Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Kurfürstentag zu Regensburg 1575
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort der Abteilungsleiterin

Vorwort der Abteilungsleiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Vorwort der Bandbearbeiterin

Archivalien und Handschriften

Archivalien und Handschriften

Gedruckte Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Literatur

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Abkürzungen und Siglen. Transkriptionsregeln

Einleitung

A) Proposition

B) Kurfürstenratsprotokoll

C) Akten zur Wahl

C) Akten zur Wahl

  • Vorbemerkung
  • Nr. 23 Vollmacht Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 19
  • Nr. 24 Instruktion Kurfürst Friedrichs III. von der Pfalz für seine Vertreter, Heidelberg 1575 September 20
  • Nr. 25 Bericht über den Einzug des Kaisers und der Kurfürsten in Regensburg (1575 Oktober 3–7)
  • Nr. 26 Revers Kaiser Maximilians II. für die Kurfürsten wegen der Anwesenheit anderer Fürsten und Gesandtschaften während der Wahl, Regensburg 1575 Oktober 14
  • Nr. 27 Kaiser Maximilian II. an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 17
  • Nr. 28 Kurfürst August von Sachsen an Kaiser Maximilian II., Regensburg 1575 Oktober 18
  • Nr. 29 Erklärung Kaiser Maximilians II. zur Vertagung der Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 30 Bedenken Kurfürst Augusts von Sachsen zur Streitfrage über die Declaratio Ferdinandea, [Regensburg 1575 Oktober 21]
  • Nr. 31 Bericht über die Verhandlungen des Kaisers mit den weltlichen Kurfürsten und Pfalzgraf Ludwig betreffend die Bestätigung der Declaratio Ferdinandea (1575 Oktober 15–22)
  • Nr. 32 Einladung des Erzbischofs Daniel von Mainz an seine Mitkurfürsten (hier: an Kurfürst August von Sachsen) zur Wahl eines römischen Königs, Regensburg 1575 Oktober 22
  • Nr. 33 Proklamation König Rudolfs II. als erwählter römischer König, [Regensburg 1575 Oktober 27]
  • Nr. 34 Wahldekret für König Rudolf II., Regensburg 1575 Oktober 27
  • Nr. 35 Wahlkapitulation König Rudolfs II., Regensburg 1575 November 1
  • Nr. 36 Beschreibung von Wahl, Krönung und Bankett (1575 Oktober 27 und November 1)
  • Nr. 37 Bestätigung der Rechte und Privilegien der Kurfürsten (hier: des Kurfürsten August von Sachsen) durch König Rudolf II., Regensburg 1575 November 2
  • D) Religionsbeschwerden

    E) Akten zur Nebenhandlung

    E) Akten zur Nebenhandlung

  • Vorbemerkung
  • Nr. 44 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 45 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Türkenabwehr und zur Einberufung eines Reichstags, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 46 Resolution Kaiser Maximilians II. zur Einberufung eines Reichstags, präs. 1575 Regensburg November 1
  • Nr. 47 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Polen, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 48 Instruktion der Kurfürsten für Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg zum Wahltag in Polen, Regensburg 1575 Oktober 28
  • Nr. 49 Rede der kurfürstlichen Gesandten Graf Wolfgang von Ysenburg-Büdingen und Hartmann von Kronberg vor den polnischen Ständen, [beschlossen Regensburg 1575 Oktober 28]
  • Nr. 50 Proposition Kaiser Maximilians II. zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, präs. Regensburg 1575 Oktober 24
  • Nr. 51 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Titelerhöhung des Herzogs von Florenz, zum Konflikt in Genua und zur Beilegung des niederländischen Kriegs, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 52 Supplikation der wendischen Städte an die Kurfürsten, präs. Regensburg 1575 Oktober 19
  • Nr. 53 Vortrag Kaiser Maximilians II. zur Gesandtschaft nach Moskau,[ präs. Regensburg 1575 Oktober 24]
  • Nr. 54 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zur Gesandtschaft nach Moskau, [Regensburg 1575 Oktober 26]
  • Nr. 55 Bedenken der kurfürstlichen Räte zur Gesandtschaft nach Moskau, Regensburg 1575 November 3
  • Nr. 56 Resolution der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg zum geplanten Kriegszug des Pfalzgrafen Johann Casimir nach Frankreich, Regensburg 1575 Oktober 29
  • Nr. 57 Schreiben der Kurfürsten von Mainz, Trier, Köln, Sachsen und Brandenburg an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, Regensburg 1575 Oktober 30
  • Nr. 58 Resolution der Kurfürsten und des Pfalzgrafen Ludwig zu Ernst von Mandesloe, Regensburg 1575 Oktober 31
  • F) Supplikationen

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    « ŠF) Supplikationen  »

    Vorbemerkung

    Grundlage der folgenden Dokumentation sind nur diejenigen Supplikationen, die im KR-Protokoll explizit erwähnt werden. Anders als bei anderen Bänden der „Reichsversammlungen“, in denen meist die im Mainzer Erzkanzlerarchiv vorhandenen Akten als Bearbeitungsgrundlage genutzt werden können, musste in diesem Band auf die in den kfl. Überlieferungen erhaltenen Abschriften zurückgegriffen werden, da in der ksl. und in der Kurmainzer Kanzlei keine Supplikationsakten zum Kurfürstentag 1575 aufgefunden werden konnten. Die Präsentation der Supplikationen mit den dazugehörigen Belegdokumenten, Gegenberichten und Dekreten erfolgt gemäß den für die Edition der „Reichsversammlungen“ entworfenen Richtlinien als Aktenreferat1. Ausnahmen bilden die im Volltext dargebotene Supplikation protestantischer Gff. und Hh. (Abschnitt D, Nr. 38), die dem Ks. und den protestantischen Kff. in gleichlautender Form auf dem Kurfürstentag übergeben wurde, und das ebenfalls im Wortlaut wiedergegebene Bittgesuch der wendischen Städte (Abschnitt E, Nr. 52), über das der KR am 26.10.15752 im Zusammenhang mit dem ksl. Vortrag zur Gesandtschaft nach Moskau (Nr. 53) beriet.

    Neben der im KR-Protokoll erwähnten Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz (Nr. 69) sind in der kfl. Überlieferung weitere vier Bittgesuche zu Zollangelegenheiten überliefert, die auf dem Kurfürstentag in Regensburg vorgebracht wurden. Da lediglich die Supplikation des Pfgf. von den Kff. eingehender beraten wurde, sind die anderen Zollgesuche im Folgenden nicht einzeln dokumentiert3.

    ŠEine an die Kff. gerichtete Supplikation des Fürstabts von Prüm, Gf. Christoph von Manderscheid-Kail, wird im KR-Protokoll nicht erwähnt und daher nicht dokumentiert4. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben gemäß den erwähnten Richtlinien die Supplikationen, die an den Ks. gerichtet waren, vom diesem aber nicht an den KR zur Beratung weitergegeben wurden, sowie die Bittgesuche an einzelne Kff., die nicht im KR vorgelegt wurden5. Die in den kfl. Überlieferungen fehlenden oder unvollständigen Angaben zu Präsentation, Verlesung und Beratung der Supplikationen im KR werden anhand von Kurbrandenburg und der anderen überlieferten Protokolle ergänzt.

    « Nr. 59 Erika von Bronckhorst, Freiin von Batenburg und Stein »

    Restitution der von der spanischen Krone konfiszierten Hft. Batenburg. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen im KR am Nachmittag des 28.10.1575 [Sitzung der kfl. Räte]1 und am Vormittag des 29.10.2), unterzeichnet von Erika, geborene Gfn. von Manderscheid, Witwe Wilhelms von Bronckhorst, Frh. von Batenburg Šund Stein, für sich und ihr minderjähriges Kind3: Auf Bitten ihres verstorbenen Ehemanns Wilhelm haben im Jahr 1569 der Niederrheinisch-Westfälische Kreis, die auf dem DT in Frankfurt versammelten Stände und auch der Ks. mehrfach an den Hg. von Alba geschrieben und ihn aufgefordert, die konfiszierte Hft. Batenburg herauszugeben4. Obwohl auch der RT in Speyer 1570 die Restitution gefordert hat5 und eine ksl. Gesandtschaft zum Hg. von Alba geschickt wurde6, ist bislang nichts geschehen. Da die Hft. ein Reichslehen ist, der Frh. von Batenburg Stand des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises und in der Reichsmatrikel verzeichnet ist, ihm auch das Münzrecht und ein besonderer ksl. Schutzbrief verliehen wurden, was zahlreiche Belegdokumente beweisen7, darf die Restitution nicht länger aufgeschoben werden. Bitte an die Kff., sich beim Ks. für ihr Anliegen einzusetzen und ihr zur Herausgabe der Hft. Batenburg zu verhelfen.

    Beratung im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 28.10.15758, weitere Beratung und Beschluss im KR am 29.10.15759. Dekret vom 30.10.157510: Die seit 1569 geforderte Restitution der Hft. Batenburg ist bislang nicht erfolgt. Den Kff. ist nicht bekannt, was der Hg. von Alba der ksl. Gesandtschaft geantwortet hat, die nach dem Speyrer RT 1570 wegen dieser und anderer Angelegenheiten bei ihm war. Bitte an den Ks., an den derzeitigen spanischen Statthalter der Niederlande oder nötigenfalls den spanischen Kg. zu schreiben und, wie es die Stände auf dem RT 1570 empfohlen haben, die Restitution der Hft. zu fordern.

    « ŠNr. 60  Prinz Henri I. von Bourbon-Condé »

    Truppenwerbungen im Reich; diplomatische Unterstützung für die französischen Protestanten. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 2.11.1575; den kfl. Räten und ksl. Kommissaren von den Gesandten des Prinzen von Condé mündlich vorgetragen und schriftlich übergeben1), unterzeichnet von La Galaizière und François de Bouchard2, Gesandte des Prinzen von Condé3: Vor drei Jahren ist im Namen des französischen Kg. in Paris ein Massaker an den französischen Protestanten verübt worden, bei dem zahlreiche berühmte Anführer und viele unschuldige Menschen getötet wurden4. Die Protestanten werden seither vom französischen Kg. unterdrückt. Der Prinz von Condé und der Hg. von Alençon5, suchen daher Unterstützung bei der Wiederherstellung des Friedens in Frankreich. Bitte um die Genehmigung für Truppenwerbungen im Reich und um diplomatische Unterstützung des Ks. für die Friedensbemühungen der französischen Protestanten.

    Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 3.11.15756; Übergabe einer schriftlichen Antwort an die Gesandten La Galaizière und Bouchard im Namen der Kff. 7 : ŠBedauern über die Situation der Protestanten in Frankreich. Positive Antwort auf ihre Bitten nicht möglich, da vom französischen Kg. keine entsprechenden Gesuche vorliegen. Rat an die protestantischen Führer, einen Friedensschluss anzustreben.

    « Nr. 61 Regina von Ehenheim »

    Erbschaftsstreit mit Hans Joachim von Parsberg. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen am 30.10.15751), unterzeichnet von Regina von Ehenheim, geborene von Seckendorff zu Egloffstein, Witwe2: Nach dem Tod ihres Neffen Ottheinrich von Parsberg (Sohn ihrer Schwester Magdalena von Parsberg, geborene von Seckendorff) hat sie als nächste Verwandte dessen Eigengüter geerbt, welche ihr von Pfgf. Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg übergeben wurden. Hans Joachim von Parsberg, Pfleger zu Riedenburg, beansprucht als Erbe des Lehnsbesitzes Ottheinichs das ganze Gut Parsberg als Teil des Reichslehens und hat einen ksl. Befehl an Pfgf. Philipp Ludwig erwirkt, dass Regina von Ehenheim ihre ererbten Güter wieder weggenommen und an ihn übertragen werden sollen. Da sie der Ansicht ist, dass nur ein geringer Teil des Guts Lehen ist, was auch auf dem Landtag in Neuburg an der Donau festgestellt wurde, bittet sie die Kff., sich beim Ks. für eine ksl. Kommission zur Klärung der Eigentumsverhältnisse oder für einen Sequester einzusetzen.

    Beratung und Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15753. Dekret vom 30.10.15754: Bitte an den Ks. um Einsetzung einer Kommission.

    « Nr. 62 Stände des Fränkischen, Bayerischen und Schwäbischen Kreises »

    Maßnahmen gegen Münzverschlechterung. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (datiert Regensburg, 5.10.1575; verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.15751), unterzeichnet von den namentlich nicht genannten Vertretern der korrespondierenden Reichskreise Franken, Bayern Šund Schwaben2: Die drei oberdeutschen Kreise sind am 1.10.1575 in Regensburg zum Probationstag3 zusammengekommen und haben zahlreiche Missstände festgestellt: Fast überall im Reich werden vielfach Halbbatzen geprägt, die nicht der Münzordnung entsprechen4; zu nennen sind die von ihnen kontrollierten Münzen der Bff. von Straßburg, Speyer und Worms und aus der Wetterau. Außerdem werden übermäßige Mengen von Halbbatzen geprägt, die nur in kleineren Beträgen und für den alltäglichen Bedarf vorgesehen sind. Die drei Kreise haben deshalb bis auf Weiteres das Prägen von Halbbatzen verboten und empfehlen, dieses Verbot auch in anderen Kreisen einzuführen. Ks. und Kff. sollten außerdem dem Reichsfiskalprokurator befehlen, die Beschlüsse des Frankfurter DT [1571]5 umzusetzen und gegen die münzberechtigten Stände vorzugehen, deren Halbbatzen bei den Probationstagen beanstandet wurden. Bitte an die Kff., sich beim Ks. für die Vollstreckung der bei Münzverstößen vorgesehenen Strafen einzusetzen. Der Münzmeister in Königstein, der viele Münzen geprägt hat, die der Norm nicht entsprechen, soll für seine Vergehen bestraft werden6. Auf dem letzten Markt in Linz konnte angeblich nur mit kleinen Münzen bezahlt werden; bei der Messe in Frankfurt wurden wegen fehlender Münzaufsicht Goldgulden und Reichsguldiner über, Taler aber unter ihrem Nominalwert gehandelt. Bitte an die Kff., gemeinsam mit dem Ks. gegen diese Missstände vorzugehen, die vor allem von den Messestädten Linz, Frankfurt und Straßburg ausgehen.

    Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15757. Dekret vom 30.10.15758: Weiterleitung der Supplikation an den Ks. Auch im Kurrheinischen Kreis gibt es Verstöße gegen die Münzbeschlüsse des Reichs; es werden zu viele Pfennige und Halbbatzen geprägt, und die großen Münzen werden umgeschmolzen. Bitte an den Ks., die von den drei Kreisen empfohlenen Maßnahmen zu ergreifen, die in der RMO und den RAbb bei Münzverstößen vorgesehen sind.

    « ŠNr. 63   Gf. Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg »

    Restitution der von Hg. Karl III. von Lothringen besetzten Hft. Bitsch und anderer Güter. An Kf. Daniel von Mainz.

    Supplikation an Kf. Daniel von Mainz (präs. Regensburg, 14.10.; verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.15751), unterzeichnet von Gf. Philipp zu Hanau, Herr zu Lichtenberg d. Ä., für seine unmündigen Enkel; mit einer Beilage2: Im Jahr 1572 hat Hg. Karl III. von Lothringen die Hft. Bitsch, das Amt Lemberg und andere Güter mit Gewalt an sich gebracht und damit Philipps minderjährigen Enkeln das ihnen zustehende Erbe entrissen3. Entgegen seiner Hoffnung wurde dieser offenkundige Landfriedensbruch nicht geahndet, und der Oberrheinische KT in Worms [1573] hat seinen Enkeln nicht zu ihrem Recht verholfen4. Die vom Ks. zur gütlichen Einigung eingesetzten Kommissare Bf. Johann IV. von Straßburg und Mgf. Karl. II. von Baden-Durlach haben nichts erreicht. Die Enkel Philipps haben daher den Hg. von Lothringen beim RKG verklagt und die Restitution ihrer ererbten Hftt. und Güter gefordert, doch ist bislang noch keine Entscheidung gefallen. Daher die Bitte Philipps an Kf. Daniel, sich im Interesse des Reichs und zur Abwendung von Gefahren für die Einhaltung der Reichsgesetze und für die Restitution der von lothringischen Truppen besetzten Güter sowie für entsprechende Entschädigungszahlungen einzusetzen.

    Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15755. Dekret vom 30.11.15756: Bitte an den Ks., erneut eine ksl. Kommission einzusetzen und den Streit durch einen gütlichen Vergleich beilegen zu lassen. Falls die Einigung scheitern sollte, Bitte um Beschleunigung des Verfahrens am RKG. Supplikation des Gf. als Beilage.

    « ŠNr. 64   Gf. Wolfgang II. von Hohenlohe »

    Erlaubnis von Repressalien wegen ausstehender Bezahlung des von der spanischen Krone konfiszierten Heiratsguts seiner Ehefrau. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 18.10.; verlesen am 29.10.15751), unterzeichnet von Gf. Wolfgang von Hohenlohe, Herr zu Langenburg2: Vor einigen Jahren hat er sich auf Wunsch seines Vaters mit Gfn. Magdalena von Nassau-Dillenburg verheiratet, die bei ihrem Bruder, Prinz Wilhelm I. von [Nassau" ]Oranien, erzogen wurde. Aufgrund bestehender Verträge zwischen diesem und ihrem Vater, Wilhelm von Nassau-Dillenburg, sollte Prinz Wilhelm I. die Mitgift seiner beiden Schwestern Juliana und Magdalena in Höhe von jeweils 8000 fl. auszahlen. Da die Güter, die Prinz Wilhelm I. zugunsten von Magdalena verpfändet hatte, von der spanischen Krone konfisziert wurden3, ist das Heiratsgut seiner Ehefrau bislang nicht ausgezahlt worden. Obwohl er sich stets aus dem Konflikt herausgehalten und nie gegen den spanischen Kg. gewandt hat, ist ihm und seiner Frau durch die Konfiskation großer Schaden entstanden. Die Fürschreiben, mit denen sich der Ks. und einige Kff. und Ff. bei den Statthaltern der Niederlande für die Bezahlung des Heiratsguts eingesetzt haben, blieben ohne Erfolg. Die auf ksl. Anordnung angefertigten Transsumpte der Urkunden, die die Rechtmäßigkeit seiner Ansprüche beweisen, wurden dem Hg. von Alba übersandt, von diesem jedoch nicht akzeptiert. Stattdessen wurde er an das kgl. Gericht in Brüssel verwiesen, wo er die Originalurkunden vorlegen soll. Dies wäre ein langwieriges und kostspieliges Verfahren. Der Vorschlag des Gf., die Originale in Dillenburg von einem spanischen Beamten kopieren zu lassen, wurde vom derzeitigen Statthalter abgelehnt. Da er sich nicht an das Gericht in Brüssel wenden möchte, bittet er die Kff. um Unterstützung bei der Durchsetzung seiner Forderungen, insbesondere um ihre Erlaubnis für die Androhung von Repressalien.

    Beratung und Beschluss im KR am 29.10.15754. Dekret vom 30.10.15755: Bitte an den Ks., sich beim spanischen Generalstatthalter der Niederlande oder nötigenfalls beim spanischen Kg. für die Bezahlung der dem Gf. zustehenden Summe von 8000 fl. zuzüglich angemessener Zinsen einzusetzen und gegebenenfalls einen Š Kf. oder F. zum ksl. Kommissar zu ernennen, dem die Originalurkunden vorgelegt werden können.

    « Nr. 65  Gfn. Anna von Horn »

    Restitution der von der spanischen Krone besetzten Hftt. Weert und Wessem. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 21.10.; verlesen am 29.10.15751), unterzeichnet von Gfn. Anna, geborene von Egmond, Witwe des Gf. Johann von Horn; mit sechs Beilagen betreffend ihre Supplikation von 1570 und die dazugehörigen Dekrete2: Auf dem RT in Speyer 15703 hat sie Ks. und Reichsständen ihre Klage gegen den Hg. von Alba vorgebracht, der die Hftt. Weert und Wessem konfisziert hat, obwohl diese dem Reich unterworfen sind und der Jurisdiktion des RKG unterstehen und obwohl die Gfn. Reichssteuern entrichtet hat4. Die darauf zu ihren Gunsten erfolgten ksl. Mandate und Dekrete wurden weder vom Hg. von Alba noch von seinem Nachfolger beachtet. Bitte an die Kff., der Gfn. zu ihren Rechten zu verhelfen und sich für die Durchsetzung ihrer Ansprüche gemäß der Exekutionsordnung einzusetzen.

    Beratung und Beschluss im KR am 29.10.15755. Dekret vom 30.10.15756: Da seit dem RT von Speyer 1570 die geforderte Restitution der Hftt. Weert und Wessem an die Gfn. von Horn nicht erfolgt ist, erneute Bitte an den Ks., sich beim derzeitigen spanischen Statthalter der Niederlande oder nötigenfalls dem spanischen Kg. für die Restitutionsansprüche der Gfn. einzusetzen. Supplikation der Gfn. als Beilage.

    « ŠNr. 66  Stadt Lübeck »

    Verstöße Schwedens gegen den Vertrag von Stettin; Restitution lübeckischer Schiffe und Güter. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.1575)1: Beschwerde gegen Schweden wegen der Nichteinhaltung des Vertrags von Stettin und der Beschlagnahme lübeckischer Schiffe2. Der schwedische Kg. hat zur gütlichen Einigung ein Treffen in Stockholm angesetzt, doch ist dieser Ort der Stadt Lübeck nicht recht. Bitte an die Kff., dafür zu sorgen, dass ein neutraler Ort bestimmt wird, an dem über den Vollzug des Friedens verhandelt werden kann.

    Beratung im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 2.11.15753. Dekret vom 2.11.15754: Bitte an den Ks., beim Kg. von Schweden die Einhaltung der Vereinbarungen mit Lübeck, die Restitution lübeckischer Güter sowie ein Treffen an einem sicheren Ort zu fordern, wo der Konflikt von schwedischen und lübeckischen Gesandten beigelegt werden kann5.

    « Nr. 67 Jakob Massow zu Woblanse in Pommern »

    Rückzahlung eines Darlehens für Stefan und Hans Loitz. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 26.10.; verlesen am 30.10.15751), unterzeichnet von Jakob Massow zu Woblanse für sich und seine Geschwister; mit 4 Belegdokumenten2: Sein verstorbener Vater Rüdiger hat Stefan Loitz d. Ä. und Šdessen Bruder Hans d. J. 3 ein Darlehen in Höhe von 94.000 Talern gewährt. Trotz zahlreicher Mahnungen haben die Loitz und ihre Bürgen die Rückzahlung des seit langem fälligen Darlehens mit allerlei Winkelzügen und in betrügerischer Weise immer wieder hinausgezögert. Sein Vater Rüdiger, der daher selbst Kredite aufnehmen musste, hat ihm, Jakob, und seinen Geschwistern hohe Schulden hinterlassen, zu deren Begleichung er und sein Bruder Rüdiger Hab und Gut der Familie verpfänden mussten. Jakobs Bitte an die polnischen Stände, die Loitz zur Begleichung ihrer Schulden zu veranlassen, sowie seine zahlreichen Mahnungen an Hans Loitz, der ihn mit Verweis auf ausstehende Verbindlichkeiten immer wieder vertröstet hat, sind ohne Erfolg geblieben. Daher seine Bitte an die Kff., sich bei den polnischen Ständen für die Rückzahlung der Hauptsumme und die Bezahlung der seit 1568 aufgelaufenen Zinsen und erlittenen Schäden einzusetzen.

    Beratung und Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15754: Promotoriale wird bewilligt.

    Kff. und Pfgf. Ludwig an die polnischen Stände (Regensburg, 31.10.1575)5: Bitte, sich für die Rückzahlung des Darlehens an Jakob Massow und seine Geschwister einzusetzen.

    « Nr. 68  Gf. Joachim der Ältere von Ortenburg »

    Übergriffe Hg. Albrechts V. von Bayern auf ortenburgische Dienstleute und Besitzungen. Klage wegen Nichtbeachtung der RKG-Mandate und Verletzung des Religionsfriedens. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 28.10.15751), unterzeichnet von Gf. Joachim von Ortenburg; mit 3 Belegdokumenten2: Trotz des 1573 ergangenen RKG-Urteils, in dem die Reichsstandschaft Šdes Gf. bestätigt wurde, haben die Übergriffe Hg. Albrechts V. von Bayern auf die ortenburgischen Besitzungen nicht nachgelassen, sondern zugenommen3. Er hat daher beim RKG geklagt, doch werden die zu seinen Gunsten ergangenen Mandate vom Hg. nach wie vor nicht beachtet. Stattdessen wurden zuletzt am 3.10.1575 Dienstleute und Bürger der ortenburgischen Hft. Mattighofen wegen des reformierten Bekenntnisses von bayerischen Truppen gefangen genommen und verschleppt. Der Hg. verstößt damit gegen die Bestimmungen des Religionsfriedens. Bitte an die Kff., sich für die Einhaltung der Reichskonstitutionen, insbesondere des Land- und Religionsfriedens einzusetzen und den Hg. von Bayern dazu anzuhalten, die RKG-Mandate zu befolgen, damit die gewaltsamen Übergriffe gegen die gfl. Untertanen und Besitzungen ein Ende haben. Der Status des Gf. als Reichsstand ist bestätigt worden, er hat seine damit verbundenen Pflichten stets erfüllt und beruft sich auf seinen Anspruch auf Einhaltung des Land-und Religionsfriedens und auf Schutz vor weiterer Bedrängung.

    Beratung im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 28.10.15754: Hg. Albrecht V. von Bayern soll gehört werden. Der am RKG anhängige Rechtsstreit soll fortgeführt werden. Kommissarische Vermittlung durch den Ks.

    Gegenbericht Hg. Albrechts V. von Bayern an den Ks. (präs. Regensburg, 29.10.1575), unterzeichnet von Hg. Albrecht5: Die gegen ihn vorgebrachten Beschwerden des Gf. von Ortenburg, dessen Reichsstandschaft bestritten wird, sind haltlos. Die Mandate des RKG sind in vielen Punkten zu kritisieren und beruhen auf bloßen Behauptungen des Gf., der Verstöße des Hg. gegen den Land- und Religionsfrieden nicht belegen kann. Vielmehr versucht Gf. Joachim, bayerische Untertanen vom katholischen Glauben abzubringen und verletzt damit den Religionsfrieden und den 1566 vom Kf. von Sachsen zwischen ihnen vermittelten Vertrag. Da die ortenburgischen Diener in der Hft. Mattighofen der Religionshoheit des Hg. von Bayern unterstehen, jedoch die verbindliche katholische Lehre nicht befolgen wollen, wurden sie zu Recht gefangen genommen. Der Gf. von Ortenburg ist für die Hft. Mattighofen und andere Güter, die nicht zur Gft. Ortenburg, sondern unmittelbar zu Bayern gehören, kein Reichsstand, sondern bayerischer Landsasse. Gemäß dem Religionsfrieden nimmt der Hg. von Bayern als Landesherr die Religionshoheit über Mattighofen für sich in Anspruch. Die mutmaßliche Reichsstandschaft des Gf. bezieht sich nur auf die Gft. Ortenburg, in der er residiert, und nicht auf seine Person; in Mattighofen und anderen Lehnsgütern ist er bayerischer Landsasse und hat keine reichsständischen Rechte, also auch kein Reformationsrecht; seine Bediensteten in Šdiesen Gebieten sind für die Verwaltung der Güter zuständig und haben nicht den rechtlichen Status von „familiares“ oder „domestici“. Der Gf. gefährdet mit seinem Verhalten den Land- und Religionsfrieden im Reich. Bitte an den Ks., die Klagen des Gf. abzuweisen, ihn zum Gehorsam gegenüber seinem Landesherrn zu ermahnen und die RKG-Mandate zu kassieren, die gegen die Reichsordnung verstoßen.

    Beratung und Beschluss im KR am Vormittag, Verlesung des Resolutionskonzepts am Nachmittag des 31.10.1575 (Sitzung der kfl. Räte)6. Dekret vom 31.10.15757: Bitte an den Ks., eine Kommission zum gütlichen Vergleich einzurichten und die Restitution der kürzlich eingezogenen Güter des Gf. anzuordnen, allerdings vorbehaltlich der am RKG anhängigen Prozesse.

    « Nr. 69  Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz »

    Bewilligung von Zöllen an Mosel und Rhein zur Finanzierung eines Festungsbaus. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (im KR vom Pfgf. mündlich vorgetragen am 24.10.1; dem KR übergeben am 29.10.2; verlesen im KR am 31.10.15753), unterzeichnet von Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz4, mit einem Belegdokument5: Da die Erhebung von Landzöllen in seinem Territorium aufgrund der Straßenverhältnisse nicht einträglich oder nicht möglich ist, bittet er um die Bewilligung eines Moselzolls bei Dusemond und eines Rheinzolls an einem noch zu bestimmenden Ort, über den er mit dem Mgf. von Baden[-Durlach] und den Gff. von Ysenburg in Dreieich in Verhandlungen steht. Seit vielen Jahren richten die Truppendurchzüge große Schäden in seinem nahe der Grenze gelegenen Territorium an und verursachen hohe Kosten. Als Schutzmaßnahme ist eine Festung notwendig, für deren Bau er sich hoch Šverschuldet hat6. Der Pfgf. hat deswegen seit 1566 vergeblich auf vielen RVV um die Bewilligung von Zollprivilegien ersucht7. Bitte an die Kff., die Erhebung eines Mosel- und eines Rheinzolls sowie die Erhöhung der Landzölle zu genehmigen.

    Beratung und Beschluss im KR am 31.10.15758. Dekret vom 31.10.15759: Die Kff. und Pfgf. Ludwig verweisen auf die Beschlüsse beim RT in Speyer 1570 und lehnen die Zollgesuche des Pfgf. Georg Johann I., des Bf. von Lübeck, der Hgg. von Holstein, der Mgff. von Baden und des F. von Anhalt ab, da die Belastungen für die Untertanen bereits sehr hoch sind und Handelshemmnisse und Preissteigerungen zu befürchten sind.

    Am 2.11.157510 weiterer Beschluss im KR 11: Über die Landzölle des Pfgf. sollen so bald wie möglich Erkundigungen eingeholt werden, damit die Kff. erneut über die von ihm gewünschten Zollerhöhungen beraten können. Auf dem kommenden RT kann der Pfgf. seine Supplikation erneut vorbringen.

    « Nr. 70 Reichsstädte »

    Abstellung der durch den Krieg in den Niederlanden verursachten Handelshemmnisse. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.15751), präs. vom Rat der Stadt Regensburg2, unterzeichnet von den am 24.8.1575 auf dem Esslinger Städtetag versammelten reichsstädtischen Gesandten3: Der bereits durch den Krieg in Frankreich eingeschränkte Handel wird nun Šauch durch den Krieg in den Niederlanden sehr stark behindert, was zu Einkommenseinbußen in den Städten und auf dem Land geführt hat. Nach Scheitern der Vermittlungsbemühungen des Gf. von Schwarzburg4 hat sich die Lage erneut verschlimmert, da der spanische Statthalter den Handel in Holland und Seeland verboten hat und dadurch der Warenverkehr mit dem Ostseeraum unterbrochen ist. In den Rheinlanden kommt es deshalb bereits zu Versorgungsengpässen. Durch die Handelshemmnisse ist das ganze Land vom Niedergang bedroht, denn es werden die Zolleinnahmen und andere Einkünfte abnehmen und die Nahrungsmittel knapper werden; auch ist Bevölkerungsrückgang zu befürchten. Bitte an die Kff., sich mit dieser bedrohlichen Situation für das Reich zu befassen. Falls die Befriedung des Konflikts in den Niederlanden nicht zu erreichen sein sollte, mögen sie sich wenigstens dafür einsetzen, dass den Untertanen des Reichs der freie Zugang zu Rhein und Ostsee wieder ermöglicht wird.

    Mit Ausnahme der Verlesung ist keine Beratung zur Supplikation protokolliert.

    « Nr. 71  Kf. Jakob III. von Trier »

    Zahlreiche Übergriffe der luxemburgischen Regierung. An den Ks.

    Supplikation an den Ks. (datiert Regensburg, 28.10.1575; dem KR in Kopie übergeben am 29.10., mit der Bitte an die Mitkff., sich beim Kg. von Spanien für das Anliegen Triers einzusetzen1), unterzeichnet von Kf. Jakob von Trier2: Die Regierung von Luxemburg versucht seit vielen Jahren, im Grenzgebiet gelegene Ämter und Dörfer zum Schaden des Erzstifts Trier an sich zu bringen3. Wegen solcher Grenzstreitigkeiten, die unter anderem die Hft. Bruch betreffen, wurde 1548 von seinem Vorgänger [= Johann V. von Isenburg] ein für Trier nachteiliger Vertrag mit Ks. Karl V. geschlossen, doch werden die dort festgelegten Grenzen und Hoheitsrechte von der Regierung in Luxemburg nicht beachtet: Sie unterstützt die Bürger der Stadt Trier in ihrer Rebellion gegen den Ebf., obwohl dieser aus dem Schutzvertrag, der [1302] zwischen der Stadt und dem Gf. Heinrich von Luxemburg [= Ks. Heinrich VII.] geschlossen wurde4, ausdrücklich ausgenommen ist. – Wegen seiner Beteiligung am niederländischen Aufstand wurden die Güter des Trierer Lehnsträgers von Malberg von der Luxemburger Regierung konfisziert, doch wurden dabei auch Schloss und Hft. Malberg eingezogen, die zum Eigentum des Erzstifts gehören. – Mit Unterstützung der Luxemburger hat Gf. Joachim von ŠManderscheid sich die Oberherrschaft des an der Mosel in der Nähe der Grenze gelegenen Dorfs Trittenheim angemaßt und behauptet, es gehöre zu seiner Hft. Neuerburg, die luxemburgisches Lehen ist; ein ähnlicher Vorfall hat sich in Remich ereignet. – Im Jahr 1574 hat sich ein weiterer schwerwiegender Zwischenfall ereignet5: Gf. Weirich von Kriechingen hat Ansprüche auf die Hft. Daun erhoben und behauptet, sie stünde unter luxemburgischer Obrigkeit. Er ist deswegen vom Trierer Ebf. beim RKG verklagt worden. Als die ksl. Kommissare im Juni des vergangenen Jahres nach Daun gekommen sind, um die Zeugen zu hören, wollten ihnen die luxemburgischen Vertreter nicht gehorchen. Der Kurtrierer Rat Dr. Johann Grass hat der von ihnen beanspruchten Oberhoheit des spanischen Kg. über die Hft. Daun widersprochen, und die beiden luxemburgischen Beamten sind in Cochem in Gewahrsam genommen worden. Daraufhin hat die luxemburgische Regierung im Juli 1574 das Schloss Sommerau, das dem Trierer Hofmeister [Heinrich von der Fels] und dem Trierer Dompropst [Johann von Schönenberg] gemeinschaftlich gehört, überfallen und plündern lassen. Der Ebf. hat sich darüber beim Statthalter der Niederlande beklagt, der die Regierung in Luxemburg aufgefordert hat, die geraubten Güter zu restituieren und 4000 fl. Entschädigung zu zahlen. – Dem Erzstift und damit auch dem Reich ist durch diese Übergriffe großer Schaden entstanden. Bitte an den Ks., gemeinsam mit den Kff. die Beschwerden Triers dem spanischen Kg. vorzubringen und ihn darum zu bitten, die Entscheidung über die zwischen Kurtrier und Luxemburg umstrittenen Ansprüche dem Ks. zu überlassen.

    Beratung im KR am 29.10.15756; Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 31.10.1575, das Konzept des bewilligten kfl. Promotorialschreibens den Wünschen Triers entsprechend anzupassen7.

    Kff. und Pfgf. Ludwig an Kg. Philipp II. von Spanien (Regensburg, 31.10.1575)8: Bitte an den Kg., die Entscheidung über die vom Ebf. von Trier vorgebrachten Angelegenheiten dem Ks. zu überlassen. Supplikation des Kf. von Trier als Beilage.

    

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/kft1575/sectFSu/pages

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    Anmerkungen

    1
    Zu Form und Bearbeitung der Supplikationen vgl. Lanzinner , RTA RV 1570, 102–112.
    2
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 180–190 (Nr. 14).
    3
    Der Mainzer Erzkanzler ließ dazu im Protokoll (Kurbrandenburg, fol. 215', Nr. 19) vermerken: Wie man pfalzgraff Georg Hanßen beantwortet, also wolte man die andern alle, so der czölle halben ansuchung gethan, beantworten und es an die ksl. Mt. weisen und in derselben bedencken stellen; vgl. Nr. 69. – Im Einzelnen handelt es sich um folgende Bittschriften: 1) Supplikation der Mgff. Karl und Philipp von Baden an Ks. und Kff. um die Erhöhung bestehender Zölle (o. O., 22.9.1575): HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10198/8, fol. 464–465' (vgl. ebd., fol. 462, den Kredenzbrief für die Gesandten Dr. Sebastian Schlegel von Gruln (Gruol) und Dr. Ludolf Halver an Kf. August von Sachsen. Or., sowie ebd., fol. 463 f., die Bitte Hg. Albrechts V. von Bayern an Kf. August um Unterstützung des Zollgesuchs. Or.; datiert Regensburg, 30.9.1575). GStA PK Berlin, I. HA GR, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 2 unfol. Blätter. LHA Koblenz, Bestand 1C, Nr. 16330, pag. 147–151. Kopp. Das Konzept der Instruktion für die Gesandten vom 22.9.1575 ist überliefert in GLA Karlsruhe, Abt. 50, Fasz. 136, 9 unfol. Blätter. – 2) Supplikation der Hgg. Johann d. Ä. und Adolf von Holstein an Ks. und Kff. um die Bewilligung eines Zolls auf der Elbe und die Erhöhung des Ochsenzolls in Rendsburg (Gottorf, 22.9.1575): HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 127–132. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 4 unfol. Blätter. Kopp. – 3) Eine Überlieferung der Supplikation des F. Joachim II. Ernst von Anhalt konnte nicht ermittelt werden, sie wird jedoch im KR-Protokoll erwähnt (Kurbrandenburg, fol. 208', Nr. 17). – 4) Im HHStA Wien, MEA, Zollsachen 2-5, fol. 19–23' (mit 1 Beilage, fol. 24–25: Verzeichnis der Einzelzölle in Eißel; laut Dorsv. präs. Regensburg, 25.10.1575), ist die Bitte des Bf. von Lübeck und Administrators von Verden, Eberhard von Holle, um die Erlaubnis zur Aufrichtung eines Zolls auf der Weser zwischen Eißel und Ritzenbergen erhalten (zur Mission seines Rats Lic. Thomas Vicken zu Kf. Daniel von Mainz im September 1575 vgl. HHStA Wien, MEA, Zollsachen 2-4, fol. 10–18). Die an die Kff. gerichtete Supplikation wird im KR-Protokoll nicht erwähnt und ist in der kfl. Überlieferung zum Kurfürstentag nicht erhalten, wird jedoch in der Resolution der Kff. zum Gesuch des Pfgf. Georg Johann I. (Nr. 69) zusammen mit den anderen drei Zollsupplikationen genannt; zu der bereits auf dem RT 1570 vorgebrachten Bitte Eberhard von Holles um Zollprivilegierung vgl. Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 551 S. 1119 f.
    4
    Sie ist als undatierte Abschrift lediglich in den Kurbrandenburger Akten zum Kurfürstentag 1575 überliefert (GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 6 unfol. Blätter) und enthält die an die Kff. gerichtete Bitte des Gf., beim Ks. zu seinen Gunsten zu interzedieren, damit die Inkorporation der Fürstabtei Prüm durch Kurtrier aufgehoben wird ( Neri , NB III/8, Nr. 176 S. 390–393, hier 391 mit Anm. 1; zur Inkorporation der Fürstabtei Prüm vgl. Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 505–509; Conzemius , Jakob III. von Eltz, 78–89; Neu , Abtei, 274–278).
    5
    Zu nennen ist hier die an Pfgf. Ludwig gerichtete und in den Kurpfälzer Akten (HStA München, K. blau 110/1, fol. 179–181. Undatierte Kop.; präs. laut Dorsv., fol. 182', 25.10.1575) überlieferte Bitte des Domkapitels zu Münster, sich gemeinsam mit den anderen Kff. beim Ks. für die päpstliche Bestätigung der Privilegien des Domkapitels einzusetzen; gerichtet gegen den aus einer Erbmännerfamilie der Stadt Münster stammenden Dr. Johann Schencking, der sein Domkanonikat durch eine päpstliche Provision erhalten hatte, obwohl der Zutritt zum Domkapitel nach den bestehenden Privilegien nur ritterbürtigen Familien offenstand ( Neri , NB III/8, Nr. 158 S. 341–348, hier 347 mit Anm. 15; Oer , Erbmännerstreit, 25 f.).
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 197 f. (Nr. 16).
    2
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 199 (Nr. 17).
    3
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 43–46. HStA München, K. blau 110/1, fol. 30–31' (präs. Regensburg 1575). GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 2 unfol. Blätter. Undatierte Kopp. – Exemplare mit nahezu identischen Formulierungen auch an Kf. Friedrich III. von der Pfalz (HStA München, K. blau 110/1, fol. 39–40. Undatierte Kop.) und an Kf. Johann Georg von Brandenburg (GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 2 unfol. Blätter. Undatierte Kop.). Vgl. dazu auch zwei Schreiben, in denen die Witwe um die Unterstützung der beiden Kff. für ihre Supplikation an den Ks. bat (Aachen, 24.8.1575; dort jeweils mit der Erwähnung ihres minderjährigen Sohns [= Hermann Dietrich; Europäische Stammtafeln , N. F. VI, Tafel 45]): HStA München, K. blau 110/1, fol. 35 f. Or.; präs. Regensburg, 23.10.1575 (Exemplar für Kurpfalz). GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Or. (Exemplar für Kurbrandenburg).
    4
    Zum komplizierten Rechtsstatus der Hft. Batenburg, die Anfang 1569 vom Hg. von Alba konfisziert worden war, vgl. Arndt , Geldern, 141–144, und Weel , Streit; zum Schriftwechsel 1569 ebd., 535–542.
    5
    Zur Supplikation Wilhelms von Bronckhorst beim RT in Speyer 1570 vgl. Koch , Quellen II, 80, 83 f.; Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 396 S. 1001–1003; Weel , Streit, 542–546; Groß/Lacroix , Urkunden II, Nr. 613 S. 187–189 (Druck der Supplikation; präs. Speyer, 27.8.1570); GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Kop. (Ständedekret vom 30.11.1570).
    6
    Bezug auf die Mission der ksl. Räte Dr. Johann Hegenmüller und Friedrich von Flersheim im Sommer 1571; vgl. Anm.8 bei Nr. 17.
    7
    Zur Begründung der Ansprüche vgl. Weel , Streit, 531–535.
    8
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 197–198' (Nr. 16).
    9
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 200–204' (Nr. 17); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 524–526. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 402–404.
    10
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 79 f. HStA München, K. blau 110/1, fol. 37. Kopp. Vgl. Kurpfalz, fol. 81' (Anm.b bei Nr. 18).
    1
    Vgl. Kurpfalz, fol. 93' (Nr. 21); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 535 f. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 413 f.
    2
    François d'Amours, sieur de La Galaizière, Agent der französischen Protestanten auf dem RT in Speyer 1570 ( DBF , II, Sp. 707; Nicollier-de Weck , Languet, 352, Anm. 42), und François Bouchard; zu ihrer Mission vgl. La Huguerye , Mémoires I, XLI (Archivnachweis ihrer Instruktion vom 17.10.1575), 361 mit Anm. 4, 362 mit Anm. 1; Bezold , Briefe I, Einleitung, 165, 166 mit Anm. 1.
    3
    HStA München, K. blau 110/1, fol. 454–455. Undatierte lat. Kop.
    4
    Bezug auf das als „Bartholomäusnacht“ oder „Pariser Bluthochzeit“ bekannte Blutbad an französischen Protestanten in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1572, bei dem Gaspard de Coligny und weitere protestantische Führer ermordet wurden. Anlässlich der Hochzeit des protestantischen Kg. Heinrich III. von Navarra (1553–1610, ab 1589 Kg. Heinrich IV. von Frankreich; Hinrichs , Heinrich IV.) mit Margarete von Valois, der Schwester des damaligen französischen Kg. Karl IX., die den Frieden von Saint-Germain von 1570 festigen und die Aussöhnung der Hugenotten mit den französischen Katholiken befördern sollte, hatten sich zahlreiche Protestanten in Paris versammelt. Den Massakern in Paris und anderen Städten fielen in der „Bartholomäusnacht“ und in den Wochen und Monaten danach mehrere Tausend französische Protestanten zum Opfer ( Jouanna/Boucher/Biloghi/Le Thiec , Histoire, 194–204).
    5
    Prinz Henri I. von Bourbon-Condé (1552–1588), Feldherr und Anführer der Protestanten in den französischen Religionskriegen, und Hg. Franz(-Herkules) von Alençon (François-Hercule de Valois; 1554–1584), jüngerer Bruder des 1574 verstorbenen französischen Kg. Karl IX. und des amtierenden Kg. Heinrich III. Der Hg. von Alençon war im September 1575 aus dem Louvre geflohen und neben dem Prinzen von Condé und Heinrich III. von Navarra einer der Anführer der konfessionsübergreifenden Adelspartei der malcontents, deren Revolte gegen die Krone den fünften Hugenottenkrieg auslöste ( Jouanna/Boucher/Biloghi/Le Thiec , Histoire, 228–241, 815 f., 932–934, 1068 f.).
    6
    Vgl. Kurpfalz, fol. 96 f. (Nr. 22); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 539. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 418.
    7
    HStA München, K. blau 110/1, fol. 456 f. LHA Koblenz, Bestand 1C, Nr. 16330, pag. 199 f. Lat. Kopp., datiert Regensburg, 3.11.1575.
    1
    Vgl. Kurpfalz, fol. 82 (Anm.b bei Nr. 18).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 96–101'. HStA München, K. blau 110/1, fol. 444–446' (Aufschr.: Lectum 26. Octobris anno 75 a meridie). GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 4 unfol. Blätter. Undatierte Kopp.
    3
    Vgl. Kurpfalz, fol. 82 f. (Anm.b bei Nr. 18).
    4
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 71 f. HStA München, K. blau 110/1, fol. 448 f. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Kopp. Vgl. auch HHStA Wien, RHR, Resolutionsprotokolle saec. XVI, Nr. 39, pag. 419 (Beschluss vom 29.10.1575).
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 209' (Nr. 17). Laut Kurpfalz, fol. 59' (Text in Anm.j bei Nr. 13), bereits am Nachmittag des 25.10.1575 von Kurmainz proponiert.
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 157–159'. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 4 unfol. Blätter. Kopp.; präs. Regensburg, 5.10.1575. Laut Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 300, wurde die Supplikation dem Hofvizekanzler Weber und dem Mainzer Kanzler übergeben.
    3
    Zu den Ergebnissen des Regensburger Probationstags 1575 vgl. Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 295, 298–300.
    4
    Zur RMO von 1559 und den nachfolgenden Münzbeschlüssen des Reichs vgl. Anm.10 bei Nr. 6 und Anm.20 bei Nr. 17.
    5
    Zum DT 1571, der für den einheitlichen Vollzug der Münzordnung sorgen sollte, vgl. Lanzinner , Friedenssicherung, 379–389.
    6
    Münzmeister in Königstein war bis 1574 Johann Kellermann. Zu den minderwertigen königsteinischen Halbbatzen, die laut Feststellung des Probationstags der drei oberdeutschen Kreise im Juni 1573 deutlich unter der Norm von 155 ½ Stück aus der legierten Mark lagen, vgl. Schneider , Münzprägungen, 286–289, bes. 288.
    7
    Vgl. Kurpfalz, fol. 82 (Anm.b bei Nr. 18).
    8
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 78 f. Kop.
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 209 (Nr. 17).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 90–93 (präs. Regensburg, 14.10.1575). Kop. ohne Beilage. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 4 unfol. Blätter. Kop. mit der Klageschrift (Libellus articulatus) Gf. Philipps V. von Hanau-Lichtenberg (1573) als Beilage; vgl. Kurpfalz, fol. 78'.
    3
    Der Sohn Philipps IV., Gf. Philipp V. von Hanau-Lichtenberg, hatte 1560 Ludovica Margaretha geheiratet, die Erbtochter Gf. Jakobs von Zweibrücken-Bitsch. Von ihren fünf gemeinsamen Kindern waren 1575 noch vier am Leben ( Europäische Stammtafeln , N. F. XVI, Tafel 161). Nach dem Tod Jakobs im Januar 1570 entbrannte ein Streit zwischen den Erbberechtigten, bei dem sich der Gf. von Hanau-Lichtenberg durchsetzte, der sodann in der Hft. Bitsch die Reformation einführte. Der katholische Hg. Karl III. von Lothringen, der die Hft. als heimgefallenes Lehen betrachtete, ließ im Juli 1572 seine Truppen vorrücken, die das Schloss Bitsch, die Burg Lemberg und die angrenzenden Gebiete eroberten ( Mohr , Geschichte, 212–214).
    4
    Zum Oberrheinischen KT in Worms im Frühjahr 1573, auf dem der Hg. von Lothringen die Besetzung der Hft. Bitsch damit begründet hatte, die Rechte anderer Erbberechtigter wahren zu wollen, vgl. Dotzauer , Reichskreise, 222 f.
    5
    Vgl. Kurpfalz, fol. 82 (Anm.b bei Nr. 18).
    6
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 72 f. Kop.
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 199 (Nr. 17).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 160–164'. HStA München, K. blau 110/1, fol. 425–428. Kopp. (präs. Regensburg, 18.10.1575).
    3
    Zum nassauischen Engagement in den Niederlanden (1566–1575) und zur Konfiskation des gesamten Besitzes Prinz Wilhelms durch den Hg. von Alba Anfang des Jahres 1568 vgl. Schmidt , Grafenverein, 273–288, bes. 279 f. – Der Prozess um die Auszahlung des Heiratsguts zog sich über viele Jahre hin; erst 1615, fünf Jahre nach Gf. Wolfgangs Tod, wurde die vereinbarte Mitgift ausgezahlt ( Futter , Wolfgang II., 63).
    4
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 199, 200'–204' (Nr. 17); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 523–526. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 401–404.
    5
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 82 f. HStA München, K. blau 110/1, fol. 431. Kopp. Vgl. Kurpfalz, fol. 82 (Anm.b bei Nr. 18).
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 199 (Nr. 17).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 56–57 (präs. Regensburg, 21.10.1575). HStA München, K. blau 110/1, fol. 457 f., 461 (präs. Regensburg 1575). Kopp. ohne Beilagen. Eine Kopie ihrer Supplikation an die Kff. und der dazugehörigen Beilagen sandte die Gfn. an Kf. Friedrich III. von der Pfalz (Moers, 23.9.1575: HStA München, K. blau 110/1, fol. 458 f. Or.; präs. Regensburg, 20.10.1575), den sie um Unterstützung ihres Anliegens bat.
    3
    Zur Supplikation von 1570 vgl. Koch , Quellen II, 80–84; Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 450 S. 1039–1041; Groß/Lacroix , Urkunden II, Nr. 612 S. 185–187 (Druck des Ständedekrets vom 26.8.1570).
    4
    Zum umstrittenen Rechtsstatus der im Hgt. Geldern gelegenen und zur Gft. Horn gehörenden Hftt. Weert und Wessem vgl. Lanzinner , Aufstand, 109–111; Arndt , Geldern, 141 f.
    5
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 199, 200'–204' (Nr. 17); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 523–526. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 401–404.
    6
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 70 f. HStA München, K. blau 110/1, fol. 460 f. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Kopp. Vgl. Kurpfalz, fol. 82 (Anm.b bei Nr. 18). Vgl. auch HHStA Wien, RHR, Resolutionsprotokolle saec. XVI, Nr. 39, pag. 421 (Beschluss vom 2.11.1575).
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 209' (Nr. 17). Die Supplikation konnte nicht aufgefunden werden. Inhaltsreferat anhand des Diariums des Gf. Sayn-Wittgenstein und des nachfolgenden Beschlusses.
    2
    Gemeint sind wahrscheinlich die Schiffe Lübecks, die ihren Handel mit Russland über Narva abwickelten und die vom schwedischen Kg. mit der Begründung beschlagnahmt worden waren, sie transportierten Rüstungsgüter für russische Truppen ( Lanzinner , Friedenssicherung, 459). Zu den von Lübeck Anfang des Jahres 1575 beim ksl. Hof und bei verschiedenen Kff. aus diesem Grund vorgetragenen Beschwerden gegen Schweden vgl. Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 327 f.
    3
    Vgl. Kurpfalz, fol. 95' (Nr. 21); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 538 f. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 416–418.
    4
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 63. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Kopp.; gebilligt am Nachmittag des 3.11.; vgl. Kurpfalz, fol. 96 (Nr. 22).
    5
    Auf dem Kurfürstentag in Mühlhausen 1572 war der Ks. schon einmal aufgefordert worden, sich zugunsten Lübecks beim schwedischen Kg. zu verwenden und ihn zur Einhaltung des Stettiner Vertrags und zur Restitution beschlagnahmter Schiffe und Güter anzuhalten ( Lanzinner , Friedenssicherung, 459; Luttenberger , Kurfürsten, 232).
    1
    Vgl. Kurpfalz, fol. 82' (Anm.b bei Nr. 18).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 58–62'. HStA München, K. blau 110/1, fol. 449–452. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 7 unfol. Blätter. Kopp., den drei weltlichen Kff. präs. Regensburg 26.10.1575, ohne die in der Supplikation genannten Belegdokumente.
    3
    Das Handelshaus der Loitz mit Hauptsitz in Stettin und der wichtigsten Filiale in Danzig war im 16. Jahrhundert eines der bedeutendsten Unternehmen im Ostseeraum. Die Familie handelte zunächst vor allem mit Heringen, Getreide und Salz, stieg später aber auch ins Geldgeschäft ein. 1567 geriet das Handelshaus in große Schwierigkeiten, da Kf. Joachim II. von Brandenburg und Kg. Sigismund II. August von Polen die Rückzahlung von Darlehen in erheblicher Höhe verweigerten. Die Loitz, die ihrerseits Verbindlichkeiten von ca. 2 Millionen Talern hatten, machten im Frühjahr 1572 Bankrott, was für zahlreiche pommersche Adelsfamilien, die den Loitz Geld anvertraut hatten, hohe Verluste bedeutete. Die Brüder Stefan und Hans flohen vor ihren Gläubigern aus Stettin und zogen sich auf ihren Grundbesitz in der Nähe von Danzig zurück ( NDB , XV, 141).
    4
    Vgl. Kurpfalz, fol. 82' (Anm.b bei Nr. 18).
    5
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 64 f. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 2 unfol. Blätter. Kopp.
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 193 (Nr. 16) mit Anm. 1 (dort zu der von den Wetterauer Gff. unterstützten Klage des Gf. von Ortenburg beim Ks. am 14.10.1575; vgl. Moritz , Wahl, 177 f., Anm. 7; Theobald , Ortenburg, 62; Schmidt , Grafenverein, 288–290), und Kurpfalz A, fol. 5 f. (Nr. 40).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 144–156'. Kop., ohne die in der Supplikation genannten Belegdokumente.
    3
    Zur Auseinandersetzung zwischen dem Gf. von Ortenburg, der 1563 die Reformation eingeführt und das ius reformandi für seine reichsunmittelbare Gft. beansprucht hatte, und dem Hg. von Bayern, der den reichsunmittelbaren Status nicht anerkennen wollte, sowie zu den verfassungsgeschichtlichen, reformationsgeschichtlichen und reichspolitischen Dimensionen des Konflikts vgl. Heil , Reichspolitik, 259–267, 530–532; Schneider , Ius, 250–253; Ullmann , Geschichte 177–194; zur Behandlung der Supplikation auf dem Kurfürstentag 1575 vgl. Theobald , Ortenburg, 60–65
    4
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 193–196' (Nr. 16).
    5
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 31–42. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. A, fol. 28–41'. Kopp. Vgl. Kurbrandenburg, fol. 199 (Nr. 17).
    6
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 219–221', Kurpfalz, fol. 91'–93 (Nr. 19); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 500, 534 f. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 366, 401, 411 f.; Heil , Reichspolitik, 534 f.
    7
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 84 f. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. A, fol. 66 f. Kopp.
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 170' (Nr. 12) mit Anm. b; Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 515. Dabei Übergabe eines Begleitschreibens des Pfgf. an die Kff. mit der Bitte, sich seiner Sache anzunehmen: HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 119–120. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 2 unfol. Blätter. Kopp.
    2
    Vgl. Anm.a bei Nr. 17.
    3
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 211' (Nr. 19).
    4
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 115–118. Kop. (präs. Regensburg, 29.10.1575). GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B. Zwei Kopp. mit 4 bzw. 6 unfol. Blättern (präs. Regensburg, 26.10.1575).
    5
    Pfaltzgraff Georg Hansen bericht des pfaltzburger paß halben: HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 121–126'. Undatierte Kop. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B. Zwei undatierte Kopp. mit jeweils 4 unfol. Blättern.
    6
    Bezug auf die seit 1568 aus dem Dorf Einartshausen hervorgegangene Stadt Pfalzburg am Westausgang der Zaberner Steige, die 1570 Stadtrechte erhalten hatte und zur Festung ausgebaut werden sollte. Dazu ausführlich Wolfram , Ausgewählte Aktenstücke, bes. 20 (1908), Nrr. 2932 S. 251–259, der diesbezügliche Briefwechsel zwischen dem Pfgf. und Ks. Maximilian II. aus dem Jahr 1575.
    7
    Vgl. Lanzinner/Heil , RTA RV 1566, Nr. 408 S. 1433; Wagner/Strohmeyer/Leeb , RTA RV 1567, Nrr. 76, 77 S. 305 f., Nr. 134 S. 572–574, Nr. 137 S. 576–578; Lanzinner , RTA RV 1570, Nr. 548 S. 1117 f.
    8
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 211'–215' (Nr. 19); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 530–532. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 408 f., 418.
    9
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 83. Kop. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Kopp.
    10
    Vgl. Kurpfalz, fol. 95' (Nr. 21), fol. 96 (Nr. 22); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 539.
    11
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 69 f. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 1 unfol. Blatt. Kopp.
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 208' (Nr. 17 mit Anm. q und Anm. s). Laut Kurpfalz, fol. 59' (Text in Anm.j bei Nr. 13), bereits am Nachmittag des 25.10.1575 von Kurmainz proponiert und von den kfl. Räten mit den Worten kommentiert, dz diß uff ein Reichs tag gehorig.
    2
    Vgl. Anm.s bei Nr. 17 sowie Fels , Zweyter Beytrag, 246 (Beschluss des Städtetags); Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 326 f.
    3
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 47–53'. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, je 5 unfol. Blätter. Kopp.
    4
    Vgl. Anm.9 bei Nr. 5.
    1
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 200' f. (Nr. 17).
    2
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 102–114. HStA München, K. blau 110/1, fol. 436–443. GStA PK Berlin, I. HA Geheimer Rat, Rep. 10, Nr. Ll Fasz. B, 8 unfol. Blätter. Kopp.
    3
    Zu den Streitigkeiten zwischen Kurtrier und Luxemburg zur Zeit Kf. Jakobs vgl. ausführlich Conzemius , Jakob III. von Eltz, 111–133.
    4
    Vgl. Conzemius , Jakob III. von Eltz, 111 f.; Laufner , Bündnis- und Schirmverträge, 108–110.
    5
    Vgl. zu diesem Vorfall Conzemius , Jakob III. von Eltz, 127–130.
    6
    Vgl. Kurbrandenburg, fol. 201'–204' (Nr. 17); Sayn-Wittgenstein, nach Schneidt , Geschichte, 525 f. Referiert bei Häberlin , Reichs-Geschichte IX, 403 f.
    7
    Vgl. Kurpfalz, fol. 91 f. (Nr. 19).
    8
    HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10675/3, fol. 68 f. HStA München, K. blau 110/1, fol. 434–435. Kopp.

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    « ŠF) Supplikationen  »

    Vorbemerkung

    Grundlage der folgenden Dokumentation sind nur diejenigen Supplikationen, die im KR-Protokoll explizit erwähnt werden. Anders als bei anderen Bänden der „Reichsversammlungen“, in denen meist die im Mainzer Erzkanzlerarchiv vorhandenen Akten als Bearbeitungsgrundlage genutzt werden können, musste in diesem Band auf die in den kfl. Überlieferungen erhaltenen Abschriften zurückgegriffen werden, da in der ksl. und in der Kurmainzer Kanzlei keine Supplikationsakten zum Kurfürstentag 1575 aufgefunden werden konnten. Die Präsentation der Supplikationen mit den dazugehörigen Belegdokumenten, Gegenberichten und Dekreten erfolgt gemäß den für die Edition der „Reichsversammlungen“ entworfenen Richtlinien als Aktenreferat1. Ausnahmen bilden die im Volltext dargebotene Supplikation protestantischer Gff. und Hh. (Abschnitt D, Nr. 38), die dem Ks. und den protestantischen Kff. in gleichlautender Form auf dem Kurfürstentag übergeben wurde, und das ebenfalls im Wortlaut wiedergegebene Bittgesuch der wendischen Städte (Abschnitt E, Nr. 52), über das der KR am 26.10.15752 im Zusammenhang mit dem ksl. Vortrag zur Gesandtschaft nach Moskau (Nr. 53) beriet.

    Neben der im KR-Protokoll erwähnten Supplikation des Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz (Nr. 69) sind in der kfl. Überlieferung weitere vier Bittgesuche zu Zollangelegenheiten überliefert, die auf dem Kurfürstentag in Regensburg vorgebracht wurden. Da lediglich die Supplikation des Pfgf. von den Kff. eingehender beraten wurde, sind die anderen Zollgesuche im Folgenden nicht einzeln dokumentiert3.

    ŠEine an die Kff. gerichtete Supplikation des Fürstabts von Prüm, Gf. Christoph von Manderscheid-Kail, wird im KR-Protokoll nicht erwähnt und daher nicht dokumentiert4. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben gemäß den erwähnten Richtlinien die Supplikationen, die an den Ks. gerichtet waren, vom diesem aber nicht an den KR zur Beratung weitergegeben wurden, sowie die Bittgesuche an einzelne Kff., die nicht im KR vorgelegt wurden5. Die in den kfl. Überlieferungen fehlenden oder unvollständigen Angaben zu Präsentation, Verlesung und Beratung der Supplikationen im KR werden anhand von Kurbrandenburg und der anderen überlieferten Protokolle ergänzt.

    « Nr. 59 Erika von Bronckhorst, Freiin von Batenburg und Stein »

    Restitution der von der spanischen Krone konfiszierten Hft. Batenburg. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen im KR am Nachmittag des 28.10.1575 [Sitzung der kfl. Räte]1 und am Vormittag des 29.10.2), unterzeichnet von Erika, geborene Gfn. von Manderscheid, Witwe Wilhelms von Bronckhorst, Frh. von Batenburg Šund Stein, für sich und ihr minderjähriges Kind3: Auf Bitten ihres verstorbenen Ehemanns Wilhelm haben im Jahr 1569 der Niederrheinisch-Westfälische Kreis, die auf dem DT in Frankfurt versammelten Stände und auch der Ks. mehrfach an den Hg. von Alba geschrieben und ihn aufgefordert, die konfiszierte Hft. Batenburg herauszugeben4. Obwohl auch der RT in Speyer 1570 die Restitution gefordert hat5 und eine ksl. Gesandtschaft zum Hg. von Alba geschickt wurde6, ist bislang nichts geschehen. Da die Hft. ein Reichslehen ist, der Frh. von Batenburg Stand des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises und in der Reichsmatrikel verzeichnet ist, ihm auch das Münzrecht und ein besonderer ksl. Schutzbrief verliehen wurden, was zahlreiche Belegdokumente beweisen7, darf die Restitution nicht länger aufgeschoben werden. Bitte an die Kff., sich beim Ks. für ihr Anliegen einzusetzen und ihr zur Herausgabe der Hft. Batenburg zu verhelfen.

    Beratung im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 28.10.15758, weitere Beratung und Beschluss im KR am 29.10.15759. Dekret vom 30.10.157510: Die seit 1569 geforderte Restitution der Hft. Batenburg ist bislang nicht erfolgt. Den Kff. ist nicht bekannt, was der Hg. von Alba der ksl. Gesandtschaft geantwortet hat, die nach dem Speyrer RT 1570 wegen dieser und anderer Angelegenheiten bei ihm war. Bitte an den Ks., an den derzeitigen spanischen Statthalter der Niederlande oder nötigenfalls den spanischen Kg. zu schreiben und, wie es die Stände auf dem RT 1570 empfohlen haben, die Restitution der Hft. zu fordern.

    « ŠNr. 60  Prinz Henri I. von Bourbon-Condé »

    Truppenwerbungen im Reich; diplomatische Unterstützung für die französischen Protestanten. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 2.11.1575; den kfl. Räten und ksl. Kommissaren von den Gesandten des Prinzen von Condé mündlich vorgetragen und schriftlich übergeben1), unterzeichnet von La Galaizière und François de Bouchard2, Gesandte des Prinzen von Condé3: Vor drei Jahren ist im Namen des französischen Kg. in Paris ein Massaker an den französischen Protestanten verübt worden, bei dem zahlreiche berühmte Anführer und viele unschuldige Menschen getötet wurden4. Die Protestanten werden seither vom französischen Kg. unterdrückt. Der Prinz von Condé und der Hg. von Alençon5, suchen daher Unterstützung bei der Wiederherstellung des Friedens in Frankreich. Bitte um die Genehmigung für Truppenwerbungen im Reich und um diplomatische Unterstützung des Ks. für die Friedensbemühungen der französischen Protestanten.

    Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 3.11.15756; Übergabe einer schriftlichen Antwort an die Gesandten La Galaizière und Bouchard im Namen der Kff. 7 : ŠBedauern über die Situation der Protestanten in Frankreich. Positive Antwort auf ihre Bitten nicht möglich, da vom französischen Kg. keine entsprechenden Gesuche vorliegen. Rat an die protestantischen Führer, einen Friedensschluss anzustreben.

    « Nr. 61 Regina von Ehenheim »

    Erbschaftsstreit mit Hans Joachim von Parsberg. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen am 30.10.15751), unterzeichnet von Regina von Ehenheim, geborene von Seckendorff zu Egloffstein, Witwe2: Nach dem Tod ihres Neffen Ottheinrich von Parsberg (Sohn ihrer Schwester Magdalena von Parsberg, geborene von Seckendorff) hat sie als nächste Verwandte dessen Eigengüter geerbt, welche ihr von Pfgf. Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg übergeben wurden. Hans Joachim von Parsberg, Pfleger zu Riedenburg, beansprucht als Erbe des Lehnsbesitzes Ottheinichs das ganze Gut Parsberg als Teil des Reichslehens und hat einen ksl. Befehl an Pfgf. Philipp Ludwig erwirkt, dass Regina von Ehenheim ihre ererbten Güter wieder weggenommen und an ihn übertragen werden sollen. Da sie der Ansicht ist, dass nur ein geringer Teil des Guts Lehen ist, was auch auf dem Landtag in Neuburg an der Donau festgestellt wurde, bittet sie die Kff., sich beim Ks. für eine ksl. Kommission zur Klärung der Eigentumsverhältnisse oder für einen Sequester einzusetzen.

    Beratung und Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15753. Dekret vom 30.10.15754: Bitte an den Ks. um Einsetzung einer Kommission.

    « Nr. 62 Stände des Fränkischen, Bayerischen und Schwäbischen Kreises »

    Maßnahmen gegen Münzverschlechterung. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (datiert Regensburg, 5.10.1575; verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.15751), unterzeichnet von den namentlich nicht genannten Vertretern der korrespondierenden Reichskreise Franken, Bayern Šund Schwaben2: Die drei oberdeutschen Kreise sind am 1.10.1575 in Regensburg zum Probationstag3 zusammengekommen und haben zahlreiche Missstände festgestellt: Fast überall im Reich werden vielfach Halbbatzen geprägt, die nicht der Münzordnung entsprechen4; zu nennen sind die von ihnen kontrollierten Münzen der Bff. von Straßburg, Speyer und Worms und aus der Wetterau. Außerdem werden übermäßige Mengen von Halbbatzen geprägt, die nur in kleineren Beträgen und für den alltäglichen Bedarf vorgesehen sind. Die drei Kreise haben deshalb bis auf Weiteres das Prägen von Halbbatzen verboten und empfehlen, dieses Verbot auch in anderen Kreisen einzuführen. Ks. und Kff. sollten außerdem dem Reichsfiskalprokurator befehlen, die Beschlüsse des Frankfurter DT [1571]5 umzusetzen und gegen die münzberechtigten Stände vorzugehen, deren Halbbatzen bei den Probationstagen beanstandet wurden. Bitte an die Kff., sich beim Ks. für die Vollstreckung der bei Münzverstößen vorgesehenen Strafen einzusetzen. Der Münzmeister in Königstein, der viele Münzen geprägt hat, die der Norm nicht entsprechen, soll für seine Vergehen bestraft werden6. Auf dem letzten Markt in Linz konnte angeblich nur mit kleinen Münzen bezahlt werden; bei der Messe in Frankfurt wurden wegen fehlender Münzaufsicht Goldgulden und Reichsguldiner über, Taler aber unter ihrem Nominalwert gehandelt. Bitte an die Kff., gemeinsam mit dem Ks. gegen diese Missstände vorzugehen, die vor allem von den Messestädten Linz, Frankfurt und Straßburg ausgehen.

    Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15757. Dekret vom 30.10.15758: Weiterleitung der Supplikation an den Ks. Auch im Kurrheinischen Kreis gibt es Verstöße gegen die Münzbeschlüsse des Reichs; es werden zu viele Pfennige und Halbbatzen geprägt, und die großen Münzen werden umgeschmolzen. Bitte an den Ks., die von den drei Kreisen empfohlenen Maßnahmen zu ergreifen, die in der RMO und den RAbb bei Münzverstößen vorgesehen sind.

    « ŠNr. 63   Gf. Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg »

    Restitution der von Hg. Karl III. von Lothringen besetzten Hft. Bitsch und anderer Güter. An Kf. Daniel von Mainz.

    Supplikation an Kf. Daniel von Mainz (präs. Regensburg, 14.10.; verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.15751), unterzeichnet von Gf. Philipp zu Hanau, Herr zu Lichtenberg d. Ä., für seine unmündigen Enkel; mit einer Beilage2: Im Jahr 1572 hat Hg. Karl III. von Lothringen die Hft. Bitsch, das Amt Lemberg und andere Güter mit Gewalt an sich gebracht und damit Philipps minderjährigen Enkeln das ihnen zustehende Erbe entrissen3. Entgegen seiner Hoffnung wurde dieser offenkundige Landfriedensbruch nicht geahndet, und der Oberrheinische KT in Worms [1573] hat seinen Enkeln nicht zu ihrem Recht verholfen4. Die vom Ks. zur gütlichen Einigung eingesetzten Kommissare Bf. Johann IV. von Straßburg und Mgf. Karl. II. von Baden-Durlach haben nichts erreicht. Die Enkel Philipps haben daher den Hg. von Lothringen beim RKG verklagt und die Restitution ihrer ererbten Hftt. und Güter gefordert, doch ist bislang noch keine Entscheidung gefallen. Daher die Bitte Philipps an Kf. Daniel, sich im Interesse des Reichs und zur Abwendung von Gefahren für die Einhaltung der Reichsgesetze und für die Restitution der von lothringischen Truppen besetzten Güter sowie für entsprechende Entschädigungszahlungen einzusetzen.

    Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15755. Dekret vom 30.11.15756: Bitte an den Ks., erneut eine ksl. Kommission einzusetzen und den Streit durch einen gütlichen Vergleich beilegen zu lassen. Falls die Einigung scheitern sollte, Bitte um Beschleunigung des Verfahrens am RKG. Supplikation des Gf. als Beilage.

    « ŠNr. 64   Gf. Wolfgang II. von Hohenlohe »

    Erlaubnis von Repressalien wegen ausstehender Bezahlung des von der spanischen Krone konfiszierten Heiratsguts seiner Ehefrau. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 18.10.; verlesen am 29.10.15751), unterzeichnet von Gf. Wolfgang von Hohenlohe, Herr zu Langenburg2: Vor einigen Jahren hat er sich auf Wunsch seines Vaters mit Gfn. Magdalena von Nassau-Dillenburg verheiratet, die bei ihrem Bruder, Prinz Wilhelm I. von [Nassau" ]Oranien, erzogen wurde. Aufgrund bestehender Verträge zwischen diesem und ihrem Vater, Wilhelm von Nassau-Dillenburg, sollte Prinz Wilhelm I. die Mitgift seiner beiden Schwestern Juliana und Magdalena in Höhe von jeweils 8000 fl. auszahlen. Da die Güter, die Prinz Wilhelm I. zugunsten von Magdalena verpfändet hatte, von der spanischen Krone konfisziert wurden3, ist das Heiratsgut seiner Ehefrau bislang nicht ausgezahlt worden. Obwohl er sich stets aus dem Konflikt herausgehalten und nie gegen den spanischen Kg. gewandt hat, ist ihm und seiner Frau durch die Konfiskation großer Schaden entstanden. Die Fürschreiben, mit denen sich der Ks. und einige Kff. und Ff. bei den Statthaltern der Niederlande für die Bezahlung des Heiratsguts eingesetzt haben, blieben ohne Erfolg. Die auf ksl. Anordnung angefertigten Transsumpte der Urkunden, die die Rechtmäßigkeit seiner Ansprüche beweisen, wurden dem Hg. von Alba übersandt, von diesem jedoch nicht akzeptiert. Stattdessen wurde er an das kgl. Gericht in Brüssel verwiesen, wo er die Originalurkunden vorlegen soll. Dies wäre ein langwieriges und kostspieliges Verfahren. Der Vorschlag des Gf., die Originale in Dillenburg von einem spanischen Beamten kopieren zu lassen, wurde vom derzeitigen Statthalter abgelehnt. Da er sich nicht an das Gericht in Brüssel wenden möchte, bittet er die Kff. um Unterstützung bei der Durchsetzung seiner Forderungen, insbesondere um ihre Erlaubnis für die Androhung von Repressalien.

    Beratung und Beschluss im KR am 29.10.15754. Dekret vom 30.10.15755: Bitte an den Ks., sich beim spanischen Generalstatthalter der Niederlande oder nötigenfalls beim spanischen Kg. für die Bezahlung der dem Gf. zustehenden Summe von 8000 fl. zuzüglich angemessener Zinsen einzusetzen und gegebenenfalls einen Š Kf. oder F. zum ksl. Kommissar zu ernennen, dem die Originalurkunden vorgelegt werden können.

    « Nr. 65  Gfn. Anna von Horn »

    Restitution der von der spanischen Krone besetzten Hftt. Weert und Wessem. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 21.10.; verlesen am 29.10.15751), unterzeichnet von Gfn. Anna, geborene von Egmond, Witwe des Gf. Johann von Horn; mit sechs Beilagen betreffend ihre Supplikation von 1570 und die dazugehörigen Dekrete2: Auf dem RT in Speyer 15703 hat sie Ks. und Reichsständen ihre Klage gegen den Hg. von Alba vorgebracht, der die Hftt. Weert und Wessem konfisziert hat, obwohl diese dem Reich unterworfen sind und der Jurisdiktion des RKG unterstehen und obwohl die Gfn. Reichssteuern entrichtet hat4. Die darauf zu ihren Gunsten erfolgten ksl. Mandate und Dekrete wurden weder vom Hg. von Alba noch von seinem Nachfolger beachtet. Bitte an die Kff., der Gfn. zu ihren Rechten zu verhelfen und sich für die Durchsetzung ihrer Ansprüche gemäß der Exekutionsordnung einzusetzen.

    Beratung und Beschluss im KR am 29.10.15755. Dekret vom 30.10.15756: Da seit dem RT von Speyer 1570 die geforderte Restitution der Hftt. Weert und Wessem an die Gfn. von Horn nicht erfolgt ist, erneute Bitte an den Ks., sich beim derzeitigen spanischen Statthalter der Niederlande oder nötigenfalls dem spanischen Kg. für die Restitutionsansprüche der Gfn. einzusetzen. Supplikation der Gfn. als Beilage.

    « ŠNr. 66  Stadt Lübeck »

    Verstöße Schwedens gegen den Vertrag von Stettin; Restitution lübeckischer Schiffe und Güter. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.1575)1: Beschwerde gegen Schweden wegen der Nichteinhaltung des Vertrags von Stettin und der Beschlagnahme lübeckischer Schiffe2. Der schwedische Kg. hat zur gütlichen Einigung ein Treffen in Stockholm angesetzt, doch ist dieser Ort der Stadt Lübeck nicht recht. Bitte an die Kff., dafür zu sorgen, dass ein neutraler Ort bestimmt wird, an dem über den Vollzug des Friedens verhandelt werden kann.

    Beratung im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 2.11.15753. Dekret vom 2.11.15754: Bitte an den Ks., beim Kg. von Schweden die Einhaltung der Vereinbarungen mit Lübeck, die Restitution lübeckischer Güter sowie ein Treffen an einem sicheren Ort zu fordern, wo der Konflikt von schwedischen und lübeckischen Gesandten beigelegt werden kann5.

    « Nr. 67 Jakob Massow zu Woblanse in Pommern »

    Rückzahlung eines Darlehens für Stefan und Hans Loitz. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (präs. Regensburg, 26.10.; verlesen am 30.10.15751), unterzeichnet von Jakob Massow zu Woblanse für sich und seine Geschwister; mit 4 Belegdokumenten2: Sein verstorbener Vater Rüdiger hat Stefan Loitz d. Ä. und Šdessen Bruder Hans d. J. 3 ein Darlehen in Höhe von 94.000 Talern gewährt. Trotz zahlreicher Mahnungen haben die Loitz und ihre Bürgen die Rückzahlung des seit langem fälligen Darlehens mit allerlei Winkelzügen und in betrügerischer Weise immer wieder hinausgezögert. Sein Vater Rüdiger, der daher selbst Kredite aufnehmen musste, hat ihm, Jakob, und seinen Geschwistern hohe Schulden hinterlassen, zu deren Begleichung er und sein Bruder Rüdiger Hab und Gut der Familie verpfänden mussten. Jakobs Bitte an die polnischen Stände, die Loitz zur Begleichung ihrer Schulden zu veranlassen, sowie seine zahlreichen Mahnungen an Hans Loitz, der ihn mit Verweis auf ausstehende Verbindlichkeiten immer wieder vertröstet hat, sind ohne Erfolg geblieben. Daher seine Bitte an die Kff., sich bei den polnischen Ständen für die Rückzahlung der Hauptsumme und die Bezahlung der seit 1568 aufgelaufenen Zinsen und erlittenen Schäden einzusetzen.

    Beratung und Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am 30.10.15754: Promotoriale wird bewilligt.

    Kff. und Pfgf. Ludwig an die polnischen Stände (Regensburg, 31.10.1575)5: Bitte, sich für die Rückzahlung des Darlehens an Jakob Massow und seine Geschwister einzusetzen.

    « Nr. 68  Gf. Joachim der Ältere von Ortenburg »

    Übergriffe Hg. Albrechts V. von Bayern auf ortenburgische Dienstleute und Besitzungen. Klage wegen Nichtbeachtung der RKG-Mandate und Verletzung des Religionsfriedens. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 28.10.15751), unterzeichnet von Gf. Joachim von Ortenburg; mit 3 Belegdokumenten2: Trotz des 1573 ergangenen RKG-Urteils, in dem die Reichsstandschaft Šdes Gf. bestätigt wurde, haben die Übergriffe Hg. Albrechts V. von Bayern auf die ortenburgischen Besitzungen nicht nachgelassen, sondern zugenommen3. Er hat daher beim RKG geklagt, doch werden die zu seinen Gunsten ergangenen Mandate vom Hg. nach wie vor nicht beachtet. Stattdessen wurden zuletzt am 3.10.1575 Dienstleute und Bürger der ortenburgischen Hft. Mattighofen wegen des reformierten Bekenntnisses von bayerischen Truppen gefangen genommen und verschleppt. Der Hg. verstößt damit gegen die Bestimmungen des Religionsfriedens. Bitte an die Kff., sich für die Einhaltung der Reichskonstitutionen, insbesondere des Land- und Religionsfriedens einzusetzen und den Hg. von Bayern dazu anzuhalten, die RKG-Mandate zu befolgen, damit die gewaltsamen Übergriffe gegen die gfl. Untertanen und Besitzungen ein Ende haben. Der Status des Gf. als Reichsstand ist bestätigt worden, er hat seine damit verbundenen Pflichten stets erfüllt und beruft sich auf seinen Anspruch auf Einhaltung des Land-und Religionsfriedens und auf Schutz vor weiterer Bedrängung.

    Beratung im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 28.10.15754: Hg. Albrecht V. von Bayern soll gehört werden. Der am RKG anhängige Rechtsstreit soll fortgeführt werden. Kommissarische Vermittlung durch den Ks.

    Gegenbericht Hg. Albrechts V. von Bayern an den Ks. (präs. Regensburg, 29.10.1575), unterzeichnet von Hg. Albrecht5: Die gegen ihn vorgebrachten Beschwerden des Gf. von Ortenburg, dessen Reichsstandschaft bestritten wird, sind haltlos. Die Mandate des RKG sind in vielen Punkten zu kritisieren und beruhen auf bloßen Behauptungen des Gf., der Verstöße des Hg. gegen den Land- und Religionsfrieden nicht belegen kann. Vielmehr versucht Gf. Joachim, bayerische Untertanen vom katholischen Glauben abzubringen und verletzt damit den Religionsfrieden und den 1566 vom Kf. von Sachsen zwischen ihnen vermittelten Vertrag. Da die ortenburgischen Diener in der Hft. Mattighofen der Religionshoheit des Hg. von Bayern unterstehen, jedoch die verbindliche katholische Lehre nicht befolgen wollen, wurden sie zu Recht gefangen genommen. Der Gf. von Ortenburg ist für die Hft. Mattighofen und andere Güter, die nicht zur Gft. Ortenburg, sondern unmittelbar zu Bayern gehören, kein Reichsstand, sondern bayerischer Landsasse. Gemäß dem Religionsfrieden nimmt der Hg. von Bayern als Landesherr die Religionshoheit über Mattighofen für sich in Anspruch. Die mutmaßliche Reichsstandschaft des Gf. bezieht sich nur auf die Gft. Ortenburg, in der er residiert, und nicht auf seine Person; in Mattighofen und anderen Lehnsgütern ist er bayerischer Landsasse und hat keine reichsständischen Rechte, also auch kein Reformationsrecht; seine Bediensteten in Šdiesen Gebieten sind für die Verwaltung der Güter zuständig und haben nicht den rechtlichen Status von „familiares“ oder „domestici“. Der Gf. gefährdet mit seinem Verhalten den Land- und Religionsfrieden im Reich. Bitte an den Ks., die Klagen des Gf. abzuweisen, ihn zum Gehorsam gegenüber seinem Landesherrn zu ermahnen und die RKG-Mandate zu kassieren, die gegen die Reichsordnung verstoßen.

    Beratung und Beschluss im KR am Vormittag, Verlesung des Resolutionskonzepts am Nachmittag des 31.10.1575 (Sitzung der kfl. Räte)6. Dekret vom 31.10.15757: Bitte an den Ks., eine Kommission zum gütlichen Vergleich einzurichten und die Restitution der kürzlich eingezogenen Güter des Gf. anzuordnen, allerdings vorbehaltlich der am RKG anhängigen Prozesse.

    « Nr. 69  Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz »

    Bewilligung von Zöllen an Mosel und Rhein zur Finanzierung eines Festungsbaus. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (im KR vom Pfgf. mündlich vorgetragen am 24.10.1; dem KR übergeben am 29.10.2; verlesen im KR am 31.10.15753), unterzeichnet von Pfgf. Georg Johann I. von Pfalz-Veldenz4, mit einem Belegdokument5: Da die Erhebung von Landzöllen in seinem Territorium aufgrund der Straßenverhältnisse nicht einträglich oder nicht möglich ist, bittet er um die Bewilligung eines Moselzolls bei Dusemond und eines Rheinzolls an einem noch zu bestimmenden Ort, über den er mit dem Mgf. von Baden[-Durlach] und den Gff. von Ysenburg in Dreieich in Verhandlungen steht. Seit vielen Jahren richten die Truppendurchzüge große Schäden in seinem nahe der Grenze gelegenen Territorium an und verursachen hohe Kosten. Als Schutzmaßnahme ist eine Festung notwendig, für deren Bau er sich hoch Šverschuldet hat6. Der Pfgf. hat deswegen seit 1566 vergeblich auf vielen RVV um die Bewilligung von Zollprivilegien ersucht7. Bitte an die Kff., die Erhebung eines Mosel- und eines Rheinzolls sowie die Erhöhung der Landzölle zu genehmigen.

    Beratung und Beschluss im KR am 31.10.15758. Dekret vom 31.10.15759: Die Kff. und Pfgf. Ludwig verweisen auf die Beschlüsse beim RT in Speyer 1570 und lehnen die Zollgesuche des Pfgf. Georg Johann I., des Bf. von Lübeck, der Hgg. von Holstein, der Mgff. von Baden und des F. von Anhalt ab, da die Belastungen für die Untertanen bereits sehr hoch sind und Handelshemmnisse und Preissteigerungen zu befürchten sind.

    Am 2.11.157510 weiterer Beschluss im KR 11: Über die Landzölle des Pfgf. sollen so bald wie möglich Erkundigungen eingeholt werden, damit die Kff. erneut über die von ihm gewünschten Zollerhöhungen beraten können. Auf dem kommenden RT kann der Pfgf. seine Supplikation erneut vorbringen.

    « Nr. 70 Reichsstädte »

    Abstellung der durch den Krieg in den Niederlanden verursachten Handelshemmnisse. An die Kff.

    Supplikation an die Kff. (verlesen im KR [Sitzung der kfl. Räte] am Nachmittag des 29.10.15751), präs. vom Rat der Stadt Regensburg2, unterzeichnet von den am 24.8.1575 auf dem Esslinger Städtetag versammelten reichsstädtischen Gesandten3: Der bereits durch den Krieg in Frankreich eingeschränkte Handel wird nun Šauch durch den Krieg in den Niederlanden sehr stark behindert, was zu Einkommenseinbußen in den Städten und auf dem Land geführt hat. Nach Scheitern der Vermittlungsbemühungen des Gf. von Schwarzburg4 hat sich die Lage erneut verschlimmert, da der spanische Statthalter den Handel in Holland und Seeland verboten hat und dadurch der Warenverkehr mit dem Ostseeraum unterbrochen ist. In den Rheinlanden kommt es deshalb bereits zu Versorgungsengpässen. Durch die Handelshemmnisse ist das ganze Land vom Niedergang bedroht, denn es werden die Zolleinnahmen und andere Einkünfte abnehmen und die Nahrungsmittel knapper werden; auch ist Bevölkerungsrückgang zu befürchten. Bitte an die Kff., sich mit dieser bedrohlichen Situation für das Reich zu befassen. Falls die Befriedung des Konflikts in den Niederlanden nicht zu erreichen sein sollte, mögen sie sich wenigstens dafür einsetzen, dass den Untertanen des Reichs der freie Zugang zu Rhein und Ostsee wieder ermöglicht wird.

    Mit Ausnahme der Verlesung ist keine Beratung zur Supplikation protokolliert.

    « Nr. 71  Kf. Jakob III. von Trier »

    Zahlreiche Übergriffe der luxemburgischen Regierung. An den Ks.

    Supplikation an den Ks. (datiert Regensburg, 28.10.1575; dem KR in Kopie übergeben am 29.10., mit der Bitte an die Mitkff., sich beim Kg. von Spanien für das Anliegen Triers einzusetzen1), unterzeichnet von Kf. Jakob von Trier2: Die Regierung von Luxemburg versucht seit vielen Jahren, im Grenzgebiet gelegene Ämter und Dörfer zum Schaden des Erzstifts Trier an sich zu bringen3. Wegen solcher Grenzstreitigkeiten, die unter anderem die Hft. Bruch betreffen, wurde 1548 von seinem Vorgänger [= Johann V. von Isenburg] ein für Trier nachteiliger Vertrag mit Ks. Karl V. geschlossen, doch werden die dort festgelegten Grenzen und Hoheitsrechte von der Regierung in Luxemburg nicht beachtet: Sie unterstützt die Bürger der Stadt Trier in ihrer Rebellion gegen den Ebf., obwohl dieser aus dem Schutzvertrag, der [1302] zwischen der Stadt und dem Gf. Heinrich von Luxemburg [= Ks. Heinrich VII.] geschlossen wurde4, ausdrücklich ausgenommen ist. – Wegen seiner Beteiligung am niederländischen Aufstand wurden die Güter des Trierer Lehnsträgers von Malberg von der Luxemburger Regierung konfisziert, doch wurden dabei auch Schloss und Hft. Malberg eingezogen, die zum Eigentum des Erzstifts gehören. – Mit Unterstützung der Luxemburger hat Gf. Joachim von ŠManderscheid sich die Oberherrschaft des an der Mosel in der Nähe der Grenze gelegenen Dorfs Trittenheim angemaßt und behauptet, es gehöre zu seiner Hft. Neuerburg, die luxemburgisches Lehen ist; ein ähnlicher Vorfall hat sich in Remich ereignet. – Im Jahr 1574 hat sich ein weiterer schwerwiegender Zwischenfall ereignet5: Gf. Weirich von Kriechingen hat Ansprüche auf die Hft. Daun erhoben und behauptet, sie stünde unter luxemburgischer Obrigkeit. Er ist deswegen vom Trierer Ebf. beim RKG verklagt worden. Als die ksl. Kommissare im Juni des vergangenen Jahres nach Daun gekommen sind, um die Zeugen zu hören, wollten ihnen die luxemburgischen Vertreter nicht gehorchen. Der Kurtrierer Rat Dr. Johann Grass hat der von ihnen beanspruchten Oberhoheit des spanischen Kg. über die Hft. Daun widersprochen, und die beiden luxemburgischen Beamten sind in Cochem in Gewahrsam genommen worden. Daraufhin hat die luxemburgische Regierung im Juli 1574 das Schloss Sommerau, das dem Trierer Hofmeister [Heinrich von der Fels] und dem Trierer Dompropst [Johann von Schönenberg] gemeinschaftlich gehört, überfallen und plündern lassen. Der Ebf. hat sich darüber beim Statthalter der Niederlande beklagt, der die Regierung in Luxemburg aufgefordert hat, die geraubten Güter zu restituieren und 4000 fl. Entschädigung zu zahlen. – Dem Erzstift und damit auch dem Reich ist durch diese Übergriffe großer Schaden entstanden. Bitte an den Ks., gemeinsam mit den Kff. die Beschwerden Triers dem spanischen Kg. vorzubringen und ihn darum zu bitten, die Entscheidung über die zwischen Kurtrier und Luxemburg umstrittenen Ansprüche dem Ks. zu überlassen.

    Beratung im KR am 29.10.15756; Beschluss im KR (Sitzung der kfl. Räte) am Nachmittag des 31.10.1575, das Konzept des bewilligten kfl. Promotorialschreibens den Wünschen Triers entsprechend anzupassen7.

    Kff. und Pfgf. Ludwig an Kg. Philipp II. von Spanien (Regensburg, 31.10.1575)8: Bitte an den Kg., die Entscheidung über die vom Ebf. von Trier vorgebrachten Angelegenheiten dem Ks. zu überlassen. Supplikation des Kf. von Trier als Beilage.