Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    2.14. Reichsstadt Konstanz »

    «Nr. 99 Beschlüsse des Konstanzer Rates »

    Beratungen über Anliegen der Stadt zum Vortrag an Kg. Maximilian.

    Konstanz, 26./27. April, 4./6.-7. Mai, 5./8./19./21. Juni 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Bd. 25, fol. 225–227, 229’-230, 231’.

    /225/ [26.4.] Kleiner Rat: Was Costenz wonen, dz ir kgl. Mt. die ließ durch ir erpliche land zollfry etc. Deßglich, dz er bi den van Nürenberg ainer stat Costenz burger in ir stat zollfry furen liessen uß und in, deßglich welt ain stat sy hie auch halten. Und dz der Kg. ain stat Costenz ließ castvogt sin uber Peterßhusen.1
    ŠItem der munz halb ain fryhait, was man vor ton hab und noch tun mög.2
    /225’/ [27.4.] Kleiner Rat: Da der Kg. bi den van Nurnberg vermacht, dz man ainer stat Costenz burger zolfry gen Nürenberg uß- und infaren, oder doch etlich jar. Deßglich in ir kgl. Mt. erblanden ouch.
    /226/ [6.5.] Kleiner Rat: Kgl. Mt. wyl des ersehen mit der landvogty Schwaben oder aber durch zinß widerlegung aller deryenen, so daruß gut haben; im Thurgau deßglich fur dz landgericht auch.
    Ain rait wolle achten, unfruchtbar sin und auch nit achten kgl. Mt. mainung sin, die guter zu lassen, dz es wurd auch ab 1ctusend fl. lofen und auch die guter verderben; aber fur den zirk, der biß an die Thur gangen ist, welle ain stat ain zirk nennen.
    /226’/ Peterßhusen, dz ain stat kastvogt sy. Der munz halb, und dz man fl. munzen dorft.
    Auf dz anbringen, so Dr. Haiden vor aim rait ton hait, wyl ain rait nicht achten, dz solichs fruchtbar oder kgl. Mt. mainung sig, dann es wurd ein witlofiger handel und sich ob den hunderttausend fl. loufen, so das angeschlagen wurd, dz ain stat Costenz oder ire burger das haben. Aber dz möcht ein rait kgl. Mt. fir gut anzaigen, sover ir kgl. Mt. disen nachbenempten gezierk ainer stat zuwegen bringen mocht, namlich von Munsterlingen unz [= bis] zum hochen Alber und da dannen von dem wald hin unz an den Agerstenbach und hinab unz in den Rin, und von Munsterling uberse an dz Aichhorn, da dannen unz gen Stad und gen Egg und da dannen unz gen Wolmatingen und von Wolmatingen herab an die stainebrug und unz in den Rin. Und Šzu solichem zirk ainer stat die XVI-tusend fl. fur dz landgericht gab und darnach järlich dz schirmgelt lut des vertragsa3.
    /227/ [7.5.] Kleiner Rat: Man sol es werben bi kgl. Mt., das der munz gesetzt werd uf die alten fryhaiten, so verbrunen syen, und dabi goldmunz auch. So man mit dem gezierk in red kompt, sol man der kastvogty halb handeln. Altburgermaister [Bartholomäus Blarer], burgermaister [Jörg von Hof], vogt [Sigmund] Flaur, Claus in Stainhus, [Konrad] Schwartz, [Stephan] Rinspeck.
    /229’/ [5.6.] Burgermaister [von Hof], altburgermaister [Blarer], Flaur, Schwartz send zum Kg.
    /230/ [8.6.] Kleiner Rat: Wie dem apt [Martin von Petershausen] nit gehalten wär lut der vurschriben. Illa [die], dz er die V jar nit verwilliget. Item so het er die Aidgnossen angeruft.4 Item so het er comissary von bapst zuwegen bracht. Item hat ain rait dz uß guter meinung angesehen, achte auch ain rait kgl. Mt. kain mißfallen.
    Man sol H. Niclaussen5 100 fl. schenken, und Flaur und Schwartz mit Claus im Stainhus sol 100 fl. geven [?].
    Uf den tag ist botschaft komen, dz der Kg. [Ferdinand] von Aregon tod sy.
    /231’/ [21.6.] Kleiner Rat: Ulrich von Hopspurg bringt an, wie kgl. Mt. Wolffen van Knoringen gelait geben, doch nit anders dan sovers aim rat gefelt. Illa [die] ain rait git Wolffen van Knoringen auch gelait 1 monat, doch mit dem underschaid, dz er welle Hansen Hoffner oder ander vor rait rechtens sin.6 

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/I214/pages

    Anmerkungen

    1
     Bereits mit Schreiben vom 1.3. hatten Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz Kg. Maximilian über eine Vereinbarung mit dem Kloster Petershausen [bzw. mit dem resignierten Abt Martin Brülin, verbunden mit der Genehmigung des Konstanzer Magistrats zu dessen Rückkehr in das Kloster] informiert und um dessen Zustimmung sowie um Weisung an den kgl. Landvogt in Schwaben [Jakob von Landau] gebeten, in dieser Angelegenheit gegen die Stadt nichts zu unternehmen (Konz., mentags post reminiscere; StdA Konstanz, B II, Bd. 28, fol. 11’). Der oberste kgl. Sekretär, Niklas Ziegler, wurde ersucht, das Schreiben an den Kg. zu übergeben, anderslautenden Darstellungen über den Vorgang von dritter Seite entgegenzutreten und sich beim Kg. um die gewünschte Weisung an Landau einzusetzen (Konz., datum ut supra [= 1.3.]; ebd., fol. 12). Nachdem bereits Bartholomäus Blarer diesem das vitale Interesse der Stadt am Schicksal des Klosters erläutert hatte, wandte sich der Magistrat am 10.3. noch einmal direkt an Landau als Kastenvogt und meldete, daß Bf. Hugo von Konstanz und die – dem Magistrat unbekannten – Prokuratoren des Klosters gegen den Abt prozessieren würden, um ihn wieder aus dem Kloster zu verdrängen. Landau sollte beim Bf. gegen dieses Vorgehen intervenieren (Konz., mittwoch post oculi; ebd., fol. 15’). Gegenüber dem kgl. Regiment zu Innsbruck machte die Stadt am gleichen Tag geltend, daß man die Rückkehr des Abtes in sein Kloster zugelassen habe, um großen Schaden für Konstanz, die Region und das Hl. Reich zu verhüten. Die an den Einzug des Abtes geknüpften Vereinbarungen seien zum Vorteil des Klosters, wenn dies auch von Gegnern der Stadt anders bewertet werde. Diese und insbesondere der Bf. von Konstanz prozessierten gegen den Abt [Martin Brülin], um ihn wieder aus dem Kloster zu vertreiben. Konstanz bat unter Hinweis auf Schwierigkeiten mit dem Kloster Kreuzlingen um eine Weisung an Landau, nichts gegen die Rückkehr des Abtes zu unternehmen, und um eine Aufforderung an Bf. Hugo, von dem Prozeß zurückzutreten und sich nicht in fremde Angelegenheiten einzumischen. Die von Landau angeregte Anhörung von Bf. und Stadt wurde begrüßt (Kop., Verm.: datum ut supra; ebd., fol. 16–16’). Abt Franz von St. Gallen wurde am 11.3. und noch einmal – nach der Eröffnung des Verfahrens – am 18.3. ersucht, die Subdelegation des Propsts von St. Johann [Johann Hug] aufzuheben, dessen sich der Bf. von Konstanz als Richters bediene, um Abt Martin aus dem Kloster zu vertreiben. Die Stadt forderte Abt Franz zudem auf, auch selbst nicht weiter gegen den Abt zu prozessieren, sondern diesen zu unterstützen, um den Rückfall des Klosters in frühere Zustände zu verhindern (jeweils Konz., dornstags post oculi/dornstags post letare; ebd., fol. 17; 17’). Mit Schreiben vom 20.3. bedrängte der Konstanzer Magistrat Kg. Maximilian ein weiteres Mal, die Einmischung des Bf. zu unterbinden und Landau zu befehlen, nichts gegen den Abt zu unternehmen. Die Stadt laufe sonst Gefahr, von zwei ihr feindlichen Klöstern, Kreuzlingen und Petershausen, in die Zange genommen zu werden (Konz., sambstag post letare; ebd., fol. 18’). Der Abt von St. Gallen gab wohl eine günstige Antwort. Jedenfalls bedankten sich Bürgermeister und Rat am 7.4. für sein erzeigtes Wohlwollen und kündigten an, sich dafür erkenntlich zu erzeigen. Sie verwiesen indessen darauf, daß sie die Angelegenheit vor den röm. Kg. gebracht hätten, der sich nach seiner Ankunft in Konstanz um diese und andere Angelegenheiten der Stadt kümmern werde (Konz., mittwoch post pasce; ebd., fol. 21). Vgl. Rublack, Einführung, S. 162, S. 374 Anm. 6.
    2
     Vgl. das Münzprivileg Kg. Maximilians für Konstanz vom 29.6.1507 [Nr. 313].
    3
     Gemeint ist der zwischen Kg. Maximilian und der Stadt Konstanz geschlossene Vorvertrag vom 15.7.1502 (Heuschen, Reformation, S. 37f.; Rublack, Einführung, S. 1f. mit Anm. 10 (S. 197f.); Burkhardt, Konstanz, S. 21; Dobras, Karl V., S. 194). Am 7.12.1506 hatte der kgl. Gesandte Hans von Landau beim versammelten Großen und Kleinen Rat der Stadt angefragt, was geschehen solle, wenn der Kg. die Vertragsbestimmungen bezüglich des Landgerichts und des Bezirks nicht einhalten könne. Er wurde am folgenden Tag daran erinnert, daß auch die Vereinbarungen über den rechtlichen Austrag und die obrigkeitlichen Befugnisse über die Anwohner des Bodensees noch nicht umgesetzt seien. Falls weder diese Punkte noch die Auslösung des Landgerichts realisiert würden, sollte Kg. Maximilian der Stadt 20 000 fl. bezahlen und wenigstens einen – erheblich kleineren – Hoheitsbezirk einräumen, der das Schwaderloh bis Triboltingen umfassen sollte und im Osten vom Bottighofer Stichbach begrenzt würde (Konstanzer Ratsprotokoll, montag nach Nicolaye/zinstag nach St. Niclaus tag; StdA Konstanz, B I, Bd. 26, fol. 202’, 203. Vgl. Maurer, Konstanz II, S. 260f., 266).
    4
     Kein Hinweis darauf in den Eidgenössischen Abschieden III/2.
    5
     Wahrscheinlich ist der oberste kgl. Sekretär, Niklas Ziegler, gemeint.
    6
     Hafner war durch Beringer von Landenberg, Ulrich von Landenberg und Wolf Dietrich von Knöringen schwer verletzt worden (Rublack, Reformation, S. 183 Anm. 30).

    Anmerkungen

    a
     vertrags] Randverm.: Dz ain stat vil lieber het, dann ir vil daran gelegen.

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    2.14. Reichsstadt Konstanz »

    «Nr. 99 Beschlüsse des Konstanzer Rates »

    Beratungen über Anliegen der Stadt zum Vortrag an Kg. Maximilian.

    Konstanz, 26./27. April, 4./6.-7. Mai, 5./8./19./21. Juni 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Bd. 25, fol. 225–227, 229’-230, 231’.

    /225/ [26.4.] Kleiner Rat: Was Costenz wonen, dz ir kgl. Mt. die ließ durch ir erpliche land zollfry etc. Deßglich, dz er bi den van Nürenberg ainer stat Costenz burger in ir stat zollfry furen liessen uß und in, deßglich welt ain stat sy hie auch halten. Und dz der Kg. ain stat Costenz ließ castvogt sin uber Peterßhusen.1
    ŠItem der munz halb ain fryhait, was man vor ton hab und noch tun mög.2
    /225’/ [27.4.] Kleiner Rat: Da der Kg. bi den van Nurnberg vermacht, dz man ainer stat Costenz burger zolfry gen Nürenberg uß- und infaren, oder doch etlich jar. Deßglich in ir kgl. Mt. erblanden ouch.
    /226/ [6.5.] Kleiner Rat: Kgl. Mt. wyl des ersehen mit der landvogty Schwaben oder aber durch zinß widerlegung aller deryenen, so daruß gut haben; im Thurgau deßglich fur dz landgericht auch.
    Ain rait wolle achten, unfruchtbar sin und auch nit achten kgl. Mt. mainung sin, die guter zu lassen, dz es wurd auch ab 1ctusend fl. lofen und auch die guter verderben; aber fur den zirk, der biß an die Thur gangen ist, welle ain stat ain zirk nennen.
    /226’/ Peterßhusen, dz ain stat kastvogt sy. Der munz halb, und dz man fl. munzen dorft.
    Auf dz anbringen, so Dr. Haiden vor aim rait ton hait, wyl ain rait nicht achten, dz solichs fruchtbar oder kgl. Mt. mainung sig, dann es wurd ein witlofiger handel und sich ob den hunderttausend fl. loufen, so das angeschlagen wurd, dz ain stat Costenz oder ire burger das haben. Aber dz möcht ein rait kgl. Mt. fir gut anzaigen, sover ir kgl. Mt. disen nachbenempten gezierk ainer stat zuwegen bringen mocht, namlich von Munsterlingen unz [= bis] zum hochen Alber und da dannen von dem wald hin unz an den Agerstenbach und hinab unz in den Rin, und von Munsterling uberse an dz Aichhorn, da dannen unz gen Stad und gen Egg und da dannen unz gen Wolmatingen und von Wolmatingen herab an die stainebrug und unz in den Rin. Und Šzu solichem zirk ainer stat die XVI-tusend fl. fur dz landgericht gab und darnach järlich dz schirmgelt lut des vertragsa3.
    /227/ [7.5.] Kleiner Rat: Man sol es werben bi kgl. Mt., das der munz gesetzt werd uf die alten fryhaiten, so verbrunen syen, und dabi goldmunz auch. So man mit dem gezierk in red kompt, sol man der kastvogty halb handeln. Altburgermaister [Bartholomäus Blarer], burgermaister [Jörg von Hof], vogt [Sigmund] Flaur, Claus in Stainhus, [Konrad] Schwartz, [Stephan] Rinspeck.
    /229’/ [5.6.] Burgermaister [von Hof], altburgermaister [Blarer], Flaur, Schwartz send zum Kg.
    /230/ [8.6.] Kleiner Rat: Wie dem apt [Martin von Petershausen] nit gehalten wär lut der vurschriben. Illa [die], dz er die V jar nit verwilliget. Item so het er die Aidgnossen angeruft.4 Item so het er comissary von bapst zuwegen bracht. Item hat ain rait dz uß guter meinung angesehen, achte auch ain rait kgl. Mt. kain mißfallen.
    Man sol H. Niclaussen5 100 fl. schenken, und Flaur und Schwartz mit Claus im Stainhus sol 100 fl. geven [?].
    Uf den tag ist botschaft komen, dz der Kg. [Ferdinand] von Aregon tod sy.
    /231’/ [21.6.] Kleiner Rat: Ulrich von Hopspurg bringt an, wie kgl. Mt. Wolffen van Knoringen gelait geben, doch nit anders dan sovers aim rat gefelt. Illa [die] ain rait git Wolffen van Knoringen auch gelait 1 monat, doch mit dem underschaid, dz er welle Hansen Hoffner oder ander vor rait rechtens sin.6