Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «1. Romzug und Verfassungsfragen »

    1.1. Reichstagsprotokoll »

    « Nr. 148  RT-Protokoll »

    [1.] 15. Mai: Rückkehr Kg. Maximilians nach Konstanz; [2.] 16. Mai: Hl. Messe im Dom, Teilnehmer; [3.] Unterredung Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten; [4.] Verhandlungen zwischen Kg. und Reichsständen wegen der Eidgenossen; [5.] Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe); [6.] 18. Mai: Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Eidgenossen); [7.] Resolution der Reichsstände (Eidgenossen); [8.] Kgl. Entwurf für eine Einung mit den Eidgenossen; [9.] 19. Mai: Gegenentwurf der Reichsstände; [10.] Verhandlungen zwischen den kgl. Räten und den Reichsständen wegen der Eidgenossen; [11.] Verabschiedung der eidgenössischen Gesandten durch Kg. Maximilian; [12.] Vortrag des frz. Gesandten Gian Antonio de Crivelli an die Reichsstände; [13.] Verhandlungen zwischen dem Gesandten und den Reichsständen über die Aushändigung seiner Instruktion; [14.] Ankündigung einer Gegendarstellung zum frz. Vortrag durch Kg. Maximilian; [15.] 20. Mai: Verhaftung des frz. Gesandten, Verlesung seiner Instruktion im Reichsrat durch kgl. Räte; [16.] Beratung der Reichsstände über den kgl. Entwurf einer Antwort an Kg. Ludwig von Frankreich; [17.] 21. Mai: Verhandlungen im Streit um Groningen zwischen Hg. Georg von Sachsen und Bf. Friedrich von Utrecht; [18.] 22. Mai: Vortrag kgl. Räte an die Reichsstände (Frankreich); [19.] Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Anleihe bei den Handelsgesellschaften zur Mitfinanzierung des Romzuges); [20.] Pfingstvesper und Pfingstmesse im Dominikanerkloster; [21.] 24./25. Mai: Beratung und Beschlußfassung der Reichsstände über die Romzughilfe und die Anleihe bei den Handelsgesellschaften; [22.] 25. Mai: Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Anleihe); [23.] 26. Mai: Beratungen der Stände über die Anleihe; [24.] 27. Mai: Verhandlungen im Streit um Groningen zwischen Hg. Georg von Sachsen und Bf. Friedrich von Utrecht; [25.] 28. Mai: Beratungen der Reichsstände über die Romzughilfe, Bildung eines Ausschusses; Beschluß zur Anleihe bei den Handelsgesellschaften; [26.] Mitteilung Kg. Maximilians an die Reichsstände über einen bevorstehenden frz. Angriff auf die burgundischen Erblande; [27.] Verlesung eines päpstlichen Breves an den frz. Kg.; [28.] Supplikation Gfin. Margarethes von Leiningen um Übereignung ihr zugesprochener Besitzungen; [29.] Ansage des Reichserbmarschalls Wilhelm von Pappenheim an die Reichsstände; [30.] 29. Mai: Beschlüsse der Reichsstände bezüglich der Gefahr eines Krieges in Geldern und in den burgundischen Erblanden und zur Supplikation der Gfin. von Leiningen; [31.] 29./30. Mai: Verhandlungen im Streit zwischen Kg. Maximilian und Kf. Jakob von Mainz um die Reichsstandschaft der Stadt Mainz; [32.] 31. Mai: Verzögerung der Erwiderung Kg. Maximilians auf den ŠVortrag des frz. Gesandten; [33.] Ankunft Hg. Albrechts von Bayern in Konstanz; [34.] 1. Juni: Verhandlungen im Streit um Groningen zwischen Hg. Georg von Sachsen und Bf. Friedrich von Utrecht; [35.] Verhandlungen zwischen Kg. und Reichsständen wegen der Eidgenossen: Abordnung reichsständischer Gesandter zum eidgenössischen Tag in Zürich, Finanzierung der eidgenössischen Söldner durch eine Anleihe bei den Handelsgesellschaften; [36.] 2. Juni: Beratung und Beschlußfassung der Reichsstände über die Anleihe; [37.] 3. Juni: Feierlichkeiten an Fronleichnam; [38.] 3./4. Juni: Verhandlungen im Streit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich um den Vollzug des Kölner Spruches von 1505; [39.] kgl. Entwurf für Mandate an die Handelsgesellschaften wegen einer Anleihe; [40.] 5. Juni: Erwiderung Kg. Maximilians auf den Vortrag des frz. Gesandten: [40a.] Vorwurf der Vertragsbrüchigkeit der Franzosen, [40b.] Unrechtmäßigkeit der frz. Unterstützung für Hg. Karl von Geldern, [40c.] Unrechtmäßigkeit der frz. Herrschaft über das Hm. Mailand, Ungültigkeit der in Hagenau erfolgten Belehnung Kg. Ludwigs XII. mit Mailand, [40d.] Widerlegung der behaupteten prodeutschen Haltung Ludwigs XII., [40e.] Bestreitung eines Bruches des Heiratsvertrages zwischen Hg. Karl von Luxemburg und Prinzessin Claudia von Frankreich durch Kg. Maximilian, [40f.] Rechtmäßigkeit der Unterstützung Kg. Maximilians für Spanien im Krieg um Neapel; [40g.] Unrechtmäßigkeit des frz. Anspruches auf Genua, Vorwurf frz. Übergriffe bei der Besetzung Genuas, [40h.] Zurückweisung des Vorwurfs der Preisgabe der Kaiserwürde durch Kg. Maximilian; [40i.] Darlegung des frz. Vorgehens gegenüber dem Papst im Zusammenhang mit der Einnahme Bolognas, [40j.] Streben Kg. Ludwigs nach Kontrolle des Papstes und Erlangung der Kaiserwürde; [41.] 5. Juni: Klagen Kg. Maximilians gegen Frankreich.

    Konstanz, 15. Mai-5. Juni 1507.
    Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (Kop., Aufschr.: Handlung des rychstags zuo Costenz. – Abgesehen von der Tatsache der Überlieferung in der mgfl. badischen Provenienz gibt es keinen Hinweis auf den Urheber des Protokolls.).

    Deus meus et dominus meus.
    [1.] Uf samstag nach ascensionis Domini [15.5.] Ao XVC septimo ist die kgl. Mt. zu Costenz obents zwischen acht und nun uhren ingerytten und mit ime diße Ff.: Wilhelm Bf. zu Straßburg und Lgf. zu Elsas, Mgf. Caßmyrus von Brandenburg, der Hg. [Albrecht] von Mechelburg, gerust, und etlich Gff., rytter und knecht und botschaften.
    [2.] Uf morndes sontags exaudi [16.5.] ist kgl. Mt. zu dem ampt der messen in den tumstift gerytten, und mit siner Mt. dise Ff., und sint gestanden in dise wyß uf der rechten hand: kgl. Mt.; der Ebf. zu Menz; der Ebf. zu Trier; deß Ebf. zu Kollen, Hg. zu Sachsen und Mgf. von Brandenburg, Kff., botschaften; Hg. Jörg von Sachsen; Hg. Friderich von Beyeren, des Pfgf. [Kf. Philipp] sun; der Hg. von Mechelburg; Hg. Ulrich von Wurtenburg; Mgf. Caßmyrus von Brandenburg; der Hg. von Lyegnytz uß der Schlesien [Hg. Georg von Brieg]; Hg. Albrechts von Beyern, des Mgf. [Friedrich] von Brandenburg und des Lgf. von Hessen botschaften. Sodann uf der lynken syten gegen dem Kg. uber: senor Constantinus [Arianiti], Hg. zu Achaia und Macedonia, des Babsts Šbotschaft; der Bf. von Mägdenburg, primas in Germania; die Bff. von Babenberg, Wurzburg, Eystetten, Straßburg, Costenz, Augspurg, Frysingen, Basel und Chur; der Bff. von Spyr und Passau, auch des tutschen ordens lantcommenturs botschaften und der apt von Salmenswyler. So sind zu end beder stend inmytten des chors gestanden der Bf. von Brixen, der Bf. von Wallyß und der Venediger botschaft. Und hat der wyhbischof zu Costenz1 das ampt gesungen und der Bf. von Costenz das ewangelium buch dem Ebf. von Menz getragen, der es furter kgl. Mt. zu kussen bracht.
    So sint gemeyner Eitgnossen botschaften, wie die von dem tag zu Schaffhusen kummen, uf dem letner gestanden.
    [3.] Zu end des ampts sint die Eitgnossen in des Bf. von Costenz hof bescheiden, und do die kgl. Mt. mit gemelten Ff. und botschaften zu inen gangen. Und hat die kgl. Mt. inen durch Gf. Ytelfrytzen von Zolre dise meynung furhalten lassen: Ir kgl. Mt. sige bericht, wie das sy sich uf dem tag zu Schaffhusen herzeigt haben alß gehorsamen und undertanen des Hl. Richs, auch ire knecht, so sy dem Kg. von Frankrich zu hylf geschickt, durch ir schriften [Nr. 217, Anm. 3] widerruft haben, des inen ir kgl. Mt. g[nädigs]t dank sag. Und dwyl sy sich zugewanten des Richs herkennen, gebe ir Mt. inen zu vernemen, das der Kg. von Frankrich in furnemen stunde, die ksl. cron [an sich zu bringen], die doch lange zyt by tutscher nation gewesen, nit on sonder blutvergiessen irer voreltern, zudem auch in willen, mit bez[w]ang den babst dohin zu bringen, das er sins willens sin musse. Wo das also furgang gewinne, haben sy selbs wol zu achten, was dem Hl. Riche und tutscher nation daran gelegen sige, mit beger, a das sy alß geborne und getruwe Tutschen-a helfen raten und handlen, domit des Kg. von Frankenrich furnemen nit furgang. Und nachdem sy siner kgl. Mt. zu willen und eren herschynen, wöll ir kgl. Mt. mitsampt der versamlung zyt und stund furnemen, mit inen zu handlen, und inen die verkunden.
    Doruf die eitgnoschense botschaft ir antwurt geben: Sy haben sich allweg bekant, dem Hl. Rich angehörig und zustendig sin, daß sy sich noch alt und jung Eitgenossen bekennen. Deshalben sy gutwillig, zu tun, was dem Rych zu eren diene und insonderheit ir lyb und gut daran zu strecken, domit die ksl. cron tutscher nation nit entzogen. Und b haben mit gutem willen und gern ir knecht abgevordert und jetz herschynen-b, auch angezeigter handlungen und stunden herwarten.
    [4.] Desselben sontags exaudi [16.5.] sint Kff., Ff. und stend des Rychs zu rat berufen wurden und von wegen kgl. Mt. furgehalten, sy heben vor ymbyß die handlung und berufung der Eidgnossen gehört, und das man mit inen handlen wolle. Demnach gebure sich, die handlung anzuvahen, dann die Eitgnossen nit lang verharren werden. So sige auch kgl. Mt. bericht, das sy sich irer meynung keinswegs vernemen werden lassen, sy haben dann zuvor mit glauben wissen deß grunds gemeyner versamlung und Šwo man inen zu irem anzug iren sold gebe und versichere. Dorumb dann irer Mt. beger, sich des furderlichen vervassen und vereinen inhalt diß zedelsc.
    d Uf solchs ist dise antwurt geben, das die stend des Reichs kgl. Mt. den romzug, ksl. kron zu holen, zugesagt. Aber mit was massen der beschehen sol, stund zu mutmassung kgl. Mt. Deßhalben ir beger, das kgl. Mt. irer Mt. reten bevelh tun wolle, zu denen sy iren ußschutz furdern wollen. Und das in sunderheit mit den Eitgnossen von einem bestentlichen friden gehandelt werde-d.

    [5.] [Wiedergabe von Nr. 219 (E)e].

    [6.] Demnach uf zynstag [18.5.] kgl. Mt. dise verzeichung der versamlung lassen ubergeben, ut sequitur: [Wiedergabe von Nr. 221 (D)]f .
    [7.] Doruf ist röm. kgl. Mt. dise antwurt worden2: Uf den ersten: Kff., Ff. und stend sigen diser und andrer dem Hl. Rich obligender sachen halber zu disem tag kommen. Deßhalben onnot, vorher verpflichtigung insonderheit den Eitgenossen zu tun. Dann es iret halben zu cleinmutigheit geacht wurde und schympflich.
    Uf den andern, drytten und vierden: Hab man ein maß, also mit den Eytgnossen zu handlen, doch dz der ander artikel gelutert werde, nemlich so sy uber 3 monat dienten, wer inen dann den sold geben sol.
    Uf den funften: Die kgl. Mt. underteniglichen zu betten, der versamlung verston zu geben, ob ir Mt. mit der summ der VIM Eitgnossen benugig sin wölle oder ob ir Mt. mer lut haben wölle, danoch wissen und haben einen anschlag zu machen.
    Uf den VIten: Das zu solicher der Eitgnossen pflycht gesatzt und verpflycht werden die ungehorsamen stend, dem Rich zustendig. Und so sich jematz ungehorsam machen und herzeigen wurd, die helfen zue gehorsame bringen.
    Uf den VII. sige gemeyner versamlung undertenige byt, ob die kgl. Mt. mer lut zu den Eitgnossen haben wolt, das dann der anzug zu allen teylen miteinander angang, domit niematz uf den andren verharren dorf. Dann so der Eitgnossen sold vor irem anzug angieng, diente zu schaden und zu verlengerung.
    Uf den achten sicht die versamlung fur gut an, zwischen dem Rych und den Eitgnossen ein verstentnus zu machen, domit jedes teyl wyß, wie es neben und by dem andren sytze.
    Der nund und letzscht artikel bedunket die versamlung gut und vonnöten.
    ŠUnd zu beschluß, dwyl die Eitgnossen sich glyder und gehorsamen des Richs herkennen, by inen zu handlen und herkunden, was sy dem Rich fur sich selbs tun wöllen.
    [8.] Nach diser antwurt, so kgl. rät genummen, an kgl. Mt. zu bringen, haben sy dise handlung fallen lassen und der versamlung furbracht, nachdem und anzeyg beschehen, das gut sige, mit den Eitgnossen einen friden und puntnus zu machen, zu dem sy dann auch gutwillig sigen, so hab kgl. Mt. ein nottel solicher pundnus begriffen lassen3, die sy liessen lesen ungevarlich diser meynung: Das gemeyne Eitgnossen sich bekennen, dem Hl. Rich anhengig sin und das sy dem Rich beraten und behelfen sin solten wider alle die, so dem Rich widerwertig, g doch uf des Richs darlegen und besoldung-g, und allezyt zu tun, inmassen ire voreltern geton und von alter herkummen were. Dogegen solte man sy by allen und jeden iren friheiten, rechten, gewonheiten und ubungen, wie sy die haben und von alter herkummen, hanthaben, schutzen und schyrmen und doby bliben lassen, ouch mit kaufen und verkaufen und anderer zuwonung und gemeynsame fryntlich und nachbarlichen halten und bliben lassen, ouch mit keynem usserm rechten bekumberen anders dann inn ee- und wuchersachen und sonst by iren rechten, wie sy das herbracht, bliben lassen und doby schyrmen.
    [9.] Uf diße verzeichung hat die versamlung ein gegenverzeichnus [Nr. 225] uf mytwoch nach exaudi [19.5.] begriffen lassen und dorin gesetzt, das die Eitgnossen als glider dem Rich getruw und gehorsam sin sollen, das nach irem vermugen helfen schyrmen nach geburlicher anzal uf iren costen und sonst uf besoldung wider das Rich und stul zu Rom nieman kein furdernus noch hylf tun, by iren friheiten bliben und gehanthabt werden und geburlich recht geben und nemen, mit kaufen und verkaufen fryntlich gehalten werden und sonst uf massen vurgender kgl. verzeichung.
    [10.] Als aber desselbigen mytwochs [19.5.] solich verzeichung den kgl. reten ubergeben und die vermeynten, das die erste zugelossen werden solt, dann die Eitgnossen sunst nit zu bewegen, auch lenger nit ufzuhalten weren, dogegen aber die versamlung beschlossen, by irer verzeichnus zu bliben und in allweg zu wissen, was die Eitgnossen dem Rich fur sich selb dienen und tun wollen, haben die kgl. rät der versamlung entdeckt, daß man die Eitgnossen lenger nit ufhalten mug; und sige auch nutz, das ire botschaften furderlichen heimziehen, dann der Kg. von Frankrich hebe sin botschaft by inen und zu besorgen, wo dz nit furkummen, das die knecht, so uß Meyland berufen, den Franzosen wider zuziehen werden. Aber der versamlung ußschutz sol sich mit inen zu kgl. Mt. fugen, do dann die Swyzer auch sigen. So werde kgl. Mt. inen herleuben mit beger, dise ding hinder sich zu bringen und einen tag zu beschluß anhand zu nemen. Dozwischen wölle ir Mt. mit der versamlung deß romzugs halb beschliessen.
    [11.] Das also beschehen und den Eitgnossen herleubt worden. Aber kgl. Mt. hat denselbigen tag den Swyzern zu den Predigern zum ymbyß ein panket gehalten und Šköstlichen wol geboten. Hat auch den Eitgnossen fur XIIIC fl. sylbergeschyrr geschenkt und under die botschaften ußgeteylet.
    [12.] Legatus regis Franciae. Desselbigen tags vor ymbys ist in der versamlung des Kg. von Frankenrichs botschaft, nemlich d[ominus] Johannes Anthonius de Crebellis, sacre theologie doctor, elemosinarius regius, gehört worden. Der nach uberantwurtung einer credenzen [Nr. 153] dise meynung furgetragen: Nach ziemlicher herbietung anmutung und fruntschaft, so sin Kg. gegen röm. kgl. Mt. und dem Rych hette, das er noch sine vorfaren, Kgg. zu Frankenrich, dem Rych widerwertigs nit gehandelt, sonder ab 300 und mer jaren sich gehalten der vereynung, zwuschen dem Rych und Frankrich ufgericht noch vermug der gulden bullen, durch Ks. Karlen den Grossen under dem gulden sigel und bullen geben.4 Aber solichs unangesehen wurde der Kg. von Frankenrich bericht durch etliche schriften [Nrr. 5, 16, 48, 168], so durch den röm. Kg. ußgeschriben wern, wie das er wider das Rych in disen artiklen solt gehandelt haben, zum ersten dem Hg. von Gelre wider das Rych bystant und hylf bewisen, zum andren Januam, die stat, so dem Rych zustan solt, dem Rich entzogen, zum drytten sin furnemen sin solte, die ksl. cron Frankenrich zuzeziehen h und zum vierden Bononien, die stat, dem babst wider zu entziehen und Penthifolen5 wider inzusetzen, auch den babest zu siner gehorsame zu bringen etc-h. Doruf er uß bevelh sins Kg. und ubergebne instruction [Nr. 154], mit des Kg. von Frankrich hand underschriben, dise bericht gemeyner versamlung gebe: uf den ersten, das der Kg. von Frankenrich bedacht, das der röm. Kg. in merglichem furnemen, sin und siner nepoten erblant zu herwitren und das Rich nit; und wo er Geldren zu siner hand bracht, das er solich Hm. furter dem Niderland und sinen erbland anhengig gemacht und dem Rych entzogen hette. So nun der Kg. von Frankrich von wegen Meylant ein F. des Richs, deßglichen der Hg. von Geldren, so heb er dem Rych zugut dem Hg. von Geldren hilf geton, damit solich Fm. by dem Rich blybe und nit entzogen wurd, dodurch er wider das Rich nicht gehandelt. Stonde auch Kff. und Ff. zu bedenken, nit das ir einer dem andren nach bezwungen, die ksl. kron erblichen uf sine erbland gestelt, die Ff. zerströwt durch ine. In dem sin herr ein besserer Tutscher dann der röm. Kg. sige. Dann so er sy hanthaben solt, sige er sy zerstöreni.
    Uf den andren artikel mit Janua: Heb dieselbe stat und herschaft alwegen zu der cron Frankrich gehört von IIIC und mer jaren, sige auch jungst Ludwico, dem meylendischen Hg., j von der cron Frankrich zu lehen gelichen6 und-j underworfen Šgewesen. Und als er Meylant alß sin erbgerechtigkeit zu sinen handen bracht, deß auch durch kgl. Mt. lyhenung und investitur entpfangen7, alles das geben, das sich dovon dem Rych und Kff. zu tun geburt, sige im durch den röm. Kg. zugesagt, by den Kff. zu verschaffen, das die in sine lyhenung willen geben. Sige im, dem Kg. von Frankenrich, nit gehalten worden, des er sich beclage. Und dwyl dann die Janueser also ungehorsam gewesen, heb er die, alß die siner cronen zustonden, zu gehorsamen bracht und mit solichen gnaden, do er uf X myl gegen der stat kummen, sigen der Jenueser botschaft mit breytem wissen papir ime entgegenkummen, und in solichem papier nit mer geschriben gewesen dann: Misericordia, misericordia. Und alß er neher kummen, aber derglichen boten und zu ingang der stat die kynd mit olyvenesten und geschruwen: Misericordia. Denen nach man und frauen mit blossen höuptern und zuruck gelassenen horen mit olivenesten und glicher wiß geschruwen: Misericordia. Darab der Kg. von Frankenrich zu barmherzigkeit bewegt und sy mit gnaden angenummen.
    Uf den drytten, do sige des Kg. von Frankenrich gemut noch betrachtung nie gewesen, die ksl. cron zu sinen handen zu bringen. Dann er sich alwegen gevlyssen der eynung der gulden bullen Karoli8 zu halten. Möcht aber sin, das er von wegen des röm. Kg. angesucht worden, helfen das Kgr. Castelle und Hm. von Burgundi zu sinen und sins suns Philipsen handen zu bringen, dogegen solt ime die ksl. cron vervolgt werden. Das er aber nit tun wellen in bedacht, dem Rich und tutscher nation nicht abzuziehen und das ime sin Kgr. gnug sige.
    Uf den vierden mit Bononia, do heb er dem babst zu heroberung derselben stat furderung getan. k So were auch sins Kg. gemut nie gewesen, wider den stul zu Rom und die cristenlich kyrch zu handlen, dann die zu mermolen mit darstreckung lyb und gut oft herrett were worden, deren exempel er begerte nachzuvolgen. Hette auch Karolus magnus die statt Bononiam der kyrchen geben.9 Darumb er dem babst geholfen die herobern. So heb auch der röm. Kg. friden und vertreg gegen ime nit gehalten und Consalvo Ferdinando etlich knecht zu hylf geschickt, dodurch er Neapolis herobert10, ouch neue heurat mit dem Kg. von Engelant gesucht etc-k.11 
    Begerte doruf an gemeyne versamlung, den Kg. von Frankenrich nit zu achten alß einen des Richs widerwertigen, sich auch gegen ime nit bewegen zu lassen, dann er sich allezyt in der verein der Guldnen Bullen gegen dem Rich halten wolte.
    Nach diser red ließ sich gemelter orator hoeren, ob jeman an disem sinem bevelh zwyflen wolte, so hette er zugegen sine instruction, die er zeygen und darlegen moechte, mit sin selbs kgl. hand underschriben.
    [13.] Uf solichs liessen kgl. ret und gemeyne versamlung ime sagen durch den Bf. von Trent, wiewol sin werbung mit zierlicher kurze verfangen, so were doch die sach an Šir selbs swer und bedenkens not. Wolten Kff., Ff. etc. sich der sachen bedenken und ir beger, sin instruction, deren er sich vernemen lassen, zu iren handen geben wolt nach sinem herbieten.
    Doruf der orator sin antwurt geben, die instruction uß handen zu geben konne er nit wol getun, dann in derselbigen etlich artikel begriffen sigen, die er mit röm. kgl. Mt. allein zu handlen habe; aber was sin werbung, an gemeyne versamlung zu tun, berure, mug man an die herberg jemans zu im schicken, woell er abschriben lassen. – Und ist im herlaubt worden.
    [14.] Diß haben kgl. raet genommen, an die röm. kgl. Mt. zu bringen. Und dise antwurt bracht des Kg. selb hantschrift, das dise furbringung sige ein unware und bose herdicht ding, deß sich auch sin kgl. Mt. verantwurten woelle und der versamlung sin unschuld dartun woelle. Und doby geredt, das kgl. Mt. woelle verfugen, soliche instruction abzuschriben und zu tutschen, demnach der versamlung die mit ir Mt. verantwurten furbringen und entschuldigen, darab sy ein gefallen haben sollen.
    [15.] Uf donerstag [20.5.] vor ymbyß sint kgl. ret wider fur die versamlung kummen und dise meynung furbracht: Kgl. Mt. heb die sinen, und nemlichen Dr. Rubren12, zu der frankrischen bot[schaf]t geschickt, die instruction abzuschriben. Und alß er uf etliche artikel kummen, heb der orator im die verhalten und nit lassen abschriben, das derselbig Dr. röm. kgl. Mt. verkundt. Doruß ir Mt. bewegt worden und hette den orator arrestieren und verwaren lassen, der ursach, das kgl. Mt. on zwifel were, daß er geworben, so im nit entpfolen, auch eins teyls siner instruction verhalten woellen, die kgl. Mt. zu irer hand genummen und doneben befunden, das er in furnemen gestanden, ein zwytracht zwuschen den Ff. und stenden deß Richs zu machen, alß er deß vyl credenzbrief by im gehabt, die sy ouch beschlossen darlegten, nemlichen an den Pfgf. [Kf. Philipp], Menz, Trier, Wurzburg, Hg. Joergen von Sachsen, Mgf. von Brandenburg, Hg. Friderich von Beyeren und andre mer Ff. besonder vorlegten. Liessen damit dieselbige instruction in welsch und mit tutscher verwandlung lesen, die in obigen ar[tik]len, wie obstat, solichs inhielt.
    Und sovyl mer, das die Kff. das gelt irs teyls von der lyhenung Meylant enpfangen hetten13 und das sich der orator vor dem Ebf. zu Trier alß gewanten kgl. Mt. und mithanthaber des lands Lutzelburg alß deßhalben suspecten fursehen solt.
    [16.] Dyß tags nach dem ymbys sint kgl. ret wider herschynen und furgewandt, das kgl. Mt. solch welsch materii tutschen lassen woell und darby sin antwurt verzeichen. Im zwifel aber gar nit, das solich werbung usserthalb des Kg. von Frankenrichs bevelh beschehe durch den cardinal von Rowan [George d’Amboise], der in betrachtung des babstumbs stonde. Der ursach so hab ir Mt. ein meynung vervasset, dem Kg. von Frankenrich by sinem herolt zu schriben, die die versamlung hoeren und glicher meynung auch schriben woellen.
    Und ist diß die meynung des vergrifs, so gelesen: Wir, N. etc., haben euers orators Johan Anthonii a[rtikel] gehoert und ganz keinen zwyfel, das er solichs von uch keinen bevelh entpfangen, deßhalben wir ine arrestiert und in bewarung genummen. Woellen Šuns des auch gegen uch verantwurten, mit beger, uns wissen zu lassen by disem unßern boten, wo ir zu befynden und wohin wir die unßern schicken sollen. Datum etc. Dem Kg. von Frankrich.
    Uf disen begriff die versamlung sich underredt und die wort „arrestiert“ und „verwart“ abgeton und dogegen gestelt: deßhalben wir ine by uns ufhalten etc.14 
    Aber doneben ist diser orator durch kgl. Mt. in verwarung genummen und wurt mit hut in der domprobstyen enthalten.
    [17.] Uf fritag nach exaudi [21.5.] umb die drytte stund nach ymbis hat kgl. Mt. Kff., Ff., botschaften und stend des Richs15 zu den Predigern, do ir kgl. Mt. den leger hat, berufen lassen und aldo mit inen zu recht gesessen. Und hat Hg. Joerg von Sachsen durch sinen marschalk16 furbringen lassen, wie sinem vater Hg. Albrechten, loblicher gedechtnus, von röm. kgl. Mt. und dem Rich in namen des Hl. Rychs verwesung und gubernament deß Kgr. [!] zu Frießland zugestalt und erblichen ubergeben sige, das dann nach sins vaters tod uf ine hererbt kummen und er entpfangen. Domit er auch dem Hl. Rich und im als gubernatori solich land zu gehorsame brechte, sich in krieg begeben und mit sinem criegvolk das byß an die statt Gruningen zu gehorsame zwungen, ouch Grunyngen so wyt benoetiget, das sy sich hetten begeben mussen, wo ime der Bf. von Utrich daran nit hynderung getan. Aber derselbig hab sich zugut den von Grunyngen wider kgl. mandata, acht, aberacht und rebellion, darinnen die von Grunyngen, herhaben [= erhoben] und sovyl gehandelt, das er, Hg. Joerg, ungeendet mussen abziehen, deß er ab den V mol hundert[tausend] fl. schaden entpfangen. Nun hab röm. kgl. Mt. ex officio citacion ußgen lassen, in craft deren er als der gehorsam herschynen; und so von wegen des Bf. von Utrich jeman mit gewalt herschyne, wolte er im sin notturft vorbehalten haben, wo nit, hoffet er, mit recht uf soliche ußgangne citacion mit ime zu volnfaren. – Und wart soliche meynung schriftlich ingelegt [Nr. 370].
    Dogegen herschynen der dechant zu St. Severin zu Kollen17 und der dechant zu St. Salvator zu Utrich [Gerhard de Sucgerode], bede dumherren zu Utrich und gesandten des Bf., mit anzeig, das sy von irem herren, dem Bf. von Utrich, ußgeschickt, röm. kgl. Mt. zu berichten uf ein citacion, so von siner Mt. ex officio ußgangen were, zu dem sy auch bevelhbrief hetten. Nun were durch Hg. Joergen ein schrift ingelegt, do wolt ir notturft hervordern, dwyl sy der hochtutschen sprach unverstendig, abschrift zu begern und inen zwen oder III tag zu bedenken zuzelassen, wolten sy die, sowyt ir bevelh das herliden moecht, verantwurten.
    Dogegen Hg. Joerg vermeynt, sy solten on gewalt nit gehoert [werden] noch icht zu begern haben.
    ŠUnd alß die Utrischen uf obigen irem furtrag bestanden, hat kgl. Mt. inen abschrift zugelassen und das bede uf witer irer Mt. tagbestymmung herschynen solten.
    [18.] Uf samstag, den hl. pfyngstoben[d] [22.5.], hat kgl. Mt. in die versamlung geschickt und durch ir Mt. raet abermals lassen furbringen des Kg. von Frankrichs gewaltsam furnemen und das not sige, die ksl. cron zu herretten und deßhalben der romzug zu furdern. Und domit der sach ein anfang geben, so heb ir Mt. einen anschlag bedacht, dem Rych wol treglich und lydlich, mit beger, den zu besichtigen und der sach furderung zu tun.
    Und ist dyß der anschlag: Diß wyl röm. kgl. Mt. halten: item XIIM Swytzer, item VIM gemeyner knecht, item IM zu roß. Das Rych sol halten XM zu roß und XXM zu fuß, der Kg. von Engellant XVC, Burgundi und Niderlant XVC, die Kgrr. Hispanien und Castell XXM, der Kg. von Navara XM, Meylant und welsche lant XM. Summa: CM und XIXM.18 
    Daruf ist bedacht genummen byß uf den pfyngstmontag [24.5.].
    [19.] Uf disen samstag [22.5.] hat kgl. Mt. umb III uhren nach mittag die Kff., Ff. und stend zu den Predigern gevordert und dise meynung furhalten lassen: Sy heben nun zu mermolen gehoert des Kg. von Frankrich furnemen wider den stul zu Rom und das Hl. Rich, do die notturft hervordern woelle, sich zu trost denen, die noch in gutem vertruwen gegen dem Rich stonden, das sige der babst und die Venediger, mit ylender hylf zu herzeigen. Dwyl aber der romzuck und des Rychs anschlag etwz verziehen moecht, heb ir Mt. bedacht, etlich knecht anzunemen und in welisch land zu schicken. Dwyl aber ir Mt. an gelt diser zyt bloß, heb ir Mt. bedacht, die kauflut und bankler oder geselschaften, so ir gewerb merglich im Rich haben, anzuwenden, ir Mt. LXM fl., soliche knecht zu herhalten, zu lyhen, inen die in jarsfryst zu bezalen gnugsamlichen vergwissen und zymlich interesse, nemlich von je XX einen ader mer, zu geben. Mit beger, das die versamlung, wo not, ir Mt. dorinnen, in sonderheit sy zu hermanen und bytten, beroten und beholfen sin woellen. Und wo das by inen mit gute nit befunden, zu bedenken, wie man sy darzu trengen mug. Dann sy einen merglichen nutz und gewynn im Rych haben.19 
    Uf solichs sich die versamlung auch byß uf kunftigen moentag [24.5.] genummen zu bedenken.
    [20.] Demnach sint die Kff., Ff. und botschaften mit kgl. Mt. zu den Predigern in den chor zu vesper gangen und zu end der vesper do bliben, demnach jeder an sin herberg gerytten.
    Uf sontag, den hl. pfyngstag [23.5.], sint die Ff. zu den Predigern zu dem ampt der hl. meß gerytten und das ampt aldo by kgl. Mt. gehoert und jeder in sinem stand gestanden glichermaß, wie ob verzeichnet.20 Und uf disen tag in der versamlung nicht gehandelt worden.
    [21.] Uf moentag [24.5.] sint noch dem ymbys die stend wider zu rat gangen und uf den kgl. anschlag, auch der LXM fl. halb underred gehabt und doch nut beschlossen, Šsonder allein verordnet, das jeder Kf. und F. einen rat, die botschaften und stett auch etlich uß iren uf morndes, zynstag [25.5.] frug, verordnen sollen, die dann die sach herwegen, iren rat vervassen und den darnach der versamlung oeffnen sollen.
    Uf den pfyngstzynstag [25.5.] sin obg[enanntem] abscheid nach der Ff. raet und andere geordneten zusammenkummen, die meynung, so hernach volget, vervasset, die nach dem ymbys der versamlung furbracht, die sy also zugelossen und des tags nach dem nachtmol den kgl. raeten ubergeben. Und ist dyß der rotschlag: [Wiedergabe von Nr. 158].
    [22.] Uf zynstag nach dem pfyngstag [25.5.] nach mittag hat röm. kgl. Mt. der versamlung uf obg[enannte] antwurt und anzeig nachvolgende replic und artikel furbringen lassen durch ire raet: [Wiedergabe von Nr. 159].
    [23.] Und alß solichs gelesen, sint die Kff., Ff. und stend abgescheidenl, das man morgen, mytwochen [26.5.], noch ymbis umb die zwey wider zusammenkummen solt.
    Uf den mitwoch sint die stend umb die zwey nachmyttag wider zusammenkummen und uf obg[enannte] artikel gesprech in iren reten gehabt und bedacht, dz jeder fur sich selbs die sach morndes donnerstags [27.5.] mit sinen raeten bedenken woelle und uf frytag [28.5.] frug wider zusammenkummen und jeder sin meynung bringen.
    [24.] Donnerstags nach dem pfyngstag [27.5.] hat kgl. Mt. die Ff. und stend des Rychs zu im zu den Predigeren gevordert und do mit inen, auch sinen raeten zu recht gesessen und in der sachen zwischen Hg. Joergen von Sachsen und dem Bf. zu Utricht dise interloquutoriam verlesen lassen: Wo die Utrischen anwalt einichen gewalt heben, der sol verhoert werden; und sy tugen solichs ader nit, sol beschehen, sovyl recht sin werde.
    Doruf die Utrischen anwaelt einen latinischen gewalt [Nr. 67] ingelegt und verlesen lassen, den Hg. Joerg nach bedacht, sover der gnugsam, das er zu kgl. Mt. hermessung stelle, unangevochten lasse.
    Demnoch die Utrischen ein lateinische materii [Nr. 371] zu verlesen ingelegt, do Hg. Joerg vermeynt, nit sin solte, sonder in tutsch gehandelt werden solt.
    Doruf kgl. Mt. bevolhen, die zu lesen mit vorbeheltung witers bescheyds.
    Und alß die gelesen, ist diß der inhalt, mit erst, m dz sy in disen gerichtszwang anders noch witer, dann wie recht were, gehellen wollten, deß sy sich jetz und zu allen molen wolten protestiert haben. Und als-m von röm. kgl. Mt. ein citacion [Nr. 66] ußgangen, darinnen claerlichen bestympt, das soliche uf vylveltig anrufen irs H. von Utrich und umb hanthabung sins rechten ußgangen were, wie das der citacion copii, so sy inlegen, eigentlichen ußwyse. Nun moecht sin, dz ir herr solichs zu mermalen also begert hette, were aber derselben zyt in besytz und gebruch gewesen der subiection und gehorsame der stat Grunyngen. Aber diser zyt were ime und sinem styft solich subiection, gehorsame und stat Grunyngen gewaltiglichen genummen und deren durch Etzwarden, Gf. des orientischen Frießlands, alß einem anhenger und party Hg. Joergens spoliiert und entsetzt durch ein vesten und schloß, so derselbig Gf. wider die statt Grunyngen buwen lassen. Deßhalben der sachen etwz enderung beschehen. Dwyl Šdann alle recht setzen, ordnen und woellen, das der spoliert vor allen dingen ingesetzt werden sol, hoffen sy, zu verordnen, das ir herr vor allen dingen wider ingesetzt und restituiert werden sol. Und wann solichs beschehen, wer dann iren herren ansprach nit herlassen moecht, dem herbute er sich, an geburlichen enden und billichen richtern rechtens gewertig zu sin. Das auch soliche restitucion billichen beschehe, wolten sy zu entschuldigung irs herren anzeigen, das die stat Grunyngen von erster fundation der styft Utrych derselbigen zustendig were, ouch der subiection halb deren lenger dann menschen gedechtnus ob den IIIC 21 jaren in bosess gewesen und durch ksl. und kgl. regalia confirmiert und bestetiget, darumb sy verhoften, das solich restitucion billichen beschehen solte etc.
    Nach verlesung diser materii hat kgl. Mt. lassen offnen, das furter in tutsch gehandelt werden sol. Ir Mt. woelle auch verfugen, das diß getutscht und Hg. Joergen abschrift davon geben werde; und sollen bede teyl witer zu handlen uf zynstag kunftig [1.6.] umb ein uhre herschynen by siner kgl. Mt. und der versamlung.
    [25.] Uf fritag frug noch dem pfingstag [28.5.], als die Kff., Ff. und stend wider versamlet, ist der hylf halben des romzugs zwyvaltige meynung gewesen. Etlich haben vermeynt, das man stracks kgl. Mt. XXM mann zusagen solte und demnach einen anschlack machen, wz jedem an solcher summ zu halten geburte. Das ander teyl vermeynt, so man ein soliche summ zusagte, wer billichen, das es dann also gehalten wurd; und so man die summa in nachvolgendem anschlag nit wol fynden wurd, miesten sy sich selbs uberlegen oder mit schanden beston. Darumb so wer ir meynung, das man zuvordersten einen anschlag an hant neme. Uß dem moechten sy sampt und sonders jeder sin vermugen bedenken und herlernen und soliche summ kgl. Mt. statlichen zusagen und halten. Und das man zu solichem anschlag einen ußschutz verordnen solte, den zu begrifen und furter der versamlung zu oeffnen. Und alß dise meynung das mererteyl worden, sint zu dem anschlag und ußschutz geordnet min H. von Menz, myn H. von Trier, des Hg. von Sachsen, Kf., botschaft, min Hh. von Magdenburg, Wurzburg und Augspurg.
    Der LXM fl. halb ist die meynung, wie vor beschlossen, das die kauflut nit zu trengen sigen uber iren guten willen.
    [26.] Es hat auch kgl. Mt. der versamlung schriftlichen lassen furbringen [Nr. 161], das ir Mt. glaublich bericht sige, das der von Arberg uß bevelh des Kg. von Frankrich in rustung sige, sich zu tun zum Hg. von Geldren und die niderlendische land zu bekriegen. Deß haben ir Mt. bedacht, den reisigen zug, so ir Mt. hab in irem costen uber wynter gehalten und versoldet, ime an die syten zu legen, und doch mit rat der versamlung.
    [27.] So hat ouch ir kgl. Mt. lassen lesen ein breve apostolicum [Nr. 160], so der babst dem Kg. von Frankenrich zugeschriben haben sol und by einem franzosischen boten, so nidergeworfen, befunden, diß inhalts, das er, der babst, durch sin, des Kg. von Frankrich, orator, Johannem Antonium de Crebellis22, vermerkt wird, das er den Š röm. Kg. umb hylf angesucht habe, dann er, der Kg. von Frankrich, in furnemen stand, Ytalia und das babstum zu sinem gewalt zu bringen, darab er ein verwundren, dann er solichs nit getan. Und wiewol im sin zug in Ytalia billich betrechtlich gewesen, so hab er, der babst, doch in im selbs nit anders betrachten noch befynden mugen, das er als der cristenlichst Kg. von liebe und gehorsame, so sine voreltern gegen dem stul zu Rom gehabt, nit abwichen werde, sonder den wie sine eltern eren und schyrmen, dorumb er wider ine kein hylf begert.
    [28.] So hat auch frau Margrete, Gf. zu Lynyngen, ein supplication ubergeben lassen, wie das sy am cammergericht urteyl, recht und exequutorial herlangt umb ir vaeterlich, muterlich und bruderlich erb. Und wiewol der Hg. von Lotheringen uf schrif[t] röm. kgl. Mt. 23 sy ingesetzt, so hab er doch jetz in irem abwesen sy wider entsetzt und den iren armen luten zu hylf dem Kg. von Frankenrich ufgeboten, mit beger, ir beholfen und beraten zu sin, domit sy by irem herlangten rechten gehanthabt werde.
    [29.] Es hat auch der marschalk [Wilhelm von Pappenheim] der versamlung angesagt, das röm. kgl. Mt. begern sige, das sy morgens, samstag [29.5.], zwuschen VII und VIII uhren vormyttag byeinander sin woellen, siner kgl. Mt. verantwortung uf die frankrische instruction zu vernemen.
    Solichs die versamlung zugesagt und derselben stund obg[enannter] artikel underred zu haben.
    [30.] Demnach samstag [29.5.] frug, alß die versamlung vereint, n ist des reisigen zugs in Geldren oder Niderland zu schicken bedacht, röm. kgl. Mt. zu bytten, wo der krieg in Gelren nit angangen, das dann ir Mt. den nit anvahen woelle, dann der dem romzug und aller handlung hyndernus bringen wurde. Wo aber der angangen were, geben sy ir Mt. die notturft und gelegenheit zu bedenken.
    Des breve apostolici [Nr. 160] halber ist nicht gehandelt.
    Der von Lynyngen halber ist beschlossen, zu röm. kgl. Mt. zu schicken und betten, was die mit recht herlangt, die exequution zu furdern und insonderheit dem lantvogt zu Hagnow [Hans Kaspar von Mörsberg] bevelh zu tun, was im Rych sige und nemblichen zuo Morßmunster, sy inzusetzen, derglichen dem Kg. von Sicilien [Hg. René von Lothringen] und Bf. zu Metz zu schriben, sy inzusetzen-n.
    Von wegen röm. kgl. Mt. uf gesterigen bescheyd ist nieman herschynen.
    [31.] Aber doneben hat der marschalk [Wilhelm von Pappenheim] ein schrift24 bracht mit anzeig, das er bevelh hebe, die dem Ebf. von Trier geben zu lesen; und wan die gelesen, alßdann solle der Ebf. von Menz ußgen.
    Und diß ist der inhalt: Röm. kgl. Mt. sige zu mermolen von dem Ebf. zu Menz angesucht, ime sin regalia zu lyhen, do ir Mt. acht, eren halb das nit tun muge, es sy dann, das er den brief, die stat Menz besagend, zuvor herußgebe; dann auch Šder Bf. Bechtold, sinen vorfaren, mit etlichen condiction und gedyng worden.25 Do aber der Ebf. vermeyne, eren und pflicht halber nit herußgeben muge, in solichem zu declarieren, was kgl. Mt. geburen woelle, ime zu lyhen oder mit verhaltung der lyhung ine zu trengen, den brief zu ubergeben oder ad depositum zu legen.
    Doruf der Ebf. zu Menz reden lassen, sin gerechti[gkeit] sige zu andren tagen zu Kollen gehoert26, do er an zwyvel stand, etlichen Ff. zu wissen sige; doby ers lasse bliben in vertruwen, sy wissen sich wol in diser sach zu halten.
    Und alß die Ff. zu rat deßhalben gangen, ist der marschalk kommen und gesagt, das ime durch kgl. canzler entboten, onnot diser sach halben ratzuschlagen und dz man stylstan solle. – Das auch also beschehen.
    Sontag trinitatis [30.5.] ist nicht mer gehandelt, dann daß uß bevelh röm. kgl. Mt. der Bf. von Wurzburg, min gn. H. von Straßburg, der kgl. Mt. canzler und noch einer mit ime deß Ebf. zu Menz gerechti[gkeit] der statt Menz halben an siner herberg zu den Barfussen bericht entpfangen ist.
    Und halt sich derselb bericht dermassen, das Menz allwegen der styft Menz gewesen, und des zu urkund angezeigt, das hohe und nidre gericht und recht von der styft do sigen, mit anzeig allerhand brieven und vertreg, ouch lyhenung der regalien und empfengnussen des Hl. Richs und confirmirten privilegien von vyl jaren. Item, das die munz und alle zunftempter von der styft ruren, nemlich markmeister, der metzger zunftordnung, der loer oder gerwer, der wullner und linenweber, der bratbecken, vischer, der grempen27 und tuchluten, des ouch brief gelegen und privilegien, den hantwerken geben, mitsampt den reversen, und nemlichen von den metzgern. Item auch gelesen ein mandat von einem röm. Kg. ußgangen, alß sich die stat von Menz hat verbunden mit den stetten Spyr und Worms28, solicher bundnus abzusten und einem Ebf. zu Menz alß irem rechten herren anzuhangen.29 Item auch verlesen ein rechtlichen spruch von Ks. Karlen den vierden uf einem Richs tag zu Frankfurt30 und die stend des Richs gesprochen, alß Ebf. Heinrich von Wyrnberg durch den stul zu Rom abgesetzt und Gf. Adolf31 zu Nassau zu Ebf. herclert und der Ks. mit des Richs stenden zu recht hervordert, ob nit, wan ein Ebf. ader Bf. durch den babst uß siner verschuldung Šabgesetzt, die undertonen billichen der pflicht und gehorsame, domit sy demselben verbunden gewesen, herlassen sigen. Und haben Ks. und gemeyne versamlung zu recht herkannt, jo sy sigen der ledig, und solich herkentnus by iren eiden behalten. Demnach gebut gemelter Ks. denen von Menz, Bf. Heinrichen zu verlassen und dem von Nassau alß irem rechten herren anzuhangen und dem gehorsame zu tun.32 Mit herbietung, wo der original halb zwyvel sin wolt, nach denselbigen zu schicken und darzulegen. Und deruf hetten auch verruckter zyt Ks. Sigmund33, Ks. Friderich34, erstmals als röm. Kg. und darnach als röm. Ks. 35, und jetz unßer allergnst. H. Maximilianus solichs confirmiert und bestetiget. Do begerte er nichts nuws, sonder wes sine vorfaren gehabt, das zu confirmieren uf inhalt obg[enannter] alter brieve. Es moecht auch von wegen des Richs nicht dargetan werden, das Menz je dem Rich zugehoert hette. Und ob inen wol zu ziten geschriben were: unsern und des Richs getruwen etc., sige der gebruch und styl, meniglichen im Rich, sy sigen weß sy woellen, also zu schriben.
    Und ist diser abscheid gemacht, die ding und artikel mit der kurze ufzuschriben, woelle man an kgl. Mt. den bericht bringen.
    [32.] Uf montag trinitatis [31.5.] sint die stend aber zu rat berufen, insonderheit kgl. Mt. verantwurtung uf die franzosische botschaft zu hoeren. Und alß man dan hinkummen, uf zwo stunden lang gewartet, sint die kgl. raet herschinen und furgewandt, dz sy von wegen kgl. Mt. mit solicher verantwurtung geschickt gewesen, uf die angesatzte stund zu herschinen; alß sy aber angen woellen, sige inen von kgl. Mt. ein missive zukummen, der versamlung auch furzubringen das furnemen, in dem der Kg. van Frankenrich gegen dem babst und den stetten Pisa und Luca stonde. Und alß sy ein stund lang darab gesessen, das mit ordnung zu verfassen, befynden sy, das inen das noch in zweyen oder mer stunden zu volnbringen nit muglich, deßhalben sy die versamlung zu dem mol nit lenger ufhalten wolten, sonder wann das geordnet und sy bereyt, wolten sy die versamlung morgen wider berufen lassen.
    [33.] Uf disen tag [31.5.] ist Hg. Albrecht von Beyern gen Costenz kummen.
    [34.] Zynstags nach trinitatis [1.6.] sint Kff., Ff. und stend zu unserem herren Kg. zu den Predigern uf die zweyten stund nochmyttag angesagt. Und nachdem die herschynen, hat Hg. Joerg von Sachsen sin replicam [Nr. 373] gegen dem Bf. von Utrich in schriften ingelegt mit beger zu verlesen.
    Zu dem auch furtragen lassen, nachdem ein citacion wider die van Grunyngen ußgangen, so were deß tags ußgang der citacion, do were er siner clag gegen denen Švon Grunyngen vervaßt, die er ouch in schriften [Nr. 379] inlegt, mit beger, die von Grunyngen weren zugegen ader nit, die zu verlesen, mit vorbeheltnus siner notturft etc.
    Und wiewol des Bf. von Utrichs anwelt zugegen, so swigen sy doch styl und teten kein inred.
    Aber von wegen der stat Grunyngen herschynen Dr. Heinrich Eckerwoll und ein magister artium [Gelmar Kanter] mit einem schlechten gewalt [Nr. 69], Hg. Joergen umb etlichen costen zu antwurten und umb costen, sy gelytten, reconvention zu tund. Solich gewalt also gelesen worden und wider Hg. Joergen begeren nicht geredt.
    Doruf die kgl. Mt. bescheiden die partien abzugen und mit der versamlung die sach furter bevolhen dem Bf. von Augspurg. Zu dem hat ir Mt. geordnet den probst von Stuckarten [Dr. Ludwig Vergenhans] und Hans Ymbern von Gylgenberg, ritter. Zu denen sollen die Ebff., auch Ff. Menz, Magdenburg, Hg. Joerg von Sachsen36 und Hg. Ulrich von Wirtenberg jeder einen rat setzen. Die sollen die sachen byß und mitsampt dem beschluß und conclusion hoeren und demnach röm. kgl. Mt. und der versamlung furbrengen, die urteylen haben zu verfassen und ußzusprechen.
    [35.] Demnach hat ir Mt. der versamlung lassen furhalten, wie er umb herlangung ksl. wurden und cron zu ere und gut tutscher nation in practica und handlung gegen den Eytgenossen gestanden, ime zu solichem romzug mit etlichen knechten zu dienen, alß das der versamlung zu wissen. Die sigen von irer Mt. etwas vertroestlich abgescheiden und doch die ding an ire puntgenossen zu bringen und uf sontag kunftig nach corporis Christi [6.6.] ir antwurt zu geben. Aber ir Mt. sige gruntlichen bericht o durch die, so die sachen gut meynen, und nemlich der Bf. van Wallys genant-o, das sy auch von dem Rych ein glaubwurdige zusag haben woellen. Do sige siner kgl. Mt. rat und begern, jemans von des Richs stenden namhaftigen und nemlichen den Ebf. von Trier mitsampt dem ußschutz, so hievor zu Schaffhusen von der versamlung wegen gewesen, zu schicken und die ding zu beschliessen.
    Das dermassen also irer Mt. vervolget worden ist.
    Demnach ir Mt. eigner person geredt, das die sachen des Kg. von Frankrich halb keynen verzuck leyden mugen und doch ein ganz wissen habe, das die Eitgnossen nit ziehen werden, sy sigen dann irs solts, wer inen den gebe, wo und wie lang, versichert. Do hebe ir Mt. ein verzeichnus deßhalben begriffen und die verlesen lassen deß inhalts:
    Das die Eytgnossen zu disem zug geben woellen VIM knecht. Und by und mit disen werden laufen und zuschlahen uf die IIM, also daß man uf VIIIM knecht versolden muß.
    Item under disen knechten werden sin vyl doppelsoelder, alß hauptlut, venrich, schriber, buttel, zallut etc.
    Item so heb der Kg. von Frankrich den monatsold etwas herhoehert, kenn man nit wol myndren.
    ŠDeßhalben ir Mt. bedacht, da solichs uf I½CM fl. laufen werd. Doch so wolle ir Mt. wol ein gedenken haben, das IIM zulaufenden knecht sonst versoldet und allein die VIM zu besolden sigen.
    Item von solichem sold muß man den Eitgnossen ein strack, gewyß zusagung tun uf disem tag; und das ir anzug ungeverlich in VI wuchen ader VII angange, dann sy sonst nit ziehen werden.
    Und domit ir Mt. anschlag und sach gefurdert, dz gelt by den kaufluten ufzunemen, woelle ir Mt. mit gutem underpfand, cleynoeten und burgen der bezalung versichern, mitsampt dem interesse zu wynachten uber ein jar [25.12.1508] zu bezalen. Wo sy aber des nit gutwillig sin wolten, ir Mt. beraten und beholfen zu sin, wie man sy hierzu trengen, angesehen die merkliche nutzung, so sy jars im Rych ufheben.
    Und alß diser zedel verlesen, herzalt ir kgl. Mt. ungeverlichen dise meynung selbs mit worten widerumb. Und under andrem redt ir Mt., das die Ff. und versamlung nit doerfen gedenken, das der romzug on die Swyzer sinen furgang haben moecht; und so obgemelt ir Mt. meynung nit furgang hette, gebe ir Mt. umb disen iren Richs tag nit einen bierenstyl oder kungswurt37. Und wolte, das er der IVM fl., so er uf dise sach gelegt, wider hette. Der pfau sige noch unzerrissen. Darumb sollen sy die sach wol bedenken. – Und domit abgescheiden.
    Haben Kff., Ff. und stend sich beredt und nach den kgl. raeten geschicht und einen bedank uf morn frug begert und deßselben tags antwurt zu geben. Ir notturft hervordere solichs swere halb der sachen. Zudem sigen der stett botschaften nit zugegen, die solich sachen auch beruren.
    Doruf kgl. Mt. ret dise antwurt bracht: Ir Mt. laß den bedank dermassen zu, das ir Mt. uf morn antwurt werde. Doerfen auch nicht mer ratschlagen noch antwurt geben dann das gelts halben.
    [36.] Uf morgen, mitwuchen vigilia corporis Christi [2.6.], sint die Ff. zusammenkummen etc. zwuschen VII und VIII vormittag. Und hat ir kgl. Mt. ein geschrift [Nr. 163], sich mit obgeschribner meynung verglichend, in die versamlung geschickt und das gelt uf ICM fl. gestelt, das in VI wuchen oder II monaten mit obgemelter meynung von den kaufluten zu haben etc.
    Doruf die versamlung beschlossen, dwyl kgl. Mt. solich gelt versichern, verunderpfenden und verburgen woelle, so woellen sy gern irer Mt. dorin beholfen sin, und so die kauflut zugegen, mit inen zu handlen. Dwyl die aber nit zugegen, wo dann kgl. Mt. daß zu gefallen, woellen sy nach inen schriben und schicken und mit inen in zuversicht, irer Mt. begerns zu herlangen, handlen.
    Und etlichen uß inen bevolhen, des tags irer Mt. dise antwurt [Nr. 164] anzubringen.
    [37.] Uf donnerstag corporis Christi [3.6.] hat man das ampt der messen im thum an morgen zu vieren angefangen und der dumdechant [Johann Bletz von Rotenstein] das ampt gehalten und kgl. Mt. senger das gesungen.
    By disem ampt sint herschynen röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und botschaften und noch irer wurden zu beden syten gestellt worden.
    ŠZu ußgang des ampts hat man die procession getan und der Bf. zu Costenz in siner bfl. gezierd und ornat das hl. sacrament getragen und neben im gangen zwen siner thumherren under dem hymmel.
    Dem sacrament hat röm. kgl. Mt. nachgangen und neben ime die zwen Ebff. Menz und Trier, inen nach die andren Ff., geistlich und weltlich, jeder nach sinem stand.
    Nach volnbringung der procession haben die Ff. kgl. Mt. an ir herberg beleytet und sint bescheiden, umb zwen wider by ir Mt. zu herschynen.
    Und alß sy zweyen kummen, sint sy zu vesper in den thum mit irer Mt. gangen. Und nach der vesper haben sy ir Mt. wider in deß Bf. hof beleitet, do dannen durch den gang uber das wasser in das predigercloster und doselbs in den garten gangen.
    [38.] Do hat röm. kgl. Mt. eigner person und mund inen furgehalten, sich halten irrungen zwischen sinem swager Hg. Albrechten von Beyeren und sinem oeheim Hg. Friderichen von Beyern als gerhaben und furmund des Hg. Ruprechten, sines bruders, nachgelassen kynder, der ursach, das verruckter zyt wylant Hg. Joergen erbschaft beruren ein anlaß und betrag ufgericht, das Hg. Albrecht die kynd uf XXIIIIM fl. jerlicher nutzung verwisen solle, deßhalben den kynden etliche steet ingeben mit namen viere, die solang inzuhaben, byß solich verwisung beschehe.38 Es haben auch solichem betrag und anlaß nach bede partien jede dry taxatores geben, die soliche jerliche nutzung taxieren sollen, dz also beschehen. Alß aber soliche taxatores sich in irem ußsprechen glich gezweyet, hab ir Mt. den Bf. von Trent zu obman geordnet, der sich dann zu den VI taxatoribus verfugt und noch herlernung des handels den dryen, von Hg. Albrechten gesetzt, mit sinem spruch zugefallen.39 Do vermeynte Hg. Albrecht, das es by solicher tax bliben sol, dann er die kynd uf die XXXM fl. jerlichen inzukummen verwisen hab. Und were sin begern, ine doruf der gegebnen underpfand und stetten wider inzusetzen. Und wan dz beschehen wer und dann Hg. Friderich ader die kynd vermeynen, mangel zu haben, woelle er inen zu geburlichem rechten gehorsam sin. Dogegen so vermeynte sin oeheim Hg. Friderich, das er und die kynd in der taxation ubergriffen und nit uber XIIIIM fl. jerlichs inkummens verwisen sigen, mit beger, inen soliche tax zu reducieren. Do were sin alß röm. Kg. begern, ime zu raten, was sich darunder geburte zu handlen, dann sy sich bedersyts zu krieg in rustung hielten.
    Doruf Kff. und Ff. nach bedacht antwurt geben, das sy fur gut ansehe, das kgl. Mt. beder Ff. beswerd und hendel verhorte, wolte die versamlung auch etlich uß inen darzugeben. So wern die taxatores, deßglichen der Bf. von Trent, der obman, hie, die moecht man irer bewegnus auch hoeren und demnach von artikel zu artikel grifen.
    Alß dise antwurt geben, redte der Bf. zu Trent, wo an sinem zufall, so er in der sachen getan, irrung und des oder in andre weg underrichtung not, die wolte er geben. Hoffte, mit rat und sonst fur sich selbs, alß einem furnemen praelaten geburte, gehandelt haben.
    ŠDisem abscheid nach fritag nach corporis Cristi [4.6.] vor mittag sint die von der versamlung zusammenkummen und zu obgemelter handlung verordnet den Ebf. von Magdenburg, die Bff. Babenberg, Wurzburg, Eystetten, Augspurg und Hg. Joergen von Sachsen.40 
    [39.] Zudem hat kgl. Mt. derselben stund gemeyner versamlung zugeschickt einen begriff einer missive an die gesellschaften der koufluten Koellen, Nurenberg, Ulm, Augspurg, Eßlingen, Ravenspurg, Lubeck etc., deß inhalts: Nachdem röm. kgl. Mt. in furnemen, zu ere tutscher nation und zugut dem Hl. Rich die ksl. cron zu herlangen und den romzug zu volnbringen, doran dem Hl. Rich und gemeyner cristenheit nit wenig gelegen, und aber das Rych in vyl hundert jaren nie solicher notturft gewesen alß jetz, so were gemeyner versamlung begern an sy, sich obgemelte notturft angesehen so gutwillig zu herzeygen und kgl. Mt. ICM fl. 41 darzulegen, die von wynachten uber ein jar [25.12.1508] inen mit guter sicherheit, vergwissung, pfandung oder burgschaft on zwifel von siner kgl. Mt. widerlegt werden und bezalt werden sollen, und sich hierin, angesehen den merglichen nutz, sy teglichen im Rych haben, gutwillig herzeigen woellen.
    Hieby ist auch von wegen kgl. Mt. begert worden, etlich mer missiven zu schriben glichs inhalts mit der ubergeschrift byß an die namen der stetten, dann man in der eil nit hett mugen alle geselschaften, und wo die ir hantierung triben, sich herkunden, uf dz, so man die witer herfure, das dann die brief geschriben und der stett namen, in denen sy ire geselschaften haben, zugeschriben wurden.
    Solichs ist durch gemeyne versamlung zugelassen.
    [40.] Ist auch von wegen kgl. Mt. begert worden, uf morgen, samstag [5.6.], frug zu acht uren wider byeinander zu sin. So wollen kgl. Mt. raet der versamlung antwurt uf der franzosischen botschaft werbung furbringen.
    Uf samstag nach corporis [5.6.] Cristi sint bij der versamlung die kgl. raet in merglicher zal herschinen, und mit denen Mgf. Casimirus von Brandenburg und die gesandten der lantschaft Burgundi. Und der Gf. von Zolre anfenglichen geredt, das durch des Kg. von Frankrichs botschaft ein furbringen gehoert, darinnen röm. kgl. Mt. hoch beschuldiget, daruß dann kgl. Mt. raet geursacht, kgl. Mt. zu entschuldigen, alß dann die in schriften vervaßt. Do were sy von wegen kgl. Mt. und deren raeten begern eigentlichen und mit vlyß ufzuhoeren, dann in solicher verantwurtung befunden wurde, das er röm. kgl. Mt. unbillichen und mit unwarheit angeben liessen und zudem, das röm. kgl. Mt. allwegen kgl. und erberlichen gegen dem Kg. von Frankenrich gehalten, aber der Kg. von Frankenrich glubd, eyd und ere gegen ime und dem Rich ubersehen zu mermolen.
    Doruf ein lange, wytsweyfende geschrift [Nr. 166a] verlesen worden und, sowyt myn gedechtnus begriffen mugen, diser meynung: [40a.] Alß sich der Kg. von Frankrich Šmerken ließ grosser anmutung gegen dem Rych, sig ein hofred on grund, vor deren sich hoch zu bewaren. Dann hernachgands mit warheit befunden werd, daß die Franzosen kgl. Mt. und Rich mit truwen nie gemeynt haben, sunder zuvor und vyl molen glubd, betraeg mit eid und entpfahung deß hl. sacraments uberfaren und nie keinmol gehalten. Darumb sich wer vur inen zu fursehen und kein glaub zu geben sige. Dann sy anders singen dann genotiert, anders lesen dann geschriben, ouch anders reden, dann ir herz ader gemut sige.
    Und alß angezeigt die Gulden Bull und eynung Karoli etc.42, dowider er noch sine vorfaren nit geton etc.: Moecht sin, das vor ainigen jaren zwuschen dem Rich und der cron Frankenrich ein betrag, mit dem gulden sigel bevestet, ufgericht worden, deren von wegen des Richs und kgl. Mt. gelebt und dowider nie gehandelt, ouch dodurch der cron Frankrich zu mermolen durch die Ff. des Richs vyl hylf und bystant bewisen, aber hinwiderumbe were der gulden bullen durch die Kgg. von Frankenrich inhalt nie gelebt worden. Dann sy sich allwegen dem Rich also widerwertig gehalten, das röm. Kss. und Kgg. an des Richs hendlen und ouch dem merzug wider die unglaeubigen gehyndert worden, das nit allein dem Rich, sonder gemeyner cristenheit zu merglichem schaden kummen. Und was tractet und betreg man mit inen gemacht, die auch mit entpfahung des hl. sacraments und eidspflicht bevestiget, so haben sy doch allwegen Gots, irer eren, eiden, brief und sigel vergessen und nie gehalten, alß man hienach eigentlich befynden werde.
    [40b.] Und beruren die hylf, so der Kg. von Frankrich dem von Gelren vermeynte billichen geton haben und mit erst anzeige, das der sige ein F. des Richs etc.: Hab die gestalt, das das Hm. Gelren sige ein furstentum des Richs, aber Karle von Eckmont, der solich herzogtum occupier, sige kein F. des Richs. Dann im auch solich furstentum keinswegs zustande uß diser ursach, das Gelren gewesen sige der Hgg. von Julch, die das von dem Hl. Rich vermant, entpfangen und getragen und demnach Hg. Karlen von Burgundy mit gehell und verwilligung derzyt röm. Ks. zu koufen geben43, der es auch von dem Rich entpfangen44 und ein gute zyt inhants gehabt, so lang byß obgemelter Karle van Eckmont sich mit lystikeit ingetrungen und ingesetzt hat. Und alß nun soliche gerechti[gkeit] uf Kg. Philipsen, siner Mt. sone, herwachsen, heb er ime zu Hagnaw im bysin des Kg. von Frankrichs botschaft, nemlichen des cardinals von Rowan, die das gesehen und mit keynem wort widerredt, gelihen45, der auch alßbald in Geldren gezogen, etliche steet herobirt und dohin bracht, das er es dem Hl. Rich zu gehorsame bracht hette, wo [nicht] der Kg. von Frankenrich ime zu sinem widerstand hylf geton hette. Uß solichem wol zu vernemen, was der Kg. von Frankrich in disem vall dem Rych zu gut oder ungut getan und gehandelt habe.
    ŠSo sige auch mit gemeltem Karle von Eckmont, der sich nenne Hg. zu Geldren, ein tractet, bestand und recht ufgericht, gesworen und versigelt, nemlichen Kg. Philipsen vor dem Ebf. zu Koellen rechtes gehorsam zu sin und das er woelle demselben Ebf. byß zu usspruch des rechten vier stett ingeben, die dann in dem tractat benempt.46 Sobald aber Kg. Philips abgezogen, habe er eid und ere vergessen, dem rechten nit nochkummen woellen, auch die vier steet nit ubergeben, das er von sinem hauptman, dem Kg. von Frankrich, dem solichs nit seltzsam, gelert.
    [40c.] Und alß witer gemeldet, das der Kg. solich hilf dem van Geldren alß ein Hg. von Meilant, das er von dem Rich entpfangen etc., geton und also billich zugut dem Rich etc., er hebe auch bezalt, was davon zu bezalen etc., sige auch soliche Hm. sin erbliche gerechti[gkeit] von siner großmuter etc.: Doruf sige diser bericht, das das Hm. Meylant on myttel, alß dz kuntlich, dem Hl. Rich zustand und ein manlehen, darumb herdichtlich geredt, das es sin erbliche gerechti[gkeit] sige. Aber wol mug sin, das der Kg. von Frankenrich, do er noch Hg. gewesen, by Kg. Karlen des cleynen zyten solich Hm. gern zu sinen henden gehabt hette und der anschlag, alß derselb Kg. Karle das Kgr. Neapolis innam, das er in sinem heymziehen derzyt das Hm. Meylant solte ingenummen haben im zugut. Were ouch die zyt beschehen, wo im nit durch etliche steend in Ytalia, so sich zusammen teten, fursorg, sich ylents uß dem land zu tund, entstanden. Doch so wurde mit senior Ludovico, Hg. zu Meylant, ein tractat und rachtung angenommen, das er dem Kg. von Frankrich geben ICM und LXXXM ducaten und solte die ansprach des Hm. Meylants gegen im absin. Ist auch demselben Hg. solicher tractat gehalten diser massen, das der Kg. von Frankrich das Hm. Meylant, ouch senior Ludwicum zu sinen handen bracht und uf disen tag in gefengnus haltet. Daruß abermals des Kg. von Frankrich grosser glaub abzunemen und das im zu solichem Hm. kein gerechti[gkeit] geburt.
    Und das er sich berumbt des investitiert [!] sin, sige nit on, röm. kgl. Mt. heb sich alles guten zu im versehen, nochdem sy in myndren stant lieb und leyd miteinander gelytten. Und alß er sin treffenliche botschaft bij röm. kgl. Mt. gehabt, tractet und friden zwischen einander ufzurichten, sige under andrem bedacht, des Kg. von Frankrich eynige dochter Claudiam Hg. Karlen, Kg. Philipsen son, zu vermeheln. Und solt röm. kgl. Mt. das Hm. Meylant inen beden, den gemahelen, lyhen p und der Kg. von Frankrich dem röm. Kg. von solicher lyhung geben IICM franken, trugen uf ICM cronen-p. Und alß das dermossen abgeredt zu Trent47 und beschlossen durch des Kg. von Frankrichs treffenliche botschaft und dornach zu Bloes48 durch den Kg. Švon Frankreich eigner person ratificiert, mit dem und entpfahung des hl. sacraments angenummen, ouch darnach zu Hagnow in gegenwerty[gkeit] etlicher Kff. und Ff. publiciert, von nuwem widerumb ratificiert und uf dem hl. ewangelio zu halten gesworen, nemlichen durch den cardinal von Rowan, des Kg. von Frankrichs gebornen frund und vettern, und sigel und brief daruber nach aller notturft ufgericht49, doruf er dann obg[emelter] massen den beden gemaheln geliehen und nit dem Kg. von Frankrich50. Dann siner kgl. Mt. gemut nie gewesen, das der cron Frankrich anhengig zu machen, sonder allein das es durch solich heurat uf siner Mt. eniklen, Hg. Karolen, alß einem F. des Richs und also zu dem Rich wider kummen und bliben solt.
    Aber in diesem hebe der Kg. von Frankrich sin sigel, brief, ere und eyd groeblichen ubersehen und kurz darnach sin botschaft zu kgl. Mt. in Styrmark geschickt und obgemelten heurat zwischen Hg. Karlen und siner dochter Claudia ufgesagt und abgesagt mit herzalung, das er durch die steend siner cronen und gemeyne lantschaft gebeten sige, sin dochter dem delphin zu vermeheln.51 Doruf er sine theologos und lehrer der geschrift befragt, die ime geraten, das er es wol tun muge zugut siner cronen, dann er der kron Frankenrich gesworen; derselbig eid beneme alle nachgenden eyd, darumb der disen alß nachgenden eyd zu halten nit schuldig sige. Daruf so hette er mussen siner lantschaft zu willen sin, und hette also sin dochter dem delphin vermaehelt. Dodurch dann die lyhenung des Hm. Meylant ir end genummen, quia cessante causa cessaret effectus52, und umb ein nuwe lyhenung dem Kg. von Frankrich [gebeten], dz der röm. kgl. Mt. nit tun woellen, sonder abgeschlagen.53 Daruß clarlich Šbefunden, das es die unwarheit, das er des Hm. Meylants investiert sige, sonder ist die tod und ab.
    Zum andren so hebe der Kg. von Frankrich, inmassen obgemelt, stracks noch solichem friden und tracteten Karlen von Eckmont wider röm. kgl. Mt. und das Rych hylf geton.
    Und zum drytten das zugesagt gelt der investitur Meylant halber nit uber das halb teil geben und das uberig sich zu geben gewidert.
    Uß dem wol zu bedenken, ob röm. kgl. Mt. des gemuts je gewesen oder noch sige, dem Rich abzuziehen und sine erbland zu breyten. Und wol zu bedenken, was in disem fall des Franzosen gemut sige, allein mit herdichten worten Kff. und Ff. von röm. kgl. Mt. als irem haupt abzuwenden, des sich doch sin kgl. Mt. keinswegs zu inen versehe, sonder das sy mer bedenken werden der Franzosen unware, herdichte und betrogne lystikeit. Dann sy singen anders dann notiert, leßen anders dan geschrieben und reden anders dann in irem gemut und herzen ist.
    [40d.] Und alß der Kg. von Frankrich in siner instruction melden lassen, das er ein besser Tutsch gegen den Ff., die zu hanthaben, dann der röm. Kg. sige, auch von siner muter tutsch geboren etc.: Sige abermols ein unware herdichtung on grund. Dann mit warheit nit angezeigt werden muge, das er und sine vorfaren dem Rich zu furderung je geneigt gewesen, aber wol zu hyndernus und abzuck. So er aber also ein guter Tutscher und dem Rych getruw, so gebe er billichen dem Rich wider das Delphinat, die Gft. Bononia, das Hm. Burgundi, die Gft. Pickardyen, die stett Arreß, St. Thomas54 und andre, dem Rich zugehoerig, dz er alles occupiert. Aber röm. kgl. Mt., die heb von dem Hm. Burgundy und der Gft. Pictardyen ime ein Michel teyl55 mit dem schwert abgewynnen mussen, und das dem Rych zugut. Daruß wol zu hermessen, welcher der best Tutsch sige. Und so er van der muter tutsch geboren, hebe er doch der Tutschen guter sytten gar wenig an ime, insonders die byßhaer tutscher nation und dem Rych zugutem herschossen sigen.
    [40e.] Und alß der Franzoß angezeigt, dz röm. kgl. Mt. an ime nit gehalten, zum ersten einen andren heurat zwuschen Hg. Karolen von Burgundi und deß Kg. dochter von Engellant gesucht etc.: Sige röm. Kg. nit gestendig, von einem beschließlichen heurat gehandelt habe oder das auch vor der zyt, ob der Kg. von Frankrych an ime gebrochen und den heurat mit siner dochter Claudia in Styrmark abgekundet, red hab lassen tun.
    [40f.] Zum andren, das röm. kgl. Mt. dem Kg. von Arrogonien etlich lantknecht geschicket, nemlichen sinem veldhauptman Consalvo Ferdinando, dodurch er Neapolis verloren: Do sige nit on, kgl. Mt. hebe gedachtem Consalvo uf VIIIC tutscher knecht zugeschickt alß einem hauptman Kg. Philippen, sins sones, sweher56; und das billichen, dann dem Kg. von Frankrich do57 solichem Kgr. nie kein gerechtigkeit zugestanden sige. Dann es ein lehen von dem stul zu Rom, do im wol geburt, der hl. kyrchen, deren Šdas eigentumb zustot, und dem sweher sin gerechti[gkeit] zu hanthaben. Sige in keynen weg wider die bundnussen und tractet. So sige ouch soliche hylf beschehen, nachdem der Kg. van Frankenrich an dem röm. Kg. mit Geldren bruchig worden und also der anhab an dem Kg. von Frankrich gewesen.
    [40g.] Die statt Janua beruren, sige des Kg. von Frankenrich anzeig ein herdichte unwarheit uß disem grund, dz Janua je und dem Hl. Rich zugestanden und von alter ein cammer des Richs sige, das dann die inwoner solicher stat bekennen, den adler gefurt und uf irer munzen den namen Conradi imperatoris munzen und schlagen.58 Deßhalben der Franzosen unwarheit am tag. Dann sy der cron Frankerich nie zugehoert habe. Und das er sy so gnediglichen angenummen sol haben, moecht wol geglaubt werden by denen, so irs wesens unherkundet. Aber die warheit sige, wo sy uberhant haben, das sy frauen und junkfrauen smehen in gesycht der eemannen, und so die das widerfechten, zudem schlagen, ouch kyrchen und kyrchenzierden rauben und dermassen handlen und irem mutwillen und uncristenlichem wesen nicht zuvyl.
    [40h.] Zum drytten, das der Kg. von Frankenrich von wegen röm. kgl. Mt., im die ksl. cron zu ubergeben, das er sinem sone zu dem Kgr. Castell und dem Hm. Burgundi helfen solt etc.: Sige ein luter herdichte unwarheit. Dann röm. kgl. Mt. an dem teyl wol wisse, wz er dem Rych und tutscher nation schuldig und pflichtig sige, das er auch zu jeder zyt alß ein frummer, ufrechter, cristenlicher Kg. gehalten mit darstreckung sins lybs und guts und mer, dann sin vermugen gewesen. Sige auch des gemuts und furnemens allwegen gewesen und noch, die ksl. cron und wurde, so uf die Tutschen durch ire redliche taten, warheit und manheit mit strytbarer hant mit swerem blutvergiessen kummen, by den Tutschen zu behalten, mit beger, die Ff., inmassen ire vorfaren getan haben, sich von ime nit wenden, sonder dozu nach irem vermugen helfen wurden und sich vor des Franzosen unwarheit fursehen und die, vor denen sy, ir wyb und kynder nit sicher sin moechten, nit uber sich regieren lassen.
    Es were ouch froembd und seltzam zu hoeren, das ein so hochgeboren, edel Kg., der sich der cristenlichst nante, solicher untugend und unwarheyten gebruchen solt. Doch so kgl. Mt. ein gedenken, daß solichs on sin wissen durch anrichtung des cardinals von Rowan, dem das und merers nit zuvyl, beschehe.
    Und verrer solich unwarheit witer anzuzeigen, so lege am tag, das das Kgr. Castelle Kg. Philippsen zu stur siner gemahel halb gewesen und das sin sweher, der Kg. von Arrogonia, ine deß on krieg ingesatzt, deßhalben ime deß Franzosen hylf on not.
    So heb der röm. Kg., zuvor und ee der Kg. zu Frankenrich Kg. worden ist, das Hm. Burgundi, besonder den meren teyl mit dem swert gewunnen, darumb sich wol solicher unwarheit zu verwundren.
    Das aber der Kg. von Frankrich nach der ksl. cronen trachte, werd im nachgenden puncten angezeigt. Und so er dem Rych nit begert abzug zu tun, gebe er billich das wider, so er dem Rich vorhat, wie das hievor [Pkt. 40d] angezeigt.
    Š [40i.] Uf den vierden, das er nie in willen gewesen, wider den stul zu Rom zu handlen, des ein gute anzeig, dz er dem babst helfen, Bononiam herobren, die von der cron Frankrich der kyrchen geben, mit subtyler anzeig guter neygung und exempel siner eltern etc.: Damit das die versamlung auch wissen habe, welhermassen er dem babst geholfen, so habe es dise gestalt, das sich der babst mit dem Kg. von Frankrich geeynet, das er ime solte beholfen sin, Bononiam zu gehorsame zu bringen, das er ime zu tun zugesagt. Und alß sy fur Bononiam kummen, hat der babst woellen hylf von den Franzosen haben. Hat er inen mussen zusagen, allen costen, so uf das hoer goet, es sige mit buchsen, pulver, nicht ußgenummen, zu bezalen, etliche uß Frankrich zu cardinelen zu machen, ime, dem Kg., alle lyhenung der pfrunden im ganzen Hm. Meylant fry ubergeben und zustellen, ouch die annaten der prelaten in Frankrich nachzulassen, das vyl merer und groesser ist, dann ob er Bononiam genummen hette.
    Und hat sin, des Kg. von Frankrich, hauptmann59 dem babst solichen glauben gehalten, das er hynder dem babst Johannem [Bentivoglio] und sine soene60 mit dem irem [in] sinen schutz gevurt etc. und dorumb von inen begert XXIM ducaten. Und doch haben sy im nach allerhand teding geben XVIM ducaten.
    Und alß er die in sin gewarsame entpfangen, haben sich die Franzosen darzu geschickt, in derselben ußzug in die stat zu fallen, die sackmann zu geben61 und plunderen oder villicht, wo es inen geraten, gar zu behalten.
    Aber durch willen des Almechtigen schickung und rat kgl. Mt. raten, so er der zyt in Bononia gehabt62, mit were der burgerschaft sige dz furkummen worden. Solchs sige der truw, wyl und hylf, so er zu dem stul zu Rom habe. q Und alß der Kg. von Frankrich subtiler meynung anzeigen lassen, das Pentefolien sune an sin wissen sich umb einen zug beworben und fur Bononien kummen, do er aber des wissen worden, heb er sy abgewendt und die sun in sin gefengnus gelegt. Heb wol by unverstendigen ein meynung und dem Kg. von Frankrich wol ein gestalt zu reden, so dz myßraten. Wo inen das aber geraten, het man wol gesehen, mit wz fursatz das beschehen were-q. So sy auch Bononia durch Karolum magnum alß ein röm. Ks. der kyrchen geben.
    [40j.] Nun clerlichen anzuzeigen, das der Kg. von Frankenrich trachte, den babst zu sinem gehorsame und die ksl. cron zu sinen handen zu bringen, do sige die warheit, das er in Frankenrich uf die sinen ein hohe, mergliche stur und schatzung gelegt hab, die inen zu geben nit wol muglich, und inen domit furgeben, das er mit solichem gelt der cron Frankrich solichen nutz und ere schaffen woell, witer und merer dann kein Kg. von Frankrich je getan.
    ŠDo sige wol menglichem zu bedenken, das er hoehers noch groesser nit getun mug, dann dise oberste ere und hoeupter ime zuzeziehen.
    Das auch solichs sin fursatz und meynung, sige daruß zu vermerken, das hievor und in kurzen jaren nit mer dann dryg franzosische cardinel gewesen. Und als Kg. Karolus, sin vorfar, gan Neapels zogen, hat er den babst [Alexander VI.] vermugt, noch dry franzosische cardinel zu machen und demnach aber dry Franzosen zu cardinel creiert, do nemlich der großmeister zu Rodis [Pierre d’Aubusson] einer.63 
    So hab dann jetz in heroberung Bononie der babst aber III Franzosen zu cardinel machen64, alles darumb, das sy den rat der versamlung der cardinelen behaupten und das merteyl haben mugen. Und wo dem Kg. von Frankrich nit intrag beschee, ist wol zu bedenken, das er jetz nach heroberung Janua[e] sinen zug furbas wider die andren stet Ytalie, alß Florenz, Senis, Luca, Pisa etc., und gen Rom oder Neapols tun wurde, dann den Franzosen noch unvergessen, das sy in nechstem vergangnem zug von solichen stetten ob den XXCM fl. ufgehoben; und dann abermals den babst trengen, mer Franzosen cardinel zu machen, domit inen hienach und in sonderheit dem cardinal von Rowan das babst[tum] mit der wal nit entgen mug und also under sich bringen.
    Und ob bedacht, das durch den Franzosen geredt, das der babst von dem Kg. von Frankrich nit clagen etc.: Moecht sin, das er und ander steend in Ytalia uß vorcht sich zu beclagen underliessen. So sy aber den ernst von wegen des Richs sehen, wurden sy sich [mit] vylvaltiger clag oeffnen.
    Mit beschließlichem begern, solichs zu ere und wolfart [des] Hl. Rich[s] alß frumme Tutschen zu betra[chten], denen der Almechtig strytbar hand und were [gegeben] heb, und die cron, so mit hohem blutvergie[ssen] der Tutschen, irer vorfaren, [gewonnen wurde], und tutsche nation den Franzosen nit hinziehen lassen, dern uber[mut] und unglauben Got der almechtig nit dulden noch vertragen, sunder inen wider den Fran[zosen] sig und gluck geben, der do mit Got dem [Almechtigen] und dem hl. Rich stet [?], in ewikeit amen.
    [41.] Nach disem liessen die kgl. raet ein andre schrift [Nr. 167] v[erlesen] uf meynung, dodurch bericht zu geben, das die Kgg. [von] Frankenrich allwegen dem Rych widerwertig, insonderheit dem huß von Burgundi, an dem und [an] kgl. Mt. sy zu vyl molen bruchig und glubd und eid ubersehen hetten.
    Zum ersten [Text bricht ab].

    «1.2. Verhandlungsakten des Reichstages und zugehörige Stücke »

    « Nr. 149 Aufzeichnung Peter Muselers (Straßburger Gesandter) über einen Vortrag Gf. Eitelfriedrichs von Zollern (kgl. Hofmeister und Rat) »

    [1.] Ansage Wilhelm Marschalls von Pappenheim an die städtischen Gesandtschaften; [2.] Darlegungen Gf. Eitelfriedrichs von Zollern: [2.1.] Notwendigkeit zu BeŠratungen über die Gefährdung der Kaiserwürde und des Papsttums durch Frankreich und über [2.2.] das Problem der Rückgewinnung Mailands, [2.3.] Absicht Kg. Maximilians zu einer Neufassung der Goldenen Bulle, [2.4.] bevorstehende eidgenössische Tagsatzung in Schaffhausen, [2.5.] Vermittlungsversuch im Landshuter Erbfolgestreit auf dem bevorstehenden Schwäbischen Bundestag in Überlingen.

    Konstanz, 1. Mai 1507.1 
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 91–91’ (Or., Dorsalverm.: Peter Museler von Costanz.) = Textvorlage A.

    [1.] /91/ Uf den meytag [1.5.] ist dürch den marschalk von Bappenheim der von Metz, Frankfürt und uns von Stroßbürg botschaften geseit, zü gon zü dem Gf. von Zorn, der werd uns begeren zü erkennen geben. Sint wir in sin herberg gangen zü im.
    [2.] Hat er angehaben und geseit, kgl. Mt. hab im befolen, uns zü sagen, die meinüng lend uf zweyen artikln, inhalt des mandats [Nr. 8], so usgangen sy:
    [2.1.] Der erst, wie kgl. Mt. den Rom züg volbringen möcht, wan der Kg. von Frankrich understünd, im intrag zü tün und vermeint, unsern hl. vater, den bobst, auch die leion2 der kardanel under sich zü bringen, und domit er möcht Ks. werden des ganzen Richs. Und wiewol der Kg. von Frankrich solichs nit offlich det, so schrib er sich doch „pater patrie“3, domit er sich understünd, mit beschidikeit hininzübringen, das allen Dütschen swer und verachtlich wer.
    [2.2.] Der ander pünct wer, wie man Meylant wider zü handen bringen möcht zü dem Hl. Rich. Wan die Genüweser und Walen ruften stets umb hülf, wan sy woltent in der den Franzosen nye sin. Es haben aüch die von Genüwa der Franzosen wol IIM dot geslagen.
    Da sy kgl. Mt. beger an das [!] Rich stend, ein rotslagen zü haben, wie dise püncten iren furgang möchtent gewinen, und ob wir wolten, so möchten wir der anderen botschaften erwarten.
    Uf solichs sint wir abgescheiden, uf die andern zü warten.
    [2.3.] Es wolt oüch kgl. Mt. die Gülden Bül lassen ernüwen, domit nit ringer [!] zwischen den stenden des Richs ferer me wird.
    [2.4.] Es würden oüch die Eitgenossen uf sündag post crucem [9.5.] gen Schafhusen komen, in hoffnüng, gut anwürt zü geben, domit sy würden dem Kg. von Frankrich abgezogen und sich zu dem Rich tün.
    [2.5.] Uf den obgenannten tag würt oüch ein tag zü Uberlingen zwischen den peyrischen Hh. in bysin des Bünds verwant, wolt kgl. Mt. ouch bysin.

    « ŠNr. 150  Eröffnungsvortrag und Rechenschaftsbericht Kg. Maximilians über seine Regierung »

    [1.] Beratungen der RTT in der Regierungszeit Kg. Maximilians über Maßnahmen gegen die Expansion Frankreichs; [2.] Aufwendungen des Reiches und Kg. Maximilians für die Außenpolitik, persönlicher Einsatz Kg. Maximilians; [3.] Feldzüge Hg. Karls des Kühnen gegen Neuß, Lothringen und die Eidgenossen, Verheiratung Ehg. Maximilians mit Hgin. Maria von Burgund; [4.] Geldernkrieg (1479–1483); [5.] Krieg gegen Kg. Ludwig XI. von Frankreich um das burgundische Erbe; [6.] Königswahl Maximilians I., Gefangensetzung in Brügge (1488); [7.] bretonischer Brautraub (1488); [8.] Ungarnkrieg; [9.] Aufstand gegen den niederländischen Statthalter Hg. Albrecht von Sachsen; [10.] Usurpation des Hm. Geldern durch Karl von Egmond; [11.] Krieg gegen Frankreich um Burgund, Frieden von Senlis (1493); [12.] Tod Kg. Matthias Corvinus’ von Ungarn (1490), Verhandlungen des Nürnberger RT (1491) über eine Ungarnhilfe, Schuld der Reichsstände am Verlust Burgunds und der Eroberungen Kg. Maximilians in Ungarn; [13.] Türkenzug Kg. Maximilians (1493/94), ausbleibende Unterstützung Ungarns bei der Türkenabwehr; [14.] Geldernfeldzug Kg. Maximilians, Italienfeldzug Kg. Karls VIII. (1494); [15.] Verhandlungen auf dem Wormser RT (1495) über eine Italienhilfe, Italienfeldzug Kg. Maximilians (1496); [16.] Verhandlungen über eine Frankreichhilfe auf dem Freiburger RT (1498), Krieg Kg. Maximilians gegen Kg. Ludwig von Frankreich; [17.] Geldernkrieg, Schweizerkrieg (1499); [18.] Eroberung Mailands durch Kg. Ludwig von Frankreich, Verhandlungen auf dem Augsburger RT (1500) über Mailand, Verhandlungen Kg. Maximilians mit seinen Landständen; [19.] Reichsregimentstag zu Nürnberg (1501), Absicht Kg. Maximilians zu einem Italienzug; [20.] Krieg gegen Geldern (1503), vermutliche Vergiftung Ehg. Philipps durch die Franzosen; [21.] Landshuter Erbfolgekrieg (1504/05), Beilegung auf dem RT zu Köln (1505); [22.] Geldernkrieg und Friede von Tiel (1505); [23.] Beschluß des Kölner RT über eine Reichshilfe, Ungarnfeldzug Kg. Maximilians (1506); [24.] Vorbereitungen Kg. Maximilians für den Romzug, Widerstand Venedigs und Mgf. Francescos von Mantua; [25.] Vorbereitungen Kg. Ludwigs von Frankreich zu einem Italienzug, Einberufung des Konstanzer RT; [26.] Gefahr einer Usurpation der Kaiserwürde und des Papsttums durch die Franzosen, Aufforderung an die Reichsstände zur Beratung und Beschlußfassung über Gegenmaßnahmen, Beitrag Kg. Maximilians.

    Act. Konstanz, wahrscheinlich 1. oder vielleicht 2. Mai 1507.1
    Š Wien, ÖNB, 47.Nn.276 [= MF 6712], unfol. (Druck – durch Johann Schöffer, Mainz 1507 – mit späteren Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen) = Textvorlage A. München, BSB, 4 Eur. 330–10 (Druck, wie A) = B. Göttingen, SUB, Histor. 657, Bd. III, fol. 469–488 (Kop., Aufschr.: Proposition faicte par l’empereur Maximilian contre le roy de France aux estatz de l’Empire assemblez à Costance en l’an 1507. Überschr.: Proposition Ks. Maximiliani auf dem reichstag zu Costenz Ao. 1507.) = C.
    Druck: Wiesflecker-Friedhuber , Quellen, Nr. 44, S. 152–160; Spalatin , Leben, S. 204–220.2

    Ain kurtzer begriff, in eyl gefasst, was gstalt vnd maynung der Allerdurchleüchtigist, großmechtigist Fürst vnd herr, herr Maximilian, Roͤmischer Künig, zuͦ allenzeiten merer des Reichs, zü Hungern, Dalmacien, Croacien etc. Künig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, Hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant etc. vnnd Phallentzgraue etc., vnnser aller genedigister herr, die zeit jrer Maiestat regierung bisher von des heiligen Reichs vnd teütscher nacion gemains nutz vnd wolfart wegen gehandelt, fürgenomen, dargestreckt vnnd getan, was auch jr Maiestat darzuͦ von dem heiligen Reich geniess vnd hilff empfangen vnd gehabt vnd wie jr Künigclich Maiestet soͤlchs den Churfürsten, Fürsten vnd Stenden des Reichs auf gegenwürtigem Reichstag zuͦerkennen geben, Sy dess erjnnert vnd darauf zubehaltung Kayserlicher Cron bey teütscher nacion zuͦ dem Romzug ermant hat.

    [1.] Zu ainem eingang ist zu betrachten, Das bei zeiten vnd regierung jrer Romischen Künigklichen Maiestat aus obligen vnd notdurfften des heiligen reichs vnd teütscher nacion, so zum tail hienach erzellt vnd beschriben werden, Newn3 Reichstag gehalten sein vnd yetzo der zehendt gehalten wirdet, der das heilig Reich vnd teütsche nacion mer dann die vorigen all Newn betrifft, in ansehung der grossen macht des künigs zu Franckreich, so Er durch Maylandt vnd Britani erobert hat; darauff not vnd guͦt ist, das die Roͤmisch Künigclich Maiestat, auch die Churfürsten, Fürsten vnd Stende des Reichs die vergangen Newn Reichstag, vnd was darauff gehandlt vnd außgericht sey, aigentlich betrachten vnd vernemen.
    Dann solch Reichstag vnd handlungen alle sein durch die Roͤmisch Künigclich Maiestat fürgenomen, gehalten vnd beschehen, Allain des guͦten, begirlichen willens vnd gemüts, dardurch des heiligen Reichs vnd teütscher nacion grenitzen zubehalten, zustercken, frid vnd recht zuͦmachen vnd dannen zurichten vnd nu die Kaiserlich Cron dem Roͤmischen reiche vnnd allen teütschen zuͦ lob vnnd eren zuerholen.
    [2.] Vnnd auff das alles hat jr Kü. Mt. vonn allen gedachten reichstagen in Sechtzehen jarn, so jr Kü. M. in der regierung gewest ist, vom Reich nit mer gehabt in gelt Švnd an kriegsvolck dann Fünffmal hunderttausent güldin vnd vngeferlich von dreyen bis in viermal hunderttausent güldin, so man jrer Maiestat noch ausstendig schuldig bleibt. Doch dareyn nit gerait die hilf, so weilend Kayser Fridrichen, hochloͤblicher gedechtnüs, wider die Fleming4 zuͦ erledigung Künigklicher Maiestet, wie hernach steet, beschehen ist.
    Daenntgegen hat jr Roͤ. Kü. M. von jrer Mt. erblanden Osterreich vnd Burgundi zuͦ errettung vnd behaltung derselben, damit die bei jrer Mt. geschlecht, den loblichen Fürsten von Osterreich, bleiben vnd dem heiligen Reich vnd den teütschen wider manigfaltig nacion, als Frantzosen, Hungern vnd vngelaubig, ain schilt vnnd aufenthalt sein moͤchten, auch also dem Reich vnnd teütscher nacion zuͦ handthabung, nutz vnnd guͦtem verzert vnd dargestreckt ob hundert mal hunderttausent güldin vnd noch souil mer, das nit zurechnen noch zu gedencken ist.5 a Darzuͦ vil tausent nacht jr Kü. M. schlaf abgebrochen vnd gar nach alle jr Mt. tag, mer dann kain lebend noch vergangen mensch ye getan hat, in müe vnd arbait, wie menigclich waißt, verzert-a. Das auch noch teglich vnnd nechtlich tuͦet vnd hinfür, als lang jr Mt. iar vnd leib vermoͤgen, zuthuͦn willig vnd vrbittig. Daraus wol zuglauben vnd abzuͦnemen ist, wo das Reich jr Kü. M. zuͦ jrer Mt. vnd des Reichs fürnemen vnd notdurfften ain güldin geraicht, das jr Kü. Mt. jrs camergüts, vnd das jr Mt. sunst von got vnnd dem glügk zügestanden ist, auch von jrer Mt. Burgundischen vnd Osterreichischen landen denselben, auch dem Reich vnd teütscher nacion zuͦ nutz vnd guͦtem, wie obsteet, allweg daenntgegen hundert güldin dargestreckt, damit sich jr Kü. Mt. so seer emploͤst vnd verkümbert, das jr Mt. füran (wie geern Sy das tete) nit so wol als bißher stat hat.
    Zuͦsambt dem hat sich jr Roͤ. Kü. M. als ain geborner Ertzhertzog vonn oͤsterreich vnnd gehorsamer teütscher Fürst aus goͤtlicher schicklichait, der auch dem Reich den Aid tuet wie ander gehorsam teütsch Fürsten, sunst mit allem dem, dz jrer Mt. zuegestanden ist durch heyrat vnd ander natürlich succession in manigfaltig weg an Künigreichen, landen vnd leüten jr Kü. Mt. gebluͦet nach, das dann wol erkandt vnd der mechtigisten ains vnder den teütschen ist, alzeit getrewlich, gehorsam vnd milt erzaigt vnd gehalten b vnd nu Ainsunddreissig iar das harnasch gefüert-b, dem Roͤmischen reich vnd teütscher nacion zuhandthabung vnd rettung jr natürlichen gerechtigkaiten vnnd wolfart.
    [3.] Nun ist zugedenkhen, was gestalt sich weilendt hertzog Karl von Burgundi vnderstanden hat, durch hilf etlicher Churfürsten, die dann weilend Kayser Fridrichen widerwertig waren, zuͦ regierung des Roͤmischen reichs in teütscher nacion gewaltiger Švicari zuͦwerden, dardurch sich der krieg vor Neyss zwischen Kay. M. vnd dem Reich, auch jm, hertzog Karlns, erhueb.
    Als Er aber Neyss so bald nit erobern kundt vnd dz wasser, genant die Aar, behalten vnd jnnen het, deshalben das Reich nit zuͦ jm vnd jn darumb nit bestreiten mocht, fieng sich an des Reichs heer widerumb zuertrennen; in mitler weyl aber der Hertzog von Lotringen aus anweisung vnd raytzung des Künigs zuͦ Frankreich, auch aus schuldiger pflicht, damit Er dem reich verwant was, fiel auf hertzog Karln, griff jn an vnnd schicket daneben sein bottschafft zuͦ Kay. M. vnd liess werben vmb pundtnüs mit jr Mt. vnnd dem Reich, darinn Er sich erbot, den krieg wider hertzog Karln zuͦ vben, dardurch Neyss desterbelder erret worden war. Aber ee dieselb pundtnüss aufgericht ward, bedacht sich hertzog Karl vnd betrachtet den mercklichen costen, so jm auff vnnderhaltung des velds gegen dem Reich geloffen wer, zuͦsambt dem, das Er besorgt, Neyss nit so gach zuͦerobern, vnd gieng mit Kay. M. vnnd dem reich in ain tractat6, Zoch darauf vber den hertzogen zuͦ Lotringen als sein newen veind, vnderstünd denselben zuͦuertreiben vnd nam jm des ain vrsach, als gehoͤrt derselb von Lotringen nit in teütsch nacion, wiewol das heilig Reich vnd all teütsch nacion mitsambt Kay. M. in berürtem tractat gemainlich begriffen warn. Als aber hertzog Karln zuͦ wissen ward, wie die Aidgnossen dem von Lotringen helffen wolten, do zoch Er wider die selben, die suͦchten rugken an das haus Osterreich vnd etlich Reichstet von der Elsassischen verain, vnd verlor sein ersten Streit vor ainem schloss vnnd Statl, genant Granssen.
    Darauf sich hertzog Karl widerumb versamblt, zoch auff die Aidgnosschafft, schluͦg sich für ain Statl, das Sy jm nach der schlacht abgewunnen hetten, genant Murtten, daselbst Er abermals ain streit verlor. Da jm nu solich vnsig zuͦstuenden, begab Er sich der gstalt, das Er an weilend die Kay. M. werben liess vnd sich erbot, mit jrer Mt. vnd den teütschen zubefriden vnd sein tochter [Maria] Kaiserlicher Mt. Sun, desselben mals Ertzhertzog Maximilian, zuͦuerheiraten, vmb dz die Kaiserlich M. die teütschen abuordern vnd jm doch vergoͤnnen solt, sich an dem von Lotringen zu rechen. Welche ytzgedachte sein tochter Er dem bemelten Ertzhertzog Maximilian vor nye verheiraten wolt, die Kay. M. machet jn dann zuͦ vicari des Reichs, wie ob steet; das aber jr Kay. Mt. mit nichten tün wolt, dann jr Mt. west, dz solich hertzog Karls anmüeten beschach aus practica etlicher Churfürsten, die zuͦ jrer Kay. M. nit guͦeten willen truegen, darumb auch jr Kay. Mt. die teütschen nit abuordern noch den heirat eingeen wolt, Es wer dann, das hertzog Karln den von Lotringen, der die Kay. Mt. ainer pundtnüs, wie obsteet, vertroͤst het, bey sein landen bleiben liess, mit der erbietung, wo der von Lotringen ichts wider hertzog Karln aus anweisung des künigs zuͦ Franckreich gehandelt het, das jr Kay. M. mitler darynn sein wolt. Als nu hertzog Karl merket, das die kay. M. auf derselben mainung verharret, bewilligt Er sich in den gedachten heirat, Auch darzuͦ alle spenn in jrer kay. Mt. hennde zustellen, schiket darauf den Prothonotari [Georg] Hasler zuͦ jrer Mt., mit beuelh, den heirat vnd die rachtigung also zuͦsliessen. Dweil aber der hasler neben soͤlhen seinen beuelhen von Kay. M., auch hertzog Karln vnd andern mer Fürsten vnd herren fürderung brief vmb ain Cardinalat geen Rom erlangt het, die Er gen Rom Šgeschikt vnd hertzog Karls beuelhen ausgewart haben solt, da zoch Er mit allen briefen gestracks geen Rom, verhoffet, Cardinal zuwerden, vnnd vermaint, hertzog Karl solt auf jn, bis Er von Rom zuͦ dem Kayser kumen wer vnd von dann antwort bracht het, gewart haben; des kam Er aber in verdriess, wolt auf sein widerkunft von Rom nit warten; vnd als Er sich nach dem streit vor Murtten widerumb gesterckt het, zoch Er dahin gen Nanssen, der maynung, dieselb Statt zuͦerobern. Darnach kam der Prothonotari hasler wider vonn Rom mit den obberürten brieuen zuͦ Kay. Mt., was nit Cardinal worden, vnd jn vier tagen, nach dem Er sein Audientz hett vnnd dweil sich die Kay. Mt. bedacht, jm antwurt zugeben, kam gewisse mär, das Hertzog Karl durch den von Lotringen vnd die Elsassisch verain vor Nanssen aber befochten vnd sein person da erslagen was.7
    Darauf nam die Kay. Mt. weilend Hertzog Karls brief, den heyrat berürend8, vnd schicket damit Hertzog Ludwigen von Bairn, genant von Vallentz, Margraf Joͤrigen von Baden, derzeit bischouen zü Metz, vnd den Prothonotari Hasler zuͦ weilend hertzog Karls landschafft vnd liess in crafft derselben brief werben umb weilend jres herrn ainige tochter, dieselb Ertzhertzog Maximilian zuͦuerheiratn; darein sich dann die Land, die von natur boͤss Frantzoͤsisch waren, vmb dz durch des künigs von Franckreich practick jr herr vnd landsfürst erslagen was, bewilligten vnd begaben, damit soͤlher heirat also für sich gieng vnd volzogen wardt, dardurch Ertzhertzog Maximilian der teütschen nacion zuͦ Ern vnd aufenthalt wider Franckreich als des Roͤmischen reichs vnd der teütschen natürlich erbfeind vnd durchechter souil destmer grenitzen behalten vnd erweitert hat.
    [4.] Item zuͦ derselben zeit, als hertzog Karl erslagen was, sluͦg dz land Gheldern vmb vnd fiel von Ertzhertzog Maximilian vnd teütscher nacion an die Frantzosen, darauf aber derselb Ertzhertzog Maximilian den Künig zuͦ Franckreich vnd dz land Gheldern bekrieget mit ainem drey jerigen krieg, erobert auch dasselb land vnd bracht das dem heiligen Reich als ain lehen desselben widerumb zuͦgehorsam; vnd het dz darnach wol zehen jar berüeblich jnn mit guetem willen, lieb vnnd gehorsam der landtschaft, wiewol es darnach durch verretterey der frantzosen widerumb verlorn ward, wie hernach volgt.
    [5.] Als nu der Künig zuͦ Frannckreich, nemlich Ludwig der sechst9, soͤlhs vernam, vnd dz der berürt heirat beschehen vnd beslossen ward, erzürnet Er sich vnd huͦb an, das haus Burgundi zubekriegen, daran Er durch verretterey vnd practick etlich land gewan vnd darzuͦ mit pranndt ain grossen schaden tet, vermaint, damit zurechen, das sich die Burgundischen land an dz Reich vnd teütsche nacion geslagen hetten.
    Dem enntgegen zoch Ertzhertzog Maximilian den Burgundischen landen zutrost vnd begab sich mit seiner person, die noch jung was, auch mit vil sein tewrn vnd redlichen leüten aus freyem danck in so ain harten, strengen krieg auf wasser vnd lande wider die frantzosen vnd jr mitthelfer, dero ain grosse antzal was, beharret auch den etweuil jar on vnderlass vnd on alle des Reichs hilf, das Er nye beswarn vnd anrüeffen Šwolt, sunder auf sein aigen costen, vnd verkrieget also ain vnzalber gelt, c erlitt daneben an seiner person mitsambt seinen tewrn, redlichen leuten (dero manig tausend erslagen, doch souil vnd mer tausend der veindt herwiderumb nidergelegt vnd auch erslagen wurden) solhe grosse not vnd müe in seiner iugend vnd ersten mandlichen jarn, dergleich kain mensch nach Cristo am oͤlberg nye erlitten; darumb jm auch got biss auf heütigen tag souil eren vnd sig verlyhen, das Er (wo Er persondlich gewest ist) kain streit nie verloren noch schmach eingelegt, sunder alzeit der loͤblichen teütschen nacion vnnd dem heiligen Reich jr grenitzen vnd Eer verwart, mer dann kain teütscher, der ye geborn ward, getan hat-c. d Wiewol Barbarusse etwas darein reden vnnd jm gleichen moͤcht ausserhalb teütscher land, dz ist nu on not zudisputiern. Sy moͤgen baid der Eren vnd rumbs in der welt werdt sein-d, Als menigclich waist vnd wol zuglauben ist, zuͦsambt dem, das soͤlhs in künftig zeit mit warhaften Cronicken, so seiner Kü. M. nach gemacht, bewisen werden.10 Vnd wiewol vil frumer, redlicher vnnd tewrer teütschen, die Kü. M. woltat vnd güten handlungen wissen haben vnnd zeügknüss geben moͤchten, pelder, dann Kü. Mt. vnnd den teütschen not vnnd guͦt ist, abgangen vnnd on zweifel gen hymel gefarn, so sein doch derselben noch ain guͦter tail in leben.
    [6.] Als nu Kay. Mt. sun Ertzhertzog Maximilian vmb seiner schicklichait vnd des willen, das Er nu worden was ain schilt der teütschen wider die frantzoͤsisch nacion, die dann, wie obgeschriben steet, vnderstuend, das heilig Reich anzufechten, zuͦ Franckfort zuͦ Roͤmischem künig erwelt was, Darauf der künig zuͦ Franckreich vngesettigt voriger anfechtung die Lüticher auf jr Kü. M. hetzet vnd beweget, die aber jr kü. M. erobert vnd darzuͦ auf den kuͦnig zü Franckreich zoch, in dem derselb von Franckreich ain mewterey durch die Fleming wider die Roͤ. kü. M. zuͦrichtet, das jr Mt. gefangen ward. Darauf dann weilend die Kay. M. das Reich vnd die teütschen beweget, dz Sy sich erhüeben vnd Kü. M. zuͦ erledigung hinab zohen; vnd wiewol jr Mt. vor jrer zuͦkunft durch jrer Mt. kriegsuolck erledigt, so warn doch die Fleming von Kay. M., dem reich vnd den teütschen vmb jr vbeltat an jrm herrn, dem Roͤ. kü., vnd den teütschen begangen, mercklich gestrafft.
    [7.] Nachmals vnderstuend sich der künig zuͦ Franckreich tirannischer zuesprüch zuͦ dem hertzogthumb Brittani, vrsachet vnd beweget denselben hertzogen [Franz] zum tod, der gestalt das Er jm seine Ret mit gelt vnnd guͦt corrumpieret vnd verkeret, das Sy dem künig zuͦ Franckreich seins fürnemens anhiengen vnd gestatten. Vnd als der hertzog von Britani (der dann poͤs frantzoͤsisch was) ains mals mit seinen reten in ainem rat handlt vnnd soͤlcher seiner Ret verkert gemüet vernam, des Er sich hoch behertziget, wischt Er im rat auf vnd gieng heraus ain stieg ab zuͦ seinem zimer werts vnd aus unmuͦet, zorn vnd swern gedancken, Auch aus alter vnswari seins leibs misstrat ŠEr an der stieg vnnd schoss mit dem kopf die stieg ab, zerknü[r]schtet das genick, das Er in kurtzen tagen darnach starb.
    Derselb von Britani verliess ain iungs toͤchterlin [Isabella], das ward Roͤ. Kü. M. sun, weilend Künig Philipsen zuͦ Castilien, auf dieselb zeit noch jung verheyrat vnnd starb auch bald nach dem vatter, als man sagt, durch vergeben ains frantzoͤsischen artzts. Aber die annder tochter [Anna] ward errett vnd dem Roͤmischen künig nach abgang seiner vorigen gemahel, der vonn Burgundi, vermahelt.
    Jn dem reputierete vnd widerwarf der künig zuͦ Franckreich des Roͤ. künigs tochter [Margarethe], die jm verheirat was, bezwang vnd entfüert jm auch mit werhafter handt die hertzogin von Britani, jr Kü. M. vermahelt, vnnd nam das gantz land ein mit gewalt wider got, Er vnd recht durch gelt vnd verretterey, das doch so mechtig ist, das es jerlich ordinarie wol viermal hunderttausend güldin vermag vnnd alweg am dritten oder vierten jar vier- oder fünffmalhunderttausend güldin an stewrn.
    [8.] Wo nu der Roͤmisch künig in Niderlannden bleiben moͤgen, het jr Mt. soͤlichs alles wol fürkumen vnd erretten mügen, Aber not was, das jr Mt. jrem herrn vnd vater, dem Roͤmischen kayser, gegen den Hungern, die jn hart vnd gewaltigclich anfachten, hilf vnd beistand bewise, dweil jrer Kay. M. in andre wege nit so uil, als not gewest wer, geholfen ward. Dann wo jr Roͤmisch Kü. M. solchs nit gethan, hetten die Hungern gar herauf in dz Reich vberhandt genomen, Als auch der Künig von Hungern nach der Kayserlichen Cron trachtet, wie Künig Girsick [Podiebrad] von Beheim ains mals gethan hat, Auch hertzog Karl von Burgundi vor Newss, wie obsteet, vnd yetzo der künig zuͦ Franckreich stetigs tuͦt, die all drey haben bey yetziger menschen gedechtnüss vnderstanden, das Roͤmisch reich durch practiken vnd mit dem swert züerobern vnd den teütschen zuentziehen.
    [9.] Als nu die Roͤmisch Kü. M. dem vatter also zuhilf heraufzoch, verordent vnd liess jr Kü. M. an jrer stat daniden weilend den loͤblichen, tewrn Fürsten, hertzog Albrechten zuͦ Sachssen, darauf der [Hg. Philipp von Kleve, H.] von Rafenstain, in namen des Künigs zuͦ Franckreich die gantz macht von Franckreich het vnd damit zuͦsambt der Fleming hilf vnd zuethuen den genanten hertzog Albrechten teglichen bekrieget. So richtet auch der Künig zuͦ Franckreich durch denselben von Rafenstein ain pundtnüss zuͦ, darein der gmain mann der Burgundischen landschafften kumen sein, die solten dz land von Gheldern, Coͤln vnd anders eingenomen haben vnd herauf gerükt sein, als weit Sy jr spruch geweist vnd jnen das glügk gegoͤndt het, mit jrem fan, darjnnen ain kas vnd brot gemalet, darumb Sy auch also Kas vnd brot genent warden zuͦ erquickung der gemain vnnd damit den Adel vnnd erberkait zuͦuerdrucken. Derselben gemain vnnd geselschaft warn wol Sechstausend beyainander, vnd solten jr noch wol dreissig oder viertzig tausend zuͦsamen kumen vnd auf den vorberürten weg [gegen] Gheldern, Coͤln vnd fürter gezogen sein, jr fürnemen zuͦuolziehen; das aber durch weilend den obgenanten loͤblichen, tewrn fürsten, hertzog Albrechten zuͦ Sachsen, an statt Kü. M. durch hilff etlicher Hollander vnd Brabander, die dazuͦmal Kuͦ. M. Ern vnd guͦts goͤndten vnd noch heütigs tags guͦt teütsch sein, gewendt vnd für komen durch Šain slacht, darjnn die angezaigten sechs tausend man geslagen vnd vertriben warden.11 Seidher hat sich kain pawr mer soͤlcher sachen vndtersteen woͤllen; dann wo solchs nit gewendt worden, so wer der gantz Reyn biss gen Maintz herauf, desgleichen der Muselstram verlorn gewest, vnd hetten die pawrn alle Erberkait, geistlich vnd weltlich, auß geiagt vnd vertriben.
    [10.] Wiewol nu dieselb schlacht erobert vnd behalten was, fiel doch dz land Gheldern, dz die Kü. M. vormals gewunnen het, widerumb der gestalt, dz der hertzog von Gheldern durch verretterey von den Frantzosen gefangen ward; der hielt sich als gefangner wol fünff jar redlich, das Er sich Gheldern nit verzeihen noch vbel thuͦn wolt; vnd der Roͤmisch künig erbot sich, den Frantzosen, die denselben hertzogen von Gheldern gefangen hetten, hunderttausend schlecht gülden zuͦ seiner erledigung zu geben.12 Er mocht aber nit ledig werden, Er geb dann das landt Gheldern auf, das Er dann nachmals tet vnd mit demselben bis auf heütigen tag zum dritten mal von der Frantzosen wegen zuͦ boͤswicht an dem Roͤmischen künig worden ist.
    [11.] Nach dem, als Britania vnd Gheldern vor gemelter massen verlorn warden, vnderstünd sich der Künig zuͦ Franckreich, des Roͤmischen künigs tochter, Frawen Margaretha, die jm verheyrat gewest was, ainem frantzoͤsischen Grauen zugeben13, darzuͦ die land, so jr zuͦ heyratguͦt geben waren, fuͦr sich selbs zubehalten vnnd jnen für jr bayder heiratguͦt vnd morgengab hunderttausend cron zugeben, auch darauf die grafschaft Burgundi vnd Arthois der cron Franckreich ewigclich zuͦ incorporiern vnd darnach durch dieselb grafschaft mitsambt den Aidgnossen, die jm verpunden waren, das Sungkaw vnd Elsas bis an Rein vnd gen Strasburg zuͦerobern. Er ließ auch offenlich erlauten, was ennhalb des Reins war, das solhs der cron Franckreich zuͦgehoͤrte, vnd hiess Gallia.
    Als aber der Roͤmisch Künig des war nam, machet Jr Mt. ain pundtnüss mit den künigen von Arragon vnd Engeland, welche zwen künig, als Sy sich mercken liessen, nit gestatten wolten, dz so jamerlich, vnnatürlich vnnd vnleidlich mit dem Roͤmischen künig gehandelt wurd; dieselben zwen zuͦsambt dem Roͤmischen künig zohen vber den künig zuͦ Franckreich; in dem gewan der Roͤmisch künig die grafschaft Burgundi, die mechtig stat Arras vnd etwevil vmblender daselbs. Der künig von Arragoni nam ein auch ain mechtige stat, genant Russiliona, vnd dz land Parpigna14 vnd zoch damit wider haim. Engeland nam ain jerlich pension von Franckreich15 vnd zoch darauf auch haim; damit blib der Roͤmisch Künig allain im krieg. Also zohen die Frantzosen, die vor gegen Arragon vnd Engeland gelegen warn, auf den Roͤmischen künig in Burgundi; Šdarauf suechet der Roͤmisch Künig an die von Bern, die kamen jrer Mt. mit etlichen tausent Aidgenossen auf jrer Mt. versoldung zuhilf, damit jr Kü. M. so starck ward, das der künig von Franckreich (wie wol Er auch etlich Aidgnossen bei jm het) jr Roͤmisch Kü. M. nit befechten mocht. Nichtdestminder wolt der Roͤmisch Künig jn befochden haben; da kamen der Fürst von Arani [Philibert von Châlon], auch Kü. M. treffenlich landtschafft aus den nider Burgundischen landen, Beredten jr Kü. M., das jr Mt. ain teding [= Verhandlungen] bewilligt; vnd darauff schicket weilend Bischoff Wilhalmen von Aistett, Marggraf Cristoffen von Baden, den [Eitelfriedrich] von Zolern mitsambt denen von Bern vnd etlichen mer von der Aidgnosschaft, die Kü. M. mit guͦetem willen verwandt warn, zuͦ dem künig zuͦ Franckreich; durch dieselben ward ain Rachtigung gemacht, der gestalt, dz dem Roͤmischen künig sein tochter widerumb geantwurt vnd nit dem Frantzösischen grauen verheirat, das auch jr Kü. M. die obberürten zway land, so jr Kü. M. der tochter zuͦ heiratguͦt geben, mitsambt der tochter zuͦgestelt warden, durch das die Kü. M. teütscher nacion zuͦ Ern vnd aufenthalt wider Franckreich die grenitzen aber behalten vnd erweitert hat.16 
    [12.] Darnach starb künig Mathias von Hungern, do zoch der Roͤmisch künig hinab vnd gewan widerumb die grenitzen der Nidern oͤsterreichischen lande, dero künig Mathias Kay. M. wol ain drittail abgetrungen het; jr Roͤ. Kü. M. erobert auch darzuͦ wol ain halben tail der Cron zuͦ Hungern.
    Vnd als jr Kü. M. von den Stennden des Reichs ainer hilf zuͦ soͤlhem jrer Mt. fürnemen vertroͤst ward, erhuͦeb sich jr Mt., da der winter anfiel, zoch herauff gen Nürnberg, der mainung, die vertroͤst hilf bei den stenden des Reichs, daselbst versambelt, zuͦerlangen, damit die hungern zuͦ gehorsam gebracht vnd dadurch der teütschen grenitzen gegen den vngelaubigen gesterckt vnd verwart werden moͤchten. Als aber jr Kü. M. gen Nürnberg kam, ward jrer Mt. ain interloquutori fürgehalten der gestalt, das jr Mt. den pundt zuͦ Swaben vnnd das haus Bairn, die dazuͦmal in jrrung vnnd unainigkait stunden, mitainander befriden vnnd verainen; vnnd wann das geschehe, So solt alsdann jrer Mt. die vertroͤst hilff volgen vnd geraicht werden. Darauf arbaitet sich die Kü. M. in demselben handel seer, vmb dz jr Mt. die hilff gehaben vnd erlangen moͤcht; vnd tedingt wol vier oder fünff monat zwischen jnen17, versawmet vnd verlor dardurch den halben tail des Künigreichs Hungern schier gar widerumb, den Er vormals erobert, zuͦsambt dem Hertzogthumb Britani vnd aller müe vnd costen, so Er darauf gelegt hat, Wiewol dasselb zum tail durch verretterey vnnd in ander weg, wie menigclich waißt, verwarloßt ward. Die bayde sach, nemlich zuͦ Hungern oder Britani, der Roͤmisch künig wol het mügen wenden, wo jm zuͦ rechter zeit ain klaine hilff beschehen wer. Doch jüngst vor seinem abschid ward jm ain klaine hilff zuͦgesagt18, ŠAber villeicht des viertn tails bezalt, die jm nu versawmbt was vnd zuͦ sunderm nutz nit erschiessen mocht, dann dz er damit die soldner, so jm gen Hungern vnd Britani gedient hetten, bezalet. Also vnd der gestalt ist Britani vnd Hungern, so durch ain klaine zeitige hilff wol bey teütscher nacion behalten werden mügen hetten, douon komen.
    [13.] Auf das kamen dem Roͤmischen künig bottschafft, wie die Türgken die Krabatten geslagen hetten, dero nach anzal wol bey Fünfftausend vnd zwayhundertn todt bliben warn19; das nam der Roͤmisch künig zuͦhertzen vnd zoh den Krabatten mit Aylifftausend mannen zuhilff, zusambt dem, dz Er sein Windischen landenn, die an Hungern vnd Krabatten derselben ende stossen, aufpot, dero auch etlich tausend berait waren. Die raiss gestünd den Roͤ. künig weit ob hunderttausent hungerisch güldin, des guͦten willens vnd gemüts, dz jr Mt. gern auf die Türgken zogen wer, die Krabatten zurechen vnd die grenitzen wider die Türgken einzuͦnemen. Aber jr Mt. moͤcht sich mit den Hungern nit betragen, jn ansehung, das Sy fürsorg hetten, jr Mt. wurd jr vnwesen sehen vnd mercken, wolten auch jrer Mt. nit trawen noch sich mitsambt jrer Mt. in krieg wider die turgken, den krabatten zuhilff, einlassen. Des dann Bebstlich, Künigclich, Churfürsten, Fürsten vnd ander Botschaften, so auf weilend Kay. M. begengknüs zuͦ Wyenn gewest, dero wol etlich abgangen, aber welche noch verhanden, die Sy anderst gedenken, nach dem seid ob zwoͤlf jarn vergangen sein, bezeügen moͤgen.20 
    Wie auch die Hungern noch auf heütigen tag tüen, daraus dann kumen ist, dz die Venediger bisher hart bekriegt worden, Modon vnd ander jre porten vnd darjnnen vber fünftausent mann kriegsvolck verlorn.21 Darnach auch die Türgken die polagken mitsambt etlich tartern vberfallen, vber fünftzig tausent Cristen menschen jamerlich vnd erbarmlich daraus weg gefürt vnd erslagen haben, darunder bei Sechstausent edln frawen vnd junkfrawen gewest sein; vnd von wegen des alles die Cristenhait ytz stetigs in grossen sorgen gegen den Türgken steen muͦess; wo anders die hungern (darjnn noch ain grosse macht sunderlich zwischen etweuil wasserstramen, so die Türgken nit erlangen mügen, steckt) nit darzuͦbracht werden, das Sy sich zuͦ den teütschen tuͦn, Sunder also in jrem poͤsen hohmüet verharren vnd die teütschen als jr aigen freündt vnd gesellen wie bißher verachten, Auch dardurch krabatten, Polan vnnd venedig teglich verraten vnd verkauffen, Wiewol dieselben drey partheyen die hungern des nit beschuldigen türnf umb des willen, das Sy teglichs pesserung von jnen gewarten, die jn doch von jnen nymer, sunder von den teütschen beschehen mag.
    [14.] Als nu der Roͤmisch künig soͤlhs sein guͦten fürnemens nit statt noch volg gehaben mocht, zoch er mit seinem kriegsuolck wider herauf vnd hinab in dz land ŠGheldern, in mainung, dasselb (dweil es, wie vorsteet, newlich verlorn was) auch widerumb zubezwingen vnd dz frantzoͤsisch nest darjnn zuerstoͤrn. Vnnd als jr kü. Mt. den krieg anfieng vnd ain Stat vnd sloss gewunnen het, da vberfiel der künig zuͦ Franckreich Ytalien, auch dz künigreich Neapols, das Er dann gewan mit hilf des hertzogen zuͦ Maylandt, der mit jm in pundtnüss was, jm auch hundert vnnd achtzigtausent güldin darauf dargestreckt vnd jn darzuͦ durch dz hertzogthumb Maylandt ziehen vnd passiern liess. Vnd do er also Neapols erobert, vnderstuend Er sich, wider die berürt pundtnüss, so Er mit dem hertzogen von Maylandt het22, vnd darzuͦ vber die guͦttat, die jm von dem hertzogen zuͦerobrung Neapols bewisen was, dasselb hertzogthumb Mayland zuͦ vberfallen, des fürnemens, das als ain Camer des reichs in sein hend zubringen vnnd dem reich zuͦentziehen, als auch nachmals beschehen ist.
    [15.] Darumb der Roͤmisch künig den krieg in Gheldern ansteen lassen müest, herauff zoch vnd den reichstag zuͦ Wormbs machet. Alda wolt jrer Mt. kain hilff vom reich, in Ytalien zuziehen, gedeihen; dannocht zoch ir Mt. selbs, schickt darzuͦ etlich jrer Mt. kriegsvolck hinein, das auch jr Mt., als Sy mit jrer person wider heraus zoch, zum tail hinder jr dynnen verliess; do ward wol durch Kü. M. vnd jr kriegsvolck auf wasser vnd land wider die frantzosen etwas gekriegt. Aber es wolt nit recht von stat geen, dann jr Mt. was in allweg etwas zuͦ swach. Wiewol dannocht jr Mt. vnd derselben kriegsuolck den frantzosen alweg oblagen, dz Sy vor jr Mt. in Ytalia nichtz geschaffen mochten, sunder stats in verluest vnd nachtail gegen jrer Mt. vnd derselben kriegsuolck waren, deßhalben die Frantzosen wider haim zogen, damit Ytalia auf dasselb mal errett ward.
    [16.] Nun gleich darauf in dem windter gieng künig Karl von Franckreich der nechst mit tod ab; da machet der Roͤmisch künig den reichstag zuͦ Freiburg im Breißgew23, suͦechet daselbs aber hilff an dz Reich wider den yetzigen künig Ludwigen von Franckreich, der vormals hertzog zuͦ Orliens vnd jrer Kü. M. guͦter freündt gewest. Aber als Er zuͦ künig erwelt ward, vnderstuend Er sich, jr Kü. M. zuͦuerachten, dz jrer kü. Mt. vnd dem heiligen reich, auch allen jrer Mt. verwandten, teütschen vnd burgundischen, nit vnpillich zu smach raichet vnd nit zuͦ gedulden was; vnd erfand jr kü. M. in jr selbs gewissen, jrer Mt. vnd des heiligen reichs eren nach, das Sy also ungeäfert, gesmecht vnd veracht nit pleiben solt, schicket darauf jrer Mt. haubtleüte vnd kriegsuolck in Franckreich, die demselben künig etweuil schaden nach kriegs gewonhait mit erobrung etlicher Stet vnd Schloͤsser zuͦfüegten.
    Als nu jr Kü. M. aber kain hilff vom reich, burgundischen noch ytalischen gedeyhen, deßhalben jr kü. M. nit rugken haben noch nachtrucken mocht, zuͦsambt dem, dz auch weilend künig Philips zuͦ Castilien Räte in Franckreich mit dem künig ain tractat24 Švon wegen der Burgundischen lande (der besser gelassen dann gemacht gewest war) aufgericht hettn, Da müest sich die Kü. Mt. mit dem künig zuͦ Franckreich richten vnd vertragen. Vnnd nam sich darnach wider vmb dz Ghelderland an.25 
    [17.] Aber jr Mt. daran zuͦ jrren vnd dauon zutreiben, schicket gleich der künig zuͦ Franckreich vber berürten tractat wider die kü. M. den Gheldrischen zuͦ hilf vnd sterckung gross gelt, raitzet vnnd beweget auch die Aidgnossen an den Swebischen pundt, die zuͦ ainem anfang jr fürnemen gegen dem von Brandis tetten26, daraus derselb krieg erstüendt, darumb der Römisch Künig Gheldernn abermals verlassen vnd herauf ziehen müest, dem pundt, auch der nidern verain (die dem pundt wider die Aidgnossen zuͦ beistand komen warn) hilf zubeweisen. Aber jr küniglich Mt. kundt nichtz austreglichs ausrichten, dz macht, dz man den ersten pitz27 in jrer M. abwesen verlorn het, wie wissend ist, wiewol jr Mt. dannocht durch jrer Mt. Erbland etlich sig wider die Aidgenossen vnd jre helffer erlanget.
    [18.] Als aber mitler zeit der künig zuͦ Frannckreich, da Er sein willen verpracht vnnd den krieg in teütschen landen angericht het, mercket, das man deßhalben Maylandt nit wol helfen mocht, zoch Er vber den Hertzogen zuͦ Mayland; demnach fandt die Kü. M. in rat, sich mit den Aidgnossen zuͦuerrichten vnd zuͦ vndersteen, Mayland zuerretten. Aber ee die rachtigung28 aufgericht vnd beslossen, ward der hertzog von Mayland durch den künig zuͦ Franckreich vertriben. Vnd darauf zwischen Roͤ. kü. M. vnd demselben künig zuͦ Franckreich ain bestandt gemacht29 vnd deshalben ain reichstag zu Augspurg angesetzt, zubesehen vnd zuͦ ratslagen, was gestalt die Roͤ. kü. M. als Regierender künig vnd künftiger kaiser, auch die Stend des reichs das vertreiben des hertzogen von Mayland annemen vnd leiden vnd wie sich jr Roͤ. kü. M. nach ausgang des berürten bstands schicken vnd halten solt. Aber der hertzog von Mayland wolt solher handlung nit erwarten, dann die Aidgnossen sagten jm zuͦ, mit jm zuziehen vnd jn in Mayland einzusetzen; dz nam Er also an, zoch damit hin vnd erobert den merern tail des lands. Dagegen der künig zu Franckreich mit ainer andern anzal von der Aidgnosschaft auf in zoch; dardurch ward der hertzog von Mayland gefangen, wie menigclich wissend ist.
    Dann der von Maylandt mit seiner person, land vnd leüten also verlorn was, da nit ain gesloss in derselben Maylendischen hend plib; da het der Roͤmisch kü. mit hilf des Reichs stenden, zuͦ Augspurg versamblt, dem von Franckreich gern etlich grenitzen abgedrungen, aber jr kü. Mt. kundt soͤlhs in rat vnd verwilligung der Stend nit fiŠnden. Vnd ward darauf durch die Stend alda zuͦ Augspurg ain weesen ains regiments fürgenomen, dardurch die kü. M. wol des merern tail regierung in teütschen landen indirecte entsetzt gewest wer; solh fürnemen gieng aber langsam von stat, dann ain person [Kf. Berthold von Mainz], wie man wol wissen mag, die solhs zugericht het, müest zeit vnd weil haben, dz durch ain seltzame practik (die ain lange zeit weret) zuͦuolbringen. Ob dem allem die Kü. M. verzert nahend bei hundert tausent güldin, dann jr kü. M. vil leüt, teütsch vnd lompardisch, auf jr hielt zuͦbesetzung widerumb der teütschen grenitzen. Auch dz jr Mt. willen het, die strass geen Rom zuͦ erlangung der kaiserlichen Cron zuwegen zubringen vnd die Maylender, die vonn des reichs ere wegen vertriben waren, einzusetzen.
    Als aber die kü. M. in den fellen weder hilff noch rat erlangen mocht vnd sach, wie die sachen zugeen wolt, schied jr Mt. weg von Augspurg, rücket hin gen Osterreich vnd pracht jrer Mt. landtschaften die handlung, auf berürtem reichstag beschehen, für, die darab beswär empfiengen in ansehung, das solh handlung vnd ansleg wider jrer Kü. M. als Roͤmischen künigs, Ertzhertzogen von Osterreich vnd jrs rechten, natürlichen erbherrn person vnd ere was.30 
    [19.] Darauf zoch jr Roͤ. kü. M. wider herauf gen Nürnberg, erzelet soͤlher jrer Mt. landschafften mainung weilend dem Ertzbischoue [Berthold] zuͦ Maintz vnd andern verwandten des reichs31 vnd füget sich darnach gen Insprugk, des gmüets, sich widerumb Ytalien zunahern, vnnd versamblt daselbsthin gen Insprugk jrer Kü. M. rate der ober oͤsterreichischen lande, auch treffenlich Person aus Ytalien vnd sunderlich die jhenen, die von den frantzosen aus Mayland vertriben waren, dem reich vnd jrer rechten herschaft trew vnd gehorsam wider Frannckreich zubeweisen.
    Aber jr Kü. M. fand in rat derselben oberoͤsterreichischen, Ytalischen vnd jrer Mt. ordinari hofret, dz jrer Mt. auff dasselb mal wider den künig zuͦ Franckreich als gegenwürtigen vnd künftigen durchachter des reichs vnd teütscher nacion, auch entzieher vnd berauber Ytalien[s] von teütscher nacion nit gelegen noch müglich wer fürzuͦnemen, sunder jr Mt. solt vnd müest weiter der welt lauff vnd dem glügk (ob doch dasselb mit der zeit dz liecht des heiligen reichs erleüchten vnd ercleren würd) auswarten, dardurch der Roͤmisch künig von demselben setzen müest vnd abermals hinab in dz Ghelderlandt zoch nam, widerumb für dasselb land zubekriegen.
    [20.] Als aber jrer kü. M. Sun, weilend künig Philips zuͦ Castilien, loͤblicher gedechtnüss, auf dem weg aus Hispanien was vnd in Franckreich zuͦ demselben kuͦnig kam, raitzt vnd beweget in der künig zuͦ Franckreich mit den erbieten vnd worten, Als wolt Er jm dz landt Gheldern on all swertschleg zuwegen bringen, deßhalb der künig zuͦ Castilien seinem vater, dem Roͤmischen künig souil schrib, dz jr Kuͦ. Mt. gegen ŠGheldern aber still stüende vnd wider herauf zoch, der mainung, sich zuͦ dem Sun in Burgundi zufüegen. Aber die frantzosen (als etlich artzt sagen vnd nahend zugelauben ist) dem edln, jungen pluͦet ellendigclich vnd erbarmigclich vergeben haben, nit gach zusterben, sunder in so kranck gemacht, dz Er auf dasselbmal zuͦ dem vater nit kumen mocht, welche kranckheit jm doch bißher angelegen, dz Er laider versehenlich derselben gestorben, wiewol Er dannocht in kurtz darnach swacher gen Jnnsprugk zuͦ Kü. M. vnd von dann widerumb hinab in die niderland kumen ist.
    Daselbst zuͦ Jnsprugk die Kü. M. auf ain news ansleg vnd abschid des Ghelderlands halben mit jm machet, der gestalt, dz weilend der künig zuͦ Castilien vor hinab gezogen, den krieg angefangen haben vnd die Kü. Mt. hinach kumen sein solt. Als sich auch jr Roͤ. kü. M. erhuͦeb, auf Vlm zoch, des willens, fürter durch ab zurucken.
    [21.] Jn dem aber weilend hertzog Joͤrig zuͦ Bairn vnuersehenlich mit tod abgieng, darauf sich die Bayrisch jrrung vnd zwitrecht erhuͦeb, darjnn die Kü. M. zuͦ güetlicher vnd rechtlicher verainigung vnd friden allen ernst, fleiss vnd müe ankeret32, dz aber nit erschiessen noch helfen wolt, damit derselb krieg angieng, dem jr Kü. M. jrer eren vnd gwissen halben auswarten müest, wie das alles menigclich wissend ist.
    Der künig zu Frannckreich vnd die Aidgnossen liesen sich mercken, als ob Sy in demselben krieg dem Phaltzgrafen geholffen haben wolten; so erbot sich weilend der künig zuͦ Castilien, wo solhs besche, das Er dem Roͤmischen künig als seinem vatern beisteen; aber die Aidgnossen wolten den krieg nit eingeen, es were dann, dz jnen der künig zuͦ Frannckreich darzuͦ hülff. So wolten die frantzosen soͤlhen krieg auch nit anfahen, dann Sy besorgten den beistandt vnd hilf des Künigs zuͦ Castilien zuͦ dem Roͤmischen künig; jn ansehung desselben blib der frantzosen vnd Aidgnossen hilf vnderwegen vnd vermitten.
    Da nu der Bayrisch krieg gestilt, ward der Reichs tag zuͦ Coͤln fürgenomen vnd auf demselben die Bayrisch sach auf der partheyen Compromiß alweg getan vnd vertragen.33 
    [22.] Daneben auch durch die Kü. M. vnd jrer Mt. Sun dz landt Gheldern mit ainem veldleger angefochten vnd bekriegt, der merertail daran mit gewalt erobert vnnd umb das vbrig ain erlicher tractat gemacht34, der nachmals aber durch der frantzosen zuͦtuen von den Ghelderischen gebrochen vnd ain tail des lands widerumb verraͤtterlich verlorn worden ist.
    [23.] Nach dem berürten Ghelderischen tractat ward Kü. M. ain hilf vom reich bewilligt vnd zuͦgesagt zuͦ dem Romzug vnd wider die hungern35, die dann den tractat, mit jrer kü. Mt. verschiner jar aufgericht36, geprochen vnd jr Mt. jrer erblichen, Auch teütscher nacion gerechtigkaiten zuͦberauben vnderstüenden. Welcher hilf doch jr kü. Š Mt. so wenig geworden, auch so langsam geraicht vnd ankumen ist, dz die jrer Kü. M. nit vil ersprossen hat.
    Wiewol dannocht jr Kü. M. durch jrer Mt. fleiss, müe vnd darstrecken die hungern so weit pracht, das jr Mt. ain soͤlhen tractat von jnen erlangt vnd beslossen hat, dardurch jr kü. M. vnd teütsche nacion (ob got will) an jren erblichen vnd andern gerechtigkaiten des künigreichs hungern, wann es zuͦfallen kumbt, nit mangel haben werden.37 
    [24.] Vnd nach demselben was die Kü. M. des fürnemens vnd darnach gerüst, den Romzug zutuͦn vnd die kayserlich Cron zuerlangen. Ertailet darauf jrer Mt. kriegsvolck, so jr Kü. M. wider die hungern gehabt het, auff zwen weg: auf den ain ordnet jr M. dem fürsten [Rudolf] von Anhalt zuͦe den mererntail fuesknecht mit beuelh, mit denselben ungewarnter sach durch der venediger land zuziehen vnd den phadt [= Po] einzunemen, auf den andern weg wolt jr kü. M. mit jrer person, auch den landtschafften vnd kriegsvolcken der obern- vnd nideroͤsterreichischen fürstentumbe vnd landen mitsambt etlichen landsknechten vnd andern fueßknechten, auch ainem notdurftigen veld- vnd haubtgeschütz dem von Anhalt nachgezogen vnd gefolgt sein, gantz darnach geschickt vnd gericht, durch manigfeltig mittl, so jr kü. Mt. gesuͦecht hat, den ersten hauffen mit dem von Anhalt durch zubringen. Aber die landßknecht widretn sich zuziehen vnd hetten zuͦ vrsach etweuil vngegrünt mengl, wie dann jr alter sitt vnd gewonheit ist.
    Mitler zeit versambleten die venediger alle jr macht, mer dann sy in langer zeit getan haben, vnd legten die der Kü. Mt. vnd dem von Anhalt an jrer Mt. statt vnder augen an all jr pass vnd grenitzen. Also ist aller durchzug von den Venedigern bis auf dise zeit abgeschlagen worden.
    Darauf vrlaubet die Kü. M. ain anzal knecht, die vrsach warn an dem, dz die knecht mit dem von Anhalt, wie vorsteet, nit ziehen wolten, vnd bestellet jr Mt. an derselben stat ander vnd beualh dem von Anhalt, mit denselben vnd anderm kriegsuolck auf Mantua zurügken vnd zubesehen, ob Sy der Marggraf durch sein landt passiern vnd kumen lassen wolt, dz Er doch abslueg vber das, Er die Kü. M. vormals getroͤst hett, jrer Mt. den durchzug zugestatten vnd jrer Mt. vnnd des reichs gehorsamer fürst zusein.38 
    Dem allem nach vnd aus verhinderung, jrrung vnnd anfechtungen, so obgeschriben steen, die Roͤ. Kü. M. des Romzugs (darzuͦ doch jr Mt. altzeit genaigt vnd begirig gewest ist) nye stat noch gelegenheit erlangen vnd vber den phadt noch sunst yendert nit vber- vnd durchkumen mügen hat.
    [25.] Aus solhen oberzelten vnd andern treffenlichen vrsachen, obligen vnd notdurften des heiligen reichs vnd teütscher nacion, vnd sunderlich in ansehung des, dz sich der künig zuͦ Franckreich, als die Roͤ. kü. M. in berürter vbung vnd fürnemen des Romtzugs was, rüstet, neben jrer Roͤ. Kü. M. gen Rom zuziehen vnd jr Mt., dem heiligen reich vnd teütscher nacion das Babstumb vnd Kaiserthumb zuentziehen vnd abzudringen, Dise gegenwürtig, loͤblich versamlung der Churfürsten, Fürsten vnd Stende des reichs durch die Kü. M. pillich im fuͦesstapfen fürgenomen vnd ausgeschriben, wie dz alles Šnach der lenng in Kü. Mt. ausschreiben [Nr. 5] on zweifel clerlicher vnd gründtlicher vernomen ist.
    Darauf jr Kü. Mt. den Churfürsten, Fürsten vnd Stenden des reichs, dz sy also in des heiligen reichs vnd teütscher nacion notdurfften vnd obligen bei vnd mit jrer Mt. zuͦ Costenz erschinen sein, freüntlichen vnd gnedigen danck sagt.
    [26.] So aber aus dem allem zuͦnemen vnd wissend, das auf alle bisher gehalten reichstag, handlungen vnd fürnemen laider wenig ausgericht vnd des reichs vnd teütscher nacion obligen, kumer vnd sorg groͤsser vnd mer dann vor ye vor augen ist, in sunderhait aus anfechtung vnd teglicher vbung der Frantzosen, wie Sy sich dann yetzo in ytalia mercken lassen vnd etlich mechtig Stett vnd gebiet zuͦ jrm willen gebracht haben, des fürnemens, Wo die Roͤmisch künigclich Mt. durch jrer Mt. fleissig handlung vnd practiken die Aidgnossen nit von jnenn gezogen het, dz Sy vnsern heiligen vater, den Babst, zuͦerlangen vnd entlich das Roͤmisch kaiserthumb (das doch die teütschen durch jr pluͦet vergiessen vor vil jaren ritterlich erobert vnd bißher gehalten) in jr gewaltsam zubringen vnderstanden haben wolten.
    Wie wol nu die Roͤmisch kü. M. nit zweifelt, sunder es werd durch die Churfürsten, Fürsten vnd Stend des reichs in diser gnoͤtigen39, loͤblichen versamblung alles, dz dem heiligen Reiche, teütscher nacion vnd der cristenhait zubehaltung eren, wolfart vnd guͦtem gedeihen sol vnd mag, ernstlich bedacht, fürgenomen, auch entlich vnnd austreglich, als die notdurfft mercklich erfordert, beslossen vnd voltzogen.
    Yedoch zuͦ mer guͦtem Ermandt jr Ro. kü. M. die Churfürsten, Fürsten vnd Stende des reichs hoh, ernstlich vnd freüntlich bittend vnd begerend, Sy wellen die oberzelten bißher beschehen handlungen vnd des heiligen reichs vnd teütscher nacion obligen vnd notdurfften, Auch was smach, vneer vnd beswerung nit alain jrer Mt., sunder vns allen vnd dem wenigisten aus vns darauf steet vnd zuͦ besorgen sein mocht, Wo nit fürderlich, auch mit ainem ansehen vnd ernst darzuͦ getan vnd fürgenomen wirdet, aigentlich vnd fleissigclich zuhertzen nemen vnd betrachten. Vnd sich darauf mit rat, hilf vnd beistandt dem heiligen reich, teütscher nacion vnd jn allen zuͦ sundern eren vnd guͦetem tapffer angreiffen, kainer müe noch darlegen beschwärn noch dawrn lassen vnd endtlich fliesseng vnd helffen, damit die Kaiserlich Cron vns allen zuͦ gmainem nutz, eren vnd lob erlangt, Auch das Babstumb zuͦ vnserm willen behalten vnd des künigs zuͦ Franckreich fürnemen deßhalben abgestelt vnd gewendt. Was auch also hie beslossen, das demselben fürderlich, getreülich vnnd on verlengerung volzug gethan vnd nachkumen vnd darjnn auf nichten gewaigert werdt.
    Zuͦ dem allem ist jr Kü. M. nit allain genaigt, sunder gantz begirig vnd vrbüttig, dem heiligen Reiche vnd allen teütschen, ob got wil, dits jars ain groͤssern dienst zutuͦn, dann jr Mt. vor ye getan hat, vnd nemlich seiner Mt. leib vnd alles, das der Almechtig jrer Mt. an freünden, dienern, gelt vnd guͦt verlihen hat, getrewlich vnd vngespart dar zuͦstrecken. Darzuͦ jrer Kü. M. jung Sun vnnd nachkumen [Karl und ŠFerdinand] (die dannocht dem heiligen Reich vnd Teütscher nacion wol ansteen vnnd wider derselben anfechter ain guͦter schilt vnd aufenthalt sein mügen, wie dann jr Kü. M. nu ainsunddreissig jar her gewest ist; aber jr Mt. der jar halb villeicht nit lanng mer vermüglich sein moͤcht) fleissigclich daran weisen vnd lernen, Soͤlhs in ewig zeit vmb dz heilig Reich, die Stend desselben vnd teütsche nacion zuͦuerdienen.
    Beschehen vnnd gedruckt zuͦ der zeit des loͤblichen Reichstags zuͦ Costenz Anno domini etc. Fünftzehenhundert vnd im Sibenden etc.

    « Nr. 151 Schreiben der Reichsstände an den Rat der Stadt Genua 1   »

    Bestätigung des Empfangs ihres Schreibens; Zusage von Beratungen über ihre Angelegenheit.

    Konstanz, 4. Mai 1507.
    Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 259’ (lat. Kop., Adresse: Spectabilibus nobis dilectis ancianis et officio balie communis Janue.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 9 (lat. Kop., Absender: Sacri Romani Imperii electores ac reliqui principes et status Constancie congregati. Adresse wie A) = B.

    Salutem spectabiles dilecti. Litteras vestras pridie ad nos datas [Nr. 38], causas, cur a dicione serenissimi Francorum regis discesseritis ac ad tutelam atque opem sacratissimi et serenissimi Romanorum regis, domini nostri clementissimi, confugeritis, referentes cum peticione illis annexa, accepimus. Moleste admodum nobis fuere calamitates vestre regiamque maiestatem, que de illis per nos certior reddita est, movere conventum hunc imperialem indicendi, ad quem iussu sue maiestatis venimus, qua via Sacri Romani Imperii et status nostri imminentibus discriminibus remedia adhibere possint divina opitulante clemencia consultaturi. Concipientes nobis eam de vobis spem indubiam, nos in tam commendabili vestro instituto perseveraturos: eosque futuros, qui non iniuria Sacri Romani Imperii fideles ac constantes cultores censeri et appellari ac protectionem a regia sua maiestate et Imperio Romano expectare possint. Date Constancie sub archiepiscopi Moguntini, Sacri Romani Imperi[i] per Germaniam archicancellarii ac principis electoris, et Friderici comitis palatini et Bavarie ducis etc.2 secretis, die quarta Maii Ao. Domini MDVIImo.

    « Nr. 152 Artikel Kg. Maximilians zum Vortrag an die Reichsstände (Romzug, Eidgenossen) »

    [1.] Ernennung eines Reichshauptmannes und zwölf beigeordneter Kriegsräte; [2.] Finanzierung der Reichstruppe; [3.] Anwerbung böhmischer Söldner; Š[4.] Zweck dieser Maßnahmen: Trennung der Eidgenossen von ihrem französischen Verbündeten. – [5.] Antwort der Reichsstände.

    s.l., s.d., jedoch in Konstanz am 6. Mai 1507 durch Bf. Georg von Trient und Gf. Eitelfriedrich von Zollern den Reichsständen vorgetragen.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 426–426’ (Kop., Überschr.: Kgl. Mt. hat diese nachvolgend artikel der versamlung zu Costenz furgehalten zu beratslagen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 16 (Kop., Überschr. wie A) = B. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 94 (Kop., Überschr. wie A) = C.

    [1.] /426/ Item auszusuchena einen weltlichen F. im Reich, der am geschickisten sey mit dem swert, auch zu mühe und arbeyt und zu rate und tat.
    Item zwolf zu kiesen aus den kraisen, wie zu Augspurg angesehen ist2, auch die geschickisten zum swert, mühe, arbeit, rate und tat.
    [2.] Item von tausent fl. gelts von geystlichen und weltlichen ein gerust pferd.
    Item von funfzig feurstetten, mynder oder mer, einen geschickten fußknecht.
    [3.] Item etlich Beheim zu roß und fuß anzunemen.
    [4.] Item mit solichem volk die Sweizer von den Franzosen zu dringen mit lieb oder leid, wie die dryzehen mitsambt dem röm. Kg. beraten werden. Und der röm. Kg. soll dieselben Sweizer mit der pension, so sie ytz von Frankreich haben, underhalten on des ganzen Reichs last. Dann es were nit hoflich, die uß dem Reich ze geben.
    [5.] /426’/ b Auf solichs ist ein ußschuß gemacht, davon zu ratslagen. Und erwegen worden, das davon nit wol zu handeln, es sey dann zuvor von frid und recht laut des abscheyds zu Collen3 geredt und beschlossen. Darzu sey auch beswerlich, den Kff., Ff. und stenden zugegen alleyn one beysein der andern, so noch trefflich und merklicher zale des merernteyls ußsein, der man wartend sey, zu handeln. Daruf gebeten, kgl. Mt. biß uf zukunft derselben gnediglich zu gedulden-b.

    « Nr. 153 Kredenzbrief Kg. Ludwigs XII. von Frankreich für Gian Antonio de Crivelli als Gesandten zu den Kff.  »

    Bevorstehende Zusammenkunft der Kff. auf dem Konstanzer RT; Entsendung Gian Antonio de Crivellis; Bitte, diesem Glauben zu schenken.

    Genua, 6. Mai 1507; Vortrag bzw. Vorlage an die in Konstanz versammelten Reichsstände am 19. Mai 15071.
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 463’ (lat. Or., Unterz.: Loys, Gegenz.: Robertet. Adresse: Reverendissimis ac illustrissimis Sacri Romani Imperii principibus electoribus, amicis et consanguineis nostris charissimis.) = Textvorlage A.

    /463/ Ludovicus Dei gracia Francorum rex, dux Mediolani et Janue dominus etc. Sacri Imperii reverendissimis principibus, amicis et consanguineis nostris carissimis electoribus salutem. Intelleximus ill[ustrissimas] d[ominationes] vestras pro dignitate Imperii ac amplitudine eorum, que ad christianam religionem conducere possunt, Constanciam conventuros. Et quia et Imperii et ill[ustrissimarum] d[ominationum] vestrarum honori ac comodo semper fuimus affecti, mittimus ad vos venerandum nobis carissimum elimosinarium nostrum, magistrum Johannem Anthonium mediolanensem theologiae professorem, qui nostrum animum in rebus Imperii exponet, cui indubiam fidem v[estrae] r[everendissimae] ac ill[ustrissimae] d[ominationes] ut nobis ipsis prestare dignabuntur, quibus nos semper offerimus et in omni re semper Sacro Imperio cognoscetis benivolos ac secundos, cui nos commendamus et offerimus. Datum in civitate nostra Ianue, VIta die mensis Maii.

    « Nr. 154 Instruktion Kg. Ludwigs XII. von Frankreich für Gian Antonio Crivelli als Gesandten zu Kff. und Ff. des Hl. Röm. Reiches »

    [1.] Geltendmachung des traditionellen Bündnisses zwischen dem Hl. Röm. Reich und Frankreich; [2.] Verbundenheit Kg. Ludwigs von Frankreich mit vielen Kff. und Ff., auch durch die deutsche Herkunft seiner Mutter; [3.] Empfang des Hm. Mailand als Reichslehen; [4.] Ablehnung der durch Kg. Maximilian angebotenen Kaiserkrone; [5.] Verleumdungen Kg. Maximilians gegen Kg. Ludwig von Frankreich: [6.] Zurückweisung der vom röm. Kg. behaupteten Absicht zur Kontrolle des Papsttums, [7.] Erklärung der frz. Absichten in bezug auf das Hm. Geldern als Schutz reichsständischer Freiheit gegen das Reichsoberhaupt, [8.] Berechtigung des frz. Vorgehens gegen Genua; [9.] Aufforderung an die Reichsstände zum Widerstand gegen die Absichten Kg. Maximilians; [10.] unlautere Motive Kg. Maximilians für seine Beschuldigungen gegen Frankreich; [11.] Bruch der Verträge von Trient (1501) und Hagenau (1505) durch den röm. Kg.; [12.] Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung.

    Genua, 5. Mai 1507. Entsprechender Vortrag durch Crivelli vor den Reichsständen in Konstanz am 19. Mai1; Verlesung des frz. Texts (Variante III) und der dt. Übersetzung (Variante I) durch kgl. Räte am 20. Mai2.
    I. (Übersetzung für Reichsstände): Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 90’-94’ (Kop. mit imit. Unterz. Kg. Ludwig und Gegenz. F. Robertet, Überschr.: Instruction, was meister Johann Anthoni de Crebellis, des Kg. von Frankreich rat und almüser, von wegen desselbigen Š Kg. Kff., Ff. und stenden des Hl. Röm. Richs, zu Costenz versamelt, sagen und furhalten soll.) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3136, fol. 253–257’ (Kop., Überschr. wie A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 30–36 (Kop.) = C. Köln, HAStd, K+R 37, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A) = D. Esslingen, StdA, F 283 (Reichstagsakten: Konstanz 1507), unfol. (Kop., Überschr. wie A).
    II. (Übersetzung für die eidgenössischen Gesandten): Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 122–122,3 (Kop., Überschr.: Instruction, was mayster Johanns Anthoni der Crybellis von Mayland, des Kg. von Frankrichs rat und almuser, von wegen desselben Kg. den Kff. und Ff. des Hl. Röm. Reichs, zu welichen ine derselbig Kg. geschickt hab, sagen sol.) = Textvorlage A. Zürich, StA, A 225.1, Stück-Nr. 42 (Kop., Überschr. wie A) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 251–255’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 133–143 (Kop., Überschr. wie A) = D3. Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (unvollständige Kop., Pkt. 2–4 fehlen).
    III. Wien, HHStA, Maximiliana 41, Fasz. III/3, fol. 30–31 (frz. Kop., Überschr.: Instructions à maystre Jehan Anthoine de Cribellis de Millan, conseiller et almosiner du roy, de ce que aura à dire de la part dudict seigneur aux princes et électeurs du St. Empire, devers lequelz ledict seigneur l’envoye.).
    Druck (Variante I): Datt , De pace publica, S. 510–513; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 566–575.

    I. [1.] /90’/ I. [1.] Zum ersten soll er anzeigen die alten verpuntniß zwischen röm. Kss. und Kgg.a, Kff. und Ff. des Hl. Richs an eym und der allercristenlichisten Kgg. von Frankrich andersteils bescheen, uber weliche verpüntniß ufgericht sint schriftlich beheltniß, die man heißt die Gulden Bullen, b die bißher unverprochenlich gehalten ist worden-b.4 II. [1.] /122/ Zum ersten soll er anzaygen die alten verpintnuß zwischen röm. Kss. und Kgg., auch Kff. und Ff. deß Hl. Reichs an aynem und dem allercristenlichisten Kg. von Frankrich anderstayls aufgericht, woelhi verpuntnuß, mit ainer bullen, die man die Guldin Bullen nennet, bestetigt, byß uf dise zyt allweg gehalten worden ist.
    Item nach derselben verpuntniß ist nit befunden worden, daz die Kgg. von Frankrich inbruch wider die gemelten Guldn Bullen getan haben, und nemlich von itzigem regirendenc Kg., sunder ir land d und lut-d habent undereinander in fride und eynigkeit brüderlich gelebt. Item, wie nach derselben verpintnuß nie befunden ist, das von wegen derselben Kgg. von Frankrich, und nemlich von yetze regierenden allercristenlichisten Kg. aynicherlay ynbruch geschechen sey, sunder yre land habend underainander gelept in fryd und aynigkait nit anders dann brieder.
    Item in ansehung solicher verpuntniß wirt befunden, daz von altem herkomen Item in ansechen solicher verpintnuß wirt befunden, das von allem alten herkommen
    Š Kff. und Ff. des Hl. Richs dem allercristlich[st]en Kg. hilf und bystant getan habent als e ir lyplichen-e frunt und mitverwanten, auch in craft derselben verpuntniß und fruntschaft, zwischen inen gemacht, bemeltem Kg. von Frankrich etliche anzal volks zu roß und zu fuß wider allermeniglich, alleyn daz Röm. f Rich ußgeschlossen, als oft sie des noitturftig gewest sint, sunderlich Kg. Karolo dem funften geschickt und zügefügt habent. Kff. und Ff. deß Reichs dem Kg. von Frankrich hilf und bystand als ain gesipten frund und mitgewanten getan haben, auch von wegen derselben frundschaft und verbuntnuß, zwuschen in gemacht, bemelten Kg. von Frankrich mit etlicher anzal folks zu roß und zu fuß wider all maniglich, allain das Hl. Röm. Rych ußgeschlossen, als oft sy deß notturfttig waeren, behilfig gewest sin, und nemlich in zyten Kg. Karls des funften in siner regierung.
    [2.] Item dieselben verpuntniß sintg biß uf h disen tag-h von den Kgg. von Frankrich und in sunderheit von dem itzigen Kg. Ludwig den zwolften unverbrochelich gehalten, nit allein uß obgeschrieben ursachen, sunder auch von grosser liebde und gesippter fruntschaft wegen, ime der merteil Kff. und Ff. verwant sint, auch als eyner, /91/ der von wegen siner mutter uß dutscher nation erwachsen und gewurzelt ist5, darumb er uß ganzem herzen die dutschen nacion lieb hat, nit anders, dan i als wer er ein warer geborner Dutscher-i. [2.] Item, wie dieselb verpuntnuß byß uf disen tag von den Kgg. von Frankrych und in sunderhait von dem yetzigen Kg. Ludwig dem zwolften unverbrochenlich gehalten syn worden uß obgemelter ursach und ouch von grosser lieb und nacher gesipter frundschaft wegen, mit woelicher der merer tayl der Kff. und Ff. ime verwand syn, und ouch als ainer, der von wegen siner mutter uß tutscher nacion erwachsen, darumb er uß ganzem herzen die tutschen nacion lieb hat, nit anders, dann als ob er ain rechter, geborner Tutscher wer.
    [3.] Item, daz sich auch derselb Kg. allwegen gegen dem Hl. Rich [in] aller pillicheit gehalten hat, ist uß dem zu vernemen, alßpald derselb Kg. daz Hm. Meylant zu sinen handen bracht, das sin recht, naturlich erbe ist6, zum röm. Kg., Kff. und Ff. des Hl. Richs sine botschaft geschickt mit erbietung siner gehorsam und lehens[pflicht] zu tun, auch zu bezalen alles, daz [3.] /122’/ Item, das sich ouch derselb Kg. allweg gen dem Hl. Reich in aller billicheit gehalten hab, ist uß dem zu vernemen, alsbald derselb Kg. das Hm. Mayland zu sinen haenden gebracht hat, das dan sin recht, naturlich erb ist, zum röm. Kg., Kff. und Ff. des Hl. Reichs sin botschaft gesand, mit erbietung gehorsam und lehenspflicht zu tun und zu bezalen alles, so er
    Šer deßhalben schuldig und pflichtig were.7 Daruf er sin investitur und lehen entpfangen, gehorsam und lehenspflicht getan, bezalung deßhalben ußgericht8, nit allein dem röm. Kg., sunder auch den Kff., in hoffnung, es solt durch die Kff. bestetigt werden.9j Und will-j in keynen weg die gerechtigkeit des Hl. Richs an sich ziehen oder nemen. deshalben schuldig und pflichtig waer. Daruf syn investitur und lehen empfangen, gehorsam und lehenßpflicht getan, bezalung deßhalben dem röm. H. Kg. und ouch den Kff. ußgericht, hoffent, eß soll alles durch die Kff. bestaetigt werden. Und will in dhainerlay weg die gerechtigkait, dem Hl. Reich zugehoerig, entziechen.
    [4.] Derselb röm. Kg. weiß wol, daz er vor etlicher zit sich gegen dem Kg. von Frankrich erboten hat, ime zu der ksl. cron zu helfen, soferre er Kg. Philips, seliger gedechtniß, zu dem Kgr. Castilien und Hm. Burgondien furdern und helfen wolte, daruf der allercristelichst Kg. antwortet, er ließ sich benügen sins Kgr. und ander siner lande. Und alßvil ime anligen, will er zu ewigen ziten die alten verpuntniß, zwischen dem Hl. Röm. Rich und Kgg. von Frankrich bescheen, halten. [4.] Ouch derselb röm. Kg. k, das er vor etlicher zyt sich gegen dem Kg. von Frankrich erboten, ime zu der ksl. tutschen cron zu helfen, sover er wylent Kg. Philipps, sinem sun, zu dem Kgr. Kastilien und Hm. Burgundi helfen und furdern well. Daruf der Kg. von Frankrich geantwurt, er laß sich benugen sinß Kgr. und ander siner lande. Und alsful an im lig, welle er zu ewigen zyten halten die alten verbuntnuß, zwuschen dem Hl. Reich und den cristenlichen Kgg. von Frankrich geschechen und ufgericht.
    [5.] Item, daz derselb röm. Kg. nit erkennt den guten willen, so der allercristenlichist Kg. zu ime und dem Hl. Rich tregt, sunder als eyner, der nit wol bericht oder informirt ist dan durch etlich engel des tufels Satan, die nit anders fyerentl dan uneynigkeit und zwietracht [5.] Item, so derselb röm. Kg. nit erkennt hat, denm der cristenlich Kg. zu ime und dem Hl. Rich habe, als ainer, der nit wol bericht noch informiert ist, sunder durch etlich engel des teufels Satan, die nit anders begeren, dann unainigkait und zwytracht
    Šzwischen den Ff. des Hl. /91’/ Richs und des Kgr. Frankrich, derglichen zwischen dem röm. Kg. und dem allercristenlichsten Kg., damit n sie ir-n eigennutz dest paß schaffen mogeno und den nutz der cristenheit zuruckstellen, derglichen der Ff. des Hl. Richs, die lang zit und biß uf disen tag in frid, eynigkeit und bruderlich, wie obgemelt, gelebt. Aber die Kff. und Ff. wider den cristlichen Kg. zu bewegenp, hat er schryben lassen schmehebrief mit iniurien etc. [Nrr. 5, 16, 48, 168]. zwischen den Fmm. deß Hl. Reichs und des Kgr. Frankrich und derglichen zwischen dem röm. und dem kristenlichen Kg., ouch zwischen den Ff. deß Hl. Reich[s] ze machen, damit der röm. Kg. sin aigennutz schaffen muge und der gemain nutz der cristenhait zuruckgelegt wurd und der obgenante[n] Fmm. derglichen, woelchi byß uf dise zyt in ainigkait, frid und bruderschaft, wie obgemelt ist, gelebt habend. Und die Kff. zu rayzen, hat er wider den cristenlichen Kg. geschriben oder schriben lassen an ful Ff. und richstetten schmachbriefe mit luter iniurien.
    [6.] Item durch dieselben brief hat der röm. Kg. zu verstan geben, daz der allercristenlichst Kg. sy komen in Ytalien, daz babstumb zu der cron Frankrich zu ziehen. Daz fast frembd und ein erdicht ding ist, die in keins menschen vernonft stygen mogen, angesehen daz der allercristenlichist Kg. die statt und Hft. Bononie, die vormals durch Karolum magnum, die zit Kg. zu Frankrich, dem hl. stüle zu Rome geben ist10 und hernach durch ander mit gewalt uber hundert jar lang sunder redelichen titel besessen, dieselb stat Bononia dem stul zu Rom wider erobert und ingesetzt, darumb der babst dem allercristlichisten Kg. q vermeint zu danken schuldig sin und sich r obgemelter stuck-r von dem Kg. von Frankrich nit beclagen ist. [6.] /122,1/ Item durch disens brief hat der röm. Kg. zu versten geben, das der Kg. von Frankrich sy kommen in Ytalien uß der ursach, das er das babstumb der cron Frankrich verainigen woelle und inlyben. Das fast frembt und ain erdicht, erklaubt ding ist, die in dhains menschen vernunft ufstigen muge, namlich angesechen, das der Kg. von Frankrich die statt und Hft. Bononien, die vormals durch Karolum magnum, dieselben zyt Kg. von Frankrich, dem Hl. stul zu Rom gegeben ist worden und darnach durch ander mit gewalt uber hunder[t Jahre] besessen und occupiert, demselben stul zu Rom wider uberantwurt und ingegeben, darumb der bapst und derselb stul vermaint, dem gemelten Kg. von Frankrich zu danken wol zu pflichtt sin und in dhainerlay weg sich der obgerurten stucke beklagt.
    ŠItem vilmer, wo eyner dem babst oder den stule zu Rome angriffen oder entsetzen wolt oder in ander wege argwilligen, will er als ein cristenlicher Kg. nach allem sinem vermogen wenden, den babst schutzen und schirmen und wider insetzen als ein cristenlicher Kg. und nachvolger der loblichen dat siner vorfordern. Item fulmer, wa ainer den bapst oder den stul zu Rom angriffen und ine davon zu entsetzen understunde, woelte derselbig allercristenlichist Kg. noch aller siner vermeglichait weg furnemen, den bapst zu beschitzen und zu beschirmen, ouch widerumb insetzen als ain allercristenlichester Kg. und nachvolger der loblichen taten siner vorfordern.
    [7.] Item Geldern betreffen, deßhalben geschrieben ist worden, daz der allercristenlichist Kg. dasselbig Hm. ime und sinem Kgr. woll zueigen etc., soll der orator zu erkennen geben, daz der Kg. von Frankenrich die gewonheit im Rich wol wissens hab, daz kein Ks. oder röm. Kg. wider keynen sinen /92/ lehenman oder vasall kriegen soll, er sij ein Hg., Gf. oder ander, in welichem stant er sin mochte dem Hl. Rich verbundenu, on rat und erkentniß Kff. und Ff. und die stende des Hl. Richs, ußgeworfen oder ußgeschaiden, die in solichem fall verdöchtlich oder suspekt weren, als in disem fallv der Ebf. von Trier und andern sinen mitverwandten.Und dwil der röm. Kg. den Hg. von Geldern sunder obgemelte erkentniß angriffen und bekriegt hat, ist der Kg. von Frankrich der vorsorg gewest, wo der röm. Kg. den Hg. von Geldern, der sin nester gesippter frunt ist, uberwinden wurd, daz er derglichen den Kff. und Ff. des Richs auch also tun wurd, einen nach dem andern absetzen und privirn und sich mit solichem mittel ein erblichen Ks. zu machen, auch sich und sinen enkeln Ff. und Hh. ober- und niderdutscher lande zu machen inhalbw und  deßhalb  des  Rynes [7.] Item Geldern bedreffend, darumb geschriben ist worden, wie der allercristenlichist Kg. desselb Hm. ime und sinem Kgr. wolle zuaignen, solle der almusner zu erkennen geben, das derselb Kg. die gewonhait und gebruch deß Röm. Richs wol erkenne, in welchen begriffen ist, das dhain Ks. oder röm. Kg. wider dhain sine lehensman oder vasall kriegen soll, er sy Hg., Gf. oder in waß gestalt er dem Rich verwand sy, one rat und erkantnuß aller Kff., Ff. und stenden des Hl. Richs, wol versamelt, doch ußgenommen und abgeschaiden, die in solichem verdaechtlich und suspect weren, naemlich als in disem vall der Ebf. von Trier und ander siner verbuntnuß. Und dwyl der röm. Kg. dem Hg. von Geldern sonder obgemelt erkentnuß angriffen und bekriegt, ist der Kg. von Frankrich der fursorg gewest, wo der röm. Kg. den Hg. von Geldern, der sin naechst gesipt frund ist, verwundex, wurd er ouch darnach etlich Kff. und Ff. des Richs ainen nach den andern derglichen tun, sy absetzen /122,1’/ und privieren und durch solich mittel sich ain erblichen Ks. machen, zugesetzt, das er sich und sin enkeln, Ff. zu Castilie, Hh. nennet hocher- und nidertutschen landen jenhalb und dißhalb des Rins
    Šund ime die dutsch nacion in undertenigkeit und subiection zu pringen. Darumb der allercristlichist Kg. dem Hg. zu Geldern als sinem verbunden und bruder hilf getan, nit als ein Kg. von Frankrich, sunder als ein Hg. zu Meylant. Ist auch der meynung nit, solich Hm. Geldern sinem Kgr. zuzuziehen.11 Und solich hilf und bystant dem gemelten Hg. getan als ein lehensmann des Hl. Richs von wegen des Hm. Meylant. Dan er y ist und will-y sin in solichem fall ein beschutzer und schirmer und eben als ein guter Dutscher als eynicher F. im Rich und ein besser beschirmer dan der röm. Kg., der doch billich solte sin ein beschirmer der Ff., der doch understat, sie zu vertryben. und in siner gehorsam und undertaenigkait das muttel der tutschen landen haben. Darumb ist der allercristelichist Kg. dem Hg. von Geldern als sinem mitverbundnen und gunner zu hulf kommen, nit als ain Kg. von Frankrich oder als wolt er sinem rich das Hm. Geldern zuaignen, wann dasselb hat sin aigen frandierz und underschaid, sunder als ain lechenßman des Hl. Richs von wegen des Hm. Mayland. Dann er ist und will sin in solichem vall ain schutzer und beschurmer und eben als ain guter Tutscher als dhain F. im Hl. Rich und ain besserer den der röm. Kg., der billich solt sin ain beschirmer der gemelten Ff. Nutdestweniger so will er derselbigen ain zersterer sin.
    [8.] Item Genua betreffen, soll angezeigt werden, daz dieselb Hft. dem Kg. von Frankrich von altem herkomen geburt und züstat. Und ist gewest under dem Kg. Karolo magno und sinen nachkomenden Kgg. von Frankrich uber die hundert oder zweyhundert jare. Und Karolus der VI. und VII. sind recht hern /92’/ und besitzer der Hft. Genua gewest. Derglichen die Kgg. Ludwig der eilft und Karolus der acht haben soliche Hft. Genua zu rechtem lehen gelichen Francisco, Johann Galleacio, Galliatz und H. Ludwig Sforco, die inen auch lehenspflicht, eide und huldung darumb getan habent.12 [8.] Item Genua betreffend, sol angezaigt werden, das dieselbig Hft. dem Kg. von Frankrich von altem herkommen zugehoer. Und ist gewest under dem Carolo magno und sinen nachkommenden Kgg. zu Frankrich hundert und zway [!] jar; und sydher Kg. Karlen des sechsten und des sibenden sind sy derselbigen Hft. recht heren und beschitzer gewest. Und ouch die Kgg. Ludwig der ainlift und Karolus der acht habend dieselb Hft. Francisco, Jehan Galiacio und Galiazio und zum letzten H. Ludwig Sforte in lehens wiß verliche, die in ouch lehenspflicht, ayd und huldigung deßhalben getan haben.
    ŠItem, als derselb cristlich Kg. die Hft. Genua zu sinen henden bracht und erobert hat, haben dieaa von Genua gemeltem Kg. von Frankrich als undertanen und gehorsamen eid und huldung getan, yme und sinen regenten undertanen zu sin. Item, als dieselb Hft. Genua dem allercristenlichisten Kg. zu sinen henden gestelt ist worden, haben die von Genua als die rechten undertanen des gemelten Kg. von Frankrich zu Mayland aydspflicht getan, das sy ime, sinen regenten und gericht undertaenig sin wolt[en].
    Item nüstdestmynder habent sie sich widerwertig gegen desselben hern gehalten, hat er sie gewarnet, von solichem abzusten, damit allenthalben krieg vermitten werd. Dan er wolt inen gut gericht und recht tun. Uber solichs haben sie doch den adel uß dem land gestossen und mit kriegßzwang etlich flecken und schlosserab ingenomen, daz sloeß erobert und vil uß desselben hern lut erslagen.13 Item nichtdestminder habend sy sich in widerwerdigkait gegen demselbigen Kg. ufgeworfen. Und in waß gestalt derselb Kg. ine warnungen hat lassen furhalten, damit kriegßhendel underlassen wurde[n] und sich /122,2/ erboten, ine gerechtigkait uf ir anclage zu tun, so haben sy doch den adel us demselben land gestossen und mit kriegszwang etlich flecken ingenommen und das geschlos gestirmet, darumbac ful uß sinen luten, so darin gewest sind, erschlagen.
    Item, da aber derselb H. gesehen hat, daz die von Genua sine warnung und erpietung versmechten und verachtent, hat er sich mit eyner grossen anzal volks gein Genua gefügt, straf uber dieselben zu tun, als ime pillich geburt und als ein F. des Richs tun mag, so er sin undertan ungehorsam findet. In welichem stuck er sich lesset bedunken, gegen Gott und der welt nit ubel gehandelt, sunder in solicher handlung großlich verdient. Item, dieweil derselbig Kg. gesechen hat, das die von Genua sin warnungen und erbieten wenig geacht und widerspennig warnt, hat er sich mit ainer grossen anzal folkß gen Genua verfugt, straf uber dieselben zu tun, wie ine billich bedunkt hat und ain F. deß Hl. Richs tun mag, so er sin undertanen widerspennig fundet. In woelichem stuck er sich last bedunken, gegen Gott oder der welt nit ubel gehandelt, sonder in solicher handlung grosslich verdient.
    Item uß gnad und hilf des allmechtigen Gottes nach zweyn gewonnen stryten wider die Jeneser sie uberwunden, hatad die stat erobert und ime undertenig gemacht, Item, als er uß gnad und hilf des almechtigen Gotz, unsers schoepfers, nach zwayen gewunnen streitten wider die Genueser behalten, dieselben erobert und undertaenig gemacht,
    Šmit herescraft ingezogen, doch zum herzen gefaßt daz groß, elendig clagen der frauwen, kinder /93/ und gemeynen volks zu Jenua, der iglicher ein ryse in siner hant getragen, schryend: Misericordia, Deßhalb er uber dieselben stat nit hat wollen lassen sackman gan14, sunder nachvolgend dem exempel Gots, des er eyner uß den furnemigisten uf diser welt ein stathalter ist, den Janueser ganz verzogenae, frid und eynigkeit zwischen dem adel und der gemein gemacht, ordenung, gerechtigkeit und pollicien ufgericht15 in der gestalt, daz er verhofft, sie werden nün furter in rechte[r] undertenigkeit verpliben zu nutz inen selbst und der cristenheit. ist er mit herßkraftaf gezogen und doch zu herzen genomen das groß wainen und klagen der frowen, kunder und des gemainen volkß daselbs zu Genua, der jetlicher in siner hand ein aestlin von ainem bom, schreyend: Misericordia, getragen hat. Und darumb hat er uber dieselbig statt sackman nit woellen lassen gan, nachvolgent dem exempel Goteß, welches er uß demag furnemesten statthalter uf diser welt ainer ist, sunder in genzlichen vergeben, frid und ainigkait zwuschen den edeln und gemainen folk gemacht, ordnung der gerechtigkait und policien in der statt geben in der gestalt, das er verhoff zu Gott, unserm schoepfer, sy wurdent furan gegen ime in rechter undertaenigkait beliben zu ern Gotz und zu nutz der bemelten statt und der ganzen cristenhait.
    [9.] Item gemelter allercristenlicher Kg. glaupt, das alles, waz der röm. Kg. dut, ist allein, die Kff. und Ff. zu bewegen und zu verfurn, wider den allercristenlichen Kg. zu ziehen, ursach halbenah, daz er dem Hg. von Geldern ruck helt, welichen der röm. Kg. gern vertryben wolt und auch verdrucken, damit er sine erbelant und sin[es] enkeln [Karl], prince zu Castilien, mocht erwitern und [9.] Item bemelter cristenlicher Kg. gelapt, das alles, so der röm. Kg. tue, ist allain, die Kff. und Ff. des Hl. Richs unruebig zu machen und zu verfuren, damit sy uber cristenlichen Kg. zu ziechen bewegt wurdent umb ursach, das er dem Hg. von Geller rucken halte, woelchen der röm. Kg. gern wolte vertulgen und underdrucken, damit er des gemelten sins enkels [Karl], prinzen zu Castilien, erbland moechte erwitern,
    Šdurch solich mittel hoch- und niderdutsche land in sin undertenigkeit und subiection bringen mog, ursach halben des grossen rynstrams. Solichs die gemelten Ff. nit sollen lyden, sunder bedenken, solichs yetz vor augen ist, inen derglichen auch bescheen mocht. Und wo sie solichs dunt, will er des Hl. Richs gerechtigkeit kein widerstant tun oder darwider handeln, sunder in solichem fall die Ff. schutzen und schirmen. durch solich mittel hoch- und nidertutsche land in siner undertenigkait und subiection halten, ursach halben deß grossen /122,2’/ rinstrambs. Woelches die gemelten Ff. nit liden solten, sunder bedenken, das in solichs vor den ougen ouch hangt und in derglichen geschechen moecht. Und wa sy solichs tund, will er sich nichtz wider des Richs zu handlen understen, sonder in solichem fall des Reichs gerechtigkait understan zu beschitzen und zu beschirmen.
    [10.] Item die andern iniurien, so in denselben briefen verfaßt sint, betreffen ai glaub und eide durch allercristlichen-ai Kg. gebrochen, mit angehenkten worten boßwichtstuck, schalkstuck und betrüge etc. Soll der orator anzeigen, daz der Kg. von Frankrich glaubt, daz der röm. Kg. solich brief uß hitzigkeit, ubeler berichtung, bosen rats oder uß andern ursachen hat lassen schriben, siner ere vergessen und zuruckgeschlagen, ime sine enkeln [Karl und Ferdinand] grosser zu machen, sich wider ine und die Ff. des Hl. Richs zu sterken und den vertrag, /93’/ zwischen ime und dem cristlichen Kg. ufgericht16, ganz vergessen. Aber clarlich erfindet sich, daz der Kg. von Frankrich wider solich vertreg uf sinen teil nye gehandelt oder getan, sunder sich in solicher gestalt gehalten, daz er in der ganzen cristenheit uberkomen hat den namen eines F., der glauben helt. Und der bemelten iniurien und handelung wirt sich der widersynn befinden werden. [10.] Item die andern iniurien, so in denselben briefen sind verfast, andreffend den bruch des glaben, tyrannei, unflis und nachlessigkait in volstreckung des, so er zu tun schuldig ist, enperung, unadeliß gemuts, verzag, so uß gemelten stucken fluist, darin er in beschuldigt. Sol angezaygt werden, das der Kg. von Frankrich gelapt, das der röm. Kg. solich brief uß hitzigkait, ubler berichtung, besem rat oder anders hat lassen schriben und das er allain der ist, der sin eer vergessen und zuruckgesetzt hat, sich arbaiten, sein enikel [Karl und Ferdinand] zu furdern, sich dardurch wider ine und wider die Ff. des Hl. Röm. Richs zu besterken; hat er ganz vergessen der vertreg, zwischen ime und dem cristenlichen Kg. gemacht, darwider er gehandelt. Aber nimmermer erfunden sol werden, das derselb Kg. von Frankrich wider dieselben vertreg etwas uf sinem tayl gehandelt hab, sunder sich in solicher gestalt gehalten, das er in der ganzen cristenhait uberkomen hat den namen ains F., der globen helt. Und der bemelten iniurien, tate und handlunge betreffend, wurd sich erfunden, das die werch, so hernach kommen, ganz widerbart erzaigen werden.
    Š [11.] Item bemelter almuser [Gian Antonio Crivelli] soll gewarnet sin, wo inen der röm. Kg. oder ander Ff. des Hl. Richs mit ime der tractate des frids und vortrege, zu Trente17 und Hagenauw bescheen, disputirn wurden, als ob der Kg. von Frankrich dieselben nit gehalten hett, soll er antwurten, wie hernach volgt: [11.] Item gemelter almusner [Gian Antonio Crivelli] sol gewarnet sin, wa der röm. Kg. oder ander Ff. des Hl. Richs sonderlich mit ime des traktats des fridß und vertraeg halben, zu Trient und Hagnow geschechen, disputieren wurden, als ob der Kg. solichs nit gehalten hette, soll er antwurten, wie hernach volget:
    Zum ersten, betreffen den vertrag zu Trente, soll er sagen, daz der röm. Kg. hab ganz und zumal wider denselben getan und gebrochen. Dan wiewol in demselben tractat der röm. Kg. sich hat lassen offnen und declarirn, ein frunt des Kg. von Frankrich und ein fynt siner fynde, dem Kg. von Aragon noch keynem andern bystant zu tun, sunderlich das Kgr. von Neapolis betreffen, nichtdestmynder, damit dazaj der allercristlichist Kg. daz Kgr. von Neapols verlier, hat der röm. Kg. sovil gehandelt, daz derselb Kg. von Frankrich anstant des fridens mit dem Kg. von Aragonie des kriegs halben Neapols hat angenomen, damit mitler zit seliger gedechtniß der Kg. von Castilien, sin sone, die spenn und irrung zwischen inen des Kgr. von Neapels halben hinlegen und zu friden stellen. Zum ersten, betreffend den vertrag zu Trient, so[ll] er sagen, das der röm. Kg. hab ganz und zumal wider dieselben vertreg getan. Dan wiewol in demselben traktat der röm. Kg. sich hat lassen offnen und declarieren, ain frund des Kg. zu Frankrichs zu sin und ain fund siner find, und uß derselben ursach sollt er dem Kg. von Arogan noch dehainem andern bistand /122,3/ getan haben, das Kgr. Neapols oder anders bedraeffend. Aber nichtdestminder, damit der allercristenlichist Kg. das Kgr. von Neapols verlur, hat er sovil gehandelt, das derselbig Kg. von Frankrich anstand frids des kriegs halben zu Neapols hat angenomen, damit mittler zyt der Kg. von Castilien, wylend sin sun und des Kg. von Arogan ayden18, die spenn und irrungen zwischen inen deß Kgr. Neapolis halben hinlegen und zu friden stellen moechte.
    Item so hat der röm. Kg. mit sinen heimlichen anschlegen den allercristlichisten Kg. mit guten worten in die lenge gezogen, under dem schyne, wie obgemelt, ufgehalten, unangesehen den obberurten anstant hat er dry- oder viertusent landßknecht dem grossen hauptman zu Neapols, genant Consalvo Ferrandi, zu hilf dem Kg. von Aragon gein Neapels /94/ zugeschickt, Item, das der röm. Kg. under andern sinen widerhandlungen unangesechen obgemelter trugen den allercristenlichisten Kg. abwendent und demselben allerlay verhaltende under ainen schin, wie oben statt, drw- oder viertusend landßknecht dem grossen hoptman [zu] Neapols, Consalvo Ferrando, zu hilf dem Kg. von Argon zugeschickt inak Neapols,
    Šwelicher Consalvo, dwil er gesehen hat, das der Kg. von Frankrich sinem stathalter zu Neapels nit zu hilf mocht komen, hat der gemelt Consalvo des Kg. von Frankrich stathalter und kriegsvolk uberzogen und in solicher gestalt angriffen, daz er durch solch viertusent knecht daz Kgr. von Neapels erobert und uberkomen. Solichs offentlich anzeigt, daz der röm. Kg. den vertrag zu Trente nit gehalten hat. woelcher Consalvus, diewil er gesechen hat, das der allercristenlichist Kg. dem statthalter [zu] Neapols nit ze hilf moge kommen, hat er denselben statthalter und des allercristenlichisten Kg. kriegßvolk uberzogen und in solicher gestalt angriffen, das er durch dieselben viertusend landßknecht das Kgr. Neapols erobert hat. Welchs offenlich anzaigt die zurittung und bruch deß vertragß zu Triend, durch den röm. Kg. beschehen.
    Item den vertrag, zu Hagenauw bescheen, soll der orator sagen, daz zu glicher wise der röm. Kg. wider denselben tractat, alßpald er gescheen wardal, gehandelt hat. Dan wiewol durch inen gesagt ist worden, daz der Hg. von Lutzemburg, des Kg. von Castilien sone, solt jungfrauen Claudiam, ein eynige dochter des Kg. von Frankrich zu der heiligen e nemen19, nichtdestmynder hat derselb röm. Kg. und der Kg. von Castilien ire botschaften zu dem Kg. von Engellant gesant, zwischen desselben Kg. von Engellant dochter und dem bemelten Hg. von Lutzemburg ein heyrat zu machen.20 Auch, wiewol beret ist worden, daz der gemelt Kg. von Castilien sine dochter nit solt oder mochte verheyrn on wissen und willen des Kg. von Item den tractat und vertrag Hagnow antreffend, soll er sagen, das zu glicher wiß der röm. Kg. wider denselben tractat gehandelt hat, alsbald er geschechen ist. Dann wiewol durch ine zugesagt ist worden, das der Hg. von Lutzenburg, wylend des Kg. von Castilien sun, solte frowen Claudiam, ainer aignen tochter des allercristenlichisten Kg., zu der hailigen ee genommenam, dennicht hat derselb röm. Kg. und der Kg. von Castilien ire botschaft zu dem Kg. von Engenland geschickt, zwuschen desselben Kg. von Engenlands tochter und dem bemelten Hg. zu Lutzenburg ain heyrat zu machen. Und wiewol ouch bered ist worden, das der bemelt Kg. zu Castilien nit sollte noch moechte verheireten on wissen und willen des Kg. von
    ŠFrankrich21, nichtdestmynder hat er eyne siner dochter mit rat des röm. Kg. des Kg. von Navaren sone wollen geben.22 Undan uber daz alles und daz daz gröst ist, so hat der röm. Kg. die Schwyzer von dem verbuntniß, sie mit dem Kg. von Frankrich haben, abewenden, dieselben wider in zu bruchen und zu schicken und deßhalben den Schwyzern vil erboten, damit er sie zu ine bringen mochte23, daz alles wider den vorg[enannten]ao tractat ist. Durch weliche handelung angezeigt mag werden, wo etliche brocheap wider die obgemelten tractate bescheen wern, daz solich durch den röm. Kg. gescheen were und nit durch den allercristlichen Kg. von Frankrich, der sinen glauben nye gebrochen hat und in keynen weg wider sine verheissen oder promission tün oder kommen wolte. Frankrichs, nichtdestminder hat er wollen verheireten aine uß sinen tochter mit rat des röm. Kg. des Kg. von Nafarren sun. Uber dasselb alles und das das groest ist, so hat er die Schwizer von der verbintnuß des allercristenlichisten Kg. woellen abwenden und dieselben wider ine bewegen und sich mit inen in buntnuß wider den Kg. von Frankrich geben /122,3’/ und ful dingen inen erboten und furgehalten, damit sy zu ime komment und sich in solichs verwilligten, das alles genzlich wider den ufgerichten traktat ist. Durch woelchi handlunge mag erzaigt werden, wo etlich bruch wider die obgeschribnen tractat geschechen wern, das solichs durch den röm. Kg. und nit durch den cristenlichisten Kg. von Frankrich geschechen ist, der sinen globen nie gebrochen hat und in dhain weg wider sin verhaissen kommen woelte.
    [12.] /94’/ Item solicher stuck hat der Kg. von Frankrich die Kff. und Ff. des Hl. Röm. Richs wol berichten wollen als sine mitverwandten und verbunden, bittend, daz sie nit wollen glauben solichen frevenlichen und erdichten worten, sunder allezit ufsehens haben uf die tate und geschicht. [Datum. Unterzeichnung]. [12.] Item, das der Kg. von Frankrich die Kff. und Ff. der obgemelten stucken wol hat woellen berichten als sin bundgnossen, bittende, das sy nit wollend solchen fraevenlich und erdichten worten globen geben, sunder allzit ufsechen haben uf die geschicht. [Datum].

    ŠIII. [1.] /30/ Et premièrement sera remonstré l’ancienne aliance, que a esté entre les empereurs, roys des Romains, princes et électeurs du Saint Empire et les roys de France très chrestiens, dont il y a bulle, qu’on appelle la bulle dorée, surté expédié, laquelle a esté entretenue iusques à présent.
    Item et depuis laquelle aliance faicte et conclue on ne trouvera que aucune infraction soyt intervenue de la part desdicts roys très chrestiens, et mesmement du roy, qui à présent est, ains lesdicts empereurs, princes et électeurs et roys très chrestiens et leurs pays ont vescu comme frères en payx et unionaq.
    Item que par ycelle aliance il se trouva que de toute ancienneté lesdicts électeurs et autres princes dudit Saint Empire comme parens et alliéz desdicts roys très chrestiens ont aydé et secouru lesdicts roys très chrestiens de certaine quantité de gens à cheval et a pye par convention et aliance faicte entre eulx, toutesfoys, que lesdicts seigneurs roys en ont eu à faire envers tous et contre tous, reservé lesdict Saint Empire, et mesmement durant le temps du feu de bonne memoire le roy Charles cinquième.
    [2.] Item laquelle aliance a esté observée inviolablement iusques au présent, et mesmement par ledict roy Loysar, est douzième de ce nom, tant pour la consideration que dessus que aussi pour la grand amour et proximité de liguayge, que la pluspart dedicts électeurs et princes dudict Saint Empire luy attiennent, et aussi comme extraict d’Allemaigne de la part de feue de bonne mémoire madame sa mère il ayme de tout son cueur la nation, et tout ainsy que s’il estoit vray Aleman.
    [3.] /30’/ Item que le roy se serait tousiours mis en son devoir vers lesdict Empire. Et pour se monstrer il est vray, que, après que ledict roy eust recouvert la duché de Millan, que estoit son propre héritaige, comme de droyt loysible luy estoit, il auroyt envoyé par-devers lesdict roy des Romains, électeurs et princes dudict Saint Empire, leur offrent les foy et hommayge et payer les droitz et devoirs, à quoy il estoit tenu à cause dudict duché. Et depuis auroyt obtenu investiture et esté reçeu en foy et homayge par ledict [roi] des Romains as et payé les devoirs apparten[ants] tant à luy que ausdicts électeurs-as, at espérant que le tout seroit ratifié par lesdicts électeurs-at. Et ne vouldroit pour riens de monde entreprendre sur les droys dudict Saint Empire.
    [4.] au Et sect bien lesdict roy des Romains, que quant aultrefoys il luy pleust offrir au roy très chrestien le faire couronner empereur des Alemaignes afin d’ayde au feu roy de Castille à le faire roy de Castille et duc de Bourgoigne-au, que lesdict roy très chrestiens luy respondit qu’il auroit asses de la couronne de France avecques ses autres seigneuries et que de sa part entretiendroit à jamaiz lesdictes anciennes aliances fetes entre lesdict Saint Empire et le roy très chrestien.
    Š[5.] av Item que lesdict roy des Romains, non coignoissant le bien et bon vouloyr, que lesdict roy très chrestiens avoyt et a audict Saint Empire comme mal informée et adverty par aucuns anges de sathan, que ne querent et ne demandent que question et division entre lesdictes principaultéz dudict Saint Empire et royaume très chrestien, et lesdict roy des Romains et roy très chrestien et princes dudict Saint Empire, pour faire leurs besoignes et délaisser le bien de la chrestienté en aruèreaw, et desdictes principaultés, qui ont vescu iusque à présent en paix, fraternité et union, comme dit est. Voulant remuer lesdicts électeurs contre lesdict roy très chrestien, auroyt éscript en fait éscripte lettres diffamatoires et pures iniurieuses dudict roy très chrestien à plusieurs princes et villes impériales–av.
    [6.] Item et par lesquelles lettres ledict roy des Romains a volu dire que ledict roy très chrestien venoyt en Italie pour unir le papat à la coronne de France, qui est une chose bien estrange et controuvée et [Text bricht ab. Die restlichen Seiten fehlen.].

    « Nr. 155  Kg. Maximilian an Kg. Ludwig von Frankreich  »

    Anhörung und Verhaftung des frz. Gesandten Gian Antonio de Crivelli; Ankündigung einer Gesandtschaft von Kg. und Reichsständen wegen dieser und anderer Angelegenheiten; Bitte um Mitteilung eines Treffpunkts.

    Konstanz, 21. Mai 1507.
    Paris, BNF, MF 2930, fol. 37 (frz. Or., eh. Unterz. Kg. Maximilian) = Textvorlage A.
    Druck: Le Glay , Négociations I, Nr. LXI, S. 204f. = B.

    /37/ Maximilian, par la grâce de Dieu roy des Romains, tousjours auguste, de Ungherie, de Dalmacie, de Croacie etc., archiduc d’Austrice, duc de Bourg[og]ne, de Loth[ie]r, de Brabant, de Gheldres etc., à très-hault et très-puissant prince, nostrea très-chier et très-amé frère et cousin Loys, aussi par la grâce de Dieu roy de France, salut et dilection. b Très-hault et très-puissant prince, très-chier et très-amé frère et cousin-b, nous avons oy et entendu les choses, que Anthoine de Cribellis de Millan, vostre aumosnier, a dit et exposé de vostre part, premiers à nous et après aux électeurs, princes et autres deputez du Saint Empire; lesquelles sont au grant esclandre, déshonneur et mesprisement de nous et dudit Saint Em[pi]re, et peut-estre ne sont esté f[aic]tes ne ordonnées de vostre sceu. Parquoy avons retenu ledit Anthoine de le despeschier.1
     ŠAncor[es p]our2 ces causes et autres, nous, lesdis électeurs, princes et deputez d’icellui Saint Empire, sommes en intencion d’envoyer devers v[ous auc]uns3 ambassadeurs pour vous f[air]e responce sur [ce]4 et autres matières touchans les affaires nécessaires dudit Saint Empire, [par]ler5 et communiquier plus à plain avec vous. Si vous requérons, que par ce porteur nous veuilliez signiffier, où nosdis ambassadeu[rs] vous pourront trouver. Très-hault et très-puissant prince, très-chier et très-amé frère et cousin, nostre S[eigneu]r soit garde de vous. Escript en nostre cité de Constance, le XXIe jour de may mil cincq cens et sept.  Maximilianus rex.

    « Nr. 156 Vortrag kgl. Räte an Deputierte der Reichsstände (Frankreich) »

    [1.] Beratungen Kg. Maximilians mit seinen Räten über einen Krieg gegen Frankreich; [2.] vorgesehene Kontingente Kg. Maximilians, des Reiches, Burgunds, Spaniens, Englands, Navarras und italienischer Staaten. – [3.] Antwort der Deputierten: Verweisung an das Plenum; Beschlußfassung der Reichsstände.

    Act. Konstanz, 22. Mai 1505.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 439–439’ (Kop., Überschr.: Furhalten von wegen kgl. Mt. gescheen, vertilgung des Kg. von Frankenrijch betreffend.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 22’-23 (Kop.) = B.

    Š[1.] /439/ a Ao. etc. septimo uf den pfingsabend [22.5.] zu Costenz in des Reichs verordenten außschuß ist von röm. kgl. Mt. wegen furbracht, nachdem der Kg. von Frankenrych das Hl. Reich merglich beschedige und vercleyne und durch sein falsche tuck, listigkeyt und lugen alle seine nachpauern understee, under sich zu bringen und zu drucken und dadurch die monarchie der ganzen welt in sein hand zu bringen, so hab kgl. Mt. gedacht uf wege, wie derselb Kg. mocht gestraft, auch ganz nidergetruckt und außgetilgt werden, und mit inen, seinen reten, in disputacions oder arguments weise von einer meynung und anschlag geredt, dem außschuß furzuhalten und mit inen davon zu disputiren, den Reichs tag also damit anzufahen, wie hernach volgt-a.
    [2.] Š b Nemlich, so wolle röm. kgl. Mt. zu einem geweltigen herezug XIIM Sweizer versolden und tausent zu roß, item noch VIM zu fuß-b.
    c Item so sollen die stende des Hl. Reichs halten zehentausent zu roß und zwenzigtausent zu fuß-c.
    d Item die burgundischen lande funfzehentausent-d.
    e Item die Kgg. von Hispanien und Castilien zwenzigtausent-e.
    f Item der Kg. von Engelland funfzehentausent-f.
    g Item der Kg. von Navara zehentausent-g.1
    h Item welisch land auch zehentausent-hi.
      j Summarum des volks zu roß und fuß ist hunderttausent und XIXtausent.
    [3.] Daruf haben die von des Reichs verordenten ausschuß geantwort, diese sachen seyen swere, dapfer und groß und vil daran gelegen. Und moge also eylend von inen der notdurft nit bedacht werden, darumb die notdurft erfordere, solichs an die gemeynen stende gelangen zu lassen, mit irem semptlichen rate darin der notdurft betrachtung zu tun und antwort zu geben.2 
    k Und haben daruf solich furhalten an die ganzen versamlung gelangen lassen, daruf sich die versamlung einer gemeynen antwort [Nr. 158] entslossen hat, wie im dritten blat mit buchstaben verzeichet gefunden wurdet–j –k.

    « Nr. 157 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzugsanleihe bei den Handelsgesellschaften) »

    [1.] Beitrag der Handelsgesellschaften für den Romzug; [2.] Unfähigkeit der erschöpften Erblande zur kurzfristigen Finanzierung der eidgenössischen Knechte oder anderer Truppen; [3.] Anleihe der Handelsgesellschaften in Höhe von 60.000 fl.; [4.] Beratung über Druckmittel gegen die Gesellschaften.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 22. Mai 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 440–440’ (Kop., Überschr.: Ein ander furhalten von kgl. Mt. ) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 23–23’ (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /440/ Nachdem gemeyne versamlung des Hl. Reichs stende ytz auf diesem Reichs tag zu rettung und behaltung des babstlichen stuls, auch der ksl. cron, der teutschen ere und wirde ein hilf verwilligen werden und bißher in dergleichen hilf in dem Hl. Reich geystlich und weltlich, nymands dann der kaufman ußgnommen, mitleiden gehapt und aber derselb kaufmann sein hantirung und gewerbe in des Hl. Reichs gepiet, schutz und schirm treibt und des merklichen nutz entpfahen, will sich geburn, das er in solicher hilf, dweil des Reichs und teutscher nation notturft die so großlichen erfordert, doch on seinen schaden auch angesehen werd, wie dann solichs in allen cristenlichen Kgrr. und landen gewonheit ist, uf nachfolgende meynung.
    [2.] Als unser allergnst. H., der röm. Kg., als ein Ehg. zu Osterreich lang zeit zu underhaltung des Reichs und teutscher nation ere und sonderlich ytz zum zug in Hungern, auch zu underhaltung des kriegsvolks zum romzug etwevil gelts und guts mit grosser beswerung seiner kgl. Mt. rent und gulte dargestreckt und noch desgleichen der kgl. Mt. erblichen Fmm. und lande undertanen /440’/ auch getan, die dermassen ußgemergelt, das sie des ferrer unvermoglich sein, deshalben die kgl. Mt. nit stat hat, das, so seiner kgl. Mt. in dieser hilf geburt und sein Mt. daruber tun will, so ylends, Šals zu underhaltung der Eydgnossen und andrem kriegsvolk not wirdet, ufzubringen, nachdem von stund bargelt vorhanden sein muß.
    [3.] Vermeynt kgl. Mt., die treffenlichsten gesellschaften in dem Hl. Reich umb sechzigtausent fl.rh. anlehenswyse zu ersuchen. Und will sie darumb versichern, es sey mit briefen oder cleynaten, nach erkantlicheit des Reichs versamlung, von den nehsten wyhenachten uber ein jar [25.12.1508] zu bezalen, und inen darumb ein ergetzlicheit tun, auch nach erkantlicheit des Reichs stende.
    [4.] Und dweil kgl. Mt. wol weißt, das die gesellschaften das mit gutem willen nit tun werden, es beschee dann durch einen getrang, begert kgl. Mt., das die versamlung herin ratschlag, ob die kgl. Mt. solichen drang tun soll etc.2

    « Nr. 158 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Romzughilfe, Frankreich, Eidgenossen, Anleihe bei den Handelsgesellschaften) »

    A. Versammlung der Reichsstände zu Beratungen über die Erlangung der Kaiserkrone und die Verteidigung gegen Frankreich; B. Senkung der kgl. Forderung nach einer Romzughilfe, Notwendigkeit von Beratungen über Termin und Route des Romzuges sowie die Versorgung und Ausrüstung des Heeres; C. Gewährleistung von Frieden und Recht im Reich als Voraussetzung für den Romzug; D. kleineres Truppenkontingent ausreichend zur Erlangung der Kaiserkrone; E. Erwägungen für einen Romzug unter Rückeroberung Mailands und der Rückgewinnung weiteren Reichsgutes in Italien sowie zum Widerstand gegen Frankreich: F. Abfertigung einer Gesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich, G. Abschluß eines Beistandsvertrages mit den Eidgenossen, H. Sanktionen gegen säumige Reichsstände; I. Verhandlungen mit den Handelsgesellschaften über eine Anleihe für den Romzug.

    Beschlußfassung durch die in Konstanz versammelten Reichsstände und Übergabe an kgl. Räte am 25. Mai 15071, Abschrift durch die ständischen Schreiber am 26. Mai (mitwochen in den pfingsfeyertagen).2
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 441–442 (Kop., Überschr.: Antwort des Rijchs versamlung uf obverzeichet kgl. furhalten.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 24–24’ (Kop.) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 51–51’ (Kop., Verm.: Am mitwochen in den pfingsfeyertagen [26.5.] Ao. etc. VIIo ist zu den Parfussern in meins gnst. H. von Menz herberg zu Costenz pronunciirt, ut sequitur.) = C. München, HStA, KÄA 3136, fol. 156–157 (Kop.) = D. Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 8’-10 (Kop.) = E. Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (dem RT-Protokoll [Nr. 148] inserierte Kop.) = F. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 14–17 (Kop.). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 9–10 (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 9–10 (Kop.). Meiningen, StA, GHA II, Nr. 10, fol. 1–2 (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 8–9 (Kop.).
    ŠDruck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 907, S. 712f.

    /441/ Kff., Ff. und stende des Reichs haben das furhalten röm. kgl. Mt., erlangung der ksl. cron und die LXM fl. belangend [Nrr. 156f.], vernomen.
    A.3 Geben daruf irer Mt. underteniger meynung zu erkennen, sie seien uf diesem Reichs tag uf irer Mt. erfordern als die gehorsamen erschienen, ganzs gemuts, zu raten und irs vermugens die ksl. cron helfen zu erlangen und des Kg. von Frankenreich furnemen, das er wider das Röm. Reich in ubung steet, widerstand zu tun, als sie sich auch des in anfang diss Reichs tags zu mermaln haben horen lassen und nochmals zu tun urputig seien.
    B. Dieweyl aber die zal der XM zu roß und XXM zu fuß den stenden des Röm. Reichs zu erhalten und zu tragen unmuglich, als röm. kgl. Mt. aus hoher vernunft wol zu ermessen hab, so were ir undertenig rate und gutbedunken, wo ir Mt. solichen zug tun wolt, das uf zimlich, leidlich und träglich maß /441’/ gestalt und daneben muglicheyt der zeit des zusamenkomens, wege, stege, proviand und andere notdurft, zu solichem zug dienlich, ermessen und betracht wurden, damit derselbig zug der kgl. Mt. und dem Röm. Reich zu ere und nutz furgenomen werden mocht.
    C. Uf das aber solichem furnemen keyn verhinderung zusteen moge, achten sie, das vor allen dingen not sein wolle, frid und recht als die grundfestung solichen zugs im Reich ufzurichten, und zu ratslagen sey, welicher gestalt beide artikel underhalten und vollenzogen werden sollen.
    D. Sie bedunkt auch, not sein zu betrachten, wo solicher zug alleyn zu erlangung der ksl. cron furgenomen werden sollt, das on not, auch unnutzlich wurde, soliche grosse anzal volks darzu zu geprauchen.
    E. Solt aber solicher zug nit alleyn zu erlangung der ksl. cron, sonder auch zu eroberung des Hm. zua Meyland und anderer stende in Italia, dem Reich zugehorig, auch zu widerstand dem Kg. von Frankreich dienen, alßdann weren die nachfolgende artikel zu bedenken:
    F. Erstlich, das zuforderst die potschaft, so röm. kgl. Mt. zu dem Kg. von Frankreich zu schicken zugeschrieben hat [Nr. 155], daselbsthin zuforderst geschickt und des Kg. von Frankreich gemut und antwort uf solich werbung vernomen wurde.
    /442/ G. Zum andern, das kgl. Mt. und die stend des Röm. Reichs gruntlichen und glaublichen verstand mit den Eydgenossen hetten, sich der Eydgenossen hilf in solichem furnemen auchb wissen zu getrosten.
    H. Damit auch solich furnemen nit verhindert, uffgezogen noch gestummelt werden mocht, were not, sich alhie zu vereynigen, wie die ungehorsamen, so den anslag zu solichem zug nit gebenc wolten, zu gehorsam bracht werden solten.
    ŠI. Des artikels halb, die sechzigtausent fl. belangend, ist ird undertenig rate und gutbedunken, das röm. kgl. Mt. umb leihung solicher summe bey den kaufleuten gnediglich und gutlich handeln lasse. Seiene sie in hoffnung, ir Mt. werde solich summe uf zimlich vergwissung bey inen erlangen.
    [Vermerk von anderer Hand:] f Daruf hat kgl. Mt. einen andern zettel und verzeichnus [Nr. 159] tun ubergeben, ut sequitur-f.

    « Nr. 159 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Frankreich, Friede und Recht, Eidgenossen, Anleihe bei den Handelsgesellschaften) »

    A. Versammlung der Reichsstände zu Beratungen über die Erlangung der Kaiserkrone und die Verteidigung gegen Frankreich; B. Senkung der kgl. Forderung nach einer Romzughilfe, Notwendigkeit von Beratungen über Termin und Route des Romzuges sowie über Versorgung und Ausrüstung des Heeres; C. Gewährleistung von Friede und Recht im Reich als Voraussetzung für den Romzug; D. Größe des Romzugheeres; E. Erwägungen für einen Romzug unter Rückeroberung Mailands und der Rückgewinnung weiteren Reichsgutes in Italien sowie zum Widerstand gegen Frankreich: F. Abfertigung einer Gesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich, G. Abschluß eines Beistandsvertrages mit den Eidgenossen, H. Sanktionen gegen säumige Reichsstände; I. Verhandlungen mit den Handelsgesellschaften über eine Anleihe für den Romzug.

    Vortrag bzw. Übergabe durch kgl. Räte an die in Konstanz versammelten Reichsstände am 25. Mai 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 443–443’ (Kop., Überschr.: Der kgl. Mt. widerantwort und verzeichnus, uf berurt der stende antwort ubergeben.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 25–25’ (Kop.) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 53–53’ (Kop.) = C. München, HStA, KÄA 3136, fol. 158’-159 (Kop.) = D. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 10’-11’ (Kop.) = E. Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (dem RT-Protokoll [Nr. 148] inserierte Kop.) = F. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 18–20 (Kop.). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 11–12 (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 11–12 (Kop.). Meiningen, StA, GHA II, Nr. 10, fol. 2–2’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 9’-10’ (Kop.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 908, S. 713f.

    /443/ A. Daraufa wirdet ungezweifelt kgl. Mt. gut gevallen haben.
    B. Wirdet verantwurt in dem vierden artikel.
    C. Das gevellt kgl. Mt., doch das eins neben dem andern beschee.
    ŠD. Kgl. rete erwegen, das sechzigtausent reysiger pherd in teutschen landen und sunst allenthalben im Hl. Reich am paren2 steen, wurde erst das funft pherd wandern. Und mocht sich auch ungeverlich ernern ab den, so dem Reich ytzmals nicht hilflich sein, es were dannoch gnug, das das vierd pherd daheim belib.
    Antreffend die zwenzigtausent fußknecht, sein in teutschen landen zehenmal hunderttausent.
    E. Wil man den röm. Kg. zu einem Ks. machen, so ist not, das man auch das keysertum behalte und den Phad [= Po] widerumben erober in ewig zeit, es sey mit Meyland oder andern stenden in Ytalien, so mit hilf der Franzosen den Teutschen den Phad in ewig zeit vorhalten. Das wurde dann der Franzoß nicht leiden, darumb muß ein krieg werden, und muß man die sachen setzen auf die grossen puchsen und /443’/ die recht ritterschaft auf der Tiber prugken.3 Dann warumben solt der röm. Kg. und das Reich vil costen darlegen, das Reich zehen jar zu behalten und darnach tausent jar zu verlieren?
    F. Kgl. Mt. gevallet die botschaft. Man muß aber zuvor beschliessen, was man tun wolle. Nemlich, ob Frankreich das zu dem krieg komen lassen wolt oder nicht, das der stuck yedem ein mass gesetzt wurde, was ime auch zu lieb oder layd zugesagt, das ime solichs gehalten wurde. Dann es wurde sunst den Teutschen ewige smach daraus volgen.
    G. Kgl. Mt. hat gevallen. Das ist in aller practica, darin wirdet kein fleis gesparet und nichts versaumbt. Man bedorf auch in etlichen tagen sunst nichts darin handeln, dann kgl. Mt. tut das selbs, wie sie es wissen.
    H. Kgl. Mt. hat gevallen darab.
    I. Kgl. Mt. hat gevallen, das man es also anfahe. Wo es aber die kaufleut gutlich nicht geben wolten, zu ratslagen, wie kgl. Mt. dem ferrer tun sol.

    « Nr. 160 Breve Papst Julius’ II. an Kg. Ludwig XII. von Frankreich »

    Stellungnahme zum Vorwurf, von Kg. Maximilian Hilfe gegen Frankreich erbeten zu haben.

    Rom, 14. Mai 1507. Im Reichsrat am 28. Mai verlesen.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 461 (lat. Kop., Gegenz.: Sigismundus 2. Adresse: Charissime in Christo filio nostro Ludovico Francorum regi christianissimo.) = Textvorlage A.

    ŠCarissime in Christo fili noster, salutem et apostolicam benedictionem. Auditis dilectis filiis dominisa de Gimellis et de Marigni3 oratoribus tuisb visisque ac diligenter consideratis instructionibus, quas eis dedisti, vehementer mirati sumus. Nam neque ex scriptis neque ex verbis ullis nostris aut alterius cuiusdam nomine nostro comprehendi poterit, nos ullum auxilium ullamve opem contra tuam maiestatemc a charissimo in Christo filio nostro Maximiliano Romanorum rege illustri, prout rexd affirmare dicitur, petiisse, quamvis enim ab ipso rege Romanorum et ab aliis dicitur, quod tua maiestase cum maximo exercitu in Italiam erat ventura, ut totius Italiae sibi vendicaret imperium et papatum Romanumf dissolveret. Tum nullum contra te auxilium petendum putavimus, numquam enim persuaderi nobis potuit aut poterit, quod maiestas tuag, que more christianissimorum progenitorum suorum iura sancte Romane ecclesie solet tueri, quicquam contra personam nostram aut statum ipsius ecclesie vellet moliri, praesertim cum nos in te boni et amantissimi patris fungamur offitio. Itaque dicant, quidquid volunt, rex ipse Romanorum et alii, hec mera veritas est. Unas tum litteras hoc anno ipsi Romanorum regi scripsimus, quas dilectus filius nobilis vir Constantinus Cominatush detulit, in quibus eundem regem adhortabamur ad renovandam cum tua celsitudinei confederationem et amicitiam, ut valida expeditio contra perfidos Thurcosj, christianissimi nominis hostes, fieri posset, prout ex copia litterarum ipsarum, quas eisdem oratoribus tuisk dedimus, maiestasl tua intelliget. Studium quippe nostrum est, fili charissime, concordiam et non discordiam inter christianos principes alere. Datum Rome apud sanctum Petrum sub anulo piscatoris, die XIIII Maii MDVII, pontificatus nostri Ao. quarto.

    « Nr. 161 Mitteilung Kg. Maximilians an die Reichsstände (Frankreich) »

    [1.] Nachricht über die Zusammenstellung eines französischen Hilfskontingents für Hg. Karl von Geldern; [2.] Überlegungen Kg. Maximilians hinsichtlich Gegenmaßnahmen.

    ŠDurch kgl. Räte den in Konstanz versammelten Reichsständen am 28. Mai 1507 vorgetragen.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 445 (Kop.) = Textvorlage A.

    [1.] Der röm. Kg. hat ware kundschaft, das des Kg. zu Frankreich obrister haubtman ainer, genant der H. von Arberg, aus bevelh des Kg. zu Frankreich ain raisigen zeug versamelt, auf die Brabander zu ziehen und zu hilf dem Hg. zu Geldern als nachstem veind.2
    [2.] War darauf des röm. Kg. maynung, wo es des Reichs steende ratlichen deuchte, das sein Mt. im den raisigen zeug an die seiten leget, welhen raisigen zeug sein Mt. underhelt und den winter underhalten hat aufs Reichs anslag zu Coln zu trost Ytaliae und nemlich dem babst, ob der Kg. zu Frankreich den het wellen tapferlich angreifen, das die kgl. Mt. mit demselben geraisigen zeug, auch mit andern, so ir Mt. von haus aus bestelt hat, und darzu ainem grossen fueßvolk die Franzosen, so den babst uberziehen wellen haben, widerumb abkert haben wolt, wo die Venediger sein kgl. Mt. durch heten wellen lassen. Oder aber sein kgl. Mt. wolte in die cron Frankreich prennend bis gen Parys gezogen sein. So aber der Kg. zu Frankreich ietzo stutzt von wegen, das im die Sweizer wider abgefallen und haimgezogen sein, so dunkt den röm. Kg., mug denselben raisigen zeug wol so weyt hinabsenken auf den von Arberg, bis sein Mt. den romzug furnemen wirdt.3

    « Nr. 162 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Anleihe bei den Handelsgesellschaften, Frankreich, Leiningen) »

    1. Zwangsanleihe bei den Handelsgesellschaften für den Romzug; 2. Vorschlag Kg. Maximilians zur Entsendung einer Reitertruppe in die Niederlande; 3. Supplikation Gfin. Margarethes von Leiningen-Rixingen um Übereignung ihr zugesprochener Besitzungen.

    Beschlußfassung der in Konstanz versammelten Stände am 29. Mai 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 446–446’ (Kop., Überschr.: Der stende ferrer antwort uf a obgeschrieben der kgl. Mt. ubergeben verzeichnis-a [Nr. 159, Pkt. I].) = Textvorlage A.
    Druck: Gross/Lacroix , Urkunden I, S. 47, Nr. 105 (nur Pkt. 2).

    /446/ Erstlich betreffen das tringen der kaufleut, wo sie nit leyhen wolten etc., ist der stend rate und gutbedunken, das sich kgl. Mt. dißmals geweltigs tringens in solichem enthalt. Wann die stende besorgen, solichs mocht der furgenomen handlung, nachdem vil burger in stetten mit den kaufleuten im handel anhangen, verhinderung bringen. ŠSint doch der zuversicht, kgl. Mt. moge solichs hernach mit gutem willen bey den kaufleuten erlangen.
    Zum andern, belangend der kgl. Mt. reuter zu widerstand des Hg. von Gellren zu schicken [Nr. 161], ist der stende rate und gutbedunken, wo der krieg im lande zu Gellren nit angefangen were, das kgl. Mt. denselben ytzo wider anzufahen auch verhielte, in betrachtung anders merglichen furnemens, darin kgl. Mt. ytzo steet, auch sunderlich, dweyl ytzo ein schickung zum Kg. von Frankrych bescheen soll. Were aber der krieg angefangen, so zweifeln die stende nit, kgl. Mt. wisse im selben selbs zum besten zu richten.
    b Zum dritten belangend die von Lyningen2, bedeucht die stende gut, das kgl. Mt. der frauen von Lyningen bruder erben3 mit gepotsbriefen bey der acht und andern sweren penen in der besten form het tun ansuchen, der frauen unverhindert volgen und widerfaren zu lassen das, so sie von iren verstorben brudern mit recht am kgl. chamergericht anbehalten hat /446’/ laut außgangner urteilbrief und executorial, mit anzeige, wie dieselben bruder von Lyningen als ungehorsamen der angezeigten executorial von kgl. Mt. in die acht erklert4, auch als die ungehorsamen darin verstorben seyen, alles in meliori forma-b.5 
    Item, das kgl. Mt. wolle H. Casparn von Merßperg, landvogt, bevelhen, die frauen zu Morßmonster wider inzusetzen.6 
    Deßgleichen ire brief zu geben an den Kg. von Cecilien [Hg. René von Lothringen] und Bf. von Metz, sie wider inzusetzen und zu dem, so sie mit recht erlangt hat, zu helfen.7

    « Nr. 163 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Anleihe bei den Handelsgesellschaften) »

    [1.] Anleihe von 100 000 fl. bei den Handelsgesellschaften zur Finanzierung des eidgenössischen Söldner für den Romzug; [2.] Zurückweisung möglicher Einwände der Reichsstädte gegen die Anleihe.

    ŠAm 1. Juni im Reichsrat verlesen; am Morgen des 2. Juni an die Stände übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 447–447’ (Kop., Überschr.: Röm. kgl. Mt. ist der obangezeigten antwort der kaufleut halber nit gesettigt gewest, sunder hat derhalb den stenden diß nachfolgend verzeichnis furhalten lassen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 26 (Kop.) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 160 (Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 12–12’ (Kop.) = D. Frankfurt, ISG, Reichssachen II/199, Stück-Nr. 42 (Kop.). Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 21–22 (Kop.). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 12’-13 (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 12’-13 (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 11–11’ (Kop.). Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 161 (Kop.). Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 230’-231; 256–256’ (2 Kop.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 909, S. 714f.

    [1.] /447/ Die röm. kgl. Mt. hat bißher aus merglichen des Reichs obligenden gescheften und nemlich in dem ytzigen jar vergangen wider die wuetenden Hungern ir Mt. erbland dermassen erschopft, das ir Mt. diss jars und so eylends darin dhain gelt aufbringen mag. Und als des Reichs stende irs gelts zu dem romzug selbst bedurfen, demnach were irer Mt. meynung, die gesellschaften der kaufleut in teutschen landen zu taxiren auf hunderttausent fl. mer oder mynder nach der stende gutbedunken, die seiner kgl. Mt. zu underhaltung und bezalung der Sweizer zu leyhen. So will kgl. Mt. sich gegen inen gnugsamlich verschreiben oder pfand von cleineten darumb einsetzen, inen dieselben hunderttausent fl. von dem hl. weyhennechtag schirstkunftig uber ein jare [25.12.1508] widerumb zu bezalen und darzu ein interesse von solhem gelt zu geben nach des Reichs stende messigung. Und darauf ist kgl. Mt. begern, das die stende des Hl. Reichs seiner Mt. zu solhem anlehen, wie obsteet, raten und yetz im fußstapfen zu grund helfen wellen.
    [2.] /447’/ Item ob des Reichs stende vermeinten, das sich des Reichs stette dawider setzen mochten, das sie die kaufleut selbs umb hilf anrufen mussen, ist kgl. Mt. antwort, das ir Mt. den yetzigen starken romzug begert hab, von des Reichs stenden anzuslahen auf den armen als den reichen auf eins yedens eygen rent, gult, einkomen, handwerchs narung und peurlichen zuestenden. Und so solich hilf dermassen, als kgl. Mt. verhofft, beschicht, ist nit not, das dieselben die kaufleut umb einich anlehen zu bezalen solhs anslags ersuchen. Und dieweil auch solh anlehen gegen der gesellschaften vermogen umb ires jerlichen gewins, der sich jerlichen auch wol sovil als hunderttausent fl. lauft, klein zu achten ist, so mag deshalben solh anlehen diesen anschlag nit verhindern.

    « Nr. 164 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Anleihe bei den Handelsgesellschaften, Eidgenossen, Papst) »

    [1.] Zwangsanleihe bei den Handelsgesellschaften zur Finanzierung der eidgenössischen Söldner für den Romzug; [2.] Auftrag für die Reichsgesandtschaft zu den Eidgenossen; [3.] Schreiben an Papst Julius II.

    ŠBeschlußfassung durch die in Konstanz versammelten Stände und Übergabe an den Kg. durch deputierte Stände am 2. Juni 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 448–448’ (Kop., Überschr.: Gutbedunken der stende des Reichs uf kgl. Mt. furgehalten zettel, das anlehen der gesellschaft betreffen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 26’ (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 160’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 231–231’ (Kop., Überschr. wie A) = D.

    [1.] /448/ Nachdem die gesellschaft der kaufleute einen merklichen und grossen gewyne uß irem handel haben, den sie am meynsten von der kgl. Mt. landen und des Reichs verwandten schepfen und bringen, so ermessen die stende des Reichs fur pillich, das die gesellschaft der kgl. Mt. in irem notdurftigem und nutzlichem furnemen mit einer statlichen summe, als LX-, LXX- oder LXXXM fl. uf notdurftig vergwissung und versorgnis, inmassen sich dann kgl. Mt. zu tun erpeut, zu leihen, zu statten und hilf komen; das sie auch solich gelt ein jare umbsunst leihen, angesehen, das sie auch pillich von irem gewinlichen handel zu diesem loblichen furnemen etwas tun. Wo es aber umbsunst zu leihen ein beswerung uf ime tragen wolt, das sie sich dann eins zimlichen interesse benugen lassen.
    Und wo die kgl. Mt. gut oder nutz ansehe, das die stende des Reichs mit und neben kgl. Mt. solichs anlehens halber zu den gesellschaften schicken oder schreiben solten, das weren die stende der kgl. Mt. zu undertenigem gefallen auch willig.
    [2.] a Item sollen die, so dise anzeige kgl. Mt. furtragen, bey irer Mt. erlernen, wes die, so von des Reichs stenden zu den Eydgnossen zu reiten verordent sein, bey den Eydgenossen handeln, ob sie alleyn ire antwort horen oder etwas weiter handeln sollen /448’/ und was; und das sie desselben, so weiter mit inen gehandelt werden solt, von kgl. Mt. ein verzeychnus bitten, furter den stenden furzubringen, davon zu ratslagen; sich auch zu erlernen, uf welichen tag die verordenten zu Zurich sein sollen etc.
    [3.] Deßgleichen sollen sie die schrift, an babst begrieffen2, widerantworten, mit anzeige des Reichs stende gutbedunken, die zu verhalten, uß ursachen, wie davon geredt ist-a.

    « Nr. 165 Ausschreiben der Reichsstände an Handelsgesellschaften in Augsburg und anderen Städten »

    Aufforderung zur Bewilligung der von Kg. Maximilian erbetenen Anleihe für den Romzug.

    Konstanz, 4. Juni 1507 (freytag nach corporis Cristi).1
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 449–449’ (Kop., Überschr.: Ausschreiben Kff., Ff. und stend des Reichs an etlich kaufleut, kgl. Mt. anlehen belangend.) = Textvorlage A.

    /449/ Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs, ytz auf dem tag zu Costenz versamelt.
    Lb. besondern, die röm. kgl. Mt. etc., unser allergnst. H., wirdet yetz zu irer Mt. furgenomen romzug, auch andern des Hl. Reichs treffenlichen obligenden gescheften, darin ir kgl. Mt. und das Hl. Reich merklich angefochten und zu ertrennen understanden werden, ein anlehen an euch begern und euch umb solich gelt, das von weyhenachten uber ein jar nehstkunftig [25.12.1508] widerumb zu bezalen, gnugsamlich versichern. Und dieweil wir nu ermessen, das irer kgl. Mt. und dem Hl. Reich merklichs daran gelegen ist und in vil hundert jaren der teutschen nacion nye so not getan hat, weliche notdurft und obligen derselben teutschen nacion und des Hl. Reichs wir als glider desselben nach unserm vermogen mitsambt irer kgl. Mt. zum besten zu wenden und abzulegen geneigt, pflichtig und begirig sein, begeren wir an euch mit fleis und ernst, ir wollet euch uf berurt irer kgl. Mt. ansuchen gutwillig halten und erzeigen und das nit abslagen, angesehen die merklich notdurft, wie obstet, darzu auch ir pillich euer hilf tun sollet, und sonderlich dieweil ir umb solichs von kgl. Mt. gnugsamlich versichert und one zweifel gnediglich und gewißlich bezalt werdet. Daran beweißt ir irer kgl. Mt. und uns sonder hoch gefallen, das allzeit gnediglich gegen euch erkennt wirdet. [Datum].
    /449’/ Unsern lb., besondern N. den kaufleuten aller geselschaften, so zu Augspurg wonen und hantirung haben.
    In simili Nurmberg, Lubegk, Coln, Leip[zi]gk, Frankfort, Memmingen, Ravenspurg.
    a Und noch hieruber drey brief mit solichen uberschriften, darin ein spacium zu der statt gelassen werd-a.

    « Nr. 166a Erwiderung kgl. Räte auf den Vortrag des französischen Gesandten Gian Antonio de Crivelli an die Reichsstände »

    [1.] Rekapitulation der frz. Argumentation hinsichtlich des alten Bündnisses zwischen Frankreich und dem Hl. Röm. Reich sowie hinsichtlich der Belehnung Kg. Ludwigs mit Mailand; [2.] Bruch des geltend gemachten Bündnisses durch Frankreich; [3.] Unrechtmäßigkeit des Anspruches Kg. Ludwigs auf das Hm. Mailand, Nichterfüllung der Lehnspflichten und Bruch der mit Kg. Maximilian geschlossenen Verträge durch Kg. Ludwig; [4.] Zurückweisung der Behauptung über ein Angebot an Kg. Ludwig bezüglich der Kaiserwürde, Vertragsbrüchigkeit des frz. Kg.; [5.] Erneuerung der Vorwürfe gegen Kg. Ludwig bezüglich seiner Absichten hinsichtlich des Papsttums, Darlegung der Vorgänge um die Eroberung Bolognas; [6.] Unrechtmäßigkeit der frz. Unterstützung für Karl von Egmond; [7.] herrscherliche Fürsorge Kg. Maximilians für das Reich; notorische Verletzung der Interessen und Rechte des Reiches durch Frankreich; [8.] Unrechtmäßigkeit der frz. Ansprüche auf Genua; Š[9.] Kennzeichnung der frz. Kgg. allgemein als Schädiger der Christenheit und Kg. Ludwigs insbesondere als ehrvergessenen Herrschers; [10.] Zurückweisung der Beschuldigung, die Verträge von Trient (1501) und Hagenau (1505) gebrochen zu haben, und des Vorwurfs der Agitation bei den Eidgenossen gegen Frankreich. – Resümee: [11.] Widersprüchlichkeit der frz. Vorwürfe gegen Kg. Maximilian; [12.] Aufkündigung des für Mailand bestehenden Lehnsverhältnisses durch Kg. Ludwig, Unrechtmäßigkeit des frz. Anspruchs auf Mailand; [13.] Absichten Kg. Ludwigs bezüglich des Papsttums und der Kaiserwürde; [14.] Unrechtmäßigkeit der Unterstützung Kg. Ludwigs für Karl von Egmond; [15.] Unrechtmäßigkeit des frz. Vorgehens gegen Genua und das übrige Reichsitalien; [16.] Vertragstreue Kg. Maximilians, fehlende Paktloyalität und feindselige Absichten Kg. Ludwigs gegen das Hl. Reich.

    Durch kgl. Räte den in Konstanz versammelten Ständen am 5. Juni 1507 verlesen.1 
    Göttingen, SUB, Cod. Ms. hist. 657, Bd. 3, fol. 548–569’ (spätere Kop. mit lat. Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen.2 Aufschr.: In disem puechel ist begriffen des röm. Kg. verantwortung auf die clag [Nr. 154], so der Kg. von Frankreich über den röm. Kg. auf disem Reichs tag zu Costenz den Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs unpillichen und mit erdichten worten getan hat.) = Textvorlage A.
    Druck: Goldast , Reichshandlung, S. 52–64 = B; Ders. , Politische Reichs-Händel, S. 274–284 = [C].3

    /549/ Als Kg. Ludwig von Frankreych auf dem reichstag, so yetz Kg. Maximilian, röm. Kg., unser allergnst. H., in der statt Costenz haltet, den Kff. und stenden des Hl. Reichs, daselbs versambelt, über das er seiner kgl. Mt. in derselben stund vil freüntschaft und alles gut zuempoten, durch seinen geschickten etlich artikel [Nr. 154] demselben Kg. Maximilian zu schmahe und verhinderung anzaigen lassen hat, wie hernach volgt.

    [1.] Am ersten, das ein alte pundnüs4 zwischen röm. Kss. und Kgg., auch allen stenden des Hl. Reichs an ainem und den Kgg. zu Frankreich anders tails aufgericht, mit ainer gülden bullen befestigt und bißher gehalten, von denselben Kgg. zu Frankreich und sunderlich von yetzo Kg. Ludwigen, der von seyner mueter aus teutscher nacion geborn, dawider nye gehandelt sein solle, wie auch die Kff. und Ff. des Reichs in craft solher pundnüs den Kgg. zu Frankreich als irem gesipten freünd und mitverwanten alwegen, so es not gewesen sey, mit ainer anzal volks wider meniglich, allain das Reich angeschlossena, hilf und beistand getan haben.
    /549’/ Verrer, das sich Kg. Ludwig gegen dem Röm. Reich allezit alle[r] billichait gehalten hab, sey abzunemen aus dem, als er das Hm. Mayland, so sein recht, natürlich Šerb seye, zu seinen handen pracht, hab er darüber sein investitur und lehen emphangen, die lehenspflicht und bezalung, so sich dem röm. Kg. und den Kff. umb die investitur gepürt, getan, auf hoffnung, das solhs alles durch die Kff. bestetigt werden sol, dann er in kainen weg dem Hl. Reiche sein gerechtigkait entziehen wolle.
    [2.] Dagegen sol und mag meniglich, der alte geschichten zu erfarn begird hat, wissen und in warheit glauben, wiewol war ist, das nach manigem schwern krieg, so under den Teütschen und Franzosen vor etlich hundert iarn geschwebt haben, vil freüntlicher vertreg der hl. cristenheit zugut aufgericht, die auch von röm. Kss., Kgg. und stenden des Hl. Reichs und der teütscher nacion eerlichen gehalten sein und von den der cron Frankreich in craft derselben vertreg alle freündschaft und guts beweist ist, als die Franzosen selber bekennen und in vil hendeln beypracht werden mag. Es ist doch dem Hl. Reich und teütscher nacion bißher von den Kgg. zu Frankreich alle widerwertigkeit, unfreundschaft und myßglauben erzaigt und bewisen, mit dem, das sy dem Reich noch den Teütschen in kainerlay weg hilf oder beystand nye getan, sunder haben ye und ye dem Hl. Reich sein macht, oberkeit und gerechtigkeit ab- /550/ gezogen, auch das Delphinat, Arelat und vil in der Schampanien, ainen drittail aus Flanderen, Torneck [= Tournai], Terwan [= Thérouanne], Boloni und vil ander stuck ains tails am ersten mit dem schwert, darnach etliche stuck durch tractet, mit gewalt wider pillichait gemacht, dem Hl. Reich abgedrungen und die laut derselben tractet nye zu lehen empfangen; und darzu understanden, die stift und stett Lüttich, Arras und Bullen5 mit vil andern stucken, so on mitl dem Hl. Reich zugehorn, abermals dem Reich gewaltiglich zu entziehen und damit die cron Frankreich zu erweytern und noch grosser zu machen, als dann Kg. Ludwig nu zumal mit den Hmm. Mayland und Geldern, auch der statt Genua und andern stenden in Ytalia wider das Reiche getan, darbey sich erfindet, dz er dieselben vertreg geprochen hat. Und wiewol er sich beruembt, von seiner muter ein Teütscher und von seiner grossmueter oder anfrauwen aus Mayland geporn zu sein, so erzaigt er doch aus demselben gegen dem röm. Kg. als rechtem oberherrn der Teutschen und Maylander kain lieb, treu, noch freuntschaft, sunder understeet auch, den Teutschen ir eer und wirde der ksl. cron und oberkeit zu nemen und daneben das babstumb ewiglich in sein hand zu pringen.
    [3.] Antreffend die belehnung des Hm. Mayland ist Kg. Ludwig nach des Hl. Reichs recht, herkomen und gewonhait kain erb, dan alle des Reichs belehente Fmm. auf mans- und kain frauenpersonen fallet6, /551’/ deshalben ime von recht und pillichait nit gepurt hat, das er sich daruber mit gewalt in das Hm. Mayland zu abbruch und verachtung des Reichs oberkeit eingedrungen und weilend Hg. Ludwigen als ain belechneten F. zu Mayland veriagt hat.
    Und als der röm. Kg. ime als dem, so Mayland dermassen unrechtlichen eingenomen und weyter die ytalischen lande dem Hl. Reich abzuwenden und seiner regierung zu underwerfen understanden, dasselb Hm. Mayland gelyhen hat, ist aus beweglichen ursachen, der dann ains tails Kff. und Ff. gut wissen tragen, und dannocht mit Šcondiction und fürworten zu eer und nutz dem Hl. Reich beschehen, nemlich under anderm, daz er durch seyn aigen person zu Pless des röm. Kg. potschaft bey schweren, unmenschlichen penen gesworn und sich verpunden, seyn Kgr. und vermügen zu eer und wolfart des röm. Kg. und Hl. Reichs zu erlangung der ksl. cron und zu widerstand der unglaubigen und allermeniglichs darzustrecken und zu sein ain freund der freund und veind der veind, niemands ausgenomen, mit dem anhang, das er sich in Ytalien noch anderßwo weder land, leüt noch guter, dem Reich zugehorich, verrer nit understeen, auch die ausgetriben Maylender widerumb einkomen und inen ire güter on entgeltnus volgen lassen, darzu dem röm. Kg. von derselben belehenung und anderer sachen wegen zwayhunderttausend franken, so sich ungefarlich hunderttausend cron laufen, bezaln wolle.7 
    /552/ Und ist offenbar, das er uber solh obgemelt aydspflicht durch den cardinal von Roan als seinen volmechtigen anwalt dem röm. Kg. in beywesen Kff. und Ff. in der statt Hagenau abermal ainem aid getan, der von wort zu wort also lautet: [/552–552’/ Wiedergabe des Lehnseids vom 6.4.1505 in deutscher Übersetzung]8 . Welchen ayd er nachmals in aigner person ratificiert hat, inhalt seiner brief, sygel und handzeichen.9 
    Aber das alles unangesehen hat der Kg. von Frankreich den röm. Kg. verhindert, damit er bisher die ksl. cron nit emphahen noch seinen furgenomen zug wider die ungelaubigen volbringen mügen. Dan er hat sich selbs mit herescraft in Ytalien getan, die stat Genua, so on mittl dem Hl. Reich zugehort, dafür sy sich auch selbs halt und erkent, und anders, dem Reich underwurfig, in seinen gewalt erobert und pracht. Und ist des verrer in teglicher übung, dardurch er sich gegen dem röm. Kg. und Hl. Reich nit als ain freund, sonder als ain veind erzaigt hat, auch nach /553/ laut des tractats die ausgetriben Maylender noch nit einkomen noch inen ire güter volgen lassen, und darzu dem röm. Kg. nit mer dan hundertausend franken bezalt.10 Und erfindt sich nit, wirdet auch unwarhaftig angezaygt, das der röm. Kg. von ime icht empfang, das den Kff. zugehort. Ist bei dem abzunemen, das er seiner kgl. Mt. noch hunderttausend franken vorgehalten hat.11 
    Darbey meniglich versteet, dz solh des Kg. von Frankreich furnemen und übung seinen vorgemelten zweyfachen gelübten und ayden ganz widerwertig ist und er damit sein eer in vergessen und zuruckstelt, wie sich verrer aus nachvolgenden handeln clerlichen erfindt.
    [4.] Zum andern hat der Kg. von Frankreich fürtragen lassen, der röm. Kg. wisse wol, das er dem Kg. von Frankreich die ksl. cron angepoten, soverr er weylend Kg. Philipsen von Castilien, seinem sun, zu demselben Kgr. Castilien und Hm. Burgundi helfen wolle, darauf er ime geantwort hab, er lasse sich seyner Kgr. und lande benüegen Šund wolle, sovil an im lig, die vorberürten alten pundnüssen zwischen dem Röm. Reich und den Kgg. zu Frankreich zu ewigen zeiten halten.
    /553’/ Sol abermals meniglich wissen, dz der Kg. von Frankreich im selbs in solhem ganz widerwartig ist und allen seinen grund auf die unwarhait setzt, geprauch sich auch manicherlay einfuerungen, die ainer kgl. wirde nit gezymen. Dann es mag menschen vernunft begreifen, dz er dem röm. Kg. an solhem unrecht tuet. Wer wolt gedenken, das der röm. Kg. die ksl. eer und wirde auf ainen, der ir nit empfahig, als Kg. Ludwig ist, wenden und sich dardurch als ain mechtiger, hochberüembter, streitbarer Teütscher den Franzosen, die gegen aller welt unmesiglichen gewalt und hochmut prauchen, underwerfen und gehorsam machen und sein und der Teütschen glauben und trauen in den, bey dem sy weder glauben noch trauen finden, setzen wolt? Ist auch nit not gewesen, das der röm. Kg. den Kg. von Frankreich umb hilf des Kgr. Castilien halben ersucht. Dann Kg. Ludwig hete das aus im selbs in craft der vorberürten vertreg gegen belehenung des Hm. Mayland seinen pflichten nach pilligen getan, dawider er aber des röm. Kg. sune, Kg. Philipsen, loblicher gedechtnüs, daran zu hindern understanden, wiewol Kg. Philips das erlangt und bis in seinen tod rüewiglich ingehabt und besessen. Und von wegen Burgund hat der röm. Kg. dasselb den merern tail mit dem swert erobert und in seiner regierung. Und ertregt der tail, so der Kg. von Frankreich vom Hm. noch besitzet, nit über fünfzehen- /554/ tausend cronen ierlicher gült. Das ist auch vor etlichen zeiten durch weylend Kg. Philipsen rete vortedingt worden sonder willen und wissen röm. kgl. Mt. 12 Derselb handel ist beschehen, voor und ee er mit dem röm. Kg. in keinen tractat gangen. So ist auch klar und wissend, das er sich an seinem Kgr. nit benüegen lasset, dieweil er dem Hl. Reich sein oberkeit und gepiet mit Mayland, Geldern, Genua und andern stucken wider all vertreg und sein ayd und pflicht entzeücht, dabei aber verstanden wirdet, das solh seyn fürgeben kaynen grund hat.
    Und als er sich berüembt, die alten pundnüssen zwischen dem Röm. Reich und den Kgg. zu Frankreich zu halten, sovil an ime lig, mag mit warhayt gesagt werden, das nichts an ime gelegen sy, dann er weder alt oder neu pundnüs und vertreg nye gehalten hat und ime auch durch seyn teologen, lerer seiner hl. schrift und die rechtsprecher des parlaments zu Parys geraten wirdet, das er die ayd, so er deshalben gesworn hat, zu halten nit schuldig sey, als er sich des durch seyn treffenlich potschaft, so er nechst bey dem röm. Kg. in der Steirmarch gehabt, in beywesen etlicher Kff. und Ff. selbs bekennt hat.13 Deßhalben sich kayner volzyehung solher alten noch neuen pundnüs oder vertreg noch ayniches guten zu im zu versehen ist.
    [5.] Verrer, als der Kg. von Frankreich anzaygen hat lassen, der röm. Kg. hab sein, des Kg. von Frankreich, genaigten willen, so er zu ime und dem Reich trag, /554’/ durch eyngeben etlicher engel des teufels Satan, der allzeit zweitrecht und unaynigkait zu machen begierig sey, nit erkennet mit dem, dz der röm. Kg. umb seynes aigen nutz willen an vil Ff. und reichstett smachbrief mit lauter iniurien hab ausgeen Šlassen, inhaltend, daz der Kg. von Frankreich understee, das babstumb seiner cron zu incorporieren und zuzuaigen, in maynung, die Kff. damit wider den Kg. von Frankreich zu bewegen. Dasselb sey ain gedicht, dann er die statt Bonony, so durch Carolum magnum, dieselb zeit Kg. zu Frankreich, dem stul zu Rom gegeben und die nachmals ander gewalt ob hundert iarn besessen, demselben stul widerumb überantwort habe, darumb sich der babst nichts ab ime beclag. Und wa yemands den babst oder stul zu Rom angreifen und ine davon entsetzen, wolt er als der allerchristenlichist Kg. und nachfolger der loblichen taten seiner vorfordern weg fürnemen, ine zu beschirmen, auch widerumb einzusetzen.
    Ist on not, vil zu sagen gegen dem, dz der röm. Kg. des Kg. von Frankreich genaygten willen nit erkenne, dan die vorerzelten geschichten demselben willen ganz widerwertig sein. Dann der röm. Kg. nichtz dann dz, so offenbar am tag ligt und des Reichs teütscher nacion und gemainer christenhait notturft erfordert, damit die warhayt fürkomen, durch eingeben des guten engels Gabriel hat außgeen lassen, dabey /555/ abzunemen ist, das der teüfel Satan mit seynen engeln und hellischer schar Kg. Ludwigen, seyn regierer und gewalthaber zu solhen uncristlichen, unmenschelichen, tyrannischen und unadelichen myssetaten wider die cristenhait und gemainen nutz raizen und bewegen, die auch in demselben wyetenden, unersetlichem gemüet in vergessung irer eren und pflicht verharren, das gut fliehen, das bos suchen und prauchen. Und ist von ainem yeden, der Got und eer vor augen hat, hoch zu verwundern, das Kg. Ludwig, sein regierern und gewalthabern in solhem die gottlich straf, ewig peyn und menscheliche verfolgung nicht besorgen und alzo nach franzosischer gewondhait mit gedicht und verkerter farb die warhayt verdecken wollen, als solte Kg. Ludwig nye geubt noch fürgenomen haben, das babstumb der cron Frankreich einzuleiben und sich des ainen gewaltigen moderatorem oder messiger zu machen mit einfürung der guttaten, so der nechst dem babst mit einantwortung der statt Bonony erzaigt habe. Sol meniglich der Franzosen gewondhait merken: b Sy singen hoher, dan genotiert, sy lesen anders, dan geschryben, sy reden und sagen anderst, dan inen im herzen ist-b, und daz sy ir laster und mysshandlung mit der frumben unschuld beclaiden und ir eer, ayd, brief, sigel, handzaichen und versprechen wenig bedenken und sich in eingang aller vertreg und pundnüssen mit überflissigem erbieten meniglich zu betriegen entschliessen, das in disem fall clerlichen erscheint. Die /555’/ Kgg. von Frankreich haben nu bey zwaynzig iarn her practiciert und gearbeyt, die bebst mit lieb, gedrang und droe zu bewegen, ir pos, mutwillig anschleg, eingriff, handlung und taten nit zu offenbarn, bey dem röm. Kg., Hl. Reiche noch anderswa umb kein hilf, trost oder retung anzusuechen, als sich yetzo mit unserm hl. vater, dem babst, erzaigt, der aus sorgen sein not und obligen nit offenbart. Und haben alzo die franzosische Kgg. irn füess in das hl. collegi der cardinal gesetzt und disen babst mit lieb, gelt und gedrang darzu pracht, das der Franzos nu sovil franzosischer, auch hispanischer cardinel hat, die im von des Kg. von ŠAragoni pundnüs und heirat14 anhengig sein und al tun werden und muessen, was der Franzos will, alles der maynung, dardurch das babstumb den ytalischen nach des yetzigen babsts tode durch wal, wo der Franzos in seinem leben solhs nit erlangen mochte, zu nemen und also baide nationen solhs zu empfrembden. Dann vor zwainzig iarn aus der ganzen cron Frankreich nu[r] drey cardinal, nemblich der von Burbon, Foys und Balua, der Andegavensium genant15, gewesen sein, die aus irm erbern, redlichen wesen allzeit der Franzosen posen handlung mysfallen getragen haben, darumb von inen swerlichen gehasset. Und inen zu widerwertigkeit haben dazumal die Franzosen understanden, etlich ander aus der cron Frankreich zu cardineln zu machen. Und als sy solhs anfenglich bey babst Innocentio nit erlangen mochten, erdachten sy den weg, das des yetzigen türkischen kaysers /556/ pruder, so derselben zeit in Frankreich gefangen lag und des Innocentius begert, im übergeben und zugestelt und dardurch noch drey Franzosen mit namen der hochmayster zu Rodis, der apt von St. Dionysi und der Ebf. von Portugalia zu cardinalen16 gemacht würden, über das Kg. Carl von Frankreich denselben Türken vormals Kg. Mathias von Hungern zugesagt, verschriben und mit ayden verpflicht und derselbig Kg. Mathias den Türken ganz gewiss geacht und von seinen wegen ob anderthalb hunderttausend ducaten ausgeben hat, aus der ursach, das er durch denselben Turken der gemainen cristenhait vil nutz schaffen und die Kgrr. Croacien, Bossen [= Bosnien], Sarveyc, Racia [= Raszien], Romania, Bulgaria, alle kriechische lande, auch die kaysertumb Trabisund und Constantinopl zu cristenlichem glauben und gehorsam bringen und erobern mügen.17 Und als Kg. Carl den Kg. von Neapols, der mit demselben Kgr. von dem stul zu Rom belehent was, vertriben het18, bezwang er den babst, noch mer Franzosen zu cardineln zu machen, das seydher für und für beschehen, bis es so weyt komen, das gewiss ist, so unser hl. vater, der babst, mit tod abgeen wurd, das ain geporner Franzos zu bebstlichem gewalt und regierung genomen müeste werden und darauf auch also dem Reich und teytscher nacion die ksl. cron indirecte empfremdt; als sich dan Kg. Ludwig nach abgang babst Alexanders und babst Pii iungst mit seinem oheim, dem cardinal von Roan, mit merklichen gaben, zusagen und geswynden practiken zü tun understanden, das aber der Almechtig durch der hl. vater des collegii volkomhait aus eingebung des Hl. Geistes verhüet hat. /556’/ ŠDarumb nit anders zu gedenken ist, dann das aus gottlicher fürgeschichtigkaitd dem Kg. von Frankreich und seynem cardinal ir unersetigter, poser, tyrannischer willen abgesnitten wirdet. Und wa das nit beschehen, weren sy der ganzen cristenhait nicht benügig, sonder aus irer angebornen natur der begierde, meniglich zu drucken, mit der scherpf und tyranney zu regieren und meniglich von allen ern, freyhaiten, güetern und guten sitten zu dringen und also aller undankparkait zu pflegen. Dann Kg. Ludwig sich zu mermaln gegen dem röm. Kg. und seinen potschaften angepoten, dz er ime helfen wolle, zway commun, Venedig und Aydgenosschaft, so ime und der cron Frankreich bißher am hochsten gedient haben und on dero hilf und zuetun er sich in Ytalien noch nit enthalten mag, ganz zu vertreyben und die dem röm. Kg. und ime zu underwerfen, und das dagegen der röm. Kg. ime seins unbillichen, unloblichen fürnemens in Ytalien stattgeben und zulassen solt. Aber der röm. Kg. hat solhs der Aydgenossen halb genzlich abgeslagen und für ursach angezaigt, dz sy zu teütscher nacion und dem Hl. Reich gehorn und ir mysferstande on allen zweyfel gegen dem röm. Kg. als irm rechten herrn bald gepessert werde, als dann ytzo beschicht.19 
    Antreffend die statt Bonony hat es die gestalt, der yetzig [Julius II.], auch babst Alexander und babst Innocentius haben vil weg gesuecht, die statt Bonony widerumb zu dem stul zu Rom zu erlangen. Sy sein aber alwegen durch die Kgg. von Frankreich daran verhindert. Dann sy haben den Bentivoya, so dieselb statt für sich selbs ingehabt und geregiert hat, in seinen und der cron Frankreich /557/ dienst, schutz und schyrm genomen, bis erst zuletst hat unser hl. vater babst mit Kg. Ludwigen ainen vertrag gemacht, ime zu Bonony zu helfen.20 Und wiewol er im das frey on allen costen zugesagt und sich darauf der babst genzlichen darnach gericht, so hat er doch in solhem irrung eingeworfen, seyn hilf in die leng verzogen, damit sich der babst in schwere, ungepürliche mittl gegen ime begeben und eingelassen hat, also das sein Hlt. allen costen, so auf das kriegsfolk zu ross und fuess, desgleichen veldgezeüg und anders geen würde, bezalen, auch dem statthalter zu Mayland [Charles d’Amboise], presidenten des Delphinats [Geoffrey Carles] und andern gubernatoren und hauptleüten in Mayland nit clain eerung von gelt und anderm tun und geben, desgleichen drey geporn Franzosen zu cardineln machen21 und nu hinfür der Kg. von Frankreich alle beneficien in Mayland ewiglich zu leyhen haben, auch der cardinal von Roan in seiner legacion in Frankreich perpetuiert und geewigt werden. Und wann der röm. Kg. zu empfahung der ksl. cron oder von anderer sachen wegen in Ytalien ziehen wurde, Šsolte der babst alles sein kriegsvolk zu hilf und beschirmung der Franzosen wider meniglich in Mayland schicken und dasselbs ligen lassen, bis der röm. Kg. wider aus Ytalien kome.22 Dagegen im der Kg. von Frankreich zugesagt und versprochen, die statt Bonony frey einzugeben, auch on sein wissen mit derselben statt noch dem Bentivoya als des babstes offenbarn veinde in gehaim noch offenlich nichts zu handln noch zu machen. Das aber Kg. Ludwig nit /557’/ gehalten noch im anfang willens gehapt, sonder den babst betruglichen in solh unleydenlich mittl eingefürt. Dan als der von Chaumont [Charles d’Amboise], des Kg. von Frankreich obrister hauptmann in Ytalien und Mayland, mit dem franzosischen kriegsfolk gegen Bonony gezogen ist, hat er underwegen etlich in gehaym zu dem Bentivoy geschickt und uber solhen vertrag ime, auch seynen synen und derselben zugeherich und verwandten sicherhayt angepoten, sover er ime zwayunddreissigtausent ducaten geben und ime die statt Bonony in des Kg. von Frankreich hend stellen welle, mit der vertrostung, ine in kurze wider einzusetzen. Das der Bentivoya also angenomen und die summa gelts biß in fünfzehentausend ducaten gemessiget, die auch der gemelt von Chaumont empfangen, dardurch sich der gemelt Bentivoy on wissen des babsts mit weib, kinderen, allen seinen frunden und geüterene frey aus der statt gezogen und den Franzosen ergeben hat. Und in solichem abzug haben die Franzosen understanden, die statt Bonony mit gewalt einzunemen, in mainung, die selbs zu behalten. Das aber des röm. Kg. rat und potschaft, so dazumal zu Bonony geweßt ist, mit hilf der frummen gemain daselbs mit werhafter hand verhüet, die Franzosen zuruckgeschlagen und den babst mit seinem volk eingelassen.23 Und wiewol Bentivoya und seine verwandten und alle die, so sy enthalten, in bebstlichem schweren pan verkundt sein, so hat doch der Kg. von Frankreich ine und die seinen in seinem enthalt und schirm und kurzelichen in dreye monaten her des Bentivoya zweyen sünen etlich kriegsvolk, gelt und leut zugeschoben, Bonony /558/ alzo wider einzunemen, und das selbs auch practiciert, die sich das darauf zu tun und auch den babst weiter zu vertreiben understanden. Aber sobald der Kg. von Frankreich dise lobliche versamlung des Reichs und das der röm. Kg. dem babst hilf tun woll, das im auch die Aydgnossen empfallen und abgezogen sein, gesehen, hat er in solichem des Bentivoya süne widerum zuruckgestelt und sein heymlich, listig, poß anschleg mit neuem gedicht verdeckt und verplüembt.24 
    Es wird sich auch nit erfinden, das die Kgg. von Frankreich ye ichts in Italien gehabt haben. Dann was Carolus magnus dem stul zu Rom mit Bonony und anderm bewyßt, hat er aus ksl. wirde und macht als ain geborner Teutscher und kain Franzos getan. ŠUnd dieweil er über die Franzosen als ain Teütscher geherschet hat, so kumpt daraus gleicherweyse den Franzosen ain begierde, herwiderumb die Teütschen zu regieren und das Hl. Röm. Reich in dz franzosisch pluet erblich zu ziehen. Dann sy sagen, Carolus magnus sey ain Franzos gewest, dz doch nicht. Er ist in Brabant zwischen Leuen und Prussel, das in teütscher nacion ligt, geborn worden.25 
    Ist nüe zemal aus den vor- und nachfolgenden taten und geschichten in aller welt der gemain ruef und für ein warheit gehalten, das der Kg. von Frankreich in übung ist, das babstuemb seiner cron einzuleyben [und] nachfolgend die ksl. cron der teütschen nacion zu entziehen, darumb er dem fueßstapfen etlicher frumer cristenlicher Kgg., seiner vorfordern, nit nachfolget, sunder die Franzosen volgen nach etlichen /558’/ und nemlichen den, die der pos veind von diser welt lebendig sichtiglich versuektf hat, und nemen sich derselben wegen an, gebrauchen sich auch des. Und als er yetzo den zug in Italien fürgenommen, hat er den seinen, so er mit unleydenlichen schatzungen beschwert, angezaygt, er welle dardurch den Franzosen ain solhe neue eer und glori erlangen, dergleichen in vil hundert iarn der cron Frankreich nye zuegestanden sey, und darauf für ine und die seinen auf der canzeln teglichs predigen und pitten lassen. Dabey abzunemen ist, das er nit allain die stat Genua gemaint, sunder ime vil ain merers fürgesetzet, das aber on abpruch des bebstlichen stuels und Hl. Reichs oberkait und gerechtigkeit in Italien, so beiden heuptern on mittel zugehort, nit beschehen mag. Damit er für und für understeet, sy irer eren, wirden, oberkaiten und gerechtigkaiten on all redlich ursachen mit geswynden, ungetreuen und verblüembten anschlegen zu berauben. Das aber unser hl. vater babst und der röm. Kg., das Hl. Reich und gemaine cristenhait ime als ainem unersettigten wüeterich, irrer und verhinderer unsers hl. glaubens nit gestatten sollen. Dan ungezweyfelt Got, unser heilmacher, gegen ime bewegt, so ist die cristenhait in solher macht und vermüegen, das ime widerstand gnug beschehen mag. Es wil aber kainen verzug erleyden, nachdem er meniglich in Italien mit seiner macht erschreckt und also dringt, das weder babst noch ander sich des aus grossen sorgen offenlichen nit beclagen. Wie kan /559/ er dan mit warhait fürgeben, das er ain beschirmer des babsts sein welle? Und ist wol zu glauben, dz er das babstumb kainen andern dan seinen oheim, dem cardinal von Roan oder, wo derselb nicht were, ainem andern Franzosen gunnet.
    [6.] Zum vierden hat der Kg. von Frankreich fürtragen [lassen], von wegen des Hm. Geldern wisse er, das Röm. Reich gewondhait und gebrauch sey, das röm. Kss. oder Kgg. kainen seinen lehensman oder vasal on des Reichs Kff., Ff. und stende, die nit verdechtlich, als der Ebf. von Trier und sein verpündnüs sey, rat und erkantnüs bekriegen solle. Und dieweil der röm. Kg. darüber den Hg. von Geldern angrüffen und überzogen, habe er die fürsorg getragen, wo der röm. Kg. denselben Hg. als seinen gesipten freünd uberwinden, wurde er darnach andern Kff. und Ff. ainen nach dem andern gleycherweyse tun, sy absetzen und priviren und sich dardurch ainen erblichen Ks. machen. Dan er sich und seine enikel, Ff. zu Castilien, Hh. hoher- und Šniderteütscher landen enhalb und dishalb Reins nenne und berüeme, dz er das mittel der teütschen lande in seiner gehorsam habe. Darumb sey der Kg. von Frankreich demselben seinen gesipten freünd zu hilf komen, nit als ain Kg. von Frankreich oder das er seinem Reich das Hm. Geldern züaignen wolt, sunder als ain lehensman des Reichs von wegen des Hm. /559’/ Mayland. Dann er sey [und] wolle sein in solchem fall ain schützer und schirmer und so ain gueter Teutscher als kain F. im Hl. Reich und ein passerer beschirmer derselben Ff. dan der röm. Kg., der ir zerstorer sein welle.
    Derselb handel hat im grund die gestalt und ist clar, das weilent Hg. Karl von Burgundi das Hm. Geldern von ainen Hg. zu Gülch, der von dem Hl. Reich damit belehent gewesen ist, erkauft26 und das darauf von Ks. Friderichen dem dritten, hochloblicher gedechtnüs, wie sich gepürt, empfangen.27 Und nach desselben Hg. Carls abgang hat sein ksl. Mt. das yetzo dem röm. Kg. 28 und zuletst derselb röm. Kg. weilent seiner kgl. Mt. süne, Kg. Philipsen von Castilia, in beywesen des cardinals von Roan als des Kg. von Frankreich potschaft und vil treffenlicher personen von Kff. und Ff. auch gelyhen29, das die Franzosen nye widersprochen, sunder darzu geraten und geholfen haben. Darumb clar ist, das H. Carl von Egmund zu dem Hm. Geldern ganz kain gerechtigkait hat, dan weylent sein anherr und vater, die von Egmund geporn sein, haben sich alzo unrechtlich und unbelehent wider das Hl. Reich in das Hm. eingedrungen. So haben darnach Hg. Karl von Burgundi, loblicher gedechtnüs, und der röm. Kg. das auf solch ir gottlich gerechtigkait zu zwayen maln mit dem swert erobert. Und wiewol der röm. Kg. das Hm. gut zeit berüeblich ingehabt und besessen, /560/ so hat doch Kg. Carl von Frankreich uber das alles demselben Carln von Egmund offenbar hilf und fürschub getan, damit er das Hm. ungewarnet und ungewart aller eren heimlich eingenomen und dem röm. Kg. empfrembdt. So hat diser Kg. Ludwig von Frankreich Carln von Egmund und die Gelderschen bisher stetigs mit grossem gelt, damit kriegsvolk zu ross und zu fuss auß teutscher nacion wider den röm. Kg. und dz Hl. Reich zu underhalten, gesterkt. Und wiewol nachmals zwischen seiner kgl. Mt. und dem Kg. von Castilia an ainem und demselben von Egmünd anders tails etlich vertreg und sunderlich ainer, darinne clarlichen begriffen ist, das Carl von Egmund dem Ebf. von Coln vier statt zu gelauben und underpfand, das er solichen vertrag volziehen wolle, einsetzen sol, aufgericht, gemacht und durch in gelobt und geschworn30, so sein doch Šdie in kainem artikel durch ine nit volzogen, sunder alwegen mutwilliglich verprochen und darüber wider den röm. Kg. mit offenbarer tat gehandelt. Deßhalben, ob er zu Geldern ainich gerechtigkait gehabt, als er nit habt, so hette er doch die auß den und andern ursachen verwurkt, darumb der röm. Kg. [nach] des Hl. Reichs ordnungen und satzungen, auch nach rate der Kff., Ff. und stenden des Reichs mit gutem grund wider ine hat handln mugen. Und waysst sich in den und andern sachen, das Reich betreffend, als ain gerechter, regierender, gesalbter /560’/ und consecrierter Kg. wol zu halten, das er auch bißher unverweyßlichen getan hat und hinfür tun wirdet.
    Und als er den Ebf. zu Trier und sein pundnüs verdechtlich haltet, sein dieselben glider und verwandten des Hl. Reichs und haben dem röm. Kg. nichtz anders, dan was frümben eerlichen irn phlichten nach gepürt, geraten und geholfen, und werden solchs noch begierlicher tun. Und were nit not gewesen, sy zu sondern, dan all andere stende des Reichs und gemainlich die ganz cristenhait wissen und erkennen der Franzosen unwarhait, poßhait und betryegery, die wider frid oder ainigkait, eere und aufnemen der cristenhait und gemaines nutz nit erleyden und die frumben getreuen, so sy auf ir seyten nit bewegen mügen, hassen und verfolgen. Und ist ungezweyfelt, wo Karl von Egmund von des Kg. von Frankreich kain hilf gehabt, hette er sich vor guter zeit in des röm. Kg. und Hl. Reichs gehorsam ergeben. Aber der Kg. von Frankreich als der, so nit allain mit solcher hilf wider sein angezaigt ayd und pflicht gehandelt, sonder all ander ayd, brief und sigl geprochen, hat ime an den von Egmund ainen gesellen fürgenomen, ime in solchen unadelichen, unerbaren taten helfen zu herschen und anzuhangen, der auch bißher gleicherweyse ayd, brief und sigl geprochen und nitg gehalten hat. Nu erkennet sich der Kg. von Frankreich ainen gelobten, gesworn lehensman des Hl. Reichs und das er Carln von /561/ Egmund wider den röm. Kg., uber das er des vor allzeit gegen dem röm. Kg. gelaugnet, hilf und beystand getan und verer tun welle und dardurch den röm. Kg. an mererm, so seiner kgl. Mt. zusteen mocht, verhindert habe. Darbey versteet meniglich, das ime uber sol[ch] sein vorgemeldt ayd und pflicht wider den röm. Kg. mit worden oder werken zu handeln noch ine zu belaydigen nit gepurt. Darumb er durch sein selbs offenbar bekantnus bezeugt, das er denselben seinen ayd geprochen und damit veloniam und crimen lese maiestatis begangen hat und in die pene, in den aufgerichten vertragen begriffen, mit offenbarer tat gefallen ist. Deßhalben mit geistlicher und weltlicher straf gegen ime gehandelt werden solle.
    [7.] So wirdet auch der röm. Kg. durch den Kg. von Frankreich beschuldiget, das er nach eroberung Geldern ander Kff., Ff. auch vertilgen und sich dardurch erblicher Ks. machen werde und hohern titel, dan im und seinen enkeln zugehore, gebrauch. Beschicht alles der maynung, die Kff., Ff. und stende gegen dem röm. Kg. in unwillen und unglaubenh und das loblich fürnemen, so auf disem reichstag angesehen ist, und sunst alle ander des Reichs und der cristenhait sachen und wolfart zu irren und zu Šverhinderen, damit er darzwischen seinen posen willen und nachmals das, so er dem röm. Kg. unpillichen zuemisst, wider des Reichs stende und ander auch volbringen müge. Daran tut er dem röm. Kg. unrecht. Dan er hat von iugent auf biß zu diser stund in allen sachen gegen Kff., Ff. und allermeniglichen als aini frumber Kg. loblichen und guetiglichen gehandelt und /561’/ wider sy nye nichtz ungepürlichs oder unpillichs furgenommen und sich allain der titl, die im und seinen enikeln [Karl und Ferdinand]  rechtlichen zusten, gepraucht und die erbschaft des Röm. Reichs in sein herz und gemut nye gesetzt. Dan dem röm. Kg. mitsampt seinen eniklen sein von gottlicher schickung sunst sovil treffelicher Kgrr., Fmm. und land zugestanden, das sy sich der benuegen und settigen lassen, die sy auch mit hilf der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs als iren gesipten freunden und verwandten zu erobern und zu behalten understeen werden, in ansehung, das dieselben erbland schilt und schlissel sein wider die Franzosen und ander des Hl. Reichs und teutscher nacion anfechter und durchechter, das auch der röm. Kg. bißher in des Hl. Reichs sachen mer dan sein vermogen leübs und guts in streyten und ander weg getreulich dargestreckt, sein pluet vergossen und das Reich bißher mit der regierung, frid, recht und gehorsam kuniglich, eerlich und redlich underhalten, demselben eer und lob erlangt, mer dann in langen zeiten beschehen ist. Und hat darin des Reichs wolfart für sein und seiner eniklen aigen nutz angesehen und betracht. Und wo der Kg. von Frankreich ine mit seinen posen, uncristelichen anschlegen und übungen nit verhyndert hette, ungezweifelt der röm. Kg. seiner cristenlichen angeporn begird, fleyss und arbeit nach nuzumal den unglaubigen an land und leuten merklichen abpruch getan und inen vil seelen entzogen und sovil gehandelt, das die hl. cristenhait der sorgen und beswerungen, darin sy auf disen tag gegen den unglaubigen steet, frey und vertragen wer.
    Ferrer, als [der] Kg. von Frankreich /562/ sich beruembt, das er so ein guter Teütscher als kain F. im Hl. Reich, auch ain pesserer beschirmer derselben Ff. dann der röm. Kg., der allain ir zerstorer sey, erkent meniglich des röm. Kg. frumbkeit, kuniglich und adelich gemuet, tugend und gnad, so er seinen verwandten und aygen feinden manigfaltiglich beweyst, und daz er nit genaygt, noch ye an ime gespürt oder befunden ist, die Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs zu erstorn oder ichts ungepurlichs gegen inen fürzunemen noch zu handln, sunder hat von anfang seiner regierung bis auf disen tag zum hochsten gedacht und gearbeit, frid und ainigkait under inen zu behalten, ir eer, nutz und aufnemen zu furdern und den, so in clainem vermügen sein, zu helfen. Dabey angenomen wirdet, daz er dem röm. Kg. zumessen wil das, des er sich vorberurter weise wider meniglich on alle scham frevenlichen gepraucht, dan er mit warhait niemands anzaigen mag, dawider der röm. Kg. ichts ungepürlichs gehandelt habe. Und wo des Kg. von Frankreich geschichten nachgefragt, wirdet er ain zerstorer des babstlichen stuls, Hl. Reichs und gemainer cristenhait und ain irrer und verhinderer aller irer wolfart erfunden. Dan die Kgg. von Frankreich haben die Kgg. von Neapols, so vom stuel zu Rom belehent gewesen sein, wider alle recht und pillichait gewaltiglich vertriben und das nachmals gegen dem Kg. von Aragonia, so ime das Kgr. Neapols widerumb Šabgenomen hat, auch zu tun, deßgleichen understanden, die Kgg. von Engelland, von Novarra und sunderlich Kg. Philipsen von Castilia, loblicher gedechnüs, der den Kg. von Frankreich bey eeren und wirden behalten, ganz /562’/ auszutreiben und zu vertilgen, wie er dann mit Hg. Ludwigen von Mayland als aynem belehenten F. des Hl. Reichs getan hat, den er noch fenglichen haltet.
    Er hat auch die Aydgnossen in den röm. Kg. und das Reich, desgleichen den yetzigen Kg. von England in den andernj Ritscharten31 gehetzt, den er erschlagen und von seinem Kgr. gedrungen hat, und sich understanden, dem Kg. von Hispany die land Perpinian und Rossilion abzugewinnen. Item den Hg. zu Brytanni32 (zu schetzen) getodt und darauf seine tochter [Anna] und lande mit dem schwert in seinen gewalt gedrungen und pracht. So ligt am tag, das er des Hl. Reichs Ff. in Ytalien, nemlich Saphoy, Piemont, Monteferrar, Mantua und Ferrar, auch die stett und commune Mayland, Genua, Florenz, Pisa, Luca, Senis und ander, so alle on mittl dem Hl. Reich zugehorn, zu schwerer schatzung merklichs gelts, silbergeschier, clainat und anderm, ob zehenmal hunderttausent ducaten wert, nu etwevil iar her gedrungen und so weyt pracht, das sy ime anhangen, dienen und gehorsam sein, auch ire regiment mit halbem tail seiner verpflichten besetzen muesen, sy mit franzosischem kriegsvolk beladen. Wil auch etlich gewaltig in Ytalien mit weybern, aus Frankreich geborn, verheyraten, alles wider des Hl. Reichs oberkait und gerechtigkait und demselben zu grossem abbruch, smach und schaden. Sunderlich so üben und prauchen die Franzosen irn lust und muetwillen so gar tyrannisch, uncristenlich und unmenschelich mit junkfrauwen und frauwen, auch irn mannen und gesipten, die ir eer gern retten wolten, so offenbarlich on /563/ alle zucht, onk straf, das die frumben, cristenlichen Teütschen billichen beherzigen und beswern, die auch gedenken und fürdern sollen, damit solh grausam übel und swere purde nit auf sy komen oder wachsen.
    [8.] Zum vünften zaigt der Kg. von Frankreich an, das die statt und Hft. Genua ime von altem herkomen zugehore, auch ob hundert iarn under den Kgg. von Frankreich und irm besitz gewesen und durch sy etlichen Hgg. von Mayland in leheweyse verlyhen.33 Und als ime nachmals dieselb statt zugestellt worden und widerumb abgefallen sey, hab er die abermals erobert. Und wiewol er ursach gehabt, sy darumb swerlichen zu strafen, so hab er doch dem exempel Gottes, des er auf diser welt der fürnemisten statthalter ainer sey, nachzufolgen solh strafe underlassen.
    Weyter, so sey des röm. Kg. tun und handlung allayn gegryndt, Kff. und Ff. zu verfürn und sy zu bewegen, über den Kg. von Frankreich zu ziehen, damit er den von Egmund, der sich nennet Hg. zu Geldern, aus Geldern vertreiben und seines enikels [Karl], des prinzen von Castilia, erbland erweytern und hoch- und niderteütsch lande in seiner gehorsam halten möge, das aber die Kff. nit leyden, sunder bedenken solten, das inen dergleichen auch beschehen mochte. Und wo sy solhs tun, wolle er nichtz Šwider dz Reich zu handln, sunder understeen, in solhem fall des Reichs gerechtigkait zu beschirmen etc.
    Nu erfindt sich nit, daz die Kgg. von Frankreich zu derselben statt und Hft. Genua nye kayn gerechtigkait gehabt. /563’/ Dann es ist offenbar, das Genua ain camer des Hl. Reichs und alle ir freyhaiten und privilegia von demselben Reich und am letsten yetz von dem röm. Kg. bestatung derselben erlangt und ine, alß er persondlich bey inen gewesen ist, für irn rechten herrn auß pillichait und ungedrungen erkennt, ime auch die schlissel entgegenpracht.34 So haben sy von alter her und noch ir münz under des Reichs namen, nemlich Kg. Conradus, geschlagen.35 Und irret nit, ob die Kgg. von Frankreich die vormals ingehabt oder occupiert oder auch etlich Hgg. von Mayland die vormals von den Kgg. von Frankreich empfangen, dann solhs dem röm. Kg. und Hl. Reich nit preiudicieren noch ainichen schaden pringen mag. Und dieweil sich alzo erfindt, das dieselb statt dem Hl. Reich und nit dem Kg. von Frankreich zugehort, so hat ime seinen pflichten nach abermals nit gepürt, die wider dz Hl. Reich einzunemen und dermassen zu vergweltigen und sy des irn on recht und mit dem schwert zu entsetzen und zu berauben und des Hl. Reichs undertanen irs guten golds und silber solher tyrannischen gestalt zu erschopfen.
    [9.] Er ist auch kain statthalter des almechtigen Gots, als er sich beruembt, sunder des gemainen nutz und aller fürnemen, so der cristenhait zugut beschehen, ain offenbarer zerstorer und verhinderer. Dann er und seine vordern haben alwegen vor etwevil hundert iarn und noch understanden, dem Reich und allen seinen nachpern daz ir abzuziehen und gewaltiglich zu nemen, und nye /564/ betracht, gemainer cristenhait zu hilf etwas wider die unglaubigen zu handln, wiewol sy sich die cristenlichen Kgg. nennen, dz doch nit sein sol, sonder derselb titl und predicat gehort allain ainem röm. Ks. oder Kg. zu. Dann sich die Kgg. von Frankreich bißher recht veinde des gemeinen nutz und der cristenhait mit irn posen handlungen erzaigt und gemacht. Und nemen denselben titl nit anders an, dann daz sy in aynem verdeck[t]en scheyn wollen sein und werden erb röm. Kss. Und wiewol die Franzosen unaussprechenlich muetwillig fürnemen und unglauben mit manigerlay geschichten geübt haben, so hat doch der röm. Kg. nicht desterminder aus kgl. miltigkait und güte bißher darinne geruet und stillgehalten und Kff., Ff. und stende umb hilf wider sy und sunderlich Kg. Ludwigen nye angesucht, noch sy wider ine bewegen wollen, der hoffnung, sy solten aus irn menigfaltigen guten worden und fürgeben sich bekert und recht gehalten haben. Dieweil sy aber in solhem irm mutwillen verharren, so erhaischt des röm. Kg. und Hl. Reichs notturft, das nit lenger zu gedulden, sunder sy deßhalben umb hilf und rat zu ersuchen. Darumb die kgl. Mt. disen gegenwürtigen reichstag ausgeschriben hat, ungezweifelt, des Reichs stende werden sich in disem fall des Reichs notturft nach wol wissen zu halten, auch aus vor und hernach geschriben meldungen zu ermessen und zu erkennen, was gestalt im grund des Kg. von Frankreich willen und fürsatz ist (er plüem das, wie er woll), den röm. Kg. als ain teütsch künftigen Ks. zu verachten, zu smehen und im sein durchzug zu erlangen, die /564’/ ksl. cron durch unwarhayt und Štrug und zuletst auch mit dem schwert und seiner grossen macht abzustellen, dardurch Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs zu erschrecken und sy verrer zu bewegen, seiner uncristenlichen, betrugenlichen einfüerungen glauben zu geben und damit von der treu, gehorsam und dienstbarkait, darynnen sy sich bißher gegen dem röm. Kg. als irm rechten herrn, handhaber und beschirmer erzaigt und gehalten haben, abzuwenden, daran sy sich aber aus irer angepornen vernunft und redelichait nit kern, sunder ime getreulich anhangen werden.
    Zum sechsten beclagt sich der Kg. von Frankreich verrer des röm. Kg. ausschreiben, darinne er ine aines unglaubens, tyranney, unadelichen gemüts und verzaghait beschuldich, und achte, das der röm. Kg. darinne seiner eeren vergessen und die zurückgesetzt und sich der Kg. von Frankreich in den aufgerichten vertragen dermassen gehalten, das er den namen aines F. des glaubens erlangt habe.
    Dagegen welle meniglich glauben, was der röm. Kg. in dem vom Kg. von Frankreich geschriben, des er doch nit alles bekent, hat er mit gutem grund und warheit getan, das er auch mit ayd, briefen, sigln, seinen aygnen handzaichen, auch mer dan mit ains Kg. potschaften, Kff., Ff., Gff., Hh., edln, ritter, knechten und gelerten in gar merklicher anzal von allen nacion, so darbey gwesen sein, auch anderm glaublichen schein gnugsamlich beweisen mag. Deßhalben sich befindt, das der Kg. von Frankreich sein eer zurückgesetzt und des röm. Kg. unschuld mit seinem laster gern /565/ beclaiden und bedecken welt. Aus dem allem, wie vorsteet, auch den nachfolgenden articlen abzunemen ist, das er ain F. sey, der ayd, glauben und trauwen halt.
    [10.] Zum sibenden hat der Kg. von Frankreich lassen melden, es hab der röm. Kg. wider den vertrag, zu Trient36 aufgericht, gehandelt mit dem, das er dem Kg. von Aragon wider den Kg. von Frankreich hilf getan und den grossen hauptman zu Neapols, Consalvo Ferdinando, etlich tausent landsknecht zugeschickt, damit derselb das Kgr. Neapols erobert habe.
    Solhs des Kg. von Frankreich fürtrag ist frembd zu horn. Dann es ist offenbar, dz der Kg. von Frankreich den berürten vertrag zu Trient in kainem stuck nie gehalten, und nit allain denselben vertrag, sunder auch den vertrag zu Pless37, der zu becreftigung des berürten vertrags bey den hochsten penen gemacht ist, wider sein eer und ayd geprochen und umbgangen, wie das aus demselben vertrag zu Pless, auch aus der potschaft von Frankreich werbungen, so am letsten in der Steyrmark gewesen ist, clerlichen verstanden wirdet. Und als der röm. Kg. etwevil fuessknecht Consalvo Ferdinando, grossem hauptman in Neapols, zugut dem Kg. von Aragonia geschickt, das hat ir glimpf und fueg gehabt, dan der Kg. von Aragon des röm. Kg. pundsgnoss und confederat. So sein zu derselben zeit die sechs monat des anstands, im vertrag zu Trient bestimpt, verschinen und dazumal der Kg. von Frankreich mit dem Hm. Mayland des röm. Kg. veind gewesen, deßhalben der Kg. von Frankreich mit unwarheit den röm. Kg. beschuldigt, das er denselben vertrag nit gehalten habe.
    /565’/ Zum achten hat der Kg. von Frankreich verrer anzaigt, der röm. Kg. hab den tractat und vertrag, nachmals zu Hagenau gmacht, von stund nach desselben besluss Šgeprochen. Dan wiewol weylent des Kg. von Castilia süne [Ehg. Karl] sein ainige tochter, frau Claudia, zu der hl. ee solt genomen, dannocht hab der röm. Kg. weg gesucht, desselben von Castilia sune des Kg. von England tochter und auch des von Castilia tochter wider denselben vertrag zu verheiraten.
    Dasselb ist abermals fremd zu horn. Dann der röm. Kg. hat in denselben heyraten nye nichts gehandelt, dz wider die tractet sey. Dann bißher weder Hg. Carl noch weylent Kg. Philips tochter kaine dann erst yetz im fuesstapfen Hg. Carl allain verheyrat ist. Man hat auch von kainer heyrat nye nichts zu reden angefangen, bis der Kg. von Frankreich den Gelderischen offenbar hilf und beystand getan. So hat er auch dem Delphin [Franz von Orléans] sein tochter wider den berürten vertrag, auch sein eer, ayd und pflicht, wie meniglich wissent ist, verheyrat und er damit denselben vertrag geprochen. Und wie es derselben heyrat halben ain gestalt hat, wissen etlich Kff., Ff., Gff. und Hh. gute zeügnüs anzuzaigen, die solh handlung ayns tayls selbs gehandelt und von der potschaft des Kg. von Frankreich, so iüngst in der Steyrmark bey dem röm. Kg. gewesen ist, gehort haben; die mogen solhs und, was durch die potschaft geworben und fürtragen ist, der loblichen versamblung hie anzaigen und eroffnen.
    Zum neu[n]den hat des Kg. von Frankreich geschickter angezaigt, der röm. Kg. hab über solh vertreg die /566/ Aydgnossen von des Kg. von Frankreich pundnus abwenden und dieselben wider ine bewegen und sich mit inen in ain sunder pundnüs begeben wollen.
    Nü findt sich in kainem vertrag oder rechten, das kgl. Mt. verpoten sey, mit den Aydgnossen oder andern des Hl. Reichs undertanen zu handhabung desselben Reichs zu handeln. Aber dem Kg. von Frankreich laut der berurten vertreg38 und nemlich in craft des alten vertrags mit der gülden bull39, zwischen dem Reich und der cron Frankreich aufgericht, auch seinen phlichten und ayden verpoten, sich der undertanen des Reichs nit zu underwünden, noch sich zu inen zu verpinden.

    Hernach volgt zu lautrer underricht ain sumari aller vorgeschriben artikel

    [11.] Auß dem allen befindt sich scheinbarlichen, das die Franzosen alle ire einfurungen und grund auf gedicht und unwarheit stellen und in allen artiklen irn gefangen, argwenigen stilum continuiren und verfolgen, in welhen artiklen sy inen selbs widerwertig sein, nachdem sy dieselben zwayerley und ungleich gstalt außwerfen, nemlich das sy fürtragen, als solt der röm. Kg. dem Kg. von Frankreich die ksl. cron angepoten [haben], und zaygen doch an andern orten an, der röm. Kg. welle das kaysertumb ime und seine[n] iungen kindern erblich zuaignen. Deßhalben auß der und andern bewerten ursachen den Franzosen nicht zu glauben ist.
    [12.] Der Kg. von Frankreich erkent und beruembt sich ainen /566’/ vasal, F. und lehensman des röm. Kg. und Hl. Reichs und bezeugt uber sich selbs, das er dem röm. Kg. grosse und swere ayd und pflicht getan habe. Aber daentgegen versweygt er, das er Škurzlichen durch sein treffenliche potschaft, so er in der Steyrmark bey dem röm. Kg. gehabt, in beywesen Kff., Ff. und anderer dem röm. Kg. alle ayd, handlung und die belehnung hat aufgesagt und des ainen schein genomen, als haben ime seine theologi und lerer seiner hl. geschrift und die liechter der hohen schul zu Parys, auch seine rechtsprecher seins parlaments zu Parys und anderßwa geraten und angesagt, das er nicht schuldig sey, kainen ayd und sunderlich die ayd, so er dem röm. Kg. gesworn, zu halten und deshalben ain neue investitur mit frembden gestalten an den röm. Kg. mit grossen anbieten begert, darin aber der röm. Kg. ime nicht willfarn hat wellen.
    Es befindt sich aus obbemelten artiklen, das der Kg. von Frankreich zu dem Hm. Mayland kain erb ist noch kain erbliche gerechtigkait darzu [hat]. Und hat sich deßhalben on recht und grund in Mayland mit gewaltiger tyranney gedrungen, halt auch dasselbig auf disen tag zu nachtail, abpruch und verclainung des röm. Kg. und des Hl. Reichs oberkaiten und rechten on titl innen.
    Es befindt sich, das die investitur, dem Kg. von Frankreich Mayland halben beschehen, demselben Kg. weder recht, gerechtigkait noch ainichen titel gibt, nachdem er sich selbs bekent, auch sunst offenlich am tag ligt, das /567/ er seine lehensphlicht nicht gehalten, seine ayd geprochen und wider sein phlicht den widerwertigen und ungehorsamen desselben röm. Kg. und des Hl. Reichs, nemlich Carln von Egmünd, so sich Hg. in Geldern nennet, auch andern hilf, fürschub, rate, beystant und sterk zugeschoben und getan und darzu wider die vertreg und sein phlicht des Hl. Reichs leut, lande und verwandten sich underfangen, dieselben beschedigt und in vil weg belaydigt, auch allerlay conspirationes, anschleg und fürsetz wider den röm. Kg., seinen oberherrn, gemacht und wider die ordnung des Hl. Reichs, auch den aufgerichten friden getan, denselben in vil sachen zu verhindern, als er selbs bekent, understanden. Darumb der Kg. von Frankreich sein getan ayd geprochen, veloniam und crimina lese maiestatis begangen und sich damit bayder penen, geistlich und weltlich, in craft der vertreg und sunst von rechts wegen aufgesetzt, tailhaftig gemacht hat und mit der tate darein offenlich gefallen und alle gerechtigkait verwürcht. Deßhalben er zu Mayland kain gerechtigkait hat und dasselb Fm. auf disen heutigen tag als lehen dem röm. Kg. und dem Hl. Reich zugehort.
    [13.] Es befindt sich auß allen vorgemelten einfüerungen, das sich die Franzosen arbaiten und üben, den röm. Kg. und das Hl. Reich, das doch ain leyb [und] ain seel ist, mit unwarhaftigen, erdichten anschlegen besichtenl zu entzwayen und das fruchtbar fürnemen dises loblichen /567’/ Reichs tags, so zu nutz der ganzen christenheit, des stuels zu Rom und Hl. Reichs beschicht, zu errütten und dardurch gemainen nutz und wolfart der cristenheit, wie sy vormals allwegen getan haben, zu hindern, damit sy darzwischen ir unersettigte, uncristenliche begirde und tyranney gegen unserm hl. vater, dem babst, etlichen stenden und verwandten des Reichs in Ytalien volbringen und volstrecken mögen.
    Es befindt sich auch auß allen gemainen, offenbaren sagen und anzaigungen, auch auß allen anschlegen und geschichten, oben nach der leng und bedeutlich angezaigt, das die Franzosen on underlaß nach dem babstumb sich gearbayt, dasselb der franzosischen Šzungen einzuleyben und nachfolgend die edln und teurn Teütschen der ksl. cron und wirde zu berauben, mit baiden stucken sich zü erhohen und dardurch über alle welt zu herrschen. Es erscheint sich auch, dz auf disen tag sovil franzosischer cardinel gemacht sein, das ungezweifelt ist, wo unser hl. vater, der babst, von diser zeyt schayden solte, das aus not ain franzosischer babst erwelt müeste werden, dardurch das babstumb der welschen zungen entzogen, auch dem Hl. Reich darauß manigfaltig nachtail erwachßen mochte. Wer wolt vermainen, das die Franzosen nicht nach dem babstumb und [der] ksl. cron sich arbeyten, dieweil sy offenlich und heimlich alle ir anschleg setzen, fürnemen und dermassen handln? Obgleich die sach nit offenbar und ny bewysen were, so mocht doch meniglich solh ir fürnemen und begierde auß aller geschicht und vermüetung abnemen /568/ und erkennen. So macht auch weylent Kg. Karl von Frankreich der nechst ain münts von gold und silber, darauf gescriben stunde: Pater Patriae – dz ist vater des vaterlands, id est röm. Ks. 40 
    [14.] Es befindt sich auch auß gemeltem fürtrag, das zu dem Hm. Geldern auß natur der lehen und sunst von rechts wegen allein weylend Hg. Carl von Burgundi, nachmaln der röm. Kg., darnach weylent Kg. Philips als von dem Hl. Reich damit belehenet und yetzo Hg. m Carl von Osterreich, F. zu Castilien, recht und gerechtigkeit gehabt und haben. Deßhalben Carl von Egmund mit hilf der Franzosen on recht und mit gewalt nach vil vertragen, so derselb von Egmund gesworn und doch nach franzosischer art, daselbs er solhs gelernt, nye kainen gehalten, sich darein gedrungen und zu abpruch des Hl. Reichs oberkaiten und rechten das noch ainstails innen hat.
    Es befindt sich auß des Kg. von Frankreich aygner bekantnüs und obgemelten fürtrag, das die franzosischen Kgg. nicht schuldig sein sollen, eer, ayd, phlicht und vertrag dem röm. Kg., irm oberherrn von Mayland wegen, zu halten. Aber ainem ungehorsamen, maynaydigen, uncristenlichen menschen, als Carl von Egmund, so yetz sy als irm freund wider den röm. Kg. hilf zu tun gepunden, solh recht und ordnung gebe inen Got in irm künigreich.
    [15.] Es befint sich auß gemeltem fürtrag, dz Genua ain camer /568’/ und statt des Reichs ist und nicht den franzosischen Kgg. zugehorig. Es befindt sich auch, was der Kg. von Frankreich ab derselben statt Genua, auch den Fmm., comunen und stetten, dem Hl. Röm. Reich on mittl zugehorig, als Mayland, Safoy, Piemont, Montferrar, Ferrer, Mantua, Florenz, Luca, Senis, Pisa und andern, in silber, golt und andern gesogen, genot und gedrungen habe, das sich weit über zehenmal hunderttausent ducaten laufet, das doch allain dem Hl. Reich zughort, zusampt dem, dz eer dieselben zu abpruch des Hl. Reichs oberkaiten in dienst, servitut und sold bezwingt, sy ainstails mit franzosischen regimenten und personen, dem Kg. von Frankreich allain gewertig und verwandt zü sein, besetzet und also in forcht wider [des] Hl. Reichs fryhaiten drugkt und beswert. Und so der Franzos sich solhs zu tun nit schamet, ist wol abzunemen, das sich die Franzosen nit weniger schamen werden, nach dem babstum und der ksl. cron zu trachten.
    Š[16.] Es befindt sich aus allen einfüerungen, das den Franzosen mit handgeschriften noch ainigen anzeigungen, so wider sy beschehen solt sein, nit unrecht beschehen ist, want sy solhs hohers und merers bekent und sich beruembt, dann vormaln nye von inen geschriben und gesagt ist.
    Es befindt sich, das der röm. Kg. alle und yede fürtragn, mit den Franzosen gemacht und eingangen, kgl. und getreulich gehalten und volzogen, darumb der Kg. von Frankreich unpillicher weys der und andrer sachen halben, wie dieselben ermeldt sein, den röm. Kg. tuet beschuldigen, dann /569/ die offenbar tate und unschuld entschuldigt den röm. Kg. Und darbey ist abzunemen, das die Franzosen ir offenbare myshandlung und laster mit unschuld des edlen, teurn und frumben röm. Kg. gern wollen beclaiden; wann daz, so sy dem röm. Kg. auflegen, des sein sy offenbar verbrecher.
    Es befindt sich auch aus dem fürtrag des Kg. von Frankreich, dz die Franzosen die stende des Reichs mit droung und abslagung bewegen wollen, das sy inen irs uncristenlichen fürnemens volg tun und gestatten sollen. Daraus abermaln derselben Franzosen pos, tyrannisch gemüet gegen dem röm. Kg. und dem Hl. Reich abzunemen ist.
    Zum letsten und beschließlich, so befindt sich aus den franzosischen einfüerungen und allen offenbarn geschichten, das die Franzosen gegen den röm. Kg. noch dem Hl. Reich in gemain oder sunderhait, offenlich noch heymlich weder pundnüs, truwen, glauben, eer, ayd, phlicht, verschreibungen, sigel, handzaichen noch zusagen nye gehalten, sunder denselben offenlich, frevenlich, unverschambt widergangen und dawider gehandelt, das mit briefen, sigln, handzaichen, lebendigen kundschaften und uberflissigem scheyn bewisen mag werden. Deßhalben meniglich betrachten sol, was doch die Franzosen damit vermainen, was auch aus solhem verfolgen wolle. Wan so offenlichen Got, dem rechten und den eeren vorzugeen, muess ainen künftigen anschlag bedeüten und etwas groß anzaigen, das aus allen geschichten nicht wol anders mag verstanden noch abgenomen /569’/ werden, dan das solhs beschehen werde wider den stul zu Rom, den röm. Kg. und das Hl. Reich, daraus nachmaln ain gemaine zerrüttung gemainer christenhait und des christen glaubens erwachsen wirdet.
    Actum zu der zeit des loblichen reichstags zu Costenz, Ao. Domini etc. fünfzehenhundert und im sibenden.

    « Nr. 166b Erwiderung kgl. Räte auf die Werbung des französischen Gesandten Gian Antonio de Crivelli an die Reichsstände (gekürzte und überarbeitete Fassung für die Eidgenossen) »

    [1.] Bruch des Bündnisses mit dem Hl. Röm. Reich durch Frankreich; [2.] Ambitionen Kg. Ludwigs von Frankreich auf Mailand und das Reich; [3.] Belehnungen Kg. Ludwigs und Hg. Ludovico Sforzas mit dem Hm. Mailand, Verwendung der bezahlten Lehnstaxen durch Kg. Maximilian, unvollständige Bezahlung durch Kg. ŠLudwig; [4.] Zurückweisung der Behauptung über ein Angebot an Kg. Ludwig von Frankreich bezüglich der Kaiserwürde; [5.] Erneuerung der Vorwürfe an Kg. Ludwig bezüglich seines Strebens nach Kontrolle des Papsttums; [6.] Unrechtmäßigkeit der frz. Unterstützung für Karl von Egmond; [7.] herrscherliche Fürsorge Kg. Maximilians für das Reich; [8.] Unrechtmäßigkeit der frz. Ansprüche auf Genua; [9.] Kg. Ludwig von Frankreich als Schädiger der Christenheit; [10.] Notwendigkeit zum entschiedenen Vorgehen des Reichs gegen Frankreich; [11.] Beteuerung der Richtigkeit aller Behauptungen Kg. Maximilians; [12.] Bruch der Verträge von Trient (1501), Blois (1504) und Hagenau (1505) durch Kg. Ludwig von Frankreich.

    s.l., s.d., jedoch von kgl. Gesandten am 8. Juni 1507 auf dem eidgenössischen Tag in Zürich übergeben.1
    Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 120,1–120,9 (Kop.) = Textvorlage A. Zürich, StA, A 225.1, Stück-Nr. 42 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 266–274 (Kop.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 159–171 (Kop.) = [D].
    Druck: Anshelm , Berner-Chronik, S. 17–26.

    /120,1/ Auf die artikel und handlung, so der Kg. von Frankreich durch den munch [Crivelli] bey den stenden des Hl. Reichs werben hat lassen [Nr. 154], ist der kgl. Mt. rete, denen das bevolhen ist, antwurt, wie hernach volgt.

    [1.] Anfenglich ist war, das ain vertrag zwischen dem Röm. Reich und Frankreich gemacht ist. Aber die Franzosen haben solhs nit und nye gehalten. Dann in demselben tractat begriffen ist, das das Delphinat und vil ander stuck vom Hl. Reich emphangen und erkennt sollt werden2, das nit beschehen ist. Darzu hab der Kg. von Frankreich daruber Dornegkh3, Gft. Bononi4 und das Bm. Arras dem Hl. Reich entzogen und usupier die und noch vil ander stuck auf der Schampani5 laut ainer zedel, die kgl. Mt. uberantwurten wil.6 Sy ist zu Ynnsprugk, wil yetz von stund darnach schicken, und nemlich yetz Luttich, Geldern, Mayland, Genua und anders etc.
    Das hat er auf seiner seiten gut zu tun gehabt, dann er fur und fur eingenomen, und das Reich hat das alweg gelitten und leiden muessen und gute wort fur die werk genomen. Es mag sein, das im die Deutschen gedient haben auf sein sold, aber auf das Reich sold ist es nye erhort worden.
    [2.] /120,1’/ Kgl. Mt. bekennt, das er von der muter7 ain Deutscher und von der grossen muter8 ain Maylender ist. Aber sein lieb, so er zu den Teutschen und Maylender Šhat, ist zuvil extraordinari, dann er dardurch Hg. von Mayland und der Deutschen Ks. gern sein wolt, das ime falen wirdet.
    [3.] Kgl. Mt. bekennt, das er zu irer Mt. geschickt und sein Mt. ime das Hm. gelihen hab, wiewol unbillichen. Aber solhs sey beschehen aus ursachen, den Hg. [Ludovico Sforza] von Mayland, seiner Mt. swager, bey leben zu behalten, und mit wissen der treffenlichisten Kff. a, Ff. und zeitigem rate. Und als er anzaigt, das er kgl. Mt. und den Kff. umb die belehnus irer gerechtigkait bezalt hab, daran sag er unrecht. Dann war sey, als Hg. Ludwig vormals belehent gewest ist9, da hat er die kgl. Mt. zalt bis auf sechzigtausend fl. 10 Davon hat kgl. Mt. yedem Kf. auf den tag zu Wurms zehentausent fl. geben wellen.11 Aber da ist sein Mt. von dem Kg. von Frankreich gechling12 uberfallen worden, damit dieselb bezahlung ansteen /120,2/ beliben ist, und sein Mt. hat in darfur quittirt, damit er sich nu het mugen in die gegenwer schiken, bis er den glauben mit der quittanz gesehen hat. Und da kgl. Mt. in Italia kam, nam kgl. Mt. ain verschreibung von ime umb hunderttausent fl., zu wissen sechzigtausent fl. fur die Kff., das ubrig zu losung der embter, so kgl. Mt. umb seinen willen versetzt uber das, so kgl. Mt. par ausgeben, das ir Mt. ime nit rechen hat wellen. Aber Hg. Ludwig ist in mitler zeit genzlich vertriben worden, das doch nit beschehen were, wo er seiner Mt. rat gevolgt het, das meniglich wissen ist, und sunderlich denen, so bey seinem abschid zu Ynnsprugg bey kgl. Mt. gewest sein.13 Dieselben verschreibung hat kgl. Mt. yetz dem von Trier und zwayer Kff. potschaft gezaigt. In dem, als der Kg. von Frankreich zu Hagenau belehent ward, hat der cardinal von Rom14 mundlich zugesagt, das dieselben hunderttausent ducaten kgl. Mt. und den Kff. bezalt und die verschreibung Hg. Ludwigs erledigt sollt werden mitsambt etlichen andern artikeln, die so eylends zu Pleyss nit haben kunden abgeredt werden.15 Und sein dardurch etlich beredzedl gemacht und durch den cardinal zugesagt, und nemblich auch, wie der Kg. von Frankreich Hg. /120,2’/ Ludwigen sein leben lang und darnach seine kinder halten Šsolt, auch wie er noch etlich ausgetribner Maylender widerumb einkomen sollt lassen. Das aber kains beschehen sey. Welle auch kain wider einkumen lassen, dann die sich wider einkaufen. Das alles wider den tractat zu Hagenau ist.16 Die kgl. Mt. hat von der belehnus wegen hunderttausent crona ein zusagen genomen zu einer zerung, zu ziehen mit irer Mt. sun Kg. Philips wider den haidnischen Kg. von Phes17, in zu vertreiben. Dann auf die zeit hetten die Hungern den tractat mit kgl. Mt. 18 nit verprochen, und kgl. Mt. versach sich nit anders dann gute nachpaurschaft; und wolt von dannen gen Rom zogen sein und ime da haben lassen etlich Ff. uber land under augen komen, die ksl. cron eerlich zu emphahen, wo seiner Mt. von den Hungern und Franzosen glauben gehalten wer worden, wie sich dann sein Mt. des auf den tag zu Coln beklagt hat.19 Und darauf sich mit den Reichs stenden vertragen, den hungerischen zug und ksl. cron furzunemen, wie dann meniglich in frischer gedechtnus ist. So hat er doch nicht mer dann allain funfzigtausent daran bezalt.20 Und als er die letzten funfzigtausent crona hab sollen bezalen, da hab er irrung darein geworfen und die weyter kgl. Mt. nit geben wellen, sunder dem Hg. von Geldern zehentausent crona in acht tagen darnach und nachmals noch zwainzigtausent crona, damit er sich in seinen mutwillen enthalten muge und den tractat, vor Arnan gemacht21, zerprech, davon zugeschickt und seiner Mt. weyter nichts geben dann triegige, unwarhaftige wort.
    [4.] Und als der Kg. von Frankreich anzaigt, das kgl. Mt. ime die ksl. cron anboten hab gegen Burgundi und dem Kgr. zu Castilien, wellen in sein Mt. beweisen, das er im unrecht tue und ime die ksl. cron nye anboten habe22, und nemblich mit dem brief, den er ir Mt. geben hat auf und mit der belehnus, darin lauter begriffen wirdet, daz sich der Kg. von Frankreich verpindt, Kg. Philipsen seligen umb der belehnus willen mit Mayland, wo es not tet, zu Castilien zu helfen.23 Darumb unnot sey gewesen, ime das Reich anzubieten, sonder werde ganz dem widerwertig verstanden, dann er durch den cardinal von Rom dem Hl. Reich gesworn hat. Und wo andersb auf sein anzaigen gehandelt worden were, so were er selbs am Reiche pruchig worden. Es ist auch wol zu ermessen, dieweil er sonst an vil orten nach des Reichs oberkait greift, wo ime das Reich Šanboten were, er hette das nit abgeslagen. Darzu, so ist unnot gewesen, /120,3’/ ime das Reich anzubieten, dann er die hilf mit Castilien freywilliglich, allain umb Mayland willen zugesagt hat.
    Und als er anzaigt, sich seins Reichs benugig zu lassen, mocht kgl. Mt. wol leiden, das solhs beschech. Aber es wirdet ganz widerwertig gehalten, dann er fur und fur nach des Reichs oberkaiten betracht und ains nach dem andern an sich zeucht, damit er sich seins Kgr. nit benugig lasst, auch den vertrag zwischen dem Hl. Reich und ime nit helt. Desgleichen mit Burgundi, ist ain klain ding, hat nit uber funfzehen- oder sechzehentausent fl. gelts. Dann kgl. Mt. hat den merern tail innen in Burgundi und vertraute, ime das ubrig mit [dem] swert auch wol abzugewinnen, wo es nit wider den vertrag were, den Kg. Philips mit dem Kg. von Frankreich Burgundi halb, als er in Frankreich bey ime gewesen ist, gemacht hat, ausserhalb kgl. Mt. willen und wissen.24 Dann er sich in demselben des Hm. Burgundi sein leben lang verzigen hat. Wie kunt dann solhs sein schreiben und furgeben der warhait gleich sein! Der Kg. von Frankreich hat auch das minst haus in Castilien nye ingehabt. Wie het er dann seiner Mt. sun dasselb Kgr. eingeben mugenc! Dann Kg. Philips hat das gerueblich on alle swertslag eingenommen /120,4/ und das also berueblich besessen bis in sein tod. Darumb ist klarer dann die sunn scheint, das sölhs alles ungegrundt und erdicht ist. Aber das wirt war sein, das der röm. Kg. den Kg. von Frankreich bald wirt sehen lassen, wie er ime die ksl. cron gönnet. Dardurch, ob Got wil, der Kg. von Frankreich glauben wirdet, das er ime die ksl. kron nit gonnet.
    [5.] Der artikel ist des aufpots halb, und ist nichts in demselben aufbot begriffen dann die lauter warhait, wie es aus den geschychten vor und nach verstanden wirdet; und der engel Gabriel, der kgl. Mt. zugeben ist, hat die geschrift gemacht, und der Satan, davon er sagt, hat den verdambten munch [Gian Antonio Crivelli] hergebracht.
    Item kgl. Mt. hat geschriben in seinem aufbot des ba[b]stumb halb, ist war und kan das driveltig beweisen: Erstlich, als er yetz die gross steur in Frankreich genomen, hab er lauter anzaigt, das er in Italia ziehen und der cron Frankreich in solhem zug die grost eer erlangen, die sy in hundert jaren nit gehabt haben und darvor nit wider komen wellen, davon auch in seinem Kgr. teglichs gebredigt und fur in offentlich gebeten wirdet. Nun ist wol zu vermerken, wo er allain von Genua wegen hinein- /120,4’/ gezogen werde, das er darumb nit die grosst ere erlangt hette. Dann sich teglichs widerwertigkaiten under burger und pauren begeben, die gestillt werden, das dannocht nyemands darumb zu solhen grosen eren zugemessen wirdet. Aber zu gelauben ist, dieweil kgl. Mt. mit des Reichs stenden hie versamelt und ir Mt. in augenplick mit ainer merklichen anzal kriegsvolk berait ist und die Eydgenossen nit lenger haben wellen bey inen beleiben, so ist er des babstumbs mussig gangen und hat den babst nit angreifen wellen.
    Zum andernd ist war, als der babst die stat Boloni eingenomen hat, haben des Kg. von Frankreich leut in derselben einnemung die stat selbs ime zugut wellen einnemen. Aber Šsolhs ist durch kgl. Mt. botschaft, so sy dazumal zu Boloni gehabt, verhindert worden. Und haben dieselben [von] Boloni der gemelten botschaft aus alter verwandtnus, damit sy dem Hl. Reich verwandt gewesen seyn, sovil vervolgt, das des babst leut hineinkomen sein und nit die Franzosen, wie dann meniglich wissen ist. Und solhs alles ist beschehen uber des Kg. von Frankreich zusagen und versprechen, dem babst getan. Aber der babst besorgt den Kg. von Frankreich so hart, das er sölhs nit klagen darf; und sovil weniger besorgt /120,5/ kgl. Mt. hinwider, darumb ir Mt. die warhait wol dorf offenbaren lassen.
    Zum dritten, so hat der Kg. von Frankreich yetz dem jungen Bentivolen, H. Johanns des alten von Bentivolen sunen, etlich tausent man haimlich zugeben, der maynung, Boloni wider einzunemen, des inen aber gefält hat. Und die obgemelt drey beweisungen sein nit allain tausent mannen wissent und offenbar, sunder ob hunderttausent mannen von allerlay gezung.
    Disem artikl ist gleich zu glauben als den vorigen. Aber kgl. Mt. glaubt, das der Kg. von Frankreich sunst kainem das babstumb gunnen möcht, ine davon zu entsetzen, er tete dann das oder solhs selbs.
    [6.] Item man wisse wol, wie es bisher im Hl. Reich gehalten worden sey, daz sich ain röm. Ks. oder Kg. gegen ainem Kf., F., lehensman oder andren verwandten halten sölle. Und ist zu ermessen, das er mit dem allein irrung, zerruttung und widerwillen zwischen kgl. Mt. und den stenden gern machen wollt. Nu erkennt sich derselb Kg. von Frankreich in seinem schreiben anfenglich, das er ain lehensman und verwandter des Hl. Reichs und kgl. Mt. gelobt und gesworn sey. Fur das ander bekennt er, das er Karl von Egenmud [!], /120,5’/ der sich nennt Hg. zu Geldern, wider kgl. Mt. hilf und beystand getan hab und noch tun wil. Fur das drit, das er kgl. Mt. in merern, so ir Mt. daraus komen mocht, verhindert hab. Aus dem allen ist klar zu versteen, dieweil ain F. des Hl. Reichs, der er sich berumbt, kgl. Mt. auf das hochst verphlicht und gesworen ist, das ime seinen phlichten nach nit geburt hat, wider kgl. Mt. weder mit worten noch werken zu handlen, noch auch kgl. Mt. in kainen sachen zu hindern oder zu belaidigen. Darumb er sein eyd gebrochen, auch crymen lese maiestatis aus seiner selbs bekanntnus begangen hat. Zu dem, das meniglichen wissend ist, das der von Egmund mit dem Hm. zu Geldern, auch sein vater [Adolf von Egmond] und eny25 [Arnold von Egmond] nye belehent gewesen und deshalben kain gerechtigkait nye darzu gehabt haben, auch nye lehensleut oder verwandten des Hl. Reichs gewesen sein. Und ob sy schon gerechtigkait darzu gehabt, das doch nit ist, auch gar kain gerechtigkait darzu hat, als menigen tausent menschen wissend ist, so hetten sy doch die aus vil ursachen verwurkt. Was aber kgl. Mt. als regierenden röm. Kg., auch weilent Kg. Philips, ir Mt. sun, und yetz desselben kinder [Karl und Ferdinand] gerechtigkait zu dem gemelten Hm. haben, ist meniglichem kund und offenbar. Dann weilend /120,6/ Hg. Carl von Burgund dasselb Hm. und gerechtigkait von ainem Hg. von Gilch erkauft und das nachmals von weilent ksl. Mt. emphangen hat.26 Ferer hat die ksl. Mt. nach abgang Šweilent Hg. Carls yetz kgl. Mt. dasselb Hm. auch verlihen27 und nachmals kgl. Mt. dem gemelten Kg. Philips in beywesen des Kg. von Frankreich potschaft, nemlich des cardinal von Rom und anderer, auch auf neun treffenlich personen, die darbey und in der belehnus gestanden sind, verlihen28, das die Franzosen nye widersprochen, sunder darzu geholfen haben.
    Und als er anzaigt, das der Ebf. von Trier und seine bundverwandten etwas argwenig der sachen seyen. Darauf ist die warhait, das war sey, das derselb Ebf. und ander seiner kgl. Mt. als glider des Hl. Reichs verwandt seyen; und sein kgl. Mt. wisse nicht, daz sy irer Mt. ichts ungeburlichs verhelfen, sunder sych halten, wie sy billichen tun und als glider des Hl. Reichs schuldig sein. Und wer nit not gewest, den von Trier zu sundern. Dann all ander stend des Reichs und schier die ganz cristenhait wissen, das dem nit also ist, wie der Franzos schreibt.
    /120,6’/ Und dieweil sich aus dem allen nit erfyndt, das kgl. Mt. gegen seinen ungehorsamen nit handlen sol, aus ursachen, wie vorsteet, sunder allzeit macht hat, die zu strafen, hat dem Kg. von Frankreich als ainem lehensman nit geburt, denselben ungehorsamen zu helfen, sunder wer billicher seinen phlichten und eyden nach mer schuldig, irer Mt. als seinem oberherrn darin hilf und beystand zu tun.
    [7.] Und als er weyter anzaigt, als ob kgl. Mt. ain zersterer sein sollt deutscher nation, hat sich sein kgl. Mt. in anfang seiner regierung bis auf disen heutigen tag gegen meniglich im Hl. Reich nye anders dann genediglich, erlichen und wol gehalten und allzeit alles das gehandelt, das dem Hl. Reich zu merung und aufnemung, auch nutz, eer und wolfart kumen mag, sy auch bey friden und recht gehalten. Welle das auch hinfuro mit darstreckung seins leibs und guts alwegen genediglichen tun.
    Darumb der Kg. von Frankreich seiner kgl. Mt. unbillichen zumysst, das ir Mt. ain zerstorer sey. Dann sich kurzlich erschaint hat, mit was gnaden und miltigkait sich ir Mt. gegen etlichen im Hl. Reich bewisen, /120,7/ dagegen dann sein Mt. mit scherpf wol het mugen handlen. Darzu hab kgl. Mt. nye dehain ander titel angenomen, der seiner Mt. nit geburt hat.
    [8.] Es erfindt sich nicht, das die Kgg. von Frankreich nye kain gerechtigkait gehabt haben zu Genua. Dann offenbar sey, daz die stat ain camer des Hl. Reichs sey und all ir freyhait und brivilegien von dem Hl. Reich und am letzten von kgl. Mt. derselben iren brivilegien bestetung erlangt29, auch sein Mt., e als ir Mt. -e bey inen gewesen ist, als fur iren rechten herren aus billicheit und ungedrungen erkennt, seiner Mt. auch denf slussel under augen gebracht.30 Darzug haben sy von alter her und noch bis auf disen tag ir munz under des Reichs namen, nemlich Kg. Cunradus, geslagen.31 Und lat sich Šir Mt. nit irren, ob die Kgg. von Frankreich die vormals ingehabt oder ocopirt oder auch Hg. Ludwig die vormals vom Kg. von Frankreich emphangen hat, dann solhs seiner Mt. und dem Hl. Reich nit preiudicieren noch ainichen schaden bringen mag. Und dieweil sich also erfindt, das dieselb stat dem Hl. Reich und nit dem Kg. von Frankreich zugehört, so hat ime seinen phlichten nach abermals nit geburt, die wider das Hl. Reich einzunemen und dermassen zu vergweltigen und sy des iren on recht und mit dem swert zu entsetzen und zu berauben.
    [9.] /120,7’/ Er ist auch kain stathalter des almechtigen Gots, als er sich beruembt, sunder er ist des selbs, des gemainen nutz und aller furnemen, so zu nutz gemainer cristenhait beschehen, ein offenbarer zerstorer und verhinderer. Dann der Kg. von Frankreich und sein vorder[n] haben vor etlich hundert jar bis auf disen heutigen tag allweg understanden, allen iren nachpaurn abzuziehen und das ir gewaltiglich zu nemen, und nye betracht, gemainer cristenhait zu nutz und zu gutem etwas wider die ungelaubigen zu handlen, wiewol sy sich die cristenlichisten Kgg. nennen.
    [10.] Kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stende[n] des Hl. Reichs wer kund und wissen, mit was mutwilligen furnemen, untrauen und unglauben die Franzosen bisher in menigfeltig weis und mit vil geschichten gehandelt hetten. Aber nichtdestmynder kgl. Mt. aus kgl. miltigkait und gute habe bisher darin stillgehalten und Kff., Ff. und stende umb hilf gegen inen nye angesucht, noch sy wider die Franzosen nye bewegen wollen, der hoffnung, dieselben Franzosen sollten aus iren manigfeltigen guten worten und furgeben sich bekert und recht gehalten haben. Dieweil aber sölher irer mutwillenh verharrt wirdet, so er[h]ayscht kgl. Mt., auch des Reichs notdurft, solhs nit lenger zu gedulden, sunder sy /120,8/ deshalben umb hilf und rate zu ersuchen. Als dann kgl. Mt. diser sachen halb disen gegenwurtigen reichstag ausgeschriben hab und ungezweifelt, kgl. Mt. mitsambt den stenden werden sich in disem fall des Reichs notdurft nach wol wissen zu halten, auch zu ermessen den letzten anhang, in disem artikel begriffen, daraus ain absag zu versteen ist zu seiner zeit, damit er, als zu Got und der gerechtigkait zu hoffen ist, wenig schreckens damit in die deutsche nation und das Hl. Reich bringen wirdet.
    [11.] Kgl. Mt. hat alles das, so ir Mt. vom Kg. von Frankreich geschriben, mit gutem grund und warhait getan, das auch sein kgl. Mt. mit eyde, briefen, sigeln, seinem aigen handzaichen und anderm glaublichen schein genugsamlich beweisen mag. Deshalb sich befindt, das der Kg. von Frankreich sein er zurucksetzt und kgl. Mt. unschuld mit seinem laster gern beklaiden und bedecken wollt. Aus dem allem, wie vorsteet, auch den nachvolgenden artikeln abzunemen ist, ob er ain F. sey, der ayd, glauben oder trauen halt.
    [12.] Der vertreg halb zu Trient und Hagenau werden sich nymer erfynden, das kgl. Mt. die in dehainen stucken gebrochen, sunder die genediglich, eerlich und kgl. gehalten, volzogen und volstregk[t]. Aber der Kg. von Frankreich haben dieselben vertreg nye in dehainen stucken gehalten, und nit allain dieselben vertreg, sunder auch den vertrag zu Pleyss, der zu be- /120,8’/ kreftigung der berurten vertreg bey Šden hochsten penen gemacht ist, wider sein ere und eyd zerprochen und umbgangen, wie sich das aus denselben vertregen zu Pleyss, auch aus der potschaft von Frankreich werbung, so am letzten zu Leuben beschehen ist32, klerlichen erfinden werde.
    Der heyrat halb hat kgl. Mt. in demselben nye nichts gehandelt, das wider die tractat sey. Dann weder Hg. Karl noch weilent Kg. Philips tochter kaine auf disen heutigen tag entlich verheyrat sey. Man hat auch von kainer heyrat nye nichts anheben reden, bis er den Gelderischen hilf und beystand getan und damit den vertrag zu Hagenau selbs geprochen. Daraufi hat der Kg. von Frankreich selb den heyrat offenlich zerbrochen mit dem, das er dem Delphin [Franz von Orléans] sein tochter wider die gemelten vertreg, auch sein eer, aid und phlicht, wie meniglich wissend ist, verheyrat hat. So find sich auch aus kainem vertrag oder rechten, das kgl. Mt. verpoten sey, mit den Sweyzern oder andern des Hl. Reichs undertanen zu handhabung desselben Reichs zu handlen. Aber dem Kg. von Frankreich sey in kraft der berurten vertreg und nemblich in kraft des alten vertrags mit der gulden pull33, zwischen dem Reich und der cron Frankreich aufgericht, auch seiner phlicht und ayd verpoten, sich der undertanen des Reichs nit zu underwinden, noch sich zu inen [zu] verpinden.34 

    « Nr. 167 Klage Kg. Maximilians gegen Frankreich  »

    [1.] Unrechtmäßige Angriffe Frankreichs auf Neapel und Mailand; [2.] Vorwürfe gegen den frz. Gesandten Gian Antonio de Crivelli, Feindschaft Frankreichs gegen das Haus Burgund und gegen das Hl. Röm. Reich; [3.] Falschheit und verräterisches Wesen der Franzosen; [4.] Kampf Maximilians I. um das burgundische Erbe; [5.] Intrigen der Franzosen gegen Maximilian I. wegen ihrer Ambitionen auf Italien; [6.] Kampf Maximilians I. um das burgundische Erbe bis zum Frieden von Senlis (1493); [7.] Italienzug Kg. Karls VIII. von Frankreich, Widerstand Kg. Maximilians und der Hl. Liga gegen die frz. Besetzung Neapels; [8.] Krieg Kg. Maximilians gegen Frankreich, Vermittlung Ehg. Philipps, frz. Unterstützung für Karl von Egmond gegen die Habsburger, Schweizerkrieg, frz. Eroberung Mailands; [9.] frz. Anschläge auf die Hgg. von Burgund, Kg. Maximilian und Ehg. Philipp.

    Durch kgl. Räte den in Konstanz versammelten Reichsständen am 5. Juni 1507 verlesen.1 
    Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 121–121,9’ (Kop.) = Textvorlage A. Luzern, StA, TA 4, fol. 257–265 (Kop., Überschr.: Anklag oder apologia wider die Franzosen.) = B. Bern, StA, A IV 10, pag. 144–158 (Kop.) = C.

    Š[1.] /121/ Nachdem und des Kg. von Frankreich räte den verdampten munch2 der ursacher geweßt ist, das der Kg. von Frankreich hat understanden, das Hm. Mailand wider die pundnus, die er zuvor mit dem Hg. von Mailand von [wegen] Neapols gehapt hat3, als meniglich wissend ist, und an hundertausend und achtzigtausend fl. in gold zu dem neapolitanischen zug geschickt und dargelichen, das Kgr. zu erobern umb sein gerechtigkait, die doch klain geweßt ist, aber aus ainem unlust des Kg. von Neapols, genannt Alphons, der demselben Hg. von Mailand widerwartig ist geweßt. Wölher Hg. dann der Franzosen noch nit gekannt hat, noch auch der Franzosen tata und gewonhait zu wissen, wann sy in ains bidermans huß kumen, da ain schöns wib und hushaben ist, jagen sy den man darus; will der man darumb zürnen, so überreden sy die ganz welt, er sy unsinnig; will er denn nit weg, so raufen und schlachen sy ine, alslang bis er sich alles verwügt4 oder bis sy ine umb das leben bringen.
    [2.] Exempli gratia beschicht yetz dem röm. Kg. durch den bemelten verdampten munch [Gian Antonio Crivelli], /121’/ der kommen ist mit fruntlicher werbung an des Reichs stende. Und hat doch in der kutten, alle onsuberkait und verreterey, die yetz in Italien schweben, in tutschen landen zu bringen. Er hat sich gespiegelt ab dem presidenten Althaboes, das ime sein verreterei etwas geraten ist zu Nuremberg5, darumb hats der widerumb uf ain nues gewagt so frävenlich. Und hat dem röm. Kg. wißgesagt zu wissen gemalt ain englisch farb von sinem herren und des Reichs stende furgemalt des bösen farb schwerzer dann schwarz. Und da man zu ime gesandt hat, sein rede abzuschreiben, hat er die anderst in schrift stellen lassen, dann er das geredt hat oder sein instruction [Nr. 154] inhalt. Dardurch der röm. Kg. geursacht geweßt, ine die instruction zu iren handen zu nemen und ine zu versichern und von sinen leuten abzuschaiden und zu sundern, ob dieselben noch aines besernb handels bevelch hetten, das des Reichs stenden zu schmach und laster käme, nachdem solhen luren6 kain biebery in der [welt] zuvil ist.
    Nun ist zu bewegen, das solchs on zweifel aus des Kg. von Frankreich aigen person nicht kempt, sonder durch sin globig räte, dann er des röm. Kg. gesipter fraind und von alter verwandter, ouch ain gesalbter christenlicher Kg., dem von Gott und der natur verboten ist, fur all ander menschen /121,1/ der welt kainer person lugenhaftiglich und Štruglich sein eer zu nemen, sovil weniger ainem röm. Kg. und seinem und aller christen kunftigen Ks., der all sein tag wider sein person nie mit worten oderc werken gehandelt hat, dann in ainem redlichen, offenbaren krieg umb das sein und der seinen, die er und sein vorvordern haben allzeit wollen umb das, das die sein nächsten grenizen geweßt sein, in ir tirannischen gehorsam und bezwang zu bringen.
    Nun ist wol darneben zu merken, das in dem fall die Franzosen als die gierigen, unsatthaftigen wölf, die on underlass uß irer grosser geschwundigkait, macht und tiranny nun vil jare das loblich huß von Burgundi, das doch von ierm aigen blut und vetterschaft herwerts erkuckt und erwachsen ist, innerhalb hundert jaren haben verschlicken und zertrennen wollen, so der allmechtig Gott solichs doch verhiet hat mit onaußsprechenlichen, grossen costen, mue und blutvergiessen manig hundert und sovil tausend menschen. So haben sy sich doch daran nit gespiegelt und haben sich understanden, das Hl. Reich zu schwechen, den bapst zu bezwingen, die ksl. kron /121,1’/ zu erlangen und also ganz Ytalien, bapstum und kaisertum in ir gewalt und herschaft ewiglich zu bringen, wo Gott nicht hett oder noch solichs wurd verhieten durch schicklichait der türen, frommen Tutschen, die Gott vor vil hundert jaren beschirmer des weltlichen und gaistlichen schwert vor meniglich solich schwert bevolhen und darzu verordent hat als den loblichen, frommen, manhaften cristen und den, die Gott fur all ander nation von irer tugend wegen lieb hat und sy bishar darzu bestet und underhalten.
    [3.] Item hett sein götlicheit nicht grundlich erkennt der Franzosen untru und lichtfertigkait, so hett sein göttliche, ewige fursichtigkait inen solhen bemelten zwai schwert, zu wissen gaistlich und weltlich, wol konden bevelchen.
    Neind, verreterey haben sy dem röm. Kg. von jugend uf bewisen, die kurz ouch allen frommen, loblichen Tutschen hiemit erzelt werden söllen, damit ir euch in solhen abermals spieglen wöllend und euer huß erretten von solichen tirannischen tracken, als die Franzosen sein, by zeiten von euch dieselben mit sinnen, /121,2/ rat und tat abkern, so wird Gott allzeit mit euch sein, dann er spricht: Mensch, hilf dir selb, so hilf ich dir ouch.7 
    [4.] Der hass von vil jaren zwüschen dem röm. Kg. und der Franzosen ist der geweßt, da sein kgl. Mt. hat nach ablibikhait des loblichen F. Hg. Karles von Burgundi erlangt den hyrat und succession siner erbtochter [Maria] und siner verlassen Fmm. und landen des bemelten Hg. Karles, als er von diser zeitigen welt schied. Und uf demselben tag hett er ain erbliche, eerliche rächtigung mit Kg. Ludwig, des nächstgestorben Kg. Karles des klainen vater, mitsampt iern Kgrr. und landen.8 Er hette ouch als götte9 Hg. Karles tochter, darnach des röm. Kg. gemahel, uß der tauf gehept, denselben Štractat in der stat Pirone loblich mit Hg. Karlsen beschworn, verbrieft und versigelt und baide das hl. sacrament im fußstapfen zuvor daruber genommen.10 Des alles nicht angesehen hat der wider ine gelt dargelichen, damit er durch den Hg. [René], uf die zeit von Lutringen, yetz Kg. [von Jerusalem], erschlagen ist worden, auch seine reiter im streit gehapt, einstails enhalb ainer pruggen die fluchtigen Burgundischen erschlagen und gefangen, darnach in schein Burgundi von /121,2’/ dem von Lutringen und den Tütschen in kraft des punds und ainigung, und nemblich das er götte und gesüpter fraind Hg. Karles von Burgundi erbtochter geweßt ist, die erschrocken Burgundier also mit schmaichen, lugen und triegen, desgelichen das land Pickardy, das alles an die kron Frankreich steßt, als ir beschirmer verfurt, damit daz sy sin kriegsvolk irer frowen zugut haben ingelassen, das er hat also darnach solichs erblich behalten wöllen. Welhe land darnoch ime mit dem schwert den meren tail hertiglich durch den röm. Kg. widerumb abgedrungen sein.
    [5.] Nun, so sy mit aller verreterey und tiranny, mit dem schwert und sunst inen sich nicht truwen, dem röm. Kg. und den, die jenen als kunftigen Ks. und yetz röm. Kg. zu versprechen steen, yetz abzubrechen und zu vergeweltigen, so wollen sy mit lugen, trügen, schmaichen und mit gelt den röm. Kg. uberwunden und ime die sinen zertrennen wider alle naturlichait und billichait; und daruf sich offenbar verplend und ziehen an, der röm. Kg. sy wider sy und das Röm. Reich, als ob sy darzu ghörten, ja in glicher wyß als die wölf zun schafen, so doch die ganz cristenhait wol waist, der anderst daruf gemerkt hat und nemlich, wie oben in die leng erklert ist, das alles erdicht und mer ain unsinniger, erzundter /121,3/ handel ist on allen schein, dann das es ainichem grund glich sicht, allain darumb erwachsen ist.
    Der Franzos vermaint, durch abfordrung der Aidgnossen, ouch durch schicklichait des Reichs tag yetz hie wer er an sinem geschwinden furnemen nun in Ytalien verhindert. Und so die Franzosen nicht truwen, wyter dem röm. Kg. laid zu tun mit werken, so wollen sy solichs tun mit worten und verretery.
    [6.] Item die gemelt verretery der Franzosen hat sich vor vil jaren angefangen wider den röm. Kg., und ist allzeit spann und hass zwuschen inen geweßt von wegen der burgundischen hyrat mit frow Maria, Hgin. zu Burgundi, hochloblicherf gedechtnus, nemblich also: Als röm. Kg., auf die zeit Ehg., Kg. Ludwig mit vierundzwanzigtausend streitbarn mannen in personlich zurugktrib, das war ouch sein letzter heerzug, desselben jars do kam Pierr de Krippy, kgl. Mt. leibbogner heuptman vor zwanzig jaren, und bat den röm. Kg. als ainer, des Kg. Ludwigs knab was zu den zeiten, als Kg. Ludwig ain jungling und by Hg. Philipps von Burgundi war, uf alte kuntschaft bracht er in zu ime und sendet in zu dem /121,3’/ röm. Kg., abermals uf die zeit noch nit Kg. und ganz ain jungling, und zoch an sich ainer fruntschaft mit dem geblut von Osterreich und Šerbot sich hoch, damit yetz der röm. Kg. uß dem veld ziehen wollt. Dann er gewan ain statt nach der andern dem Kg. ab, dann derselb Kg. bedarft in nit bestritten, so wollt er im gerechts werden umb alle zwitracht. Das nam yetz der röm. Kg. an und vertrug sich mit im des rechten. Und war sölcher tractat11 beschworn, verbrieft und besigelt auf das höchst. Daruf zoch der röm. Kg. uß dem veld und zerlies sein heer. Alsbald da wollt der Franzos die sinen zum rechten nit schicken und besetzet stark seine grenizen auf ein neus und lies in Hochburgundi zwo befestigung innemen das land zu Hiengern12. Dagegen hub der röm. Kg. im fußstapfen den krieg wider an. Der weret zwai oder in das dritt jar. Da ward aber ain bestand gemacht zu ainem austrag zwüschen baider Kgg. durch den Kg. von Engenland, der ouch sollt conservator und wilkurner in der sach sein, und ward solichs auch nach aller nodturft versorgt.13 Also starb derselb Kg. von Frankreich glich daruf14, und namen die von der kron das regiment sins jungen suns ein und wolltent solich ouch nit halten. Und dwil starb ouch frow Maria15, die loblich burgundisch furstin. Also practicierten sy die /121,4/ Fleming, das sy den röm. Kg. ausjagten und schlugen sich an die Franzosen. Der schickt inen ze hilf sechstausend man. Also ward der sig so hoch und groß des röm. Kg., uf dise zeit Ehg., das er das land mit dem streit bezwang und die Franzosen darus verjaget. Und wollt also darnach und glich darauf die kron von Frankreich überzogen haben. Da schickt der jung Kg. [Karl VIII.] in schein, als ob er nun das regiment annemen wöllt und das im gar laid wer, das sein regiment hett also dem röm. Kg. unrecht getan, den englischen frid zerbrochen und die Fleming wider in aufgeworfen; und erbot sich auf das höchst, sich zu richten nach allem des röm. Kg. willen. Also nachdem und der röm. Kg. ouch etwas mued was und lang in veld und uf dem meer gelegen, fand er in rat, er sollt vereern denselben jungen Kg. und sein erbieten annemen, in mainung, er sollt das erst halten, in ouch zu lieben in sinem ersten regiment. Also ward aber ain eerliche, lobliche rachtigung16 gemacht, beschworen auf das hl. sacrament, verbrieft, verhandzaichnet und versigelt von den stenden der kron, des parlaments, ouch der burgundischen landen. Ward ouch daruf demselben Kg. mit zwaier landen verpfendung zu hyrat gegeben und hyratgut des röm. Kg. ainige tochter /121,4’/ frow Margareth. Und nam doruf der röm. Kg. des Hg. von Britannia erbtochter [Anna] zu ainem gemahel und vermehelt ir durch die sinen in verbo de presenti. Alsbald der Franzos des röm. Kg. tochter als sinen gemahel und die land in sinen henden hett, besetzt er die land wol mit kriegsvolk und zoch uber Šden Hg. von Britania. Und wollt och haben sein leib, tochter und sein land. Daruf erwuchs abermals zwuschen den röm. Kg. und den Franzosen ein grosser krieg, der da weret by vier jaren. Dann die Fleming fielen den Franzosen zu. Daruß erwuchs der flemisch krieg, davon meniglich ze sagen waist. Den laß man von kurze wegen beleiben. Die wurden darnach erobert durch den loblichen F. Hg. Albrecht von Saxsen als statthalter kgl. Mt., nachdem ir Mt. auf dieselb zeit personlich im hungerischen krieg was, desgelichen die Gft. Burgundi und das land Arthois durch den röm. Kg. mit dem schwert eerlich und loblich. Und der Franzos erobert dwyl durch verretery und falschkait das Hm. Britanni und des röm. Kg. gemahel, uf die zit erbtochter und Hgin. zu Britanni. Da wollt der Kg. von Frankreich des röm. Kg. ainige tochter seinem chamerer, ainem H. aus der kron von Frankreich, gegeben /121,5/ haben zu der ee.17 Das mocht der röm. Kg. nit liden und ward aber ain rachtigung in der statt Salins in Frankreich gemacht, verbrieft, beschworn und besigelt.18 
    [7.] Also zoch der röm. Kg. und schicket sich zu dem gelderischen krieg. Und der Kg. von Frankreich rustet sich, in Ytaliam zu ziehen wider [den] Kg. von Neapols. Als die wettertäg des andern jars ankomend, zohend baid Kgg. an mit ierem kriegsvolks. Do der Kg. von Frankreich sach, das der röm. Kg. sein kriegsvolk [versammelte] und er nun über bierg am zug was, da ward im etwas grusen, vermainend, das der röm. Kg. villicht mocht siner anschläg innen worden sein wider Mailand, nachdem sein Mt. zu dem huß von Mailand desselben jars gehyret hett. Und schickt zu im die zwen franzosisch zu Pisen19, den Ebf. von Rheins und ainen gefursten Gf., sinen obersten veldheuptman, ainen den von der Tremoli20, und wellt noch uber den vergangen vertrag von dem röm. Kg. wissen, warumb er sin volk versamelt. Gab im der röm. Kg. zu versteen, er wollt mit denen ziehen wider die Geldrischen. Also wardend sy frow und fragtent sein Mt. abermals auf eer und glauben, ob dem also wäre, sagt abermals sein Mt.: Ja, auf eer und glauben. Und zoch also in das Land Geldern und lies aus ainem grausen sein volk onbewegt, /121,5’/ dann solich fragen was wol ain klaine warnung von ainer verretery, gegen Mailand und gegen der ksl. kron zu kommen. Aber sein Mt. wollt sehen und der zeit erwarten und lies den grossen heerzug in das land Geldern anstan. Also zu stund schickt der röm. Kg. sein kuntschaft aus und erfur, das der Kg. von Frankreich, uf die zeit genannt Kg. Karle, mit dem yetzigen Kg. von Frankreich ain anschlag gemacht hetten und ain verstand, das, alsbald Kg. Karle hett Neapols erobert, dass dann Kg. Karle sollt werden röm. Ks. und der yetzig Kg., die zeit Hg. von Orlients genannt, sollt haben das Hm. zu Mailand, onangesehen den tractat, mit dem röm. Kg. gemacht, wie zuvor gemelt ist, zu Salins verbrieft, versigelt und beschworen, noch ouch Šdie pundnus, so er mit dem von Mailand, Hg. Ludwigen, yetz gefangen, gemacht hette und dargegen hunderttausend und achtzigtausend rh.fl. empfangen. Also schickt der röm. Kg. dem von Mailand zu stund zu hilf sein kriegsvolk, das er anhaim behielt, und liess den geldrischen veldzug anstan. Und warnet den bapst [Alexander VI.], Kg. von Napols, Meiland, Venedig von wegen solicher verreterey, die dann ain pund zu stund mitsampt siner Mt. machten, darein auch gezogen ward der Kg. [Ferdinand] und Kgin. [Isabella] von Hispani.21 Und also /121,6/ erhub sich ain krieg treffenlich mit den Franzosen zwüschen Italia und der Franzosen, dardurch den Franzosen ir anschlag zerbrochen ward, wiewol sich Kg. Karole schon nennen und uf sein munz schlachen ließ aus anspruch Ks. Karles des grossen und sich nennet auf dem gebräg patrem patrie, das ist naturlicher röm. Ks. 22 Und ward im also die ksl. kron genommen und dem von Orlients das Hm. Mailand entzogen auf dasselb jar und Italia erredt.
    Das ander starb ab der Kg. von Neapols23 und all sein manlich geschlecht mit im und beliben die Franzosen im Kgr. und eroberten sölichs, dann inen ganz und gar niemand widerstand tet. Aber do es der Kg. von Hispani sach, wellt er solichs nit lieden, nachdem er zu dem Kgr. Neapols ein gerechtigkait hett von wegen des Kgr. Cecilia, und vertrib die Franzosen und machet sich selbs Kg., als er auf disen tag ist aus seiner gottlichen gerechtigkait, nachdem des Kg. von Frankreich anspruch falsch ist. Der röm. Kg. hat ouch zu demselben Kgr. ain götliche gerechtigkait als vor zeiten ain Hg. zu Schwaben24 und F. zu Habspurg. Aber es geburt sich uf dis zeit nit, darvon ze reden. Und rüstet sich der Kg. in Hispanien zu außgang desselben jars, auf dem mer aus Hispani in Neapols zu ziehen, und gewan das, wie obstet. Aber der röm. /121,6’/ Kg. rustet sich, in Frankreich zu ziehen durch Burgundi.
    [8.] Also starb ouch hiemit Kg. Karle glich gechwindg 25 [!] und kam der Hg. von Orlients zu der kron und in das regiment, yetz Kg. Ludwig genannt. Also schickt der röm. Kg. zu demselben Kg. drymaln aufainander und lies ine ersuchen von aller kuntschaft wegen, er wöllt sich mit dem röm. Kg. fruntlich vertragen uf mittel, als ime furgeschlagen warde durch den röm. Kg. und Hg. Friderich, Kf. 26; so wollt der röm. Kg. sein furgenommen veldzug uf die kron auf Frankreich abstellen, nachdem Kg. Karle von im selbs gestorben was und er die kron zu Frankreich erlangt hett. Darauf aber Šseiner Mt. kain antwurt warde dann allain, ir Mt. sollte den veldzug abstellen, so wollte er siner Mt. durch sein landschaft geburlich antwurt geben mit der zeit. Von derselben landschaft sein Mt. wol versichert warde, das die siner Mt. weder eern noch guts gunnet, wie solichs zuvor und hernachmals wyter erclert wirdet. Und schickt daruf sein kgl. Mt. ains tails ires kriegsvolk in Frankreich, in mainung, personlich selbst nachzuziehen und nit aufzehörn, Frankreich mit gewapneter hand zu geweltigen, auf die nachst straß zu dem Kg. und sinen räten, wölhe rät und villicht nicht der Kg. also sein Mt. veracht hetten, als obgemelt ist, bis solang, das er hett mit streit oder mit fruntschaft siner kgl. Mt. entgegengangen, darzu sein Mt. /121,7/ geschickt geweßt wer, also den nuwen Kg. mit lieb am liebsten oder doch mit dem streit oder laid zu empfahen in siner aigner kron auf siner kgl. Mt. göttlichen gerechtigkait. Also nam sich Kg. Philipps, loblicher gedechtnus, der sachen an und verrichtet sich in namen seins vaters on siner Mt. wissen und willen, des röm. Kg., mit dem Kg. von Frankreich durch bosen rat, die Gott von diser welt auch auf dise zeit verschickt hat, dardurch der röm. Kg. sinen sun zu eren benötigt warde, solichen heerzug abzustellen.27 Und zohe also darnach auf die gelderischen, dasselb land seinem sun zu erobern.28 Des erkannt aber nichts der Kg. von Frankreich gegen siner Mt. oder iern sun, sonder schicket den geldrischen zugut gelt und leut und sterket sich auf das sterkest und zoch daruf zur stund wider auf den Hg. von Mailand mit grosser macht und hetzet ouch daneben die Aidgnossen auf den Schwebischen Pund. Darus erwuchs ain grosser krieg, als meniglichem wissend ist, das darumb abermals hiemit abgeschnitten wirdet. Und hat der krieg also zwüschen kgl. Mt. und ime verneut, darus aller onlust und widerwill bis auf disen tag erwachsen ist. Und hat kainen frid darauf mit inen angenommen bis in die statt Hagenow, dann allain ain bestand fur kgl. Mt. selbs und er darin /121,7’/ begriffen wollt sein auf ain halb jar allain auf missiven29, dann der Hg. von Meiland wollt denselben bestand aus ainem onverstendigen rat ouch nit annemen, sonder auf etlicher Aidgnossen trost den krieg annemen, darumb er gefangen warde, als meniglichem wissend, deshalben abermals on not ist, solichs nach der leng zu erzelen.
    [9.] Und solichs alles obgemelt haben die Franzosen nicht allain wider land oder lut des loblichen hus Burgundi, dasselb zu vertilgen und in ir tirannisch hand zu bringen, sonderlich die personen der loblichen Ff. Am ersten ward Hg. Hans von Burgundi jemerlich ingelegt und auf globen in gegenwurtigkait des Kg. ermördt, also das sein onschuldigs blut auf des Kg. klaidung, so er des tags antrug, spritzet, das nie von kainem Turken oder haiden ist erhört worden.30
    Zum andern seinen sun, den man nennt den tugenhaften Hg. Philipps, da haben sy ain starken, verzwifelten, außgelaufen munch, der ander zeit ain kriegsman gewesen ist, zugerust. Der hat Hg. Philipps in sinem kirchenstul mit ainem vergiften tegen Šerstechen sollen. Hat sich angenommen, er sy ain treffenlicher apt und prelat gewesen auß Frankreich und hat sein knecht vor /121,8/ der kirchen gehapt und bald laufende pfärd. Und haben ine also jämerlich in der kirchen ermorden wollen laussen. Aber derselb munch hat es nit wagen törfen und ist also entrunnen.
    Item abermals zum dritten mal seinen sun Hg. Karle durch sinen camerknecht wöllen vergiften in die klaider. Der knecht ist fromm und gescheid geweßt, hat den Franzosen mitsampt dem gift seinem herren überantwurt. Derselb bößwicht vergifter hat gehaissen maister Adam. Hat yetz der röm. Kg. in ainem turn erfult, er hett im ain marterischen tod angelegt. Man hat in aber behalten zu ainer zugnus, ain mechtigen herren in Frankreich damit vom leben zum tod zu bringen, der der sachen ain anfänger geweßt ist.
    Yetz Kg. Maximilian ist bestellt worden durch die Franzosen, das in die Fleming fahen söllen, und durch den von Cordis31, der Franzosen obersten hauptman, bestellt, ermordt zu werden, das dann bescheen were, hett solichs der allmechtig Gott nit wunderbarlich verhiet.32 
    Yetz Kg. Philipps, seiner kgl. Mt. ainiger sun, do er verließ zu helfen /121,8’/ sinen baiden vetern33 wider Frankreich umb sein aigen erbgut, und tädinget den Franzosen umb ain erliche rachtigung34. Do er wider heruber wollt ziehen, ward er bestellt durch den F. von Nüffers35, der da auf in hielt mit drühundert pfärden, alle hauptharnasch auf den kepfen und den spiessen in iern henden. Aber Kg. Philipps ward gewarnet und belaib den tag in der statt und schickt haimlich in den halt und fand die Franzosen also geschickt. Es ist ouch ganz zuversichtlich und nemlich, das ime in Frankreich vergeben ist worden, dann der Kg. yetz in selbs hat als sein fraind vor sinen franzesischen lüten gewarnet, vergifth; er hat im ouch am letzsten, do er in Frankreich und zu Bunden36 so krank gewesen ist und ganz von hitz brunnen hat, sein ärzt geschickt mit aller erzney fur gift und im aufs höchst bevolhen und groß gaben versprochen, in by leben zu behalten, das dann bescheen ist. Hat aber zuletst nit geholfen, sonder das gift hat sich darnach gerainiget mit roten flecken. Das gift ist im aber in sinem leib beliben, des er sich gegen dem röm. Kg. beclagt hat zu Brussel, do sy freud und stechspyl mitainander getriben haben. Do man in nach sinem tod aufgeschnitten, hat man gefunden ein verbrunnes gelbs blut under seinem herzen, seer schmeckend, das herz blatgedruckt, darumb gefunden ain /121,9/ gelben jhest37. Dasselb herz ist also Šgedruckt gebalsamiert noch verhanden in des röm. Kg. hand.38 Und ist wol zu glauben, das der Kg. von Frankreich aus obgemelten angezaigten ursachen hett wol mugen liden, das Kg. Philipps wer gefangen worden, aber nit ermördt in sinem aigen huß vor so grosser erbarmnus, dwyl er ime so groß zu dienen genaigt und in sinem dienst und im zu eeren auf so grossen cost geweßt ist wider gunst und willen siner baider väter, romisch und hispanisch, und sein aigen erbschaft, wie verrer oben angezeugt ist. Aber die gefengnus ist gewiß gewest mit des Kg. von Frankreichs wissen, das die Franzosen ine haben wöllen fangen. Dann nit wol ist zu globen, das der von Nyffers oder ander houptlut, der etwen vil treffenlicher by solchem gewesen sein, understen hetten dörfen, on des Kg. wissen zu tun. Der loblichen Ff. vater, Hg. zu Burgundi, hetten sy villicht ouch geren getödt. Aber derselb vater39 ist des Kg. von Frankreichs liebster sun geweßt, doch der junger und nemblich Kg. Johanns und Kg. Ludwig des wysen40 anherr des dritten vor disem Kg. Ludwig.
    /121,9’/ Gott behiet nun fortan vor inen ouch das edel, onschuldig blut Ehg. Karlen. Dann sy weren seins leibs als wenigen schonen als aller siner vorfordern.
    Es sein zu solchem als zuegen ob hunderttausend menschen gewest und noch lebend und manig mer hundertausend darumb gestorben und verdorben. Auf baiden siten blietend die wunden noch.

    « Nr. 168 Fiktive Denkschrift an Kg. Maximilian 1  (Frankreich) »

    Er, der Verfasser, hat vor kurzem erfahren, daß der frz. Kg. und die Franzosen beabsichtigen, sich die Papst- und die Kaiserwürde für alle Zeit zu unterwerfen und zuzueignen. Außerdem wollen sie dem Hl. Reich das Recht zur Wahl der röm. Kgg. und Kss. sowie das reichsunmittelbare Hm. Geldern entziehen. Diese Ansprüche werden mit dem Titel des frz. Kg. als allerchristlichstem Vater des Vaterlandes begründet. Ebenso will der frz. Kg. den für Hg. Karl von Burgund und Prinzessin Claudia geschlossenen Heiratsvertrag brechen. Was die Franzosen dazu veranlaßt, ist aller Welt schleierhaft, denn sie sind weder ungelehrt, noch ist ihnen die Hl. Schrift unbekannt. Es eignet ihnen aber, andere zu betrügen und zu überlisten. Angeblich haben die vor kurzem zu ihm, dem röm. Kg., abgeordneten Gesandten2 geäußert, daß die Theologen der Universität Paris das unbegründete Vorgehen der Franzosen befürwortet und als dem Kgr. Frankreich für nützlich erachtet hätten. Es ist erstaunlich, daß diese Theologen das Handeln aus Eigennutz unter Mißachtung Gottes und der Heiligen, die Wortbrüchigkeit, die Einführung der Ketzerei und die beliebige Anwendung von Gewalt rechtfertigen. Dadurch wird aber den Menschen der Himmel verschlossen Šund die Hölle aufgetan, es wird damit gegen alles Recht und alle Ehre gehandelt. Ach, wie ist daz gold vermayliget vnd die besst farb verendert worden! Franckreich, so vor zeiten allein on vngestalt und seltzam geschoͤpffen gewesen, ist yetzo aller vntzifer vnd mer wunder vol.  Ein zu Recht als heiligmäßig angesehener französischer Theologe sprach: Vinum theologorum et tort[a]e Jacobitarum etc.3  Denn die Franzosen schämen sich nicht, gegen die Sitten, Gesetze und Tugenden nicht nur der Christen, sondern auch der Ausländer und Heiden zu verstoßen. Sie haben der Menschheit gottlose Gebräuche und Taten gebracht, die gegen die hl. Sakramente, das Recht, die heilige Ehe, die christlichen Sitten und den christlichen Glauben verstoßen. Sie verletzen das göttliche Gebot und das ksl. Recht. Wer wird sich künftig mit den Franzosen und den Parteigängern des frz. Kg. einlassen wollen, da sie geschworene Eide und besiegelte Verträge brechen und sich dessen nicht schämen, sondern vielmehr rühmen? Wenn die Franzosen schon den röm. Kg. verachten, so sollten sie doch Gott fürchten, der solchen Frevel ahndet. Dies zeigt das Beispiel Kg. Zedekia von Jerusalem, über den der Prophet Ezechiel sagte: Jch leb, spricht gott, der herr, den Ayd, so Er veracht; vnd die püntnuß, so Er gebrochen hat, will Jch an seinem hals außgeen lassen; mein netz will Jch vber Jn außbraiten vnd Jn in meinem garn begreiffen. Jch will Jn gen Babilon füeren vnd Jn nach seinem hochmuͦt, damit Er mich veracht hat, richten; sein heer wirdet mit dem schwert flüchtiglich erschlagen und, die da vberbeleyben, in alle lufft zerstroͤewet, daz Jr sehen werdet, daz Jch, der herr, solichs geredt hab etc. [Ez 17,19–21]. Laut dem hl. Hieronymus lehrt uns dies, daß man auch zwischen Feinden Wort halten müsse und nicht bedenken solle, wem, sondern in wessen Namen man geschworen habe: Der von des namen gottes wegen gelaubt vnd damit betrogen wirdet, ist frummer dann der von desselben wegen seinen veind vnd souil mer seinen freünd (als durch die Frantzosen beschegen ist) betreügt.4 Diese hätten, wie der Prophet Hosea spricht, pündtnuß vnd verträg gemacht, die werden Jnen bitter frücht tragen [Os 10,13]5. Jeder weiß um die Bosheit, Falschheit und Tyrannei der meineidigen Franzosen, welche die mit dem frz. Kg. vermählte Tochter des röm. Kg., Ehgin. Margarethe, verstoßen und in Friedenszeiten dessen Gemahlin Hgin. Anna von der Bretagne geraubt haben. Sie haben viele Fürsten heimtückisch vergiftet und die dem röm. Kg. geleisteten Eide nicht nur einmal, sondern siebenmal und öfter gebrochen. Damit nicht genug, beabsichtigen die Franzosen jetzt ohne jede Berechtigung, das Hl. Röm. Reich gegen das hl. geistliche Recht, das die Übertragung des Röm. Reichs an die Deutschen begründet, anzufechten, außerdem dem Papst, der christlichen Kirche und ihm, dem röm. Kg., mit Gewalt zu begegnen, Jungfrauen zur Unzucht mit Geistlichen und anderen Personen zu verführen, manchen zwei Ehefrauen zuzubilligen, Simonie zu treiben, neue Ketzereien in die Welt zu bringen und die in Italien errichtete Tyrannei auf Deutschland auszudehnen, dem Kardinalskollegium das Recht zur Papstwahl und den deutschen Kurfürsten das Recht zur Königs- und Kaiserwahl zu nehmen, mit dem Ziel der Zerstörung der spanischen Kgrr. Zwietracht zwischen Vater und Sohn zu Šsäen6 und die ganze Christenheit zu schwächen, so daß es für den Antichrist keinen besseren Zeitpunkt gibt, um in die Welt zu kommen. Wie Jesus Christus in der Friedenszeit des Röm. Reiches geboren wurde, so wird der Antichrist auftreten, nachdem die ganze Welt durch die Franzosen mit Krieg und Unfrieden überzogen wurde, und so die Bosheit der Franzosen zur Erfüllung bringen. Diese sind ihm, dem röm. Kg., als ainem allerweisisten in friden vnd krieg, allersterckesten mit Rat vnd that vnd sunst vber all Kŭnig vnd fŭrsten der welt allerwirdigisten Roͤmischem Künig, hartnäckig entgegengetreten, haben sein Unternehmen gegen die Ungläubigen hintertrieben und verhindern es durch ihr Vorgehen gegen ihn und andere christliche Fürsten bis heute. Die Franzosen sind begabt für das Böse, Gutes tun können sie nicht. Ihr Neid richtet sich gegen den Himmel und die Erde, gegen Gott sind sie unduldsam, gegen die Heiligen frevelhaft, gegen ihre Nachbarn feindlich, gegen die Frommen grimmig und gegen jedermann feindselig. Da sie niemandem lieben, liebt auch sie niemand. Da sie von jedermann gefürchtet werden wollen, müssen auch sie jeden fürchten. Da sie nicht dienen können, sind sie auch zu herrschen ungeeignet, treulos gegen ihre Obrigkeit, unduldsam gegen ihre Untertanen. Sie sind maßlos in ihren Wünschen, zugleich undankbar gegenüber erwiesenen Wohltaten. Obwohl sie Schlechtes tun, sprechen sie von großen Taten. Sie versprechen viel, halten aber wenig. Sie sind Schmeichler, Ehrabschneider und böswillige Verräter. Darumb, Großmechtigister Künig Maximilian, Ewer künigklich Maiestat welle ainmal erwachen vnd aufsteen als ein starcker streytter, beschirmer vnd recher der hailigen Roͤmischen kirchen, des Roͤmischen Reichs vnd den harnasch anlegen, das schwert umbgürten vnnd den Schilt vnd spiess wider die vorgedachten leychtfertigen Frantzosen nemen vnd die sach gottes, der Roͤmischen kirchen, Ewer Künigklichen Maiestat vnnd des Roͤmischen Reichs rechen Vnd Jnen mit den Edeln vnd notfessten Teütschen mit gewaltiger hand vmb die schmahen, so Sy Ewer Künigklichen Maiestat lang tzeyt heer so offt bewysen vnd Ewer Künigklich Maiestat bißher geduldet hat, widergelten Vnd Sy nach den wercken, so Sy bißheer gewürckt, straffen vnd den verzug der straff mit der menig derselben erstatten. Er, der Verfasser, zweifelt nicht, daß Gott, der alle Dinge durch seine göttliche Ordnung regiert, dazu mit seinem scharfen Schwert Beistand leisten und den Franzosen unheilbare Wunden schlagen wird, was diese durch ihre frevelhaften und heidnischen Taten längst verdient haben. Er, der röm. Kg., soll alle christlichen Kgg. und Ff., das ganze Röm. Reich und insbesondere die Deutschen aufrufen und notfalls auch die Ungläubigen ersuchen, die Bosheiten, Ketzereien, Unmenschlichkeiten und Tyrannei der meineidigen Franzosen nicht nur nicht zu unterstützen, sondern ihm mit Truppen, Kriegsgerät, Geld, Schiffen, Proviant und anderen Mitteln gegen sie beizustehen. Ihm, dem Kg., und allen seinen Mitstreitern ist der Sieg im Diesseits und die Belohnung im Jenseits sicher.

    s.l., s.d.; Vorlage an die in Konstanz versammelten Reichsstände; Vorlage der Druckfassung (A) auf dem eidgenössischen Tag in Zürich nach dem 8. Juni 1507.7 
    Luzern, StA, TA 4, fol. 256 (Druck, Überschr.: Der brieff, von N. Herren Maximilian, Roͤmischem Künig, zugesant.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 5–7’ (Kop., Š Überschr. wie A) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 255’ (durchgestrichene Kop., nur Beginn des Texts: Er ... unbekannt.).

    « Nr. 169 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Reichskammergericht, Landfriede) »

    [1.] Einwilligung Kg. Maximilians in Verhandlungen über Friede und Recht; [2.] Frage der Finanzierung und [3.] des Standortes des Reichskammergerichts; [4.] Forderung nach einer Regelung für die Exekution der kammergerichtlichen Urteile; [5.] Forderung nach Handhabung des Landfriedens.

    Konstanz, 15. Juni 1507 (dinstag St. Veits tag)1 ; Abschrift durch die Reichsstände am gleichen Tag.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 490–490’ (Kop., Überschr.: Frag der stende des Reichs, an die kgl. Mt. gelangt.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 8–8’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, Überschrift wie A, Datumverm.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 46 (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 55–55’ (Kop., Überschr. wie A, Verm. über die Abschrift durch die Stände: An St. Veits tag Ao. etc. VIIo im Parfusser closter in Menz’ herberig.). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 16’-17 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 13’-14 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 15–15’ (Kop., Überschr. wie A). München, HStA, KÄA 3136, fol. 161 (Kop., Überschr. wie A). Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 162 (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Harpprecht , Reichsarchiv II, Nr. CXXXVIII, hier S. 441f.

    [1.] /490/ Nachdem kgl. Mt., unser allergnst. H., nehst uf undertenig anzeige der stende [Nr. 158, Pkt. C] gnediglich bewilligt hat, neben der begerten hilf auch von underhaltung fridens und rechtens im Reich zu handlen [Nr. 159, Pkt. C], so bedunkt anfenglich die stende zu ufrichtung gemelter zweyer stuck not sein, das kgl. Mt. ire gemut in den nachfolgenden artikeln erklere und sich gnediglich vernemen lasse.
    [2.] Zum ersten, durch wen und wovon das chamergericht underhalten werden soll, damit das bestendiger wann bißhere furgnommen und furo und furo gehalten werde.
    [3.] Item an welicher und gelegner malstat das camergericht pleiblich und unverruckt gehalten werden soll, wann vonnoten ist, das dasselbig an ein gelegen malstat, die allen stenden am gleichsten und gelegesten sey zu besuchen, gelegt werde, dahin man auch am felichsten2 komen moge. Wann diejenen im Reich, die das camergericht besuchen, Regenspurg nit fur ein gelegen malstat achten.
    [4.] Item, nachdem bißher an execucion und vollnstreckung der gesprochen urteil vil mangels erschienen ist, notturftig maß und weg furzunemen, damit solich urteil in einer yeden art gepurlich exequirt und vollenstreckt werden mogen.
    [5.] /490’/ Item, dweil auch an vollenziehung des landfriden bißhere vil gebrechen gespurt, will auch merklich not sein, desselben ein bestendig handhabung und vollnzieŠhung furzunemen. Darin bitten die stende gn. eroffnung der kgl. Mt. willens und gemuts.

    « Nr. 170 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Reichskammergericht, Landfriede) »

    [1.] Finanzierung und [2.] Tagungsort des Reichskammergerichts; [3.] Vorschlag zur Exekution kammergerichtlicher Urteile durch vier Landmarschälle; [4.] Aufforderung an die Stände zur Unterbreitung von Vorschlägen zur Handhabung von Frieden und Recht.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, nach dem 15. Juni 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 490’-491’ (Kop., Überschr.: Antwort kgl. Mt. auf obgescheen frag [Nr. 169].) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 9–10 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, Überschrift wie A) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 46’-47 (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 56–56’ (Kop., Überschr. wie A). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 17’-18’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 14’-15 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 16–16’ (Kop., Überschr. wie A). München, HStA, KÄA 3136, fol. 161’-162 (Kop., Überschr. wie A). Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 162–162’ (Kop., Überschr. entsprechend A).
    Druck: Harpprecht , Reichsarchiv II, Nr. CXXXVIII, hier S. 442f.

    [1.] /490’/ Kgl. Mt. will das verwysen auf den anschlag zu Engelhartzeln.1 Da wirt es ganz bestendig sein. Doch so mocht die kgl. Mt. leiden, dweil ir Mt. gern sehen wolt, das solich chamergericht mit treffenlichen, geschickten personen und assessoren von allen landen versehen wurd, die dann vil lieber uf ir eygen herschaften dann uf kgl. Mt. verwiesen sein wolten, als man dann kurzlich in denselben wol den mangel gesehen hat, nemlich in dem vergangen jare, als dann vor erclert ist, das die stende des Richs die treffenlichsten und geschicktisten assessoren selbs ufgnommen und davon ytzunt geredt hetten, wie die durch des Reichs stende versoldet solten werden, so wolt ir kgl. [Mt. den cammerrichter und canzley selbs uf irer]2 Mt. costen underhalten und versolden und darzu alle gefelle, so vom camergericht, desgleichen von fiscalischen hendlen gefallen, komen lassen. Doch wo den stenden beswerlich /491/ sein wolt, soliche assessoren dermaß zu verordnen, ehe dann sein Mt. lyden wolt, das frid und recht nit underhalten wurden, so wolt ir Mt. nichtdestmynder bestellen, das solich chamergericht von irem eygen chamergut, wie vorsteet, underhalten wurd und das sein furgang gewonne.
    [2.] Und nachdem die von Regenspurg im vergangen beyrischen krieg vil schadens gelitten haben, bedunkt ir Mt. zu ergetzlicheit desselben, das solich camergericht noch ein jar da gehalten wurd, zu dem das die acta des chamergerichts noch zu Regenspurg Šund vil costen wurd, wo man die ytzt so ylends wegfuren solt. So sein auch noch vil advocaten und procuratores mit irem wesen zu Regenspurg, die sich auch so bald nit verendern mochten. Aber nach verscheynung des jars, wo alsdann des Reichs stende am besten bedunkt, das solich chamergericht gehalten werd, will es ir Mt. auch gescheen lassen.
    [3.] Item kgl. Mt. bedunkt auch, das vier landmarschalk gesetzt werden, die frid und recht allenthalben im Hl. Reich underhalten und execucion tun, auch die rauberey und heckery3 verhuten.
    [4.] /491’/ Doch so mag kgl. Mt. leiden, das die stende des Reichs auch davon ratslagen und mittel und weg furnemen, wie frid, recht und execucion underhalten werden sollen, desgleichen die heckery verhut. Und was sie also im rat erfinden, das sie solichs ir Mt. berichten. So wolle sein Mt. das ubersehen und darnach, was das best ist, darin furnemen.

    « Nr. 171 Bedenken des Ständeausschusses (Reichskammergericht) »

    [1.] Ablehnung einer zwischen Kg. und Reichsständen geteilten Finanzierung des Reichskammergerichts; [2.] Finanzierung durch die Reichsstände (Kammerzieler) und aus Einkünften des Gerichts (fiskalische Strafen, Kanzleigebühren); [3.] Bestellung eines Reichsfiskals mit der Befugnis zur Eintreibung von Ausständen beim Kammerzieler; [4.] Verwaltung der Finanzen durch Kammerrichter, deputierte Assessoren und Reichsfiskal; [5.] Standort des Reichskammergerichts; [6.] Visitation des Reichskammergerichts (Haushaltskontrolle, Entscheidung über die Verlängerung des Kammerzielers, Feststellung von Mißständen und Berichterstattung an Kg. und Reichsstände).

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, nach dem 15. Juni 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 492–493’ (Kop., Überschr.: Der ratschlag des ußschuss, das camergericht betreffen.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 10’-12’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, Überschr. wie A) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 47–48 (Kop., Überschr. wie A) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 19–20’ (Kop., Überschr. wie A) = [D]. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 57–58 (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 20–21’ (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 17–18’ (Kop., Überschr. wie A). München, HStA, KÄA 3136, fol. 163–163’ (Kop., Überschr. wie A). Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 160–160’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Harpprecht , Reichsarchiv II, Nr. CXXXVIII, hier S. 443–445; Ompteda , Geschichte, S. 8f. (nur Pkt. 6).

    [1.] /492/ Erstlich, so ermessen die vom ußschuss, das zu bestendiger, bleiblicher underhaltung des camergerichts uß vil beweglichen ursachen nutz, not und gepurlich Šsey, das chamergericht, nemlich richter, assessor und canzley, als ein versambt wesen von einem wesen underhalten und dieselbig underhaltung nit zerteilt werde.
    [2.] Zum andern, nachdem die kgl. Mt. teglich mit merklichen und swerena, grossen sachen beladen ist, sich auch villicht zu zeiten ausser land tun mocht, das darumb die stende des Reichs sich zu bestendiger underhaltung des gerichts der kgl. Mt. zu undertenigem gefallen bewilligen, das chamergericht, nemlich richter, assessor und canzley, neben obbestimpten gefellen von irem gelt helfen zu underhalten.
    Item, das kgl. Mt. zu angezeigter underhaltung gnediglich volgen lasse die fiscalischen pene und straf, desgleichen der canzly felle, die nit anderst wann laut voriger des Reichs deshalb ufgerichter ordnung2 geben und genomen werden sollen.
    /492’/ Item, das zu den ytzbestimbten fellen uf diesem Reichs tag ein kleyner anschlag zu underhaltung der richter und assessoren in die stende des Reichs gesetzt, davon und auch von den obangezeigten fiscalischen und canzlyfellen richter und assessor, auch canzley versoldet und underhalten werden mogen.
    [3.] Item, das ein redlicher, gelerter und verstendiger fiscal geordent werde, der vleissig sey, die fiscalischen sachen zu erfordern.
    Item, das der fiscal auch macht und bevelhe hab, von ampts wegen die stende, so in reychung des angezeigten anschlags seumig sein wurden, mit zimlichen processen und penen zu reychung irs ufgelegten anschlags zu bringen.
    [4.] Item, das chamerrichter mitsambt zweyen oder dryen assessoren, so darzu sunderlich verordent werden, und dem fiscal alle fell des anschlags, auch der fiscalischen und der canzlyfellen in verwarung nemen und davon zu gepurlichen zeiten dem richter, assessoren, protonotarien und schreibern ir versoldung reychen und geben etc., auch davon, wie hernach steet, rechnung tun.
    [5.] /493/ Item, das das chamergericht an einer gelegnen, pleiblichen malstat im Reich, wie vormals davon angezeigt3, ufrichtig gehalten werde, alles nach laut und inhalt voriger des Reichs deßhalb ufgerichter notturftiger maß, form und ordnung.4
    [6.] Item, das zwen oder dry Kff. und Ff., so dem camergericht am nehsten gesessen sein, ytzo verordent und inen bevolhen werde, zu ußgang des nehsten jars, darin das chamergericht, wie obberurt, gehalten wirdet, sich in die stat desselben chamergerichts personlich fugen oder ire treffenlich rete schicken, daselbst vom camerrichter, den Šzweyen oder dryen assessoren und dem fiscal alles innemens und ußgebens rechnung zu entpfahen, auch zu ermessen und zu bewegen, nachdem und sie die fell des fiscalampts und der canzly finden, ob der berurt anschlag von den stenden lenger zu geben not sey oder ob der gemyndert oder gar abgetan werden soll. Und so der wyter gegeben oder gemyndert werden, das sollen die gemelten Ff. mitsambt dem chamerrichter den stenden des Reichs furter verkunden und das gelt von inen erfordern, auch die seumelichen stende mit gepurlichen processen durch den fiscal von ampts wegen darzu, wie obsteet, zwingen lassen.
    /493’/ Item sollen die gemelten Ff. auch getreues, fleissiges aufsehen haben, das camergericht ufrichtig in seiner ordnung gehalten werde. Und ob beschwerlich mengel oder gebrechen infieln, die notturftig wurden, an kgl. Mt. und stende des Reichs gelangen zu lassen, das sollen sie auch furderlich und ungeseumpt tun.

    « Nr. 172 Verlautbarung Kg. Maximilians zur außenpolitischen Lage »

    [1.] Nachricht über ein bevorstehendes Bündnis zwischen Papst Julius II., Kg. Ludwig von Frankreich und Kg. Ferdinand von Aragon, damit verbundene Absichten des Papstes; [2.] damit verbundene Absichten Kg. Ferdinands von Aragon; [3.] baldige Durchführung des kgl. Romzuges als einziges Gegenmittel; [4.] Notwendigkeit eines raschen Beschlusses des RT; [5.] Möglichkeit zur Verhinderung des Bündnisses des Papstes und Spaniens mit Frankreich; Feindschaft Kg. Ludwigs von Frankreich gegen das Reich aufgrund seiner Absichten bezüglich des Papsttums und der Kaiserkrone.

    Konstanz, 16. Juni 1507 (mitwoch nach Viti); Abschrift durch die Reichsstände am gleichen Tag.
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 13–14 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, Datumverm.) = Textvorlage A. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 59–60 (Kop., Verm. über die Abschrift durch die Reichsstände: Am mitwochen nach Viti Ao. etc. VIIo apud minores fratres in hospite Maguntienensi.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 273–273’ (Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 21–22 (Kop.) = D1. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 22–23 (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 19–20 (Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 165–165’ (Kop.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 910, S. 715f.; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 615–617; Höfler , Reformbewegung, S. 73f.

    [1.] /13/ Unser allergnst. H., der röm. Kg., hat ware kuntschaft, das der babst, der Kg. von Frankreich und Aragonia sich miteinander verpinden wellen. Und wil der babst nit ansehen, das der röm. Kg. mit hilf und zutun des Reichs stend und der Eydgenosschaft in ytzt erledigt hat, damit er in seinem leben, also zu achten, des babstumbs nit entsetzt ist oder wirdet, als meniglich sieht. Und wil abermals vier Franzosen, nemlich zwen auß Frankreich und zwen auß Aragonia von den meisten in denselben Kgrr., so der ŠTeutzschen veinde sein, zu cardinelen machen, damit sie nach seinem tod das babstumb und die ksl. kron verkaufen.
    [2.] Und der Kg. von Aragonia allain zu seinem tail von wegen der rach gegen den Ff. und landschaften, so auf Kg. Philipsen partei, loblicher gedechtnus, wider yn gewesen sein, und nemlich auch, ob er bey seinem franzosischen weib [Germaine de Foix] /13’/ kinder gewunne, das er dann desselben Kg. Philipsen kinder auß yrem erbteil auch vertreiben wolt.
    Nu waist der Kg. von Aragonia wol, das er solchs swerlich erlangen wirdet on groß blutvergissen, wie dann zu andern zeiten von seinem und seiner vordern gemahel vatern [Kg. Johann II. von Aragón und Kg. Johann II. von Kastilien und León] bescheen ist, die lange zeit miteinander kriegt haben, darunder vil tausent man erslagen und verdorben sein.
    So mag auch der babst wol bedenken, das er wider sein seel und ere tut mit dem, das er ytzt erret ist, das er dagegen dem röm. Kg. und teutzscher nacion die ubeltat beweyset, nemlich das er sovil franzosischer cardinal machen und den gemelten pund helfen wil zu volstrecken, domit das babstumb und kaisertumb nach seinem tod in der Franzosen hand kame.
    [3.] Solchs mag nu mit keiner andern sachen gewendet werden dann mit einem eilenden anzug, der leidenlicha bescheen mag, angesehen /14/ das der röm. Kg. auf heutigen tag berait hat die Eidgenosschaft mit irem folk, auch etwa vil tausent geraisiger pferd und sovil tausent landßknecht.
    [4.] Und ligt allein an ordnung und schicklickait, das des Reichs stende die kgl. Mt. mit dem beslus furdern und das darauf die kgl. Mt. und dieselben stende dem babst und Kg. von Aragonia vertrostung machten der kgl. Mt. zukunft in fusstaffphen [!], angesehen, das babst und Aragonia an dem röm. Kg. verzweifeln, nachdem des Reichs tag so langsam vonstat geet.
    [5.] So versehe sich die kgl. Mt., den babst und Kg. von Aragonia zu bewegen, das sie solchen pund nit machen mit dem Kg. von Frankreich, der auf disen tag von des babstumbs und der ksl. cron wegen der teutzschen nacion naturlicher feind ist und ewiglich sein wirdet.

    « Nr. 173  Kg. Ludwig XII. von Frankreich an die Kff.  »

    [1.] Schreiben Kg. Maximilians vom 21. Mai, Beschwerde über die Gefangensetzung des frz. Gesandten Gian Antonio de Crivelli; [2.] Rechtfertigung der frz. Instruktion; [3.] Bitte um Verwendung für die Freilassung Crivellis; [4.] Treffpunkt für die Gesandten der Reichsstände zu Kg. Ludwig.

    Mailand, 29. Mai 1507; Vortrag bzw. Vorlage an die in Konstanz versammelten Reichsstände vor dem 20. Juni.1 
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 462–463 (lat. Or., Unterz.: Loys, Gegenz.: [Florimond] Robertet. Adresse: Reverendissimis atque illustrissimis principibus Sacri Romani Imperii electoribus, consanguineis nostris charissimis et amicis precipuis.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 30–30’ (Kop., Überschr.: Kg. von Frankreich beclagt sich gegen den Kff., wie kgl. Mt. sein ambasatorn gefangen.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 276–277 (lat. Kop., Überschr.: Uf donnerstag octava die corporis Christi [10.6.] ist unserm gn. H., Ebf. zu Trier und Kf., in der stat zu Zurich in beysyn des Hl. Reichs reten durch des Kg. von Frankreichs boten eyn brief, an die Kff. sprechende, uberantwort2, des copey hernach volgt.) = C.

    [1.] /462/ Ludovicus Dei gracia Francorum rex, dux Mediolani et Janue dominus. Reverendissimi et illustrissimi principes charissimi consanguinei et amici precipui. Fuere nobis allate littere nostri carissimi et dilectissimi fratris regis Romanorum [Nr. 155]. Et antea intellexeramus, nostrum dilectum et fidelem consiliarium et elemosinarium fratrem Joannem Anthonium Cribellum, quem ad ipsum et ad vos miseramus, comprehensum et bonis exutum detentumque in custodia et iniuriose tractatum fuisse. Que res visa nobis est indecora multum et indigna, quippe qui consideramus in oratore nostro tam inhumaniter habito violatum esse ius gentium, quo legati et internuntii tuti semper et omni procul iniuria sine ullo aut incomodo corporum aut detrimento rerum debent esse. Nec ulla posse post memoriam hominum exempla proferri, lese unquam ob aliquam causam qualiscumque esse potuisset in nostro regno vel alibi ex nostra voluntate legationis alicuius et iniurie cuiquam oratori taliter irrogate.
    [2.] Nec vero satis probabilem causam iudicamus ad id faciendum fuisse, quod rex Romanorum imputat eidem consiliario et elemosinario aliqua verba prolata in scandalum, dedecus et contemptum sui et Sacri Imperii, cum nos illud non solum non facere, sed nea suspicari quidem aut cogitareb vellemus, quoniam semper habuimus et habemus precipuam rationem Sacri Imperii dignitatis et honoris, tum quo nostri antecessores et nos fuimus semperc summa et amicicia et confederatione coniuncti. Nam ex verbis nostre instructionis [Nr. 154] dicto consiliario et elemosinario commisse diligenter expensis /462’/ atque intellectis nihil penitus deprehendetur, quod ad decus exaltationemque Sacri Imperii possit argui non spectare.
    [3.] Quare vos rogamus, ut velitis eundem consiliarium ac elemosinarium cum suis bonis omnibus liberandum curare, quando nulla ratio aut causa subest, quamobrem hec molestia et damnum in eum debeant redundare, presertim cum mandata, que ipsi dedimus regi Romanorum et vobis alleganda et exponenda. Quod scire vos arbitramur, hoc precipue continerent, ut vos admonerent vetustissime amicicie societatis et confederationis, que imperatoribus, regibus Romanorum, principibus ac electoribus Imperii cum cristianissimis Francorum regibus intercessit, usque in hoc tempus ex parte nostra diligentissime servata semper et custodita.
    Š[4.] Ceterum rex Romanorum ad nos scripsit, ut nobis respondeat super rebus ab elemosinario nostro sibi pariter et vobis expositis esse vobis in animo mittere ad nos legatos et oratores, ac requisivit ex nobis, ut locum significaremus, in quo possimus ab illis reperiri. Quocirca notum facimus vobis, nostrum carissimum et dilectissimum bonum fratrem regem Aragonie iampridem rogasse nos et requivissed, ut ante nostram in regnum reversionem velimus congredi et convenire comunicaturi nonnullas res ad bonum publicum et comune universe cristianitatis pertinentes, atque ob eam causam decrevisse, conferre se intra paucos dies ad nostram civitatem Saonam. Et idcirco nos, qui prestare id cupimus, quod et honorem Deo et ecclesie utilitatem et quietem reipublice /463/ cristiane possit afferre, polliciti sumus et convenimuse nos adituros dictam civitatem, cumprimum intellexerimus eius profectionem ex Neapoli civitate illuc venturi. Quo facto in Hastamf civitatem nostram iter ingrediemur, ubi sumusg non diu commoraturi. Veruntamen si hoc medio tempore vultis ad nos mittere oratores in eandem Hastamh civitatem, quos miseritis, eos humaniter accipiemus et iucundissime videbimus et audiemus. Qui, si non venerint eo tempore, quo illic morabimur, et venire ad nos usque in regnum nostrum volent, pro certo habeant, nos in omni loco et tempore hoc idem esse facturos. Reverendissimi et illustrissimi principes carissimi consanguinei et amici precipui, bene valete. Datum in arce civitatis nostre Mediolani, die XXIXna mensis Maii.

    « Nr. 174 Bedenken des Ständeausschusses (Romzughilfe) »

    [1.] Romzughilfe der Reichsstände in Höhe von 18 000 Mann; [2.] Punkte zur Beratung durch Deputierte der Stände und Kg. Maximilians: Sammlungtermin und Treffpunkt der Reichskontingente, Route des Heerzuges; Verpflichtung abwesender Reichsstände auf den Reichshilfebeschluß; Bestellung der Truppenführer; Regelung bezüglich Beute und Gefangener; Regelung bezüglich etwaiger Eroberungen; Höhe des Truppensolds; Eide des militärischen Führungspersonals; Bestellung eines Hauptmanns für die Fußknechte; Ausstellung von Reversbriefen durch Kg. und Reichsstände; [3.] Bitte an den Kg. um effektive Verwendung der Reichshilfe; [4.] Gesandtschaft von Kg. und Reichsständen zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 20. Juni 15071 oder kurz davor.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 484–485’ (Kop., Überschr.: Bewegung des ausschuss uf verbesserung der versamlung, der kgl. Mt. uf die furgeslagen hilf furzuhalten.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 14’-16’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, Überschr. wie A) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 42’-43’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 61–63 (Kop., Überschr. wie A, Verm.: Am sontag Šnach Viti Ao. etc. VIIo in meines gnst. H. von Menz herberig zu den Parfussern in Costenz.) = D. Augsburg, StdA, Lit. 1505–1507, Fasz. [18] Schwäbischer Bund (Jan.-Dez.), unfol. (Kop., Überschr. wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 23–25 (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop.). Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 27–28 (Kop., Überschr. wie A).

    [1.] /484/ Erstlich, wiewol Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs kgl. Mt. ganz willig und gneigt sein, irs vermogens zu dem furgnommen romzug getreu hilf und beystand zu tun, auch daruf eins anschlags under die stende zu setzen etlichermaß bewegung getan2, so finden sie doch in ermessung gelegenheit der lande und leut, das wiewol vil leut im Reich sein, so ist doch der merer teil mit armut und unvermoglicheit hochlich belestiget, deshalben die stende der kgl. Mt. mit also grosser summa, als begert ist [Nr. 152, Pkt. 2] , zu willfarn nit treglich oder moglich vermerken. Sind aber nichts destermynder kgl. Mt. als die gehorsamen nach gemeyner stende gelegenheit, wie obsteet, willig und urbutig, zu underteniger willfarung kgl. Mt. XVIIIM man, darunder IIIIM zu roß und XIIIIM zu fuß sein sollen, zu dem furgnommen romzug zu underhalten, unangesehen das danocht inen solichs uß vil ursachen, zum teil obgemelt, vast beswerlich ist.
    [2.] Daruf so sind die stende des Reichs willig, etlich uß inen zu verorden, mit denjenen, so kgl. Mt. darzu auch ordent und gibt, von den hernachgeschriben artikeln, zu dem furgenommen zug notturftig, zu handeln und zu ratslagen:
    /484’/ Erstlich von der zeit des anzugs, auch der malstat des zusamenkomens und von dem weg des hininziehens.
    Item wie mit den, so nit alhie erschienen sind, zu handeln sey, damit sie ir angeschlagen hilf auch leysten und tun.
    Item zu reden von einem veldhauptmann und den reten, so ime zugeordent werden sollen, inmaß kgl. Mt. begert hat [Nr. 152, Pkt. 1] .
    Item bedeucht den ußschuß, das die rete, so dem hauptmann zugeordent werden sollen, durch kgl. Mt. und den veldhauptman uß dem volk, so es zusamenkompta, gewelet und genomen wird von den geschicktisten und verstendigisten personen desselben volks.
    Item wer und wovon der hauptmann versoldet und underhalten werden soll.
    Item wie es mit brantschatzung, schatzung, composition3 und gefangen gehalten werden soll.
    Item, so Got wollt, das man ichts erobern wurd, das vormals zu dem Reych gehort hett, oder sunst sloß, lande, leute, stette oder dergleichen gewynnen oder sich ymands an das Reich ergeben oder sich demselben zinßbar oder tributari machen wurd, bedeucht die stende, das solichs pillich dem Reich zusteen und pleiben solt.
    Š/485/ Item sollen einem reysigen den monat X rh.fl. uf ein pferd fur sold, cost und schaden und einem fußknecht vier rh.fl. den monat gegeben werden.
    Nota, zu gedenken, einen eyd zu stellen, den der obrist veldhauptman tun soll.
    Item dergleich einen eyd zu stellen, so die dinstleute, so geschickt werden, dem obersten veldhauptmann tun sollen.
    Deßgleichen, was die rete dem obersten veldhauptmann schweren sollen.
    Nota, zu gedenken, den fußknechten auch einen gemeynen hauptmann zuzuordnen, der doch uf den obersten veldhauptmann auch ufsehens hab und ime gehorsam sein soll.
    Item, so kgl. Mt., Kff., Ff. und stende diss zugs und artikels eynig werden, so sollen des und anders halben notturftig brief zwischen inen ufgericht und hin und wider ubergeben werden.
    [3.] Item kgl. Mt. undertenig zu bitten, diese hilf dermaß anzuwenden, das sie dem Reich zu nutz und frucht ersprieß und die stende solicher hilf hinfur vertragen pleiben, wenn es nit allzeit in irem vermogen sein wird.
    [4.] /485’/ Item, nachdem kgl. Mt. verschiener tag dem Kg. von Frankreich under andern hat tun schreiben [Nr. 155], das sein Mt. mitsampt Kff. und stenden des Reichs ein potschaft zu ime schicken wollen, und daruf begert, die kgl. Mt. wissen zu lassen, wo dieselb botschaft den Kg. antreffen sollen, und daruf der Kg. kgl. Mt., auch den Kff. [Nr. 173] wider geschrieben und angezeigt, wo und an welichem ort inen die potschaft finden soll etc., so bewegen die vom ußschuß fur gut, das by kgl. Mt. erkundet werd, ob und wann man die schickung tun wolle und das die rete, so kgl. Mt. und die stende des Reichs des romzugs halben zusamenorden werden, von einer instruction, wes die botschaft mit dem Kg. von Frankreich reden und handeln sollen, ratschlagen und reden.
    Item bedunkt den ußschuß nutz und gut, das soliche schickung also zeitlich geschee, das die zeitlich vor dem anzug des romzugs mit antwort wider herußkomen mogb.

    « Nr. 175 Stellungnahme Kursachsens zum Bedenken des Ausschusses »

    [1.] Romzughilfe der Reichsstände in Höhe von 18 000 Mann; [2.] Punkte zur Beratung durch Deputierte der Stände und Kg. Maximilians: [2.1.] Verpflichtung abwesender Stände auf den Reichshilfebeschluß, [2.2.] Bestellung der Truppenführer; [2.3.] Unterhalt des Feldhauptmanns, [2.4.] Regelung bezüglich Beute und Gefangenen, [2.5.] Regelung bezüglich etwaiger Eroberungen, [2.6.] Höhe des Truppensolds, [2.7.] Eide des militärischen Führungspersonals, Bestellung eines Hauptmanns für die Fußknechte, Ausstellung von Reversbriefen durch Kg. und Reichsstände; [3.] Bitte an den Kg. um effektive Verwendung der Reichshilfe; [4.] Gesandtschaft von Kg. und Reichsständen zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, um den 20. Juni 1507.
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 17 (Konz.) = Textvorlage A.

    [1.] /17/ Auf das prohoemium, die aufrur hin und wider im Reich [Nr. 174, Pkt. 1] . Die meinung der hulf, die van reichsstenden getan, were auch swer, sich fur und fur in ein stete hulf zu begeben.
    Item zu Wurms wer verschreibung daruber geben, das die hulf, zur selben zeit bewilligt, hinfur nymands gein nachteil fugen solt etc.1 
    [2.] Der erst artikel [Nr. 174, Pkt. 2] : Ist vannoten, mit kgl. Mt. zu slyessen. Doch so leßt ime mein gnst. H. gefallen, das man davan rede ader etlich verorden, davan zu handeln.
    [2.1.] Auf den andern artikel2: Bedunkt mein gnst. H., das der Kg. und die stende ernstlich denselben schriben.
    [2.2.] Des dritten und vierden artikels3 meynung beruhet meins gnst. H. bedenkens darauf, das des haubtmans und der rete halben alhie beslossen wurd.
    [2.3.] Von dem funften artikel4 ist zu reden, dann meins gnst. [Herrn] bedenkens solle er van dem gelde dieses anslags unterhalten werden.
    [2.4.] Des sechsten artikel5 ist sich zu vereynigen und mit dem Kg. davan zu reden.
    [2.5.] Der siebt artikel6 gefellt meim gnst. H.
    [2.6.] Der acht7 gefelt sein Gn. wol. Allein wolt sein Gn. gern davan horen reden, wie sein Gn. und andere, den diese sach weyt gelegen, die leute darumb bekummen mogen.
    [2.7.] Art. 9–128 gefallen.
    [3.] Art. 13 [Nr. 174, Pkt. 3] gefällt.
    [4.] Auf den XIIII. artikel [Nr. 174, Pkt. 4]  bedunkt mein gnst. H. gut, das der allein auf den romzug gestelt und angewendt werde.

    « ŠNr. 176  Anfrage der Reichsstände an Kg. Maximilian (Romzughilfe, Frankreich, Reichskammergericht, Münzwesen) »

    [1.] Romzughilfe: Beginn des Unternehmens, Treffpunkt der Reichskontingente, Zweck der Hilfe, Unterhalt des Feldhauptmanns und der Kriegsräte; [2.] Gesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Wiedereröffnung des Reichskammergerichts, Regelung der Exekution, Regelung des Münzwesens; [4.] Bitte um Mitteilung weiterer Anliegen Kg. Maximilians.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, nach dem 20. Juni 1507.1
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 18 (Kop., Überschr.: Der stend frag etc.) = Textvorlage A.

    [1.] /18/ Zum ersten, welcher zeit der zug angeen sol.
    Item die malstat des zusamenkomens des folks zu wissen.
    Item gegen wem und an welche ort kgl. Mt. die hilf gebrauchen welle.
    Item, nachdem kgl. Mt. sollen heubtmann und rete zugeordent werden, ob sein Mt. mit rat derselben oder allein fur sich selbs handeln welle. a Item durch wen und wovon die underhalten werden sollen-a.
    [2.] Item, nachdem kgl. Mt. dem Kg. von Frankreich ein botschaft zu schicken hat tun schreiben [Nr. 155], das sich kgl. Mt. im selben auch entslis, wes meynung und wie man mit demselben handeln solle.
    [3.] Item das camergericht, auch execucion entlich ufgericht, auch der monz und golden wage halber einsehen getan werde.
    [4.] Item was kgl. Mt. mher willens hett, in disem tun oder sachen furzunemen, das sich sein Mt. des auch entlich vernemen lasse, domit die stende darauf sich auch entlich, was inen tunlich sey, entslissen und seinen Gn. entlich antwort gebe und die sachen deß Reichs tag on lenger ufhalten erledigt werden mogen.

    « Nr. 177 Auszug aus einer Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Reichskammergericht) 1  »

    [1.] Tagungsort, Kammerrichter, Aufgabenbereich des Reichsfiskals, Abführung von Überschüssen der Kammergerichtsverwaltung an die kgl. Kammer, Visitation des Kammergerichts, Geltungsdauer der Kammergerichtsordnung; [2.] Beratung über den Kammerzieler; [3.] Exekution der kammergerichtlichen Urteile.

    Konstanz, 23. Juni 1507 (vigilia Johannis baptistae).
    Š Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 26 (Kop. mit Randvermm., die ständische Stellungnahmen zu einzelnen Punkten wiedergeben, Datumverm.) = Textvorlage A.

    [1.] /26/ a Erstlich das camergericht betreffend, ordent röm. kgl. Mt. ditz jar gein Regenßpurg und den Bf. zu Passau zu camerrichter.
    Uber ein jar gein Wormbs2, sol der Bf. von Straßberg camerrichter sein-a.
    b Röm. kgl. Mt. wil dem vischkal ordenung geben, wes er sich halten sol-b.
    c Was canzley und vischkalampt ertragen werden uber unterhaltung des camergerichts, begert kgl. Mt. in ir kgl. camer zu antworten-c.
    d Dreu Ff. sollen von den Kff. und Ff. verordent werden, die dem camergericht am nest gesessen, rechnung und ordnung des gerichts zu enthalten-d.
    e Item das camergericht sol auf ewig aufgericht werden-e.
    [2.] Item der anslag der hilf sol morgen in weiter bedenken genomen werden.
    [3.] Die execucion des camergerichts sol statlich volfurt werden.

    « Nr. 178 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Romzughilfe) »

    [1.] Bereitschaft der Reichsstände zur Leistung einer Romzughilfe, eigener Bedarf an Truppen zur Abwehr äußerer Feinde; [2.] Belastung der Stände durch die Reichshilfe gegen Ungarn, den Landshuter Erbfolgekrieg und den Schweizerkrieg; [3.] Vorschlag zu Beratungen zwischen kgl. Räten und einem Ständeausschuß über Einzelheiten des Romzugs, Bereitschaft zur Bewilligung von 2000 Reitern und 8000 Fußsoldaten für sechs Monate; [4.] offizielle Deklarierung des Anschlags auf 18 000 Mann zur Täuschung der Feinde. – [5.] Artikel zur Beratung durch kgl. Räte und Ständeausschuß: [5.1.] Zweckbindung der Hilfe für den Romzug; [5.2.] Beginn des Unternehmens, Treffpunkt der Reichskontingente, Marschroute; [5.3.] Regelung des Proviantwesens; [5.4.] Bestellung eines Feldhauptmanns und von Kriegsräten; [5.5.] Regelung bezüglich Beute und Gefangenen; [5.6.] Regelung bezüglich etwaiger Eroberungen; [5.7.] Truppensold; [5.8.] Eide des Feldhauptmanns, der Truppen und der Kriegsräte; [5.9.] Bestellung eines Hauptmanns für die Fußknechte; [5.10.] Regelung der Truppendisziplin; [5.11.] gegebenenfalls Beratung über weitere Punkte; [5.12.] Austausch von Reversbriefen zwischen Kg. und Ständen nach Einigung über die Verhandlungspunkte; [5.13.] Verpflichtung abwesender Stände auf die Reichshilfe; [5.14.] Bitte an den Kg. um eine effiziente Verwendung der Reichshilfe.

    Š s.l., s.d., jedoch in Konstanz am 2. Juli 1507 an Kg. Maximilian übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 486–487, 488–489 (Kop., Überschr.: Erst antwort des Reichs stende uf der kgl. Mt. begerte hilf zu dem furgenomen romzug.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 44–45’ (Kop., Überschr. entsprechend A) = B.

    [1.] /486/ Erstlich, wiewol Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs kgl. Mt. ganz willig und geneigt sein, irs vermogens zu dem furgenomen romzug getreu hilf und beystand zu tun, auch daruf eins anslags, unter die stende zu setzen, etlichermaß bewegung getan, so finden sie doch in ermessung gelegenheit der lande und leute, das etwevil und treffenlich stende des Reichs mit sweren anstossern eins teils von frembden gewelten und nacion belestigt sein, gegen denen sie teglich in wagnus, faren und sorgen sitzen mussen, darumb dan vast swere sein wolt, sich an folk hohlich zu entblossen.
    [2.] Darzu, so setzen die stende in keinen zweifel, kgl. Mt. trage gut wissens, wie ir ytzo kurzlich nit geringe hilf von etlichen stenden gein Hungern gescheen sey, die dann nach endung des kriegs zu Hungern auch hett sollen zu dem romzug gebraucht werden, wie dann das der abschied zu Collen ußweise.2 So ist auch kurzlich ein swerer krieg im Reich teutscher nacion zwuschen den Ff. von Beyern gestanden, darina der merteil des Reichs verwandt gewest, auch etwevil, so dem krieg oder parteien nit sunderlich verwandt, dannoch kgl. Mt. uf ir begern darin hilf getan haben. So sind kurzlich vor dem beyrischen krieg der merer teil der stende mit einem sweren krieg gegen den Eydgenossen beladen gewest. Das alles kurzlich nacheinander gevolgt und die stende des Reichs (als wol zu achten ist) nit klein beswert hat, als, sie /486’/ nit zweifeln, kgl. Mt. wol zu bedenken wisse. Darumb und aus andern beweglichen ehaften und ursachen, so vermerken die stende des Reichs, das dieser zeit nach gelegenheit der stende nit moglich oder treglich sein will, kgl. Mt. mit also grosser summe, als begert ist [Nr. 152, Pkt. 2] , zu willfaren.
    [3.] Nachdem aber die stende dannoch die merklich notdurft und obligend beswerung kgl. Mt. und des Reichs des romzugs halber vernemen, sie auch deßhalb gern irs vermogens, wie obangezeigt, kgl. Mt. zu undertenigem willen sein wolten, so bedunkt sie anfenglich gut, von den nachfolgenden artikeln, zu solichem zug irs achtens nutzlich und notdurftig, zu handeln. Bitten daruf kgl. Mt. underteniglich, sie wolle von iren treffenlichen reten darzu ordnen; dergleichen wollen die stende des Reichs auß inen auch tun, von solichen artikeln notdurftiglich und endlich zu reden und zu handeln. So dann die entlich abgeredt, erledigt und beslossen sein, so wollen die stende des Reichs irem obangezeigten erpieten nach und kgl. Mt. zu undertenigem gehorsam und gefallen ir Mt. mit einer zimlichen hilf zu angezeigtem romzug nit verlassen, sunder derselben nach irer gelegenheit, wie obstet, hilf tun und ir XM mann, darunder zweytausent zu roß und achttausent zu fuß sein sollen, sechs monat lang zu vollnfurung des angezeigten romzugs underhalten, wiewol es inen dannoch uß vil ursachen, zum teil obgemelt, vast beswerlich ist.
    Š[4.] /487/ Die stende haben auch daruf einen anslag ins Reich teutscher nacion tun machen und ansetzen, der sich ungeverlich uf XIIM und III½C mann streckt und leuft, damit die zale der zehentausent dester gewisser und volliglicher erreychet werde, und doch den gemelten anslag unter der gemein namen geben und ußgeen lassen, als ob derselbig uf XVIIIM mann gestelt und gemacht sey [Nr. 270], zu einem gemeinen geschrey und namen des anslags, in meynung, die summe der zehntausent, auch die zeit der underhaltung solichs anslags sovil moglich in geheim zu halten, damit solichs bey den widerwertigen nit offenbar werde etc.
    [5.] /488/ [Beilage:] Artikel, zum romzug notturftig, kgl. Mt. anzuzeigen zu beratslagen:
    [5.1.] Erstlich, das die hilf, so die stende des Reichs kgl. Mt. uf ire bescheen begern zum romzug tun werden, zu dem romzug, wie der yetzo alhie furgenomen und beslossen wirdet, und sunst nirgent anderßwohin gepraucht werden soll.
    [5.2.] Item von der zeit des anzugs, auch der malstat des zusamenkomens und von dem wege des hininziehens.
    [5.3.] Item ordnung zu machen, proviand zu uberkomen und nachzubringen.
    [5.4.] Item zu reden von einem feldhauptman und den reten, so ime zugeordent werden sollen, inmassen kgl. Mt. begert hat.
    Item durch wenb und wovon der hauptman versoldet und underhalten werden soll.
    [5.5.] Item, wie es mit brandschatzung, schatzung, composicion und gefangen gehalten werden soll.
    [5.6.] Item, so Gott wolte, das man ichts erobern wurde, das vormals zum Reich gehort hett, oder sunst sloß, lande, leute, stette oder dergleichen gewynnen /488’/ oder sich yemands an das Reich ergeben oder sich demselben zinßbar oder tributari machen wurde, bedeucht die stende, das solichs pillich dem Reich zusteen und pleiben solt. Auch ist zu ratslagen, wer deßhalb von kgl. Mt. und des Reichs wegen macht und bevelh haben soll.3
    [5.7.] Item sollen einem reysigen den monat zehn rh.fl. uf ein pferd fur sold, kost und schaden und einem fußknecht vier rh.fl. den monat gegeben werden.
    [5.8.] Nota, zu gedenken, einen eyd zu stellen, den der obrist feldhauptman tun soll.
    Item dergleichen einen eyd zu stellen, so die dinstleute, so geschickt werden, dem obristen fe[l]dhauptman tun sollen.
    Deßgleichen, was die zugeordenten rete der kgl. Mt. und dem Reich sweren sollen.
    [5.9.] Nota, zu gedenken, den fußknechten auch einen gemeinen hauptman zuzuordnen, der doch uf den obristen feldhauptman auch ufsehens haben und ime gehorsam sein soll.
    [5.10.] /489/ Item zu gedenken, wie ordnung, gehorsam und glaub strenglich gehalten werden.
    Š[5.11.] Item deßgleichen von andern mere artikeln, so zur sachen dinstlich, nutz oder not sein und zufallen mogen, zu ratslagen und zu handlen.
    [5.12.] c Item, so kgl. Mt., Kff., Ff. und stende diss zugs und artikel eynig werden, so sollen des und anders halben notdurftig briefe zwischen inen ufgericht und hin und wider ubergeben werden-c.
    [5.13.] Item, wie mit denen, so nit hie erschienen sind, zu handeln sey, damit sie ir angeslagen hilf auch leysten und tun.
    [5.14.] Item kgl. Mt. undertenig zu bitten, diese hilf dermaß anzuwenden, das sie dem Reich zu nutz und frucht erspriesse und die stende solicher hilf hinfur vertragen pleiben, wann es nit allzeit in irem vermogen sein wurde.

    « Nr. 179 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe) »

    [1.] Höhe der Romzughilfe gemäß dem Angebot der Reichsstände unzureichend für die Durchführung des Romzuges und die Rückgewinnung des Reichsgutes in Italien; [2.] Bitte um eine höhere Bewilligung, Beitrag Österreichs; [3.] Verwendung der Eroberungen und der Beute zum Nutzen des Reiches; [4.] Bitte um eine rasche Antwort.

    In Konstanz am 2. Juli 1507 an die Reichsstände übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 494–495 (Kop., Überschr.: Röm. kgl. Mt. anzaigen und begern an die stende des Reichs auf ir antwort [Nr. 178], heut freytags visitacionis Marie [2.7.] irer kgl. Mt. gegeben.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 28–29 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr.: Röm. kgl. Mt. anzeigen und begern an die stend des Reichs, auf ir antwurt, heut, freitags, yrer kgl. Mt. gegeben.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 49–49’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 65–66 (Kop., Überschr. wie B) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 223–224 (Kop., Überschr. wie B, Datumverm.: An sambstag nach Petri et Pauli [3.7.]) = E. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 23–24 (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 24–25 (Kop., Überschr. wie B). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 21–22 (Kop., Überschr. wie B). München, HStA, Hst. Freising, K.blau 204/6, fol. 35–36 (Kop., Datumverm.: Actum sambstags nach visitacionis [3.7.] Ao. 1507). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 331–332 (Kop., Überschr. wie B).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 914/I, S. 719f.

    [1.] /494/ Wiewol die hilf, so die stende des Reichs röm. kgl. Mt. angezaigt und eroffnet haben [Nr. 178, Pkt. 3] , etwas namhaft, so ist doch dieselb nit gnugsam, den widerwartigen, so die kgl. Mt. an irer Mt. romzug zu irrn und zu verhindern understeen mochten, widerstand und gegenwer zu beweisen, auch Ytalien, so dem Hl. Reich zuegehorig und doch bisher ungehorsam gewesen ist, widerumb zu des Reichs gehorsam zu pringen.
    ŠDieweil nu ietzo die recht und gelegnist zeit vor augen ist, darin das Hl. Reich widerumb zu aufnemen gepracht und, was bisher darvon gelassen und entzogen war, wider darzupracht werden mag, so ist in allweg not, nutz und guet, das die hilf tapfer und reichlich furgenomen. Dann wo das nit beschiecht, so mochte nit alain der romzug nit stattlich volzogen, sonder auch dem Reich dasjen, so darzugehort und sich doch bisher mit gehorsam und diensten nit erkennt hat, nit widerpracht noch behalten werden.
    [2.] Demnach ist nochmals kgl. Mt. ernstlich begern mit vleiss ermanend, die stende des Reichs /494’/ wellen solhs also betrachten und zu herzen nemen und in ansehung desselben ain tapfere, namhaft suma volks zu ross und fuess anslagen, die sich mitsambt der hilf des haus Osterreich bis in dreyssigtausent man zu ross und fuess laufe, darunder nemlich bis in sechstausent phard sein mugen, und das man dieselb anzal volks gehaben, halten und geprauchen mug, solang die notturft ervordert.
    Zusambt dem verhofft die kgl. Mt., in kurz noch acht- oder zehentausent man zu halten.
    Und durch solhe hilf nit alain den romzug eerlich und loblich, wie sich gepurt, zu tun, sonder auch vil, so dem Reich zuegehorig und bisher widerwartig und ungehorsam gewesen sein, zu gehorsam zu pringen und darbey zu behalten.
    [3.] Solhen romzug wil auch die kgl. Mt. nach rat der stende zu volpringen understeen, darin allen vleiss und ernst geprauchen und, ob an land und leuten, dem Reich zuegehorig, auch an gelt und guet icht erobert und gewunnen wurd, nach irem rat und hilf behalten und underhalten, damit das Hl. Reich widerumb zu aufnemen und fruchten kumen mug.
    [4.] /495/ Hierauf versiecht sich die kgl. Mt., die stende des Reichs werden sich in bedacht obberurter ursachen tapferer angreifen und irer kgl. Mt. und in [=ihnen] allen, auch dem Hl. Reich zu eern, aufnemen und guetem freuntlich, guetwillig und gehorsam beweisen und irer kgl. Mt. ir furderlich unabgeslagen antwort geben, nachdem die sach nit weiter pitt erleiden mag, das auch ir kgl. Mt. ernstlich an sy begert. Das sol und will ir kgl. Mt. zusambt dem, das ir kgl. Mt. an leib und guet auch reichlich und ungespart darstrecken wirdet, in gnaden und freundschaft gegen in allen und jedem insonderheit erkennen.

    « Nr. 180 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Reichskammergericht) mit dessen Stellungnahme dazu 1  »

    [1.] Verwendung der fiskalischen und Kanzleigefälle zur Finanzierung des Reichskammergerichts; [2.] Benennung von Kandidaten für das Amt des Reichsfiskals; [3.] Regelung der Aufgaben und Befugnisse des Reichsfiskals; keine Eingriffe des Reichsoberhaupts in Fiskalprozesse; Ersetzung des Reichsfiskals; [4.] Standort des ŠReichskammergerichts; [5.] Benennung der ständischen Visitatoren; [6.] Aufgaben der Visitatoren; [7.] Präsentation der Assessoren und deren Qualifikationskriterien, Ersetzung ausgeschiedener Assessoren; [8.] Exekution der kammergerichtlichen Urteile, Befugnis zur Verhängung der Reichsacht, Bannung hartnäckiger Ächter; [9.] Bitte an Kg. Maximilian um weitere Vorschläge zu einer wirksameren Exekution von Gerichtsurteilen; [10.] Ersetzung des geistlichen Kammerrichters durch einen weltlichen mit der Befugnis zur Verhängung der Reichsacht; [11.] Bestätigung der seit 1495 verabschiedeten Kammergerichtsordnungen; [12.] Geltungsdauer der Kammergerichtsordnung.

    Konstanz, 3. Juli 1507 (sambstag nach sanctorum Petri und Pauli).
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 553–558’ (Kop., Überschr.: Beratslagung der versamlung des Reichs stende uf kgl. Mt. ubergeben artikel [Nr. 177], das chamergericht betreffen.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 35–41’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen; Überschr. wie A, Datumverm.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 95–99 (Kop., Überschr. wie A) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 27’-33’ (Kop., Überschr. wie A) = [D]. München, HStA, KÄA 3136, fol. 215–220’, 222’ (Kop., Überschr. wie A) = [E]. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 69–74 (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 28’-34’ (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 25’-31’ (Kop., Überschr. wie A). München, HStA, Hst. Freising, K.blau 204/6, fol. 40–46’ (Kop.). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 336–343’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Harpprecht , Reichsarchiv II, Nr. CXXXVIII, hier S. 445–452; Ompteda , Geschichte, S. 9f. (nur Pkt. 5f.).

    [1.] /553/ Erstlich, als kgl. Mt. im dritten ubergeben artikel tut melden, das ir die ubermass etc. von fiscalischen und canzlyfellen solt volgen etc.2, ermessen die stende, das die fell von fiscalischen sachen und der canzley ungewiß sein und nit yedes jars gleich gefallen, das auch dieselben fell nit so hoch, als zu besorgen steet, laufen oder sich strecken, das chamerrichter, beisitzer und canzley davon underhalten werden mochten. Derhalben sich die stende in iren ubergeben artikeln erpoten, wo die angezeigten fell nit so weit, das das camergericht davon underhalten werden mocht, reychten, das sie solichs durch einen gemeynen anschlag im Reich erfullen und erstatten wolten.3 Darumb und so in des camergerichts sachen und ußrichtung vil fell und sachen zufallen mogen, darin man teglicher verlegung notturftig sein wird, so bitten die stende kgl. Mt. underteniglich, ob ein ubermaß von obangezeigten fellen sein wurd, des man sich doch uß oberzelten ursachen nit versihet, das ir Mt. solichs zu gemeyner ußrichtung und verlegung des chamergerichts sachen gnediglich volgen und gedeyen lassen wolle.

    Placet, doch uber das alles die ubermass kgl. Mt. vorbehalten. Dann es mocht ein fall kommen, der zehen- oder funfzehntausent fl. oder mer ertragen mocht, davon soll irer Mt. die ubermaß pillich vervolgen.

    Š[2.] /553’/ Item uf den funften artikel, benennung des fiscals, auch ordnung desselben betreffen4, weren anfenglich nach bedunken der stende dise nachvolgende personen kgl. Mt. fur procuratores fisci tuglich anzuzeigen, nemlich Johann Rehlinger, Johann Luftig5 und Jheronimus Croaria, Drr.

    Kgl. Mt. will das mit einem handlen lassen.

    [3.] Furter, ordnung des fiscals belangen6, bewegen die stende, das, wiewol gemeyne geschrieben recht, was fiscalisch sachen und hendel syen, ußtrucken, auch des processa in solichen sachen maß und form geben, das dannocht notturftig sey, neben vorigen des Reichs ufgerichten ordnungen, den fiscal betreffen7, weiter und mehe ordnung durch kgl. Mt. und stende des Reichs zu machen.

    Placet.

    b Item, das sich der fiscal mit nyemands, den er fiscalischen sachen halber furnympt, c on verwilligung kgl. Mt. oder beysein, rat und willen des chamerrichters-c, der zweyer oder dryer zugeordenten assessoren solicher sachen halben vertrag oder teyding mach oder mog–b.
    d Item, das kgl. Mt. dem fiscal in seinen proceß und sachen kein verhinderung oder irrung tue, sunder den stracks, wie sich gepurt, procedirn laß, auch nymand der fiscalischen sachen oder straf halben absolvir oder entledig, sunder den fiscal damit, wie obsteet, gewerden laß-d.
    /554/ Item ist zu versehen und zu orden, wie es gehalten werden soll, wo ein fiscal tods abging oder sust abstunde oder sich ungeschicklich halten wurd. Bedeucht die stende also, das in solichen sachen der kgl. Mt. verordenter rate, auch die Kff. und Ff. oder ire rete, so, wie hernach bestimpt wird, jerlich zu dem chamergericht komen sollen, mitsambt dem chamergericht kgl. Mt. an desselben abgangen oder abgestanden fiscals stat dry redlich, gelert personen solten anzeigen, daruß einen fiscal zu kiesen und zu setzen etc.

    Fiat, doch zuvor kgl. Mt. zu presentirn.

    [4.] Uf den achten artikel, die malstat des camergerichts betreffen8, bitten die stende kgl. Mt. nochmals wie vor [Nrr. 169, Pkt. 3; 171, Pkt. 5]  underteniglich, nachdem Regenspurg ein ungelegen malstat zum chamergericht angesehen, auch nit wol sicher und felich dahin zu komen ist, das kgl. Mt. gemeynen stenden zu gnad und gutem dieselben malstat ytzt baß und gelegener herin ins Reich, als gein Nordlingen, verrucken wolle. Die stende des Reichs achten auch Worms nit fur ein ungelegen malstat des Šchamergerichts, wo die irrung, so zwuschen dem Bf. und der statt dasselbst, hingelegt, also das der Bf. seiner behapten urteil nach laut der nachgevolgten executorial gepurlich vollziehung erlangt hett.9

    /554’/ Nun das jar zu Regenspurg, das ander zu Worms, soferr die irrungen hingelegt werden; dann kgl. Mt. verhofft, die wol zu vertragen in der zeit.

    [5.] Item des neunden artikels halben, der uf kgl. Mt. rete, so sie darzu ordnen, auch zweyen oder dryen Kff. und Ff., dem chamergericht am nehsten gesessen, gestellt ist10, bedunkt die stende zu merer bestendiger underhaltung des chamergerichts besser und gleicher sein, das die sachen desselben und etlicher nachfolgender artikel uf die sechs Kff., auch die hernachbenanten sechs geystlich und weltlichen Ff. und zufurderst uf kgl. Mt. gestelt wurd, nemlich diese Ff.: die Bff. zu Bamberg, Wurzpurg und Eystet, Hg. Albrechten von Beyern, Hg. Jorgen von Sachsen und Mgf. Fridrichen von Brandenburg; also das yedes jars mitsampt kgl. Mt. oder irer Mt. darzu verordenten reten ein Kf. und ein F. uß den obbenanten Ff. solicher artikel versehung tun solten. Und wo der Kf. geystlich, so solt der zugegeben F. weltlich sein, und wann der Kf. weltlich were, so solt der zugegeben F. geistlich sein. Als nemlich solten des ersten jars anfahen der Ebf. zu Menz und Hg. Albrecht von Beyern, das ander jar der Ebf. zu Trier und Hg. Jorg von Sachsen, das dritt der Ebf. zu Coln und Mgf. Friderich /555/ von Brandenburg, das vierde Pfgf. Philips, Kf., und der Bf. von Bamberg, das funft Hg. Friderich von Sachsen, Kf., und der Bf. von Wirzpurg und das sechst jar Mgf. Joachim, Kf., und der Bf. von Eystet solichen artikeln obsein.

    Placet.

    [6.] Also das zu ußgang des ersten jars, darin das chamergericht gehalten wird, uf ein nemlichen tag, den der chamerrichter benennen und verkunden soll, kgl. Mt. selbs kommen oder ir treffenlich rete darzu verorden und schicken. So sollen der Ebf. zu Menz und Hg. Albrecht von Beyern personlich kommen oder auch ir treffenlich rete zu dem chamergericht schicken, daselbst vom chamerrichter, den zweyen oder dryen assessoren und dem fiscal alles innemens und ußgebens rechnung zu entpfahen, auch zu ermessen und zu bewegen, nachdem und sie die fell des fiscalampts und der canzly alßdann finden, ob der anslag, des sich die stende zu underhaltung des camergerichts zu geben erpoten haben, von den stenden lenger zu geben not sey oder ob der gemyndert oder gar abgetan werden soll. Und so der wyter gegeben oder gemyndert werde, das sollen die gemelten kgl. Mt. oder ire verordenten, auch die zwen Kff. und Ff. mitsampt dem chamerrichter kgl. Mt., auch den stenden furter verkunden und das gelt /555’/ solichs anslags von den stenden erfordern, auch dieselbene stende mit gepurlichen processen durch den fiscal von ampts wegen darzu, wie obstet, zwingen lassen. Und Šsoll solichs furter die nachfolgenden jar under den obbenanten Kff. und Ff. umbgeen und also, wie obgeschriben steetf, gehalten werden.

    Placet.

    g Item sollen die gemelten, kgl. Mt. oder ir verordenten, auch die zwen Kff. und Ff. oder ir treffenlich rete getreues, fleissigs ufsehen haben, damit das chamergericht ufrichtig in seiner ordnung gehalten werd. Und ob also beschwerlich mengel oder gebrechen des chamergerichts infielen, die kgl. Mt. oder ir verordenten reten, auch die zwen Kff. und Ff. oder ire rete, wie vorstet, mitsampt dem chamergericht nit erheben oder entschliessen mochten, so sollen kgl. Mt. oder ire verordenten rete, auch die zwen Kff. und Ff. oder ire rete mitsampt dem camerrichter solich gebrechen oder mengel an die kgl. Mt., wo sein Mt. selbs personlich by der handlung nit gewesen were, auch die andern obgenannten Kff. und Ff. in schriften gelangen lassen und inen dabey furderlich ein nemlichen tag bestymmen und ernennen, daruf sie alle treffenlich zum camergericht schicken sollen, solich mengel und gebrechen des camergerichts entlich zu entledigen und zu versehen-g.
    [7.] /556/ h Item uf den eylften artikel, benennung der assessoren belangend11, bewegen die stende, das camergericht widerumb mit XVI personen, wie zu Worms geordent ist12, zu besetzen sein, darunder der halb teyl von redlichen, verstendigen, gelerten Drr. und Licc. und der ander halb teyl von Gff., Hh. und redlichen, verstendigen rittermessigen personen sein soll; der dann die kgl. Mt. zwen geben soll, einen von den osterreichischen und den andern von der burgundischen lande wegen, der eyne ein gelerter Dr. oder Lic. und der ander ein redlicher, verstendiger Gf., H. oder rittermessiger man sey. Item sollen die sechs Kff. sechs personen geben, darunder der halb teyl, wie vorsteet, gelert und der ander teyl ufs wenigst von rittermessigem stamm sey. So sollen die andern achte person, der auch der halb teyl von gelerten und der ander teyl ufs wenigst von rittermessigen leuten, wie obstet, sein sollen, uß den sechs kreysen, uf dem Reichs tag zu Augspurg bestimpt13, genommen werden. Und ob sich begeben, das ymand von gemelten personen des chamergerichts abgeen oder absteen wurd, so soll kgl. Mt., der Kf. oder die stend der gemelten zirkel oder kreyß, von oder uß den der abgangen /556’/ oder abgestanden assessores geben gewest, zum furderlichsten, nachdem ime solicher abgang von dem camerrichter verkundt wird, in dryen moneten, nehst nach solicher verkundung volgende, zwo oder dry andere geschickte, redliche personen des stands und wesens, des der vorig gewest, kgl. Mt. oder ir verordent rete, auch die zwen Kff. und Ff. oder ire geschickten rete, so jerlich zum chamergericht, wie obstet, komen sollen, mitsambt chamerrichter und beysitzern einen zu assessorn an des abgangen stat kiesen mogen und sollen. Wo aber dieselben stende oder zirkel, wie obgemelt, an ernennung und anzeigung solicher person uber drey monat nach Šder verkundung, wie obstet, seumig wurden, sollen die angezeigten der kgl. Mt. rete, auch die zwen Kff. und Ff. oder ir geschickten rete, so jerlichs zum chamergericht, wie vorsteet, kommen sollen, mitsampt dem camerrichter und assessoren ein oder mer andere redliche person des stands und wesens, des dann der oder die abgangenden gewest, auch uß derselben lantschaft, davon er gegeben were, zu kiesen und zu nemen macht haben-h.
    Item soll der artikel der Gff. und Hh. besetzung halben des chamergerichts, zu Augspurg gemacht14, in creften pleiben und dieselben Gff. oder Hh. ytzt alhie benennt werden.

    Placet.

    /557/ Execucion betreffend.

    [8.] Dieweil behapte urteil wenig frucht geperen, wo sie nit vollzogen werden, darumbi ermessen die stende, das zu gepurlicher vollziehung und execucion der urteil des camergerichts durch camerrichter und assessoren mit acht und aberacht und andern gepurlichen penen des rechten strenglich und furderlich, wie sich geburt, procedirt werden soll.15 Und ob dieselben ungehorsamen also uber jar und tag in der acht verharren und pleiben wurden, das alßdann des Reichs vor ufgerichte ordnung16 demselben zu hilf gepraucht werden, nemlich also, das die, so in die acht erkennt und jar und tag darin verharren wurden, durch die Ebff. oder Bff., ir vicarien oder official des Bm., darin die echter gesessen oder wonend sein, in den geystlichen pan declarirt, aggravirt oder reaggravirt wurden, wie sich nach seiner ordnung geburt, durch compaß17 und uf anrufen des chamergerichts.
    Wo aber die Ebff. oder Bff. uf solich anrufen durch compass zu procediren beswerde oder scheue hetten, so bedunkt die stende nit unfuglich sein, das man alhie mit den Ebff. und /557’/ Bff. handelt, das sie dem chamerrichter, wo der geystlichs stands, wo er aber weltlichs stands sein wurde, einem beysitzer geystlichs stands volkomen gewalt geben, der uf die acht, wie obgemelt, den pan und ander geystliche censuren gegen den echtern erkennt und ußgeen ließ, sie auch davon zu absolviren macht hett; doch was von processen und andren in solichen fellen, das solichs auch zu underhaltung des chamergerichts gewendt wurde.
    ŠWurd aber solich execucion einen mechtigenj F., commun oder andere belangen, die solich acht und pan verachten und nit ansehen wolten, deshalben soll der chamerrichter kgl. Mt. als den herrn und haupt anrufen, darin weiter execution zu verhelfen.

    k Placet. Doch sollen der Ebf., Bf. oder ir official uf bevelhe des chamergerichts den bann ußgeen lassen und sust nit und on ir wissen und willen den bann nit ufheben, sunder, wan die acht ab und ufgehebt ist, so soll der pann auch ab und von Ebf., Bf. oder official geabsolvirt werden. Und wann bann und acht nit hilft, durch die vier marschalk zu exequiren-k.

    [9.] /558/ Item, wiewol Kff., Ff. und ander stende des Reichs diese execucion gering gnug und nit ganz notdurftig gestellt oder gesetzt sein bewegen, so haben sie doch on kgl. Mt. rate darin nichts weiters furnemen oder setzen wollen. Bitten darumb kgl. Mt., darin gnediglich zu raten, wie die execucion weiter und notturftiger, wann herin ußgetruckt ist, zu setzen und furzunemen sey.

    l Ut supra im nehsten artikel-l.

    [10.] Item ist zu bedenken, nachdem am chamergericht ye zu zeiten kompt, in peinlichen sachen recht mitzuteiln, auch die ungehorsamen des chamergerichts oder offentlich fridbrecher in die acht zu ercleren und zu erkennen, ob das einem Bf. oder geystlichen person als richter gezymen oder gepuren wolle. Und nachdem das chamergericht ein weltlich gericht ist, so achten die stende, das solich richterampt bequemlicher mit einer weltlichen dann eyner geystlichen person zu bestellen were.

    Alsbald Bf. von Passau diss jars ußgedient hat, will kgl. Mt. einen weltlichen darzu verordnen.

    [11.] Item ermessen die stende, das sust alle vor ufgerichte chamergerichts ordnung in iren kreften sein und pleiben sollen.

    Placet.

    [12.] Item bedenken die stende, das uß vil beweglichen und redlichen ursachen diese ordnung und underhaltung des chamergerichts in der massen zu halten ein zimlich anzal, als nemlich sechs jar, zu bewilligen sey.

    Placet. Und mitler zeit sollen kgl. Mt. und die stende ferrer davon reden, wie es furter furo und furo gehalten werden soll, auch, ob eynich mengel darin weren, damit es in ewig zeit blieb und gebessert wurde.

    « Nr. 181 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Eidgenossen) »

    [1.] Höhe der Romzughilfe; [2.] Finanzierung von 6000 eidgenössischen Söldnern aus dem Anschlag für die Fußtruppen, Ratifizierung des Abkommens vom 12. Juni zwischen den Eidgenossen und Gesandten Kg. Maximilians durch die Reichsstände; Š[3.] Dauer der Romzughilfe; [4.] Verwendung der Beute zum Unterhalt der Truppen und der Eroberungen zum Nutzen des Reiches; [5.] Regelung des Verhältnisses zu den Eidgenossen; [6.] Beitrag der österreichischen Erblande; [7.] Geheimhaltung des Hilfsbeschlusses; [8.] Abhaltung eines RT in Nürnberg.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 3. Juli 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 497–499 (Kop., Überschr.: Den stenden des Reichs alain, auch in gehaim und sunst nyemands beywesen von kgl. Mt. wegen furzuhalten.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 30–32’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr. wie A) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 49’-51’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 66’-68’ (Kop., Überschr. wie A) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 225–227, 228’ (Kop., Überschr. wie A, Dorsalverm.: Röm. kgl. Mt. begern und anzaigen an die stend des Reichs auf ir antwurt [Nr. 178], an freitag nach Petri und Pauli [2.7.] geben Ao. etc. VII.) = E. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 24’-27 (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 25’-28 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 22’-25 (Kop., Überschr. wie A). München, HStA, Hst. Freising, K.blau 204/6, fol. 36’-39 (Kop.). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 333–335 (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 914/II, S. 720–722.

    [1.] /497/ Nemblich am ersten, das die hilf des Reichs ausserhalben des haus Osterreich auf funfzehentausent man angeslagen wurd, darunder dreytausenta phard warn; ob aber solhe suma ye nit statt noch volg haben mocht, das doch der anslag gewiss auf die IIIM phard und VIIIIM zu fuess beschehe und gemacht, auch die ungehorsamen des Reichs nach irm rat zu gehorsam pracht und behalten werden mochten, doch das nichtdestminder das geschray auf die dreissigtausent mann mitsambt dem haus Osterreich ausgee.
    [2.] Item, das die stende in abslag der VIIIIM zu fuess die sechstausent Aidgenossen mit dem sold underhalten und deßhalben denselben abschid gegen den Aidgenossen [Nr. 246] mitsambt irer kgl. Mt. verfertigen und aufrichten, dieweil doch derselb nit weyter inhelt und ausweyst dann auf die VIM knecht. Dann wo derselb abschid nit aufgericht werden solt, so war aller anslag mit den Aidgenossen umbsunst, und mocht nach gegenwurtiger gelegenhait und gestalt des Reichs sachen on sy nichts ausgericht werden. Daraus dem Hl. Reich in ewig zeit unwiderpringlicher schaden entsteen mocht und aus freunden veind werden.
    [3.] /497’/ Item auf das die hilf kgl. Mt. alain auf ain halb jar zuegesagt sey und zu irer Mt. romzug. Darauf zaigt die kgl. Mt. an, das solhs unfruchtpar sey. Dann wo ir kgl. Mt. auf dem romzug nicht mer dann die ksl. cron zu erholn ausrichten solt, ware damit dem Reich wenig geholfen, sonder in allweg not, guet und eerlich ist, durch den romzug vil, so dem Reich zuegehorig und nit in gehorsam oder entzogen sein, zu dem Reich zu pringen und darbei zu halten und zu handhaben.
    Demnach ist kgl. Mt. begern und getreu anzaigen und guetbedenken, das die hilf dermassen bewilligt und angeslagen werde, wo es die notdurft des Reichs erhaischen, Šdamit die hilf ain ganz jar lang gehalten wurd. Und das umb zwayerlay ursachen willen: Am ersten, wo das geschray erlauten, das die hilf so langwirig sein, wurden vil widerwartig des Reichs dest ee und leichter zu gehorsam zu pringen und zu erobern und also allen widerwartigen ain merklich erschrecken gepern, zusambt dem, das die notturft erfordert, was man erobert, dasselb zu behalten und zu underhalten. Zu dem andern, wo der Allmachtig in dem allem sein gnad und sig mittailn wurd, so war nach /498/ gelegenhait der hendl, so ietzo vor augen sein, wol muglich, das die hilf nit ain halb jar auf dem Reich und haus Osterreich bederft ligen, sonder in hoffnung, von andern enden so vil gelt und guet zuesteen mag, das wesen on weiter des Reichs und haus Osterreich beswar zu underhalten und, was darzu erobert wurd, b bey dem Reich-b zu behalten.
    [4.] c Und wo sich die stend des Reichs, als ir kgl. Mt. nit zweifelt, ietzo dermassen tapferlich mit der hilf erzaigen, so ist die kgl. Mt. willig, ietzo nach irm rat zu handlen, was von gelt, guet, land und leuten zuesteen wurd, wie dasselb gehandlt und angelegt werden sol zu underhaltung, nutz und guetem des volks, wie auch die eroberten Hftt., land und leut bei dem Reich zu handhaben und zu behalten sein, dardurch die purde in ewig zeit ab den Teutschen und der pillichait nach auf ander nacion gelegt, auch ain jeder röm. Kg. und Ks. erlich und stattlich on sonder beswarung teutscher nacion underhalten werden muge, das dann ietzo, wo man dermassen tapferlich darzutuet, mit hilf des Allmachtigen zu tun und aufzurichten wol muglich ist-c.
    [5.] /498’/ Item der Aidgenossen halben, das ietzo ordnung furgenommen werd, ob sy furter jemand mer zu inen ziehen oder yemand durch practicken zu inen kume oder ob sy sunst nit in guetem wesen bey und mit dem Reich pleiben und yemand gewalt zu beweisen understeen wurden, das darauf ietzo gedacht und ordnung gemacht, wie auf solh ir furnemen mit acht und harrigem krieg gegen inen gehandlt werd, in hoffnung, sy sollen darauf dest bestendiger pleiben. Ob sy aber ye dawider tuen wurden oder jemand anderer, das demselben tapfer widerstand beschehen mug.
    d Wo sich aber die Aidgenossen, wie sy sich ietz erpieten, gegen dem Reich und den verwanten desselben recht und gepurlich halten und sich daruber jemand understeen wurd, sy hinfur unpillicher weiß anzufehden und zu dringen, das dann die kgl. Mt. und die stend des Reichs den Aidgenossen als gehorsamen verwanten des Reichs rugken halten, inen beystand und hilf beweisen wellen-d.
    [6.] Die kgl. Mt. acht on zweifl, das dise anzale den stenden wol muglich und leidlich, auch zu allen furnemen nutzlich und erschiesslich sey. Und wiewol dannocht dieselb anzal hilf, als sy ermessen mugen, solh treffenlich, ernstlich sachen auszufuern nit gnugsam sein mocht, f so will doch ir kgl. Mt. von irer Mt. camerguet und erblanden ain merklich anzal zu ross und fuess dartuen, dermassen das die berurte furnemen tapfer, ernstlich und stattlich gnug volzogen und ausgericht werden mugen-f.
    ŠUnd was also dem Reich abgieng, das wol die kgl. Mt. versuechen zug erstattenh, damit es bei der berurten anzal pleib.
    [7.] /499/ Entlich ist kgl. Mt. begern und maynung, damit diser vorgeschriben anslag und sachen bey den stenden alain in allweg still und in gehaym gehalten und nit weiter dann under inen selbs ausserhalb sunst meniglichs gehandelt werd, das sy sich auch bei irn phlichten also gegenainander verpinden, die maynung bei inen verporgen pleiben zu lassen, auf das das gemain geschray nit anderst dann von dreyssigtausent mannen erlaut, wie obsteet.
    [8.] Item die kgl. Mt. lasst ir gefallen und bedunkt ir Mt. nutz und guet sein, das ain reichstag in etlichen moneten gen Nurnberg furgenommen und auf demselben gehandlt werd auf maynung, wie gestern2 angezaigt und gemelt ist.

    « Nr. 182 Verpflichtung der ständischen Schreiber zur Geheimhaltung »

    Act. Konstanz, 3. Juli 1507 (sampstag nach visitacionis Marie).
    Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 65, 74’ (Dorsalverm.: Secreta, daruber wir schreiber acht haben, nyemants dann yder seinem herrn, der ine geordent hat, zu offnen etc.) = Textvorlage A.

    /65/ Secretissima. Am sampstag nach visitacionis Marie Ao. etc. VIIo im Parfusser closter, meins gnst. H. von Menz herberig.
    Und hat Thoma Rude, menzischer hofmeistera, in bywesen meins gnst. H. von Menz erzelt, es sei die abrede, das wir alle, so verordent sein, disen handel1 zu schriben, verswigen zu halten, nyemants zu offnen dann yder seinem herrn, geloben sollen mit treuen an eids stat b meinem gnst. H. von Menz-b, als wir getan haben. Und sein alle mit namen aufgezeichent.2 

    « ŠNr. 183  Bedenken des Ständeausschusses (Romzughilfe, Eidgenossen, Frankreich, Münzwesen) 1  »

    [1.] Höhe der Romzughilfe; [2.] Forderung Kg. Maximilians nach Finanzierung von 6000 eidgenössischen Söldnern aus dem Anschlag für die Fußtruppen; [3.] Forderung des Kg. nach Verlängerung der Reichshilfe um ein halbes Jahr; [4.] Regelung über Beute und Eroberungen; [5.] Regelung für das Verhältnis zwischen den Eidgenossen und dem Reich; [6.] Anberaumung eines RT nach Nürnberg; [7.] Verbot der Nachlaßgewährung an der Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; [8.] Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; [9.] Forderung nach einer Ordnung für das Münzwesen und für Goldwaagen.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 3. Juli 1507 oder kurz danach.
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 45–47 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr.: Ratslag des ausschuß uf kgl. Mt. furgehaltene artikeln, den romzug betreffent.) = Textvorlage A.

    [1.] /45/ Uf den ersten artikel, die IIIM zu roß und IXM zu fueß belangend, ermessen und achten die vom ausschus, nachdem der aufschlag, ytzet hie gemacht2, der kgl. Mt. uf zehentausent angezeigt und sich doch derselbig ob XIIM man strecket, das wo man der nachfolgenden und auch der vor ubergebenen artikel, den romzug betreffent, mit kgl. Mt. einig wurde, das die IIIM zu roß und IXM zu fuß leichtlich auß den angezeigten XIIM zu machen und zu finden wern. Und als derselb artikel furter meldet, wie die ungehorsamen zu gehorsam bracht werden sollen, da sehen die vom ausschus vor gut an, das kgl. Mt. mitsampt den stenden des Reichs denselben ungehorsamen fuglicherweise teten schreiben, sich in disem loblichen furnemen gehorsamlich zu beweisen, alles uf maß, wie man sich des mit kgl. Mt. vortragen wirdet.
    [2.] Den andern artikel, unterhaltung der VIM Eydgenossen und vorvertigung und ufrichtung des abschids, zu Zurg genomen [Nr. 246], antreffend, /45’/ bewegen die vom ausschus auß vil und merklichen ursachen hoch beschwerlich. Darumb und so von wegen der stende des Reichs solches abschids halben in nichtes, wie vormals kgl. Mt. angezeigt [Nr. 251, Pkt. 20] , bewilligt ist, so wollt nach ermessung des ausschus vast beswerlich sein, sich in vorsoldung der sechstausent Eydgenossen und auch ufrichtung und volnzihung obberurts abschids zu begeben.
    [3.] Uf die nachvolgenden drey artikel, die am mynsten die hilf noch ein halb jar lang zu erstrecken anzeigen, bewegen die vom ausschus, dieweil den stenden des Reichs der vorig anslag und auch die zeit desselben, nemlich sechs monat, vast beswerlich, wie dan kgl. Mt. vormals entdecket [Nr. 178, Pkt. 1f.], zu leysten sey, das in dieselbig zeit noch als lang zu erstrecken noch meher beschwerlich, auch nit wol in irem vormugen sein wolte. Darumb, so were nach ermessung des ausschus kgl. Mt. zu bitten, sich der ersten /46/ erboten sechs monat benugen zu lassen, wan diser zeit die stende nach yrer gelegenheit nicht wol mehr vermochten.
    Š[4.] Uf den andern artikel, anzeigend, wie es mit den landen, leuten und guten, so erobert wurden, gehalten werden, sol nach bewegung des ausschus bleiben uf der beratslagung der artikel, vormals kgl. Mt. des romzugs halben ubergeben [Nr. 178, Pkt. 5.6], da dan des stucks halben auch etwas anzeigung beschicht.
    [5.] Uf die nachvolgenden zwen artikel, die Aydgenossen belangend, ermessen die stende auß guten ursachen, dißmals mit handelung solcher artikel zu berugen.
    [6.] Uf den letzsten artikel, ainen andern Reichs tag zu Nurmberg belangend, achten die vom ausschus, so die obberurten und andere vormals ubergegeben artikel des romzugs beslossen sein, das dan von disem auch entlich und beslißlich zu reden sey.
    [7.] /46’/ Item ermyst der ausschus fur merklich, nutz und notturftig, das alhie entlich abgeredt und beslossen werde, nymantz solcher hulf zu roß und zu fuß, wie im die alhie ufgelegt ist oder wurd, erlasse noch deshalben eynichen vortrag, teding oder pact mache ader anneme, das sich die stende alhie glaublich underreden und besprechen, das die kgl. Mt. nit zu suchen, zu arbeiten noch anzunemen in keinen weg, domit die hulf dester dapferlicher geschee und erschisse.3 
    [8.] Item, als die stende vormals an kgl. Mt. begert, sie zu vorstendigen, wen und wie man zum Kg. von Frankreich schicken wolle4, das auch die rete, so zu erledigung der andern artikel des romzugs verordent, wurde bevelh gegeben, von der instruction solcher schickung zu handeln, bedeucht die vom ausschus gut sein, kgl. Mt. deshalb, dieweil sie darauf nit antwurt geben hat, wider zu erinnern. Wan der ausschus sihet die schickung fur nutz und notturftig an.
    [9.] /47/ Item, nachdem diser zeit merklich geferlichkeit mit der munz und der gulden wagen gebraucht wurd, bedunkt die vom ausschus merklich notturft, kgl. Mt. zu bitten, des mit den stenden des Reichs geburlichs einsehens zu tun, deßhalb auch notturftig ordnung und straf ufzurichten.

    « Nr. 184 Votum Kursachsens (Romzughilfe, Eidgenossen) »

    [1.] Forderung Kg. Maximilians nach Finanzierung von 6000 eidgenössischen Söldnern aus dem Anschlag für die Fußtruppen; [2.] Dauer der Romzughilfe; [3.] Verwendung der Beute zum Unterhalt der Truppen und von Eroberungen zum Nutzen des Reiches; [4.] Regelung des Verhältnisses zu den Eidgenossen; [5.] Beitrag der österreichischen Erblande; [6.] Geheimhaltung des Hilfsbeschlusses; [7.] Abhaltung eines RT in Nürnberg.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 3. Juli 1507 oder kurz danach.
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 96–96’ (Konz.) = Textvorlage A.

    [1.] /96/ Ad 2dum articulum [Nr. 181, Pkt. 2] : Die zeit des romzugs ist ungelegen. a Und ob mit dem Kg. zu handeln, den romzug dieser [zeit] nachzulassen und mit Šdem Kg. van Frankreich zu handeln-a. b Wo der romzug nit zu wenden etc., sein die Eydgnossen in kein weg zu bestellen, dan mer zuviel auf sie legen, das es dem Reich ein grossen verdruß geperen, sie zu gebrauchen und des Reichs leut doheym bleiben-b. Item der Sweizer were zuviel. Item die stete wollen kein geld geben, sunder leut schicken. Und kem das gelt geben auf die Kff. und Ff., das in kein weg nit leidlich.
    c Nota, gelt zu geben ist nit tuelich, aber leut zu schicken sey den Ff. bas zu tun. Dan die untertanen wurden auch nichs geben. Der1 [?] Kg. hat sich vernemen lassen, das die stende mit den Eidgnossen nit solten zu tun haben, sein kgl. Mt. wolt die versolden-c.
    Item die Sweizer haben in iren abschied Basel vor ein ort gesetzt; solt man sie nun besolden, so gestunde man inen ire unzymlich handelung, mit den von Basel geubt und begangen.2
    [2.] Ad 3tium, 4tum, 5tum, 6tum articulum [Nr. 181, Pkt. 3] : Bedunken die andern stende, das die zeit gelengert werden solle. So ist mein gnst. H. auch nit entkegen. Ist beslus gehort3 [?], weder ein tag zu machen. Quod aliis placet, etiam4 [?] [nobis] placet, doch sey es wol zu bedenken.
    [3.] Ad 7mum articulum, in ewig zeit ab den Teutschen etc. [Nr. 181, Pkt. 4] , ist zu vernemen, ob itzt die pflicht teutzscher nacion obligen solt, das man nit gesteht. Der anfang desselben artikels soll umbgekert werden. Wo kgl. Mt. anzeig tu, wie sie den romzug furnemen, so wolle man sich [in] hulf auch begeben.
    [4.] /96’/ Des achten artikels5 ist zu gedenken, was man sunst mit den Sweizer slissen k[önnte].
    Ad nonum6: Wo sie als die gehorsamen dem Reich tun, was die andern des Reichs untertanen, und auch auf iren cost gein Rom mitzeorden.
    [5.] Ad decimum articulum [Nr. 181, Pkt. 6] : Der Kg. versolde die Eydgnossen, do durfen sein Mt. sein camerguter mit angreifen.
    [6.] Ad XImum articulum [Nr. 181, Pkt. 7] : Geschiet billich.
    [7.] Ad XIImum articulum [Nr. 181, Pkt. 8] : Syht mein gnst. H. nit vor ungut, wo der romzug furgangen, das ein tag gemacht ader etlich Ff. im Reich beyeynander weren mit gewalt, was daß beste sein mocht, in abwesen des Kg. zu handeln.

    « ŠNr. 185  Verlautbarung Pauls von Liechtenstein an die Reichsstände (Romzughilfe, Eidgenossen, Frankreich) 1  »

    [1.] Höhe der Romzughilfe; [2.] Leistung eines Teils der Hilfe an Fußtruppen als Geldhilfe zur Finanzierung von 6000 eidgenössischen Söldnern, Ratifizierung des zwischen den Eidgenossen und kgl. Räten in Zürich getroffenen Abkommens; [3.] Dauer der Reichshilfe, Anberaumung eines RT nach Nürnberg; [4.] Regelung des Verhältnisses zwischen den Eidgenossen und dem Reich; [5.] Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    s.l., s.d., jedoch act. Konstanz, kurz vor dem 8. Juli 1507; von den Ständen kopiert am 8. Juli.2 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 500–500’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 51–51’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 52–52’ (Kop.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 75–75’ (Kop. Überschr.: Am donerstag St. Kilians tag [8.7.] Ao. etc. VIIo zu Costenz uf dem Reichs taga.) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 166–166’ (Kop., durchgestrichene Überschr.: Furtrag von kgl. Mt., durch Paulsen von Liechtenstein beschechen.) = E. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 4–4’ (Kop.).

    [1.] /500/ Auf den ersten artikl, belangend die hilf der dreyer tausend zu ross und neuntausend zu fuss, damit dieselben gewis gemacht und kain abgang daran werde.
    [2.] Auf den andern artikl, berurend die underhaltung der sechstausend Aydgenossen in abslag der neuntausend zu fuss und auch den abschied zu Zurich [Nr. 246] zu verfertigen, daz in disem artikl der Aydgenossen geswigen, auch der abschyd, zu Zurich beschehen, durch die stende nicht verfertigt bedurf werden, daz dann die stende kgl. Mt. verwilligen, fur siben- oder achttausend in abslag der VIIIIM zu fuss gelt zu geben in handen des haubtmans und der XII rete, damit die kgl. Mt. mitsambt yetzbenannten haubtman und XII reten davon leut zu fueßb, wen sy gut bedunkt oder die notdurft eraischt, aufnemen mugen, angesehen, daz den Ff. und steten, so weit gesessen sein, auf die soldner etwevil mer unkosten, dieselben aus dem lande c piß gen Costnitz-c zu schicken, geen mocht und man sunst solh soldner wol in der nahent gehaben mag.
    [3.] Auf den dritten artikl, betreffend die hilf auf daz halb jar zugesagt, daz solhs die kgl. Mt. beschehen liess; doch so der anzug /500’/ angienge, daz darnach uber vier monat ain reichstag gen Nuremberg furgenomen werde, also, ob sich befinden wurde, die notdurft eraischet, d kgl. Mt. und dem Reych zuguet-d dise hilf lenger zu habene bis auf daz jare, daz die stende, so also auf demselben tag versamelt werden, macht haben, die hilf zu erstreken, zu mynnern oder nach dem halben jar gar abzutun.
    Š[4.] Belangend, ob die Aydgenossen yemands gweltigen oder dem Reiche ainicherlay entziehen oder practicirn wurden, yemands von dem Reiche zu inen zu ziehen, wie solhem widerstand zu tun sey, dardurch solhs dem Reiche zu nachtail verhut werde; wo sy aber pesser bedunkt, disen artikel ditzmals ruen zu lassen, acht man, die kgl. Mt. lasse es auch beschehen.
    [5.] Dann von wegen der botschaft zu Frankreich zu senden, wirdet die kgl. Mt. sich wol mit inen vertragen, was hierin daz nutzlichist sey.

    « Nr. 186 Erwiderung der Reichsstände auf den Vortrag Pauls von Liechtenstein »

    Bitte um Übergabe der angekündigten kgl. Resolution und einer schriftlichen Fassung des Vortrags Liechtensteins.

    Konstanz, 8. Juli 1507 (St. Kilians tag).
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 502 (Kop., Überschr.: Antwort der stende, H. Paulsen von Liechtenstein gegeben uf St. Kilians tag etc.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 50 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr. wie A, Datumverm.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 52’-53 (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 76 (Kop., Überschr. wie A) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 166’-167 (Kop., Überschr. wie A) = E. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 2 (Kop., Überschr. wie A).

    /502/ Kff., Ff. und andere stende haben H. Paulsen rede [Nr. 185], so er laut seins anzeigens als fur sich selbs und one bevelhe, doch mit wissen kgl. Mt. getan hat, guter, getreuer meynung vernomen. Und nachdem sie auß derselben verstanden, das kgl. Mt. uf der stende letzst ubergeben antwort und verzeichnus [Nr. 178] ein widerantwort in schrieften gestelt, die H. Pauls, wo die stende uf sein furgehalten meynung zu handeln abschlugen, durch der kgl. Mt. verordenten secretarien ubergeben und uberantworten lassen wolt, und dann die stende ire obgemelten verzaichnus und antwort ganz underteniger, guter meynung und dermass gesetzt, das sie hofften, kgl. Mt. darab kein mißfallens haben solt, so sey ir begere, inen der kgl. Mt. gestelte antwort behendigen zu lassen. Wolten doch dabey uf die meynung und mittel, so H. Pauls, wie oberurt, als fur sich selbs im besten angezeigt, sich zu bedenken nit abgeslagen haben. Und wo es ime nit wider oder beswerlich were, so mochten die stende wol leiden, das er sein furgeslagen meynung und mittel der sachen zugut den stenden in schriften verzeychnet gebe, sich uf das alles zum besten und der notturft ferner mogen haben zu entsliessen und der kgl. Mt. antwort zu geben.

    « Nr. 187 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe) »

    [1.] Ernennung des Feldhauptmanns und der Kriegsräte; [2.] Bitte um Änderung der letzten ständischen Resolution.

    In Konstanz am 8. Juli 1507 an die Stände übergeben.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 504–504’ (Or. mit Siegelrest, Dorsalverm.: Praesentatum in conventu Constantiensi ipsa die Kiliani Ao. septimo.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 52 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt Škennzeichnen) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 53 (Kop.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 76’ (Kop.) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 167’ (Kop.) = E. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 3 (Kop.).

    [1.] /504/ Auf die antbort, so die stende des Hl. Reichs röm. kgl. Mt. ubergeben haben [Nr. 178, Pkt. 5.4], ist irer kgl. Mt. begere, daz die stende irer kgl. Mt. den haubtman und die zwelf rete, wie ir Mt. die vormals begert hat [Nr. 152, Pkt. 1] , yetzo von stund an ernennen. Mit denen will sich ir kgl. Mt. underreden, was irer Mt. auf obangezaigt antbort zu tun seye.
    [2.] Aber kgl. Mt. bedunkt ye, sy wellen kgl. Mt. sachen auflegen, die irer Mt. nit muglichen sein. Wers aber muglichen, so were irer kgl. Mt. begere, das sich die stende auf irer Mt. vorig begern pessrer antbort bedachten.

    « Nr. 188 Bedenken des Ständeausschusses zum Vortrag Pauls von Liechtenstein (Frankreich, Romzughilfe) »

    [1.] Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich, Anfertigung einer Instruktion; [2.] Verordnung von Deputierten zur Anhörung der frz. Antwort an die Reichsgesandtschaft und ggf. zur Freigabe der Reichshilfe für Kg. Maximilian; [3.] Leistung eines Teils des Anschlags für die Fußtruppen als Geldhilfe in Höhe von 120 000 fl.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, zwischen dem 8. und 10. Juli 1507.1 
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 53–54’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr.: Gutbedunken des ußschus uf H. Paulsen von Lichtenstains angezeigt mittel.) = Textvorlage A.
    Druck: Mueller , Reichstagsstaat, S. 641f. (nur Pkt. 1f.).

    [1.] /53/ Erstlich, so ermessen und bewegen die vom usschus, dieweil diser Reichs tag entlich furgenomen ist, die ksl. kron zu erholen, auch denjenen, so des verhinderung zu tun understeen wurden, dapfren widerstand zu tun etc., und ander des Hl. Reichs obligend nodturft zu betrachten und zu handeln, wie dann das der kgl. Mt. usschreiben weiter tut melden2, und dann sich uß anzeigung, von kgl. Mt. vormals bescheen, zu vermuten oder zu besorgen, das der Kg. von Frankreich kgl. Mt. an erholens der ksl. kron verhinderung tun mocht, so er Meyland und Jenua, dem Reich zustendig, innen hat, das darumb und [aus] andern redlichen ursachen wol gepurlich, auch nutz und nodturft sey, das ufs wenigst Kff., Ff. und ander stend des Hl. Reichs, zuvor und eher des Rom zogs oder auch Meylands und Jenua halber ichts furgenomen, ein treffenlich botschaft zu dem Kg. von Frankreich als einem nit der minsten Kgg. und gewalt der cristenhait geschicket werde und zu erlernen, was sein gemut der ksl. cron, auch Meylands und Jenua halben gegen kgl. Mt. und dem Reich sey, der zuversicht, es sol durch die schickung der oben angezeigten, /53’/ auch ander sachen halben gut und leidlich maß funden [werden], damit kgl. Mt., Kff., Ff. und ander stend des Hl. Reichs dester grossers fugs und glimpfs in allen furnemen, so des not tun werde, bei allen stenden der cristenhait vermerkt und gespurt werden.
    ŠUnd das das, so die botschaft bey dem Kg. von Frankreich wirken und handeln sollen, ytzo alhie mit rate kgl. Mt., auch der stende ein nodturftige instruction gestalt und gemacht werde.
    [2.] Wurde sich aber der Kg. von Frankreich in solcher handlung gegen kgl. Mt., Kff., Ff. und andern stenden des Hl. Reichs ungeschickt, widerwertig oder mudwillig erzeigen oder vernemen lassen, als der dem Hl. Reich das one grund mit unrecht und mutwillen wolt furhalten, so wurd alßdann kgl. Mt., Kff., Ff. und ander stend des Hl. Reichs dagegen wider Frankreich zu erhaltung der ksl. cronen, auch zu widerbrengung des, so Frankreich dem Hl. Reich mit gewalt tut furhalten, dester mer fugs, eren, rechts und glimpfs haben, sich widerumb gegen Frankreich zu entboren3 und der nodturft mit dem krieg furnemung zu tun, auch yderman dester lustiger, /54/ geherzter und geneigter sein, alles, das ime ufgelegt wer, getreulich zu leisten und zu tun. Und das daruf ytzo alhie etlichen Kff. und Ff. bevolhen, damit nit not wurde, einen andern reichstag mit sweren kosten furzunemen, solch geschickte in yrer widerkunft des, so inen vom Kg. von Frankreich begegent, mitsampt der kgl. Mt. oder derjenen, so kgl. Mt. darzu wurde verorden, zu verhoren. Und so dieselb des Franzosen gemut gegen dem Reich widerwertig sey vernemen und darumb den krieg furzunemen notturftig achten und erkennen wurde, das alßdann kgl. Mt. die hilf, wie man die alhie mit kgl. Mt. eynig und beslossen wirdet, von den stenden des Reichs furderlich und getreulich getan werde etc.
    [3.] Und als H. Pauls furter hat angezeigt, das die stend des Reichs kgl. Mt. zu untertenigem gefallen bewilligen solten, VIIM oder VIIIM in abslag der IXM zu fuß gelt zu geben etc.: Wiewol nu die vom usschus vil und merklich beswerung uß beweglichen ursachen bey den stenden des Reichs wissen, die hilf in gelt zu verendern, /54’/ auch sonderlich, das davon Aidgenossen bestalt werden solten, so wolten die vom ußschus doch hoffen, die stend des Reichs solten sich kgl. Mt. zu unterteniger wilfarung begeben, irer Mt., so der krieg furzunemen not und, wie obstet, durch die verordenten erkent wurd, ICM und XXM fl. in abslag irer ufgelegten hilf zu reichen, wie dann kgl. Mt. kurz hievor hat tun begern4, doch also, das solch gelt gewis zu v[er]ordenter hilf kome und nit anderswohyn gewendt und das solichs ytzo alhie nodturftig versehen und geordent wurde.

    « Nr. 189 Votum Kursachsens (Frankreich, Romzughilfe) »

    [1.] Kritik an der Option eines Krieges gegen Frankreich gemäß dem Bedenken des Ständeausschusses; [2.] Benennung der Deputierten zur Entgegennahme der frz. Antwort an die Reichsgesandtschaft; [3.] Bewilligung von 120 000 fl. Bargeldhilfe; [4.] Antwort an Paul von Liechtenstein.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, zwischen dem 8. und 10. Juli 1507.
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 95 (Konz.) = Textvorlage A.

    Š[1.] /95/ Mein gnst. H., wie sie wisten, were bey dieser handelung nit gewest, aber doch bericht entphangen, was gehandelt. So het auch sein ftl. Gn. kurz halb der zeit nit statlich davan reden ader ratslagen mogen. Nichßdesterminder bevolh sein ftl. Gn. zu sagen, das sein Gn. bewoge, wo diese meynung, wie der außschoß ermessen, solt furgengig sein, das man unserm H., dem Kg., wan der Kg. van Frankreich sich mit Meyland und Genua nit schicken wolt, zu einem krieg riete1, ob das gut und nutz und nit sehr wol zu bedenken, well mein gnst. H. bey euern Gnn. und ander des Reichs stende gestelt haben.
    [2.] Das auch etliche Ff. geordent werden, antwort der botschaft in Frankreich zu horen2, das van den Ff. geret wurde, welche die sein solten, domit man den handel nit lenger verziege. Dan mein gnst. H. halts dafur, wo sie nit benent, das kgl. Mt. ein ungefallen dorab entpfahen mocht, und das es auch nymands leichtlich annemen werde.
    [3.] Des geldes, als ICM und XXM halb [Nr. 188, Pkt. 3] , wo sie und andern stende des Reichs alle dorauf sliessen, so wolle sich sein ftl. Gn. auch nit van inen sundern und unserm allergnst. H., dem röm. Kg., sein anteil des gelds alhie geben ader ye also vergewissen, das sein Mt. das geld gewißlich zu handen hab.
    [4.] Zum vierden, das man H. Paulus von Lichtenstein bitten solle3, bedeucht mein [gnst. H.] den stenden vorkleinlich sein und schicklicher, den Kg. zu bitten. Dan unzweifelig fremdlich zu horen, das H. Pauls bey kgl. Mt. mehr angesehen sein solt weder die stende des Hl. Reichs.

    « Nr. 190 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Romzughilfe, Frankreich, Frieden und Recht, Münzwesen) »

    [1.] Stellungnahme zur letzten kgl. Resolution und zum Vortrag Pauls von Liechtenstein; [2.] Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich, Anfertigung einer Instruktion; [3.] Verordnung von Deputierten zur Anhörung der frz. Antwort an die Reichsgesandtschaft und [4.] mit der Befugnis zur Freigabe der Reichshilfe für Kg. Maximilian; [5.] Ablösung eines Teils des Anschlags für die Fußtruppen durch eine eilende Geldhilfe in Höhe von 120 000 fl.; [6.] Gewährleistung von Frieden und Recht im Reich als Vorbedingung für eine Reichshilfe; [7.] Forderung nach einer Ordnung für das Münzwesen und für Goldwaagen; [8.] Bitte um Akzeptierung der Resolution und um baldigen Abschluß des RT.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 10. Juli 1507 oder kurz danach. 1  
    I. (Resolution der Reichsstände): Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 506–508 (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 53’-55 (Kop.) = B.
    ŠII. (zugrundeliegendes Bedenken des Ausschusses vom 10.7.): Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 55–57’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Datumverm.: Sambstag nach St. Kylians tag [10.7.]) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 77–78’ (Kop., Verm. über die Abschrift durch die Stände: Am sampstag nach Kiliani Ao. etc. VIIo apud minores fratres in hospitio archiepiscopi Maguntinensis principis electoris et cancellarii Germanie.) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 15–17’ (Kop., Datumverm.: Sonnabents nach Kiliani [10.7.]). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 34–36’ (Kop. mit vereinzelten Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 15–17 (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 35–37’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 32–33’ (Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 178–180’, 183’ (Kop., Datumverm., Dorsalverm.: An sambstag vor Margarethe [10.7.] Ao. 1507, auf kgl. Mt. begern durch H. Paulsen vom Liechtenstein beschechen, darauf der stend antwurt und gutbedunken.). Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 278’-280’ (Kop., Datumverm.: Uf sambstag nach Kiliani Ao. etc. septimo.).
    Druck (des Ausschußbedenkens): Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 916, S. 723–725; Müller , Reichstagsstaat, S. 643–645 (nur Pkt. 1–4).

    [1.] /506/ Uf kgl. Mt. jungst bescheen begern [Nr. 187], auch die red, so H. Pauls von Liechtenstein guter meynung als fur sich selbs den stenden furgehalten [Nr. 185], a haben sich Kff., Ff., prelaten und Gff., alhie uf geinwertigem Reichs tag versamlt-a, nachvolgender meynung underredt und entslossenb.
    [2.] Zum ersten, als kgl. Mt. furhat, die ksl. cron vor dem Kg. von Frankreich zu errettenc und zu holen, auch das, so dem Hl. Reich in Italien abgezogen ist, wider zu dem Reich zu pringen und anders, dem Hl. Reich obligend, zu handeln, wie dann kgl. Mt. verrer in irem ausschreiben2, auch in anfang diss Reichs tags hat tun anzeigen [Nr. 150, Pkt. 25f.], und aber der Kg. von Frankreich nit gesteen wil, ichts der ksl. cron halber wider das Röm. Reich getrachtet oder furgenomen zu haben, noch des willens gewest oder noch zu sein, inmassen er sich des durch sein potschaft und sunst hat lassen horen [Nr. 154], auch den Kff. verschiener täg uf kgl. Mt. schrift [Nr. 155], der potschaft halber zu ime zu schicken an inen getan, geschrieben [Nr. 173], das er irer potschaft wartend und begirig sey, mit anzeyge der malstat, wo er von der potschaft troffen werden moge: So bedunkt d die oberurten stende-d, dieweil der Kg. ein christenlicher gewalt und Kg. ist und nit der mynst, das den stenden des Rychs wol gepuren, e auch vonnöten sein-e wolle, ein /506’/ treffenlich potschaft zu ime zu schicken, zuvor und eher wan ichts mit der tat gegen ime furgenomen oder gehandelt werde, inen der ksl. cron, auch Meylands, Jenua und anders halber zu ersuchen und sein gemut zu erlernen, alles nach lut eyner instruction, der sich die stende mit kgl. Mt. vereynigen werden, damit aller eren, fugs und glympfs der stende halber kein mangel, sunder alle erbarkeit gespurt werde.
    Š[3.] Item, das ytzo alhie etlich treffenlich von Ff. und stenden des Rychs in guter anzale verordent und benent werden, die solich potschaft in irem widerkomen mitsampt kgl. Mt. oder der, so sie darzu verordent, irer handlung und des, so inen von dem Kg. begegnet ist, an eyner gelegen malstat, so auch alhie bestimpt werden soll, zu verhören.
    [4.] Item, das daruf die stende der kgl. Mt. die hilf der XIIM mann, darunder IIIM zu ross und IX-tausent zu fuss sein sollen, f nach lut des anschlags alhie-f zusagen, VI monet zu underhalten, wie hernach volget:
    Nemlich wurden die oberurten verordenten in verhöre der obemelten potschaft den Kg. von Frankenreich seins gemuts und willens /507/ gegen kgl. Mt. und dem Rych ungeschickt und das er sich in nichts leydlichs begeben wolt, finden und spuren, das die bemelten verordenten von den stenden bevelhe und macht haben sollen, so sie den krieg notturftig sein ermessen und achten wurden, die gemelten hilf der kgl. Mt. furderlich zuzuorden und verfolgen zu lassen, wie sie alsdann gutbedunken wurdet, auch die zeit, wie lang solich hilf, nachdem und sie die sachen, wie obsteet, gestalt finden, zu verorden und zu setzen.
    Wurden aber die obemelten verordenten den Kg. seins gemuts also geschickt gegen kgl. Mt. und dem Reich vermerken und achten, das des krigs nit not wurde, und kgl. Mt. doch den romzug volbringen und die ksl. kron erholen wolt, das dann die gemelten verordenten aber macht und bevelhe haben, von der gemelten hilf, nachdem und sie nach gestalt der sachen gut ansehen wurdet, ein zimlich anzal kgl. Mt. zuzuordnen.
    [5.] Und als H. Pauls weyter angezeigt, das die stende kgl. Mt. willigen solten, fur VIIM oder VIIIM in abschlag der IXM zu fuss gelt zu geben etc. [Nr. 185, Pkt. 2] : Wiewol nu die stende des Reichs us beweglichen ursachen merglich beschwerung tragen, die hilf des volks /507’/ in gelt zu verendern, so wollen doch die stende kgl. Mt. zu undertenigem gefallen, so die botschaft herwiderkompt, ICM und XXM fl. in abschlag irer hilf reichen und geben zu underhaltung irs kriegsvolks, wie dann kgl. Mt. vormals begert hat [Nr. 181, Pkt. 2] ; also und mit der bescheydenheit, wurden die obemelten verordenten ermessen und achten, das die hilf der XIIM ganz bescheen, so solten den stenden solich ICM und XXM fl. an derselben hilf abgezogen werden. Wurde aber nach ermessung der bemelten verordenten des kriegs nit not werden und doch kgl. Mt. iren romzug nach oberurter ermessung furnemen, so sollen die gemelten verordenten die angezeigten ICM und XXM fl. mitsampt andrem, so sie, wie obsteet, not bedunkt, zu dem romzug abermals in abschlag verordnen.
    Wurde aber des kriegs nit not und auch der romzug lenger ansteen pleyben und dißmals nit volnbracht werden, so sollen doch kgl. Mt. soliche ICM und XXM fl. zu underhaltung irs kriegvolks, so sie mittlerzeit bis uf widerkunft der potschaft erhalten hat, gegeben werden.
    [6.] /508/ Doch, so ist der stende meynung, das vor allen sachen fride und recht im Reich, wie vor davon geredt und verzeichnus gegeben ist [Nr. 180], ufgericht werden. Wan on die bede wissen oder konnen sie nichts geben oder helfen.
    [7.] Item, das der monz und guldenwagen halber auch notturftigs insehens beschehe, wie vormals davon angezeigt [Nrr. 176, Pkt. 3; 183, Pkt. 9] .
    Š[8.] g Solchs geben die stende obenenth kgl. Mt. underteniglich zu erkennen, mit vleyss unterdeniglich pittend, sich solchs irs erpietens benugen zu lassen, die sachen diss Reichs tags daruf gnediglich und furderlich zu enden und sie lenger nit ufzuhalten. Das erpieten sie sich, neben iren pflichten unterdeniglich zu verdienen–g.3

    « Nr. 191 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Frankreich, Reichskammergericht, Münzwesen) »

    [1.] Beginn des Romzuges; [2.] Treffpunkt der Reichskontingente; [3.] Verwendungszweck der Reichshilfe; [4.] Abstimmung Kg. Maximilians über Einzelfragen der Kriegsführung mit Feldhauptmann und Kriegsräten; [5.] Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; [6.] Unterhalt von Feldhauptmann und Kriegsräten; [7.] Ankündigung einer Stellungnahme zu Reichskammergericht und Münzwesen; [8.] zusätzliche Beratungspunkte des RT; [9.] Forderung nach Bildung eines Ausschusses für Fragen im Zusammenhang mit dem Aufmarsch der Reichskontingente; [10.] Verweigerung von Nachlässen an der Reichshilfe zugunsten einzelner Stände.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 14. Juli 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 509–512 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 59–62 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen; Vermerk über die Abschrift durch die Stände: Uf mitwoch nach Margarete [14.7.] im parfusercloster zu Costenz 1507.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 55–57 (Kop.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 79–81’ (Kop., Verm.: Als ich 1  am mitwochen [nach] St. Margreten tag in predigercloster vor kgl. Mt. rete in sachen der verhore zwischen meinem gn. H. von Bamberg und Linhart Rauber 2  aufgezeichent, gelesen und gehandelt hab, dweyl haben der Ff. schreiber, wie hernach volgt, aufgezeichent und geschriben. Und hat mir Dr. Jacob 3 , meins gn. H. de Basele rate, sein verzeichnis gelihen, die laut also. Randverm.: Man hat mir nichts davon gesagt. Ich hett sunst mein sach darnach gericht, das ein ander hett geschriben.) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 188–190’, 193’ (Kop., Datumverm., Dorsalverm.: Röm. kgl. Mt. begern, darauf der stend antwurt, zu Costenz an mitichen nach Margrethe Ao. etc. VII.) = [E]. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 37–40 (Kop. mit vereinzelten Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen) = [F]. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 8–10’ (Kop.). Lübeck, StdA, RTA ŠII, Fasz. 3, fol. 38–41 (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 34–36 (Kop. mit Randvermm.). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 330–330’ (Fragment).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 917, S. 725–728.

    /509/ Auf der stend des Reichs frag und begern an die kgl. Mt., unterricht zu haben der nachvolgenden artikel halben [Nr. 176], ist kgl. Mt. antwurt und anzaigen.
    [1.] Anfenglich des zugs halben, zu welcher zeit der angeen soll etc. Hieraufa ist kgl. Mt. antwurt und anzaigen, daz irer Mt. will und gmuet ware, das solher zug zum furderlichsten furgenomen wurde, in ansehung und bedacht, daz sich nu die winterzeit nahet und die bosen wintertag kumen, und sonderlich, damit die kgl. Mt. die Ff. und communen in Italien, auch die Aidgnossen und ander, die irer Mt. und des Hl. Reichs partey sein und zu solichem zug ir hilf, rat, furdrung und beystand tun werden, in irem furnemen und zuesagen bey guetem willen, darinnen sy gegen kgl. Mt. und dem Reich zu disem zug steen und darzu practiciern verhelfen, behalten mug und dieselben durch die haar4 und verlengrung des zugs nit in verdriess, abfal und verzweiflung gelait und geursacht, auch dardurch der Kg. zu Frankreich nit gesterkt werde, daraus dann kgl. Mt. und dem Reiche unuberwindlicher nachteyl entsteen mocht.
    [2.] /509’/ An welcher malstat die versamblung des volks beschehen sol, ist kgl. Mt. anzaigen und gevallen, das solichs hie zu Costenz beschehe, das dann ir kgl. Mt. allen furnemen und sachen nach am glegnesten und besten ansiecht.
    [3.] Gegen wen und an welhes ort die kgl. Mt. die hilf gebrauchen wol, darauf zaigt ir kgl. Mt. an, das solich hilf zu gebrauchen sey gegen allen den, so ir kgl. Mt. an dem romzug und der ksl. cron zu irren untersteen und zu erobrung und behaltung dero, so die kgl. Mt. noch fur irer Mt. guet partey helt und dem Hl. Reich on mittel unterworfen sein, als Mgff. von Mantua, Ferrar, Monteferrar, Florenz, auch andere Ff., communen und stende in Italia, wie sich dann die kgl. Mt. des mit dem haubtman sambt den verordenten raten verainen und die notturft des Hl. Reichs erfordern wurde, davon dannocht yetzo, als wol zu ermessen, so weyt nit zu reden und zu handeln ist.
    [4.] Auf das, ob die kgl. Mt. mit rat des haubtmans und der gedachten rate oder fur sich selbs handeln wolle, ist kgl. Mt. anzaigen und antwurt, das /510/ irer Mt. gemuet und mainung nye anderst gewest und noch sey, dann das ir Mt. all sachen mit rat derselben5 haubtmans und rate handlen und volziehen wolle. Ir Mt. hab auch darumb begert [Nr. 187] und noch, irer Mt. solhen haubtman und rate zuzeordnen.
    [5.] Daz die stend anzaigen, guet sein, daz sich die kgl. Mt. yetzo entsliessen, auf was mainung und wie man mit dem Kg. zu Frankreich durch die botschaft, so ir röm. kgl. Mt. zu im zu schicken furgenomen hat, handlen solle. Darauf ist kgl. Mt. antwurt und anzaigen, daz irer Mt. noch gevallen und guet bedunken woll, daz also ain botschaft zu dem Kg. zu Frankreich geschickt werde, doch nit treffenlich noch in grosser anzal, sonder gering und nit zu treffenlich personen, und daz dieselb botschaft Šin bevelch hab, auf nachvolgend artikel und mainung zu werben: Nemblich, das der Kg. zu Frankreich irer kgl. Mt. die pass, dero ir kgl. Mt. zu dem romzug aus notturft und von sicherheit wegen anzaigen und begern wirt, eingeben wolle, dieselben durch die kgl. Mt., /510’/ damit ir Mt. iren freyen und sichern ein- und außzug umb die ksl. cron gehaben mog, besetzen zu lassen. Zum andern, damit er aller Ff., communen und steenden in Italien, so dem Hl. Reich unterworfen, verwandt und der billicheit nach verphlicht sein sollen, genzlich entslag, der nicht annem, sonder irer kgl. Mt. als irer Mt. und des Reichs untertanen zu gehorsam kumen lass, wie er des in craft der vertrag, so zwischen inen baiden aufgericht6, zu tun schuldig war. Zum dritten, als sich zwischen röm. kgl. Mt. und dem Kg. zu Frankreich irrung halten von wegen des Hm. Mayland, damit Mayland, was daran herdishalb des Phadts7 ligt, sequesterweyse den stenden des Reichs zugestelt, b und was enhalb des Phadt ligt mit Genua, sol alles dem Kg. von Frankreich pleiben, so ist sein tail grosser dann des Reichs teil-b, bis das mit recht ausgetragen wurd, wem das ganz Hm. billich zuestee. Wie dann der und ander artikel durch ain instruction nachc der stend rate weiter und notturftiglich begriffen und angezaigt werden mugen.
    [6.] /511/ Als die stend begern zu wissen, wer den haubtman und rate unterhalten solle, ist kgl. Mt. mainung, das solichs beschehe von dem anslag der hilf.
    [7.] Belangend daz chammergericht und guldin munz und wagen, daran sol es kgl. Mt. halben kain mangel haben. Und ist ir Mt. willens, den stenden irer Mt. mainung und antwurt, darab sy ungezweivelt wol zufriden sein werden, in schrift von stund an zu erkennen zu geben.
    [8.] Auf der stende anzaigen, was kgl. Mt. mer willen hett, in disem tuen oder sachen furzunemen, daz sich ir Mt. des alles endlich entsliessen und den stenden furderlich darinnen zu handlen verzaichent ubergeben wolle. Darauf ist kgl. Mt. antwurt, daz ir Mt. auf ditzmal nach gehandeltend dingen nicht weiter wisse. Aber ob irer Mt. oder inen noch etwas sachen und notturften furfielen, die will ir Mt. zu gueter zeit an sy langen lassen, auch von inen vernemen und darinnen irem oder derjen, die sy bey irer Mt. an irer stat lassen, rat und guetbedunken nach handlen.
    [9.] /511’/ Und nachdem oben angezaigt kgl. Mt. will und gmut ist, damit der anzug furderlich furgenomen wird, so bedenkt auch ir Mt. gn. und guter maynung, auch fur notturftig, das von der tat und furnemen, so aus solchem anzug kumen und erwachsen mag, geredt und notturftiglich bewegt werde. Darumb ware kgl. Mt. anzaigen und guetbedunken, so die hilf des zugs durch die versamblung beslossen, das alßdann von den stenden ain ausschuss verordent, demselben gwalt und bevelh Šgegeben wurd, sich des anzugs, auch der tat und furnemen, so daraus kumen sollen, mit kgl. Mt. notturftiglich zu unterreden, dasselb zu bedenken und zu ratslagen. Mit demselben außschuss wolt die kgl. Mt., was das nutzest und pest fur das Hl. Reich sein wurd, entlich sliessen. Dann solich sachen yetzo nit entlich noch gruntlich in der ganzen gmain zu erofnen sein, wie obsteet.
    [10.] Zuletst ist kgl. Mt. anzaigen und begern, so dise hilf dem Hl. Reich zuguet beschehen und gedeyhen sol, damit die stend dermassen underainander sliessen und bestellen, daz kainer aus in, der mynst als der maist, ir kgl. Mt. umb nachlass seins geburenden /512/ anslags nit ansuech, sonder ain yeglicher den, wie er hie beslossen und aufgelegt wirdet, getreulich, furderlich und guetwilliglich vollziehen. So will inen auch ir kgl. Mt. gleublich zuesagen, nyemands darin ainichen nachlass zu tun und sich des zu entslagen in des haubtmans und der rat gwalt.

    « Nr. 192 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe) »

    [1.] Garantierung der Gesamthöhe der Romzughilfe; [2.] Garantierung der 120 000 fl. Geldhilfe; [3.] Anberaumung eines neuen RT zur Beratung über Krieg und Frieden bei Widerstand gegen den Romzug.

    Konstanz, 14. Juli 1507 (mitwoch nach Margarete).
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 513–513’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 63–63’ (Kop., Datumverm.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 57–57’ (Kop.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 82 (Kop.) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 14 (Kop.). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 40–40’ (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 41–41’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 36–36’ (Kop.)1. München, HStA, KÄA 3136, fol. 194 (Kop.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 918, S. 728.

    [1.] /513/ Auf vorbeschehen verwilligung, so die stend des Reichs röm. kgl. Mt. getan haben [Nr. 190, Pkt. 4] , ist kgl. Mt. entlich und ernstlich begern, von erst, das die stende irer kgl. Mt. die hilf der zwelftausent mann, nemlich IIIM zu ross und neuntausent zu fuess, yetzo volkomenlich zuesagen und verfolgen lassen, und das die gewiss sein.
    [2.] Zum andern, das irer kgl. Mt. die hunderttausent und zwainzigtausent fl. vervolgen in abslag der neuntausent zu fuess, wie vor davon geredt ist [Nr. 190, Pkt. 5] , damit durch ir Mt. mitsambt dem hauptmann und raten fueßvolk in der nah aufgenomen werden muge.
    [3.] Zum dritten, das auf disen reichstag und besluss hie von den stenden des Reichs ain reichstag gen Nurnberg oder Frankfort furgenomen werd, auf das, wie sich kgl. Mt. und des Reichs sachen im zug zuetragen, und nemlich, ob die notturft ervordern wurd, mit jemands, gegen dem die kgl. Mt. im zug in krieg kummen mocht, rachtigung oder anstand zu machen oder erstreckung der hilf und anderer sachen halben ichts furzunemen und zu handlen, /513’/ das dann die stend auf demselben reichstag gewalt und bevelh haben, kgl. Mt. darin rat und hilf zu beweisen, darnach sich auch ir kgl. Mt. allzeit halten wil.

    « ŠNr. 193  Votum Kursachsens (Romzughilfe, Frankreich, Reichskammergericht, Münzwesen) 1  »

    [1.] Beginn des Romzuges; [2.] Treffpunkt der Reichskontingente; [3.] Verwendungszweck der Reichshilfe; [4.] Abstimmung Kg. Maximilians über Einzelfragen der Kriegsführung mit Feldhauptmann und Kriegsräten; [5.] Gesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; [6.] Unterhalt von Feldhauptmann und Kriegsräten; [7.] angekündigte kgl. Resolution zu Reichskammergericht und Münzwesen; [8.] zusätzliche Verhandlungspunkte des RT; [9.] Deputierung von Bevollmächtigten für Fragen im Zusammenhang mit dem Aufmarsch der Reichskontingente; [10.] Zusage Kg. Maximilians bezüglich der Verweigerung von Nachlässen an der Reichshilfe für einzelne Stände; [11.] Garantierung der Gesamthöhe der Romzughilfe, Garantie der 120 000 fl. Geldhilfe, Anberaumung eines neuen RT zu Beratungen über Krieg und Frieden bei Widerstand gegen den kgl. Romzug.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 14. oder 15. Juli 1507.
    Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 19 (Konz., Überschr.: Alles auf der andern Ff. gefallen.) = Textvorlage A.

    [1.] /19/ Anfangs der zeit halb des zugs, wan er angehen solle etc., lest ime mein gnst. H. gefallen. Allein bit sein Gn. zu bedenken, das die zeit so geraum angesetzt werde, das ein jder F. die sein schicken moge.
    [2.] Der malstadt alhie zu Costenz hat sein Gn. auch kein mangel.
    [3.] Gegen und an welchen ort etc.: Het mein gnst. H. bevorn leiden mogen, das kgl. Mt. darumb ungefragt blieben were.
    [4.] Der vierde artikel bleibt meins gnst. H. halb in seim werde.
    [5.] a Er werde gut wort geben; es werde sich nymands leichtlich schicken lassen-a.
    [6.] Der sechste artikel bestehet vor sich selbs. Die hulf wird aber domit geringert.
    [7.] Antwort auf den sibenden artikel ist zu gewarten.
    [8.] Der achte artikel placet.
    [9.] Der neunde artikel, den ausschoß betreffend, wird van m[einem] gnst. H. nit angefochten.
    [10.] Den letzten artikel syhet mein gnst. H. vor nutz und gut an.
    [11.] Auf die letzten drey artikel: Und sunderlich den ersten, bedenkt mein gn. H. nutz und gut sein zu ermessen, dan sein Gn. gedenkt allein vor sich zu sagen und dasselb auch zu halten. Gefelt der andren artikeln den andren Kff., Ff. und stenden, so well sich sein Gn. von iren Gnn. nit sundern. Umb den andren reichstag liße das sein Gn. bey der andern Hh. bedenken.

    « ŠNr. 194  Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Romzughilfe, Frankreich, Frieden und Recht, Münzwesen etc.) »

    Schlußresolution der Stände, Bitte um Abschluß der RT-Verhandlungen; A. Höhe und Dauer der Romzughilfe, Bewilligung einer Geldhilfe von 120 000 fl. in Verrechnung mit den bewilligten Fußtruppen; B. Garantie über die Höhe der Hilfsbewilligung, Unverbindlichkeit der Zusage hinsichtlich abwesender Reichsstände, Vorgehen gegen säumige Stände; C. Beitragspflicht der Reichsmittelbaren; D. Sammlungstermin für die Reichskontingente; E. Treffpunkt der Reichskontingente; F. Verzicht auf die Bestellung eines Feldhauptmanns und von Kriegsräten; G. Verbot eines Nachlasses an der Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; H. Leistung der Reichshilfe mit Truppen; I. Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; K. Gewährleistung von Frieden und Recht im Reich, Verabschiedung von Ordnungen für das Münzwesen und für Goldwaagen; L. Ablehnung eines Ausschusses für Fragen im Zusammenhang mit dem Aufmarsch der Reichskontingente; M. Ablehnung eines weiteren RT; N. Angliederung von Eroberungen während des Romzugs an das Reich; O. Bitte um verantwortungsvolle Verwendung der Hilfe; P. Forderung nach einem Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich.

    Konstanz, 15. Juli 1507 (dornstag divisionis apostolorum/dornstag nach Margarete virginis). Am gleichen Tag Abschrift durch die Reichsstände.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 515–517’ (Kop., Überschr.: Auf kgl. Mt. letzt ubergeben artikl [Nrr. 191f.], den romzug betreffend, haben sich die stend des Reichs endlich entslossen, wie hernach volgt.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 64–69 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr. wie A, Datumverm.: Uf dornstag divisionis apostolorum Ao. Dni. XV C  septimo.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 57’-61 (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 95–99’ (Kop., Vermerk über die Abschrift durch die Stände: Am donerstag divisionis apostolorum Ao. etc. VII o  im closter zu den Parfusen zu Costenz. Überschr. wie A) = [D]. München, HStA, KÄA 3136, fol. 184–187’ (Kop., Datumverm. wie B, Überschr. wie A. Dorsalverm.: Bewilligung der hulf Ao. 1507.) = [E]. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 40–43’ (Kop., Datumverm. wie B, Überschr. wie A). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 41–45’ (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 37–40 (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 42–46’ (Kop., Überschr. wie A). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 315–318’ (Kop., Datumverm. wie B). Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. II, unfol. (Kop., Datumverm.: Uf dornstag nach Margarete virginis Ao. septimo; Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 920, S. 730–734 (Datierung auf den 19.7.).

    /515/ Nemlich, als kgl. Mt. auf diesem Reichs tag hat furgenomen zu handlen, die ksl. cron zu erholen, auch denen, so irer Mt. in solichem widerstand tun wurden, dapferlich zu begegnen und das, so dem Hl. Reich in Italien entzogen ist, widerzupringen, und des von den stenden des Reichs ein dapfere hilf begert [Nrr. 5, Pkt. 8; 150, Pkt. 26; Š 156, Pkt. 1], darauf bisher die stende allerley handlung und bewegung gehabt, auch der kgl. Mt. ire beswerung und darlegung, so sie bißher in kurzer zeit nacheinander getan, darzu ir vermugen eroffnet. So haben sie sich yetzo endlich desjenen, so dieser zeit in irem vermogen steet und das sie tun konnen und mogen, entslossen in nachfolgender form; darauf sie bitten, die sachen diss Reichs tags endlich zu entledigen und sie nit lenger ufzuhalten, damit sie auch zeitlich anheim komen und die hilf desterbas und eher furdern und tun mugen.
    A.2 a Erstlich, so wollen sie kgl. Mt. aus gutem, freyem willen, iren kgl. Gn. und dem Hl. Reich zu wolfart, aufnemen und gutem, die begerten hilf, nemlich zwolftausent man, /515’/ darunder dreytausent zu roß und neuntausent zu fuß sein sollen, zu den obangezeigten furnemen und sachen willigen und zusagen, sechs monat lang zu underhalten und doch das geschrey der hilf ein jar lang zu underhalten und auf dreissigtausent starkb ausschellen lassen–a.
    Item, so wollen sie der kgl. Mt. hunderttausent und zwenzigtausent fl. zu underhaltung irs bestellten kriegsvolks in abslag der neuntausent zu fuß geben und reychen, wie dann kgl. Mt. vormals begert [Nrr. 185, Pkt. 2; 192, Pkt. 2] , auch durch die stende zu tun erpoten ist [Nr. 190, Pkt. 5] .
    B. Item wollen sie seiner Mt. die angezeigten hilf, wie hernachvolgt, gewiß ordnen und machen, nemlich als sie iren kgl. Gn. hievor einen anslag gemacht, sich ob den zwelftausent mannen bis in dreyzehentausent streckend3, daraus sie die erst zugesagt und erpoten zehentausent man gewiß geachtet und gehalten [Nr. 178, Pkt. 3/4], darauf wollen sie yetzo ausserhalb der kgl. Mt. erbland noch zweytausent, nemlich tausent zu roß und tausent zu fuß auf- und zuslagen, also das die zwelftausent daraus wol und reychlich komen und genomen werden mogen. Es wollen auch die stend, alhie versamelt, yeder fur sich sein aufgelegte anzal der hilf zusagen. Aber fur die abwesenden, und so nit alhie sein, mogen sie nichts zusagen noch sich verpflichten. Wo aber yemands in solichem ungehorsam sein wurde, zweifeln /516/ die stende nit, kgl. Mt. werde die wol wissen zu gehorsam zu bringen. Was auch die stende darzu raten und furdern mogen, das sein sie underteniglich zu tun auch willig.
    C. Doch sollen einem yeglichen diejenen, so ime und nit dem Reich von alters gedienet haben, was stands die seyen, in diesem dinst auch volgen und vorbehalten sein.
    D. Und als kgl. Mt. in iren artikeln der zeit halber des anzugs ursach angezeigt, derhalb gut und not sey, den anzug furderlich furzunemen [Nr. 191, Pkt. 1] , das bewegen die stende aus denselben und andern guten ursachen auch fur nutz und gut, das es zum furderlichsten, es moglich, furgenomen; doch das die zeit also gesetzt und furgenomen, das den stenden moglich sey, auf dieselb zeit ir hilf mit volk und gelt zu Šleysten, damit der weytst und der nahst miteinander komen, die hilf dester dapferer gescheen moge und nit gestymmelt werde. Und bedeucht sie, die zeit des anzugs auf St. Gallen tag [16.10.] zu setzen sein, das yederman mit seiner hilf an leut und gelt auf demselben tag alhie zu Costenz geschickt erschiene.
    E. Und als kgl. Mt. furter hat tun anzeigen, gegen wem und an weliche ort sie soliche hilf geprauchen wolle [Nr. 191, Pkt. 3] , lassen inen die stende wol gefallen.
    /516’/ F. Auf die artikel, hauptman und rete betreffen, die irer Mt. zuzuordnen etc. [Nr. 191, Pkt. 4] , ermessen und bewegen die stende, dieweil ir kgl. Mt. als das haupt und herr, röm. Kg. und zukunftiger Ks. selbs in feld sein werde und als der erfarn und verstendig der krieg der personen, so zu solichen sachen tuglich und geschickt sein, am meynsten wissend und kundig, das darumb onnot sey, irer Mt. die zuzuordnen. Wann ir kgl. Mt. wisse als der verstendig und erfarn, wie obsteet, die, so darzu tuglich und geschickt sein, selbs darzuzuziehen und zu nemen und sich damit wol und notdurftiglich zu versehen.
    G. Der artikel meldend, das nyemands sich der hilf zu erlassen ansuchen, so wolle sich kgl. Mt. auch ichts nachzulassen entslagen [Nr. 191, Pkt. 10] , gefellet den stenden. Und ist ire gruntlich und entlich furnemen und meynung, das nyemands ir Mt. darumb ansuchen oder bitten, das auch nyemands solich nachlassen, wo es beschehe, das doch nit sein soll, annemen und das sein Mt. auch des nyemands erlassen oder ichts nachlassen soll, ob sein kgl. Gn. schon darumb angesucht oder gebeten wurde.
    H. Auch ist der stende meynung, das kgl. Mt. uber die hunderttausent und zwenzigtausent fl. zugesagter hilf, wie die yetzo alhie unter die stende gesetzt und angeslagen werden, kein gelt fur die hilf zu roß oder fuß nemen noch sich yemands abkaufen lassen soll, damit die hilf dester dapferer und erschießlicher geschee.
    /516a/ I. Der schickung halber gen Frankenreich [Nr. 191, Pkt. 5]  haben die stende des Reichs, solich schickung treffenlich zu tun, gar guter meynung und beweglicher ursachen kgl. Mt. zu eren und gutem angezeigt, nit in meynung, die hilf dadurch zu verziehen oder nit zu tun, sonder ob ichts leidlichs und guts zwuschen beden Kgg. als den treffenlichsten weltlichen stenden der cristenheit durch die stende funden, damit der krieg zwuschen inen furkomen und des Reichs hilf an ander ort in Italia dester dapferer und erschißlicher bescheen, auch irer beder macht in eynigkeit zu widerstand den unglaubigen und anfechtern des cristenlichen glaubens gepraucht, auch kgl. Mt. und des Reichs furnemen, wo sich der Kg. in solicher handlung unschicklich zeigen oder halten wurde, gegen der bebstlichen Hlt. und allen stenden der cristenhait desterbas verantwurt werden mocht. Und ist die potschaft darumb treffenlich zu tun angesehen gewest, damit die bey dem Kg. dester mer angesehener und geachter were, auch dester stattlicher, fruchtparer und dapferer handeln mocht. Wann kleine, geringe potschaft mocht verachtlich angesehen werden und unfruchtpar erscheinen, auch mer zu widerwillen wann fruntschaft oder gutem dienen. Aber wie dem, wo kgl. Mt. in solicher der stende treffenlicher schickung einiche beswerung hat, so stellen sie solichs zu irer Mt. gefallen, darin durch sich selbs nach irem willen und gutbedunken mogen schickung furnemen.
    Š/516a’/ K. Furter, betreffend aufrichtung fridens und rechtens, auch ordnung der monz und gulden wagen, wartend die stende kgl. Mt. antwurt in solichem, bitten auch die furderlich, damit die onverzuglich aufgericht und die stende ire hilf desterbas leysten und tun mogen.
    L. Weyter, als kgl. Mt. einen ausschus zu ire zu ordnen, auch demselben gewalt und bevelhe zu geben, sich des anzugs, auch der tat und furnemens mit iren Gn. zu underreden, begert hat [Nr. 191, Pkt. 9] , bedunkt die stende onnot, nachdem sie, wie auß obgeschrieben artikeln zu vernemen, diese sachen und furnemen kgl. Mt. als dem herrn, auch hochverstendigen und erfaren notturftiglich zu handeln und zu versehen zugestelt haben, ungezweifelt, kgl. Mt. wisse als hochvernunftiger, verstendiger, erfarner Kg. solichs mit der vernunftigen furbetrachtung und erwegung dermass furzunemen, anzustellen und zu handeln, das solichs irer Mt., dem Hl. Reich und allen stenden desselben zu lob, ere, wolfart und gutem erspriessen werde.
    M. Furter, betreffend den begerten Reichs tag, haben die stende kgl. Mt. hievor ir merklich obligend beswerung, erlitten darlegen und unvermoglicheit angezeigt [Nr. 178, Pkt. 1f.], zusambt dem, sie auch ytzo alhie /517/ ein merklich zerung getan. Darumb und so inen aus solichem neuen Reichs tag noch mer zerung und beswerung erwachsen wurden und sie dann bei iren landen und leuten kumet4 diese hilf und beswerung auszubringen wissen, so konnen sie kgl. Mt. kein weiter oder lenger hilf tun oder bewilligen, wann sie sich, wie obstet, begeben haben. Darumb so sey des Reichs tags onnot, were auch den stenden, wie angezeigt, merklich beswerlich, und mer beschwerlich, wann5 kgl. Mt. nutzs daraus komen mocht.
    N. Und ist der stende meynung, das alles das, so von landen, leuten, slossen oder stetten in diesem romzug erobert, gewonnen oder erlangt, oder ob sich yemands ans Reich slagen oder ergeben wurde, dem Hl. Reich in ewig zeit zusteen, pleiben und in kgl. Mt. und des Reichs chamern und nach seinem abgang seinen nachkomen, röm. Kss. und Kgg., verfolgen und gedeyen und davon on verwilligung der Kff. nit vereussert, vergeben, entpfrembdt oder verliehen werden soll in eynichen weg.
    O. Zuletzst, soc ist der stende undertenig bitt, das kgl. Mt. diese hilf dermaß anlegen und gebrauchen wolle, das die dem Hl. /517’/ Reich zu nutz und gut kome und die beswer und darlegen, so bißher uf den stenden des Reichs teutscher nacion gelegen sein, von inen gewendet und mit dem, so erobert wurdet, erhalten und verlegt werde, wie dann kgl. Mt. mermals gn. meynung hat tun anzeigen [Nrr. 179, Pkt. 3; 181, Pkt. 4] .
    P. Item sehen die stende des Reichs fur not und gut an, das kgl. Mt. ein gemein mandat im Hl. Reich außgeen lasse, das sich nyemands teutscher nacion oder des Reichs verwandter, was wirden oder stands der sey, zu roß oder fuß zu yemands, der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in diesem furnemen widerwertig, slagen oder in dinst begeben soll. Wo aber yemands solichs daruber tun wurde, das derselb ein ewiger veind des Reichs Šgeachtet und an leib und gut, wo er betreten, gestraft, auch nimmermer ins Reich gelassen werden sollt etc.

    « Nr. 195 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Reichskammergericht) »

    [1.] Verwendung der fiskalischen und Kanzleigefälle zur Finanzierung des Kammergerichts; [2.] außergerichtliche Einigung bei Fiskalprozessen; [3.] Standort des Kammergerichts, Besetzung des Kammerrichteramts; [4.] Exekution kammergerichtlicher Urteile, insbesondere bei hartnäckigem Ungehorsam von Geächteten; [5.] Beratungen über die Verlängerung des Kammergerichts nach sechs Jahren.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, wahrscheinlich 15. Juli 1507.1 
    Wien, HHStA, Maximiliana 40 (alt 33b), Fasz. II/27, fol. 1–2 (Kop., Überschr.: Des chamergerichts halber.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 43–44 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Überschr. wie A) = B2.

    [1.] /1/ Erstlich der ubermass der fiscalischen und canzleyfelle halber3, bewegen die stendea noch, wie vormals auch angezeigt4, dieweil dieselben fell ungewiss sein und nit eins jars als des andern fallen, sich auch nicht hoch uf die fiscalischen sachen oder fell zu trosten oder zu hoffen ist, b so bitten die stende kgl. Mt. -b, c dieselben ubermass bey dem camergericht pleyben zu lassen-c bis zu ausgang der sechs jare, damit das camergericht die bestimpten zeit dester stattlicher erhalten und nit gestymmelt werd. Was aber zu ausgang der sechs jare uberig sein wurde, das solichs kgl. Mt. verfolge.
    [2.] Uf den artikel, meldend, das der fiscal kein vertrag one bewilligung kgl. Mt. oder des camerrichters etc. annemen soll5, d bitten die stende des Reychs kgl. Mt. -d, e dieweil ir Mt. zu zeyten weit vom camergericht und swerlich zu erlangen sein möcht, auch der richter von seiner Mt. gesetzt wurdet, der dann mit den zweyen assessorn des insehens tun soll, das ir Mt. denselben artikel lass pleyben, wie er vormals durch die stende gesetzt gewest-e.
    [3.] Der malstadt des camergerichts und auch des richters halben, f bewegen die stende noch-f aus vormals angezeigten und andern meher redlichen ursachen nutz und gut sein, das die bede ytzo geandert werden, wie vormals /1’/ angezeigt und gebeten Šist6. g Wo aber kgl. Mt. ye uf der malstatt zu Regenspurg und Bf. daselbst als richter pleyben und nit davon das erst jare weichen will-g, so h gedenken die stende seinen kgl. Gn. darin zu undertenigem gefallen zu entweichen-h, doch mit der undertenigen bitt und anzeig, i das des andern jars die verruckung der malstadt und anderung des richters, wie vormals j durch kgl. Mt. -j angezeigt7, one all ferrer wegerung und verzug beschehe–i.

    [4.] Die execution betreffen.

    Bedunkt die stendek gut sein, bitten auch, den ersten artikel der execution pleyben zu lassen, wie er vormals durch die stende gestelt gewest ist.8 
    Uf den andern artikel, ferrer execution belangend, so acht und bann nit helfen wolten9, l meynen die stende-l, das derselb wol uf kgl. Mt. oder ire rete, m auch die zwen Kff. und Ff. oder ire rete-m, so jerlich bey dem chamergericht, wie vormals angezeigt, erscheynen sollen, zu setzen sey, n mitsampt dem camergericht-n zu beratschlagen, wie ferner execution o verholfen werden mog und soll-o.
    [5.] /2/ Die letzsten der kgl. Mt. verzeichnus, das man vor ausgang der sechs jare zusamenkomen soll, sich ferner zu unterreden, wie das camergericht furter erhalten werden moge10, p lassen inen die stende-p auch wol gefallen, q ist irs erwegens ein grosse notturft-q.

    « Nr. 196 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Frankreich, Friede und Recht, Münzwesen etc.) »

    A. Höhe und Dauer der Romzughilfe, Bewilligung einer Geldhilfe von 120 000 fl. in Verrechnung mit den bewilligten Fußtruppen; B. Garantie über die Höhe der Hilfsbewilligung, Verbindlichkeit der Bewilligung für abwesende Reichsstände, Vorgehen gegen säumige Stände; C. Beitragspflicht der Reichsmittelbaren; D. Sammlungstermin für die Reichskontingente; E. Treffpunkt der Reichskontingente; F. Bestellung eines Feldhauptmanns und der Kriegsräte; G. Verbot eines NachlasŠses an der Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; H. Leistung der Reichshilfe mit Truppen; I. Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; K. Gewährleistung von Frieden und Recht im Reich, Verabschiedung von Ordnungen für das Münzwesen und für Goldwaagen; L. Beratung über Fragen in Zusammenhang mit dem Aufmarsch der Reichskontingente gemeinsam mit dem Feldhauptmann und den Kriegsräten; M. Forderung nach Abordnung ständischer Deputierter nach Nürnberg zur Beratung anfallender Angelegenheiten; N. Angliederung größerer Eroberungen während des Romzuges an das Hl. Reich, Verleihung kleinerer Eroberungen durch Kg. Maximilian; P. Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 17. Juli 1507. Von den Reichsständen kopiert am 18. Juli.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 518–520’ (Kop., Aufschr.: Von kgl. Mt. ubergeben uf der stende des Reichs vorgeschrieben artikel [Nr. 194].) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 70–71’ (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 61–61’ (Kop., Überschr.: Hernach volgt kgl. Mt. gegenrede uf der stend des Richs vorgemelter artikel entschliessung.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 107’-107a (Kop., Vermerk über die Abschrift durch die Stände: Am sontag nach divisionis apostolorum [18.7.] Ao. etc. VIIo zu den Parfussen.) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 26–27 (Kop., Datumverm.: Sonabents nach divisionis apostolorum [17.7.] Ao. etc. VIIo.). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 53–54’ (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 55–56’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 46’-47’ (Kop.). Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. II, unfol. (Kop.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 921, S. 734f. (Datierung auf den 19.7.).

    /518/ A.2 Placet.
    B. Als stet, das die stend fur die abwesende nichtz zusagen noch verphlichten mogen: Ist desselben anhangs nit not. Dann die gemein versamblung hat nach herkomen und gewonheit des Hl. Reichs die macht und den gebrauch, was durch sy beslossen wirdet, das die andern stend, so nit erscheinen, nichtdestminder schuldig sein, demselben beschluß ires tails volziehung zu tun.
    C. Placet.
    D. Die zeit des anzugs ist zu lang. Dann kgl. Mt. wirdet zway heer haben und ist mit dem einem yetz berait. Das ander wird nachmals des Reichs haubtman fieren. So muß auch die kgl. Mt. das haubtgeschutz von stund uber das gepirg bringen, /519’/ ee die winterzeit angeet. Darumb ist kgl. Mt. beger, das die versamblung yetz einen ausschuß zu irer Mt. verorden, mit dem befelh, einen beschluß zu machen, das die, den das wol tundlich ist, von stund und vor St. Gallen tag [16.10.] mit irer hilf an leuten und gelt zu Costenz sein; welhen aber das nit moglich ist, doch auf St. Gallen tag gewißlich daselbst zu erscheinen, damit die kgl. Mt. im anfang mit dem ersten heer dest sterker sey und allen sachen im veld dest bas nachgeen mog.
    E. Placet.
    Š F. Die kgl. Mt. will mitsambt dem obgemelten ausschuß der versamblung den haubtman ernennen, auch ret und ordnung machen.
    /520/ G. H. I. Placet.
    K. Ist alles den stenden uberantwurt.3
    L. Will das mit dem haubtman und den reten tun.
    M. Dieweil sich die stend des neuen reichstags besweren, zaigt kgl. Mt. inen hinwiderumb an, das desselben aus dreyen ursachen not sey, nemlich zu frid, zu der notdurft oder zu gluck. Und begert darauf abermals, das die stend yetz einen ausschuß erkiesen, der auf St. Andreen tag nechstkunftig [30.11.] zu Nuremberg sey mit dem befelh /520’/ und gewalt von gemeiner stend wegen, ob kgl. Mt., der haubtman und ret inen aus der notturft ichtz zuschreiben und darin iren rat und beschluß begeren wurde, das derselb ausschuß solhs zu tun macht hab; oder wo den ausschuß im solhs beswerlich bedunken wolt, das darauf derselb erkenne, ob deßhalben eins reichtags not sey oder nit.
    a N. Was Fmm., commun oder ander gros wesen erobert wirdet, das solchs bey dem Reich beleib; was aber gering stuck und confiscation sein, sol kgl. Mt. macht haben, Ff., Gff., Hh. und edeln damit zu begaben umb irs verdienens willen und dardurch sy bewegt werden, ir leib und gut dest begierlicher mer darzustrecken-a.
    P. Mit dem anhang, welhe dieselben enthalten und nit straufen wurden, das die gleicherweis in solher straf steen.

    « Nr. 197 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Reichskammergericht) »

    [1.] Verwendung der fiskalischen und Kanzleigefälle zur Finanzierung des Reichskammergerichts; [2.] außergerichtliche Einigung bei Fiskalprozessen; [3.] Standort des Reichskammergerichts, Besetzung des Kammerrichteramts; [4.] Exekution kammergerichtlicher Urteile, [5./6.] insbesondere bei hartnäckigem Ungehorsam von Geächteten; [7.] Beratungen über die Verlängerung des Reichskammergerichts nach sechs Jahren; [8.] Aufforderung zur Ernennung der ständischen Assessoren.

    s.d., s.l.; von den Reichsständen in Konstanz kopiert am 17. Juli 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 522–524’ (Kop., Überschr.: Kgl. Mt. antwort und meynung uf der stende furhalten [Nr. 195], das chamergericht berurn.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 72–74 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen; Vermerk über die Abschrift durch die Stände: Uf sambstag nach divisionis apostolorum im Parfußer closter Ao. Domini 1507. Überschr. wie A) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 62–63’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 46–48 (Kop., Überschr. wie A) = [D]. München, HStA, KÄA 3136, fol. 196–198 (Kop., Datumverm. wie B) = [E]. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 101–103 (Kop., Š Datumverm. entsprechend B, Überschr. entsprechend A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 24–25’ (Kop., Datumverm. wie B, Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 47–49 (Kop., Überschr. entsprechend A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 40’-42’ (Kop., Überschr. entsprechend A). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 319–321 (Kop., Datumverm. entsprechend B). Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. II, unfol. (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Harpprecht , Reichsarchiv II, Nr. CXXXVIII, hier S. 452–455.

    [1.] /522/ Uf das erst, der fiscalischen und canzlyfell halben, als die stende wie vor begern, dieweil dieselbigen gefell ungewisse sein und nit eins jars als des andern gefallen, sich auch nit hoch uf die fiscalischen sachen oder gefell zu trosten sey, das dann die röm. kgl. Mt. die ubermaß bey dem camergericht pleiben lassen wolt [Nr. 195, Pkt. 1] . Daruf ist die kgl. Mt. entschlossen und der meynung, das ir Mt. solicher fiscalischen und canzlyfell biß in XIIM fl. by dem camergericht pleiben lassen will und was uber dieselb summ ubermaß wurd, das solichs irer Mt. zustee. Dann ir Mt. acht darfur, so das chamergericht in ubung und wesen komen und gehalten, das solich gefell ein groß mer dann XIIM fl. laufen werde.
    [2.] Item, als die stende uf dem artikel, meldend, das der fiscal keinen vertrag on bewilligung kgl. Mt. oder des camergerichts etc. annemen soll etc., die kgl. Mt. bittend, denselbigen artikel pleiben /522’/ zu lassen, wie der vormals durch die stende gesetzt [Nr. 195, Pkt. 2] . Daruf ist kgl. Mt. meynung, was sachen oder hendel biß in zweytausent fl. wert betreffen, das sich der fiscal derselben halben mit bewilligung alleyn des camergerichts vertragen mag, was aber hendel und sachen, die uber zweytausent fl. wert weren, das er sich umb dieselben on bewilligung der kgl. Mt. nit zu vertragen haben, sunder die an die kgl. Mt. gelangen lassen und irer Mt. willen darin erlangen soll.
    [3.] Item, als die stende wie vormals begert, die malstat des chamergerichts, auch den richter ytzo zu verendern, und sich doch erpieten, wo die kgl. Mt. ye uf der malstat zu Regenspurg und dem Bf. zu Passau als richter pleiben woll, das die stende ir kgl. Mt. darin zu entwychen gedenken [Nr. 195, Pkt. 3] . Solich der stende erpieten und furhalten nympt die kgl. Mt. zu gnaden und gefallen an, der meynung, das also die erst jarszeit die malstat des chamergerichts zu Regenspurg und der Bf. /523/ zu Passau chamerrichter sein soll. Und nach verschiener jarßzeit läßt ir die kgl. Mt. fur ein andere malstat gefallen die statt Worms.2 Und schlecht daneben den stenden zu camerrichter fur under den dreyen eynen, nemlichen eyntweders den Bf. zu Straßburg, Rudolfen F. zu Anhalt oder Gf. Adolfen von Nassau, welicher under den dryen solichs annemen will. Doch am ersten zu werben an Straßburg, darnach Nassau, wiewol versehenlich ist, derselb werd es nit annemen, und darnach Anhalt, der es versehenlich annemen wird.
    Š[4.] Item betreffen die execucion3, zeigt kgl. Mt. an, das irer Mt. bedunkens vormals uf gehalten Reichs tagen gnugsam und notturftiglich gehandelt und beschlossen sey, wie die execucion bescheen soll. Und ist daruf irer Mt. begern und gutbedunken, das die stende solich vorbescheen handlung und artikel der execucion halben furhand nemen, ermessen und beratslagen, ob dieselben gnugsam oder ob not sey, ichts weiter und von neuem daruber zu bestellen und zu schliessen.
    [5.] /523’/ Dann uf den artikel, ferrer execucion belangen, so acht und bann nit helfen wollen, wie die widerwertigen und ungehorsamen mit der tat und gewalt zu execucion zu pringen seyen.4 Heruf acht die kgl. Mt. fur not und gut, das yetzo durch die stende ein anslag gemacht und bestelt werde, so also die notturft erfordern wurd, einen oder mer ungehorsamen, an den die acht nit helfen wolt, zu execucion zu bringen, was und mit wievil ein yeglicher der stende zu der tat helfen und dartun soll, und das der kgl. Mt. rete, auch die zwen Kff. und Ff. oder ir rete, so jerlich bey dem chamergericht erscheinen sollen, mitsampt dem chamergericht beratschlagen, wie mit solichem der stend anschlag und hilf mit der tat gegen den ungehorsamen furzunemen sey, auch macht und gewalt haben, solichen der stende anschlag und hilf zu erfordern und irem rate und gutbedunken nach gegen den ungehorsamen mit der tat zu handeln und furzunemen.
    [6.] /524/ Dann, als die stende anzeigen des banns halben5, bedunkt die kgl. Mt. onnot und unfruchtpar, auch dem Reich nachteilig sein. Dann on zweifel, welicher in die acht erkennt und declarirt wird und dieselb acht also leiden, der mag darzu den bann auch dulden. So mocht auch ein babst dadurch ein gerechtigkeit oder oberkeit im Reich schopfen und daruf understeen, stetiglich im Reich zu bannen, wie era ytzo tut. Zusambt dem, das es bißher nit gewonheit gewest und zu besorgen ist, das solichs dem gemynen mann im Reich frembd, unangeneme und spotlich sein wurd, nachdem solichs sust auch in keynem Kgr. gewonheit noch sitt ist. Darumb vermeint die kgl. Mt., der acht gnugsam gemelt sein und des banns zu geschwygen.
    [7.] Zuletzst, als inen die stende kgl. Mt. meynung, nemlich das man vor ußgang sechs jar zusamenkomen soll, sich ferrer des camergerichts halben zu underreden, gefallen lassen [Nr. 195, Pkt. 5] , solichs nympt die kgl. Mt. auch gnediglich an.
    [8.] /524’/ Und uf das alles ist kgl. Mt. begern, das des chamergerichts halben vorgeschriebner gestalt gehandelt und beschlossen, auch durch die stende die bysitzer, wie irer Mt. vormals angezeigt ist [Nr. 180, Pkt. 7] , ernennt und bestelt werden, desgleichen ir kgl. Mt. die iren auch verorden will, damit das chamergericht furderlich angefangen und in ubung und gang gebracht werde.

    « ŠNr. 198  Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Kleiderluxus) »

    [1.] Versorgung der Truppen mit Lebensmitteln; [2.] Ernennung des Feldhauptmanns und der Kriegsräte durch die Reichsstände; [3.] Mitfinanzierung des Romzuges aus Brandschatzungen, Lösegeldern etc.; [4.] Rechte an Gefangenen; [5.] Angliederung von Eroberungen während des Romzuges an das Hl. Reich; [6.] Sold der Reisigen und Fußknechte; [7.] Eide des Hauptmanns, der Kriegsräte und der Landsknechte; [8.] Bestellung eines Hauptmanns für die Fußknechte; [9.] Verabschiedung einer Feldordnung für die Truppen; [10.] Beratung weiterer Punkte mit Hauptmann und Kriegsräten; [11.] Austausch von Reversbriefen über die Artikel der Romzughilfe zwischen Kg. und Reichsständen; [12.] Beitragspflicht der dem RT ferngebliebenen Stände; [13.] Eintreibung von Restanten der Kölner Reichshilfe von 1505; [14.] Verordnung gegen Kleiderluxus; [15.] Bestrafung pflichtvergessener und krimineller Landsknechte.

    Konstanz, 17. Juli 1507 (sambstag nach divisionis apostolorum).
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 527–531 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 76–80 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Datumverm.: Uf sambstag nach divisionis apostolorum [17.7.] Ao. Domini 1507.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 63’-66’ (Kop., Überschr.: Berurn den romzug und ander ordnung.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 103–106 (Kop.)1 = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 20–23’ (Kop., Datumverm. entsprechend B). Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 48’-52’ (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 50–54’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 43–46 (Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 198’-202’ (Kop., Datumverm. entsprechend B). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 322–326 (Kop.). Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. II, unfol. (Kop.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 922, S. 735–738.

    /527/ Als die stende des Reichs kgl. Mt. vor verschinen tagen in ainer zedel etlich artikel [Nr. 176] uberantwurten lassen und darauf von irer Mt. beschaids begert, die inen dann ir kgl. Mt. zum tail verantwurt und erledigt hat [Nr. 191] und inen der ubrigen halben hiemit nachvolgender mainung anzaigt:
    [1.] Item ordnung zu machen, profand zu uberkumen und nachzubringen, bedunkt die kgl. Mt., daz nit fruchtbarera noch not sey, von demselben yetzo zu handeln. Aber ir Mt. will, so ir Mt. in zug kumbt, mitsambt dem haubtman und raten notturftig und dermassen versehung darinnen tuen, daz es deshalben, was anderst naturlich und muglich zuwegen zu bringen ist, kain mangel haben sol. Kgl. Mt. begert aber daneben, daz die stend den zug furdern, ee das die gepirg verschneyen, damit alle notturft dest statlicher zuwegen gebracht werden muge.
    Š[2.] Item zu reden von ainem haubtman und den raten, so denselben zugeordent werden sollen, ist kgl. Mt. begern und maynung, daz die durch die stend ernennt und furgenomen werden.
    [3.] /527’/ Item, wie es mit prandschatzung, schatzung, composition und gefangen gehalten werden sol, daruf ist kgl. Mt. anzaigen, daz prandschatzung und schatzung billig irer Mt. zuesteen sollen, doch dergestalt, daz ir Mt. solich einkumen gebrauch und anleg zu dem zug, als sich auch ir Mt. des genzlich erbeut.
    [4.] Dann der gefangen halben ist kgl. Mt. mainung, was von treffenlichen leuten der widerwertigen, die dann ir Mt. haubtgefangen nennt, gefangen werden, daz dieselben irer Mt. zuesteen, nachdem ir Mt. auch den Ff. und raten fur schaden sten mueß. Was aber von gmainen personen gefangen wurden, die sollen der gmain, nemblich denjen, so sy gefangen hetten und denen die kgl. Mt. nit fur schaden stet, bleiben.
    [5.] Item auf den artikl, so Got wolte, daz man ichts erobern wurde, so vormals zum Reich gehort hett, oder sunst sloss, land, leut, stett oder dergleichen gewynnen etc.: Ist kgl. Mt. antwurt und mainung, was in dem zug erobert und gewunnen oder sich sunst an daz Reich /528/ slahen wurd, daz vormals zum Reich gehort hett, daz ir Mt. dasselb mit willen und gern dem Reich zuesteen und darbey bleyben lassen woll. Was aber ausserhalb desselben erobert wurd, daz ir Mt. damit billich belonen mug diejenen, so irer Mt. in dem zug dienen.
    [6.] Item den sold auf die raisig und fueßknecht, wie den die stend anzaigen, lasst ir die kgl. Mt. gevallen.
    [7.] Item ainen aid zu stellen, den der haubtman tuen sol, ist kgl. Mt. mainung, daz der haubtman und rate schweren sollen, den abschid, wie der hie gemacht und beslossen, und waz inen in craft desselben und von ambtz wegen geburn, inen auch von kgl. Mt. bevolhen wirdet, getreulich zu halten, zu volziehen und demselben nachzukumen.
    Item ain aid zu stellen, so die dienstleut, so geschickt werden, dem haubtman tun sollen, ist kgl. Mt. maynung, das sy schwern ain zimblichen aide, wie es kgl. Mt. und bey den Teutschen gewondheit ist, als maniglich waisst.
    [8.] Item zu gedenken, den fueßknechten auch ain gmainen /528’/ haubtman zuezuordnen, der doch auf den obristen veldhaubtman aufsehen haben und im gehorsam sein sol. Solichs wil die kgl. Mt. mitsambt dem veldhaubtman und raten tuen.
    [9.] Item zu gedenken, wie ordnung, gehorsam und glaub strenglich gehalten werd. Darauf wil die kgl. Mt. mitsambt dem haubtman und raten allen vleiss und ernst ankern, dermassen guet regiment zu machen und zu bestellen, damit ordnung, gehorsam und manszucht gehalten, ungeburlich und ungotlich weesen furkumen und all sachen, wie die notturft ervordert, wol geschickt, dardurch in hofnung, die dienstleut irer kgl. Mt. und dem Reich zu lob, eeren und nutz dienen werden.
    [10.] Item desgleichen von andern mer artiklen, so zur sach dienstlich, nutz oder not sein und zuefallen mogen, zu ratslagen und zu handlen. Hierauf ist kgl. Mt. antwurt, daz ir Mt. leiden mug, was die stend weiter not, nutz und guet ansiecht, davon zu reden. Aber alle sachen und notturft mugen yetz nit betracht und furkumen werden. Was aber aber yetz nit sein /529/ mag und sich im zug begeben und zuetragen wurd, das will die Š kgl. Mt. allezeit mitsambt dem haubtman und raten irer Mt. und des Reichs eren, nutz und besten nach betrachten und anschicken.
    [11.] Item, so die kgl. Mt., Kff., Ff. und stend dis zugs und artikl ainig werden, so sollen des und anders halben notturftig brief zwischen inen aufgericht und hin und wider ubergeben werden. Des ist die kgl. Mt. wol zufriden und willig.
    [12.] Item, wie mit denen, so nit hie erscheinen, zu handeln sey, damit sy ir angeslagen hilf auch laisten und tuen. Darauf ist kgl. Mt. b maynung und guetbedunken, das ir kgl. Mt. -b nach rat der stend an alle, die nit gegenwurtig gewest sein, ernstliche und strenge mandat ausgeen liess, inen darin den besluss und abschid ditz tags erzelet und zu erkennen gebe und darauf ernstlich und strenglich geput, daz ain jeder sein geburend hilf und anslag laistet und volzug.
    Das auch daneben die stend an dieselben ernstlich und vleislich schreiben, solhem beslus und abschid hie volziehung und gehorsam zu tun.
    [13.] /529’/ Es ist auch hiebey kgl. Mt. begern, das die stend beratslahen, wie der anslag und hilf, zu Coln bewilligt2, von denjen, so ir geburend anzal noch nit geraicht haben, eingebracht werden mug. Dann ir Mt. wolt gern mit demselben ausstand die fuer auf daz geschutz, auch graber, wegmacher und ander dergleichen notturft zum zug, und darzu die reuter, so ir Mt. dem babst und Italien zuguet bisher auf ir Mt. gehalten hat, bezalen und weiter underhalten.
    [14.] Nu uber daz ermant die kgl. Mt. die stend, zu bedenken die handlung, so verschiner zeit auf dem reichstag zu Augspurg beschehen ist, berurend daz gold und die seyden3, so yetzo von allen menschen, edeln und unedeln, an claidern und clainoten so gemainlich und reichlich getragen wirdet, daz dann teutscher nacion seer schädlich und phendlich ist, dann damit merklich gelt und guet aus teutschen landen in welsche land verhandelt und verswendt und der adel damit geermert wirdet, daz in allweg nutzer zu behalten und in ander weg der Teutschen gemainen und aigen nutz nach wager4 und besser anzulegen war. Dweyl aber solh handlung /529’/ des stucks halben vormals nit endlich aufgericht und bisher die seiden und gold also mispraucht, dardurch dem Reich und den Teutschen unuberswenklich gelt und guet entzogen, so ist kgl. Mt. begern und guetbedunken, damit nochmals darein gesehen und die vorig furgenomen oder ander ordnung und statut im Reich gesetzt und gemacht, damit solher uncosten erspart, behalten und vermitten wurd, wie dann solichs die stend am besten ansehen und auch guet bedunken wolle.
    [15.] Noch ains, nachdem sich die dienstleut in teutscher nacion, die landsknecht genant, nu ain zeit here angenomen haben, irer phlicht, eer und aid, damit sy sich in kriegen gegen iren herren verpinden, etlichermassen zu vergessen, sich in vil weg ungeburlich und unredlich zu halten, on ursachen aus den diensten zu ziehen, an Šfrembd herrschaften und dienst wider kgl. Mt. und die Teutschen zu slahen und anders deßgleichen ungeburlichs furzunemen, daz nit alles zu ernennen ist, daraus dann bisher nit allain kgl. Mt., sonder andern mer Ff. manigfaltig und gross nachteil, zerruttung und versaumen /530’/ in kriegsleufen begegnet und zugestanden sein, war der kgl. Mt. begern und mainung, ob jendert5 ain ernstliche ordnung und weesen bedacht und aufgericht werden, dardurch solich der landsknecht handlung furohin vermitten und nit zu besorgen seyn mocht. Und zaigt ir Mt. irs bedunkens dise mainung an, wo ain oder mer knecht aus dem Reich und teutschen landen erfarn wurd, der solich ubel handel tat oder ursachet, nemblich das er kgl. Mt. oder ainem andern teutschen F., dem er dienet, ain rais unbillich abslueg, meuterey machet oder sich zu ainem herren, der wider den röm. Kg., daz Reich oder ain andern teutschen F. krieget, slueg oder daz oder ander bose stuck, die gruntlich erkennt und an im erfunden wurden, ursachet, das derselb leib und guet ainem röm. Kg. verfallen und verwurkt hette, dergestalt, ob er persondlich begriffen, daz er dann an seinem leben seinem verdienen nach gestraft und sein hab und gueter seinen leibserben, ob er die hett, verfolget; wo er aber landraumig6 und persondlich nit begriffen wurd, daz dann sein hab und gueter ainem /531/ röm. Kg. confisicert warn. Und so ains röm. Kg. marschalk oder provos auf kgl. Mt. bevelh ainen jeglichen der stend im Reich, des untertan derselb tater war, ersuecht und ermanet, gegen ainem solhen tater, seinem leib, hab und gut berurtermassen furzunemen, daz dann derselb stand solh straf in kgl. Mt. namen volziehen; wo er aber daz nit tuen und darinnen ungehorsam erscheinen wurd, daz dann die kgl. Mt. gegen im selbs umb sein ungehorsam, wie sich geburt, furzunemen hett. Mit dem und durch solich wege achtet und vermainet die kgl. Mt., die dienstleut in ain solich sorgvaltigkeit zu bringen, damit sy hinfur dem Reich und den Teutschen zu allen eeren und nyemer wider sy dienen und alzeit wol tun wurden.

    « Nr. 199 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Romzughilfe, Reichsstatthalteramt) »

    A. Verbindlichkeit der Reichshilfebewilligung für abwesende Reichsstände, Sammlungstermin für die Reichskontingente; B. Ablehnung eines Ausschusses über den Sammlungstermin; C. Ablehnung der Abordnung ständischer Deputierter nach Nürnberg zur Beratung anfallender Angelegenheiten, Ablehnung eines neuen RT, Vorschlag zur Einsetzung eines Reichsstatthalters; D. Verwendung etwaiger Eroberungen; E. Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich; F. Mandate an die Untertanen der Reichsstände zur Erfüllung ihrer Beitragspflicht; G. Einnahme der Geldhilfe von 120 000 fl. – Vermerk über die Einsetzung eines Reichsstatthalters.

    ŠKonstanz, 20. Juli 1507 (dinstag nach divisionis apostolorum).1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 532–533’ (Kop., Überschr.: Beslus der stend des Reichs auf kgl. Mt. verzeichnus der hilf und zugs halber, letzst ubergeben.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 82–83’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Datumverm: Am dinstag nach divisionis apostolorum. Überschr. wie A) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 66’-67’ (Kop., Überschr. wie A) = C.

    /532/ A.2 Die verzeichnus, mit B gezeichnet [Nr. 196, Pkt. B], lassen die stend auf ir selbs beruhen und besteen.
    Auf die verzeichnus, mit D signirt [Nr. 196, Pkt. D], die zeit des anzugs betreffend, haben die stend aus vormals angezeigten ursachen [Nr. 194, Pkt. D] die dermass zu setzen angesehen, damit sich yederman mitlerzeit mit gelt und leuten schicken und auf dem bestimbten tag mit seiner hilf gerust erscheinen, auch die hilf dapfer und außträglich oder fruchtparlich bescheen muge und nit gestymmelt werd. Wann es ist dem nehsten wol als not, zeit zu haben, sich mit gelt und leuten zu schicken, als dem weytisten. Es mocht auch, wo einer des andern nit erpeiten3 und einer vor der andern nachkumen sollt, ein grosse beswerung, ungleicheit und disputacion unter den dinstleuten geberen.
    Wann so einer außgedienet hett und aus dem dinst anheimziehen sollt, so hett der ander noch lang zu dienen. Sollt dann der erst aufprechen und abziehen, mocht ein geschrey und kgl. Mt., als sie on zweifel wol zu ermessen wisse, einen grossen nachteil geberen. Es wurd /532’/ auch denselben ersten pfendlich4, mit irer anzal allein heimzuziehen, wurden underwegen nit klein fare und sorgfeltigkeit besteen. Darumb bitten die stende kgl. Mt., die zeit auf Galli [16.10.] besteen zu lassen, obangezeigt und ander redlich ursach angesehen.
    B. Und als derselb artikel furter tut melden, ein ausschuß zu machen, mit dem sich dann der nachvolgend artikel, mit F [Nr. 196, Pkt. F] bezeichet, tut vergleichen, bewegen und ermessen die stend den ausschus onnot, dieweil alle sachen diss zugs und furnemens auf kgl. Mt. als das haupt und herren mechtiglich gestellt sein, ungezweifelter zuversicht, kgl. Mt. als hochverstendiger, erfarner kriegsman wisse soliche sachen mit allen dingen weißlich und wol furzunemen, zu ordnen und zu versehen.
    C. Auf den artikel, mit M [Nr. 196, Pkt. M] bezeichent, einen ausschus auf Andree [30.11.], auch einen andern Reichs tag belangend, ermessen und bewegen inen die stend solichen ausschus und auch den Reichs tag in der maß aus vor angezeigten [Nr. 194, Pkt. M] /533/ und andern ursachen ganz beschwerlich. a Wo aber kgl. Mt., so Šsie uber berg zuge, hinter ir an irer Gn. stat ymands verliesse, dem mocht sein Gn. in solichem, was not sein wurd, bevelhen-a.
    D. Den artikel, mit N gezeichnet [Nr. 196, Pkt. N], betreffend dasjen, so erobert wurdet etc., lassen inen die stende gefallen.
    E. Den letzsten artikel, betreffend die, so sich auf die widerwertigen seyten slagen und darnach von den verwandten des Reichs enthalten wurden [Nr. 196, Pkt. P], achten die stend vonnoten, das solicher enthalt aufs wissen gesetzt und das dieselben, so sie strafen sollen, des mechtig seind. Wo sie aber dieselben zu strafen nit mechtig weren, das dann dieselben kgl. Mt. oder dem chamerrichter angezeigt wurden, furter gegen inen mit straf zu vollfarn.
    F. Item bewegen die stend notdurftig, ein gemein mandat von kgl. Mt. außzupringen an all /533’/ und yede der Kff., Ff. und anderer stend undertan, geistlich und weltlich, das sie inen in diesem furnemen und zug ire hilf reychen und geben, wie dann eins yeden orts zu helfen geprauch und herkomen ist. Das bitten die stende kgl. Mt., furderlich stellen und fertigen zu lassen, damit die stende solich hilf dester außtraglicher tun mogen.
    G. Item ist vonnoten, das yemands alhie verordent werde, der das gelt der hunderttausent und zwenzigtausent fl. von den stenden entpfahe, einneme und darumb quietire.
    [Ergänzung von anderer Hand:] b Wir mogen auch, so wir also uber berg zu erlangung unser ksl. kronen ziehen, noch ymants hinter uns verlassen, mit bevelhe, in solichem, was die notturft erfordert, zu handeln-b.

    « Nr. 200 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Reichsstatthalteramt) »

    A. Sammlungstermin für die Reichskontingente; B. Ablehnung eines Ausschusses zur Beratung über Angelegenheiten des Romzugs durch die Reichsstände, Ernennung Hg. Heinrichs d. Ä. von Braunschweig-Wolfenbüttel zum Reichshauptmann C. Ablehnung eines neuen RT durch die Stände, Einsetzung eines Reichsstatthalters; D. Verwendung etwaiger Eroberungen; E. Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich; F. Mandate an die Untertanen der Reichsstände zur Erfüllung ihrer Beitragspflicht; G. Einnahme der Geldhilfe von 120 000 fl. – Berechnungskriterium für die Dienstzeit der Reichskontingente; Ausstellung gegenseitiger Reversbriefe durch Kg. und Reichsstände; Entlassung der RT-Teilnehmer nach Erledigung aller Beratungspunkte; Freigabe der eingesammelten Jubelablaßgelder für den Romzug; Annahme des Titels „künftiger Ks.“ durch Kg. Maximilian nach Eröffnung des Romzugs.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 20. Juli 1507 oder kurz danach.
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 534–535 (Kop., Überschr.: Kgl. Mt. antwort daruf [Nr. 199] ist hernachvolgend.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 84–85 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 67’-68’ (Kop., Überschr. wie A) = C.

    /534/ A.1 Kgl. Mt. begert nochmals uß merklichen ursachen, den anzug des volks biß uf Michaelis [29.9.] zu kurzen, also das der ganz anzug uf denselben tag alhie erscheine; deßgleichen, das die zeit der erlegung des gelts auch gekurzt werd, also das solich ganz gefall uf St. Gilgen tag [1.9.], das ist vier wochen vor Michaelis. Dann es ist kgl. Mt. diese ernant lang zeit nit leidlich noch moglich anzunemen. Das will kgl. Mt. kriegisch beweisen. Kgl. Mt. mag auch die Eydgnossen so lang nit ufhalten, und werden dadurch alle irer Mt. gut anschleg zuruckgeen.
    B. Item dieweil die stende beswerung haben, ir kgl. Mt. ein ußschuß zu geben, der mitsambt irer Mt. hauptmann recht und ordnung machen, will kgl. Mt. nit destmynder in demselben allen moglichen vleis ankeren, damit das ersta furgnommen und gehandelt werde. Und will demnach ir Mt. fur einen hauptmann von des Reichs wegen fur gut ansehen Hg. Heinrich von Brunswig der elter, soferr b den stenden derselb-b auch gut bedunken und gefallen will.
    /534’/ C. Beruren den Reichs tag, so die stende desselben auch beschwerung haben, will die kgl. Mt. uf ir getan anzeigen ymands von Kff. oder Ff. hinter ir Mt. verlassen und orden, in seiner Mt. namen zu handlen, was des die notturft erfordern wurd, der zuversicht, die stende werden in demselben gehorsamlich erscheinen.
    D. Nihil.
    E. Placet. Kgl. Mt. will auch deshalb in das Reich notturftig brief ußgeen lassen, doch das solichs die stende in iren Fmm. und landen auch tun.
    F. c Sobald der abscheid versiegelt ist, das mandata2 mussen darus gemacht werden.
    G. Kgl. Mt. will anzeigen, were solichs entpfahen soll.
    Item es soll die zeit eins yeden hilf alhie an- und ußgeen.
    /535/ Und uf den beschluß diess Reichs tags sollen brief gegeneinander gemacht, besiegelt und ubergeben werden, wie die stende selbs angezeigt haben [Nr. 178, Pkt. 5.12]. Kgl. Mt. will auch nymands uß den stenden erlauben, es sey dann alles obgemelt vollendet.
    Item kgl. Mt. begert nochmals, das die stende gemeinlich furdrungsbrief geben, das ir Mt. das jubelgelt allenthalben haben mog zu diesem romzug.3
    Item will kgl. Mt. verkunden lassen, nachdem der zug wegig ist, das sich kgl. Mt. uf diesem tag „kunftiger Ks.“ schreiben wolle.

    « ŠNr. 201  Entwurf für ein Mandat Kg. Maximilians an die Untertanen der Reichsstände »

    [1.] Reichshilfebewilligung der auf dem Konstanzer RT versammelten Stände für die Durchführung des Romzuges und die Rückgewinnung von Reichsgut in Italien; Wiedereröffnung des Reichskammergerichts und Verbesserung der Exekutionsordnung; [2.] Befehl an alle Reichsmittelbaren zur Leistung der Romzugshilfe.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, nach dem 20. Juli 1507.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 616–617 (Kop., Überschr.: Gebotbrief an die undertanen der stende, hilf zu tun, zu Costenz begrieffen, aber nit ußgangen.) = Textvorlage A.

    [1.] /616/ Wir, Maximilian etc., empieten allen und yeglichen unsern und des Hl. Reichs Kff., Ff. und anderer stende undertanen, beysessen und verwanten, was wirden, stands oder wesens die seien, die mit diesem unserm kgl. brief oder glaublicher collacionirter abschrift davon angesucht oder erfordert werden, unser gnade und alles gut. Wiewol wir uns lang zeit here in unserm kgl. gemut, wie uns als röm. Kg., der zufordert der cristenheit und des Hl. Röm. Reichs, auch aller stende und undertanen desselben ere, wolfart und ufnemen one underlass emsiglich tut trachten und furnemen, wol geziemet, furgesetzt, unsern romzug loblich zu volbringen, unser ksl. cron des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion hochste ere und wirde zu erlangen, auch dasjene, so dem Hl. Reich in Italia entzogen und entpfrembdt ist, wider zu dem Hl. Reich zu bringen, damit wir die burden, so bißher uf den stenden teutscher nacion gelegen ist, abwenden und solich last uf andere nacion bringen mochten, so haben wir doch solich unser loblich furnemen bißher uß manigfaltiger frembder gezunge widerwertigkeit und andern merglichen zugefallen verhinderungen mit gutem statten (als wir gern getan hetten) nit mogen volbringen und darumb und auch uß andern redlichen, beweglichen ursachen, und sunderlich fride und recht im Hl. Reich wider ufzurichten und /616’/ in besser und notturftiger hanthabung, wann bißher gewest, zu stellen, geinwertigen Reichs tag alher gein Costenz furgenommen, daselbst uns Kff., Ff. und andere stende des Hl. Reichs, so by uns alhie in treffenlicher und grosser anzale gehorsamlich erschienen sein, nachdem wir unser kgl. chamergericht mit irem rate und willen wider ufgericht und in gut, pleiblich ordnung und wesen gestelt, auch dasselbig, darzu unsern kgl. lantfriden mit ußtreglicher und notturftiger execucion und vollnziehung wann bißher geordent und versehen, ein treffenliche, ußtreglich hilf, die sich mitsampt unsern erblanden uf dreissigtausent streitbarer mann, darunder sechstausent zu roß sein sollen, laufet, darzu hunderttausent und zwenzigtausent rh.fl. zu underhaltung unsers bestelten kriegsvolks, alles laut der anschlege und abschiede, alhie deßhalber gemacht, zu volbringung unsers obangezeigten loblichen, nutzlichen und notturftigen furnemens gutwilliglich zugesagt und gewilligt, das wir von inen pillich zu gn. gefallen und grossen dank angenomen.
    Š[2.] Wann wir aber in uns wol betrachten und ermessen mogen, das inen solich zugesagte dapfere, grosse hilf, die dann gestalt und nottorft der sachen merklich tut erfordern, one euer als ire undertanen und verwandten, die ire inen in solichem loblichen fürnemen, das nit alleyn zu wolfart, gutem und ufnemen der hl. christenheit und Reichs, sunder auch euer aller und yeglicher großlich nutz ersprießlich und nottorftig ist, die ufgelegten bürden pillich helfet tragen, hilf und steuer zu leysten, zu tun und zu vollstrecken nit wol moglich, so ist gepürlich, das wir inen unser kgl. fursehung und hilf gegen euch (wo es /617/ not tun wurde) in solichem mitteylen und damit zustatten komen. Darumb so gebieten wir euch allen und yeden, was wirden, stands oder wesens ire seyet, geystlichen und weltlichen, nyemands ußgenomen, von röm. kgl. machtvolkomenheit ernstlich bey vermeidung unser und des Hl. Reichs swerer ungnade und straf, auch entsetzung und privirung aller und yeder gnade, recht, freiheit und privilegien, so ire oder euer yeglicher von uns und dem Hl. Reich hat oder haben soll, darzu einer pene, nemlich hundert mark lotigs golds, die die uberfarer in solichem unserm kgl. fisco unableßlich zu bezalen verfallen und schuldig sein sollen, das ire und euer yeglicher euern Ff., Hftt. und oberkeiten in solichem angezeigten furnemen euer getreue und gutwillig hilf und steuer furderlich und one alle verziehen getreulich und gehorsamlich reychet, gebet und tut und euch des in keinen weg widersetzet.

    « Nr. 202 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Reichskammergericht) »

    [1.] Sicherung des Reichs und Italiens gegen Frankreich während des geplanten Heidenkriegs Kg. Maximilians gemeinsam mit Kg. Ferdinand von Aragon; [2.] Freigabe der eingesammelten Jubelablaßgelder für den Romzug; [3.] Wiedereröffnung des Reichskammergerichts; [4.] Bestimmungen bezüglich der Zusammensetzung und Bewaffnung der Reichskontingente.

    Konstanz, 21. oder 22. Juli 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 536–536’ (Kop., Überschr.: Ein ander furhalten kgl. Mt. den stenden des Reichs.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 88–88’ (Kop., Datumverm.: Uf dornstag Marie Magdalene [22.7.] Ao. Domini 1507 zu Costenz.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 68’-69 (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 110 (Kop., nur Pkt. 1–3; Datumverm.: Am St. Maria Magdalene abent [21.7.] Ao. etc. VIIo zu Costenz; hat uns Greck1, der menzisch secretari, geliehen.), fol. 93’ (Kop., nur Pkt. 4). München, HStA, Pfalz-Neuburg Akten 1935, fol. 98’-99 (spätere Abschrift, nur Pkt. 4). München, HStA, Neuburger Kopialbücher 22, fol. 313’ (spätere Abschrift, nur Pkt. 4). Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 20’ (Kop., Datumverm.: Uf mittwoch Marie Magdalene [21.7.]; nur Pkt. 1–3).
    Druck: Höfler , Studien, S. 373 (nur Pkt. 1–3).

    [1.] /536/ Item, nachdem zu verhoffen ist, kgl. Mt. werde den babst erledigen, die ksl. cron erlangen und den Kg. von Frankreich zu einer erlichen teyding bringen, so hat kgl. Mt. im willen, alsdann mit dem Kg. von Aragonia, mit dem sein Mt. yetz in Šteyding steet, auf die heyden zu ziehen. Begert deshalben die kgl. Mt. der stende rate, wie kgl. Mt., das Reich und Italien alßdann hinder irer Mt. verlassen und wes sich kgl. Mt. zu dem Reich versehen soll, ob der Kg. von Frankrych brechen und mitlerzeit den babst oder des Reichs undertanen uberfallen und sich rechen wolt, wie die Franzosen gewonlich tun, damit deshalben ordnung gemacht, dardurch der kgl. Mt. halben nichs verwarlost wurde.
    [2.] Item kgl. Mt. begert nochmals von den stenden furderbrief umb das jubileum.
    [3.] Item kgl. Mt. ist mit dem camergericht noch nit bereyt. Ir Mt. will das heint dem Ebf. zu Menz ubergeben [Nr. 203].
    [4.] /536’/ In das decret zu stellen:2 
    Nemlich, das alle stet ir anzal fußknecht gen Costenz zu des Reichs hauptman schicken one alle empter, als vendrich, weybel, trumenslaher, pfeifer, und on all ander doppelsold. Dann der hauptmann wirdet dieselben amptleut und toppelsold selbs ordnen.
    Item, das yeder korisser oder spiesser V pferd hab, und derselben yedem sol ein knab gehalten werden.
    Item alle geraisige sollen spieß furen.
    Item die einspennigen und die, so under V pferden haben, sollen halb spieß oder schurzer3 furen.
    Item alle scheffelin4 und armbrust sollen verpoten sein.

    « Nr. 203 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Reichskammergericht, Romzughilfe, Kleiderluxus, Frankreich, Münzwesen, Eidgenossen) »

    [1.] Benennung der kgl. Assessoren für das Reichskammergericht; [2.] Verpflichtung der dem RT ferngebliebenen Stände auf dessen Reichshilfebeschluß; [3.] Frage der Zuständigkeit bei der Absolution vom Bann. – [4.] Eintreibung der Restanten früherer Reichsanschläge, insbesondere der Kölner Reichshilfe von 1505; [5.] Verordnung gegen Kleiderluxus; [6.] Benennung der ständischen Gesandten zu Kg. Ludwig von Frankreich und Erstellung ihrer Instruktion; [7.] Münzwesen; [8.] Vorkehrungen gegen den Anschluß weiterer Reichsstände an die Eidgenossenschaft; [9.] Aufforderung an die dem RT ferngebliebenen Stände zum Vollzug der Reichsbeschlüsse; [10.] Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich; [11.] Aufforderung an die Stände zur Beantwortung vorgelegter Artikel; [12.] Heranziehung des niederen Reichsadels zur Romzughilfe; [13./14.] Inserierung weiterer Artikel in den Reichsabschied.

    Konstanz, 22. Juli 1507. Am gleichen Tag von den Reichsständen kopiert.
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 539, 538–538’ (Kop., Überschr.: Ein ander furhalten kgl. Mt. den Reichs stenden.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 89–90 (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen, Datumverm.: Am tag Marie Magdalene [22.7.] zu abend, Ao. Domini 1507.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 69–70 (Kop., Überschr.: Aber ein ander furhalten kgl. Mt. des Richs stenden.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 111–112 (Kop., Vermerk über die Abschrift durch die Stände: An St. Maria Magdalena tag [22.7.] Ao. etc. VIIo apud Minores. Verm.: Fridrich, des von Pappenheims dyener1 , hat mir angesagt. ) = D. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 277’-278 (Kop., Datumverm.: Uf Marie Magdalene tag furgehalten Ao. etc. septimo.) = E. Schwerin, LHA, 2.11–1/3 RTA I/1, Nr. 18, Fasz. II, unfol. (Kop., Aufschr.: Röm. kgl. Mt. gibt heryn den stenden des Reichs antwurt uf etzliche ir artikel, seiner Mt. ubergeben, das Reich und das cammergericht betreffend. Datumverm. wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bü. 8, fol. 115’-116 (Kop., Datumverm.: Actum dornstags Marie Magdalene [22.7.] Ao. Domini etc. VIIo .).
    Druck: Höfler , Studien, S. 373f.

    [1.] /539/ Item kgl. Mt. ernennt Dr. [Simon] Ryschachern und Dr. [Ludwig] Reynolten zu bysitzern von irer Mt. wegen.
    Item Dr. Friesen2 zu beysitzer zu nemen von der Nidernrynlender wegen.
    [2.] Item, als im abschied steet, das die stende, so hie sind, fur sich selbs bekennen, soll steen: fur uns selbst und die andern stende, so nit alhie erschienen sind. Dann die stende haben das in craft des Reichs gebruch oder der abschied der vorgehalten Reichs teg zu tun macht.
    [3.] Item, das auch in den abscheid gestalt werd der artikel von wegen der absolucion des banns, wie kgl. Mt. den begriffen und den stenden ubergeben hat.3

    Artikel, darauf die stende noch antwort geben sollen, volgen hernach.

    [4.] /538/ Item zu ratschlagen, wie die ußstenden anschleg und sunderlich das hilfgelt zu Collen bezalt werden mag.
    [5.] Item von wegen der kostlicheit von gold und syden.
    [6.] Item, das die stend ir potschaft in Frankreich ernennen, sich auch der instruction mit der kgl. Mt. vergleichen.
    [7.] a Nota der monz halben-a.
    [8.] Item, ob sich ymand von des Reichs stetten oder andern undertanen zu yemands, es weren die Eydgenossen oder ander, usserhalb der kgl. Mt. und der stende wissen und willen verbinden wolten oder wurden, dagegen ordnung zu machen, wie solichs verhutet, auch mit acht und bann gegen denselben gehandelt werden soll.
    [9.] /538’/ Item, das die stende neben der kgl. Mt. schreiben an die, so nit gegenwertig gewesen sein, dem beschluss und abschied, hie bescheen, nachzukommen.
    [10.] Item, das die stende in iren Fmm. und landen gepieten, das nyemands wider das Reich diene.
    Š[11.] Item antwort uf die zettel4, so gestern den stenden ubergeben ist.
    [12.] Item zu bedenken, das die vom adel, so vom Reich regalia und Hftt. haben, auch in des Reichs hilf bracht werden.
    [13.] Item uß den obgemelten artikeln in den abscheid zu setzen, was not ist.5 
    [14.] Item auch in den abscheid zu stellen die wort, wie daneben verzeichent ist6:

    « Nr. 204 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Venedig, Münzwesen) »

    [1.] Aufforderung an Venedig zu einem eindeutigen Bekenntnis entweder zu röm. Kg. und Reich oder zu Frankreich; [2.] Entlassung des venezianischen Gesandten Vincenzo Querini, Vorbereitungen Venedigs zum Krieg gegen Kg. Maximilian, Benennung der Deputierten zur Entgegennahme der Antwort Venedigs; [3.] Vorkehrungen gegen Mißbräuche bei Goldwaagen.

    s.l., s.d.; in der Kurmainzer Herberge von den Ständen kopiert am 23. Juli 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 540–540’ (Kop., Überschr.: Eyn ander furhalten von kgl. Mt. ) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 86–86’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J.J. Mueller, die den Inhalt kennzeichnen) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 70–70’ (Kop., Überschr.: Aber ein furhalten von kgl. Mt. an des Hl. Reichs stende.) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 113–113’ (Kop., Vermerk über die Abschrift durch die Stände: Am freitag nach Marie Magdalene [23.7.] Ao. etc. VIIo zu den Parfussen.) = D.
    Druck: Höfler , Studien, S. 374.

    [1.] /540/ Item die venedigisch potschaft, so hie ist, ytz im abschid fur kgl. Mt. und des Reichs stend zu erfordern und mit einem ernst an sie zu begeren, kgl. Mt. und der stend meynung sey, das er [Vincenzo Querini] an sein herrschaft von Venedig bring und werbe, kgl. Mt. und die stende wellen ein lauters wissen haben, ob sich dieselb herschaft ytz in diesem furgnommen romzug der röm. a kgl. Mt. und Hl. Reichs oder aber der Franzosen partey halten wellen, und das demnach dieselb herrschaft ir volmechtig potschaft ungeverlich in vier wochen gen Toblach schicken und darauf der kgl. Mt. und stende potschaften, so auf dieselb zeit da erscheinen werden, entlich ir gemut und antwort zu erkennen geben.
    [2.] Und das deshalben dieselb venedigisch potschaft ytz hie mit etwas ernst und von stund abgescheyden werde. Dann kgl. Mt. hat ein grosse partey zu Venedig, doch ist das merer zu Venedig franzosisch. So ist die potschaft hie ein zweifler und verkuntschafter aller sachen seiner herschaft, darauß zu besorgen ist, das die Venediger die röm. kgl. Mt. angreifen mochten. Dann sie haben XXVM mann beraitgemacht, als sie sagen, Šzum krieg auf kgl. Mt. zukunft, sich selbs zu verwaren. Und sprechen daneben, sie wollen neutral sein. Aber ir grund ist der, das sie des kriegs geniessen wollen mer wider die Teutschen dann wider die Franzosen, nachdem sie vermeynen, der Franzosen macht sey ewig und der Deutschen macht alle jar zergenglich. Und sollen /540’/ die stend von iren wegen auf den tag gein Toblach verordnen den Ebf. zu Salzburg, Bf. zu Freising und Hg. Albrechts von Beyern potschaft und dann die kgl. Mt. irer Mt. regenten zu Insprugg.
    [3.] Item, nachdem ytz allenthalben maincherley wag mit dem gold gebraucht und on zweifel der unverstendig damit grosslichen betrogen wirdet, will kgl. Mt. durch irer Mt. geswornen munzmeister1 gerechte wag auf ducaten und reinisch gold machen und die mit des Reichs adler zeychen lassen und allenthalben aussenden und gebieten, kein ander wag zu brauchen.

    « Nr. 205 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Reichskammergericht, Kleiderluxus, Frankreich, Münzwesen, Romzughilfe) »

    A/B. Präsentation von RKG-Assessoren durch Kg. Maximilian; C/D. Verpflichtung der ferngebliebenen Stände auf den Reichshilfebeschluß des RT; E. Zuständigkeit bei der Verhängung von Acht und Bann zur Durchsetzung kammergerichtlicher Urteile; F. Eintreibung von Restanten früherer Reichsanschläge, insbesondere der Kölner Reichshilfe von 1505; G. Verordnung gegen den Kleiderluxus; H. Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; I. Münzwesen, Goldwaagen; K. Vorkehrungen gegen den Anschluß weiterer Reichsstände an die Eidgenossenschaft; L. Aufforderung an die dem RT ferngebliebenen Stände zur Leistung der Romzughilfe; M. Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich; N. Mahnung des Kg. zur Beantwortung unerledigter Beratungspunkte; O. Heranziehung des Reichsadels zur Romzughilfe; P/Q. Aufnahme weiterer Bestimmungen zur Romzughilfe in den Reichsabschied; R. Aufnahme eines Artikels über die Ernennung eines Reichsstatthalters und die Anberaumung eines neuen RT in den Reichsabschied; S. Bitte um Abschluß der Verhandlungen und Beendigung des RT.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 22. oder 23. Juli 1507. Von den Reichsständen kopiert am 23. Juli.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 542–544’ (Kop., Überschr.: Hernach volget antwort der stende uf etlich kgl. Mt. furgehalten artikel.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 97–99’ (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 71–72’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 114–116 (Kop., Datumverm.: Eadem die, freitag nach Madelene [23.7.] = [D]. 
    Druck: Höfler , Studien, S. 375–377.

    Š/542/ A.1 Lassen inen die stende die zwen assessores, von irer Mt. land wegen ernennt2, gefallen.
    B. Soll zu der stende desselben kreyß willen steen, ymand zu beysitzern zu ernennen, wie das die ordnung3 vermag4.
    C, D. Nachdem die abschied zu vordern gehalten Reichs tagen von den abwesenden oder den, so nit erschienen sind, kein meldung tun, sich auch die stend mermals alhie vernemen lassen haben, das sie sich fur die abwesenden nit verpflichten mogen5, so lassen die stende den abscheid steen, wie der gestellt ist an dem ort [Nrr. 198, Pkt. 12; 203, Pkt. 2] .
    E. Nachdem die chamergerichts ordnung, erstlich zu Worms gemacht, vermag, das kgl. Mt. dem chamergericht sein stracken lauf lassen soll6 und das chamergericht ytzo wider laut derselben und ander nachfolgenden ordnung gesetzt und ufgericht werden soll, so wird nymands anders die acht von chamergerichts wegen zu sprechen und davon /542’/ zu absolvirn wann dem chamerrichter, oder dem er solichs an seiner stat bevelhet, von kgl. Mt. wegen geburn. So dann der chamerrichter, nachdem der widerpartey oder dem rechten gnug gescheen ist, von der acht absolvirt hat, so soll er auch uf die gegeben commission von dem bann absolvirn oder absolvirn lassen.7
    F. Darin weyß sich kgl. Mt. selbs wol, als die stende nit zweifeln, zu halten und dasselb zu erfordern.8
    G. Ist der stend gutbedunken, das kgl. Mt. in irem hof die ordnung, zu Augspurg deshalb gemacht9, anfahe und zu halten verschaffe, wie dann dieselb ordnung inhelt. So sind die stende des irs teyls in iren hofen und landschaften furzunemen auch willig.10 
    H. Nachdem die stende kgl. Mt. im anfang zu erkennen geben, wie sie nutz und gut bedeucht, zuvor und ehe man den krieg furnemen, ein treffenlich potschaft von den stenden des Reichs zum Kg. zu schicken11, /543/ so sein sie nochmals willig, in derselben gestalt zu schicken, doch das die, zuvor und eher der krieg angefangen, herwiderkommen und irer handlung relacion tun.12
    I. Darin mag kgl. Mt. gut ordnung betrachten und furnemen mit der zeit. Wann die stend also in der yle davon nit notturftig handlen mogen. Doch so mag der mererteil der stend leiden, das kgl. Mt. ytzo alhie mandata ußgeen laß, das nymand hinfuro gulden munzen oder schlagen soll anderst wann uf den gehalt, aufschnidt und gewicht der vier Š Kff. am Rein; das auch hinfuro kein andere gulden fur werschaft geben oder genommen werden sollen wann die, so der vier Kff. gulden an gehalt, ufschnitt und gewicht gleich sein; das auch etlichen gewerbigen stetten, als Collen, Nurmberg, Frankfurt, Lypzk und Lubeck, bevolhen werde, daruf by inen ymands glaubhaftigs zu ordnen, gerechte, ufrichtige wage zu machen und ein zeychen, dabey man dieselben erkannen mog, schlagen zu lassen, und das kein andere wagen wann dieselben gepraucht und das solichs alles mit penen versorgt und dem fiscal zu handhaben bevolhen werde.13
    /543’/ K. Haben die stende vormals erwegen, dweil kgl. Mt. ytzo furhab, dieselben [Eidgenossen] zu geprauchen, das, wo ytzo ordnung in angezeigtem fall wider sie gemacht werden14 und solichs, als zu besorgen, ußschellen und nit verschwigen pleiben solt, das es widerwillen zwuschen seiner Mt. und den Eydgenossen geberen und seiner Mt. zu nachteil kommen mocht. Zum andern, wo ordnung umb stett oder landschaft, so sich hinfur an die Eydgnossen begeben oder sicha mit inen verbinden, furgenomen oder gemacht, so wurd es angesehen, als wolt kgl. Mt. und die stend uf Basel und Mulhausen verzeihen, das dann beswerlich were. Darumb die stende vormals im besten angezeigt, dißmals damit zu beruhen.15 Zum dritten, so mogen die stende dieser zeit kein ordnung in solichem fall machen, dweil etlich treffenlich von stenden von hynnen verruckt sein. Were inen beswerlich, in abwesen derselben in diesem fall ordnung zu machen davon. So raten die stend nochmals dieser zeit, mit solicher ordnung zu beruhen. Doch so mag kgl. Mt. deshalben ernstlich mandat bey penen ußgeen lassen.
    L. Des sind die stend willig, das kgl. Mt. ein zimlich notel stell und sehen laß.16
    /544/ M. Des sind sie auchb willig.17 
    N. Ist gestern gemacht gewest, aber kgl. Mt., nachdem sie sust gestern mit gescheften beladen, nit mogen geantwort werden, aber ytzo ubergeben.18
    O. Bedunkt die stend pillich19, das sie kgl. Mt. zu dienen erforder, wie auch im anschlag20 angezeigt.
    P. Ist der stende meynung, nicht anderst in abscheyd zu setzen, wann sovil die hilf, chamergericht und friden antrifft.21
    Q. Mogen die stende die XXXM, auch das jare und St. Michels tag [29.9.] nit erleyden. Bitten sie darumb, dieselben stuck bey den artikeln, wie die vor gestelt, pleiben zu lassen.
    ŠR. Und als kgl. Mt. begert, in abscheid zu stellen, einen statthelter zu setzen, eins Reichs tags halben zu handlen, lassen es die stende bey irer vor gegeben antwort [Nr. 199, Pkt. C] pleiben, darumb onnot, etwas deshalben in abscheid zu setzen.22
    /544’/ S. Daruf bitten die stend underteniglich, sie weiter nit zu belestigen, sunder ufs furderlichst abzufertigen, damit sie anheim komen und ir hilf, wie sie zugesagt, fertigen mogen. Wann wo sie lenger ufgehalten wurden, so mochten sie ir hilf zu der angesetzten und bestimpten zeit nit fertigen noch schicken.

    « Nr. 206 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Reichskammergericht, Kleiderluxus, Frankreich, Münzwesen, Romzughilfe) »

    A/B. Präsentation von RKG-Assessoren durch Kg. Maximilian; C/D. Verpflichtung der ferngebliebenen Stände auf den Reichshilfebeschluß des RT; E. Zuständigkeit bei der Verhängung von Acht und Bann zur Durchsetzung kammergerichtlicher Urteile; F. Eintreibung von Restanten früherer Reichsanschläge, insbesondere der Kölner Reichshilfe von 1505; G. Verordnung gegen den Kleiderluxus; H. Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich; I. Münzwesen, Goldwaagen; K. Vorkehrungen gegen den Anschluß weiterer Reichsstände an die Eidgenossenschaft; L. Aufforderung an die dem RT ferngebliebenen Stände zur Leistung der Romzughilfe; M. Verbot auswärtiger Kriegsdienste gegen Kg. und Reich; N. Mahnung des Kg. zur Beantwortung unerledigter Beratungspunkte; O. Heranziehung des Reichsadels zur Romzughilfe; P/Q. Aufnahme weiterer Bestimmungen zur Romzughilfe in den Reichsabschied; R. Aufnahme eines Artikels über die Ernennung eines Reichsstatthalters und die Anberaumung eines neuen RT in den Reichsabschied; S. Bitte um Abschluß der Verhandlungen und Beendigung des RT. – 8.-Δ. Bestimmungen über die Zusammensetzung und Bewaffnung der Reichskontingente.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 23. Juli 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 544’-545’ (Kop., Überschr.: Kgl. Mt. antwort.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 100–100’ (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 72’-73 (Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 116’-117 (Kop.).
    Druck: Höfler , Studien, S. 375–377 (nur Pkt. A-S)1.

    /544’/ A.2 Placet.
    B. Placet. Und kgl. Mt. will das furdern.
    C, D. Soll steen laut des abschieds zu Augspurg.3
    E. Placet.
    Š F. Kg. will die ußstenden anschleg lassen erfordern.4
    G. Kgl. Mt. will das an irer Mt. hof anfahen und daruf die stende solichs auch tun.
    H. Kgl. Mt. will schicken, wie ir Mt. vor angezeigt hat [Nr. 191, Pkt. 5] .
    /545/ I. Kgl. Mt. will mit der zeit darin gut ordnung machen.
    K. Kgl. Mt. will deßhalben ernstlich mandaten ußgeen lassen.
    L. Kgl. Mt. hat verordent, die copy5 zu stellen.
    M. Placet.
    N. Bedarf keyner antwort.
    O. Placet.
    P. Kgl. Mt. meynung ist, das in den abscheid gesetzt werde der artikel des statthelter, wie sie den irer Mt. angezeigt haben, dweil doch die stende das seiner Mt. uß eygner bewegnus furgeslagen und angezeigt haben.6 
    Q. Placet, doch in der rede anzuzeigen.
    R. Ist im artikel mit dem P verantwort.
    S. Placet.
    /545’/ 8. Placet.
    X. Placet.
    . Soll bey der kgl. Mt ubergeben artikel7 pleiben.
    9. Sie sollen sturzer furen.
    Δ. Es geburt der kgl. Mt., die will das verorden.

    « Nr. 207 Vorschlagsliste der Reichskreise zur Besetzung des Reichskammergerichts 1  »

    [1.] Fränkischer Kreis; [2.] Bayerischer Kreis; [3.] Schwäbischer Kreis; [4.] Oberrheinischer Kreis; [5.] Niederrheinisch-Westfälischer Kreis; [6.] Niedersächsischer Kreis.

    Konstanz, 23. Juli 1507 (frytags nach Magdalene).
    I. Abschriften: Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 549–549’ = Textvorlage A. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 120–121 = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 299–301’ = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 89’, 83. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 51–52. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 87–87’ (Kop.). Metz, AM, AA 9/41, unfol. (frz. Kop., verletzt). Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 299–299’. Stuttgart, HStA, A 41, Bü. 143, Nr. 2, unfol. 2
    ŠII. Drucke (Beilage zur Druckfassung des RAb) I3: Esslingen, StdA, F 283 (Reichstage: Konstanz 1507), unfol. = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. Lit. 28, unfol. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol.
    III. Drucke (im Corpus Recessuum Imperii von 15074 als Beilage zum RAb) II: München, BSB, J.publ.g. 99, fol. L-LI’ = E. Bamberg, StB, 22/Inc.typ.D.VI.18, fol. L-LI’. Berlin, StB, 4“ Gv 9600, fol. L-LI’. Göttingen, SUB, 4 J GERM II, 2905 RARA, fol. L-LI’. Wien, ÖNB, 232439-C. Alt Rara, fol. L-LI’. Wien, ÖNB, MF 5572, pag. L-LI’. Wolfenbüttel, HAB, 66.9. Jur. 2º (4), fol. L-LI’.
    IV. Drucke (im Corpus Recessuum Imperii von 15085 als Beilage zum RAb) III: Köln, HAStd, K+R 1, fol. 211’-212’ = F. Bamberg, StB, 22/Inc.typ.D.VI.14, fol. LIX’-LX’. Berlin, StB, 4“ Inc. 1802,7, fol. LIX’-LX’. Erlangen-Nürnberg, UB, H62/INC 588, fol. LIX’-LX’. Freiburg, UB, R 861, a, fol. LIX’-LX’. Göttingen, SUB, 4 J GERM II, 2907, fol. LIX’-LX’. Halle, UB/LB, Kg 1948, 4º, fol. LIX’-LX’. Hamburg, StB/UB, Inc App B/64, fol. LIX’-LX’. Leipzig, UB, Jus.publ.1-lo, fol. LIX’-LX’. München, BSB, J.publ.g. 98, fol. LIX’-LX’.
    Druck/Edition: Aller Deß Heiligen Römischen Reichs gehaltenen Reichstäge Abschiede, pag. 99f.; Aller des heiligen Römischen Reichs Ordnungen, pag. LXXV’-LXXVI; Datt , De pace publica, S. 560f.; Schmauss/Senckenberg , Sammlung II, S. 118.

    /549/ Ao. etc. septimo, frytags nach Magdalene [23.7.] haben die stende uß den sechs kreysen, zu Augßburg gemacht, sovil der alhie zu Costenz erschienen sint, die hernachbenenten personen ernent und angezeigt, darus VIII assessores zu dem kgl. chamergericht zu kiesen. Haben demnacha die stende des ersten kreyß oder zirkels die hernachgeschrieben personen angezeigt.
    [1.] Der erst kreyß zeyget anb:
    Sebastian von Rotenhayn, Dr. c und edelman wertlich-c.
    d H. Hansen von Ybe, ritter.
    H. Appeln von Seckendorff, ritter-d.
    Hans Truchsessen zu Wetzhusen.
    Philipsen von Thungen.
    Dr. Heinrich Gartnern von Nuremburg.
    [2.] Der ander kreyß zeigt ane:
    Dr. Augustin Leschen, f weltlich und ein edelman-f.
    Š Lic. Udalricum Wagner von Nordlingeng.
    Dr. Ysenrychh.
    [3.] Der dritt kreyß nenti:
    Dr. Jheronimum Cruarie.
    Dr. j Schillingen, k einen weltlichen edelmann-k.
    Dr. Ambrosien Mochingenl.
    Dr. Jorigen Herwart von Augßburg.
    /549’/ Dr. [Wolfgang] Remenm.
    Dr. Conrad Crafften von Ulm.
    Gf. Philipsen von Kirchperg.
    Gf. Jorgen von Helffenstein.
    Hansen von Neuhusen, [genannt] 
    Graffeneckern.6 
    Alexandern Marschalck.
    o Hansen von Emerßhoven-o.
    [4.] Der virt kreyß nennetp:
    Dr. Jorgen Schutzen, official zu Costenz.
    Dr. Werner Wolflin.
    Dr. Cristoff von Stadion, ein edelmanq.
    [5.] Der funft kreyß nentr:
    Dr. [Wilhelm von] Luneck zu Koln.
    Dr. [Diederich] Schiderichen von Koln.
    Der probst von Kranenbergs, Dr.
    Š Dr. [Dietrich] Meynthartshagen, itzo der von Koln botschaft.
    [6.] Der sechst kreiß nentt:
    Dr. Valentin von Sunthusen, edelmanu.
    Dr. Zuhowev von Halle.
    Ein Dr. von derw Sachsen, x genannt zu Erfurt-x7.
    Dr. Johansen [Lindemann aus] Ißleuben, Lipzen.
    Heinrichen von Holbach, edelmany.

    « Nr. 208 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian/Nominierung des Personals für das Reichskammergericht »

    [1.] Präsentation von Assessoren durch den Fränkischen Kreis, [2.] Bayerischen Kreis, [3.] Schwäbischen Kreis, [4.] Oberrheinischen Kreis, [5.] Niederrheinisch-Westfälischen Kreis und [6.] Niedersächsischen Kreis; [7.] Vorschläge für die Besetzung der Kammergerichtsverwaltung aus dem Kreis der Gff. und Hh., [8.] Präsentation von Assessoren durch Kg. Maximilian und [9.] durch die Kff.; [10.] Auswahl der dem Kammerrichter beizuordnenden Assessoren durch den Kf. von Mainz; [11.] Ablehnung Johann Storchs als Protonotar.

    Konstanz, 24. Juli 1507.
    I. Abschriften: Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 121–122’ (Überschr.: Uf sampstag nach Magdalene [24.7.] haben die steende in gemeyn samptlich auß den obenanten personen auß iglichem kreyß gewelt, wie hernachvolgt.) = Textvorlage A. Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 550–550’ (unvollständig, Überschr. wie A) = B. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 93–93’ = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 83’-85 (Überschr. wie A) = D. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 53–56 (Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 88–89’ (Überschr. wie A). Metz, AM, AA 9/41, unfol. (frz. Übersetzung, Überschr. entsprechend A). Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 300–300’ (Überschr. wie A). Stuttgart, HStA, A 41, Bü. 143, Nr. 2, unfol. (Überschr. wie A)1. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 74’ (Passage „Und nachdem ... und verorden“ bzw. „... zu versehen“ fehlt).
    ŠII. Drucke (zeitgenössische) I2: Esslingen, StdA, F 283 (Reichstage: Konstanz 1507), unfol. (Überschr.: Auff sambstag nach Magthalene haben die Stennd in gemain samptlich auß den obgenenten personen Auß yedem Krayß gewelt, wie hernachuolgt.) = E. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. Lit. 28, unfol. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol.
    III. Drucke (zeitgenössische) II3: München, BSB, J.publ.g. 99, fol. LI’-LII = F. Bamberg, StB, 22/Inc.typ.D.VI.18, fol. LI’-LII. Berlin, StB, 4“ Gv 9600, fol. LI’-LII. Göttingen, SUB, 4 J GERM II, 2905 RARA, fol. LI’-LII. Wien, ÖNB, 232439-C. Alt Rara, fol. LI’-LII. Wien, ÖNB, MF 5572, pag. LI’-LII. Wolfenbüttel, HAB, 66.9. Jur. 2º (4), fol. LI’-LII.
    IV. Drucke (zeitgenössische) III4: Köln, HAStd, K+R 1, fol. 207’-211’ (= fol. LX’-LXI’) = G. Bamberg, StB, 22/Inc.typ.D.VI.14, fol. LX’-LXI’. Berlin, StB, 4“ Inc. 1802,7, fol. LX’-LXI’. Erlangen-Nürnberg, UB, H62/INC 588, fol. LX’-LXI’. Freiburg, UB, R 861, a, fol. LX’-LXI’. Göttingen, SUB, 4 J GERM II, 2907, fol. LX’-LXI’. Halle, UB/LB, Kg 1948, 4º, fol. LX’-LXI’. Hamburg, StB/UB, Inc App B/64, fol. LX’-LXI’. Leipzig, UB, Jus.publ.1-lo, fol. LX’-LXI’. München, BSB, J.publ.g. 98, fol. LX’-LXI’.
    Druck/Edition: Aller Deß Heiligen Römischen Reichs gehaltenen Reichstäge Abschiede, pag. 100; Aller des heiligen Römischen Reichs Ordnungen, pag. LXXVI-LXXVI’; Datt , De pace publica, S. 561; Schmauss/Senckenberg , Sammlung II, S. 118f.

    [1.] /121/ a Auß dem ersten kreyß b ist gewelt, c wie hernachvolgt–a –b –c:
    Erstlichd H. Hans dee Eyb, ritter. Und woe es derselb nit tunf welle, Dr. Sebastian von Rotenhan. g Woe es derselbig auch abslug-g, H. Aepel von Seckendorff; h und also nachvolgend byß uf den letzsten inclusivei, also das sie alle fur tuglich angeseen sein, doch mit der ordnung, wie oben angezeigt–h.
    [2.] Auß dem andern kreyß ist geweltj:
    Dr. Augustin Leschk.
    [3.] l Auß dem dritten kreyß ist gewelt-lm:
    Dr. [Sebastian] Schilling, n edelmann. Und woe es derselb nit tun wolt-n, Alexander Marschalck.
    [4.] /121’/ o Auß dem vierden kreyß-o:
    Š Dr. p Georg Schutz, official. q Undr woe es der nit annemen wolt–q, Dr. Cristoff von Stadion; s woe es aber der auch absluge–s, Dr. Wernher Wolfleint.
    [5.] u Auß dem funften kreyß ist erwelt-uv:
    Dr. [Wilhelm von] Lineck. w Und woe es derselb nit annemenx wolt–w, Dr. [Diederich] Schiderich y von Collen; darnach-y Dr. [Dietrich] Meynhartshagelz, aa woe es Schiderich absluge-aa.
    [6.] Auß dem sechsten kreyß:
    Dr. Valentin von Sunthausen. ab Und woe es derselb nit annemen wolt-ab, Heinrich von Holbach.
    [7.] ac ad Und nachdem man auch ufs wenigst zwene Gff. und Hh. am cammergericht haben solle, so seindae von den steenden die nachvolgenden Gff. benent, nemlich–ac Gf. Magnus, F. zu Anhalt, Gf. Philips von Kirchperg, Gf. Jorg von Helffenstein, Gf. Erhart von Thengen, Gf. Adam von Beichlingen. Sein darnach in der wale alle tuglich angeseen worden, doch mit der unterscheide, das der F. deaf Anhalt /222/  und Gf. Philips von ersten ersucht werden. Und woe es die bede oder ir eyner abslahen wurde, so sollen die andern, wie sie nacheinander geschriben steen, ersucht werden–ad.
    [8.] ag So hat röm. kgl. Mt. zufurderstah von irer osterreichischen und burgundischen lande wegen ernennt Dr. Sigmund von Reyschach, edelmann, und Dr. [Ludwig] Reynolt. Die haben die steende angenommen und bewilligt.
    [9.] So wellenai die Kff. aj iglicher den seinen daheymen auch-aj nach dem besten, er bekommen mag, auslesen undak verordnenal.
    Š[10.] am Item soll mein gnst. H. von Menz, nachdem die assessores zu Regenspurg zusammenkommen und ime die, so also erschynen sein, also eroffent werden, zwene oder drey darauß dem cammerrichter zuzuordnen macht haben, die sachen in laut des abschids uf cammerrichter, zwene oder drey assessores und den fiscal gesetzt, helfen dem richter und fiscal zu furseen-am.
    [11.] an Item hat röm. kgl. Mt. den steenden des Reichs fur prothonotari und schreiber angezeigt den canzler von Passaw5, Ambroß Dittrich, Johann Storch undao Farnburer. Daruf /222’/ die steende geantwort, das sie Storchs person auß ursachen, sie darzu bewegende, beswerung tragen. Biten darumb kgl. Mt., das gericht mit ime nit zu besetzen, lassen ine aber dye andern drey gefallen. Und woe kgl. Mt. kainen andern an Storchs stat wist anzuzeigen, so zeigten sie Johann Rudolff an, der vormals als ein gerichtsschreiber daran auch gesessen ist–an –ag.

    « Nr. 209 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Eidgenossen, Reichsstatthalteramt, Reichskammergericht, Venedig) »

    [1.] Vorkehrungen gegen den Anschluß weiterer Reichsstände an die Eidgenossenschaft; [2.] Streichung des Artikels über den Reichsstatthalter und den projektierten RT aus dem Reichsabschied; [3.] Abstellung der Klagen über die Protonotare und Schreiber am Reichskammergericht; [4.] Verabschiedung des venezianischen Gesandten Vincenzo Querini; [5.] Anfrage an Venedig wegen des kgl. Romzuges.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 23. Juli 1507 oder – wahrscheinlicher – kurz danach.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 546–546’ (Kop., Überschr.: Antwort der stende.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 73’ (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /546/ Der mandaten halben der pundnus derjene, so sich mit den Eydgnossen oder andern verbinden wurden wider das Reich etc. [Nr. 206, Pkt. K], lassen die stende gescheen, doch das darin nit gemeldet werde: mit rate oder verhenknus der stende des Reichs.
    [2.] Der artikel, den statthalter und Reichs tag betreffen [Nr. 206, Pkt. P/R], gehort nit in abscheid, wann kgl. Mt. das fur sich selbs macht hat. Darumb die stende dasselb in abscheid zu setzen underlassen.
    [3.] Der protonotarien und schreiber halben bedunkt sie, dieweil sie das chamergericht und sunderlich das erst jar, darin die fiscalischen oder canzlyfell nichts oder wenig ertragen mogen, von irem gelt underhalten wollen und dann bißher der protonotarien und schreiber halben merklich clag im Reich gewest, das sie derhalben pillich insehens Šzu tun haben. Bitten auch kgl. Mt., solichs also zu gescheen zu lassen. Wo aber kgl. Mt. solichs den stenden nit allein zugeben, sunder mit inen /546’/ in solichem zu handeln, wolten sie auch gescheen lassen und mit irer Mt. in solichem die notturft helfen versehen.
    [4.] Der Venediger botschaft halben [Nr. 204, Pkt. 2]  bedunkt die stende gut, das die kgl. Mt. die furderlich von hynnen tet fertigen, doch nit also scharpf, sunder gnediglich.
    [5.] Und also, nachdem kgl. Mt. ytzo furhat, iren romzug zu volbringen und die ksl. cron zu erlangen, das die botschaft der herschaft solichs zu erkennen geben, mit beger, ob ymand seinen kgl. Gn. in solichem widerstan wirdet, verhindrung zu tun, wes sich kgl. Mt. zu inen versehen, ob sie seinen Gn. helfen und anhengig sein, auch paß und durchzug vergonnen und gestatten wolten oder nit, und das sie des ir verstentlich antwort kgl. Mt. furderlich teten zusenden. Und bedunkt die stende onnot, Ff. oder ander stende zu entpfahung solicher antwort zu verordnen.

    « Nr. 210 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian (Bündnisse gegen das Reich, Reichsstatthalteramt, Reichskammergericht, Venedig, Romzug) »

    [1.] Vorkehrungen gegen den Anschluß weiterer Reichsstände an die Eidgenossenschaft; [2.] Stellungnahme Venedigs zum kgl. Romzug; [3.] Streichung des Artikels über den Reichsstatthalter und den projektierten RT aus dem Reichsabschied; [4.] Bestellung der Protonotare und Schreiber am Reichskammergericht; [5.] Ausrüstung der Reichskontingente; [6.] Ernennung des Reichsfiskals.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, vermutlich 24. Juli 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 547–547’ (Kop., Überschr.: Aber ein ander antwort der stende.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, Reg. E, Nr. 54, fol. 92–92’ (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 74 (Kop., Überschr. wie A) = C.

    [1.] /547/ Der mandaten halben lassen es die stende bey voriger antwort [Nr. 209, Pkt. 1] , der dann kgl. Mt. auch benugig ist.
    [2.] Der Venediger halben haben die stend ursach gehort, derhalben sein Gn. beschwerung tregt, die antwort an irem hof zu entpfahen.1 Darumb lassen inen die stende gefallen, das kgl. Mt., wie sie angezeigt [Nr. 204, Pkt. 1] , darzu verorden, die antwort zu entpfahen.
    [3.] Des stathelters und des Reichs tags halben lassen es die stende bey vorgegebner antwort [Nr. 209, Pkt. 2] ; konnen darin nichts andern, dieweil vil von stenden verruckt und nit alhie sind, die die vorgegeben antwort haben helfen beschliessen.
    [4.] Der protonotarien und schreiber halben tragen sie Storchen person uß ursachen, sie darzu bewegend, beswerung. Bitten darumb, das gericht mit ime nit zu bestellen. Lassen inen aber die andern wolgefallen. Und wo ira Mt. dieser zeit keinen andern an ŠStorchen stat anzuzeigen weyß, so zeygen die stendeb Johann Rudolffen an, der vormals auch daran als gerichtsschreiber gesessen ist.
    [5.] /547’/ Der hutten2 und geschutz halben, mag kgl. Mt. achten, das die stende in reychung oder leystung irer hilf soldner bestellen werden. Die hoffen sie, dermaß alher zu fertigen, das sie by kgl. Mt. wol pleiben mogen. So hat ir Mt. wol zu ermessen, was beswernus den stenden erwachsen mocht, wo sie mer geschutz, wann sovil die fußknecht mittragen, also weit schicken solten. Bitten darumb, sie des gnediglich zu erlassen.
    [6.] Item bitten die stende, den fiscal zu ernennen.

    « Nr. 211 Schlußresolution Kg. Maximilians an die Reichsstände (Romzughilfe, Reform des kgl. Hofes, St. Georgs-Bruderschaft etc.)  »

    [1.] Politische Pla