Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «3. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages »

    «Nr. 105 Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz »

    Er ist im Begriff, sämtliche Reichsstände zum 21. Dezember (St. Thomas des hl. zwelfpoten tag) nach Konstanz zu laden und daselbs mit inen in der cristenhait und Hl. Reichs merklichen obligen und sachen zu handeln und einen gemeinen Reichs tag zu halten. Sie sollen dafür sorgen, daß jedem eintreffenden Teilnehmer eine Herberge und alles Notwendige zur Verfügung gestellt wird.

    Pettau, 6. September 1506.
    Konstanz, StdA, PU 5036 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).
    Regest: Marmor, Urkunden-Auszüge, S. 153.

    «Nr. 106 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian »

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens über die geplante Abhaltung eines RT in Konstanz. Sie erkennen daran die kgl. Gnade gegenüber ihrer Stadt. Magistrat und Gemeinde treffen Vorbereitungen, um alle Besucher des RT angemessen empfangen und mit allem Notwendigen versehen zu können. Um zu gewährleisten, daß unser jetz empfangne frod nit mit laid oder lerer hoffnung werd geendet, bitten sie ihn, mit der abstellung der rysenden sachen, die diesem Unterfangen im Weg stehen, fortzufahren, soweit ihm dies möglich ist und tunlich erscheint. Bitten ihn um seinen Schutz für sie als seinen Untertanen.1

    Konstanz, 26. September 1506.
    Konstanz, StdA, B II, Bd. 27, fol. 238 (Kop.).

    «Nr. 107 Bürgermeister und Rat der Stadt Freiburg/Br. an Niklas Ziegler (obersten kgl. Sekretär) und Jakob Villinger (kgl. Buchhalter) »

    Ihnen ist dieser Tage ein Schreiben Hgin. Margarethes von Savoyen1 zugegangen, wonach der röm. Kg. die Absicht hatte, den libfall unsers gnst. [Herrn], des Kg. zu Castilien, hochloblicher gedächtnus, hie zu begen und ander tagleistung halten zu laussen.2 Bitten Šdeshalb sie beide als gute Freiburger, sich beim Kg. dafür einzusetzen, daß er solh libfall und taghaltung in seiner Stadt begehe. Falls eingewandt wird, daß in Freiburg eine Seuche wüte, sollen sie im Namen der Stadt versichern, daß dies nicht zutreffe und die Verpflegung der Gäste in guter Qualität und zu einem guten Preis gewährleistet sei.

    Freiburg/Br., 8. Dezember 1506 (unser lb. Frowen tag conceptionis).
    Freiburg, StdA, B 5 XI (Missiven), Nr. 8,1, fol. 122–122’ (Kop.).

    «Nr. 108 Beschlüsse des Konstanzer Domkapitels im Zusammenhang mit dem RT »

    /57–57’/ [10.2.1507] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Gf. Heinrich von Montfort, Johann Konrad von Bodman (Kantor), Roland Göldlin, Dr. Matthäus von Bubenhofen, Peter von Hertenstein, Hieronymus Schenk von Limpurg. – Moritz Hurus, Othmar Hugs und der Konstanzer Stadtschreiber1, die vom Rat mit der Beschaffung von Quartieren für den röm. Kg., die Reichsfürsten und andere Teilnehmer des RT beauftragt waren, informierten das Domkapitel über ihre Bitte an den Domdekan, sich dafür einzusetzen, daß auch die Häuser von Priestern für Herbergen und Stallungen zur Verfügung gestellt würden. Der Domdekan habe ihnen geantwortet, ihre Bitte dem Domkapitel vortragen zu wollen. Da sie bereits mit der Organisierung von Quartieren begonnen hätten, hätten sie auch die Häuser von Priestern einbezogen, obwohl noch kein Bescheid vorgelegen habe. Dies sei jedoch nicht aus Mißachtung dem Kapitel gegenüber geschehen. Da inzwischen etliche Teilnehmer am RT um Beschaffung von Unterkünften gebeten hätten, müßten weitere Besichtigungen durchgeführt werden. Sie bäten deshalb im Namen des Rates um die Einwilligung des Domkapitels dazu und um Zuordnung eines Bevollmächtigen für die Bereitstellung von Herbergen und Stallungen in den Priesterhäusern. Etliche Fürsten, so der Bf. von Augsburg, wünschten die Unterbringung in einem Domherrenhof.
    Das Domkapitel bewilligte die Abstellung des Pflegers Markus [Bärtelin] für die Besichtigung von Häusern der Priester, mit der Bitte, sy wellen daran sin, dz den priestern zimlich, geschickt personen zugeordnet werden zu beherbergen, dz sy in irem wesen nit geirrt werden etc. Aber der tumherrnhöf halb wussen sy selbs, dz die tumherrn vil fruntschaft haben, die villicht bij inen herberg haben werden, sich nichtdestminder kgl. Mt., wa sich begebe, in gehorsame erzaigen und gepurlich halten.
    Die Verordneten der Stadt nahmen diese Antwort zur Berichterstattung an den Rat an.
    /59/ [22.2.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Johann Zwick (Kustos), Gf. Heinrich von Montfort, Johann von Randegg, Roland Göldlin, Peter von Hertenstein, Gf. Johann von Lupfen, Wolfgang von Hewen, Dr. Matthäus von Bubenhofen und Hieronymus Schenk von Limpurg. – Auf Antrag des Dekans wurde darüber beraten, wie die röm. Kgin. empfangen und seitens des Kapitels beschenkt werden soll. Durch ŠMehrheit wurde beschlossen, die Kgin. wie in Augsburg nicht mit einer Prozession zu empfangen. Ebensowenig besteht die Notwendigkeit, ihr ein Kleinod zu schenken, dann zu besorgen, solhs in kainer achtung werden etc. Außerdem müßte man dann den Hg. von Württemberg und andere Fürsten mit erheblichen Kosten in ähnlicher Weise bedenken. Darüber soll allerdings noch einmal beraten werden.
    [25.2.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Johann von Randegg, Johann Zwick (Kustos), Gf. Heinrich von Montfort, Johann Konrad von Bodman (Kantor), Lukas Conrater, Dr. Matthäus von Bubenhofen und Georg Vergenhans. – Aufgrund einer Mitteilung des Hofmeisters der röm. Kgin. [Niklas von Firmian] und eines Schreibens Clemens Reichlins wurde die Kgin. beim Tor an der Hofhalde, wo sie aus dem Wagen stieg, cum processione, reliquiis et clero civitatis praeter religiosos empfangen und unter einem Himmel in das Münster vor den Hochaltar geleitet. Dort wurde ein „Tedeum“ mit Orgel und Chor gesungen und durch eine Antiphon mit einer Kollekte beschlossen. Am Morgen schenkte das Domkapitel der Kgin. Wein und Hafer.
    [8.3.] Bedienstete der röm. Kgin. baten, das goldene Tuch, unter dem diese empfangen wurde, und die Säcke, in denen die Geschenke übergeben wurden, auszulösen und den Torhüter zu bezahlen. Der Dekan wurde beauftragt, mit dem Hofmeister der Kgin. darüber zu verhandeln.
    [26.3.] Die röm. Kgin. bat, ihr Reliquien der Heiligen Konrad, Pelagius und Gebhard zu überlassen. Es wurde beschlossen, diesem Wunsch zu willfahren und die Kgin. durch Dr. Macharius [Leopardi] um ein Gegengeschenk zu bitten.
    /64/ [9.4.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Johann von Randegg, Johann Zwick (Kustos), Gf. Heinrich von Montfort, Johann Konrad von Bodman (Kantor), Lukas Conrater, Dr. Matthäus von Bubenhofen, Peter von Hertenstein, Gf. Johann von Lupfen, Wolfgang von Hewen, Hieronymus Schenk von Limpurg und Georg Vergenhans. – Aufgrund einer vom Dekan übermittelten Bitte des kgl. Furiers wurde beschlossen, daß Markus [Bärtelin] gemeinsam mit dem Furier alle Domherrenhöfe besichtigen soll. Jeder Domherr soll sich dann selbst mit dem Furier wegen der Einquartierung einigen.
    [9.6.] Haring Sinnama (Dr. Frieß) erhielt gegen eine Kaution den Schlüssel für die Bibliothek. Laut Johann von Randegg wünschte der Leiter der kgl. Kantorei [Georg von Slatkonia], einige beim Astrolabium in der Bibliothek liegende Bücher des Regiomontanus zu lesen. Dies wurde ihm gegen Hinterlegung eines Pfandes gewährt.2 
    /68’/ [11.6.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Gf. Heinrich von Montfort, Johann von Randegg, Lukas Conrater, Peter von Hertenstein, Gf. Johann von Lupfen, Wolfgang von Hewen, Dr. Matthäus von Bubenhofen, Hieronymus Schenk von Limpurg und Georg Vergenhans; abwesend: Johann Konrad von Bodman und Roland Göldlin. – Der Dekan und Bodman wurden wegen der Exequien für den Kg. von Kastilien zu den kgl. ŠRäten geschickt und erhielten die Mitteilung, daß dominus episcopus Const[antiensis] dz erst ampt defunctorum werd uf des lutpriesters altar haben und caplani domini regis das ander ampt de S. virgine. Und dieselben caplän werden das opfer halb nemen und dz ander halbtail werd des stifts personen beliben, nach gepur ze tailen.

    Konstanz, 10./22./25. Februar, 9. April, 11. Juni 1507.
    Karlsruhe, GLA, 61/7237, fol. 57–68’ passim.
    Regest: Krebs, Protokolle des Konstanzer Domkapitels IV, Nrr. 2914, 2928f., 2949, 2972, 2981, 3026f., 3031.

    «Nr. 109 Gf. Wilhelm von Henneberg-Schleusingen an Mgf. Friedrich von Brandenburg–Ansbach »

    Teilt mit, daß der röm. Kg. ihn für den 7. März (sonntag oculi) zum RT geladen hat. Aufgrund triftiger Gründe beabsichtigt er, daran teilzunehmen, falls er mit einem Fürsten nach Konstanz reiten kann. Bittet deshalb um schriftliche Mitteilung, ob und ggf. wann er zum RT aufbrechen will. Er würde dann auf ihn warten, um ihn nach Konstanz zu begleiten.1 

    Schleusingen, 11. Februar 1507 (am donerstage nach Dorothee).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 1701, unfol (Konz.).

    «Nr. 110 Beschlüsse des Konstanzer Rates im Zusammenhang mit dem RT1 »

    /213/ [25.2.1507] Der Kgin.2 schenkt man: ain drinkschier, hait 4 mark, 6½ lot, 67 gr[an], darin 100 fl.; haber, 2 wagen mit haber; 1 wagen mit win, wissen und roten, uns geschier; visch, 21 seck. Ist 8 malter win 1 fuder ungevarlich. Zu der schenk burgermaister3, vogt4, altburgermaister5, obervogt6, zunftmeister Flaur, Heinrich von Ulm.7
    /220’/ [17.3.] Beschluß des Kleinen Rates: Man sol der Kgin. ir folk inlassen, sunst niemand.
    /223/ [14.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Die stalmiet sol sin, wellicher nit futer git, 8 d., wellicher aber futer git, 7 d.
    Š/223’/ [17.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Man sol an den rindermarkt faren mit dem holz und heu. – Die vechtmaister sollen kain offen schulen halten.
    /224’/ [24.4.] Beschluß des Kleinen Rates, dz ain yeder wasser in die hußer trag. Illa [die], man wyl die grundlen usserhalb dem bier erlaben, was gefangen wirt, hie zu verkofen.
    [26.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Dem Kg. sol man schenken 2 fuder win und 27 seck haber, 20 gangvisch8. Illa, soln den Kg. enpfahen burgermaister [von Hof], vogt [Flar], altburgermaister [Blarer], Labhart, Flaur, Hainrich von Ulm.
    /225/ [27.4.] Der röm. Kg. traf an diesem Tag in Konstanz ein.9
    /225’/ [29.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Altburgermaister [Blarer] und [Sigmund] Flaur sind zum richstag verordnet.10
    Am 3. Mai (hl. cruz tag) ritt der Kg. wieder aus Konstanz weg.
    /225’/ [4.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Man sol sich mit guldinen, die mit dem gran instond, in kaufen und verkofen zalen lon; deßglich sollen, die also instend, auch mit aim zinß bezalen lon und fur 15 ß genomen werden.
    /50/ [4.5.] Beschluß, auf den Märkten die Verfügung anzuschlagen, daß ain jeder, der ain koufmanschaft gibt ains guldins wert und daruber, der soll sich mit gold lassen bezalen, und wölher gulden mit ainem gran instat, der soll gut werschaft sein.
    /226/ [6.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Der munzmaister sol fl. ufwechsel[n], die ring sind, und die zerschniden.
    /227/ [8.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Weliche futer gend, sond 7 d. stalmuet nemen. Item van wagenrossen 8 d. Item die, so kain futer gend und allain heu und stro, sollen 8 d. nemena. Item welicher nit legt und allain stellt, sol 8 d. nemen.
    /227’/ Es soll auch kainer die 2 tag kain visch in schiffen, sonder am markt verkoufen, es sig dann under tagen. Es sol auch kain vischer dem andern kain visch abkoufen, sond gangenvisch 8 kr.
    /228’/ [27.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Es sol kain vischer kaim frömbden verkoufen, deßglich an der brugk nit verkoufen.
    Des Knöringers sun hant dz gelait brochen und des Kg. knaben ainen geschlagen.
    /229/ Am Abend des 31. Mai (montag nacht [vor corporis Christi]) kehrte der röm. Kg. aus Überlingen zurück.
    /55’/ [2.6.] Mit den metzgern ist verlassen, das sy hinfur die guten, großen hammel geben sollen umb 7 h. Item das geliber und kopf von großen kelbern sollen sy geben Šumb 9 d. Item was guter, faißter kalblen, die bis uber die 8 fl. wert sind, mogen sy umb 7 h. geben, wann die schetzer mogen gedenken, des wert sin. Item wie die schetzer das flaisch schetzend, also sollen sy es geben zu der metze und kains ins hus tragen, noch si trucken machen oder salzen, es syg dann, das ers in der metze nit mog verkoufen. Item kain metzger soll ganz kain flaisch im hus, sunder allain in der metzge, und wan es geschout ist, verkoufen. Es soll auch kain metzger sin flaisch lebendig verkoufen, sonder mezgen und an die schou geben und offentlich in der metzg und nit im hus verkoufen. Doch mag ain metzger dem andern wol lebendigs verkoufen. Und sollen sunst ir alte ordnung in allen dingen halten.
    /229’/ [5.6.] Beschluß des Kleinen Rates: Man wyl die guten hamel laussen dz pfund vur 7 h. geben. Item deßglich van den guten kelber dz ingewaid und kepf vur 9 d. Item und weliche kalbel 8 fl. oder darob wert ist und die schätzer die gut schätzen. Item es sol auch ain yder dz flaisch, wie es im geschätz wirt, den luten, so sy dz haben wend, verkoufen, und nit durer. Und sol auch kainer kain flaisch im huß verkofen, sonder in der metz, und sols nit salzen, er konds dann nit verkoufen. /230/ Item es sol auch kain metzger nichtz lebendigs verkoufen. Es mag aber ain metzger dem andern wol abkofen. Item es sol auch kainer kain flaisch verkofen, es sig dann geschout.11 

    Konstanz, 25. Februar-5. Juni 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Bd. 25, fol. 213, 220’, 223–223’, 224’-225, 226, 227–227’, 228’-230; Bd. 27, fol. 50, 55’.

    «Nr. 111 Ebf. Ernst von Magdeburg an den Rat der Stadt Frankfurt »

    Er ist wegen verschiedener Angelegenheiten aus seinem Ebm. abgereist und wird voraussichtlich am Abend des 28. Februar (nehsten sontag) in Frankfurt eintreffen. Bittet für sich und sein Gefolge um Geleit.1 

    Steina, 26. Februar 1507.
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 5–5’ (Or. m. S.).

    «ŠNr. 112 Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt »

    Der röm. Kg. hat durch ein offenes Ausschreiben [Nr. 5] neben Kff., Ff. und anderen Reichsständen die Stadt Aachen – wie zweifellos auch Frankfurt – als Glied des Reiches zum 7. März (sontag oculi) nach Konstanz geladen. Sie beabsichtigten ursprünglich, eine Gesandtschaft zu dem Tag abzuordnen. Doch sammeln sich in der Umgebung der Stadt ständig Kriegsknechte, die den Geldernern oder anderen Feinden des Reiches zulaufen. Nach ihren Informationen sammelt sich in Frankreich ein großes Heer zur Unterstützung der Gelderner. Dies veranlaßt sie zur Sorge. Sie können deshalb niemanden für den Konstanzer Tag entbehren. Bitten, das Fernbleiben Aachens vom RT durch ihre Gesandten gegenüber Kg. und Reichsständen zu entschuldigen und ihnen auf ihre Kosten ein Exemplar des Reichsabschieds zu schicken.1 

    Aachen, 26. Februar 1507 (vrijdagen nae dem sondag invocavit).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 4–4’ (Or.).

    «Nr. 113 Rat der Stadt Wetzlar an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt »

    Der röm. Kg. hat Wetzlar für den 7. März (sonntaig oculi) zum RT nach Konstanz eingeladen. Doch ist der Tagungsort ferre und ungelegen. Bitten deshalb um Weisung an die Frankfurter Gesandten, das Fernbleiben Wetzlars zu entschuldigen und ihnen eine Abschrift des Reichsabschieds zuzusenden.1

    Wetzlar, 26. Februar 1507 (fritag noch dem sontag invocavit).
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 191, fol. 2–2’ (Or.).

    «Nr. 114 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an den Rat der Stadt Frankfurt »

    Antworten auf ihre Anfrage1, daß ihnen keine Mitteilung von einer Verschiebung des RT gemacht wurde. Ihrer Kenntnis nach wird der RT stattfinden. Der Bf. von Augsburg und Šder Hg. von Württemberg haben bereits Herbergen bestellt. Die röm. Kgin. hält sich seit dem 25. Februar (dornstag vor reminiscere) in Konstanz auf.

    Konstanz, 6. März 1507 (sambstags vor oculi).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 8–8’ (Or.) = Textvorlage A. Konstanz, StdA, B II, Bd. 28, fol. 14’ (Kop.) = B.
    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 901, S. 700.

    «Nr. 115 Abschied der Schwäbischen Bundesstädte »

    [1.] Nach erfolgter Rechnungslegung wurde der Ulmer Altbürgermeister Dr. Matthäus Neithart zum Hauptmann der Bundesstädte gewählt. Zu Bundesräten wurden ernannt: Ulrich Artzt (Bürgermeister zu Augsburg), Jörg Holzschuher (Bürgermeister zu Nürnberg), Hans Ungelter d. J. (Bürgermeister zu Esslingen), Ulrich Strauß (Bürgermeister zu Nördlingen), Adam Besserer (Bürgermeister zu Überlingen), Hans Stöbenhaber (Bürgermeister zu Memmingen)1 und Rudolf Nagel (Stadtmeister zu Schwäbisch Hall). Damit Gott dem Bund umso mehr Gnade und Glück schenkt, wurde beschlossen, daß in jeder Stadt Messen abgehalten werden sollen.
    [2.] Mit Hinblick auf den zum 7. März (oculi) ausgeschriebenen RT wurde ausführlich beraten2 und dessen Wichtigkeit für die Städte festgestellt. Deshalb wurde beschlossen, durch vier Gesandte am RT teilzunehmen. Diese haben Befehl, in keine Geldhilfe einzuwilligen. Falls die übrigen Reichsstände eine Truppenhilfe bewilligen wollen, sind die Gesandten zu Verhandlungen darüber bevollmächtigt. Sie haben dabei darauf zu achten, daß die Bundesstädte so niedrig wie möglich veranschlagt werden und es beim alten Herkommen bleibt. Falls die Gesandten etwas als für die Bundesstädte inakzeptabel erachten und die Annahme des Beschlusses auf Hintersichbringen möglich ist, sollen sie die Städte für weitere Beratungen darüber zusammenberufen. Falls dafür keine Zeit ist, sollen sie erklären, daß die Städte nicht einwilligen könnten und erwarteten, nicht über ihr Vermögen und das alte Herkommen belastet zu werden. Die Gesandten sind gehalten, so zu agieren und zu argumentieren, wie dies zum Besten der Bundesstädte dient, und sich auch mit den Gesandten anderer Frei- und Reichsstädte zu beraten. Um unnötige Ausgaben zu vermeiden, sollen die Gesandten noch nicht zum RT aufbrechen. Vorläufig soll sich Überlingen regelmäßig über den Stand der Dinge in Konstanz informieren und dem Städtehauptmann darüber berichten. Sobald ein weiteres Ausbleiben der Gesandten nicht Šmehr vertretbar erscheint, sollen sie sich zum RT verfügen. Falls sich die RT-Verhandlungen in die Länge ziehen, können einige der Gesandten zur Kostenersparnis bereits früher abreisen, insofern dies ohne Nachteile für die Städte möglich ist. Zu RT-Gesandten der Schwäbischen Bundesstädte wurden gewählt: Dr. Matthäus Neithart (Hauptmann), Ulrich Artzt (Bürgermeister zu Augsburg), Jörg Holzschuher (Bürgermeister zu Nürnberg) und Adam Besserer (Bürgermeister zu Überlingen).
    [3.] Der Memminger Bürgermeister Hans Stöbenhaber erhält den Auftrag, sich zum 14. März (sonntag letare) nach Innsbruck zu verfügen und dort neben anderen Emissären des Bundes den Gff. von Werdenberg gegen Jakob von Landau (kgl. Landvogt in Schwaben) vor dem Tiroler Regiment beizustehen.3 

    Ulm, 6. März 1507 (sampstags vor dem sontag oculi).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 156, unfol. (Kop., Exemplar der Stadt Heilbronn) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.) = B.Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten A 119, Nr. 2, fol. 109–110’ (Kop.) = C. HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 42, unfol. (Kop.).
    Regest (unvollständig): Klüpfel, Urkunden II, S. 1.

    «Nr. 116 Kg. Maximilian an Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach »

    Bestätigt den Empfang seiner Bitte, ihm die persönliche Teilnahme am Konstanzer RT zu erlassen.1 Will uns das nit moglichen sein, angesehen das des Hl. Reichs und deutscher nacion ere und wolfart genzlich an diesem tag gelegen ist. Er kann jedoch akzeptieren und hat auch bereits angeordnet, daß sein Sohn Mgf. Kasimir zur Eröffnung des RT nach Konstanz reist. Diesem soll er einige für die RT-Verhandlungen bevollmächtigte Räte zur Seite stellen. Für den Abschluß des RT ist seine persönliche Anwesenheit jedoch unentbehrlich. Er hat auch die auf dem Kölner RT bewilligte Reichshilfe noch nicht geleistet.2 Befiehlt ihm deshalb, ein entsprechendes Kontingent auszurüsten, um auf weitere Aufforderung durch ihn binnen drei Tagen gerüstet nach Konstanz aufbrechen und seinen Sohn ablösen zu können. Denn er, Kg. Maximilian, will von dort aus seinen Romzug antreten.

    Hagenau, 7. März 1507; präs. Plassenburg, 23. März.
    ŠMeiningen, StA, GHA I, Nr. 1701, unfol. (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein).

    «Nr. 117 Instruktion Kg. Maximilians für seine Räte Gf. Ulrich von Montfort, Christoph Schenk von Limpurg (kgl. Vogt zu Nellenburg und Hauptmann des Schwäbischen Bundes), Niklas von Firmian (kgl. Vogt zu Ortenburg und Hofmeister der röm. Kgin.), Wilhelm Marschall von Pappenheim, Dr. Ludwig Vergenhans (Propst zu Stuttgart), Dr. Peter Jakobi (Propst zu Backnang) und Dr. Hans Schad als Gesandte zu den Reichsständen in Konstanz  »

    [1.] Die Gesandten sollen alle auf dem RT eintreffenden Kff., Ff. und andere Stände sowie die ständischen Gesandtschaften empfangen und ihnen mitteilen, daß sie bleiben sollten, bis noch mehr Teilnehmer einträfen. Er wolle seinen Gesandten im Sinne effektiverer und rascherer Verhandlungen unverzüglich eine Instruktion schicken, was sie auf dem RT erledigen sollten.
    [2.] Die Gesandten sollen in Erfahrung bringen, ob reichsständische Emissäre beauftragt sind, die Ankunft der Teilnehmer zu beobachten und darüber nach Hause zu berichten. Diese Emissäre sollen sie veranlassen, ihre Herren persönlich oder durch Schreiben zum baldigen Erscheinen auf dem RT aufzufordern. Kein Reichsstand solle auf den anderen warten, damit die für das Hl. Reich wichtigen Verhandlungen um so rascher vonstatten gehen könnten.
    [3.] Die Gesandten sollen mit Hinblick auf weitere Weisungen an sie über alle Geschehnisse, insbesondere über das Eintreffen der Teilnehmer, ständig Bericht erstatten.1 

    Hagenau, 10. März 1507.2 
    Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/19, fol. 64–65 (Konz. mit ex.-Verm., Registraturverm. G[abriel Kramer]).

    «Nr. 118 Kg. Maximilian an Hg. Johann II. von Kleve »

    Er erläßt ihm wegen des Geldernkrieges und aus anderen Gründen die persönliche Teilnahme am Konstanzer RT. Doch soll er unverzüglich seine bevollmächtigten Gesandten dorthin abfertigen. Er wird ihn rechtzeitig über seine weiteren Pläne informieren.
    PS. Er soll die Abordnung seiner Gesandten auf keinen Fall verzögern, da ihm viel an diesem RT gelegen ist. Er wird sich auch jetzt persönlich dorthin begeben.

    ŠHagenau, 10. März 1507; präs. Kleve, 7. April.
    Düsseldorf, HStA, Kleve-Mark, Akten 3144, fol. 22–22’ (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 119 Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg an Bürgermeister und Räte der Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen »

    Bestätigen den Eingang ihrer Anfrage wegen des RT [Nr. 102, Anm. 1]. Sie wurden ebenfalls dorthin eingeladen. Sie beabsichtigen, Gesandte dorthin abzuordnen, wenn der RT von Kff., Ff. und anderen Reichsständen besucht wird. Sie haben indessen noch keine Kenntnis davon, daß von den Ff. oder vornehmen Ständen bereits jemand in Konstanz wäre. Nach ihren Informationen war der Kg. am 28. Februar (suntag reminiscere) in Straßburg1 und hält sich vielleicht noch in der Gegend auf. Der Kg. soll wiederholt bekundet haben, daß er den RT in Konstanz persönlich besuchen wird und nicht als letzter kommen will. Ob dies geschieht und wann der Tag eröffnet wird, wissen sie aber nicht. Falls der Tag jedoch beginnt und sie eine Gesandtschaft dorthin abordnen, soll diese wunschgemäß Befehl erhalten, ihre Gesandten auf deren Bitte in ihren Angelegenheiten zu unterstützen

    Nürnberg, 11. März 1507 (quinta post oculi).
    Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510 (alt R.S. 33 – 3658), unfol. (Kop.) = Textvorlage A.Nürnberg, StA, Nürnberger Briefbücher 58, fol. 190–190’ (Kop.) = B.

    «Nr. 120 Mgf. Albrecht IV. von Brandenburg an Kg. Maximilian »

    Bestätigt für den Vortag [17.3.] den Empfang zweier kgl. Schreiben aus Innsbruck vom 21. und 22. Januar [Nr. 8 mit Anm. 3]. Er hat die Briefe in Abwesenheit seines Bruders [Kf. Joachim I.] geöffnet und gelesen. Dieser hat, da er durch wichtige Angelegenheiten am persönlichen Besuch des RT gehindert wird, zu Beginn der Fastenzeit seinen Rat Ritter Eitelwolf vom Stein zum RT abgeordnet und bevollmächtigt, gemeinsam mit den anderen Kff., Ff. und Ständen des Reiches zu beraten und zu beschließen. Er wird seinem Bruder die kgl. Schreiben nach dessen Rückkehr vortragen.

    s.l., 18. März 1507 (donrstag nach Gertruden).
    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Fasz. 2 M, fol. 6 (Konz.).

    «Nr. 121 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Räte der Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen »

    Informieren sie auf ihre Anfrage [Nr. 102] über Mitteilungen der Stadt Konstanz [Nr. 114]. Sie wissen nicht, wann der RT eröffnet wird, zumal sich nach ihrer Kenntnis derzeit Šnoch keine Reichsstände in Konstanz aufhalten. Die Frankfurter RT-Gesandten erhalten Weisung, ihren Vertretern beizustehen – agemeinsam mit den Emissären anderer Städte, die sie sicherlich auch in ihrer Angelegenheit angeschrieben haben-a.1 

    Frankfurt, 18. März 1507 (dornstags nach letare).
    Nordhausen, StdA, I. Abt., Nr. X 29a, unfol. (Kop.) = Textvorlage A. Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 10 (Konz.) = B. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510 [alt R.S. 34/3667], unfol. (Kop).

    «Nr. 122 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Niklas Ziegler (oberster kgl. Sekretär) »

    Da die Stände zum Teil bereits zum RT anreisen, machten sie den Reichsmarschall Wilhelm von Pappenheim darauf aufmerksam, daß niemand in Konstanz ist, der sich um die Herbergen kümmert, damit ain jeder nach seinem stat gelegt und dannocht kgl. Mt. ir furgenommene quartier behalten wurd. Pappenheim bat daraufhin darum, ihm einen Boten für die Zustellung seines Schreibens an den röm. Kg. wegen dieser und anderer Angelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Dieser Bitte sind sie nachgekommen. Ersuchen ihn, sich ebenfalls beim Kg. dafür einzusetzen, daß jemand zu ihnen geschickt wird, der jetlichen nach rechter ordnung und wie sich gezimpt, unterbringt. Bitten ihn außerdem, sich beim röm. Kg. im Sinne ihres Schreibens an diesen1 einzusetzen.

    Konstanz, 19. März 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Bd. 28, fol. 18 (Konz.).

    «Nr. 123 Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim an Kg. Maximilian »

    [1.] Er ist am 18. März (dornstag nächst vor judica) in Konstanz eingetroffen und hat am nächsten Morgen [19.3.] von Niklas von Firmian, dem Hofmeister der röm. Kgin., und anschließend vom Rat der Stadt Konstanz laut beiliegendem Verzeichnis1 erfahren, welche ständischen Emissäre bereits in Konstanz anwesend sind und Herbergen bestellt haben. Es ist aber sonst noch niemand da.
    [2.] Der Rat der Stadt beschwert sich darüber, daß niemand die Zuweisung der Herbergen übernommen habe; man wisse auch nicht, wie sie jeden Teilnehmer am RT standesgemäß unterbringen und zugleich die Interessen des Kg. wahren sollten, der ihrer Kenntnis nach für sein Hofgesinde etliche Quartiere in der Stadt belegt habe. Der Rat Šder Stadt bat ihn deshalb um seine Hilfe, um nicht den Undank des Kg. oder der Stände gewärtigen zu müssen.
    Bittet, dem Hofmeister und ihm diesbezügliche Weisungen zur Mitteilung an die Stadt Konstanz zu geben.
    [3.] Er hatte die Absicht, einen Boten zu den Fürsten von Sachsen nach Coburg zu schicken und diese aufzufordern, sich so rasch wie möglich zum RT zu verfügen. Doch wollte er zuerst seine, des Kg., Meinung diesbezüglich in Erfahrung zu bringen. Er hat keinen Zweifel, daß sich diese Fürsten einer Aufforderung durch den Kg. gehorsam erzeigen werden.

    [Konstanz], 20. März 1507 (sambstag vor judica).2
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 2–2’ (Kop. mit Verm. Hd. J.J. Müller).

    «Nr. 124 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an die Stadt Überlingen »

    Sie batena, informiert zu werden, sobald die RT-Teilnehmer anzureisen beginnen.1 Teilen ihnen mit, daß der Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim sowie die Gesandten des Ebf. von Mainz und Mgf. Friedrichs von Brandenburg bereits ihre Quartiere bezogen haben. Für den Ebf. mit einem Gefolge von 100 Pferden wurden Herbergen reserviert. Pappenheim teilte dem Kg. aufgrund ihrer Angaben schriftlich mit, welche Stände bereits Herbergen bestellt haben [Nr. 123]. Sie haben diesem auch die von ihnenb benannten Überlinger Gesandten gemeldet.

    Konstanz, 20. März 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Bd. 28, fol. 19’ (Konz.).

    «Nr. 125 Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach an Gf. Wilhelm von Henneberg-Schleusingen »

    Erinnert an seine vorige Antwort auf die Anfrage des Gf. [Nr. 109 mit Anm. 1] wegen einer gemeinsamen Reise nach Konstanz. Er hat heute ein Schreiben des Kg. [Nr. 116] erhalten, das er ihm in Abschrift zusendet.
    Falls er immer noch gewillt ist, am Romzug teilzunehmen, wird er gerne mit ihm gemeinsam ziehen. Er hat sich bereits mit dem Bf. von Bamberg über einen gemeinsamen Verband verständigt und diesen gebeten, sich deshalb auch an den Bf. von Würzburg zu wenden. Und nachdem wier alle Franken sint, das wier unß vereinigten, ein farb miteinander zu furen1, ouch aufeinander seen, het[ten] wier alle ein starken zeug und mochten ein gut geschrey erlangen. Bittet um Antwort.

    ŠPlassenburg, 23. März 1507 (dinstdag nach dem sondag judica).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 1701, unfol. (Or. m. S.).

    «Nr. 126 Vollmacht Hg. Heinrichs V. von Mecklenburg für Hg. Albrecht VII. von Mecklenburg zur Teilnahme am RT »

    Er kann wegen des Todes Hg. Balthasars und aus anderen schwerwiegenden Gründen nicht persönlich an dem kurz nach Ostern beginnenden Konstanzer RT teilnehmen. Da er jedoch gegenüber dem Kg. nicht als ungehorsam gelten will, bittet er ihn [als seinen jüngeren Bruder], in seinem Namen den RT zu besuchen und, was darselbst durch röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und Hh. vorgenomen, gehandelt und beslossen wirt, darein von unsern wegen auch volkomlich, volstendig bewilligen unde consentirn, wozu er ihn hiermit bevollmächtigt.

    [Groß] Eichsen (Exzen), 24. März 1507.
    Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. 1, unfol. (4 wörtlich übereinstimmende Kopien).

    «Nr. 127 Matthäus Neithart an Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg »

    Bestätigt den Empfang der Abschrift des kgl. RT-Ausschreibens [Nr. 5]. Der Stadt Ulm ging ein entsprechendes Ausschreiben zu. Er hat dies Ulrich Artzt mitgeteilt, der mit ihm und anderen als Gesandter der Schwäbischen Bundesstädte nach Konstanz abgeordnet ist. Er hat auch Adam Besserer (Bürgermeister zu Überlingen) schriftlich um Mitteilung gebeten, sobald der röm. Kg. in Konstanz eintrifft oder in die Nähe der Stadt kommt, damit sich die Deputierten unverzüglich auf den Weg machen können. Artzt hat sie, die Adressaten, sicherlich inzwischen darüber informiert. Seiner Meinung nach muß der größte Teil der zum RT geladenen Stände bei der Anreise Augsburg und Ulm passieren.

    [Ulm], 26. März 1507 (freytags vor palmarum).
    Augsburg, StdA, Lit. 1505–1507, Fasz. [18] Schwäbischer Bund (Jan.-Dez.), unfol. (Or. m. S.).

    «Nr. 128 Weisung Kg. Maximilians an Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Stadt Überlingen u.a.1 »

    Er hat Nachricht erhalten, daß in der Umgebung von Konstanz und auf dem Weg dorthin das Räuberunwesen überhandnimmt und die öffentlichen Straßen infolgedessen unsicher sind. Er ist nicht gewillt, dies zu akzeptieren. Befiehlt ihm/ihnen deshalb, auf den Šunter seiner/ihrer Verwaltung stehenden Straßen Reiterpatrouillen einzusetzen und diesen Mißstand abzustellen. Gestellte Übeltäter sind gefangenzunehmen; es ist, wie sich gebührt, gegen sie zu verfahren.

    Straßburg, 27./28. März 1507.
    27.3.: Karlsruhe, GLA, D 1107a (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein, Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Überlingen) = Textvorlage A.
    28.3.: Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/296, unfol. (Konz. mit Registraturverm. G[abriel Kramer], Adressat: Gf. Zollern) = B.
    Druck: Roth v. Schreckenstein, Geschichte, S. 272.

    «Nr. 129 Bericht Peters von Aufseß (Würzburger Domherr) an Bf. Lorenz von Würzburg »

    [1.] Er ist am Vortag [28.3.] in Konstanz angekommen. In Anbetracht der Mitteilung Gf. [Eitelfriedrichs von] Zollern, daß noch nicht verhandelt werde, hat er sich nicht beeilt. Sowie Friedrich Schenk [von Limpurg] und er eingetroffen waren, wurden sie für heute zur bfl. Pfalz in den Rat beschieden. Dort traten im Namen des Kg. dessen Räte Gf. Ulrich von Montfort, Christoph Schenk von Limpurg und der Hofmeister Niklas von Firmian auf und teilten den Versammelten – für Kurmainz: Dr. Küchenmeister; für Kurtrier der Offizial zu Koblenz1; für [Kur-]Sachsen: Eukarius von Rosenau; für Bamberg: Friedrich Schenk [von Limpurg]; für Würzburg: er selbst; für Mgf. Friedrich von Brandenburg: der Abt von Auhausen [Georg Truchseß von Wetzhausen] und der mgfl. Kanzler [Theobald von Heimkofen, genannt] Rennwarth, der sich jedoch jetzt in Einsiedeln aufhält; für Württemberg: [Georg] Vergenhans (Propst von Göppingen) – folgendes mit: Der Kg. habe ihnen, seinen Vertretern, einen an die Versammlung gerichteten Kredenzbrief und eine Instruktion [Nr. 117] für einen Vortrag an sie zugeschickt. Er danke für ihr Erscheinen als Vertreter ihrer Herren und fordere sie auf, nicht mehr abzureisen, sondern in Konstanz zu bleiben. Der Kg. erwarte, daß in Kürze ihre Herren und andere Kff., Ff. und Stände des Reiches persönlich einträfen. Auch sei er entschlossen, selbst so rasch wie möglich anzureisen. Bis dahin sei aus der Instruktion zu ersehen, was zu tun sei. Die Gesandten, die Befehl hätten, in Erfahrung zu bringen, wann der RT eröffnet und der Kg. kommen werde, sollten an ihre Herren schreiben und sie ermahnen, sich durch nichts von der Reise zum RT abhalten zu lassen und auch nicht auf andere Stände zu warten.
    [2.] Sie antworteten nach einer kurzen Unterredung, daß sie von ihren Herrschaften nach Konstanz abgefertigt worden seien, um dem Kg. Gehorsam zu erzeigen. Sie wollten also dem kgl. Wunsch willfahren und entsprechend nach Hause schreiben. Also sind wir desmals als des ersten zusamenkomens eines Reichs tags voneinander geschiden. 
    [3.] Dr. Eitelwolf vom Stein ist als Vertreter Kurbrandenburgs hier, hält sich aber derzeit auch in Einsiedeln auf. Die röm. Kgin. befindet sich in Konstanz, und sonst nyemands frembds. Angeblich wird die Kgin. nach Ostern wieder abreisen. Es heißt, daß der Kg. danach kommen werde.
    Š[4.] Er geht nicht davon aus, daß ihm, dem Bf., seit seiner Abreise ein Schreiben mit der Aufforderung zugegangen sei, persönlich zum RT zu kommen, es sei denn Wilhelm von Bibra hätte inzwischen ein solches überbracht. Er ist der Meinung, dieser von den kgl. Räten vorgetragene Wunsch entspreche dem üblichen Verfahren und habe nichts weiter zu bedeuten. Ein Fernbleiben des Bf. wäre sicherlich zu rechtfertigen. Sobald er dazu weiteres erfährt, wird er dies mitteilen.

    Konstanz, 29. März 1507 (montag nach dem hl. palmtag).
    Würzburg, StA, WRTA 4, fol. 30–31’ (Or., Verm.: In seiner Gn. hand.).

    «Nr. 130 Lgf. Wilhelm II. von Hessen an Hg. Heinrich d. Ä. von Braunschweig-Wolfenbüttel »

    Teilt auf dessen Anfrage mit, daß er seine Räte am 5. April (montag nach dem hl. ostertag) von Kassel aus nach Konstanz abfertigen wird. Die voraussichtliche Reiseroute führt über Worms und Speyer, durch die Mgft. Baden und über den Schwarzwald nach Überlingen.

    Kassel, 29. März 1507 (montags nach palmarum). 
    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 142, Fasz. 28, unfol. (Kop.).

    «Nr. 131 Weisung Kg. Maximilians an das Regiment und die Raitkammer zu Innsbruck »

    Er beabsichtigt, auf dem RT in Konstanz eine Seelenmesse für seinen verstorbenen Sohn Kg. Philipp abhalten zu lassen. Befiehlt ihnen, ihm für 400 fl. schwarzes Loferer Tuch von Innsbruck nach Konstanz zu schicken. Sie sollen außerdem für diesen Anlaß den kgl. Hofmaler Jörg Kölderer beauftragen, Schilde mit den Wappen der von Kg. Philipp regierten Länder zu malen, und diese ebenfalls nach Konstanz schicken.1
    [PS] Und das darunder sein vier gar costlich grosse wappen, dreyssig mittelmessig zü den altarn und die andern gemaine wappen zü den kerzen. Sie sollen dies auf keinen Fall unterlassen; wir wellen euch auch solichs in den stat unsers regiments zu Insprugk schreyben und passirn.2

    ŠStraßburg, 29. März 1507.
    Innsbruck, TLA, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 111–111’ (Kop. mit Nachweis über Gegenz. J. Villinger).
    Regest: Schönherr, Urkunden, S. XXVIII, Nr. 829.

    «Nr. 132 Weisung Kg. Maximilians an Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim (kgl. Rat) »

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens aus Konstanz [Nr. 123]. Teilt auf seine Anfrage mit, daß er den kgl. Türhüter Sebastian Strasser und den kgl. Furier Reinprecht mit Anweisungen für die Beschaffung und Aufteilung der Herbergen nach Konstanz abgefertigt hat. Befiehlt ihm, diesen auf ihre Bitte hin behilflich zu sein. Befiehlt ihm weiter, den Boten zu Kf. [Friedrich] und zu Hg. [Johann] von Sachsen abzufertigen und ihnen, wie in seinem Bericht mitgeteilt, zu schreiben.

    Straßburg, 30. März 1507; präs. Konstanz, 6. April. 
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 4–4’ (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 133 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [Verhandlungen Toplers über Privilegien für Nürnberg; Nr. 97, Anm. 1. Verhandlungen über die Restitution Kf. Philipps von der Pfalz; Nr. 56]. Man druckt jetzt neue Ausschreiben, die überall in das Reich ausgehen werden. Der Termin wird verlängert. Der Kg. hat gestern den Kammermeister [Balthasar Wolf von Wolfsthal] und Ernst von Welden mit Instruktion an die Hgg. von Sachsen, den Lgf. von Hessen und die anderen in der Region beheimateten Ff. entsandt, um sie zum Erscheinen auf dem RT aufzufordern.1 Er erwartet, daß die Gesandten nicht vor dem 3. Juni (corporis Christi) zurück sein werden. Deshalb bezweifelt er, daß der Konstanzer RT vor dem 25. Juli (Jacobi) beginnen kann. Der Kg. versichert, daß er persönlich zum RT kommen werde und deshalb auch auf die Reise in die Niederlande verzichte. Er kann ihnen dennoch keine zuverlässigen Nachrichten senden, da sich unsere anschleg täglich ändern. Der Kg. hat sich sehr verändert, er ist viel allein und läßt die Leute nicht mehr zu sich. Er wird verdrießlich, und am Hof wird wenig ausgerichtet. [Streit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich um das niederbayerische Erbe; Nr. 78].

    Straßburg, 31. März 1507 (mittichen in der hl. wochen)
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden-Akten 83, Nr. 10, unfol. (eh. Or. m. S.).

    «ŠNr. 134 Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim an Kf. Friedrich III. und Hg. Johann von Sachsen »

    Er hat vor einigen Tagen gemäß beiliegender Kopie an den röm. Kg. geschrieben [Nr. 123], woraufhin ihm der Kg. laut ebenfalls beiliegender Abschrift des heute eingegangenen Schreibens [Nr. 132] geantwortet hat. Dies wollte er mitteilen, mich zu derselben dinsten in aller undertänigkait willig und geflissen als ain guter, alter Sachs zu halten.

    [Konstanz], 6. April 1507 (aftermontag in den osterfeirn)
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 5–5’ (Or.).

    «Nr. 135 Vollmacht Lgf. Wilhelms II. von Hessen für Gesandte zum RT »

    Er kann zu seinem Bedauern der ihm zugegangenen und mit eren und wirden, als sich gezympt, empfangenen kgl. Ladung zum Konstanzer RT wegen seines schlechten Gesundheitszustandes und aus anderen wichtigen Gründen nicht persönlich Folge leisten. Er bevollmächtigt deshalb Sittich d. Ä. von Berlepsch, Erbkämmerer zu Hessen, und Jost von Baumbach1, um in seinem Namen beneben andern Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs ze raten helfen und zu handeln [...] alles, das röm. kgl. Mt., dem Hl. Reich, teutscher nation und gemeiner cristenheit zu eren, aufnemen und nutz dienen und reichen soll und mag, auch zu behalten derselben gerechtigkeyt und freyheyt. Erteilt den beiden Räten hiermit entsprechende Vollmacht.

    Kassel, 6. April 1507 (dinstag [in] der hl. osterwochen). 
    Marburg, StA, K 13, fol. 244’-245 (Kop.).
    Regest: Demandt, Schriftgut III/3, Nr. 1653, S. 89.

    «Nr. 136 Beschlüsse des Bamberger Domkapitels »

    Am 8. April (donerstag in der osterwochen) wurde auf Bitte Bf. Georgs von Bamberg Alexander von Rabenstein Erlaubnis zur Absenz erteilt, um mit dem Bf. zum RT reiten zu können. Rabenstein legte den üblichen Eid ab. Als Statthalter für die Dauer seiner Abwesenheit hat der Bf. am 9. April (freitags in der osterwochen) benannt: den Dekan1, ŠWilhelm Schenk [von Limpurg], Christoph von Thunfeld, Werner von Aufseß, Johann Frh. von Schwarzenberg, Eberhard Fortsch, Erasmus Zollner und Hans Braun.
    Leonhard von Egloffstein erhielt am 5. Mai (mitwochen darnach [= nach inventionis sanctae crucis]) auf ein Schreiben des Bf. [Nr. 139] hin die Erlaubnis zur Absenz, als wer er hie und volbrecht sein residenz, um zum Bf. zu reisen und mit dem röm. Kg. über die neue Belastung für die Bergwerke in Kärnten und über die Angelegenheit Wolf Gotzmanns zu verhandeln wie auch sonst die Angelegenheiten des Stifts zu vertreten. Am 11. Mai (dinstags nach vocem jocunditatis) schwor Egloffstein wegen seiner Absenz auf dem RT zu Konstanz den üblichen Eid.

    Bamberg, 8./9. April, 5. Mai 1507.
    Bamberg, StA, B 86, Nr. 2, fol. 34’-36’ passim (Reinschr.).

    «Nr. 137 Anton Tucher d. Ä. an Kf. Friedrich III. von Sachsen »

    Eine vertrauenswürdige Person teilte ihm in einem am Vortag [11.4.] eingegangenen Schreiben aus Konstanz vom 5. April (montag in den osterfeiern)1 mit, in welcher Weise sich der röm. Kg. gegenüber den Eidgenossen geäußert hat. Eine Abschrift liegt bei.2 Laut dem Schreiben sind der Ebf. von Magdeburg3 und der Hg. von Württemberg am 5. April (ostermontags) in Konstanz eingetroffen. Man warte auf die Ankunft des Kg. Dieser habe sich an diesem Tag unweit von Freiburg aufgehalten und werde innerhalb der nächsten acht Tage in Konstanz erwartet. Dort hätten bereits viele andere Ff. und Hh. Herbergen bestellt. Von anderer Seite hat er erfahren, daß der Bf. von Augsburg in der vergangenen Woche aufgebrochen4 und auf dem Weg nach Konstanz befindlich sei. Hier heißt es, die Bff. von Bamberg und Würzburg würden ebenfalls in Kürze zum Kg. abreisen. Er hofft, daß die Verhandlungen dem Wohl des Hl. Reiches dienen werden.

    [Nürnberg], 12. April 1507 (montag nach quasimodogeniti)
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 17–17’ (Kop.).
    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 84, S. 293.

    «ŠNr. 138 Hg. Albrecht IV. von Bayern an Kg. Maximilian/Kredenzbrief für Gesandte zum RT »

    Er kann der kgl. Einladung, persönlich zum RT nach Konstanz zu kommen, wegen wichtiger, dem Kg. bekannter Angelegenheiten seines Fürstentums nicht nachkommen. Er entsendet deshalb seine Räte Lic. Georg Eisenreich (Dechant zu St. Peter/München und Propst zu St. Peter am Madron) und Johannes von Emershofen (Pfleger zu Aichach) als Gesandte zum RT, die ihn wegen seines Fernbleibens beim Kg. sowie Kff., Ff. und Ständen des Reichs entschuldigen und in seinem Namen an den Verhandlungen des RT teilnehmen werden. Er bittet, diesen Glauben zu schenken und sie an seiner Stelle zum RT zuzulassen.

    s.l., s.d., jedoch wohl Augsburg, 24. April 1507, oder kurz danach.
    München, HStA, KÄA 3136, [nach fol. 230] (Konz.).

    «Nr. 139 Bf. Georg von Bamberg an Domdechant Georg Stiebar und Domkapitel des Hst. Bamberg »

    Er hat ihnen vor seiner Abreise aus Bamberg eröffnet, wie wir aus unsers allergnst. H., des röm. Kg., ernstlichen und hohen gescheften in aigner persone uf yetzigem furgenomen und außgeschrieben irer Mt. reichstage alhie zu Costenz erscheynen mussen und in unsers stifts merklichen notsachen bey irer Mt. zu handeln haben. Er hat zu diesem Zweck um die Erlaubnis zur Mitnahme Dr. Leonhards von Egloffstein ersucht, was sie jedoch abgelehnt haben. Er benötigt Egloffstein jedoch hier in Konstanz für die Angelegenheiten des Hochstifts. Die kgl. Amtleute und Bergrichter in Kärnten beeinträchtigen die bfl. Bergwerksrechte. Zwar hat der bfl. Viztum in Kärnten, Bernhard von Schaumberg, in dieser Angelegenheit mit kgl. Räten verhandelt und war zuversichtlich hinsichtlich eines positiven Ergebnisses. Durch Intrigen von eigennützigen Personen im Umfeld des Kg. wurde jedoch ein Tag vor dem Innsbrucker Regiment anberaumt.1 Da nach seinen Informationen die Innsbrucker Regenten in dieser Angelegenheit auch eigene Interessen vertreten, ist von diesem Tag für das Stift nichts Gutes zu erwarten. Sie werden die Beweisführung über die bfl. Rechte nicht akzeptieren und dem Kg. ein Urteil nach ihrem Gutdünken zusenden. Deshalb muß hier mit dem Kg. verhandelt und diesem die Rechtslage verdeutlicht werden. Ihm wurden beglaubigte Abschriften der bfl. Privilegien nachgeschickt. Da diese teilweise in Latein geschrieben sind, benötigt er einen gelehrten Rat. Fremden, nicht dem Stift angehörigen Personen kann er in dieser Sache nicht vertrauen.
    Weiterhin hat der röm. Kg. wegen des alten Streits von Wolf Gotzmann mit einigen seiner Vorgänger auf dem Bischofsstuhl2 Verhandlungen anberaumt und angekündigt, selbst in Šdieser Angelegenheit tätig werden zu wollen. Egloffstein hat wegen Gotzmann schon früher vor dem Innsbrucker Regiment und anderweitig verhandelt. Und schließlich ist dem Stift viel an seinen Geroldsecker Lehen und Schuttern, wie auch an anderen zu verhandelnden Materien, gelegen. Er kann deshalb Egloffstein nicht entbehren. Bittet sie, diesem Urlaub zu genehmigen und ihn von seiner Residenzpflicht zu dispensieren. Anderen Domherren wurde dies bereits in weniger dringlichen Angelegenheiten gewährt. Diese Sachen sind jedoch wichtig, und wir geschickt leute darzu notturftig sind, der wir dieser zeit nit bey uns und ander mit iren selbst gescheften genug zu tun haben.

    Konstanz, 28. April 1507 (mittwochen nach jubilate).
    Bamberg, StA, B 31b, Nr. 4b, fol. 14–14’ (Or. m. S.).

    «Nr. 140 Weisung Kg. Maximilians an Regiment und Raitkammer zu Innsbruck »

    Befiehlt, ihm unverzüglich die bei ihnen verwahrte Goldene Bulle samt beiliegendem Schriftstück durch den Kammerschreiber Jörg Kirchmüller zuzusenden.1

    Konstanz, 30. April 1507; präs. Innsbruck, 8. Mai.
    Innsbruck, TLA, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 137’ (Kop. mit Nachweis über Gegenz. Serntein).

    «Nr. 141 Ebf. Leonhard von Salzburg an Zyprian von Serntein »

    [1.] Verweist auf sein beiliegendes erneutes Schreiben an Kg. Maximilian1, daz wir aus merklicher eehaft und blodigkait unsers leibs, nachdem uns ain fluss in ain pain gesessen ist, daz wir nit wol geen noch reiten mugen und allain auf ainem wagen, und dannoch in die ferr diser zeit auch nit wol komen mochten; und daz uns auch, als du waist, von Maidburg und andern in der session auf den reichstagen irrung beschicht2, deshalben unserm stift nachtailig, auch uns schimpflich wer, uns an der herberg und ausserhalb versamlung unser herrn und frund, der Kff. und Ff., in solher irrung zu enthalten. Er bittet den Kg. deshalb, sein Fernbleiben vom RT zu entschuldigen.
    Š[2.] Er soll sich dafür einsetzen, daß der Kg. ihn deshalb nicht weiter behelligt, und ggf. auch gegenüber den Ständen die Gründe für sein Fernbleiben darlegen. Er hat Andreas von Trauttmansdorff (Domherr zu Salzburg) als bevollmächtigten Gesandten zum RT abgeordnet. Er soll gegenüber dem Kg. erklären, daß er, der Ebf., sich bislang immer gehorsam erzeigt habe und dies auch künftig so halten werde.

    Salzburg, 30. April 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 125–125’ (Or., ex.-Verm. bei der Adresse).

    «Nr. 142 Weisung Kg. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach »

    Befiehlt ihm bzw. in dessen Abwesenheit seinen Reitern in Hüfingen, sich am 6. Mai (phintztag) um 14.00 Uhr im Dorf Aldingen (Altingen) einzufinden, um von dort gemeinsam mit ihm nach Rottweil zu reiten.1 

    Tuttlingen, 4. Mai 1507. 
    Nürnberg, StA, Fm. Ansbach, Kriegsakten, Nr. 3, fol. 43–43’ (Or., Verm. amdrp., Gegenz. M. Treitzsaurwein).

    «Nr. 143 Werner Holzsattel (ebfl. Kölner Diener) und Johann Heinrich von Schmalkalden (Dechant zu Bonn, ebfl. Kölner Sekretär) an Zyprian von Serntein »

    Antworten auf die Weisung des Kg. und Sernteins an Holzsattel, sich in der bewußten Angelegenheit1 nach Konstanz zu verfügen: Sie bemühen sich darum, in dieser Sache einen gütlichen Bescheid zu erlangen, den sie stündlich erwarten. Sobald dieser erfolgt ist, wird er, Holzsattel, unverzüglich nach Konstanz aufbrechen. Er ist zuversichtlich, in den Pfingstfeiertagen [nach dem 23.5.] abreisen zu können. Bitten ihn, über die Angelegenheit mit dem Kg. zu sprechen.

    Brühl, 10. Mai 1507 (mantag nach dem suntag vocem jocunditatis). 
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/V, fol. 17–17’ (Or., Postverm.: In sin hant.).

    «Nr. 144 Ebf. Hermann von Köln an Gf. Wilhelm von Henneberg-Schleusingen »

    Er hat seine schriftliche Bitte, Johann Heinrich von Schmalkalden (Dechant zu Bonn) mit auf seine Reise zum röm. Kg. nehmen zu dürfen, erhalten, muß ihm jedoch mitteilen, daß Schmalkalden und andere ebfl. Räte bereits beauftragt wurden, in Angelegenheiten von Ebf. und Stift zum Kg. zu ziehen. Die Emissäre werden am kommenden Samstag [29.5.] von Bonn nach Konstanz abreisen. Er hat Schmalkalden jedoch die Weisung erteilt, ihm in seinen Angelegenheiten am kgl. Hof behilflich zu sein.

    Brühl, 24. Mai 1507 (montag nach dem hl. phingstagen). 
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 3555, unfol. (Or.).

    «ŠNr. 145 Kg. Maximilian an Hg. Johann II. von Kleve (entsprechend an Mgf. Christoph I. von Baden) »

    Er hat ihm auf seine Bitte hin die persönliche Teilnahme am RT erlassen, dafür jedoch die Abordnung bevollmächtigter Gesandter gefordert [Nr. 118]. Dies ist bislang unterblieben, was ihm und den hier versammelten Ständen zur Beschwerde gereicht, angesehen, daz a-du nit das wenigist glid des Hl. Reichs bist und-a an den sachen, so auf disen Reichs tag zu handlen sein, uns, dem Hl. Reiche, gemainer cristenheit und deutscher nation merklich und vil gelegen ist. Befiehlt ihm deshalb erneut, seine Gesandten unverzüglich zum RT abzuordnen, um mit ihm und den Reichsständen über die erwähnten Angelegenheiten Beschlüsse zu fassen. Dies ist er dem Kg., dem Hl. Reich, der Christenheit und sich selbst schuldig.

    Konstanz, 29. Mai 1507; präs. Kleve, 15. Juni (ipso die Viti et Modesti).
    Düsseldorf, HStA, Kleve-Mark, Akten 3144, fol. 23–23’ (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/19, fol. 75–75’ (Konz. mit ex.-Verm., Registraturverm. G[abriel Kramer]) = B.

    «Nr. 146 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Kündigt für den kommenden Samstag [5.6.] seine Ankunft in Nördlingen an. Bittet um Unterbringung in dem gewöhnlich vom röm. Kg. genutzten Haus.1 

    Nürnberg, 3. Juni 1507 (dornstag des hl. fronleichnams tag).2 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 130–130’ (Or. m. S.).

    «Nr. 147 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Kg. Maximilian »

    Die schriftliche Aufforderung, sich so rasch wie möglich zu ihm, dem Kg., zu verfügen1, ist ihm am heutigen Montagabend zugegangen. Er will seine Reise beschleunigen, so daß er spätestens am 12. Juni (komenden sambstag) in Konstanz eintreffen wird.

    Giengen, 7. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 4–4’ (Or.).

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/I3/pages

    Anmerkungen

    1
     Das Schreiben wurde dem obersten kgl. Sekretär Niklas Ziegler mit der Bitte um Übergabe an den Kg. zugesandt. Ziegler sollte sich dafür einsetzen, daß die dem geplanten RT im Weg stehenden Hindernisse beseitigt würden (Kop. Konstanz, 26.9.1506; StdA Konstanz, B II, Bd. 27, fol. 237’).
    1
     Das Schreiben Hgin. Margarethes liegt nicht vor. In dessen Beantwortung referierte der Freiburger Magistrat Mitteilungen eines kgl. Boten, wonach der Kg. die Absicht hatte, in Kürze nach Freiburg aufzubrechen, um dort das Hofgesinde einzukleiden und den lybfall unsers gnst. H., des Kg. zu Castilien, hochloblicher gedächtnus etc., begen zu lassen, und dann weiter nach Konstanz zu ziehen. Die Freiburger wiesen darauf hin, daß – anders als wohl im Schreiben Hgin. Margarethes unterstellt – der Kg. bislang keine Herberge in ihrer Stadt bestellt habe und auch keine Furiere eingetroffen seien (Kop., in die concepcionis beatissime virginis [8.12.]1506; StdA Freiburg, B 5 XI (Missiven), Nr. 8,1, fol. 123–123’).
    2
     Kg. Maximilian hatte in einem Schreiben an Guillaume de Croy, Thomas de Plaine und die übrigen burgundischen Statthalter vom 3.11.1506 angekündigt, daß er nach Abschluß der Verhandlungen mit den ober- und niederösterreichischen Landständen von Salzburg nach Freiburg ziehen werde, um dort voraussichtlich am 1.1. die Obsequien für seinen Sohn Philipp zu begehen (frz. Kop. 19. Jh.; HHStA Wien, Belgien PA 1, Konv. 1, fol. 67–69).
    1
     = Jakob Funckeli (Feger, Buch, S. 19f. (Beyerle); Vögeli, Schriften I, S. 44; Buck, Reformationsprozesse, S. 56; Burger, Stadtschreiber, S. 293). Anscheinend unrichtig ist der bei Schuler (Notare I, Nr. 138, S. 48f.) als Konstanzer Stadtschreiber der Jahre 1504–1510 angegebene Johannes Blenninger.
    2
     Ebenfalls während des RT hielten sich der kgl. Hofkomponist Heinrich Isaak – der eigens für diesen Anlaß zwei Motetten („Sancti spiritus assit nobis gratia/Imperii proceres“ und „Virgo prudentissima“) komponierte (Burn, Isaac, bes. S. 47f.; Schlagel, Liber, S. 575f.) und der Organist Paul Hofhaimer in Konstanz auf. Vgl. Maurer, Konstanz II, S. 264f.; Körndle, Exequien, S. 89–91, 104f.; Schuler, Orgelkunst, S. 123–124. Vgl. zur Anwesenheit der kurpfälzischen, württembergischen, bayerischen, kursächsischen und mgfl. brandenburgischen Hofkantoreien in Konstanz Schuler, Hofkantorei, S. 42f.
    1
     Mgf. Friedrich antwortete mit Schreiben vom 12.2., daß der wegen der Ladung zum Konstanzer RT und anderer Angelegenheiten zum Kg. entsandte Dekan zu Ansbach, Dr. Jodocus Lorcher, nach seiner Rückkehr berichtet habe, daß der Kg. ihn von der persönlichen Teilnahme am RT befreit habe. Er werde deshalb nur seine Räte nach Konstanz schicken (Or. m. S. Plassenburg, fritag nach Apolonie; StA Meiningen, GHA I, Nr. 1701, unfol.). Gf. Wilhelm nahm nicht am Konstanzer RT teil.
    1
     Vgl. auch Nr. 715 [Pkt. 25].
    2
     Konstanz fragte mit Schreiben vom 21.2. beim Hofmeister der röm. Kgin., Niklas von Firmian an, ob seine Ankündigung an den Bürgermeister über die Ankunft der Kgin. am nächsten Tag noch gelte (Kop., sunntags invocavit; StdA Konstanz, B II 28, fol. 9’, Nr. 15).
    3
     = Jörg von Hof (Beyerle, Ratslisten, S. 198; Rublack, Einführung, S. 166).
    4
     = Sigmund Flar (Beyerle, Ratslisten, S. 198).
    5
     = Bartholomäus Blarer (ebd., S. 198; Rublack, Einführung, S. 166).
    6
     = Hans Labhart (Beyerle, Ratslisten, S. 198).
    7
     Vgl. auch Ruppert, Kaiser, S. 197; Niederstätter, Herrscherbesuche, S. 177f.; Buck, Nation, S. 47.
    8
     Ochs, Badisches Wörterbuch II, S. 284 (s.v. Gangfisch).
    9
     Zum Einzug Kg. Maximilians vgl. Zeppelin, Reichstag, S. 40; Maurer, Konstanz II, S. 261; Niederstätter, Herrscherbesuche, S. 178f. Zu den Aufenthaltsorten Kg. Maximilians vor seinem Eintreffen in Konstanz vgl. die allerdings ungenauen Angaben von Heinrich Hug (Chronik, S. 30; Baumann/Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 548, S. 518). Mit Hinblick auf seine bevorstehende Ankunft in Konstanz hatte der Kg. am 5.4. Niklas von Firmian zu Verhandlungen mit der Stadt beauftragt, den städtischen Wachdienst sicherheitshalber durch kgl. Trabanten zu verstärken (Konz. mit ex.-Verm., Registraturverm. G[abriel Kramer]; TLA Innsbruck, Maximiliana VI/19, fol. 68).
    10
     Entsprechender Vermerk in: GLA Karlsruhe, 65/1090, fol. 83’.
    11
     Die Einträge im städtischen Strafbuch geben einen sicherlich unvollständigen Einblick in die Verstöße gegen die Verordnungen des Magistrats während des RT: Fridlin Egman, der wirt, ist gestraft umb 1 lb d. [= Pfund Pfennig], umb dz er uf dem Richs tag den haber uber 2 ß d. [= Schilling Pfennig] geben hat. Doch sol man nur 10 ß d. von in nemen [29.5.] (Verm.: Eggmann dedit sab[bata]e vor Jo[hannis] bapt[istae] [19.6.] 10 ß d.; StdA Konstanz, L 857, unfol.). Illa [die] Kesswyler ist gestraft umb 5 ß d., umb dz er haber hie kouft und in wider verkouft hant. – Illa Hainselman Schriber gestraft umb 10 ß d., umb dz er hie krepß kouft und widerumb hie verkouft hant. – Item Cuntz Kaltz auch umb 10 ß d. – Item Jack Kolt auch umb 10 ß d. – Item zunfmaister Kolt auch umb 10 ß d. – Gorgius Kern ist gestraf umb 5 lb d., umb er Mgf. Christophels von Baden botschaft verachtet, sinen knecht geschlagen und das er den haber hoher dan umb 8 kr. geben hait. In acht tagen ze bezalen. Actum zinstags post Viti et Modesti [22.6.]. – Gorgiusen Kernen ist an siner straf nachgelassen 3 lb d., soll die uberigen zway geben. Actum mentags post visitationis Marie [5.7.]. – Jacob Thias ist gestraft umb 5 ß d., umb er stro hie in der statt kouft und glich wider verkouft hat. Actum I Julii (StdA Konstanz, H IV 4, unfol.).
    1
     Die Stadt Frankfurt bewilligte am 27.2. das gewünschte Geleit und teilte dem Ebf. mit, daß für eine Unterkunft gesorgt sei (Konz., sambstag nach invocavit; ISG Frankfurt, RTA 22, fol. 7).
    1
     Die Stadt Frankfurt kündigte in ihrem Antwortschreiben vom 5.3. an, dem Wunsch Aachens durch ihre RT-Gesandten nachzukommen (Konz., freytags nach reminiscere; ISG Frankfurt, RTA 22, fol. 6).
    1
     Der Wetzlarer Stadtschreiber Johann Rode hatte dem Frankfurter Stadtschreiber Melchior Schwarzenberg am 21.2. schriftlich angekündigt, daß er und ein weiterer Gesandter wegen des ausgeschriebenen RT nach Frankfurt kommen würden – dwyl ine [dem Wetzlarer Magistrat], als ir wisset, soliche ferre tage zu besuchen und ußzuwarten nit zum vermogelichsten ist. No hab ich dorch eynem verstanden, es werde mit dem obgemelten tage nit forderlich for sijch ghene, eben off oculi [7.3.] zu erschinen. Rode bat um Mitteilung, ob sich der RT und demzufolge auch die Abfertigung der Frankfurter Gesandtschaft dorthin verzögern werde (Or., sontag invocavit; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 191, fol. 1–1’. Beratung über das Schreiben im Frankfurter Rat am 23.2.; ebd., BMB 1506, fol. 92’). Die Wetzlarer Gesandten Philipp von Babenhausen (Ratsherr) und Johann Rode (Kredenzbrief des Rates der Stadt Wetzlar für die Gesandten an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt, Or., dinstag nach dem sontage reminiscere [2.3.]1507; ebd., Reichssachen II, Nr. 193, unfol.) baten am 4.3. die deputierten Frankfurter Ratsherren Karl von Hindersberg, Klaus von Rückingen und Johann von Bergen um Entschuldigung der Stadt Wetzlar durch die Frankfurter RT-Gesandten (ebd., BMB 1506, fol. 96’).
    1
     In Frankfurt wurde mit Hinblick auf den für den 7.3. einberufenen RT am 25.2. die Befürchtung geäußert: Und doch die sage sey, wie der tage abgeschrieben sey etc. Ist geratschlagt uf den rat, dan etliche wolten, das ein bot geschickt solt werden, und etliche wolten, das Hans Thomas gein Costenz geschickt solt werden und daselbst zu erfaren, wie es gestalt habe des angesetzten tags; doch uf verbesserunge eins erbaren rats gestalt ist (ISG Frankfurt, RP 1498–1510, fol. 94).
    1
     Die Instruktion des Memminger Rates für Stöbenhaber zum Bundesstädtetag (Konz., s.d.; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.) enthält in bezug auf den RT keine relevanten Aspekte.
    2
     Das Ausschreiben des Bundeshauptmanns Matthäus Neithart vom 6.2. lud die Bundesstädte zur Beschickung des auf den 4.3. angesetzten Tages für die Prüfung der Abrechnungen und für Beratungen, wie solcher Reichs tag zu Costenz von der stett des bunds wegen, auch durch weliche botschaft der zu ersteen und was gewalt und bevelch inen zu geben sey, inmaß der statt notdurft ervordert (Or. m. S., sampstags nach Blasy; StdA Nördlingen, Missiven 1507–1508, fol. 235–235’).
    3
     Die Beschwerden insbesondere Gf. Christophs von Werdenberg gegen den kgl. Landvogt (vgl. Wegelin, Bericht I, S. 282) waren mehrfach Gegenstand von Beratungen des Schwäbischen Bundes: Gemäß Bundesabschied vom 31.8.1506 sollte den Beschwerden Gf. Christophs und Abt Hartmanns von Weingarten (vgl. ebd., S. 281f.) bis zum nächsten Bundestag auf gütlichem Wege abgeholfen werden. Andernfalls sollte auf dem nächsten Bundestag ein Bescheid ergehen. Für den Fall, daß der Streit dessenungeachtet fortgesetzt würde oder eine Partei den Rechtsweg beschreiten sollte, sagten die Bundesstände Werdenberg und Weingarten ihre Unterstützung zu (Kop. Donauwörth, montag nach St. Bartholomäus; HStA München, KÄA 2013, fol. 193–196’, hier fol. 195’; HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 42). Doch wurde auf dem Bundestag Anfang Januar lediglich beschlossen, auf eine neue Terminsetzung des Innsbrucker Regiments für Schiedsverhandlungen zu warten, und die Hilfszusage von Donauwörth erneuert (Kop. Augsburg, 6.1.1507; HStA München, KÄA 2013, fol. 198–200’, hier 198; HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 42). Vgl. Ackermann, Reuchlin, S. 118.
    1
     Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 109, Anm. 1.
    2
     In Köln war die persönliche Teilnahme Mgf. Friedrichs am Ungarnfeldzug vereinbart worden. Vgl. Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 939, S. 1403 Anm. 28.
    1
     Mit Schreiben vom 6.3. befahl Kg. Maximilian Limpurg, Gf. Ulrich von Monfort, dem Propst zu Stuttgart [Dr. Ludwig Vergenhans; Auge, Stiftsbiographien, S. 508–530] und dem Propst zu Backnang (Prackenhaim [!]) [Dr. Peter Jakobi; ebd., S. 281], wobei im letzteren Fall Hg. Ulrich von Württemberg um sein Einverständnis ersucht worden war, sich mit einer Anzahl Pferden unverzüglich – laut einem früheren Entwurf: bis zum 7.3. (sontag oculi)] – nach Konstanz zu verfügen (Mundum mit Korrekturen, ex.-Verm. auf dem Umschlag, Registraturverm. G[abriel Kramer, Hagenau, 6.3. [korrigiert aus: 1.3.]1507; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1507), fol. 21–21’. Zugrundeliegendes undat. Konz. mit ex.-Verm., Verm. über die Adressaten: Gf. Ulrich von Montfort, Christoph Schenk von Limpurg und der Propst zu Stuttgart; ebd., Maximiliana VI/19, fol. 66).
    2
     Vom gleichen Tag datiert der an die Reichsstände in Konstanz adressierte Kredenzbrief (Konz. mit ex.-Verm., Registraturverm. G[abriel Kramer]; TLA Innsbruck, Maximiliana VI/19, fol. 65’), ebenso die Weisung an Firmian, für die Verpflegung der Gesandten und ihrer Begleitung zu sorgen (Konz., Registraturverm. G[abriel Kramer]; ebd., fol. 66’-67).
    1
     Unterlagen zum Empfang Kg. Maximilians in Straßburg: AV Straßburg, AA 1922, fol. 18–18’, 20–23, 28–29.
    1
     Frankfurt bewilligte außerdem, Hermann Pfeiffer als Gesandten der drei Städte auf dessen Bitte bis zu 200 fl. zu leihen (Weisung an Johann von Lünen und Johann Frosch, Konz., dornstags nach dem sontag jubilate [29.4.]1507; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 194, fol. 4–4’).
    1
     Zum Schreiben der Stadt an Kg. Maximilian vom 20.3. siehe Nr. 99, Anm. 1.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Präs. Straßburg, 21. oder 22.3.1507, dem Datum eines kgl. Kredenzbriefs für Gesandte nach Kursachsen [Nr. 18].
    1
     Überlingen setzte damit den Beschluß der Schwäbischen Bundesstädte vom 6.3. um [Nrr. 115, Pkt. 2; 127].
    1
     Gemeint ist die einheitliche Uniformierung der Kontingente.
    1
     Gemäß dem Entwurf waren – mit dem Vermerk: allenthalben die strassen in irn gepieten – folgende weitere Adressaten vorgesehen: Christoph Schenk von Limpurg, Jakob von Landau, Gff. Ulrich und Haug von Montfort, Gff. Haug und Christoph von Werdenberg, Johann Truchseß von Waldburg, Gff. Andreas und Johann von Sonnenberg, Gf. Wolfgang von Fürstenberg, die Städte Ravensburg, Ulm, Biberach und Pfullendorf sowie Bf. Hugo von Konstanz. – Der in Konstanz weilende Hofmeister der röm. Kgin., Niklas von Firmian, erhielt Befehl zur Weiterleitung der Schreiben (Konz. mit ex.-Verm. und Registraturverm. G[abriel Kramer], Straßburg, 27.3.1507; TLA Innsbruck, Maximiliana XIII/296, unfol.).
    1
     = Dr. Johann Gutmann (Kerber, Herrschaftsmittelpunkte, S. 384 (Nr. 39); Michel, Geschichte, S. 62).
    1
     Bereits am 23.3. hatte Kg. Maximilian Ulrich Möringer befohlen, für die Seelenmesse Wachs im Wert von 100 fl. von Innsbruck nach Konstanz zu schicken (Or. Straßburg, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. J. Villinger; HHStA Wien, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 75–75’). Wahrscheinlich ebenfalls im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Seelenmesse stand die Weisung Kg. Maximilians an die Innsbrucker Hofkammer vom 29.4., den kgl. Seidensticker Leonhard [Straßburger] nach Konstanz zu schicken (Kop. mit imit. Gegenz. M. Treitzsaurwein; TLA Innsbruck, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 129).
    2
     Das Regiment zu Innsbruck faßte am 5.4. folgenden Beschluß über eine Antwort an den Kg.: Dieweil ir Mt. vor bericht ist, wie alle sachen steen, dieweil nu der ubergeantwurt stat nit passirt, wissen wir nit gelt aufzubringen oder zu handln. Wann aber ir Mt. den passirt und was ir Mt. darin furnymbt, dem wellen wir nachkumen. Dann hie hat man kain gelt von wexl, sunder mues hinzuegeben, das der wexl nit ertragen mag. So mugen die ambter das ander nit ertragen, so muess man den smeltern von den kupfern bezalung tuen. Das well uns kgl. Mt. im pesten und in gnaden vermerken, dann wir wissen weiter darin nit zu handlen. – Fiat bevelchzedl auf Jorgen Koldrer, maler, der wappen halben inhalt bevelchs (TLA Innsbruck, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 112). Am 7.6. übersandte die Raitkammer von Kölderer angefertigte vier große Goldwappen auf Pergament, 28 vergoldete und versilberte Wappen auf Regalbögen und 120 vergoldete und versilberte Wappen auf halben Regalbögen (Kop., s.d.; ebd., Bd. 34, fol. 11. Schönherr, Urkunden, S. XXX, Nr. 849; Gottlieb, Handschriften I, S. 67). Mit Schreiben vom 27.6 bestätigte Kg. Maximilian der Raitkammer den Empfang der Wappen (Kop. Konstanz, Verm. über Gegenz. M. Treitzsaurwein; ebd., Bd. 33, fol. 174. Schönherr, ebd., S. XXXI, Nr. 855).
    1
     Hg. Georg von Sachsen teilte Lgf. Wilhelm von Hessen mit Schreiben vom 14.4. mit, daß er ursprünglich beabsichtigt habe, diesen persönlich zu besuchen, um ihm über seinen Streit mit Kursachsen und über die deshalb in Erfurt geführten Verhandlungen zu berichten. Da er jedoch auf Einladung des Kg. hin in Kürze nach Konstanz aufbrechen werde, entsende er zwei seiner heymlichisten rete, um ihn durch diese zu informieren (Or. Dresden, mittwoch nach quasimodogeniti; StA Marburg, Best. 2, Nr. 292, Fasz. 11, fol. 69–69’).
    1
     Lgf. Wilhelm akkreditierte Berlepsch und Baumbach am 20.4. zusätzlich zu Verhandlungen mit dem Kg. über weitere, nicht spezifizierte Angelegenheiten (Or. Kassel, dinstags naich dem sonntage misericordias Domini, Gegenz. J. Cherubim; HHStA Wien, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 102). Gemeinsam mit den beiden Räten reiste der hessische Kanzleischreiber Balthasar Marställer. Dieser quittierte dem Kammerschreiber Konrad Scherer am 30.9.1508 über 12 fl., die er auf dem RT von Gf. Heinrich von Waldeck geborgt, nachdem die ihm und den beiden Gesandten mitgegebenen 100 fl. nicht ausgereicht hatten (Demandt, Schriftgut II/5, S. 225, Nr. 3535). Laut Schreiben Sernteins vom 31.5. an Lgf. Wilhelm entschuldigte er gegenüber Kg. Maximilian dessen Fernbleiben vom RT als ausschließlich durch seine schwere Erkrankung erzwungen (Or. Konstanz, StA Marburg, Best. 2, Nr. 109, fol. 198–199’). Während des RT fand unter den hessischen Räten ein Wechsel statt. Den RAb unterzeichnete Konrad von Mansbach. Einen Hinweis gibt möglicherweise das Schreiben Sernteins. Demnach hatte der Kg. erfahren, daz derselben [Gesandten] ainer widerumb abziehen solle. Sehe ir Mt. gern daz e. Gn. ainen andern an desselben stat herverordent het.
    1
     = Georg Stiebar zu Buttenheim (Kist, Domkapitel, S. 296f.; Kleiner, Georg, S. 72).
    1
     Das zweifellos von Erasmus Topler verfaßte Schreiben liegt nicht vor, auch nicht bei Gümbel (Berichte).
    2
     Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um das Ausschreiben vom 13.3. [Nr. 48].
    3
     Ebf. Ernst hatte den Kg. bereits in Straßburg getroffen. Nachweislich hielten sich beide am 28.3. dort auf (Weisung Ebf. Ernsts an Eustachius Bgf. von Leisnig (ebfl. Rat, Domherr zu Halberstadt und Meißen) und andere Domherren in Halberstadt, Sigmund von Brandenstein (ebfl. Hauptmann zu Giebichenstein) oder in dessen Abwesenheit seine Frau zu Verhandlungen mit dem erkrankten Bf. von Merseburg über eine Koadjutorie für den [ebenfalls in Straßburg anwesenden] Magdeburger Dompropst, Adolf F. zu Anhalt, abzuordnen; Or., sontags palmarum; LHA Magdeburg, Rep. A 1, Nr. 487, fol. 2–2’).
    4
     Das Augsburger Domkapitel hatte am 29.3. auf die vom bfl. Kanzler [Dr. Hieronymus Lochner] vorgetragene Bitte hin den Domdechanten Wolfgang von Zülnhart für die Begleitung des Bf. zum Konstanzer RT beurlaubt (StA Augsburg, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten 5491, fol. 22).
    1
     Kg. Maximilian (Innsbrucker Regiment) setzte dem Bf. bzw. in dessen Abwesenheit dem bambergischen Viztum in Wolfsberg durch Schreiben vom 31.3. wegen der Streitigkeiten zwischen kgl. Amtleuten und Bergrichtern zu Kärnten und dem bfl. Viztum auf den 21.6. (montag nach St. Veyts tag) einen Schiedstag vor dem Innsbrucker Regiment an (Or., s.l., mitwochen in der marterwochen [31.3.]1507, Verm. cdric.; StA Bamberg, B 31b, Nr. 4b, fol. 13–13’. Konz., s.l.; HHStA Wien, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 156’-157). Der Bergrichter zu Obervellach, Lamprecht Zäch, wurde ebenfalls vorgeladen (Konz. mit ex.-Verm., Innsbruck, 28.5.1507; ebd., fol. 156). Vgl. Wiessner, Geschichte I, S. 52; Geyer, Silberbergwerke, S. 203f.
    2
     Gotzmann war 1493 als Befehder Bambergs in die Reichsacht erklärt worden (Kleiner, Georg, S. 73 Anm. 361). Über die in Konstanz geführten Verhandlungen liegen keine weiteren Nachrichten vor. Am 7.9. antwortete Nürnberg auf eine Mitteilung Bf. Georgs über ein wegen dieses Konflikts ergangenes kgl. Mandat (Kop., eritag vigilia nativitatis virginis intemerate;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 17’).
    1
     Die Raitkammerräte antworteten am 10.5., daß man Kirchmüller wegen der Ämterrechnungen und Anlegung der Amtsbücher, auch weil der zudem alte und widerwillige Christoph Stecher abwesend sei, nicht entbehren könne. Sie ersuchten Kg. Maximilian deshalb um sein Einverständnis zur Überbringung der Bulle Karls IV. durch einen geschworenen berittenen Boten (Kop. Innsbruck; TLA Innsbruck, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 34, fol. 8’-9. Schönherr, Urkunden, S. XXIX, Nr. 839). Am 6.6. wiederholte der Kg. seine Weisung. Die Goldene Bulle werde auf dem RT benötigt (Kop., Gegenz. G. Vogt, präs. Innsbruck, 16.6.; TLA Innsbruck, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 167. Schönherr, ebd., S. XXX, Nr. 847). Vgl. auch die diesbezüglichen Einträge im zweiten Gedenkbuch Kg. Maximilians: Gottlieb, Handschriften I, S. 60.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Zum Sessionskonflikt zwischen Magdeburg, Salzburg und Österreich seit dem Amtsantritt Ebf. Leonhards von Keutschach (1495) vgl. Willich, Rangstreit, bes. S. 34–44, 51–62, 84.
    1
     Zum Empfang Kg. Maximilians in Rottweil vgl. Aus den Erinnerungen, S. 4.
    1
     Kein Nachweis.
    1
     Am 4.6. meldete Kf. Friedrich seine voraussichtliche Verspätung um einen Tag (Or. m. S., Nürnberg, freitag nach des hl. fronleichnams tag; StdA Nördlingen, Missiven 1507, fol. 143–143’).
    2
     Der Nürnberger Rat hatte dem Kf. am 2.6. das Geleit für seinen Aufenthalt in der Stadt erteilt (Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 86, S. 294).
    1
     Liegt nicht vor.

    Anmerkungen

    a
     nemen] Danach gestrichen: Weliche rietheu geben, sollen 7 d. nemen.
    a
    -a gemeinsam ... haben] In B korrigiert aus: Empfehlen, auch andere Frei- und Reichsstädte um deren Hilfe zu ersuchen, um ihrem Anliegen beim Kg. mehr Nachdruck zu verleihen.
    a
     baten] Danach gestrichen: durch BM Adam Besserer.
    b
     ihnen] Korrigiert aus: Adam Besserer.
    a
    -a du ... und] Fehlt in B.

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    «3. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages »

    «Nr. 105 Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz »

    Er ist im Begriff, sämtliche Reichsstände zum 21. Dezember (St. Thomas des hl. zwelfpoten tag) nach Konstanz zu laden und daselbs mit inen in der cristenhait und Hl. Reichs merklichen obligen und sachen zu handeln und einen gemeinen Reichs tag zu halten. Sie sollen dafür sorgen, daß jedem eintreffenden Teilnehmer eine Herberge und alles Notwendige zur Verfügung gestellt wird.

    Pettau, 6. September 1506.
    Konstanz, StdA, PU 5036 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).
    Regest: Marmor, Urkunden-Auszüge, S. 153.

    «Nr. 106 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian »

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens über die geplante Abhaltung eines RT in Konstanz. Sie erkennen daran die kgl. Gnade gegenüber ihrer Stadt. Magistrat und Gemeinde treffen Vorbereitungen, um alle Besucher des RT angemessen empfangen und mit allem Notwendigen versehen zu können. Um zu gewährleisten, daß unser jetz empfangne frod nit mit laid oder lerer hoffnung werd geendet, bitten sie ihn, mit der abstellung der rysenden sachen, die diesem Unterfangen im Weg stehen, fortzufahren, soweit ihm dies möglich ist und tunlich erscheint. Bitten ihn um seinen Schutz für sie als seinen Untertanen.1

    Konstanz, 26. September 1506.
    Konstanz, StdA, B II, Bd. 27, fol. 238 (Kop.).

    «Nr. 107 Bürgermeister und Rat der Stadt Freiburg/Br. an Niklas Ziegler (obersten kgl. Sekretär) und Jakob Villinger (kgl. Buchhalter) »

    Ihnen ist dieser Tage ein Schreiben Hgin. Margarethes von Savoyen1 zugegangen, wonach der röm. Kg. die Absicht hatte, den libfall unsers gnst. [Herrn], des Kg. zu Castilien, hochloblicher gedächtnus, hie zu begen und ander tagleistung halten zu laussen.2 Bitten Šdeshalb sie beide als gute Freiburger, sich beim Kg. dafür einzusetzen, daß er solh libfall und taghaltung in seiner Stadt begehe. Falls eingewandt wird, daß in Freiburg eine Seuche wüte, sollen sie im Namen der Stadt versichern, daß dies nicht zutreffe und die Verpflegung der Gäste in guter Qualität und zu einem guten Preis gewährleistet sei.

    Freiburg/Br., 8. Dezember 1506 (unser lb. Frowen tag conceptionis).
    Freiburg, StdA, B 5 XI (Missiven), Nr. 8,1, fol. 122–122’ (Kop.).

    «Nr. 108 Beschlüsse des Konstanzer Domkapitels im Zusammenhang mit dem RT »

    /57–57’/ [10.2.1507] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Gf. Heinrich von Montfort, Johann Konrad von Bodman (Kantor), Roland Göldlin, Dr. Matthäus von Bubenhofen, Peter von Hertenstein, Hieronymus Schenk von Limpurg. – Moritz Hurus, Othmar Hugs und der Konstanzer Stadtschreiber1, die vom Rat mit der Beschaffung von Quartieren für den röm. Kg., die Reichsfürsten und andere Teilnehmer des RT beauftragt waren, informierten das Domkapitel über ihre Bitte an den Domdekan, sich dafür einzusetzen, daß auch die Häuser von Priestern für Herbergen und Stallungen zur Verfügung gestellt würden. Der Domdekan habe ihnen geantwortet, ihre Bitte dem Domkapitel vortragen zu wollen. Da sie bereits mit der Organisierung von Quartieren begonnen hätten, hätten sie auch die Häuser von Priestern einbezogen, obwohl noch kein Bescheid vorgelegen habe. Dies sei jedoch nicht aus Mißachtung dem Kapitel gegenüber geschehen. Da inzwischen etliche Teilnehmer am RT um Beschaffung von Unterkünften gebeten hätten, müßten weitere Besichtigungen durchgeführt werden. Sie bäten deshalb im Namen des Rates um die Einwilligung des Domkapitels dazu und um Zuordnung eines Bevollmächtigen für die Bereitstellung von Herbergen und Stallungen in den Priesterhäusern. Etliche Fürsten, so der Bf. von Augsburg, wünschten die Unterbringung in einem Domherrenhof.
    Das Domkapitel bewilligte die Abstellung des Pflegers Markus [Bärtelin] für die Besichtigung von Häusern der Priester, mit der Bitte, sy wellen daran sin, dz den priestern zimlich, geschickt personen zugeordnet werden zu beherbergen, dz sy in irem wesen nit geirrt werden etc. Aber der tumherrnhöf halb wussen sy selbs, dz die tumherrn vil fruntschaft haben, die villicht bij inen herberg haben werden, sich nichtdestminder kgl. Mt., wa sich begebe, in gehorsame erzaigen und gepurlich halten.
    Die Verordneten der Stadt nahmen diese Antwort zur Berichterstattung an den Rat an.
    /59/ [22.2.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Johann Zwick (Kustos), Gf. Heinrich von Montfort, Johann von Randegg, Roland Göldlin, Peter von Hertenstein, Gf. Johann von Lupfen, Wolfgang von Hewen, Dr. Matthäus von Bubenhofen und Hieronymus Schenk von Limpurg. – Auf Antrag des Dekans wurde darüber beraten, wie die röm. Kgin. empfangen und seitens des Kapitels beschenkt werden soll. Durch ŠMehrheit wurde beschlossen, die Kgin. wie in Augsburg nicht mit einer Prozession zu empfangen. Ebensowenig besteht die Notwendigkeit, ihr ein Kleinod zu schenken, dann zu besorgen, solhs in kainer achtung werden etc. Außerdem müßte man dann den Hg. von Württemberg und andere Fürsten mit erheblichen Kosten in ähnlicher Weise bedenken. Darüber soll allerdings noch einmal beraten werden.
    [25.2.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Johann von Randegg, Johann Zwick (Kustos), Gf. Heinrich von Montfort, Johann Konrad von Bodman (Kantor), Lukas Conrater, Dr. Matthäus von Bubenhofen und Georg Vergenhans. – Aufgrund einer Mitteilung des Hofmeisters der röm. Kgin. [Niklas von Firmian] und eines Schreibens Clemens Reichlins wurde die Kgin. beim Tor an der Hofhalde, wo sie aus dem Wagen stieg, cum processione, reliquiis et clero civitatis praeter religiosos empfangen und unter einem Himmel in das Münster vor den Hochaltar geleitet. Dort wurde ein „Tedeum“ mit Orgel und Chor gesungen und durch eine Antiphon mit einer Kollekte beschlossen. Am Morgen schenkte das Domkapitel der Kgin. Wein und Hafer.
    [8.3.] Bedienstete der röm. Kgin. baten, das goldene Tuch, unter dem diese empfangen wurde, und die Säcke, in denen die Geschenke übergeben wurden, auszulösen und den Torhüter zu bezahlen. Der Dekan wurde beauftragt, mit dem Hofmeister der Kgin. darüber zu verhandeln.
    [26.3.] Die röm. Kgin. bat, ihr Reliquien der Heiligen Konrad, Pelagius und Gebhard zu überlassen. Es wurde beschlossen, diesem Wunsch zu willfahren und die Kgin. durch Dr. Macharius [Leopardi] um ein Gegengeschenk zu bitten.
    /64/ [9.4.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Johann von Randegg, Johann Zwick (Kustos), Gf. Heinrich von Montfort, Johann Konrad von Bodman (Kantor), Lukas Conrater, Dr. Matthäus von Bubenhofen, Peter von Hertenstein, Gf. Johann von Lupfen, Wolfgang von Hewen, Hieronymus Schenk von Limpurg und Georg Vergenhans. – Aufgrund einer vom Dekan übermittelten Bitte des kgl. Furiers wurde beschlossen, daß Markus [Bärtelin] gemeinsam mit dem Furier alle Domherrenhöfe besichtigen soll. Jeder Domherr soll sich dann selbst mit dem Furier wegen der Einquartierung einigen.
    [9.6.] Haring Sinnama (Dr. Frieß) erhielt gegen eine Kaution den Schlüssel für die Bibliothek. Laut Johann von Randegg wünschte der Leiter der kgl. Kantorei [Georg von Slatkonia], einige beim Astrolabium in der Bibliothek liegende Bücher des Regiomontanus zu lesen. Dies wurde ihm gegen Hinterlegung eines Pfandes gewährt.2 
    /68’/ [11.6.] Anwesend: Johann Bletz von Rotenstein (Dekan), Gf. Heinrich von Montfort, Johann von Randegg, Lukas Conrater, Peter von Hertenstein, Gf. Johann von Lupfen, Wolfgang von Hewen, Dr. Matthäus von Bubenhofen, Hieronymus Schenk von Limpurg und Georg Vergenhans; abwesend: Johann Konrad von Bodman und Roland Göldlin. – Der Dekan und Bodman wurden wegen der Exequien für den Kg. von Kastilien zu den kgl. ŠRäten geschickt und erhielten die Mitteilung, daß dominus episcopus Const[antiensis] dz erst ampt defunctorum werd uf des lutpriesters altar haben und caplani domini regis das ander ampt de S. virgine. Und dieselben caplän werden das opfer halb nemen und dz ander halbtail werd des stifts personen beliben, nach gepur ze tailen.

    Konstanz, 10./22./25. Februar, 9. April, 11. Juni 1507.
    Karlsruhe, GLA, 61/7237, fol. 57–68’ passim.
    Regest: Krebs, Protokolle des Konstanzer Domkapitels IV, Nrr. 2914, 2928f., 2949, 2972, 2981, 3026f., 3031.

    «Nr. 109 Gf. Wilhelm von Henneberg-Schleusingen an Mgf. Friedrich von Brandenburg–Ansbach »

    Teilt mit, daß der röm. Kg. ihn für den 7. März (sonntag oculi) zum RT geladen hat. Aufgrund triftiger Gründe beabsichtigt er, daran teilzunehmen, falls er mit einem Fürsten nach Konstanz reiten kann. Bittet deshalb um schriftliche Mitteilung, ob und ggf. wann er zum RT aufbrechen will. Er würde dann auf ihn warten, um ihn nach Konstanz zu begleiten.1 

    Schleusingen, 11. Februar 1507 (am donerstage nach Dorothee).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 1701, unfol (Konz.).

    «Nr. 110 Beschlüsse des Konstanzer Rates im Zusammenhang mit dem RT1 »

    /213/ [25.2.1507] Der Kgin.2 schenkt man: ain drinkschier, hait 4 mark, 6½ lot, 67 gr[an], darin 100 fl.; haber, 2 wagen mit haber; 1 wagen mit win, wissen und roten, uns geschier; visch, 21 seck. Ist 8 malter win 1 fuder ungevarlich. Zu der schenk burgermaister3, vogt4, altburgermaister5, obervogt6, zunftmeister Flaur, Heinrich von Ulm.7
    /220’/ [17.3.] Beschluß des Kleinen Rates: Man sol der Kgin. ir folk inlassen, sunst niemand.
    /223/ [14.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Die stalmiet sol sin, wellicher nit futer git, 8 d., wellicher aber futer git, 7 d.
    Š/223’/ [17.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Man sol an den rindermarkt faren mit dem holz und heu. – Die vechtmaister sollen kain offen schulen halten.
    /224’/ [24.4.] Beschluß des Kleinen Rates, dz ain yeder wasser in die hußer trag. Illa [die], man wyl die grundlen usserhalb dem bier erlaben, was gefangen wirt, hie zu verkofen.
    [26.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Dem Kg. sol man schenken 2 fuder win und 27 seck haber, 20 gangvisch8. Illa, soln den Kg. enpfahen burgermaister [von Hof], vogt [Flar], altburgermaister [Blarer], Labhart, Flaur, Hainrich von Ulm.
    /225/ [27.4.] Der röm. Kg. traf an diesem Tag in Konstanz ein.9
    /225’/ [29.4.] Beschluß des Kleinen Rates: Altburgermaister [Blarer] und [Sigmund] Flaur sind zum richstag verordnet.10
    Am 3. Mai (hl. cruz tag) ritt der Kg. wieder aus Konstanz weg.
    /225’/ [4.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Man sol sich mit guldinen, die mit dem gran instond, in kaufen und verkofen zalen lon; deßglich sollen, die also instend, auch mit aim zinß bezalen lon und fur 15 ß genomen werden.
    /50/ [4.5.] Beschluß, auf den Märkten die Verfügung anzuschlagen, daß ain jeder, der ain koufmanschaft gibt ains guldins wert und daruber, der soll sich mit gold lassen bezalen, und wölher gulden mit ainem gran instat, der soll gut werschaft sein.
    /226/ [6.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Der munzmaister sol fl. ufwechsel[n], die ring sind, und die zerschniden.
    /227/ [8.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Weliche futer gend, sond 7 d. stalmuet nemen. Item van wagenrossen 8 d. Item die, so kain futer gend und allain heu und stro, sollen 8 d. nemena. Item welicher nit legt und allain stellt, sol 8 d. nemen.
    /227’/ Es soll auch kainer die 2 tag kain visch in schiffen, sonder am markt verkoufen, es sig dann under tagen. Es sol auch kain vischer dem andern kain visch abkoufen, sond gangenvisch 8 kr.
    /228’/ [27.5.] Beschluß des Kleinen Rates: Es sol kain vischer kaim frömbden verkoufen, deßglich an der brugk nit verkoufen.
    Des Knöringers sun hant dz gelait brochen und des Kg. knaben ainen geschlagen.
    /229/ Am Abend des 31. Mai (montag nacht [vor corporis Christi]) kehrte der röm. Kg. aus Überlingen zurück.
    /55’/ [2.6.] Mit den metzgern ist verlassen, das sy hinfur die guten, großen hammel geben sollen umb 7 h. Item das geliber und kopf von großen kelbern sollen sy geben Šumb 9 d. Item was guter, faißter kalblen, die bis uber die 8 fl. wert sind, mogen sy umb 7 h. geben, wann die schetzer mogen gedenken, des wert sin. Item wie die schetzer das flaisch schetzend, also sollen sy es geben zu der metze und kains ins hus tragen, noch si trucken machen oder salzen, es syg dann, das ers in der metze nit mog verkoufen. Item kain metzger soll ganz kain flaisch im hus, sunder allain in der metzge, und wan es geschout ist, verkoufen. Es soll auch kain metzger sin flaisch lebendig verkoufen, sonder mezgen und an die schou geben und offentlich in der metzg und nit im hus verkoufen. Doch mag ain metzger dem andern wol lebendigs verkoufen. Und sollen sunst ir alte ordnung in allen dingen halten.
    /229’/ [5.6.] Beschluß des Kleinen Rates: Man wyl die guten hamel laussen dz pfund vur 7 h. geben. Item deßglich van den guten kelber dz ingewaid und kepf vur 9 d. Item und weliche kalbel 8 fl. oder darob wert ist und die schätzer die gut schätzen. Item es sol auch ain yder dz flaisch, wie es im geschätz wirt, den luten, so sy dz haben wend, verkoufen, und nit durer. Und sol auch kainer kain flaisch im huß verkofen, sonder in der metz, und sols nit salzen, er konds dann nit verkoufen. /230/ Item es sol auch kain metzger nichtz lebendigs verkoufen. Es mag aber ain metzger dem andern wol abkofen. Item es sol auch kainer kain flaisch verkofen, es sig dann geschout.11 

    Konstanz, 25. Februar-5. Juni 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Bd. 25, fol. 213, 220’, 223–223’, 224’-225, 226, 227–227’, 228’-230; Bd. 27, fol. 50, 55’.

    «Nr. 111 Ebf. Ernst von Magdeburg an den Rat der Stadt Frankfurt »

    Er ist wegen verschiedener Angelegenheiten aus seinem Ebm. abgereist und wird voraussichtlich am Abend des 28. Februar (nehsten sontag) in Frankfurt eintreffen. Bittet für sich und sein Gefolge um Geleit.1 

    Steina, 26. Februar 1507.
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 5–5’ (Or. m. S.).

    «ŠNr. 112 Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt »

    Der röm. Kg. hat durch ein offenes Ausschreiben [Nr. 5] neben Kff., Ff. und anderen Reichsständen die Stadt Aachen – wie zweifellos auch Frankfurt – als Glied des Reiches zum 7. März (sontag oculi) nach Konstanz geladen. Sie beabsichtigten ursprünglich, eine Gesandtschaft zu dem Tag abzuordnen. Doch sammeln sich in der Umgebung der Stadt ständig Kriegsknechte, die den Geldernern oder anderen Feinden des Reiches zulaufen. Nach ihren Informationen sammelt sich in Frankreich ein großes Heer zur Unterstützung der Gelderner. Dies veranlaßt sie zur Sorge. Sie können deshalb niemanden für den Konstanzer Tag entbehren. Bitten, das Fernbleiben Aachens vom RT durch ihre Gesandten gegenüber Kg. und Reichsständen zu entschuldigen und ihnen auf ihre Kosten ein Exemplar des Reichsabschieds zu schicken.1 

    Aachen, 26. Februar 1507 (vrijdagen nae dem sondag invocavit).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 4–4’ (Or.).

    «Nr. 113 Rat der Stadt Wetzlar an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt »

    Der röm. Kg. hat Wetzlar für den 7. März (sonntaig oculi) zum RT nach Konstanz eingeladen. Doch ist der Tagungsort ferre und ungelegen. Bitten deshalb um Weisung an die Frankfurter Gesandten, das Fernbleiben Wetzlars zu entschuldigen und ihnen eine Abschrift des Reichsabschieds zuzusenden.1

    Wetzlar, 26. Februar 1507 (fritag noch dem sontag invocavit).
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 191, fol. 2–2’ (Or.).

    «Nr. 114 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an den Rat der Stadt Frankfurt »

    Antworten auf ihre Anfrage1, daß ihnen keine Mitteilung von einer Verschiebung des RT gemacht wurde. Ihrer Kenntnis nach wird der RT stattfinden. Der Bf. von Augsburg und Šder Hg. von Württemberg haben bereits Herbergen bestellt. Die röm. Kgin. hält sich seit dem 25. Februar (dornstag vor reminiscere) in Konstanz auf.

    Konstanz, 6. März 1507 (sambstags vor oculi).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 8–8’ (Or.) = Textvorlage A. Konstanz, StdA, B II, Bd. 28, fol. 14’ (Kop.) = B.
    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 901, S. 700.

    «Nr. 115 Abschied der Schwäbischen Bundesstädte »

    [1.] Nach erfolgter Rechnungslegung wurde der Ulmer Altbürgermeister Dr. Matthäus Neithart zum Hauptmann der Bundesstädte gewählt. Zu Bundesräten wurden ernannt: Ulrich Artzt (Bürgermeister zu Augsburg), Jörg Holzschuher (Bürgermeister zu Nürnberg), Hans Ungelter d. J. (Bürgermeister zu Esslingen), Ulrich Strauß (Bürgermeister zu Nördlingen), Adam Besserer (Bürgermeister zu Überlingen), Hans Stöbenhaber (Bürgermeister zu Memmingen)1 und Rudolf Nagel (Stadtmeister zu Schwäbisch Hall). Damit Gott dem Bund umso mehr Gnade und Glück schenkt, wurde beschlossen, daß in jeder Stadt Messen abgehalten werden sollen.
    [2.] Mit Hinblick auf den zum 7. März (oculi) ausgeschriebenen RT wurde ausführlich beraten2 und dessen Wichtigkeit für die Städte festgestellt. Deshalb wurde beschlossen, durch vier Gesandte am RT teilzunehmen. Diese haben Befehl, in keine Geldhilfe einzuwilligen. Falls die übrigen Reichsstände eine Truppenhilfe bewilligen wollen, sind die Gesandten zu Verhandlungen darüber bevollmächtigt. Sie haben dabei darauf zu achten, daß die Bundesstädte so niedrig wie möglich veranschlagt werden und es beim alten Herkommen bleibt. Falls die Gesandten etwas als für die Bundesstädte inakzeptabel erachten und die Annahme des Beschlusses auf Hintersichbringen möglich ist, sollen sie die Städte für weitere Beratungen darüber zusammenberufen. Falls dafür keine Zeit ist, sollen sie erklären, daß die Städte nicht einwilligen könnten und erwarteten, nicht über ihr Vermögen und das alte Herkommen belastet zu werden. Die Gesandten sind gehalten, so zu agieren und zu argumentieren, wie dies zum Besten der Bundesstädte dient, und sich auch mit den Gesandten anderer Frei- und Reichsstädte zu beraten. Um unnötige Ausgaben zu vermeiden, sollen die Gesandten noch nicht zum RT aufbrechen. Vorläufig soll sich Überlingen regelmäßig über den Stand der Dinge in Konstanz informieren und dem Städtehauptmann darüber berichten. Sobald ein weiteres Ausbleiben der Gesandten nicht Šmehr vertretbar erscheint, sollen sie sich zum RT verfügen. Falls sich die RT-Verhandlungen in die Länge ziehen, können einige der Gesandten zur Kostenersparnis bereits früher abreisen, insofern dies ohne Nachteile für die Städte möglich ist. Zu RT-Gesandten der Schwäbischen Bundesstädte wurden gewählt: Dr. Matthäus Neithart (Hauptmann), Ulrich Artzt (Bürgermeister zu Augsburg), Jörg Holzschuher (Bürgermeister zu Nürnberg) und Adam Besserer (Bürgermeister zu Überlingen).
    [3.] Der Memminger Bürgermeister Hans Stöbenhaber erhält den Auftrag, sich zum 14. März (sonntag letare) nach Innsbruck zu verfügen und dort neben anderen Emissären des Bundes den Gff. von Werdenberg gegen Jakob von Landau (kgl. Landvogt in Schwaben) vor dem Tiroler Regiment beizustehen.3 

    Ulm, 6. März 1507 (sampstags vor dem sontag oculi).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 156, unfol. (Kop., Exemplar der Stadt Heilbronn) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.) = B.Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten A 119, Nr. 2, fol. 109–110’ (Kop.) = C. HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 42, unfol. (Kop.).
    Regest (unvollständig): Klüpfel, Urkunden II, S. 1.

    «Nr. 116 Kg. Maximilian an Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach »

    Bestätigt den Empfang seiner Bitte, ihm die persönliche Teilnahme am Konstanzer RT zu erlassen.1 Will uns das nit moglichen sein, angesehen das des Hl. Reichs und deutscher nacion ere und wolfart genzlich an diesem tag gelegen ist. Er kann jedoch akzeptieren und hat auch bereits angeordnet, daß sein Sohn Mgf. Kasimir zur Eröffnung des RT nach Konstanz reist. Diesem soll er einige für die RT-Verhandlungen bevollmächtigte Räte zur Seite stellen. Für den Abschluß des RT ist seine persönliche Anwesenheit jedoch unentbehrlich. Er hat auch die auf dem Kölner RT bewilligte Reichshilfe noch nicht geleistet.2 Befiehlt ihm deshalb, ein entsprechendes Kontingent auszurüsten, um auf weitere Aufforderung durch ihn binnen drei Tagen gerüstet nach Konstanz aufbrechen und seinen Sohn ablösen zu können. Denn er, Kg. Maximilian, will von dort aus seinen Romzug antreten.

    Hagenau, 7. März 1507; präs. Plassenburg, 23. März.
    ŠMeiningen, StA, GHA I, Nr. 1701, unfol. (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein).

    «Nr. 117 Instruktion Kg. Maximilians für seine Räte Gf. Ulrich von Montfort, Christoph Schenk von Limpurg (kgl. Vogt zu Nellenburg und Hauptmann des Schwäbischen Bundes), Niklas von Firmian (kgl. Vogt zu Ortenburg und Hofmeister der röm. Kgin.), Wilhelm Marschall von Pappenheim, Dr. Ludwig Vergenhans (Propst zu Stuttgart), Dr. Peter Jakobi (Propst zu Backnang) und Dr. Hans Schad als Gesandte zu den Reichsständen in Konstanz  »

    [1.] Die Gesandten sollen alle auf dem RT eintreffenden Kff., Ff. und andere Stände sowie die ständischen Gesandtschaften empfangen und ihnen mitteilen, daß sie bleiben sollten, bis noch mehr Teilnehmer einträfen. Er wolle seinen Gesandten im Sinne effektiverer und rascherer Verhandlungen unverzüglich eine Instruktion schicken, was sie auf dem RT erledigen sollten.
    [2.] Die Gesandten sollen in Erfahrung bringen, ob reichsständische Emissäre beauftragt sind, die Ankunft der Teilnehmer zu beobachten und darüber nach Hause zu berichten. Diese Emissäre sollen sie veranlassen, ihre Herren persönlich oder durch Schreiben zum baldigen Erscheinen auf dem RT aufzufordern. Kein Reichsstand solle auf den anderen warten, damit die für das Hl. Reich wichtigen Verhandlungen um so rascher vonstatten gehen könnten.
    [3.] Die Gesandten sollen mit Hinblick auf weitere Weisungen an sie über alle Geschehnisse, insbesondere über das Eintreffen der Teilnehmer, ständig Bericht erstatten.1 

    Hagenau, 10. März 1507.2 
    Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/19, fol. 64–65 (Konz. mit ex.-Verm., Registraturverm. G[abriel Kramer]).

    «Nr. 118 Kg. Maximilian an Hg. Johann II. von Kleve »

    Er erläßt ihm wegen des Geldernkrieges und aus anderen Gründen die persönliche Teilnahme am Konstanzer RT. Doch soll er unverzüglich seine bevollmächtigten Gesandten dorthin abfertigen. Er wird ihn rechtzeitig über seine weiteren Pläne informieren.
    PS. Er soll die Abordnung seiner Gesandten auf keinen Fall verzögern, da ihm viel an diesem RT gelegen ist. Er wird sich auch jetzt persönlich dorthin begeben.

    ŠHagenau, 10. März 1507; präs. Kleve, 7. April.
    Düsseldorf, HStA, Kleve-Mark, Akten 3144, fol. 22–22’ (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 119 Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg an Bürgermeister und Räte der Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen »

    Bestätigen den Eingang ihrer Anfrage wegen des RT [Nr. 102, Anm. 1]. Sie wurden ebenfalls dorthin eingeladen. Sie beabsichtigen, Gesandte dorthin abzuordnen, wenn der RT von Kff., Ff. und anderen Reichsständen besucht wird. Sie haben indessen noch keine Kenntnis davon, daß von den Ff. oder vornehmen Ständen bereits jemand in Konstanz wäre. Nach ihren Informationen war der Kg. am 28. Februar (suntag reminiscere) in Straßburg1 und hält sich vielleicht noch in der Gegend auf. Der Kg. soll wiederholt bekundet haben, daß er den RT in Konstanz persönlich besuchen wird und nicht als letzter kommen will. Ob dies geschieht und wann der Tag eröffnet wird, wissen sie aber nicht. Falls der Tag jedoch beginnt und sie eine Gesandtschaft dorthin abordnen, soll diese wunschgemäß Befehl erhalten, ihre Gesandten auf deren Bitte in ihren Angelegenheiten zu unterstützen

    Nürnberg, 11. März 1507 (quinta post oculi).
    Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510 (alt R.S. 33 – 3658), unfol. (Kop.) = Textvorlage A.Nürnberg, StA, Nürnberger Briefbücher 58, fol. 190–190’ (Kop.) = B.

    «Nr. 120 Mgf. Albrecht IV. von Brandenburg an Kg. Maximilian »

    Bestätigt für den Vortag [17.3.] den Empfang zweier kgl. Schreiben aus Innsbruck vom 21. und 22. Januar [Nr. 8 mit Anm. 3]. Er hat die Briefe in Abwesenheit seines Bruders [Kf. Joachim I.] geöffnet und gelesen. Dieser hat, da er durch wichtige Angelegenheiten am persönlichen Besuch des RT gehindert wird, zu Beginn der Fastenzeit seinen Rat Ritter Eitelwolf vom Stein zum RT abgeordnet und bevollmächtigt, gemeinsam mit den anderen Kff., Ff. und Ständen des Reiches zu beraten und zu beschließen. Er wird seinem Bruder die kgl. Schreiben nach dessen Rückkehr vortragen.

    s.l., 18. März 1507 (donrstag nach Gertruden).
    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Fasz. 2 M, fol. 6 (Konz.).

    «Nr. 121 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Räte der Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen »

    Informieren sie auf ihre Anfrage [Nr. 102] über Mitteilungen der Stadt Konstanz [Nr. 114]. Sie wissen nicht, wann der RT eröffnet wird, zumal sich nach ihrer Kenntnis derzeit Šnoch keine Reichsstände in Konstanz aufhalten. Die Frankfurter RT-Gesandten erhalten Weisung, ihren Vertretern beizustehen – agemeinsam mit den Emissären anderer Städte, die sie sicherlich auch in ihrer Angelegenheit angeschrieben haben-a.1 

    Frankfurt, 18. März 1507 (dornstags nach letare).
    Nordhausen, StdA, I. Abt., Nr. X 29a, unfol. (Kop.) = Textvorlage A. Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 10 (Konz.) = B. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510 [alt R.S. 34/3667], unfol. (Kop).

    «Nr. 122 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Niklas Ziegler (oberster kgl. Sekretär) »

    Da die Stände zum Teil bereits zum RT anreisen, machten sie den Reichsmarschall Wilhelm von Pappenheim darauf aufmerksam, daß niemand in Konstanz ist, der sich um die Herbergen kümmert, damit ain jeder nach seinem stat gelegt und dannocht kgl. Mt. ir furgenommene quartier behalten wurd. Pappenheim bat daraufhin darum, ihm einen Boten für die Zustellung seines Schreibens an den röm. Kg. wegen dieser und anderer Angelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Dieser Bitte sind sie nachgekommen. Ersuchen ihn, sich ebenfalls beim Kg. dafür einzusetzen, daß jemand zu ihnen geschickt wird, der jetlichen nach rechter ordnung und wie sich gezimpt, unterbringt. Bitten ihn außerdem, sich beim röm. Kg. im Sinne ihres Schreibens an diesen1 einzusetzen.

    Konstanz, 19. März 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Bd. 28, fol. 18 (Konz.).

    «Nr. 123 Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim an Kg. Maximilian »

    [1.] Er ist am 18. März (dornstag nächst vor judica) in Konstanz eingetroffen und hat am nächsten Morgen [19.3.] von Niklas von Firmian, dem Hofmeister der röm. Kgin., und anschließend vom Rat der Stadt Konstanz laut beiliegendem Verzeichnis1 erfahren, welche ständischen Emissäre bereits in Konstanz anwesend sind und Herbergen bestellt haben. Es ist aber sonst noch niemand da.
    [2.] Der Rat der Stadt beschwert sich darüber, daß niemand die Zuweisung der Herbergen übernommen habe; man wisse auch nicht, wie sie jeden Teilnehmer am RT standesgemäß unterbringen und zugleich die Interessen des Kg. wahren sollten, der ihrer Kenntnis nach für sein Hofgesinde etliche Quartiere in der Stadt belegt habe. Der Rat Šder Stadt bat ihn deshalb um seine Hilfe, um nicht den Undank des Kg. oder der Stände gewärtigen zu müssen.
    Bittet, dem Hofmeister und ihm diesbezügliche Weisungen zur Mitteilung an die Stadt Konstanz zu geben.
    [3.] Er hatte die Absicht, einen Boten zu den Fürsten von Sachsen nach Coburg zu schicken und diese aufzufordern, sich so rasch wie möglich zum RT zu verfügen. Doch wollte er zuerst seine, des Kg., Meinung diesbezüglich in Erfahrung zu bringen. Er hat keinen Zweifel, daß sich diese Fürsten einer Aufforderung durch den Kg. gehorsam erzeigen werden.

    [Konstanz], 20. März 1507 (sambstag vor judica).2
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 2–2’ (Kop. mit Verm. Hd. J.J. Müller).

    «Nr. 124 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an die Stadt Überlingen »

    Sie batena, informiert zu werden, sobald die RT-Teilnehmer anzureisen beginnen.1 Teilen ihnen mit, daß der Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim sowie die Gesandten des Ebf. von Mainz und Mgf. Friedrichs von Brandenburg bereits ihre Quartiere bezogen haben. Für den Ebf. mit einem Gefolge von 100 Pferden wurden Herbergen reserviert. Pappenheim teilte dem Kg. aufgrund ihrer Angaben schriftlich mit, welche Stände bereits Herbergen bestellt haben [Nr. 123]. Sie haben diesem auch die von ihnenb benannten Überlinger Gesandten gemeldet.

    Konstanz, 20. März 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Bd. 28, fol. 19’ (Konz.).

    «Nr. 125 Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach an Gf. Wilhelm von Henneberg-Schleusingen »

    Erinnert an seine vorige Antwort auf die Anfrage des Gf. [Nr. 109 mit Anm. 1] wegen einer gemeinsamen Reise nach Konstanz. Er hat heute ein Schreiben des Kg. [Nr. 116] erhalten, das er ihm in Abschrift zusendet.
    Falls er immer noch gewillt ist, am Romzug teilzunehmen, wird er gerne mit ihm gemeinsam ziehen. Er hat sich bereits mit dem Bf. von Bamberg über einen gemeinsamen Verband verständigt und diesen gebeten, sich deshalb auch an den Bf. von Würzburg zu wenden. Und nachdem wier alle Franken sint, das wier unß vereinigten, ein farb miteinander zu furen1, ouch aufeinander seen, het[ten] wier alle ein starken zeug und mochten ein gut geschrey erlangen. Bittet um Antwort.

    ŠPlassenburg, 23. März 1507 (dinstdag nach dem sondag judica).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 1701, unfol. (Or. m. S.).

    «Nr. 126 Vollmacht Hg. Heinrichs V. von Mecklenburg für Hg. Albrecht VII. von Mecklenburg zur Teilnahme am RT »

    Er kann wegen des Todes Hg. Balthasars und aus anderen schwerwiegenden Gründen nicht persönlich an dem kurz nach Ostern beginnenden Konstanzer RT teilnehmen. Da er jedoch gegenüber dem Kg. nicht als ungehorsam gelten will, bittet er ihn [als seinen jüngeren Bruder], in seinem Namen den RT zu besuchen und, was darselbst durch röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und Hh. vorgenomen, gehandelt und beslossen wirt, darein von unsern wegen auch volkomlich, volstendig bewilligen unde consentirn, wozu er ihn hiermit bevollmächtigt.

    [Groß] Eichsen (Exzen), 24. März 1507.
    Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. 1, unfol. (4 wörtlich übereinstimmende Kopien).

    «Nr. 127 Matthäus Neithart an Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg »

    Bestätigt den Empfang der Abschrift des kgl. RT-Ausschreibens [Nr. 5]. Der Stadt Ulm ging ein entsprechendes Ausschreiben zu. Er hat dies Ulrich Artzt mitgeteilt, der mit ihm und anderen als Gesandter der Schwäbischen Bundesstädte nach Konstanz abgeordnet ist. Er hat auch Adam Besserer (Bürgermeister zu Überlingen) schriftlich um Mitteilung gebeten, sobald der röm. Kg. in Konstanz eintrifft oder in die Nähe der Stadt kommt, damit sich die Deputierten unverzüglich auf den Weg machen können. Artzt hat sie, die Adressaten, sicherlich inzwischen darüber informiert. Seiner Meinung nach muß der größte Teil der zum RT geladenen Stände bei der Anreise Augsburg und Ulm passieren.

    [Ulm], 26. März 1507 (freytags vor palmarum).
    Augsburg, StdA, Lit. 1505–1507, Fasz. [18] Schwäbischer Bund (Jan.-Dez.), unfol. (Or. m. S.).

    «Nr. 128 Weisung Kg. Maximilians an Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Stadt Überlingen u.a.1 »

    Er hat Nachricht erhalten, daß in der Umgebung von Konstanz und auf dem Weg dorthin das Räuberunwesen überhandnimmt und die öffentlichen Straßen infolgedessen unsicher sind. Er ist nicht gewillt, dies zu akzeptieren. Befiehlt ihm/ihnen deshalb, auf den Šunter seiner/ihrer Verwaltung stehenden Straßen Reiterpatrouillen einzusetzen und diesen Mißstand abzustellen. Gestellte Übeltäter sind gefangenzunehmen; es ist, wie sich gebührt, gegen sie zu verfahren.

    Straßburg, 27./28. März 1507.
    27.3.: Karlsruhe, GLA, D 1107a (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein, Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Überlingen) = Textvorlage A.
    28.3.: Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/296, unfol. (Konz. mit Registraturverm. G[abriel Kramer], Adressat: Gf. Zollern) = B.
    Druck: Roth v. Schreckenstein, Geschichte, S. 272.

    «Nr. 129 Bericht Peters von Aufseß (Würzburger Domherr) an Bf. Lorenz von Würzburg »

    [1.] Er ist am Vortag [28.3.] in Konstanz angekommen. In Anbetracht der Mitteilung Gf. [Eitelfriedrichs von] Zollern, daß noch nicht verhandelt werde, hat er sich nicht beeilt. Sowie Friedrich Schenk [von Limpurg] und er eingetroffen waren, wurden sie für heute zur bfl. Pfalz in den Rat beschieden. Dort traten im Namen des Kg. dessen Räte Gf. Ulrich von Montfort, Christoph Schenk von Limpurg und der Hofmeister Niklas von Firmian auf und teilten den Versammelten – für Kurmainz: Dr. Küchenmeister; für Kurtrier der Offizial zu Koblenz1; für [Kur-]Sachsen: Eukarius von Rosenau; für Bamberg: Friedrich Schenk [von Limpurg]; für Würzburg: er selbst; für Mgf. Friedrich von Brandenburg: der Abt von Auhausen [Georg Truchseß von Wetzhausen] und der mgfl. Kanzler [Theobald von Heimkofen, genannt] Rennwarth, der sich jedoch jetzt in Einsiedeln aufhält; für Württemberg: [Georg] Vergenhans (Propst von Göppingen) – folgendes mit: Der Kg. habe ihnen, seinen Vertretern, einen an die Versammlung gerichteten Kredenzbrief und eine Instruktion [Nr. 117] für einen Vortrag an sie zugeschickt. Er danke für ihr Erscheinen als Vertreter ihrer Herren und fordere sie auf, nicht mehr abzureisen, sondern in Konstanz zu bleiben. Der Kg. erwarte, daß in Kürze ihre Herren und andere Kff., Ff. und Stände des Reiches persönlich einträfen. Auch sei er entschlossen, selbst so rasch wie möglich anzureisen. Bis dahin sei aus der Instruktion zu ersehen, was zu tun sei. Die Gesandten, die Befehl hätten, in Erfahrung zu bringen, wann der RT eröffnet und der Kg. kommen werde, sollten an ihre Herren schreiben und sie ermahnen, sich durch nichts von der Reise zum RT abhalten zu lassen und auch nicht auf andere Stände zu warten.
    [2.] Sie antworteten nach einer kurzen Unterredung, daß sie von ihren Herrschaften nach Konstanz abgefertigt worden seien, um dem Kg. Gehorsam zu erzeigen. Sie wollten also dem kgl. Wunsch willfahren und entsprechend nach Hause schreiben. Also sind wir desmals als des ersten zusamenkomens eines Reichs tags voneinander geschiden. 
    [3.] Dr. Eitelwolf vom Stein ist als Vertreter Kurbrandenburgs hier, hält sich aber derzeit auch in Einsiedeln auf. Die röm. Kgin. befindet sich in Konstanz, und sonst nyemands frembds. Angeblich wird die Kgin. nach Ostern wieder abreisen. Es heißt, daß der Kg. danach kommen werde.
    Š[4.] Er geht nicht davon aus, daß ihm, dem Bf., seit seiner Abreise ein Schreiben mit der Aufforderung zugegangen sei, persönlich zum RT zu kommen, es sei denn Wilhelm von Bibra hätte inzwischen ein solches überbracht. Er ist der Meinung, dieser von den kgl. Räten vorgetragene Wunsch entspreche dem üblichen Verfahren und habe nichts weiter zu bedeuten. Ein Fernbleiben des Bf. wäre sicherlich zu rechtfertigen. Sobald er dazu weiteres erfährt, wird er dies mitteilen.

    Konstanz, 29. März 1507 (montag nach dem hl. palmtag).
    Würzburg, StA, WRTA 4, fol. 30–31’ (Or., Verm.: In seiner Gn. hand.).

    «Nr. 130 Lgf. Wilhelm II. von Hessen an Hg. Heinrich d. Ä. von Braunschweig-Wolfenbüttel »

    Teilt auf dessen Anfrage mit, daß er seine Räte am 5. April (montag nach dem hl. ostertag) von Kassel aus nach Konstanz abfertigen wird. Die voraussichtliche Reiseroute führt über Worms und Speyer, durch die Mgft. Baden und über den Schwarzwald nach Überlingen.

    Kassel, 29. März 1507 (montags nach palmarum). 
    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 142, Fasz. 28, unfol. (Kop.).

    «Nr. 131 Weisung Kg. Maximilians an das Regiment und die Raitkammer zu Innsbruck »

    Er beabsichtigt, auf dem RT in Konstanz eine Seelenmesse für seinen verstorbenen Sohn Kg. Philipp abhalten zu lassen. Befiehlt ihnen, ihm für 400 fl. schwarzes Loferer Tuch von Innsbruck nach Konstanz zu schicken. Sie sollen außerdem für diesen Anlaß den kgl. Hofmaler Jörg Kölderer beauftragen, Schilde mit den Wappen der von Kg. Philipp regierten Länder zu malen, und diese ebenfalls nach Konstanz schicken.1
    [PS] Und das darunder sein vier gar costlich grosse wappen, dreyssig mittelmessig zü den altarn und die andern gemaine wappen zü den kerzen. Sie sollen dies auf keinen Fall unterlassen; wir wellen euch auch solichs in den stat unsers regiments zu Insprugk schreyben und passirn.2

    ŠStraßburg, 29. März 1507.
    Innsbruck, TLA, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 111–111’ (Kop. mit Nachweis über Gegenz. J. Villinger).
    Regest: Schönherr, Urkunden, S. XXVIII, Nr. 829.

    «Nr. 132 Weisung Kg. Maximilians an Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim (kgl. Rat) »

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens aus Konstanz [Nr. 123]. Teilt auf seine Anfrage mit, daß er den kgl. Türhüter Sebastian Strasser und den kgl. Furier Reinprecht mit Anweisungen für die Beschaffung und Aufteilung der Herbergen nach Konstanz abgefertigt hat. Befiehlt ihm, diesen auf ihre Bitte hin behilflich zu sein. Befiehlt ihm weiter, den Boten zu Kf. [Friedrich] und zu Hg. [Johann] von Sachsen abzufertigen und ihnen, wie in seinem Bericht mitgeteilt, zu schreiben.

    Straßburg, 30. März 1507; präs. Konstanz, 6. April. 
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 4–4’ (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 133 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [Verhandlungen Toplers über Privilegien für Nürnberg; Nr. 97, Anm. 1. Verhandlungen über die Restitution Kf. Philipps von der Pfalz; Nr. 56]. Man druckt jetzt neue Ausschreiben, die überall in das Reich ausgehen werden. Der Termin wird verlängert. Der Kg. hat gestern den Kammermeister [Balthasar Wolf von Wolfsthal] und Ernst von Welden mit Instruktion an die Hgg. von Sachsen, den Lgf. von Hessen und die anderen in der Region beheimateten Ff. entsandt, um sie zum Erscheinen auf dem RT aufzufordern.1 Er erwartet, daß die Gesandten nicht vor dem 3. Juni (corporis Christi) zurück sein werden. Deshalb bezweifelt er, daß der Konstanzer RT vor dem 25. Juli (Jacobi) beginnen kann. Der Kg. versichert, daß er persönlich zum RT kommen werde und deshalb auch auf die Reise in die Niederlande verzichte. Er kann ihnen dennoch keine zuverlässigen Nachrichten senden, da sich unsere anschleg täglich ändern. Der Kg. hat sich sehr verändert, er ist viel allein und läßt die Leute nicht mehr zu sich. Er wird verdrießlich, und am Hof wird wenig ausgerichtet. [Streit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich um das niederbayerische Erbe; Nr. 78].

    Straßburg, 31. März 1507 (mittichen in der hl. wochen)
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden-Akten 83, Nr. 10, unfol. (eh. Or. m. S.).

    «ŠNr. 134 Reichserbmarschall Wilhelm von Pappenheim an Kf. Friedrich III. und Hg. Johann von Sachsen »

    Er hat vor einigen Tagen gemäß beiliegender Kopie an den röm. Kg. geschrieben [Nr. 123], woraufhin ihm der Kg. laut ebenfalls beiliegender Abschrift des heute eingegangenen Schreibens [Nr. 132] geantwortet hat. Dies wollte er mitteilen, mich zu derselben dinsten in aller undertänigkait willig und geflissen als ain guter, alter Sachs zu halten.

    [Konstanz], 6. April 1507 (aftermontag in den osterfeirn)
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 5–5’ (Or.).

    «Nr. 135 Vollmacht Lgf. Wilhelms II. von Hessen für Gesandte zum RT »

    Er kann zu seinem Bedauern der ihm zugegangenen und mit eren und wirden, als sich gezympt, empfangenen kgl. Ladung zum Konstanzer RT wegen seines schlechten Gesundheitszustandes und aus anderen wichtigen Gründen nicht persönlich Folge leisten. Er bevollmächtigt deshalb Sittich d. Ä. von Berlepsch, Erbkämmerer zu Hessen, und Jost von Baumbach1, um in seinem Namen beneben andern Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs ze raten helfen und zu handeln [...] alles, das röm. kgl. Mt., dem Hl. Reich, teutscher nation und gemeiner cristenheit zu eren, aufnemen und nutz dienen und reichen soll und mag, auch zu behalten derselben gerechtigkeyt und freyheyt. Erteilt den beiden Räten hiermit entsprechende Vollmacht.

    Kassel, 6. April 1507 (dinstag [in] der hl. osterwochen). 
    Marburg, StA, K 13, fol. 244’-245 (Kop.).
    Regest: Demandt, Schriftgut III/3, Nr. 1653, S. 89.

    «Nr. 136 Beschlüsse des Bamberger Domkapitels »

    Am 8. April (donerstag in der osterwochen) wurde auf Bitte Bf. Georgs von Bamberg Alexander von Rabenstein Erlaubnis zur Absenz erteilt, um mit dem Bf. zum RT reiten zu können. Rabenstein legte den üblichen Eid ab. Als Statthalter für die Dauer seiner Abwesenheit hat der Bf. am 9. April (freitags in der osterwochen) benannt: den Dekan1, ŠWilhelm Schenk [von Limpurg], Christoph von Thunfeld, Werner von Aufseß, Johann Frh. von Schwarzenberg, Eberhard Fortsch, Erasmus Zollner und Hans Braun.
    Leonhard von Egloffstein erhielt am 5. Mai (mitwochen darnach [= nach inventionis sanctae crucis]) auf ein Schreiben des Bf. [Nr. 139] hin die Erlaubnis zur Absenz, als wer er hie und volbrecht sein residenz, um zum Bf. zu reisen und mit dem röm. Kg. über die neue Belastung für die Bergwerke in Kärnten und über die Angelegenheit Wolf Gotzmanns zu verhandeln wie auch sonst die Angelegenheiten des Stifts zu vertreten. Am 11. Mai (dinstags nach vocem jocunditatis) schwor Egloffstein wegen seiner Absenz auf dem RT zu Konstanz den üblichen Eid.

    Bamberg, 8./9. April, 5. Mai 1507.
    Bamberg, StA, B 86, Nr. 2, fol. 34’-36’ passim (Reinschr.).

    «Nr. 137 Anton Tucher d. Ä. an Kf. Friedrich III. von Sachsen »

    Eine vertrauenswürdige Person teilte ihm in einem am Vortag [11.4.] eingegangenen Schreiben aus Konstanz vom 5. April (montag in den osterfeiern)1 mit, in welcher Weise sich der röm. Kg. gegenüber den Eidgenossen geäußert hat. Eine Abschrift liegt bei.2 Laut dem Schreiben sind der Ebf. von Magdeburg3 und der Hg. von Württemberg am 5. April (ostermontags) in Konstanz eingetroffen. Man warte auf die Ankunft des Kg. Dieser habe sich an diesem Tag unweit von Freiburg aufgehalten und werde innerhalb der nächsten acht Tage in Konstanz erwartet. Dort hätten bereits viele andere Ff. und Hh. Herbergen bestellt. Von anderer Seite hat er erfahren, daß der Bf. von Augsburg in der vergangenen Woche aufgebrochen4 und auf dem Weg nach Konstanz befindlich sei. Hier heißt es, die Bff. von Bamberg und Würzburg würden ebenfalls in Kürze zum Kg. abreisen. Er hofft, daß die Verhandlungen dem Wohl des Hl. Reiches dienen werden.

    [Nürnberg], 12. April 1507 (montag nach quasimodogeniti)
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 17–17’ (Kop.).
    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 84, S. 293.

    «ŠNr. 138 Hg. Albrecht IV. von Bayern an Kg. Maximilian/Kredenzbrief für Gesandte zum RT »

    Er kann der kgl. Einladung, persönlich zum RT nach Konstanz zu kommen, wegen wichtiger, dem Kg. bekannter Angelegenheiten seines Fürstentums nicht nachkommen. Er entsendet deshalb seine Räte Lic. Georg Eisenreich (Dechant zu St. Peter/München und Propst zu St. Peter am Madron) und Johannes von Emershofen (Pfleger zu Aichach) als Gesandte zum RT, die ihn wegen seines Fernbleibens beim Kg. sowie Kff., Ff. und Ständen des Reichs entschuldigen und in seinem Namen an den Verhandlungen des RT teilnehmen werden. Er bittet, diesen Glauben zu schenken und sie an seiner Stelle zum RT zuzulassen.

    s.l., s.d., jedoch wohl Augsburg, 24. April 1507, oder kurz danach.
    München, HStA, KÄA 3136, [nach fol. 230] (Konz.).

    «Nr. 139 Bf. Georg von Bamberg an Domdechant Georg Stiebar und Domkapitel des Hst. Bamberg »

    Er hat ihnen vor seiner Abreise aus Bamberg eröffnet, wie wir aus unsers allergnst. H., des röm. Kg., ernstlichen und hohen gescheften in aigner persone uf yetzigem furgenomen und außgeschrieben irer Mt. reichstage alhie zu Costenz erscheynen mussen und in unsers stifts merklichen notsachen bey irer Mt. zu handeln haben. Er hat zu diesem Zweck um die Erlaubnis zur Mitnahme Dr. Leonhards von Egloffstein ersucht, was sie jedoch abgelehnt haben. Er benötigt Egloffstein jedoch hier in Konstanz für die Angelegenheiten des Hochstifts. Die kgl. Amtleute und Bergrichter in Kärnten beeinträchtigen die bfl. Bergwerksrechte. Zwar hat der bfl. Viztum in Kärnten, Bernhard von Schaumberg, in dieser Angelegenheit mit kgl. Räten verhandelt und war zuversichtlich hinsichtlich eines positiven Ergebnisses. Durch Intrigen von eigennützigen Personen im Umfeld des Kg. wurde jedoch ein Tag vor dem Innsbrucker Regiment anberaumt.1 Da nach seinen Informationen die Innsbrucker Regenten in dieser Angelegenheit auch eigene Interessen vertreten, ist von diesem Tag für das Stift nichts Gutes zu erwarten. Sie werden die Beweisführung über die bfl. Rechte nicht akzeptieren und dem Kg. ein Urteil nach ihrem Gutdünken zusenden. Deshalb muß hier mit dem Kg. verhandelt und diesem die Rechtslage verdeutlicht werden. Ihm wurden beglaubigte Abschriften der bfl. Privilegien nachgeschickt. Da diese teilweise in Latein geschrieben sind, benötigt er einen gelehrten Rat. Fremden, nicht dem Stift angehörigen Personen kann er in dieser Sache nicht vertrauen.
    Weiterhin hat der röm. Kg. wegen des alten Streits von Wolf Gotzmann mit einigen seiner Vorgänger auf dem Bischofsstuhl2 Verhandlungen anberaumt und angekündigt, selbst in Šdieser Angelegenheit tätig werden zu wollen. Egloffstein hat wegen Gotzmann schon früher vor dem Innsbrucker Regiment und anderweitig verhandelt. Und schließlich ist dem Stift viel an seinen Geroldsecker Lehen und Schuttern, wie auch an anderen zu verhandelnden Materien, gelegen. Er kann deshalb Egloffstein nicht entbehren. Bittet sie, diesem Urlaub zu genehmigen und ihn von seiner Residenzpflicht zu dispensieren. Anderen Domherren wurde dies bereits in weniger dringlichen Angelegenheiten gewährt. Diese Sachen sind jedoch wichtig, und wir geschickt leute darzu notturftig sind, der wir dieser zeit nit bey uns und ander mit iren selbst gescheften genug zu tun haben.

    Konstanz, 28. April 1507 (mittwochen nach jubilate).
    Bamberg, StA, B 31b, Nr. 4b, fol. 14–14’ (Or. m. S.).

    «Nr. 140 Weisung Kg. Maximilians an Regiment und Raitkammer zu Innsbruck »

    Befiehlt, ihm unverzüglich die bei ihnen verwahrte Goldene Bulle samt beiliegendem Schriftstück durch den Kammerschreiber Jörg Kirchmüller zuzusenden.1

    Konstanz, 30. April 1507; präs. Innsbruck, 8. Mai.
    Innsbruck, TLA, Oberösterreichische Kammer-Kopialbücher, Bd. 33, fol. 137’ (Kop. mit Nachweis über Gegenz. Serntein).

    «Nr. 141 Ebf. Leonhard von Salzburg an Zyprian von Serntein »

    [1.] Verweist auf sein beiliegendes erneutes Schreiben an Kg. Maximilian1, daz wir aus merklicher eehaft und blodigkait unsers leibs, nachdem uns ain fluss in ain pain gesessen ist, daz wir nit wol geen noch reiten mugen und allain auf ainem wagen, und dannoch in die ferr diser zeit auch nit wol komen mochten; und daz uns auch, als du waist, von Maidburg und andern in der session auf den reichstagen irrung beschicht2, deshalben unserm stift nachtailig, auch uns schimpflich wer, uns an der herberg und ausserhalb versamlung unser herrn und frund, der Kff. und Ff., in solher irrung zu enthalten. Er bittet den Kg. deshalb, sein Fernbleiben vom RT zu entschuldigen.
    Š[2.] Er soll sich dafür einsetzen, daß der Kg. ihn deshalb nicht weiter behelligt, und ggf. auch gegenüber den Ständen die Gründe für sein Fernbleiben darlegen. Er hat Andreas von Trauttmansdorff (Domherr zu Salzburg) als bevollmächtigten Gesandten zum RT abgeordnet. Er soll gegenüber dem Kg. erklären, daß er, der Ebf., sich bislang immer gehorsam erzeigt habe und dies auch künftig so halten werde.

    Salzburg, 30. April 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 125–125’ (Or., ex.-Verm. bei der Adresse).

    «Nr. 142 Weisung Kg. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach »

    Befiehlt ihm bzw. in dessen Abwesenheit seinen Reitern in Hüfingen, sich am 6. Mai (phintztag) um 14.00 Uhr im Dorf Aldingen (Altingen) einzufinden, um von dort gemeinsam mit ihm nach Rottweil zu reiten.1 

    Tuttlingen, 4. Mai 1507. 
    Nürnberg, StA, Fm. Ansbach, Kriegsakten, Nr. 3, fol. 43–43’ (Or., Verm. amdrp., Gegenz. M. Treitzsaurwein).

    «Nr. 143 Werner Holzsattel (ebfl. Kölner Diener) und Johann Heinrich von Schmalkalden (Dechant zu Bonn, ebfl. Kölner Sekretär) an Zyprian von Serntein »

    Antworten auf die Weisung des Kg. und Sernteins an Holzsattel, sich in der bewußten Angelegenheit1 nach Konstanz zu verfügen: Sie bemühen sich darum, in dieser Sache einen gütlichen Bescheid zu erlangen, den sie stündlich erwarten. Sobald dieser erfolgt ist, wird er, Holzsattel, unverzüglich nach Konstanz aufbrechen. Er ist zuversichtlich, in den Pfingstfeiertagen [nach dem 23.5.] abreisen zu können. Bitten ihn, über die Angelegenheit mit dem Kg. zu sprechen.

    Brühl, 10. Mai 1507 (mantag nach dem suntag vocem jocunditatis). 
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/V, fol. 17–17’ (Or., Postverm.: In sin hant.).

    «Nr. 144 Ebf. Hermann von Köln an Gf. Wilhelm von Henneberg-Schleusingen »

    Er hat seine schriftliche Bitte, Johann Heinrich von Schmalkalden (Dechant zu Bonn) mit auf seine Reise zum röm. Kg. nehmen zu dürfen, erhalten, muß ihm jedoch mitteilen, daß Schmalkalden und andere ebfl. Räte bereits beauftragt wurden, in Angelegenheiten von Ebf. und Stift zum Kg. zu ziehen. Die Emissäre werden am kommenden Samstag [29.5.] von Bonn nach Konstanz abreisen. Er hat Schmalkalden jedoch die Weisung erteilt, ihm in seinen Angelegenheiten am kgl. Hof behilflich zu sein.

    Brühl, 24. Mai 1507 (montag nach dem hl. phingstagen). 
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 3555, unfol. (Or.).

    «ŠNr. 145 Kg. Maximilian an Hg. Johann II. von Kleve (entsprechend an Mgf. Christoph I. von Baden) »

    Er hat ihm auf seine Bitte hin die persönliche Teilnahme am RT erlassen, dafür jedoch die Abordnung bevollmächtigter Gesandter gefordert [Nr. 118]. Dies ist bislang unterblieben, was ihm und den hier versammelten Ständen zur Beschwerde gereicht, angesehen, daz a-du nit das wenigist glid des Hl. Reichs bist und-a an den sachen, so auf disen Reichs tag zu handlen sein, uns, dem Hl. Reiche, gemainer cristenheit und deutscher nation merklich und vil gelegen ist. Befiehlt ihm deshalb erneut, seine Gesandten unverzüglich zum RT abzuordnen, um mit ihm und den Reichsständen über die erwähnten Angelegenheiten Beschlüsse zu fassen. Dies ist er dem Kg., dem Hl. Reich, der Christenheit und sich selbst schuldig.

    Konstanz, 29. Mai 1507; präs. Kleve, 15. Juni (ipso die Viti et Modesti).
    Düsseldorf, HStA, Kleve-Mark, Akten 3144, fol. 23–23’ (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/19, fol. 75–75’ (Konz. mit ex.-Verm., Registraturverm. G[abriel Kramer]) = B.

    «Nr. 146 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Kündigt für den kommenden Samstag [5.6.] seine Ankunft in Nördlingen an. Bittet um Unterbringung in dem gewöhnlich vom röm. Kg. genutzten Haus.1 

    Nürnberg, 3. Juni 1507 (dornstag des hl. fronleichnams tag).2 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 130–130’ (Or. m. S.).

    «Nr. 147 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Kg. Maximilian »

    Die schriftliche Aufforderung, sich so rasch wie möglich zu ihm, dem Kg., zu verfügen1, ist ihm am heutigen Montagabend zugegangen. Er will seine Reise beschleunigen, so daß er spätestens am 12. Juni (komenden sambstag) in Konstanz eintreffen wird.

    Giengen, 7. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 4–4’ (Or.).