag]a  »

    Keine Sitzung des KR. Übersendung einer ksl. Erklärung an die weltlichen Kff. und Pfgf. Ludwig, die die Annahme dieser Erklärung verweigern.

    Š /161/ Darauf sich ire Mt. gnedigst aller mugligkeit erbotten und folgents den weltlichen chur- und fursten eine schrifftliche resolution1 uberschickt. Weil aber die also geschaffen, dz sie iren chur- und f. Gnn. anzunehmen bedencklich gewesen, so haben sie dieselbe irer Mt. durch kfl. Gn. canzler Dr. Distelmeyern und andere wiederumb zugeschickt und nicht behalten wollen.

    « Nr. 11 Oktober 22, Samstag »

    Vormittag: Beratungen der Kff. über die Hinzuziehung Kg. Rudolfs II. von Böhmen, über den ksl. Revers betreffend die Anwesenheit anderer Ff. während der Wahl und über die Eidesleistung des Regensburger Rats nach dem Muster des Wahltags in Frankfurt 1562. Festlegung des Wahltermins. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Vereidigung des Rats der Stadt Regensburg, stellvertretend für die gesamte Bürgerschaft. Abend: Zustellung der Kurmainzer Einladungsschreiben zur Wahl eines röm. Kg. an die Kff.

    /161'/ (Vormittag, 8 und 9 Uhr) [Rathaus]. Kff. und Pfgf. Ludwig. Seindt die drei weltlichen chur- unnd fursten umb 8 uhr und die geistlichen etwa umb 9 uhr im rath widderumb zusammen kommen und sich allerlei in geheim untterrehdet etc. Session wie zuvor.

    Mainzer Kanzler proponiert: Nachdeme nunmehr die churfursten der handlung freundlich verglichen1, so stellet er zu irem freundtlichen gefallen, ob man weiter was nötigk vor die handt nehmen und tractiren wolle, sonderlich aber davon zurehden, a -ob und dz der könig zu Behemmen zu votiren

     etc.–a,2 Item das mit dem rathe zu Regenspurgk der eidtsleistung halben etc. tractiret werde3, inmassen anno 62 es gleichsfalß zu Franckfurt gehalten worden.  /162/ Trier: Hatt diese Meinzs proposition dahin eingenommen, nunmehr weiter zu procediren und zuberatschlagen, 1) ob der könig zu Behem alß ein churfurst zuberuffen, mit bei der beratschlagung der capittulation zusein, 2) item dz die von Regenspurgk in pflicht zunehmen etc. Weiß sich wol zuerinnern, dz sich geburet, dz der könig zu Behem mit bei der beratschlagung sei. Obs aber nicht besser, solchs so lange biß zur election geschritten einzustellen, dz stellet er zu irem bedencken und gefallen. Von der regenspurger pflicht were zuvor tractiret, dz der gulden bulle in deme solte gelebt und die in acht gehabt werden. Stellets noch dahin und lest sich auch gefallen, dz von der ksl. Mt. der anwesenden fursten und botschafften halben der reverß gefordert, auch der rath zu Regenspurgk in pflicht genommen werde etc.

    /162'/ Köln: Hatt auch gehöret, wz Meinz izo proponiret. Damit es nu nicht lange aufgehalten, so helt er dafur, dz mans in allen puncten halte, wie zu Franckfurt anno 62 geschehen etc.

    Pfalz: Hette sampt seinen zugeordenten auch gehöret, wz Meinz proponiren lassen. Soviel den eingefallenen streit anlanget, weil man solchs der ksl. Mt. eröfnet unnd sich derhalben kegen irer Mt. erkleret4, so lesset ers dabei wenden. Was die erforderung des königs zu Behem betrefe, weiß er auß empfangenen bericht, wie es zuvor gehalten. Wenn er nun izo berichtet wirdt, was man mit ime tractiren wolle, so wil er sich alßdan desfalß weiter erklerenb. Des reverß, item der regenspurger pflichtnehmung halben lest ers bei Triers und Cöllens bedencken etc.

    Š /163/ Sachsen: Hatt auch gehöret, wz Meinz proponiren lassen. Und soviel den eingefallenen stritt anlangt, damit man sich etliche tage hero in diesem rath bemuhet, weil man es der ksl. Mt. eröfnet und berichtet, so lest ers dabei bleiben etc. Lest sichs sonsten der izigen beiden punct halben, wie von Cöln angezogen, gefallen, dz es durchaus gehalten werde, wie zu Franckfurt geschehen.

    Brandenburg: Weiß sich zuerinnern, dz vor dem actu der election der könig von Behemen zuerfordern, zu dem ende die capittulation zuwissen, damit er die auch zuerfolgen, wenn sich begebe, das die waal auf einen churfursten fiele etc.; wie denn, alß sein kfl. Gn. berichtet, zu Franckfurt anno 62 auch geschehen. Das aber solche erforderung des behemischen königs noch zur zeit, weil noch kein waaltagk wie gebreuchlich bestimmet, vielweniger desfalß einige citation außgangen, geschehen solte, were bedencklich, darumb es biß dahin, dz solchs erfolget, einzustellen. Mitlerweil köntte man der reverß halben bei der ksl. Mt. ansuchung thun etc., auch richtigkeit mit der stadt Regenspurg machen.

    /163'/ Mainzer Kanzler: Hette vernommen, wes die Kff. und Pfalz sich uf sein anzeigen erkleret. Lest sich auch gefallen, dz man den proceß, wie zu Franckfurt geschehen, continuire. Hette es sonst darumb anzeigen lassen, damit der actus befordert. Weil aber von alters vermuge der gulden bulle der tagk zur waal zu bestimmen und die citation ausgehen zulassen, da denn der könig zu Behmen gleichergestalt auch zu citiren und ime die capittulation zueroffnen, damit er dero wissenschafft habe, denn soll er bescheiden werden, so muß er wissen warumb etc. oder warzu etc., so wil er die citation5 förderlichst ausgehen lassen etc.6 Denn solte es mit erforderung des königs zu Behemen und dz er die capittulation zu wissen kriege etc. so lange, biß die election vor die handt genommen, eingestellet werden, so wurde sichs alßdan nur weiter in die lenge verziehen. Darumb zu beforderung der sachen es wie zu Franckfurt zuhalten, ime, dem könige, abschrifft der capittulation7 zu zustellen und er darauf zu citiren gleich den andern churfursten, damit er sich dagegen daruf zubedencken und dz werk alßdann nicht lange aufgehalten werden möge. /164/ Was den reverß und die eidtsleistung des raths zu Regenspurgk anlangte, weren die alten concept vorhanden, nach denselbigen were es izo auch zurichten.

    Da hatt der meinzische canzler die verfaste nottell der ksl. Mt. reverses8 abgelesen; darnach die artikell und eidt des raths zu Regenspurgk9 verlesen, welche der gulden bulle gemeß gestellet gewesen. Darauf haben sich die churfursten und pfalzgraf Ludewig under sich selbst berehdet und erkundigung genommen, wie es zu Franckfurt anno 62 mit erforderung des behemischen Škönigs zugegangen. Hatt man zur nachrichtung befunden, dz der behemische konig nicht ehe alß wenig tage vor der waal darzu gezogen und dz die citation den 17. monatstagk Novembris ausgangen, da der waaltagk den 24. desselben gewesenc,10. Darnach seindt die hern widderumb außm rath anheim gezogen.

    (Nachmittag, zwischen 3 und 4 Uhr) Rathaus. Kfl. Räte.11

    /164'/ Mainzer Kanzler: Weil die churfursten heuten geschlossen, dz man den rath zu Regenspurgk, gleichergestalt wie anno 62 zu Franckfurt geschehen, zur eidts leistung erfordern solte, so weren die rethe izo zur stet. Meinz hette den rath umb 3 uhr bescheiden lassen. Do es den rethen gelegen, so wolte man den rath herein fordern und inen solchs vorhalten.

    Die rethe Trier, Cöln, Pfalz, Sachssen und Brandenburgk beruhen wie heuten vor mittage von den Kff. geschlossen und das der rath herein zufordern etc. Darauf ist der rathd zu Regenspurgk hereingefordert worden, und seindt funfzehen personen des raths mit dem stadtschreiber oder sindico12 hinein kommen.

    /165/ Mainzer Kanzler zeigt an: Nachdeme die ksl. Mt. an Meinz alß erzcanzlern begeret, auß allerhandt bewegenden ursachen etc. dißmal die churfurstliche versamlung anhero kegen Regenspurgk auszuschreiben, alß hette Meintz in deme irer Mt. underthenigst gehorsamet und darauf die churfursten anhero gen Regensburgk alß des Heiligen Reichs freye stadt verschrieben etc. Da denn die churfursten untter anderm in gemeine ratschlagung gezogen, do (welchs doch Gott mit gnaden lange verhuten wolle) der fall mit der ksl. Mt. geschehen solte, wie es kunfftigk mit der succession anzustellen etc., hetten sie sich izo einhellig dahin verglichen, numehr im nahmen Gottes zur waal eines römischen königs, der kunfftigk der ksl. Mt. succediren möge, zuschreitten und sich daneben erinnert, dz vermuge der gulden bulla sonst die waal zu Franckfurt geschehen solte. Were aber dißmal auß obangedeuten erheblichen ursachen und der ksl. Mt. zu underthenigstem gehorsam etc. alhierhero gen Regenspurgk angestellet Šetc. /165'/ Dieweil denn in der gulden bulla versehen, die waal wurde zu Franckfurt oder an einem andern orte gehalten, das der rath den churfursten einen leiblichen eidt schweren solte wie inen solte vorgelesen werden, so hette man vor gut angesehen, es mit inen alhier auch also zuhalten, darumb sie izo auch bescheiden. Und nachdeme derwegen die churfursten izo darzu ire rethe anhero verordnet, so wolte mans im nahmen Gottes verrichten, nicht zweifelent, der rath wurde sich inn deme unweigerlich erzeigen und nicht alleine vor sich, sondern auch von wegen irer gemeinen burgerschafft schweren, wie die gulden bulla vermöchte und nu in die 200 jar hero also gehalten. Wiewoll auch die gulden bulla vermöchte, dz die burgerschafft auch schweren solte, so wolte man doch dißmal damitt zufrieden sein, dz, wie obgemelt, der rath vor sich und ire burgerschafft solchs thue etc. Ob auch wol die gulden bulla vermöchte, zuschweren, dz in werender waal keine andere fursten unnd /166/ botschafften solten gelitten, sondern durch den rath und die stadt hinauß geschaffet werdene, so were es doch bei der ksl. Mt. dahin gerichtet, das ire Mt. des einen reverß13 geben wollen, dz es den churfursten an irer freyen waal, hoheit und preeminenz zu keinem eintragk noch preiuditio gereichen oder dadurch eingefuret werden solte. Der rath solte es auch dahin nicht verstehen, ob gleich die eidts artickell der gulden bulla gemeß darauf auch gerichtet, keine fursten oder botschafften zu leiden etc., dz es die meynung haben solte, sondern sie solten sich deß nicht irren lassen; es solte den verstandt und meynung desfalß haben mit dem reverß wie obgemelt etc.

    Darauf hatt inen der meinzische canzler den eidt oder die artickell desselbigen, inmassen der anno 62 zu Franckfurt geschworen, vorgelesen14 und sie Šdenselben auch zu leisten, desgleichen dem menzischen thumbprobst an stat des churfursten zu Meinz handtgelubte zuthun, erinnert etc.

    /166'/ Darauf der rath durch iren sindicum oder stadtschreiber anbringen lassen, sie hetten die anzeige der churfursten meynung von dem hern menzischen canzler angehöret, beten darauf ein abtritt zur untterrehde etc., welchs inen erleubet, und seindt darnach widder ins gemach kommen und weiter vermelden lassen: Wiewol sie sich nicht zuerinnern wusten, das sich dergleichen hiebevorn bei inen zugetragen, derwegen sie sich denn hirinne wol bedencken zumachen, so erkenneten sie sich doch schuldigk, in deme und anderm des Heiligen Reichs churfursten underthenigst zugehorsamen. Weren demnach die gelubtuhung unnd eidtsleistung, weil es also geordnet und breuchlich sein soll, zuthun erböttigk. Beten doch, inen abschrifft von den artickeln des eides zukommen zulassen etc.f

    Mainzer Kanzler: Man hette gerne vernommen, das sie in deme sich der gulden bulla gemeß /167/ und gehorsamlich zuerzeigen erböttigk. g -Was die begerte abschrifft der artickell des eides anlangte, weren dieselbe keiner andern form oder inhalts denn wie die von Franckfurt geschworen und sie hetten hören ablesen etc.–g 

    Darauf ist einer nach dem andern zu dem thumbprobst von Meinz gangen und ime handtgelubte gethan etc. Nach diesem hatt ein jeder zwene finger aufgehoben und haben dem probst zu Meintz folgenden eidt nachgesprochen, mit diesen ungeferlichen wortten. Eydt: „Alß uns vorgehalten ist und wir wol verstanden haben, deme wollen wir getrewlich geleben und solchs stetigk halten, alß uns Gott helffe und sein heiliges evangelium“ etc. Darnach seindt die rethe unnd alle von einander gangen.

    (Abend, 5 Uhr) Kurbrandenburger Herberge „Zum goldenen Kreuz“, Übergabe des Einladungsschreibens15 an Kurbrandenburg. 

    Š /167'/ Kurz darnach, alß ungeferlich umb funf uhr, seindt des churfursten zu Meinz abgesantten alß herr Geörg von Schönenburgk, dhumbdechant zu Meinz und thumbprobst zu Wormbs etc., Hanßheinrich von Heusenstam, amptman zu Ammerbach, Philips Wolff von Rosenbach, doctor, und Harttman von Cronbergk der mitler neben einem notario16 zu dem churfursten zu Brandemburgk etc., unsern gnedigsten herrn, in derselben herberge „Zum gulden creuz“ genant, kommen; haben sein kfl. Gn. in derselben gemach uber der taffelstuben inen audienz gegeben.

    Und hatt doctor Philips Wulff von Rosenbach nach vermeldung des freundlichen zuentbietens etc. weiter sein anbringen ungeferlich nachfolgendergestalt gethan: Nachdeme der erzbisschoff und churfurst zu Meinz alß erz canzler etc., auf gnedigst begeren der ksl. Mt., unsers allergnedigsten herrn, eine collegialversamlung des Heiligen Reichs churfursten erstlich gen Franckfurt und darnach, /168/ alß man irer Mt. zu underthenigsten gefallen, in ansehung derselben schweren leibes schwacheit und das sie ferne zureisen unvormugens, es etwas neher anzustellen bewilligt, anhero kegen Regenspurgk außgeschrieben17, da denn die churfursten und dann des pfalzgrafen churfurstenn gesantten, pfalzgraf Ludewigk etc. und deßen zugeordente etc., darauf gehorsamlich alhier ankommen, des Heiligen Reichs angelegene sachen, wolfart und bestes zuberatschlagen, auch sonderlich dahin zudencken, das in ansehung der ksl. Mt. leibes schwacheit und unvormugenheit irer Mt. ein administrator zugeordnet und bei irer Mt. leben zu verhutung kunfftiger gefahr und unruhe etc. ein römischer könig und kunfftiger successor und keiser erwelet werde; wie denn auch die churfursten und pfalzische gesantten, pfalzgraf Ludewig und seine zugeordentten, die zeit hero davon tractiret, auch einhelligk dahin geschlossen, das in ansehung, das es des Reichs höchste notturfft und wolfart erforderte, bei leben der izigen ksl. Mt. zur waal eines römischen /168'/ königs und kunfftigen succedirenden keisers zuschreitten etc., darauf der churfurst zu Meinz auß tragendem erz cantzler ampt vor ein notturfft bedacht, numehr es auch seines theilß nicht lenger aufzuziehen, sondern die citationes an alle churfursten vermuge der gulden bulla ausgehen zulassen, wie er denn auch gleichsfalß die citation an kfl. Gn. zu Brandemburgk untter seinem (Meintzs) grossem anhanden insiegell hette verferttigen lassen, die sie, die gesantten, von wegen und auf befehl ires herrn seiner kfl. Gn. hiemit wolten insinuiret unnd daneben undertheniglich gebeten haben, sein kfl. Gn. wolten solche citation gnedigst Švon inen annehmen etc. Und versege sich Meinz, kfl. Gn. wurde sich zufolge solcher citation nach gestalt der sachen aller gebur erzeigen etc. etc. etc.

    In solcher rehde und uberantwortung der citation hatt der her cantzler doctor Lampertus Distelmeyer die zu seinen handen genommen. Und nach beschehenem beseitstritt haben sein kfl. Gn. durch gedachten iren /169/ canzler doctor Distelmeyern den meinzischen gesantten hinwidder anzeigen lassen: Sein kfl. Gn. thetten sich kegen dem erzbischoffen und churfursten zu Meinz des freundtlichen zuentbietens freundlich bedancken, mit begern, ime hinwidder seiner kfl. Gn. freundtschafft sampt was sie mehr liebs und guts vermugen zuvormelden. Und soviel die heuptsache anlangete, wusten sich sein kfl. Gn. freundlich zuerinnern (mit weitleufftiger widderholung etc.), was allenthalben bißhero darinne ergangen, schrifftlich und mundtlich tractiret, auch lezlich die churfursten semptlich und der churfurstliche pfalzische gesantter pfalzgraf Ludewig etc. und seine zugeordentten, in betrachtung, das es des Heiligen Reichs zu deßen wolfart, aufnehmen und gedey etc. und dann zu verhutung kunfftiger gefahr und unruhe etc. höchste notturfft erforderte, einhelligk dahin geschlossen, bei leben der izigen ksl. Mt. zu der waal eines römischen königs unnd kunfftigen succedirenden keisers etc. zuschreitten etc. Weil nu demnach Meinz seiner kfl. Gn. die citation uberschickte, darinne /169'/ auch der tagk zur waal eines römischen königs etc. bestimmet, so woltenn seine kfl. Gn. solche citation hiemit angenommen haben, mit erbietung, sich uf den bestimpten tagk dero zu folge vermittelst göttlicher verleihung personlich einzustellen und neben den andern iren mitchurfursten unnd pfalzischen gesantten etc. weiter helffen bedencken und fortsezen, was sich nach gelegenheit und zu beforderung des Heiligen Reichs reputation, ehr, wolfart, auffnehmen und gedey etc. geburet und die notturfft erfordert etc. etc.

    Darauf doctor Philip Wulff weiter angefangen, weil sein kfl. Gn. die citation angenommen und sich erbotten, derselben nachzukommen etc., so hatt er den notarien, so mit kegenwertig gewesen, angeruffen, die[ses], was sich also verlauffen, an sein kfl. Gn. gelanget und sie sich darauf gnediglich erbotten etc., zu instrumentiren etc. Und weil ime darzu etliche zeugen von nöten sein wurden, so wolte man sein kfl. Gn. gebeten haben, das sie gnediglich wolten geschehen lassen und zufrieden sein, wenn der notarius etliche von den umbstendern alß seiner kfl. Gn. vornehmen /170/ rethen, so solchs mit angesehen unnd angehöret, zu gezeugen erfordern wurde, das dieselben auf sein erfordern sich in deme oder darzu unweigerlich gebrauchen lassen möchten etc. Darauf sein kfl. Gn. durch den canzler hinwidder lassen anzeigen, das seiner kfl. Gn. solchs nicht zukegen, sondern es möchte der notarius von seiner kfl. Gn. rethen und dienern darzu erfordern, wen und wieviel er dero haben wolte etc. Haben die meinzischen iren abschiedt genommen und seindt widder davon gegangen.

    Auf anregen und bitten erwentes notarien hatt man ime den folgenden tagk nachgesezte personen verzeichent zukommen lassen, alß nemblich: 1) der herr Šmeister graff Mertten von Honstein, herr zu Vierrahden etc.; 2) Geörgen von Blanckenburgk; 3) Geörge von Ribbecke, hoffmarschalck; 4) doctor Lampertus Distelmeyer, canzler; 5) Dittloff von Wintterfeldt etc.

    « Nr. 12 Oktober 24, Montag »

    Übergabe der ksl. Propositionen an die Kff. Audienz Pfgf. Georg Johanns I. von Pfalz-Veldenz bei den Kff. und Übergabe seiner Supplikation. Übergabe der Wahlkapitulation an Kg. Rudolf II. von Böhmen.

    /170'/ (Vormittag, zwischen 8 und 9 Uhr) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig nach einer Audienz beim Ks. a; ab 9 Uhr auch Kg. Rudolf II. von Böhmen.

    b -Hatt pfalzgraff Geörge Hanß etc. denselbigen1 seine beschwerungen von wegen der vielfaltigen durchzuge der krigsleute etc. und sonsten etc. geklaget und untter anderm umb czolßbegnadung gebeten, welche seine notturfft er weiter in eine schrifft2 verfasset und ubergeben–b .\

    ŠDarnach, ungeferlich umb 9 uhr, ist erzherzogk Rudolph, könig zu Ungern und Behemb etc., auch in churfursten rath kommen etc.3 Session: 1) Erstlich Pfalz zur rechten handt, nechst deme 2) der könig, darnach 3) Meinz, 4) Cöln, 5) Trier, 6) Sachssen und 7) Brandenburgk zuletztc.

    Mainzer Kanzler: Nachdeme auf der ksl. Mt. gnedigsts begeren er, Meinz, alß erzcanzler die churfursten vermuge einer sonderlich churfurstlichen verein4 verschrieben und sich dahin freundlich verglichen, in der person alhier /171/ zu Regenspurgk zuerscheinen, wie sie auch mehrer theil zur stet und pfalzgraf Friedrich, churfurst, seine botschafft anher verordnet etc., und die ksl. Mt. neben andern des Reichs obligen den churfursten gnedigst proponiren lassen, von der kunfftigen administration des Reichs etc. zuhandeln und zuratschlagen etc., da denn die churfursten und pfalzische gesantten dahin geschlossen, auf der ksl. Mt. gnedigs begern und väterlichs wolmeinlichs bedencken, im nahmen Gottes zu der election und waal eines römischen königs und kunfftigen succedirenden keisers zuschreitten, wie sie auch solchs irer Mt. underthenigst hinwidderumb berichtet und ire Mt. sichs gar gnedigst gefallen lassen, so hette darauf Meinz nicht untterlassen, die churfursten, auch den könig zu Behemb Šetc. zur waal zuerfordern, wie auch die schrifftliche citationes5 inen uberreichet etc.6 Weil denn auch ein alt herkommen, das die churfursten sich vor der waal etc. einer capittulation zuvorgleichen, so hetten sie davon auch gerehdet und tractiret und eine nottell der capittulation, wie [sie] der kunfftige erwelete römische könig schweren und einen leiblichen eidt thun solte, begreiffen lassen7, welche der kgl. W. zu Behemb itzo auch solte uberreichet werden.

    Darauf ist sie8 der kgl. W. uberantwortet worden etc.d

    /171'/ Nach geschehenem beseittritt hatt die kgl. W. durch derselben behemischen canzler doctor Johann Hegemullern anzeigen lassen: Ire kgl. W. hetten gehöret, was derselben von den churfursten angezeigt etc.; wollen die schrifft (capittulation) freundlich annehmen, mit bitte, irer kgl. W. darzu zeit zugeben dieselbe zuubersehen. Alßdann zu der churfursten gelegenheit wollen ire kgl. W. sich widder gestellen und darauf geburliche und freundliche antwort thun, das sie freundlichs gefallen daran haben sollen.

    e -Darnach seindt die hern widderumb außm rath gezogen–e .\

    « Nr. 13 Oktober 25, Dienstag »

    Vormittag: Zustimmung Kg. Rudolfs II. von Böhmen zur Wahlkapitulation. Verlesung von drei am Vortag übergebenen ksl. Propositionen. Bewilligung des RT und der Gesandtschaft nach Polen. Nachmittag: Beratung der kfl. Räte über die dritte ksl. Proposition betreffend Florenz, Genua und die Niederlande; Zustimmung zur Vorgehensweise des Ks. Verlesung der Supplikation der wendischen Städte an die Kff.

    Š /172/ (Vormittag, zwischen 7 und 8 Uhr) [Rathaus]. Kff. und Pfgf. Ludwig, ab 8 Uhr Kg. Rudolf II. von Böhmen. Hatt ein jeder seine stelle wie gestern eingenommen und gehaltena.

    Böhmen (Dr. Hegenmüller): Ire kgl. W. hetten gestern gehöret, was ir die churfursten durch den meinzischen canzler furhalten lassen. So hetten sie sich auch auß dem concept der capittulation1 ersehen und weil ire kgl. W. befunden, das die churfursten des Heiligen Reichs notturfft gar wol darinne bedacht, auch es den vorigen handlungen gemeß etc., so wu[ßten] ire kgl. W. darinne nichts zuvorbessern. Liessens derhalben dabei bleiben. Unnd was sie auch izo oder kunfftigk dem Heiligen Reich zu nuz und wolfart bedencken und thun köntten, darzu wolten ire kgl. W. sich erbotten haben und willigk erfunden werden etc.

    b -Nach diesem anbringen ist ire kgl. W. stracks aufgestanden, von den Kff. irn abschiedt genommen und widderumb vom rathause gezogen. Die churfursten aber seindt im rat blieben–b

    /172'/ Mainzer Kanzler: Nachdeme die ksl. Mt. drey propositiones in schrifften verfasset ubergeben lassen, davon im churfursten rath tractiret werden solle etc., alß die erste den turcken unnd Ungern etc. und anstellung eines Reichs tags etc.2, die ander die schickung in Polen und beforderung irer ksl. Mt. sohns erzherzogk Ernsten zur cron Polen etc.3, die dritte die florentinische, item genueserische und nidderlendische sachen belangende etc.4, welche schrifften man gestern hette abschreiben lassen, so stellet er zu irem gefallen, ob sie izo davon rehden und tractiren wollen.

    Verlesungc der Proposition Ks. Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines RT 5.

    Š /173/ [Umfrage.] Trier: Hette nicht allein izo angehöret und vernommen, was abgelesen, sondern wuste auch, was gestern die ksl. Mt. selbst personlichen angezeigt und an die churfursten gelanget6, nemblich erzellet die grosse gefahr in Ungern des turcken halben, dahero sich das Reich nichts weniger zubesorgen, und wie in zeiten davor zusein und darzu zuthun, dem Heiligen Reich kunfftige besorgliche gefahr abzuwenden etc. Nu köntte er nach des feindes gelegenheit und umbstende wol erachten, das es leider also gelegen, wie denn auch besorglich, der turcke auß denen vorteilen, so er die zeit hero gesucht und gebraucht, sich weiter etwas zuuntterstehen und ins werck zusezen schwerlich untterlassen wurde. Derwegen achtet er, das dennoch der ksl. Mt. gnedigste anzeige und suchen aller dinge nicht zuvorachten noch hindannzusezen. So weiß er sich auch zuerinnern, was die ksl. Mt. desfalß auch hiebevorn insonderheit an ihn gelanget und auch zum theil albereit zuvor desfalß irer ksl. Mt. des reichstags halben bewilligt worden7. Tregt derwegen also die vorsorge, do es irer Mt. mit bewilligung eines reichstages solte abgeschlagen werden, dz es irer Mt. nicht wenig verdrißlich /173'/ und widderlich sein wurde. Doch wil er es uf einen oder den andern wegk nicht disputiren, sondern es in der andern bedencken gestellet haben, und do sie es dahin erwegen, das es irer Mt. nicht abzuschlagen, so wil er sich auch gern mit inen hirinnen freundlich vergleichen.

    Köln: Hatt auch der ksl. Mt. anbringen und suchen vernommen, könne wol gleuben und achten, das es leider die not unnd gefar, wie angezogen, hette und was weiter vor gefahr und unheil zubesorgen. Weil er sich denn auch weiß zuerinnern, das albereit zuvor zum theil gewilligt nicht allein dieser, sondern auch anderer hochangelegenen sachen halben einen reichstagk auszuschreiben, so wil ers gleichsfalß auch nicht disputiren, sondern stellets gleicher gestalt auch in der andern bedencken, wil mit ihnen gern hirinnen einig sein und sich vergleichen etc.

    /174/ Pfalz: Hatt mit betrubtem gemute vernommen, das es leider die gefahr und gelegenheit mit dem turcken hatt. Tregt derhalben besonderes mitleiden und wil hoffen, unser herr Gott wirdts mit gnaden wenden und zu allem besten schicken. Und weil er denn vermerckt, dz izo von der ksl. Mt. gesucht, dieser des turcken und anderer sachen halben einen gemeinen reichstagk auszuschreiben, er auch berichtet, das albereit auch zuvor zu Speyer irer Mt. zu außschreibung eines reichstages bewilligung geschehen, so achtet er es dafur, das es nach gestalt und gelegenheit der sachen irer Mt. nicht abzuschlagen. Wil auch nicht hoffen, das es seinem hern vattern pfalzgraff Fridrichen churfursten etc. werde Šzuwiddern sein, derhalben er erböttigk, wes oder wohin sich desfalß die andern churfursten vergleichen werden, sich davon nicht abzusondern, sondern mit inen freundlich gerne einig zusein etc.

    /174'/ Sachsen: Hatt auch gehöret das anbringen unnd wie die sachen, sonderlich des turcken halben, gewandt, vernimpt solchs mit schmerzen etc., hoffet doch, unser herr Gott wirdts mit gnaden wenden etc. Weil er denn verstanden, was die ksl. Mt. etc. gnedigst gesucht, alß der churfursten bewilligung zu außschreibung eines gemeinen Reichs tages, er auch selbst achtet, dz ane gemeiner Reichs stende wenig zu den sachen zuthun, irer Mt. auch hiebevorn bewilligung zu außschreibung eines reichstages geschehen, und er auch izo auß den vorgehenden votis vernommen, das man nachmaln darzu geneigt, so ist er seines theilß desfalß auch wol zufrieden. Wohin man sich vergleichet, wil er gern mit einig sein etc.

    Brandenburg: Sein kfl. Gn. hetten gestern neben den andern gehöret, was die ksl. Mt. selbst personlich inen bemelter sachen des turcken halben etc. anbracht, auch in schrifften ubergeben, und ire Mt. vor gut angesehen, einen reichstagk auszuschreiben. Weil es denn die beschwerliche gelegenheit /175/ hatt, und der turckische wascha sich zu irer Mt. nötiget und ferner gefahr zubesorgen, auch andere sachen vorhanden, sonderlich der bedrangten Liefflande halben etc.8, und sein kfl. Gn. vernommen, das die andern churfursten und Pfalz in vorgehenden iren votis zu einem gemeinen reichstage schliessen, so wollen sein kfl. Gn. etc. sich auch hirinne nicht absondern, sondern mit inen gern einig sein und sich freundlich vergleichen etc.

    Mainzer Kanzler: Hatt vernommen, was die churfursten auf der ksl. Mt. proposition in sachen den turcken und bewilligung eines Reichs tages belangende sich erkleret. Weil er denn befindet, dz sie dahin schliessen, irer Mt. in deme zuwilfaren, so ist er desfalß mit inen auch einig.

    Mainzer Kanzler proponiert: Weil auch ire Mt. etwas die schickung in Polen und beforderung irer Mt. sohnes erzherzogk Ernsten, dz er uf izigen angestelten polnischen waaltage zu einem könige in Polen möchte erwelet werden etc.9, ubergeben, so stellet er in bedencken, ob mans wolle hören ablesen und darauf auch ratschlagen etc.

    Beschluss: Verlesung der Proposition Ks. Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen10 d -Nach der ablesung haben sich die churfursten darauf personlich mit einander underrehdet und zur schickung in Polen geschlossen etc.–d 

    Š /175'/ Verlesung der Proposition Ks. Maximilians II. zu Florenz, Genua und den Niederlanden11. Ende der Sitzung.

    (Nachmittag, 2 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte.

    Mainzer Kanzler proponiert: Was die ksl. Mt. zum dritten proponiren lassen, hetten sie vor mittage hören ablesen. Weil dann die churfursten sie, die rethe, hiehero zur beratschlagung verordnet, so wolte man davon rehden etc., was der ksl. Mt. darauf hinwidder einzubringen sein solte etc.

    [Umfrage.] Trier: e -Hetten der ksl. Mt. anbringen verstanden–e . Was die florentinische inaugurationsache anlangt etc.12, wie wol ire gnedigster herr, der churfurst zu Trier, sich bedencken liesse, dz in deme wercke etwas zu weit geschritten, auch wuste, was zu Speyer anno 70 /176/ darinne bedacht, dz ire Mt. die belehnung und tittell dergestalt nicht einzugehen etc., und der babstf darinne allerlei bericht gethan etc., der herzogk zu Florenz auch noch darauf beruhete, den tittell also zu furen etc. etc.13, so erachtet er doch dafur, das es numehr bei der ksl. Mt. bedencken bleibe etc., alß dz ime der tittell Šgelassen und gegeben, und er den ordentlich bei irer Mt. und dem Reiche suche und außbringe, „großherzogk zu Florenz etc.“, aber nicht „Hetrurien“ oder „Tuscana“, auch ane cron, scepter und den tittell „Serenissimi“ etc. und dz auch solche erhebung des tittelß der ksl. Mt. und dem Reich, auch der kgl. W. zu Hispania und andern etc. etc. ane nachteil sei etc. etc.

    Köln: Cöln weiß auch, wz anno 70 zu Speyer und seidthero berurter florentinischen sachen halben vorgelauffen und von der ksl. Mt. gesucht etc., aber sich erkleret, dz es biß uf personliche zusammenkunfft und beratschlagung der churfursten einzustellen. Nu achtet Cöln, dz wol am besten, dz es bei deme geblieben were, wie es keiser Karl reguliret etc.g,14 Weil es aber uber zuvorsicht also ergangen und er vom babst also erhöhet worden, so stellet ers auch dahin und achtet gleichergestalt, das es bei der ksl. Mt. bedencken billich bleibe etc. /176'/ Die genueserische und nidderlendische unruhen anlangende15, achtet er, dz irer Mt., dz sie sich darinne so weit bemuhet etc., dancksagunge zuthun und zubitten, ferner gnedigsten fleiß anzuwenden, dz frieden gemachet und solche unruhe gestillet werde, damit man auch soviel besser die gelegenheiten widder den turcken anstellen möge etc. Pfalz: Churfurst Pfalz hette der ksl. Mt. vor der zeit in solcher florentinischen sache sein bedencken eröfnet16, und achtet pfalzgraf Ludewig und seine zugeordenten rathe dafur, sein her vater wurde sowol alß sie des mit einig sein, das es bei der ksl. Mt. bedencken bleibe und dem florentiner alleine der tittell „großherzogk“ ane scepter, cron und „Serenissimi“ etc. gegönne[t] und gegeben werde. Halten daneben auch dafur, das solch der ksl. Mt. bedencken alß ein decret ergienge und an alle stende gelanget wurde, ime, dem florentiner, keinen mehrern tittel alß wie gemelt zugeben und zuschreiben. Den andern punct anlangent, weil die ksl. Mt. albereit gen Genua geschickt und liessen zum frieden handeln17, liesse mans dabei beruhen. Und bedencken sonsten, ob nicht gut, /177/ das man ein heupt in Italia ordnete, so die sachen des orts dem Reiche zu gute in acht hette, wie denn zuvor auch gewesen, dz die keiser in Italia auch ire residenz gehabt. Stellet doch diß in der andern bedencken. Sonst, weil wie gemelt die genueserische sache sowol auch die nidderlendische Šetc. uf bericht stünden, so were solches berichts und relation, was an einem und dem andern orte guts ausgerichtet, zuerwarten. Doch, wie von Cöln angezogen, were irer Mt. izo danck dafur zusagen, das sie uf wege also gedechten, damit die kriege und empörungen zu Genua und in Nidderlanden gestillet und in ruhe gebracht wurden etc., mit bitte, solchs zubeharrenn etc. Dann wenn man in Ungern mit dem turcken bestendigk kriegen wolte, so were vor allen dingen gut, die innerlichen und benachbarten kriege und unruhen zu stillen. One dz wolte es ein vergeblich ding sein etc. Zu deme wurde es auch sonderlich dem Heiligen Reich zu aufnehmen unnd gutem kommen, denn die commertien wurden widderumb geöfnet und soviel mehr befordert, die underthanen widder zum handel, wandel und aufnehmen kommen, auch dz ir viel im Reich also /177'/ dz ire widder zuerlangen, da wol nu eine gut zeit hero in die zwanzigk milion in Franckreich und die Nidderlande geliehen. Wenn die also widder ins Reich kemmen und die leute bezalet wurden, so köntte mans soviel mehr dem Reich und gemeiner christenheit zu gute widder den turcken zugebrauchen mechtigk werden etc.h Doch stellen solchs alles in der andern weiter bedencken etc.

    Sachsen: Was den punct die schickunge in Polen anlangete, weil die churfursten sich davon selbst personlich untterrehdet und verglichen, so liessen sie es dabei bleiben. Soviel aber die florentinische sache betreffe, wuste Sachssen auch, was zu Speyer desfalß zum theil vorgelauffen, auch seithero schrifftlich von irer Mt. gesucht worden und er darauf geanwortet etc. Hetten es heuten dahin verstanden, dz die ksl. Mt. vast gleichmessige vorschlege gethan etc. Nu helt ers, gleichergestalt wie Trier, Cöln und Pfalz sich erkleret, dafur, das dabei wie ire Mt. bedacht bleibe /178/ und dz auch derwegen insonderheit an den babst geschrieben, ime allerlei zu gemut gefuret und daneben gesucht werde, solche newerung und ungebur mit dem florentiner widderumb abzuschaffen etc. Im fall, es nu darauf nachmaln nicht erfolgete, dz alßdann ime alleine der tittell „großfurst“ oder „großherzogk zu Florenz“, doch ane scepter, crone und den tittell „Serenissimi“ und „Hetrurie“ oder „Toscana“ etc. gelassen und gegeben, und solchs auch ins Reich mandiret wurde, wie er zu tituliren, zu salutiren und ime zuschreiben etc. Die andern beide punct, Genua und die Nidderlande anlangende, vermerckt er die proposition dahin, das es nur irer Mt. anzeige und bericht were, wie weit sie es in denen sachen bißhero gebracht und befordert. Achtet auch, dz irer Mt. dafur underthenigst danck zu sagen, des verhoffens, wenn von der kgl. W. zu Hispania gute resolution einkeme, ire Mt. wurden ferner an irem muglichen fleiß nichts erwinden lassen, damit solche kriege und unruhen vollents gestillet und friede unnd einigkeit gemachet und angerichtet werde etc. /178'/ Brandenburg: Was den herzogen zu Florenz belangete, befunden kfl. Gn., dz die ksl. Mt. den sachen gar vernunfftigk unnd wol nach gedacht etc. Šetc. Und lassen sich derwegen nicht weniger gefallen, dz dem herzogen der tittell „grosfurst“ gelassen, doch ane scepter, crone und anders, wie obgemelt etc., und es also bei irer Mt. bedencken bleibe etc. Die andern beiden punct hette man, wie Sachssen, verstanden, dz es allein ein anzeige were, wie weit man kommen etc., dafur irer Mt. danckzusagen und zubitten, wie von den andern weiter bedacht etc. Und weil es auf weiterm bericht stunde, so wolte man deßen gewartten.

    Mainzer Kanzleri: Hetten gehöret, was die rethe in der florentinischen sache votiret und geschlossen. Nu helt Meinz auch dafur, weil keiser Karl den alten herzogen zu Florenz18 also erhöhet und ihn zum herzogen gemachet, dz ime, dem izigen herzogen19, nicht geburet, solche fernere tittell und dignitet bei frembden /179/ als bei dem babste, sondern viel mehr bei der ksl. Mt. und dem Reiche zusuchen und auszubringen, derhalben er unrecht und dem Reich zur verkleinerung und verachtung daran gethan etc. Lests derwegen auch bei der ksl. Mt. bedencken bleiben wie die andern dahin geschlossen. Auf die andern beiden punct, Genua und die Nidderlande betreffende, were er auch der meynung, dz irer Mt. fleiß in deme zuloben, ir dafur danckzusagen und zubitten, dz sich ire Mt. die sachen zum frieden zubefordern weiter wolten angelegen sein lassen etc.

    Verlesung der Supplikation der wendischen Städtej ,20. Darauf die rethe geschlossen, solchs iren herrn einzubringen. Ende der Sitzung.

    « Nr. 14 Oktober 26, Mittwoch »

    Vormittag: Verlesung des ksl. Vortrags zur Gesandtschaft nach Moskau. Bewilligung der Gesandtschaft; Übernahme der Kosten nach Möglichkeit durch die supplizierenden wendischen Städte; Hinzuziehung ksl. Räte bei der ŠBeratung der Instruktion. Verlesung der kfl. Resolution zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines RT. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Beratung der kfl. Resolutionen zur Gesandtschaft nach Moskau und zu Florenz, Genua und den Niederlanden.

    /179'/ (Vormittag, zwischen 7 und 8 Uhr) Rathaus. Kff. und Pfgf. Ludwig. Sitzordnung wie zuvor, jedoch Trierer Archidiakon Wilhelm Quadt von Landskron anstelle des Kf. von Trier.

    Mainzer Kanzler proponiert: Nachdeme gestern in zusammenkunfft der rethe verlesen worden, was die sechß wendische stedte des muscobiters unruhe und der bedrangeten Liefflande halben supplicando eingewandt1, und die ksl. Mt. derselben sache und des muscobiters halben auch etwas ubergeben lassen, so stellet ers in der herrn bedencken, ob mans izo weiter wolte hören ablesen und alßdenn davon rehden etc.

    Verlesung des Vortrags Ks. Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskaua,2 . /180/ [1. Umfrage.] Trier (Kanzler): Hette gestern gehöret, wz von wegen der sechß wendischen stedte verlesen, auch izo vernommen, was desfalß die ksl. Mt. ubergeben. Nu wuste er und hette zuvor angezeigt, was zuvor uf etlichen tägen3 der liefflendischen sachen halben vorgelauffen und tractiret und dz es ein hoch nötigk werck, sich der Lieflande anzunehmen. Achtet noch, dz es vortreglich, nuze und gut, uf mittel und wege zugedecken, damit den beschwerungen so viel muglich abgehulffen werde, wie er denn der ksl. Mt. bedencken und erbieten dahin gerichtet vermerckte, mit erbieten, was auch Trier dabei raten und thun köntte, dasselbige nach allem vermugen zuthun. So were auch hiebevorn zu Speyer beschlossen worden, dz man eine ansehenliche schickunge in die Muscow thun wolte4, das auch der unkosten auß dem vorrat des cammergerichts genommen oder sonst eine gemeine contribution darzu angestellet werden solte; waran aber der mangell, das es verblieben, köntte er nicht wissen. /180'/ Achtet noch, dz es gut und vortreglich, die Šschickunge in die Muscow zuthun und dz der unkosten durch eine gemeine anlage aufgebracht oder es uf des Reichs gemeinen kosten geschehe. Helt sonst nicht vor unratsam, dz es dabei bleibe wie zu Speyer beschlossen. Oder wil man uf ein newes davon ratschlagen, wie es anzustellen, stellet er auch dahin. Wil sich mit den andern gerne vergleichen unnd sich davon nicht außschliessen.

    Köln: Hatt sich auch berichten lassen, was gestern wegen der sechß wendischen stedte vorgebracht, auch izo gehöret, wz die ksl. Mt. derhalben ubergeben. Weiß, was etliche jar hero derhalben vorgelauffen und auf reichstägen und sonsten davon gerehdet, was auch sonderlich desfalß zu Speyer geschlossen worden. Achtet ane not, solchs nach der lenge zuerzelen. b -Ob man sich auch wol zu Speyer der aufbringung des unkostens halben vergleichen wollen, wie denn die andern stende es uf vergleichung der churfursten gestellet, so hette doch hernacher, wie man zum werck greiffen wollen, weil es geltsachen, niemand dran gewolt oder imandts gerne gelt wollen ausgeben, daruber es also bißhero blieben stecken. Und achtet auch vor nötigk unnd gut, dz mans etwa uf gute wege richte und die schickunge vor sich gehen lasse. Wohin man sich derwegen auch nachmaln vergleichen wirdt, wil er gerne mit einig sein etc. etc.–b\

    /181/ Pfalz: Hatt vernommen, was gestern unnd heuten des muscobiters halben vorgelauffen. Ist auch berichtet, was desfalß zu Franckfurt und Mulhausen tractiret5. Nu weiß er seines herrn vatern gemute dahin gerichtet, was einmal geschlossen, dz er sich davon nicht absondern wirdt. Ist derwegen also an stat seines hern vatern der schickunge in die Muscow mit einig und lests Šbei gemeinem beschluß bleiben. Was die aufbringung des unkostens anlanget, wuste er nicht, wie es zuvorgleichen. Achtet sonsten, do die izo supplicirende stedte, auch andere, so dem Reich nicht contribuiren, dahin zuvormugen, solchen unkosten uf sich alleine zunehmen und zutragen, das es am besten. Oder, weil es ein gemeine werck, dz es uf ein reichstagk verschoben wurde. Dieweil auch sonderlich albereit die ksl. Mt. eine vorschickung an den muscowiter gethan6, demselben zuvormelden, das ire Mt. eine ansehenliche schickunge an inen vor hetten, so achtet er, dz es vor allen dingen ins werck zu sezen und numehr nicht zuuntterlassen, doch obs nicht zuvorschieben biß uf einen gemeinen reichstagk, da kontte alßdann soviel besser nach aller notturfft davon geratschlaget und bedacht werden, wie ufs schicklichste anzustellen etc. etc.

    /181'/ Sachsen: Lest sich das noch gefallen, was zuvor vor nuzlich und gut geschlossen. Weiß sich auch zuerinnern, was sonderlich zu Mulhausen aufbringung des unkostens halben alß ein zwanzigk biß in 30.000 fl. etc. geschlossen; waran aber der mangel, dz es verblieben, köntte er nicht wissen. Weil dann die höchste notturfft erfordert, sich der hochbeschwerten und bedrangeten Liefflande anzunehmen und die sachen uf vortregliche mittel und wege zurichten, so lest er sich nicht weniger gefallen, dz nachmaln die schickung an den muscowiter förderlich fur sich gehe und dz man auch der aufbringung des unkostens halben ferner uf wege gedenckec. Do sonderlich auch der unkosten auß des cammergerichts vorrath oder sonsten nicht aufzubringen, so lest er sich Pfalzs bedencken auch nicht ubel gefallen, das man mit den ansehe stedten handele, denselben unkosten uf sich zunehmen und zu tragen, weil inen die sache vast am meisten angehe etc. Were es denn uf den wegk bei inen nicht zuerhalten, so köntte man es dahin versuchen und sie zubehandeln /182/ fleiß haben, das sie irer Mt. zu solcher behuef eine summa geldes vorstreckten, welchs sie hernacher pro rata abzukurzen etc. etc. Do derer wege keiner zuerhalten, so stellet ers in ferner bedencken, wie im sonsten zuthun. Sonsten, weil der feindt nicht zuvorachten, der auch seinen fueß weiter herein setzen mochte, und dann Šauch zuvor zu Speyer albereit von solcher schickung geschlossen, so achtet er nachmaln, das es billich dabei bleibe und die schickunge ansehenlich mit dem ehisten ins werck gesezt werde und man des unkostens halben uf wege gedencke, wie man immer kan und magk, und es derwegen nicht zurucke gehen lasse etc. Helt daneben auch dafur, weil die ksl. Mt. diese sache proponiren lassen, und irer Mt. die sachen am besten bewust, das bei irer Mt. underthenigst zusuchen und zubitten, durch dero rethe eine instruction der notturfft nach verfassen zulassen. Do denn auch von nöten, das etliche der churfursten rethe mit dabei weren, so köntte mans auch thun etc. /182'/ Und weil diß ein hochnötigk werck und auch zuvor der ksl. Mt. die instruction heimgestellet wered, und man sich der hochbetrubten lande billich annehme, so zweiffelt er nicht, die andern werdens soviel mehr uf beste wege mit bedencken helffen. Wil sich mit inen gern weiter vergleichen etc.

    Brandenburg: Sein kfl. Gn. haben verstanden, was gestern und heuten der liefflendischen bedrangknußen halben proponiret. Wissen auch, was die ksl. Mt. an die churfursten derhalben hiebevorn gelanget, mitlerweil den sachen nachzudencken; daneben auß den izigen votis vernommen, was zuvor uf Reichs- und deputationstägen desfalß tractiret, auch sonderlich zu Mulhausen des unkostens halben vorgelauffen. Nu were leider iren kfl. Gn. die hochbeschwerliche bedrangnus derselben lande auch unvorborgen, darzu das der muscowiter wol in die dreissigk meilen, wie man schriebe, eingenommen haben solle, /183/ und Riga und Refell noch hochbeschweret und bedrenget weren und ferner gefar etc. e -Wo deme nicht in zeiten vorgedacht werde, [wäre] wol zubesorgen–e . Derwegen sein kfl. Gn. nicht weniger hoch von nöten sein erachten, uf wege zugedencken, wie dem feinde in zeiten abzubrechen und den sachen zuthun etc., denn wenn er der Ostsehe solte mechtigk werden, wurde sich das Reich allerlei gefahr zubesorgen haben mussen etc. Weil es nu dahin bedacht, den muscowitter durch schickung zubesuchen, so lassen sichs sein kfl. Gn. ires theilß auch ganz wol gefallen. Achten auch der sachen gelegenheit nach hochvonnöten und hochzurathen sein, das solche bedachte schickung ansehenlich und je ehe und besser ins werck gesezt und je nu nicht untterlassen werde, sonderlich weil die ksl. Mt. den muscowiter albereit zuvor solcher vorhabenden schickung berichtet7, und do die nu verbleiben solte, solchs nicht alleine dem Reich schedlich und hoch nachteilig sein, sondern es auch bei ime ein selzam ansehen haben wurde, warumb es verbliebe etc. /183'/ Was den unkosten betrifft, weil vo[n] den andern stenden die vergleichung uf die churfursten gestellet, so halten sein kfl. Gn. dafur, das man sich je wol des leicht vergleichen köntte, doch lassen sich sein kfl. Gn. auch nicht ubel gefallen, das man, wie von Pfalz vorgeschlagen, Šmit den gesantten der sehestedte8 rehde und es mit inen etwa dahin behandele, entweder den unkosten auf sich zunehmen und denselben alleine zutragen oder aber die außlage zuthun und folgigk die bezalunge auß des Reichs contribution zugewartten, oder es von dem iren, wenn ufm nechsten reichstage von der Reichs anlage geschlossen, inne zubehalten und zu kurzen. So bedencken auch sein kfl. Gn. sonderlich, das nicht böse, die schickung desto ansehenlicher zuthun, damit es bei dem muscowiter soviel mehr ansehens habe etc. f -Und das auch die soviel ehe und izo bei wintters geschehe, so wurde er sich erkleren, und man sich soviel mehr darnach zurichten haben–f . Die instruction anlangent, lassen sich /184/ sein kfl. Gn. auch ganz wol gefallen, das man dieselbe der ksl. Mt. heimstelle, auch rethe darzu ordne, die es iren herrn widder einbringen, und alßdann mit gemeinem rath dieselbe geschlossen werde etc. etc.

    Mainzer Kanzler: Hatt gehöret, was gestern und heuten proponiret und die andern sich in iren votis vernehmen lasseng. Erinnert sich daneben, was desfalß zu Speyer, Franckfurt und Mulhausen vorgelauffen, da er denn achtet, das es billich dabei bleibe, wie es zu Speyer geschlossen worden. Sonsten aber hatt er der ksl. Mt. anbringen und der andern votis uf funff punct eingenommen: 1. Erstlich, wie und welchergestalt die Liefflande bei dem Reich zuerhalten. 2. Zum andern, das die schickung an den muscowiter zuthun etc. 3. Zum dritten, wie und welchermassen ein bestendiger frieden mit dem muscowiter zutreffen. /184'/ 4. Zum vierden, wo der unkosten zunehmen. 5. Zum funfften, was weiter angehenget bei den ansehe stetten des unkostens halben zusuchen.

    1. Auf den ersten punct ist ime die not und hohe bedrangnus der Liefflande auch gutermassen bewusth. Weil dann dem Reich viel daran gelegen, Liefflandt dabei zuerhalten, so were hoch von nöten, sich derselben anzunehmen und entlich uf wege zugedencken, wie im zuthun etc. 2. Achtet sonst selbst auch nicht vor unratsam, die schickung zuthun und dieselbe ansehenlich; und sonsten wie davon gerehdet. 3. Das die ksl. Mt. zuersuchenn, durch ire rethe neben der churfursten zugeordenten sich der instruction uf gewisse maß zuvorgleichen, hette er von Sachssen und Brandemburgk gehöret. Weil aber die andern sich davon nichts erkleret, so wil er des noch gewartten und sich alßdann mit inen semptlich gerne vergleichen. 4. Den punct des unkostens anlangent, weiß er sich auch zuerinnern, was zuvor desfalß vorgelauffen. Und were /185/ der mangel, das es also stecken blieben, vornemblich an deme gewesen, das man den unkosten uf die ksl. Mt. schieben oder legen wollen, welchs aber irer Mt. Šnicht gelegen gewesen were etc. etc. 5. i -Auf den funfften punct were es wol ein wegk, wie vorgeschlagen, die ansehe stedte zur außlage zuvormugen und das sie es auß der Reichs contribution widderumb zugewartten haben soltenn. Dieweil man aber alhier in der enge davon nicht schliessen köntte, was uf gemeiner Reichs stende bewilligung stunde (alß der contribution halben etc.), so wuste er nicht, obs sicher, es uf den wegk mit den stedten vorzunehmen, denn wann hernacher desfalß mangel vorfiele und die contribution nicht erfolgte, so wurde es doch ein vergeben dingk sein, und das werck widderumb zurucke gehen, darumb am besten, eigentlich von unzweiffelichen sachen zurehden und zuschliessen etc.–i Doch stellet ers dahin; wil anhören, was Trier und Cöln desfalß auch votiren werden.

    /185'/ [2. Umfrage.] Trier: Widderholet kurz widderumb, was zuvor ergangen und er izo albereit vor sein bedencken angezeigt. Vermerckt nachmaln der ksl. Mt. gnedigst gutachten9 dahin gerichtet, frembde potentaten umb hulffe widder den turcken zuersuchen, daruntter der muscowiter auch einer, welchs gut unnd nicht zuwidder raten, und beruhet noch darauf, das desfalß die vorstehende schickung in die Muscow nicht zuuntterlassen. Was des unkostens halben von Pfalz, Sachssen und Brandemburgk angezogen, das derselbe uf die ansehe stedte zuschlagen, weil es sie selbst am meisten betreffe und ir vortell und nuz were etc., so ist er desfalß auch mit einig. Oder aber, do es uf den wegk bei inen nicht zuerhalten, es mit inen dahin zubefleissigen, das sie die vorlage auf ein assecuration thetten etc. Und were derwegen die ksl. Mt. zuersuchen, es zu deme ende bei inen, den stedten, zubefordern etc. /186/ Soviel die instruction antrifft, helt er dafur, auch das es eine hohe notturfft, damit nicht zu viel oder zu wenig geschehe, das die ksl. Mt. underthenigst ersucht werde, irer Mt. rethe neben der churfursten rethe zuvorordnen, alle hendel und schrifften, was bißhero mit dem muscowiter tractiret und sonsten darzu gehörigk, vor die handt zunehmen und nach gelegenheit sich daraus der instruction zuvorgleichen und dieselbe zuvorfassen etc. Wil also desfalß und sonsten, was zu gemeinem besten gereicht, mit den andern gerne einig sein etc. etc.

    Köln: Weil es an deme sein wil, das die legation in die Muscow fortzusezen, welchs gut und nicht zuwidder rathen; und was den unkosten anlangt, von Pfalz, Sachssen und Brandenburgk dahin votiret, wie auch lezlich von Trier geschehen, das derselbe uf die stedte zulegen und die zuersuchen, die auslage vor sich oder aber auf ein assecuration zuthun, so ist er desfalß dahin auch mit Šeinig etc. j -Der instruction halben lest er sichs auch mit gefallen, dz man bei der ksl. Mt. suche, dieselbe durch ire und der churfursten rethe verfassen zulassen etc.–j\

    /186'/ Pfalz: Hatt abermaln gehöret, wahin geschlossen, alß das die schickung an den muscowiter nötig, nutz und gut; lests seines theilß auch nachmaln dabei bleiben. Den unkosten anlangent, lest er sichs wie davon gerehdet auch gefallen. Achtet se[lbst], do es durch ksl. Mt. und churfursten bei der stedte gesantten mit ernst gesucht, das es uf einen oder den andern wegk wol zuerhalten, sonderlich aber were uf den ersten wegk etwas hartt zuhalten, weil es sie am meisten treffe und ir nuz und frommen were, das sie den unkosten wolten allei[ne] tragen oder, do je nicht gar, doch den halben oder dritten theil. Denn wann sie alleine ein gering[es], alß jedere stadt etwa ein 4.000 thaler, darzu legen, so were es dennoch ein zimlichs und inen ane sonderliche beschwer oder schaden, sonderlich weil der stedte viel darzu gehören, welchs sie sich auch mit obiger gelegenheit billich nicht zuvorweigern und je etwas thun musten, denn es je dem Reich alleine nicht kontte aufgelegt werden etc.k /187/ Item lest sichs auch gefallen, das man die instruction bei der ksl. Mt. zuvorferttigen suche, wie denn auch irer Mt. albereit hiebevor zu Speyer solchs heimgestellet worden10. l -Were daneben zubedencken, uf was wege zum frieden, alß ob es uf ein friedstandt oder aber uf ein verbundtnus mit dem muscowiter zurichten. Seines theilß bedenkt er, das es uf ein friedstandt zurichten und zusuchen nicht zuraten, weil doch ein jeder friedstandt lezlich ein krieg auf sich hette etc. Die verbundtnus achtet er vor ratsamer, wenn die also mit ime widder den turcken zutreffen und bei ime zuerhalten, welchs denn die zeit geben wurde etc.–l 

    /187'/ Sachsen: Lest sichs noch gefallen, das die schickung ufs schleunigste anzustellen. Des unkostens halben sege er noch wol nicht liebers, denn das das Reich damit köntte verschonet bleiben und es uf die ansehe stedte oder wer es were alleine gelegt wurde, doch ist er mit einig, das mans bei den stedten suche und fleiß habe, obs entweder gar, halb oder der dritte theil bei inen zuerhalten, wiewol er besorget, ire landsfursten wurden sichs beschweren, dz sie also mit zum Reich contribuiren solten; were aber wie gemelt bei inen mit fleiß zusuchen etc. Solte denn bei inen nichts können erhalten werden, so were Šbei inen zusuchen, die ganze vorlage zuthun und das sie sich hernacher uf bewilligung gemeiner Reichs contribution selbst widderumb bezalten und es innebehielten, wie er denn berichtet, das Lubeck alleine ein solchs von dem iren zubezalen etc. Der instruction halben ist er noch einig, /188/ achtet aber sonst, das wol nicht böse, dz man zuvorhero wissen möchte, uf was mittell der muscowiter sich zum frieden einlassen wolte. So köntte soviel besser davon uf gemeinem Reichs tage geratschlaget, gehandelt und geschlossen werden etc. etc.m; doch stellet ers dahin, wie man es am besten bedenckt etc.

    Brandenburgn: Sein kfl. Gn. schliessen noch dahin, das die schickung ehe besser ins werck gesezt werde, weil Riga und Refell sonderlich hoch bedrengt und hefftigk umb rettung und hulffe ansuchten etc. Des unkostens halben were es bei den stedten uf angezogene wege mit fleiß zuvorsuchen etc., daneben aber bedencken sein kfl. Gn., weil Lubeck albereit dem Reich contribuiret11, das dieselben vor den andern soviel mehr in acht zuhaben etc. Besorgen hiebei wol auch, das die andern, so dem Reich nicht contribuiren, des vielleicht auch wurden bedencken haben und iren landsfursten beschwerlich sein, die contribution zum Reich auf sie zulegen. Doch achtens sein /188'/ kfl. Gn. noch, das es mit fleiß bei inen zusuchen und, do es je nicht weiter zubringen, das sie nur die außlage thun wolten und die bezalung von des Reichs contribution (weil doch die vermutlich nicht lange aussen sein wurde, wie denn albereit zum Reichs tage geschlossen) gewartten. Der instruction halben stellen es sein kfl. Gn. noch uf vergleichung, wie albereit genugsam davon gerehdeto. Und achten sein kfl. Gn. daneben dafur, weil sich gleichwol der muscowiter albereit guter verstendtnus kegen der ksl. Mt. erbotten, das es etwa darauf zurichten were, das man den frieden und die verbundtnus widder den turcken mit bestem fleiß und glimpf bei ime suchte und die instruction außfurlich richtete etc. So wurde man darauf sehen und befinden, wie weit und warauf der muscowiter sich einzulassen gemeinet etc., welchs nachmalß uf kunfftigen reichstage mit gemeiner stende rath weiter zutractiren und zuschliessen. Sein kfl. Gn. wollen sich in deme und anderm mit den andern gern vergleichen.

    /189/ Mainzer Kanzler: Hatt gehöret, das die andern der ubrigen punct auch einig, welche er sich auch gleicherstalt gefallen lest, und das die schickung förderlichst geschehe. Des unkostens halben lest er sich auch gefallen, das man es langezogener massen bei den stedten suche und uf die wege zurichten fleiß Šhabe etc., so wol auch, das man es der instruction halben also ins werck seze wie davon gerehdet12 und das man zum bestendigen frieden mit dem muscowiter handele, und das die ubrigen stedte und anders der Liefflande dem Reich bleiben mögen und man es also uf beste wege alß immer muglich richte und bei dem muscowiter suche, wie denn die instruction bestes fleisses kan staffiret werden. Desgleichen auch von wegen der verbundtnus widder den turcken, kan mans auch mit gantzen fleiß und glimpf bei ime suchen und hören, wie er darzu geneigt, welchs alßdann uf eingebrachte relation ufm reichstage weiter zubedencken und zuschliessen etc. Stellets derwegen alles dahin und ist mit den andern einig etc. etc.

    Verlesung der kfl. Resolution zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines RT p,13. Ende der Sitzung.

    /189'/ (Nachmittag, 2 Uhr) Rathaus. Kfl. Räteq . Verlesung des Konzepts der kfl. Resolution zur Gesandtschaft nach Moskau14. Trier (Kanzler): Er were wol heuten bei der proposition oder beratschlagung nicht gewesen, doch achtet er, das es von den herrn uf die wege beratschlaget sein wirdt, und do es nu demselben gemeß, so lest er es auch dabei bleiben.

    Köln: Idem. Lests auch dabei etc.

    Pfalz: Befindet, das das concept der heutigen beratschlagung gemeß, darumb ist ers auch einig etc. r -Doch der anhangk der friedeshandlung köntte wol ane vorwissen der andern stende in der instruction ausfurlich zusezen gesucht werden, desgleichen auch die bundtnus belangende etc. etc.–r\

    /190/ Sachsens: Ist sonst mit dem concept einig. Lest sich aber auch gefallen die erinnerung der pfalzischen, dz in solcher resolution der instruction also zugedencken, damit die keiserlichen und churfurstlichen rethe sich dero vergleichen und die nach notturfft und ausfurlich verfassen mögen etc.

    ŠBrandenburg: Befindet auch, dz das concept der heutigen beratschlagung gemeß, doch achtet er auch, dz der instruction wol zugedencken, dz die keiserlichen rethe mit der Kff. rethe sich dero verglichen und die verfasten nach aller notturfft und wie am besten und vortreglichsten bedacht wurde etc.

    Mainzer Kanzler: Lests auch also bleiben und köntten die wort „der instruction zugedencken“ wol darzu gesezt werden etc.15

    /190'/ Verlesung des Konzepts der kfl. Resolution zur Florenz, Genua und den Niederlanden16.

    Trier: Achtet, das es der beratschlagung und der ksl. Mt. bedencken nicht ungemeß sei, doch in der florentinischen sachet helt er dafur, das die wort „der kgl. W. zu Hispanien etc.“ auszulassen und das mans in genere „jederman ane schaden“ etc. seze oder das wort „commun“ zusezen an des stat etc.

    Köln: Ist mit dem concept zufrieden etc.

    Pfalz: Helts auch der beratschlagung gemeß, doch auch wie Trier, dz die kgl. W. zu Hispanien auß gelassen und in gemein gesezt werde das wort „menniglich ane schaden“ etc.

    /191/ Sachsenu: Ist auch einig, doch bedenckt auch wie Trier, das Spannien auszulassen und es in genere gesezt werde, weil es der kgl. W. zu Hispanien nicht prejudicirlich etc. Daneben bedenckt er, das die ksl. Mt. mit angehengt, in der florentinischen sache, do es nicht zuerhalten, was alßdenn zuthun etc. Davon were noch nicht gerehdet. Achtet, das es dahin zubedencken, das auf den fall geordenet, ime den tittell nicht zugeben, auch ime denselben gar zuvorbieten etc.

    Brandenburg: Weiß darinne kein sonderlich bedencken, alleine dz nicht schaden köntte, der nidderlendischen sache auch zugedencken und ire Mt. zubitten, fortzufaren und die sachen vollents zum frieden zubefordern etc. Was sonst von Trier und andern votiret, achtet er auch, das Spannien auszulassen und dz in gemein gesezt „menniglichs rechten ane schaden“ etc., das auch, wie von Sachssen angezogen, der lezte anhangk uf angeregte maß zubeantworten, dz, do nichts erfolgte, ime der tittell gar verbotten wurde etc.

    /191'/ Mainz: Hatt gehöret, was die andern votiret. Der nidderlendischen sache halben hette dasselbe sein maß. In der florentinischen sache, in eventum, do der herzogk sich nicht wolte weisen lassen, wz denn zuthun, und dz ime alßdann der tittell gar zuvorbieten were, wol davon nicht gerehdet, achtet aber, das die wort wol zusezen so wol die andern, wie gemelt; ist des mit einig. Wil Šmans aber biß uf schiersten reichstagk bleiben lassen, so stellet ers auch dahin etc.v

    [2. Umfrage.] Trier, Köln: Bleiben bei voriger erklerungw.

    Sachsenx: Hatt allein den anhangk erinnert, weil es uf den fall etc. von der ksl. Mt. gesucht, wie im zuthun, wenn nichts erfolgte etc. Wil sich mit den andern gern vergleichen.

    Brandenburg: Lests bei voriger anzeige.

    Mainz: Lest dz concept auch also bleiben, wz aber die additiones anlangen, achtet er, dz das lezte zub[l]eiben biß uf den reichstagk, weil doch der nahe etc. Solte angemerckt und alßdan wol gedacht und beratschlagt werden, do der florentiner nicht parirte, wie ime alßdan zuthun und dz ime der tittell nicht zugeben sein solte etc. etc. Ende der Sitzungy .

    «Nr. Š15 Oktober 27, Donnerstag »

    Textvorlage (Vormittag): Kursachsen, fol. 46'–49.

    Textvorlage (Nachmittag): Kurpfalz, fol. 67–68'.

    Vormittag: Wahl Rudolfs II. zum röm. Kg. Nachmittag: Beratung der kfl. Räte über den Text der Oration an die polnischen Stände.

    /46'/ (Vormittag, 6 Uhr) Rathaus1. Frühe umb sechs uhr haben sich die churfürsten und der könig zu Böhem auff dem rathhauße inn gewöhnlicher rathstuben versamleta, die churkleider, ausserhalb pfaltzgraff Ludwigs, angeleget und seind /47/ inn solchem habit ungefehrlich umb sieben uhr inn nachfolgender ordenung inn St. Peters münster gezogenb,2. Meintz und Trier, Cöln und Böhem neben einander, darnach Pfaltz auff der lincken seiten, Brandenburgk inn der mitten und Sachssen auff der rechten handt. Und haben ire kfl. Gnn. allerseits ihnen inn der ordnung, wie itzo gemeldet, schwerdter inn scheiden vorführen laßenc.

    Alß mann nun inn die kirche und inn chor kommen, haben Böhem, Meintz und Trier den stul auff der rechten seiten des chores im hineingehen, so mit einem güldenen stück bekleidet gewesen, eingenommen, gegen uber aber seind Cöln, Sachssen und Brandenburgk gleichergestalt inn einem gestüel, so mit einem güldenen stück bekleidet gewesen, gestanden. Alß nun bischoff Jacob von Saltzburgk die messe „De spiritu sancto“ gehalten und das evangelium vor der elevation zu lesen angefangen worden, seind die drey weltliche chur- und fürsten sampt irer chur- und f. Gnn. räthen unnd dienern inn das conclave oder die sacristey, so zu der lincken seiten des chores ist, gegangen. Und ist mitler zeit die meße vollendet worden.

    /47'/ Nach vollbrachter meße seind die churfürsten und der könig vor den hohen altar getretten, alda sie nach der ordenung, wie breuchlich, einen leiblichen eid zu der election auff das evangelium geschworen. Und hat erstlich Trier den eid Meintzen vorgehalten, unnd Meintz folgends Triern, Cöln, Böhmen, ŠSachssen, Brandenburgk und pfaltzgraff Ludwigen. Darauf ire chur- unnd f. Gnn. sich inn das conclave oder die sacristey auff der lincken seiten des chores zusamen gethan. Unnd hat des Reichs erbmarschalch Cunrad von Pappenheim die thür beschlossen und dafür auffgewarttet.

    Nachdem nun ire chur- und f. Gnn. eine zeitlang, und fast anderthalbe stundend, alleine beysammen gewesen, seind etliche meintzische räthe sampt zweyen notarien3 erstlich und hernach zum andern mahl inn das conclave gefordert worden, unnd endlich, ohngefehrlich umb 11 uhr, haben ihre kfl. Gnn. wegen eines jeden churfürsten zweene räthe zu sich beruffen und darauff volgends pfaltzgraff Hanns Georgen und herzog Casimirume zu Pommern erfordern laßen. Deme nach seind beyde hochgenandte fürsten zu der ksl. Mt. /48/ gezogen, und ist ire Mt. ungefährlich nach einer halben stunden im chor auch erschienen, sich inn die capel zu der rechten seiten verfüget, und ist doselbst der churfürst zu Brandeburgk zu irer ksl. Mt. kommen, s. kfl. Dlt. [!] ampt zu verrichten. Unnd als sich die ksl. Mt. doselbst mit dem keyserlichen ornat bekleidet und die cron auffgesatzt, seind auch die anderen churfürsten irer Mt., so aus der capel getragen worden, entgegen kommen und haben ire Mt. inn das conclave begleitetf. Vor dem keyser seind die jungen fürsten zu Bayern4, pfaltzgraff Georg Hanns, der herzog zu Pommern, des keysers söhne, die jungen ertzherzogen Ernest, Matthias und Maximilianus, auch herzog Albrecht zu Bayern und dann Meintz, Trier, Cöln, Bohem, Brandeburgk (trug den scepter) und Sachssen (trug ein entblöset schwerdt), auch Pfaltz mit dem reichsapffel vorher gangen; dorauff vier herolt und endlich die ksl. Mt., so auff einem stul getragen worden, gefolget. Hierzwischen aber ist das geläute inn allen kirchen mit den grosen /48'/ glocken gangen, es seind auch etliche viel freudenschösse aus großen stücken geschehen.

    Alß nun ire ksl. Mt. unnd die churfürsten fast bey einer stunden im conclavi also beysammen geblieben unnd volgends wiederumb heraus kommen, haben die churfürsten den neu erwöhleten römischen könig Rudolphum vor die untern stufen des hohen altars gestalt, des ortts der bischoff von Straßburgk5 etliche psalm und gebet uber seine kgl. Mt. gelesen, nach welchem die churfürsten seine kgl. Mt. auff den hohen altar gesatzt, dabey ire kfl. Gnn. auff beiden seiten so Šlange gestanden biß das „Te Deum laudamus“ etc. gesungen worden, welches dann mit umbwechßelung der musicen, trommetern und der orgel beschehen. Hernach ist der könig heraus vor den chor auff ein gerüste, so hirzu insonderheit bereitet gewesen, geführet und doselbst die election durch den meintzischen thumbdechant herrn Georgen von Schonebergk aus einer schrifft offentlich verkündet und abgelesen worden6.  Nachdem nun diese ceremonien alle vollendet, haben die chur- /49/ und fürsten die ksl. Mt. inn ihr losamentg begleitet: Unnd ist erstlich Pfaltz mit dem reichsapffel und Brandenburgk mit dem scepter vorher gangen, darnach Sachssen mit entblöstem churschwerdt und nach seiner kfl. Gn. der kaiser, so unter einem carmesinen himmel auff einem sessel getragen worden; dorauff volgeten Meintz und Trier, so den neu erwölten könig inn der mitten gefüret, und letzlich Cöln. Und nachdeme ire chur- und f. Gnn. von der ksl. Mt. abschiedt genommen, seind ire kfl. Gnn. inn ire losament gezogen, daß also dieser gantze actus früe umb 6 uhr angefangen und ohngefehrlich eine viertel stunde vor 2 uhr nach mittage sich geendet hat.

    (Nachmittag, 2 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte außer Trier. /67/ Wardt ahn stadt der instruction7, so den gesanten, die in Poln geschickt werden solten8, mit zu gebenn, ein lateinische oration an die status polonie abgelesenn, dabey zweyfel fürfiel, ob solche oration nicht auch zuvorn ebner gestaldt unnd in hac ipsa forma gedachten ständen ubergeben worden9.

    Umfrage. Mainzer Kanzler für Trier: Es hetten die trierischen ihr votum der mentzischen cantzley ubergeben, also wehr nomine Trier sein votum. Dieweil der ksl. Mt. dieser weg gefallenn, dz nemlich an stad der instruction ein oration begriffen werden soltt, hette die meintzisch cantzley es gleichfals dabey bewenden laßen unnd daruff die oration verfaßt. Uff verpeßerung.

    /67'/ Köln: Dz den poln die deductio genealogiae deß haus Osterreich verhaßt; wolten ein freye wahl haben, drum zuzusehen, dz man sie mit diesen argument nit vor den kopff stos. Wolt gehrn andere horn und davon reden helffen, wie es zu machen, damit es zu befürderlicher commendation diene.

    Pfalz: Diese oratio sey vorhin auch ubergeben worden, drum ad salvandam orationem vonnöten, dz mit wenig worten angeregt werde, dz man itz eben dz jhenige, so hievor auch gesucht, wiederum begere. Beschehen anregen von Coln sey gleichwol zu bedencken unnd nit wenigers dan wie gemeldt, dieweil aber gallus10 von inen gewichen, mög inen wohl einer ihres geblüts vorgeschlagen Šwerden, unnd konte also dz argument, dieweil es modeste gesetzt, wol pleyben. Verba „ex libidine imperitare possent alii etc.“ seyen etwas affectata, man müs diesen also commendiren, dz man andere dabeneben nit veracht, werde sonsten caesari mehr schadenn alß nutzen. Dieweil man sich uff heut beschene electionem in oratione referiren thue, solte dz datum nicht eben uff heut, sonder uff morgen gesetzt werden11.

    /68/ Sachsen: Wolt, dz es nit ohn frucht abging. Leßt sich die verpeßerung unnd dz ante actorum mit ein wort zweyen gedacht werde gefallenn. Zu den worten etc. „imperat etc.“ wehre zu thunn „cum summa laude“. An stadt der wordt „magno consensu electus etc.“ solte gesetzt werden „unanimi consensu“.

    Brandenburg: Dieweil sie vernommen, dz diese oration der röm. kayserlichen Mt. gefalle, möchten die Kff. unnd dero abgeordnete auch wohl damit zufrieden seinn. Also möchte man solche orationem uff den weg, wie darvon geredt ist, änderen oder aber, dieweil es eadem res, ohngeacht sie auch vor ubergebenn worden, also ungeandert wiederum ubergebenn; darin sie dann indifferentes. Was der genealogi halben domus austriacae angeregt worden, möcht mit dem corrigirt werden, /68'/ dz man inen, den stenden deß konig reichs Poln, keine mas in eligendo geben wolt oder zugeben gemeint wehre. Laßen sich von Saxen angeregte verpeßerungen nit mißfallen. Helt darfür, dz Campi Martii in solcher oration auch wohl nit zugedencken.

    Mainzer Kanzler: Das die meintzische cantzley die mühe, solche orationem nach itziger gelegenheit unnd umbstande der sachen vonn newem zuverfaßen etc. gern uff sich genommen hette. Die weil aber ihr Mt. gefallen, dz die alte oration wiederum den gesanten mit gegeben werden solte, so hette es die mentzisch cantzley auch dabey bewenden laßen. Jedoch dieweil itzunnd etliche verpeßerung angeregt wordenn, wehr die mentzisch cantzley urpietig, dieselbigenn also zu machen, dz man verhoffentlich damit zufrieden sein solte.

    Also ging man darmit ab, neben der vergleichung, dz solche oration abzuschreyben gegeben werden solte.

    « Nr. 16 Oktober 28, Freitag »

    Nachmittag: Beratung der kfl. Räte zu den Supplikationen des Gf. Joachim von Ortenburg und der Freiin Erika von Bronckhorst-Batenburg.

    (Nachmittag, zwischen 2 und 3 Uhr) [Rathaus]. Kfl. Räte.

    /193/ Mainzer Kanzler proponiert: Es hette graff Joachim zu Orttenburgk uber und widder herzogk Albrechten in Beyern etc. eine supplication ubergeben, in sachen darinnen im cammergericht procediret etc., wie sie solt verlesen werden. ŠStellet darauf in bedencken, davon zurehden, was vor ratsames bedencken darinne der ksl. Mt. zueröfnen etc.

    Verlesung der Supplikation Gf. Joachims von Ortenburga,1.

    [1. Umfrage.] Trier: Weil dem grafen gebure, die sache am cammergericht vollents auszuuben, so achtet er, das er dem ordentlichen proceß billich folgeb. Helt doch dafur, das der herzogk von Beyern hierauf zuhören etc. Bedenckt aber daneben auch, das wol am besten, das die ksl. Mt. in gute darinne handele, obs beizulegen; wo nicht, das man alßdann dem proceß folge und die ksl. Mt. dennoch ihn, den graffen, biß zu außtragk in geburlichen schutz hielten etc.

    /193'/ Köln (Kanzler): Hatt auch gehöret, was der graff suppliciret und von den trierischen votiret. Nu hetten sie von irem hern keinen entlichen befehl, davon zurehden, achten aber vor ire person dafur, das der herzogk in Beyern zuvor darauf auch zu hören. Wenn man seine antwort oder kegenbericht hatt, so kan man soviel besser der ksl. Mt. das bedencken eröfnen, damit keinem zu kurz geschehe etc.

    Pfalzc: Helt auch dafur, wenn man ein decret sol thun, dz man dz kegentheil zuvor auch höre etc. Weil aber sonst zuvor albereit im cammergericht in denen sachen urtel und mandat ergangen, so achtet er, das es billich, das man an deme, was ein mal erkandt, halte. Doch helt ers auch wie Trier, das die ksl. Mt. oder die churfursten darinne wolten zur gute handeln, das wol am besten; stellets sonst dahin wie gemelt etc.

    /194/ Sachsen (Dr. Lindemann): Ist auch der meynung, das das kegentheil zu hören, besorget aber, wenn die sache in gutliche verhör genommen, das sie wol weitleufftiger möchte werdend. Weil denn zuvor im cammergerichte darinne decretiret und die mandata außgangen, so were die ksl. Mt. zuersuchen, viel mehr daruber zuhalten und den herzogen zu Beyern dahin zuvormahnen, sich denselben so wol dem regilionsfrieden [!] gemeß zuvorhalten, und das sonsten Šdem proceß sein lauf gelassen. Zweifelt nicht, der beyer wurde doch darauf seine antwort thun, darauf alßdann ire Mt. sich nach gelegenheit und gebure wurden zuerzeigen wissen etc. Besorget sonst nachmaln, do es zum ordinari proceß kommen solte, das es weittleufftiger werden und den proceß am cammergericht nur hindern wurde, darumb vielmehr, wie gemelt, dz ander ergehen zu lassen etc. etc.e

    /194'/ Brandenburg: Vermerckt des graffen klagen unnd suchen dahin, weil am cammergericht urtell und mandat ergangen, und er aber vom herzogen vergewaltigt, ime das seine eingezogen etc., das die churfursten in bei der ksl. Mt. wolten verbitten, mit dem herzogen zubeschaffen, den ergangenen urteln und mandaten zu pariren. Welchs er auch billich achtet, dz es mit dem herzogen beschaffet werde und das er dem religion frieden gelebe und in nicht vergewaltige noch ime also das seine nehme etc., sondern, wenn er deme pariret und er den graffen daruber weiter unbesprochen nicht lassen wolte, so stunde ime das recht offen etc. etc.f

    Mainz: Helts auch dafur, do die sachen also geschaffen wie suppliciret, dz der grafe recht und der herzogk unrecht habe etc., das auch der herzogk darauf zu hören etc.g Es seindt aber sonst die sachen gewandt /195/ wie sie wollen, so musse man dem cammergericht seinen stracken lauff lassen und in deme die cammergerichts ordnung in acht haben. Doch stellet ers auch dahin, dz die ksl. Mt. zuersuchen, daruber zuhalten etc., oder das man die sache widder in der gute vornehme und commissarien verordnet werden oder wie im sonst zuthun; das aber auch der herzogk gehöret werde etc., und stellet solchs ferner in ir bedencken.

    2. Umfrage. Trierh: Helt dafur, dz fur allem die ksl. Mt. zuersuchen, die gute vorzunehmen, und wo alßdann darinne nichts fruchtbarlichs geschaffet, dem rechten seinen lauff zulasseni und schleunig zu befordern, auch den grafen geburlich zuschuzen.

    Köln (Kanzler): Weil sie von irem hern keinen eigentlichen befehl hetten, so köntten sie sich hirinnen nichts entlichs erkleren. Achtet aber auch der vernunfft nach dafur, /195'/ es sei die klage und sache gewandt wie sie wolle, das dennoch billich der herzogk zuvor darauf gehöret werde, denn er were je kein geringer standt etc. Und solchs, dz er gehöret werde, wurde seinem hern, dem churfursten zu Cöln, nicht zukegen sein etc.

    ŠPfalz: Helt noch dafur, was am keiserlichen cammergerichte erkandt, das man es billich gelten lasse. Weil nu der herzogk dawidder gehandelt, auch ime2 uber das guter eingezogen, so sagt er noch, dz die ksl. Mt. vor allem zuersuchen, dem herzogen zu mandiren, dem jenigen was erkandt und mandiret, folge zuthun; wo nicht, dz man den graff vor gewaldt schuze und dem recht seinen lauff lasse etc.j

    Sachsen: k -Der grafe ist, wie sich befindet, ein standt des Reichs und des religionfriedens fehigk, darumb, weil er den urteln und mandaten zuwidder beschweret, so wurde er billich gehandthabt und in schuz genommen etc. /196/ Und achtet sonderlich auch der churfursten bedencken dahin zurichten, das nicht weniger auch die Kff. semptlich den herzogen wolten ersuchen, der iustitia iren stracken lauf unnd den graffen derselben gemessen zulassen und deme zufolgen, was erkandt und ime auferlegt etc. Hoffet, diß solle also auch den sachen beförderlicher sein und dieselben ehe zu ende kommen, denn man sonst weiß, dz des cammergerichts erörterung langsam, und wurde dem graff beschwerlich sein, weil die ersten, andern unnd dritten urtel und mandat nicht gelten wollen etc.–k\

    Brandenburgl: Des graffen klage were noch, das deme, was erkandt, nicht pariret wurde, und er sich kunfftig weiter beschwerungen und newerungen von dem herzogen zubesorgen haben muste etc. Achtet nachmaln, dz die ksl. Mt. zuersuchen, den herzogen anzuhalten, deme, was erkandt, folge zuthun etc.; wo nicht, dz man nicht alleine dz, was albereit erkandt, sondern auch kunfftig erkandt wurde, stracks wolte ergehen und dem recht /196'/ seinen lauff lassen. Und bedenckt und achtet sonderlich, wenn in der churfursten resolution gesezt wurde „do deme also etc.“, das dem herzogen also mandiret etc., das es den churfursten, solchs uf die maß bei der ksl. Mt. zusuchen etc., kein bedencken machen kan etc.

    Mainzer Kanzler: Vermerckt der andern bedencken noch dahin, was einmal geurteilt und mandiret, das es dabei bleiben und dem cammergericht und Šrecht seinen lauff gelassen werden solle etc.m Der meynung ist er und seine mitverordenten auch, und das es also uf die maß bei der ksl. [Mt.] zusuchen etc. etc.

    Köln (Kanzler): Sagt, sie haben von irem herrn keinen befehl, darumb man sie in deme nicht mit einziehen wolle, das aber ist ir bedencken wol, dz man den herzogen höre. Unnd solchs wirdt ir herr wol zufrieden sein etc. /197/ Verlesung der Supplikation der Freiin Erika von Bronckhorst, Witwe des Frh. zu Batenburg und Stein3. Welche sich beklaget uber den duca de Alba4, der ir dz hauß Batenbergk eingezogen und sie auf der ksl. Mt. mandat und befehl nicht widderumb restituiret etc. Item ist auch des cammergerichts decret, so im November anno 70 ergangen5, abgelesen worden. Trier: Wuste, was auch derhalben hiebevor zu Speyer nach der lenge furgelauffen. Wie aber izo der sachen zuhelffen, wuste er nicht, denn ob woll anno 70 vom cammergericht wie abgelesen darinne decretiret, so verstunde man doch schier nicht, was es eigentlich were etc. Solte man nu izo widderumb schreiben und mandiren und erfolgte darauf nichts, wie thete man im denne? So wurde es auch schimpflich sein, wenn man viel befuhle und erfolgte nichts und man thete auch nichts mehr darzu etc. /197'/ Zu deme were auch zubedencken, das vielleicht der izige gubernator der Nidderlande6 möchte vorwenden, er hette die sache also gefunden, were ein diener, durffte sich ane befehl seines herrn darin nichts mechtigen etc., welchs abermalß vergebens etc. Damit aber die witwe izo etwas bescheidts kriegte, so hielte er, das die ksl. Mt. zubeantwortten, das man es möchte verschieben biß uf kunfftigen reichstagk etc., oder das ire Mt. etwas vor sich in der sachen wolten thun etc.

    Köln (Kanzler): Weiß auch, was zu Speyer furgelauffen, das auch dieser und anderer sachen halben schickungen an den von Alba geschehen7, darauf aber nichts erfolget etc. Sagt aber, das er izo von dieser sachen auch keinen befehl hette, weil man davon nichts gewustn. Wilß aber neben seinen zugeordentten Šseinen hern berichten. Wollen sonst die andern hirinne etwas schliessen, stellet er zu inen, wilß auch einbringen etc.

    /198/ Pfalz: Weil die cölnischen sagten, sie hetten keinen befehl etc., so acht er, das gut, das der meinzische canzler anzeige, was vor supplicationes solten vorgebracht werden, so köntte man von den herrn bescheidt einnehmen etc. Was aber diese sache anlangt, helt er dafur, das man dem gubernator die restitution in einer benanten zeit zuthun befehle etc., denn solte man es biß uf kunfftigen reichstagk verschieben, so muste doch alßdann eben das, was izo geschehen köntte, darzu gethan werden, welchs nur ein verlengerung were und derhalben am besten, das es izo geschehe etc.

    Sachsen: Weiß auch, was zu Speyer vorgelauffen und das schickungen geschehen. Weil er aber izo höret, das darauf nichts erfolget und das decret anno 70 ergangen, so achtet er, das bei der ksl. Mt. zusuchen, /198'/ uf die mittell und wege zugedencken, was dem Reich entzogen, das es widder darzu gebracht und das was decretirt ins werck gesezt etc.

    Brandenburg: Helt auch dafur, das die ksl. Mt. zuersuchen, das entweder durch vorschrifften oder schickungen oder andere mittell die sachen also vorgenommen, damit das, was dem Reich entzogen, widderumb darzu gebracht etc.

    Mainzo: Helt auch dafur, das mit der witwen mitleiden und des Reichs zustandt in acht zuhaben, denn Batenburgk ane mittell zum Reich gehörigk. Darumb achtet er gleichsfalß, das sich kegen der ksl. Mt. zuerkleren, das es ire Mt. bei dem gubernator dahin wolten richten, das die fraw restituiret und dem Reich nichts entzogen werde etc.

    « Nr. 17 Oktober 29, Samstag »

    Vormittag: Informierung über den Gegenbericht des Hg. von Bayern betreffend die Klage des Gf. von Ortenburg. Verlesung und Beratung der Supplikationen der Gfn. von Horn, des Gf. von Hohenlohe und der Freiin Erika von Bronckhorst-Batenburg; Übergabe der Supplikation Kurtriers. Vortrag der ksl. Anzeige betreffend den geplanten Kriegszug des Pfgf. Johann Casimir nach Frankreich; Beratung im KR unter Ausschluss Pfgf. Ludwigs. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Verlesung zahlreicher Schreiben und Supplikationen. Beratung der Supplikationen des Gf. von Hanau und des Fränkischen, Bayerischen und Schwäbischen Kreises.

    Š /199/ (Vormittag, zwischen 7 und 8 Uhr) [Rathaus.] Kff. von Mainz, Trier und Sachsen sowie Pfgf. Ludwig persönlich; Gf. Georg von Sayn-Wittgenstein anstelle des Kf. von Köln und Gf. Albrecht Georg von Stolberg anstelle des Kf. von Brandenburga.

    Mainzer Kanzler proponiert: Die ksl. Mt. hette izo einen ausfurlichen kegenbericht herzogk Albrechts zu Beyern etc. contra den graffen zu Ortenburgk ubergeben lassen1. Weil gestern von der sachen auch gerehdet, so stellet er in bedencken, ob mans izo wölle hören ablesen oder es lassen abschreiben, weil es etwas langk etc.

    Ist befohlen abzuschreiben.

    Verlesung der Supplikationen der Gfn. Anna von Hornb, des Gf. Wolfgang von Hohenlohe und der Freiin Erika von Bronckhorst, Witwe des Frh. von Batenburgc,2 . /199'/ In deme, alß ungeferlich umb 9 uhr, ist doctor Sigmundt Vieheuser ankommen unnd von wegen der ksl. Mt. den churfursten angezeigt: Ire Mt. weren berichtet, das pfalzgraff Johann Casimyr etc. in vorhaben were, eine statliche anzall kriegsvolck in Franckreich zu furend. Wann nun ire Mt. dafur halten, das solche werbung allerhandt gefar uf sich hatt, so gesinnen ire Mt., die churfursten wolten solch des pfalzgrafen zugk in beratschlagung ziehen, wie derselbe abzuwenden und abzustellen, damit gefahr und dergleichen zuvorhuten etc. etc.

    Nach dieser anzeige ist er widderumb davon gegangen.

    /200/ Trier: Hatt hören etliche supplicationes verlesen. Befindet die zwene der fraw von Batenburgk und des graffen von Horn gleiches inhalts von wegen der restitution etc. Weiß, das diese sachen zuvor zu Speyer auch vorgelauffen3, were auch berichtet, das dieselben guter Reichs lehen und im stifft Luttich gelegene. Weil sich gemelter graffe von Horn und die fraw von Batenburgk izo Šwidderumb zum Reich schlagen, so were es wol in acht zu nehmen und dahin zutrachten, wie sie zum Reich widder zubringen und dabei zubehalten. Erinnert sich, das zuvor darinne, sonderlich in der batenburgischen sach, decretiret4, auch die ksl. Mt. ersucht, dieselbe auch darauf geschrieben und befohlen, auch schickungen5 geschehen etc. Weiß aber nicht, was darauf erfolget; helt derwegen dafur, das es an die ksl. Mt. zugelangen. Solten denn sonsten wege vorhanden sein, dadurch inen zuhelffen, wolte er inen gern gönnen etc. /200'/ Was den grafen von Hohenlohe anlangt, anforderung halben 8.000 fl. ehegelt, so er auß des prinzen zu Uranien guttern haben solle, gönnet er im auch wol, do die sachen köntten zur gebur gerichtet werden. Dieweil aber des printzen guter in Burgundien gelegen und der kgl. W. zu Hispanien zugehörigk, so achtet er, das er die sach billich alda zuvorfolgen, da die guter gelegen. Gleubt sonst wol, dz im gen Brussell zufolgen beschwerlich etc. Sonst achtet er dafur, weil Cöln des orts in der nehe, obs dahin zurichten, das die sachen vor dem churfursten zu Cöln vorgenommen, das alda vom graffen zu Hohenlöhe seine habende briefe in originali vorgelegt und kegen copeyen collationiret, und also die sachen weiter befordert wurden etc. etc.f Es hette Trier sonst auch gleichmessige felle zuklagen, alß das ime zu nachteil die herrschafft Malbergk, uf der luttichischen greinz gelegen, eingezogen. Hette derhalben auch zum /201/ offtern ansuchung gethan, aber nichts erhalten noch erfolget. Wie er denn desfalß auch eine supplication der ksl. Mt. ubergeben und gebeten, das ire Mt. neben den churfursten ihne wolten an die kgl. W. zu Hispanien verschreiben, die sachen zur verhör und besichtigung kommen zulassen und das die dadurch möchte entscheiden oder durch recht außgeubt werden. Ubergibt copei derselben supplication6, und bittet, die andern Kff. wolten neben der ksl. Mt. ine an Hispanien verschreiben, auf das auf der greinz dem Reich nichts entzogen werde etc. etc.

    Köln: Weiß, dz der von Horn und sonderlich die witwe viel suppliciret, sowol was zu Speyer furgelauffen. Weren auch die burgundischen domaln darauf gehöret worden, weiß aber nicht, ob dero gethaner kegenbericht7 genugsam Šgewesen oder nicht. So were auch eine schickungg,8 derhalben in Nidderland geschehen, weiß aber auch nicht, was erfolget, denn keine resolution geschehen seines wissens etc. /201'/ Were sonst auch allerlei dabei bedacht worden, sonderlich aber was irer kgl. W. gemut sei, obs vor gelderisch lehen zuachten oder es zum Reich gehöre und dem Reich bleiben solte, und dann, das ire kgl. W. desfalß zuvor solten gehöret werden ehe man etwa zu hartten wegen schritte etc. Weiß also aber nicht, was entlichs darauf erfolget etc. Achtet sonst, do etwa mittell weren, dadurch den sachen zuhelffen und sie beim Reich zuschuzen und zuerhalten, so sege er es gar gerne, besorget aber, do man in diesen sachen weiter viel schreiben und darauf nichts erfolgen solte und man auch nichts mehr darzu thete etc., das es schimpflich wurde sein. Item der izige gubernator köntte auch sagen, dz er ein diener were, muste es lassen, wie ers gefunden etc. Doch stellet ers alles in der andern bedenckenh. Soviel des graffen von Hohenlohe sach betrifft, achtet er wie Trier, do man mittell und wege köntte gebrauchen, das die sache möge gehöret und in erkundigung genommen werden, dz es gut und liesse sichs auch seines theilß wol gefallen etc. Was Trier ubergeben, wil er sich gern mit den andern davon untterreden und was muglich zur billigke[i]t helffen uf wege gedencken etc.

    /202/ Pfalz: Was Batenbergk und Horn betreffen, were er berichtet, wz zu Speyer vorgelauffen und angeordnet worden. Helt dafur, die ksl. Mt. wurde am besten wissen, was darauf erfolget, obs abgeschlagen worden oder nicht etc. Were desfalß berichts zuhaben wol von nöten. Do nu abschlegige antwort erfolget, so wuste man, was domaln zu Speyer auf den fall bedacht etc. Achtet, dz die ksl. Mt. zuersuchen, mit dem gubernator zubeschaffen, dz die partt restituiret wurdeni. Hohenlöhe anlangent, gleubt er wol, das die sach seinem bericht nach gewandt, das aber der wegk der repressalien, welchen er vorschleget, solte an die handt genommen werden, achtet er, das es bedencklich, denn dadurch dem Reich möchte gefar zugezogen werden. Lest sich sonst den wegk auch gefallen, Šdas mans uf besichtigung und erkundigung richte und dz die ksl. Mt. den gubernator derhalben ersuche etc. Soviel Triers supplication betr[i]fft, wenn die gelesen, wil er sich neben den andern darauf bedencken und erkleren etc.j

    /202'/ Sachsen: Die batenburgische und hornische sach anlangent, weiß er gleichsfalß, was zu Speyer allenthalben ergangen; achtet ane not, es nach der lenge izo zuerzelen. Und alß dann domaln von der ksl. Mt. auf der churfursten und anderer stende bedencken eine schickung derhalben geschehen, weiß er nicht, was vor antwort darauf erfolget. Weil er aber vermerckt, dz es noch in vorigem stande etc., so achtet er, das die ksl. Mt. zuersuchen, uf mittel zugedencken, das solchs widderumb zum Reich gebracht. Bedenckt sonderlich, das es izo abermaln bei dem gubernator, wer auch bei der kgl. W. zu Hispanien selbst zusuchen, das es zum Reich möge widderumb restituiret werden etc. Was Hohenlöhe betrifft, achtet er, das er nicht unbillich alda rechts pfelge [!], da die guter gelegen, vermerkt aber, dz er alda nichts kan erhalten und getröstet sich, zuerlangung seines zustands der churfursten hulffe und rath. /203/ Achtet, weil es also geschaffen unnd ime bedencklich, die originalia des orts zu presentiren und dz recht zu Brussell auszuuben, welchs weitleufftigk, das die ksl. Mt. umb vorschrifft, dieselbe dieser sach halben zuthun, zuersuchen, und dz ihme die Kff. neben irer Mt. desfalß verbeten etc., damit die sach ane weitleufftigkeit des rechten sonsten durch geburliche mittell zur erörterung kommen möge. Auf Triers supplication achtet erk, das man sich der sachen und eins des andern billich annehme. Wenn auch die supplication dahin gerichtet, ist er erböttigk, neben der ksl. Mt. und den andern churfursten mit vorschrifften, suchungen und sonsten das darinne zuthun, was sich eigent und geburet und die gelegenheit erfordert etc.

    Brandenburg: Soviel die batenbergische witwe und den von Horn betrifft, were zubedencken, das die capittulation vermöchte, was vom Reich kommen, das dasselbige widderumb solte darzu gebracht werden9/203'/ Weil denn izo hulffe widder den turcken wurde gesucht10, so were gut, das dieselben guter wurden widderumb zum Reich gebracht, damit soviel mehr auch von denselbigen die contribution dem Reich zu gute kommen möge. Durch was mittell aber den sachen zuhelffen, wisse er nicht. Weil aber kfl. Gn. berichtet, das die ksl. Mt. zuvor hirinnen schickung gethan, so were bei irer Mt. zuerkundigen, was vor antwort darauf erfolget, und nach gelegenheit der antwort were ferner zubedencken, wie den sachen weiter zuraten. Stellet doch in der andern bedencken, do in der antwort die restitution abgeschlagen, dz ire Mt. Šzuersuchen, das mit bester bescheidenheit abzulegen und solchs widderumb an die kgl. W. zugelangen und nochmaln die restitution zusuchen; oder dz es izo mit der kgl. W. oratorn11 möchte geredet werden, es uf den wegk der restitution zurichten. Doch wz die andern besser bedencken, domit das widderumb zum Reich kommen möge, wil er sich gern mit inen vergleichen etc. /204/ Hohenlöhe betreffent, weil ime recht nicht versaget, sondern angebotten, so hette er sich deßen je nicht zubeschwerenn. Were derwegen auch bedencklich, die gesuchte[n] repressalien zuverstatten; möchten dadurch dem Reich gefahr und kegenrepressalien zustehen. Achtet, das durch fleissige vorschrifft gesucht, dz er bezalet werden möge etc. Oder lest im auch nicht ungefallen, wie von den andern votiret, weil Cöln am negsten, das vor ime die originalia mögen producirt und collationiret werden; da auch die zeugen vielleicht nahe sein wurden, so köntten die auch dahin erfordert und also den sachen so viel mehr gehulffen werden etc. Auf Triers supplication achtet er auch, dz man sichs billich annehme und dz es etwa an die regirung zu Lutzelburgk gelangt wurde. Was sich die andern hirinne vergleichen, wil er gern mit einig sein etc.

    Mainz: Batenbergk und Horn belangent, weiß er auch, was zu Speyer vorgelauffen und dz die ksl. Mt. die schickung an gubernatorn gethan, weiß aber auch nicht, wz zur antwort gefallen, welchs er mit einig, dz man bei der ksl. Mt. umb bericht ansuche etc. Weil sonsten die sache des Reichs /204'/ interesse mit betrifft, so achtet er, dz es nachmaln bei der kgl. W. oder, weil es weit, bei dem oratorn zusuchen oder auch gleich bei dem gubernatorn, das die restitution erfolge und dem Reich nichts entzogen werde etc. Was Hohenlohe betrifft, achtet [er], das ire Mt. zu bitten, das es Cöln und andern nahe gesessenen befohlenn werde, damit die originalia alda vorgenommen, die sache gehöret und soviel muglich zu geburlicher entschafft gerichtet werde etc. Auf Triers supplication, were die zuvorlesen; wil nicht zweifeln, dieselbe wirdt in narrata und petition dahin gerichtet sein, das ire Mt. zuersuchen, es an die kgl. W. in Hispanien zugelangen, das das dem Reich bleibenn möge, so darzu gehörigk etc.

    /205/ Nachdeme man nu pfalzgraff Johann Casimyrs sache zuberatschlagen hatt vornehmen wollen, hatt man pfalzgraff Ludewigen zuvorstehen geben, neben den seinen mitlerweil abzutretten. Ist darauf neben seinen rethen und dienern in das ander oder hinterste stublein gangenl.

    ŠMainzer Kanzler: List pfalzgraf Casimyrs schreiben, so er an Meintz gethan, ab, seinen vorhabenden zugk in Franckreich belangende etc., mit zugehörigen copeyen und was er auch derhalben an die ksl. Mt. geschrieben12.

    Trier: Hatt gehöret, was abgelesen. Were auch nicht one, das pfalzgraff Casimyr gleichmessigs schreiben an ihn gethan. Ist ime solchs zuvornehmen selzam und beschwerlich gewesen, denn im wol wissentlich, was vor gefahr und nachteil solch kriegswesen dem Reich bringe etc. So befindet man auch augenscheinlich, was solche und dergleichen durch zuge vor verterbung landt und leute gethan und das die underthanen gar erschöpfft und zu eusserster unvermugenheit und armut verursachet etc. /205'/ Solte man auch diesen durchzugk gestatten, so wurde es vielleicht auch bei der kgl. W. in Franckreich nachdencken und ursache geben, solchs etwa mit der zeit kegen dem Reich zugedencken und zuvorgelten. Helt dafur, das an pfalzgraf Fridrichen churfursten und auch an Casimyrn zuschreiben, weil er alda bei ime, dem vater, were und er one zweifel von solchen seinem vorhaben gut wissen haben wurde, das er den sohn von solchen seinem vornehmen wolte abweisen und abzustehen vermahnen, denn man diß nicht köntte nachgeben etc. Verhofft, der churfurst Pfalz wurde es also auf der ksl. Mt. begeren bei seinem sone abschaffen. Wo aber die churfursten ander mittel wissen, so wil er die auch hören und sich mit inen vergleichen etc.

    Köln: Wollens irem herrn berichten, wil inen nicht geburen, one vorwissen etwas einzugehen; zweifeln nicht, er wirdt sich hirinnen mit den andern wol vergleichen etc.

    /206/ Sachsen: Hatt auß dem trierischen voto vernommen die beschwerungen, so dem Reich zustehen möchten. Nu achtet er selbst, do dieser durchzugk geschehen solte, das es ane merckliche beschwerung der underthanen nicht wurde zugehen. Were vor seine person nicht weniger sorgfeltig und geneigt, neben den andern dahin zutrachten, das friede und ruhe im Reich erhalten und die beschwerungen der underthanen zuruckgehalten und abgewendet werden mögen. Wil auch nicht zweifeln, das die ksl. Mt. nicht weniger in solcher sorgfeltigkeit sei. Achtet gleichergestalt wie Trier, das an pfalzgraff churfursten sowol an Casimyrn zuschreiben und inen zugemute zufuren und sie zuvormahnen, es uf andere wege zurichten und diese gewerbe abzustellen. Stellet auch in der andern bedencken, ob mit anzuhengen, do es nicht geschege und einiger standt Šdamit beschweret wurde, das derselbe sich des schadens bei niemandts alß bei inen beiden erholen wurde etc.

    /206'/ Brandenburg: Hetten auch gehöret, was die ksl. Mt. pfalzgraff Johann Casimyrs gewerbe halben an die churfursten gelanget. Were kfl. Gn. gestern ein gleichmessigs schreiben zukommen. Nu were kfl. Gn. gemute dahin geneigt, das sie vors beste hielten, das die chur- und fursten sich des kriegs in Franckreich nicht theilhafftigk macheten, denn der konig so leicht nicht zuvortreiben. So were auch zubesorgen, wenn es mit ime widderumb zu guten wegen keme, das er, do man ime etwas widderlichs thete, es mit der zeit widder das Reich möchte rechen etc. So befunde man auch sonsten, das in solch kriegsgewerben des Reichs abschieden mit bestellung der caution nicht wurde nachgelebt etc.13 Achten dafur, kfl. Gn. werden mit Trier und Sachssen einig sein, das man die schreiben thue und des izigen durchzugks abzustehen vermahnet und mandiret werde.

    /207/ Mainz: Hette gehöret, was die ksl. Mt. proponiren lassen, daneben were ime das schreiben von pfalzgraf Casimyrn einkommen wie abgelesen worden. Befunde, dz pfalzgraf Casimyr den zugk in Franckreich vor hette und gebe daneben wol fur, das es dem Reich zum besten geschehe, welchs aber das ende geben wurde. Weil sonst von Trier die ursachen und gefar angezogen, so achtet er es zuwidderholen ane not. Es were aber gleichwol dieses eine grosse anzall kriegsvolck, dadurch den underthanen nicht geringer verterb, beschwer und nachteil zugefugt werden köntte, da denn er und die andern reinischen die nechstgesessenen weren, die es am ersten treffen möchte. Wenn man dieses also dem könige in Franckreich widderlich geschehen lassen solte, so were, wenn er widderumb solte zun beinen kommen, allerlei zu im zuvormuten. So were auch kundtlich und zeugtens die historien, wenn ein potentat hart bedrengt wurde, das er alle die- /207'/ jenigen umb hulffe anrieffe, die er haben und kriegen köntte. Nu hette albereit der franzose den turcken zum freunde unnd were ane das in arma, das sich also allerlei gefar dahero zubesorgen. Derwegen achtet er auch, das die schreiben an pfalzgraffen churfursten so wol an seinen sohn Casimyrn zuthun, doch alleine in der ksl. Mt. nahmen, denn doch die churfursten wenig folge bei inen wurden haben, wie zuvor auch wol geschehen. Und das sie mit ernst zu abstellung solches zuges vermahnet und inen mandiret wurde.

    Nach diesem ist pfalzgraff Ludewig mit seinen rethen widderumb gefordert, unnd hatt er seine session wie zuvor eingenommen und gehalten.

    Š /208/ Pfalz: Das man ihn hette heissen abtretten, köntte er wol erachten; das man seinen herr vater, den pfalzgraff churfursten, deßen sones Casimyrs zugs halben in verdacht haben möchte, darauf erfordert seine notturft bericht zuthun. Sein herr vater hette mit dieser werbung nichts zuthunm, denn die condischen solch kriegsvolck albereit werben lassen und bei pfalzgraf Casimyrn gesucht, sich darzu gebrauchen zulassen. Darauf er es also vor sich gethan und angenommen, und hernacher sich kegen dem vater deßen erkleret. Doch were solchs keinem stande des Reichs zu nachteil vorgenommen, weil er sich des Reichs constitution zuerinnern [wusste] etc., sondern ihn hette bewegt die bedrangnus der armen christen in Franckreich, desgleichen das ime sonsten viel guts in Franckreich widderfaren etc. Bittet, man wolle desfalß seinen hern vater auß der verdacht lassen. n -Were ime sonst auch nicht wenig befrembtlich, das man ine von dieser /208'/ beratschlagung hette abgesondert, denn sich gleichwol geburete, es wurde von denen oder andern sachen geratschlaget, mit dabei zusein–n . Muß es aber dißmal dahin stellen. Bittet doch freundlich, man wolle dieses sein freundlichs anbringeno nicht unfreundlich vermerckenp.

    (Nachmittag) [Rathaus]. Kfl. Räte.

    Verlesung von Schreiben und Supplikationen durch den Mainzer Kanzlerq. Alß erstlich furst Joachim Ernsts zu Anhaldt schreibenr, darinnen er umb erhöhung des viehezcolles in seinen landen bittet, ist uf der churfursten personliche beratschlagung gestellet14. Item supplication der freyen reichsstedte in Eßlingens, die nidderlendische unruhe, abhelffung derselbigen unnd eröfnung Šund beforderung der commercien belangent etc.15 /209/ t -Item des graffen zu Hanow contra Lottringen, die eingezogene herrschafft Bitzsch betreffent16, ist von den rethen in iren votis vornemblich dahin geschlossen, weil zuvor durch commissarien nichts hatt können außgerichtet werden und die sache am cammergerichte anhengigk, das man dem rechten und desselben außtrage seinen lauff lasse, doch were dem cammergericht zubefehlen, desto schleuniger in der sachen zu procediren, damit sie desto ehe zum ende keme etc. Do auch im proceß der von Hanow von Lottringen beschweret, so köntte darinne auch die gebur verordnet werden etc. Sonst hette hiebevor der lotteringische gesantte ausfurlichen bericht gethan17, warumb der grafe der herschafft Bitzsch entsezt worden etc. Achten doch hieneben, das es noch einmal mit einem commissariat zuvorsuchen, nicht zweifelent, wenn der herzogk zu Lottringen hirinnen der ksl. Mt. ernsten fleiß spurete, er wurde sich soviel mehr in gutliche wege zuschicken geneigt sein etc. Ane dz bleibt es bei der rechtlichen erörterung wie obgemelt etc.–t  /209'/ Item die stadt Lubeck contra den könig in Schweden, das zwischen inen die sachen vertragen, aber solchs vom schweden nicht gehalten wurde, die schiffart und dergleichen belangende etc. Weil diese sache wichtig, so habens die rethe biß zu besserer beratschlagung eingestellet etc.18

    Verlesung der Supplikation des Fränkischen, Bayerischen und Schwäbischen Kreises betreffend Münzverschlechterung u,19. [Umfrage.] Trier: Es weren uf den reichs- und kreißtägen der munz halben wol gute verordnungen gemacht20, wurden aber wenig geachtet, und wurde Švon etlichen zu irem vorteil gemunzt, sonderlich die halbe pazen. So wurde auch die munz sonderlich am Reyn sere auß dem lande gebracht und widder umbgemuntzet. Achten, wenn man den abschieden und ordnungen, so der munz halben aufgerichtet, folgete, es wurde keinen mangel haben. Welche denn denselben zuwidder geringe sorten muntzten, widder die solte man vermuge derselbigen verfaren. /210/ Sonst were diß ein general werck, das not, nicht allein in diesem churfursten rath davon zurehden, sondern das auch von gemeinen reichsstenden vorgenommen und uf entliche mittell gedacht wurde etc. etc.

    Köln: Vermercken so viel, das der dreyer stende suchen nicht unbillich, sondern der ordnung und abschieden gemeß. Derwegen were gut, in zeiten uf wege zugedencken, damit ein bestendigkeit in der munze gemachet und es also reguliret, dz kein mangel desfalß ferner sei. Sonst were es auch an deme, das diß ein gemein werck, so den andern stenden mit angehet, darumb es wol biß dahin zustellen. Doch was man izo thun und helffen kan, wirdt ir herr, der Kf. zu Cöln, an sich nichts erwinden lassen etc.

    Pfalz: Die munzung der halben pazen anlangent, were je verordnet, das die Reichs munze genge und gebe sein solte, da aber daruntter imandt dieselbe zu geringe munzte, solte der vermuge der ordnung seine straff haben; darauf were billich zusehen und daruber zuhalten. Was den munzmeister zu Königstein anlangte21, were inen davon im wenigsten bewust. Were gut, dz man mehr berichts nehme und alßdann hierin verfure etc. /210'/ Der churfurst Pfalz hette allewege uf den probationtägen die seinen gehabt. Die straßburgische und linzische unordnung anlangent22, were die ksl. Mt. zuersuchen, solchs durch schreiben oder sonsten abzuschaffen.

    Sachsen: In der Reichs ordnung were versehen, wie es mit der munz zuhalten, und do deme keine folge geschege, das man es solte an die ksl. Mt. unnd stende gelangen [lassen] und die falschen muntzer gestrafft werden. Achtet derwegen, das diese klage alhie in izigen churfursten rath nicht gehöre, sondern dz man den vorigen reichsbeschlussen folge, man wirdts doch nicht besser machen alß es ist. Do deme nicht gefolget im munzen oder auch vergeringerung etc., so hielte man sich derselben billich. Sonst, do man es der ksl. Mt. wolte heimstellen, so were zusuchen, die klagenden stende zubescheiden und uber deme zuhalten, was die munzordnung mitbringet etc.

    /211/ Brandenburg: Were zuvor der munz halben gute ordnung und beschluß gemacht. Do man deme nachgienge, so wurde kein standt oder imandts beschweret. Kfl. Gn. zu Brandenburgk seßen polen, preussen und andern nahe; Šhetten der munz halben nicht geringen schaden. Wolte nicht liebers, denn das der munz ordnung gelebt wurde. Achtet auch, das es billich geschicht; were denn daruntter ein mangel, so gebe die munzordnung deme klare maß etc. Bedechte man, das man den supplicirenden stenden wolte die antwort geben, das man es mit besten fleiß wolte befordern und uber der munzordnung halten etc., so were man des auch wol mit den andern einig.

    Mainz: Seindt auch kurzlich der meynung, das die munzordnung wol bedacht, aber ubel gehalten wurde. Im reinischen kreiß wurde es leider also gehalten, wenn Meinz, Trier, Cöln und Pfalz churfurst, muntzten, dz sie andere balt widderumb in tiegel thetten und verringertenv. Lest sich derhalben wol gefallen, dz solchs der ksl. Mt. zuberichten, dz ire Mt. die stende vermahnen, sich der munzordnung gemeß zuvorhalten etc. etc.w

    « Nr. 18 Oktober 30, Sonntag »

    Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Verlesung der kfl. Resolutionen zu den am 29. Oktober beratenen Supplikationen sowie der Supplikationen Reginas von Ehenheim und Jakobs Massow zu Woblanse.

    /211'/ [(Nachmittag) Rathaus]. Kfl. Rätea. Der Mainzer Kanzler verliest die Resolutionen der Kff. zu den am Vortag beratenen Supplikationenb.

    « Nr. 19 Oktober 31, Montag »

    Textvorlage (Vormittag): Kurbrandenburg, fol. 211'–221'.

    Textvorlage (Nachmittag): Kurpfalz, fol. 89–93.

    Vormittag: Im KR Verlesung und Beratung der Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz. Verlesung des Wahldekrets. Beratungen zum ksl. Gesuch betreffend Ernst von Mandesloe und zur Klage des Gf. von Ortenburg gegen Bayern. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Beratung des Resolutionskonzepts zu Ernst von Mandesloe. Beratung zum Audienzgesuch der Gesandten des Prinzen von Condé und zu dem von Kurtrier gewünschten ŠPromotoriale. Beratung des Resolutionskonzepts betreffend die Supplikation des Gf. von Ortenburg.

    /211'/ (Vormittag, 7 Uhr) [Rathaus.] Kff. von Mainz, Trier, Köln und Sachsen sowie Pfgf. Ludwig persönlich; Gf. Albrecht Georg von Stolberg anstelle des Kf. von Brandenburg.

    Verlesung der Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenza ,1. /212/ Umfrage. Trier: Hatt hören verlesen, welchermassen pfalzgraff Geörg Hanß umb ein czoll bitten thette. Were nicht one, dz er im verschienen wintter selbst bei ime, Triern, darumb angesucht und berichtet, das er es hiebevorn zu Speyer auch gesucht2, aber er es domalß uf weitern bericht und erkundigung gestellet. Wie es umb den angezogenen paß gelegen, wuste er nicht eigentlich, were aber befindtlich, das der paß zu Pfalzburgk den andern pässen, da das kriegsvolck pflegte durchzuziehen, eben weit etc. Sonst were auch gleichwol bedencklich, das der ort solte eine festung gebawet werden, denn wann Franckreich dem Reich zu wolte und kriegte diessel[be] festung ein, so were es so viel geferlicher. Sein schuldenlast und gesuchten czoll belangende, gleube er ime solche abligende schultbeschwerung gar wol, sonst were aber nicht one, das izo sowol zuvor zu Speyer viel geistlicher und anderer fursten supplicationes ubergeben, darinnen umb czöllen gebeten3. Man hette aber domaln zu Speyer dahin geschlossen, weil im Reich albereit viel czölle weren, dadurch die /212'/ commercien gestopffet und verhindert wurden, das man solche suchungen abgeschlagen, mit anzeige, solten der czölle noch mehr nachgegeben werden, so wurde es soviel mehr zu beschwerung und nachteil gereichen etc. Achtet derwegen, das diß izo nicht weniger zubedencken und in acht zu haben und glimpflich abschlegiger bescheidt zu geben etc., doch stellet ers in der andern bedencken; wilß von inen anhören.

    Köln: Er4 hette zuvor derwegen bei ime auch angesucht; weiß auch, das sonst hiebevor solche und dergleichen suchungen viel geschehen. Es were aber anno 62 von keiser Ferdinanden und den churfursten5, wie auch anno 70, dahin bedacht worden, das bedencklich und beschwerlich, mehr czölle zubewilligen wie des die ursachen erwogen etc., denn es wurde alles auf steigerung gerichtet und gesucht, dadurch die commercien sere verhindert etc. Man solte derwegen Švielmehr uf milderung der czölle denn uf erhöhung gedencken. /213/ Schleust derhalben dahin, das es nicht zubewilligen auß gemeltenn bedencken etc. Zweifelt auch nicht, der pfalzgraff wirdt sich in betrachtung deßen der billigkeit selbst weisen etc.

    Pfalz: Erinnert sich gleichsfalß, was er zuvor auch offt derwegen gesucht. Weiß auch, was anno 70 auß beweglichen ursachen in czolls sachen bedacht. Und ob er ime auß vetterlichen willen hirinnen seinem suchen nach ganz gerne wilfaret und gehulffen sege, denn er je den schaden gelitten und darumb des czolles wol benötigt, so bedenckt er doch auch, das es auß gemelten ursachen sonderlich mit dem reinczoll nicht sein köntte etc. Wolte man im aber in andern geringen czöllenb hulffe und forderung erzeigen, wolte er seines theilß wol zufrieden sein. Wolte mans aber auß zuvor anno 70 angezogenen ursachen in bedencken ziehen, so muß ers auch geschehen lassen. Die festung an der greinz were gar bedencklich und mehr vor schedlich und nachteilig denn vorteilig dem Reich zuachten, wie von Trier weiter angezogenc.

    /213'/ Sachsen: Vermerckt auß dem mundtlichen und schrifftlichen bericht und gleubt wol, das er zu dem suchen hoch genötigt; wolte ime auch gar gerne gehulffen und geraten sehen, aber dennoch muste er die vorigen vergleichungen und umbstende, wie angezogen, auch erwegen. Do es den andern Kff. nicht mit gelegen, so wolte er sich auch von inen nicht absondern; do sie im aber mit ichten köntten in deme wilfaren, wil er mit inen gern einig sein, sonst aber nicht und könntte sich von inen nicht außschliessen. Der paß und festung anlangent, gleube er auch, das die festung und baw mehr schedlich denn nuzlich sei. Stellets sonst uf vorbitte kegen der ksl. Mt., wie ime der schulden halben sonsten geraten und gehulffen werden mochte etc.

    Brandenburg: Er hette nicht alleine alhie, sondern auch im hofflager desfalß bei kfl. Gn. angesucht. Kfl. Gn. aber hette ine ane die andern churfursten nichts vertrösten können. /214/ Die ursachen, darumb er solchs suchte, mochten wol an deme sein. Kfl. Gn. wolten ime auch gerne gehulffen sehen, weren aber auch berichtet und befunden izo, das anno 62 und uf reichstägen von vielen umb czollsbegnadung bei der ksl. Mt. und den churfursten angesucht, welchs aber auß bedencken abgeschlagen etc. Und were wol dafur zuachten, das die ursachen, so domaln bedacht und izo von Triern zum theil erwehnet, izo nicht weniger alß domaln im wege und zubedencken, und das die czölle den commercien nur hinderlich etc. Weil derwegen nu die andern darzu nicht geneigt, auch vielleicht inen und den iren durch solche czölle soviel mehr beschwerungen möchten zugefugt werden, so wil auch kfl. Gn. nicht geburen, sich von inen abzusondern, sondern mussen es auch in bedenckung solcher ursachen und umbstende dahin stellen, wie wol sie im gerne gehulffen segen. Acht, dz es ime mit glimpf abzuschlagen und er an die ksl. Mt. zuweisen; wurden Šire Mt. ine wol mit glimpf abweisen etc. Weil die festung dem Reich auch schedlich, so köntte man die nicht vor nuzlich achten oder nachgeben etc. etc.d

    /214'/ Mainz: Hatt des pfalzgraffen suchen der zölle halben zu wasser und lande unnd was izo votiret vernommen. Nu weren die churfursten die sewlen des Heiligen Reichs, die darauf sehen solten, das des Reichs bestes befordert und alle schedligkeit abgestellet wurde. Nu weren die beschwerungen im Reich albereit der czölle halben groß, dadurch tewrungen und dergleichen erregt. Wolte zwar dem pfalzgrafen wol gönnen, das ime in deme möchte wilfaret und gehulffen werden, so were es doch auß angezogenen ursachen bedencklich, ime solche czölle nachzugeben. Denn do es geschege, wurden dadurch die tewrungen und beschwerungen im Reich soviel mehr. Und was were es, das man einem also helffen und andern vielen damit schaden solte etc.? Es weren sonst albereit so viel hohe und schwere czölle ufm Rein, dadurch auch die handelßleute mehr von der hanttirung abgehalten. Solte man nu mehr drauf legen, so wurde es noch mehr sein, darumb köntte es nicht sein. Warinne man im aber sonsten köntte helffen, wolte ers gerne sehen. /215/ Die festung betreffent, weil sie dem Reich nachteilig, so were es nicht ratsam etc.

    Mainz (persönlich): Pfalzgraff George Hanß hette seine hohe not und unvormugenheit der ksl. Mt. und sonst auch ime zum offtern und vielfeltig geklagt. Er gleube es auch wol, das es also mit ime gelegen, wolte ime nicht weniger gar gerne gehulffen sehen, aber durch diesen wegk der czölle köntte es auß ursachen, wie angezogen, nicht sein. Wusten die churfursten sonsten nur wege, wie ime zuhelffen und zuraten, wolte er sich mit inen gerne darzu vergleichen etc.

    Doctor Sigmundt Vieheuser kömpt in deme an: Die ksl. Mt. lest nach zuentbietung ires geneigten willens etc. den churfursten vermelden, das sie wurden wissen, was bißhero in Ernst von Mandelßlows sache gehandelt und durch sie intercessionweise bei irer Mt. gesucht etc. Weil denn ire Mt. dafur achten, das diese sach von wegen des Heiligen Reichs allerlei bedencken uf sich habe, /215'/ so gesinnen derwegen ire Mt., die churfursten wolten derselben hirinne ir bedencken eröfnen, damit sich ire Mt. darauf soviel besser resolviren mochten etc.

    Mainz (persönlich): Erstlich dancksagung auf der ksl. Mt. zuentbieten etc. Und wolten die churfursten irer Mt. begeren nach diese sache beratschlagen und irer Mt. alßdann hierinnen ir bedencken underthenigst eröfnen.

    Nach diesem ist Dr. Vieheuser widder wegkgangen, und haben die herrn zimlich lange mit einander alleine gerehdet. Hatt nachmaln der meinzisch canzler gesagt kegen die prothocollisten: wie man pfalzgraff Georg Hanßen beantwortet, also wolte man die andern alle, so der czölle halben ansuchung Šgethan, beantworten und es an die ksl. Mt. weisen und in derselben bedencken stellen.

    Verlesung des Wahldekretse,6. Beratungen zum Aussöhnungsgesuch Ernst von Mandesloes.

    /216/ Umfrage. Trier: Hatt hiebevor vernommen, was zuvor von wegen Ernst von Mandelßlows, der lange in der acht gewesen, an die ksl. Mt. gelanget worden und was izo ire Mt. an die churfurstenn gelangen lassen. Weiß zwar wol, wie Ernst Mandelßlo dem Reich furgangen, darumb er neben andern in die acht erkleret7. Der landtfriede vermöchte, das der keiser nicht macht hette, einen auß der acht zulassen, er brechte denn zuvor genugsame kundtschafft, das er sich mit dem beleidigten vertragen8. Obs nu alhie die gelegenheit hette, wuste er nicht; sonst achtet er, das ausserhalben des in deme nichts zuthun sei. Helt daneben dafur, das dem landtfrieden billich nachgegangen unnd, wenn er sich mit dem beleidigten vertregt und uf kunfftigem reichstage widderumb ansuchet, so kan davon weiter gerehdet werden.

    /216'/ Köln: Weiß, das anno 70 zu Speyer9 und seithero sonsten viel angesucht wor[den], zeuhet sich auch uf den landtfrieden und andere ordnungen, das man sich zuvor mit dem beleidigten vertragen solle. Weil sonst die sache hochwichtig, achtet er, das es alhie nicht zuvorrichten, sondern biß uf kunfftigen reichstagk zu gemeiner stende beratschlagung gestellet werde etc.

    Pfalz: Weiß auch, wie Mandelßlo in die acht kommen, was anno 70 zu Speyer vorgelauffen und man bei den wurzburgischen rethen gesucht, sie es aber uf iren herrn10, es demselben einzubringen, verschoben. Weil man aber die wurzburgische resolution nicht hette, und es also noch unerörtert, so achtet er auch, das dieses auf einen gemeinen reichsschluß zuvorschieben etc.

    /217/ Sachsen: Weiß auch, was zuvor vorgelauffen und sonderlich, das die ksl. Mt. sich dahin resolviret, das man vor allen dingen die reichsordnungen muste in acht haben, das die vergleichung zuvor mit dem beleidigten geschehe. ŠAlßdann wolten sich ire Mt. auch kegen ime mit gnaden erzeigen. Ist auch der meynung, das die reichsordnungen in acht gehabt werden, weil er aber die aussununge bei Wurzburgk nicht erhalten können, unangesehen, das er die izige röm. kgl. Mt. jungst zu Dresten11 umb ein vorbitte an bisschoff zu Wurzburgk12 angelangt, aber Wurzburgk untregliche mittell vorgeschlagen, die ime unmuglich etc., er auch dennoch lange genug umbgeschweifft, viel verzehret, sich gedemutigt und bei der ksl. Mt. so viel vertröstunge erlangt, wenn er allein mit dem partt versunet, das sie sich gern kegen ime mit gnaden erzeigen wolten, so achtet er, dz bei der ksl. Mt. umb beforderung an Wurzburgk zu linderung der conditiones, auch sonst ire Mt. zu genzlicher erlassung der ungnade anzusuchen, nicht alleine umb Mandelßloes, sondern umb so vielfeltiger ansehenlicher vorbitten willen solchs zu thun. /217'/ Wo aber sonst die churfursten erach[ten], das die ksl. Mt. bedencken haben wurde, desfalß bei Wurzburgk vorbitte zuthun, so stellet er in der churfursten bedencken, ob sie nicht vor sich wollen Mandelßloen zu gnaden und zum besten die vorbitte bei dem stifft Wurzburgk thun, das die vorgeschlagene conditiones uf treglichere mittell gelindert und in deme nicht Mandelßlo, sondern vielmehr seine statliche freundtschafft und grosse vielfaltige vorbitten mochten angesehen werden etc. Wil mit inen gern einig sein etc. etc.

    Brandenburg: Mandelßlo hette kfl. Gn. berichtet, das von der ksl. Mt. zu Speyer ime die vertröstunge geschehen, wenn er alleine mit Wurzburgk vertragen, das er sonst gute hoffnung haben solte. Hette nicht untterlassen und vielfeltige vorbitten und suchungen bei Wurzburgk gebraucht, aber nichts erhalten können, denn er ime untregliche conditiones vorgeschlagen. /218/ Nu achten kfl. Gn. selbst, das in deme der landtfrieden unnd ordnungen umb böser einfurung willen wol in acht zuhaben. Weil denn sonst Mandelßlo, sieder er von andern verfuret worden, sich viel gedemutigt, zum creuz gekrochen und vielfeltige vorbitten bei der ksl. Mt. gebraucht, das also zusehen, was er begangen, das es ime leidt etc., er sich auch hinfurder nicht rebellisch erzeigen wirdt und er sonsten auch alß ein kriegserfarner dem Reich zum besten wol zugebrauchen, so hetten kfl. Gn. darauf soviel mehr ine mit vorbitten versehen. Achtet, das die ksl. Mt. den bischoff zu Wurzburgk zuersuchen, die conditiones uf leidlicher wege zurichten oder, do ire Mt. selbst zuhandeln bedencken hetten, das sie commissarien darinne verordnetten. Wuste auch nicht anders, das zuvor der bisschoff marggraff Geörg Friedrichen13 gewilligt, das er zwene, und Mandelßlo auch zwene freunde desfalß wolten niddersetzen. /218'/ Achtet, wenn es noch uf den wegk zurichten, dz es nich[t] böse, damit darinnen in gute gehandelt und die sachen uf kunfftigen reichstagk vollents vortgesezt wurden und die Šaussunung geschege, damit einmal und soviel ehe den sachen abgehulffen. Achtet auch, das noch sonderliche vorbitten bei Wurzburgk einzuwenden nicht böse, das die conditiones uf leidlichere mittell mochten gericht[et] werden.

    Mainz: Weiß auch, was zu Speyer tractiret und ire Mt. vor ir bedencken eröfnet, dabei es ire Mt. gelassen. Und were dahin geschlossen worden, das vor allen dingen die beleidigte person versunet wurde, und wo es nicht köntte erhalten werden, wie die acht sonsten zu mitteln. Stellet es noch dahin und uf kunfftigen gemeinen reichsschluß. Weil aber auch allein von Sachssen und Brandenburgk votiret, das die vorbittung kegen Wurzburgk zuthun, so wil er desfalß der andern bedencken auch anhören etc.f

    Beratungen zum Konflikt zwischen Hg. Albrecht V. von Bayern und Gf. Joachim von Ortenburg; insbesondere zum Gegenbericht Hg. Albrechts14. /219/ Umfrage. Trier: Were jungst auch davon gerehdet, dieses etwa widderumb ans cammergericht zu weisen oder was sonst zuthun. Mitlerweil hette der herzogk einen langen kegenbericht eingewandt. Nu were er nicht allerdinge in abrehde, das der grafe ein standt des Reichs, das aber, darumb geklagt, were nicht ortenburgisch oder darzu gehörigk, sondern one mittell untter dem herzogen und in seinen landen etc. Weil denn diese sache am cammergerichte anhengigk, so achtet er, das dieselbe nicht hieher zu ziehen, sondern widderumb ans cammergericht zuweisen. Da wurde nach befindung und gelegenheit wol erkandt werden, was vermuge des religionfrieden und sonsten sich geburet etc.

    /219'/ Köln: Befindet, das der graffe ein stand des Reichs ist und sich erbeut, das er dem herzogen wegen der guter, die er untter ime hatt, nicht wil furgreiffen. Achtet, wenn dem graffen gelassen, was seine ist, so musse er zufrieden sein. Also auch, wenn der grafe seinem erbieten folge thut, das er dem herzogen leiste, was er schuldigk sei, so wurde und muste billich er auch daran sich genugen lassen. Achtet sonst, das die ksl. Mt. zuersuchen, den sachen (weil sie albereit lange geweret) abzuhelffen durch gute oder recht, sonderlich were es nachmaln mit commissarien zuvorsuchen oder wie es ire Mt. am besten bedencken werden.

    Pfalz: Befindet auß des herzogen bericht so viel, das er achtet, die sache sei wol zuvortragen. /220/ Was die disputation anlanget, were negst geschlossen, das man dem cammergericht seinen lauff lassen solte und dz die ksl. Mt. zuersuchen, mit Beyern zubeschaffen, den mandaten zu parieren. Der grafe klagte, dz der herzogk seine diener in denselben gutern, so untter dem herzogen gelegen, widder den religionfrieden zu einer andern religion dringen wolle, welchs unbillich. Achtet derwegen, das die ksl. Mt. Beyern dahin zuweisen, von Šseinem unfuge abzustehen, die diener freizulassen und sie dem religionfrieden zukegen nicht zu beschweren etc.

    Sachsen: Vermerckt, das es uf deme beruhe, ob der beyer befugt, das exercitium religionis der augspurgischen religion den ortenburgischen an dem ort zuvorbieten. Nu achtet er, wenn man bei dem religionfrieden bliebe, das der sachen leicht abzuhelffen. /220'/ Und weil dann sonsten mandata im cammergericht außgangen, so achtet er, das der graffe deren billich biß zu außtragk der sachen zugeniessen. Achtet auch, das man die sache nicht vom cammergericht zuziehen, sondern das die ksl. Mt. zuersuchen, das ire Mt. in dem zweiffel etwa mittel wolten vor die handt nehmen und den herzogen weisen, das die gutter, auch personen, so sieder den mandaten eingezogen worden, widderumb restituiret und frei und unbeschweret gelassen werden. Do dann von irer Mt. durch gut[e] mittell den sachen nicht desto ehe abgehulffen, das es alßdann am cammergericht außgeubt, deßen austragk erwartet und vor allem gleichwol der graffe restituiret werde.

    Brandenburg: Der streit zwischen inen were nemblich der, das der graffe an deme orte in des herzogen lande diener solte halten, /221/ so seiner, des herzogen, religion weren, welchs dem religionfrieden zuwidder. Darauf der grafe am cammergericht geklagt und mandata außbracht, denen aber der beyer nicht nachgelebtg. Achtet, das die sache am cammergericht auszuuben und das die ksl. Mt. zuersuchen, den beyer dahin zuvormahnen, den mandaten folge zuthun, des außtrags zuerwartten, den graffen widderumb zurestituiren und die diener loßzulassen. Do er danne widder den graffen etwas zuklagen, solte er es alda im cammergericht thun etc. Sonst köntte auch wol die ksl. Mt. ersucht werden, das nachmaln hirinnen die gute vorgenommen wurde, obs zuvorgleichen, und das einem und dem andern theil zuundersagen, sonderlich aber dem beyer, den graffen bei dem seinen geruglich zulassen. Dem graffen aber, das er in werender rechtferttigung keine newe religion an dem orte einfurete etc. Stellets doch in der andern weiter bedencken.

    /221'/ Mainz: Befindet auß den votis und achtet selbst, das die sachen, so am cammergericht hengen, davon nicht ab- und hieherzuziehen, sondern dabei gelassen und auch ire Mt. dahin zubeantwortten.h -Anziehung des heuptpuncts, Šdas die diener des herzogen religion sein sollen, darauff das mandat sine clausule erfolget, deme der herzogk billich geleben soll–h . Sonst votirt er auch dahin, das die ksl. Mt. zuersuchen, ob durch commissarien oder ander mittell die sachen in der gute aufzuheben, wo nicht, das es bei dem außtrage am cammergericht bleibe.

    (Nachmittag) [Rathaus]. Kfl. Räte. /89/ Mainz: Was heut vor eßens durch die hern bedacht, wehr durch mainzer cantzley ufs papir bracht. Stundt abzuhörn.

    Verlesung des Konzepts der kfl. Resolution zu Ernst von Mandesloe15. [1. Umfrage.] Trier: Helt concept der heutigen berhatschlagung gemes. Ob wol Sachsen und Brandenburg vermeind, es ihme, Mandeßloe, zum besten wol dahin zurichten, dz er zuverbitten bey Würtzburg, sey doch nicht aller seitz dahin geschloßen; treff sach Bamberg und fränkische veraynigten16 mit ahne.

    Köln: Dieweil vota nit gar einig gewesen und nicht wieder umgefragt worden, helt concept vor paßirlich; wer imperatori verkleinerlich, wz uff reichstag beschloßen also ohne satisfaction zu retractiren.

    /89'/ Pfalz: Het kein bedenckens, wo mit caesare dahin gehandelt, dz ihr Mt. solt underhandlen; leßts dabey; will sich von Brandenburg heutigs tags gegebens voto nicht sondern, dz caesar bey Wirtzburg intercedire, damit dieser17 nicht zu unmoglichen dingen gedrungen.

    Sachsen: Wiß heutige vota. Sey in ersten votis uff dem verschieben uf Reichs tag gestanden; weis nit anderst, dan dz die hern sich selbst mit einander verglichen, dz die underhandlung nicht zuverwerffen und dz vor konftigem Reichs tag, damit man nun nit wider hern thet, solt addirt werden, dz in mittelst handlung würdt beßerung schaffen.

    Brandenburg: Placet concept, doch der gestalt wie Sachsen gemelt. Dieweil man einig, Mandeßloë ein gnad zubeweisen, kont es durch underhandlung hiezwischen nechsten Reichs [tag] geschehen und deßen mit wenig worten in resolutione anregens beschehen.

    Mainz: Leßts bey dem wie es sich hern heut verglichen, nescit ad partem acta. Verschreyben ein echtern sey verkleinerlich. Addition halben der underhandlung woll er Trier und Coln hören.

    2. Umfrage. Trier: Man konn i[ne] mit so wenig worten wol gratificirn.

    /90/ Köln: Verschreyben sey heut nicht vor rhatsam erachtet; so müß man ein wenig reputation erhalten; leß[t] concept pleiben wie gefaßt.

    Pfalz: Dieweil hern zu frieden, dz Mandeßloe zur außonung kommen soll, konn man addition so hoch nit difficultirn.

    ŠSachsen: Sey nit der meinung, dz Mandeßloe zuverschreyben, allein des worts „underhandlung“ möcht man gedencken, vermahnen helff nicht allein.

    Brandenburg: Priora.

    Mainz: Sey zufrieden, dz die wort „underhandlung zupflegen“18 addirt werden.

    Ist also geendert.

    Mainz: Dz condische gesanten19 sich bey der mentzischen cantzley angezeigt unnd bey den churfursten umb audientz gepetten; die halten wiederum an. Stehe zubedencken, ob und wan sie gehort werden sollen. Begern audientz personlich oder bein rheten sampt oder sonder.

    /90'/ Trier: Hetten kein resolution von ihrm hern; wollens gesanten heim stellen, ob sie ihr anpringen itz vor den rheten oder bey den hern sampt oder sonder thun wollen.

    Köln: Haben von dieser legation nichts gewußt, drum auch kein befelch, müsten aber gesanten doch gehort werden.

    Pfalz: Wie wol sie kein befelch, jedoch dieweil hern die gelegenheit vieleicht nit wieder haben werd[en], mög man sie horn; kayser hab sie auch gehortt, so hab man sie zu Frankfurt20 auch gehort.

    Sachsen: Hat kein befelch; wils referirn. Werdt sich sein her resolvirn, ob er sie in der person oder sonst horen wol.

    Brandenburg: Sey breuchlich, dz sich gesanten zuvor bey den hern anzeigen; dz sey noch nit beschehen; wils referiren. Gedencke man aber eins andern, wollen sie sich nit sondern.

    Mainz: Verneme, dz man 2 meinung. Dieweil es nit geringe sach und gesante personlich audientz begern, placet, dz man es referir. Wz sich hern erklern zeit und orts halben, kon man gesanten antworten.

    Wardt geschloßen, dz mans referirn solt.

    /91/ Verlesung des Konzepts für das von den Kff. bewilligte Promotorialschreiben an den Kg. von Spanien zugunsten des Ebf. von Trier21. Trier: Wehr concept etwz ernstlicher zustellen. Wüsten doch nichts darzu zureden, ihr her zu Trier hett es dan gesehen; baten, deß verzugs kein vertruß zuhaben.

    ŠKöln: Wis nicht, ohs22 [!] die hern deß concepts mit einander verglichen oder nicht. Wol er concept seinem hern auch zaigen; wils Trier auch zusehen gonnen.

    Pfalz: Haben kein bedenkens im concept. Dieweil aber Trier deßen bedenkens, placet, dz Trier ersehe und verpeßer.

    Sachsen: Werd Saxen nit zu wieder sein, dz concept in optima forma gefertigt wie Trier begert. Würts nachgehents lesen und sich leichtlich verstehen.

    Brandenburg: Dieweil concept der abred gemes, placet. Steht im gleich, ob man es Trier verpeßern laßen wolle oder hie alßbaldt davon reden und die verpeßerung hie machen.

    /91'/ Mainz: Dieweil Trier communicationem begere, laßt er sichs gefallen. Wz sie darinne zu dilatirn, solt Mainz nicht zuwieder sein.

    Verlesung des Resolutionskonzepts betreffend die Klage des Gf. von Ortenburg gegen den Hg. von Bayern23. [1. Umfrage.] Trier: Placet concept.

    Köln: Leßt es gleichfals dabey.

    Pfalz: Sorgt, gute werdt nicht verfangen. Man sey der sachen heut nicht einig, sonderlich der question facti. Man befihle graffen24 nichts neus, wan man im sagt, captivos zu relaxiren. Item sey iuris, dz attentata revocirt werd[en]. Solt doch diß hoflich geschehen, damit herzog nit vorn kopff gestoßen.

    Sachsen: Hetten sich einer zweyten umbfrag versehen. Fall nit allein alter stritt vor, so in camera hang, sonder auch ime25 alle gud[er] zu Mattikoven bey diesem tag genommen. Soll cammera lauff gelaßen; dieweil die ding hiemit ko[mmen] [?] weidleuffig gedisputirt werden könt, solt caesar, qua [ra]tione poßet, bavarum vermögen, dz dem rechten sein /92/ lauff gelaßen, mandatis parirt, captivi relaxirt, spoliata restituirt unnd underthanen wieder religion frieden nicht beschwerdt werden.

    Brandenburg: Uf alte attentata sey geklagt in camera; uf neue bey diesem tag geschehen, sey hie geklagt. Sey concept berhatschlagung gemes, allein dz neben gutlicher handlung dem Ks. auch underhand geben würde, dz dabey restitutio begert und paritio mandatorum urgirt solt werden; leßt sich doch dz mehr gefallen. Mainz: Verneme, dz man in deme einig, caesarem umb gute zuersuchen. Wehr gleich wol nit ohn, dz man heut auch geredt, dz ad speciem zugehn, welches aber von etlichen nicht approbirt. Stehe cognitio definitiva, ob bavarus zu pariren schuldig, apud cammeram iudicium ab invicem ibi terminari ubi susceptum, sollen kein rescripta gelten. Sein her werdt es nicht thun konnen, dz er dem recht sein lauff nemme. Wen sach nit hing in camera, sonder graff Šmandata beym caesare außpracht, möcht man etwas thun, dieweil caesar cum cammera concurrentem iurisdictionem hab und sola facti veritate inspecta procediren mög sine strepitu iudiciario.

    /92'/ [2. Umfrage.] Trier: Müßen gedenken, dz sie weiter nit dorffen gehn als sie befelcht. Glauben grafen und bavaro [?] mehr. Man soll rech[t]en sein lauff laßen; werd paritio nachmaln uferlegt, werd er pariren müßen.

    Köln: Wan caesar comißarios ordne, werd der sachen wol geholffen werden uff beschehene erpieten und gegenbericht. Wir kon[nen] nicht iudices sein; camera het sonst nichts mehr [zu] thun. Hern thun an der commiss[ion] genug.

    Pfalz: Man involvir den ha[n]del, der an sich selbst richtig. Man dorff nichts newes befellen; camergericht habs albereidt mandirt. Ortenberg hab in simili contra Beyrn ein urtheil erhalten. Solt sach zur vergleichung kommen laßen, dz parirt würde, es thue es kein confessions verwanter.

    Sachsen: Ortenberg hab der alten und anderer sachen halben klagt, nemlich deß spolii halben. Ersten punctens halben las man sich wol weißen, ob bayr pariren soll. Dz ander aber belangent, videlicet spolium, dz sey ein ander fall, under den mandatis nicht begriffen; darunder solt man caesari bedenken geben, dz nemlich zuvorderst spolium restituirt und darnach gute vorgenommen.

    /93/ Brandenburg: Wan man in causa spolii sey und etwz mandirt werde, soll man in summa pariren; sey dieses ein spolium, sey mandatum sine clausula. Het caesar bavarum zumanen, dz er iustitie genug thet. Deß letzsten zugrifs halben, der fall sey noch nit in camera anhengig, drum konne es umb so viel mehr bey caesare gesucht werde[n]. Werdt seltzam ansehens haben, mit außgezohenem mantel [?] zuwehren [?] 26. Will sich doch nicht absondern.

    Mainz: Hetten ihre befelch angezaigt, dz Mainz bedenkens, ichts in specie anzuregen. Graf het sonst hie sententiam [?] definitivam, alle rescripta contra pendente lite seyen ipso iure nulla. Im fall graff meher theils seiner guter spoliirt, wehr es wohl ein w[eg], dz sich caesar der sachen anneme mit desto mehren ernst; mocht ergo add[irt] werden, dz caesar commißarios salva lite verordnet, item addendo, da auch hertzog graffen erst ufs neu spoliirt, solt er restitution th[un], doch dieweil Trier und Coln sich nicht resolvirt und sach wichtig, wollen Mainz noch einmahln umbfragen, damit man gleich stimmig und einhellig votum habe.

    « Nr. 20 November 1, Dienstag »

    Krönung Rudolfs II. zum röm. Kg. in der Domkirche. Bankett im Rathaus.

    /222/ Dinstags, am tage omnium sanctorum, den 1. Novembriß anno 75 ist ertzherzogk Rudolphus, könig zu Ungern und Behem etc., alß new erweleter römischer königk zu Regenspurgk in der thumbkirchen gekrönet und nach Šgehaltener krönung ein keiserlich und königlich pancket ufm rathause gehalten worden1, solemnit[er], wie sich geburet und gebreuchlich etc. Unser herr Gott erleuchte, regire und erhalte ihn, das es gemeiner christenheit zu wolfart und gutem gereiche.

    Und ist kfl. Gn. zu Brandenburgk den folgenden tagk, alß den 2. Novembriß frue gleich mit dem tage widderumb von Regenspurgk ab- und heimwarts verreiset2.

    « Nr. 21 November 2, Mittwoch »

    Textvorlage: Kurpfalz, fol. 93'–96.

    Vormittag: Sitzung der kfl. Räte mit den ksl. Kommissaren. Vortrag der Gesandten des Prinzen von Condé. Beratungen zur Instruktion und zur Finanzierung der Gesandtschaft nach Moskau. Nachmittag: Sitzung der kfl. Räte. Beratung der Supplikation der Stadt Lübeck. Übergabe eines Revers der Stadt Aachen und der Supplikation des Domkapitels zu Münster. Termin des künftigen RT.

    /93'/ (Vormittag) Rathaus. Kfl. Räte und ksl. Kommissare. Wurden erstlich die condischen gesanten1 angehort, ihres muntlichen anpringens, welches sie auch schrifftlich ubergeben2, deß summarischen inhaltz unnd begerens, dz dem hertzogen von Alançon und Condé alß confoederirten3 an ihrem vorhaben, welches zur erlangung der frantzosen freyheit, auch der cron Franckrich heil unnd wolfahrt gemeindt, kein hinderung geschehe.

    Daruff die gesanten abgetretten unnd moscowitische sach4 proponirt worden. In deß kam Dr. Viheuser von wegen der ksl. Mt., H. Georg Hansenn pfaltzgraven sach halben. Wurde fur gut angesehen, selbige biß zum nachmittag /94/ inzustellen unnd izmaln von dem moscowitischen geschefft zutractiren, daruff auch umbgefragt wurde.

    Š1. Umfrage. Trier: Dieweil die keiserischen5 bey der handt, solt man sie umb beßeren berichts willen von sachen horen.

    Idem placuit reliquis. Fiel zweyfel für, ob in gegenwertigkeit der keiserischen votirt werden solt, und wurdt geschloßen, dz zuvorderst die keiserischen umb bericht zuhoren; welches geschah.

    Unnd zeigt daruff der her Ilsung ahn von wegen der ksl. Mt., dz die Kff. anno 70 zu Speyr sich albereid eins bedenckens unnd instruction verglichen6, stunde zu bedencken, ob man selbige abhoren wolt. Verlas Lic. Erstenberger etliches auß einem concept. Dabey vor gut angesehen, dz ubrige auß der instruction zuhorn unnd wz zu änderen geändert würde, welches den keiserischen vermeldet worden. Die vertrauten die verfaßung der instruction der meintzischen cantzley unnd begerten, dz von dem kosten solcher legation deliberirt würde, mit anzeig, dz ihr Mt. albereit gesanten7 beym moscowiter hetten; die würden schirist wieder kommen, nach deren relation unnd bericht die instruction alßdan wohl gericht werden konte. Zuforderst aber wehre von dem zehrungs kosten zugedenckenn.

    /94’/ Hieruff seind der Kff. rhät abermals abgetretten (wie wohl sich die keiserischen inen zuentweichen erpotten, aber von wegen deß hern Ilsungs leibs unvermoglichkeit, so in einem seßell sich ufs hauß tragen laßen, nicht beschehen) unnd verners votirt.

    [2. Umfrage.] Trier: Dz der handel uff vorstehenden reichstag zuvorschieben unnd deß kostens halben mit der stätt, denen daran gelegen, alhie seyenden gesanten8 zuhandlen.

    Köln: Dz deß moscowitischen gesanten wiederkunfft zuerwarten unnd der kosten den stetten, denen damit gedient, uffzuladen.

    Pfalz: Man solte nach ankunfft deß moscowitischen gesanten die instruction verfertigen unnd den Kff. zu ersehen uberschicken, selbige nachmalß samptlich habenndt zubedencken. In mittelst solt bey der meinzischen cantzley der instruction begriff verfaßt werden. Den kosten solte man von denen stetten, den diese legation zum besten gereicht, erforderen.

    Sachsen: Dz die schickung jungstem beschlus nach zubefürderen, auch die instruction alßbaldt zu concipiren unnd zuvergleichen.

    Brandenburg: Leßt es bey jungstem decret, dz nemlich die legation befurdert, die zehrung unnd unkosten derselben den stetten zu gemutet unnd die capita instructionis bey der meintzischen cantzley begriffen werden.

    Š /95/ Mainz: Leßts bey jüngstem beschlus; wehr aber zuschicken, dz stehe bey ihrer Mt. Instruction sey auß deß legati, so kommen soll, relation zuverfaßen; kostens halben solt mit den stetten, wie jungst beschloßen, gehandelt werden.

    Diß ist den keiserischen referirt worden, dz man nemlich vor gut angesehen, die legation zubefurderen und langer nit inzustellen. Solte ein gefurste person geschickt werden unnd mit namen H. Parnim zu Pommern9, deßen f. Gn. ihre Mt. jhemand weyters zuordnen mochte. Die instruction wehre in der ksl. canzley zufertigen, deßen ungeferlichen inhaltz: 1) dz gewonlich zuentpieten, 2) dz der handel erholet würde, 3) dz man begerte, der moscowiter ufs wenigste hinfüro sich weytern intrags enthielte, 4) dz die gesanten von dem moscowiter vernemen, welcher gestaldt er sich mit dem Reich in correspondentz einlaßen wolt, unnd solches uffm reichstag referirten, daruff ferner zudeliberiren. Den kosten solten die städt dargeben eintweder für voll, zum halben oder dritten theil. Im fall aber deren keins zuerhalten, dz alßdan zum wenigsten die vorleyhung von ihnen beschehe.

    (Nachmittag) Rathaus. Kfl. Räte. Wurde von der lubeckischen sachen contra Schweden10 votirt.

    /95'/ [Umfrage.] Trier: Dz die furschrifft ahn Schweden biß uf den Reichs tag zuverschieben.

    Köln: Idem.

    Pfalz: Ihr Mt. kont zum wenigsten so weid intercediren, damit beide theil ahn eim sicheren ort umb ferner handlung willen zusammen kommen oder schicken mochten.

    Sachsen: Fürschrifft an Schweden mit zutheilen, mit benenung eines orts hie zwischen dem Reichs tag.

    Brandenburg, Mainz: Dergleichen.

    Eodem wurde H. Georg Hansen pfaltzgraven sach11, dergleichen wz uff condische werbung12 zuthun proponirt unnd anzeigt, dz die Kff. sich selbiger beider sachen halben in der person underredt unnd verglichen. Die von Ach ubergaben einen revers der alhero gehn Regenspurg gelegter crönung halben, Šmit begeren, solchen13 inen zuverfertigen. Ist inen bewilligt. Thumdechant unnd capitul zu Monster14, auch etliche vom adel ubergeben schreyben wieder dz thumcapitul zu Meintz [!]. Reichs tag den 8. oder 12. Februarii anno 76 zu Augspurg zu halten etc. erklert. /96/ Licentiat Erstemberger begert nomine caesaris, de sumptibus moscowiticae legationis zu deliberiren; würde bey ihrer Mt. die instruction uff heutige capita verfertigen zu laßen kein mangel sein.

    « Nr. 22 November 3, Donnerstag »

    Textvorlage: Kurpfalz, fol. 96 f.

    Vormittag: Sitzung der kfl. Räte. Verlesung des am 2. November beratenen Bedenkens der kfl. Räte zur Gesandtschaft nach Moskau und zur Supplikation der Stadt Lübeck. Antwort der Kff. auf das Zollgesuch des Pfgf. Georg ŠJohann I. von Pfalz-Veldenz und auf die Werbung der Gesandten des Prinzen Condé. Gratifikation für die Diener.

    /96/ (Vormittag) [Rathaus]. Kfl. Räte. Wardt bedencken der moscowitischen schickung halben, so man caesari ubergeben solt, abgelesen unnd approbirt1. Item bedencken in causa Lubeck contra Schweden abgelesen unnd paßirt2. Die bewilligung H. Georg Hansen Pfgf. zolß halben ist dahin geschehen, dz die verordneten die zoll stett zu land besichtigen und seinen f. Gn. uff konfftigem Reichs tag bescheid gegeben werden solt3. Ferners ward bedacht, den condischen gesanten4 von der Kff. wegen zur antwort zu geben, dz ihre kfl. Gnn. nichts liebers als den frieden in Franckrich und allenthalben sehen und wünschen /96'/ möchten. Dieweil dieses aber ein hochwichtig werck unnd ihre kfl. Gnn. auch sonsten hirunder nicht begrüßet oder ersucht worden, so wüste man sich nicht inzulaßen, unnd mochte diese antwort den gesanten latine schrifftlich gesampt der ksl. Mt. oder abgesondert in der Kff. namen allein gegeben werden5

    Reichs marschalcks diener oder furirer bate ein honorarium wegen seiner angewenten muhe. Wurde für die hofmarschälck gewiesen. Ein gleiches begerten die rhats- oder stuben diener. Wardt geschloßen, von eines jeden Kf. wegenn sieben thalter zuverehren.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

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    Anmerkungen

    1
    GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Kk 2 Fasz. A, fol. 85–222. Konz. von Hd. P. von Lagow mit Korrekturen und Marginalien. Überschr. (fol. 85): Anno 75. Tractation zu Regenspurgk. Das Protokoll wurde nachträglich in eine Akte eingefügt, die im Wesentlichen Kopien der Korrespondenz Kf. Johann Georgs von Brandenburg mit Ks. und Kff. über die Vorbereitung des Kurfürstentags seit Mai 1574 sowie Akten vom Wahltag selbst enthält. Dabei wurden die Blätter neu durchnummeriert und die ursprünglichen Folioangaben von [1] bis 138 am rechten unteren Seitenrand durch die Zahlen 85 bis 222 ersetzt. Nachträglich wurden Verweise mit Folioangaben auf die im hinteren Teil ab fol. 263 (fol. 223 bis 262 sind blanko) abgelegten Akten eingefügt, bei denen es sich wahrscheinlich um diejenigen Dokumente handelt, die durch die Mainzer Diktatur bekannt gemacht wurden. Der Titel der Akte lautet: Prothocol ergangener handelung vor unnd auf dem churfursten tage zu Regenspurgk, als die kgl. W. zu Hungern und Beheimen Rudolphus, ertzhertzogk zu Österreich etc., zu einem römischenn konig erwehlet wordenn, mense Octobris anno etc. 1575. Gehalten durch Peter von Lagawenn churfurstlichenn brandenburgischen cammer secretarienn. Der Text beginnt auf fol. 85 mit der Information über die Ankunft Kf. Johann Georgs in Regensburg am 5.10.1575 und mit der Nennung der Teilnehmer und endet auf fol. 222 mit der Notiz, dass der Kf. bei Tagesanbruch des 2.11. die Heimreise antrat. Da Kf. Johann Georg die Versammlung vorzeitig verließ, um zu seiner todkranken Ehefrau zurückzukehren, fehlen die letzten beiden Sitzungstage. Für diese wird daher auf die Mitschrift der Kurpfalz zurückgegriffen.
    2
    HStA München, K. schwarz 3728, fol. 4–96'. Konz. mit Korrekturen und gliedernden Randbemerkungen, aber teilweise unleserlich und nur eingeschränkt verwendbar. Aufschr. (fol. 2): Protocoll im kfl. rhatt gehalten ob dem Kff.tag zu Regenspurg anno 1575.
    3
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/2, fol. 1–49. Reinschr. mit gliedernden Zwischenüberschr.; Aufschr.: Protocoll der handlung, so die churfürsten des Heiligen Römischenn Reichs auff dem wahltage zu Regensburg uber der wahl des itzigen römischen königs Rudolphi des andern collegialiter gehalten, aus befelch des churfürsten zu Sachssen etc. durch s. kfl. Gn. rath Dr. Daviden Peiffern mit vleis registrirt. 1575; Überschr. (fol. 1): Summarischer bericht dessen, so in des Heiligen Reichs churfürsten collegialversamlung zu Regensburgk anno 75 gehandelt wordenn. Eine weitere Reinschr. mit identischen Auf- und Überschr.: Ebd., Loc. 10671/4, 46 unfol. Blätter.
    4
    LAV NRW R, Kurköln V, Nr. 8, fol. 79–123. Reinschr. mit wenigen Korrekturen und gliedernden Randbemerkungen.
    5
    HHStA Wien, MEA, WuKA 25, fol. 537–538 (22.10.1575) und fol. 543–544 (26.10.1575; Text in Anm.y bei Nr. 14). Kopp.
    6
    Das Original des zwischen 1559 und 1604 geführten und sieben Bände umfassenden Tagebuchs befindet sich in der Handschriftenabteilung des Fürstlichen Archivs Bad Berleburg unter der Signatur RT 3/1–7. An der entsprechenden Stelle im dritten Band fehlen jedoch die den Kurfürstentag betreffenden Einträge. Stattdessen findet sich dort (RT 3/3, fol. 68') ein Verweis auf die Reise Sayn-Wittgensteins nach Regensburg zwischen dem 23.9. und dem 13.11.1575 (freundliche Auskunft von Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamts für Westfalen). Die Aufzeichnungen, die er während seiner Reise machte, wurden von Sayn-Wittgenstein also offenbar separat verwahrt.
    7
    Vgl. Schneidt , Geschichte, Einleitung §§ 13–16; Moritz , Wahl, 137, Anm.⁕. Die Mitschrift befand sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Besitz des Gießener Professors Immanuel Weber, dessen Schüler Carl Ludwig Bielefeld einige wörtliche Zitate zur Wahl und Krönung Rudolfs sowie den Epilogus in seiner 1707 erschienenen Dissertation abruckte ( Weber/Bielefeld , Dissertationis, 30–35). Ob bzw. wo dieser Teil des Diariums des Gf. Sayn-Wittgenstein im Original erhalten ist, konnte nicht ermittelt werden. Laut Senckenberg , Sammlung II, Vorbericht § 3, geht der Erstdruck des Diariums 1711 (in Geheimbdes Protocollum , 1–51) auf die Initiative Webers zurück. Senckenberg übernahm für den dritten Teil seiner Sammlung nicht nur den Text und die Fußnoten des Drucks von 1711 ( Senckenberg , Sammlung III, 3–73), sondern auch einige andere, im Anschluss an das Protocollum abgedruckte Dokumente, u.a. Auszüge aus dem Passauer Vertrag von 1552 (ebd., 74–102) und den Text der Declaratio Ferdinandea von 1555 (ebd., 106–109). Text und Fußnoten der ersten Ausgabe sind wieder abgedruckt bei Schneidt , Geschichte, 486–541.
    8
    Vgl. Einleitung, Kap. 1.2. Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 336–418, referiert die Sitzungen zwischen dem 12.10. und dem 3.11.1575 nach dem Diarium Sayn-Wittgensteins.
    9
    Orr. und Konzz. der Weisungen und Berichte in HStA München, K. blau 100/1, fol. 16–208' passim, und K. blau 110/6b, ab fol. 31 passim. Die Gesandtschaftskorrespondenz ist teilweise gedruckt in Kluckhohn , Briefe II, Nrr. 839–851 S. 875–901.
    1
    Vgl. dazu das Verzaichnis der räthe, welche die churfursten auff jetzigem collegialtag zu Regenspurg zur consultation gezogen (HStA München, K. blau 100/1, fol. 60–61), übersandt als Beilage zum Schreiben Pfgf. Ludwigs an seinen Vater Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 12.10.1575; vgl. Anm.1 bei Nr. 24).
    2
    Nr. 23.
    3
    Zu den Ausschreiben Kf. Daniels von Mainz mit der Bitte um persönliches Erscheinen der Kff. vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
    4
    Nr. 24.
    5
    Am letzten Wahltag in Frankfurt 1562 hatte der im Sterben liegende Kf. von Köln, Johann Gebhard von Mansfeld (†  2.11.1562; Gatz , Bischöfe, 456 f.), nicht persönlich teilnehmen können. Die Vollmacht für seine Gesandten war in der ersten Sitzung des KR am 27.10.1562 geprüft und für ausreichend erkannt worden ( Häberlin , Reichs-Geschichte V, 1 f.). Die Wahl Maximilians II. zum röm. Kg. wurde bis zur Ankunft des am 19.11.1562 zum Ebf. von Köln gewählten Friedrich IV. von Wied ( Gatz , Bischöfe, 752–754) verschoben, so dass eine neue Vollmacht für die Kurkölner Gesandten nicht benötigt wurde (vgl. Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 142 f., 145–148, 155). – Um weiteren Ärger zu vermeiden und den Ablauf des Wahltags nicht zu verzögern, setzte Pfgf. Ludwig noch am selben Tag (10.10.1575) eine den Vorgaben der Goldenen Bulle (Kap. XIX; Fritz , Goldene Bulle, 75 f.) entsprechende Wahlvollmacht (archivalischer Nachweis bei Nr. 23) für sich und die kfl. Räte auf, die er zwei Tage später mit der Bitte um Unterschrift und Siegelung an seinen Vater sandte; vgl. Pfgf. Ludwig an Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 12.10.1575; vgl. Anm.1 bei Nr. 24). – Dass Sachsen an dieser Stelle eine Überprüfung der pfälzischen Vollmacht fordert, steht vielleicht im Zusammenhang mit der bereits zu Beginn der Versammlung offenkundigen Verstimmung zwischen Sachsen und der Kurpfalz. Zur Audienz Pfgf. Ludwigs beim sächsischen Kf. am 9.10.1575, während der Kf. August seinen Ärger über Pfalz zum Ausdruck brachte vgl. Einleitung, Kap. 3.3, sowie unten Anm. 8.
    6
    Sabina, die zweite Ehefrau Kf. Johann Georgs von Brandenburg, war so schwer erkrankt, dass der Kf. erwogen hatte, nicht persönlich am Kurfürstentag teilzunehmen. Auf Anraten Kf. Augusts von Sachsen hatte er sich schließlich doch dazu entschlossen; vgl. Einleitung, Kap. 2.3. Sabina von Brandenburg-Ansbach starb noch vor der Rückkehr ihres Mannes am 2.11.1575 ( Europäische Stammtafeln , N. F. I.1, Tafel 130).
    7
    = Pfgf. Ludwig.
    8
    Sayn-Wittgenstein berichtet in seinem Diarium (nach Schneidt , Geschichte, 491 f.), dass Pfgf. Ludwig mit Hilfe der Kff. von Mainz und Brandenburg beim Kf. von Sachsen die Zulassung Ehems erreichen konnte, doch daß er Sachsen nicht zu nahe vor den Augen gehe. Dr. Christoph Ehem (1528–1592; ADB V, 693 f.; Press , Calvinismus, 232 f., 256 und passim) war seit 1574 Kurpfälzer Kanzler und dem Kf. von Sachsen wahrscheinlich wegen seiner engen Verbindung zum sächsischen Rat Georg Craco (1525–1575) verhasst. Dieser war im Zuge des Sturzes der sächsischen Philippisten als Verräter angeklagt worden und im März 1575 in sächsischer Gefangenschaft gestorben ( Kluckhohn , Sturz, 117; Nicklas , Beziehungsgeflechte, 189–195).
    9
    Der Regensburger Wolf Haller (ca. 1525–1591) war 1548 in die ksl. Kanzlei eingetreten und ab 1554 Hofsekretär. Nach seinem Ausscheiden 1566 trat er in kurpfälzische Dienste. Sein Nachfolger in der Reichshofkanzlei wurde Peter Obernburger ( Goldinger , Wolf Haller).
    1
    Laut des Berichts Johann Dreylings an Ehg. Ferdinand II. (Regensburg, 12.10.1575; vgl. Anm.3 bei Nr. 1) war der Ks. in Begleitung seiner Söhne (außer Rudolf) und des Ebf. von Salzburg.
    2
    Zu den Ausschreiben Kf. Daniels von Mainz vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
    3
    Zu den Werbungen des Ks. um die persönliche Teilnahme der Kff. vgl. Einleitung, Kap. 2.3.
    4
    Nr. 1.
    5
    Zum Gesundheitszustand des Ks. vgl. Einleitung, Kap. 2.1 mit Anm. 2.
    6
    Gemeint sind insbesondere die Bedrohung durch die Osmanen (vgl. dazu in Nr. 44 die Proposition Ks. Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines RT), der antispanische Aufstand in den Niederlanden sowie die Religionskriege in Frankreich.
    7
    Dazu Joachim Lindemann an Dr. Anton Wietersheim (Regensburg, 1.11.1575: NLA StA Bückeburg L 1 Nr. 185. Or.): Den eilfftenn Octobris ist alhie auff dem radthause von der wahle eines romischen konigs proponiret; sein hernacher semptliche Kff. etzliche tage nach ein ander umb 7 fruhe biß umb 10 zu radt geritten, nach mittag durch ire vorordnete rathe auch andere sachen furnehmen lassen, wie dan itzo noch teglich nach mittag der rathe bey einander kohmen. Zum Vortrag der ksl. Proposition vgl. auch Dolfin an Gallio (Regensburg, 13.10.1575): Neri , NB III/8, Nr. 156 S. 337–339, hier 338 f.
    1
    Vgl. Einleitung, Kap. 2.1.
    2
    Zu den beiden Ausschreiben Kf. Daniels von Mainz vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
    3
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 95 f. (Nr. 3).
    4
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 96 f. (Nr. 3).
    5
    Vgl. Nr. 1.
    6
    Zur Vorankündigung der ksl. Gesandtschaften im Schreiben Ks. Maximilians II. vom 8.10.1574 und zu den Wahlwerbungen der ksl. Gesandten Harrach, Hegenmüller, Rosenberg und Viehauser bei den Kff. im Winter 1574/75 vgl. Einleitung, Kap. 2.1.
    7
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 96 f. (Nr. 3).
    8
    Nr. 24.
    9
    Wohl Bezug auf Abschnitt [6] des Kurvereins vom 18.3.1558: Leeb , RTA RV 1558/59, Nr. 47 S. 454–465, hier 460 f.
    10
    Vgl. Nr. 1 mit Anm. 9 und Anm. 12.
    11
    Von den Religionskriegen, die 1567/68 in den Niederlanden und in Frankreich begonnen hatten, war das Reich direkt betroffen, da die Kriegsparteien eine große Anzahl Söldner in deutschen Territorien rekrutierten. Aufmarsch und Rückzug der Truppen waren für die Wahrung von Frieden und Sicherheit im Reich eine schwere Belastung; zu den Wirkungen der spanischen und französischen Rüstungen im Reich vgl. Lanzinner , Friedenssicherung, 77–92. Zu den Klagen der Kff. über die Auswirkungen der Kriegsrüstungen und die bis dahin erfolglosen Gegenmaßnahnen vgl. auch die Beratungen am folgenden Tag in Kurbrandenburg, fol. 123'–129 (Nr. 5) mit Anm. 6.
    12
    Vgl. Anm.9 bei Nr. 1.
    13
    Nr. 24.
    14
    Bezug auf die Bedrohung durch die Osmanen und auf die russischen Angriffe auf Livland; vgl. Einleitung, Kap. 1.1.
    15
    Wahrscheinlich Bezug auf die 1568 in Fulda diskutierte militärische Unterstützung Pfgf. Johann Casimirs für die Hugenotten. Die ksl. Kommissare betrachteten das Vorgehen der Pfälzer als Verstoß gegen die Reichsgesetze, konnten sich mit ihrer Auffassung jedoch nicht durchsetzen ( Guba , Kurfürstentag; Lanzinner , Friedenssicherung, 93–101); vgl. auch Anm.6 bei Nr. 5.
    16
    Vgl. dazu das sinngemäß identische, wahrscheinlich nach Verlesung der Proposition am 11.10.1575 vorformulierte kursächsische Votum in HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, 7 unfol. Blätter, mit dem Vermerk am Ende: Mit diesem voto kan man sich richten auff das jenige, so Meintz morgen proponiren wirdt und wie fur hero die andern churfursten votiren [...].
    17
    Gemeint ist wahrscheinlich das letzte Interregnum von 1519. Da es Ks. Maximilian I. zu seinen Lebzeiten nicht gelungen war, bei den Kff. die Wahl seines Enkels Karl sicherzustellen, war die Nachfolge im Reich mit seinem Tod am 12.1.1519 ungeklärt. Bei dem folgenden Wahl- und Sukzessionskampf setzte sich der habsburgische Kandidat und spanische Kg. Karl (V.) gegen seinen Rivalen, den französischen Kg. Franz I., durch und wurde am 28.6.1519 in Frankfurt zum Reichsoberhaupt gewählt ( Kohler , Karl V., 33–37).
    18
    Gemeint sind die französischen und spanischen Kriegsrüstungen im Reich; vgl. oben Anm. 11.
    19
    Johann Georg (1525–1598) war seit 1571 Kf. von Brandenburg ( NDB , X, 474 f.).
    20
    Maximilian I., seit 1486 röm. Kg., geriet während des Burgundischen Erfolgekriegs gegen Frankreich (1477–1493) in Brügge in Gefangenschaft (Februar bis Mai 1488). Sein Vater Ks. Friedrich III. musste mit einem Reichsheer anrücken, um ihn zu befreien ( Holleger , Maximilian I., 54–57; Wolf , Doppelregierung, 201–232).
    21
    Nach dem Tod des kinderlosen Kg. Sigismund II. August am 7.7.1572 hatte es in Polen-Litauen bereits zwei Interregna gegeben: Das erste endete am 11.5.1573 mit der Wahl Heinrichs von Valois, der jedoch bereits im Juni 1574 Polen verließ, um als Kg. Heinrich III. von Frankreich die Nachfolge seines verstorbenen Bruders Karl IX. anzutreten ( Mieck , Heinrich III., 128–131). Da der polnische Thron mit der Absetzung Heinrichs erneut vakant war, sollte auf der Wahlversammlung in Warschau im November 1575 ein Nachfolger gewählt werden. Wie bereits 1572/73 bewarb sich mit Ehg. Ernst auch diesmal ein Habsburger um die polnische Königskrone. Zu den habsburgischen Kandidaturen und Interessen während des ersten und zweiten Interregnums in Polen-Litauen vgl. Bues , Kandidatur; Baczkowski , Adel; Augustynowicz , Kandidaten; Neri-Ultsch , Politik, 50–57 (mit Bezug auf die päpstliche Politik), sowie Nr. 47, Nr. 48 und Nr. 49; zu den Auswirkungen der beiden Interregna auf die Handlungsfähigkeit der polnischen Adelsgesellschaft vgl. Rhode , Königreich, 21–128.
    22
    1552 hatte sich die protestantische Fürstenopposition mit dem französischen Kg. Heinrich II. verbündet und einen erfolgreichen Feldzug gegen Ks. Karl V. geführt, der aus Innsbruck floh und damit seiner Gefangennahme nur knapp entging. Seinem Bruder Ferdinand I., seit 1531 röm. Kg., gelang es, einen Waffenstillstand sowie weitere Verhandlungen zu verabreden, die im August 1552 in den Friedensvertrag von Passau mündeten ( Kohler , Ferdinand I., 225–237; Kohler , Karl V., 53; Sicken , Ferdinand I., 62–64; Rebitsch , Kaiser).
    23
    Vgl. Anm.9 bei Nr. 1.
    24
    Wenzel, 1376 röm. Kg., 1378 Ks., 1400 abgesetzt ( ADB , XLI, 726–732).
    25
    Zur Audienz der Kff. beim Ks. vgl. auch den Bericht Johann Dreylings an Ehg. Ferdinand II. (Regensburg, 13.10.1575): HHStA Wien, RK, RTA 52-1, fol. 490. Or.; präs. Innsbruck, 24.10.1575. In seinem Schreiben an den Dogen vom 25.10.1575 berichtete der venezianische Gesandte Vincenzo Tron, dass ihm der Ks. über diese Audienz folgendes erzählt habe (HHStA Wien, StAbt, Italienische Staaten, Venedig, Dispacci di Germania 5, pag. 150–156, hier 153 f. Kop.): la Maestà sua da sé mi diede conto di alcuni accidenti ch'erano successi nel convenir questi principi elettori per la elettione di re de' romani, et mi disse questo che, mostrando la Maestà sua d'attender a complimenti et visite et ad ogni altra cosa, ella haveva praticato con grandissima diligentia la conclusione di tanto negotio, nel quale non poteva dire di non haver havuto delle difficoltà assai, se ben havesse condotto ogni cosa assai presto a quel buon fine che desiderava. Qui mi raccontò che il secondo giorno dopo la proposta sua vennero all'improvviso questi signori elettori nella camera sua a ritrovarla et gli dissero che havevano consigliato sopra di quello che era piaciuto alla Maestà sua di proponerli, ma che, vedendo quanto degnamente rimaneva la protettione dell'Imperio nella persona sua, non havevano trovato modo di compiacerlo perchè, sebene per il passato era stata travagliata da certe indispositioni, al presente ritrovandosi in quel buon stato di sanità che la vedevano aiutata dal suo buon animo, non dubitavano ponto che con l'aiuto del Signor Dio ella non dovesse ancora conservarsi per molti anni. La Maestà sua, sentendosi colta all'improvviso, prese per espediente di replicarli il medesimo che li haveva detto innanzi per fondamento della proposta sua, dubitanto che non replicassero l'istesso che poco prima li havevano detto, si risolse di pregarli tutti insieme et ognuno di essi in particolare affettuosamente a dargli tanta satisfattione et così si partirono; che il giorno appresso la Maestà sua andò a visitatione di Sassonia il quale, venendogli incontro, se gli accostò all'orecchia et gli disse che tutti havevano terminato di compiacerla; il che le fu gratissima cosa.
    1
    Um eine freie Stimmabgabe zu gewährleisten und Einmischungen von außen zu verhindern, verpflichtete die Goldene Bulle die Bürger der Stadt Frankfurt, die Kff. zu beschützen und zur Zeit der Wahlverhandlungen alle Fremden aus der Stadt zu weisen; vgl. Goldene Bulle, Kap. I, Abs. 15, und Kap. 29, Abs. 1 (Wahlort Frankfurt; Fritz , Goldene Bulle, 51, 87); Ebd. Kap. I, Abs. 19 und 20 (Vereidigung der Bürgerschaft und Ausweisung der Fremden; Fritz , Goldene Bulle, 52 f.).
    2
    Zur Eidesleistung der Frankfurter Stadträte 1562 vgl. Luttenberger , Kurfürsten, 139; Gotthard , Säulen, 487 f.
    3
    Zum Revers Ks. Ferdinands I. wegen der Anwesenheit von Nichtkurfürsten während der Wahl 1562 vgl. Gotthard , Säulen, 494 f.
    4
    Zu den Beratungen und Beschlüssen betreffend den ksl. Revers und die Eidesleistung des Regensburger Rats vgl. Kurbrandenburg, fol. 161'–167 (Nr. 11 mit Anm. 14), sowie Nr. 26.
    5
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 110' (Nr. 4).
    6
    Die erste RV, die sich mit den Auswirkungen der Religionskriege in Frankreich und den Niederlanden sowie mit entsprechenden diplomatischen und ordnungspolitischen Maßnahmen zur Sicherung des Reichsfriedens beschäftigte, war der Kurfürstentag in Fulda 1568. Obwohl dort Einigkeit darüber herrschte, dass die Praxis bei Werbungen und Truppendurchzügen gegen die bestehenden, an sich ausreichenden gesetzlichen Regelungen verstieß, wurden keine weitergehenden Maßnahmen zur Durchsetzung der Reichsgesetze unternommen. Man konnte sich lediglich auf eine ksl.-kfl. Kommission einigen, die im westlichen Grenzgebiet den Rückzug deutscher Söldner aus Frankreich überwachen sollte. Die Forderung des Ks., auswärtige Truppenwerbungen zukünftig nur mit ksl. Genehmigung zuzulassen, wurde von den Kff. abgelehnt. Zu den Verhandlungen und Ergebnissen im Einzelnen: Guba , Kurfürstentag; Lanzinner , Friedenssicherung, 78, 93–126; Luttenberger , Kurfürsten, 187–205.
    7
    Vgl. unten Anm. 9.
    8
    Dem Diarium Sayn-Wittgensteins zufolge (nach Schneidt , Geschichte, 497) ist die Unterstützung gegen die Türken und die Wiedergewinnung gewaltsam entzogener Reichsterritorien gemeint.
    9
    Aus dem Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 497) geht hervor, dass von den erfolglosen Friedensmissionen Ehg. Karls in Spanien und Gf. Günthers von Schwarzburg in den Niederlanden die Rede ist, die gleich nach dem Ausbruch der spanisch-niederländischen Auseinandersetzungen 1568 unternommen wurden: Ehg. Karl von Österreich war 1568 im Auftrag seines Bruders Ks. Maximilian II. nach Spanien gereist, um sich beim spanischen Kg. unter anderem für eine maßvollere Politik gegenüber den rebellierenden Niederländern einzusetzten, was Kg. Philipp II. jedoch sehr brüsk zurückgewiesen hatte ( Luttenberger , Kurfürsten, 390 f.; Arndt , Friedensvermittlungen, 163 f.). Gf. Günther XLI. von Schwarzburg (1529–1583; ADB , X, 142 f.), Schwager Wilhelms I. von Oranien, war 1568 vom Ks. in die Niederlande entsandt worden, um im Konflikt zwischen den Aufständischen und dem spanischen Statthalter Hg. Alba zu vermitteln, kehrte jedoch unverrichteter Dinge zurück. Im März 1575 gehörte Schwarzburg erneut einer ksl. Delegation an, die in Breda zwischen den Kriegsparteien vermitteln sollte. Im Juli waren die Friedensgespräche ergebnislos abgebrochen worden ( Meteren , Beschreibung I, 265–274; Arndt , Friedensvermittlungen, 165–167).
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 119' (Nr. 4).
    2
    Zum zweiten Mal seit der Krönung Ferdinands I. 1531 in Aachen sollte die Krönung des röm. Kg. am Wahlort stattfinden. 1562 waren Aachen und Nürnberg aufgefordert worden, ihre Delegationen nach Frankfurt zu schicken und die für die Krönung Maximilians II. erforderlichen Reichskleinodien mitzubringen (Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 148 f.; Stollberg-Rilinger , Puppe, 51–54).
    3
    Vgl. Anm.1 und Anm.2 bei Nr. 7.
    4
    Dem ksl. Gesandten Johann Achilles Ilsung wurde der Kurmainzer Rat Lic. Johann Berneburg zur Seite gestellt. Instruktion Ks. Maximilians II. für Ilsung und Berneburg (Regensburg, 14.10.1575): HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 227'–229. HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 445–447. HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 178–182. Kopp. Druck: Schneidt , Geschichte, 446–449. Kredenzbrief Ks. Maximilians II. für Ilsung an den Rat der Stadt Aachen [in simili an das Stiftskapitel zu Aachen] (Regensburg, 14.10.1575): HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 229'. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 449 f. Schreiben Ks. Maximilians II. an Ilsung (Regensburg, 14.10.1575) mit Instruktion und Kredenz als Beilage: HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 229' f. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 450. Vgl. dazu auch die Passbriefe Ks. Maximilians II. für die Überbringer der Aachener Reichskleinodien (Regensburg, 14.10.1575): HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 232 f. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 454 f.
    5
    Wahlkapitulation Kg. Maximilians II. (Frankfurt, 30.11.1562): HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, unfol. Kop. Druck: Ziegler , Wahl-Capitulationes, 37–53. Referiert bei Wurtzbacher-Rundholz , Kaiser, 115–120.
    6
    Zu den Verhandlungen über die Wahlkapitulation Maximilians II. 1562 vgl. Luttenberger , Kurfürsten, 126–139.
    7
    Gemeint ist wahrscheinlich Gf. Anton I. von Oldenburg und Delmenhorst (1505–1573), der auf den RTT 1566, 1567 und 1570 ( Lanzinner/Heil , RTA RV 1566, Nr. 399 S. 1427; Wagner/Strohmeyer/Leeb , RTA RV 1567, Nr. 74 S. 304; Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 496 S. 1074 f.) vergeblich um die Einführung eines Zolls gebeten hatte. Gf. von Oldenburg war seit 1573 sein Sohn Johann VII. (1540–1603; NDB , XIX, 512).
    8
    Pfgf. Reichard (1521–1598; ADB , XXVIII, 418–420), Bruder Kf. Friedrichs III. von der Pfalz, hatte 1569 das kleine Fst. Simmern mit der Ortschaft Rheinböllen geerbt. Ein von Pfgf. Reichard neu erhobener Rheinzoll konnte nicht ermittelt werden.
    9
    Auf dem RT in Augsburg 1566 war Pfgf. Wolfgang von Zweibrücken-Neuburg (1526–11.6.1569; Kurze , Pfalzgraf) trotz zahlreicher Beschwerden eine Zollerhöhung bewilligt worden ( Lanzinner/Heil , RTA RV 1566, Nr. 409 S. 1433 f. [= Bewilligung]; ebd., Nr. 330 S. 1375 f., Nr. 351 S. 1394, Nr. 352 S. 1395, Nr. 432 S. 1453 [= dagegen gerichtete Supplikationen der Stände des Fränkischen, Bayerischen und Schwäbischen Kreises]), jedoch hatten nicht alle Kff. die notwendigen Konsense erteilt. Als der Pfgf. auf dem RKT in Erfurt 1567 darum bat, wurde ihm mitgeteilt, dass es dafür erforderlich sei, der Mainzer Kanzlei die ksl. Konzession vorzulegen ( Wagner/Strohmeyer/Leeb , RTA RV 1567, Nr. 179 S. 701 f.). Offenbar war die Formulierung der von Pfgf. Wolfgang vorzulegenden Erklärung umstritten, so dass die Angelegenheit lange Zeit unentschieden blieb. Auf dem RT in Speyer 1570 wurden erneut Klagen vorgetragen, doch empfahl der KR dem Ks., es bei der Zollbewilligung zu belassen ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 433 S. 1026 f.).
    10
    Bezug auf die RMO und die Münzprobierordnung von 1559 ( Leeb , RTA RV 1558/59, Nr. 804 S. 1953–1988 und Nr. 805 S. 1988–2002) und die darin vorgesehenen Strafen bei Münzbetrug (ebd., S. 1981–1986 bes. § 175; S. 2000 bes. § 30 zum Verlust des Münzrechts bei Verstoß gegen RMO und Probierordnung). Zu den Regelungen in den daran anschließenden RAbb von 1566 und 1570 vgl. Lanzinner/Heil , RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1554–1561 §§ 147–176: 7. Hauptartikel, Münzordnung, bes. § 158, und Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1242–1250 §§ 120–151: 7. Hauptartikel, Münzordnung, bes. § 127, in dem es heißt, dass über die Restitution eines entzogenen Münzrechts nicht der Ks. allein, sondern der RT zu befinden hat.
    11
    Vgl. Nr. 24, fol. 282'–284. Dem Diarium Sayn-Wittgensteins zufolge (nach Schneidt , Geschichte, 497 f.), hatten die pfälzischen Gesandten am Nachmittag des 13.10.1575 darüber beraten, wie sie bei den Verhandlungen zur Wahlkapitulation vorgehen sollten. Dabei hatten sie sich dazu entschlossen, die Abschaffung der vom Tridentinum geforderten Eide der Domherren (vgl. Nr. 24, fol. 270') nicht anzusprechen.
    12
    Versicherung Kg. Ferdinands für die landsässigen protestantischen Ritterschaften und Städte in den geistlichen Fstt. (= Declaratio Ferdinandea); vgl. Anm.10 bei Nr. 7.
    13
    Vgl. oben Anm. 9.
    14
    Aufgrund der Beschwerden war auf dem RT in Speyer beschlossen worden, das Hofgericht in Rottweil zu visitieren (RAb §§ 71–73 in Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1228 f.). Nach der Visitation 1571 war vom Ks. am 13.11.1572 eine neue Hofgerichtsordnung erlassen worden, jedoch wurde die überkommene Exemtion der kfl. Territorien (vgl. unten Anm. 19) darin nicht berücksichtigt ( Conrad , Rechtsgeschichte II, 169; Grube , Verfassung, 52–56).
    15
    Bezugnahme unklar.
    16
    Wahrscheinlich Bezug auf § 71 des RAb vom 25.9.1555 betreffend die Ordnung zur Exekution des Landfriedens ( Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 390 S. 3102–3165, hier 3128), mit Verweis auf RKGO, 3. Teil, Tit. XLVIII und Tit. XLIX ( Laufs , RKGO, 264–272).
    17
    Zur Kontroverse über die die ksl. Kirchenadvokatie betreffenden Artikel [1] und [15] auf dem Frankfurter Wahltag vgl. ausführlich Luttenberger , Kurfürsten, 132–138, sowie Begert , Böhmen, 341–343. In Frankfurt war es Kg. Maximilian gelungen, die weltlichen Kff. zu einem Kompromiss zu bewegen, dem zufolge der Artikel unverändert blieb, aber in einer zusätzlichen Klausel erklärt wurde, dass die weltlichen Kff. die Verpflichtungen zum Schutz der röm. Kirche und des Papstes nicht als verbindlich anerkannten; vgl. die Formulierung am Ende von Art. [1] der Wahlkapitulation (Nr. 35) von Gleichwol sovil bis haben wollen.
    18
    Kf. Joachim II. von Brandenburg (1505–1571; NDB , X, 436–438).
    19
    Bezug auf Kap. VIII (Gerichtsprivilegien des Kg. von Böhmen) und Kap. XI (Gerichtsprivilegien der Kff.) der Goldenen Bulle ( Fritz , Goldene Bulle, 62–64, 66 f.); dazu ausführlich Eisenhardt , Rechtswirkungen.
    20
    Vgl. oben Anm. 14 und Anm. 15.
    21
    Vgl. Anm.9 und Anm.12 bei Nr. 1.
    22
    Vgl. oben Anm. 9. Der Verweis auf 1569 (das Todesjahr Pfgf. Wolfgangs) bezieht sich wahrscheinlich auf den Kurfürstentag in Fulda, auf dem der Streit um den pfälzischen Zoll diskutiert werden sollte ( Lanzinner , Friedenssicherung, 94 f.).
    1
    Kredenzbrief der Kff. für Berneburg an den Rat der Stadt Aachen [in simili an das Stiftskapitel zu Aachen] (Regensburg, 15.10.1575): HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 448. Konz. HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 176 f. Kop. – Aus dem Bericht Johann Ilsungs an Ks. Maximilian II. vom 22.10.1575 (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 230–232. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 451–454) geht hervor, dass der kfl. Gesandte Berneburg und er am 17.10. aus Augsburg aufbrachen, aber aufgrund vielfältiger Schwierigkeiten erst am 21.10. in Aachen eintrafen. Rat und Stiftskapitel hätten, so Ilsung, sölche zum zwaitenmal beschehne verenderung der kunigclichen crönung mit gantz betruebten gemüett vernommen, jedoch zugesagt, dass ihre Delegation am 23. oder 24.10. aufbrechen und über Frankfurt und Nürnberg so schnell wie möglich nach Regensburg kommen wolle. Sie bäten, mit der Krönung zwei oder drei Tage zu warten, falls sich ihre spätestens für den 31.10. geplante Ankunft verzögern sollte. Der in der Instruktion für Ilsung und Berneburg (vgl. Anm.4 bei Nr. 6) genannte Krönungstermin musste daher vom 30.10. auf den 1.11.1575 verschoben werden.
    2
    Schreiben der Kff. an den Rat der Stadt Nürnberg (Regensburg, 15.10.1575): HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 449 f. Konz. HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 177 f. Kop. Übersandt als Beilage zum Schreiben Ks. Maximilians II. an die Stadt Nürnberg (Regensburg, 14.10.1575): HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 233 f. Kop. Druck: Schneidt , Geschichte, 456 f. – Vgl. dazu auch die Bitte Ks. Maximilians II. an Kf. Friedrich III. von der Pfalz [in simili an Hg. Albrecht V. von Bayern, Pfgf. Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg und Mgf. Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach] um Geleit für die Überbringer der Nürnberger Reichskleinodien (Regensburg, 14.10.1575): HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 233' f. Kop. Fehlerhafter Druck: Schneidt , Geschichte, 457 f.
    3
    Bezug auf die am Vortag von Kurtrier vorgeschlagenen Änderungen betreffend Münzwesen, Zollwesen und Reichsacht; vgl. Kurbrandenburg, fol. 132'–133' (Nr. 6).
    4
    Bezug auf die von Kurpfalz vorgetragenen Änderungswünsche; vgl. Kurbrandenburg, fol. 134–136 (Nr. 6).
    5
    Zu den Verhandlungen über die Wahlkapitulation Maximilians II. 1562 vgl. Luttenberger , Kurfürsten, 126–139.
    6
    Vorgänger Salentins im Amt des Ebf. und Kf. von Köln war Friedrich IV. von Wied; vgl. Anm.5 bei Nr. 2.
    7
    Nr. 24.
    8
    Vgl. Anm.10 bei Nr. 6.
    9
    = die Declaratio Ferdinandea.
    10
    Die am 24.9.1555 von Kg. Ferdinand erlassene Declaratio Ferdinandea wurde in zwei Exemplaren – einmal für Kursachsen und einmal für die Reichskanzlei – ausgefertigt ( Brandi , Religionsfriede, 52–54 (Nr. IV); Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 231 S. 2132–2134; zur Entstehung der ksl. Erklärung vgl. unten Anm. 11, Anm. 12 und Anm. 14), jedoch wurde sie nicht in den Augsburger RAb von 1555 aufgenommen und auch nicht offiziell gedruckt oder dem RKG amtlich mitgeteilt. Anders als die Artikel des Religionsfriedens hat die Declaratio Ferdinandea somit keine Gesetzeskraft erlangt. Wahrscheinlich wurde sie bereits 1555 auf Veranlassung des Kf. von Sachsen in Leipzig gedruckt, um dieses für die protestantische Seite wichtige Dokument zu verbreiten, geriet anschließend jedoch in Vergessenheit. Erst im Zuge der Rekatholisierungsbestrebungen vor allem in der Fürstabtei Fulda und auf dem zu Kurmainz gehörenden Eichsfeld wurde die Declaratio Ferdinandea zum Politikum, da sie in der aktuellen konfessionspolitischen Auseinandersetzung dazu dienen konnte, die Rechte der in die Defensive gedrängten Protestanten zu verteidigen. Auf Drängen Fuldas bat Lgf. Wilhelm IV. von Hessen-Kassel 1574 um ein Exemplar des in der sächsischen Kanzlei verwahrten Textes und ließ in Marburg einen Nachdruck herstellen, den er sodann unter den protestantischen Ff. verbreitete ( Heppe , Restauration, 71–73; Urban , Druckgeschichte, bes. 256–260; Gotthard , Religionsfrieden, 348–350). In Regensburg übergaben die Hessen-Kasseler Gesandten Wolf Wambold von Umstadt und Antonius Winter zwei Schreiben Lgf. Wilhelms IV. vom 18.9.1575, in denen Kf. August von Sachsen und Kf. Friedrich III. von der Pfalz dazu aufgefordert wurden, sich auf dem Kurfürstentag für die Belange der bedrängten Protestanten und die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea einzusetzen; vgl. unten Anm. 16 sowie Anm.1 bei Nr. 40.
    11
    Um den Abschluss der Verhandlungen auf dem Augsburger RT 1555 nicht zu gefährden, hatte Kg. Ferdinand den CA-Ständen im Gegenzug für ihre Zustimmung zur Aufnahme des Geistlichen Vorbehalts in den Religionsfrieden (RAb 1555, § 18: Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 390, hier S. 3109 f.) eine Urkunde außerhalb des RAb versprochen (die spätere Declaratio Ferdinandea), die den landsässigen Adligen und Städten in den geistlichen Fstt. die Freiheit der evangelischen Religionsausübung in bisher gehaltenem Umfang gewährte (zu den entscheidenden Schlussverhandlungen des Kg. mit den CA-Ständen vor dem 21.9.1555 vgl. Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Einleitung, 84–87, das Brandenburg-Küstriner Protokoll ebd., Nr. 222 S. 2080–2104, sowie das Hornung-Protokoll in Lutz/Kohler , Reichstagsprotokoll, 118–131, 142–149). Die Idee, den landsässigen protestantischen Ritterschaften und Städten eine derartige Assekuration auszustellen, geht auf einen Vorschlag Kf. Augusts von Sachsen zurück (ebd., 144, Anm. 404), der beim Zustandekommen der umstrittenen Declaratio Ferdinandea also eine maßgebliche Rolle gespielt hatte.
    12
    Aus dem Protokoll des ksl. Kommissars Dr. Felix Hornung (nach Lutz/Kohler , Reichstagsprotokoll, 148 f.) geht hervor, dass die Declaratio Ferdinandea nicht nur mit dem Einverständnis der katholischen Reichsstände zustande kam, sondern dass es sogar die Idee der Gesandten der geistlichen Kff. war, dass der Kg. diese Erklärung außerhalb des RAb ausstellte.
    13
    = Dr. Franz Burkhard.
    14
    Dr. Jakob Jonas (um 1500–1558; NDB , X, 593; Burmeister , Jakob Jonas), Vizekanzler Kg. Ferdinands. Gemeint sind hier wahrscheinlich seine Vermittlungsbemühungen am Ende der Beratungen über den RAb von 1555: Nachdem den Katholiken am 21.9.1555 ein Konzept der Declaratio Ferdinandea zugestellt worden war und sie ihre Änderungsvorschläge vorgebracht hatten ( Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 231, Variante D; vgl. Hornung-Protokoll nach Lutz/Kohler , Reichstagsprotokoll, 149 f.), kam es am 23.9., kurz vor Abschluss der Beratungen zu einem Streit zwischen den protestantischen und den katholischen Ständen, da der RAb eine Klausel enthielt, die jede Veränderung des Religionsfriedens durch zusätzliche Erklärungen untersagte (RAb 1555, § 28: Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 390, hier S. 3113) und die die CA-Stände als Gefahr für die ihnen bewilligte Declaratio Ferdinandea ansahen. Der kgl. Vizekanzler Dr. Jonas fügte dieser schließlich eine Derogationsklausel hinzu, in der erklärt wurde, das die derogation, in gemeinem religionfridt dises reichstags inhaltende, das wider denselbigen religionfridt kein declaration oder etwas anders, so denselbigen verhindern oder verendern mochte, nit gegeben, erlangt noch angenommen werden, sondern uncreftig sein soll, mit mehreren worten begriffen, obberurter unser erclerunge und entscheidt unabbruchig, aber sonst bey ihren creften und wurden bestehen und gelassen werden soll ( Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 231, hier S. 2134; vgl. dazu das Hornung-Protokoll nach Lutz/Kohler , Reichstagsprotokoll, 156). Die kursächsischen Gesandten schrieben am 25.9.1555 an Kf. August über das Ende des RT und berichteten erleichtert: Und doneben haben wir dise ding auch mit Jonas geredt, welcher [...] es selber darvor geacht, man muste den dingen helfen. Und ob er auch woll erstlich in genere stellen wollen, das die clausel des religionfridens dise nit hindern solt, aus ursach, das es kain beyhandel, sondern ein tractat dises reichstags were, so haben wir doch alleweg darauf gedrungen, des es ahne der geistlichen bewilligunge ferlich, vordechtig und nachdencklich sein wöll. Und haben es entlichen dohin – Gott lob – bracht, das Jonas ein clausel gestalt, das die gaistlichen bewilligt, die derogation im religionfride soll diser erclerung und entschaidt nicht abbruchlich sein ( Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 392, hier 3162).
    15
    Bezug auf die Wahlkapitulation Ks. Ferdinands I. vom 14.3.1558, in der in Art. 2 die Verpflichtung des Ks. auf den Augsburger Religions- und Landfrieden von 1555 aufgenommen wurde ( Leeb , RTA RV 1558/59, Nr. 46 S. 442–453, hier 446; vgl. Hartung , Wahlkapitulationen, 331; Kleinheyer , Wahlkapitulationen, 72–76).
    16
    Lgf. Wilhelm IV. von Hessen-Kassel hatte den Kf. von Sachsen darum gebeten, das Original aus seiner Kanzlei bey dießer gutten gelegenheit, die nit allenn tag vorstost dem Ks. vorzulegen und die Insinuation der Declaratio Ferdinandea beim RKG zu erwirken. Mit Bezug auf die bedrängte Situation der Protestanten in Fulda und auf dem Eichsfeld schrieb er am 18.9.1575 aus Melsungen an Kf. August von Sachsen (HStA München, K. blau 100/1, fol. 24–26. Kop.; übersandt als Beilage zum Schreiben Lgf. Wilhelms IV. an Kf. Friedrich III. von der Pfalz: Ebd., fol. 21–22), dass von den Katholiken behauptet wurde, das entweder dieselbige in orig[i]nali gahr nicht vorhandenn oder es je darumb nicht recht sein muße, und dass es deshalb notwendig sei, das obangeregtte keyserliche declaration bey itzo vorstehender gelegenheitt der ksl. Mt. underthenigst vorbracht und durch ihre Mt. furtters dem cammergericht insinuirt, auch sonstet deroselbenn sich gemeß zuverhaltenn verordnet werde. Im PS beschwörte der Kf. August, sich für die rechtliche Bestätigung der Declaratio Ferdinandea einzusetzen, denn da man dermaßen wirtt fortfahrenn, die conscientias zu urgierenn und die reine lehre zuverfolgenn, sehe ich schon vor augen, was vor jamer und bluttbadt daraus werdenn wirtt, großer als jemals inn Franckreich oder Niederlandt je geweßenn, dann hungers nott ist groß und bricht eißen, aber der hunger nach Gottes wortt ist ungleich grosser und hefftiger wie der heilige geist durch den propheten Amos spricht. Zu den Schreiben des Lgf. von Hessen an Kf. Friedrich III. von der Pfalz und an Kf. August von Sachsen vom 18.9.1575 vgl. auch oben Anm. 10 sowie Anm.1 bei Nr. 40.
    1
    Vgl. Nr. 7.
    2
    Bezug auf den Passauer Vertrag vom 2.8.1552, § 8 ( Aulinger/Eltz/Machoczek , RTA JR XX, Nr. 3 S. 127).
    3
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 149 (Nr. 7).
    4
    Vgl. Anm.17 bei Nr. 6.
    1
    Der Inhalt dieser Unterredung ist referiert in Nr. 31fol. 8–9', im Schreiben Trons an Mocenigo (Wien, 9.12.1575: Turba , Depeschen I/3, Nr. 215 S. 572–579, hier 575 f.) sowie bei Lehmann , De pace II, Nr. 16 S. 281–283, und bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 366–368. – Vgl. dazu ein Audienzgesuch der weltlichen Kff. und des Pfgf. (HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, unfol. Konz. Hd. Kf. August): Aller genedychster keyser und her, wyr, dye weltlichen churfursten, haben unns he[u]tt dysen morgen mytt unsern myttbrudern, den geystlichen churfursten, der capitulation eyns tzukunftigen successors halben unterredett und berattschlagett. Ob nun woll unter uns in der haupttsach wenick streytt, so ist doch in eyner sachen, daran uns, den weltlichen churfursten, hoch und fyl gelegen, etwas eyn mysvorstant vorgefallen. Bytten derhalben, e. ksl. Mt. woll uns gen[e]dygst berychtten lassen, wan und tzu wellicher tzeytt e. ksl. Mt. gelegen, uns persthonlich tzuhoren etc. Da die weltlichen Kff. laut des Kurbrandenburger Berichts über die mündlichen Verhandlungen außerhalb des KR den Ks. zweimal um eine Audienz baten (vgl. Nr. 31, fol. 8), kann dieses Gesuch vom 15.10. (das von Moritz , Wahl, 158, Anm. 2, erschlossene Datum) oder vom 18.10.1575 stammen.
    1
    Nr. 29.
    1
    Zum Einlenken der protestantischen Seite unter der Führung Kf. Augusts von Sachsen sowie zu dessen Unterredung mit dem Ks. am Morgen des 22.10.1575 vgl. Kurpfalz, fol. 45'–47' (Text in Anm.a bei Nr. 10). Im PS zu ihrem Schreiben an Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 22.10.1575; HStA München, K. blau 100/1, fol. 147 f. Or. mit PS [ebd., fol. 116; irrtümlich unter dem Datum 17.10. einsortiert. Druck: Kluckhohn , Briefe II, Nr. 848 S. 896]; präs. 25.10., 5 Uhr abends) berichteten die kurpfälzischen Gesandten, sie hätten von Sachsen und Brandenburg erfahren, das sie nach wider ubergebung der ksl. Mt. erclerung [Nr. 29] hinder e. kfl. Gn. geliebtem son und uns noch gestern abents sich zu irer Mt. verfugt und derselben angezeigt, dieweil ye die geistlichen churfursten angeregte declaration nicht in die capitulation bringen lassen, sonnder ire Mt. dasselb auff konnfftigem reichstag erortern wollen, das sie es gleichwol darbey pleiben laßen müsten. In seinem Diarium (nach Schneidt , Geschichte, 513 f.) vermerkt auch der pfälzische Großhofmeister Sayn-Wittgenstein, dieser Kompromiss sei ohne Vorwissen Palatini inter Caesarem et Saxonem privatim geschlossen worden. Er und seine Kollegen wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Pfgf. Ludwig am Vorabend mit den weltlichen Kff. verhandelt und dem Verzicht auf die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea zugestimmt hatte. Pfgf. Ludwig berichtete seinem Vater erst sechs Tage später, am 28.10.1575; vgl. Anm.a bei Nr. 10.
    2
    Dem seit Anfang des Jahrhunderts etablierten „Reichsherkommen“ gemäß war der böhmische Kg. aufgrund der fehlenden Reichsstandschaft Böhmens nicht an der Reichspolitik beteiligt und nahm daher auch nicht an den Kollegialberatungen, sondern erst am Wahlkonklave teil ( Kleinheyer , Wahlkapitulationen, 108; Begert , Böhmen, 274, 332). Auch Maximilian II. wurde bei seiner Wahl 1562 von den Kapitulationsverhandlungen ausgeschlossen ( Begert , Böhmen, 338–344) und erst einige Tage vor dem Wahltermin, am 21.11.1562, über den Entwurf der Kapitulation informiert (vgl. dazu auch Anm.3 bei Nr. 12). Gleichzeitig hatte dies den Kff. die Gelegenheit eröffnet, mit Maximilian die bei den Beratungen aufgetretene Kontroverse über die ksl. Kirchenadvokatie zu besprechen (vgl. Anm.17 bei Nr. 6), ohne ihm dabei ein formelles Mitberatungsrecht einzuräumen. Dadurch wurde vermieden, dass der böhmische Kg. ein den anderen Kff. präjudizierliches Entscheidungsrecht erhielt ( Luttenberger , Kurfürsten, 135 f.; Begert , Böhmen, 342).
    3
    Die Vereidigung des Regensburger Rats war – ebenso wie der von Trier angesprochene ksl. Revers wegen der Anwesenheit anderer Ff. zur Zeit der Wahl – bereits in der Sitzung vom 13.10.1575 angesprochen worden, doch hatte man die Beratungen dazu auf einen späteren Zeitpunkt verschoben; vgl. Kurbrandenburg, fol. 121–123 (Nr. 5 mit Anm. 1).
    4
    Bezug auf die Audienz Kf. Augusts beim Ks. in namen aller weltlichen churfurstenn; vgl. Kurpfalz, fol. 46–47 (Text in Anm.a bei Nr. 10), und das Bedenken Kf. Augusts (Nr. 30).
    5
    Nr. 32.
    6
    Zum Beschluss in der Sitzung vom 22.10.1575 vgl. Begert , Böhmen, 348.
    7
    Nr. 35.
    8
    Konzept von Nr. 26; Inhalt referiert in Kursachsen, fol. 42–43. Zum Revers Ks. Ferdinands I. wegen der Anwesenheit von Nichtkurfürsten während der Wahl 1562 vgl. Gotthard , Säulen, 494 f.
    9
    Text der Eidesleistung unten in Anm. 14.
    10
    Die Wahlkapitulation war Maximilian drei Tage vor seiner Wahl, am 21.11.1562, vorgelegt worden (vgl. oben Anm. 2). Das am 17.11.1562 überbrachte Einladungsschreiben des Kf. von Mainz ist auf den 14.11. datiert ( Begert , Böhmen, 339 mit Anm. 176).
    11
    Vgl. zu dieser Sitzung einen Auszug aus dem Protokoll von Kurmainz, fol. 537–538 (Kop. Überschr.: Anno 1575. Eines erb. raths alhir jurament betreffendt, welches sie den churfürsten zu diser wahlzeit haben thun müessen), der jedoch keine über die Darstellung in Kurbrandenburg hinausgehenden Informationen enthält.
    12
    Dr. Johann Linda, von 1553 bis zu seinem Tod 1583 Stadtschreiber und Syndikus der Reichsstadt Regensburg ( Schmid , Notarius, 54, 57).
    13
    Nr. 26.
    14
    Dieser lautete (HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 462 f. Konz.): Das sie allen churfursten sampt des Kf. Pfgf. Friderichen gesandte und gewalthaber in gemein und iglichen vor überfall des andern, ob einig wiederwertigkheit under inen entstunde oder sonst von andern leutten mit allem irem volckh, das sie und ir iglicher in der anzall der zweyhundert pferdt ghen Regenspurg gepracht haben, mitt trewem fleiß und ernstlicher sorgnus beschirmen undt behutten wöllen, bey den poenen und buessen in bemelter bullen außgetruckht. Das sie auch die gantze zeitt, darin von der election oder waal eines römischen konigs tractiert oder gehandlet wurdet, niemandt in die statt Regenspurg, was würden, condition oder standts der seye, einlassen oder einicher massen gestatten wöllen, die churfursten oder ire pottschafften und gewaltthaber allein außgenhommen. Und ob nach dem eingang in Regenspurg der churfursten, dern gesanten oder in irer gegenwertigkheit jemandts in gemeltter statt erfunden wurdt, des ausfarth sollen sie, burgermeister, rhatt und andere obgemeltt ohne allen verzug und mit den wercken verschaffen und ordnen, bey obbestimptem aydt und poenen. Das alles, wie obgemeltt, schweren wir getrewlich und vestiglich zuhaltten und dem nachzukhommen, bey gemeltten poenen und buessen, als uns Gott helff undt sein heyliges evangelium. Weitere Überlieferungen: HHStA Wien, MEA, WuKA 25, fol. 535 f. (Überschr.: Verzeichnuß deren articuln, welche ein erb. rath alhie für sich selbst und an statt einer gantzen gemein den anwesenden churfürsten geloben und schwören müßen, wie dieselben hernach e. erb. rath aus der mainzischen cantzley sindt zugestellt worden. Beschehen den 22. tag Octobris anno domini 1575) und ebd., fol. 536 f. Kopp. Referiert in Kursachsen, fol. 44 f. Vgl. Goldene Bulle, Kap. I, Abs. 19 ( Fritz , Goldene Bulle, 52 f.).
    15
    Text des Exemplars für Kursachsen in Nr. 32. Die Notariatsinstrumente der Überbringung der Wahlladungen an die sechs geladenen Kff. sind überliefert in HHStA Wien, MEA, WuKA 6-2, fol. 472 (Trier), fol. 473 (Köln), fol. 474 (Böhmen), fol. 475 (Pfalz), fol. 476 (Sachsen) und fol. 477 (Brandenburg). Von den Notaren Plest und Kraich beglaubigte Orr., datiert Regensburg, 22.10.1575. Vgl. dazu auch die Instruktion Kf. Daniels für seine Verordneten zur Überbringung der Wahlladungen an die Kff.: Ebd., fol. 470 f. (mit den zu verwendenden Titulaturen für Kf. August von Sachsen, Kf. Johann Georg von Brandenburg und Kf. Salentin von Köln als Beilage, ebd., fol. 471). Undatierte Kop. Dorsv.: Instruction und citation zur election. Insinuiert zu Regenspurg, den 22. Octobris 1575. – In Kurpfalz, fol. 51'–53, ist die Übergabe des Einladungsschreibens an Pfgf. Ludwig beschrieben. Als Vertreter der Mainzer Kanzlei sind dort genannt: Georg von Schönenberg, Dr. Philipp Wolf von Rosenbach, Peter Echter d. J. und der Sekretär Peter Kraich; Kurpfälzer Zeugen waren Veit Hans von Brandt, Pfleger zu Treswitz, Hans Sigmund von Preysing, Pfleger zu Holnstein, sowie Martin Wahl, Pfleger zu Grafenwerth. Der Mainzer Kanzlei wurde bei dieser Gelegenheit die von Pfgf. Ludwig bei seinem Vater Kf. Friedrich III. von der Pfalz angeforderte und für die Wahl erforderliche Sondervollmacht übergeben (archivalischer Nachweis dieser zweiten, die Wahl betreffenden Vollmacht bei Nr. 23).
    16
    = Peter Kraich.
    17
    Zu den beiden Ausschreiben Kf. Daniels von Mainz vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
    1
    = den Kff.
    2
    Nr. 69.
    3
    Zum geplanten Ablauf dieses Vorgangs vgl. das am 17.10.1575 verfasste Bedenken ksl. und kgl. Räte in HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 248–260, hier 248' f. (Kop.; weitere Nachweise bei Nr. 36): Demnach sy [= die Räte] anfengclichs befinden, das bey jungstem khonigclichen wahltag zu Franckfurt vor dem electionstag die kgl. Wurde zu Behaim zu erwehlung eines romischen kunigs citiert und darauf durch die churfursten in iren rath ervordert und derselben des jhennigen, was bis daheero gehandlet, ungeverlich relation gethan, desgleichen auch die articul oder capitulation, darauf ein romischer khunig schweren soll, furgehalten worden, welches sonder zweivel yetzo auch also beschehen wurdt, so bedenckhen die räthe, ihr kgl. Würde mochten erstlich auf die denunciation (so durch ettliche maintzische räth beschiecht) anttwortten, sie hett die empfangen und wolte sich darauf aller gepur verhalten. Auf das erfordern aber mocht sie sambt ungeverlich zwaien rathen im churfursten rath erscheinen, daselbsten ihre session zwischen Maintz und Pfaltz, wie heerkommen, einnemmen und nach angehortter relation vorgangner handlung nach besichtigung der begriffnen capitulation aines kunfftigen romischen khunigs ungeverlich nachvolgende khurtze wortt durch ainen ihrer räth reden lassen: Das nemblich ihr kgl. W. aus beschechner relation vernommen, aus was ursachen ire kfl. Ll. hiehero zusammen kommen und was die ksl. Mt. von weegen konfftiger administration und versehung des Heiligen Reichs proponendo gesuecht und darauf berathschlagt worden. Welches alles, dieweil es sonder zweivel von der ksl. Mt. und ihr, der churfursten Ll., zu ehren, aufnemmen und wolfartt des Heiligen Reichs furgenommen und gemainet, liessen ihr kgl. Wurde ires thails ihr gantz freundtlich gefallen, und wüsten daran nichts zuverpessern, also auch die begriffne capitulation. Wo sy anderst dem jhennigen, so hiebevor in dergleichen fallen gepreuchig und bei nechster cronung beschehen, gemesß gestelt befunden, liessen es ihr kgl. Wurde bei demselben ires thails auch gern berhuen. Solte aber darinnen villeicht ettwas newes oder strittigs eingefuert oder begriffen sein, alsdann mochte ihr kgl. W. votiern lassen, das solches bis auf des new erwehlten beliebung und erclerung einzustollen, damit die wahlshandlung dardurch nit aufgehalten wurde.
    4
    Bezug auf Abschnitt [6] des Kurvereins vom 18.3.1558: Leeb , RTA RV 1558/59, Nr. 47 S. 454–465, hier 460 f.
    5
    Text des Exemplars für Kursachsen in Nr. 32.
    6
    Am Abend des 22.10.1575; vgl. Nr. 11 mit Anm. 15.
    7
    Zu den Beratungen über die Wahlkapitulation zwischen dem 14. und 18.10.1575 vgl. Nr. 6, Nr. 7 und Nr. 8.
    8
    = das Konzept der Wahlkapitulation (Nr. 35).
    1
    Nr. 35.
    2
    Nr. 44.
    3
    Nr. 47.
    4
    Nr. 50.
    5
    Nr. 44 .
    6
    Zur Audienz der Kff. beim Ks. am Morgen des 24.10.1575 vgl. Anm.a bei Nr. 12.
    7
    Auf dem RT in Speyer 1570 hatte Ks. Maximilian II. in seiner Türkenproposition vom 1.12.1570 um die Vollmacht gebeten, jederzeit einen neuen RT einberufen zu dürfen, falls die Türken plötzlich angreifen sollten. Die Reichsstände hatten diesem Wunsch nicht entsprochen, jedoch ihre Unterstützung in Aussicht gestellt, falls die Gefahr eines Türkenkriegs unmittelbar bevorstehen sollte ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nrr. 343–345 S. 803–806). Auf dem Kurfürstentag in Mühlhausen 1572 war die Frage erneut diskutiert und der RT schließlich bewilligt worden, jedoch mit der Vorgabe, dass die Einberufung nicht übereilt geschehen sollte ( Lanzinner , Friedenssicherung, 456 f.).
    8
    Zum livländischen Krieg vgl. die Supplikation der wendischen Städte (Nr. 52) und den ksl. Vortrag zur Gesandtschaft nach Moskau (Nr. 53), über die am 26.10. (vgl. Nr. 14) und am 2.11.1575 (vgl. Nr. 21) beraten wurde.
    9
    Zur zweiten Königswahl in Polen seit dem Tod des kinderlosen Kg. Sigismund II. August im Sommer 1572 vgl. Anm.21 bei Nr. 4.
    10
    Nr. 47.
    11
    Nr. 50.
    12
    Papst Pius V. hatte am 27.8.1569 mit der Bulle Romanus Pontifex ( Tomassetti/Gaude , Bullarium Romanum VII, Nr. CXXXV S. 763–767) Cosimo I. de' Medici zum Großhg. von Toskana erhoben und ihn am 18.2.1570 in Rom gekrönt. Dies führte zu einem jahrelangen Streit mit dem Ks., da das Hgt. Toskana der Lehnshoheit des Reichs unterstand und der Papst mit der Verleihung des Titels an Cosimo de' Medici Reichsrechte verletzt hatte. Zum Wunsch Cosimo de' Medicis nach einer Rangerhöhung, der auf einen seit den 1540er Jahren andauernden Präzedenzstreit mit dem Hgt. Ferrara zurückgeht, sowie zum Konflikt um die Anerkennung seines Großherzogtitels vgl. ausführlich Bibl , Erhebung, sowie die Anmerkungen zu Nr. 50. Die einschlägigen Dokumente befinden sich laut Bibl , Erhebung, im HHStA Wien, RHR, Miscellanea gratialia der lateinischen Expedition 40: Hetruria (Toskana).
    13
    Ks. Maximilian II. hatte sich geweigert, der Erhebung Cosimos zum Großhg. zuzustimmen und im Frühjahr 1570 Protest beim Papst eingelegt, von dem er die Rücknahme der Inauguration verlangte ( Bibl , Erhebung, 60–66). Den Kff., die bereits im Vorfeld des RT offiziell informiert worden waren (ebd., 80 f.), wurde in Speyer die ausweichende Antwort des Papstes mitgeteilt. Sie gaben ihre Gutachten ab, jedoch wurde die Angelegenheit nicht im Kollegium beraten (ebd., 91–93, 96–99; die kfl. Gutachten befinden sich im HHStA Wien, RHR, Miscellanea gratialia der lateinischen Expedition 40, Hetruria [Angabe nach Bibl , Erhebung, 99, Anm. 1]).
    14
    Ks. Karl V. hatte Alessandro de' Medici zum erblichen Hg. von Florenz erhoben und seinem Nachfolger Cosimo I. den Titel bestätigt; vgl. Anm.15 bei Nr. 50.
    15
    Bezug auf die 1575 in Genua ausgebrochenen Unruhen zwischen dem alten und dem neuen Adel sowie auf den antispanischen Aufstand in den Niederlanden; vgl. Nr. 50.
    16
    Wahrscheinlich Bezug auf das Gutachten vom 2.12.1570, in dem Kf. Friedrich III. von der Pfalz das Vorgehen des Papstes heftig kritisiert und den Ks. zu einer energischen Gegenreaktion aufgefordert hatte ( Bibl , Erhebung, 96–99).
    17
    Der Ks. hatte den Bf. von Acqui, Pietro Fauno Costacciaro, und Veit von Dornberg als ksl. Kommissare nach Genua entsandt, um im Konflikt zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln; vgl. Nr. 50 mit Anm. 18 und Anm. 19.
    18
    = Alessandro de' Medici.
    19
    = Francesco de' Medici.
    20
    Nr. 52.
    1
    Vgl. Nr. 52.
    2
    Nr. 53.
    3
    Gemeint sind folgende, im ksl. Vortrag (Nr. 53) genannte RVV: der RT in Speyer 1570, der DT in Frankfurt am Main 1571 und der Kurfürstentag in Mühlhausen 1572; zu den entsprechenden Beschlüssen vgl. unten Anm. 4 und Anm. 5.
    4
    Das politische Engagement des Reichs im Kampf um Livland war seit 1558 ein auf den RVV regelmäßig wiederkehrendes Thema. Auf dem RT in Speyer 1570, bei dem die Livlandfrage unter dem Beratungsgegenstand „Rekuperation“ (Wiedergewinnung verlorenen Reichsgebiets) diskutiert wurde, sprachen sich die Reichsstände für eine Gesandtschaft nach Moskau aus. Die Kosten für die Legation wollten sie jedoch nicht übernehmen. Die reichsständische Resolution zu Livland ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 329 S. 740) war nicht Teil des RAb ( Uebersberger , Österreich, 366; Lanzinner , Friedenssicherung, 375, 416 f.).
    5
    Beim DT in Frankfurt 1571, auf dem der Stettiner Friedensvertrag zur Livlandfrage (vgl. Anm.12 bei Nr. 53) ratifiziert werden sollte, erteilten die deputierten Stände nach längerer Diskussion ihre Zustimmung für eine Gesandtschaft nach Moskau, um den Zaren zur Aufgabe seiner livländischen Eroberungen zu bewegen. Sie erklärten jedoch, dass sie nicht befugt seien, eine besondere Kontribution zu bewilligen, und schlugen vor, die Kosten der Gesandtschaft aus noch ausstehenden Reichssteuern zu begleichen, was de facto bedeutete, dass sie dem Ks. keine finanzielle Unterstützung gewährten ( Uebersberger , Österreich, 367; Lanzinner , Friedenssicherung, 418–422; Luttenberger , Kurfürsten, 220 f.; Lavery , Challenge, 134 f. Druck des Abschieds vom 1.10.1571: Rydberg , Sverges traktater IV, Nr. 62a S. 442–444, bes. 444: Denn kostenn aber mocht man ausz des Reichs restanten nemmen). Auf dem Kurfürstentag in Mühlhausen 1572 wurde die Gesandtschaft nach Moskau erneut beraten: Während vor allem Trier und Köln der Ansicht waren, dass diese allein Sache des Ks. sei, und auf einen zukünftigen RT verwiesen, schlugen die Gesandten der weltlichen Kff. vor, dass der Ks. bei den von der Gefahr betroffenen, nächtsgesessenen Ständen 30.000 fl. aufnehmen solle, die aus einer beim nächsten RT bewilligten Kontribution zurückerstattet werden könnten. Die Finanzierung und auch die Zusammensetzung der Legation blieb damit weiterhin dem Ks. überlassen ( Uebersberger , Österreich, 369 f.; Lanzinner , Friedenssicherung, 421, 455, 458; Luttenberger , Kurfürsten, 226, 230–232). Die Gesandtschaft nach Moskau kam daher auch 1572 nicht zustande, zumal mit dem Tod des polnischen Kg. Sigismund II. August im Juli des Jahres die Livlandfrage in den Hintergrund trat ( Lavery , Challenge, 137).
    6
    Der Deutschordenskomtur Johann Kobenzl von Prossegg (ca. 1530–1594), Geheimer Rat und Hofvizekanzler Ehg. Karls II. von Innerösterreich, und Daniel Prinz von Buchau (1546–1608) waren Mitte Oktober 1575 zu Zar Iwan IV. aufgebrochen, um ihm eine Gesandtschaft zur Klärung der livländischen Angelegenheiten anzukündigen. Ferner sollten sie den Zaren dazu bewegen, auf Livland zu verzichten und die Kandidatur Ehg. Ernsts bei der polnischen Königswahl zu unterstützen, und ihm ein Bündnis gegen die Türken in Aussicht stellen ( Häberlin , Reichs-Geschichte X, Nr. I S. XXXIII–XL; Adelung , Kritisch-literärische Übersicht, 288–309; Turba , Depeschen I/3, 577, Anm. 2; Uebersberger , Österreich, 439–451, 457 f.; Völkl , Beziehungen, 18–20; Augustynowicz , Kandidaten, 87, 153 f., und ausführlich Cavazza , Relatione). In seiner Antwort auf die Werbung der ksl. Gesandten wies Zar Iwan die Ansprüche des Ks. auf Livland zurück (vgl. Leeb , RTA RV 1582, Nr. 208 S. 817 f.).
    7
    Vgl. oben Anm. 6
    8
    Dr. Calixtus Schein und Dr. Heinrich Husanus; vgl. Anm.9 bei Nr. 52.
    9
    Nr. 44.
    10
    Vgl. Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 329 S. 740: Schlussschrift der Reichsstände wegen des Kriegs in Livland.
    11
    Bezug auf den Anteil der Reichsstadt Lübeck an den Reichssteuern laut Wormser Reichsmatrikel von 1521 ( Wrede , RTA JR II, Nr. 56 S. 434–443, hier 442).
    12
    Gemeint ist, dass die Gesandtschaftsinstruktion von kfl. und ksl. Räten erarbeitet werden sollte; vgl. Kurpfalz, fol. 94–95 (Nr. 21).
    13
    Nr. 45.
    14
    Nr. 54.
    15
    Vgl. den letzten Satz der kfl. Resolution zur Gesandtschaft nach Moskau (Nr. 54). Das an dieser Stelle ergänzte Konzept der Resolution konnte nicht ermittelt werden.
    16
    Nr. 51.
    1
    Zum Ablauf der Wahl vgl. auch Nr. 36 und die in den Anmerkungen angegebenen Quellen.
    2
    Zur Übergabe der Stadtschlüssel vgl. Anm.y bei Nr. 14.
    3
    Wahrscheinlich Hieronymus Plest und Petrus Kraich.
    4
    Gemeint sind wahrscheinlich Ferdinand und Ernst, die beiden jüngeren Söhne Hg. Albrechts V. von Bayern ( Europäische Stammtafeln , N. F. I.1, Tafel 107).
    5
    Verschrieben für: Ebf. von Salzburg.
    6
    Zur Proklamation Kg. Rudolfs vgl. Nr. 33.
    7
    Nr. 48.
    8
    Gf. Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg; vgl. Anm.2 bei Nr. 48.
    9
    Bezug auf die Rede, mit der die Kff. die erste Kandidatur Ehg. Ernsts im April 1573 unterstützt hatten; vgl. Anm.1 bei Nr. 49 sowie Bues , Kandidatur, 115–119.
    10
    = Kg. Heinrich III. von Frankreich; vgl. Anm.21 bei Nr. 4.
    11
    Die vor den polnischen Ständen zu haltende Rede der kfl. Gesandten (Nr. 49) ist daher wahrscheinlich auf den 28.10.1575 zu datieren.
    1
    Nr. 68. Dazu im Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 500) ein Eintrag zum 14.10.1575: hab ich müssen mit Grafen Joachim von Orttenburg zum Kayser gehen, samt andern Grafen, so wegen des von Herzogen in Bayern ihnen zugefügten Gewalts haben intercedirt. Bayern hat etlichen exprobiren lassen, daß sie gegen ihm, den von Ortenburg, welcher sein Unterthan, und ein böse Sach hat, Beystandt geleistet.
    2
    = dem Gf. von Ortenburg.
    3
    Nr. 59.
    4
    Fernando Álvarez de Toledo y Pimentel, 3. Hg. von Alba (1507–1582; DHE I, 85–89), von 1567 bis 1573 Statthalter der Niederlande, versuchte mit brutaler Gewalt, den antispanischen Aufstand zu unterdrücken.
    5
    Gemeint ist wahrscheinlich das Ständedekret vom 30.11.1570, das in Kop. in GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt, überliefert ist; vgl. Anm.5 bei Nr. 59.
    6
    Luís de Requesens y Zúñiga (1528–1576; DHE III, 461 f.), seit Oktober 1573 Nachfolger des Hg. von Alba als Statthalter der Niederlande.
    7
    Gemeint ist wahrscheinlich die Mission der ksl. Räte Dr. Johann Hegenmüller und Friedrich von Flersheim im Sommer 1571; vgl. Anm.8 bei Nr. 17.
    1
    Vgl. Nr. 68.
    2
    Nr. 65, Nr. 64 und Nr. 59. Zum Inhalt der drei Supplikationen vgl. auch das Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 523 f.).
    3
    Vgl. Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 396 S. 1001–1003 (Wilhelm von Bronckhorst, Frh. zu Batenburg) und Nr. 450 S. 1039–1041 (Gfn. Anna von Horn).
    4
    Wahrscheinlich Bezug auf das Ständedekret vom 30.11.1570; vgl. Anm.5 bei Nr. 59.
    5
    Bezug auf die Gesandtschaft der ksl. Räte Hegenmüller und Flersheim zum Hg. von Alba und die Mission Dietrichsteins zu Kg. Philipp II. von Spanien; vgl. unten Anm. 8.
    6
    Nr. 71.
    7
    Bezug auf die Berichte der Reichstagsgesandten des Burgundischen Kreises an den Ks. (präs. Speyer, 20. und 21.11.1570), in denen die burgundische Regierung darlegt, dass es sich bei den genannten Gütern und Hftt. der Gfn. von Horn um Lehen des Kg. von Spanien handelt ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 450 S. 1041).
    8
    Die ksl. Räte Dr. Johann Hegenmüller und Friedrich von Flersheim hatten im Sommer 1571 mit dem Hg. von Alba in dieser Sache verhandelt ( Lanzinner , Aufstand, 106, 109–111; Weel , Streit, 546 f.; Arndt , Geldern, 143; Druck ihrer Instruktion vom 14.1.1571: Groß/Lacroix , Urkunden II, Nr. 635 S. 215–226; Druck weiterer Akten zu ihrer Mission: Ebd., Nr. 640 S. 238–249 [Antwort des Hg. von Alba auf die Werbung der ksl. Gesandten], Nr. 641 S. 249–252 [Replik der ksl. Gesandten], Nr. 646 S. 256–259 [Duplik des Hg. von Alba]). Da sie keine Fortschritte erzielen konnten, wurde Ks. Maximilian II. beim DT in Frankfurt 1571 darum gebeten, sich wegen der Beschwerden gegen die Regierung von Burgund direkt an Philipp II. zu wenden ( Lanzinner , Friedenssicherung, 423–425; Groß/Lacroix , Urkunden II, Nr. 661 S. 273 f. [Druck des Dekrets vom 24.9.1571]). Mit der Mission, die ebenfalls erfolglos verlief, wurde Adam von Dietrichstein betraut ( Weel , Streit, 547; Groß/Lacroix , Urkunden II, Nr. 664 S. 275–279 [Druck seiner Instruktion vom 1.2.1572]).
    9
    Vgl. Art. [7] der Wahlkapitulation (Nr. 35).
    10
    Vgl. Nr. 44.
    11
    Francisco Hurtado de Mendoza y Fajardo, 4. Gf. von Monteagudo, 1. Mgf. von Almazán (1532–1591), seit 1570 spanischer Gesandter am Kaiserhof ( Bouza , Docto y devoto).
    12
    Die genannten Schreiben Pfgf. Johann Casimirs an den Ks. und die Kff. konnten in der Aktenüberlieferung zum Kurfürstentag in Regensburg nicht ermittelt werden. Pfgf. Johann Casimir (1543–1592; NDB , X, 510–513) war der jüngere Bruder Pfgf. Ludwigs und hatte bereits 1567 die bedrängten Hugenotten in Frankreich mit Hilfstruppen unterstützt. Im September 1575 hatte er mit dem Anführer der französischen Protestanten, Prinz Henri I. von Bourbon-Condé, einen Vertrag geschlossen, in dem ihm als Gegenleistung für die von ihm geführten Hilfstruppen die Statthalterschaft über die lothringischen Hstt. Metz, Toul und Verdun versprochen wurde ( Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 429–431; Kluckhohn , Briefe II, Nr. 859 S. 918–922: Beitritt Kf. Friedrichs III. von der Pfalz am 27.11.1575 zu den in den Beilagen genannten Verträgen zwischen Pfgf. Johann Casimir und Prinz Condé vom 27. und 28.9.1575, Auszüge; ausführlich Bezold , Briefe I, Einleitung, 140–182, bes. 163–167; Vogler , Rolle, 247–252; Babel , Deutschland, 61, 63).
    13
    Bezug auf den letzten RAb von 1570 ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1206–1215 §§ 1–23: 1. Hauptartikel, Landfriede, bes. §§ 7–13, in denen die Kautionsleistungen geregelt sind). In Speyer war Ks. Maximilian II. mit seiner Forderung gescheitert, Kriegsrüstungen im Reich zugunsten auswärtiger Mächte von der ksl. Bewilligung abhängig zu machen ( Lanzinner , Friedenssicherung, 333–337).
    14
    Vgl. dazu in Nr. 69 die Resolution der Kff. zu den auf dem Kurfürstentag vorgebrachten Zollgesuchen.
    15
    Nr. 70.
    16
    Nr. 63.
    17
    Vgl. Anm. t.
    18
    Vgl. Nr. 66; die Beratung fand am Nachmittag des 2.11.1575 statt; vgl. Kurpfalz, fol. 95' (Nr. 21).
    19
    Nr. 62.
    20
    Gemeint sind insbesondere die RMO und die Münzprobierordnung von 1559, die nachfolgenden RAbb von 1566 und 1570 (vgl. Anm.10 bei Nr. 6) sowie der Abschied des Frankfurter DT von 1571, der die Münzbeschlüsse des Reichs umsetzen sollte ( Lanzinner , Friedenssicherung, 379–389, bes. 380 f. zum Problem der unterwertigen Ausprägung insbesondere der Scheidemünzen und zur Umprägung der großen Nominalen zu Scheidemünzen). Der Münzfuß für das 2-Kreuzer-Stück (Halbbatzen) ist festgelegt in § 8 der RMO ( Leeb , RTA RV 1558/59, Nr. 804 S. 1958 f.).
    21
    Vgl. Nr. 62.
    22
    Vgl. Ebd.
    1
    Nr. 69.
    2
    Vgl. Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 548 S. 1117 f.
    3
    Weitere auf dem RT in Speyer vorgebrachte Supplikationen in Zollangelegenheiten: Lanzinner , RTA RV 1570, Nrr. 392, 412, 414, 415, 433, 440, 447, 456, 474, 480, 488, 496, 532, 551.
    4
    = Pfgf. Georg Johann.
    5
    Zu den auf dem Wahltag in Frankfurt 1562 vorgelegten und nicht bewilligten Zollsupplikationen vgl. Häberlin , Reichs-Geschichte V, 15 f.; Goetz , Wahl, 179.
    6
    Nr. 34.
    7
    Der Söldnerführer Ernst von Mandesloe (1522–1602), hatte in Diensten des Mgf. Albrecht Alkibiades von Brandenburg gestanden und durch Vergeltungsmaßnahmen würzburgischer Ritter seine Güter verloren. Beim Versuch sie zurückzugewinnen, schloss er sich den kriegerischen Unternehmungen des fränkischen Reichsritters Wilhelm von Grumbach an, der in Diensten Hg. Johann Friedrichs II. von Sachsen stand, und nahm im Oktober 1563 an der Besetzung Würzburgs teil. Bereits einen Monat später wurde er in die Acht erklärt ( NDB , XVI, 11; Knorring , RTA RV 1564, 35–38, Nr. 72 S. 401–404: Achtexekutionsmandat gegen Grumbach, Mandesloe und andere vom 6.11.1563).
    8
    Art. 27 des Reichslandfriedens von 1548 ( Machoczek , RTA JR XVIII, Nr. 75 S. 992).
    9
    Bezug auf die Bitte Mandesloes um Lösung von der Reichsacht auf dem RT in Speyer ( Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 475 S. 1058 f.; Koch , Quellen II, 86–88).
    10
    = Friedrich von Wirsberg, 1558–1573 Fürstbf. von Würzburg ( NDB , V, 598 f.).
    11
    Bezug auf den Besuch Ks. Maximilians II. und seiner Familie in Dresden im April 1575; vgl. Einleitung, Kap. 2.2, Anm. 26.
    12
    = Julius Echter von Mespelbrunn, seit 1573 Fürstbf. von Würzburg ( NDB , X, 655 f.; Wendehorst , Bistum, 162–238).
    13
    = Mgf. Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach, fränkischer Kreisoberst.
    14
    Vgl. Nr. 68.
    15
    Nr. 58.
    16
    Fränkische Einung; im Oktober 1552 gegründeter, gegen die Expansionspolitik des Mgf. Albrecht Alkibiades gerichteter Schutzbund, dem neben anderen die Hstt. Bamberg und Würzburg sowie die Reichsstadt Nürnberg angehörten ( Hartung , Geschichte, 209–212 mit Aktenbeilage Nr. 91).
    17
    = Ernst von Mandesloe.
    18
    Vgl. Anm.a bei Nr. 58.
    19
    François d'Amours, sieur de La Galaizière, und François Bouchard; vgl. Anm.2 bei Nr. 60.
    20
    Gemeint ist wahrscheinlich der Wahltag in Frankfurt 1562, bei dem Jacques Spifame, sieur de Passy, als Gesandter des Prinzen Louis I. von Bourbon-Condé erschien (Habersack, nach Edelmayer , Krönungen, 141, zum 4.11.1562; Barthold , Deutschland, 416–423; Holtzmann , Maximilian II., 426 f.; Peter/Gilmont , Bibliotheca II, 1065 f.).
    21
    Vgl. Nr. 71.
    22
    Verschrieben für: ob sich.
    23
    Vgl. Nr. 68.
    24
    Gemeint ist Hg. Albrecht.
    25
    = dem Gf. von Ortenburg.
    26
    Unleserliche Passage. Die hier verwendete Redewendung konnte nicht ermittelt werden.
    1
    Vgl. Nr. 36.
    2
    Laut Dolfin an Gallio (Regensburg, 5.11.1575): Neri , NB III/8, Nr. 173 S. 380–383, hier 383, reiste Kf. Johann Georg von Brandenburg am 2.11.1575 ab. Kf. August von Sachsen und Pfgf. Ludwig verließen Regensburg am 3.11., Kf. Daniel von Mainz und Hg. Albrecht V. von Bayern am 4.11. Zur Reise des Ks., der am 5.11. mit seiner Familie die Stadt verließ und mit ca. 150 Schiffen, fast einer armada gleich, auf der Donau über Straubing nach Linz fuhr vgl. den Bericht Amezquetas an Ehg. Ferdinand II. (Linz, 9.11.1575): HHStA Wien RK, RTA 52-1, fol. 510–512, hier 512. Or.; präs. 21.11.1575.
    1
    François d'Amours, sieur de La Galaizière, und François Bouchard; vgl. Anm.2 bei Nr. 60.
    2
    Nr. 60.
    3
    Hg. Franz(-Herkules) von Alençon und Prinz Henri I. von Bourbon-Condé; vgl. Anm.5 bei Nr. 60.
    4
    Vgl. Nr. 55.
    5
    Laut Sayn-Wittgenstein (nach Schneidt , Geschichte, 521 f., 536–538) war neben dem ksl. Rat Johann Achilles Ilsung und dem Hofsekretär Andreas Erstenberger auch Christoph von Carlowitz anwesend. Letzterer hatte 1570 an den Friedensverhandlungen in Stettin teilgenommen ( Lavery , Challenge, 127 f.). Lazarus von Schwendi war nicht zugegen.
    6
    Zu den Beschlüssen auf dem RT in Speyer 1570 vgl. Anm.4 und Anm.10 bei Nr. 14. Der Inhalt der Instruktion von 1570 ist referiert bei Sayn-Wittgenstein (nach Schneidt , Geschichte, 537).
    7
    Gemeint sind die ksl. Gesandten Johann Kobenzl von Prossegg und Daniel Prinz von Buchau; vgl. Anm.6 bei Nr. 14. Kobenzl kehrte Mitte März 1576 nach Wien zurück.
    8
    Dr. Calixtus Schein und Dr. Heinrich Husanus; vgl. Anm.9 bei Nr. 52.
    9
    Hg. Barnim X. von Pommern (1549–1603), jüngerer Bruder Hg. Johann Friedrichs (1542–1600), der bei den Verhandlungen in Stettin 1570 der ksl. Kommission vorgestanden hatte, die neben anderen den Frieden zwischen Dänemark-Norwegen und Schweden vermittelte ( Turek-Kwiatkowska , Stettiner Kongreß), und der als Leiter der geplanten Gesandtschaft nach Moskau vorgesehen war ( Uebersberger , Österreich, 367). Laut des Bedenkens der kfl. Räte (Nr. 55) hatte sich Hg. Johann Friedrich entschuldigt. Sein Bruder Barnim war bereits auf dem Kurfürstentag in Mühlhausen 1572 als Hauptgesandter der Delegation nach Moskau im Gespräch gewesen ( Luttenberger , Kurfürsten, 231).
    10
    Vgl. Nr. 66.
    11
    Vgl. Nr. 69.
    12
    Vgl. Nr. 60.
    13
    Bezug auf den kfl. Revers für Stiftskapitel und Rat der Stadt Aachen vom 3.11.1575 (Druck: Lünig , Reichs-Archiv, [Bd. 18:] Spicilegium ecclesiasticum, 3. Teil, 881 f.), in dem die Kff. erklären, dass sie sich in Absprache mit dem Ks. dazu entschlossen hätten, die Krönung Kg. Rudolfs II. in Regensburg durchzuführen, da sonderliche bewegende Ursachen eingefallen, dadurch die Tractation von obgedachter Wahl und des Wahl-Tags sich uber unser versehen verweilet, und wir uns länger dan wir allerseits verhofft allhie aufhalten muessen. Immittels dan die schwehre Winter-Zeit eingefallen, darinnen Ihro königliche Mayestät auch uns nach Gelegenheit der Land-Art ein solche ferne Reiß von hinnen zu thun, gantz beschwehrlich und ohnthunlich fürgefallen, zu dem dan unser des erwöhlten Ertz-Bischoffen zu Cöllen halben, dem die Coronation zu Aachen zu thun gepuert, daß wir unsere Ertz-Bischoffliche Consecration noch nicht erlangt, und die Coronation selbst alspalt zu thun ohngefast, und darumb auch auß anderen mehr beweglichen Ursachen. Stadt und Stiftskapitel wird zugesagt und versprochen, daß solche allhie vorgenohmene und beschehene Königliche Crönung gar nitt dahien gemeint, daß sie ihnen von Ach, oder dem Löblichen Königlichen Stuel auch Stifft-Kirchen zu Aachen, an dem alten löblichen Gebrauch und Herkommen noch auch hergebrachten Recht und Gerechtigkeiten jetzo oder künfftig praejudiciren oder abbruchig sein, auch ihnen sambt und sonder alle Recht und Gerechtigkeiten nit weniger als ob die Crönung dießmahls zu Aach geschehen wehre, volgen und gereicht werden sollen. Entsprechende Reverse für das Aachener Marienstift wurden auch ausgestellt von Ks. Maximilian II. (Regensburg, 3.11.1575; HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 262–263. Kop., zusätzlich mit der Begründung unser scheinbarn und laider mehr dann guett bewusten leibsbloedigkait [...], auch von weegen des vorweesenden türkhischen vheindtlichen überfalls, und dann auch allerhanndt sorgclicher kriegsgewerb und durchzueg, so yetzo vorhanden. Druck: Schneidt , Geschichte, 567–569) und Kg. Rudolf II. (Regensburg, 3.11.1575; HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 272'–273'; RK, WuKA 6-1, fol. 3–4 und fol. 6–7. Kopp., zusätzlich mit der Begründung [RK, WuKA 4, fol. 273], das ire Liebden [= die Kff.] lenger dann dieselben verhofft sich alhie aufhalten muessen und ihrer Lieb antzaigen nach, anderer irer besondern aigen hohen geschefft halben, ire hohe unvermeidliche notturfft erfordert, sich widerumb unverzuglich zu iren lannden und leüthen zubegeben. Teildruck: Schneidt , Geschichte, 586. Das am selben Tag von Kg. Rudolf II. für Bürgermeister und Rat der Stadt Aachen ausgestellte Exemplar: HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 274–275; RK, WuKA 6-1, fol. 4'–5' und fol. 7'–8'. Kopp.; HHStA Wien, MEA, WuKA 25, fol. 545 f. Kopp. Druck: Schneidt , Geschichte, 587 f.). – Zur Problematik des 1562 nach Frankfurt und 1575 nach Regensburg verlagerten Krönungsorts vgl. Rudolph , Kontinuität, 385–391.
    14
    Entsprechende Dokumente konnten in den konsultierten Akten zum Kurfürstentag 1575 nicht aufgefunden werden. Gemeint sein könnte die Bittschrift des Domkapitels Münster betreffend die Konfirmation seiner Privilegien; vgl. Anm. 5 der Vorbemerkung zu Abschnitt F (Supplikationen).
    1
    Nr. 55.
    2
    Vgl. Nr. 66.
    3
    Vgl. Nr. 69.
    4
    François d'Amours, sieur de La Galaizière, und François Bouchard; s. Anm.2 bei Nr. 60.
    5
    Vgl. Nr. 60.

    Anmerkungen

    a
     ausgestattet] Kurpfalz (fol. 4) zusätzlich: Am Sonntag, den 9.10., um 5 Uhr nachmittags, haben sich die Mainzer Räte zu Pfgf. Ludwig begeben und ihn für Montag, 7 Uhr, zum Rathaus bestellt.
    b
     8 und 9 Uhr] Kursachsen (fol. 1) abweichend: zwischen 7 und 9 Uhr.
    c
     Rathaus] Kursachsen (fol. 1) zusätzlich: in der fördern stuben gegen dem marckt.
    d
     thumbdechant] Danach gestrichen: 3. Hartmann von Cronbergk, hoffmeister. Nota: derselbe ist dißmal noch nicht zukegen gewesen, soll aber balt ankommen und auch handtgelubte thun etc. Ergänzt: ist nicht kommen.
    e
     anzunehmen] Kursachsen (fol. 2') differenzierter zur Begründung: Erstens, weil Kf. Friedrich III. von der Pfalz durch seine Krankheit verhindert ist und zweitens, weil das meintzische ausschreiben in gemein vermag, des Reichs notturfft zuerwegen, dorauf dann auch die vollmacht gerichtet, so sey dieselbige dem außschreiben gemeß.
    f
     genug] Kursachsen (fol. 3) deutlicher: weil inn der vollmacht die clausel angehenget [vgl. Nr. 23], daß pfaltzgraff Ludwig alles das thun soll und mag, was s. f. Gn. herr vater in der person selbst thun solte und möchte.
    g
     werden] Kursachsen (fol. 3) abweichend: könne hernach aufgesucht werden.
    h
     Meinz] Kurpfalz (fol. 4) zusätzlich: sampt seinem cantzler Dr. Fabri.
    i
     rethe] Danach gestrichen: 1. Herr Ludewig pfalzgraff bei Reyn, herzogk in Beyern, churfurstlicher pfalzischer stadthalter zu Ambergk.
    j
     verwandt] Kurpfalz (fol. 5) differenzierter: derselb ksl. Mt. mit diensten verpflicht, deßen zulaßung wieder der Kff. verayn und alt herkommen wehre.
    k
     handtschlagk] Korr. aus: handtgelubte.
    a
     Ks.] Kurpfalz (fol. 6') zusätzlich: Die Kff. hatten den Ks. zuvor fragen lassen, ob sie zu ihrn kfl. Gnn. kommen oder dieselben zu dero gen solten.
    b
     gegangen] Kurpfalz (fol. 6') zusätzlich: Nachdem ihnen von Reichserbmarschall Pappenheim die Ankunft des Ks. angezeigt worden war.
    c
     Erstenberger] Korr. nach Kursachsen (fol. 4') und Kurpfalz (fol. 7). In der Textvorlage abweichend und falsch: Peter Obernburger. In Kursachsen (fol. 5–6) zusätzlich: Inhaltsangabe der Proposition (Nr. 1).
    d
     proposition] Kursachsen (fol. 6') zusätzlich: Bitte der Kff. um Abschrift der Proposition.
    e
     etc.] Kurpfalz (fol. 7') zusätzlich: Pfälzischer stadhalter unnd Brandenburg vor, Saxen zur seyten ihrer Mt., unnd Meintz, Trier und Cöln ihrer Mt. zum gemach hinaus nachgangen, auch ihrer Mt. biß zu dero losament dz gelaidt geben wollen, deßen sich doch ihre Mt. bedanckt unnd bey dem rhathauß unden uff der gaßen, dahin ihre kfl. Gnn. sie comitirt, die Kff. verlaßen.
    a
     tagk] Danach in Klammern: Nota: alhie in deme ist der churfurst zu Trier personlich ankommen und sich an seinen ort, welchen der thumbprobst zu Trier wie obgemelt eingenommen gehabt, gesezt etc. etc.
    b–b
     sondern ... geschehen] Kursachsen (fol. 7') differenzierter und zusätzlich: Und were der güldenen bull rechter verstand durch die nachfolgende exempel erklehrt worden. Was aber ferner hierwieder fürgewandt würde unnd wie daßelbige abzulegen, solches were aus den protocollen der nehisten zwo wahlhandlungen [= 1531 und 1562] zuersehen.
    c–c
     das ... zuerwecken] Kursachsen (fol. 8) differenzierter: würden auch auff des keysers todesfall bey ihnen nicht leute mangeln, die allerley practiken anstifften, damit der krieg von ihnen auf das Teutzschland gewendet würde.
    d–d
     so ... etc.] Kursachsen (fol. 8) differenzierter und zusätzlich: So möchten auch alßdann den rheinischen churfürsten leichtlich verhinderung in weg geworffen werden, daß ihre kfl. Gnn. den wahltag zu derselbigen zeit nicht besuchen köndten. Schleust derowegen, daß des Reichs notturfft sey, weil die churfürsten noch einig und beysammen seind, einen römischen könig zuerwehlen.
    e–e
     sondern ... einstellen] Kurpfalz (fol. 11) deutlicher: Daman dan konftig berhatschlagen solt in unruhe, wehr beßer besche [= geschehe] itz mit muß.
    f–f
     wollen] Kursachsen (fol. 8') zusätzlich: So würde auch in wehrender wahl, wann das keyserthumb ledig, denen, so etwas wieder das Reich vorzunehmen hetten, ihr fürhaben inn das werck zurichten zeit und raum gegeben..  Dagegen ... etc.] Kurpfalz (fol. 12) abweichend: Wie man dan vor der zeit auch die ding bedacht und in vita gewehlt, sey deren keine außerhalben mit Ladißlao [= Wenzel, 1376 röm. Kg., 1400 abgesetzt] mißrhaten. Kursachsen (fol. 8' f.) differenzierter: Derowegen, und weil man itzo mit weniger fahr dann hernach zu der wahl schreiten köndte, so were diese gute gelegenheit nicht zuverseumen, sonderlich weil wißlich ist, daß nach auffrichtung der churfürsten ordenung, so ohngefehrlich umb das Jahr 1001 gemacht, nicht alleine vor der güldenen bull, als bey zeiten Heinrici des andern, Conradi II., Heinrici des III., Heinrici des IIII. und Friderici des ersten, sondern auch nach der güldenen bull, zur zeit Caroli IIII., Friderici III. und Caroli V., bey leben itztgenandter keyser, römische könige erwöhltet worden und solches alle mahl wohl gerathen und dem Reich nützlich gewesen ist.
    g–g
     Wenn ... sezen] Kursachsen (fol. 9) deutlicher: Wann dann die substantz der gülden bull dorauf stehet, domit das Reich bey friede und ruhe erhalten, unnd man will auf des keysers todesfall und die nachfolgende sorgliche weitleufftigkeit sehen, so erscheinet, daß es besser und rathsamer sey, itzo mit guter ruhe dann hernach mit unruhe zu der election zugreiffen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 12).
    h–h
     dz ... etc.] Kursachsen (fol. 9) abweichend: daß dem keyser einen coadjutorn zuzuordnen, der guldenen bull nicht zu wieder ist. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 12').
    i–i
     auch ... lassen] Kursachsen (fol. 9 f.) anders: So stünde es in Franckreich und den Niederlanden sehr sorglich, und were unverborgen, was sich mit dem moscowiter und türcken in newligkeit zugetragen, dorumb auch desto mehr dohin zutrachten, domit den frembden potentaten alle ursach und bequehmigkeit, etwas wieder das Reich fürzunehmen, abgeschnitten werde, wie dann dieselbigen wieder das Reich zu practiciren nicht feyren würden, inmaßen solches aus deme, was dem churfürsten pfaltzgraffen der frembden bündnüs halben durch die ksl. Mt. zu Fulda zu gemüth geführet worden, wohl abzunehmen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 12').
    j–j
     Bedencket ... etc.] Kursachsen (fol. 9') deutlicher: Doneben aber hette auch s. kfl. Gn. erwogen, daß die churfürsten dohin bedacht sein solten, wie die unruhe bey den benachbarten potentaten in Franckreich und Niederland abzuschaffen, und daß domit nicht lange zuverziehen sey, sintemahl I. dem Reich doraus leichtlich große gefahr und nachtheil entstehen köndte und II. vielleicht der künfftige naue könig der autoritet und des ansehens wie die itzige ksl. Mt. bey den grossen potentaten nicht sein möchte.
    k–sk
     die ... haben] Kursachsen (fol. 10) deutlicher: so sey doch durch die vorgehende exempel unzweifelich und gnugsamb erklehrt, daß die wahl eines römischen königs bey leben des keysers den churfürsten nachgelassen und freystehe.
    l–l
     sie ... wurden] Kursachsen (fol. 10') deutlicher: die frembden potentaten, so albereit im harnisch seind, sich alsdann das Reich zu occupiren unterstehen würden.
    m–m
     Derhalben ... etc.] Kursachsen (fol. 10') abweichend: Schleust derwegen, daß in alle wege ein römischer könig zuerwehlen sey, und solches umb so viel mehr und eher, I. dieweil die erfahrunge giebet, daß die itzige ksl. Mt. offtmals mit plötzlicher leibesschwachheit hinfellig, und II. was itzo mit guter ruhe geschehen kan, daß solches nach des keysers tod ganz beschwerlich zugehen und nicht so leicht und wol in das werck zu richten sein würde. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 14).
    n–n
     weil ... etc.] Kursachsen (fol. 11) deutlicher: dann I. in der gülden bull würd eine gewiße maß, wie es mit der election zuhalten, vorgestellt, welche allein uff des keysers todfall gerichtet ist, und wann do wieder gehandelt werden und solches übel gerathen solte, so hetten es die churfürsten bey den andern ständen des Reichs nicht wohl zuverantwortten.
    o–o
     in ... kommen] Kursachsen (fol. 11') und Kurpfalz (fol. 15) differenzierter: zu Bruck in Flandern gefangen worden.
    p–p
     Diese ... zuschreitten] Kursachsen (fol. 11') deutlicher: Und geben die historien, daß offtmals solche electiones wohlgemeint und doch hierauß viel unrichtigkeit entstanden weren, daß also der effect, so damit gesucht, nicht hette erfolgen wollen.
    q
     erhalten] Kursachsen (fol. 11') zusätzlich: Deßgleichen bezeugen es die exempel anderer frembden wolbestalten königreiche, darinnen gemeiniglich noch bey leben der könige successorn erwehlet worden.
    r
     landen] Kursachsen (fol. 11') nennt als Beispiele Böhmen und Dänemark.
    s–s
     Item ... wolte] Kursachsen (fol. 12) abweichend: Und ob gleich dogegen gesagt werden wolte, weil die güldene bull und andere gute ordenungen im Reich verhanden, daß man sich derowegen auf des keysers todesfall der wahl halben keiner zwiespalt und uneinigkeit zubefahren, so ist doch hierbey zuerwegen.
    t–t
     Item ... etc.] Kursachsen (fol. 12) abweichend: auch wohl sonsten durch Polen und den moscowiter leicht etwas erregt werden möchte. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 15').
    u
     einander] Kursachsen (fol. 12) zusätzlich: und ungewiß ist, ob solches auch künfftig geschehen und die churfürsten wie itzo einig sein und zusammen kommen möchten, so ist diese gute gelegenheit nicht zuverseumen.
    v
     etc.] Kurpfalz (fol. 16) zusätzlich: Hette derwegen mit sondern freuden vernommen, dz andere auch deß sins wehren, dardurch sie in ihrer meinung confirmirt.
    w–w
     Denn ... zuthun] Kursachsen (fol. 12') abweichend: Sintemahl die güldene bull allezeit den verstandt gehabt, daß aus erheblichen ursachen auch bey leben des keysers ein könig erwehlet werden kan.
    x
     etc.] Kursachsen (fol. 12') zusätzlich: Und wenn die churfürsten solches nunmehr allererst disputirlich machen wolten, so würden ire kfl. Gnn. dardurch ihre praeeminentz und herrligkeit der freyen wahl halben, deren ihre kfl. Gnn. doch in ruhigen wolhergebrachtem brauch und gewehren sein, selbst zweiffelhafftig und streitig machen.
    y
     lassen] Kursachsen (fol. 13) zusätzlich: sonderlich weil solches in nähister wahl anno 62 auch also gehalten worden. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 16').
    z
     were] Kurpfalz (fol. 17) zusätzlich: item dz der ander fall der zuordnung nicht verpotten, bey vicinis gehalten, wie auch meher in Imperio geschehen. Kursachsen (fol. 14) deutlicher: Ob wol die güldene bull alleine von des keysers todesfall besaget und Meinzen eine gewiße zeit, die churfürsten zusammen zubeschreiben, vorstellet, so ist doch dadurch den churfürsten nicht benommen, so offt es die notturfft erfordert, der ksl. Mt. durch einhellige wahl einen adjunctum zuzuordnen.
    aa
     etc.] Kursachsen (fol. 14) präzisiert Polen, Moskau, Frankreich und die Niederlande. Kurpfalz (fol. 17) nennt zusätzlich Spanien und die Türken.
    ab–ab
     so ... etc.] Kursachsen (fol. 14) detaillierter: unnd wann itziger zeit im Reich wegen des keysers abgangks unruhe erregt werden solte, were nichts gewißers, denn daß die außländische potentaten, so mit kriegsvolck albereit gefast seind, solcher guten gelegenheit zu ihrem vortheil und dem Reich zu nachtheil gebrauchen und sich also des Reichs anmaßen würden.
    ac–ac
     An ... kommen] Dazu ein Nachtrag in Kurpfalz (fol. 36): Mitwochs, den 12. Octobris ist die vierte umbfrag nicht geschehen, sonder haben sich die Kff. under einander und pfälzischer stadhalter mit inen verglichen, die ksl. Mt. nachmittags anzusprechen. Ist solches ohn offentliche unnd sonsten gewohnliche umbfrag beschehen. Daruff ihre Mt. umb audientz ersucht unnd vonn deroselben die stundt, nemblich 3 uhrn nachmittag, hierzu bestimpt worden.
    ad
     uhr] Kursachsen (fol. 14') und Kurpfalz (Nachtrag fol. 36') zusätzlich: ohne Beisein kfl. oder ksl. Räte und Sekretäre.
    ae
     gezogen] Kurpfalz (Nachtrag fol. 36) zusätzlich: die inen biß in dz dritt gemach herauß entgegen gangen unnd ihre kfl. Gnn. mit sich in dero Mt. conclave gefuhret, aber maln wie dieselbige uff dem rhathauß durch Saxen gelaidtett wordenn.
    af
     etc.] Kurpfalz (Nachtrag fol. 36' f.) zusätzlich zum Inhalt der Unterredung: Dz gesprech, so sie mit ihrer Mt. gehabt, soll, alß pfälzischer stadhalter berichtet, gewesen sein, dz der Kf. zu Meintz sich in namen aller Kff. gegen ihrer Mt. biß dahero in dero regirung unnd administration getragener sorgfeltigkeit halben bedanckt unnd ferner angezaigt, dz ihre kfl. Gnn. nicht underlaßen, dz jhenige, so ihre Mt. gestrichs tags so schriftlich so müntlich fürpringen laßen, in berhatschlagung zuzihen. Dabey sie dan befunden, dz ihre Mt. sich der administration noch lenger allein zuunderfangen zupitten sey, welches sie dan samentlich damit gepetten haben wolten. Im fall aber ihre Mt. jhe uff eines röm. konigs unnd konftigen successoris zuordnung verharren wolt, wehren ihre kfl. Gnn. hierüber ferners nachdenckens zu haben urbietig. Daruff ihre Mt. sich der freundtlichen zugemühtfuhrung ihrer obligen bedanckt unnd nachmaln die berhatschlagung von verordnung eines röm. konigs unnd künfftigen successoris zubefürderen begert, welches die Kff. ehist für zunemmen sich erpotten.
    a–a
     weil ... worden] Kursachsen (fol. 16) differenzierter: was durch die französische und niederländische kriege nicht alleine dem Reich an den handtierungen und gewerben, sondern auch den ständen an ihren renthen und einkunfften vor großer schaden und abbruch diese gantze zeit über zugefügt worden.
    b
     durchzuge] Kurpfalz (fol. 19') zusätzlich: contra constitutiones Imperii so klar auch wieder imperatoris befelch.
    c–c
     Derwegen ... etc.] Kurpfalz (fol. 19') abweichend: Darum sorg er, man werdt nichts außrichten.
    d
     Franckreich] Kursachsen (fol. 16') zusätzlich: und in den Niederlanden.
    e
     erfolgten] Kursachsen (fol. 16') zusätzlich: wie solches die acta und handlungen bezeugen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 20).
    f
     einen religionfrieden] Korr. aus: eine toleranz. Kursachsen (fol. 16') anders: eine freystellung und tolerantz der religion. Kurpfalz (fol. 20) anders: tollerantz beyder religion.
    g
     frieden] Kursachsen (fol. 17) anders: die freystellung der religion.
    h
     exempell] Kursachsen (fol. 17) und Kurpfalz (fol. 20') zusätzlich: Nennen als Beispiele Schweiz und Polen.
    i
     etc.] Kursachsen (fol. 17) zusätzlich: sonderlich weil höfflich, daß nach gelegenheit itziger zeit solches bey den parteyen leicht zuerheben, und köndte das theil, welches nicht verfolgen wolte, bedrauet werden, daß es den frieden annehmen müste.
    j
     schrifften] Kurpfalz (fol. 20') zusätzlich: mit dem anhang, dz sie den dingen nicht lenger konten zusehen.
    k
     gelanget] Kursachsen (fol. 17) zusätzlich: wie dann Pfaltz ihrer ksl. Mt. dieses mittel albereit unter den fuß gegeben. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 20').
    l
     etc.] Kurpfalz (fol. 21) zusätzlich: Hof, man werd im trawen, dz er gern rhue angestelt sehe.
    m
     etc.] Kursachsen (fol. 17') zusätzlich: dieweil s. ksl. Mt. sonder zweiffel diese sache neben den churfürsten wol erwegen und befördern würden.
    n
     etc.] Kursachsen (fol. 17' f.) zusätzlich: Solte sich das Reich in handlung einlaßen, und es wolten die großen potentaten nicht verfolgen, so köndte leichtlich darauß ein mißverstandt zwischen ihnen und dem Reich entstehen. Zu deme, do auch gleich von den parteyen zugeruckt würde, so were doch unmüglich, solche assecuration zumachen, damit die parteyen versichert, dorauß sich dann folgents allerley weitleufftigkeit zubesorgen.
    o
     zuerinnern] Kursachsen (fol. 18) zusätzlich: mit nottürfftiger erinnerung der gefahr und des unraths, so dem Heiligen Reich dieser kriege halben bevorstehen.
    p
     etc.] Kurpfalz (fol. 22) zusätzlich: und in Sachsen.
    q
     gethan] Kursachsen (fol. 18) zusätzlich und differenzierter: Es habe seine kfl. Gn. dieser sache halben der ksl. Mt. hiebevorn ihr bedencken eröffnet, darauf auch underschiedliche schickungen in Hispanien und Franckreich erfolget, wie dann auch commissarien in das Niederland verordnet worden. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 22).
    a
     Uhr] Kursachsen (fol. 18') anders: 8 Uhr.
    b
     Kanzler] Kursachsen (fol. 18'–19') zusätzlich zum Inhalt dieser Schreiben: 1) Kff. an die Stadt Nürnberg, fol. 18' f.: Nachdem ihre kfl. Gnn. sich alhir versamlet und inn gemeinen rath beschloßen, einen römischen könig zu wehlen, dazu dann ihren kfl. Gnn. der cron, des Reichs apffels und anders, so zu Norimbergk hinterlegt, von nöthen, so begehrten ire kfl. Gnn., der rath wolte solche cleinodien, wie nechst gegen Franckfurt auch geschehen, anhero schicken und folgen laßen. Doran volnbrechten sie ihrer ksl. Mt. unnd der churfürsten gnedigen willen und meinunge etc. 2) Instruktion Ks. Maximilians II. für die Gesandtschaft nach Aachen (vgl. unten Anm. 4), fol. 19 f.: Die gesandten sollen sich gegen Ach verfügen und nach überantwortung ihrer credentz und dem gewönlichen zuentbiethen dem rath und schöpffen zu Ach vermelden, sie würden auß dem gemeinen geschrey vernommen haben, daß alhir im churfürsten rath vor nothwendig angesehen, einen römischen könig zuerwehlen. Und ob wohl ire ksl. Mt. sich erinnert, daß dorauff die crönung altem herkommen nach zu Ach geschehen solte, welches dann ire ksl. Mt. neben den churfürsten gerne dahin richten hette wollen, so fielen doch s. ksl. Mt. leibesschwachheit und der vorstehenden winterzeit halben verhinderung vor, zu deme daß auch die churfürsten sich förderlich wiederumb in ihre lande begeben wolten, derowegen vor gut angesehen und beschlossen worden, wofern die wahl erfolgete, daß auch dorauff die crönung alhier geschehen solte, welches doch alles dem königlichen stul zu Ach an seinen disfalls habenden rechten unschädlich sein und zu keiner einführung gereichen solte, wie dann ihre ksl. Mt. sie deßen zu assecuriren gnedigst erböthig [vgl. Anm.13 bei Nr. 21]. Zu dem ende solten sie auch ihre befelchhaber anhero verordnen, denselbigen solte ihre gebürende stelle in der kirchen und an der tafel eingereumet werden. Dogegen aber versehe sich s. ksl. Mt. gnedigst, sie würden keyser Caroli schwerdt, die infel und andere pontificalia, was sie deßen bey sich hetten, zu diesem herrlichen actu mit sich zur stelle bringen. Doran volbrechten sie ihrer ksl. Mt. willen, und würde es neben ihrer ksl. Mt. der künfftig erwehlete könig mit gnaden beschulden etc. Deßgleichen mutatis mutandis sollen auch die gesandten bey dem capitul der stiffts kirchen zu Ach werben und anbringen. 3) Kredenzbrief der Kff. an den Rat der Stadt Aachen [in simili an das Stiftskapitel zu Aachen], fol. 19': Wir haben gegenwertigen unsern lieben getreuen [= Lic. Johann Berneburg] neben der ksl. Mt. verordneten commißarien [= Johann Achilles Ilsung] zu euch abgefertigt, mit befelch, etliche werbunge an euch zu bringen, begehren gnedigst, ir wollet sie hören, ihnen glauben zustellen und euch nach gelegenheit der werbung gutwillig und volgig erzeigen etc.
    c
     etc.] Kursachsen (fol. 20) zusätzlich: Und nachdem aus dem protocoll befindlich, daß Meintz hiebevorn zu Franckfurt wegen der andern churfürsten zu dergleichen schickunge alleine verordnet, so erachtet seine kfl. Gn., daß es domit itzo abermals also gehalten werden soll.
    d
     etc.] Kursachsen (fol. 20) zusätzlich: Votirt deßgleichen, stellet doch in der churfürsten gefallen, was vor ein termin in die brieffe und instruction zusetzen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 23).
    e
     zuthun] Kursachsen (fol. 20 f.) zusätzlich zur Begründung: dann so die gesandten, so gegen Ach deputirt, dohin lenden solten, würde es einen verzug gebehren.
    f–f
     Stellet ... bedencken] Kursachsen (fol. 20') abweichend: Was Sachssen der post halben erinnert, müste bey der ksl. Mt. gesucht [werden]; die werden sonder zweiffel diese ding wol zum schleunigsten anzustellen wissen.
    g
     etc.] Kurpfalz (fol. 24) zusätzlich: Haben sich Kff. mit einander selbst verglichen, ihre Mt. hierunder zuhören, unnd hatt dem nach pfälzischer stadhalter bericht, dz ihre Mt. sich den 24. Octobris zur wahl unnd den letzsten tag eiusdem zur cronung gefallen laßen, daruff auch die schreyben ahn Ach unnd Nürnberg außgangen. Zur Festlegung der Termine vgl. auch das PS zum Bericht der kurpfälzischen Gesandten an Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 15.10.1575; HStA München, K. blau 100/1, fol. 93–94. Or.) sowie ein Schreiben Kf. Daniels von Mainz (HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10671/4, unfol. Or. Hd. Kf. Daniel; ebd. unfol. Kop.), der Kf. August am Abend des 14.10.1575 mitteilte, dass er sich am Nachmittag mit dem Ks. darauf geeinigt habe, das geliepts Gott morgen tags die post noch Aach ausreißen, der tag der election uff den mondag, den 24. diß, und die coronation uff sondag, den 30. auch diß monats oder zum lengsten den ersten Novembris, das ist Allerheiligen tag, soll vorgenommen werden, domit wir alsam soviel ehr gegen haus, unser aller seitt landen und leutten kommen mochtten. In den Einladungsschreiben an die Städte Köln und Frankfurt vom 17.10.1575 (HHStA Wien, RK, WuKA 4, fol. 232' f. Kop.) ist ebenfalls der 30.10. als Krönungstermin genannt.
    h
     gemach] Kursachsen (fol. 21) differenzierter: inn der fördern stuben.
    i
     halben] In Kursachsen (fol. 21') Bezug auf Art. 17, in Kurpfalz (fol. 25) auf Art. 19.
    j
     etc.] In Kursachsen (fol. 21') und Kurpfalz (fol. 25) Bezug auf Art. 23.
    k–k
     das ... etc.] Kursachsen (fol. 21') deutlicher: daß die beleidigte parteyen auch am keyserlichen hoff auff die acht klagen möchten. In Kurpfalz (fol. 25) zusätzlich: solten caesar unnd camera hierin concurrentem iurisdictionem haben, doch solt es in arbitrio deß beschedigten stehn, in camera oder bey dem kayser zuklagen.
    l
     etc.] In Kursachsen (fol. 22) und Kurpfalz (fol. 25) Bezug auf Art. 28.
    m–m
     dz ... werden] Kursachsen (fol. 22) deutlicher: Weil viel falscher müntz einrisse, so solte dieser § also zuschärffen sein. Welcher standt falsche müntz schlüge, der solte der regalien des müntzens verlustig sein und dazu ohne der sechs churfürsten bewilligung nicht wieder restituirt werden. Kurpfalz (fol. 25): dz caesar die stendt, so ungerecht müntz gemacht, nicht allein nicht restituir, sonder in totum privire.
    n
     etc.] Kurpfalz (fol. 25) zusätzlich zur Begründung: dieweil sich zeit und izige leuff mit denen nicht vergleichen, so tempore jungster election gewesen.
    o–o
     Bei ... etc.] Kursachsen (fol. 22) anders: Ob wol die weltlichen churfürsten in den punct des bapstlichen stuels und deßelben advocatien nicht gewilligt [vgl. unten Anm. 17], noch daßelbe zuverantworten hetten, dieweil aber dannoch der pabst ein abgott were und deßelbigen advocatia keinem theil verantworttlich, so bedächte s. kfl. Gn., daß solcher punct auß der capitulation gar zulaßen sein solte.
    p–p
     und ... etc.] Kursachsen (fol. 22') anders und zusätzlich: unnd aber derselbigen von den geistlichen nicht nachgesetzt, sondern die unterthanen von ihrem glauben gedrungen würden, so solte solche declaration inn alle wege der capitulation zu inseriren sein.
    q–q
     Item ... etc.] Kursachsen (fol. 22 f.) deutlicher: Dieweil ohne volstendige freystellung der religion kein bestendiger friede zuerhalten, so bedächte der churfürst Pfaltz, daß den stifften zu der augspurgischen confession zu tretten frey zulaßen und der religionfriede mit diesem zusatze zuverbessern.
    r–r
     Bei ... etc.] Kursachsen (fol. 22') deutlicher: Dieweil die güldene bull vermag [vgl. unten Anm. 19], daß die churfürsten in dero jurisdiction ungeirret und bey ihren rechten unnd gerechtigkeit gelaßen werden sollen, und aber der churfürsten am Rhein unterthanen täglich aus irer kfl. Gnn. gerichtbarkeit an das rotweilische hoffgericht citirt würden, so solte der capitulation einzuverleiben sein, daß hinfuro das rothweilische hoffgericht sich deßen ferner nicht anzumaßen haben solte.
    s–s
     Bei ... etc.] Kursachsen (fol. 22' f.) anders: Und nachdem der churfürsten notturfft erfordert, daß ein römischer könig ohne wißen und willen der churfürsten nichts handelte, so solte ein jeder churfürst dem könige einen rath, graffen, herrn oder dergleichen hohen standes zuordnen, ohne welcher wißen und verjawortung der könig nichts handeln noch beschließen [darf], und solches solte der capitulation ein zuvorleiben seyn.
    t
     etc.] In Kursachsen (fol. 23) Bezug auf Art. 15.
    u
     etc.] Kurpfalz (fol. 26') zusätzlich zur Begründung: dieweil von dem bapst doch kein schirm zugewaren.
    v–v
     Item ... etc.] Kursachsen (fol. 23) deutlicher: Und letzlich solte die capitulation mit dem zusatz zuvorbessern seyn, wann künfftig ein römischer könig erwehlet, daß der keyser inn der stadt, dorinnen solche wahl fürgenommen, nicht sein solte, dann dardurch würde die freye wahl desto mehr gesterckt und erhalten.
    w
     etc.] Kurpfalz (fol. 26') zusätzlich: [Art. 28:] Müntz halben sey der art. in der ordnung. Wol mans hie haben, werdts pfälzischer statthalter auch nit entgegen sein, dz es der capitulation inserirt werde.
    x–x
     Soviel ... wurden] Kursachsen (fol. 23 f.) zusätzlich und anders: Daß die auffsetzung der nawen und erhöhung der altten zölle in der obligation albereit verbothen und dorinne eine maß vorgestalt, wie wieder die verbrecher zuverfahren, nehmlich, daß dieselbigen dem keyser namhafftig angezeigt werden, und s. ksl. Mt. dorauff mandata sine clausula ausgehen und process wieder die vorbrecher solte anstellen lassen, derowegen, do etliche stände wieder die obligation gehandelt, so hetten die benachtbarten sich solcher zugelassenen mittel dawieder zugebrauchen.
    y–y
     Der ... vergleichen] Kursachsen (fol. 23') differenzierter: Es wüste s. kfl. Dlt. [!] nicht anders, denn daß ohne das inn der acht und andern sachen die ksl. Mt. mit dem cammergericht concurrentem iurisdictionem hette, derowegen man an irer Mt. hofe wol proceß auff die acht anstellen möchte, wie dann täglich die acht doselbst declarirt würde. Der von Trier angezogene § schlüsse auch solche concurrentem iurisdictionem nicht auß, und were der process in causa spolii und fractae pacis in der cammergerichts ordnung zum engsten eingezogen; daß aber solcher proceß verlengert würde, were nicht der ordnung, sondern der leute schuldt. Man wolte sich aber mit den räthen daraus ferner unterreden. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 27).
    z–z
     Was ... werden] Kursachsen (fol. 24) differenzierter: Der §, so von der müntz redet, müste verändert werden, dieweil die müntzordnung nunmehr albereit gemacht und aber der § von der müntzordnung, so künfftig aufgerichtet werden soll, besaget. Derowegen were in der capitulation zusetzen, daß der neue könig uber der müntzordnung, so albereit gestaltt, gebürlich halten solte. Die privation derer, so falsche müntz schlagen, were albereit der müntzordnung einvorleibet, köndte aber doch per relationem auf die müntzordnung und andere Reichs abschiede inn die capitulation auch gebracht werden. So wolte man sich sonst des puncts der restitution halben, ob dieselbe ohne der sechs churfürsten bewilligung geschehen und der obligation einvorleibet werden solte, mit den andern wohl vergleichen.
    aa–aa
     Also ... etc.] Kursachsen (fol. 24') differenzierter: Der freystellung halben hette s. kfl. Gn. im Heiligen Reich vielfaltig ermahnet und erinnert, weil aber domit nichts erhalten, so hette s. kfl. Gn. daßelbige von sich auff der geistlichen gewissen geschoben. Könte aber die freystellung noch erhalten werden, solches were s. kfl. Gn. gantz lieb und angenehm. Kurpfalz (fol. 27') zusätzlich: sorgt, es werde ohn beysein anderer stend nicht geschehen.
    ab–ab
     Sonsten ... vereinigen] Kursachsen (fol. 24') differenzierter: Keyser Ferdinandi declaration were anno 55 zu Augspurg mit dem religion friede zugleich, eodem tempore et loco, aufgerichtet worden, demselbigen anhengig, dorzu gehörig und also nichts neues. Und ob wohl die declaration hiebevorn zu dem religion frieden nicht gethan, so were sie doch in genere darinnen begriffen, und weil vor dieser zeit kein casus im Reich vorgefallen, derowegen dieselbige in die obligation zubringen nöthig, so hette man auch solches zusuchen hiebevorn überflüßig geachtet. Nachdem aber sich itzo facta de novo emergentia zutrügen, und dann diese declaration von den geistlichen selbst bewilligt worden, so achtet s. kfl. Gn., es werde die inserirung derselbigen den geistlichen nicht zuwieder und zu dem ende nothwendig sein, damit aller mißverstandt im religion frieden aufgehoben würde.
    ac
     werden] Kursachsen (fol. 25) abweichend: Ob es nun dabey zulaßen, dessen wolte man sich mit den andern vergleichen.
    ad
     etc.] Kursachsen (fol. 25) deutlicher und zusätzlich: 2) So wüsten auch die churfürsten nicht, ob solche räthe nicht vielmehr wieder dann vor ire kfl. Gnn. rathen würden, derohalben were am besten und sichersten, daß die churfürsten ihre bewilligung bey sich selbst behalten. 3) Sonderlich weil ohne dz in der capitulation versehen, daß keine wichtige reichssache ohne irer kfl. Gnn. bewilligung durch den könig tractirt werden soll.
    ae
     geschehen] Kurpfalz (fol. 28) nennt als Beispiel das Nürnberger Reichsregiment.
    af
     etc.] Kursachsen (fol. 25) abweichend: Do auch bey den geistlichen zuerhalten, die annaten dem Reich zum besten zu contribuiren, das wolten s. kfl. Gn., alß die dem pabst solch geld auch nicht gönnen, gerne sehen und erfahren.
    ag
     etc.] Kursachsen (fol. 25 f.) abweichend: Den keyser von dem ortt, do die wahl beschicht, auszuschließen, sey ihrer Mt. nicht anzumuthen, dann 1) bey leben des keysers haben die churfürsten je billich in allen berathschlagungen auf ire Mt. als dz haupt einen respect, und nachdem disfalls die erste berathschlagung ist, ob es dem Reich nützlich und gut, ein zukunfftig haupt zuwehlen, so soll billich ire Mt. derowegen an dem ortt, do solche reichsnotturfft tractirt wirdt, gelidden werden. 2) Und weil s. ksl. Mt. den churfürsten eine freye wahl lest und einreümet, so were gantz unhöfelich, irer Mt. auch die stelle nicht zuvergönnen, dorinne gewehlet würde.
    ah–ah
     Hetten ... etc.] Kursachsen (fol. 25') anders: Hat sich gleicher gestaldt, wie Trier, wegen aufsetzung der nawenn und erhöhung der alten zöll über Meckelburgk und Lüneburgk beschwert, mit dem anhang, ob wol solches hiebevorn im Heiligen Reich verbothen, so köndte doch der churfürst zu Brandenburg wohl leiden, daß die straffe geschärfft und der capitulation einvorleibt würde.
    ai–ai
     Die ... etc.] Kursachsen (fol. 25' f.) abweichend: Bey der acht hat Brandenburgk erinnert, weil anno 55 auf dem reichstage zu Augspurgk bedacht worden, daß kein chur- oder fürst durch das cammergericht oder auch sonsten ohne bewilligung der stände solte inn die acht erklehrt werden, so were solches wohl zubedencken, wann von dem proceß auf die acht tractirt werden solte. Sonst aber ließe s. kfl. Gn. wol geschehen, daß der proceß eingezogen würde, und hielte s. kfl. Gn. die concurrentem iurisdictionem, so der ksl. Mt. neben dem cammergericht zustendig, im Heiligen Reich breuchlich und also herkommen sein.
    aj–aj
     Die ... etc.] Kursachsen (fol. 26) deutlicher: Dieweil der articul von der müntz in den alten notuln der obligation also gestanden, so were eine notul aus dem andern nachgeschrieben. Daß nun nach aufgerichter müntzordnung dieser articul, wie Sachssen erinnert, verändert, auch mit dem zusatz, wie Trier bedacht, verbeßert würde, solches ließe s. kfl. Gn. wohl geschehen; achtet doch, was disfalls Trier erreget, daß solches des mehren theils albereit in der müntzordnung versehen.
    ak–ak
     so ... bleiben] Kursachsen (fol. 26) deutlicher: so ließe es s. kfl. Gn. bey der protestation, so in der capitulation auf die weltlichen churfürsten gerichtet, bleiben.
    al–al
     mit ... etc.] Kursachsen (fol. 26') differenzierter: und damit also zugangen: daß die stände der augspurgischen confession keyser Ferdinando zu gemüth geführet, was vor unruhe entstehen würde, wann gantze communen von itztgemelter confession gedrungen werden solten. Hette nun ein bestendiger friede aufgerichtet werden sollen, so hette auch s. kgl. Mt. die erklehrung also thun müssen, wie der buchstabe ausweiset.
    am–am
     Die ... wurde] Kursachsen (fol. 26) anders: Der churfürst zu Brandenburg hette anfangs des religion friedens nichts liebers gesehen, dann daß die freystellung der stiffte halben dorein verleibet worden were; s. kfl. Gn. bethe auch noch darumb.
    an–an
     Dz ... etc.] Kursachsen (fol. 26') deutlicher zur Begründung: aber köndte s. kfl. Gn. nicht vor gut achten, dem künftigen könig räthe zuzuordnen, dann 1) neben deme, daß den churfürsten dodurch viel unkosten verursacht, 2) so würde auch der keyser und künfftige könig solches vor eine nawigkeit und vor einen schimpff anziehen. 3) Und hette Sachßen ferner angezeigt, worumb es bedencklich. Dobey ließe es s. kfl. Gn. auch bleiben.
    ao
     auszuschliessen] Kursachsen (fol. 26') zusätzlich: ob wol der keyser in der stadt, do die wahl gehalten würde, so were doch s. ksl. Mt. bey dem actu der wahl nicht selbst gegenwerttig.
    ap–ap
     Sonsten ... worden] Kursachsen (fol. 27) zusätzlich: Pfaltzgraff Wolffgang hette den revers des zolls halben inn die meintzische cantzley überantwortet, davon weren den andern churfürsten copien zugeschickt.
    aq
     etc.] Kursachsen (fol. 27) zusätzlich: Ob nun wohl hirauff die meintzische räthe durch Sachßen und Brandenburgk ermahnet worden, noch eine umbfrage zuhalten, in ansehung, daß vielleicht der mehrer theil der fürgebrachten articul verglichen und wenig an die churfürsten zubringen verbleiben würde, so haben doch die meintzischen räthe solches strack abgeschlagen, mit anziehunge, es weren etliche punct also geschaffen, daß sie vor allen dingen ihren herren davon bericht thun müsten. – Kf. Daniel von Mainz schrieb noch am selben Abend an Kf. August (vgl. oben Anm. g), es habe sich bei den Verhandlungen zur Wahlkapitulation herausgestellt, das der weltlichen Kff. tails allerley will ingeflickt werden, welchs mir und den gaistlichen Kff. ohnleidtlich und derwegen in weitlauffig disputation geratten mochten. Er schlug daher ihm vor, das wir personlich zur sachen greiffen und uff die nechste form uns vergleichen; vgl. Nr. 7 und Nr. 8.
    a
     Uhr] Kursachsen (fol. 27') abweichend: 8 Uhr.
    b
     vorhanden] Kursachsen (fol. 28) zusätzlich: auch mit der stände wissen und willen ergangen ist.
    c–c
     den ... wolte] Kurpfalz (fol. 31) deutlicher: Stehe in capitulatione, dz rex bey religion frieden handhaben soll.
    d
     etc.] Kursachsen (fol. 28') zusätzlich: dadurch aber doch den andern puncten, im religionfriede begriffen, nichts derogirt sein soll.
    e
     declaration] Kursachsen (fol. 28') zusätzlich zum Inhalt: daß die von der ritterschafft und die unterthanen, so unter den geistlichen gesessen, bey der religion der augspurgischen confession gelaßen werden möchten, domit künfftig mißvorstandt und weiterung verhütet würde. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 31'). Vgl. unten Anm. 10.
    f
     willen] Kursachsen (fol. 28' f.) zusätzlich: und domit der religionfriede nicht gemißdeutet, auch die clausula derogatoria [vgl. unten Anm. 14] dorinne angezogen worden, in ansehunge, daß sonsten und ausserhalb solcher declaration ein bestendigen frieden zuerhaltten unmöglich gewesen.
    g–g
     es ... bleibet] Kursachsen (fol. 29) differenzierter: die obligation mit inserirung der keyserlichen declaration verbeßert und solches zu dem ende gerichtet werde, domit niemand ursach habe, unruhe im Reich zuerregen, in ansehunge, daß auch ohne das die communen und die von der ritterschafft im religion frieden mitbegriffen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 31').
    h
     vorgelauffen] Kursachsen (fol. 29) zusätzlich: und wie im cammergericht disfalls procedirt werde.
    i–i
     Solchs ... zufinden] Kursachsen (fol. 29') differenzierter: Do auch dieser declaration halben etwas der obligation hette einvorleibet werden sollen, so müste solches anno 62 auch gesucht und darauf geschehen sein. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 32).
    j
     aufhalten] Kurpfalz (fol. 32) zusätzlich: Bit, man wol es bey der capitulation, wie die caesari anno 62 gegeben, aller dings pleyben laßen.
    k
     etc.] Kursachsen (fol. 30) zusätzlich: vergleicht sich durchaus mit Meintz.
    l
     lassen] Kurpfalz (fol. 32') zusätzlich: Man solt niemandts alhie, der interesse hett, praejudiciren noch diesen regem herter alß vorigen beschwern.
    m
     nicht] Kursachsen (fol. 30) zusätzlich: und sey zu der zeit der alte pfaltzgraff churfürst [= Kf. Friedrich II. von der Pfalz († 1556; NDB , V, 528–530)] noch bäbstisch gewesen, erachte aber, daß es sich damit Sachßen und Brandeburgs bericht gemeß vorhalte. Daß aber anno 62 der declaration inn der obligation nicht gedacht, sey daher kommen, daß man damals nicht vormeint, daß die von der ritterschafft von ihrer religion, inmaßen itzo geschicht, solten gedrungen werden, derowegen solche erinnerung zu derselbigen zeit vor unnöthig geachtet wordenn. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 33).
    n–n
     Dz ... lassen] Kursachsen (fol. 30) deutlicher: Und weil die declaration albereit auffgericht und ein jus quaesitum ist, so kan dieselbige vor kein praeiudicium angezogen werden; schleust derwegen, daß die declaration alß ein pertinentz und anhang des religionfriedens der obligation einzuvorleiben. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 33).
    o–o
     also ... etc.] Kursachsen (fol. 30') differenzierter und zum Teil abweichend: daß die ksl. Mt. domahls diese dinge mit den ständen in ihrer Mt. cammer berathschlagt, auch durch Dr. Seld, den vicecantzler, [= Dr. Georg Sigmund Seld (1516–1565; NDB , XXIV, 213–215), Reichsvizekanzler] die päbstischen stände ermahnen laßen, zu weichen und zuzurucken, damit der religionfriede nicht gar zerschlagen würde. Und dieweil domahls sich die handlung tieff inn die nacht verzogen und kein protocoll gehalten worden, so sey sich nicht zuverwundern, ob gleich inn den cantzley registraturen darvon nichts befindlich. So viel s. kfl. Gn. sich itzo erinnert, sey itzo niemand mehr am leben, so wegen Meintzen domahls dabey gewesen.
    p–p
     Do ... sein] Kursachsen (fol. 30' f.) differenzierter: Und dieweil die declaration ein appendix und das furnehmste stück des religionfriedens ist, die leuffte auch itzo viel fährlicher dann zu jener zeit, so erachtet s. kfl. Gn., die andern churfürsten werden geschehen laßen, daß die declaration mit wenig wortten der obligation inserirt werde, dann wo solches nicht geschicht, ist sich im Reich einer unruhe zubefahren. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 34).
    q–q
     Do ... werden] Kursachsen (fol. 31) deutlicher: Weil auch Meintz angezogen, s. kfl. Gn. habe das original nie gesehen, so wird daßelbige hirmit fürgelegt und gebethen, solch original verlesen zulaßen.
    r
     halben] Kurpfalz (fol. 34') zusätzlich: Sieht nicht gern, dz dz gemein werk hiemit ufgehalten, dieweil es aber vonnoten, konne er es nicht umbgehn.
    s–s
     Nu ... gethan] Kursachsen (fol. 31 f.) differenzierter: Weil die churfürsten könig Ferdinando zweyerley meinungen referirt und die stände nicht weiter zusammen kommen wollen, so hat s. kgl. Mt. zu ende des reichstages inn dieser sachen biß umb acht uhr in die nacht sich bemühet [und] von einem zum andern gehandelt biß es letzlich zu ihrer kgl. Mt. mechtigem ausspruch kommen, dobey auch ire Mt. sonderlich erinnert worden, was vor unruhe im Reich entstehen würde, wann die von der ritterschafft durch die geistlichen von der religion solten gedrungen werden. Dorauff dann s. kgl. Mt. in tragender gewaldt und voller macht, die s. kgl. Mt. von keyser Carolo gehabt, gleich wie mit der freystellung auch geschehen, diese declaration mit der stände wissen und willen ergehen laßen und dobey gesagt, man hab uff diesem reichstage s. Mt. einen guten kerab geben.
    t
     befinden] Kursachsen (fol. 31') zusätzlich: und auch deme, daß dorinne die derogatoria clausula [vgl. oben Anm. 14] ausdrücklich gesazt wirdt, welches nicht sein köndte, wann es nicht mit der churfürstlichen abgesandten vorwissen geschehen were, derowegen hiran gar nicht zu zweiffeln. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 34' f.).
    u
     etc.] Kurpfalz (fol. 35) zusätzlich: dieweil aber die fäll itz fürkemen, hett man deßen umb so viel mehr anregens zuthun notig geacht.
    v
     werde] Kursachsen (fol. 31' f.) zusätzlich: Es were auch wieder der churfürsten praeeminentz, die andern stände, so mit der capitulation gar nichts zuthun haben, in dieses werck, so alleine den churfürsten zuverrichten gebüret, zu mengen.
    w
     etc.] Kursachsen (fol. 32) zusätzlich: und weil keyser Ferdinand durch viel erfahrung nicht allein den land- und religionfrieden, sondern auch die declaration auffzurichten bewogen.
    x
     werden] Kursachsen (fol. 32) zusätzlich: wie anno 62, als von des pabsts advocatien disputirt worden, auch geschehen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 35'). Vgl. Anm.17 bei Nr. 6.
    y–y
     Wilß ... etc.] Kursachsen (fol. 32') deutlicher und zusätzlich: Will vor ihre person die declaration nicht loben noch schelten, achtet aber, daß derowegen das ordentliche vorhabende werck nicht aufzuhalten und zuerwegen sey, daß vor dieser zeit die churfürsten alle ding unter ihnen selbst freundlich verglichen und niemand anders ersucht haben. Sey erböthig, alles, was von anno 55 bishero im Reich ordentlich verabschiedet, und beyde, den religion- und profanfrieden, treulich zuhalten. Bittet, die obligation, inmaßen die anno 62 bedacht, also bleiben zulaßen und disfalls freundlich einig zusein.
    a
     8 Uhr] Kursachsen (fol. 33) abweichend: zwischen 7 und 8 Uhr.
    b–b
     hatt ... etc.] Kurpfalz (fol. 37) differenzierter: hielt der thumprobst zu Trier die session nicht zwischen den hern alß der Kf. selbst, sonder uff einer zur rechten hand schregs stehenden banck.
    c
     hernacher] nachträglich eingefügt; unklar, ob hier oder an einer anderen Stelle.
    d
     etc.] Kursachsen (fol. 33') zusätzlich: es weren damahls keine churfürsten, sondern alleine die räthe zur stedte gewesen.
    e
     gehöret] Kurpfalz (fol. 38) zusätzlich: hab den inhalt erst er, cantzler, bey eim jhar erfahrn, dz beteurt er zum hochsten.
    f
     worden] Kursachsen (fol. 33') zusätzlich: Es möchte vielleicht dieser handel den räthen wegen der langen zeit ausgefallen sein. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 38).
    g
     Mt. ] Kursachsen (fol. 33') zusätzlich: der derogatorien [vgl. Anm.14 bei Nr. 7] inn der declaration außdrücklich gedacht, auch.
    h–h
     damit ... gelassen] Kursachsen (fol. 33') anders: weil es an sich selbst unbillich ist, jemand mit gewalt von seiner religion zu dringen.
    i–i
     dz ... behandelt] Kursachsen (fol. 34) anders: daß inn der räthe macht nicht gestanden, diese declaration keyser Ferdinando abzuzwingen.
    j
     etc.] Kursachsen (fol. 34') zusätzlich: Und wie anno 62 der religion friede alleine mit der churfürsten willen und ohne der andern stände, so disfalls auff die churfürsten sehen müßen, wißen und willen in die capitulation gebracht, also kan es itzo mit der declaration auch geschehen. Die Verpflichtung des Ks. auf den Augsburger Religions- und Landfrieden wurde 1558 in den Art. 2 der Wahlkapitulation Ks. Ferdinands I. aufgenommen (vgl. Anm.15 bei Nr. 7) und blieb in der Wahlkapitulation Maximilians II. (dort als Art. 3) unverändert (vgl. Anm.5 bei Nr. 6). Der Verweis auf das Jahr 1562 (anstatt auf 1558) deutet darauf hin, dass die bei der Abdankung Ks. Karls V. ausgestellte (2.) Wahlkapitulation Ferdinands I. vom 14.3.1558 hier nicht als solche aufgefasst wird. Die Wahlkapitulation Maximilians II. von 1562 wäre nach dieser Zählung die erste nach dem Augsburger Religionsfrieden.
    k–k
     Also ... etc.] Kursachsen (fol. 36) differenzierter: Dann wo einmahl an einem ortt die unterthanen zu unruhe verursacht, so würde das feuer weiter umb sich greiffen und nicht leichtlich zu dempffen sein. Bittet hirbey zubedencken, daß linde und sittsame rathschläge viel beßer seind, dann so man mit gewaldt fehret.
    l–l
     Es ... etc.] Kurpfalz (fol. 40') differenzierter: Will declaration nit disputirn, läßt die pleyben wie sie ist, will aber die als ein gemein Reichs constitution nicht in capitulation rücken laßen; sey ein anders mit dem religion frieden, so publica constitutio; sey nicht vonnoten, man hett es sonst anno 62 gemeldt.
    m–m
     Achtet ... gelassen] Kursachsen (fol. 37) deutlicher: Und müsse disfalls auf die capitulation gesehen werden, welche also gestaltt sein muß, daß keinem theile dorinnen praejudicirt werde. Solches aber würde durch inserirunge der declaration erfolgen, und were dieselbige anno 62 alleine dorumb übergangen, damit kein streit derowegen erregt würde.
    n–n
     Sege ... etc.] Kursachsen (fol. 37 f.) abweichend: Auß deme, so vorhin vermeldet, sey zuverstehen, daß es nicht unmüglich, die declaration zu inseriren, dann der keyser, so die declaration gethan, werde darumb zu antwortten wißen, suprema lex sey salus populi. Dieweil dann an dieser declaration des Reichs wolfarth mit hanget und gewiß ist, wie Sachßen und Brandenburg erinnert, wo der religionfriede nach der declaration nicht verstanden würd, daß sich einer unruhe von den unterthanen zubefahren, so bittet s. f. Gn., die declaration der obligation einzuverleiben.
    o–o
     Beruhet ... erhalten] Kursachsen (fol. 37') differenzierter: Ob wohl von Trier angezogen, als solte man der declaration halben nicht beschrieben sein, so achte doch s. kfl. Gn., diese zusammenkunfft sey furnehmlich zu erhaltung und beförderung der gemeinen Reichs wolfarth angestallt. Dieweil dann die declaration zu fortsetzung derselbigen nicht das geringste noch wenigste mittel ist, so werde auch davon billich geredet und gerathschlaget. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 41).
    p–p
     Also ... etc.] Kursachsen (fol. 38) differenzierter: Also sey anno 62 [eigentlich 1558; vgl. oben Anm. j] der religion- und landfriede inn die capitulation bracht, also sey man auch itzo beysammen, den gemeinen nutz zu fördern und dem künfftigen könige wohl einzubilden.
    q
     etc.] Kurpfalz (fol. 42) zusätzlich: Bit, sein votum nit anders zuverstehn dan er ad pacem geneigt. Wil Trier und Coln horn, ob diß ad caesarem zureferiren.
    r
     etc.] Kursachsen (fol. 38' f.) deutlicher: Sey in der person anno 55 auf dem reichstag zu Augspurg nicht gewest, und weil die andern stände von der declaration nichts wissen, so mag etwan ein irthumb vorfallen. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 42').
    s
     etc.] Kurpfalz (fol. 43) zusätzlich: doch konn man weltlichen kein mas geben, wz sie herunder vor sich an keiser pringen wollen.
    t
     Weil] Kursachsen (fol. 39 f.) zusätzlich: des itzigen kaysers herr vater die declaration selbst gemacht.
    u–u
     So ... etc.] Kursachsen (fol. 39') anders: Nachdeme inn der capitulation nicht auff den künfftigen könig alleine, sondern auch auff erhaltunge des gemeinen friedens zusehen und derselbige mehr dann privatsachen inn acht zu haben, so hette seine kfl. Gn. allerley wege zu der vergleichung angezeiget.
    v
     etc.] Kurpfalz (fol. 44) zusätzlich: Ist man also diß maln ohne andere schließliche vergleichung von einander geschieden.
    a
     Vormittag] Kursachsen (fol. 40) differenzierter: um 8 Uhr morgens.
    b–b
     Seindt ... etc.] Kurpfalz (fol. 44–45) differenzierter: /44/ Demnach die 3 geistlichen Kff. deß fürgefallenen strits halben uber der declaration deß religion friedens ksl. Mt. nicht mit referiren wollen, alß haben sich mitwochs, den 19. Octobris, vormittags H. Ludwig Pfgf. stadhalter in Bayrn ahn stadt Kf. Pfaltz unnd dan beyde Kff. zu Saxen und Brandenburg zu der ksl. Mt. verfügt, deroselben nicht allein diesen vorgefallenen stritt, sonder auch was Pfaltz der freystellung halben fürzupringen vor rhatsam unnd gut angesehenn, zusampt wz der ritterschaft uffm Eyßfeldt unnd im stifft Fulda, auch andern augspurgischer confession verwanten betrangnus halben klaglich vorkommen nach der leng und mit notwendiger außführung erzelt unnd /44'/ begert, dz ihre Mt. bey den geistlichen Kff. die versehung thun wolte, damit zuforderst die unversehrte declaration deß religion friedens in ihrem esse unnd wesen ohn disputirt verpliebe, derselben ihres inhalts gelebt, auch die religion sonsten frey gelaßen unnd derentwegen niemand betrangt würde. Dan und da dieses nicht erfolgen solt, würde ihre Mt. kein ungenedigs mißfallen tragen, da gleich ohn ferner procediren die weltlichen Kff. unnd dero abgeordneten sich wiederum zu hauß begeben. Daruff ihre Mt. geantwort, dz sie dieß ungern vernehmen und wehren sie in diesen sachen gleich alß ein mediator, so solche ding zwischen geistlichen unnd weltlichen ständen in aequilibrio halten müsten. Eß theten auch ihre Mt. zugleich der allenthalben inreißenden secten etwaß meldung, welch[es] deroselben doch im glimpflichsten abgelegt und beantwort worden. /45/ Entlich sindt Pfaltz stadhalter, auch bey[de] Kff. zu Saxen unnd Brandenburg von ihrer Mt. abgeschieden unnd haben die vertrostung von deroselben empfangen, dz ihre Mt. mit den geistlichen Kff. hiervon reden wolten. Vgl. hierzu die nahezu identischen Formulierungen im Schreiben Pfgf. Ludwigs an seinen Vater Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 22.10.1575): HStA München, K. blau 100/1, fol. 143–146. Or. mit innenliegendem PS; präs. 25.10., 5 Uhr abends. Teildruck: Kluckhohn , Briefe II, Nr. 848 S. 893–896, hier 894 f.
    c
      Ks.] Ergänzt aus Kursachsen (fol. 40') und Kurpfalz (fol. 45). Zusätzlich in Kurpfalz (fol. 45): Was sie aber mit denselben dieses vorgefallenen strits wegen tractirt, ist Kf. Pfaltz stadhaltern unnd abgeordenten ohneroffnet plieben. Zur ergebnislosen Audienz der geistlichen Kff. beim Ks. vgl. die auf kurpfälzischer Überlieferung basierenden Nachrichten bei Lehmann , De pace II, Nr. 16 S. 283, und Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 368 (nach Lehmann ). Laut des Kurbrandenburger Berichts über die Verhandlungen des Ks. mit der protestantischen Seite waren bei dieser Audienz nur Kurmainz und Kurköln zugegen, die ohne vorherige Beratung mit Kurtrier zu keiner Stellungnahme bereit gewesen seien; vgl. Nr. 31, fol. 10.
    a
     Freitag] laut Kurpfalz beziehen sich die Eintragungen aus Kurbrandenburg, fol. 161, auf den 21. Oktober. Vgl. in Kurpfalz (fol. 45'–47'): /45'/ Freytags, den 21. Octobris, ist man auch gleichfals [wie am 20.10.1575] den gantzen tag nicht zu rhat gangen, unnd schickte die ksl. Mt. gegen abent spät ein schreyben [Nr. 29] ahn Pfaltz stadhalter, item beyde Kff. zu Saxen unnd Brandenburg haltend, darin ihre Mt. begerten, dz ihre chur- unnd f. Gnn. allerseitz ihrer Mt. diesen stritt der declaration deß religion friedens halbenn uff konfftigem Reichs tag zuproponiren unnd richtig zumachen ubergeben unnd heim stellen wolten, welches aber von pfälzischem stadhalter wie auch beyden Kff. zu Saxen unnd Brandenburg einzugehn nicht vor rhatsam erachtet worden. Sonder haben ihre chur- unnd f. Gnn. ihrer Majestat solch ihr schreyben alß balden [= noch am selben Abend; vgl. unten den Bericht Pfgf. Ludwigs an seinen Vater vom 28.10.1575] wiederum zugeschickt. /46/ Doch hatt hieruff hochstgedachte chur- unnd fursten, dieweil jhe dißmaln nichts anders zuerlangen gewesen, entlich vor gut angesehen, uff gedachte wieder sendung der kayserlichen schriften ihre Mt. noch ferner hierunder müntlich anzureden, in maßen der churfurst zu Saxen in namen aller weltlichen churfurstenn daß selbsten verricht [wahrscheinlich am Morgen des 22.10.1575; vgl. Moritz , Wahl, 170, Anm. 2], nemlichen unnd dieweil jhe die geistlichenn churfursten nicht ein gehn wolten, dz der declaration deß religion friedens nur mit einem wordt in der capitulation, so dem konftigen röm. konig gegeben werden solt, gedacht würde, so ließen es die weltlichen Kff. auch dabey unnd dz künfftigem successori der izigen ksl. Mt. in anno 62 zu Franckfurt zu gestelte capitulation diß /46'/ punctens halben ohngeendert gegeben würde, verpleybenn. Doch mit diesem außtrücklichen anhanck unnd protestation, dz hierdurch der mehr angeregten declaration deß religion friedens dz wenigste nicht derogirt, sonder dieselb alß ein ohne dz ahn ihr selbst unversehrter, krefftiger, kayserlicher alter brieff in seinem vigore ohn disputirt verpleybe, wie dan die weltlichen Kff. den verwanten augspurgischer confession hier durch eben so wenig alß die geistlichen Kff. ihrer religion zugethanen ständen zupraejudiciren nicht gemeindt, sondern der richtigmachung itzigen strits unnd confirmation der offtgedachten declaration deß religion friedens bey /47/ anstehendem Reichs tag gewiß sein, im fall auch inzwischen der geistlichen unnderthanen sich vieleicht ufflainen würdenn, daran keine schult nicht haben wolten. Entgegen solchem, durch den churfürsten zu Saxen in aller weldtlichen Kff. namen müntlich beschehenem anpringen unnd protestiren hatt sich die ksl. Mt. dahin resolvirt unnd erbottenn, nit allein, dz dieser stritt uff nechst konfftigem Reichs tag zum fürderlichsten expedirt werden solt, sonder auch dz ihre Mt. mit den geistlichenn handlenn unnd so viel möglich /47'/ verschaffenn wolte, sie, die geistlichenn, inzwischenn ihre angehorige ritterschafft, communen unnd underthanenn dickgemelter declaration deß religion friedens zuentgegen nicht beschwehrenn, sonder unbetrangt bey ihrer hergebrachtenn religion übung verpleyben laßen würden. Dabey eß der Kf. zu Saxen verpleyben laßen unnd von ihrer Mt. abgescheiden. Zur Audienz Kf. Augusts beim Ks. am Morgen des 22.10.1575 vgl. die nahezu identischen Formulierungen im Schreiben Pfgf. Ludwigs an seinen Vater Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 28.10.1575): HStA München, K. blau 100/1, fol. 178–179', hier fol. 178 f. Or. mit innenliegendem PS; präs. 5.11. Teildruck: Kluckhohn , Briefe II, Nr. 850 S. 898 f. Zu den Ereignissen zwischen dem 20. und dem 22.10.1575 vgl. den Kurbrandenburger Bericht über die Verhandlungen außerhalb des KR (Nr. 31, fol. 10–11'), das Bedenken Kf. Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea (Nr. 30), die auf kurpfälzischer Überlieferung basierenden Nachrichten in Lehmann , De pace II, Nr. 16 S. 283 f., und Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 368–370, sowie die ausführliche und zutreffende Darstellung bei Moritz , Wahl, 165–170.
    a–a
     ob ... etc.] Kursachsen (fol. 40') abweichend und deutlicher: ob der könig zu Boheim als ein churfürst des Reichs zu erfordern und s. kgl. W. der capitulation halben eine anzeigunge zuthun, inmaßen anno 62 zu Franckfurt auch geschehen.
    b
     erkleren] Kursachsen (fol. 41) zusätzlich: helt dafür, daß der könig in Böhem zu keiner kfl. deliberation, sondern allein zu dem actu der wahl gehörig seye. Sinngemäß so auch in Kurpfalz (fol. 48').
    c
     gewesen] Kurpfalz (fol. 49) zusätzlich: Unnd verglichen sich die hern under sich selbst, dz nechst donerstags, den 27. Octobris die wahl beschehen solt. Sinngemäß so auch in Kursachsen (fol. 45'). Als Termin für die Wahl Rudolfs war zunächst der 24.10. vorgesehen; vgl. Anm.g bei Nr. 6 sowie den Bericht der kurpfälzischen Gesandten an Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Regensburg, 24.10.1575): HStA München, K. blau 100/1, fol. 152 f. Or.; präs. 28.10.
    d
     rath] Kurpfalz (fol. 49') zusätzlich: uff den man ohngefehrlich ein halb viertheil stundt gewartet.
    e
     werden] Kursachsen (fol. 44) zusätzlich: und aber itzo sowol frembde fürsten als etlicher potentaten gesandte alhier weren, die zum teil der ksl. Mt. dienstwartunge, zum teil irer geschäffte halben erschienen.
    f
     etc.] Kursachsen (fol. 44') zusätzlich: sich desto baß doraus zu ersehen und darnach zu richten.
    g–g
     Was ... etc.] Kursachsen (fol. 44'), Kurpfalz (fol. 51) und Kurmainz (fol. 538) anders: der Mainzer Kanzler hat die Bitte erfüllt und eine Abschrift zugesagt (vgl. die in Anm. 14 angegebene Überschr. in HHStA Wien, MEA, WuKA 25, fol. 535 f.).
    a
      Ks.] Kurpfalz (fol. 53) differenzierter und zusätzlich: nachdem die Kff. am 23.10. die Aufforderung erhalten hatten, den Ks. aufzusuchen, sindt dieselben, auch pfälzischer stadhalter, montags, den 24. Octobris deß morgens umb acht uhrn zu ihrer Mt. geritten, unnd ihre Mt. derselben kfl. Gnn. 3 schriften [im Folgenden, Kurpfalz, fol. 64', ist von vier „Propositionen“ die Rede; vgl. Anm.q bei Nr. 14] belangendt das turckische krigswesen [Nr. 44], auch polnische beschwerden [!] [Nr. 47; die Proposition betrifft die polnische Königswahl] unnd florentinische handlungen [Nr. 50] ubergeben unnd die zuberhatschlagen begert. Eodem haben die Kff. zwen vom adel, pfaltzisch [= Eberhard Flach von Schwarzenberg; vgl. Press , Calvinismus, 257, Anm. 136] und mainzischen marschalck [= Philipp von Bicken], zu koniglicher Würde in Beheym geschickt unnd begeren laßen, dz sie zu inen uff das rahthauß kommen wolten. Laut einer Notiz aus den Akten Konrads von Pappenheim (StA Nürnberg, Hft. Pappenheim, REMA Nr. 103, unfol. Konz.) fand die Audienz beim Ks. um sieben Uhr morgens statt.
    b–b
     Hatt ... ubergeben] Kurpfalz (fol. 54' f.) differenzierter und zusätzlich: Ist hertzog Georg Hanß pfaltzgraff bey der ksl. Mt. zu den Kff. kommen, denselben zwyschen den beiden fürsten von Pomern [= Hg. Barnim X. von Pommern] unnd der Lignitz [= Jungherzog Joachim Friedrich von Liegnitz-Brieg], so uff Brandenburg sonsten gewartet, auß deß ksl. losament biß zum rhathaus vorgeritten. Unnd nachdem ihre kfl. Gnn. seinen f. Gn. audientz bewilligt, sindt dieselben durch den meintzischen cantzler erfordert worden und haben sich uff einen stul gegen den Kff. uber, wie sonsten Trier gegen dem kayser uber zusitzen pflegt, uff der Kff. begern nieder gesetzt, angfangen, sich der gegonten audientz zubedancken unnd zuerindern, was er uff den frontiren, item ann durchzugen vor beschwernuß und schaden erlitten, wie er dan solches hiebevor in weytleuffiger schrifften deduciren laßen unnd den Kff. zugeschickt. Damit nun seine f. Gn. die Kff. mit lengerem müntlichen fürtrag nicht ufhielten, hetten sie ihre noturft in schriften verfaßt, ubergaben die Meintz, mit bitt, solche zuverlesen unnd dz alle Kff. die behertzigen wolten. Vgl. dazu den entsprechenden Eintrag im Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 515).
    c
     zuletzt] Kurpfalz (fol. 53') zusätzlich: unnd ist Trier nicht gegen uber ufm stul geseßen, sonder uff der banck an Coln, so selben tags den vorsitz hat, verplieben.
    d
     etc.] Kurpfalz (fol. 53' f.) zusätzlich: Namen also ihre kgl. W. dieselbige, tratten damit sampt ihren rhäten, deren sie drey in der anzhal, nemlich hern Leonha[r]dt von Harrach, freyhern Dietherich Stein [= Adam von Dietrichstein] unnd Dr. Johan Hegenmüller, bey sich hetten, in die neben stuben und underretten sich mit denselben. Sinngemäß so auch in Kursachsen (fol. 46).
    e–e
     Darnach ... gezogen] Kurpfalz (fol. 54) zusätzlich zum Verabschiedungszeremoniell: Hatt also der konig von Mainz erstlich, nachgehents von Cöln, Trier, Sachsen, Brandenburg und letzlich von pfälzischem statthalter erst mit bietung der handt den abschied genommen. Eß haben auch ihre kgl. W. gleichfalß erstlich dem mainzischen cantzler unnd furters allen rheten die handt geben, item und zum andern mahl bey der stuben thur den Kff. und pfälzischen stadhalter die hand gebotten unnd nicht gewolt, dz ihre kfl. Gnn. ihre kgl. Würde weyter gelaiten solten, sonder haben beyd, pfälzischer unnd mainzischer marschalck, so in geholt [vgl. oben Anm. a], wieder heim gefurt. Und ging man also von einander. Sagt der Kf. zu Mainz ahn, dz man a prandio umb 3 uhrn wieder uff dem hauß erscheinen solte. Die überlieferten Protokolle enthalten keine Hinweise auf eine Sitzung am Nachmittag des 24.10.1575.
    a
     gehalten] Kurpfalz (fol. 55) zusätzlich: der mainzische und der pfälzische Marschall [= Philipp von Bicken und Eberhard Flach von Schwarzenberg] wurden zu Kg. Rudolf II. von Böhmen geschickt, um zu erfahren ob dieselbige sich uff gestrichs tags communicirte capitulation resolviren wolte. Laut Kurpfalz begann die Sitzung der Kff. mit der Verlesung der ersten ksl. Proposition, die von der Ankunft Kg. Rudolfs unterbrochen wurde; vgl. unten Anm. c.
    b–b
     Nach ... blieben] Kurpfalz (fol. 55') differenzierter: Unnd namen demnach ihre kgl. W. ihren abschiedt, gaben den Kff. die handt, gleich fals den rhäten. Meintz gab ihre kgl. W. rheten auch die handt unnd gelaitet ihre kgl. Würden biß vor dz gemach hinaus. Plieb Saxen, Brandenburg unnd pfälzischer stadhalter in dem gemach wartendt etc. Und ist kgl. W. zu Behem durch mainzischen und pfälzischen marschack wieder zu haus gefuhrt worden.
    c
     Verlesung] laut Kurpfalz (fol. 55') wurde die Verlesung der Proposition von der Ankunft Kg. Rudolfs von Böhmen im KR unterbrochen: Alß man solch schreyben nicht halb verlesen gehabt, seindt die kgl. Wirden zu Behem kommen unnd sich anzeigen laßen, allßbaldt in rhat ein getretten, den andern Kff. die hand gepotten unnd ihre seßion neben Meintz wie gestrichs tags ingenommen.
    d–d
     Nach ... etc.] Kurpfalz (fol. 57) differenzierter: Nach verlesener schrift tratten die Kff. zu ihren rhäten, underretten sich mitt inen, besprachen sich auch fürters ohn ordentlich umbfrag oder votiren der räht mit einander und verglichen sich, dz caesari hierin zuwilfahren. Solte graff Wolff von Eysenberg [= Gf. Wolfgang von Ysenburg-Büdingen] unnd N. [= Hartmann von Kronberg; vgl. Anm.2 bei Nr. 48] geschickt unnd jeder Kf. 500 thaler zum raißkosten erlegenn. Vgl. dazu in HHStA Wien, MEA, RTA 73, unfol.: Notandum: Das die Kff. und pfältzische abgesandten sich gegen der ksl. Mt. selbst personlich erclirt, irer ksl. Mt. zu aller underthenigsten ehren und gefallen die begerte schickung an die stende in Polen alsbalden von hirauß auff iren kosten abzufertigen, wie dan auch darnach am 28. Octobris beschehen. Vgl. Nr. 48.
    e–e
     Hetten ... verstanden] Kurpfalz (fol. 57') anders: Niederlandische krieg und genuesisch zwispalt wehren allein von ksl. Mt. referirt.
    f
     babst] Kurpfalz (fol. 57') differenzierter: der päpstliche Legat. – Gemeint ist Melchiorre Biglia (ca. 1510–1571), 1565 bis zu seinem Tod 1571 apostolischer Nuntius am Ks.hof. Zu seinen Verhandlungen mit Ks. Maximilian II. auf dem RT in Speyer vgl. Bibl , Erhebung, 91–93, 95.
    g
     etc.] Kurpfalz (fol. 58) zusätzlich: hielt dafür, dz man acta und handlungen hett zusehen, weiß nicht, ob sich titulus „magni ducis“ woll laßen geben, man solt herkommen deß hertzogthums sich erkundigen.
    h
     etc.] Kurpfalz (fol. 58') zusätzlich: diente auch zur recuperation dem Reich abgetrungener stück etc.
    i
     Kanzler] Kurpfalz (fol. 59) zusätzlich vor dem Folgenden: Das der ersten unnd zweyten ksl. proposition itzo nicht wiederum gedacht worden, wehre darum, dz sich die hern an heut selbst darüber verglichen, underlaßen.
    j
     Städte] Kurpfalz (fol. 59') differenzierter und zusätzlich (mit gliedernden Marginalien): Meintz proponirt ferner, 1) dz deß Hl. Reichs ständt, die 6 wendischen stett, der moscowitischen betrangnüß halben durch ihre gesanten [= Dr. Calixtus Schein und Dr. Heinrich Husanus; vgl. Anm.9 bei Nr. 52] ahn alle deß Hl. Reichs Kff. supplicirt; wehre supplication sampt beylagen dero weidleuffigkeit halben nicht abgeschrieben worden, stunde bey den hern, ob man solche verlesen unnd davon reden wolt [Dazu die Marginalie: Nota. Sindt keine beylagen, sonder allein credentzschrifften ahn alle Kff. gewesen]; 2) Item die 3 oberländischen krais klag[t]en unrichtichkeiten halben der müntz [vgl. Nr. 62]; 3) Item alle Reichs stett klagten, dz die commertia der niederländischen krieg halben verspert würden [vgl. Nr. 70], wardt tumultuarie geredt, dz diß uff ein Reichs tag gehorig. Wardt die supplication [Nr. 52] obbemelter 6 wendischer städt gesanten supplication [!] durch meintzischen cantzler verlesenn. Auch ahn alle Kff. credentzen außgetheilt.
    a
     Moskau] Kurpfalz (fol. 60) zusätzlich: Danach besprechen sich die Kff. mit ihren Räten.
    b–b
     Ob ... etc.] Kurpfalz (fol. 60') anders: Gibt zu bedenken, dieweil es ahn unkosten gemangelt, ob nicht vieleicht andere stendt nicht folgen mochten, wan mans hie allein schlöße; sey uffm deputation tag [vgl. unten Anm. 5] wol davon geredt worden, aber daman gelt geben sollen, hab niemandt daran gewolt; sey winter unnd komme doch die zeit, dz man Reichs tag halten sollt daher, dahin es zuverschieben; will er sich als dan nicht absondern.
    c
     gedencke] Kurpfalz (fol. 61) zusätzlich: wehre caesari darum hochlich zu dancken; wehre eben itz gegen winter die zeit, da moscoviter ahm meinsten krieg. Dazu deutlicher im Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 521): Denn was einmahl vom Moscowitter eingenommen, sey schwerlich wieder aus seinen Händen zu bringen.
    d
     were] Kurpfalz (fol. 62) zusätzlich: dieweil ihr Mt. beßer wißens hab.
    e–e
     Wo ... zubesorgen] Kurpfalz (fol. 61') anders: Fall dubium for, dz man ohn andere stendt nichts allein schließen soll, dieweil aber periculum in mora, must man thun wie man könne.
    f–f
     Und ... haben] Kurpfalz (fol. 61') deutlicher: Sey itz zu winter zeit mehr vonöten, man kont von mosco bericht innemen, wie weid er sich mit dem Reich inzulaßen gemeindt, daruff man konftigen reichstags zurhatschlagen.
    g
     lassen] Kurpfalz (fol. 62) zusätzlich: find, dz ksl. proposition unnd der stedt supplication gleich.
    h
     bewust] Kurpfalz (fol. 62) zusätzlich: seyen die land gegen septentrione ein vormaur.
    i–i
     Auf ... etc.] Kurpfalz (fol. 62 f.) anders: Dz aber die stendt, so contribuirt, diesen kosten tragen unnd supplicanten nichts geben solten, wehr ein ungleichs, man solt stett dahin vermögen, dz sie dz gelt geben, dieweil legatio inen zum besten geschiht. Da aber diß bey inen nicht zuerhalten, solt die consultatio biß uff einen gemeinen Reichs tag verschoben werden, dan die Kff. allein gemeinen stenden solche beschwerden nicht ufzuladen hetten.
    j–j
     Der ... etc.] Kurpfalz (fol. 63) anders: Sey gleichwol von instruction hievor geredt, aber hab sich seithero anders zugetragen, müs man auch in instruction pringen; vergleicht sich mit andern.
    k
     etc.] Kurpfalz (fol. 63) zusätzlich: Da legati deßen kein befelch hetten, solten sie es vorleyhen uff konftige vergleichung.
    l–l
     Were ... etc.] Kurpfalz (fol. 63) abweichend: Soll friedstandt gesucht werden; so viel aber die ainigung anlangt, sey es ein gemein werk [?], so ein krieg gegenn turken uff sich trag; müß man instruction also machen, dz man es gegen andern stenden konne verantworten, dan es dieselben mit angehe; will sich deßwegen freundtlich vergleichen.
    m
     etc.] Kurpfalz (fol. 63') zusätzlich: Veraynigung halben helt dafur, dz es uf Reichs tag gehorig.
    n
     Brandenburg] Kurpfalz (fol. 63') zusätzlich vor dem Folgenden: Ob wol moscus mit liflendern friden handeln wollen, hab er doch, als er von vorhabender legation gehort, nichts thun, sonder dern erwarten wollen.
    o
     gerehdet] Kurpfalz (fol. 64) zusätzlich: Instruction soll man cum caesarianis tractirn; man kön, wz abgetrungen, wol wieder fordern.
    p
      RT] Kurpfalz (fol. 64) zusätzlich: Ward daruff nicht votirt, sonder ließen es die heren selb uff mainzische umbfrag wie gestelt paßirn.
    q
     Räte] Kurpfalz (fol. 64') zusätzlich vor dem Folgenden: Meintz: Hern hetten sich die tag verglichen, wz caesari zureferiren uff 4 propositiones. Der polnischen legation halben wolten hern ihrer Mt. muntlich relation thun laßen. Vgl. Anm.d bei Nr. 13.
    r–r
     Doch ... etc.] Kurpfalz (fol. 64') anders: Allein zuordnung halben der rhet und deliberation der instruction, seyen 2 puncten, fridshandlung und ainigung, zubedenken. Köndt itz der fridtshandlung, dan man sich deßen, abwesendt der andern stendt, wol zumechtigen, etwas mehr anmeldung beschehen unnd wz die verpundnus belangt verschoben werden.
    s
     Sachsen] Kurpfalz (fol. 65) zusätzlich vor dem Folgenden: Poln belangent, vermercken sie, dz hern selbs referiren wolten. Laßens pleyben. Solt Florentz und Genua halben auch referirt werden.
    t
     sache] Kurpfalz (fol. 65') zusätzlich: bey der clausul salvo iure etc.
    u
     Sachsen] Kurpfalz (fol. 65') zusätzlich vor dem Folgenden: So viel anlangt trierisch anregen, wehr gleichwol Tuscana und Hetruria ein affterlehen.
    v
     etc.] Kurpfalz (fol. 66) zusätzlich: Stund zubedencken, ob man weider davon reden wolt.
    w
     erklerung] Das Pfälzer Votum fehlt hier. In Kurpfalz (fol. 66): Pfaltz: Hett mögen leiden, dz vermög ihres voti reliquiae Italiae colligirt würden, alß durch anordnung eines vicari zu Luca oder anderst wo.
    x
     Sachsen] Kurpfalz (fol. 66) zusätzlich vor dem Folgenden: Sein mit den hern einig; seindt deß andern fals halben, ob deßen anregung zuthun oder nit, indifferentes.
    y
     Sitzung] Zum 26. und 27. Oktober vgl. einen Auszug aus dem Protokoll von Kurmainz, fol. 543–544. Kop. Überschr.: Die sperrung und verschließung der statt alhie, dieweil die königlich wahl volbracht worden, betreffende : /543/ Mittwochs, den 26. Octobris, hat der edl und gestreng herr Conrad von Pappenheimb, des Heyligen Röm. Reichs erbmarschalckh, an e. erb. rath begerth, nach dem als morgen die wahl eines römischen königs gehalten und vollbracht werden soll, daß ihme die schlüßel zu gemeiner statt thoren zugestellt, auch alle thor verschloßen werden sollen, und daß ihme auch ein verzeichnuß der jenigen, so under jedes thor zur wacht verordnet, zugestellt wurde. Ist ihme die verzeichnuß der verordneten wacht bewilligt, aber die schlüßel ihme zu antwortten abgeschlagen, in ansehung, daß die ksl. Mt. selbst solche e. erb. rath vertraut und nit abfordert, zudem so hette e. erb. rath den churfürsten dises wahltags halben den ayde geleistet, welchen sie sich wol wurden wißen gemäß zuverhalten. Die thor sollen gleichwol als morgen nit eröffnet werden, dann allein die stainen prugkh und Weyh St. Peter thor das thürlein über die hültzen pragkh [!], daß die ar- /543'/ beiter hinaußgelaßen wurden und die weinleudt. Doch soll solches alles notturfftiglich betrachtet werden, daran marschalckh also zu friden war, doch mussen auch die übrigen oder eben dise thor under der wahlzeit beschloßen sein; die zeit der verschließung und eröffnung wolt er e. erb. rath zuwissen machen, dabey es blieben. Aber am pfingstag, den 27. Octobris, als die churfürsten eben ihren habit in der rathstuben angethan, schickhet der marschalckh eillendts umb die schlüßel zu gemeiner statt thoren in nahmen der churfürsten, die solche wie gebräuchig in das conclave wurden verschließen und zu sich bis nach vollender wahl nemmen. Darauf wardt so bald befelch gegeben, die thor zusperren und die schlüßel uff das rathhauß zuantwortten und obwol ein erb. rath zu den churfürsten aus ihrem mittel verordnet und die überantworttung der schlüßel aus vorerzehlten ursachen waigern wollen, so haben sie doch zu keiner audienz mehr kommen mögen, sondern es haben sich die churfürsten gleich wollen auf die pferdt setzen und in den thumb zur wahl reitten. In deßen der /544/ herr cammerer [= Dionysius von Preckendorf († 1583); Fees-Buchecker , Rat, 218] sambt dem stattschreiber [= Johann Linda] zu dem herrn von Trautson, ksl. Mt. hoffmaister, abgeordnet worden, sich deshalb beschaidts zuerholen und solche überantworttung zu difficultiren, wie dann beschehen, und durch herrn hoffmaister solches an die ksl. Mt. gelangen laßen, aber zum beschaidt erfolgt, dieweil es also gebräuchig, soll es e. erb. rath nit waigern. Als dann der marschalckh, wie die churfürsten im thumb in das conclave wollen gehen, wider nach den schlüßeln geschickht, sindt dieselben in einem trühlein hinein getragen, hat Andreas Eybeckh [= Andreas Eybeck, seit 1564 Innerer Rat und Almosenherr († 1586); Fees-Buchecker , Rat, 221], des innern raths dazu verordneter, die schlüßel dem marschall geantwortt, haben sie also die churfürsten zu sich in das conclave genommen, und nach vollendtem act hat herr Eybeckh dieselben wider hinaus laßen tragen, unnd sindt die thor neben stattlicher besetzung wider geöffnet worden. Vgl. auch Gumpelzhaimer , Regensburg's Geschichte, 953 f.
    a
     versamlet] Kurpfalz (fol. 66') zusätzlich: unnd dieweil es noch seher fenster wahr, zohen ihre kfl. Gnn. mit facklen dahin.
    b
     gezogen] Kurbrandenburg (fol. 192) differenzierter: geritten. In Kurpfalz (fol. 66') anstatt des Folgenden: was aber dabey für ceremonie unnd solenniteten gehalten worden, hab ich [= Ludwig Culmann] nicht uffnotiren konnen, dieweil ich wegen deß getrengs datzu nicht kommen noch solchen zusehen mögen.
    c
     laßen] Kurbrandenburg (fol. 192) zusätzlich: aber pfalzgraff Ludewig auch nicht.
    d
     stunden] Kurbrandenburg (fol. 192') zusätzlich: in deme zur waal geschritten; und ist dieselbe uf hochgedachten konig zu Ungern und Behem, erzherzogk Rudolphen etc., gefallen.
    e
     Casimirum] Kurbrandenburg (fol. 192') abweichend und richtig: Barnimb. Er ist im Wahldekret (Nr. 34) als Zeuge genannt.
    f
     begleitet] Kurbrandenburg (fol. 192') zusätzlich: Der Ks. hat sich in die Sakristei tragen lassen und untter anderm irer Mt. geliebten sohne, dem new erweleten römischen könige, eine ernste vermahnung gethan etc.
    g
     losament] Kurbrandenburg (fol. 192') differenzierter: zum Bischofshof.
    a
     Ortenburg] Kurpfalz (fol. 69) zusätzlich zum Inhalt der Supplikation: Der Gf. von Ortenburg beklagt sich, dass der Hg. von Bayern die Mandate des RKG nicht beachtet und mit der jüngst geschehenen Verhaftung ortenburgischer Dienstleute in der Hft. Mattighofen den Religionsfrieden verletzt hat.
    b
     folge] Kurpfalz (fol. 69') zusätzlich: thete peßer alß dz er extraordinarium remedium suchte.
    c
     Pfalz] Kurpfalz (fol. 69') zusätzlich vor dem Folgenden: Müsten bekennen, dz sie nicht gewist, man eben itz hievon reden solt. Hetten verstanden, dz es nicht bey den dienern allein plieben, sonder auch zu den gutern griffen worden.
    d
     werden] Kurpfalz (fol. 70) zusätzlich: Es sei nicht üblich, wen man aber Beyrn horn wol, würde ex ordinario extraordinarium gemacht werden.
    e
     etc.] Kurpfalz (fol. 70) zusätzlich: Helt, dz schriften zuvorlesen. Gemeint sind wahrscheinlich die Belegdokumente zu Nr. 68.
    f
     etc.] Kurpfalz (fol. 70') zusätzlich: Wolte man aber die von Saxen angeregte kayserliche schriften, auch andere bericht verlesen, leßt er sich dz nicht zu wieder sein.
    g
     etc.] Kurpfalz (fol. 71) zusätzlich: supplication ahn caesarem sey der Kff. supplication gleich.
    h
     Trier] Kurpfalz (fol. 71) zusätzlich vor dem Folgenden: Dz graf im ubel thue, dz er extraordinarum remedium ordinario praeferire.
    i
     zulassen] Kurpfalz (fol. 71) zusätzlich: Hett sich deßen niemandt seins erachtens zubeklagen.
    j
     etc.] Kurpfalz (fol. 71') zusätzlich: Vergleicht sich mit Trier, Sachsen und Brandenburg. Vernemme dz Beyern nichts [?] ubergeben.
    k–k
     Der ... etc.] Kurpfalz (fol. 71' f.) abweichend: Versteht es nicht dahin, dz Ortenberg auß ordentlichen proceß schreyten woll. Damit nun dem cammergericht sein lauff gelaßen und wz cum cognitione causa erkant, wie Meintz vermeldt, exequirt so wohl gegen hoherm alß geringerm, wie Trier etc., leßt er sich nicht zuwieder sein, dz Beyern zuvermahnen per caesarem, dz er dem parire wz in camera erkanndt. Zweyfelt nicht, Beyern werdt sich deßen nicht weigern; würdt nach teglich einfallenden attentaten zu suchen und handhab zupitten graffen schwehr fallen, wan in nicht allein diener, sonder auch underthanen ingezohen werden.
    l
     Brandenburg] Kurpfalz (fol. 72) zusätzlich vor dem Folgenden: Clag kam nicht hiehero alß ad ordinarium, drum auch bey Kff. kein causae cognitio, sonder in cammera, da seyen mandata cum cognitione erkandt.
    m
     etc.] Kurpfalz (fol. 72') zusätzlich: Causa exemptionis gehe in genere hin, aber in puncto executionis finden sich die stritt super pertinentiis, ob eben Mattikoven und anders etc. zugehorig etc.
    n
     gewust] Kurpfalz (fol. 73) zusätzlich: man solt die zuvor anzeigen, warüber man deliberiren wolt; kont man druff votiren; weiß nichts anzuzeigen wie auch im vorigen fall.
    o
     Mainz] Kurpfalz (fol. 73') zusätzlich vor dem Folgenden: Zu mentzischer cantzley entschuldigung vermeldet er, dz gleich wol die ding abgeschrieben und weyter direction sey nicht breuchlich; leßts bey Colns genommen bedacht pleyben.
    a
     Brandenburg] Kurpfalz (fol. 74) zusätzlich: Wahr H. Georg Hanß Pfgf. uf ein 4 theil einer stund bey den Kff. in ihrm gemach unnd ging furters ab.
    b
     Horn] Kurpfalz (fol. 74') zusätzlich: gleichfals dz decretum zu Speyr den 26. Augusti anno 70 von gemeinen Reichs stenden gegeben. Vgl. Anm.3 bei Nr. 65.
    c
     Batenburg] Kurpfalz (fol. 74) zusätzlich zum Inhalt dieser drei Supplikationen: deß inhalts, dz sie von Albano beschwerdt, derwegen zu Speyr umb beystand supplicirt, die in auch mit getheilt. Dieweil aber die wenig gefrucht, bitten sie nachmaln umb hilff.
    d
     furen] Kurpfalz (fol. 74') zusätzlich: wie ihr f. Gn. caesari deßwegen geschrieben.
    e
     gelegen] Kurpfalz (fol. 75) zusätzlich: Alß nun solche stendt per fiscalem citirt, heten sie excipirt, dz sie nit Reichs stendt, sonder under Burgundt gehorig. Dazu deutlicher im Diarium Sayn-Wittgensteins (nach Schneidt , Geschichte, 524): sagt Trier, daß Horn und Battenberg vor der Zeit das Reich nicht erkennen wollen, sondern gegen den Kayserlichen Fiscal excipirt, wollen aber nunmehr sich selbst herzuthun, in Zeit der Noth.
    f
     etc.] Kurpfalz (fol. 75) zusätzlich: Solts caesari vorschlagen.
    g
     schickung] Kurpfalz (fol. 75') differenzierter: Die Gesandten Hegenmüller und Flersheim.
    h
     bedencken] Kurpfalz (fol. 75') zusätzlich vor dem Folgenden: Horn sey diesem casu mit Battenberg gleich. Hohenloe het Coln oft ersucht.
    i
     wurden] Kurpfalz (fol. 76) zusätzlich: wo nichts erfolge, möcht man uf konftigen Reichs tag davon delibe[ri]ren, wie der sachen zuhelffen.
    j
     etc.] Kurpfalz (fol. 76) zusätzlich: weiß er Pfalz also geschaffen, dz Pfalz werdt helffen, wz im moglich.
    k
     er] Kurpfalz (fol. 76') zusätzlich: wan Trier als ein Kf. dz wiederfehrt, wz grafen und geringern geschehen möge.
    l
     gangen] Kurpfalz (fol. 77') differenzierter und zusätzlich: unnd wurd mir als dem secretario [= Ludwig Culmann] uff zustehn auch gesagt. Plieb also der her stadhalter uff 1 stund lang sampt den rhäten im nebenstüblin.
    m
     zuthun] Kurpfalz (fol. 77') zusätzlich: und Casimiro sich zuentschuldigen befollen.
    n–n
     Were ... zusein] Kurpfalz (fol. 77') anders: beschwere sich auch der außschließung von solcher deliberation, dieweil solche wieder alt herkommen.
    o
     anbringen] Kurpfalz (fol. 77') zusätzlich: dieweil ksl. Mt. bericht unnd zugeschrieben, wz H. Johan Casimirn zu der expedition bewegt.
    p
     vermercken] Kurpfalz (fol. 77') zusätzlich: Hieruff ist nichts geantwordt worden, sonder seindt die Kff. abgangen. Wurde angesagt, dz man a prandio wieder zusamen kommen solt. Sayn-Wittgenstein berichtet in seinem Diarium (nach Schneidt , Geschichte, 527–530), dass er am 30.10.1575 zusammen mit Kanzler Ehem bei Maximilian II. gewesen sei, um sich über den Ausschluss der Gesandtschaft von den kfl. Beratungen zu beklagen und dem Ks. die kurpfälzische Position zum Kriegszug Johann Casimirs darzulegen.
    q
     Kanzler] Kurpfalz (fol. 78) zusätzlich mit Bezug auf das Schreiben des F. von Anhalt und die Supplikation der Reichsstädte: Es wehren zwo mißiven ahn alle Kff. haltendt vorhanden; die hätt man deren wißens zuhaben zuverlesen.
    r
     schreiben] Kurpfalz (fol. 78) zusätzlich mit der Datumsangabe: 15. September 1575.
    s
     Eßlingen] Kurpfalz (fol. 78) zusätzlich mit der Datumsangabe: 26. August 1575 sowie der Bitte der Reichsstädte, dem rhat zu Regenspurg, den sie dis zu sollicitirn befollen, glauben zuzustellen.
    t–t
     Item ... etc.] Kurpfalz (fol. 78'–80) differenzierter mit Einzelvoten: Köln und Sachsen drängen auf Beschleunigung des Prozesses am RKG. Pfalz schlägt vor, die Angelegenheit mit Hilfe von Kommissaren gütlich beizulegen. Mainz verweist auf den Bericht der lothringischen Gesandten beim Oberrheinischen KT in Worms 1573 ( Mohr , Geschichte, 213; Dotzauer , Reichskreise, 222 f.) und schließt sich der mehrheitlichen Meinung an, dass der Prozess beim RKG zu belassen sei. Falls durch Kommissare keine Einigung zustande kommt, soll der Ks. das Gericht auffordern, das Verfahren zu beschleunigen.
    u
     Münzverschlechterung] Kurpfalz (fol. 80) zusätzlich zum Inhalt der Supplikation: Dz die drey oberlendischen krais von ihrem alhie gehaltenen probation tag auß an die Kff. unrichtigkeit deß müntz wesens halben im oberrheinischen krais supplicirt, halb batzen müntzen abzustellen und fiscali cammere von hieaus zubefellen, gegen den, so solche müntzen ungerecht gemacht, zuprocedirn, den konigsteinschen montzmeister zustraffen unnd zu Frankfurt, Linz und Straßburg beyderorts meßen fleißiger zuinquiriren uf die schedliche steigerung deß thalers unnd goltguldens.
    v
     verringerten] Kurpfalz (fol. 81') zusätzlich vor dem Folgenden: Frankfurt hab nicht wollen pariren, gleich fals Straßburg.
    w
     etc.] Kurpfalz (fol. 81') zusätzlich: Ende der Sitzung um 5 Uhr nachmittags.
    a
     Räte] Kurpfalz (fol. 81') zusätzlich: Nachmittags.
    b
     Supplikationen] Kurpfalz (fol. 81'–82') zusätzlich: Aufzählung der kfl. Resolutionen zu den Supplikationen im Einzelnen: Freiin Erika von Bronckhorst-Batenburg (Nr. 59); Gfn. Anna von Horn (Nr. 65); Gf. Wolfgang von Hohenlohe (Nr. 64); Gf. Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (Nr. 63); Fränkischer, Bayerischer und Schwäbischer Kreis (Nr. 62). Verlesung der Supplikationen Reginas von Ehenheim (Nr. 61) und Jakobs Massow zu Woblanse (Nr. 67). Beschluss, Fürbittschreiben zugunsten der beiden Supplikanten auszustellen.
    a
     Pfalz-Veldenz] Kurpfalz (fol. 83) zusätzlich zum Inhalt der Supplikation und mit dem Datum der Übergabe: 29.10.1575; vgl. Anm.a bei Nr. 17.
    b
     czöllen] Kurpfalz (fol. 84) differenzierter: ufm land.
    c
     angezogen] Kurpfalz (fol. 84) zusätzlich: Weis nit, obs in der Kff. macht stehe, ichts allein zuwilligen.
    d
     etc.] Kurpfalz (fol. 84') zusätzlich: versieht sich, her Georg Hans werdt alß [besch]eidener fürst zufrieden sein, wan er die ursachen also wie davon geredt vernemmen werde.
    e
     Wahldekrets] Kurpfalz (fol. 85') zusätzlich: Wardt paßirt; allein dz addirt wurde: „unnd koniglicher Würde zu Beheym alß eines mitcitirten churfürsten etc.“
    f
     etc.] Kurpfalz (fol. 86') zusätzlich: Hieruf die hern selbst zusammen getretten und sich mit einander verglichen.
    g
     nachgelebt] Kurpfalz (fol. 87' f.) zusätzlich: sonder seyen auch die guter noch bey wehrenden diesem tag mit gewaldt ingezohen worden. Bethe der graff allein, dz man den außgangen mandatis parirt und dz von Beyrn nichts attentirt würde.
    h–h
     Anziehung ... soll] Kurpfalz (fol. 88 f.) abweichend: Attentata unnd paritionem mandatorum belangendt, sehe man gehrn, dz sie zu allen theylen rüwig. Wehre aber mißverstand de locis, in was oberkeit die gelegenn, daruff wehren mandata erkant. Nun gingen etwan viel mandata aus, so nachgehents caßirt unnd wiederum ufgehobenn würdenn, wan man die narrata falsa befände. Wiste gleich wol nicht, ob die narrata diß orts wahr oder nicht. Werde sich am besten in camera findenn post deductionem causae. Die kayserliche Mt. werde doch Bayrn die paritionem mandatorum absolute nicht ufflegenn, wie dan auch der herzog zu Beyrn uff diß extrajudicial werck zugeben oder einiche parition, da ime selbige gleich ufferlegt wurde, zuthun nit schuldig angesehen, dz alle rescripta, so pendente lite erlangt worden, ipso iure nulla seyen unnd die cammergerichts ordnung vermög, dz dem cammergericht sein gestracker lauff gelaßenn werden soll.

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    « ŠB) Kurfürstenratsprotokoll  »

    Vorbemerkung

    Als Textvorlage dient das von Peter von Lagow verfasste Kurbrandenburger Votenprotokoll [Kurbrandenburg], das den Verlauf der Beratungen im KR im Vergleich zu den anderen erhaltenen Mitschriften am ausführlichsten und weitgehend lückenlos dokumentiert1.  Aufgrund des relativ kurzen, von Wahl- und Krönungstag unterbrochenen Tagungszeitraums von etwas mehr als drei Wochen und aufgrund des im Vergleich zu Reichstagen ungleich geringeren Umfangs des KR-Protokolls, konnte auf Kürzungen und Regestierungen weitestgehend verzichtet werden. Ab dem Beginn der Sitzungen am 10.10.1575 ist der Wortlaut der Beratungen im KR im Volltext wiedergegeben. Die Kurbrandenburger Mitschrift wird durch das kurpfälzische und das kursächsische Protokoll ergänzt. Falls diese Abweichungen oder Ergänzungen enthalten, werden sie im Variantenapparat vermerkt.

    Das von Ludwig Culmann verfasste Kurpfälzer Votenprotokoll [Kurpfalz] umfasst den gesamten Tagungszeitraum vom 10.10. bis zum 3.11.15752. Für die Sitzungen der kfl. Räte am Nachmittag des 27.10. (Nr. 15) und des 31.10. (Nr. 19), sowie für ihre Beratungen am 2. und 3.11. (Nr. 21 und Nr. 22) wurde Kurpfalz als Textvorlage herangezogen, da die entsprechenden Einträge in Kurbrandenburg fehlen. Das kursächsische Votenprotokoll [Kursachsen] wurde von David Peifer verfasst3. Es beginnt mit der Eröffnung des Kurfürstentags Šam 10.10., bricht jedoch vorzeitig ab und endet bereits am Tag der Wahl Rudolfs II. zum röm. Kg. am 27.10.1575. Da dieses Protokoll den Ablauf des Wahltags detaillierter wiedergibt als Kurbrandenburg, dient Kursachsen als Textvorlage für den Vormittag des 27.10. (Nr. 15).

    Das Kurkölner Protokoll deckt den gesamten Zeitraum der Beratungen ab4, wird aber, da es weit weniger ausführlich ist, nicht in den Variantenapparat eingearbeitet. Die Mitschrift der geschäftsführenden Mainzer Kanzlei konnte nicht aufgefunden werden; lediglich zwei kleinere Fragmente [Kurmainz], die die Vereidigung des Regensburger Rats und die Sperrung der Stadt während der Wahl betreffen, sind als Auszugskopien erhalten5. Ebenfalls nicht überliefert ist das Protokoll Kurtriers.

    Anhand der vier überlieferten Protokolle sind die Sitzungen des KR in Regensburg sehr gut nachvollziehbar. Eine gute Ergänzung liefert das private Diarium des Kurpfälzer Großhofmeisters und Gesandten Gf. Ludwig von Sayn-Wittgenstein, dessen Aufzeichnungen im Sachkommentar berücksichtigt werden, sofern sie zusätzliche Informationen enthalten6. Der den Kurfürstentag 1575 betreffende Teil dieses Tagebuchs wurde unter dem Titel Geheimbdes Protocollum im Jahr 1711 zum ersten Mal und ohne Nennung des Verfassers veröffentlicht und ist dann zunächst von Heinrich von Senckenberg 1746, anschließend von Joseph Maria Schneidt 1792 wiederabgedruckt worden7. Da es bereits recht früh im Druck vorlag, diente Šdas Diarium Sayn-Wittgensteins als Hauptquelle für die älteren Darstellungen des Regensburger Kurfürstentags von 15758.

    Da mit Ausnahme des Kf. Friedrich III. von der Pfalz alle Kff. persönlich in Regensburg anwesend waren, beschränkt sich die Berücksichtigung der Gesandtschaftskorrespondenz auf die Weisungen Kf. Friedrichs und die Berichte seines Sohnes Pfgf. Ludwig bzw. der kurpfälzischen Räte. Ihre Korrespondenz zwischen dem 6.10. und dem 2.11. 15759 wird in den Kommentar eingearbeitet, sofern sie aufschlussreiche Ergänzungen zum Ablauf der Verhandlungen enthält. Zu nennen sind hier etwa Hintergrundinformationen zu den Spannungen zwischen Kurpfalz und Kursachsen sowie zu informellen Gesprächen im Zusammenhang mit der krisenhaften Zuspitzung des Konflikts zwischen den weltlichen und den geistlichen Kff. am 20. und 21.10.1575.

    « Nr. 2 Oktober 10, Montag »

    Erste Zusammenkunft des KR; zunächst unter Ausschluss des Pfgf. Ludwig. Vereidigung der kfl. Räte und Sekretäre. Annahme der Kurpfälzer Vollmacht.

    /85–86'/ Der Kf. von Brandenburg ist am Morgen des 5. Oktober in Regensburg eingetroffen. Der Ks. und die Kff., nämlich die Ebff. Daniel von Mainz, Jakob von Trier und Salentin von Köln sowie Kf. August von Sachsen sind persönlich erschienen. Kf. Friedrich III. von der Pfalz ist erkrankt und hat als Vertretung seinen Sohn Pfgf. Ludwig und einige abgeordnete Räte entsandt und mit Vollmacht und Weisungen ausgestattet a.

    /86' f./ (Vormittag, zwischen 8 und 9 Uhrb) Rathausc. Die fünf Kff. und Pfgf. Ludwig kommen zusammen, jedoch muss Pfgf. Ludwig zunächst in einem anderen Zimmer warten. /87/ Alß nu die churfursten im lezern gemach eine gute weile alleine beieinander gewesen, seindt darnach dero geheymen rethe und secretarien, so ein jeder bei sich haben wollen und sollen, hinein in das gemach gefordert worden.

    Und haben die churfursten in irem rath ein jeder seine session gehalten wie folget: Erstlich, zur rechten handt, der erzbischoff und churfurst zu Meinz, Šdarnach, demselben zur lincken handt, erzbischoff und churfurst zu Tryer. Alßdann der erzbischoff und churfurst zu Cöln, nechst deme der churfurst zu Sachssen, lezlich der churfurst zu Brandemburgk.

    /87'/ (Ungefähr kurz nach 9 Uhr) Kf. Daniel von Mainz teilt mit: Das die churfursten semptlich des Hl. Röm. Reichs und gemeiner christenheit wolfart und bestes zuberatschlagen personlich alhier zu Regenspurgk weren ankommen. Dieweil sie sich denn miteinander dahin verglichen, das ein jeder churfurst sechß seiner geheimen und vertrawiten rethe und einen secretarien bei dem actu haben möchte, und wol nicht one, das ein jeder ane das seinem herrn mit eidt und pflichten verwandt, derwegen wol nicht zu zweiffeln, das ein jeder ane das das jenige, was ime vertrawet und hierinne vorlieffe, in höchster geheim halten wurde, so were es doch dahin bedacht, das ungeachtet deßen ein jeder seiner kfl. Gn., alß des Heiligen Reichs erzcanzlern, des insonderheit ein handtgelubte thun solte, /88/ alles das jenige, was in dieser der churfursten versamlung tractiret und verhandelt wurde, in guter geheim und verschwiegenheit zuhalten und niemandeßen, one denen es zu wissen von nöten und geburet etc., zuoffenbaren. Desgleichen das auch ein jeder ausserhalb der lehenspflichten sonsten niemandts anders denn seinem herrn, von deme er izo zu rate gezogen, verwandt und verpflicht were. Darauf seindt alle kegenwerttige rethe und secretarien einer nach dem andern zum churfursten zu Meinz gegangen und ime ein handtschlagk gethan.

    Folget verzeichnus aller churfurstlichen rethe und secretarien, so kegenwerttigk gewesen und dem churfursten zu Meinz wie obgemelt handtgelubte gethan1. Von wegen des churfursten zu Meinz:

    1. Wolffgangk Cammerer von Wormbs genant von Dalbergk, thumbprobst zu Meinz. 2. Geörge von Schönenburgk, thumbdechantd. /88'/ 3. Christoff Faber doctor, canzler. 4. Philips von Bicken, marschalck. 5. Eberhardt Brendell von Hombergk, amptman zu Lonstein. 6. Philips Wulff von Rosenbach doctor, hoffrath. 7. Hieronimus Plest, rath und secretarius.

    Von wegen des churfursten zu Trier:

    1. Johann von Schonenburgk, thumbprobst zu Trier. 2. Wilhelm Qwat von Lantzkron, archidiacon. 3. Johann Wimpfflin doctor, canzler. 4. Anthon herr zu Eltz, marschalch. 5. Johann von der Layen. 6. Philips von Nassaw, amptman zu Berncassell. 7. Michael Laub, secretarius.