Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    Š1.3. Verhandlungen König Maximilians und der Reichsstände mit den Eidgenossen »

    1.3.1. Eidgenössischer Tag zu Schaffhausen (Mai 1507) »

    « Nr. 212 Instruktion Zürichs für BM Marx Röist und Ulrich Felix als Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Die vom röm. Kg. gewünschte Einung ist mit Rücksicht auf das französische Bündnis derzeit nicht möglich. Bis der Vertrag ausläuft, müssen die Eidgenossen das Bündnis auch halten und den daraus resultierenden Verpflichtungen nachkommen. Ohnehin sind der Hl. Stuhl und das Röm. Reich von der Bündnispflicht ausgenommen. Überdies haben die Eidgenossen seinerzeit mit Ehg. Sigmund als einem Angehörigen des Hauses Österreich eine Erbeinung geschlossen, die zwischen Zürich, einigen anderen Orten und dem röm. Kg. erneuert wurde1. Darüber hinaus regelt der Vertrag von Basel2 die gegenseitigen Beziehungen. Daran will man sich wie bisher halten, in der Erwartung, daß auch die Gegenseite dies tun wird. Wenn jedoch nach dem Ende des Bündnisses mit Frankreich der röm. Kg. oder der frz. Kg. vorstellig werden sollten, werden sie eine gute und ehrbare Antwort erhalten. Solange das Bündnis dauert, wird man sich mit keinem der beiden Kgg. in weitere Verpflichtungen einlassen.
    [2.] Die Abforderung der eidgenössischen Knechte aus dem französischen Dienst ist nicht nötig. Sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren und stellen deshalb für den kgl. Romzug kein Hindernis dar.
    [3.] Sie sind mit der Bereitstellung von 6000 Knechten einverstanden. Der erste Sold soll den Knechten in ihren Heimatkantonen ausbezahlt werden. Ebenso ist ein Ort für die Auszahlung des übrigen Solds zu bestimmen. Als Bürgen sollen Eidgenossen fungieren, auf die man im Falle der Säumnis zurückgreifen kann.

    Zürich, 6. Mai 1507 (donstags vor der uffart).
    Zürich, StA, B VIII 1, fol. 6–7’ (Kop.).

    « Nr. 213 Instruktion Basels für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Der Magistrat hat zu den drei dem Kg. zu beantwortenden Artikeln [Nr. 51, Pkt. 2] folgende Beschlüsse gefaßt, die eröffnet werden sollen, wenn die Gesandten der Orte differenzierte Voten abzugeben haben: Es ist für die Eidgenossenschaft nicht ratsam, sich in die vom röm. Kg. erbetene Einung einzulassen, in ansechen der wytsweifenden, vilvaltigen zuvallenden gescheften, so siner kgl. Mt. obligen und teglich zuvallen, ouch anderer ursachen halb, so unsern boten unverborgen sind. Falls der Kg. jedoch mit einer Einung Šfür seine an die Eidgenossenschaft angrenzenden Lande von der Etsch bis zum Eckenbach einverstanden ist, sollte darüber verhandelt werden. Eine solche Einung, wie sie seinerzeit auch mit Ehg. Sigmund geschlossen wurde, wäre zu Ruhe und Frieden dienlich.
    [2.] Die erbetenen 6000 Knechte für den beabsichtigten Romzug sollen unter der Bedingung zugesagt werden, daß die wider die kron von Frankrich und ire land nit gebrucht oder der anzöigt zug dawider nit dienen wurd, in ansechen der pundnuß, damit ein Eydgnoschaft noch by ziten mit der kron von Frankrich verflochten ist.
    [3.] Die Entsendung der eidgenössischen Knechte nach Mailand erfolgte aufgrund des Bündnisses mit Frankreich und unter der Auflage, sie nicht gegen den Hl. Stuhl oder das Hl. Reich einzusetzen. Die Rückberufung der Knechte ist wegen des Bündnisses nicht möglich; sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren.
    [4.] Die Gesandten sind bevollmächtigt, einen Beschluß des Tages zur Ratifikation anzunehmen. In gleicher Weise haben sie Vollmacht für Verhandlungen in Konstanz, falls der röm. Kg. oder die Reichsstände die eidgenössischen Gesandten dorthin einladen.
    [5.] Bei Beratungen über die Pensionen sollen die Gesandten auf die Voten der anderen Orte achten, damit in solichem unwill nit uf uns werde geladen; und mögen mit den allersenftesten worten darzu schickerlichen reden. Es wäre ratsam, die Haupturkunde in Geltung zu lassen und den Beibrief zu kassieren1; doch will sich Basel der Mehrheit anschließen.
    [6.] Wegen des Bundesschwurs2 sollen die Gesandten mit den Vertretern der ihnen bekannten acht Orte sprechen und angesichts der Kürze der Zeit um Förderung der Sache bitten.
    [7.] Die Gesandten sollen mit den kgl. Räten auch über die Angelegenheiten Peter Kolbs und Ludwig Davids verhandeln.

    s.d., jedoch Basel, vor dem 9. Mai 1507.
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 141’-143’ (Kop.).

    « Nr. 214 Schultheiß, Kleiner und Großer Rat zu Bern an Hauptmann, Ratsherren und Bürger im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts über den siegreichen Kampf gegen den Feind und die Einnahme Genuas und bekunden ihre Freude über ihre geringen Verluste und Schäden. Das Berner Kontingent hat dem frz. Kg. gut gedient, der damit zufrieden sein sollte. Befehlen ihnen deshalb, sich nicht weiter in Gefahr zu bringen und an etwaigen weiteren Angriffen nicht mehr teilzunehmen, sondern die Entscheidung des Tages zu Schaffhausen abzuwarten und dieser dann Folge zu leisten. Dann nachdem der röm. Kg. zü diser zit mit allen Kff. Šund ständen des Richs zu Costenz in versamnung und merclich gerust ist, wo wir dem Hl. Rich schuldigen pflichten nach nit wellen begegnen, wider und an uns zu ziechen, möchten wir erlich, das ir mit gütem fügen harheim täten keren. Dann dem Kg. von Frankenrich vil gutß zu schaffen und uns damit in sorg und beschwerd zu setzen, wil uns nit gemeint sin. Dies wird sicherlich auch die Tagsatzung in Schaffhausen erwägen und den eidgenössischen Knechten entsprechenden Befehl erteilen.

    Bern, 9. Mai 1507 (suntag vor dem uffart tag).
    Bern, StA, A III 14, fol. 285–285’ (Kop.).

    « Nr. 215 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Hauptmann, Fähnrich, Leutnant und Ratsherren im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts1 und bekunden ihre Freude über den guten Ausgang des Unternehmens, wiewol man nit so wyt gezogen solt sin. Sie haben das Schreiben dem Schultheiß [Niklaus Conrad], der derzeit auf dem Tag zu Schaffhausen weilt, zur Information nachgeschickt. Dort wird über den durch Gesandte an alle Orte überbrachten Vorschlag zum Abschluß einer Einung der Eidgenossen mit Kg. Maximilian sowie über dessen Forderung nach Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem französischen Heer und dessen Bitte um Bereitstellung von 6000 Mann für seinen Romzug verhandelt. Der Kg. veranstaltet ein grossen, mechtigen Rychs tag in eigener person mit grossem volk zu Costenz und, alz wir verstand, uf den tag zu Schaffhusen wartent; wo der nit nach irem gevallen entschlusset, möchtent wir wol anderer widerwertikeit von inen erwarten, alz ir selbs mugent und wussent ze ermessen.2 Befehlen ihnen, nicht weiter vorzurücken, sondern den Abschluß des Schaffhauser Tages und weitere Instruktionen abzuwarten.

    Solothurn, 10. Mai 1507 (mentag vor der uffart).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 344–345 (Kop.).

    « Nr. 216 Instruktion der Konstanzer Reichsversammlung für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen  »

    [1.] Grußformel; [2.] Bedeutung der Kaiserkrone für die deutsche Nation; [3.] Zugehörigkeit der Eidgenossen zur deutschen Nation; [4.] Absichten Kg. Ludwigs von Frankreich auf die Kaiserwürde und auf die Kontrolle des Hl. Stuhls sowie auf [5.] Reichsitalien (Genua); Unglaubwürdigkeit der frz. Rechtfertigungsversuche; [6.] nachteilige Konsequenzen des frz. Vorgehens für die deutsche Nation und insbesondere die Eidgenossen; [7.] Bruch des Hagenauer Vertrages durch Kg. LudŠwig, Kassation der mailändischen Belehnung Kg. Ludwigs durch Kg. Maximilian; [8.] Bitte um Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem frz. Italienheer und um Bewilligung des Hilfsgesuchs Kg. Maximilians; [9.] Vorschlag zum Abschluß der Verhandlungen auf dem Konstanzer RT im Falle einer positiven Antwort der Eidgenossen; [10.] Erwiderung der Reichsgesandtschaft im Falle einer negativen Antwort der Eidgenossen; [11.] Instruierung der Gesandten auf Ratifikation durch die Konstanzer Reichsversammlung.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 10. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 414, 415–421 (Kop., Aufschr.: Handelung des Rychs tags zu Costenz, die Eydgenossen betreffend, Ao. 1507. Überschr.: Instruction der botschaften, so von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Reichs zu den Eydgenossen gesendet werden soll.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 9’-13 (Kop., Überschr. wie A) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 39–44 (Kop., Überschr. wie A, Verm.: Zu Kostanz uf dem Reichs tag am donerstag nach cantate [6.5.] Ao. VIIo ist uf Dorgaw hernachvolgends durch der Kff., Ff. und ander stende secretari und schreiber geschriben worden. Dorsalverm.: Das erst abschreiben uf dem Reichs tag zu Costanz quinta feria post cantate [6.5.] Ao. VIIo uf Dorgaw, da die versamlung haben rate gehalten.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 2–6 (Kop. mit teils zeitgenössischen, teils von der Hd. J.J. Janssens stammenden Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen) = D. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 224–229 (Kop.)2 = [E]. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 2–6’ (Kop., Überschr. wie A) = [F]. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 1–9 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 904, S. 702–707; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 554–558; Fugger-Birken , Ehrenspiegel, S. 1235f. (nur Pkt. 1–9, statt wörtlicher Wiedergabe zusammenfassende Übertragung in das zur Zeit der Drucklegung gebräuchliche Frühneuhochdeutsch); Fäsi , Beylage, S. 86–94 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 218’-219’).

    [1.] /415/ Erstlich ist inen uf ein credenz3 von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Röm. Reichs, alhie zu Costenz versamelt, zu sagen ire gnade und gunstigen, geneigten willen.
    [2.] Und darnach zu erzelen, wie Kff., Ff. und ander stende des Hl. Reichs ungezweifelt weren, die Eydgenossen wißten und were inen unverborgen, das die hochste und großte ere und wirde der teutschen nacion were die ksl. cron des Hl. Röm. Reichs, weliche ire hochste ere und wirde ire vorältern von gnade und schickung des almechtigen Gotts durch ire erbarkeyt, tugent, manheyt und swere plutvergiessen seurlicha Šerlangt und erarnet4 und also vil und lange jare biß uf diese zeit loblich bracht hetten. Von welicher ere und wirde wegen ein röm. Ks. oder Kg. zu zeiten der hochst, erlichst und furnemest weltlicher gewalt und stand geachtet und genent were, nit alleyn in der /415’/ cristenheyt, sunder dem umbkreyß der ganzen welt; were und wurde auch als der hochst, namhaftigst und furnemest gewalt und stand allen andern Kgg., weltlichen gewelten und stenden der welt furgesetzet und furgeachtet.
    [3.] Zu welicher teutschen nacion, auch hochster ere und wirden des Hl. Röm. Reichs die Eydgenossen als glider und verwandten des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion auch gehorten als leut teutschs gezungs, sitten, wesens und vaterlands, darumb sich die stende des Reichs zu erhaltung angezeigter des Hl. Reichs teutscher nacion hochster ere und wirde zu den Eydgenossen als iren mitverwandten pillich aller treu, furderung und beistands versehen.
    [4.] Nu b sey offentlich vor augen-b, das der Kg. von Frankenrych in emsigem und ernstlichem furnemen und arbeyt stunde, die teutsche nacion umb solich ire hochste ere und wirde der ksl. cron und röm. Reichs durch zutun, hilf und furderung der /416/ Eydgenossen, darin er sie (dafur es die stende des Reichs ungezweifelt hielten) arglistiglich mit ungegrundtem, beferbtem furgeben bewegt hett, zu bringen, dieselbigen von unserm hl. vater babst mit gewalt zu erlangen und die teutsch nacion also irer hochsten ere und wirde nit alleyn zu berauben, sunder auch den stul zu Rome unter sich und in seinen gwalt, den nach seinem willen zu verkleynen und zu setzen, zu nötigen.
    Zu was ewigem, unuberwindlichem nachteyl, verkleynung, verachtung, beswerung, spott, schmehe und schaden solichs, wo es furgang gewynnen solt, das der Almechtig verhuten wolle, dem stul zu Rome, der ganzen cristenheyt, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion und allen stenden, gelidern und verwandten derselben nacion fallen, reychen und langen wurde, das moge ein yeglicher verstendiger leichtlich ermessen.
    [5.] Item der Kg. von Frankenreich sey auch nit alleyn in furnemen und trachtungc, die ksl. cron und die ere des Hl. Röm. Reichs der teutschen nacion abzuerlangen /416’/ und das babstumb in sein hand zu bringen, sunder alle stende in Italien, so dem Hl. Röm. Reich als glider desselben verwandt, von vil und langen jaren dabey herkomen weren, in seinen betrenglichen gewalt von irer herbrachten freiheyt zu tringen und ime untertenig zu machen, d als er itzt mit der stat Jenua auch getan, die er in sin gehorsam Šbracht-d, die sich seins gwalts teten widersetzene und dem Hl. Reich zustundenf als ein chamer des Röm. Reichs, erkennen auch das Reich, habeng röm. kgl. Mt., als die letzt in Italien und zu Jenua gewest, gehorsam getan und ir die schlussel zu der statt als irem rechten hern uberantwort5 und vormalsh by kgl. Mt. und den stendeni umb hilf und rettung wider der Franzosen gezwang angerufetj. Das alles der franzosisch Kg. dann, nachdem er allegereyde das Hm. Meyland als der mechtigsten und treffenlichsten gewelt einen in Italien inhabek, leichtlich, wo ime des nit dapfer und furderlicher widerstand bescheel, zu tun und zu erlangen habem.
    Und obwol der Kg. von Frankenrych und sein anhenger sich tunn verantworten und furgeben, als ob ire furnemen und handlung /417/ nit solt wider die röm. kgl. Mt. und das Hl. Röm. Reich sein, sunder alleyn wider ir widerwertigen und ungehorsamen, dieselben zu strafen etc., so seio doch offentlich am tag, wie oben angezeigt, und darumb irem verantworten und furgeben kein glaub zu geben.
    [6.] Darab die Eydgenossen und ein yeglicher verstendiger wol zu vernemen hat, wo dem Kg. von Frankenreich solicher sein furgesetzter ungesettigter will ergeen und er zusampt der ksl. cron das babstumb und ganz Italien in seinen gewalt bringen solt, das der Almechtig abwenden wolle, was auß solicher versampter oder verhaufter macht zuletzt erwachsen oder wo die ende nemen oder setzen, auch was unleidlicher anfechtung, truckung und beswerung der teutschen nacion, allen stenden, gelidern und verwandten derselben, und sunderlich denen, so Frankenrych und Meyland, als die Eydgenossen, am nehsten gesessen oder gelegen syenp, am letzsten darauß gedeihen, wann er one zweifel damit nit beruhen, sunder weiter greifen wurde.
    [7.] /417’/ Item, so setzen die stende des Hl. Reichs in keynen zweifel, die Eydgenossen tragen guten wissen, wie manigfaltig vertrege zwuschen röm. kgl. Mt., unserm allergnst. H., und der cron zu Frankenrych verschiener zeit ufgericht, der nye keyner von den Franzosen vollenzogen, sunder alle zurbrochen; und sunderlich, wie letzst ein vertrag zu Hagenau zwuschen inen gemacht q were, den röm. kgl. Mt. dem Hl. Reich und teutscher nacion zu eufung6 und gutem gemeynet-q, darin der Kg. von Frankenrych r unsern allergnst. H., den röm. Kg. -r, durch furgeben einer angenomŠmen fruntschaft eins heyrats zwuschen seiner dochter Claudia und der röm. kgl. Mt. enkeln und son, Ehg. Carlen von Osterreich, Hg. zu Burgundi etc., etwass geverlicher meynung, t als auß dem handel erscheine-t, bewegt, also das röm. kgl. Mt. das Hm. Meylant dem Kg. von Frankenrych guter und fruntlicher meynung sein leben lang zu lehen geliehen, doch also, das es nach seinem absterbenu uf gedachten der kgl. Mt. enkeln und sone Ehg. Carlen als einen teutschen F. nach laut /418/ des heyrats fallen und komen und also by v dem Hl. Reich teutscher nacion-v pleiben solt.7 Welichen vertrag, heyrat und verwente freuntschaft der Kg. von Frankenrych kurzverschiener zeit w wider sein brief und siegel, auch sein getan gelubde und eyde und hochsten glauben, als die stende des Hl. Reichs die röm. kgl. Mt. habe lassen berichten [Nr. 5, Pkt. 2] , auch zurbrochen und den gemelten heyrat-w kgl. Mt. auß ungegrundten, beferbten ursachen hett lassen abkunden, x sein dochter einem andern, nemlich dem Delphin gebend8 und bey der abkundung kgl. Mt. sagen lassen, dieweil nu die fruntschaft des heyrats, wie obsteet, ab und nichts, so sey auch die bescheen der kgl. Mt. leihung des Hm. Meyland ab und nichts, quia cessante causa cessaret effectus9. Und haben die gesanten daruf einer neuen investitur und leihung von kgl. Mt. gebeten, y daruf die kgl. Mt. ire selbs bekentnis, das die berurt belehnung abe und nichts sei-y, von stund an angenomen und daruber protestirt, aber der neuen begerten investitur oder leihung halber keyn antwort geben, sunder die franzosischen gesandten alher uf disen Reichs tag beschieden, des alhie antwort zu entpfahen.10 Das aber der /418’/ Franzose biß uf diesen tag in verachtung gestelt, dorab zu vernemen, das das Hm. widerumb verledigt und wider zu kgl. Mt. und dem Hl. Reich gefallen sey. Aber solichs alles unangesehen, so behielte der Kg. von Frankenrych–x nichts destermynder das Hm. z mit gewalt in seinen handen one eynichen rechtmessigen titel-z, nit zu kleyner verachtung, verunrechtung, beswerungaa und schaden röm. kgl. Mt. und des Hl. Röm. Reichs.
    Dergleichen ungeschickter oder unbestendiger geubter sachen und hendel weren noch vil von dem Kg. von Frankenrych anzuzeygen, der die Eydgenossen vor gnugsam wissen hetten, darumb man dieser zeit die weiter zu erzelen im besten unterliesse.
    [8.] Die stende des Hl. Röm. Reichs weren aber ungezweifelt, wo die Eydgenossen diß angezeigten schwinden und unzimlichen furnemens des Kg. von Frankenrych zu abbruch, vercleynung, schaden und nachteyl des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion hochster ere und wirde warlich bericht und wissens entpfangen, sie Šhetten uß redlicheyt und vernunft, damit sie von Got begabt weren, auch angeborner treue und liebe, /419/ so sie als gelider und verwandten des Reichs zu der ere und wirde des Röm. Reichs, auch der teutschen nacion als irem rechten vaterland trugen, dem Kg. von Frankenrych darin kein hilf noch beistand getan, noch ime yemands der iren zugeordent, der ganzen zuversicht und vertrauens, sie wurden gestalt der sachen, wie erzelet und im grund also gestalt were, bedenken und erwegen und daruf die iren, so sie bey dem Kg. von Frankenrych noch hetten, von stund an und on verziehen abfordern, dem Kg. von Frankenrych in solichem unzimlichen furnemen und ubungen wider röm. kgl. Mt., stende des Hl. Reichs und teutsch nacion als ire vaterland, dem ein yglicher vor allen andern mit eren und treuen von natur und dem rechten verpflichtet und verbunden were, kein hilf noch bystand tun, sunder in solichem und zu abwendung solichs franzosischen furnemens und zu underhaltung der hochsten ere und wirde teutscher nacion, röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und andern stenden teutscher nacion als fromme, getreue Teutschen anhangen, helfen und retten und röm. kgl. Mt. uf ire begere und handlung, so sie bey inen solicher sachen halber hett lassen tun, richtig, trostlich und zuseglich antwort geben und gedeien lassen, damit die hochste ere und wirde teutscher /419’/ nacion errettet und erhalten werden mochten, als dann ire voreltern als die, so die teutschen nacion, ire vaterland, hochlich geliebet, zum dickermal getreulich hetten helfen tun. Das were auch der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs, zu Costenz versamelt, gn. und fruntlich begere und bitt. Und das sie solichs als die pillicheyt und erbarkeyt keinswegs abschlugen oder weygerten. Damit wurden sie by röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und allen Teutschen ein ewigen, unvergeßlichen dank, lob, rume und preiß, auch ewige fruntschaft und guten willen erlangen, den röm. kgl. Mt., ire nachkomen, röm. Kss. und Kgg., auch Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs unbelonet und unbeschuldet nit lassen wurdenab, auch dadurch nit alleyn gewilliget, sunder verpflichtiget werden, wider die Eydgenossen nit alleyn nit zu sein oder zu tun, sunder inen wider ire widerwertigen und anfechter herwiderumb getreue und trostlich furderung, hilf und beystand zu tun etc.
    [9.] /420/ Daruf ist der Eydgenossen antwort zu vernemen. Und wo sie die also geben wurden, das sie kgl. Mt. und dem Hl. Reich teutscher nacion anhengig zu sein und die iren abzufordern wol geneigt seien, doch das inen darumb auch zimlich belonung oder versoldung gedeihe etc., so ist durch die geschickten mit inen fruntlicher und zimlicher weise zu reden und zu handeln und inen die treu und liebe, so sie als verwandten des Reichs pillich zu teutscher nacion als irem vaterland trugen, zu gedechtnus zu furen, mit begere und bitt, das sie sich in ansehung desselben der zimlicheyt selbs weisen und einer leidlichen, zimlichen meynung horen lassen. So wolten die geschickten ungezweifelt sein, kgl. Mt. und die stende des Reichs wurden sich in allem dem, so moglich, gleich und treglich were, aller zimlicheyt gegen inen horen und finden lassen. Und wo es inen gelegen oder tunlich were, so bedeucht die geschickten, das nirgent anderßwo von dieser sachen fuglicher, furderlicher, entlicher und beschließlicher zu handeln were wann alhie zu Costenz in beisein der versamlung, Šdas sie dahin mit vollem gewalt, entlich und beschließlich zu handeln, geschickt hetten etc. /420’/ Wie dann die geschickten, nachdem und inen die sachen von den Eydgenossen begegnen, zum besten bedunken und gut ansehen wurdet.
    [10.] Wurden aber die Eydgenossen mit widerwertiger oder dünkeler antwort begegnen, so ist inen dester trutzlicher von den geschickten wider zu begegnen, also das man sich solicher antwort nach gestalt der sachen keinswegs versehen hett, sünder das sie pillich ire verwandtnus gegen dem Reich, auch teutscher nacion, irem vaterland, bedacht und sich in solichem als getreu verwandten des Reichs und fromme Teutschen solten bewiesen haben. Dweil aber ire gemut fur und fur stunde, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion, irem vaterland, widerwertig zu sein und frembden nacion und gezungen anzuhangen wider die Teutschen, mochten sie achten, was beswerung, betrachtung und nachgedenkens solichs zuvoran bey röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs teutscher nacion geberen wurde, in die harr, als sie selbs abnemen mochten, nit zu erleiden sein. Die geschickten /421/ hetten auch beswerung, solich antwort den stenden anzubringen, were inen ganz wider und nit lieb. Mochten sie die aber nit besser gehaben, so mußten sie nemen, was man inenac geben wolt, teten es aber nit gern. Wie dann diead geschickten nach gestalt und ansehen der sachen, die meynung zu leichtern oder zu besweren, gut wurdet bedunken.
    [11.] Und was also von Eydgenossen fur antwort gefellet, das soll durch die geschickten wider hinter sich an die stende des Reichs bracht und nichts entlichs oder beschließlichs durch die geschickten mit den Eydgenossen gehandelt werden etc.

    « Nr. 217 Abschied des eidgenössischen Tages zu Schaffhausen »

    [1.] Antwort der Eidgenossen an die Gesandten Kg. Maximilians zu folgenden Punkten: Einung zwischen den Eidgenossen und dem Haus Habsburg, Abberufung der eidgenössischen Söldner aus Italien, Truppenhilfe der Eidgenossen für den kgl. Romzug, Vorwürfe Kg. Maximilians bezüglich der reichsfeindlichen Haltung der Eidgenossen; [2.] Antwort an die Gesandten der in Konstanz versammelten Reichsstände; [3.] Verhandlungen der Eidgenossen mit dem frz. Gesandten Giovanni Morosini.

    Schaffhausen, nach dem 10. Mai 1507, wahrscheinlich 13. Mai.1 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 180–182’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 128–132 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 278–280’ (Kop.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 59–63 (Kop.) = D. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop., Datumverm.). Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 143’-145 (unvollständige Kop., nur hier wiedergegebene Pkt. 1–3, Datumverm.: sonntag vor ascensionis Domini [9.5.]) = E. Glarus, LA, Z IV 3.2, Nr. 78a-c (Kop., Datumverm. am ŠEnde des Stücks: Actum zu Schaffhusen ipsa die ascensionis Domini [13.5.] Ao. etc. septimo.).
    Druck (unter Übertragung in das Neuhochdeutsche): Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 273, S. 370–372.

    [1.] [Beratungspunkte ohne Bezug zum Konstanzer RT]2. Die Gesandten Bf. Georg von Trient, Gf. Ulrich von Montfort, Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler), Hans von Königsegg (Vogt zu Feldkirch), Dr. Hans Schad und Hans von Landenberg baten im Namen des röm. Kg. um Antwort auf ihre in Baden vorgebrachten Anträge. Diese lautete, wie folgt: a) Die gewünschte Einung sei mit Rücksicht auf das frz. Bündnis derzeit nicht möglich. Falls der röm. Kg. nach deren baldigem Auslaufen in dieser Sache noch einmal vorstellig werde, werde er eine zimlich und gepürlich Antwort erhalten. b) Die Versammlung habe den eidgenössischen Knechten in der Lombardei durch einen offenen Brief befohlen, unverzüglich heimzukehren und nicht länger im Sold und Dienst des frz. Kg. zu bleiben.3 Sie hätten außerdem ein Schreiben an den frz. Kg. gerichtet mit der Aufforderung, die eidgenössischen Söldner ungehindert abziehen zu lassen. Die Teilnehmer an der Tagsatzung seien beauftragt, ihre Obrigkeiten zur Bestrafung ungehorsamer Knechte anzuhalten. c) Der Romzug werde ihres Erachtens nicht so bald vonstatten gehen, da die Sommerhitze bevorstehe. Sobald dessen Beginn aber bevorstehe, solle der röm. Kg. den Eidgenossen durch Gesandte mitteilen, wie und wo er die Knechte einsetzen wolle und wie hoch ihr Sold sein werde. Sie würden dann eine erber, zimlich antwurt geben. d) Sie verwahrten sich gegen den auch von anderer Seite geäußerten Vorwurf im Ausschreiben des röm. Kg. [Nr. 48], die Eidgenossen seien Ungehorsame und Feinde des Hl. Reiches. Sie hätten dem Reich im Burgunderkrieg und bei anderen Gelegenheiten wie andere Reichsuntertanen gedient und wollten dies auch künftig tun. Sie bäten, sie gegenüber dem röm. Kg. zu verantworten.
    [2.] Auf dem Tag waren als Gesandte der in Konstanz versammelten Reichsstände Thomas Rüdt von Collenberg (Kurmainzer Hofmeister), Eitelwolf vom Stein, Peter Aufseß von Camberg (Würzburger Domherr und Domkustos), Hans von Emershofen und Johann von Lünen (Schultheiß zu Frankfurt) anwesend und baten ebenfalls um Rückberufung der eidgenössischen Söldner aus der Lombardei. Außerdem solle man dafür Sorge tragen, daß diese nicht länger gegen die Anhänger des röm. Kg. und gegen Angehörige des Hl. Reiches eingesetzt würden.
    ŠDiesen Gesandten wurde in gleicher Weise wie den kgl. Emissären geantwortet, verbunden mit der Bitte, die Eidgenossen gegenüber den Reichsständen zu verantworten.4 
    [3.] Der frz. Gesandte Dr. Morosini5 legte ausführlich die Gründe Kg. Ludwigs für den Zug gegen Genua dar und beteuerte, daß es nie dessen Absicht gewesen sei, sich der Kaiserkrone zu bemächtigen. Kg. Ludwig biete eine Verlängerung ihres Bündnisses an und wolle den Eidgenossen besondere Gnade erweisen. Er bitte außerdem um Auskunft über ihre derzeitigen Verhandlungen mit dem röm. Kg.
    Die Eidgenossen bekundeten ihren guten Willen gegenüber dem frz. Kg. Ihrer Meinung nach bestehe weitaus dringlicher die Notwendigkeit, sich gegenüber den in Konstanz versammelten Reichsständen zu rechtfertigen als vor ihnen. Es sei nicht Brauch bei ihnen, jedermann über ihre Verhandlungen mit dem röm. Kg. oder anderen zu informieren. Sie bäten, dies zum besten zu vermerken.a 

    « Nr. 218 Relation der Reichsgesandtschaft an die Reichsstände »

    [1.] Ankündigung einer Antwort der Eidgenossen an die Reichsgesandtschaft; [2.] Antwort der Eidgenossen am 13. Mai: Geltendmachung und Rechtfertigung des Bündnisses mit Frankreich, [2.1.] Bekundung ihrer Reichstreue, [2.2.] Wiedergabe ihrer Antwort an die kgl. Gesandten: Abberufung der eidgenössischen Knechte aus dem frz. Italienheer, Mitwirkung am Romzug Kg. Maximilians, Ablehnung einer Einung mit dem Haus Österreich, [2.3.] Hinweis auf den Vortrag einer frz. Gesandtschaft an die Tagsatzung in Baden mit Zurückweisung der Vorwürfe Kg. Maximilians hinsichtlich Kaiserwürde und Papsttum; [3.] Unterredung der Reichsgesandtschaft mit den kgl. Gesandten; [4.] Einladung an die Eidgenossen zur Beschickung des Konstanzer RT; [5.] Vortrag einer frz. Gesandtschaft auf dem eidgenössischen Tag: Ankündigung eines frz. Angriffes auf Bologna auf Bitten Papst Julius’ und Bitte um Aushändigung von Unterlagen über die Verhandlungen zwischen Eidgenossen, kgl. und Reichsgesandten. Zurückweisung dieser Bitte durch die eidgenössischen Gesandten; [6.] Mitglieder der Reichsgesandtschaft.

    Act. Konstanz, nach dem 13. Mai 1507.1
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 422–425’ (Kop., Aufschr. wie Nr. 216, Überschr.: Antwort der Eydgenossen uf die werbung der gesanten potschaften.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 13’-15’ (Kop., Überschr.: Der Schweizer antwort.) = B.

    [1.] /422/ Auf gescheene werbung inhalt obgeschribner instruction [Nr. 216] ist von den Eydgenossen, zu Schaffhausen versamelt, erstlich zu antwort gefallen, sie hetten gehort und vernomen das gn. zuentpieten irer gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stend des Hl. Reichs mit etlicher erzelung und beschließlicher beger, die iren, so bey kgl. wirde zu Frankreich weren, aus erzelten ursachen abzufordern und auch röm. kgl. Mt., irem allergnst. H., trostlich und richtlich antwort zu geben, wie dann solichs nach der lenge erzelt worden. Dieweil dann dieser tag angesatzt were, mit röm. kgl. Mt. reten der sachen halben zu handeln, die sie auch ytzo beschieden hetten, wolten sie inen gemeyner Eydgenosschaft antwort geben, und dermassen, das sie hofften, kgl. Mt. solt der nit ungefallen, sonder gn. wolgefallen entpfaen. So dann solichs gescheen were, wolten sie uns, den verordenten reten, uf gemeltes unser anpringen auch antwort geben, des sie hofften, fug und ere zu haben. Beten uns, daruf keinen verdrieß zu entpfahen, dann sie die sachen ufs furderlichst furnemen wolten.
    [2.] Uf unsers Herrn uffarts tag [13.5.] haben uns die Eydgnossen nachvolgende antwort geben: Erstlichen sagen sie /422’/ iren gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs ires gn. zuentpietens und geneigten willens untertenigen und hohen dank. Und uf die erzelung, wes von dem allercristenlichsten Kg. von Frankreich mit zutun der iren gehandelt, auch furter zu handlen in furnemen stee, wolten sie uns nit verpergen, welichermas sie zu diesen dingen komen. Es were nit on, durch ire eltern were vor vil jaren und erstlich bey Kg. Ludwigen zeiten ein eynigung zwuschen gemeltem Kg. von Frankreich, synen nachkomen, inen, den Eydgenossen, und iren nachkomen uf etlich zeit gemacht worden2, die auch durch den allerdurchleuchtigisten iren allergnst. H. Ks., Friderichen, hochloblicher gedechtnus, auch etlich Kff. und Ff. des Hl. Reichs zugelassen worden were.3 Das auch dieselbe dem Hl. Reich, teutzscher nacion und gemeiner Eydgenosschaft besonderlich im burgundischen krieg hoch und merklich ersprossen, das hett meniglich gut wissen. Aber dannost, so weren in solicher eynigung ußgenomen der hl. stul zu Rome, das Hl. Reich und alle die, mit den sie vor in buntnus stunden. Also hett der Kg. von Frankreich sie in craft gemelter eynigung erfordert, ime etlich volk umb sold volgen zu lassen. Das hetten sie, als die es zu tun schuldig gewest, gewilliget. /423/ Und wo sie das nit getan, so were inen solichs nit alleyn bey welischer zungen, sonder auch bey meniglich nachredlich gewest.
    [2.1.] Das aber die iren zuwider dem Hl. Reich gepraucht worden, des hetten sie sich gar nit versehen. Were inen auch nit gemeynt zu gestatten, das die iren in eynich wege wider das Hl. Reich solten von yemands gepraucht werden. Und wiewol inen deßhalben auch in gemeyne orter der Eydgenosschaft von kgl. Mt. ein mandat oder missiveschrift [Nr. 48] zukomen were, darinnen ir Mt. a hochlichen anzuge, wie sie Šdem Kg. von Frankenrich seins uncristenlichen furnemens und tuns furdrung und hilf teten, mit vil andern hohen anziehen, were nit wenigers, inen were solichs zumal sere beswerlichen gewest und noch. Dann inen were dergleichen schrieften ye von röm. Kss. oder Kgg. nye zukomen, hetten auch derhalben ir unschuld gegen kgl. Mt. reten, so jungst zu Baden gewest, angezeigt [Nr. 51, Pkt. 3] . Weren auch wol entschlossen gewest, sich uf den Reichs tag gein Costenz zu Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs zu fugen und sich solichen schweren uflegens zu verantworten, hetten es aber im besten unterlassen, als die, die sich ungern wider iren obersten und allergnst. H., den röm. Kg., bewegen wolten lassen, solichs, als wol not gewest, zu anden. Beten uns aber, ir verantwortung bei den stenden des Hl. Reichs mit dem besten anzupringen. Dann ir gemut, herz noch will were nye gestanden oder noch nit stunde, das sie sich von dem Hl. Reich tun oder darwider handlen /423’/ hetten wollen. Es were auch bey iren eltern nye erfaren, sondern das sie sich als verwante des Hl. Reichs mit irem manigfeltigen plutvergiessen allweg getreulich erzeigt und also gehalten, were darwider gewest, das sie dem alles ires vermogens widerstand getan. In solicher irer eltern fußstapfen wolten sie treten, nit geringer sein, sonder die ersetzen, bei zeit ires lebens ire kinder auch daruf weisen, das sie auch ire nachkomen dergleichen unterweisten, also das in ewig zeit anders von ine nit erfarn solt werden. Darumb wo ymands, were der were, der dem Hl. Reich und teutscher nacion solich hochste wirde und ere der ksl. cron abzihen und benemen oder in ander weg abbruch tun wolte, darwider wolten sie sich als fromme Teutzschen, und die zu dem Hl. Reich gehorten, mit leib und gut setzen, das helfen retten und erzeigen, das man sehe, das inen solichs nit lieb were. Des solt sich das Hl. Reich, Kff., Ff. und stende desselben trostlichen zu inen versehen.
    [2.2.] Deßhalben, dieweil unser beschließlich biet daruf stunde, das sie kgl. Mt. wolgefellig antwort solten geben, darab Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs auch gefallen mochten tragen, so hetten sie auch den kgl. reten antwort geben: erstlich der fußknecht halben, das sie die ytzo stundans abfordern und dabey verorden wolten, ob yemands aus inen sich der abfordrung widersetzen wurde, das aus yedem ort in sonderheit geschrieben und also anheyms- /424/ bracht, wie, sie nit zweifelten, gescheen wurde. Des romzugs halben, die ksl. cron zu erholen, weren sie willig, kgl. Mt. darzu knecht volgen zu lassen und darzu zu helfen; doch so kgl. Mt. den furzunemen beschlissen wurde, das inen solichs zeitlich verkundet, auch malstat und zeit benant wurde, vom solde, bestallung, zeit und anderm, auch wider wen man sie gebrauchen wolt, zu handeln und zu reden und die zeit des angenendenb solds zu beschliessen. Darin wolten sie sich fuglichen halten, darab kgl. Mt. nit mißfallen wurde entpfaen. So hetten auch die kgl. rete mit inen von eyner eynigung wegen gehandelt. Dieweil wir dann gehort, wie sie in eynigung mit dem Kg. von Frankreich stunden, so mochten wir villeicht selbs furwenden, wiewol das Hl. Reich ußgenomen were, so mocht die dannost nit hoch ersprießlich sein. Aber so die außgangen were und dann ichts weiters an sie gelangen Šwurde, darin wolten sie sich abermals fuglichen vernemen lassen, des sie hofften, fug und ere zu haben. Wo nun unser gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs ab solicher antwort ein gn. wolgefallen entpfaen wurden, als sie hofften, tun wurden, so were inen solichs (und nit unpillich) ein grosse freude. Dann ye ir gemut und will nit anders stunde, dann bey dem Hl. c Reich teutscher nacion, der ere und wirde zu pleiben und sich davon nymmermer zu wenden. Beten uns, solichs ufs treulichst der versamlung anzusagen.
    [2.3.] /424’/ Nach beschlus dieser rede hat er weiter uß bevelhed der andern geredt, wie er zu reden vergessen gehabt, nemlich, als die kgl. rete zu Obernbaden jungst gehalten tags gewest, do weren zwo potschaft vom Kg. von Frankreich, eine aus Frankreich, die ander aus Lombardia komen, aber keine von der andern gewust. Hetten sich aber bede lassen vernemen, zu sagen, iren herren langet an, wie ime von röm. kgl. Mt. uferlegt werde, das er sich untersteen wolt, die ksl. cron dem Hl. Reich und teutzscher nacion abzuerlangen, dergleichen den hl. stul zu Rome zu seinem gewalt und gefallen zu betrangen. Wer ime das zulegt, der tet ime unrecht, hett der keynes zu tun ye gedacht. e Wuste auch wol, das ime die ksl. cron nit zustunde, sonder teutzscher nacion. Wo auch röm. kgl. Mt. die zu Rome haben wolte und ine darin ersuchte, wolte er ime furdrung und hilf mit offnung wege und stege mitteylen-e. Wo es auch anders an sie gelangt, das sie dem keinen glauben geben wolten. Dann wurden sie es anders erfinden, so solten sie ime oder seiner botschaft hinfur in ewig zeit nymmer trauen und glauben. Solich entschuldigung hetten sie, die Eydgnossen, den kgl. reten alßbalde eroffnet und sich versehen gehabt, sich solten wort und werk gegeneinander vergliechen haben, wann man soliche ding von grosser Hh. wegen zusagt. Das geben sie uns auch zu erkennen.
    [3.] /425/ Mit solicher antwort sind wir nach zimlicher danksagung und annemen derselben, das wir die an unsere gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs bringen wolten, von inen und zu den kgl. reten gegangen.
    Die haben uns und wir inen gegebne antwort eroffnet. Und als die gleichmessig bey uns allen geacht, ist solichs kgl. Mt. zugeschrieben worden4, irer Mt. gemut ferner daruf zu vernemen.
    [4.] Daruf dann gevolgt ist, das die Eydgenossen von wegen kgl. Mt. und der stende des Hl. Reichs gebeten sind worden, sich zu erheben und gein Costenz zu fugen, weiterer handlung zu warten. Ist also von inen gutwillig gescheen.
    [5.] Alßbalde ist auch ein franzosisch botschaft zu Schaffhausen erschinen und hat abermals seinen herrn des uflegens wollen verantworten. Ist gehort von den Eydgenossen. Aber als er weiter hat angezeigt, wie sein herr uf ansuchung unsers hl. vaters, des babsts, in furnemen stee, Bononia zu uberziehen und die dem hl. stul zu Rome noch mer gehorsamer zu machen, dann sie noch sein, alßbald sind sie Šgemeinglichen ufgestanden und ime darunter geredt, das sey ir meynung ganz nit zu gedulden. Ist die botschaft darvon gefallen und hat gesagt, er versehe sich, sein herr werde weiter vom babst angesucht umb hilf. So das geschee, so werde er ime die leysten. /425’/ Er hat auch aller handlung kgl. rete, auch der stende rete werbung in schrieften ime zu ubergeben ein abschid gebeten. Das ist ime, wiewol es vormals oft gescheen sey, dasmals versagt worden.

    [6.] Die rete von wegen des Hl. Reichs stende sind gewest

    Von wegen der Kff.: Thoman Rud, menzischer hofmeister; Eytelwolf vom Stein, ritter.
    Von wegen geystlicher und weltlicher Ff.: Peter von Aufses, probst zu Camberg, tumherr etc.; Hans von Emerßhofen, pfleger zu Eychach.
    Von wegen der stett: Johann More, schulthes zu Frankfurt.

    «1.3.2. Verhandlungen auf dem Reichstag (Mai 1507) »

    « Nr. 219 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände »

    [1.] Unterredung des Kg. mit den eidgenössischen Gesandten am Morgen des 16. Mai, Wunsch der Eidgenossen nach einer Erklärung der Reichsversammlung bezüglich des Romzuges; [2.] Aufforderung zu unverzüglichen Beratungen über die Romzughilfe und zur Mitteilung der Beschlüsse an die eidgenössischen Gesandten.

    Konstanz, 16. Mai 1507 (sontag exaudi).1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 428–429’ (Kop., Überschr.: Den Kff., Ff. und stenden des Reichs furzuhalten. Verm.: a Von kgl. Mt. wegen gescheen uf sontag exaudi -a . Gestrichener Dorsalverm.: Furbringen der kgl. Mt., zu Costenz uf dem Reichs tag bescheen, uf sontag exaudi Ao. etc. septimo.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 16’-17 (Kop., Überschr.: Den Kff., Ff. und stenden des Richs furzhalten von kgl. Mt.) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 47–48 (Kop. Verm.: Am sontag exaudi Ao. etc. VIIo zu Costenz im closter zu den Parfussern, mein gnst. H. von Menz herberg, hat pronunciirt, ut sequitur.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 6’-7 (Kop., Überschr. wie A) = D. Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (dem RT-Protokoll [Nr. 148] inserierte Kop., Überschr. wie A) = E. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 45–45’ (Kop., Überschr.: Den Kff., Ff. und stenden des Reychs furzuhalten.)2. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 10–11 (Kop., Überschr. wie A). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 7–7’ (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 7–7’ (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 6–6’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 905, S. 707–709.

    [1.] /428/ Sy mugen wissen, was gestalt die kgl. Mt. die Eydgnossen yetzo auf dem tag zu Schaffhausen bewegt und beworben hab, ir santpoten hieher auf gegenwurtigen ŠReichs tag zu senden, denen dann ir kgl. Mt. heut morgens im beiwesen der Kff., Ff. und stend irer kgl. Mt. und des Hl. Reichs auch zum teyl der cristenheyt obligen entdeckt und sy darauf ermant auf meynung, wie sy all on zweyfel wol vernomen haben [Nr. 148, Pkt. 3f.]. Nu sey die kgl. Mt. glaublich bericht, das der Eydgnossen grund darauf stee, das sy von erst horen und vernemen werden wellen der Kff., Ff. und stende des Reichs gemut und grund auf kgl. Mt. furhalten, allein die ksl. cron zu erretten, und sunst, wo sie den grund nit versteen, wie man die ksl. cron erretten wolt, alßdann allein gute wort geben und aufzug [= Aufschub] machen und damit abscheiden werden. Und so sy auf solichs der Kff., Ff. und stende gemut und grund vernemen, was und wie man darzu tun will, werden sy erst auch ir meynung eroffnen.
    [2.] Dweil aber /428’/ die Kff., Ff. und stend des Reichs gegenwurtig des willens sein mochten, auf diejen, so noch nit ankumen sein, zu warten, das aber die kgl. Mt. nit fruchtpar ansiecht, aus ursachen, das sich dieser Reichs tag dadurch verlengern und zu besorgen sein, die Eydgenossen des nit erwarten, sonder on grund abscheiden wurden, zusambt dem, das sunst vil nachteil und unglimpf, als sy und meniglich zu ermessen haben, daraus entsteen mocht. Darumb bedunkt die kgl. Mt. das nutzist und pest sein, ist auch irer kgl. Mt. begern, das die Kff., Ff. und stend des Reichs gegenwurtig den tag ytzo von stund an anfahen, auf ander nit warten und nemlichb den gesandten von Eydgenossen, so sy ytzo auf kgl. Mt. bescheid kumen werden, anfenglich und von erst anzeigen und zu erkennen geben, was sy als das Hl. Reichc zu erlangung der ksl. cron und zu furkumen des Kg. zu Frankreich furnemen tuen wellen. /429/ Dann ir kgl. Mt. sorgt ye, die Eydgnossen werden sich nichts merken lassen, sy haben dann zuvor der Kff., Ff. und stend des Reichs gemut und grund vernomen.
    Und hierauf sollen des Reichs stend ratslagen, den Eydgenossen furzuhalten, mit was macht zu roß und fueß, auch zeug und anderm sy helfen wellen, wann die Eydgnossen anziehen und wann, auch wo man inen ir gelt zum anzug geben und wie es aller ding gehalten werden soll.

    « Nr. 220 Antwort der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Resolution Kg. Maximilians vom 16. Mai; [2.] Bereitschaft der Stände zur Eröffnung der Verhandlungen mit den eidgenössischen Gesandten, Ablehnung der Mitteilung eines detaillierten Beschlusses über die Romzughilfe an die Eidgenossen, Vorschlag zu einer Anfrage an die Gesandten über den voraussichtlichen Beitrag der Eidgenossen zum Romzug.

    Konstanz, 17. Mai 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 430–431’ (Kop., Überschr.: Antwort der stende uf das obangezeigt kgl. furhalten, wie der handel mit den Schwyzern anzufahen sey. Gestrichener Dorsalverm.: Kff., Ff. und stende des Rychs, ytzo zu Costenz versamelt, antwort uf röm. kgl. Mt. furhalten, gestern sontags exaudi [16.5.] bescheen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 17–17’ (Kop., Überschr. entsprechend dem Dorsalverm. in ŠA; Verm. am Ende des Stücks: Hernach volgt wyter furhalten der röm. kgl. Mt. den Kff., Ff. und stenden des Rychs [Nr. 221]) = B.

    [1.] /430/ Kff., Ff. und stend diser versamlung haben der kgl. Mt. furhalten [Nr. 219] underteniglich gehört, darin kgl. Mt. tut begeren, diesen Reichs tag anzufahen und nit uf ander zu verziehen, das sich auch die stend des Reichs uß ursachen, durch kgl. Mt. angezeigt, gegen den Eydgnossen horen und vernemen lassen, was sie zu erlangung der kgl. cron und zu furkomen des Kg. von Frankreich furnemen tun wollen etc.
    [2.] Daruf geben die stend der kgl. Mt. underteniglich zu erkennen, das, wiewol noch etlich treffenlich stende vom Reich abwesend, der zukunft man noch wartend, so seien doch die stende, so gegenwurtig sein, der kgl. Mt. zu unterteniger gehorsam willig, diesen Reichs tag anzufahen und neben der kgl. Mt. mit den Eydgnossen zu handeln. Das sie aber den Eydgnossen die maß irer hilf zuvor eroffnen sollen, des tragen sie aus beweglichen ursachen, die on zweifel kgl. Mt. aus hoher vernunft zuforderst wisse zu ermessen, beswerung. Bedunkt sie nit gut, auch on not. Aber irs bedunkens, so were dißmals der handel mit den Eydgenossen also anzufahen, das kgl. Mt., auch Kff., Ff. und ander stende des Reichs zusamen etlich verordent, die den Eydgenossen anfenglich zu erkennen geben hetten, wie Kff., Ff. und andere stende der kgl. Mt. yetzo alhie uf ir anlangen und /430’/ ersuchen ein treffenlich, furderlich hilf zu erlangung der ksl. cron und zu widerstand dem Kg. von Frankenrycha zugesagt hetten, die sie auch getreulich und furderlichb also leysten und tun wolten. Darumb und so die Eydgenossen sich ytzo gegen kgl. Mt. auch trostlicher, erpietlicher antwort [Nr. 148, Pkt. 4]  in solichem horen lassen haben, so sei ire begere von wegen kgl. Mt. und der stende des Reichs, das sich die Eydgenossen vernemen lassen, wie und welichermaß sie in solichem furnemen der kgl. Mt. und dem Hl. Reich zu hilf komen, wievil knecht sie umb sold schicken, auch was sie als getreue Teutschen und verwanten des Reichs fur sich selbs in solichem tun wolten etc. So das vernomen würde, so kont man weiter mit inen uf alle maß dester geschickter handeln. Dabei wurde auch in der handlung komen, ein verstentnus mit den Eydgnossen zu machen etc., wie sich dann das in der handlung zum besten begeben wurde. Das sei Kff., Ff. undc stende undertenig anzeige im allerbesten, mit underteniger bitt, solichs also getreuer, underteniger meynung von inen zu versteen und ufzunemen.

    « Nr. 221 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände »

    [1.] Forderung nach Selbstverpflichtung der Reichsstände zu Beschlüssen über die Romzughilfe und über eine Garantieerklärung für die Eidgenossen; [2.] Verpflichtung von 6000 eidgenössischen Söldnern für den Romzug; [3./4.] Regelung des Solds; [5.] Unterstützung der eidgenössischen Fußknechte durch eine Reitertruppe; [6.] eidliche Verpflichtung der eidgenössischen Söldner zum Einsatz gegen jeglichen Widerstand während des Romzuges; [7.] Beginn des Aufmarsches; [8.] Bündnis zwischen Š Kg. Maximilian und der Eidgenossenschaft; [9.] Verbot von Dienstverpflichtungen eidgenössischer Söldner gegen den röm. Kg. und das Reich.

    Konstanz, 18. Mai 1507 (zynstag [nach Exaudi]).
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 432–432’ (Kop., Überschr.: Ander artikel, durch kgl. Mt. den Kff., Ff. und stenden furgehalten, die Schweizer betreffend.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 18–18’ (Kop.) = B. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 7’-8 (Kop.) = C. Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (dem RT-Protokoll [Nr. 148] inserierte Kop., Datumverm.) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat 10180/23, fol. 26 (irrtümlich unter den Wormser Reichstagsakten von 1509 eingeordnete Kop., nur Pkt. 2–9). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 28–28’ (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Reihenfolge der Pkt. 8 und 9 vertauscht). Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 12–13 (Kop.). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 8–8’ (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 7–7’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 7–7’ (Kop.).

    [1.] /432/ Item, das Kff., Ff. und stende der kgl. Mt., auch den Eydgenossen zusagen, von hynnen nit zu scheyden, sunder zuvor entlich zu beschliessen und furzunemen, die kgl. Mt. und teutsch nacion bey den wirden der ksl. cron, auch die Eydgenossen als ein gelid des Hl. Reichs mit trostlicher und statlicher hilf zu behalten und nit zu verlassen.
    [2.] Item an die Eydgenossen zu begeren sechstausent man zu dem romzug unter aller orten fanen, nemlich dry monat und darnach, als lang ir Mt. irer bedarf.1 
    [3.] Item der sold soll sein einem yeden knecht den monat vier fl.rh.
    [4.] Item allen hauptleuten, fenrichen, weibeln und spilleuten soll der doppelsold, wie gewonlich ist, gegeben werden.
    [5.] Item soll inen zu solichem romzug ein treffenlicher reysiger zeug zugeordnet und zugegeben werden.
    [6.] Item die sechstausent knecht sollen vor irem ußzug eydspflicht tun, ob ymands, wer der were, so kgl. Mt. an irem romzug an passen, proviand oder anderer gestalt zu verhindern understunde, wie das bescheen mocht, /432’/ das sie solichs als getreue dinstleut mit der tat und aller moglicheit zu weren und ire hilf und beystand tun wollen.
    [7.] Item, das solicher anzüg nach zweyen oder dreien moneten a ungeverlich b nach dem abschied alhie–a –b angee und mitler zeyt sich die Eydgenossen zü solichem züg richten.
    [8.] Item zu begeren einer bundnus zwuschen röm. kgl. Mt. und den Eydgenossen. Und ob sie vermeinten, das solichs des Kg. von Frankreichs eynung halber nit sein mocht, das den Eydgenossen nochlengs die moglicheyt deßhalb soll angezeigt werden.
    [9.] Item, das auch die Eydgenossen nit gestatten mitler zeit yemands der iren, wider kgl. Mt. und das Hl. Reich zu dienen oder yemands zuzulaufen.

    « ŠNr. 222  Antwort der Reichsstände auf die zweite Resolution Kg. Maximilians »

    [1.] Verpflichtung von 6000 eidgenössischen Söldnern für den Romzug; [2.] Dauer der Dienstverpflichtung der eidgenössischen Söldner; [3.] Bereitschaft der Reichsstände zu Verhandlungen über zusätzliche Truppen für den Romzug; [4.] eidliche Verpflichtung der eidgenössischen Söldner gegen jeglichen Widerstand während des Romzuges; [5.] Bitte um zeitliche Abstimmung zwischen dem Dienstbeginn der eidgenössischen Söldner und dem Aufmarsch des Reichsheeres; [6.] Beitrag der Eidgenossen als Reichsangehörige zum Romzug; [7.] Einung zwischen Kg. Maximilian und den Eidgenossen. – [8.] Aufzeichnung über Verhandlungen Kg. Maximilians und der ständischen Deputierten mit den eidgenössischen Gesandten.

    In Konstanz am 18. Mai 1507 an kgl. Räte übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 433–433’ (Kop., Überschr.: Antwort uf der kgl. Mt. obgeschrieben furgehalten artikel [Nr. 221].) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 18’-19 (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /433/ Kff., Ff. und ander stende des Reichs haben die artikel, so die kgl. Mt. fürhat, mit den Eydgnossen zu handeln, vernomen und ermessen. Und nachdem sie die sachen irs besten zu furdern geneigt sein, so bedunk sie die begerte somme der sechstausent knecht, auch der angezeigt sold nit ungemeß, sunder das wol davon mit den Eydgenossen zu handeln sei, des dann die stende irs teyls willig sein.
    Item ist der stende notdorft zu wissen, ob kgl. Mt. dieser anzal knecht und des reysigen zeugs zu dem romzug gnugig sein oder mer begeren wolle.
    [2.] Item der artikel, meldent von den dryen monaten oder solang kgl. Mt. der knecht weiter bedorf, ist not erclert zu werden, wer die knecht uber die dry monat, so kgl. Mt. der bedorfen wurde, besolden solt.
    [3.] Item, wo kgl. Mt. fur notdurftig ansehen wurde, den romzug mit mer volks wann obgemelt furzunemen, sein die stende auch willig, davon furderlich zu handeln. Damit onnot, sich des hiebleibens zu verpflichten, wann sie der und anderer des Reichs obligenden sachen halber alhie seien.
    [4.] Item gefellet auch den stenden, das die sechstusent knecht laut der kgl. Mt. anzeigung verpflichtet werden, und des mer, ob röm. kgl. Mt. in solichem romzug des Reichs undertanen, communen oder verwanten des wegs gein Rome oder herwider zu gehorsam erfordern wurde und sie sich des teten widersetzen oder ob denselben ungehorsamen yemands hilf oder hanthabung tun wurde, das die knecht wider dieselben gleichermas wie oben im artikel zu helfen verpflicht weren.
    [5.] /433’/ Item ist der stende undertenig bitt, das kgl. Mt. diese hilf und rustung des romzugs, deßgleichen das angeen der Eydgenossen sold dermaß und der moglicheyt betrachten und setzen wolle, das eins mit dem andern samentlich zugeen und vollendet werden moge und keyner lang uf den andern vergebens warten dorfe. Wann solt der Eydgenossen sold angeen und der ander zeug zu roß oder fuß nit alßbald auch vor Šaugen und geschickt sein, so lief der sold und zeit vergebens. Und were zu besorgen, das dadurch der romzug gestummelt werden und fallen mocht.
    [6.] Item, nachdem die Eydgenossen sich als ein glid des Reichs erkennen, sich auch gegen kgl. Mt. zu eroberung oder erlangung der ksl. cron gutwillig erpoten haben, ist der stende gutbedunken, das von inen auch vernomen werde, wes sie als verwanten des Reichs in solichem fur sich selbs tun wollen.
    [7.] Item gefellet den stenden, von einem vertrag, eynung oder verstentnus mit den Eydgenossen zu reden, damit yeglicher teyl wissen moge, wie er mit dem andern stee und wes er sich zu dem andern versehen soll.
    [8.] [Vermerk von anderer Hand:] a Daruf hat kgl. Mt. mitsampt dem darzu verordenten usschus von des Rychs stenden angefangen, mit den Eydgenossen zu handeln uf obgeschrieben mas. Da haben sich der Eydgenossen gesanten horen lassen, wie oben, das sie sich als zugehorig des Rychs erkennen wollen, auch, wie sie sich erpoten, zu erlangung der ksl. kron b und dem Rych sunst-b gern hilf tun. Das sie aber die anzal solicher hilf itzo benennen solten, mogen sie nit tun. Sie konnen auch itzo also ylent nit ziehen, wan es wurde nu die hitz angeen und sey nit muglich iren knechten, in der hitz zu zyhen. Aber kgl. Mt. moge ein benante zyt eins zugs furnemen und sich itzo des solds mit inen vertragen. Und so sin kgl. Mt. dan zihen wolle, so soll er inen solichs verkunden, sich mit den iren wappen zu schicken, auch inen zu erkennen geben, wievil er der knecht begere und wider wen er sie bruchen wolle. Alsdan wollen sie sich als fromme Tutschen, was inen tunlich sei, vernemen lassen etc. Sie syen auch willens, ein eynung und verstentnus mit dem Rych zu haben etc.
    Daruf hat kgl. Mt. ein notel einer eynung den stenden tun furhalten, lutend wie hernach volgt–a.

    « Nr. 223 Erster Entwurf Kg. Maximilians für eine Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich »

    [1.] Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich; [2.] Verpflichtung der Eidgenossen zum Beistand für das Reichsoberhaupt und das Reich, [3.] zum Schutz des Hl. Stuhls und [4.] zur Bewahrung von Frieden und Recht gegenüber den Reichsangehörigen; [5.] Verpflichtung von Kg. und Reich zum Schutz der Eidgenossen. – [6.] Vermerk über die Ausstellung entsprechender Reversbriefe durch die Eidgenossen auf der einen sowie Kg. und Reich auf der anderen Seite. [7.] Vermerk über Einwände der Reichsstände gegen den kgl. Einungsentwurf.

    s.l., s.d., jedoch in Konstanz am 18. Mai 1507 an die Reichsstände übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 434–434’ (Kop., Überschr.: Kgl. Mg. furgehalten notel der eynung mit den Eydgenossen. Vermerk von anderer Hd.: Sint dryerley, wie hernach volgt.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 19’-20 (Kop., Überschr. Š[auch zu Nrr. 225f.]: Hernach volgen dryerley noteln, der man sich zu beratschlagen understanden, der eyner mit den Eidgenossen sich zu vertragen.) = B. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 29–29’ (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Überschr.: Dise notel ist erstlich von röm. kgl. Mt. ubergeben.) = C.

    [1.] /434/ Wir, N., N. und N., bekennen, als wir bißher mit dem Hl. Reich teutscher nacion in etwas vil mißverstand gewesen sein, das dann uns und unsern anstossern merglichen unlust und widerwillen gebracht hat, das wir demnach uf ansuchen und begern der röm. kgl. Mt., unsers allergnst. H., solichs, wie obsteet, betracht und uns mit seiner kgl. Mt. und dem Hl. Reich, dem wir von natur und allen unsern vordern heer als die Teutschen undertenig und anhengig gewesen und noch sein, in ein clare verstentnus begeben haben, und nemlich also:
    [2.] Zum ersten, das wir all von der Eydgenosschaft, in was stands oder wesens die sein, von alter oder jugent, fur uns, unser kinder und nachkomen seiner kgl. Mt., dem Hl. Reich und teutscher nacion anhengig sein wollen wider meniglich und alles das tun, das irer kgl. Mt. und dem Hl. Reich und teutscher nacion zu ere, nutz und ufnemen kombt, als wir solichs von natur und pillicheyt wegen zu tun schuldig sein.
    [3.] Ferrer wollen wir den hl. stul zu Rome, der seiner kgl. Mt. und dem Hl. Reich als obristen vogt verwandt ist, helfen /434’/ beschutzen und beschirmen und den in allem seinem herkomen zu underhalten, inmassen wir das als die fromen cristen zu tun pflichtiga sein.
    [4.] Wir wollen auch frid und recht halten und geben mit allen unsern nachpaurn und des Reichs verwandten, wie wir dann solichs bißheer loblichen hergebracht haben.
    [5.] Daentgegen haben uns auch sein kgl. Mt. und die stende des Hl. Reichs zugesagt, uns bey unsern alten freiheiten und herkomen bleiben zu lassen und wider meniglich vor gwalt hanthaben, schutzen und schirmen wie ander des Hl. Reichs und deutscher nacion undertanen und verwandten, alles getreulich und ungeverlich.
    [6.] Item in simili zwen gleich brief, ein von den Eydgnossen, wie obsteet, und den andern dagegen von kgl. Mt. und des Reichs stenden mutatis mutandum.
    [7.] b Dieser notel haben die stende des Reichs in irem ingang, auch etlicher wort und unformlicheyt halber darzu sonderlich des artikels, den rechtlichen ußtrag betreffend, beswerung gehapt und darumb ein kleyne verenderung getan, wie hernach steet-b [Nr. 225].

    « Nr. 224 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung zu Konstanz »

    [1.] Ladung der Stadt St. Gallen zum Konstanzer RT; [2.] Wunsch Appenzells und anderer zugewandter Orte nach Teilnahme an der Tagsatzung; [3.] Forderung Daniel Kapfmanns an Kg. Ludwig von Frankreich; [4.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten; [5.] Verhandlungen der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten; [6.] Verhandlungen über eine Einung von Kg. Šund Reich mit den Eidgenossen; [7.] Maßnahmen gegen die verbotene Anwerbung von eidgenössischen Söldnern für Frankreich.

    Konstanz, 18.-20. Mai 1507 (in der wuchen vor pfingsten)1 .
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 146–148 (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 121–124 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 311–313 (Kop.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 68 (Kop.) = D. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.). Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (Kop.).
    Regest/Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 275, S. 376f.; Nr. 274, S. 373 (als Pkt. b-f); Anshelm , Chronik III, S. 6f. (nur Pkt. 4–6).

    Abscheyd uß Costenz, des tagleistens daselbs gehaltena

    [1.] /146/ Als die von St. Gallen anbracht haben, das sy zu diserm Richs tag syen beschriben, mit beger, was inen deßhalb ze tund gebure, ist inen geraten: Nachdem si irn wandel und handel eben wyter suchen und bruchen, das inen wol gebur und ze tund, das si gehorsamlich erschinen.
    [2.] Als Appenzell und villicht ander der neygung sind gewäsen, ouch geren by dißerm tags handel zu erschinen, angesächen, was inen daran sye als den vorsäß gelegen, ist in geantwurt: Diewil kgl. Mt. beger sye, mit den zwölf orten zu reden und dieselben ouch von kgl. Mt. gan Schafhusen beschriben, gebur inen nit, deßhalb endrung ze tund. Ob sy aber /146’/ durch sich selbs daby erschinen, soll inen nit gewert und damit heimgebracht werden, ob hienach in solichen sachen, die gemein Eydgnoschaft und ir verwantenb beruren, als dann kriegslouf sind, sy darzu beruft und mit inen als andern gehandelt sol werden c und uf dem tag zu Baden jedes ort sin antwurt geben-c.
    [3.] [Daniel] Kapfmann bat erneut um Hilfe zur Durchsetzung seiner Ansprüche an den frz. Kg. Ihm wurde für den eidgenössischen Tag zu Frauenfeld ein Bescheid angekündigt, ob man seine Forderung gegenüber künftigen frz. Gesandtschaften vertreten werded.2  
    [4.] So weist ein jeklicher bot zu sagen, mit was großer zucht und eren die röm. kgl. Mt. uns boten hat lassen empfachen, ouch selbs in bywäsen aller Kff., Ff. und Šgemeinene ständ des Hl. Richs gnädiglich und gunstlich zugesprochen und ernstlichen dank gesagt, das wir zu ir also sind komen, mit erbieten, solichs zu gutem nit zu vergessen.
    /147/ Und dann furter bemeldt, das ir Mt. durch die gesandten zu dem tag gen Schaffhusen entdeckt, das wir die hingezognen zu dem frankrichischen Kg. wider abgemant, daran si groß gevallen haben und deß zugut gnädiglich ingedenk sin welle, mit etwas mäldung, was derselb frankrichisch Kg. zu abbruch deß röm. Rich fürer understand.
    Item und das ir Mt. ganz des willens sye, die ksl. kron mit unser hilf, die sy darzu begert, zu empfachen, damit tutscher nation ir loblich harkomen nit werde entzogen, mit beger, gemein Eydgnoschaft wolle sich darin also bewysen, wie si des sunder vertruwen und ir vordern ouch getan haben.
    [5.] Deßgelichen ist ouch von allen Kff., Ff. und gemeinen standen deß Richs begert, mit vil fruntlichs erbietens, und daruf geantwurtet in glicher meynung, wie der abscheid, zu Schafhusen ußgangen [Nr. 217, Pkt. 2] , lutert.
    [6.] So ist demnach durch der kgl. Mt. und deß Hl. Richs anwält furer mit uns geredt, das die notturft tutscher nation, deß Hl. Richs und zuvoran Gots lob und ere ervordre, das wir mit den ständen deß Hl. Richs und dieselben mit uns in soliche gestalt und mittel gebracht, damit frid und ruwe /147’/ zwuschen kgl. Mt., dem Hl. Rich und uns allen behandhabet werd. Daruß f mengerley geredt und in ganzer warheit sovil-f ist erfunden, das kgl. Mt. sich mit allem und ganzem ernst darin geneigt undg geredt hat, wir söllen gut kungisch, so welle si ein vast guter Eydgnoß sin, und demnach ein vergriff [Nr. 223] durch si in geschrift beschächen. Und als der gehört, vast geendert und zuletst dergestalt ufgeschriben, wie das die copi [Nr. 226], dero jeder bot eine hat, anzöigt, daruf antwurt zu geben, zu tagen, als hienach stat, nemlich sonntag nach unsers Hern fronlichnams tag [6.6.] nachts zu Zurich an der herberg zu sind und mit so vollem gewalt zu erschinen, wie sich das zu guter leitungh frids und ruwen wirt geburen.
    [7.] Und als dann uns, der Eydgnoschaft boten, hie gesagt ist, das der Nußbomer und ander jetz sampnung3 und ufwiglen bruchen, den frankrichisch Kg. unser knächt zuzefuren, das aber swer und unlidlich wurde sin, angesechen des tags handel, hie mit röm. kgl. Mt. etlich tag [g]eupt, in abscheid und schrift gestelt, die ein i jeder weis an sin herren und oberkeit-i zu bringen4, daruf ouch antwurt sol geben werden, ist bevolchen, dem landvogt im Turgow5, dem vogt zu Rineck und andern zu schriben, Šouch den boten von Appenzell und der statt St. Gallen /148/ zu bevelchen, sölich gelöuf zu verbieten by libs- und gutsstraf, und sunder ouch uf den Nußboumer und ander, die damit umbgand möchten, zu achten und, wo si solicher gestalt funden werden, inzulegen und nit ußzulaßen dann mit gemeiner Eydgnoschaft wussentlichem willen, angesächen, das darus uns Eydgnossen ein landskrieg und also under uns grösser unwil und ungezwifelt zweyung möcht erwachsen.

    « Nr. 225 Entwurf der Reichsstände für eine Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich »

    [1.] Einung der Eidgenossen als Reichsangehörige mit Kg. und Reichsständen: [2.] Verpflichtung der Eidgenossen zum Beistand für das Reichsoberhaupt und das Reich, [3.] Verpflichtung der Eidgenossen zum Beistand für den Hl. Stuhl, [4.] Verpflichtung der Eidgenossen zur Friedenswahrung gegenüber den benachbarten Reichsständen, [5.] Verpflichtung von Kg. und Reich zum Schutz der Eidgenossen. – [6.] Vermerk über die Ablehnung des Entwurfs durch die eidgenössischen Gesandten.

    Beschlußfassung der Stände und Übergabe an die kgl. Räte am 19. Mai.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 435–436 (Kop., Überschr.: Notel der stende des Reichs der eynung mit den Eydgnossen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 21–21’ (Kop., irrtümliche Überschr.: Das dritt concept.) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 153–154 (Kop., Überschr.: Die ander copei, so die versammlung des Reichs der Aidgenossen halben stellen lassen hat.) = C. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 32–33 (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Überschr.: Dieße notel ist von den stenden des Hl. Reychs angegeben.) = [D]. Meiningen, StA, GHA II, Nr. 10, fol. 3–3’ (Kop., Überschr.: Copey, so die versamlung des Reichs der Aidgenossen halben stellen lassen hat.).
    Druck: Fäsi , Beylage, S. 106–108 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 221’).

    [1.] /435/ Wir, N., N. und N., bekennen etc., das wir betracht und zu herzen genomen haben die sweren anfechtung der cristenheit und des Hl. Röm. Reichs und sunderlich die swinden und sweren leuft, so sich yetzo wider unsern hl. vater babst, a röm. kgl. Mt., unsern allergnst. H. -a, das Hl. Röm. Reich und sunderlich teutsch nacion ereugen und anzeygen. Und darumb und auch der treu und lieb halber, so wir als gelider, verwandten und zugehorigen des Hl. Reichs und fromme Teutschen zu dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion als unserm vaterland tragen, Got dem almechtigen zu lob, zu merung und underhaltung fridens und eynigkeit im Hl. Reich und zu furdrung gemeyns nutzs uns mit dem allerdurchleuchtigisten, großmechtigisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg. etc., unserm allergnst H., seiner Mt. nachkomen im Reich, röm. Kss. und Kgg., und den stenden des Hl. Röm. Reichs in ein clare verstentnus begeben und getan haben und begebenb. Tun das in craft diess briefs, wie hernach volgt.
    Š[2.] Zum ersten, das wir alle von der Eydgenosschaft, in was stands oder wesens die sein, von alter oder jugent, fur uns, unser kinder und nachkomen /435’/ seiner kgl. Mt., derselben nachkomen am Reich, röm. Kss. und Kgg., dem Hl. Röm. Reich und teutscher nacion anhengig, gehorsam und getreulich beholfen sein wollen und sollen wider allermeniglich und alles das zuc tun, das irer kgl. Mt. und derselben nachkomen am Reich, dem Hl. Röm. Reich und teutscher nacion zu eren, nutz und ufnemen kompt, inmassen wir solichs von natur, dem rechten und pillicheyt zu tun schuldig sein.
    [3.] Und ferrer, nachdem der hl. stul zu Rome unserm allergnst. H., dem röm. Kg., und seiner Mt. nachkomen, röm. Kss. und Kgg., als obersten vogten und schirmherren zu schutzen und zu beschirmen bevolhen ist und zusteet, so sollen und wollen wir iren Gn. und dem Hl. Reich denselben stul getreulich helfen bey seinen eren, wirden und rechten hanthaben, schutzen und schirmen, inmassen wir das als fromme cristen zu tun pflichtig sein.
    [4.] Wir wollen und sollen auch fride und recht halten, geben und nemen mit allen unsern nachpaurn, des Röm. Reichs verwandten, wie sich solichs nach gestalt einer yeden sachen von rechts wegen zu tun gepürt und nit anders ungeverlich.
    [5.] /436/ Dagegen haben uns unser allergnst. H., der röm. Kg., die stende des Hl. Reichs fur sich und ire nachkomen zugesagt, uns bey unsern alten freiheiten und loblichem, guten herkomen pleiben zu lassen und wider meniglich vor gwalt zu handhaben, zu schutzen und zu schirmen wie ander des Hl. Röm. Reichs und teutscher nacion undertanen und verwandten, alles getreulich und ungeverlichd.
    [6.] [Vermerk:] e Dieser nottel mogen die Eydgenossen beswerung getragen haben, darumb kgl. Mt. ein andere hat lassen begreifen, aber, als man sich versihet, so mocht sie durch der Eygenossen frunde also gestelt sein und lautet, wie hernach volget-e [Nr. 226].

    « Nr. 226 Zweiter Entwurf Kg. Maximilians für eine Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich »

    [1.] Einung der Eidgenossen als Reichsangehörigen mit Kg. und Reichsständen: [2.] Verpflichtung der Eidgenossen zur Unterlassung von Feindseligkeiten gegen Kg. und Reich, zum Schutz des Hl. Stuhls und zur Unterstützung des kgl. Romzuges; [3.] Pflege guter Nachbarschaft mit den Reichsständen; [4.] Regelung von Streitigkeiten zwischen Eidgenossen und Reichsständen; [5.] Schutz der Eidgenossen durch Kg. und Reichsstände. – [6.] Vermerk über Einwände der Reichsstände gegen den kgl. Entwurf.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, 19. oder 20. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 436–437’ (Kop., Überschr.: Die ander notel der eynung mit den eydgenossen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 20–20’ (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 154’-155’ (Kop., Überschr.: Die drit copei der Aidgenossen halben, durch die röm. kgl. Mt. gestellt.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 125–126 (Kop.) = D. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 712 (Kop.) = [E]. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 30–31 (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Überschr.: Diese notel ist zum andern mal von röm. kgl. Mt. ubergeben.) = [F]. Glarus, LA, Z IV 3.2, zu Stück-Nr. 42 (Kop.) = [G]. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.).
    Druck: Anshelm , Berner-Chronik, S. 8f.; Brennwald , Schweizerchronik, S. 520f.; Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 374 (als Pkt. h zu Nr. 274).

    [1.] /436/ Wir, die gemein Eydgenosschaft von stett und lendern etc., bekennen mit dieser schrift, als wir dann on alles mittel dem Hl. Röm. Reich zugehorig sein, von welichem wir auch nymmera zu komen pillichen willen haben, sonder bey solichem wie unser altvordern aufrecht pleiben wollen und dem zugut, auch erlichem enthalt teutscher nacion, Got dem almechtigen zu lob, merung frids, ruewen und gemeins nutzs, b das wir uns demnach-b /436’/ mit dem allerdurchleuchtigisten, hochmechtigisten, unuberwintlichisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg., unserm allergnst. H., auch irer Mt. nachvolger an dem Reich c und den stenden desselben-c dieser hienachvolgender meynung vertragend haben.
    [2.] Zu dem ersten, das wir all fur uns und unser nachkomen gemein und sonderlich derselben kgl. Mt. und dem Röm. Reich anhangen, das wir demselben nit widerwertig sein wollen, noch yemand, der solichs zu tun understunde, hilf, beystand noch anhang beweisen, sonder dem, wo das durch unser land oder leut zu tun wurd furgenomen, widerstan, darzu auch auf den hl. stul zu Rome, des sein kgl. Mt. und das Reich obrister vogte ist, als gut cristenleut ein getreue[s] aufsehen haben, wider denselben auch mitnichten tun noch handeln und das den unsern auch keinswegs gestatten. Und seiner kgl. Mt. die ksl. cron, doch uf seiner kgl. Mt. und des Reichs costen und versoldung zu erlangen getreulich verhelfen, wie sich dann das alles unsern eren und pflichten nach gepurt, alles getreulich und ungeverlich.
    [3.] /437/ Es sol auch zwischen dem Hl. Reich und des verwandten, uns und unsern verwanten gute nachpaurschaft und gemeinschaft mit getreuem handel und wandel, Škauf und verkauf gepraucht werden, alles on besorg leibs und guts, wie das eins yeden teilsf notdurft vordert.
    [4.] g Und ob zwischen demselben und uns gemein oder sonderlich irrung und spenn erwuchs, dieselben sollen h inhalt beredter befridung zwischen dem hochloblichen haus Osterreich und uns3 gerechtfertigt werden-h, wie herkomen ist.
    i Aber geltschulden, erbfall und dergleichen sollen ir vertigung haben in den gerichten, darin sie sich erheben und die angesprochen sind gesessen, desgleich auch die frävel, ob die also erwuchsen. Und bey solicher rechtvertigung sollen wir nu und hinach pleiben und mit andern frömbden gerichten, geystlich noch weltlichen, dhainswegs beswert werden, ausgenomen ee und wuecher, die mugen vor geystlichen gerichten zu vertigung komen–g –i.
    [5.] /437’/ Diesen vertrag wollen wir auch bey gutem truwen aufrecht und stete halten, dem anhangen und gnug tun, den auch unser allergnst. H., der röm. Kg., j und die stend-j des Hl. Reichs uns zugesagt haben, darbey k und auch bey unsern freiheiten, guten gewonheyten und altem herkomen-k gnediglich pleiben zu lassen l und daraus keynswegs zu fuern, sonder-l uns zu hanthaben, zu schutzen und zu schirmen wie ander des Hl. Reichs und teutscher nacion undertanen und verwandten, alles getreulich und ungeverlich. Und des zu urkund etc.m
    [Vermerk von anderer Hand:] [6.] n Dieser notteln haben die stende glych wie der ersten [Nr. 223] etzlich beschwerung getragen und darumb kgl. Mt. o daruf in schriften antwort geben, ut sequitur–n –o [Nr. 228].

    « Nr. 227 Entwurf Kg. Maximilians für ein Gerichtsprivileg der Eidgenossen sowie eine Generalkonfirmation der eidgenössischen Privilegien »

    [1.] Gerichtsfreiheit für die zwölf eidgenössischen und für die zugewandten Orte; [2.] Befehl an alle Reichsuntertanen zur Beachtung dieses Privilegs, Kassation aller künftigen gerichtlichen Entscheidungen und Urteile gegen die Eidgenossen; [3.] Generalkonfirmation der eidgenössischen Privilegien und Freiheiten; [4.] Sanktionsklausel.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, 19. oder 20. Mai 1507. Am 20. Mai an die eidgenössischen Gesandten in Konstanz übergeben.1 
    Bern, StA, A IV 10, pag. 182–184 (Kop.) = Textvorlage A. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 47–49 (Kop.) = B. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.).
    Druck (des Solothurner Exemplars): Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 375f.

    [1.] /182/ Wir Maximilian, von Gotz gnaden röm. Kg., zu allen ziten merer des Richs etc., bekenen und tund kund offenlich mit dyserm brief vor allen denen, so den ansehen oder hören läsen, das wir angesechen und betracht haben manigvaltig getruw, unverdrossen, nuczlich und willig dienst, die uns und unsern vorfaren am Rich die ersamen unser und des Richs lb. getruwen gmein Eydgnoschaft des grossen punds obertutschen landen von stetten und landern oft und dick getan haben, täglich tun und fürbasser ze tund allzyt gutwillig sind, und ouch uß bewegung sunderlicher gnad, so wir zu derselben gemeiner Eydgnosschaft und allen iren verwandten allweg gehept und noch haben. Und darumb mit wolbedachtem mut und gutem rat unser und des Richs Ff., Gff., Hh. und getruwen, ouch uß unser kgl. machtvolkomenheyt und mit rechtem wüssen die obgemelt gmein Eydgnosschaft, namlich Zürich, Bern, Luzern, Ure, Switz, Underwalden ob und nidem Kernwald, Zug mitsampt dem ussern ampt, so darzugehört, Glarus, Basel, Fryburg, Solothurn und Schaffhusen mitsampt iren ewigen puntgnossen, ouch alle die, so inen dyser zyt zu versprechen stand, gefryt und begnadet haben, fryen und begaben si ouch von röm. kgl. Mt. machta, meinen, setzen, ordnen und wellen mit dysem gegenwurtigen kgl. geseczt in craft dis briefs, also das niemand fürbaser ewenklich, in welichen erenb und wurden er oder die syen, si, die obgemelten gmeinen Eydgnoschaft oder einich stat oder land oder ir burger und hindersässen, samentlich oder sunderlich furteylenc, vordern, höischen, laden, ansprächen, beklagen, urteylen oder achten sol oder mag umb dheinerley sach, getet noch zuspruch, si sye penlich, burgerlich oder vermischt oder wie si genant sind oder möchten werden, fur unser kgl. camer-, hofgericht oder an dem landgericht zu Rottwil, noch an dheinen andern landgerichten oder gerichten, wo die gelegen oder wie si genannt sind. Sunder wer zu den obgemelten gemeinen Eydgnossen, einicher stett oder land derselben Eydgnosschaft oder den iren oder die inen dyser zyt zu versprechen stand, ir einem oder mer, es syen man oder wyb, zu sprechen, zu klagen oder vordrung hett oder gewunn, vor den ordenlichen enden und gerichten, da dann der oder die, so also angesprochen werden, seßhaft ist oder sind, /183/ ouch nach irm bruch und gewonheyt und das recht daselbs suchen, vordern und nämen, und niendert anderschwa.
    [2.] Uf das, so gebieten wir allen und jeklichen Ff., geystlichen und weltlichen, Gff., fryen Hh., rittern, knechten, amptlüten, burgermeystern, scheffen, schulthessen, räten und gmeinden, unserm camer- und hofrichter, ouch dem landrichter zu Rottwil, ouch Šallen denen, so in unser camer-, hofgericht oder den landgerichten zu dem rechten seczen und urteyl sprechen, die jeczo sind oder in kunftigen zyten sin werden, unsern und des Richs lb. getruwen ernstlich und vestenklich von röm. kgl. machtvolkomenheyt mit dysem brief by unserm und des Richs hulden, das si fürbasser mer ewenklich die obgemelt gemein Eydgnosschaft, noch sunder land noch stett obbestimpt, noch ir burger, noch die iren und die inen zu versprechen ständ, eim oder mer, man oder wyb, fur die egedachten unser camer- oder hofgericht, landgericht oder andre gericht heuschen, laden, furtriben, vordern, noch dehein [= kein] urteyl uber ir lib noch ir guter sprechen, urteylen, procedieren oder in die aucht tun, noch ingevallen sin erkennen sollen noch mogen in kein wyß. Und ob das geschäche wider und uber dis obgeschriben unser gnad geseczt und gegeben fryheyt, so vernichten, entcreftigen, nämen und tund wir die ab jecz als dann mit rechtem wüssen und von röm. kgl. machtvolkomenheyt in craft diser unser gnadsaczung und ordnung alle schuld, ladung, heuschung, vordrung, urteyl und die aucht und ouch die anspruch. Wir seczen, ordnen, lute[r]n, ercleren ouch uß kgl. Mt. volkomenheyt, das die, so also furgeheuschen oder geladen, nit gebunden, schuldig noch pflichtig sin sollen, an denselben enden zu erschinen. Sunder ob ützit uber ir lib oder guter geurteylt wurde, das alsdann dieselben proceß, urteylen und handlungen untugenlich und unkreftig in allen iren meynungen, begrifungen, puncten und artiklen, wie die da komen, gevelt, geben und geurteylt sind, nichtlich und craftloß heyssen und sin, also das die samentlich und sunders, es syen vor-, ander oder endurteylen, proceß oder handlungen, den obbemelten gmeinen Eydgnosschaft, deren stetten und landen, allen den iren und so inen dyser zyt zu versprechen stand, unschädlich, unverleczlich und unbeschwärlich sin sollen in einich wyß.
    [3.] Ouch haben wir den eegenanten gmeinen Eydgnossen und jedem ort, stett und land insunders uß röm. kgl. machtvolkomenheyt bestätt und confirmiert, bestätten und confirmieren inen all und jecklich ir brief, privilegia, recht, gnad, fryheyten, gut gewonheyten und alt loblich harkomen, wie si die bißhar gebrucht und gebracht haben.
    [4.] Und ob jemand, wer der wäre, /184/ der wider dis obgeschriben unser gegeben gnad, fryheit, geseczt und gebot frävenlich det, der und dieselben söllen in unser und des Hl. Richs schwere ungnad und darzu einer rechten pen hundert mark lötigs goldes vervallen sin, als oft und dick er dawider tut, die halb uns und des Richs camer und den andern halbteyl den obgemeldten gmeinen Eydgnossen oder der statt oder land, gegen der oder demd, als obstat, solichs uberfaren wird, ganzlich und unabläßlich zu bezalen. Und mögen ouch dieselben Eydgnossen, so also uberfaren sind, die pen mit recht suchen und söllen damit nit gefrävelt haben. Mit urkund dis briefs versiglet mit unser kgl. Mt. insigel, geben etc.

    « Nr. 228 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Einwände gegen den zweiten kgl. Einungsentwurf; [2.] Bitte um Akzeptanz der ständischen Änderungen am ersten kgl. Entwurf, Bereitschaft zu Änderungen am Šständischen Gegenentwurf. – [3.] Vermerk über die Verabschiedung der eidgenössischen Gesandten zu Beratungen mit ihren Obrigkeiten.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 19. oder 20. Mai 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 438–438’ (Kop., Überschr.: Antwort der stende uf den andern begriff der eynung mit den Eidgenossen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 21’-22 (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /438/ Kff., Ff. und stende des Richs haben der kgl. Mt. furgehalten notel der eynung oder vertrags mit den Eidgenossen [Nr. 226] gehort und etlichermaß der noitturft ermessen. Befunden die kgl. Mt. und den stenden des Richs in vil und merteils der puncten nachteylig, beswerlich und unannemlich. Bewegen auch bij inen, wo die also angenomen werden solt, daz solichs kgl. Mt. und den stenden des Richs ein grosse nachrede, verachtung und verwisse, auch eynen abfall im Rich geberen wurd. Es sin auch etliche artikel dermaß gestalt, daz die stend derselben nit annemen konnen.
    [2.] Aber gestern habe kgl. Mt. deßhalb auch ein notel [Nr. 223] lassen furhalten, der die stende in ir betrachtung ein cleine enderung getan [Nr. 225], dannocht der kgl. Mt. begriff nit ungemeß, darin sich die stend der kgl. Mt. zu ern und wolgefallen und in betrachtung gelegenheit und irer Mt. furgesatzten willen alles des, so inen eynicher wise moglich und dannocht mer, dan inen wol lydelich oder auch gemeynt gewest, begeben. Hetten wol noch vil, so des Richs ere und noitturft erfordert, darin zu setzen und zu betrachten gehabt, der zuversicht, solt kgl. Mt., nachdem sich dieselb irer furgehalten meynung vast verglichen hett, nit mißfellig, auch den Eidgenossen nit unanmütig gewest sin. Bitten daruf kgl. Mt. undertenigs flys, wo mit den Eidgenossen diser zeit von vertregen oder eynung sollt gehandelt werden, daz ire Mt. ir die gesterige meynung obangezeigt, mit den Eidgenossen zu handeln nit mißfallen lassen woll. Ob aber etlich wort darin weren, die den Eidgenossen beschwerlich sin solten, darin wollen die stend der kgl. Mt. zu eren und gefallen handelung lyden und, waz ichts tunlich wer, sich aller zimlicheyt finden lassen. Daz bitten sie der noitturft und underteniger, guter meynung zu vermerken.
    [3.] /438’/ [Vermerk von anderer Hand:] Demnach ist den Eydgnossen erlaubt, anheym zu iren frunden, sich zu underreden, und uber XIIII tag widerzukomen, weiter mit inen zu handeln und zu beschliessen.
    Mitler zeit ist doch ferrer gehandelt, wie hernach volgt [Nr. 158, Pkt. G].

    « Nr. 229 Vereinbarung zwischen Kg. Maximilian und den eidgenössischen Gesandten in Konstanz »

    [1.] Ratifikation der Vereinbarung durch den bevorstehenden eidgenössischen Tag in Zürich; [2.] Beschwerden Kg. Maximilians über Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Zusagen Kg. Maximilians bezüglich der Besoldung der eidgenössischen Söldner während des Romzuges, der Bestätigung der eidgenössischen Privilegien und des Schutzes für die Eidgenossen; [4.] Angebot Kg. Maximilians bezüglich der Gerichtsfreiheit der Eidgenossen.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, 20. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 452–453 (Kop., Überschr.: Abschied der Eydgnossen, davon in nehster schrift [Nr. 236, Pkt. 1]  meldung geschicht, volgt hernach.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 28’-29 (Kop., Überschr. wie A) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 260–261 (Kop.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 126–128 (Kop.) = D. Luzern, StA, TA 4, fol. 281–282 (Kop.) = E. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 68; 69–70 (Kop.) = F. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 148–148’ (Kop. Überschr.: Abscheid von kgl. Mt. zu Costenz, pentecostes [23.5.]). Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (Kop.). Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.). Zürich, StA, A 176.1, Stück-Nr. 42 (Kop., spätere Überschr.: Abscheid zu Constanz wegen des zugs Ks. Maximiliani wider den Kg. in Frankreich, 1507.).
    Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 274, S. 373f. (Pkt. g);  Anshelm , Chronik, S. 9f.

    [1.] /452/ Als auf beger röm. kgl. Mt., unsers allergnst. H., gemeyner Eydgnosschaft sandboten von steten und landen ytzt uf dem tag zu Schaffhausen beyeinander verschienen sein, haben dieselbige sandboten seiner kgl. Mt. uf ire begere /452’/ antwort [Nr. 217, Pkt. 1]  geben, darab die kgl. Mt. gn. gefallen hat. Sagt inen daruf gn. dank. Daruf sein kgl. Mt. sie furter her gein Costenz ervordert und durch sich selbs und des Reichs stende mit ine eins getruwen vertrags halb handlen lassen hat. Das aber dieselben sandboten wider hinder sich an ire obern zu bringen angnommen und daruf diesen abscheid von seiner kgl. Mt. entpfangen haben, das sie auf sontag nach corporis Christi nehstkunftig [6.6.] zu nacht zu Zurch in der statt an der herberg seyen und morgens darnach irer kgl. Mt. reten auf den gemelten abschid entlich antwurt on wider hindersichbringen geben und sich darin dermassen halten wollen, als sich die kgl. Mt. zu inen genzlich und ungezweifelt versehen und sie seiner Mt., dem Hl. Reich und teutscher nation zu tun schuldig sind.
    [2.] Darneben hat kgl. Mt. gemelten sandboten allerley beswerung und mangel, so ir vom Kg. von Frankreich begegnet, durch sein eygen mund angezeigt, inhalt einer schrift [Nr. 166b], so ire Mt. der Eydgnosschaft balde zuschicken wirdet, und darin desselben Kg. listigkeit und geverd, bißher gegen ire [!] gebraucht, beruren lassen.
    [3.] Ferrer hat ir Mt. den gemelten Eydgenossen zugesagt, wann sie ir Mt. in dinst im romzug brauchen wirdet, das dieselb ire yedem funfthalben [= 4½] fl. eins monads geben und sie sunst /453/ mit amptern und duppelsolden halten wolle, wie gewonlich ist, und solichen sold anfahen zu geben im land der Eydgnosschaft oder irer verwandten. Kgl. Mt. hat sich auch gegen gemeyner Eydgnosschaft gnediglich erpoten, sie als röm. Kg. zu handhaben, auch bey iren freiheiten, altem herkommen und guten gewonheiten pleiben zu lassen und inen die zu confirmiren und bestetigen, auch sie vor gewalt zu beschirmen, inen zu hilf zu kommen und alles sein vermogen zu inen zu setzen und, wo es die notturft vordert, selbs personlich zu inen zu kommen und sie nit zu verlassen.
    Š[4.] Wie sich dann die kgl. Mt. des cammergerichts halb gegen gemeyner Eydgnosschaft erpoten hab, weiß ein yglicher bot seinen herren wol zu sagen.

    «1.3.3. Eidgenössischer Tag zu Zürich (Juni 1507) »

    « Nr. 230 Beschluß Luzerns (Kleiner Rat und Rat der Hundert) zu den Abschieden von Schaffhausen und Konstanz »

    Mit Rücksicht auf das französische Bündnis soll derzeit keine Einung mit dem röm. Kg. eingegangen werden. Nach Ablauf des Bündnisses ist zu tun, was man für das beste hält. Die Gesandten sollen auf dem Tag in Zürich erklären, daß Luzern sich anschließen wird, falls die Eidgenossen beschließen, den Romzug durch die Bereitstellung der Knechte zu unterstützen. Doch ist gegenüber dem röm. Kg. klarzustellen, daß die Knechte für andere Zwecke als den Romzug zur Erlangung der Kaiserkrone, insbesondere etwa für einen Angriff auf das Hm. Mailand, nicht zur Verfügung stehen.

    Act. Luzern, 31. Mai 1507 (montag vor corporis Christi).
    Luzern, StA, Ratsprotokolle 9, fol. 274.
    Druck: Gagliardi , Anteil I, S. 661 Anm. 108 (irrtümlich auf den 2.6. datiert).

    « Nr. 231 Instruktion der Reichsstände für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Zürich 1  »

    [1.] Unterstützung des Ersuchens an die Eidgenossen um Antwort an die kgl. Gesandten; [2.] Verhandlungen mit den Eidgenossen über eine Einung mit Kg. und Reich; [3.] Irrelevanz der Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen qua Ehg. von Österreich. [4.] Mitglieder der Reichsgesandtschaft.

    Konstanz, 3. Juni 1507 (uf unsers Herrn leychnams tag). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 450 (Kop., Überschr.: Instruction der potschaften zu den Eydgenossen gein Zurch.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 27 (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 13 (Kop., Überschr. wie A) = C. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 231’-232 (Kop., Überschr.: Instruction der potschaft zu den Eydgnossen gein Zurich verordent am sonntag nach corporis Cristi [6.6.] Ao. etc. septimo.); fol. 262 (Kop.; Überschr. wie A) = [D]. Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 12 (Kop., Überschr. wie A) = [E]. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 16 (Kop., Überschr. wie A) = [F]. Konstanz, StdA, A I 8, Bd. 2, pag. 108 (spätere Abschr. Hd. C. Schulthaiss).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 911, S. 716.

    [1.] /450/ Das die gesandten der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs ytz uf der Eydgenossen tag neben der kgl. Mt. botschaft begeren, das sie seiner kgl. Mt. uf die furgehalten meynung, hie bescheen, antwort geben.
    Š[2.] Ferrer, wo die Eydgenossen uf dißmals mit der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in keyn pundnus geen wolten, das dann der stende gesandten bevelhe haben, dieselb sachen in ein anhang zu bringen mit disputatz und andern guten fugen. Und in sonderheit mit dem, das sie begeren, inen anzuzeigen und zu eroffnen, was mengel und beswerung gemeyne Eydgenosschaft hab, die sie verhindern, dardurch sie dieser zeit in soliche vereynung nit geen wollen oder mogen.
    [3.] Sunst wirdet die kgl.Mt. vil ander artikel durch irer Mt. rete den Eydgenossen furtragen lassen, die nit alleyn die kgl.Mt. als röm.Kg., sunder auch als ein Ehg. zu Osterreich betreffen, deßhalben nit not ist, in denselben artikeln des Reichs stende zu mühen.
    Datum uf dem Reichs tag zu Costenz uf unsers Herrn leychnams tag Ao. Domini millesimo quingentesimo septimo.
    [4.] [Vermerk von anderer Hand:] a Die geschickten gein Zurch sint gewest myn H. von Trier, Kf., in eigner persone, Peter von Liebenstein von myns H. von Menz wegen, H. Peter von Aufsatz von der geystlichen Ff. und Hans von Emerßhofen von der weltlichen Ff. wegen-a.

    « Nr. 232 Instruktion Basels für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Zürich »

    [1.] Auf die Anträge des röm. Kg. an die eidgenössischen Gesandten in Konstanz, die im Abschied [Nr. 229] festgehalten wurden oder den Gesandten bekannt sind, soll auf dem nach Zürich anberaumten Tag verbindlich geantwortet werden. Die Gesandten sollen die Voten der anderen Orte anhören und dann nach ihrem Ermessen eine eigene Stellungnahme abgeben. Sie sind zur Beschlußfassung über alle diese Punkte bevollmächtigt und können die Verhandlungen ggf. auch in Konstanz oder an einem anderen Ort fortsetzen. Die Gesandten sollen insbesondere den auf die Angebote Kg. Maximilians hin erstellten Entwurf Basels1 vortragen, dessen Umsetzung der Eidgenossenschaft dienlich wäre.
    [2.] Der erste Artikel des Einungsentwurfs [Nr. 226] gefällt und kann in dieser Form bestehen bleiben, ebenso – sofern von den anderen Orten kein Einwand kommt – der zweite Artikel, daß die Eidgenossen Angehörige des Reiches sind und sich diesem gegenüber nicht feindlich verhalten wollen. Die Eidgenossen müssen allerdings darauf achten, daß der Artikel nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt wird. Überdies ist es nicht notwendig, eigens zu erwähnen, daß die Eidgenossen den Hl. Stuhl schützen sollten, da sie als fromme Christen ohnehin dazu verpflichtet sind. Der Passus über die Erlangung der Kaiserkrone kann ebenfalls bleiben, lediglich das Wort pflichten ist zu streichen. Den Gesandten sind die Implikationen dieses Begriffes bekannt. Der Artikel über die gute Nachbarschaft gefällt, ebenso der letzte Artikel. Doch soll zur Passage: den ouch unser allergn. H., Kff., Ff. und stend des Hl. Richs daby gnedenklich bliben ze laßen ze handhaben etc., hinzugefügt werden, daß Kg. und Stände zugesagt haben, die Freiheiten und Bünde der Eidgenossen zu respektieren.
    Š[3.] Die Boten haben für diese Verhandlungen uneingeschränkte Vollmacht. Sie sind außerdem darüber informiert, was sie wegen der Barfüßer unternehmen sollen.

    [Basel], s.d., jedoch vor dem 6. Juni 1507.
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 149’-150’ (Kop.).
    Druck: Gagliardi , Anteil, S. 908f.

    « Nr. 233 Urs Byso (Solothurner Altschultheiß) an Niklaus Hasfurter und Werner Rat (Solothurner Gerichtsschreiber) »

    [1.] Bestätigt den Empfang ihres Schreibens1. Es trifft zu, daß hier [in Solothurn] eine kgl. Gesandtschaft vorstellig wurde und eine angemessene Antwort erhielt. Die Sache kam anschließend an den Großen Rat, der noch nie der Meinung war, sich vom frz. Kg. oder den von ihnen (den Adressaten) genannten Orten zu trennen. Der Rat ist dennoch aufgrund von Intrigen bereit, gemeinsam mit anderen Orten den Romzug des röm. Kg. zu unterstützen, doch darf sich das Unternehmen nicht gegen den frz. Kg. richten; das Bündnis mit Frankreich muß gehalten werden. Der röm. Kg. hat wohl einige Geschenke überreichen lassen und viel versprochen, vielleicht auch, mehr zu bezahlen als der frz. Kg. Damit hat er wohl einige [Ratsherren] auf seine Seite gezogen. Sie können jedoch sicher sein, daß weder der Solothurner Rat noch er selbst oder andere Gesinnungsgenossen von Frankreich abgefallen sind oder dies tun wollen.
    [2.] Der Magistrat ist indessen beunruhigt, weil sich die aus der Lombardei heimgekehrten Knechte über das Ausbleiben ihres Solds beklagen, nachdem die Hauptleute wie auch einige Ratsherren kein Geld erhalten haben. Dies ist um so befremdlicher, als die Solothurner Ratsherren dem frz. Kg. gut gedient haben und keineswegs von ihm abgefallen sind, wie verschiedentlich behauptet wird. Der Altschultheiß [Daniel] Babenberg wird in dieser Angelegenheit Erkundigungen einziehen und ihnen (den Adressaten) Neuigkeiten mitteilen, die unter den Ratsherren und in der Gemeinde Aufregung und Unwillen verursacht haben.
    [3.] Seiner Ansicht nach wird der Romzug dem frz. Kg. nichts Gutes bringen, wenn er so durchgeführt wird, wie vom röm. Kg. beabsichtigt. Er hatte ihnen dies geschrieben, damit sie den frz. Kg. oder eine andere geeignete Person darüber informieren. Der Bote [Hans] Kratzer kam aber mit seinem Brief wieder zurück, woraufhin er ihn zerrissen hat. Etliche Leute, die der Sache des frz. Kg. schaden wollen, verbreiten, daß die Eidgenossen mit dem schlimmsten Krieg ihrer Geschichte überzogen würden, wenn der Romzug an ihnen scheitere. Es war gut, daß sie (die Adressaten) sich ausschließlich an ihn gewandt haben. Manche werden sich von den Versprechungen des röm. Kg. beeindrucken lassen, auch sind nur wenige Ratsherren derzeit hier. Er wird aber auf ihr Schreiben hin bei den geeigneten Leuten in ihrem Sinne tätig werden, um die Zuwendungen des frz. Kg. für die Ratsherren und die Stadt sowie seine eigene Pension auch zu verdienen. Sie sollen sich in dieser Sache weiterhin bemühen, dann wird es an ihm auch nicht fehlen. Er geht keinesfalls davon aus, daß der Rat sich vom frz. Kg. abwenden und den von ihnen (den Adressaten) genannten Orten anschließen wird. Sie Šsollen sein Schreiben vertraulich behandeln und nach der Lektüre vernichten. Er bittet sie, den frz. Kg. und seine Räte seiner Dienstfertigkeit zu versichern.

    s.l., jedoch Solothurn, 7. Juni 1507 (lune nach corporis Christi).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 427–428 (Kop.).

    « Nr. 234 Beschluß der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    [1.] Stellung von 6000 eidgenössischen Söldnern für den Romzug Kg. Maximilians; [2.] Sold der Fußknechte; [3.] Sold der Reiter; [4.] Auszahlung des ersten Solds in Zürich; [5.] Bestallung der Hauptleute; [6.] Erkrankung oder Tod eines Söldners; [7.] Besoldung der Priester; [8.] Lebensmittelversorgung durch den röm. Kg., Mitteilung über Beginn und Route des Romzuges, Ausstattung der eidgenössischen Söldner mit Geschützen; [9.] Aufstellung der eidgenössischen Söldner in der Nähe des Kg., keine Aufteilung des eidgenössischen Kontingents; [10.] Modalitäten der Soldzahlung; [11.] Stellung von Saumpferden; [12.] Soldzahlung am Monatsanfang; [13.] Beilegung von Streitigkeiten; [14.] Entschädigung bei Verlusten von Pferden im Gefecht; [15.] Feldzeichen des eidgenössischen Kontingents; [16.] Besoldung der Offiziere.

    Zürich, 8. Juni 1507 (zinstag nach corporis Christi). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 197–199’ (Reinkonz.). Bern, StA, A IV 10, pag. 177–181 (Kop., Überschr.: Anschlag des Kg. ). Luzern, StA, AKT A 1 F 1, Schachtel 53, Fasz. Maximilian I., unfol. (Kop.). Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 77–79, 80–81 (Kop.). Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 153’-156 (Kop., Überschr.: Zurich abscheid, zinstag nach corporis Christi Ao. etc. VIImo.).
    Druck: Brennwald , Schweizerchronik, S. 521–523.
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 276, S. 377f.

    [= Kollationsexemplare D-F zur Nr. 246].

    « Nr. 235 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    [1.] Teilnehmer; [2.] Konflikt zwischen Abtei und Stadt St. Gallen; [3.] Verhandlungen der Tagsatzung mit französischen Gesandten; [4.] Beschwerde der Drei Bünde gegen Uri, Schwyz und Unterwalden; [5.] Bitte Rottweils um Berücksichtigung für das eidgenössische Romzugskontingent; [6.] Geldforderung Hans von Baldeggs; Interzession der Tagsatzung für Heinrich Einfaltig; [7.] Vortrag von Gesandten Kg. Maximilians an die Eidgenossen: Entgegnung auf die Vorwürfe der französischen Gesandten.

    Zürich, nach dem 8. Juni 1507 (angefangen zinstags nach corporis Christi). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 139–139’, 135, nach 139’, 135’-138’ (Reinkonz., in falscher Reihenfolge abgelegt) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 172–176 (Kop., Datumverm.) = B. Luzern, StA, AKT A 1 F 1, Schachtel 53 Fasz. Maximilian I., unfol. (Kop., Datumverm.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 103–110 (Kop., Datumverm.) = D. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 151–153’ Š(Kop., Datumverm.) = E. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.). Glarus, LA, Z IV 3.2, zu Stück-Nr. 42 (Kop., nur Pkt. 4 und 5; falsche Ablage).
    Regest/Druck unter Übertragung in das Neuhochdeutsche: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 378–381.

    [1.] /139/ a Teilnehmer: Zürich: Bürgermeister [Marx] Röist, Gerold Meyer [von Knonau], Jakob Hegnauer und Ulrich Felix; Bern: Hans Rudolf von Scharnachtal, Ritter, Dr. Thüring Fricker, Venner Kaspar Wyler; Luzern: Ludwig Küng; Uri: Ammann [Jakob] im Oberdorf; Schwyz: Ammann [Hans] Wagner; Unterwalden: Hans1 Wirz, Ammann zu Obwalden, Arnold Winkelried (Nidwalden); Zug: [Heinrich] Schönbrunner; Glarus: Ammann Fridolin Hauser, Ludwig Tschudi; Basel: Bürgermeister Peter Offenburg, Walter Harnescher; Fribourg: Niclaus von Praroman2 (Perremon); Solothurn: Schultheiß Niklaus Conrad, Altschultheiß Daniel Babenberg; Schaffhausen: Bürgermeister Hans Trüllerei, Altbürgermeister Konrad Barter-a.
    [2.] /139’/ [Konflikt zwischen Abtei und Stadt St. Gallen]3.
    [3.] Der Kg. von Frankreich hat den Bf. von Rieux, H. von Roquebertin und zwei Drr. entsandt.4 Diese bedankten sich für die jüngst zugeschickten eidgenössischen Söldner und lobten sie für ihren Dienst. Ferner bestritten die Gesandten den Vorwurf, daß der frz. Kg. beabsichtige, sich der Kaiserkrone zu bemächtigen. /135 [!]/ Sie erinnerten an das vor Jahren durch den Kardinal von Rouen dem röm. Kg. übermittelte Bündnisangebot, daran, wie das Bündnis zustandegekommen sei und daß der röm. Kg. ein Abkommen gegen die Eidgenossen vorgeschlagen habe. Kg. Philipp von Kastilien habe das Heiratsabkommen zwischen seinem Sohn [Karl] und der Tochter des frz. Kg. [Claudia] als erster gebrochen, als er um eine Tochter des englischen Kg. geworben habe.5 Der röm. Kg. wolle während des Romzugs das Hm. Mailand erobern, das der frz. Kg. als sein mütterliches Erbe mit Waffengewalt verteidigen werde. Der Kg. beantrage zu diesem Zweck, gemäß ihrem Bündnis Šdie Anwerbung von Söldnern zu bewilligen. Wenngleich der Vertrag erst in zwanzig Monaten ablaufe, bitte er außerdem schon jetzt um Verhandlungen über dessen Fortsetzung.
    Die eidgenössischen Gesandten antworteten darauf, daß sie diesbezüglich nicht instruiert seien, über das französische Anliegen jedoch an ihre Obrigkeiten berichten würden. Über die Entscheidung der einzelnen Orte würden die französischen Gesandten auf einen künftigen Tag informiertb. Diese wurden außerdem davor gewarnt, ungeachtet dieses Bescheids und ohne Bewilligung der Orte Knechte anzuwerben.
    /nach 139’ [!]/ Die französischen Gesandten beteuerten daraufhin erneut, daß der röm. Kg. ihrem Herrn mit dem Romzug Unrecht zufügen und das Hm. Mailand erobern wolle. Dagegen werde sich der frz. Kg. zur Wehr setzen. Die Gesandten baten noch einmal um Bewilligung der Knechte und legten den beiderseitigen Nutzen des Bündnisses zwischen Frankreich und den Eidgenossen dar, mit beschliessung, wo angezöigt untruw furnemen mit dem Hm. Meyland wurd understanden, das der Kg. damit gegen uns sin ere bewart haben woll. Sie hätten keinen Befehl, ohne Zustimmung der Obrigkeiten Knechte anzuwerben. Sollten sie dem Werbungsverbot zuwiderhandeln, seien sie der Bestrafung durch die Eidgenossen verfallen.
    [4.] /135’ [!]/ [Beschwerde der Drei Bünde gegen Uri, Schwyz und Unterwalden]6.
    [5.] Die Gesandtschaft Rottweils bat, die Stadt im Falle einer Übereinkunft der Eidgenossen mit dem röm. Kg. und den Reichsständen beim bevorstehenden Romzug zu berücksichtigen und im eidgenössischen Kontingent mitziehen zu lassen.7 
    Sie erhielten zur Antwort, daß man Rottweil in diesem Fall mit 50 Knechten veranschlagen und diesen Trupp den übrigen zugewandten Orten zuordnen werde; die Stadt solle im übrigen für die Bestellung von zwei oder drei Doppelsöldnern Sorge tragen – diewyl doch ir pundnus nochmals gegen uns nit verschynen sye. c Doch wo röm. kgl. Mt. inen fur sy selbs ouch knecht uflegen wurde, so setze man inen solichs heym, ob sy dz erliden mogent oder nit-c. 
    [6.] [Geldforderung Hans von Baldeggs8; d Interzession der Tagsatzung für Heinrich Einfaltig in Basel-d9].
    Š[7.] /136’e Es weisd ouch jeder botf, wie die röm. kungischen under andern gescheften angezogen habent, wie sy furkomen, dz die franzosisch botschaft röm. kgl. Mt. vor uns merklich und hoch vertrag und verunglimpfe mit etwas erdichten und ungegrundten furgebringen, darin sy us schuldiger pflicht geursacht wurden, sovil sy des furkomen were, röm. kgl. Mt. zu verantwurten und zu entschuldigen. Und namlich, so werent sy bericht, daz die Franzosen uns furgehalten habent, dz röm. kgl. Mt. an irn Kg. zu Frankrich sollt gefordert haben, sich mit im wider uns Eidgnossen zu verbinden, als die verstentniß zwuschen inen beiden Kgg. nuwlich zu Hagnow durch den cardinal von Ruan [George d’Amboise] beredt worden were. Das sich mit warheit niemer erfinden möcht. Aber das sy die warheit sagten, so wer solichs durch den frankrichischen Kg. an röm. kgl. Mt. zum dickern mal begert und in sonderheit siner Mt. durch den Franzosen zwo gmeinden als hasser gmeins adels furgeschlagen worden; das werent wir Eidgenossen und die Venediger, wider die er sich mit im sollt verpinden und verhelfen im als rechten liebhaber des adels, die zu underdruckung zu bringen. Das hab aber kgl. Mt., als die allweg sonder gn. willen zur Eidgnoschaft getragen hab und noch trage und, ob Gott woll, furo ewiglich tragen werde, im nye wollen gehellen, sonder allweg anzeigt solhen gn. willen, so sin kgl. Mt. zu gmeyner Eidgnoschaft trüge.
    Und als sy bericht syent, so habent sy gesagt, das sin Mt. und dero sun, wylant loblicher gedechtnis, Kg. Philipsen zu Castilien, dz sy söllent den hyrat, der zwuschent desselben Kg. Philipsen sun [Karl] und des Kg. von Frankrich dochter [Claudia] verfangen were, am ersten prochen und abgesagt haben mit dem, dz derselb Kg. Philips an den Kg. von Engelland umb sin dochter geworben habe. Darin sich die Franzosen aber irer listigkeit gebruchen. Dann kuntlich syg, das daz parlament in Frankrich irem Kg. furgehalten habent, das /137/ dz Hm. Meyland, ouch Britanien und ander Hftt. mer von der kron Frankrich fallen, wo sin dochter Kg. Philipsen sun oder einem andern F. usserhalb Frankrich vermehelt wurde, und us der ursach irn Kg. bewegt, ouch im deßhalb angelegen, sin dochter dem Delphin [Franz von Orléans] zu vermeheln, umb das die gedachten Hmm. und ander Hftt. und landschaften, so sin dochter mocht geerbt haben, nit von der kron Frankrich koment, das also beschehen. Dabi ze merken syg, wer den hyrat gehalten habe oder nit. Es syg ouch nit on, Kg. Philips were bi dem Kg. von Engelland in werbung gewesen, aber anderer sachen halb, dann dz er sinem sun desselben Kg. dochter verhiraten wöllt.
    So habent die Franzosischen ouch vor uns furgeben, das dz Hm. Meyland irem Kg. us muterlichem erbrecht zustand.10 Dz offenlich wider die warheit, dann meniglichem zu wussen syg und lig ouch am tag, das lehen von dem Hl. Rich dem mansnamen und Šnit wiplichen personen nachfallent und das desselben Kg. von Frankrich mutervater11, Hg. Philips [Visconti], der ein rechter Hg. zu Meyland gewesen, von zit gescheiden, do sye solich Hm. dem Rich heymgefallen und demnach durch Hg. Ludwigen [Sforza], so noch in Frankrich gefangen gehalten werde, versehen, aber durch wylant Ks. Fridrichen, loblicher gedechtnis, nye gelihen worden. Und als der jetzig Kg. zu Frankrich denselben Hg. Ludwigen jetz am letsten gefangen und dz Hm. in sinen gwalt bracht, do hab derselb Kg. zu Frankrich den cardinal von Ruan obgenannt zu kgl. Mt. gesandt, mit beger, im das Hm. Meyland zu lehen zu verlihen, dwil doch ein hyrat zwuschen Kg. Philipsen sun und sins Kg. zu Frankrich dochter [Claudia] beredt und gemacht were, /137’/ damit solich Hm. Meyland, desglich andre Hmm., Hftt. und landschaften, so desselben Kg. zu Frankrich dochter erarbt, zu siner Mt. enkeln handen fielent und denen blibent. Uf dasselb zusagen hab röm. kgl. Mt. solich lyhung ton und mit lutern furworten, ob der hyrat zwuschen sinen enkeln und des frankrichischen Kg. dochter nit furgang haben wurd, dz solich lyhung kein chraft haben söllt.12 Deßhalb solich lehenschaft, alsbald der Kg. von Frankrich sin dochter dem Delphin, als oben angezeigt, geben und verhyrat hab, chraftloß, hin, tod und ab geweßen syg. Es hab sich der Kg. von Frankrich durch sin eigen botschaften, so er zu im nachmals in die Styrmarkt geschickt gehept habe, selbs bekannt, das die lehenschaft des Hm. halb uß, hin und ab syg und er deßhalb kein gerechtigkeit me da hett, undg durch dieselb botschaft begert, im solich Hm. von nuwen dingen ze lihen. Das hab aber röm. kgl. Mt. nit wollen tun.
    Sodann zum letsten söllent ouch, als sy furkomen syg, die Franzosen, sich vor uns boten beswert haben an dem, das sich röm. kgl. Mt. so mechtiglich ruste zum romzug, und anzeigt haben, dz ir Kg. im wöll zu solher wird verhelfen, wo er acht hininzuge, als dann ir kgl. Mt. herr und vater Ks. Fridrich selig, loblicher gedechtnis, geton habe, und deßhalb bassieren und furdern. Darzu sagent sy, wo diser zit sich die welschen land in einem solhen fridsamen und rüwigen stand und wesen als zu Ks. Fridrichs ziten hielten, stunde daruf, kgl. Mt. bedörfte solichs rustens ouch nit. Aber man wuß und syg die warheit, das der frankrichisch Kg. in welschen landen in den Fmm., Hftt. und landschaften so wyt umb sich gessen hab, dz sin Mt. sich on ein gwalt hinin nit lassen möge. So wer es ouch spottlich, sollt einer, der ein hopt und obrister der ganzen cristenheit were, von einem mindern gleit und bass nemen. Darumb sy /138/ vermeinten, röm. kgl. Mt. in obangezeigten der Franzosen furgeben, sovil sy des furkomen und inen wussen were, not gewesen sin zu verantwurten, damit die warheit an tag keme.
    ŠUnd begerten daruf an uns boten, worin die Franzosen röm. kgl. Mt. ferrer verunglympft hetten oder furrer verunglimpfen wurden, inen das anzuzeigen. So wolten sy von ir Mt. wegen gepurlich verantwurtung tun und allweg mit der warheit–e.
    Die eidgenössischen Gesandten verwiesen daraufhin auf eine frühere Erklärung, wir lassend solichs alles ein red sin. Da ihnen aber soviel daran gelegen sei und sie auch Befehl Kg. Maximilians hätten, würden sie eine Bestimmung in den Tagsatzungsabschied aufnehmen, wonach im Falle weiterer Vorwürfe von französischer Seite der röm. Kg. informiert und dessen Gegendarstellung angehört werden solle.

    « Nr. 236 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Truppenbewilligung neun eidgenössischer Orte für den Romzug; [2.] Forderungen der Eidgenossen hinsichtlich der Größe des Kontingents und der Höhe des Solds, außerdem nach Mitteilung des Beginns und der Route des Romzuges sowie des Verwendungszwecks des Kontingents; Verschiebung der Stellungnahme bezüglich der erbetenen Einung; [3.] Beratung der Reichsgesandtschaft mit den kgl. Räten wegen der zwischen Kg. Maximilian und den Eidgenossen getroffenen Vereinbarung; [4.] Bitte um zusätzliche Weisungen; [5.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Zürich, 9. Juni 1507 (mitwochs nach corporis Cristi). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 451–452 (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 27’-28 (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 232–233’ (Kop.); fol. 275–275’, 271–271’ (Kop.) = C.

    [1.] /451/ Unser fruntlich, undertenig, willig und gehorsam dinst zuvor. Erwirdigiste, hochwirdigste, hochwirdige und hochgeborne Ff., besundere, lb. oheim, Hh. und frunde, gnst. und gn. Hh. Diss abends sind röm. kgl. Mt. verordente rete und wir vor den orten der Eydgnosschaft ausserhalb drye ort, als Zug, Glaris und Luzern, erschienen. Die haben nach getaner entschuldigung, das sich die handlung viler gescheft halber bißher verzogen, ungeverliche dise meynung erzelen lassen, wie sie sich uf gehapte handlung, bey inen zu Costenz gescheen, auch den schriftlichen abscheid [Nr. 229], der inen daselbst durch kgl. Mt., auch euer Ll. und Gnn. gegeben worden sein soll, bey iren obern beraten und der meynung entslossen hetten, das sie kgl. Mt. und den stenden des Hl. Reichs zu erlangung der ksl. cron, dieselben zu Rome zu erholen, mit schickung der iren willfarn wolten. Derhalben, so were not, mit lauterm verstand zu handlen, damit im furnemen nit hienach verhindrung entstunde.
    [2.] Zeigen an, erstlich so bedeucht sie zu wenig sein, sechstausent mann zu schicken. Wolten darumb noch zweytausent darzu versoldet haben, damit, ob inen icht verhindrung begegnet, dem widerstant haben zu tun. So were auch der sold in ansehung der ferne wegs und lands, als nemlich funftenhalben fl. einem des monads zu geben, zu geringe; darumb das einem funf fl. gegeben wurden. Darzu solt inen die zeit des anzugs benennt, wann und was wegs durchgezogen, dergleichen wie und gegen wem die iren gebraucht solten werden. Und so solichs erledigt, solt sunst aller sache Šzimlich wege desterbaß zu finden sein. Der eynung halber wolten sie ir antwort in diesen handeln nit inziehen, damit eins /451’/ das ander nit irrte, aber darnach davon auch handeln.
    [3.] Nach solichem haben wir uns in sonderheit neben kgl. Mt. reten mitein underredt, dweil wir von dem abscheid obgemelt nit wissens gehapt, das wir dem nachgefragt und inhalt ingelegter copy den uberkomen haben; auch neben unser instruction [Nr. 231], von euer Ll. und Gnn. uns uberantwort, besichtiget, aber etwas ungemeß befunden. Derhalben besorgt, wie wir in dem handelten, das solichs weiter, dann uns bevolhen, reychen mocht. Darumb die kgl. rete unserer instruction underrichtet und im besten uns mitein vereynigt, das uns die orter obgenant irer meynung ein schriftlich verzeichnus artikelsweise behendigen, so wolten wir daruber unserm bevelhe nach pillich antwort geben. Die ist uns zugesagt, uf morgen zu behendigen.
    [4.] Solicher aufzug1 ist darumb gescheen, damit die rete kgl. Mt., auch wir euer Ll. und Gnn. inen des mochten schreiben, sich mitein zu vergleichen, wes wir in solichem handlen solten, damit gleichmessiger bevelhe kgl. Mt. rete und unser zugegen were und kein sunderung under uns, daraus dann zerruttung erwuchs, entstunde. Deshalben, so schreiben auch die rete kgl. Mt. hiebey2, das ire Mt. eylends bey euer Ll. und Gnn. handel und die underrichten lassen wolle des abscheids obgemelt, auch irer werbung hie zu tun und das ein eynmutiger beschluss gemacht, der uns von euer Ll. und Gnn. zugeschrieben werde, wes wir uns in solichem halten sollen. Daruf wellen wir auch stillsteen und biß auf bescheyd fuglich aufhalten. Doch erfordert /452/ die notturft, das euer Ll. und Gnn. solichs furdern. Dann der orter sandboten uber freitags nehst [11.6.] nit hie pleiben werden. Wolten wir alles euer Ll. und Gnn. fruntlicher und underteniger meynung nit verhalten.
    [5.] Geben zu Zurch, mitwochs nach corporis Cristi Ao. etc. VIIo.
    Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und ander von des Reichs stenden zugeordenten rete, zu Zurch versamelt.
    a Den erwirdigen, hochwirdigsten, hochwirdigen und hochgebornen Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs, so personlich oder durch ire botschaft ytzo zu Costenz uf dem Reichs tag versamelt sind, unsern besundern lb. oheimen, Hh., frunden, gnst. und gn. Hh. -a

    « Nr. 237 Weisung Kg. Maximilians an Bf. Georg von Trient und andere kgl. Gesandte in Zürich »

    [1.] Stellungnahme zu Behauptungen der französischen Gesandten in Zürich: Leugnung von Ambitionen Kg. Ludwigs XII. auf die Kaiserkrone, [1.1.] angebliches ŠBündnis Kg. Maximilians und Kg. Ludwigs gegen die Eidgenossen, [1.2.] Bruch des Heiratsvertrags von Blois (1504) durch Kg. Philipp von Kastilien, [1.3.] angebliche Absicht Kg. Maximilians zur Eroberung Mailands während des Romzuges; [2.] Anweisung an die Gesandten, die Stellung eidgenössischer Knechte für Frankreich und die Verlängerung des Bündnisses zwischen Frankreich und den Eidgenossen zu verhindern; [3.] üble Nachrede der französischen Gesandten gegen Kg. Maximilian.

    Konstanz, 10. Juni 1507.
    Wien, ÖNB, Autographen 15/28–3 (Or., Vermm. prps./cdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 264–266 (Kop., Überschr.: Der Franzosen anbringen zu Zurich.) = B1.
    Druck: Wiesflecker-Friedhuber , Quellen, Nr. 45, S. 160–163; Nägle , Kaiser, S. 50–53.

    [1.] a Maximilian, von Gots gnaden röm. Kg. etc. Erwirdiger, andächtiger und lb. getreuen. Wir haben euer schreiben und unterricht emphangen und vernomen, darin ir uns anzaigt der Franzosen anbringen und werbung bey den Aidgnossen zu Zurich. Darauf haben wir nit lassen wöllen euch dannocht auf jeden artikel, so die Franzosen also furtragen, unser antwurt, grund und warheit anzuzaigen, damit ir das in die Aidgnossen zu pilden verhueten und vor sein mugt, daz den Franzosen darin nit glauben gegeben noch irer werbung willfarn werd.
    Und nemblich, als sy von erst verantwurten des Kg. von Frankreich zug in Italien und das er der ksl. cron nit beger-a.
    Ja, wie dem fuchs, dem der han oder die henn auf den paum entwich. Dann als der Kg. von Frankreich gesehen hat, das daz Reich b und wir mit in-b hie versamblet und c wir uns von den Niderlanden, dahin wir dann zu ziehen willens gewest sein, heraufgewendt und unsern anslag gemacht haben-c, gen Rom zu ziehen und babst und Ks. zu werden, im auch die Aidgnossen nit weiter dienen haben wollen und widerumb von im herausgezogen sein, so nymbt er sich an, er hab dem Reich kain smach tun wollen. Daz ist also der fuchs, id est Kg. zu Frankreich, dem der han oder die henn, id est der babst und daz kaisertumb, auf den paum entwichen ist.
    Š[1.1.] Zum andern, als die Franzosen erzelen die verainigung, durch den cardinal von Roan an uns geworben und daz der Kg. zu Frankreich die Aidgnossen ubergeben und wir baid Kgg. wider sy ains werden solten.
    Solichs ist erdicht und ganz der widersynn. d Dann der cardinal von Roan hat wol mit uns ain pund-d wider die Venediger gemacht2 und in denselben pund die Aidgnossen auch ziehen wollen, daz wir aber abgeslagen haben. Das wollen wir mit des Kg. von Frankreich brief und sigeln beweisen, das die pundnus also allein wider Venedig und nit wider die Aidgnossen gewest ist. e Es hat sich auch der cardinal von Roan gegen unserm rat ainem merken lassen-e, daz der Kg. von Frankreich ursach gehebt, den tractat von Hagnau nit zu halten, dann er hab gesehen, daz wir auf kainen waren grund mit im in ain ainung gangen seyen, angesehen daz wir uns mit ime nit verpinden haben wollen wider die Aidgnossen, die doch unser natürlich veind und der chron Frankreich täglich abschinder wärn.
    [1.2.] Zum dritten, als die Franzosen anzaigen den heirat mit Ehg. Philipsen, Kg. zu Castilien, sun [Karl] und des Kg. von Frankreich tochter [Claudia], und daz Hg. Philips am ersten umb des Kg. von Engelland tochter [Maria] geredt habe.3 
    Daz ist auch erdicht, dann auf heutigen tag hat Kg. Karl kein gemahl, die im versprochen sey, dann des Kg. zu Frankreich tochter. Daz wollen wir auch bezeugen mit dem tractat4, auch mit dreyen Kgg. und wol mit hundert treffenlichen personen von Kff., Ff., Gff., Hh., rittern und rittermässigen von Teu[t]schen, Hispanien und Burgundiern. Doch unter hundert lugen, so besteet die auch mit eren fur aine.
    [1.3.] Zum vierten, als sy erleutern unser furnemen mit dem romzug zu untersteen, Mayland einzunemen.
    Die Franzosen haben oft etwas erlogen, darumb kan man in das auch nit fur ubel haben. Die Aidgnossen wissen selbs wol, warzu wir yetz ire knecht gebrauchen wollen, nemblichf zum romzug. Wir und des Reichs stend arbaiten auch hie allein zu solhem zug, als inen dann yetzo zu Zurich g durch euch und des Reichs stend botschaft-g clärlich angezaigt und darauf furderlich antwurt begert wirdet, damit die Franzosen nit mer liegen durfen. Sy möchten sunst verdampt werden, nachdem sy heylig sein wollen.
    Die Aidgnossen wissen auch wol, daz sy daz Reich ausgenommen haben. Mailand gehort dem Kg. zu Frankreich nit zue, dann wir kumen auch von ainer Hgin. zu ŠMayland zu warzaichen von des erslagen Hg. Leupoltz gemahel5. Wir sprechen aber in craft derselben erbschaft daz Hm. Mayland nit an. h Wiewol ain Ehg. von Osterreich in dem Reich hoch gefreyt und nit so gar als ander Ff. unterworfen ist, so sein wir doch ain Aidgnoss des Reichs-h und wollen gegen demselben Reich alzeit unsern aid halten, wie wir verhoffen, das die Aidgnossen mit irem aid, den ire eltern dem Reich gesworn haben, auch tun werden.
    [2.] Zum fünften, als die Franzosen zu enthaltung Mayland der Aidgnossen knecht laut der verainigung yetzo ervordert haben wöllen, auch begern, die verainigung zu verneuen und darbey Mayland zu handhaben.
    i Darauf ist unser ernstlicher bevelh an euch, das ir in euren reden und handlungen mit den Aidgnossen euerm guetbedunken nach, wie ir on zweivel zu tun wol wisst, allen vleiss und ernst ankeret, sy durch obgeschriben unser grundlich anzaigen und der Franzosen erdicht furtragen beweget und vermuget-i, damit sy dem Kg. zu Frankreich nit die zwelftausend, auch kainen knecht volgen lassen, dann er wurde sy gwislich wider den babst gebrauchen.
    j Desgleichen practiciert und handelt, wie ir mugt und kundt-j, damit die verainigung mit Frankreich nit verneut werd, nachdem er Mailand dem Reich, durch das er die lehenschaft, im beschehen, zerbrochen hat, vorhelt.
    [3.] Zum sechsten vernemen wir, wie die Franzosen alles, daz uns zu smach raiche, gebrauchen.
    Darinnen kundt und werdt ir uns wol wissen zu verantwurten. Uns ligt auch nit vil daran, waz sy reden, dann wir halten uns allwegen des gmainen gesprochen worts: Wann ain bueb ainen schilt und ain wilde frau ainen lobt, so gilt ains alsvil als daz ander gegen Got und der welt.
    k Und in dem allem euern hochsten und getreuen vleis gebrauchet und in allweg guet aufmerken habet, und waz euch stätiglich begegnet und sich sunst verlauft, uns des allezeit eylends verkundet. Daran tut ir unser ernstliche mainung. Geben zu Costenz am zehenden tag Juny Ao. etc. im sibenden, unsers Reichs des romischen im XXIIten-k.

    « Nr. 238 Forderungskatalog der Eidgenossen für die Stellung von Truppen zum kgl. Romzug  »

    [1.] Sold der Fuß- und Reitertruppen; [2.] Bestellung von Hauptleuten; [3.] Regelung der Musterung, Regelung für den Sold der während des Romzuges umkommenden Knechte; [4.] Doppelsold für Geistliche; [5.] Verantwortung Kg. Maximilians Šfür die Verpflegung des eidgenössischen Kontingents; [6.] Auskunft Kg. Maximilians über Route und Termin des Romzuges; [7.] Zusammenfassung der eidgenössischen und kgl. Truppen; [8.] Regelung über Soldzahlung für angebrochene Monate; [9.] Regelung für das Mitführen von Saumrossen; [10.] Auszahlung des Solds am Monatsbeginn; [11.] Beilegung von Streitigkeiten und Beschwerden; [12.] Größe des eidgenössischen Kontingents; [13.] Regelung von Schäden während des Romzuges; [14.] Auszahlung des ersten Solds in Zürich; [15.] Verpflichtung Kg. Maximilians zur Bereitstellung von Artillerie.

    s.l., s.d., jedoch Zürich, 10. Juni 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 455–456’ (Kop., Überschr.: Verzeichnis der Eydgnossen, davon obgemelt, wie es mit inen des sol[d]s und anders halben gehalten werden soll.) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 268–270 (Kop.) = B.

    /455/ Es wirdet sich gepuren, zu reden von den stucken, so hienach stand, vil irrung, so sich hiernach erheben mochten, zu vermeiden.
    [1.] Des ersten, was der sold, nemlich funf fl. eynem fußgenger, sey und allweg dreyssig tag fur einen monat zu rechnen.
    Item einem reysigen uf mann und pferd, der da gerust reydt, X fl.
    Item der sold sol angeen in der Eydgnosschaft, so man von huß ußzucht, und weren widerumb biß in das huß, und das in der Eydgnosschaft ein blatz bestimpt werde, da der erst sold zalt werde.
    [2.] Item von den zwolf orten soll von yedem ein hauptman gemacht werden, und sunst von den ubrigen der Eydgnosschaft verwanten sol auch von ir yedem uber die knecht, so inen aufgelegt werden, ein hauptman geben werden, doch das derselben verwandten under III mann nit habe. Und sollen solich mit emptern und duppelsolden gehalten werden, wie der Eydgnosschaft brauch ist.
    [3.] /455’/ Es ist auch zu fursehen, mit was guter musterung soll gemustert werden, damit untreu und geverd furkomen werde. Ob aber ein knecht, oder wer der were, in zeit seins dinsts absturbe, dem soll allweg sein solde, sovil ime des ußstat, dem hauptman geben und bezalt, damit solich sein erdient gelt demnach durch den hauptman seinen kinden, ob er die hette, oder erben geben werde. Ob aber einer usserm dinst hinweglufe, dem soll man nit schuldig syn.
    [4.] Item die priestern, so ußgenomen werden, der sol yedem zwyfachen sold geben werden, als dann der Eydgnosschaft brauch ist. Und ob sich ander darin vermischen wolten, denen soll man nit schuldig sein.
    [5.] Die kgl. Mt. soll nach irem besten vermugen und vleis ernstlich versehen, das die knecht mit essiger speyse, proviand und ander dergleich narung versorgt werden.
    [6.] Die kgl. Mt. sol anzeigung geben, welichen weg sie hinin ziehen wolle, damit sich die knecht auch darnach wissent zu richten.
    ŠDie kgl. Mt. sol auch anzeigen, wann man von stat wolle ziehen und der zug sein anfang werde gewynnen, damit man sich a kont in handel schicken und rusten-a.
    [7.] /456/ Die kgl. Mt. sol auch begern, die Eydgnossen sich in der nehe bey den iren enthalten und sich von inen nit weitern und der Eydgnossen knecht gevarlich voneynander nit weit teylen.
    [8.] Und ob die hinziehenden knecht uber einen monet ußblibent und also den andern monat erreychent, das inen dann dryer monat sold zustan und geben werden soll, ob sie gleichwol eher herheim kement. Und ob sie uber dry monat verharten, so soll der furo und fur also beharrt werden, sie seint zu roß oder fuß.
    [9.] Und ob sie somroß furten, was von einem und dem, der das fuerte, soll geben werden, doch dabey zufurkommen, das soliche mit rate und willen irs hauptmans und nit fur sich selbs sollen genommen werden. Und nemlich sollent XX und nit mynder nu ein somroß haben. Und ist der sold der ross V fl.
    [10.] Die sold der reysigen und fußgeender sollen allweg zu angeendem monat bezalt und ußgericht werden, wie dann der Eydgnossen brauch ist.
    [11.] Ob eynich clag oder irrung erwuchs, das sol durch die musterherren, hauptman und vanner gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sie gut bedunkt, damit ferrer clag verkommen werde.
    [12.] /456’/ Der zal, so der gesandt werden zu roß und fuß, sol sein von der Eydgnosschaft VIM.
    [13.] Ob auch yemands redlichen schaden neme an sich oder an gut, das soll man lutern, wie man eynem da wolle begegnen, nemlich ob eim ein roß in scharmutzeln und gefechten erstochen oder erschossen oder ob eim ein roß in brugen verfiele2 oder unnutz wurde oder das einer ylends muste reiten und in dem darumb keme, das an biderleuten, so das roß kennt hetten, stand, was man darfur im zimlicheit geben. Und nit, das eyner heyschen solle, was er wolle.
    [14.] Die erste zalung sol zu Zurich bescheen.
    [15.] Kgl. Mt. sol auch die knecht mit erlichem, gutem geschutz nach notturft, und damit sie versorgt sein, versehen.

    « Nr. 239 Tagsatzungsgesandte aus Zürich, Bern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Basel, Fribourg, Solothurn und Schaffhausen an Schultheiß und Rat zu Luzern »

    Sie haben einhellig beschlossen, dem röm. Kg. sowie den Kff., Ff. und Ständen des Reichs 6000 Knechte zur Erlangung der Kaiserkrone zur Verfügung zu stellen. Der Gesandte Luzerns hat erklärt, daß seine Herren beschlossen hätten, am Bündnis mit dem frz. Kg. festzuhalten. Es heißt, daß Personen in der Eidgenossenschaft die Absicht haben, Knechte anzuwerben und diese ungeachtet ihrer Zusage [gegenüber röm. Kg. und Reichsständen] dem frz. Kg. zuzuführen. Die bedenklichen Folgen dieses Tuns sind leicht zu ermessen. Sie hoffen, Luzern wird sich – wie auch Zug und Glarus, die noch nicht zugesagt haben Š– letztlich nicht von den übrigen Orten absondern, sondern ebenfalls seinen Beitrag zum Romzug leisten. Bitten sie nachdrücklich im Interesse von Frieden und Ruhe sowie ihrer aller Lob und Ehre, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Knechte sich nicht in den Dienst des frz. Kg. begeben.

    Zürich, 10. Juni 1507 (dornstags nach Medardi).
    Luzern, StA, TG 114, unfol. (Or.).
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 381 (als Pkt. h des Abschieds vom 8.6.1507).

    « Nr. 240 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an Kff. und kfl. Gesandte »

    Weiterleitung eines Schreibens Kg. Ludwigs von Frankreich an die Kff.

    Zürich, 10. Juni 1507 (dornstags octava corporis Christi); präs. Konstanz, 11. Juni1.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 453’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 29’ (Kop.) = B.

    Unser fruntlich, undertenig, willig und gehorsam dienst etc. Diesen abend, als wir euer Ll. in andern sachen haben wollen schreiben [Nr. 241], ist uns ein franzosischer bot alßbald mit einer schrift [Nr. 173] von kgl. wirden zu Frankreich, an euer Ll. und uns [= Kf. Jakob von Trier] ußgangen, zukomen. Die haben wir guter meynung angnommen und in beysein der zugeordenten euer Ll. reten2 geoffnet, der meynung, ob ichts darinnen gemeldt were, zu der handlung ytzo hie dinstlich, das wir des wissen hetten. So wir aber vernommen, das solich schrift den orator [Gian Antonio Crivelli], so zu Costenz ufgehalten wird, auch die schickung kgl. Mt. und stende des Reichs reten, wie euer Ll. vernemen, belanget, haben wir dieselb schrift lassen abschreiben, die wir euer Ll. herinnen verwart zuschicken. Und wollen das original bey uns, biß wir zu euer Ll. gein Costenz komen, der ursach halben behalten, dweil wir solichs der schickung halben gein Frankreich fur ein sicherheit und geleyt achten, das es durch sendung eynichs botens nit verlorn werde und euer Ll. doch des nichts wenigers wissens haben. Wolten wir euer Ll., den wir zu aller fruntschaft gewillt sint, nit verhalten. [Datum].
    Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc., und ander von des Reichs stenden etc.
    An die Kff. und derselben potschaften, zu Costenz versamelt.

    « Nr. 241 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Überreichung des eidgenössischen Forderungskatalogs bezüglich des Romzugs; [2.] Fortsetzung der Verhandlungen mit den Eidgenossen über einzelne Punkte (Sold der Fußknechte, Saumrosse); [3.] Zusage Bf. Matthäus’ von Sitten hinsichtlich einer Senkung des Solds für die Fußknechte; [4.] noch unerledigte Frage des Einsatzzwecks Šder eidgenössischen Söldner; [5.] Bitte um weitere Anweisungen für die Verhandlungen; [6.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Zürich, 10. Juni 1507 (dornstags octava corporis Christi); präs. Konstanz, 11. Juni1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 454–454’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 31–31’ (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 266’-267’ (Kop.) = C.

    [1.] /454/ Unser fruntlich, undertenig, schuldig und gehorsam dienst a allzeit zuvor. Erwirdigen, hochwirdigiste, hochwirdige und hochgeborne, besundere, lb. oheim, freund, gnst. und gn. Hh. -a Auf gesterigs unser schreiben [Nr. 236] haben die gesandten der Eydgnosschaft röm. kgl. Mt. reten auf heut ein verzeychnus [Nr. 238] irer meynung, wie es mit inen gehalten solle werden, uberantwort, die soliche an uns gelangen haben lassen, inhaltende, wie euer Ll. und Gnn. aus der copey, hierin verwart, vernemen.
    [2.] Und wiewol wir auf unser instruction, auch schrift, euer Ll. und Gnn. gestern getan, derselben bescheyt und willen zu erwarten bestanden, so ist doch aus andern zufallenden ursachen der franzosischen botschaft, so auch alhie ligt, fur notturft angesehen worden, das wir sambt kgl. Mt. reten vor den Eydgenossen widerumb erschienen. Daselbst haben die kgl. rete nach anderer handlung alßbald uf bemelte verzeichnus mit den Eydgenossen auch etliche disputacion gehalten und, was bey inen fur beschwerlich geacht gewest, dasselbig fuglich angezeigt, als nemlich mit dem solde der funf fl., der saumroß; darzu in andern stucken erclerung begert, die inen von den Eydgnossen zimlich gescheen, aber doch auf dem sold der funf fl. deßmals bestanden. Deshalben ist der handel in bedacht biß auf morgen fruhe aufgezogen und darinnen entlichs nit gehandelt, des versehens, den kgl. reten werde /454’/ von kgl. Mt., dergleichen uns von euer Ll. und Gnn. auf morgen fruhe bescheyd zukommen, uns darnach wissen zu halten.
    [3.] Dabey geben [wir] euer Ll. und Gnn. zu erkennen, das unser frund und gn. H. von Wallis sich vertrostet, den sold auf funfthalben fl. und also einen halben fl. herabzubringen.
    [4.] Aber irs dinsts halben, wie und wohin sie zu gebrauchen sind, ist noch nit furhaltung gescheen, uß dem, das deßhalben kein bevelhe vor augen ist, wiewol wir dannost achten uß anzeigung, so wir in sunderheit vermerkt, das ire gemute und wille gegen kgl. Mt. und dem Hl. Reich auf gutem grunde yetzmals stee und das sie sich treulich erzeigen, auch von etlichen artikeln der verzeichnus weichen solten, wo wir neben den kgl. reten wußten euer Ll. und Gnn. gefallens zu handlen.
    [5.] Darumb ist unser fruntlich und undertenig bitt, euer Ll. und Gnn. wollen die sachen furdern und uns uf solichs alles irs gemuts schirsten sambstags [12.6.] zum fruwsten schriftlich berichten, dadurch euer Ll. und Gnn. halber die handlung kgl. Mt. nit zuruttet, sunder wir wissens entpfahen, wes wir uns halten sollen. Wolten wir euer Ll. und Gnn. abermals im besten nit verhalten.
    Š[6.] [Datum]. Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und ander von des Reichs rete gein Zurich geordent.
    Den erwirdigen, hochwirdigsten, hochwirdigen und hochgebornen Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs, so personlich oder durch ire potschaft ytzo zu Costenz versamelt sein, unsern besundern, lieben oheim, vettern, frunden, gnst. und gn. Hh.

    « Nr. 242 Weisung der Reichsstände an die Gesandten zu den Eidgenossen »

    [1.] Eingang des Gesandtenberichts vom 10. Juni; [2.] Bestätigung der den Gesandten mitgegebenen Instruktion; [3.] Entschuldigung für die Verspätung der erbetenen Weisung; [4.] Unterzeichnung, Adresse.

    Konstanz, 11. Juni 1507 (freitags Barnabe). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 458–458’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 32’-33 (Kop.) = B.

    [1.] /458/ Unser fruntlich, a willig, gehorsam dinst und grus zuvor. Erwirdiger in Got vater, besunder, lb. frund, herr oheim und gnst. H., auch strengen, wirdigen und vesten, lb., getreuen, besundern und gute frunde-a. Wir haben euer zugesante schriftlich anzeige [Nr. 241], wes euch von den Eydgnossen in antwort begegent, auch wes ire zu ufhalt der sachen im besten furgeslagen, alles inhalts mitsampt euerm gutbedunken und begern, darin verleibt, guter meynung vernommen.
    [2.] Sint ungezweifelt, euer Ll. und Gnn. tragen gut wissens, wie ire von unsern wegen mit instruction [Nr. 231] von kgl. Mt. in unserm beysein und bewilligen abgefertigt seyet, dabey wir es noch lassen. Wissen das diser zeit nit zu endern. Wann euer Ll. und Gnn. mogen wol ermessen und versteen, das, wo wir uns in handlung gegen den Eydgnossen laut euers anzeigens begeben solten, das in solichem eins guten bedenkens und furbetrachtens notturftig were, auch also ylend in euer, des von Triers, auch Hg. Friderichs von Sachsen Kf. etc., des zukunft man morgen alhie wartend ist, abwesen nit wol moglich. So wißt ire auch, wie wir des hievor allezeit abscheu und beswerung getragen. Das haben wir euch guter meynung uf euer schreiben nit wollen verhalten, darnach mit euerm abschied laut angezeigter /458’/ euer instruction zum fuglichsten und besten mogen haben zu richten. Geben zu Costenz uf des Hl. Reichs tag, freitags Barnabe Ao. etc. septimob.
    [3.] c Euer schrift ist erst hut morgen im rate geben und darumb verfertigung unser antwort nit wol eher mogen gescheen. Wolten wir euch auch nit bergen etc. Datum ut supra-c.
    [4.] d Kff., Ff. und ander des Hl. Röm. Reichs stende, alhie zu Costenz versamelt.
    ŠDem erwirdigen in Got vater, auch strengen, wirdigen und vesten H. Jacoben, Ebf. zu Trier etc., Kf., und andern von des Reichs stenden verordenten, yzto uf dem tag zu Zurich, unsern besundern, lb. frund, herrn und oheim und gnst. H., auch getreuen, besundern und guten frunden-d.

    « Nr. 243 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Verhandlungen über die Höhe des Solds der Fußtruppen, Zeitdruck infolge der Intrigen der französischen Gesandten; [2.] Datum, Unterzeichnung; [3.] Bitte um weitere Anweisungen für die Verhandlungen, Intrigen der französischen Gesandten gegen Kg. Maximilian.

    Zürich, 11. Juni 1507 (freitags Barnabe apostoli); präs. Konstanz, 12. Juni1.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 459–459’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 33’-34 (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 270–270’, 275 (Kop.) = C.

    [1.] /459/ Unser freuntlich, undertenig, schuldig und gehorsame dinst zuvor. Erwirdige, hochwirdigste, hochwirdig und hochgeborn Ff., besondere, lb. oheim, freunde, gnst. und gn. Hh. Kgl. Mt. rete haben uns diesen mittag abermals eroffent, wes der von Walles [Bf. Matthäus von Sitten] etc. uf getane vertrostung des solds halben, funf fl. zu geben, gehandelt, auch ime zu antwort begegnet sey, nemlich das sie nach vil ermanung ires erpietens, kgl. Mt. und dem Reich getan, dannost uf denselben funf fl. solds umb ferne des wegs oder teuerung, so der ort entsteen mocht, bestanden oder aber ime, dem von Walles, furgeschlagen, sich gegen inen zu verschreiben, so teuerung entstunden, das die knecht mit funfthalben fl. nit ußkommen mochten, das inen die funf volgten, ader zum dritten, das yedem knecht ein rustgulden gegeben und dergleichen mit den duppelsoldern gehalten wurde. Und zuletzst, so hab gemelter von Walles inen furgeslagen, ob solichs uf hintersichpringen anzunemen sey, dasselbig will bey den Eydgenossen, dergleichen und nit weniger bey den kgl. reten fur beschwerlich angesehen werden, dergestalt, wo ytzo hie nit entlich geschlossen, das alle handlung durch ubung und verheissen der franzosischen botschaft alhie verendert und dem Reich hinach zu solichem /459’/ willen, der ytzo vor augen sey, nymmer kommen werde. Uber solichs alles sind die kgl. rete willens, abermals, damit nit gefeyert werde, ytzo der stund zu den Eydgnossen zu kommen, mit inen weiters zu disputiren, die sachen biß uf antwort, der wir heut gehofft hetten, fuglichst aufzuziehen, ob etlich beswerde solds und anders herabpracht mocht werden, in dem doch nit zu schliessen. Bewegen wir, uns von inen der nottorft nach nit zu sundern. Wolten wir euer Ll. und Gnn., aller unser handlung wissen zu haben, nit verhalten.
    [2.] Eylends zu Zurich, freitags Barnabe apostoli Ao. etc. septimo.
    ŠJacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und andere von den stenden des Reichs rete, gein Zurich verordent.
    [3.] [PS] a Auch sehen wir nochmals fur notturftig an, die sachen zu furdern, uns bescheid zuzuschicken ufs eylends. Dann es ist zu hoffen, das die Eydgnossen morgen tags noch hie zu vermogen sein zu pleiben. So feyern auch die franzosischen botschaft hie nit, kgl. Mt. zu verunglimpfen, dem doch die Eydgnossen keinen glauben haben wollen geben, iren anzug auch nit haben wollen melden, damit nit verlengerung der sachen entstee und in verantwortung, der on not sey, wachse. Datum ut supra-a.
    b An Kff., Ff. und stende des Reichs, auch derselben potschaften, zu Costenz versamelt etc.-b

    « Nr. 244 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Höhe des Solds der Fußtruppen; [2.] Schäden der Reiter während des Romzuges; [3.] Saumrosse, Feldzeichen des eidgenössischen Kontingents, freie Knechte; [4.] Forderung der Eidgenossen nach vertraglicher Fixierung der Vereinbarungen; [5.] Verhandlungen über die Vertragsfassung; [6.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Zürich, 11. Juni 1507 (freitag Barnabe apostoli) ; präs. Konstanz, 12. Juni1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 457–457’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 32–32’ (Kop.) = B.

    [1.] /457/ Unser fruntlich, undertenig, willig und gehorsam dinst allzeit zuvor. Erwirdige, hochwirdigiste, hochwirdige und hochgeborn Ff., besondere, lb. oheim, vettern, herrn und frunde, gnst. und gn. Hh. Wiewol wir euer Ll. und Gnn. diesen mittag geschrieben [Nr. 243], das die Eydgnossen uf funf fl. solds bestanden, so ist doch nachfolgends sovil durch den von Walles [Bf. Matthäus von Sitten], auch kgl. Mt. rete gehandelt, das sie den halben fl. solds nachgelassen und den uf IIII½ fl. besteen lassen. Haben sich auch hoch in dem entschuldigt, das sie solichs des gemeinen manns halben haben mussen furhalten, den bey willen zu behalten, in ansehung, wes inen ytzo von Frankreich mocht widerfaren.
    [2.] Der scheden halben, den reysigen zu bezalen, ist erclerung gescheen, so ymands pferdschaden von veinden erlitte, den als pillich zu bezalen.
    [3.] Der saumroß verharren sie uf dem, das XX knecht das furen, damit derselb uß der zal der sechstausent sy und die nit gemeret werde. So wollen sie auch unter irem weissen creuz und zeychen ziehen. Der freyen knecht halben lassen sie kgl. Mt. zu, wie sich ire Mt. mit ine vertrag. Aber der VIM, von inen zugesagt, solt es bey der verzeichnus [Nr. 238] pleiben.
    [4.] Und begern nu, daruf einen abscheid zu machen. Des weren die kgl. rete wol gewillt, wiewol sie als wenig als wir noch von kgl. Mt. antwort entpfangen haben. So Škan es doch auch unsernthalben nit geschehen, dweil wir euer Ll. und Gnn. meynung noch nit wissen.
    [5.] /457’/ Darumb, so ist der handel abermals ufgezogen mit dem, das wir semptlich begert haben, das sie die artikel beruhen und sich numals vernemen liessen des vertrags, wes ine deshalben zu tun gemeint were. Darauf haben sie den kgl. reten ein schriftliche verzeichnus [Nr. 246] uberantwurt. Aber wir tragen der noch nit wissens, alleyn das wir allenthalben nit anders vermerken, dann das sie willig sind, kgl. Mt. und dem Reich zu dienen. Und wo dieser zeit nit geschlossen und sie auf die maß aufgebracht, das es in eynicher zeit hinach von ine nit erlangt, sunder der Franzose seinen willen behalten werde. Das wollen euer Ll. und Gnn. der notturft nach bedenken und uns irs willens zum furderlichsten, wo das nit gescheen were, berichten.
    [6.] Datum ylends zu Zurich, uf freitag Barnabe apostoli Ao. etc. septimo.
    Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und ander von des Reichs stenden rete, gein Zurich verordnet.
    Den erwirdigen, hochwirdigisten, hochwirdigen und hochgebornen Kff., Ff. und stenden des Reichs, so ytzo personlich oder durch ire potschaft zu Costenz versamelt sind, unsern besundern, lb. oheim, vettern, herrn und frunden, gnst. und gn. Hh.

    « Nr. 245 Weisung der Reichsstände an die Gesandten zu den Eidgenossen »

    [1.] Bestätigung der Weisung vom 11. Juni; [2.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Konstanz, 12. Juni 1507 (sambstags nach Barnabe apostoli). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 460 (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA,WRTA 5, fol. 34 (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 272 (Kop.) = C.

    [1.] /460/ Unser fruntlich, undertenig und gehorsam dinst und grus zuvor. Erwirdiger in Gott vater, besunder lb. frund, herr, oheim und gnst. H., auch strengen, wirdigen und vesten, lb., getreuen, besundern und gute frunde. Wir haben diesen morgen zwo schrift, von uch an uns ußgangen [Nrr.  243f.], die handlung mit den Eydgnossen betreffend, im rate horen verlesen und gestern dergleichen schrift [Nrr. 240f.] von uch entpfangen, daruf wir euern Ll. und Gnn. gestern antwort in schriften [Nr. 242] zugefertigt, die uch (als wir nit zweiflen) diss morgens fruhe zukommen ist. Daruß ir unser gemut und meynung in diesem handel numals wol vernomen hapt. Dabey lassen wir es noch pleiben. Haben wir euer Ll. und Gnn. guter meynung, darnacha zu richten, nit wollen verhalten.
    [2.] Geben uf dem Reichs tag zu Costenz, sambstags nach Barnabe apostoli Ao. etc. septimo.
    Kff., Ff. und ander b des Hl. Reichs stende, alhie zu Costenz versamelt-b.
    c Den erwirdigen, in Gott vater, auch strengen, wirdigen und vesten H. Jacoben, Ebf. zu Trier etc., Kf., und andern von des Reichs stenden verordenten, ytzo uf dem Štag zu Zurich, unsern besundern, lb. frund, herren, oheim und gnst. H., auch getreuen, besundern und guten frunden-c.

    « Nr. 246 Abschied zwischen der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich und Gesandten Kg. Maximilians »

    [1.] Zusage von neun Orten zur Stellung von 6000 Söldnern für den Romzug Kg. Maximilians; [2.] Sold der Fußknechte; [3.] Sold der Reiter; [4.] Auszahlung des ersten Solds in Zürich; [5.] Bestellung der Hauptleute; [6.] Erkrankung oder Tod eines Söldners; [7.] Besoldung der Priester; [8.] Zuständigkeit des röm. Kg. für die Lebensmittelversorgung, Mitteilung über Beginn und Route des Romzuges, Ausstattung der eidgenössischen Söldner mit Geschützen; [9.] Aufstellung der eidgenössischen Söldner in der Nähe des Kg., keine Aufteilung des eidgenössischen Kontingents; [10.] Modalitäten der Soldzahlung; [11.] Stellung von Saumpferden; [12.] Auszahlung des Solds am Monatsanfang; [13.] Beilegung von Streitigkeiten im Heer; [14.] Entschädigung bei Verlusten an Pferden im Gefecht; [15.] Feldzeichen des eidgenössischen Kontingents; [16.] Besoldung der Offiziere. [17.] Aufstellung über die einzelnen Kontingente. [18.] Vermerk über die anschließende Verlesung weiterer Aktenstücke an die Reichsstände.

    Zürich, 12. Juni 1507.
    I. Abschriften des Abschieds: Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 467–468’ (Überschr.: Abschied der kgl. Mt. rete, uf dem tag zu Zurch gno [mmen]; Pkt. 17 fehlt .) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 34’-36, 35b = B. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 14–15’ (mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Pkt. 17 fehlt) = C. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. Lit. 28, unfol. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 108–109, 109–109’. Konstanz, StdA, A I 8, Bd. 2, pag. 108½-109½ (spätere Abschr. Hd. C. Schulthaiss, Pkt. 17 fehlt). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 17–19 (Überschr. wie A, Pkt. 17 fehlt). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 13–14’ (Überschr. wie A, Pkt. 17 fehlt).1 
    II. Exemplare des zugrundeliegenden eidgenössischen Abschieds vom 8.6.: Zürich, StA, B VIII 84, fol. 197–198’, 199–199’ (Reinkonz.) = D. Bern, StA, A IV 10, pag. 177–180, 180–181 (Kop., Überschr.: Anschlag des Kg. ) = E. Luzern, StA, AKT A 1 F 1, Schachtel 53, Fasz. Maximilian I., unfol. (Kop.) = [F]. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 153’-154’, 155’-156 (Kop., Überschr.: Zurich abscheid, zinstag nach corporis Christi [8.6.] Ao. etc. VIImo.). Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 77–79, 80–81 (Kop.).
    III. Drucke (zeitgenössisch): München, BSB, 4 Eur. 330–15 (Beschreibung s. Nr. 709) = G. Nürnberg, GNM/Bibliothek, 8o Bg. 7499, unfol. (Beschreibung s. Nr. 709) = H.
    Druck/Edition: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 912, S. 717–719 (Pkt. 17 fehlt); Anshelm , Chronik, S. 11–14, 14f.; Fäsi , Beylage, S. 100–105 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 220’-221).

    / Š467/ a Uf sambstag nach Barnabe apostoli [12.6.] umb die vier uren nach mittag sind nachgeschribner artikel durch kgl. Mt. rete des Reichs verordenten geschickten uberantwort und doch durch dieselben geschickten mit den Eydgenossen der artikel halben nichts gehandelt, beslossen oder angenomen worden-a:
    [1.] Als unser allergnst. H., der röm. Kg., auch Kff. b und Ff. der-b stende des Hl. Reichs an uns Eydgenossen geworben und begert haben, derselben röm. kgl. Mt. zum romzug, c die ksl. cron zu erlangen-c, VIM knecht under unserm zeychen uf ir besoldung zuzuorden, haben wird uf solich begerd und werbung, wir diese nachgeschrieben ort, nemlich Zurich, Bern, Ury, Swyz, Underwalden Ob und Nid dem Wald, Basel, Fryburg, Soletern und Schafhausen, solichs in nachfolgender meynung helfen zu vollnstrecken zugesagt.
    [2.] Anfenglich, das der sold einem fußgenger sei IV½ rh.fl. des monets, und das allweg XXX tag fur ein monat gerechent werden.
    [3.] Und einem reysigen, der da gerustet reytet, uf mann und pferde zehen rh.fl.
    [4.] Item, das die erste bezalung in der statt Zurich beschee und daselbsthin alle hauptleut bescheiden werden, yeder das gelt uf sein knecht zu entpfahen; und uf den tag, so das gelt also ubergeben werde, der sold und monat angangen.
    [5.] /467’/ Item, das vonf XII orten unser Eydgenosschaft von yedem ort eyn hauptman gesetzt werd. Und sunst von den uberigen der Eydgenosschaft verwandten und undertanen sollen auch hauptleut g genomenh und dieselben also geordent-h und geteilt werden, das allweg ein hauptman derselben verwandten und undertanen IIC man under ime hab und nit mynder. Dieselben sollen dann mit amptern und zwifachen soldeni gehalten werden, wie das unser Eydgenosschaft brauch ist.
    [6.] Es soll auch mit guter ordnung gemustert und allweg versehen werden, das geverde und untreu vermitten pleib. Ob aber ein knecht, oder wer der were, in zeit seins dinsts krank wurde oder absturb, dem soll allweg sein sold, sovil ime des zustat, gegeben und dem hauptman bezalt werden, damit solich sein verdient gelt demnach durch den hauptman seinen kinden, ob er die hett, oder seinen erben geantwort werd. Ob aber eyner usserm dinst hinweglief, j dem soll man nichts schuldig sein-j.
    Š[7.] Item, dask die priester, so ußgenomenl werden, dero soll yeder m haben zwifachen sold, als das der Eydgnosschaft brauch ist-m. Und ob sich ander darin vermischen wolten, n das man denen nichts schuldig sein soll-n.
    [8.] Item die kgl. Mt. soll mit fleis nach irem besten vermogen ernstlich versehen, das die knecht mit essiger speise, proviand und ander dergleichen narungen werden versehen. Deßgleich o by guter zeit erschynen, wenn ir Mt. ufsein und-o welichen weg die ziehen wolle, damit man sich darnach wisse zu richten. p Und besunder auch die knecht mit erlichem, trostlichem, gutem geschutz nach notdurft, q und damit sie versorgt sein, versehen und bewaren–p –q.
    [9.] /468/ Die kgl. Mt. soll auch ordnenr und daran sein, das sich unser knecht in nahe by ir Mt. enthalten, die von ir nit wytern und besunder geverlich oder wyt voneinander nit lassen teylen.
    [10.] Unds so alsot, wie obstat, der monat angangen ist und daruf unser knecht u im namen Gottes-u von huß ziehen werden, das inen alßdann dryer monat sold zustan und geben werden solle. Und ob sie gleichwol eher und besunder im ersten monat wider heimkement v und ob sie-v uber dry monat verharten, so soll das gehalten werden, w wie obgelutert ist, nemlich all monat eim fußknecht IV½ fl., eim reysigen zehen fl. und uf ein troßroß V rh.fl., und ir sold widerumb biß in ir behusung weren, sie sind zu roß oder zu fuß-w.
    [11.] Es werden auch allweg XX knecht ein saumroß haben. x Doch sollen sie dieselben mit rate und willen irs hauptmans und nit fur sich selbs nemen y und ordnen–x. Und soll der sold uf ein saumroß sein funf rh.fl. -y
    [12.] Und die solde der reysigen und fußknechten sollen allweg zu angendem monat bezalt und gericht werden, wie dann das z under der unsern-z Eydgenossen brauch ist.
    [13.] Und ob eynich clag oder irrung erwuchs, das soll durch die musterherrn, hauptleut und venner gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sie gut dunkt, damit ferrer clag werde furkomen.
    Š[14.] /468’/ Und ob yemand redlichen schaden nemenaa, nemlich ob einem in schermutzeln und gefechten ein roß erstochen oder erschossen wurde, das dann an biderben leuten, so dasselb roß gesehen und erkennt hetten, stonde, was man in zimlichen gestalten darfur geben, und nit, das einer gewalt haben soll zu heyschen, was er wolle.
    [15.] Item die knecht werden ziehen under unser stetten und lendernab fenlin, mit weissen crüzen gezeychent, als das unser alt gewonheyt und on alles mittel ye und ye gebraucht ist.
    [16.] Und so also allenthalb hauptleut, venner, luttiner und dergleich doppelsoldner gesetzt und geordent, so werden dieselben darnach mit den, so kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stende des Reichs darzu ordnen, irer besoldung halb abkomen und bescheyd machen, wie sich dasac wird gepuren.
    ad Actum Zurich, sambstags vor St. Viti und Modesti tag [12.6.] Ao. etc. VIIo -ad.
    [17.] [ ae af Und sint die VIM knecht in nachvolgender meynung ußziehen–ae.


    Zurichag VIC Fryburg III½C
    Bern mitsampt Biel VIC Solutern III½C
    Lucern IV½C Schafhusen I½C
    Ure III½C Abt zu St. Gallen IIC
    Switz III½C Appenzell IIC
    Underwalden ob und nid dem Wald II½C, die von Roperßwil L, tut IIIC Stat St. Gallen und Rintal IIC
    Turgeu IIC
    Zug II½C Baden, Gft. und stat IIC
    Glarus II½C Daz oberland IIC
    Basel III½C Gft. Dockenburg [IIC]ah
    ai [Item Bremgarten, Mellingen]-ai und ampter in Ergeuw IIC
    Rotwil L

    ŠUnd soll iglichs ort die sinen von stund an usnemen, hoptlut und fendrich orden und dieselben gerust in wart enthalten, also wan man sie uffordert, das sie gerust sien. Es soll auch dabi zum hochsten verkomen und versehen werden, damit sich die knecht nit in ander weg erheben hinzulaufen–af .].
    [18.] [Vermerk von anderer Hand:] aj ak Nachfolgend hat kgl. Mt. etlichen stenden des Rychs ein fryheit, so kgl. Mt. den Eydgenossen geben wolle, und der Eydgenossen revers dargegen [Nrr. 248f.] verlesenal lassen mit der anzeyge, das kgl. Mt. inen allein darumb tue furhalten, das die stende des wissens und bericht haben und nit, das sie darin raten oder willigen sollen. Daruf dieselben uß guten ursachen kgl. Mt. haben lassen luten, solich notel an die stend ein gemeyn langen zu lassen, das dan kgl. Mt. getan–aj. Und lut die nottel solicher fryheit und revers, wie hernach volgt–ak.

    « Nr. 247 Beschlüsse und Aktionen der eidgenössischen Orte und Zugewandten zum Vollzug des Züricher Tagsatzungsabschieds (14.-30. Juni, 15. Juli) »

    [1.] Schultheiß und Rat der Stadt Bern informierten am 14. Juni die Stadt- und Landgemeinden über die Zusage von 6000 Knechten für den Romzug Kg. Maximilians zur Erlangung der Kaiserkrone, dargegen des Kg. von Frankrich botschaft widerwertige werbung tüt, und also zü besorgen ist, das zü abstand sölichs züsagens etlich understän möchten, demselben Kg. von Frankrich die unsern züzefüren und uns Eydgnossen aneinandern zü richten, das uns allen nit allein schand und schad gebären, sonder zü ganzer unser Eydgnosschaft zerstörung wurde dienen. Die Gemeinden sollten deshalb das Reislaufen unter Strafandrohung untersagen und die Knechte veranlassen, die Anwerbung durch den Berner Magistrat und die Mehrheit der eidgenössischen Orte abzuwarten.1 Durch Ausschreiben vom 25. Juni teilten Schultheiß und Rat zu Bern den Stadt- und Landgemeinden mit, daß sie aus sundrer grossen und guten bewegung gemeinsam mit anderen eidgenössischen Orten dem röm. Kg. und dem Hl. Reich auf deren Kosten Knechte für den Romzug zur Erlangung der Kaiserkrone zugesagt hätten. Die Adressaten sollten in ihren Gemeinwesen neben den bereits gewählten Hauptleuten, Fähnrichen und sonstigen Kriegsämtern – Ritter Wilhelm von Diesbach war zum Hauptmann ernannt worden, Hans Rudolf von Scharnachtal zum Leutnant, der Fähnrich Kaspar Wyler und Hans Kuttler sollten als Räte fungieren, Kaspar Moser war Fahnenträger2 – den auf sie entfallenden Anteil am Berner Kontingent aus Freiwilligen auswählen, die sich mit Harnischen und Gewehren und insbesondere mit langen Spießen und Handbüchsen auszurüsten hätten Šund in Bereitschaft bleiben sollten, um im Bedarfsfall unverzüglich ausrücken zu können. Die eidgenössischen Orte hätten außerden eine Anzahl von freien Knechten bewilligt, die unter ihren Hauptleuten in eigenen Fähnlein mitziehen sollten. Die freien Knechte würden indessen in das Berner Kontingent miteingerechnet und auf die Hauptleute aufgeteilt. Die Adressaten hätten dafür Sorge zu tragen, daß abgesehen von dem ihnen auferlegten Kontingent keine weiteren Knechte mitziehen würden. Diese erhielten keinen Sold, sondern müßten vielmehr Bestrafung an Leib und Gut erwarten.3 
    [2.] Schultheiß, Großer und Kleiner Rat zu Solothurn faßten am 16. Juni den einhelligen Beschluß, daß man röm. kgl. Mt. zum romzug mit andern Eidgnossen helfen sol und die ding annemen, wie der abschid und tractat, [zu] Zurich gemacht, inhalt.4  
    [3.] Die beiden Ratskollegien der Stadt Basel beschlossen am 19. Juni, daß BM Peter Offenburg als Hauptmann und der Ratsherr Walter Harnescher als Fähnrich am künftigen Romzug teilnehmen sollten; und ob sy utzit von der kgl. Mt. mogen erwerben, es sye sold oder anders, das sol inen uß dem grund, daz sy zu disem zug gedrungen sind, erloubt sin und daz sy das wol mogen annemen.5  
    [4.] BM Marx Röist, Kleiner und Großer Rat der Stadt Zürich wählten am 30. Juni die Kriegsämter für den Romzug: den Bürgermeister [Marx Röist] als Hauptmann, Heinrich Walder und Konrad Hegner d. J. als Venner und Kaspar Göldli als Leutnant. Zu Kriegsräten wurden gewählt: aus dem Kleinen Rat: Nikolaus Setzstab, [Hans] Waser, Felix Walder und Hans Wegmann; aus dem Großen Rat: Alexander Metzger, Hans von Aegeri, Heinrich Binder und Konrad Wüst.6 
    [5.] Abt Franz von St. Gallen informierte mit Ausschreiben vom 25. Juni die Gemeinden über die Zusage von 6000 Mann für den Romzug zur Erlangung der Kaiserkrone und das anteilig zu stellende Kontingent des Klosters St. Gallen im Umfang von 200 Mann. So befahl er Gossau die Bereitstellung geeigneter 18 Knechte samt einem Troßpferd.7
    [6.] Der Walliser Landeshauptmann [Johannes de Platea] berief unter Bezugnahme auf den Züricher Abschied am 15. Juli für den 20. des Monats einen Landtag nach Sitten ein, um über die Ausrüstung von 700 Mann für den kgl. Romzug zu beraten, und verbot zugleich alle fremden Kriegsdienste.8 

    « Š1.3.4. Verhandlungen auf dem Reichstag (Ende Juni 1507) »

    « Nr. 248 Entwurf der kgl. Kanzlei für einen Reversbrief der Eidgenossen »

    [1.] Einung der Eidgenossen mit Reichsoberhaupt und Reichsständen; [2.] Unterlassung und Unterbindung von Feindseligkeiten gegen Kg. und Reich; [3.] Beitrag zum kgl. Romzug; [4.] gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Angehörigen des Reiches; [5.] Verpflichtungserklärung.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, wohl 25. Juni 1505.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 475–475’ (Kop., Überschr.: Notel des revers der Eydgenossen.) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Schweiz, Karton 2, Fasz. 2 (Kop., Dorsalverm.: Revers der Aydgenossen gegen bestetigung ihrer freihaiten.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 38’ (Kop.) = C.

    [1.] /475/ Wir, die gemeinen Eydgenosschaft von stetten und landen etc., bekennen mit diser geschrift, als wir dann on alles mitl dem Hl. Röm. Reich zugehorig sind, von welhen wir och nit zu kommen pillichen willen haben, sonder bey solhem wie unser altvordern ufrecht beliben wellen und dem zugut, och herlichem enthalt tutscher nation, Got dem almechtigen zu lob, merung fryds, ruwen und gemaines nutzes mit dem allerdurchleuchtigisten, hochmechtigisten, unuberwyntlichisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg., unserm allergnst. H., och irer Mt. nachvolger am Rich, den Kff., Ff. und stenden vermelts Richs uns in diser nachvolgenden form gutlich vertragen haben:
    [2.] Zum ersten, das wir all fur uns und unser nachkomen gemain und sonderlich derselben kgl. Mt. und dem Hl. Reich widerwertig nit sin wellen noch yemand, der solh zu tun understuend, hilf, beystand noch anhang beweisen, sonder dem, wo das durch unser land oder lut zu tun wurd furgenomen, widerstan.
    [3.] Darzu ir kgl. Mt. die ksl. cron, doch uf ir Mt. und des Reichs cost und versoldung, zu erlangen getreulich verhelfen, wie sich das alles unsern eren nach gepurt, alles getruwlich und ungeverlich.
    [4.] /475’/ Es sol och zwischen dem Hl. Reich und des verwondten, uns und unsern verwondten gueter nachpaurschaft und gemeinschaft mit treuem handl und wandl, kauf und verkauf gebraucht werden, alles on besorg leibs und guts, wie das aines jeden teils und der sinen notdurft erfordert.
    [5.] Disen vertrag wellen wir och bey guten treuen ufrecht und stet halten, dem anhangen und gnug tun, dann och unser allergnst. H., der röm. Kg., Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs uns zugesagt haben, uns dabey und bey dem unsern gnediglich beleyben ze lassen.

    « ŠNr. 249  Entwurf Kg. Maximilians für eine Konfirmation der eidgenössischen Rechte und Freiheiten »

    [1.] Bestätigung der eidgenössischen Privilegien und Freiheiten im Gegenzug zur zugesagten Unterstützung des kgl. Romzuges; [2.] Einung der Eidgenossen mit Reichsoberhaupt und Reichsständen; [3.] gegenseitiger Verzicht auf Schutzverhältnisse mit den Untertanen des Vertragspartners und auf den ungenehmigten Erwerb größerer Güter in dessen Territorium; [4.] Regelung eines Austragsverfahrens zwischen den Eidgenossen und den übrigen Reichsuntertanen; [5.] Generalkonfirmation der eidgenössischen Privilegien und Freiheiten sowie Befreiung von der Reichsgerichtsbarkeit, vorbehaltlich der Reichsrechte an Basel und Mülhausen; [6.] Mandat an alle Reichsuntertanen zur Respektierung der eidgenössischen Privilegien.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, wohl 25. Juni1 bzw. 8. August 15072.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 469–474’ (Kop., (2) Aufschrr.: Notel der kgl. frijheyt der Eydgenossen. – Hiernach volgt ein notel der kgl. freiheyt der Eydgenosschaft. Dorsalverm.: Fryheit der Eydgenossen.) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 127–127’, 125–125’, 130–130’, 128, 127’, 126, 128’, 126 (Konz. mit ex.-Verm. J. Sachs) = B.3 Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 36–38 (Kop.) = C.

    [1.] /470/ Wir Maximilian etc. bekennen offenlich mit disem brief und tun kunt allermeniglich: a Alsb die ersamen unser und des Reichs lb. getreuen N., die Eidgnossen von ortern und lendern, als gelider und verwandten des H. Reichs ein anzal c der iren zu fuss-c auf unsern costen zu unserm romzug, die ksl. cron zu empfahen, und gegen den, so uns daran zu verhindern understunden, zuziehen und volgen ze lassen zugesagt Šund uns daneben angerufen und gebeten, das wir inen all und yeglich ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkommen und gut gewonheit zu confirmieren und zu bestetten und sy darzu fur unser kgl. camer- und des Reichs hofgericht und alle land- und ander gericht zu freyen gnediglich geruchten.
    [2.] Und wann nu dieselb Eidgnosschaft uns, dem Hl. Reich und teutscher nation in solhem romzug zu erlangung und handhabung d der ksl. cron-d, des Reichs oberkait und gerechtigkeit, auch der Deutschen eere nutzlichen und wol erschiessen mag, sich auch das zu tun willig erpeutet und insonderheit yetz ein eynung und verstentnus, auch /470’/ rechtlichen außtrag mit uns und e dem Hl. Reich-e angenomen und beslossen, under anderm inhaltend, das sy uns und dem Hl. Reich nit widerwertig sein, noch yemands, der solhs zu tun understuende, weder hilf, beystand oder anhang beweisen, sonder demselben, wo das durch ir land oder leut zu tun furgenommen wurde, widersteen, uns auch auf unsern costen zu der ksl. cron getreulich verhelfen und das zwischen uns, dem Reich und desselben f undertanen und verwandten an einem-f und inen andern tailsg gute nachpaurschaft und gemainschaft mit getreuem handl und wandl, kauf und verkauf gebraucht werden, alles on besorg leibs und guts, wie das eins yeden tails und der seinen notdurft erfordert und darzu baid teil bey dem iren beleiben.
    [3.] Ferrer, das hinfur kein partey der andern die seinen in burkrecht, schutz, scherm, eynung noch versprechen annemen, es were dann, das yemands hinder den andern mit seinem haußheblichen sitz ziehen wellt, den gerichten, darin ein yeder seins sitz halben von alter gehort hat, /471/ unverdingt, das auch yetweder partei, noch die iren kein sloß, stett oder herschaften under der andern partey mit kauf oder wechsel nit an sich bringen on der landschaft oder oberkeit, under der solhs gelegen ist, gunst und willen. Aber umb ander gueter, zinß, zehent, rent und gult mag ein yeder das sein verkaufen, verwechseln und damit handeln frey und unverhindert.
    [4.] Und ob wir und das Hl. Reich, desselben undertanen und zugehorigen zu der Eidgnosschaft einem oder mer orten oder iren undertanen, zugehorigen und verwandten oder dieselben Eidgnossen gemeinlich oder sonderlich oder ir undertanen, zugehorigen und verwandten hinwiderumb zu uns und dem Reich oder desselben Reichs undertanen und zugehorigen spruch und vordrung hetten oder kunftiglich gewunnen, darumb die parteyen nit guetlich vertragen werden mochten, das der kleger den antwurter zu recht und außtrag erfordern soll auf den Bf. zu Costenz oder Basel, so ye zu zeiten sein, oder auf burgermaister und rat der statt Costenz; daselbs dann die angesprochen partey den klager auf sein ansuchen des /471’/ rechtens unverzogenlich statt tun und gehorsam erscheinen besonder zu stund und furderlich den angezaigten richter umb beladung der sach und tagsatzung bitten, also das klag, antwort, red und widerred und der rechtsatz innerhalb dreyer monat beschechen und das der antwurter, ob er darin seumig erscheinen wurde, bey sweren penen leibs und guts geweist werden etc. Und darzu, ob dieselb angesprochen partey solhs rechtens und Šaußtrags ungehorsam erscheinen wurde, das dann der angenommen richter, er sey vom widertail gepeten oder nit, auf des gehorsamen tails anruefen procedieren, erkennen und außtreglich recht ergeen lassen. Doch das die spenn, antreffend erbfell, gelegne gueter und klein geltschulden, berechtent werden in den ordenlichen gerichten, darin die erbfell gefällen, die gueter gelegen und die schuldner gesessen sind. Und was an den obgemelten enden einem yeden zu recht erkennt und gesprochen wirdet, das dann baid tail allwegen gestracks dabey beleiben, dem leben und gnug tun, /472/ on ferrer waigern, ziehen und appelliern, auch on weiter furwort, außzug oder behelf. Und ob in den vorberurten ordenlichen gerichten yemands auf yetweder partey rechtlos gelassen wurde, das der an der vorbestimbten ende einem sein recht suchen mog, wie obsteet. Und das auch baid parteyen und all die iren sich solhes außtrags und rechten umb all sachen gegeneinander benuegen und sonst mit kainen andern frembden gerichten anfechten, bekumbern oder ersuchen. h Und damit die yetzgemelten wilkurten richter zu beladnus solher spennigen hendl zu iren spruchen und urtailen dest freyer sein mogen, so sollen allwegen die spennigen parteyen am eingang der rechtfertigung sich gegen denselben richtern schriftlich verpinden, sy von solher spruch und handlung wegen, so sich deßhalben begibt, nit anzufechten, zu hassen, noch darin einichen schaden, unfug oder argen willen zuzemessen-h, alles inhalt der brief4, so wir daruber einander gegeben haben.
    [5.] Das wir demnach der genannten Eydgnosschaft gegen solher ir zugesagten hilf, auch eynung, verstentnus /472’/ und rechtlichen außtrag, i und das sy sich bey uns und dem Hl. Reich halten und dem getreulich anhangen-i, all und yeglich ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkommen und gut gewonheit confirmiert und besteet und inen darzu dise sonder gnad getan und freyheit gegeben haben, das sy in gemain noch sonderheit in kunftig zeit an das obberurt unser und des Reichs–a camer- oder hofgericht noch auch an einich land- oder ander gericht von nyemands, wer der oder umb was sachen das were, nyemand noch nichtz außgenommen, nit furgehaischen, geladen noch daselbs wider sy, ir leib, eer, hab oder gueter gericht, gehandelt, geurtailt noch procediert werden, sonder bey dem vorangezaigten außtrag beleiben und dawider nit angefochten noch beswert werden sollen, in dehein [= keiner] weise.
    Confirmieren und bestetten inen auch die obgemelten ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkummen und gut gewonheit. Tun und geben auch inen die yetzbestimbt sonder /473/ gnad und freyheit als regierender röm. Kg. wissentlich in craft diss briefs und mainen, setzen und wellen, das nu hinfur die vorgenannt Eidgnosschaft j gegen der obbestimbten irer zugesagten hilf, eynung, verstendnus und rechtlichen außtrag-j sich solher vorangezaigten irer gnad, freyheit, privilegia, alt herkommen und guter gewonheit k zu gleicher weise, als ob die von wort zu wort hierinne begriffen weren-k, auch der freyheit fur unser und des Reichs camer- und hofgericht und all ander land- Šund ander gericht gerulich gebrauchen, geniessen und genzlich dabei beleiben und dawider von nyemands gedrungen noch beswert werden sollen. Ob aber daruber gegen inen in gemain oder sonderheit ichts furgenommen, gericht, geurtailt oder gehandlt wurde, in was schein das bescheche, solle doch solhs craftlos und unpundig sein, das wir auch yetz alß dann und dann als yetz abtun und vernichten wissentlich in craft diss briefs, l doch uns und dem Hl. Reich, unser oberkait und gerechtigkait der stet Basl und Mulhausen, wie dann dieselben stet, die in irer eynung, darein sy mit der Eydgenosschaft komen sein, selbs ausgenomen haben, hierin genzlich vorbehalten-l.
    [6.] Und gebieten darauf allen und yeglichen Kff., Ff., gaistlichen und weltlichen, prelaten, Gff., freyen, Hh., ritter und knechten, auch unser /473’/ und des Reichs camerrichter, hofrichter, urtailsprecher, auch allen und jetlichen landrichtern, richtern, landvogten, schultheissen, burgermaistern, reten und sonst allen andern unsern und des Reichs undertanen und getreuen, in was wirdin, statts oder wesens die sein, ernstlich mit disem brief und wellen, das sy die genannt Eydgnosschaft, ir undertanen, zugehorigen und verwandten bey solher unser kgl. confirmation und bestettung, auch gegeben gnad und freyheit beleiben, sy der gerulich gebrauchen und geniessen lassen und sy dawider nit dringen noch besweren, noch des yemands anderm zu tun gestatten, in kein weiß, als lieb ainem yeden sey, unser und des Reichs swer ungnad und straf, und darzu ein peen, nemlich funfzig mark lotigs golds, zu vermeiden, die ein yeder, sooft er frevenlich hiewider tete, uns halbs in unser kgl. camer und den andern halben tail der genannten Eydgnosschaft samentlich oder sonderlich, welhe also belaidigt /474/ wurden, unableßlich zu bezalen verfallen sein, die auch nach unser und des Reichs ordnung eingezogenm werden sol. Mit urkund diss briefs besigelt mit unserm kgl. anhangenden insigl. Geben.n

    « Nr. 250 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Übergabe des kgl. Entwurfs für die Bestätigung der eidgenössischen Freiheiten an die Reichsstände, Verlesung und Beratung; [2.] Bitte um Verzicht auf Ausstellung des für Kg. und Reich nachteiligen Privilegs. [3.] Vermerk über mündliche Verhandlungen zwischen Kg. und Reichsständen.

    Konstanz, 26. Juni 1507 (sampstag noch Johannis baptiste). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 477–477’ (Kop., Überschr.: Bittlich ansuchen der stende des Reichs an röm. kgl. Mt., der Eydgenossen freyheit halber, ubergeben uf sampstag noch Johannis baptiste Ao. VIImo . Daneben Randverm.: Als nu solich obgeschrieben notel an gemeyn stende gelangt, haben sie kgl. Mt. dafur gebeten, ut [sequitur].) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 39–39’ (Kop., Überschr. wie A, jedoch ohne Datumsangabe) = B.

    Š[1.] /477/ Nachdem unser allergnst. H., der röm. Kg., des vordern tags etlichen stenden des Reichs, alhie versamelt, hat lassen fürhalten und verlesen ein notel eyner freyheit [Nr. 249], so sein kgl. Mt. den Eydgenossen zu geben und zu tun willens sey, mit der anzeige, das kgl. Mt. inen allein die darumb tue furhalten, das die stende des wissens und bericht haben, und nit, das sie darin raten oder willigen sollen. Daruf dieselben stende auß guten ursachen kgl. Mt. haben lassen bitten, solich nottel an die stende, alhie versamelt, in gemeyn langen zu lassen, das dan kgl. Mt. genediglich bewilligt und zugelassen, auch daruf solich nottel der freyheit mitsampt dem revers der Eydgenossen [Nr. 248] den gemeynen des Reychs stenden hab tun behendigen. Die daruf solich notel mitsampt dem angezeigten revers haben horen verlesen, auch dieselben irs inhalts von artikeln zu artikeln bewegen und ermessen.
    [2.] Befinden aber dieselben aus vil redlichen ursachen, die sie kgl. Mt., wo sie des wissens zu haben begerte, wol mochten anzeigen, kgl. Mt., dem Hl. Reich, auch den undertanen und zugehorigen desselben und sonderlich den anstossern der Eydgenoschaft in vil artikeln merklich /477’/ beswerlich und nachteilig, daraus auch mit der zeit krieg, ufrure und widerwertigkeita im Reich erwachsen mochten. Das geben sie kgl. Mt. underteniger, getreuer meynung zu erkennen. Achten auch, das sie solichs iren pflichten nach, damit sie kgl. Mt. und dem Hl. Reich verwandt, zu eroffnen und nit zu verhalten schuldig weren, mit aller undertenigkeit bittend, das kgl. Mt. die sachen gnediglich wolt bedenken und diese freyheit gnediglich dem Hl. Reich und gemeynen stenden zugut verhalten und nit usgeen lassen und sich hirin als ir gnst. Kg. und H., der das Hl. Reich und sein verwandten beschwerung und nachteyls allzeit mit fleiss tet verhuten und entheben, also gnediglich erzeigen, als der stende undertenig zuversicht were. Das wolten sie neben iren pflichten in aller undertenigkeit zu verdienen allzeit gefliessen sein.
    [3.] [Vermerk von anderer Hand:] b Daruf hat kgl. Mt. durch ire rete widerumb lassen anzeygen, das sie der Eydgenossen in diesem handel gar nit entberen moge. Und sey alle[s] furnemen one sie nichts. Und wo sin Gn. inen diese sache nit fertige, so werden sie sinen Gn. nit dienen. Und daruf gebeten, das die stende inen solich notel nit misfallen lassen wollen. Daruf haben die stende irer Mt. ire beschwerung in solichem in schriften dapfer angezeigt und wider dafur gebeten, ut [sequitur-b] [Nr. 251].

    « Nr. 251 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Kritik am kgl. Entwurf für die Konfirmation der eidgenössischen Rechte und Freiheiten: [2.] Präjudiz hinsichtlich der Pflichten der Eidgenossen gegen Kg. und Reich; [3.] Forderung nach einem Verbot des Anschlusses weiterer Reichsglieder an die Eidgenossen; [4.] Unvereinbarkeit des vorgesehenen Austragsverfahrens zwischen Eidgenossen und anderen Reichsuntertanen mit der Rechtsordnung des Reiches; [5.] voraussichtliche Verweigerung der genannten Richter; [6.] zu erwartender Mißbrauch des vorgesehenen Rechtsverfahrens zum Nachteil der Reichsstände und Šihrer Untertanen; [7.] voraussichtliche Probleme bei der Exekution von Urteilen gegen die Eidgenossen; [8.] Kritik an der Festlegung einer einheitlichen Frist für alle Rechtsfälle; [9.] Kritik an der Verweigerung der Appellation als Rechtsmittel; [10.] Gefahr der Einbeziehung geistlicher Sachen in das Austragsverfahren; [11.] fehlende Regelung für Kapitalverbrechen, fehlende Eignung der genannten Bff. als Richter in diesen Fällen; [12.] Unkenntnis der Stände über den geltend gemachten Einungsvertrag; [13.] Gefahr der impliziten Bestätigung unrechtmäßiger eidgenössischer Gepflogenheiten; [14.] Kritik an der Exemtion der Eidgenossen von der Reichsgerichtsbarkeit; [15.] Gefahr der mutwilligen Eintreibung der dem Privileg inserierten Strafe durch die Eidgenossen; [16.] Privilegierung der Eidgenossen als Anreiz für weitere Stände zum Abfall vom Reich; [17.] Gefahr der Fehlinterpretation der Privilegierung als Abtrennung der Eidgenossen vom Reich; [18.] Kritikpunkte hinsichtlich des von den Eidgenossen auszustellenden Reversbriefes; [19.] Bitte um Nichtausstellung des Konfirmationsbriefes für die Eidgenossen, Protest der Reichsstände; [20.] unterbliebene Ratifizierung des Züricher Abschieds durch die Reichsgesandtschaft, kein Handlungsbedarf seitens der Reichsstände.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 479–483’ (Kop., Überschr.: Antwort der Kff., Ff. und ander stende des Reichs, alhie zu Costenz versamelt, uf röm. kgl. Mt. ansynnen und begern, der freiheit, confirmation, eynung und vertrege halber der Eydgenossen, abermals auch der vollstreckung halber des abschieds, durch kgl. Mt. rete letzst zu Zurich genomen, bescheen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 39’-42’ (Kop., Überschr.: Bewegung der stende uf der kgl. Mt. fryheit, die Eidgenossen betreffen.) = B.

    [1.] /479/ a Erstlich, als kgl. Mt. der versamlung des Reichs stende alhie uf ir undertenig bitt in schriften [Nr. 250] an kgl. Mt. der Eydgenossen freiheit, confirmation, eynung und vertrege [Nrr. 248f.] halber des fordern tags gelangt, wider an die stende des Reichs uß ursachen, durch die rete erzelt, begert und gesonnen hat, inen angezeigt freiheit, confirmation etc. nit mißfallen zu lassen, haben die stende vernomen. Und sind kgl. Mt. in allem dem, inen und dem Hl. Reich icht leidlich oder tunlich ist, underteniglich zu wilfarn wol gemeynt. Sie haben sich aber in anfang dieser sachen, wie auß obangezeigter irer ubergeben bitt zu vermerken, hochlich beswert, befinden Šauch diese sachen nochmals gemeinen stenden und dem Hl. Reich beswerlich und merklich nachteilig auß nachfolgenden ursachen-a.
    [2.] Zum ersten, als im anfangb derselben notel und darnach mehr und sunderlich in irem reverß gemeldt wurdet, das die Eydgenossen kgl. Mt. die ksl. cron uf irer Mt. und des Reichs costen und versoldung erlangen helfen wollen etc., besorgen die stende des Reichs, das /479’/ dieselben wort der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in kunftig zeit grossen nachteil geberen und durch die Eydgenossen ußgelegt und verstanden werden mochten, als solten sie eim röm. Kg. oder Ks. on besoldung zu dienen nit schuldig und vom Reich in dinsten und sonderlich die ksl. cron zu erholen exempt und gefreyet sein, wiewol sie doch von meniglich fur verwandten und undertanen des Reichs geachtet und gehalten, sich auch selbs darfur achten, nennen und erkennen.
    [3.] Item der artikel, anfahend: Ferner, das hinfur kein partey der andern die seinen in burgrecht, schutz, schirm, eynung noch versprechen annemen etc., bedorft, wo er besteen solt, besser erclerung und leuterung, und sonderlich, das die Eydgenossen kein stett, flecken oder commun in ir eynigung, pundnus oder verspruch ziehen oder annemen solten.
    [4.] Item den artikel, den ußtrag betreffend uf die Bff. Costenz, Basel und stadt Costenz, ist kgl. Mt., den stenden, undertanen und zugehorigen des Reichs, die darin mit ußgetruckten worten begrieffen werden, und sonderlich den anstossern merklich beswerlich und pfendlich. Wann gemeyne recht, gewonheit, herkomen und freiheit einem yeden land und wesen /480/ form und maß geben, wie einer den andern in gleichem fall rechtfertigen soll, die auch bißher im Reich, wie sich geburt, geubt und gebraucht sein. Solt nu angezeigter ußtrag besteen, das wurde röm. kgl. Mt., den stenden des Reichs und sonderlich den anstossern ir jurisdiction, alt herkomen, freiheit, brauch und ubung benemen und darumb, als zu besorgen steet, merklich zurruttung und ufrur im Reich geberen.
    [5.] Item ist zu besorgen, das sich die benenten richter solichs richterampts uß vil beweglichen ursachen, die ein yglicher verstendiger nach gestalt dieser sachen selbs wol ermessen mag, zu beladen merklich beswerde und scheu tragen mochten.
    [6.] c Und in sonderheit so bewegen die stende in dem artikel merklich und hochbeswerlich, das sie, ire undertanen oder verwandten solten, wo die Eydgenossen oder ire zugehorigen etc. zu inen zu sprechen zu haben vermeinten, ire ordenlich richter verlassen und den Eydgenossen oder iren zugehorigen fur die Bff. von Costenz, Basel oder stat Costenz nachfolgen. Wann zusampt dem, das solich nachfolgen den stenden und iren undertanen oder verwandten kostlich, auch sunst wider recht und beswerlich, so were doch zu besorgen, das daruß mer unrats wachsen wurde. Und also, wo irgent leichtfertig oder mutwillige personen der stende undertanen oder verwandten weren, den ire herrschaft oder ordenliche richter /480’/ zu richter nit gefielen oder villeicht in erwegung ungerechtigkeit irer sachen sorg hetten, vor iren ordenlichen richtern nichts zu gewynnen, mochten sie darumb den Eydgenossen undertan oder verwandt machen, dadurch sie ursach und fug hetten, diejenen, zu denen sie meynten zu sprechen zu Šhaben, vor den obestimpten richtern irs gefallens zu bemuhen, umbzutreiben und ufs wenigst zu swerem kosten zu bringen-c.
    [7.] Und ob schon die obangezeigten beswerung diss artikels nit fur augen, so were dannoch solicher artikel des ußtrags der kgl. Mt. verwandten und undertanen des Reichs ganz nachteilig und den Eydgenossen vast vorteilig. Dann wo sich begeben, das die Eydgenossen oder die iren ein urteil fur sich behalten, dabey wurden sie sich handhaben und die irs vermogens vollenziehen. Wo aber ein verwandter oder zugehoriger des Reichs ein urteil fur sich erhalten, dem wurde bey den Eydgenossen (als zu besorgen steet) langsam, wenig oder [zu] kein execucion verholfen werden.
    [8.] Item so ist die zeit, nemlich dreyer monat, in solichem ußtrag bestimbt, nit allen sachen gleich oder gemesse und darumb dieser artikel auch beswerlich.
    [9.] Item, als nachfolgend in gemeltem ußtrag gesetzt wurdet, das es bey den erstgesprochen urteiln one alle weigerung, appellacion und ußzug pleiben soll, ist beswerlich, die appellacion ymands abzuschneiden, so doch solichs /481/ ein wehre und defension ist, weliche defension einem yeglichen von dem naturlichen rechten erlaubt ist.
    Ob aber solichs, wie ytzt angezeigt, nit were, als doch ist, so wurde solich freihung im Hl. Reich ein ungleich rechtfertigung geberen. Wann die, so mit den Eydgenossen rechten, wurden laut diss vertrags oder freiheit nit macht haben zu appelliren, wiewol andere im Reich, so sie zwischen inen rechtfertigung ubten, yeglicher nach laut geschriebner recht und des Reichs ordnung zu appellirn macht hett, das dann ein ungleicheit und unschicklicheit im Reich geberen wurde.
    [10.] Item, als in demselben artikel des ußtrags gemeldet wurdet, das sich bede parteien umb alle sachen solichs ußtrags solten benugen lassen, ist zu besorgen, das die Eydgenossen als die, so iren vorteil in allen sachen zu suchen sich fleissigen, geistlich sachen, wiewol die dahin nit gezogen werden sollen noch mogen, auch mit inzuziehen understeen mochten, das den geistlichen sonderlich unleidlich, beswerlich, darzu wider recht und pillicheit were.
    [11.] Item so geschicht in gemeltem ußtrag von malefizhendeln kein anzeige noch meldung, wie die bederseits gerechtfertigt werden sollen, das doch, wo der außtrag einen bestand haben solt, merklich not were. Wann sich die teglich begeben und unvertragen grosse irrung, entborung und mißhellung geberen mochten.
    /481’/ Item, obwol dieser ußtrag die malefizhendel in ime auch begrieff, so ist wol zu achten, wie die Bff.d richter sein oder ir richterampt einem andern bevelhen mochten. Dadurch stunde dieser artikel allweg in irrung.
    [12.] Item, als furter in angezeigter notel gemeldet wurdet, das eynung und vertrag bescheen seyen, inhalt der brief, daruber ußgangen, desselben besweren sich die stende nit unpillich, wo dieselben brief sie und die undertanen des Reichs betreffen, so sie der kein wissens haben.
    [13.] Item, als furter in gemelter freiheit den Eydgenossen bestetigt werden sollen ire privilegia, alt herkomen und gute gewonheit etc., ist auch nit unbeswerlich. Wann Šwiewol solicher artikel nach gemeynem lauf und verstentnus nit ungemeß oder unzimlich were, so steet doch wol zu besorgen, nachdem die Eydgenossen vil unrechtmessiger prauch, ubung und gewonheit haben, das sie sich durch solich confirmacion solicher irer brauch, ubung und gewonheiten berechtigt und gegrundet zu sein furnemen, sich dabey fester handhaben und dadurch die leute noch mer verunrechten wurden.
    [14.] Item, als nu furter die Eydgenossen in angezeigter freiheit des kgl. chamer-, auch hof-, land- und ander gericht gefreyet werden sollen etc., ist beswerlich, ymands fur das chamergericht des Reichs als die letzsten hilf, /482/ wehre und defension zu freien; und sonderlich ein ganze landschaft schneidet ab die wehre und defension naturlichs rechtens, wie obsteet, mocht auch den andern gehorsamen stenden zu widerwillen reychen.
    [15.] Item, als zuletzst in angezeigter freiheit ein pene, nemlich funfzig mark lotigs golds angehenkt, ist zu besorgen, nachdem die Eydgenossen strenge sein, iren vorteil zu handhaben, das sie dadurch leichtlich ursach suchen wurden, die freiheit an inen gebrochen zu sein und dadurch die pene irs teils einzubringen, dadurch dann irrung, ufrur und krieg im Reich erwachsen mochten.
    [16.] Item zum allerhohsten ist kgl. Mt., Kff., Ff. und stenden des Reichs zu betrachten, wo dieser ußtrag, freihung und begnadigung furgang haben oder gewynnen solt, was beschwerung, nachteils und abfals dem Röm. Reich daraus fallen und volgen mocht. Wann dadurch andern stenden und communen ursach und anreyzung gegeben wurde, sich von dem Reich und zu den Eydgenossen zu tun, solicher freiheit sich auch zu freuen und zu geniessen, das dann hochlich zu betrachten ist.
    [17.] Item, wiewol die Eydgenossen undertanen und verwandten des Reichs sein, sich auch desselben erkennen, so mag doch auß der angezeigten begriffen /482’/ noteln an vil orten nit anders verstanden oder vermerkt werden, wann als ob die Eydgenossen vom Röm. Reich gesundert und nit darunder gehorig weren.
    [18.] Zum allerletzsten, so tragen die stende des Reichs des revers der Eydgenossen merklich beswerde, dieweil derselb reverß in seinem eingang, auch in andern artikel etwas capcioß [= verfänglich] und geverlich gesetzt, als einem yeglichen verstendigen wol zu vernemen ist. Und sonderlich, obwol die obangezeigt freiheit dermass gestelt, das die röm. kgl. Mt. und dem Hl. Reich leidlich und annemlich were, so helt doch der angezeigt reverß mynder dann gemelte freiheit. Röm. kgl. Mt. begibt sich auch weiter in irer freiheit gegen den Eydgenossen wann die Eydgenossen in irem reverß gegen irer Mt. Es werden auch die stende des Reichs im selben reverß principaliter mitgenennt, das doch im ingang der freiheit principaliter nit geschicht, als auch die stende nit begeren. Darumb die sachen ganz ungleich sein, davon und aus andern redlichen ursachen die kgl. Mt. aus hoher vernunft selbs wol ermessen mag. So bewegen die stende des Reichs solich sachen kgl. Mt., den stenden und undertanen des Hl. Reichs in allweg beswerlich und nachteilig.
    [19.] e Bitten daruf kgl. Mt. in aller undertenigkeit, diese erzelte sachen und beswerung /483/ auch gnediglich zu bedenken und zu herzen zu furen und sich Šnochmals solicher freiheit, confirmacion und anders obgemelt dem gemeinen Reich zugut zu geben und ufzurichten gnediglich zu enthalten. Ob aber ir kgl. Mt. also weyt in die sachen gangen, das davon nit gewendet werden mocht, als Kff., Ff. und andere stende des Reichs doch nit hoffen, so finden sie doch diese sachen aus den oberzelten und andern mehr redlichen, treffenlichen ursachen, so auch angezeigt werden mochten, inen und dem Hl. Reich also beswerlich und nachteilig, das sie darin nit willigen oder gehellen konnen oder mogen. Bitten auch daruf, sie deßhalb ferrers ansuchens zu erlassen, auch solich ir antwort keiner andern meynung wann irer merklichen notdurft nach gnediglich zu vermerken-e.
    [20.] f Furter, als kgl. Mt. durch ire rete begert hat, den abschied, letzt durch ire rete zu Zurch genommen [Nr. 246], zu vollnstrecken, haben die geschickten potschaft, so von des Reichs wegen nehst uf dem tag zu Zurch gewest sind, die stende alhie bericht, das wiewol sie laut irer instruction, von kgl. Mt. in beysein der stende des Reichs gestelt, nit bevelh gehapt, mit den kgl. reten uf die instruction, so die kgl. rete gehapt, zu handeln, so haben sie sich doch uf bitt der kgl. rete, und auch damit der kgl. rete handlung mit den Eydgenossen nit in zurruttung keme und die Eydgenossen zu den Franzosen, die dann treffenlich alda gewest, /483’/ fielen, bewilligt, mit inen bey der handlung zu sein, von sachen in arguments weise zu reden und zu disputiren, aber alda nichts von der stende wegen in solichem angenommen, zugesagt oder bewilligt, als sie nit zweifeln, der kgl. Mt. rete sie numals wol bericht. Deßgleichen haben auch die kgl. rete in beysein der gemelten des Reichs potschaft nichts bewilligt, angenomen oder zugesagt, auch den berurten abschied on beysein oder in abwesen des Reichs gesandten von den Eydgenossen entpfangen, darumb und so von der stende wegen des Hl. Reichs solichs abschieds halber nichts, wie obsteet, bewilligt, angenommen. So bedunkt die stende on not, solichs abschieds halber ichts von iret wegen zu vollnstrecken-f.1

    « Š1.3.5. Aktionen König Maximilians und der Eidgenossen (Juni/Juli 1507) »

    « Nr. 252 Stadt Basel an Stadt Mülhausen/Elsaß »

    Teilen mit, daß sie den nach Basel entsandten Mülhauser Bürgermeister1 über die Verhandlungen mit dem röm. Kg. und den Reichsständen informiert haben.2 Der Gesandte trug auch auftragsgemäß ihre Bitte vor der pflicht halb, so ir dem Hl. Rich ader einem kunftigen Ks. uf ervolgung der ksl. kron schuldig sind. Ihres Erachtens sollten sie diese Sache bis zur Erlangung der Kaiserkrone [durch Kg. Maximilian] auf sich beruhen lassen. Falls sie danach in dieser Frage behelligt werden sollten, wird Basel nach vermogen geburlicher wise handeln.

    Basel, 25. Juni 1507 (fritag nach Johannis).
    Basel, StA, Missiven A 23, pag. 304 (Kop., Unterz. BM P. Offenburg).
    Druck: Mieg , Politique, S. 53, Nr. 15.

    « Nr. 253 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Bf. Matthäus von Sitten »

    [1.] Schultheiß Niklaus Conrad hat sie über das Wohlwollen des röm. Kg. gegenüber der Stadt, auch über die ihm als Vertreter der Stadt durch den Kg. und den Bf. erwiesene Gnade und schließlich über die ihm gemachte Zusage des Kg. hinsichtlich der obersten Hauptmannschaft unterrichtet. Conrad wollte sich nicht mit diesem Amt belasten, doch wollen sie dem Kg. in dieser Angelegenheit, wie in vielen anderen Dingen auch, willfahren.
    [2.] Sie haben eine Abschrift des kgl. Entwurfs der Gerichtsfreiheit und Konfirmationen für die Eidgenossenschaft [Nr. 227] gesehen. Die Gemeinde hat Gefallen daran gefunden und wurde dadurch bewogen, dem röm. Kg. und dem Hl. Reich zu dienen. Sie wünschen auf der Grundlage des Entwurfs ein eigenes Exemplar der kgl. Urkunde für ihre Zwecke. Bitten ihn außerdem, sich beim Kg. dafür einzusetzen, daß die Zusage der Hauptmannschaft für Conrad eingehalten und ihm ein Bestallungsbrief zugesandt wird. Sie wollen dies um den Kg., das Hl. Röm. Reich und ihn, der mehr als andere das Wohlwollen des Kg. genießt, verdienen.

    Solothurn, 26. Juni 1507 (sampstag nach Johannis baptiste).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 327 (Kop.).

    « Nr. 254 Vereinbarung der Drei Bünde mit Kg. Maximilian »

    [1.] Stellung von 1800 Kriegsknechten durch die Drei Bünde; [2.] Höhe des Solds; [3.] Auszahlungsort für den ersten Sold; [4.] Bestellung von Hauptleuten; [5.] MuŠsterung, Regelung bezüglich des Solds erkrankter oder gestorbener Teilnehmer am Romzug; [6.] Sold der Geistlichen; [7.] Versorgung der Truppen mit Proviant; Mitteilung über den Beginn und die Route des Romzuges; [8.] Auszahlung des Solds für drei Monate; [9.] Auszahlung des Solds am Monatsanfang; [10.] Beilegung von Streitigkeiten unter den Kriegsknechten; [11.] Entschädigung bei Verlusten von Pferden im Gefecht; [12.] Feldzeichen des Bündischen Kontingents; [13.] Doppelsöldner; [14.] Stellung von Saumpferden; [15.] Bestellung der Truppenführer und Bereitstellung der Truppen; [16.] Kontingent freier Knechte; [17.] Unterzeichner; Datum.

    Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 94–94’, 92–93 (Konz., in falscher Reihenfolge abgelegt).

    [1.] /94/ Als unser allergnst. H., der röm. Kg., an die Drey Pund in Churwalhen geworben und begert, irer Mt. zum romzug, a die ksl. cron zu erlangen-a, und wider die, so irer Mt. daran irrung und verhinderung tun wurden, b auch wider meniglich-b achtzehenhundert knecht auf irer Mt. besoldung zuzuorden, haben die Pund solhs in nachfolgender mainung helfen zu volstrecken zugesagt.
    [2.] Anfenglichen, das der sold ainem fueßgenger sey funfthalber rh.fl. des monats, und das alwegs XXX tag fur ainen monat gerechent werden.
    Item ainem geraisigen, der do gerust reitet, auf man und pherd X rh.fl.
    [3.] Item, das die erst bezalung in der stat Furstenauc beschech und daselbsthin all haubtleut beschaiden werden, yeder das gelt auf seine knecht zu emphahen, und auf den tag, so das gelt also ausgeben werde, der sold und monat angange.
    [4.] /94’/ Item, das von den gemelten Dreyen Punden von ydem Pund ein haubtman gesetzt werde.
    [5.] Es sol auch mit guter ordnung gemustert und alwegen versehen werden, das geverd und unrue vermitten blibe. Ob aber ain knecht, oder wer der wer, in zeit seins diensts krank wurde oder absturbe, dem sol alweg sein sold, sovil im des zustat, gegeben und dem haubtman bezalt werden, damit solh sein verordent gelt demnach durch den haubtman seinen kinden, ob er die hette, oder seinen erben geantwurt werde. Ob aber ainer aus dem dienst hinweglafe, dem sol man nichts schuldig sein.
    [6.] Item die priester, so ausgenumen werden, dero sol yeder haben zwifachen sold, namlichen yeder pundshaubtman ain, als das der Pund prauch ist. Und ob sich ander darein vermischen wolten, denen sol man nichts schuldig sein.
    [7.] Item die kgl. Mt. sol mit vleis nach irem besten vermugen ernstlich versehen, das die knecht mit assiger speis, proviand und ander dergleichen narungen werden versehen, desgleichen bey gueter zeit erscheinen, wenn ir Mt. aufsein und welchen weg die ziehen welle, damit man sich darnach wys zu richten. Und die knecht mit etlichem trostlichen geschutz, damit sy versorgt sein, versehen und bewaren.
    Š[8.] /92/  Und so also, wie obsteet, der monat angangen ist und darauf die knecht im namen Gots von haus ziehen werden, das inen alsdan dreyer monat sold zustan und geben werden sollen, ob sy auch gleichwol ee und besunder im ersten monat wider heimkomend. Und ob sy uber drey monat verharren, so sol das gehalten werden, wie obgelutert ist, nemlich all monat eim fuesknecht funfthalben und ainem geraisigen X fl.; und ir sold bis widerumb in ir behausung weren, sy seyen zu ros oder zu fuess.
    [9.] Und der sold der reisigen und fuesknecht sollen alwegen zu angeendem monat bezalt und gericht werden, wie dann das der Pund brauch ist.
    [10.] Und ob ainich klag oder irrung erwuchse, das sol durch die musterherrn, haubtleut und fenreich gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sy gutbedunkt, damit verrer klag werd vorkumen.
    [11.] Und ob ymands redlichen schaden neme, nemlich ob aim in scharmutzen und gefechten ain ros erstochen oder erschossen wird, das dann an biderben leuten, so dasselb ros gesehen und bekent hetten, stunde, was man in zimlichen gescheften darfur geben, und nit das ainer gewalt haben solle, zu haischen, was er wolle.
    [12.] /92’/ Item die knecht sollen bezaichent werden wie kgl. Mt. leute, damit sy ziehen werden.
    [13.] Und so also allenthalb haubtleut, venrich, luttiner und dergleichen toppelsoldner gesetzt, geordent, so werden dieselben darnach mit denen, so kgl. Mt. darzu ordent, ir besoldung halb abkumen und beschaid machen, wie sich das wirt gepurn.
    [14.] d Item der samross halben sollen sy, sofer man fur Meilant ausziehen wirde und die notdurft der lifrung das erhaischet, gehalten werden wie ander Eidgnossen.
    [15.] Und soll yglicher Pund den sein von stund an haubtleut und venrich orden und dieselben gerust mitsampt den knechten, die sy auch ausschiessen sollen, warten, also wann man sy erfordert, das sy aufseyn. Es sol auch dabey zum hochsten verpoten werden, das die knecht sunst nindert hinziehen oder vorlaufen.
    [16.] /93/ Der freyen knecht halben, dieweil den Eidgnossen oft dreyen oder vier orten nit mer dann ain haubtman mit dreihundert knechten zugelassen, ist den von Dreyen Pundene auch ain haubtman mit IIIC knechten zuegelassen. Und man sol sy sunst halten wie die Aidgnossen–d.
    [17.] /92’ [!]/ Und des zu urkunt sein diser zettl zwen in gleichem laut gemacht und durch kgl. Mt. rete der hofcamer anstat kgl. Mt. und durch Hartol Paul1, Lumariser2 f und Claus Beli-f anstat der Pund underschrieben und kgl. Mt. der ein und den Punten der ander ubergeben. Geschehen zu Costenz am XXVII. tag Juni Ao. septimo.3

    « ŠNr. 255  Schultheiß und Rat zu Bern an Kg. Maximilian »

    Sie haben für die Aushebung der auf sie gemäß dem Züricher Abschied entfallenden 600 Mann Vorkehrungen getroffen [Nr. 247, Pkt. 1]. Der Berner Altschultheiß Wilhelm von Diesbach und Hans Rudolf von Scharnachtal werden für Bern mit einer Anzahl von Reisigen am Romzug teilnehmen. Bitten darum, diese Reisigen zusätzlich zu den auf sie entfallenden Fußsoldaten anzunehmen. Der frz. Kg. hat den in seinem Dienst stehenden Berner Hauptleuten und Knechten doppelten Sold bezahlt. Ersuchen ihn deshalb, den Sold ihrer Hauptleute über die vereinbarte Summe hinaus zu erhöhen. Bitten außerdem, eine Anzahl von freien Knechten unter der Führung von drei Hauptleuten zur Vervollständigung des Berner Kontingents in Dienst zu nehmen.1 

    Bern, 28. Juni 1507 (mentag vigilia Petri und Pauli).
    Bern, StA, A III 14, fol. 297 (Kop.).

    « Nr. 256 Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler) an Leonhard von Völs (kgl. Landeshauptmann an der Etsch) »

    [1.] Verhandlungen kgl. Gesandter auf dem eidgenössischen Tag in Schaffhausen; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians und der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Rolle Bf. Matthäus’ von Sitten, französische Intrigen, Zurückhaltung der Eidgenossen gegenüber dem Werben Kg. Maximilians; [4.] Verhandlungen der kgl. und reichsständischen Gesandten auf dem Tag in Zürich, vergebliche Intrigen der französischen Gesandten, voraussichtliche Größe der eidgenössischen Kontingente; [5.] Italienpläne Kg. Maximilians im Zusammenhang mit dem Romzug; [6.] Gegenmaßnahmen der Franzosen; [7.] Vorschläge der Eidgenossen an Kg. Maximilian, Verzögerung notwendiger Entscheidungen über den Romzug durch die Verhandlungen mit den Reichsständen; [8.] erfolgreiche Verhandlungen mit Graubünden über die Stellung von Söldnern für den Romzug.

    Konstanz, 4. Juli 1507.
    Druck: Jäger , Kardinal, S. 59–66.1 

    [1.] Wolgeborener, besonder lb. H., mein sonder willig dienst sein ew zuvor. Ich hab ew am jüngsten von hie aus geschriben und angezaigt, wie ein tag durch gemaine Aidgenossen auf sonntag vocem jucunditatis negstverschinen [9.5.] gen Schaffhausen angesezt und die kgl. Mt. und des Hl. Reichs stende des willens gewesen seyen, ir treffenlich botschaften daselbshin zu schicken und mit gemelten Aidgenossen handeln Šzu lassen. Auf solichs fueg ich weiter zu vernemen, das die kgl. Mt. und des Reichs stende ir treffenlich botschaften auf solichen tag geschickt, darunder mich dann die kgl. Mt. auch verordent. Also haben wir unser werbung an gemain Aidgenossen getan. Und anfenglichen von kgl. Mt. wegen begert, da sy ir kgl. Mt. zu ir Mt. romzug sechstausend knecht under ir Mt. sold und iren panern leihen; zum andern, das sy alle ir knecht, so sy am jungsten dem Kg. von Frankreich zu eroberung der stat Genua zuzuziehen vergunt haben, abvordern und wieder abzuziehen gepieten; zum dritten, das sy ein guete verstendnus mit der kgl. Mt. und dem Hl. Reiche machen und sich des Kg. von Frankreich genzlichen entslagen und als des Hl. Reichs undertanen tun und verhelfen wellen, damit das, so dem Hl. Reich bisher entzogen sey, widerumb darzugepracht und gezogen werde. Darauf haben sy uns zu antwurt geben nach ynhalt ains abschids [Nr. 217], der copey ich euch hiemit zuschick. Und haben die knecht vom Kg. von Frankreich ernstlich abgefordert, das dann der röm. kgl. Mt. wol erschossen ist, aus ursach, das der Kg. von Frankreich nach eroberung Genua nit weiter hat greifen kunden. Solichs abschids hat sich die kgl. Mt. nit benugen wellen lassen, sonder wir und des Reichs stende botschaften haben sovil bey den Aidgenossen gehandelt, das sy all, sovil ir auf solchen tag gen Schaffhausen geschickt gewesen, zu ir Mt. gen Cohstenz persondlichen komen sein.
    [2.] Also hat sy die kgl. Mt. in beywesen der ganzen versamlung des Hl. Reichs für sich ervordert, ir abfordrung ir knecht gedankt und nachmaln durch ir Mt. rete und des Reichs stenden ausschuss mit inen handeln lassen, daz sy ir Mt. solich VIM knecht zu dem romzug vervolgen lassen und ain entliche verstendnus mit kgl. Mt. und dem Hl. Reich machen, wie dann solichs zu Schafhausen an sy begert sey. Darauf sy sich bedacht. Und ist hin und hinwider vil gehandelt worden, aber nichts fruchtpers erlanget worden, dann sy haben alle handlungen und kgl. Mt. begern wider an ir obern bringen wellen. Nachmalen hat sy die kgl. Mt. aber all für sich ervordern lassen und persondlichen ein lange rede zu inen getan und der Franzosen verretereyen und liste angezaigt und dermassen mit inen geredt, daz etwevil gewaint haben und sich warlich hoch gegen kgl. Mt. erpoten. Nach langen handlungen, so die kgl. Mt. und des Reichs stende mit inen getan haben, ist ain abschied [Nr. 224, Pkt. 4–6] gemacht, des copey ich ew auch hiemit zuschick, daraus ain ander tag, auf sonntag nach corporis Cristi [6.6.] zu Zurich kommen, und vervolgt und yezo gehalten worden ist. Dieselben Aidgenossen sein auch durch die kgl. Mt. mit vererungen, als mit silbergeschir, gelt und auslösungen in den herbergen, vast erlichen und wohl gehalten. Und haben sich gar hoch gegen ir kgl. Mt. erboten. Got welle sy in solchem irem gueten willen lang bestetten.2  
    [3.] Der Bf. von Sitten, genannt von Wallis, der handelt zwischen der kgl. Mt., den stenden des Reichs und auch der Eydgenosschaft und helt sich warlich nach gelegenhait des handels nit übel, sonder handelt treulichen in allen sachen und sehe ye gern, das sich die sachen zum pesten schicketen.3  
    ŠAber dabey zaig ich ew an, das die Franzosen mit iren großen practiken nit feyrn, sonder mit iren cronen und gelt strenglich arbaiten, das, so kgl. Mt. handelt und furnymbt, zu widertreiben, dann sy kunden oder mugen solichs nit erleiden.
    Auch daneben merk ich dennoch, das ich besorg, das die Aidgenossen sich hart werden bewegen lassen, aus dem vertrag und pundnus4, so sy mit dem Kg. von Frankreich haben, dringen zu lassen, sonder werden darin beleiben, bis das soliche pundnus ausgeet, das dann in XX monet beschehen soll. Dazu auch, so bedunkt mich, das sy nit wol genaigt sein oder vil lust haben, das sy sich mit dem Reiche vil verpinten, wiewol dasselb mit inen hie ernstlich gehandelt ist und deßhalb ein copey gestellt, wie sich dieselben Aidgenossen verschreiben sollen [Nr. 226], des copey ich ew hiemit zuschick, mitsambt dem abschid, der denselben Aidgenossen hie gegeben ist [Nr. 229], daraus ir lauter und klar vernemen werdeta, wie dieselben handlungen hie zu Costenz bescheen ist und ich ew nit klarer underrichtung tun kann.
    [4.] Auf solichs so hat ir kgl. Mt. und des Hl. Reichs stend zu dem tag gen Zurich verordnet, nemlich den Ebf. von Trier, den Bf. von Triend, den Bf. von Wallis, Gf. Ulrichen von Montfort, H. Ulrich Frh. zu Sachs, H. Peter von Aufsatz, H. Hans von Kunigsegg, Peter von Liebenstein, Eytl Wolf von Stain, Hans von Emerschoven, Hans von Landenberg, Dr. Johann Schad und schultheus von Frankfurt [Johann von Lünen]. Die haben nu treffenlich mit den Aidgenossen gehandelt. Und auf den abschied hie zu Costenz haben VIII ort, nemlichen Bern, Freyburg in Uchtland, Solotorn, Basel, Schaffhausen, Ury, Swytz und Underwalden, den abschid, wie der hie gemacht ist, angenommen und kgl. Mt. zugesagt, die knecht zu irem romzug vervolgen zu lassen. Aber die von Zürich, die von Lucern, die von Claris und die von Zug haben im anfang nit zusagen wellen, und zuletst durch gros practiken sein die von Zurich und die von Claris, auch Zug zugefallen zu den VIII orten. Aber Lucern ist ganz als gut französisch auf irem pösen und harten fürnehmen beliben und anzaigt, daß sy kainem Kg., weder dem röm. oder dem franzosischen, ire knecht zulaufen lassen wellen.
    Aber nicht destmynder, so hat ir kgl. Mt. durch des Bf. von Wallis vleis ain taylung gemacht, daß etwevil zu Lucern, so französisch gewesen, auf kgl. Mt. partey gevallen sein und hoffenlich, ob schon den andern, so französisch sein, nicht gevallen würd, ire knecht laufen zu lassen, das dannoch solichs beschehen möcht. Und auf alle handlung, die zu Zurich bescheen ist, so ist ein abschied verfaßt, wie und in was gestalt die Aidgenossen kgl. Mt. dienen sollen [Nr. 246], und nemlichen, wie es mit besoldung der knecht und in ander weeg soll gehalten werden. Des schick ich ew hiemit ain lauter copey, wie ir sehen werdet.
    Nu ist auf obgemeltem tag zu Zurich des Kg. von Frankreich treffenlich botschaft erschinen und mit hochstem vleis gehandelt, das, so die Aidgenossen kgl. Mt. zusagen, zu widertreiben. Haben sich auch mit ausgeben und erbieten gros gelts und guts nit Šbedaueren lassen, daryn auch unsern herrn Kg. mit grossen lugen und unwahrheit verklagt und verunglimpft und sich vast gemuet. Aber durch schickung des almechtigen Gots so haben die Eydgenossen des Franzosen gelt oder ander sein practiken nit angesehen, sonder stracks auf irem zusagen, so sy kgl. Mt. getan haben, beliben und der Franzosen gelt warlichen nit nemen wellen. Und auf solichs haben sich die Franzosen so hart bekümbert und mit wainaten augen die Aidgenossen gebeten, sich in keinen weeg wider den Kg. von Frankreich bewegen zu lassen. Darauf so hat der tag zu Zurich sein endschaft gehebt und all botschaften von Aidgenossen ain jeder widerumb anhaim gezogen und den abschied anhaim bracht. Und kann nit anders versteen, dann das die Aidgenossen wol zufriden seyn. Und auf solchs so fahen dieß Aidgenossen an und schiessen aus hauptleut, waybl und vendrich, auch die knecht bis in die VIM, und H. Ulrich Frh. zu Sachs wird derselben sechstausend obrister hauptman. Noch mer, so wirt ir kgl. Mt. freyer knecht von der Eidgenossenschaft bis in zweytausend annemen; die wirt ir Mt. mit hauptleuten und andern emptern besezen nach irer Mt. gevallen. Damit so werden der Schweizer achttausend. Der Bf. von Wallis soll aus seinem Bm. auch tausend laufen lassen. Deßgleichen, so haben sich die Grauen Pund in Churwalhen auch verwilligt XVIIIC knecht [Nr. 254]. Damit, so were die anzal von Aidgenossen, Grauen Pundnern, auch Wallisern zehentausend-VIIIC.
    Ich acht und glaub, daß ir mit dem zulauf wol bis in XIIM werden. Und acht darfür, daß kgl. Mt. ain monad auf die all mitsambt topplsolden und ander ausgab wol LXM fl.rh. haben müsse. Dann es ist der zufall so gar gros, daß davon nit zu schreiben ist. Aber ich acht darfür, wo der handel fürgang gewynn, es werde solhes alles herwider tragen.
    [5.] Nu were swer und kgl. Mt. nit wol tunlich, sollt ir Mt. die Aidgenossen mit so grossen costen allain umb der ksl. cron willen aufwegig machen. Das fundt ir Mt. bey niemands im rat, were auch ir Mt. in kain weeg zu tun. Aber darbey bericht ich ew in großer gehaim und auch aus bevelh kgl. Mt., daß ir solhs bey ew beleiben wellet lassen, daß kgl. Mt. des willen ist, am hineinziehen Mayland zu gewinnen und den Kg. von Frankreich gar an [!] Italien zu jagen, darzu auch die ungehorsamen Ff. und communen in Italia zu strafen und zu gehorsam zu bringen.
    Aber daß ir Mt. den Aidgenossen diser zeit solhs sollt anzaigen, das ist nit zu tun. Dann sy würden solhs, ee sy auszugen, nicht zugeben, aus ursachen, daß der bericht, so sy mit dem Kg. von Frankreich haben, noch zwenzig monet werdet und sy vermain nit schuldig zu sein, dem röm. Kg. wider den Kg. von Frankreich zu dienen. Aber nicht destmynder, so ist mit den treffenlichisten Aidgenossen davon geredt in ainer gehaim, und kan wol merken, daß sy den handel etwas versteen, das man weiter welle mit inen fürnemen, dann allain die ksl. cron zu holen. Und bedunkt mich, das nit mangel werde sein, wo man sy in das veld bringt, das sy werden understeen, Mayland helfen zu erobern. Dann ich acht, sy werden solhs auch nit umbsonst tun, wann in ist ein merklich guet deßhalben von kgl. Mt. versprochen in ghaim, und nemblich in dem Hm. Mayland. Bedunkt mich, dasselb welle ine wol smekhen. Die Aidgenossen haben in allen ortern ire hauptleut, venderich und ander empter erwelt und besetzt mit personen, die dann auch treffenlich sein und kgl. Mt. wol angenem.
    Š[6.] Aber dabey zaig ich ew an, daß der Kg. von Frankreich nit feyrt, sonder untersteet, sich nach seinem hechsten vermugen mit gelt und sonst zu weren. Aber es steet noch wol, und beleiben vast auf dem abschied zu Zurich, wiewol dannocht kgl. Mt. damit gedrengt wirdet, das ir Mt. neben der hand merklich gelt muß ausgeben und vereren. Dann da ist kain aufhören, sonder täglich zureiten und bitten und begeren auf disen tag, daß kgl. Mt. ain merkliche suma gelts bar hinweg geschickt, allain die leut zu underhalten und zu vereren, bis ir Mt. den nechsten zug fürnemen mag. Auf heut datum sind kgl. Mt. glaublich schriften5 komen, das Frankreich mit grossem vleis ainen tag zu Sweytz erlangt hat und daselbst die kgl. Mt. hoch und merklich verunglimpft und alles das fürgenumen, das inen müglich ist gewesen, den handel zu irren, darzu auch grosses gelt ausgeben, aber ye nichts sonders erlangen mügen. Und als die Franzosen dasselb gesehen, haben sy den Sweytzern vast gedraut, der maynung, sich des röm. Kg. und auch der Sweizer zu erweren.
    [7.] Aber es hat bey den Sweytzern den Franzosen nit vil frucht bracht. Die Sweizer dringen hart darauf, das kgl. Mt. solchen zug fürderlichen und bald solt fürnemen, dann solhs für sein kgl. Mt. merklich sein soll. Aber daneben wirt alzeyt gedacht, das sy solhs vil umb ires aigen nutz wegen tun. Weiter zaigen die Aidgenossen kgl. Mt. an, das fruchtper und guet were, daß ire kgl. Mt. zu unser lieben Frauen gen Einsidel kirchferten ziehen soll, den gemainen mann anzusprechen. Was aber ir kgl. Mt. tun wurdet, kann ich noch derzeit nit wissen. Ir kgl. Mt. wais auch noch auf diesen tag nicht, auf was zeit und wie ir kgl. Mt. iren romzug furnemen wurdet, dann ir kgl. Mt. muß sich zuvor mit den stenden des Hl. Reichs underreden und besliezzen, wie ich ew dann deshalben in kurzen weiter zuschreiben und berichten will.
    Wann der handel noch bey des Reichs stenden nit gar entslozzen oder das, so die notturft ervordert, genzlichen fürgenommen ist. Versich mich aber, das solhs fürderlichen beschehen werd.
    [8.] Ferrer fug ich ew zu vernemen, das die kgl. Mt. bey den Grauenpundnern in Churwalchen hat handeln lassen, daß dieselben ir Mt. mit XVIIIC knechten zu dem romzug dienen wellen. Darauf haben sy ir botschaft zu kgl. Mt. hieher geschickt mit erbietung, daß sy ir Mt. solich knecht leihen und ir Mt. damit den romzug tun; und ob yemands ir Mt. daran irre[n] wurd, daß sy ir Mt. wider meniglich, nyemands ausgenumen, dienen wellen, dann sy mit dem Kg. von Frankreich nichts zu tun haben wellen; doch daß sy mit dem sold und in ander weg gehalten werden wie die Aidgenossen. Darauf hat sich die kgl. Mt. mit inen vertragen, wie ir dann in der eingelegten abred und abscheid [Nr. 254] aigentlich vernemen wirt. Darauf sein die von Punten also abgeschaiden, sich zu rüsten und kgl. Mt. inhalts ires abschids zu dienen.
    Das alles hab ich ew dieser zeit nit wellen verhalten und wil ew gar bald und fürderlichen weiter und mer gelegenheit des tags und auch anders zuschreiben. Darauf tue ich mich ew hiemit bevelhen. Datum Costenz am IIII. tag des monads July Ao. etc. im sybenden.  Z. v. Serntein p[er] m[anum] p[ropriam].

    « ŠNr. 257   Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich »

    Er hat glaubwürdigen Bericht erhalten, daß etliche Personen bei ihnen Knechte anwerben und wegführen, was seinen Romzug behindern könnte. Ersucht sie, die Werber zu verhaften, um Schaden und Nachteile für ihn wie auch die Stadt zu verhüten.

    Konstanz, 6. Juli 1507.
    Zürich, StA, A 176.1, Stück-Nr. 42 (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 258 Kredenzbrief Kg. Maximilians für Gesandte zu Schultheiß und Rat der Stadt Solothurn »

    Akkreditiert den kgl. Rat Hans von Landenberg und den kgl. Kaplan Konstanz Keller1 als Gesandte.2 

    Konstanz, 8. Juli 1507.
    Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 127–128 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 259 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    Forderung der Gesandten aus Schwyz und Glarus nach Beschlußfassung über eine neue Pensionenordnung.

    Zürich, 11. Juli 1507 (sonntag vor Margrete). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 191–191’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 192–193 (Kop.) = B. Luzern, TA 4, fol. 294–294’ (Kop.) = C. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 159–160 (Kop.).
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 280, S. 385.

    [Forderung des Hans von Baldegg]1. Es weistd ouch jeder pot, wie unser getruw, lb. Aidgnossen von Schwitz und Glarus anzogen habent die reden, so sich haltent der zweyer Kgg. halb, also das einer franzosisch, der ander röm. kungisch sin wöll; und das gut were, wiewol man sich bißhar zu vergangenen tagen der pensionen und reyßloufenden knecht halb zu menigem mal underredt und doch kein endlich antwurt gegeben hab, das man sicha nochmaln zum furderlichsten beriete und entslusse, ob Šman die verkomnuß2, deßhalb gemacht, halten, die abtun oder wie man sich darin halten wöll. Es wurde beschlossen, daß die einzelnen eidgenössischen Orte bis zur nächsten Tagsatzung diesbezüglich eine verbindliche Entscheidung treffen sollen. [b Gefangenschaft Hans Ulrichs von Pfirt in Mülhausen-b].

    « Nr. 260 Niklaus Conrad (Schultheiß zu Solothurn) an Kg. Maximilian »

    Er hat dem Solothurner Magistrat das kgl. Schreiben1 vorgelegt. Der Rat trägt an den Aktivitäten Hans Kisslings und anderer kein Gefallen und hat den Solothurner Knechten gemäß dem Züricher Abschied unter Androhung harter Strafen das Reislaufen ohne seine vorliegende Genehmigung untersagt. Die Ratsherren haben keinen Zweifel daran, daß dieses Verbot eingehalten wird. Sie werden im übrigen versuchen, Kisslings, der sich bisher in Luzern und Baden aufgehalten hat, habhaft zu werden; dessen Anwerbungsversuche werden wohl ohnehin erfolglos sein. Solothurn wird den Züricher Abschied vollziehen und dem Kg. – wie er, Conrad, auch selbst zugesagt hat – so dienen, daß er damit zufrieden ist. Bittet, ihm seinen Bestallungsbrief zuzusenden und ihn bei dem ihm zugesagten platz bleiben zu lassen. Er weiß sich dann um so besser zu rüsten und kann ihm bei den Eidgenossen besser dienen als mancher andere. Um die Hauptmannschaft geht es ihm dabei weniger. Er und die übrigen Ratsherren hoffen, daß der Romzug bald stattfindet.2

    s.l., jedoch Solothurn, 14. Juli 1507.
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 356 (Kop.).
    Druck/Regest: Gagliardi , Anteil I, S. 671 Anm. 124.

    « Nr. 261 Verschreibung Kg. Maximilians für Bf. Matthäus von Sitten »

    Er hat Bf. Matthäus von Sitten zugesagt, von diesem benannten bfl. Untertanen in Sitten und im Wallis jährliche Pensionen von insgesamt 2000 Dukaten aus dem Einkommen des Hm. Mailand zu verschreiben, sobald er das Hm. und die Gft. Pavia erobert und in Besitz genommen hat.1

    ŠKonstanz, 23. Juli 1507.
    Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 119 (Konz. mit ex.-Verm.).
    Regest: Büchi , Korrespondenzen I, Nr. 95, S. 72.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/II13/pages

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    Anmerkungen

    1
     Erneuerung der zwischen Ehg. Sigmund von Tirol und den Eidgenossen am 11.6.1474 abgeschlossenen Einung durch Kg. Maximilian qua Ehg. von Österreich und die Kantone Zürich, Bern, Uri und Unterwalden am 31.10.1500 (Kop. Zürich, sambstag allerheiligen abent; StA Basel, Österreich A 2, unfol.; Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 4, S. 1290f.; Regest: Wiesflecker , Regesten III/2, Nr. 14560, S. 932, mit weiteren Nachweisen).
    2
     Gemeint ist der Basler Friede vom 22.9.1499 (Druck: Eidgenössische Abschiede  III/1, Anhang Nr. 35, S. 758–762).
    1
     Die eidgenössischen Orte hatten am 21.7.1503 den sogenannten Pensionenbrief (Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 1314–1316, Beilage Nr. 10) verabschiedet, wonach die Annahme von Pensionen durch Einzelpersonen untersagt und für den auswärtigen Solddienst die Genehmigung der Magistrate sowie der Tagsatzungsmehrheit verlangt wurde. Der von zehn Orten verabschiedete Beibrief vom 30.8. (Druck: ebd., S. 241f.) machte auch auswärtige Bündnisse von der Genehmigung durch die Tagsatzung abhängig ( Feller , Geschichte I, S. 503; Stettler , Eidgenossenschaft, S. 268; Körner , Pensionendebatte, S. 193f., 201).
    2
     Der Bundesschwur wurde am 11.7.1507 in Basel erneuert. Vgl. Bernoulli , Chroniken, S. 88–91.
    1
     Bericht des Solothurner Kontingents in der Lombardei an Solothurn vom 29.4.1507 (Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 367).
    2
     Aus einem nicht vollzogenen, mit Hinsicht auf das Vorgehen der Adressaten deutlich kritischeren Entwurf des Schreibens (Kop., s.d.; StA Solothurn , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 343) geht hervor, daß die kgl. Gesandtschaft am 4.5. in Solothurn vorstellig wurde. Bezüglich des RT heißt es darin: Und ist der röm. Kg. zu Costenz und halt da ein gemeinen Rychs tag mit den Ff. des Rychs, den rychstetten und vast vil volks. Was aber daruß wirt, mugen wir nit wussen.
    1
     Gemäß dem Datum des Kredenzbriefes [s.u. Anm. 3].
    2
     Das Kollationsexemplar [E] ist die korrigierte Abschrift einer weiteren Fassung dieses Stücks in der Brandenburg-Ansbacher Überlieferung (Kop.; StA Nürnberg, ARTA 8, fol. 243–248’).
    3
     Kredenzbrief bzw. Vollmacht der in Konstanz versammelten Reichsstände für Thomas Rüdt von Collenberg (Kurmainzer Hofmeister), Eitelwolf vom Stein, Peter von Aufseß (Propst zu Camberg, Domherr zu Würzburg), Hans von Emershofen (Amtmann zu Aichach) und Johann von Lünen, genannt Mohr (Schultheiß zu Frankfurt) als Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen, Konstanz, 10.5.1507 (Kop., montags nach vocem jocunditatis; HHStA Wien, MEA RTA 3a, fol. 414’). Zu den Verhandlungen wegen der Vollmacht vgl. Nr. 634 [Pkt. 1].
    4
     = (als Lohn) verdienen, erwerben ( Grimm , Deutsches Wörterbuch III, Sp. 697; Lexer , Mittelhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 606).
    5
     Vgl. Nr. 19, Anm. 3.
    6
     = Wachstum, Zunahme, Erhöhung ( Grimm , Deutsches Wörterbuch I, Sp. 766, s.v. Aufung; Lexer , Mittelhochdeutsches Wörterbuch II, Sp. 1710, s.v. ufen/uffen).
    7
     Hagenauer Vertrag vom 4.4.1505, § 7 (Regest: Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 75, hier S. 224). 
    8
     Vgl. Nr. 148, Anm. 51. 
    9
     Nachweis:  Liebs , Rechtsregeln, Nr. C 23, S. 45.
    10
     Vgl. Nr. 148, Anm. 53.
    1
     Datum der eidgenössischen Antwort an die Reichsgesandtschaft [Nr. 218, Pkt. 2] und Vermerk auf dem Glarner Exemplar.
    2
     Siehe Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 273 (Pkt. a-f).
    3
     Die Schaffhauser Versammlung befahl den eidgenössischen Kontingenten im Dienst Kg. Ludwigs mit Ausschreiben vom 13.5. unter Androhung schwerer Strafen die unverzügliche Heimkehr: So aber daruß in allen unsern landen, lut und gebieten merklich reden gebrucht werden und wir mit denselben achten nü hinfür nit bessers, dann das ir uch den nechsten haimfügen, dardurch swer irrung, mißhell und unfüg unser aller zu verkommen (Kop. Schaffhausen, uf dem hl. uffart tag; StA Zürich, B VIII 84, fol. 179–179’; StA Basel, Eidgenossenschaft E 1, fol. 145–146; LA Glarus, Z IV 3.2, Stück-Nr. 78; StA Luzern, TA 4, fol. 277–277’; StA Schaffhausen, Tagsatzung 1507, unfol. Druck: Zellweger , Urkunden II/2, Nr. DCXLVI, S. 415f.). Schultheiß und Rat der Stadt Bern bekräftigten gegenüber ihrem Kontingent am 17.5. unter Bezug auf den Schaffhauser Beschluß noch einmal den Befehl zur Heimkehr (Kop., mentag vor dem hl. pfingstag ; StA Bern, A III 14, fol. 286’).
    4
     In den Eidgenössischen Abschieden  III/2, S. 372, folgt als Pkt. i die Aufforderung an die Appenzeller, ihre Knechte unter Strafandrohung aus der Lombardei zurückzurufen (Regest: Appenzeller Urkundenbuch  I, Nr. 1553, S. 679). Diese Bestimmung fehlt in den vorliegenden Überlieferungen A-E. Laut dem Exemplar in der Tschudischen Sammlung galt die Aufforderung auch dem Abt von St. Gallen (LA Glarus, Z IV 3.2, Nr. 78c). Dort schließt sich unter Stück-Nr. 78d-e eine Auflistung der von Abt Franz dem frz. Kg. zur Verfügung gestellten 157 Knechte an. Laut einem Vermerk am Ende des Stücks kehrte das St. Galler Fähnlein nach der Eroberung Genuas heim und traf am 16.5. in Wil ein ( Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 372 Anm. g).
    5
     Zur Legation Giovanni Morosinis in die Schweiz vgl. Rott , Histoire I, S. 156.
    1
     Gemäß dem Hinweis in Pkt. 2.
    2
     Vgl. Nr. 45, Anm. 4.
    3
     Vgl. die Deklaration Friedrichs III. vom 31.12.1474 (lat. Druck: Léonard , Recueil I, S. 175). Später befahl der Ks. den Eidgenossen allerdings die Aufkündigung dieses Bündnisses ( Niederstätter , Urkunden, Nr. 141).
    4
     Liegt nicht vor.
    1
      Ibler  (König, S. 50 Anm. 3) datiert, Janssen  (Reichscorrespondenz, S. 709 Anm.) folgend, auf den 17.5.
    2
     Ein weiteres Exemplar in der Dresdner Überlieferung wurde irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inseriert (HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 2–81, hier 27–28).
    1
     Der Memminger Kaufmann Konrad Vöhlin berichtete am 21.5. nach einer Unterredung mit Konrad Peutinger, daß die Eidgenossen für den kgl. Romzug 6000 Knechte zugesagt hätten (K. Vöhlin an J. Besserer, eh. Or. [Augsburg]; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.).
    1
     Vgl. Nr. 148 [Pkt. 7]. Die dortige Wiedergabe stimmt mit dem vorliegenden Exemplar nur sinngemäß überein.
    1
     Vgl. Nr. 148 [Pkt. 8].
    1
     Die Woche vor Pfingsten dauerte eigentlich bis zum 22.5. Die eidgenössischen Gesandten reisten jedoch bereits am 20.5. wieder aus Konstanz ab [Nrr. 642, Pkt. 2; 722, Pkt. 11]. Das RT-Protokoll [Nr. 148, Pkt. 11] legt ebenfalls diesen Abreisetermin nahe. Den 20.5. nennen auch Gagliardi  (Anteil I, S. 660 Anm. 105) und Ibler  (König, S. 53), während Kohler  (Suisses, S. 67f. Anm. 2) aufgrund der obigen Datierung vom Verbleib der Gesandten bis zum 22.5. ausgeht. Der diesmal anscheinend schlecht informierte venezianische Gesandte Querini kündigte die Abreise der Schweizer gar erst für den 23.5. an [Nr. 670, Pkt. 1].
    2
     Kapfmann verpflichtete sich nach dem Konstanzer RT, mit drei Pferden am Romzug teilzunehmen, wobei die Eidgenossenschaft von der Dienstpflicht ausgenommen war (Konz., act. Konstanz, 28.8.1507; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1507), fol. 85).
    3
     = Sam(e)nung: Versammlung, Aufgebot von Truppen ( Schweizerisches Idiotikon  VII, Sp. 918–920).
    4
     Am 26.5. befahlen aufgrunddessen Schultheiß und Rat zu Bern den Gemeinden im Berner Oberland, das weitere Reislaufen zu unterbinden (Kop., mittwuchen nach Urbani; StA Bern, A III 14, fol. 289; RM, A II 60, RM 134, pag. 116; Gagliardi , Anteil, S. 664 Anm. 113; Kohler , Suisses, S. 92f. Anm. 3).
    5
     = Melchior zur Gilgen (HBLS III, S. 514; Gilgen , Ritter, S. 207 Anm. 3).
    1
     Laut Nr. 148 [Pkt. 9].
    1
     Gemäß Datumvermerk in G [s.u. App. m] und Erwähnung im Bericht Querinis vom 22.5. [Nr. 670, Pkt. 1]. – Pkt. 4 war in der am 20.5. den eidgenössischen Gesandten mitgegebenen Fassung nicht enthalten. Auch die Passage: und auch bey unsern freiheiten, guten gewonheyten und altem herkomen, fehlte darin. Vgl. die Instruktion Basels zum Züricher Tag [Nr. 232, Pkt. 2].
    2
     In der Solothurner Überlieferung (ebd., pag. 97–98) befindet sich ein weiteres, mit [E] übereinstimmendes Exemplar.
    3
     Verweis auf den Einungsbrief vom 31.10.1500. Vgl. Nr. 212, Anm. 1.
    1
     Gemäß Nr. 722 [Pkt. 11]. Ebenso Ibler , König, S. 53.
    1
     Zwar trägt das Basler Exemplar den Datumvermerk 23.5., doch spricht alles dafür, daß die eidgenössischen Gesandten bereits am 20.5. aus Konstanz abgereist sind [vgl. Nr. 224, Pkt. 1] und der Abschied deshalb an diesem Tag ergangen ist.
    1
     Die Instruktion wurde von Kg. Maximilian entworfen und von den Reichsständen bewilligt [Nr. 251, Pkt. 20 von kgl. Mt. ... gestelt]. Vgl. auch Nr. 164 [Pkt. 2].
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Schreibfehler, richtig: Peter, der 1504 und 1508 Landammann zu Obwalden war (HBLS VII, S. 567).
    2
     Praroman war auch in einer eigenen Angelegenheit auf dem Züricher Tag anwesend. Laut einem Schreiben von Schultheiß und Rat des Ortes Fribourg an die Tagsatzung machten deren Vertreter dort auch eine Schuldforderung der Praroman (Peroma) gegenüber Kg. Maximilian geltend und legten entsprechende Dokumente vor. Die Tagsatzung wurde gebeten, die Angelegenheit bei den kgl. Gesandten zur Sprache zu bringen (Or., uf den andern tag brachetz [2.6.]1507; StA Zürich, A 243.1, Stück-Nr. 42). Es ging dabei um eine von Ehg. Sigmund von Tirol herrührende Schuld gegenüber Anton von Praroman und seinen Brüdern. Vgl. den Abschied zu Basel zwischen Vertretern Kg. Maximilians und der Eidgenossen vom 19.1.1501 ( Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 42, S. 90, Pkt. e).
    3
     Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 379, Pkt. a. Vgl. zu dem Vorgang Scheiwiler , Kirchenstreit, bes. S. 90–97.
    4
     Kredenzbrief Kg. Ludwigs von Frankreich für den Bf. von Rieux Pierre Louis de Valtan, Philippe de Roquebertin (Statthalter von Piacenza), Giovanni Morosini (kgl. Finanzbeamter im Hm. Mailand), Gerolamo Morone (kgl. Fiskaladvokat im Hm. Mailand) und Johann Nussbaumer ( Rott , Histoire I, S. 157 Anm. 1). Morone hielt sich allerdings am 7.6. noch in Pavia auf (ebd., S. 158 Anm. 2). Rieux, Roquebertin und Morosini waren zusätzlich als Gesandte u.a. nach Glarus bevollmächtigt (Or. Perg. m. S., Gegenz. F. Robertet, 28.5.1507; StA Zürich, B VIII 272, Stück-Nr. 61). Anshelm  (Chronik, S. 11) nennt als weiteren Gesandten den kgl. Sekretär Guillaume de la Mare (Marche). Laut Rott  (Histoire I, S. 160) nahm Mare jedoch erst im Okt. 1507 an einer Gesandtschaft zu den Eidgenossen teil.
    5
     Vgl. Nr. 154, Anm. 20.
    6
     Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 379, Pkt. c.
    7
     Der Rottweiler Gesandte war außerdem beauftragt, für den Abschluß einer Einung zwischen dem röm. Kg. und den Eidgenossen zu werben (Instruktion Rottweils für Gesandten zum Züricher Tag vom 6.6.1507 (Kop., sontag nach corporis Christi; HStA Stuttgart, B 203, Bü. 13, unfol.).
    8
     Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 380, Pkt. e.
    9
     Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 380, Pkt. f. Vgl. Schuster , Stadt, S. 294f.
    10
     Vgl. Nr. 154, Anm. 6.
    11
     Richtig: Großonkel.
    12
     Gemäß Heiratsvertrag vom 22.9.1504 (Druck: Léonard , Recueil II, S. 26–29, hier 27f.; DuMont , Corps IV/1, Nr. XXIX, S. 56–58, hier S. 57 [„Et casu quo ... posset habere.“]. Vgl. Richter , Beziehungen, S. 107; Wiesflecker , Maximilian III, S. 129). Im Lehenbrief Kg. Maximilians für Kg. Ludwig von Frankreich über das Hm. Mailand (Hagenau, 7.4.1505; Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 86, S. 237f.) fehlt ein entsprechender expliziter Passus; er findet sich dafür in der mailändischen Eventualbelehnung für Kg. Philipp von Kastilien als Vormund seines Sohnes Karl (Hagenau, 7.4.1505; ebd., Nr. 87, hier S. 239).
    1
     = Verzögerung, Aufschub (Deutsches Rechtswörterbuch I, Sp. 972f.; Anderson/Goebel/Reichmann , Frühneuhochdeutsches Wörterbuch II, Sp. 819).
    2
     Liegt nicht vor.
    1
     Es handelt sich um eine überarbeitete Version der Weisung, vermutlich mit dem Zweck zur Vorlage als kgl. Verlautbarung zumindest an einige der in Konstanz versammelten Stände. Auffällig ist jedenfalls, daß das Stück nur in der Überlieferung der habsburgtreuen Mgff. von Brandenburg-Ansbach vorliegt. Im Brandenburger Exemplar fehlen alle Textelemente, die es als kgl. Schreiben ausweisen; der Kg. steht hier in der dritten Person. Geändert wurde außerdem der Aufbau: Die frz. Vorwürfe gegen Kg. Maximilian sind in einer eigenen, mit A-F numerierten und zu diesem Zweck unwesentlich umformulierten, jedoch inhaltlich weitgehend mit A übereinstimmenden Liste vorangestellt, dann erst folgt die durch alphanumerische Zählung (A-F) zugeordnete Gegendarstellung zu den einzelnen Punkten. Die Kollationierung erfaßt nur wesentliche Abweichungen, nicht jedoch geringfügige Umformulierungen oder die Konsequenzen für Satzbau und Grammatik infolge der Übertragung der 1. (Absender Kg. Maximilian) und 2. Person (Adressat Bf. Georg von Trient) in die 3. Person.
    2
     Geheimvertrag zwischen Kg. Maximilian und Kg. Ludwig von Frankreich über einen Angriff auf Venedig, Blois, 22.9.1504 [Nachweise s. Nr. 23, Anm. 2].
    3
     Vgl. Nr. 154, Anm. 20.
    4
     Heiratsvertrag zwischen Hg. Karl von Luxemburg und Prinzessin Claudia von Frankreich, Blois, 22.9.1504 [Nachweise s. Nr. 148, Anm. 48].
    5
      Hgin. Viridis, geb. Visconti (gest. 1414), war die Gemahlin des in der Schlacht bei Sempach 1386 gefallenen Hg. Leopold III. von Österreich und somit Urgroßmutter Maximilians I.
    1
     Laut Nr. 241 [Pkt. 1].
    2
     verfallen: durch Sturz umkommen ( Schweizerisches Idiotikon  I, Sp. 755f. (1)).
    1
     Laut Nr. 245 [Pkt. 1].
    2
     Laut Nr. 231 [Pkt. 4] handelte es sich um den Kurmainzer Vertreter Peter von Liebenstein. Zur Zeit des eidgenössischen Tages in Zürich war von den Kff. nur Ebf. Jakob von Mainz persönlich in Konstanz anwesend.
    1
     Laut Nrr. 242 [Pkt. 1], 245 [Pkt. 1].
    1
     Laut Nr. 245 [Pkt. 1].
    1
     Laut Nr. 245 [Pkt. 1].
    1
     Über die Einigung mit den Eidgenossen informierte Kg. Maximilian auch seine Tochter Margarethe. Die niederländische Statthalterin berief weisungsgemäß einen Ständetag nach Mecheln ein, auf dem das Abkommen am 19.7. vorgetragen wurde. Die Stände lehnten indessen die geforderte Steuer zur Finanzierung eines Krieges in Geldern und zur Grenzsicherung anfänglich ab. Erst nach mehrwöchigen Verhandlungen bewilligten sie am 22.8. 200 000 Dukaten ( Gachard , Collection, S. 470–472; Duncker , Fürst, S. 12; Kalsbeek , Betrekkingen, S. 64f.; Königsberger , Margarethe, S. 26).
    1
     Ausschreiben Berns an die Stadt- und Landgemeinden vom 14.6. (mentag vor Viti und Modesti; StA Bern, A III 14, fol. 290’; Gagliardi , Anteil, S. 665 Anm. 114); Ratsbeschluß vom 14.6. (montag nach Methardi; StA Basel, A II 60, RM 135, pag. 16).
    2
     Ratsbeschluß vom 18.6. (fritag vor XM martirum; StA Bern, A II 60, RM 135, pag. 24; Gagliardi , Anteil, S. 669 Anm. 116).
    3
     Ausschreiben Berns an die Stadt- und Landgemeinden vom 25.6. (Kop., fritag nach Johannis baptiste; StA Bern, A III 14, fol. 299’-300. Nicht vollzogenes, jedoch sinngemäß mit dem ausgegangenen Ausschreiben übereinstimmendes Konzept vom 23.6.; ebd., fol. 296).
    4
     Ratsbeschluß vom 16.6. (mitwuchen nach Viti und Modesti; StA Solothurn , Ratsmanual 1503–1520, A 1,9, pag. 98). Vgl. Gagliardi , Anteil I, S. 670f.
    5
     Beschluß des Großen und Kleinen Rates vom 19.6. (sambstag sanguinis miraculosi; StA Basel, Ratsbücher B 2, fol. 35’).
    6
     Ratsbeschluß vom 30. Juni (mitwoch nach St. Peter und Paulus tag; StA Zürich, B II 41, pag. 4).
    7
     Ausschreiben des Abtes Franz von St. Gallen an Vogt, Ammann und Gemeinde von Gossau vom 25.6.1507 (Konz., fritag nach St. Johanns tag des töiffers; StA Zürich, B VIII 272, Stück-Nr. 42). Zu dieser Zeit hielt sich der St. Galler Hauptmann Jakob von Hertenstein in Konstanz auf, wie ein Lehenbrief Kg. Maximilians als Ehg. von Österreich für diesen belegt (Or. m. S. Konstanz, 25.6.1507; StA Basel-Landschaft, Urk. Nr. 737).
    8
     Ausschreiben, hier an die Stadt Sitten, Sitten, 15.7.1507 (Druck: Imesch , Landrats-Abschiede I, Nr. 33, S. 109f. Büchi , Kardinal I, S. 109).
    1
     Gemäß Nr. 250 [Pkt. 1]. Vgl. allerdings Nr. 249, Anm. 1.
    1
     Gemäß Nr. 250 [Pkt. 1]. Ebenso Ibler , König, S. 58. Allerdings berichtete der Frankfurter Gesandte Johann Frosch bereits am 18.6. anscheinend über diesen kgl. Entwurf [Nr. 643, Pkt. 4]. Jedenfalls ist kein anderes Stück überliefert, das den Vorbehalt über die Reichsrechte an Basel und Mülhausen enthält.
    2
     Laut nachträglich eingefügtem Datumvermerk in B [App. n]. Entweder ist diese Datumsangabe irrig – B fungierte eindeutig als Konzept für die in A wiedergegebene Fassung – oder, was wahrscheinlicher ist, die Urkunde wurde von Kg. Maximilian ungeachtet des Widerspruches der Stände [Nrr. 250f.] nach Ende des RT in Vorbereitung auf den eidgenössischen Tag in Zürich [vgl. Nr. 911, Pkt. 3] ausgefertigt.
    3
     Das Konzept ist teils zusammengestückelt, teils in der falschen Reihenfolge abgelegt.
    4
     Friede von Basel, 22.9.1499 (Druck: Eidgenössische Abschiede  III/1, Anhang Nr. 35, hier S. 760f.).
    1
     Zu den weiteren RT-Verhandlungen bezüglich der Eidgenossen siehe Nrr. 181 [Pkt. 2/5], 183 [Pkt. 2/5], 184 [Pkt. 1/4], 185 [Pkt. 4], 203 [Pkt. 5], 205 [Pkt. K], 206 [Pkt. K], 209 [Pkt. 1], 210 [Pkt. 1].
    1
     In Frage kommen Hans Ulrich Karrer (Bürgermeister von 1494–1524), Hans Köbelin (1498–1509), Werner Wagner (1504–1524) und Lorenz Jordan (1506–1515) ( Meininger , Organisation, S. 96, 100f.).
    2
     Mit Schreiben vom 16.6. hatte Basel Mülhausen mitgeteilt, daß seine Gesandten vom Züricher Tag zurückgekehrt seien und den Magistrat über die Verhandlungen und Vereinbarungen der Eidgenossen mit Kg. Maximilian und den Reichsständen informiert hätten. Mülhausen sollte zur Unterrichtung einen Gesandten nach Basel schicken (Kop., mittwoch nach Viti , Unterz. BM P. Offenburg; StA Basel, Missiven A 23, pag. 300. Druck: Mieg , Politique, S. 52f., Nr. 14).
    1
     = Härtli Capol, bfl. Churer Landvogt zu Fürstenau (HBLS II, S. 489; Grimm , Anfänge, S. 108), Gesandter des Gotteshausbundes.
    2
     Gemeint ist wahrscheinlich Hans von Lumerins, bfl. Churer Vogt im Lugnez (HBLS IV, S. 732f.; Grimm , Anfänge, S. 105). Lumerins vertrat den Oberen Bund.
    3
     Die Bestimmungen dieser Vereinbarung lehnen sich eng an Nr. 238 bzw. Nr. 246 an.
    1
     Mit Schreiben vom gleichen Datum ersuchte Bern Bf. Matthäus von Sitten, das Anliegen beim röm. Kg. zu unterstützen (Kop., mentag vigilia Petri und Pauli [28.6.]1507; StA Bern, A III 14, fol. 297’). Am 8.7. bat Bern – auf Ersuchen seiner Bürger Gf. [Johannes I.] von Greyerz für den Bruder seiner Schwiegertochter [Marguerite de Vergy] bzw. [Guillaume] de Vergy für seinen Sohn – den röm. Kg., den H. von Aubonne (Abona) [Claude de Vergy] mit 300 Knechten für den Romzug anzuwerben und im Berner Kontingent mitziehen zu lassen (Kop., donstag nach Ulrici ; StA Bern, A III 14, fol. 303).
    1
     Der Text wurde bei seiner Wiedergabe an die Editionsrichtlinien der Mittleren Reihe der Deutschen Reichstagsakten (vgl. Angermeier , RTA-MR V/1, S. 85; Heil , RTA-MR VIII/1, S. 75) angeglichen.
    2
     Zyprian von Serntein erwähnte auch in einem Schreiben an Lgf. Wilhelm von Hessen die Verhandlungen mit den Eidgenossen, die dann die kgl. Mt. ye gern verkeren und zu guten Cristen machen wolt (Or. Konstanz, 31.5.1507; StA Marburg, Best. 2, Nr. 109, fol. 198–199’).
    3
     Zur Rolle Bf. Matthäus’ bei den Verhandlungen über die eidgenössische Romzughilfe vgl. Büchi , Kardinal I, S. 105–112. Vgl. auch dessen Schreiben an seinen Sekretär Georg Supersaxo vom 27.5.1507 (Druck: Büchi , Korrespondenzen I, Nr. 92, S. 67–69).
    4
     Bündnisvertrag vom 16.3.1499 [Nachweise s. Nr. 45, Anm. 4].
    5
     Liegen nicht vor.
    1
     Kg. Maximilian hatte, auch im Namen seines Enkels Ehg. Karl, die Rechnungskammer in Lille am 26.5. beauftragt, eine Forderung Kellers in Höhe von 50 fl. zu begleichen (frz. Or. Konstanz, Gegenz. J. Bontemps; AD Lille, B 18827/24553). Am folgenden Tag ging die Weisung aus, Keller eine jährliche Pension von 50 fl. auszubezahlen (frz. Kop. Konstanz, 27.5.1507, Verm. über Unterz. Kg. Maximilian und Gegenz. Serntein; AD Lille, B 18827/24556).
    2
     Solothurn antwortete den – zweifellos auch in weiteren eidgenössischen Orten vorstellig gewordenen – Gesandten, daß man bei der in Zürich gegebenen Zusage bezüglich des Romzuges bleiben wolle, aber auch die Verpflichtungen gegenüber dem frz. Kg. einhalten werde ( StA Solothurn , Ratsmanual 1507–1509, A 1,3, pag. 13; Ratsmanual 1503–1520, A 1,9, pag. 102).
    1
     Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 280, S. 385, Pkt. a.
    2
     Vgl. Nr. 213, Anm. 1.
    1
     Liegt nicht vor. Es ging aber offensichtlich um die verbotene Anwerbung von Söldnern für den frz. Kg.
    2
     Ein entsprechendes Schreiben richtete Conrad – zweifellos in Erwartung seiner Fürsprache beim Kg. – an Bf. Matthäus von Sitten (Konz., s.l., jedoch Solothurn, 14.7.1507; StA Solothurn , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 353).
    1
     Laut einer weiteren Urkunde vom gleichen Datum sagte Kg. Maximilian dem Bf. außerdem zu, nach der Eroberung und Inbesitznahme Mailands und Pavias von diesem benannten Personen Benefizien und geistliche Lehen mit einem jährlichen Gesamtertrag von bis zu 2000 Dukaten zu übereignen (Konz. mit ex.-Verm., Konstanz, 23.7.1507; HHStA Wien, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 120). Am gleichen Tag stellte Kg. Maximilian Kaspar, Johann und Peter Schiner von Ernen (Aragne) – den Brüdern Bf. Matthäus’ von Sitten – konfiszierte Güter im Hm. Mailand mit einem jährlichen Ertrag von bis zu 1000 Dukaten in Aussicht (Konz. mit ex.-Verm.; ebd., fol. 121. Büchi , Kardinal II, S. 447). Laut einer entsprechenden Urkunde vom 8.8. (Druck: Büchi , Korrespondenzen II, Nr. 97, S. 466) wurde die Exspektanz allerdings auf 500 Dukaten reduziert.

    Anmerkungen

    a
     seurlich] In B: suerlich. In C: sewerlich. In D, E, F: swarlich.
    b
    -b sey ... augen] Korrigiert aus: hett röm. kgl. Mt. yetzo den Kff., Ff. und stenden des Reichs alhie zu Costenz lassen furbringen, wie offentlich vor augen were. In C: were yezo offenlich vor augen. D-F wie A; B wie korrigierte Passage.
    c
     trachtung] In C-F: betrachtung. B wie A.
    d
    -d als ... bracht] Korrigiert aus, in B, C: in sunderheyt auch die von Jenua. D-F wie A.
    e
     teten widersetzen] In D-F: widersetzt hat. B, C wie A.
    f
     zustunden] In D-F: zustat. B, C wie A.
    g
     haben] Korrigiert aus, in B, C: hetten auch. D-F: und haben ouch.
    h
     vormals] Korrigiert aus, in B, C: ruften ytzo. D-F wie A.
    i
     stenden] Danach gestrichen, in B, C danach: an. D-F wie A.
    j
     angerufet] Einfügung am Rand, fehlt in B, C. D-F wie A.
    k
     inhabe] Korrigiert aus, in B-F: inhett.
    l
     beschee] Korrigiert aus, in B, C: bescheen wurde. In D-F: beschicht.
    m
     habe] Korrigiert aus, in B, C, E: hett. In D, F: hat.
    n
     tun] Korrigiert aus, in B, C: teten. In E irrtümlich: darumb. D, F wie A.
    o
     sei] Korrigiert aus, in B, C: wer es. In D-F: ist.
    p
     syen] Korrigiert aus, in B, C: weren. In D-F: sind.
    q
    -q were ... gemeynet] Fehlt in C.
    r
     unsern ... Kg. ] In C: röm. kgl. Mt .
    s
     etwas] In C danach: als zu achten sey.
    t
    -t als ... erscheine] Fehlt in C.
    u
     seinem absterben] In C: außgang seins lebens .
    v
    -v dem ... nacion] In C: teutscher nacion und dem Hl. Röm. Reich .
    w
    -w wider ... heyrat] In C: der röm.  
    x
    -x sein ... Frankenrych] In C: behielt aber .
    y
    -y daruf ... sei] Korrigiert aus, in B: welichs kgl. Mt. D-F wie A.
    z
    -z mit ... titel] In C: Meyland noch in seiner hand, alles unzimlicher weiß .
    aa
     verunrechtung, beswerung] Fehlt in C.
    ab
     wurden] In D, F: wellen .
    ac
     inen] Fehlt in C, D, F. B, E wie A.
    ad
     die] Korrigiert aus, in B, C: den . D-F wie A.
    a
     vermerken] In E folgt ein Beschluß über die von den Basler Gesandten dem Magistrat vorzutragende Fürbitte der Tagsatzung für den Sohn des Baslers Schuhmachers Eberhard.
    a
     Mt. ] In B danach: sie.
    b
     angenenden] In B: anegenden [= angehenden].
    c
     Hl. ] In B danach: Röm.
    d
     bevelhe] In B: bescheide.
    e
    -e Wuste ... mitteylen] Am Rand Nota-bene-Zeichen.
    a
    -a Von ... exaudi] Ergänzung von anderer Hand.
    b
     nemlich] In E: in sunderheit.
    c
     das Hl. Reich] In E: gewanten des Hl. Reichs.
    a
     Frankenrych] B ergänzt: zu tun.
    b
     furderlich] In B: frolich.
    c
     und] In B danach: ander.
    a
    -a ungeverlich ... alhie] Fehlt in B.
    b
    -b nach ... alhie] Fehlt in C.
    a
    -a Daruf ... volgt] Fehlt in B.
    b
    -b und ... sunst] Einfügung am Rand.
    a
     pflichtig] In B: schuldig. C wie A.
    b
    -b Dieser ... steet] Fehlt in B, C. In A Nota-bene Zeichen am Rand.
    a
     gehalten] In B, D: angesächen.
    b
     verwanten] In B-D: zugewandten.
    c
    -c und ... geben] Fehlt in B. C wie A, danach von anderer Hand hinzugefügt: Sy sönd nit kom, man beschrib sy denn. D wie A.
    d
     werde] In B-D folgt der Beschluß, den auf den 25.5. (nächstkomendem zinstag) wegen Angelegenheiten, die das Landgericht und die Landvogtei im Thurgau betreffen, nach Frauenfeld angesetzten Tag auf den 6.6. (suntag nach corporis Christi)  zu verschieben ( Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 275, Pkt. d).
    e
     gemeinen] Fehlt in B, C.
    f
     mengerley ... sovil] Fehlt in D.
    g
     und] In B-D danach: mundlich.
    h
     leitung] In B-D: beleytung.
    i
    -i jeder ... oberkeit] In B-D: jeder bot an sin oberkeit weis.
    a
    -a röm. ... H. ] Einfügung am Rand.
    b
     und begeben] In B-D: Begeben und.
    c
     zu] Fehlt richtigerweise in B-D.
    d
     ungeverlich] In B-D danach: Daruf, so gereden und versprechen wir etc.
    e
    -e Dieser ... volget] Fehlt in B-D. In A Nota-bene Zeichen am Rand.
    a
     nymmer] In D, E: nit.
    b
    -b das ... demnach] Fehlt in D, E.
    c
    -c und ... desselben] In D, E: den Kff., Ff., ständen vermelds Richs uns.
    d
     meynung vertragen] In D, E: eynung verfangen.
    e
     vogt] In D, E danach: und schirmhere.
    f
     teils] In D, E danach: und der sinen.
    g
    -g Und ... komen] Fehlt in D, E.
    h
    -h inhalt ... werden] Im F durchgestrichen.
    i
    -i Aber ... komen] Im F durchgestrichen.
    j
    -j und ... stend] In D, E: Kff., Ff. und stände.
    k
    -k und ... herkomen] Fehlt in D, E. In F durchgestrichen.
    l
    -l und ... sonder] In D, E: ouch. In F durchgestrichen.
    m
     urkund] In G danach: Act. Costenz in der wuchen vor pfingsten Ao. etc. XVCVII.
    n
    -n Dieser ... sequitur] Fehlt in B-G.
    o
     daruf ... sequitur] Korrigiert aus: gebeten, es lassen by irer furgeslagen notel [Nr. 225] pleiben zu lassen.
    a
     macht] In B richtig: machtvolkomenheit.
    b
     eren] In B irrtümlich: kronen.
    c
     furteylen] In B richtig: furtriben.
    d
     dem] In B: dan [= den].
    a
    -a Die ... wegen] Fehlt in B, D. C, E, F wie A.
    a
    -a  Teilnehmer ... Barter] Fehlt in B-E.
    b
     informiert] Danach gestrichen: Anschließend teilte die Tagsatzung den frz. Gesandten mit, daß sie dem röm. Kg. und dem Hl. Reich für den Romzug 6000 Knechte bewilligt habe. Fehlt in B-E.
    c
    -c Doch ... nit] Fehlt in B-D. E wie A. Die Passage ist auch in dem an die Rottweiler Gesandtschaft ausgehändigten Bescheid (Kop., act. sambstags nach Medardi [12.6.]1509, Unterz. Züricher Stadtschreiber [Hans Groß]; HStA Stuttgart, B 203, Bü. 13, unfol.) enthalten.
    d
    -d  Interzession ... Basel] In B, D am Schluß des Stücks. Fehlt in C, E.
    e
    -e Es ... warheit] B faßt lediglich knapp zusammen: Es weist ouch jeder bot zu sagen, wie die röm. kungischen die kgl. Mt. verantwurt habent der artikel, damit die Franzosen sin Mt. vor uns veronglimpft. Entsprechend E: Es weist ouch jeder pot ze sagen, wie die röm. kungischen die röm. kgl. Mt. der artikel halb, damit sy, dyselb röm. kgl. Mt., durch die Franzosen vor uns verunglimpfet, sovil sy dero furkomen syg und wussent, verantwurtet haben mit vil guter, hüpscher und fruntlicher worten.
    f
     bot] In C, D danach: zu sagen.
    g
     und] In C, D richtig: indem, das er.
    a
    -a Den … Hh. ] Fehlt in B.
    a
    -a Maximilian ... beger] Fehlt in B.
    b
    -b und ... in] Fehlt in B.
    c
    -c wir ... haben] In B: der röm. Kg. bei in gwest ist und sich von den Nyderlanden, dahin er sich dann zu ziehen versehen het, heraufgwendt und gesturzt hat, der maynung.
    d
    -d Dann ... pund] In B: Solichs will der röm. Kg. beweisen, das der cardinal von Roan ain pund mit seiner kgl. Mt.
    e
    -e Es ... lassen] In B: Es hat auch der cardinal von Roan zu kgl. Mt. rat ainem gesagt.
    f
     nemblich] In B: allain.
    g
    -g durch ... botschaft] Fehlt in B.
    h
    -h Wiewol ... Reichs] In B: Wiewol auch das hauß Osterrich nit clar des Reichs undersaz ist, sonder ein eydgnoß des Reichs.
    i
    -i Darauf ... vermuget] In B: Solichs mugen des röm. Kg. rate den Aydgenossen in irer red nach irem gutbedunken wol miltern, excusiren und vleis ankeren.
    j
    -j Desgleichen ... kundt] In B: Deßgleichen auch zu verhuten.
    k
    -k Und ... XXIIten ] Fehlt in B.
    a
    -a kont … rusten] In B: in handel kont rusten und schicken.
    a
    -a allzeit … Hh. ] In B: etc. C wie A.
    a
    -a willig … frunde] In B: etc.
    b
     septimo] In B danach: Versamlung zu Costenz etc.
    c
    -c Euer ... supra] Randverm.: Ein zettel . In B Randverm.: Zedula.
    d
    -d Kff. ... frunden] Fehlt in B, dort zusätzlicher Verm.: Auf dise schrift haben die gesandten von der versamelung sich in handelung eynichs beschluß nit wollen begeben. Aber die kgl. rete sint mit der handelung des vertrags halben furgangen in abwesen der stend verordenten, daneben fur sich selbs des zügs und knecht halben beschlossen, wie sie wissen. Aber der artikel [Nr. 246] haben sie uns ein copy geben, der wissens zu haben, gebeten, die auch der versamlung anzuzeigen, wie die hernachvolgt.
    a
    -a Auch … supra] Fehlt in C. In A, B Randverm.: Zettel.
    b
    -b An … etc.] In C: Den titel, wie vor geschriben stet [Verweis auf die in Nr. 241 angegebene Adresse].
    a
     darnach] In C danach richtig: wissen.
    b
    -b des … versamelt] In C: stende.
    c
    -c Den … frunden] In C: An Bf. zu Trier und ander verordent zu Zurich.
    a
    -a Uf … worden] Fehlt in D-H. Fehlt in Nr. 719. – Die Kollationierung erfaßt insbesondere mit Hinblick auf die gedruckten Exemplare G und H nur relevante Varianten. Vor allem in G sind die wörtlichen Abweichungen infolge des Bemühens um eine sprachliche Verbesserung des Texts beträchtlich, sachlich jedoch unerheblich. Ganz unterdrückt wurden hauptsächlich in G und H auftretende fehlerhafte Abweichungen.
    b
    -b und … der] In D, E, F, H richtig: Ff. und. In G: Fursten vnd annder.
    c
     die … erlangen] Fehlt in H.
    d
     wir] Fehlt richtigerweise in D-F.
    e
     pferd] In G danach: ein monat.
    f
     von] In D-H richtigerweise danach: den.
    g
    -g genomen … geordent] In G: gesetz[t].
    h
     genomen] In D-F: gesetzt. In H: gesetzt werden.
    i
     solden] In D-F: soldnern.
    j
     dem … sein] In G: demselben ist man zu geben nicht schuldig.
    k
     das] Fehlt richtigerweise in B, D-H. C wie A.
    l
     ußgenomen] In G: auffgenomen. In H: vns geben.
    m
    -m haben … ist] In G: dupel sold haben.
    n
    -n das … sol] In D korrigiert aus: Denen sol man nitz schuldig sin. In G: Denselben soll man zu geben nichts schuldig sein.
    o
    -o by … und] In D korrigiert aus: anzeigung geben.
    p
    -p Und … bewaren] In D Einfügung am Rand.
    q
    -q und … bewaren] In G: versorgt und bewart werden.
    r
     ordnen] In D: begeren.
    s
     Und] In D danach gestrichen: ob die hinziechenden knecht uber einen monat ußplibend.
    t
     also] In D danach gestrichen: unser knecht vom huß.
    u
    -u im … Gottes] Fehlt in G.
    v
    -v und … sie] In G: wo sye aber.
    w
    -w wie … fuß] In D Einfügung am Rand.
    x
    -x Doch ... ordnen] Fehlt in H.
    y
    -y und … fl. ] Fehlt in G.
    z
    -z under ... unsern] In D-H plausibler: unser.
    aa
     nemen] In D danach: an sich oder an gut.
    ab
     und lendern] In D danach gestrichen: zeichen und.
    ac
     das] In D danach: nach jedes geschicklikeit, person und wesen ungevarlich.
    ad
    -ad Actum … VIIo ] Fehlt in D-H. Fehlt in Nr. 719.
    ae
    -ae Und ... ußziehen] In D, E: Und sind die VIM knächt in nachfolgender meynung uszenämen verordnet. Im Bamberger Exemplar entsprechend. Im Augsburger Exemplar: Item sein die 6000 knecht in nachvolgender maynung außzogen.
    af
    -af Und ... hinzulaufen] Fehlt in A, C. Ergänzung gemäß B, D-H, Bamberger und Augsburger Exemplar. In C ist die Aufstellung auf einem eigenen Blatt beigefügt, in allen übrigen Überlieferungen schließt sie unmittelbar an den Abschied an.
    ag
     Zurich] In D-F sowie im Bamberger und Augsburger Exemplar ist hier und im folgenden jeweils ein „Item“ vorangestellt. In G und H sind die Zahlenangaben ausgeschrieben.
    ah
     IIC ] Ergänzung gemäß D-H, Bamberger und Augsburger Exemplar.
    ai
    -ai Item ... Mellingen] Ergänzung gemäß D-H, Bamberger und Augsburger Exemplar.
    aj
    -aj Nachfolgend ... getan] Inhaltlich und passagenweise wörtlich übereinstimmend mit Nr. 250 [Pkt. 1 Nachdem ... zugelassen].
    ak
    -ak Nachfolgend … volgt] Fehlt in B-H.
    al
     verlesen] Korrigiert aus: etlich stende, so by irer Mt. zu hof waren, sehen.
    a
    -a Als ... /472’/  ... Reichs] In B [fol. 127–127’] korrigiert aus: Als wir mit den ersamen unsern und des Reichs lb. getreuen, N., den ortern und lendern der Eidgenosschaft eynung und verstentnus, auch guetlich und rechtlich austreg von des Hl. Reichs und derselben Eidgenosschaft anstosser wegen aufgericht und gemacht und sy uns daneben under anderm angerufen und gepeten, dz wir inen all und yeglich ir gnad, freyheit, privilegy, alt herkumen und gut gewonheit zu confirmiren und zu besteten und sy darzu auf die berurten austreg fur unser kgl. camer- und hofgericht und all ander land- und ander gericht zu freyen genediglich geruchten. Des haben wir angesehen solch ir fleissig bete, auch die getreuen, nutzlichen dienste, der sy sich gegen uns und dem Hl. Reiche willig erpieten und darumb, auch auf die gedachten eynung, verstentnus und austreg mit wolbedachtem mut, zeytigem rat und rechter wissen der vorgenannten Eidgenosschaft all und yeglich ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkumen und gut gewonheit zu gleicher weise, als ob die von wort zu wort hierin begriffen weren, confirmirt und bestet und inen darzu dise sonder gnad und freyheit getan und gegeben, also dz sy in gemain noch sonderheit in kunftig zeit an dz obberurt unser und des Reichs.
    b
     Als] In B danach: uns.
    c
    -c der ... fuss] In B korrigiert aus: volks.
    d
    -d der ... cron] In B Einfügung am Rand.
    e
    -e dem ... Reich] In B korrigiert aus: des Hl. Reichs undertanen und verwandten, so an die stossen.
    f
    -f undertanen ... einem] In B korrigiert aus: verwandten.
    g
     andern tails] In B Einfügung.
    h
    -h Und ... zuzemessen] In B Einfügung am Rand.
    i
    -i und ... anhangen] In B Einfügung am Rand.
    j
    -j gegen ... außtrag] In B Einfügung am Rand.
    k
    -k zu ... weren] In B Einfügung am Rand.
    l
    -l doch ... vorbehalten] Einfügung am Rand. In B Einfügung am Rand: Wir behalten uns auch hierin nichts bevor dann dz, so zu handhabung unser und des Reich oberkait ausserhalb solher unser bestettung und gegeben freyheit die notdurft erfordert.
    m
     eingezogen ] In B danach gestrichen: und daran gemeine Eidgenosschaft nit verhindert.
    n
     Geben ] Datum fehlt. In B von anderer Hd. ergänzt: Datum Costenz, am 8. tag Augusti Ao. etc. septimo.
    a
     widerwertigkeit] In B folgt: auch abfall.
    b
    -b Daruf ... sequitur] Fehlt in B.
    a
    -a Erstlich ... ursachen] In B: Als röm. kgl. Mt. etlichen stenden des Richs alhie ein notel eyner fryheit der Eidgenossen hat tun furhalten, allein derselben wissens zu empfahen und nit begert eynichs rats oder verwilligung der stende und dieselbigen stend kgl. Mt. gebeten, solichs an gemein stende, alhie versamelt, gelangen zu lassen, des auch von kgl. Mt. gnedig bewilligung ervolgt, haben gemeine stend dieselben notel der fryheit horen lesen. Und wiewol irs rats oder bewilligung von kgl. Mt., wie obstet, darin nit begert, so ist doch dieselb notel, sovil und die daz Hl. Rich, auch die undertanen und verwandten desselben betrifft, durch die stend des Richs iren pflicht und eiden nach, damit sie kgl. Mt. und dem Hl. Rich verwant sin, bewegen und ermessen. Befinden aber dieselben irs ermessens kgl. Mt., dem Hl. Rich, den undertanen und verwandten desselben uß nachvolgenden ursachen merklich beswerlich und nachteilig, daz dan die stend angezeigten iren pflichten nach kgl. Mt. zu eroffen sich schuldig erkennen, undertenigs flis bittend, solichs also getruwer und underteniger meynung von inen zu vernemen.
    b
     anfang] In B: ingang.
    c
    -c Und ... bringen] Fehlt in B.
    d
     Bff.] In B danach: in solchem.
    e
    -e Bitten ... vermerken] In B: Bitten darumb kgl. Mt. in aller undertenigkeit, sie woll die angezeigten geprechen, beswerung und mengel auch gnediglichen bedenken und zu herzen furn und in ansehung und bewegung derselben sich solicher confirmacion, fryheiten und vertreg, wo sie mit ichten umbgangen werden mogen, enthalten und die nit geben oder ufs wenigst die dermaß zü stellen und furzunemen, damit daz Hl. Rich, die undertanen und verwandten desselben darin nit also in beswerung gezogen und verpflicht werden. Wo aber kgl. Mt. solichs getan und davon nit abwenden mocht, als die stende doch nit hoffen, so ist doch ir undertenig bitt, daz kgl. Mt. die sachen mit fugen, die sie, als die stend nit zwyfeln, wol zu finden weiß, understee anzuhenken, biß so lang die Eidgenossen iren versprochen dinst geleistet und volbracht haben. Wurden sie dan getruwlich gedient zu haben gespurt und funden, so werden sie dester pillicher mit gnaden und fryheiten nach irem verdinst zu begaben und anzusehen sin; wan nach der stend ermessen der dinst pillich der begnadigung, so auß dem dinst erworben werden soll, fürget. Solichs geben die stend kgl. Mt. getruwer, guter meynung iren pflichten nach zu erkennen, das sie solichs auß angezeigten ursachen nit bewilligen oder darin gehellen wollen.
    f
    -f Furter ... vollnstrecken] Fehlt in B.
    a
    -a die ... erlangen] Einfügung am Rand.
    b
    -b auch ... meniglich] Einfügung am Rand.
    c
     Furstenau] Korrigiert aus: Chur.
    d
    -d Item ... Aidgnossen] Einfügung am Textende.
    e
     Punden] Danach gestrichen: ob das die notdurft erhaischt.
    f
    -f und ... Beli] Einfügung am Rand. – Beeli, Landammann zu Davos, vertrat den Zehngerichtebund.
    a
     werdet] Danach folgt irrtümlich: darin ir lauter findet.
    a
     sich] In B, C danach: doch.
    b
    -b  Gefangenschaft ... Mülhausen] Fehlt in A, Ergänzung gemäß B. – Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 385, Nr. 280, Pkt. c. Vgl. auch Mieg , Politique, S. 7–9, 12–14.

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    Š1.3. Verhandlungen König Maximilians und der Reichsstände mit den Eidgenossen »

    1.3.1. Eidgenössischer Tag zu Schaffhausen (Mai 1507) »

    « Nr. 212 Instruktion Zürichs für BM Marx Röist und Ulrich Felix als Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Die vom röm. Kg. gewünschte Einung ist mit Rücksicht auf das französische Bündnis derzeit nicht möglich. Bis der Vertrag ausläuft, müssen die Eidgenossen das Bündnis auch halten und den daraus resultierenden Verpflichtungen nachkommen. Ohnehin sind der Hl. Stuhl und das Röm. Reich von der Bündnispflicht ausgenommen. Überdies haben die Eidgenossen seinerzeit mit Ehg. Sigmund als einem Angehörigen des Hauses Österreich eine Erbeinung geschlossen, die zwischen Zürich, einigen anderen Orten und dem röm. Kg. erneuert wurde1. Darüber hinaus regelt der Vertrag von Basel2 die gegenseitigen Beziehungen. Daran will man sich wie bisher halten, in der Erwartung, daß auch die Gegenseite dies tun wird. Wenn jedoch nach dem Ende des Bündnisses mit Frankreich der röm. Kg. oder der frz. Kg. vorstellig werden sollten, werden sie eine gute und ehrbare Antwort erhalten. Solange das Bündnis dauert, wird man sich mit keinem der beiden Kgg. in weitere Verpflichtungen einlassen.
    [2.] Die Abforderung der eidgenössischen Knechte aus dem französischen Dienst ist nicht nötig. Sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren und stellen deshalb für den kgl. Romzug kein Hindernis dar.
    [3.] Sie sind mit der Bereitstellung von 6000 Knechten einverstanden. Der erste Sold soll den Knechten in ihren Heimatkantonen ausbezahlt werden. Ebenso ist ein Ort für die Auszahlung des übrigen Solds zu bestimmen. Als Bürgen sollen Eidgenossen fungieren, auf die man im Falle der Säumnis zurückgreifen kann.

    Zürich, 6. Mai 1507 (donstags vor der uffart).
    Zürich, StA, B VIII 1, fol. 6–7’ (Kop.).

    « Nr. 213 Instruktion Basels für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Der Magistrat hat zu den drei dem Kg. zu beantwortenden Artikeln [Nr. 51, Pkt. 2] folgende Beschlüsse gefaßt, die eröffnet werden sollen, wenn die Gesandten der Orte differenzierte Voten abzugeben haben: Es ist für die Eidgenossenschaft nicht ratsam, sich in die vom röm. Kg. erbetene Einung einzulassen, in ansechen der wytsweifenden, vilvaltigen zuvallenden gescheften, so siner kgl. Mt. obligen und teglich zuvallen, ouch anderer ursachen halb, so unsern boten unverborgen sind. Falls der Kg. jedoch mit einer Einung Šfür seine an die Eidgenossenschaft angrenzenden Lande von der Etsch bis zum Eckenbach einverstanden ist, sollte darüber verhandelt werden. Eine solche Einung, wie sie seinerzeit auch mit Ehg. Sigmund geschlossen wurde, wäre zu Ruhe und Frieden dienlich.
    [2.] Die erbetenen 6000 Knechte für den beabsichtigten Romzug sollen unter der Bedingung zugesagt werden, daß die wider die kron von Frankrich und ire land nit gebrucht oder der anzöigt zug dawider nit dienen wurd, in ansechen der pundnuß, damit ein Eydgnoschaft noch by ziten mit der kron von Frankrich verflochten ist.
    [3.] Die Entsendung der eidgenössischen Knechte nach Mailand erfolgte aufgrund des Bündnisses mit Frankreich und unter der Auflage, sie nicht gegen den Hl. Stuhl oder das Hl. Reich einzusetzen. Die Rückberufung der Knechte ist wegen des Bündnisses nicht möglich; sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren.
    [4.] Die Gesandten sind bevollmächtigt, einen Beschluß des Tages zur Ratifikation anzunehmen. In gleicher Weise haben sie Vollmacht für Verhandlungen in Konstanz, falls der röm. Kg. oder die Reichsstände die eidgenössischen Gesandten dorthin einladen.
    [5.] Bei Beratungen über die Pensionen sollen die Gesandten auf die Voten der anderen Orte achten, damit in solichem unwill nit uf uns werde geladen; und mögen mit den allersenftesten worten darzu schickerlichen reden. Es wäre ratsam, die Haupturkunde in Geltung zu lassen und den Beibrief zu kassieren1; doch will sich Basel der Mehrheit anschließen.
    [6.] Wegen des Bundesschwurs2 sollen die Gesandten mit den Vertretern der ihnen bekannten acht Orte sprechen und angesichts der Kürze der Zeit um Förderung der Sache bitten.
    [7.] Die Gesandten sollen mit den kgl. Räten auch über die Angelegenheiten Peter Kolbs und Ludwig Davids verhandeln.

    s.d., jedoch Basel, vor dem 9. Mai 1507.
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 141’-143’ (Kop.).

    « Nr. 214 Schultheiß, Kleiner und Großer Rat zu Bern an Hauptmann, Ratsherren und Bürger im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts über den siegreichen Kampf gegen den Feind und die Einnahme Genuas und bekunden ihre Freude über ihre geringen Verluste und Schäden. Das Berner Kontingent hat dem frz. Kg. gut gedient, der damit zufrieden sein sollte. Befehlen ihnen deshalb, sich nicht weiter in Gefahr zu bringen und an etwaigen weiteren Angriffen nicht mehr teilzunehmen, sondern die Entscheidung des Tages zu Schaffhausen abzuwarten und dieser dann Folge zu leisten. Dann nachdem der röm. Kg. zü diser zit mit allen Kff. Šund ständen des Richs zu Costenz in versamnung und merclich gerust ist, wo wir dem Hl. Rich schuldigen pflichten nach nit wellen begegnen, wider und an uns zu ziechen, möchten wir erlich, das ir mit gütem fügen harheim täten keren. Dann dem Kg. von Frankenrich vil gutß zu schaffen und uns damit in sorg und beschwerd zu setzen, wil uns nit gemeint sin. Dies wird sicherlich auch die Tagsatzung in Schaffhausen erwägen und den eidgenössischen Knechten entsprechenden Befehl erteilen.

    Bern, 9. Mai 1507 (suntag vor dem uffart tag).
    Bern, StA, A III 14, fol. 285–285’ (Kop.).

    « Nr. 215 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Hauptmann, Fähnrich, Leutnant und Ratsherren im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts1 und bekunden ihre Freude über den guten Ausgang des Unternehmens, wiewol man nit so wyt gezogen solt sin. Sie haben das Schreiben dem Schultheiß [Niklaus Conrad], der derzeit auf dem Tag zu Schaffhausen weilt, zur Information nachgeschickt. Dort wird über den durch Gesandte an alle Orte überbrachten Vorschlag zum Abschluß einer Einung der Eidgenossen mit Kg. Maximilian sowie über dessen Forderung nach Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem französischen Heer und dessen Bitte um Bereitstellung von 6000 Mann für seinen Romzug verhandelt. Der Kg. veranstaltet ein grossen, mechtigen Rychs tag in eigener person mit grossem volk zu Costenz und, alz wir verstand, uf den tag zu Schaffhusen wartent; wo der nit nach irem gevallen entschlusset, möchtent wir wol anderer widerwertikeit von inen erwarten, alz ir selbs mugent und wussent ze ermessen.2 Befehlen ihnen, nicht weiter vorzurücken, sondern den Abschluß des Schaffhauser Tages und weitere Instruktionen abzuwarten.

    Solothurn, 10. Mai 1507 (mentag vor der uffart).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 344–345 (Kop.).

    « Nr. 216 Instruktion der Konstanzer Reichsversammlung für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen  »

    [1.] Grußformel; [2.] Bedeutung der Kaiserkrone für die deutsche Nation; [3.] Zugehörigkeit der Eidgenossen zur deutschen Nation; [4.] Absichten Kg. Ludwigs von Frankreich auf die Kaiserwürde und auf die Kontrolle des Hl. Stuhls sowie auf [5.] Reichsitalien (Genua); Unglaubwürdigkeit der frz. Rechtfertigungsversuche; [6.] nachteilige Konsequenzen des frz. Vorgehens für die deutsche Nation und insbesondere die Eidgenossen; [7.] Bruch des Hagenauer Vertrages durch Kg. LudŠwig, Kassation der mailändischen Belehnung Kg. Ludwigs durch Kg. Maximilian; [8.] Bitte um Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem frz. Italienheer und um Bewilligung des Hilfsgesuchs Kg. Maximilians; [9.] Vorschlag zum Abschluß der Verhandlungen auf dem Konstanzer RT im Falle einer positiven Antwort der Eidgenossen; [10.] Erwiderung der Reichsgesandtschaft im Falle einer negativen Antwort der Eidgenossen; [11.] Instruierung der Gesandten auf Ratifikation durch die Konstanzer Reichsversammlung.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 10. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 414, 415–421 (Kop., Aufschr.: Handelung des Rychs tags zu Costenz, die Eydgenossen betreffend, Ao. 1507. Überschr.: Instruction der botschaften, so von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Reichs zu den Eydgenossen gesendet werden soll.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 9’-13 (Kop., Überschr. wie A) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 39–44 (Kop., Überschr. wie A, Verm.: Zu Kostanz uf dem Reichs tag am donerstag nach cantate [6.5.] Ao. VIIo ist uf Dorgaw hernachvolgends durch der Kff., Ff. und ander stende secretari und schreiber geschriben worden. Dorsalverm.: Das erst abschreiben uf dem Reichs tag zu Costanz quinta feria post cantate [6.5.] Ao. VIIo uf Dorgaw, da die versamlung haben rate gehalten.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 2–6 (Kop. mit teils zeitgenössischen, teils von der Hd. J.J. Janssens stammenden Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen) = D. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 224–229 (Kop.)2 = [E]. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 2–6’ (Kop., Überschr. wie A) = [F]. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 1–9 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 904, S. 702–707; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 554–558; Fugger-Birken , Ehrenspiegel, S. 1235f. (nur Pkt. 1–9, statt wörtlicher Wiedergabe zusammenfassende Übertragung in das zur Zeit der Drucklegung gebräuchliche Frühneuhochdeutsch); Fäsi , Beylage, S. 86–94 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 218’-219’).

    [1.] /415/ Erstlich ist inen uf ein credenz3 von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Röm. Reichs, alhie zu Costenz versamelt, zu sagen ire gnade und gunstigen, geneigten willen.
    [2.] Und darnach zu erzelen, wie Kff., Ff. und ander stende des Hl. Reichs ungezweifelt weren, die Eydgenossen wißten und were inen unverborgen, das die hochste und großte ere und wirde der teutschen nacion were die ksl. cron des Hl. Röm. Reichs, weliche ire hochste ere und wirde ire vorältern von gnade und schickung des almechtigen Gotts durch ire erbarkeyt, tugent, manheyt und swere plutvergiessen seurlicha Šerlangt und erarnet4 und also vil und lange jare biß uf diese zeit loblich bracht hetten. Von welicher ere und wirde wegen ein röm. Ks. oder Kg. zu zeiten der hochst, erlichst und furnemest weltlicher gewalt und stand geachtet und genent were, nit alleyn in der /415’/ cristenheyt, sunder dem umbkreyß der ganzen welt; were und wurde auch als der hochst, namhaftigst und furnemest gewalt und stand allen andern Kgg., weltlichen gewelten und stenden der welt furgesetzet und furgeachtet.
    [3.] Zu welicher teutschen nacion, auch hochster ere und wirden des Hl. Röm. Reichs die Eydgenossen als glider und verwandten des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion auch gehorten als leut teutschs gezungs, sitten, wesens und vaterlands, darumb sich die stende des Reichs zu erhaltung angezeigter des Hl. Reichs teutscher nacion hochster ere und wirde zu den Eydgenossen als iren mitverwandten pillich aller treu, furderung und beistands versehen.
    [4.] Nu b sey offentlich vor augen-b, das der Kg. von Frankenrych in emsigem und ernstlichem furnemen und arbeyt stunde, die teutsche nacion umb solich ire hochste ere und wirde der ksl. cron und röm. Reichs durch zutun, hilf und furderung der /416/ Eydgenossen, darin er sie (dafur es die stende des Reichs ungezweifelt hielten) arglistiglich mit ungegrundtem, beferbtem furgeben bewegt hett, zu bringen, dieselbigen von unserm hl. vater babst mit gewalt zu erlangen und die teutsch nacion also irer hochsten ere und wirde nit alleyn zu berauben, sunder auch den stul zu Rome unter sich und in seinen gwalt, den nach seinem willen zu verkleynen und zu setzen, zu nötigen.
    Zu was ewigem, unuberwindlichem nachteyl, verkleynung, verachtung, beswerung, spott, schmehe und schaden solichs, wo es furgang gewynnen solt, das der Almechtig verhuten wolle, dem stul zu Rome, der ganzen cristenheyt, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion und allen stenden, gelidern und verwandten derselben nacion fallen, reychen und langen wurde, das moge ein yeglicher verstendiger leichtlich ermessen.
    [5.] Item der Kg. von Frankenreich sey auch nit alleyn in furnemen und trachtungc, die ksl. cron und die ere des Hl. Röm. Reichs der teutschen nacion abzuerlangen /416’/ und das babstumb in sein hand zu bringen, sunder alle stende in Italien, so dem Hl. Röm. Reich als glider desselben verwandt, von vil und langen jaren dabey herkomen weren, in seinen betrenglichen gewalt von irer herbrachten freiheyt zu tringen und ime untertenig zu machen, d als er itzt mit der stat Jenua auch getan, die er in sin gehorsam Šbracht-d, die sich seins gwalts teten widersetzene und dem Hl. Reich zustundenf als ein chamer des Röm. Reichs, erkennen auch das Reich, habeng röm. kgl. Mt., als die letzt in Italien und zu Jenua gewest, gehorsam getan und ir die schlussel zu der statt als irem rechten hern uberantwort5 und vormalsh by kgl. Mt. und den stendeni umb hilf und rettung wider der Franzosen gezwang angerufetj. Das alles der franzosisch Kg. dann, nachdem er allegereyde das Hm. Meyland als der mechtigsten und treffenlichsten gewelt einen in Italien inhabek, leichtlich, wo ime des nit dapfer und furderlicher widerstand bescheel, zu tun und zu erlangen habem.
    Und obwol der Kg. von Frankenrych und sein anhenger sich tunn verantworten und furgeben, als ob ire furnemen und handlung /417/ nit solt wider die röm. kgl. Mt. und das Hl. Röm. Reich sein, sunder alleyn wider ir widerwertigen und ungehorsamen, dieselben zu strafen etc., so seio doch offentlich am tag, wie oben angezeigt, und darumb irem verantworten und furgeben kein glaub zu geben.
    [6.] Darab die Eydgenossen und ein yeglicher verstendiger wol zu vernemen hat, wo dem Kg. von Frankenreich solicher sein furgesetzter ungesettigter will ergeen und er zusampt der ksl. cron das babstumb und ganz Italien in seinen gewalt bringen solt, das der Almechtig abwenden wolle, was auß solicher versampter oder verhaufter macht zuletzt erwachsen oder wo die ende nemen oder setzen, auch was unleidlicher anfechtung, truckung und beswerung der teutschen nacion, allen stenden, gelidern und verwandten derselben, und sunderlich denen, so Frankenrych und Meyland, als die Eydgenossen, am nehsten gesessen oder gelegen syenp, am letzsten darauß gedeihen, wann er one zweifel damit nit beruhen, sunder weiter greifen wurde.
    [7.] /417’/ Item, so setzen die stende des Hl. Reichs in keynen zweifel, die Eydgenossen tragen guten wissen, wie manigfaltig vertrege zwuschen röm. kgl. Mt., unserm allergnst. H., und der cron zu Frankenrych verschiener zeit ufgericht, der nye keyner von den Franzosen vollenzogen, sunder alle zurbrochen; und sunderlich, wie letzst ein vertrag zu Hagenau zwuschen inen gemacht q were, den röm. kgl. Mt. dem Hl. Reich und teutscher nacion zu eufung6 und gutem gemeynet-q, darin der Kg. von Frankenrych r unsern allergnst. H., den röm. Kg. -r, durch furgeben einer angenomŠmen fruntschaft eins heyrats zwuschen seiner dochter Claudia und der röm. kgl. Mt. enkeln und son, Ehg. Carlen von Osterreich, Hg. zu Burgundi etc., etwass geverlicher meynung, t als auß dem handel erscheine-t, bewegt, also das röm. kgl. Mt. das Hm. Meylant dem Kg. von Frankenrych guter und fruntlicher meynung sein leben lang zu lehen geliehen, doch also, das es nach seinem absterbenu uf gedachten der kgl. Mt. enkeln und sone Ehg. Carlen als einen teutschen F. nach laut /418/ des heyrats fallen und komen und also by v dem Hl. Reich teutscher nacion-v pleiben solt.7 Welichen vertrag, heyrat und verwente freuntschaft der Kg. von Frankenrych kurzverschiener zeit w wider sein brief und siegel, auch sein getan gelubde und eyde und hochsten glauben, als die stende des Hl. Reichs die röm. kgl. Mt. habe lassen berichten [Nr. 5, Pkt. 2] , auch zurbrochen und den gemelten heyrat-w kgl. Mt. auß ungegrundten, beferbten ursachen hett lassen abkunden, x sein dochter einem andern, nemlich dem Delphin gebend8 und bey der abkundung kgl. Mt. sagen lassen, dieweil nu die fruntschaft des heyrats, wie obsteet, ab und nichts, so sey auch die bescheen der kgl. Mt. leihung des Hm. Meyland ab und nichts, quia cessante causa cessaret effectus9. Und haben die gesanten daruf einer neuen investitur und leihung von kgl. Mt. gebeten, y daruf die kgl. Mt. ire selbs bekentnis, das die berurt belehnung abe und nichts sei-y, von stund an angenomen und daruber protestirt, aber der neuen begerten investitur oder leihung halber keyn antwort geben, sunder die franzosischen gesandten alher uf disen Reichs tag beschieden, des alhie antwort zu entpfahen.10 Das aber der /418’/ Franzose biß uf diesen tag in verachtung gestelt, dorab zu vernemen, das das Hm. widerumb verledigt und wider zu kgl. Mt. und dem Hl. Reich gefallen sey. Aber solichs alles unangesehen, so behielte der Kg. von Frankenrych–x nichts destermynder das Hm. z mit gewalt in seinen handen one eynichen rechtmessigen titel-z, nit zu kleyner verachtung, verunrechtung, beswerungaa und schaden röm. kgl. Mt. und des Hl. Röm. Reichs.
    Dergleichen ungeschickter oder unbestendiger geubter sachen und hendel weren noch vil von dem Kg. von Frankenrych anzuzeygen, der die Eydgenossen vor gnugsam wissen hetten, darumb man dieser zeit die weiter zu erzelen im besten unterliesse.
    [8.] Die stende des Hl. Röm. Reichs weren aber ungezweifelt, wo die Eydgenossen diß angezeigten schwinden und unzimlichen furnemens des Kg. von Frankenrych zu abbruch, vercleynung, schaden und nachteyl des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion hochster ere und wirde warlich bericht und wissens entpfangen, sie Šhetten uß redlicheyt und vernunft, damit sie von Got begabt weren, auch angeborner treue und liebe, /419/ so sie als gelider und verwandten des Reichs zu der ere und wirde des Röm. Reichs, auch der teutschen nacion als irem rechten vaterland trugen, dem Kg. von Frankenrych darin kein hilf noch beistand getan, noch ime yemands der iren zugeordent, der ganzen zuversicht und vertrauens, sie wurden gestalt der sachen, wie erzelet und im grund also gestalt were, bedenken und erwegen und daruf die iren, so sie bey dem Kg. von Frankenrych noch hetten, von stund an und on verziehen abfordern, dem Kg. von Frankenrych in solichem unzimlichen furnemen und ubungen wider röm. kgl. Mt., stende des Hl. Reichs und teutsch nacion als ire vaterland, dem ein yglicher vor allen andern mit eren und treuen von natur und dem rechten verpflichtet und verbunden were, kein hilf noch bystand tun, sunder in solichem und zu abwendung solichs franzosischen furnemens und zu underhaltung der hochsten ere und wirde teutscher nacion, röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und andern stenden teutscher nacion als fromme, getreue Teutschen anhangen, helfen und retten und röm. kgl. Mt. uf ire begere und handlung, so sie bey inen solicher sachen halber hett lassen tun, richtig, trostlich und zuseglich antwort geben und gedeien lassen, damit die hochste ere und wirde teutscher /419’/ nacion errettet und erhalten werden mochten, als dann ire voreltern als die, so die teutschen nacion, ire vaterland, hochlich geliebet, zum dickermal getreulich hetten helfen tun. Das were auch der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs, zu Costenz versamelt, gn. und fruntlich begere und bitt. Und das sie solichs als die pillicheyt und erbarkeyt keinswegs abschlugen oder weygerten. Damit wurden sie by röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und allen Teutschen ein ewigen, unvergeßlichen dank, lob, rume und preiß, auch ewige fruntschaft und guten willen erlangen, den röm. kgl. Mt., ire nachkomen, röm. Kss. und Kgg., auch Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs unbelonet und unbeschuldet nit lassen wurdenab, auch dadurch nit alleyn gewilliget, sunder verpflichtiget werden, wider die Eydgenossen nit alleyn nit zu sein oder zu tun, sunder inen wider ire widerwertigen und anfechter herwiderumb getreue und trostlich furderung, hilf und beystand zu tun etc.
    [9.] /420/ Daruf ist der Eydgenossen antwort zu vernemen. Und wo sie die also geben wurden, das sie kgl. Mt. und dem Hl. Reich teutscher nacion anhengig zu sein und die iren abzufordern wol geneigt seien, doch das inen darumb auch zimlich belonung oder versoldung gedeihe etc., so ist durch die geschickten mit inen fruntlicher und zimlicher weise zu reden und zu handeln und inen die treu und liebe, so sie als verwandten des Reichs pillich zu teutscher nacion als irem vaterland trugen, zu gedechtnus zu furen, mit begere und bitt, das sie sich in ansehung desselben der zimlicheyt selbs weisen und einer leidlichen, zimlichen meynung horen lassen. So wolten die geschickten ungezweifelt sein, kgl. Mt. und die stende des Reichs wurden sich in allem dem, so moglich, gleich und treglich were, aller zimlicheyt gegen inen horen und finden lassen. Und wo es inen gelegen oder tunlich were, so bedeucht die geschickten, das nirgent anderßwo von dieser sachen fuglicher, furderlicher, entlicher und beschließlicher zu handeln were wann alhie zu Costenz in beisein der versamlung, Šdas sie dahin mit vollem gewalt, entlich und beschließlich zu handeln, geschickt hetten etc. /420’/ Wie dann die geschickten, nachdem und inen die sachen von den Eydgenossen begegnen, zum besten bedunken und gut ansehen wurdet.
    [10.] Wurden aber die Eydgenossen mit widerwertiger oder dünkeler antwort begegnen, so ist inen dester trutzlicher von den geschickten wider zu begegnen, also das man sich solicher antwort nach gestalt der sachen keinswegs versehen hett, sünder das sie pillich ire verwandtnus gegen dem Reich, auch teutscher nacion, irem vaterland, bedacht und sich in solichem als getreu verwandten des Reichs und fromme Teutschen solten bewiesen haben. Dweil aber ire gemut fur und fur stunde, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion, irem vaterland, widerwertig zu sein und frembden nacion und gezungen anzuhangen wider die Teutschen, mochten sie achten, was beswerung, betrachtung und nachgedenkens solichs zuvoran bey röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs teutscher nacion geberen wurde, in die harr, als sie selbs abnemen mochten, nit zu erleiden sein. Die geschickten /421/ hetten auch beswerung, solich antwort den stenden anzubringen, were inen ganz wider und nit lieb. Mochten sie die aber nit besser gehaben, so mußten sie nemen, was man inenac geben wolt, teten es aber nit gern. Wie dann diead geschickten nach gestalt und ansehen der sachen, die meynung zu leichtern oder zu besweren, gut wurdet bedunken.
    [11.] Und was also von Eydgenossen fur antwort gefellet, das soll durch die geschickten wider hinter sich an die stende des Reichs bracht und nichts entlichs oder beschließlichs durch die geschickten mit den Eydgenossen gehandelt werden etc.

    « Nr. 217 Abschied des eidgenössischen Tages zu Schaffhausen »

    [1.] Antwort der Eidgenossen an die Gesandten Kg. Maximilians zu folgenden Punkten: Einung zwischen den Eidgenossen und dem Haus Habsburg, Abberufung der eidgenössischen Söldner aus Italien, Truppenhilfe der Eidgenossen für den kgl. Romzug, Vorwürfe Kg. Maximilians bezüglich der reichsfeindlichen Haltung der Eidgenossen; [2.] Antwort an die Gesandten der in Konstanz versammelten Reichsstände; [3.] Verhandlungen der Eidgenossen mit dem frz. Gesandten Giovanni Morosini.

    Schaffhausen, nach dem 10. Mai 1507, wahrscheinlich 13. Mai.1 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 180–182’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 128–132 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 278–280’ (Kop.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 59–63 (Kop.) = D. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop., Datumverm.). Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 143’-145 (unvollständige Kop., nur hier wiedergegebene Pkt. 1–3, Datumverm.: sonntag vor ascensionis Domini [9.5.]) = E. Glarus, LA, Z IV 3.2, Nr. 78a-c (Kop., Datumverm. am ŠEnde des Stücks: Actum zu Schaffhusen ipsa die ascensionis Domini [13.5.] Ao. etc. septimo.).
    Druck (unter Übertragung in das Neuhochdeutsche): Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 273, S. 370–372.

    [1.] [Beratungspunkte ohne Bezug zum Konstanzer RT]2. Die Gesandten Bf. Georg von Trient, Gf. Ulrich von Montfort, Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler), Hans von Königsegg (Vogt zu Feldkirch), Dr. Hans Schad und Hans von Landenberg baten im Namen des röm. Kg. um Antwort auf ihre in Baden vorgebrachten Anträge. Diese lautete, wie folgt: a) Die gewünschte Einung sei mit Rücksicht auf das frz. Bündnis derzeit nicht möglich. Falls der röm. Kg. nach deren baldigem Auslaufen in dieser Sache noch einmal vorstellig werde, werde er eine zimlich und gepürlich Antwort erhalten. b) Die Versammlung habe den eidgenössischen Knechten in der Lombardei durch einen offenen Brief befohlen, unverzüglich heimzukehren und nicht länger im Sold und Dienst des frz. Kg. zu bleiben.3 Sie hätten außerdem ein Schreiben an den frz. Kg. gerichtet mit der Aufforderung, die eidgenössischen Söldner ungehindert abziehen zu lassen. Die Teilnehmer an der Tagsatzung seien beauftragt, ihre Obrigkeiten zur Bestrafung ungehorsamer Knechte anzuhalten. c) Der Romzug werde ihres Erachtens nicht so bald vonstatten gehen, da die Sommerhitze bevorstehe. Sobald dessen Beginn aber bevorstehe, solle der röm. Kg. den Eidgenossen durch Gesandte mitteilen, wie und wo er die Knechte einsetzen wolle und wie hoch ihr Sold sein werde. Sie würden dann eine erber, zimlich antwurt geben. d) Sie verwahrten sich gegen den auch von anderer Seite geäußerten Vorwurf im Ausschreiben des röm. Kg. [Nr. 48], die Eidgenossen seien Ungehorsame und Feinde des Hl. Reiches. Sie hätten dem Reich im Burgunderkrieg und bei anderen Gelegenheiten wie andere Reichsuntertanen gedient und wollten dies auch künftig tun. Sie bäten, sie gegenüber dem röm. Kg. zu verantworten.
    [2.] Auf dem Tag waren als Gesandte der in Konstanz versammelten Reichsstände Thomas Rüdt von Collenberg (Kurmainzer Hofmeister), Eitelwolf vom Stein, Peter Aufseß von Camberg (Würzburger Domherr und Domkustos), Hans von Emershofen und Johann von Lünen (Schultheiß zu Frankfurt) anwesend und baten ebenfalls um Rückberufung der eidgenössischen Söldner aus der Lombardei. Außerdem solle man dafür Sorge tragen, daß diese nicht länger gegen die Anhänger des röm. Kg. und gegen Angehörige des Hl. Reiches eingesetzt würden.
    ŠDiesen Gesandten wurde in gleicher Weise wie den kgl. Emissären geantwortet, verbunden mit der Bitte, die Eidgenossen gegenüber den Reichsständen zu verantworten.4 
    [3.] Der frz. Gesandte Dr. Morosini5 legte ausführlich die Gründe Kg. Ludwigs für den Zug gegen Genua dar und beteuerte, daß es nie dessen Absicht gewesen sei, sich der Kaiserkrone zu bemächtigen. Kg. Ludwig biete eine Verlängerung ihres Bündnisses an und wolle den Eidgenossen besondere Gnade erweisen. Er bitte außerdem um Auskunft über ihre derzeitigen Verhandlungen mit dem röm. Kg.
    Die Eidgenossen bekundeten ihren guten Willen gegenüber dem frz. Kg. Ihrer Meinung nach bestehe weitaus dringlicher die Notwendigkeit, sich gegenüber den in Konstanz versammelten Reichsständen zu rechtfertigen als vor ihnen. Es sei nicht Brauch bei ihnen, jedermann über ihre Verhandlungen mit dem röm. Kg. oder anderen zu informieren. Sie bäten, dies zum besten zu vermerken.a 

    « Nr. 218 Relation der Reichsgesandtschaft an die Reichsstände »

    [1.] Ankündigung einer Antwort der Eidgenossen an die Reichsgesandtschaft; [2.] Antwort der Eidgenossen am 13. Mai: Geltendmachung und Rechtfertigung des Bündnisses mit Frankreich, [2.1.] Bekundung ihrer Reichstreue, [2.2.] Wiedergabe ihrer Antwort an die kgl. Gesandten: Abberufung der eidgenössischen Knechte aus dem frz. Italienheer, Mitwirkung am Romzug Kg. Maximilians, Ablehnung einer Einung mit dem Haus Österreich, [2.3.] Hinweis auf den Vortrag einer frz. Gesandtschaft an die Tagsatzung in Baden mit Zurückweisung der Vorwürfe Kg. Maximilians hinsichtlich Kaiserwürde und Papsttum; [3.] Unterredung der Reichsgesandtschaft mit den kgl. Gesandten; [4.] Einladung an die Eidgenossen zur Beschickung des Konstanzer RT; [5.] Vortrag einer frz. Gesandtschaft auf dem eidgenössischen Tag: Ankündigung eines frz. Angriffes auf Bologna auf Bitten Papst Julius’ und Bitte um Aushändigung von Unterlagen über die Verhandlungen zwischen Eidgenossen, kgl. und Reichsgesandten. Zurückweisung dieser Bitte durch die eidgenössischen Gesandten; [6.] Mitglieder der Reichsgesandtschaft.

    Act. Konstanz, nach dem 13. Mai 1507.1
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 422–425’ (Kop., Aufschr. wie Nr. 216, Überschr.: Antwort der Eydgenossen uf die werbung der gesanten potschaften.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 13’-15’ (Kop., Überschr.: Der Schweizer antwort.) = B.

    [1.] /422/ Auf gescheene werbung inhalt obgeschribner instruction [Nr. 216] ist von den Eydgenossen, zu Schaffhausen versamelt, erstlich zu antwort gefallen, sie hetten gehort und vernomen das gn. zuentpieten irer gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stend des Hl. Reichs mit etlicher erzelung und beschließlicher beger, die iren, so bey kgl. wirde zu Frankreich weren, aus erzelten ursachen abzufordern und auch röm. kgl. Mt., irem allergnst. H., trostlich und richtlich antwort zu geben, wie dann solichs nach der lenge erzelt worden. Dieweil dann dieser tag angesatzt were, mit röm. kgl. Mt. reten der sachen halben zu handeln, die sie auch ytzo beschieden hetten, wolten sie inen gemeyner Eydgenosschaft antwort geben, und dermassen, das sie hofften, kgl. Mt. solt der nit ungefallen, sonder gn. wolgefallen entpfaen. So dann solichs gescheen were, wolten sie uns, den verordenten reten, uf gemeltes unser anpringen auch antwort geben, des sie hofften, fug und ere zu haben. Beten uns, daruf keinen verdrieß zu entpfahen, dann sie die sachen ufs furderlichst furnemen wolten.
    [2.] Uf unsers Herrn uffarts tag [13.5.] haben uns die Eydgnossen nachvolgende antwort geben: Erstlichen sagen sie /422’/ iren gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs ires gn. zuentpietens und geneigten willens untertenigen und hohen dank. Und uf die erzelung, wes von dem allercristenlichsten Kg. von Frankreich mit zutun der iren gehandelt, auch furter zu handlen in furnemen stee, wolten sie uns nit verpergen, welichermas sie zu diesen dingen komen. Es were nit on, durch ire eltern were vor vil jaren und erstlich bey Kg. Ludwigen zeiten ein eynigung zwuschen gemeltem Kg. von Frankreich, synen nachkomen, inen, den Eydgenossen, und iren nachkomen uf etlich zeit gemacht worden2, die auch durch den allerdurchleuchtigisten iren allergnst. H. Ks., Friderichen, hochloblicher gedechtnus, auch etlich Kff. und Ff. des Hl. Reichs zugelassen worden were.3 Das auch dieselbe dem Hl. Reich, teutzscher nacion und gemeiner Eydgenosschaft besonderlich im burgundischen krieg hoch und merklich ersprossen, das hett meniglich gut wissen. Aber dannost, so weren in solicher eynigung ußgenomen der hl. stul zu Rome, das Hl. Reich und alle die, mit den sie vor in buntnus stunden. Also hett der Kg. von Frankreich sie in craft gemelter eynigung erfordert, ime etlich volk umb sold volgen zu lassen. Das hetten sie, als die es zu tun schuldig gewest, gewilliget. /423/ Und wo sie das nit getan, so were inen solichs nit alleyn bey welischer zungen, sonder auch bey meniglich nachredlich gewest.
    [2.1.] Das aber die iren zuwider dem Hl. Reich gepraucht worden, des hetten sie sich gar nit versehen. Were inen auch nit gemeynt zu gestatten, das die iren in eynich wege wider das Hl. Reich solten von yemands gepraucht werden. Und wiewol inen deßhalben auch in gemeyne orter der Eydgenosschaft von kgl. Mt. ein mandat oder missiveschrift [Nr. 48] zukomen were, darinnen ir Mt. a hochlichen anzuge, wie sie Šdem Kg. von Frankenrich seins uncristenlichen furnemens und tuns furdrung und hilf teten, mit vil andern hohen anziehen, were nit wenigers, inen were solichs zumal sere beswerlichen gewest und noch. Dann inen were dergleichen schrieften ye von röm. Kss. oder Kgg. nye zukomen, hetten auch derhalben ir unschuld gegen kgl. Mt. reten, so jungst zu Baden gewest, angezeigt [Nr. 51, Pkt. 3] . Weren auch wol entschlossen gewest, sich uf den Reichs tag gein Costenz zu Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs zu fugen und sich solichen schweren uflegens zu verantworten, hetten es aber im besten unterlassen, als die, die sich ungern wider iren obersten und allergnst. H., den röm. Kg., bewegen wolten lassen, solichs, als wol not gewest, zu anden. Beten uns aber, ir verantwortung bei den stenden des Hl. Reichs mit dem besten anzupringen. Dann ir gemut, herz noch will were nye gestanden oder noch nit stunde, das sie sich von dem Hl. Reich tun oder darwider handlen /423’/ hetten wollen. Es were auch bey iren eltern nye erfaren, sondern das sie sich als verwante des Hl. Reichs mit irem manigfeltigen plutvergiessen allweg getreulich erzeigt und also gehalten, were darwider gewest, das sie dem alles ires vermogens widerstand getan. In solicher irer eltern fußstapfen wolten sie treten, nit geringer sein, sonder die ersetzen, bei zeit ires lebens ire kinder auch daruf weisen, das sie auch ire nachkomen dergleichen unterweisten, also das in ewig zeit anders von ine nit erfarn solt werden. Darumb wo ymands, were der were, der dem Hl. Reich und teutscher nacion solich hochste wirde und ere der ksl. cron abzihen und benemen oder in ander weg abbruch tun wolte, darwider wolten sie sich als fromme Teutzschen, und die zu dem Hl. Reich gehorten, mit leib und gut setzen, das helfen retten und erzeigen, das man sehe, das inen solichs nit lieb were. Des solt sich das Hl. Reich, Kff., Ff. und stende desselben trostlichen zu inen versehen.
    [2.2.] Deßhalben, dieweil unser beschließlich biet daruf stunde, das sie kgl. Mt. wolgefellig antwort solten geben, darab Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs auch gefallen mochten tragen, so hetten sie auch den kgl. reten antwort geben: erstlich der fußknecht halben, das sie die ytzo stundans abfordern und dabey verorden wolten, ob yemands aus inen sich der abfordrung widersetzen wurde, das aus yedem ort in sonderheit geschrieben und also anheyms- /424/ bracht, wie, sie nit zweifelten, gescheen wurde. Des romzugs halben, die ksl. cron zu erholen, weren sie willig, kgl. Mt. darzu knecht volgen zu lassen und darzu zu helfen; doch so kgl. Mt. den furzunemen beschlissen wurde, das inen solichs zeitlich verkundet, auch malstat und zeit benant wurde, vom solde, bestallung, zeit und anderm, auch wider wen man sie gebrauchen wolt, zu handeln und zu reden und die zeit des angenendenb solds zu beschliessen. Darin wolten sie sich fuglichen halten, darab kgl. Mt. nit mißfallen wurde entpfaen. So hetten auch die kgl. rete mit inen von eyner eynigung wegen gehandelt. Dieweil wir dann gehort, wie sie in eynigung mit dem Kg. von Frankreich stunden, so mochten wir villeicht selbs furwenden, wiewol das Hl. Reich ußgenomen were, so mocht die dannost nit hoch ersprießlich sein. Aber so die außgangen were und dann ichts weiters an sie gelangen Šwurde, darin wolten sie sich abermals fuglichen vernemen lassen, des sie hofften, fug und ere zu haben. Wo nun unser gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs ab solicher antwort ein gn. wolgefallen entpfaen wurden, als sie hofften, tun wurden, so were inen solichs (und nit unpillich) ein grosse freude. Dann ye ir gemut und will nit anders stunde, dann bey dem Hl. c Reich teutscher nacion, der ere und wirde zu pleiben und sich davon nymmermer zu wenden. Beten uns, solichs ufs treulichst der versamlung anzusagen.
    [2.3.] /424’/ Nach beschlus dieser rede hat er weiter uß bevelhed der andern geredt, wie er zu reden vergessen gehabt, nemlich, als die kgl. rete zu Obernbaden jungst gehalten tags gewest, do weren zwo potschaft vom Kg. von Frankreich, eine aus Frankreich, die ander aus Lombardia komen, aber keine von der andern gewust. Hetten sich aber bede lassen vernemen, zu sagen, iren herren langet an, wie ime von röm. kgl. Mt. uferlegt werde, das er sich untersteen wolt, die ksl. cron dem Hl. Reich und teutzscher nacion abzuerlangen, dergleichen den hl. stul zu Rome zu seinem gewalt und gefallen zu betrangen. Wer ime das zulegt, der tet ime unrecht, hett der keynes zu tun ye gedacht. e Wuste auch wol, das ime die ksl. cron nit zustunde, sonder teutzscher nacion. Wo auch röm. kgl. Mt. die zu Rome haben wolte und ine darin ersuchte, wolte er ime furdrung und hilf mit offnung wege und stege mitteylen-e. Wo es auch anders an sie gelangt, das sie dem keinen glauben geben wolten. Dann wurden sie es anders erfinden, so solten sie ime oder seiner botschaft hinfur in ewig zeit nymmer trauen und glauben. Solich entschuldigung hetten sie, die Eydgnossen, den kgl. reten alßbalde eroffnet und sich versehen gehabt, sich solten wort und werk gegeneinander vergliechen haben, wann man soliche ding von grosser Hh. wegen zusagt. Das geben sie uns auch zu erkennen.
    [3.] /425/ Mit solicher antwort sind wir nach zimlicher danksagung und annemen derselben, das wir die an unsere gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs bringen wolten, von inen und zu den kgl. reten gegangen.
    Die haben uns und wir inen gegebne antwort eroffnet. Und als die gleichmessig bey uns allen geacht, ist solichs kgl. Mt. zugeschrieben worden4, irer Mt. gemut ferner daruf zu vernemen.
    [4.] Daruf dann gevolgt ist, das die Eydgenossen von wegen kgl. Mt. und der stende des Hl. Reichs gebeten sind worden, sich zu erheben und gein Costenz zu fugen, weiterer handlung zu warten. Ist also von inen gutwillig gescheen.
    [5.] Alßbalde ist auch ein franzosisch botschaft zu Schaffhausen erschinen und hat abermals seinen herrn des uflegens wollen verantworten. Ist gehort von den Eydgenossen. Aber als er weiter hat angezeigt, wie sein herr uf ansuchung unsers hl. vaters, des babsts, in furnemen stee, Bononia zu uberziehen und die dem hl. stul zu Rome noch mer gehorsamer zu machen, dann sie noch sein, alßbald sind sie Šgemeinglichen ufgestanden und ime darunter geredt, das sey ir meynung ganz nit zu gedulden. Ist die botschaft darvon gefallen und hat gesagt, er versehe sich, sein herr werde weiter vom babst angesucht umb hilf. So das geschee, so werde er ime die leysten. /425’/ Er hat auch aller handlung kgl. rete, auch der stende rete werbung in schrieften ime zu ubergeben ein abschid gebeten. Das ist ime, wiewol es vormals oft gescheen sey, dasmals versagt worden.

    [6.] Die rete von wegen des Hl. Reichs stende sind gewest

    Von wegen der Kff.: Thoman Rud, menzischer hofmeister; Eytelwolf vom Stein, ritter.
    Von wegen geystlicher und weltlicher Ff.: Peter von Aufses, probst zu Camberg, tumherr etc.; Hans von Emerßhofen, pfleger zu Eychach.
    Von wegen der stett: Johann More, schulthes zu Frankfurt.

    «1.3.2. Verhandlungen auf dem Reichstag (Mai 1507) »

    « Nr. 219 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände »

    [1.] Unterredung des Kg. mit den eidgenössischen Gesandten am Morgen des 16. Mai, Wunsch der Eidgenossen nach einer Erklärung der Reichsversammlung bezüglich des Romzuges; [2.] Aufforderung zu unverzüglichen Beratungen über die Romzughilfe und zur Mitteilung der Beschlüsse an die eidgenössischen Gesandten.

    Konstanz, 16. Mai 1507 (sontag exaudi).1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 428–429’ (Kop., Überschr.: Den Kff., Ff. und stenden des Reichs furzuhalten. Verm.: a Von kgl. Mt. wegen gescheen uf sontag exaudi -a . Gestrichener Dorsalverm.: Furbringen der kgl. Mt., zu Costenz uf dem Reichs tag bescheen, uf sontag exaudi Ao. etc. septimo.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 16’-17 (Kop., Überschr.: Den Kff., Ff. und stenden des Richs furzhalten von kgl. Mt.) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 47–48 (Kop. Verm.: Am sontag exaudi Ao. etc. VIIo zu Costenz im closter zu den Parfussern, mein gnst. H. von Menz herberg, hat pronunciirt, ut sequitur.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 6’-7 (Kop., Überschr. wie A) = D. Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (dem RT-Protokoll [Nr. 148] inserierte Kop., Überschr. wie A) = E. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/22, fol. 45–45’ (Kop., Überschr.: Den Kff., Ff. und stenden des Reychs furzuhalten.)2. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 10–11 (Kop., Überschr. wie A). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 7–7’ (Kop., Überschr. wie A). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 7–7’ (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 6–6’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 905, S. 707–709.

    [1.] /428/ Sy mugen wissen, was gestalt die kgl. Mt. die Eydgnossen yetzo auf dem tag zu Schaffhausen bewegt und beworben hab, ir santpoten hieher auf gegenwurtigen ŠReichs tag zu senden, denen dann ir kgl. Mt. heut morgens im beiwesen der Kff., Ff. und stend irer kgl. Mt. und des Hl. Reichs auch zum teyl der cristenheyt obligen entdeckt und sy darauf ermant auf meynung, wie sy all on zweyfel wol vernomen haben [Nr. 148, Pkt. 3f.]. Nu sey die kgl. Mt. glaublich bericht, das der Eydgnossen grund darauf stee, das sy von erst horen und vernemen werden wellen der Kff., Ff. und stende des Reichs gemut und grund auf kgl. Mt. furhalten, allein die ksl. cron zu erretten, und sunst, wo sie den grund nit versteen, wie man die ksl. cron erretten wolt, alßdann allein gute wort geben und aufzug [= Aufschub] machen und damit abscheiden werden. Und so sy auf solichs der Kff., Ff. und stende gemut und grund vernemen, was und wie man darzu tun will, werden sy erst auch ir meynung eroffnen.
    [2.] Dweil aber /428’/ die Kff., Ff. und stend des Reichs gegenwurtig des willens sein mochten, auf diejen, so noch nit ankumen sein, zu warten, das aber die kgl. Mt. nit fruchtpar ansiecht, aus ursachen, das sich dieser Reichs tag dadurch verlengern und zu besorgen sein, die Eydgenossen des nit erwarten, sonder on grund abscheiden wurden, zusambt dem, das sunst vil nachteil und unglimpf, als sy und meniglich zu ermessen haben, daraus entsteen mocht. Darumb bedunkt die kgl. Mt. das nutzist und pest sein, ist auch irer kgl. Mt. begern, das die Kff., Ff. und stend des Reichs gegenwurtig den tag ytzo von stund an anfahen, auf ander nit warten und nemlichb den gesandten von Eydgenossen, so sy ytzo auf kgl. Mt. bescheid kumen werden, anfenglich und von erst anzeigen und zu erkennen geben, was sy als das Hl. Reichc zu erlangung der ksl. cron und zu furkumen des Kg. zu Frankreich furnemen tuen wellen. /429/ Dann ir kgl. Mt. sorgt ye, die Eydgnossen werden sich nichts merken lassen, sy haben dann zuvor der Kff., Ff. und stend des Reichs gemut und grund vernomen.
    Und hierauf sollen des Reichs stend ratslagen, den Eydgenossen furzuhalten, mit was macht zu roß und fueß, auch zeug und anderm sy helfen wellen, wann die Eydgnossen anziehen und wann, auch wo man inen ir gelt zum anzug geben und wie es aller ding gehalten werden soll.

    « Nr. 220 Antwort der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Resolution Kg. Maximilians vom 16. Mai; [2.] Bereitschaft der Stände zur Eröffnung der Verhandlungen mit den eidgenössischen Gesandten, Ablehnung der Mitteilung eines detaillierten Beschlusses über die Romzughilfe an die Eidgenossen, Vorschlag zu einer Anfrage an die Gesandten über den voraussichtlichen Beitrag der Eidgenossen zum Romzug.

    Konstanz, 17. Mai 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 430–431’ (Kop., Überschr.: Antwort der stende uf das obangezeigt kgl. furhalten, wie der handel mit den Schwyzern anzufahen sey. Gestrichener Dorsalverm.: Kff., Ff. und stende des Rychs, ytzo zu Costenz versamelt, antwort uf röm. kgl. Mt. furhalten, gestern sontags exaudi [16.5.] bescheen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 17–17’ (Kop., Überschr. entsprechend dem Dorsalverm. in ŠA; Verm. am Ende des Stücks: Hernach volgt wyter furhalten der röm. kgl. Mt. den Kff., Ff. und stenden des Rychs [Nr. 221]) = B.

    [1.] /430/ Kff., Ff. und stend diser versamlung haben der kgl. Mt. furhalten [Nr. 219] underteniglich gehört, darin kgl. Mt. tut begeren, diesen Reichs tag anzufahen und nit uf ander zu verziehen, das sich auch die stend des Reichs uß ursachen, durch kgl. Mt. angezeigt, gegen den Eydgnossen horen und vernemen lassen, was sie zu erlangung der kgl. cron und zu furkomen des Kg. von Frankreich furnemen tun wollen etc.
    [2.] Daruf geben die stend der kgl. Mt. underteniglich zu erkennen, das, wiewol noch etlich treffenlich stende vom Reich abwesend, der zukunft man noch wartend, so seien doch die stende, so gegenwurtig sein, der kgl. Mt. zu unterteniger gehorsam willig, diesen Reichs tag anzufahen und neben der kgl. Mt. mit den Eydgnossen zu handeln. Das sie aber den Eydgnossen die maß irer hilf zuvor eroffnen sollen, des tragen sie aus beweglichen ursachen, die on zweifel kgl. Mt. aus hoher vernunft zuforderst wisse zu ermessen, beswerung. Bedunkt sie nit gut, auch on not. Aber irs bedunkens, so were dißmals der handel mit den Eydgenossen also anzufahen, das kgl. Mt., auch Kff., Ff. und ander stende des Reichs zusamen etlich verordent, die den Eydgenossen anfenglich zu erkennen geben hetten, wie Kff., Ff. und andere stende der kgl. Mt. yetzo alhie uf ir anlangen und /430’/ ersuchen ein treffenlich, furderlich hilf zu erlangung der ksl. cron und zu widerstand dem Kg. von Frankenrycha zugesagt hetten, die sie auch getreulich und furderlichb also leysten und tun wolten. Darumb und so die Eydgenossen sich ytzo gegen kgl. Mt. auch trostlicher, erpietlicher antwort [Nr. 148, Pkt. 4]  in solichem horen lassen haben, so sei ire begere von wegen kgl. Mt. und der stende des Reichs, das sich die Eydgenossen vernemen lassen, wie und welichermaß sie in solichem furnemen der kgl. Mt. und dem Hl. Reich zu hilf komen, wievil knecht sie umb sold schicken, auch was sie als getreue Teutschen und verwanten des Reichs fur sich selbs in solichem tun wolten etc. So das vernomen würde, so kont man weiter mit inen uf alle maß dester geschickter handeln. Dabei wurde auch in der handlung komen, ein verstentnus mit den Eydgnossen zu machen etc., wie sich dann das in der handlung zum besten begeben wurde. Das sei Kff., Ff. undc stende undertenig anzeige im allerbesten, mit underteniger bitt, solichs also getreuer, underteniger meynung von inen zu versteen und ufzunemen.

    « Nr. 221 Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände »

    [1.] Forderung nach Selbstverpflichtung der Reichsstände zu Beschlüssen über die Romzughilfe und über eine Garantieerklärung für die Eidgenossen; [2.] Verpflichtung von 6000 eidgenössischen Söldnern für den Romzug; [3./4.] Regelung des Solds; [5.] Unterstützung der eidgenössischen Fußknechte durch eine Reitertruppe; [6.] eidliche Verpflichtung der eidgenössischen Söldner zum Einsatz gegen jeglichen Widerstand während des Romzuges; [7.] Beginn des Aufmarsches; [8.] Bündnis zwischen Š Kg. Maximilian und der Eidgenossenschaft; [9.] Verbot von Dienstverpflichtungen eidgenössischer Söldner gegen den röm. Kg. und das Reich.

    Konstanz, 18. Mai 1507 (zynstag [nach Exaudi]).
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 432–432’ (Kop., Überschr.: Ander artikel, durch kgl. Mt. den Kff., Ff. und stenden furgehalten, die Schweizer betreffend.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 18–18’ (Kop.) = B. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 7’-8 (Kop.) = C. Karlsruhe, GLA, 50/6a, unfol. (dem RT-Protokoll [Nr. 148] inserierte Kop., Datumverm.) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat 10180/23, fol. 26 (irrtümlich unter den Wormser Reichstagsakten von 1509 eingeordnete Kop., nur Pkt. 2–9). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 28–28’ (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Reihenfolge der Pkt. 8 und 9 vertauscht). Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 12–13 (Kop.). Köln, HAStd, K+R 37, fol. 8–8’ (Kop.). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 7–7’ (Kop.). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 7–7’ (Kop.).

    [1.] /432/ Item, das Kff., Ff. und stende der kgl. Mt., auch den Eydgenossen zusagen, von hynnen nit zu scheyden, sunder zuvor entlich zu beschliessen und furzunemen, die kgl. Mt. und teutsch nacion bey den wirden der ksl. cron, auch die Eydgenossen als ein gelid des Hl. Reichs mit trostlicher und statlicher hilf zu behalten und nit zu verlassen.
    [2.] Item an die Eydgenossen zu begeren sechstausent man zu dem romzug unter aller orten fanen, nemlich dry monat und darnach, als lang ir Mt. irer bedarf.1 
    [3.] Item der sold soll sein einem yeden knecht den monat vier fl.rh.
    [4.] Item allen hauptleuten, fenrichen, weibeln und spilleuten soll der doppelsold, wie gewonlich ist, gegeben werden.
    [5.] Item soll inen zu solichem romzug ein treffenlicher reysiger zeug zugeordnet und zugegeben werden.
    [6.] Item die sechstausent knecht sollen vor irem ußzug eydspflicht tun, ob ymands, wer der were, so kgl. Mt. an irem romzug an passen, proviand oder anderer gestalt zu verhindern understunde, wie das bescheen mocht, /432’/ das sie solichs als getreue dinstleut mit der tat und aller moglicheit zu weren und ire hilf und beystand tun wollen.
    [7.] Item, das solicher anzüg nach zweyen oder dreien moneten a ungeverlich b nach dem abschied alhie–a –b angee und mitler zeyt sich die Eydgenossen zü solichem züg richten.
    [8.] Item zu begeren einer bundnus zwuschen röm. kgl. Mt. und den Eydgenossen. Und ob sie vermeinten, das solichs des Kg. von Frankreichs eynung halber nit sein mocht, das den Eydgenossen nochlengs die moglicheyt deßhalb soll angezeigt werden.
    [9.] Item, das auch die Eydgenossen nit gestatten mitler zeit yemands der iren, wider kgl. Mt. und das Hl. Reich zu dienen oder yemands zuzulaufen.

    « ŠNr. 222  Antwort der Reichsstände auf die zweite Resolution Kg. Maximilians »

    [1.] Verpflichtung von 6000 eidgenössischen Söldnern für den Romzug; [2.] Dauer der Dienstverpflichtung der eidgenössischen Söldner; [3.] Bereitschaft der Reichsstände zu Verhandlungen über zusätzliche Truppen für den Romzug; [4.] eidliche Verpflichtung der eidgenössischen Söldner gegen jeglichen Widerstand während des Romzuges; [5.] Bitte um zeitliche Abstimmung zwischen dem Dienstbeginn der eidgenössischen Söldner und dem Aufmarsch des Reichsheeres; [6.] Beitrag der Eidgenossen als Reichsangehörige zum Romzug; [7.] Einung zwischen Kg. Maximilian und den Eidgenossen. – [8.] Aufzeichnung über Verhandlungen Kg. Maximilians und der ständischen Deputierten mit den eidgenössischen Gesandten.

    In Konstanz am 18. Mai 1507 an kgl. Räte übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 433–433’ (Kop., Überschr.: Antwort uf der kgl. Mt. obgeschrieben furgehalten artikel [Nr. 221].) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 18’-19 (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /433/ Kff., Ff. und ander stende des Reichs haben die artikel, so die kgl. Mt. fürhat, mit den Eydgnossen zu handeln, vernomen und ermessen. Und nachdem sie die sachen irs besten zu furdern geneigt sein, so bedunk sie die begerte somme der sechstausent knecht, auch der angezeigt sold nit ungemeß, sunder das wol davon mit den Eydgenossen zu handeln sei, des dann die stende irs teyls willig sein.
    Item ist der stende notdorft zu wissen, ob kgl. Mt. dieser anzal knecht und des reysigen zeugs zu dem romzug gnugig sein oder mer begeren wolle.
    [2.] Item der artikel, meldent von den dryen monaten oder solang kgl. Mt. der knecht weiter bedorf, ist not erclert zu werden, wer die knecht uber die dry monat, so kgl. Mt. der bedorfen wurde, besolden solt.
    [3.] Item, wo kgl. Mt. fur notdurftig ansehen wurde, den romzug mit mer volks wann obgemelt furzunemen, sein die stende auch willig, davon furderlich zu handeln. Damit onnot, sich des hiebleibens zu verpflichten, wann sie der und anderer des Reichs obligenden sachen halber alhie seien.
    [4.] Item gefellet auch den stenden, das die sechstusent knecht laut der kgl. Mt. anzeigung verpflichtet werden, und des mer, ob röm. kgl. Mt. in solichem romzug des Reichs undertanen, communen oder verwanten des wegs gein Rome oder herwider zu gehorsam erfordern wurde und sie sich des teten widersetzen oder ob denselben ungehorsamen yemands hilf oder hanthabung tun wurde, das die knecht wider dieselben gleichermas wie oben im artikel zu helfen verpflicht weren.
    [5.] /433’/ Item ist der stende undertenig bitt, das kgl. Mt. diese hilf und rustung des romzugs, deßgleichen das angeen der Eydgenossen sold dermaß und der moglicheyt betrachten und setzen wolle, das eins mit dem andern samentlich zugeen und vollendet werden moge und keyner lang uf den andern vergebens warten dorfe. Wann solt der Eydgenossen sold angeen und der ander zeug zu roß oder fuß nit alßbald auch vor Šaugen und geschickt sein, so lief der sold und zeit vergebens. Und were zu besorgen, das dadurch der romzug gestummelt werden und fallen mocht.
    [6.] Item, nachdem die Eydgenossen sich als ein glid des Reichs erkennen, sich auch gegen kgl. Mt. zu eroberung oder erlangung der ksl. cron gutwillig erpoten haben, ist der stende gutbedunken, das von inen auch vernomen werde, wes sie als verwanten des Reichs in solichem fur sich selbs tun wollen.
    [7.] Item gefellet den stenden, von einem vertrag, eynung oder verstentnus mit den Eydgenossen zu reden, damit yeglicher teyl wissen moge, wie er mit dem andern stee und wes er sich zu dem andern versehen soll.
    [8.] [Vermerk von anderer Hand:] a Daruf hat kgl. Mt. mitsampt dem darzu verordenten usschus von des Rychs stenden angefangen, mit den Eydgenossen zu handeln uf obgeschrieben mas. Da haben sich der Eydgenossen gesanten horen lassen, wie oben, das sie sich als zugehorig des Rychs erkennen wollen, auch, wie sie sich erpoten, zu erlangung der ksl. kron b und dem Rych sunst-b gern hilf tun. Das sie aber die anzal solicher hilf itzo benennen solten, mogen sie nit tun. Sie konnen auch itzo also ylent nit ziehen, wan es wurde nu die hitz angeen und sey nit muglich iren knechten, in der hitz zu zyhen. Aber kgl. Mt. moge ein benante zyt eins zugs furnemen und sich itzo des solds mit inen vertragen. Und so sin kgl. Mt. dan zihen wolle, so soll er inen solichs verkunden, sich mit den iren wappen zu schicken, auch inen zu erkennen geben, wievil er der knecht begere und wider wen er sie bruchen wolle. Alsdan wollen sie sich als fromme Tutschen, was inen tunlich sei, vernemen lassen etc. Sie syen auch willens, ein eynung und verstentnus mit dem Rych zu haben etc.
    Daruf hat kgl. Mt. ein notel einer eynung den stenden tun furhalten, lutend wie hernach volgt–a.

    « Nr. 223 Erster Entwurf Kg. Maximilians für eine Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich »

    [1.] Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich; [2.] Verpflichtung der Eidgenossen zum Beistand für das Reichsoberhaupt und das Reich, [3.] zum Schutz des Hl. Stuhls und [4.] zur Bewahrung von Frieden und Recht gegenüber den Reichsangehörigen; [5.] Verpflichtung von Kg. und Reich zum Schutz der Eidgenossen. – [6.] Vermerk über die Ausstellung entsprechender Reversbriefe durch die Eidgenossen auf der einen sowie Kg. und Reich auf der anderen Seite. [7.] Vermerk über Einwände der Reichsstände gegen den kgl. Einungsentwurf.

    s.l., s.d., jedoch in Konstanz am 18. Mai 1507 an die Reichsstände übergeben.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 434–434’ (Kop., Überschr.: Kgl. Mg. furgehalten notel der eynung mit den Eydgenossen. Vermerk von anderer Hd.: Sint dryerley, wie hernach volgt.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 19’-20 (Kop., Überschr. Š[auch zu Nrr. 225f.]: Hernach volgen dryerley noteln, der man sich zu beratschlagen understanden, der eyner mit den Eidgenossen sich zu vertragen.) = B. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 29–29’ (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Überschr.: Dise notel ist erstlich von röm. kgl. Mt. ubergeben.) = C.

    [1.] /434/ Wir, N., N. und N., bekennen, als wir bißher mit dem Hl. Reich teutscher nacion in etwas vil mißverstand gewesen sein, das dann uns und unsern anstossern merglichen unlust und widerwillen gebracht hat, das wir demnach uf ansuchen und begern der röm. kgl. Mt., unsers allergnst. H., solichs, wie obsteet, betracht und uns mit seiner kgl. Mt. und dem Hl. Reich, dem wir von natur und allen unsern vordern heer als die Teutschen undertenig und anhengig gewesen und noch sein, in ein clare verstentnus begeben haben, und nemlich also:
    [2.] Zum ersten, das wir all von der Eydgenosschaft, in was stands oder wesens die sein, von alter oder jugent, fur uns, unser kinder und nachkomen seiner kgl. Mt., dem Hl. Reich und teutscher nacion anhengig sein wollen wider meniglich und alles das tun, das irer kgl. Mt. und dem Hl. Reich und teutscher nacion zu ere, nutz und ufnemen kombt, als wir solichs von natur und pillicheyt wegen zu tun schuldig sein.
    [3.] Ferrer wollen wir den hl. stul zu Rome, der seiner kgl. Mt. und dem Hl. Reich als obristen vogt verwandt ist, helfen /434’/ beschutzen und beschirmen und den in allem seinem herkomen zu underhalten, inmassen wir das als die fromen cristen zu tun pflichtiga sein.
    [4.] Wir wollen auch frid und recht halten und geben mit allen unsern nachpaurn und des Reichs verwandten, wie wir dann solichs bißheer loblichen hergebracht haben.
    [5.] Daentgegen haben uns auch sein kgl. Mt. und die stende des Hl. Reichs zugesagt, uns bey unsern alten freiheiten und herkomen bleiben zu lassen und wider meniglich vor gwalt hanthaben, schutzen und schirmen wie ander des Hl. Reichs und deutscher nacion undertanen und verwandten, alles getreulich und ungeverlich.
    [6.] Item in simili zwen gleich brief, ein von den Eydgnossen, wie obsteet, und den andern dagegen von kgl. Mt. und des Reichs stenden mutatis mutandum.
    [7.] b Dieser notel haben die stende des Reichs in irem ingang, auch etlicher wort und unformlicheyt halber darzu sonderlich des artikels, den rechtlichen ußtrag betreffend, beswerung gehapt und darumb ein kleyne verenderung getan, wie hernach steet-b [Nr. 225].

    « Nr. 224 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung zu Konstanz »

    [1.] Ladung der Stadt St. Gallen zum Konstanzer RT; [2.] Wunsch Appenzells und anderer zugewandter Orte nach Teilnahme an der Tagsatzung; [3.] Forderung Daniel Kapfmanns an Kg. Ludwig von Frankreich; [4.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten; [5.] Verhandlungen der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten; [6.] Verhandlungen über eine Einung von Kg. Šund Reich mit den Eidgenossen; [7.] Maßnahmen gegen die verbotene Anwerbung von eidgenössischen Söldnern für Frankreich.

    Konstanz, 18.-20. Mai 1507 (in der wuchen vor pfingsten)1 .
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 146–148 (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 121–124 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 311–313 (Kop.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 68 (Kop.) = D. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.). Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (Kop.).
    Regest/Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 275, S. 376f.; Nr. 274, S. 373 (als Pkt. b-f); Anshelm , Chronik III, S. 6f. (nur Pkt. 4–6).

    Abscheyd uß Costenz, des tagleistens daselbs gehaltena

    [1.] /146/ Als die von St. Gallen anbracht haben, das sy zu diserm Richs tag syen beschriben, mit beger, was inen deßhalb ze tund gebure, ist inen geraten: Nachdem si irn wandel und handel eben wyter suchen und bruchen, das inen wol gebur und ze tund, das si gehorsamlich erschinen.
    [2.] Als Appenzell und villicht ander der neygung sind gewäsen, ouch geren by dißerm tags handel zu erschinen, angesächen, was inen daran sye als den vorsäß gelegen, ist in geantwurt: Diewil kgl. Mt. beger sye, mit den zwölf orten zu reden und dieselben ouch von kgl. Mt. gan Schafhusen beschriben, gebur inen nit, deßhalb endrung ze tund. Ob sy aber /146’/ durch sich selbs daby erschinen, soll inen nit gewert und damit heimgebracht werden, ob hienach in solichen sachen, die gemein Eydgnoschaft und ir verwantenb beruren, als dann kriegslouf sind, sy darzu beruft und mit inen als andern gehandelt sol werden c und uf dem tag zu Baden jedes ort sin antwurt geben-c.
    [3.] [Daniel] Kapfmann bat erneut um Hilfe zur Durchsetzung seiner Ansprüche an den frz. Kg. Ihm wurde für den eidgenössischen Tag zu Frauenfeld ein Bescheid angekündigt, ob man seine Forderung gegenüber künftigen frz. Gesandtschaften vertreten werded.2  
    [4.] So weist ein jeklicher bot zu sagen, mit was großer zucht und eren die röm. kgl. Mt. uns boten hat lassen empfachen, ouch selbs in bywäsen aller Kff., Ff. und Šgemeinene ständ des Hl. Richs gnädiglich und gunstlich zugesprochen und ernstlichen dank gesagt, das wir zu ir also sind komen, mit erbieten, solichs zu gutem nit zu vergessen.
    /147/ Und dann furter bemeldt, das ir Mt. durch die gesandten zu dem tag gen Schaffhusen entdeckt, das wir die hingezognen zu dem frankrichischen Kg. wider abgemant, daran si groß gevallen haben und deß zugut gnädiglich ingedenk sin welle, mit etwas mäldung, was derselb frankrichisch Kg. zu abbruch deß röm. Rich fürer understand.
    Item und das ir Mt. ganz des willens sye, die ksl. kron mit unser hilf, die sy darzu begert, zu empfachen, damit tutscher nation ir loblich harkomen nit werde entzogen, mit beger, gemein Eydgnoschaft wolle sich darin also bewysen, wie si des sunder vertruwen und ir vordern ouch getan haben.
    [5.] Deßgelichen ist ouch von allen Kff., Ff. und gemeinen standen deß Richs begert, mit vil fruntlichs erbietens, und daruf geantwurtet in glicher meynung, wie der abscheid, zu Schafhusen ußgangen [Nr. 217, Pkt. 2] , lutert.
    [6.] So ist demnach durch der kgl. Mt. und deß Hl. Richs anwält furer mit uns geredt, das die notturft tutscher nation, deß Hl. Richs und zuvoran Gots lob und ere ervordre, das wir mit den ständen deß Hl. Richs und dieselben mit uns in soliche gestalt und mittel gebracht, damit frid und ruwe /147’/ zwuschen kgl. Mt., dem Hl. Rich und uns allen behandhabet werd. Daruß f mengerley geredt und in ganzer warheit sovil-f ist erfunden, das kgl. Mt. sich mit allem und ganzem ernst darin geneigt undg geredt hat, wir söllen gut kungisch, so welle si ein vast guter Eydgnoß sin, und demnach ein vergriff [Nr. 223] durch si in geschrift beschächen. Und als der gehört, vast geendert und zuletst dergestalt ufgeschriben, wie das die copi [Nr. 226], dero jeder bot eine hat, anzöigt, daruf antwurt zu geben, zu tagen, als hienach stat, nemlich sonntag nach unsers Hern fronlichnams tag [6.6.] nachts zu Zurich an der herberg zu sind und mit so vollem gewalt zu erschinen, wie sich das zu guter leitungh frids und ruwen wirt geburen.
    [7.] Und als dann uns, der Eydgnoschaft boten, hie gesagt ist, das der Nußbomer und ander jetz sampnung3 und ufwiglen bruchen, den frankrichisch Kg. unser knächt zuzefuren, das aber swer und unlidlich wurde sin, angesechen des tags handel, hie mit röm. kgl. Mt. etlich tag [g]eupt, in abscheid und schrift gestelt, die ein i jeder weis an sin herren und oberkeit-i zu bringen4, daruf ouch antwurt sol geben werden, ist bevolchen, dem landvogt im Turgow5, dem vogt zu Rineck und andern zu schriben, Šouch den boten von Appenzell und der statt St. Gallen /148/ zu bevelchen, sölich gelöuf zu verbieten by libs- und gutsstraf, und sunder ouch uf den Nußboumer und ander, die damit umbgand möchten, zu achten und, wo si solicher gestalt funden werden, inzulegen und nit ußzulaßen dann mit gemeiner Eydgnoschaft wussentlichem willen, angesächen, das darus uns Eydgnossen ein landskrieg und also under uns grösser unwil und ungezwifelt zweyung möcht erwachsen.

    « Nr. 225 Entwurf der Reichsstände für eine Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich »

    [1.] Einung der Eidgenossen als Reichsangehörige mit Kg. und Reichsständen: [2.] Verpflichtung der Eidgenossen zum Beistand für das Reichsoberhaupt und das Reich, [3.] Verpflichtung der Eidgenossen zum Beistand für den Hl. Stuhl, [4.] Verpflichtung der Eidgenossen zur Friedenswahrung gegenüber den benachbarten Reichsständen, [5.] Verpflichtung von Kg. und Reich zum Schutz der Eidgenossen. – [6.] Vermerk über die Ablehnung des Entwurfs durch die eidgenössischen Gesandten.

    Beschlußfassung der Stände und Übergabe an die kgl. Räte am 19. Mai.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 435–436 (Kop., Überschr.: Notel der stende des Reichs der eynung mit den Eydgnossen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 21–21’ (Kop., irrtümliche Überschr.: Das dritt concept.) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 153–154 (Kop., Überschr.: Die ander copei, so die versammlung des Reichs der Aidgenossen halben stellen lassen hat.) = C. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 32–33 (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Überschr.: Dieße notel ist von den stenden des Hl. Reychs angegeben.) = [D]. Meiningen, StA, GHA II, Nr. 10, fol. 3–3’ (Kop., Überschr.: Copey, so die versamlung des Reichs der Aidgenossen halben stellen lassen hat.).
    Druck: Fäsi , Beylage, S. 106–108 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 221’).

    [1.] /435/ Wir, N., N. und N., bekennen etc., das wir betracht und zu herzen genomen haben die sweren anfechtung der cristenheit und des Hl. Röm. Reichs und sunderlich die swinden und sweren leuft, so sich yetzo wider unsern hl. vater babst, a röm. kgl. Mt., unsern allergnst. H. -a, das Hl. Röm. Reich und sunderlich teutsch nacion ereugen und anzeygen. Und darumb und auch der treu und lieb halber, so wir als gelider, verwandten und zugehorigen des Hl. Reichs und fromme Teutschen zu dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion als unserm vaterland tragen, Got dem almechtigen zu lob, zu merung und underhaltung fridens und eynigkeit im Hl. Reich und zu furdrung gemeyns nutzs uns mit dem allerdurchleuchtigisten, großmechtigisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg. etc., unserm allergnst H., seiner Mt. nachkomen im Reich, röm. Kss. und Kgg., und den stenden des Hl. Röm. Reichs in ein clare verstentnus begeben und getan haben und begebenb. Tun das in craft diess briefs, wie hernach volgt.
    Š[2.] Zum ersten, das wir alle von der Eydgenosschaft, in was stands oder wesens die sein, von alter oder jugent, fur uns, unser kinder und nachkomen /435’/ seiner kgl. Mt., derselben nachkomen am Reich, röm. Kss. und Kgg., dem Hl. Röm. Reich und teutscher nacion anhengig, gehorsam und getreulich beholfen sein wollen und sollen wider allermeniglich und alles das zuc tun, das irer kgl. Mt. und derselben nachkomen am Reich, dem Hl. Röm. Reich und teutscher nacion zu eren, nutz und ufnemen kompt, inmassen wir solichs von natur, dem rechten und pillicheyt zu tun schuldig sein.
    [3.] Und ferrer, nachdem der hl. stul zu Rome unserm allergnst. H., dem röm. Kg., und seiner Mt. nachkomen, röm. Kss. und Kgg., als obersten vogten und schirmherren zu schutzen und zu beschirmen bevolhen ist und zusteet, so sollen und wollen wir iren Gn. und dem Hl. Reich denselben stul getreulich helfen bey seinen eren, wirden und rechten hanthaben, schutzen und schirmen, inmassen wir das als fromme cristen zu tun pflichtig sein.
    [4.] Wir wollen und sollen auch fride und recht halten, geben und nemen mit allen unsern nachpaurn, des Röm. Reichs verwandten, wie sich solichs nach gestalt einer yeden sachen von rechts wegen zu tun gepürt und nit anders ungeverlich.
    [5.] /436/ Dagegen haben uns unser allergnst. H., der röm. Kg., die stende des Hl. Reichs fur sich und ire nachkomen zugesagt, uns bey unsern alten freiheiten und loblichem, guten herkomen pleiben zu lassen und wider meniglich vor gwalt zu handhaben, zu schutzen und zu schirmen wie ander des Hl. Röm. Reichs und teutscher nacion undertanen und verwandten, alles getreulich und ungeverlichd.
    [6.] [Vermerk:] e Dieser nottel mogen die Eydgenossen beswerung getragen haben, darumb kgl. Mt. ein andere hat lassen begreifen, aber, als man sich versihet, so mocht sie durch der Eygenossen frunde also gestelt sein und lautet, wie hernach volget-e [Nr. 226].

    « Nr. 226 Zweiter Entwurf Kg. Maximilians für eine Einung der Eidgenossen mit Kg. und Reich »

    [1.] Einung der Eidgenossen als Reichsangehörigen mit Kg. und Reichsständen: [2.] Verpflichtung der Eidgenossen zur Unterlassung von Feindseligkeiten gegen Kg. und Reich, zum Schutz des Hl. Stuhls und zur Unterstützung des kgl. Romzuges; [3.] Pflege guter Nachbarschaft mit den Reichsständen; [4.] Regelung von Streitigkeiten zwischen Eidgenossen und Reichsständen; [5.] Schutz der Eidgenossen durch Kg. und Reichsstände. – [6.] Vermerk über Einwände der Reichsstände gegen den kgl. Entwurf.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, 19. oder 20. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 436–437’ (Kop., Überschr.: Die ander notel der eynung mit den eydgenossen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 20–20’ (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 154’-155’ (Kop., Überschr.: Die drit copei der Aidgenossen halben, durch die röm. kgl. Mt. gestellt.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 125–126 (Kop.) = D. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 712 (Kop.) = [E]. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/24, fol. 30–31 (irrtümlich der Reichshandlung von 1510 inserierte Kop., Überschr.: Diese notel ist zum andern mal von röm. kgl. Mt. ubergeben.) = [F]. Glarus, LA, Z IV 3.2, zu Stück-Nr. 42 (Kop.) = [G]. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.).
    Druck: Anshelm , Berner-Chronik, S. 8f.; Brennwald , Schweizerchronik, S. 520f.; Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 374 (als Pkt. h zu Nr. 274).

    [1.] /436/ Wir, die gemein Eydgenosschaft von stett und lendern etc., bekennen mit dieser schrift, als wir dann on alles mittel dem Hl. Röm. Reich zugehorig sein, von welichem wir auch nymmera zu komen pillichen willen haben, sonder bey solichem wie unser altvordern aufrecht pleiben wollen und dem zugut, auch erlichem enthalt teutscher nacion, Got dem almechtigen zu lob, merung frids, ruewen und gemeins nutzs, b das wir uns demnach-b /436’/ mit dem allerdurchleuchtigisten, hochmechtigisten, unuberwintlichisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg., unserm allergnst. H., auch irer Mt. nachvolger an dem Reich c und den stenden desselben-c dieser hienachvolgender meynung vertragend haben.
    [2.] Zu dem ersten, das wir all fur uns und unser nachkomen gemein und sonderlich derselben kgl. Mt. und dem Röm. Reich anhangen, das wir demselben nit widerwertig sein wollen, noch yemand, der solichs zu tun understunde, hilf, beystand noch anhang beweisen, sonder dem, wo das durch unser land oder leut zu tun wurd furgenomen, widerstan, darzu auch auf den hl. stul zu Rome, des sein kgl. Mt. und das Reich obrister vogte ist, als gut cristenleut ein getreue[s] aufsehen haben, wider denselben auch mitnichten tun noch handeln und das den unsern auch keinswegs gestatten. Und seiner kgl. Mt. die ksl. cron, doch uf seiner kgl. Mt. und des Reichs costen und versoldung zu erlangen getreulich verhelfen, wie sich dann das alles unsern eren und pflichten nach gepurt, alles getreulich und ungeverlich.
    [3.] /437/ Es sol auch zwischen dem Hl. Reich und des verwandten, uns und unsern verwanten gute nachpaurschaft und gemeinschaft mit getreuem handel und wandel, Škauf und verkauf gepraucht werden, alles on besorg leibs und guts, wie das eins yeden teilsf notdurft vordert.
    [4.] g Und ob zwischen demselben und uns gemein oder sonderlich irrung und spenn erwuchs, dieselben sollen h inhalt beredter befridung zwischen dem hochloblichen haus Osterreich und uns3 gerechtfertigt werden-h, wie herkomen ist.
    i Aber geltschulden, erbfall und dergleichen sollen ir vertigung haben in den gerichten, darin sie sich erheben und die angesprochen sind gesessen, desgleich auch die frävel, ob die also erwuchsen. Und bey solicher rechtvertigung sollen wir nu und hinach pleiben und mit andern frömbden gerichten, geystlich noch weltlichen, dhainswegs beswert werden, ausgenomen ee und wuecher, die mugen vor geystlichen gerichten zu vertigung komen–g –i.
    [5.] /437’/ Diesen vertrag wollen wir auch bey gutem truwen aufrecht und stete halten, dem anhangen und gnug tun, den auch unser allergnst. H., der röm. Kg., j und die stend-j des Hl. Reichs uns zugesagt haben, darbey k und auch bey unsern freiheiten, guten gewonheyten und altem herkomen-k gnediglich pleiben zu lassen l und daraus keynswegs zu fuern, sonder-l uns zu hanthaben, zu schutzen und zu schirmen wie ander des Hl. Reichs und teutscher nacion undertanen und verwandten, alles getreulich und ungeverlich. Und des zu urkund etc.m
    [Vermerk von anderer Hand:] [6.] n Dieser notteln haben die stende glych wie der ersten [Nr. 223] etzlich beschwerung getragen und darumb kgl. Mt. o daruf in schriften antwort geben, ut sequitur–n –o [Nr. 228].

    « Nr. 227 Entwurf Kg. Maximilians für ein Gerichtsprivileg der Eidgenossen sowie eine Generalkonfirmation der eidgenössischen Privilegien »

    [1.] Gerichtsfreiheit für die zwölf eidgenössischen und für die zugewandten Orte; [2.] Befehl an alle Reichsuntertanen zur Beachtung dieses Privilegs, Kassation aller künftigen gerichtlichen Entscheidungen und Urteile gegen die Eidgenossen; [3.] Generalkonfirmation der eidgenössischen Privilegien und Freiheiten; [4.] Sanktionsklausel.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, 19. oder 20. Mai 1507. Am 20. Mai an die eidgenössischen Gesandten in Konstanz übergeben.1 
    Bern, StA, A IV 10, pag. 182–184 (Kop.) = Textvorlage A. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 47–49 (Kop.) = B. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.).
    Druck (des Solothurner Exemplars): Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 375f.

    [1.] /182/ Wir Maximilian, von Gotz gnaden röm. Kg., zu allen ziten merer des Richs etc., bekenen und tund kund offenlich mit dyserm brief vor allen denen, so den ansehen oder hören läsen, das wir angesechen und betracht haben manigvaltig getruw, unverdrossen, nuczlich und willig dienst, die uns und unsern vorfaren am Rich die ersamen unser und des Richs lb. getruwen gmein Eydgnoschaft des grossen punds obertutschen landen von stetten und landern oft und dick getan haben, täglich tun und fürbasser ze tund allzyt gutwillig sind, und ouch uß bewegung sunderlicher gnad, so wir zu derselben gemeiner Eydgnosschaft und allen iren verwandten allweg gehept und noch haben. Und darumb mit wolbedachtem mut und gutem rat unser und des Richs Ff., Gff., Hh. und getruwen, ouch uß unser kgl. machtvolkomenheyt und mit rechtem wüssen die obgemelt gmein Eydgnosschaft, namlich Zürich, Bern, Luzern, Ure, Switz, Underwalden ob und nidem Kernwald, Zug mitsampt dem ussern ampt, so darzugehört, Glarus, Basel, Fryburg, Solothurn und Schaffhusen mitsampt iren ewigen puntgnossen, ouch alle die, so inen dyser zyt zu versprechen stand, gefryt und begnadet haben, fryen und begaben si ouch von röm. kgl. Mt. machta, meinen, setzen, ordnen und wellen mit dysem gegenwurtigen kgl. geseczt in craft dis briefs, also das niemand fürbaser ewenklich, in welichen erenb und wurden er oder die syen, si, die obgemelten gmeinen Eydgnoschaft oder einich stat oder land oder ir burger und hindersässen, samentlich oder sunderlich furteylenc, vordern, höischen, laden, ansprächen, beklagen, urteylen oder achten sol oder mag umb dheinerley sach, getet noch zuspruch, si sye penlich, burgerlich oder vermischt oder wie si genant sind oder möchten werden, fur unser kgl. camer-, hofgericht oder an dem landgericht zu Rottwil, noch an dheinen andern landgerichten oder gerichten, wo die gelegen oder wie si genannt sind. Sunder wer zu den obgemelten gemeinen Eydgnossen, einicher stett oder land derselben Eydgnosschaft oder den iren oder die inen dyser zyt zu versprechen stand, ir einem oder mer, es syen man oder wyb, zu sprechen, zu klagen oder vordrung hett oder gewunn, vor den ordenlichen enden und gerichten, da dann der oder die, so also angesprochen werden, seßhaft ist oder sind, /183/ ouch nach irm bruch und gewonheyt und das recht daselbs suchen, vordern und nämen, und niendert anderschwa.
    [2.] Uf das, so gebieten wir allen und jeklichen Ff., geystlichen und weltlichen, Gff., fryen Hh., rittern, knechten, amptlüten, burgermeystern, scheffen, schulthessen, räten und gmeinden, unserm camer- und hofrichter, ouch dem landrichter zu Rottwil, ouch Šallen denen, so in unser camer-, hofgericht oder den landgerichten zu dem rechten seczen und urteyl sprechen, die jeczo sind oder in kunftigen zyten sin werden, unsern und des Richs lb. getruwen ernstlich und vestenklich von röm. kgl. machtvolkomenheyt mit dysem brief by unserm und des Richs hulden, das si fürbasser mer ewenklich die obgemelt gemein Eydgnosschaft, noch sunder land noch stett obbestimpt, noch ir burger, noch die iren und die inen zu versprechen ständ, eim oder mer, man oder wyb, fur die egedachten unser camer- oder hofgericht, landgericht oder andre gericht heuschen, laden, furtriben, vordern, noch dehein [= kein] urteyl uber ir lib noch ir guter sprechen, urteylen, procedieren oder in die aucht tun, noch ingevallen sin erkennen sollen noch mogen in kein wyß. Und ob das geschäche wider und uber dis obgeschriben unser gnad geseczt und gegeben fryheyt, so vernichten, entcreftigen, nämen und tund wir die ab jecz als dann mit rechtem wüssen und von röm. kgl. machtvolkomenheyt in craft diser unser gnadsaczung und ordnung alle schuld, ladung, heuschung, vordrung, urteyl und die aucht und ouch die anspruch. Wir seczen, ordnen, lute[r]n, ercleren ouch uß kgl. Mt. volkomenheyt, das die, so also furgeheuschen oder geladen, nit gebunden, schuldig noch pflichtig sin sollen, an denselben enden zu erschinen. Sunder ob ützit uber ir lib oder guter geurteylt wurde, das alsdann dieselben proceß, urteylen und handlungen untugenlich und unkreftig in allen iren meynungen, begrifungen, puncten und artiklen, wie die da komen, gevelt, geben und geurteylt sind, nichtlich und craftloß heyssen und sin, also das die samentlich und sunders, es syen vor-, ander oder endurteylen, proceß oder handlungen, den obbemelten gmeinen Eydgnosschaft, deren stetten und landen, allen den iren und so inen dyser zyt zu versprechen stand, unschädlich, unverleczlich und unbeschwärlich sin sollen in einich wyß.
    [3.] Ouch haben wir den eegenanten gmeinen Eydgnossen und jedem ort, stett und land insunders uß röm. kgl. machtvolkomenheyt bestätt und confirmiert, bestätten und confirmieren inen all und jecklich ir brief, privilegia, recht, gnad, fryheyten, gut gewonheyten und alt loblich harkomen, wie si die bißhar gebrucht und gebracht haben.
    [4.] Und ob jemand, wer der wäre, /184/ der wider dis obgeschriben unser gegeben gnad, fryheit, geseczt und gebot frävenlich det, der und dieselben söllen in unser und des Hl. Richs schwere ungnad und darzu einer rechten pen hundert mark lötigs goldes vervallen sin, als oft und dick er dawider tut, die halb uns und des Richs camer und den andern halbteyl den obgemeldten gmeinen Eydgnossen oder der statt oder land, gegen der oder demd, als obstat, solichs uberfaren wird, ganzlich und unabläßlich zu bezalen. Und mögen ouch dieselben Eydgnossen, so also uberfaren sind, die pen mit recht suchen und söllen damit nit gefrävelt haben. Mit urkund dis briefs versiglet mit unser kgl. Mt. insigel, geben etc.

    « Nr. 228 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Einwände gegen den zweiten kgl. Einungsentwurf; [2.] Bitte um Akzeptanz der ständischen Änderungen am ersten kgl. Entwurf, Bereitschaft zu Änderungen am Šständischen Gegenentwurf. – [3.] Vermerk über die Verabschiedung der eidgenössischen Gesandten zu Beratungen mit ihren Obrigkeiten.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 19. oder 20. Mai 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 438–438’ (Kop., Überschr.: Antwort der stende uf den andern begriff der eynung mit den Eidgenossen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 21’-22 (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /438/ Kff., Ff. und stende des Richs haben der kgl. Mt. furgehalten notel der eynung oder vertrags mit den Eidgenossen [Nr. 226] gehort und etlichermaß der noitturft ermessen. Befunden die kgl. Mt. und den stenden des Richs in vil und merteils der puncten nachteylig, beswerlich und unannemlich. Bewegen auch bij inen, wo die also angenomen werden solt, daz solichs kgl. Mt. und den stenden des Richs ein grosse nachrede, verachtung und verwisse, auch eynen abfall im Rich geberen wurd. Es sin auch etliche artikel dermaß gestalt, daz die stend derselben nit annemen konnen.
    [2.] Aber gestern habe kgl. Mt. deßhalb auch ein notel [Nr. 223] lassen furhalten, der die stende in ir betrachtung ein cleine enderung getan [Nr. 225], dannocht der kgl. Mt. begriff nit ungemeß, darin sich die stend der kgl. Mt. zu ern und wolgefallen und in betrachtung gelegenheit und irer Mt. furgesatzten willen alles des, so inen eynicher wise moglich und dannocht mer, dan inen wol lydelich oder auch gemeynt gewest, begeben. Hetten wol noch vil, so des Richs ere und noitturft erfordert, darin zu setzen und zu betrachten gehabt, der zuversicht, solt kgl. Mt., nachdem sich dieselb irer furgehalten meynung vast verglichen hett, nit mißfellig, auch den Eidgenossen nit unanmütig gewest sin. Bitten daruf kgl. Mt. undertenigs flys, wo mit den Eidgenossen diser zeit von vertregen oder eynung sollt gehandelt werden, daz ire Mt. ir die gesterige meynung obangezeigt, mit den Eidgenossen zu handeln nit mißfallen lassen woll. Ob aber etlich wort darin weren, die den Eidgenossen beschwerlich sin solten, darin wollen die stend der kgl. Mt. zu eren und gefallen handelung lyden und, waz ichts tunlich wer, sich aller zimlicheyt finden lassen. Daz bitten sie der noitturft und underteniger, guter meynung zu vermerken.
    [3.] /438’/ [Vermerk von anderer Hand:] Demnach ist den Eydgnossen erlaubt, anheym zu iren frunden, sich zu underreden, und uber XIIII tag widerzukomen, weiter mit inen zu handeln und zu beschliessen.
    Mitler zeit ist doch ferrer gehandelt, wie hernach volgt [Nr. 158, Pkt. G].

    « Nr. 229 Vereinbarung zwischen Kg. Maximilian und den eidgenössischen Gesandten in Konstanz »

    [1.] Ratifikation der Vereinbarung durch den bevorstehenden eidgenössischen Tag in Zürich; [2.] Beschwerden Kg. Maximilians über Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Zusagen Kg. Maximilians bezüglich der Besoldung der eidgenössischen Söldner während des Romzuges, der Bestätigung der eidgenössischen Privilegien und des Schutzes für die Eidgenossen; [4.] Angebot Kg. Maximilians bezüglich der Gerichtsfreiheit der Eidgenossen.

    Š s.l., s.d., jedoch Konstanz, 20. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 452–453 (Kop., Überschr.: Abschied der Eydgnossen, davon in nehster schrift [Nr. 236, Pkt. 1]  meldung geschicht, volgt hernach.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 28’-29 (Kop., Überschr. wie A) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 260–261 (Kop.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 126–128 (Kop.) = D. Luzern, StA, TA 4, fol. 281–282 (Kop.) = E. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 68; 69–70 (Kop.) = F. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 148–148’ (Kop. Überschr.: Abscheid von kgl. Mt. zu Costenz, pentecostes [23.5.]). Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (Kop.). Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.). Zürich, StA, A 176.1, Stück-Nr. 42 (Kop., spätere Überschr.: Abscheid zu Constanz wegen des zugs Ks. Maximiliani wider den Kg. in Frankreich, 1507.).
    Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 274, S. 373f. (Pkt. g);  Anshelm , Chronik, S. 9f.

    [1.] /452/ Als auf beger röm. kgl. Mt., unsers allergnst. H., gemeyner Eydgnosschaft sandboten von steten und landen ytzt uf dem tag zu Schaffhausen beyeinander verschienen sein, haben dieselbige sandboten seiner kgl. Mt. uf ire begere /452’/ antwort [Nr. 217, Pkt. 1]  geben, darab die kgl. Mt. gn. gefallen hat. Sagt inen daruf gn. dank. Daruf sein kgl. Mt. sie furter her gein Costenz ervordert und durch sich selbs und des Reichs stende mit ine eins getruwen vertrags halb handlen lassen hat. Das aber dieselben sandboten wider hinder sich an ire obern zu bringen angnommen und daruf diesen abscheid von seiner kgl. Mt. entpfangen haben, das sie auf sontag nach corporis Christi nehstkunftig [6.6.] zu nacht zu Zurch in der statt an der herberg seyen und morgens darnach irer kgl. Mt. reten auf den gemelten abschid entlich antwurt on wider hindersichbringen geben und sich darin dermassen halten wollen, als sich die kgl. Mt. zu inen genzlich und ungezweifelt versehen und sie seiner Mt., dem Hl. Reich und teutscher nation zu tun schuldig sind.
    [2.] Darneben hat kgl. Mt. gemelten sandboten allerley beswerung und mangel, so ir vom Kg. von Frankreich begegnet, durch sein eygen mund angezeigt, inhalt einer schrift [Nr. 166b], so ire Mt. der Eydgnosschaft balde zuschicken wirdet, und darin desselben Kg. listigkeit und geverd, bißher gegen ire [!] gebraucht, beruren lassen.
    [3.] Ferrer hat ir Mt. den gemelten Eydgenossen zugesagt, wann sie ir Mt. in dinst im romzug brauchen wirdet, das dieselb ire yedem funfthalben [= 4½] fl. eins monads geben und sie sunst /453/ mit amptern und duppelsolden halten wolle, wie gewonlich ist, und solichen sold anfahen zu geben im land der Eydgnosschaft oder irer verwandten. Kgl. Mt. hat sich auch gegen gemeyner Eydgnosschaft gnediglich erpoten, sie als röm. Kg. zu handhaben, auch bey iren freiheiten, altem herkommen und guten gewonheiten pleiben zu lassen und inen die zu confirmiren und bestetigen, auch sie vor gewalt zu beschirmen, inen zu hilf zu kommen und alles sein vermogen zu inen zu setzen und, wo es die notturft vordert, selbs personlich zu inen zu kommen und sie nit zu verlassen.
    Š[4.] Wie sich dann die kgl. Mt. des cammergerichts halb gegen gemeyner Eydgnosschaft erpoten hab, weiß ein yglicher bot seinen herren wol zu sagen.

    «1.3.3. Eidgenössischer Tag zu Zürich (Juni 1507) »

    « Nr. 230 Beschluß Luzerns (Kleiner Rat und Rat der Hundert) zu den Abschieden von Schaffhausen und Konstanz »

    Mit Rücksicht auf das französische Bündnis soll derzeit keine Einung mit dem röm. Kg. eingegangen werden. Nach Ablauf des Bündnisses ist zu tun, was man für das beste hält. Die Gesandten sollen auf dem Tag in Zürich erklären, daß Luzern sich anschließen wird, falls die Eidgenossen beschließen, den Romzug durch die Bereitstellung der Knechte zu unterstützen. Doch ist gegenüber dem röm. Kg. klarzustellen, daß die Knechte für andere Zwecke als den Romzug zur Erlangung der Kaiserkrone, insbesondere etwa für einen Angriff auf das Hm. Mailand, nicht zur Verfügung stehen.

    Act. Luzern, 31. Mai 1507 (montag vor corporis Christi).
    Luzern, StA, Ratsprotokolle 9, fol. 274.
    Druck: Gagliardi , Anteil I, S. 661 Anm. 108 (irrtümlich auf den 2.6. datiert).

    « Nr. 231 Instruktion der Reichsstände für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Zürich 1  »

    [1.] Unterstützung des Ersuchens an die Eidgenossen um Antwort an die kgl. Gesandten; [2.] Verhandlungen mit den Eidgenossen über eine Einung mit Kg. und Reich; [3.] Irrelevanz der Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen qua Ehg. von Österreich. [4.] Mitglieder der Reichsgesandtschaft.

    Konstanz, 3. Juni 1507 (uf unsers Herrn leychnams tag). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 450 (Kop., Überschr.: Instruction der potschaften zu den Eydgenossen gein Zurch.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 27 (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 13 (Kop., Überschr. wie A) = C. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 231’-232 (Kop., Überschr.: Instruction der potschaft zu den Eydgnossen gein Zurich verordent am sonntag nach corporis Cristi [6.6.] Ao. etc. septimo.); fol. 262 (Kop.; Überschr. wie A) = [D]. Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 12 (Kop., Überschr. wie A) = [E]. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 16 (Kop., Überschr. wie A) = [F]. Konstanz, StdA, A I 8, Bd. 2, pag. 108 (spätere Abschr. Hd. C. Schulthaiss).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 911, S. 716.

    [1.] /450/ Das die gesandten der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs ytz uf der Eydgenossen tag neben der kgl. Mt. botschaft begeren, das sie seiner kgl. Mt. uf die furgehalten meynung, hie bescheen, antwort geben.
    Š[2.] Ferrer, wo die Eydgenossen uf dißmals mit der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in keyn pundnus geen wolten, das dann der stende gesandten bevelhe haben, dieselb sachen in ein anhang zu bringen mit disputatz und andern guten fugen. Und in sonderheit mit dem, das sie begeren, inen anzuzeigen und zu eroffnen, was mengel und beswerung gemeyne Eydgenosschaft hab, die sie verhindern, dardurch sie dieser zeit in soliche vereynung nit geen wollen oder mogen.
    [3.] Sunst wirdet die kgl.Mt. vil ander artikel durch irer Mt. rete den Eydgenossen furtragen lassen, die nit alleyn die kgl.Mt. als röm.Kg., sunder auch als ein Ehg. zu Osterreich betreffen, deßhalben nit not ist, in denselben artikeln des Reichs stende zu mühen.
    Datum uf dem Reichs tag zu Costenz uf unsers Herrn leychnams tag Ao. Domini millesimo quingentesimo septimo.
    [4.] [Vermerk von anderer Hand:] a Die geschickten gein Zurch sint gewest myn H. von Trier, Kf., in eigner persone, Peter von Liebenstein von myns H. von Menz wegen, H. Peter von Aufsatz von der geystlichen Ff. und Hans von Emerßhofen von der weltlichen Ff. wegen-a.

    « Nr. 232 Instruktion Basels für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Zürich »

    [1.] Auf die Anträge des röm. Kg. an die eidgenössischen Gesandten in Konstanz, die im Abschied [Nr. 229] festgehalten wurden oder den Gesandten bekannt sind, soll auf dem nach Zürich anberaumten Tag verbindlich geantwortet werden. Die Gesandten sollen die Voten der anderen Orte anhören und dann nach ihrem Ermessen eine eigene Stellungnahme abgeben. Sie sind zur Beschlußfassung über alle diese Punkte bevollmächtigt und können die Verhandlungen ggf. auch in Konstanz oder an einem anderen Ort fortsetzen. Die Gesandten sollen insbesondere den auf die Angebote Kg. Maximilians hin erstellten Entwurf Basels1 vortragen, dessen Umsetzung der Eidgenossenschaft dienlich wäre.
    [2.] Der erste Artikel des Einungsentwurfs [Nr. 226] gefällt und kann in dieser Form bestehen bleiben, ebenso – sofern von den anderen Orten kein Einwand kommt – der zweite Artikel, daß die Eidgenossen Angehörige des Reiches sind und sich diesem gegenüber nicht feindlich verhalten wollen. Die Eidgenossen müssen allerdings darauf achten, daß der Artikel nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt wird. Überdies ist es nicht notwendig, eigens zu erwähnen, daß die Eidgenossen den Hl. Stuhl schützen sollten, da sie als fromme Christen ohnehin dazu verpflichtet sind. Der Passus über die Erlangung der Kaiserkrone kann ebenfalls bleiben, lediglich das Wort pflichten ist zu streichen. Den Gesandten sind die Implikationen dieses Begriffes bekannt. Der Artikel über die gute Nachbarschaft gefällt, ebenso der letzte Artikel. Doch soll zur Passage: den ouch unser allergn. H., Kff., Ff. und stend des Hl. Richs daby gnedenklich bliben ze laßen ze handhaben etc., hinzugefügt werden, daß Kg. und Stände zugesagt haben, die Freiheiten und Bünde der Eidgenossen zu respektieren.
    Š[3.] Die Boten haben für diese Verhandlungen uneingeschränkte Vollmacht. Sie sind außerdem darüber informiert, was sie wegen der Barfüßer unternehmen sollen.

    [Basel], s.d., jedoch vor dem 6. Juni 1507.
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 149’-150’ (Kop.).
    Druck: Gagliardi , Anteil, S. 908f.

    « Nr. 233 Urs Byso (Solothurner Altschultheiß) an Niklaus Hasfurter und Werner Rat (Solothurner Gerichtsschreiber) »

    [1.] Bestätigt den Empfang ihres Schreibens1. Es trifft zu, daß hier [in Solothurn] eine kgl. Gesandtschaft vorstellig wurde und eine angemessene Antwort erhielt. Die Sache kam anschließend an den Großen Rat, der noch nie der Meinung war, sich vom frz. Kg. oder den von ihnen (den Adressaten) genannten Orten zu trennen. Der Rat ist dennoch aufgrund von Intrigen bereit, gemeinsam mit anderen Orten den Romzug des röm. Kg. zu unterstützen, doch darf sich das Unternehmen nicht gegen den frz. Kg. richten; das Bündnis mit Frankreich muß gehalten werden. Der röm. Kg. hat wohl einige Geschenke überreichen lassen und viel versprochen, vielleicht auch, mehr zu bezahlen als der frz. Kg. Damit hat er wohl einige [Ratsherren] auf seine Seite gezogen. Sie können jedoch sicher sein, daß weder der Solothurner Rat noch er selbst oder andere Gesinnungsgenossen von Frankreich abgefallen sind oder dies tun wollen.
    [2.] Der Magistrat ist indessen beunruhigt, weil sich die aus der Lombardei heimgekehrten Knechte über das Ausbleiben ihres Solds beklagen, nachdem die Hauptleute wie auch einige Ratsherren kein Geld erhalten haben. Dies ist um so befremdlicher, als die Solothurner Ratsherren dem frz. Kg. gut gedient haben und keineswegs von ihm abgefallen sind, wie verschiedentlich behauptet wird. Der Altschultheiß [Daniel] Babenberg wird in dieser Angelegenheit Erkundigungen einziehen und ihnen (den Adressaten) Neuigkeiten mitteilen, die unter den Ratsherren und in der Gemeinde Aufregung und Unwillen verursacht haben.
    [3.] Seiner Ansicht nach wird der Romzug dem frz. Kg. nichts Gutes bringen, wenn er so durchgeführt wird, wie vom röm. Kg. beabsichtigt. Er hatte ihnen dies geschrieben, damit sie den frz. Kg. oder eine andere geeignete Person darüber informieren. Der Bote [Hans] Kratzer kam aber mit seinem Brief wieder zurück, woraufhin er ihn zerrissen hat. Etliche Leute, die der Sache des frz. Kg. schaden wollen, verbreiten, daß die Eidgenossen mit dem schlimmsten Krieg ihrer Geschichte überzogen würden, wenn der Romzug an ihnen scheitere. Es war gut, daß sie (die Adressaten) sich ausschließlich an ihn gewandt haben. Manche werden sich von den Versprechungen des röm. Kg. beeindrucken lassen, auch sind nur wenige Ratsherren derzeit hier. Er wird aber auf ihr Schreiben hin bei den geeigneten Leuten in ihrem Sinne tätig werden, um die Zuwendungen des frz. Kg. für die Ratsherren und die Stadt sowie seine eigene Pension auch zu verdienen. Sie sollen sich in dieser Sache weiterhin bemühen, dann wird es an ihm auch nicht fehlen. Er geht keinesfalls davon aus, daß der Rat sich vom frz. Kg. abwenden und den von ihnen (den Adressaten) genannten Orten anschließen wird. Sie Šsollen sein Schreiben vertraulich behandeln und nach der Lektüre vernichten. Er bittet sie, den frz. Kg. und seine Räte seiner Dienstfertigkeit zu versichern.

    s.l., jedoch Solothurn, 7. Juni 1507 (lune nach corporis Christi).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 427–428 (Kop.).

    « Nr. 234 Beschluß der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    [1.] Stellung von 6000 eidgenössischen Söldnern für den Romzug Kg. Maximilians; [2.] Sold der Fußknechte; [3.] Sold der Reiter; [4.] Auszahlung des ersten Solds in Zürich; [5.] Bestallung der Hauptleute; [6.] Erkrankung oder Tod eines Söldners; [7.] Besoldung der Priester; [8.] Lebensmittelversorgung durch den röm. Kg., Mitteilung über Beginn und Route des Romzuges, Ausstattung der eidgenössischen Söldner mit Geschützen; [9.] Aufstellung der eidgenössischen Söldner in der Nähe des Kg., keine Aufteilung des eidgenössischen Kontingents; [10.] Modalitäten der Soldzahlung; [11.] Stellung von Saumpferden; [12.] Soldzahlung am Monatsanfang; [13.] Beilegung von Streitigkeiten; [14.] Entschädigung bei Verlusten von Pferden im Gefecht; [15.] Feldzeichen des eidgenössischen Kontingents; [16.] Besoldung der Offiziere.

    Zürich, 8. Juni 1507 (zinstag nach corporis Christi). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 197–199’ (Reinkonz.). Bern, StA, A IV 10, pag. 177–181 (Kop., Überschr.: Anschlag des Kg. ). Luzern, StA, AKT A 1 F 1, Schachtel 53, Fasz. Maximilian I., unfol. (Kop.). Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 77–79, 80–81 (Kop.). Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 153’-156 (Kop., Überschr.: Zurich abscheid, zinstag nach corporis Christi Ao. etc. VIImo.).
    Druck: Brennwald , Schweizerchronik, S. 521–523.
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 276, S. 377f.

    [= Kollationsexemplare D-F zur Nr. 246].

    « Nr. 235 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    [1.] Teilnehmer; [2.] Konflikt zwischen Abtei und Stadt St. Gallen; [3.] Verhandlungen der Tagsatzung mit französischen Gesandten; [4.] Beschwerde der Drei Bünde gegen Uri, Schwyz und Unterwalden; [5.] Bitte Rottweils um Berücksichtigung für das eidgenössische Romzugskontingent; [6.] Geldforderung Hans von Baldeggs; Interzession der Tagsatzung für Heinrich Einfaltig; [7.] Vortrag von Gesandten Kg. Maximilians an die Eidgenossen: Entgegnung auf die Vorwürfe der französischen Gesandten.

    Zürich, nach dem 8. Juni 1507 (angefangen zinstags nach corporis Christi). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 139–139’, 135, nach 139’, 135’-138’ (Reinkonz., in falscher Reihenfolge abgelegt) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 172–176 (Kop., Datumverm.) = B. Luzern, StA, AKT A 1 F 1, Schachtel 53 Fasz. Maximilian I., unfol. (Kop., Datumverm.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 103–110 (Kop., Datumverm.) = D. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 151–153’ Š(Kop., Datumverm.) = E. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop.). Glarus, LA, Z IV 3.2, zu Stück-Nr. 42 (Kop., nur Pkt. 4 und 5; falsche Ablage).
    Regest/Druck unter Übertragung in das Neuhochdeutsche: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 378–381.

    [1.] /139/ a Teilnehmer: Zürich: Bürgermeister [Marx] Röist, Gerold Meyer [von Knonau], Jakob Hegnauer und Ulrich Felix; Bern: Hans Rudolf von Scharnachtal, Ritter, Dr. Thüring Fricker, Venner Kaspar Wyler; Luzern: Ludwig Küng; Uri: Ammann [Jakob] im Oberdorf; Schwyz: Ammann [Hans] Wagner; Unterwalden: Hans1 Wirz, Ammann zu Obwalden, Arnold Winkelried (Nidwalden); Zug: [Heinrich] Schönbrunner; Glarus: Ammann Fridolin Hauser, Ludwig Tschudi; Basel: Bürgermeister Peter Offenburg, Walter Harnescher; Fribourg: Niclaus von Praroman2 (Perremon); Solothurn: Schultheiß Niklaus Conrad, Altschultheiß Daniel Babenberg; Schaffhausen: Bürgermeister Hans Trüllerei, Altbürgermeister Konrad Barter-a.
    [2.] /139’/ [Konflikt zwischen Abtei und Stadt St. Gallen]3.
    [3.] Der Kg. von Frankreich hat den Bf. von Rieux, H. von Roquebertin und zwei Drr. entsandt.4 Diese bedankten sich für die jüngst zugeschickten eidgenössischen Söldner und lobten sie für ihren Dienst. Ferner bestritten die Gesandten den Vorwurf, daß der frz. Kg. beabsichtige, sich der Kaiserkrone zu bemächtigen. /135 [!]/ Sie erinnerten an das vor Jahren durch den Kardinal von Rouen dem röm. Kg. übermittelte Bündnisangebot, daran, wie das Bündnis zustandegekommen sei und daß der röm. Kg. ein Abkommen gegen die Eidgenossen vorgeschlagen habe. Kg. Philipp von Kastilien habe das Heiratsabkommen zwischen seinem Sohn [Karl] und der Tochter des frz. Kg. [Claudia] als erster gebrochen, als er um eine Tochter des englischen Kg. geworben habe.5 Der röm. Kg. wolle während des Romzugs das Hm. Mailand erobern, das der frz. Kg. als sein mütterliches Erbe mit Waffengewalt verteidigen werde. Der Kg. beantrage zu diesem Zweck, gemäß ihrem Bündnis Šdie Anwerbung von Söldnern zu bewilligen. Wenngleich der Vertrag erst in zwanzig Monaten ablaufe, bitte er außerdem schon jetzt um Verhandlungen über dessen Fortsetzung.
    Die eidgenössischen Gesandten antworteten darauf, daß sie diesbezüglich nicht instruiert seien, über das französische Anliegen jedoch an ihre Obrigkeiten berichten würden. Über die Entscheidung der einzelnen Orte würden die französischen Gesandten auf einen künftigen Tag informiertb. Diese wurden außerdem davor gewarnt, ungeachtet dieses Bescheids und ohne Bewilligung der Orte Knechte anzuwerben.
    /nach 139’ [!]/ Die französischen Gesandten beteuerten daraufhin erneut, daß der röm. Kg. ihrem Herrn mit dem Romzug Unrecht zufügen und das Hm. Mailand erobern wolle. Dagegen werde sich der frz. Kg. zur Wehr setzen. Die Gesandten baten noch einmal um Bewilligung der Knechte und legten den beiderseitigen Nutzen des Bündnisses zwischen Frankreich und den Eidgenossen dar, mit beschliessung, wo angezöigt untruw furnemen mit dem Hm. Meyland wurd understanden, das der Kg. damit gegen uns sin ere bewart haben woll. Sie hätten keinen Befehl, ohne Zustimmung der Obrigkeiten Knechte anzuwerben. Sollten sie dem Werbungsverbot zuwiderhandeln, seien sie der Bestrafung durch die Eidgenossen verfallen.
    [4.] /135’ [!]/ [Beschwerde der Drei Bünde gegen Uri, Schwyz und Unterwalden]6.
    [5.] Die Gesandtschaft Rottweils bat, die Stadt im Falle einer Übereinkunft der Eidgenossen mit dem röm. Kg. und den Reichsständen beim bevorstehenden Romzug zu berücksichtigen und im eidgenössischen Kontingent mitziehen zu lassen.7 
    Sie erhielten zur Antwort, daß man Rottweil in diesem Fall mit 50 Knechten veranschlagen und diesen Trupp den übrigen zugewandten Orten zuordnen werde; die Stadt solle im übrigen für die Bestellung von zwei oder drei Doppelsöldnern Sorge tragen – diewyl doch ir pundnus nochmals gegen uns nit verschynen sye. c Doch wo röm. kgl. Mt. inen fur sy selbs ouch knecht uflegen wurde, so setze man inen solichs heym, ob sy dz erliden mogent oder nit-c. 
    [6.] [Geldforderung Hans von Baldeggs8; d Interzession der Tagsatzung für Heinrich Einfaltig in Basel-d9].
    Š[7.] /136’e Es weisd ouch jeder botf, wie die röm. kungischen under andern gescheften angezogen habent, wie sy furkomen, dz die franzosisch botschaft röm. kgl. Mt. vor uns merklich und hoch vertrag und verunglimpfe mit etwas erdichten und ungegrundten furgebringen, darin sy us schuldiger pflicht geursacht wurden, sovil sy des furkomen were, röm. kgl. Mt. zu verantwurten und zu entschuldigen. Und namlich, so werent sy bericht, daz die Franzosen uns furgehalten habent, dz röm. kgl. Mt. an irn Kg. zu Frankrich sollt gefordert haben, sich mit im wider uns Eidgnossen zu verbinden, als die verstentniß zwuschen inen beiden Kgg. nuwlich zu Hagnow durch den cardinal von Ruan [George d’Amboise] beredt worden were. Das sich mit warheit niemer erfinden möcht. Aber das sy die warheit sagten, so wer solichs durch den frankrichischen Kg. an röm. kgl. Mt. zum dickern mal begert und in sonderheit siner Mt. durch den Franzosen zwo gmeinden als hasser gmeins adels furgeschlagen worden; das werent wir Eidgenossen und die Venediger, wider die er sich mit im sollt verpinden und verhelfen im als rechten liebhaber des adels, die zu underdruckung zu bringen. Das hab aber kgl. Mt., als die allweg sonder gn. willen zur Eidgnoschaft getragen hab und noch trage und, ob Gott woll, furo ewiglich tragen werde, im nye wollen gehellen, sonder allweg anzeigt solhen gn. willen, so sin kgl. Mt. zu gmeyner Eidgnoschaft trüge.
    Und als sy bericht syent, so habent sy gesagt, das sin Mt. und dero sun, wylant loblicher gedechtnis, Kg. Philipsen zu Castilien, dz sy söllent den hyrat, der zwuschent desselben Kg. Philipsen sun [Karl] und des Kg. von Frankrich dochter [Claudia] verfangen were, am ersten prochen und abgesagt haben mit dem, dz derselb Kg. Philips an den Kg. von Engelland umb sin dochter geworben habe. Darin sich die Franzosen aber irer listigkeit gebruchen. Dann kuntlich syg, das daz parlament in Frankrich irem Kg. furgehalten habent, das /137/ dz Hm. Meyland, ouch Britanien und ander Hftt. mer von der kron Frankrich fallen, wo sin dochter Kg. Philipsen sun oder einem andern F. usserhalb Frankrich vermehelt wurde, und us der ursach irn Kg. bewegt, ouch im deßhalb angelegen, sin dochter dem Delphin [Franz von Orléans] zu vermeheln, umb das die gedachten Hmm. und ander Hftt. und landschaften, so sin dochter mocht geerbt haben, nit von der kron Frankrich koment, das also beschehen. Dabi ze merken syg, wer den hyrat gehalten habe oder nit. Es syg ouch nit on, Kg. Philips were bi dem Kg. von Engelland in werbung gewesen, aber anderer sachen halb, dann dz er sinem sun desselben Kg. dochter verhiraten wöllt.
    So habent die Franzosischen ouch vor uns furgeben, das dz Hm. Meyland irem Kg. us muterlichem erbrecht zustand.10 Dz offenlich wider die warheit, dann meniglichem zu wussen syg und lig ouch am tag, das lehen von dem Hl. Rich dem mansnamen und Šnit wiplichen personen nachfallent und das desselben Kg. von Frankrich mutervater11, Hg. Philips [Visconti], der ein rechter Hg. zu Meyland gewesen, von zit gescheiden, do sye solich Hm. dem Rich heymgefallen und demnach durch Hg. Ludwigen [Sforza], so noch in Frankrich gefangen gehalten werde, versehen, aber durch wylant Ks. Fridrichen, loblicher gedechtnis, nye gelihen worden. Und als der jetzig Kg. zu Frankrich denselben Hg. Ludwigen jetz am letsten gefangen und dz Hm. in sinen gwalt bracht, do hab derselb Kg. zu Frankrich den cardinal von Ruan obgenannt zu kgl. Mt. gesandt, mit beger, im das Hm. Meyland zu lehen zu verlihen, dwil doch ein hyrat zwuschen Kg. Philipsen sun und sins Kg. zu Frankrich dochter [Claudia] beredt und gemacht were, /137’/ damit solich Hm. Meyland, desglich andre Hmm., Hftt. und landschaften, so desselben Kg. zu Frankrich dochter erarbt, zu siner Mt. enkeln handen fielent und denen blibent. Uf dasselb zusagen hab röm. kgl. Mt. solich lyhung ton und mit lutern furworten, ob der hyrat zwuschen sinen enkeln und des frankrichischen Kg. dochter nit furgang haben wurd, dz solich lyhung kein chraft haben söllt.12 Deßhalb solich lehenschaft, alsbald der Kg. von Frankrich sin dochter dem Delphin, als oben angezeigt, geben und verhyrat hab, chraftloß, hin, tod und ab geweßen syg. Es hab sich der Kg. von Frankrich durch sin eigen botschaften, so er zu im nachmals in die Styrmarkt geschickt gehept habe, selbs bekannt, das die lehenschaft des Hm. halb uß, hin und ab syg und er deßhalb kein gerechtigkeit me da hett, undg durch dieselb botschaft begert, im solich Hm. von nuwen dingen ze lihen. Das hab aber röm. kgl. Mt. nit wollen tun.
    Sodann zum letsten söllent ouch, als sy furkomen syg, die Franzosen, sich vor uns boten beswert haben an dem, das sich röm. kgl. Mt. so mechtiglich ruste zum romzug, und anzeigt haben, dz ir Kg. im wöll zu solher wird verhelfen, wo er acht hininzuge, als dann ir kgl. Mt. herr und vater Ks. Fridrich selig, loblicher gedechtnis, geton habe, und deßhalb bassieren und furdern. Darzu sagent sy, wo diser zit sich die welschen land in einem solhen fridsamen und rüwigen stand und wesen als zu Ks. Fridrichs ziten hielten, stunde daruf, kgl. Mt. bedörfte solichs rustens ouch nit. Aber man wuß und syg die warheit, das der frankrichisch Kg. in welschen landen in den Fmm., Hftt. und landschaften so wyt umb sich gessen hab, dz sin Mt. sich on ein gwalt hinin nit lassen möge. So wer es ouch spottlich, sollt einer, der ein hopt und obrister der ganzen cristenheit were, von einem mindern gleit und bass nemen. Darumb sy /138/ vermeinten, röm. kgl. Mt. in obangezeigten der Franzosen furgeben, sovil sy des furkomen und inen wussen were, not gewesen sin zu verantwurten, damit die warheit an tag keme.
    ŠUnd begerten daruf an uns boten, worin die Franzosen röm. kgl. Mt. ferrer verunglympft hetten oder furrer verunglimpfen wurden, inen das anzuzeigen. So wolten sy von ir Mt. wegen gepurlich verantwurtung tun und allweg mit der warheit–e.
    Die eidgenössischen Gesandten verwiesen daraufhin auf eine frühere Erklärung, wir lassend solichs alles ein red sin. Da ihnen aber soviel daran gelegen sei und sie auch Befehl Kg. Maximilians hätten, würden sie eine Bestimmung in den Tagsatzungsabschied aufnehmen, wonach im Falle weiterer Vorwürfe von französischer Seite der röm. Kg. informiert und dessen Gegendarstellung angehört werden solle.

    « Nr. 236 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Truppenbewilligung neun eidgenössischer Orte für den Romzug; [2.] Forderungen der Eidgenossen hinsichtlich der Größe des Kontingents und der Höhe des Solds, außerdem nach Mitteilung des Beginns und der Route des Romzuges sowie des Verwendungszwecks des Kontingents; Verschiebung der Stellungnahme bezüglich der erbetenen Einung; [3.] Beratung der Reichsgesandtschaft mit den kgl. Räten wegen der zwischen Kg. Maximilian und den Eidgenossen getroffenen Vereinbarung; [4.] Bitte um zusätzliche Weisungen; [5.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Zürich, 9. Juni 1507 (mitwochs nach corporis Cristi). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 451–452 (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 27’-28 (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 232–233’ (Kop.); fol. 275–275’, 271–271’ (Kop.) = C.

    [1.] /451/ Unser fruntlich, undertenig, willig und gehorsam dinst zuvor. Erwirdigiste, hochwirdigste, hochwirdige und hochgeborne Ff., besundere, lb. oheim, Hh. und frunde, gnst. und gn. Hh. Diss abends sind röm. kgl. Mt. verordente rete und wir vor den orten der Eydgnosschaft ausserhalb drye ort, als Zug, Glaris und Luzern, erschienen. Die haben nach getaner entschuldigung, das sich die handlung viler gescheft halber bißher verzogen, ungeverliche dise meynung erzelen lassen, wie sie sich uf gehapte handlung, bey inen zu Costenz gescheen, auch den schriftlichen abscheid [Nr. 229], der inen daselbst durch kgl. Mt., auch euer Ll. und Gnn. gegeben worden sein soll, bey iren obern beraten und der meynung entslossen hetten, das sie kgl. Mt. und den stenden des Hl. Reichs zu erlangung der ksl. cron, dieselben zu Rome zu erholen, mit schickung der iren willfarn wolten. Derhalben, so were not, mit lauterm verstand zu handlen, damit im furnemen nit hienach verhindrung entstunde.
    [2.] Zeigen an, erstlich so bedeucht sie zu wenig sein, sechstausent mann zu schicken. Wolten darumb noch zweytausent darzu versoldet haben, damit, ob inen icht verhindrung begegnet, dem widerstant haben zu tun. So were auch der sold in ansehung der ferne wegs und lands, als nemlich funftenhalben fl. einem des monads zu geben, zu geringe; darumb das einem funf fl. gegeben wurden. Darzu solt inen die zeit des anzugs benennt, wann und was wegs durchgezogen, dergleichen wie und gegen wem die iren gebraucht solten werden. Und so solichs erledigt, solt sunst aller sache Šzimlich wege desterbaß zu finden sein. Der eynung halber wolten sie ir antwort in diesen handeln nit inziehen, damit eins /451’/ das ander nit irrte, aber darnach davon auch handeln.
    [3.] Nach solichem haben wir uns in sonderheit neben kgl. Mt. reten mitein underredt, dweil wir von dem abscheid obgemelt nit wissens gehapt, das wir dem nachgefragt und inhalt ingelegter copy den uberkomen haben; auch neben unser instruction [Nr. 231], von euer Ll. und Gnn. uns uberantwort, besichtiget, aber etwas ungemeß befunden. Derhalben besorgt, wie wir in dem handelten, das solichs weiter, dann uns bevolhen, reychen mocht. Darumb die kgl. rete unserer instruction underrichtet und im besten uns mitein vereynigt, das uns die orter obgenant irer meynung ein schriftlich verzeichnus artikelsweise behendigen, so wolten wir daruber unserm bevelhe nach pillich antwort geben. Die ist uns zugesagt, uf morgen zu behendigen.
    [4.] Solicher aufzug1 ist darumb gescheen, damit die rete kgl. Mt., auch wir euer Ll. und Gnn. inen des mochten schreiben, sich mitein zu vergleichen, wes wir in solichem handlen solten, damit gleichmessiger bevelhe kgl. Mt. rete und unser zugegen were und kein sunderung under uns, daraus dann zerruttung erwuchs, entstunde. Deshalben, so schreiben auch die rete kgl. Mt. hiebey2, das ire Mt. eylends bey euer Ll. und Gnn. handel und die underrichten lassen wolle des abscheids obgemelt, auch irer werbung hie zu tun und das ein eynmutiger beschluss gemacht, der uns von euer Ll. und Gnn. zugeschrieben werde, wes wir uns in solichem halten sollen. Daruf wellen wir auch stillsteen und biß auf bescheyd fuglich aufhalten. Doch erfordert /452/ die notturft, das euer Ll. und Gnn. solichs furdern. Dann der orter sandboten uber freitags nehst [11.6.] nit hie pleiben werden. Wolten wir alles euer Ll. und Gnn. fruntlicher und underteniger meynung nit verhalten.
    [5.] Geben zu Zurch, mitwochs nach corporis Cristi Ao. etc. VIIo.
    Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und ander von des Reichs stenden zugeordenten rete, zu Zurch versamelt.
    a Den erwirdigen, hochwirdigsten, hochwirdigen und hochgebornen Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs, so personlich oder durch ire botschaft ytzo zu Costenz uf dem Reichs tag versamelt sind, unsern besundern lb. oheimen, Hh., frunden, gnst. und gn. Hh. -a

    « Nr. 237 Weisung Kg. Maximilians an Bf. Georg von Trient und andere kgl. Gesandte in Zürich »

    [1.] Stellungnahme zu Behauptungen der französischen Gesandten in Zürich: Leugnung von Ambitionen Kg. Ludwigs XII. auf die Kaiserkrone, [1.1.] angebliches ŠBündnis Kg. Maximilians und Kg. Ludwigs gegen die Eidgenossen, [1.2.] Bruch des Heiratsvertrags von Blois (1504) durch Kg. Philipp von Kastilien, [1.3.] angebliche Absicht Kg. Maximilians zur Eroberung Mailands während des Romzuges; [2.] Anweisung an die Gesandten, die Stellung eidgenössischer Knechte für Frankreich und die Verlängerung des Bündnisses zwischen Frankreich und den Eidgenossen zu verhindern; [3.] üble Nachrede der französischen Gesandten gegen Kg. Maximilian.

    Konstanz, 10. Juni 1507.
    Wien, ÖNB, Autographen 15/28–3 (Or., Vermm. prps./cdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 264–266 (Kop., Überschr.: Der Franzosen anbringen zu Zurich.) = B1.
    Druck: Wiesflecker-Friedhuber , Quellen, Nr. 45, S. 160–163; Nägle , Kaiser, S. 50–53.

    [1.] a Maximilian, von Gots gnaden röm. Kg. etc. Erwirdiger, andächtiger und lb. getreuen. Wir haben euer schreiben und unterricht emphangen und vernomen, darin ir uns anzaigt der Franzosen anbringen und werbung bey den Aidgnossen zu Zurich. Darauf haben wir nit lassen wöllen euch dannocht auf jeden artikel, so die Franzosen also furtragen, unser antwurt, grund und warheit anzuzaigen, damit ir das in die Aidgnossen zu pilden verhueten und vor sein mugt, daz den Franzosen darin nit glauben gegeben noch irer werbung willfarn werd.
    Und nemblich, als sy von erst verantwurten des Kg. von Frankreich zug in Italien und das er der ksl. cron nit beger-a.
    Ja, wie dem fuchs, dem der han oder die henn auf den paum entwich. Dann als der Kg. von Frankreich gesehen hat, das daz Reich b und wir mit in-b hie versamblet und c wir uns von den Niderlanden, dahin wir dann zu ziehen willens gewest sein, heraufgewendt und unsern anslag gemacht haben-c, gen Rom zu ziehen und babst und Ks. zu werden, im auch die Aidgnossen nit weiter dienen haben wollen und widerumb von im herausgezogen sein, so nymbt er sich an, er hab dem Reich kain smach tun wollen. Daz ist also der fuchs, id est Kg. zu Frankreich, dem der han oder die henn, id est der babst und daz kaisertumb, auf den paum entwichen ist.
    Š[1.1.] Zum andern, als die Franzosen erzelen die verainigung, durch den cardinal von Roan an uns geworben und daz der Kg. zu Frankreich die Aidgnossen ubergeben und wir baid Kgg. wider sy ains werden solten.
    Solichs ist erdicht und ganz der widersynn. d Dann der cardinal von Roan hat wol mit uns ain pund-d wider die Venediger gemacht2 und in denselben pund die Aidgnossen auch ziehen wollen, daz wir aber abgeslagen haben. Das wollen wir mit des Kg. von Frankreich brief und sigeln beweisen, das die pundnus also allein wider Venedig und nit wider die Aidgnossen gewest ist. e Es hat sich auch der cardinal von Roan gegen unserm rat ainem merken lassen-e, daz der Kg. von Frankreich ursach gehebt, den tractat von Hagnau nit zu halten, dann er hab gesehen, daz wir auf kainen waren grund mit im in ain ainung gangen seyen, angesehen daz wir uns mit ime nit verpinden haben wollen wider die Aidgnossen, die doch unser natürlich veind und der chron Frankreich täglich abschinder wärn.
    [1.2.] Zum dritten, als die Franzosen anzaigen den heirat mit Ehg. Philipsen, Kg. zu Castilien, sun [Karl] und des Kg. von Frankreich tochter [Claudia], und daz Hg. Philips am ersten umb des Kg. von Engelland tochter [Maria] geredt habe.3 
    Daz ist auch erdicht, dann auf heutigen tag hat Kg. Karl kein gemahl, die im versprochen sey, dann des Kg. zu Frankreich tochter. Daz wollen wir auch bezeugen mit dem tractat4, auch mit dreyen Kgg. und wol mit hundert treffenlichen personen von Kff., Ff., Gff., Hh., rittern und rittermässigen von Teu[t]schen, Hispanien und Burgundiern. Doch unter hundert lugen, so besteet die auch mit eren fur aine.
    [1.3.] Zum vierten, als sy erleutern unser furnemen mit dem romzug zu untersteen, Mayland einzunemen.
    Die Franzosen haben oft etwas erlogen, darumb kan man in das auch nit fur ubel haben. Die Aidgnossen wissen selbs wol, warzu wir yetz ire knecht gebrauchen wollen, nemblichf zum romzug. Wir und des Reichs stend arbaiten auch hie allein zu solhem zug, als inen dann yetzo zu Zurich g durch euch und des Reichs stend botschaft-g clärlich angezaigt und darauf furderlich antwurt begert wirdet, damit die Franzosen nit mer liegen durfen. Sy möchten sunst verdampt werden, nachdem sy heylig sein wollen.
    Die Aidgnossen wissen auch wol, daz sy daz Reich ausgenommen haben. Mailand gehort dem Kg. zu Frankreich nit zue, dann wir kumen auch von ainer Hgin. zu ŠMayland zu warzaichen von des erslagen Hg. Leupoltz gemahel5. Wir sprechen aber in craft derselben erbschaft daz Hm. Mayland nit an. h Wiewol ain Ehg. von Osterreich in dem Reich hoch gefreyt und nit so gar als ander Ff. unterworfen ist, so sein wir doch ain Aidgnoss des Reichs-h und wollen gegen demselben Reich alzeit unsern aid halten, wie wir verhoffen, das die Aidgnossen mit irem aid, den ire eltern dem Reich gesworn haben, auch tun werden.
    [2.] Zum fünften, als die Franzosen zu enthaltung Mayland der Aidgnossen knecht laut der verainigung yetzo ervordert haben wöllen, auch begern, die verainigung zu verneuen und darbey Mayland zu handhaben.
    i Darauf ist unser ernstlicher bevelh an euch, das ir in euren reden und handlungen mit den Aidgnossen euerm guetbedunken nach, wie ir on zweivel zu tun wol wisst, allen vleiss und ernst ankeret, sy durch obgeschriben unser grundlich anzaigen und der Franzosen erdicht furtragen beweget und vermuget-i, damit sy dem Kg. zu Frankreich nit die zwelftausend, auch kainen knecht volgen lassen, dann er wurde sy gwislich wider den babst gebrauchen.
    j Desgleichen practiciert und handelt, wie ir mugt und kundt-j, damit die verainigung mit Frankreich nit verneut werd, nachdem er Mailand dem Reich, durch das er die lehenschaft, im beschehen, zerbrochen hat, vorhelt.
    [3.] Zum sechsten vernemen wir, wie die Franzosen alles, daz uns zu smach raiche, gebrauchen.
    Darinnen kundt und werdt ir uns wol wissen zu verantwurten. Uns ligt auch nit vil daran, waz sy reden, dann wir halten uns allwegen des gmainen gesprochen worts: Wann ain bueb ainen schilt und ain wilde frau ainen lobt, so gilt ains alsvil als daz ander gegen Got und der welt.
    k Und in dem allem euern hochsten und getreuen vleis gebrauchet und in allweg guet aufmerken habet, und waz euch stätiglich begegnet und sich sunst verlauft, uns des allezeit eylends verkundet. Daran tut ir unser ernstliche mainung. Geben zu Costenz am zehenden tag Juny Ao. etc. im sibenden, unsers Reichs des romischen im XXIIten-k.

    « Nr. 238 Forderungskatalog der Eidgenossen für die Stellung von Truppen zum kgl. Romzug  »

    [1.] Sold der Fuß- und Reitertruppen; [2.] Bestellung von Hauptleuten; [3.] Regelung der Musterung, Regelung für den Sold der während des Romzuges umkommenden Knechte; [4.] Doppelsold für Geistliche; [5.] Verantwortung Kg. Maximilians Šfür die Verpflegung des eidgenössischen Kontingents; [6.] Auskunft Kg. Maximilians über Route und Termin des Romzuges; [7.] Zusammenfassung der eidgenössischen und kgl. Truppen; [8.] Regelung über Soldzahlung für angebrochene Monate; [9.] Regelung für das Mitführen von Saumrossen; [10.] Auszahlung des Solds am Monatsbeginn; [11.] Beilegung von Streitigkeiten und Beschwerden; [12.] Größe des eidgenössischen Kontingents; [13.] Regelung von Schäden während des Romzuges; [14.] Auszahlung des ersten Solds in Zürich; [15.] Verpflichtung Kg. Maximilians zur Bereitstellung von Artillerie.

    s.l., s.d., jedoch Zürich, 10. Juni 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 455–456’ (Kop., Überschr.: Verzeichnis der Eydgnossen, davon obgemelt, wie es mit inen des sol[d]s und anders halben gehalten werden soll.) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 268–270 (Kop.) = B.

    /455/ Es wirdet sich gepuren, zu reden von den stucken, so hienach stand, vil irrung, so sich hiernach erheben mochten, zu vermeiden.
    [1.] Des ersten, was der sold, nemlich funf fl. eynem fußgenger, sey und allweg dreyssig tag fur einen monat zu rechnen.
    Item einem reysigen uf mann und pferd, der da gerust reydt, X fl.
    Item der sold sol angeen in der Eydgnosschaft, so man von huß ußzucht, und weren widerumb biß in das huß, und das in der Eydgnosschaft ein blatz bestimpt werde, da der erst sold zalt werde.
    [2.] Item von den zwolf orten soll von yedem ein hauptman gemacht werden, und sunst von den ubrigen der Eydgnosschaft verwanten sol auch von ir yedem uber die knecht, so inen aufgelegt werden, ein hauptman geben werden, doch das derselben verwandten under III mann nit habe. Und sollen solich mit emptern und duppelsolden gehalten werden, wie der Eydgnosschaft brauch ist.
    [3.] /455’/ Es ist auch zu fursehen, mit was guter musterung soll gemustert werden, damit untreu und geverd furkomen werde. Ob aber ein knecht, oder wer der were, in zeit seins dinsts absturbe, dem soll allweg sein solde, sovil ime des ußstat, dem hauptman geben und bezalt, damit solich sein erdient gelt demnach durch den hauptman seinen kinden, ob er die hette, oder erben geben werde. Ob aber einer usserm dinst hinweglufe, dem soll man nit schuldig syn.
    [4.] Item die priestern, so ußgenomen werden, der sol yedem zwyfachen sold geben werden, als dann der Eydgnosschaft brauch ist. Und ob sich ander darin vermischen wolten, denen soll man nit schuldig sein.
    [5.] Die kgl. Mt. soll nach irem besten vermugen und vleis ernstlich versehen, das die knecht mit essiger speyse, proviand und ander dergleich narung versorgt werden.
    [6.] Die kgl. Mt. sol anzeigung geben, welichen weg sie hinin ziehen wolle, damit sich die knecht auch darnach wissent zu richten.
    ŠDie kgl. Mt. sol auch anzeigen, wann man von stat wolle ziehen und der zug sein anfang werde gewynnen, damit man sich a kont in handel schicken und rusten-a.
    [7.] /456/ Die kgl. Mt. sol auch begern, die Eydgnossen sich in der nehe bey den iren enthalten und sich von inen nit weitern und der Eydgnossen knecht gevarlich voneynander nit weit teylen.
    [8.] Und ob die hinziehenden knecht uber einen monet ußblibent und also den andern monat erreychent, das inen dann dryer monat sold zustan und geben werden soll, ob sie gleichwol eher herheim kement. Und ob sie uber dry monat verharten, so soll der furo und fur also beharrt werden, sie seint zu roß oder fuß.
    [9.] Und ob sie somroß furten, was von einem und dem, der das fuerte, soll geben werden, doch dabey zufurkommen, das soliche mit rate und willen irs hauptmans und nit fur sich selbs sollen genommen werden. Und nemlich sollent XX und nit mynder nu ein somroß haben. Und ist der sold der ross V fl.
    [10.] Die sold der reysigen und fußgeender sollen allweg zu angeendem monat bezalt und ußgericht werden, wie dann der Eydgnossen brauch ist.
    [11.] Ob eynich clag oder irrung erwuchs, das sol durch die musterherren, hauptman und vanner gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sie gut bedunkt, damit ferrer clag verkommen werde.
    [12.] /456’/ Der zal, so der gesandt werden zu roß und fuß, sol sein von der Eydgnosschaft VIM.
    [13.] Ob auch yemands redlichen schaden neme an sich oder an gut, das soll man lutern, wie man eynem da wolle begegnen, nemlich ob eim ein roß in scharmutzeln und gefechten erstochen oder erschossen oder ob eim ein roß in brugen verfiele2 oder unnutz wurde oder das einer ylends muste reiten und in dem darumb keme, das an biderleuten, so das roß kennt hetten, stand, was man darfur im zimlicheit geben. Und nit, das eyner heyschen solle, was er wolle.
    [14.] Die erste zalung sol zu Zurich bescheen.
    [15.] Kgl. Mt. sol auch die knecht mit erlichem, gutem geschutz nach notturft, und damit sie versorgt sein, versehen.

    « Nr. 239 Tagsatzungsgesandte aus Zürich, Bern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Basel, Fribourg, Solothurn und Schaffhausen an Schultheiß und Rat zu Luzern »

    Sie haben einhellig beschlossen, dem röm. Kg. sowie den Kff., Ff. und Ständen des Reichs 6000 Knechte zur Erlangung der Kaiserkrone zur Verfügung zu stellen. Der Gesandte Luzerns hat erklärt, daß seine Herren beschlossen hätten, am Bündnis mit dem frz. Kg. festzuhalten. Es heißt, daß Personen in der Eidgenossenschaft die Absicht haben, Knechte anzuwerben und diese ungeachtet ihrer Zusage [gegenüber röm. Kg. und Reichsständen] dem frz. Kg. zuzuführen. Die bedenklichen Folgen dieses Tuns sind leicht zu ermessen. Sie hoffen, Luzern wird sich – wie auch Zug und Glarus, die noch nicht zugesagt haben Š– letztlich nicht von den übrigen Orten absondern, sondern ebenfalls seinen Beitrag zum Romzug leisten. Bitten sie nachdrücklich im Interesse von Frieden und Ruhe sowie ihrer aller Lob und Ehre, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Knechte sich nicht in den Dienst des frz. Kg. begeben.

    Zürich, 10. Juni 1507 (dornstags nach Medardi).
    Luzern, StA, TG 114, unfol. (Or.).
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 277, S. 381 (als Pkt. h des Abschieds vom 8.6.1507).

    « Nr. 240 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an Kff. und kfl. Gesandte »

    Weiterleitung eines Schreibens Kg. Ludwigs von Frankreich an die Kff.

    Zürich, 10. Juni 1507 (dornstags octava corporis Christi); präs. Konstanz, 11. Juni1.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 453’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 29’ (Kop.) = B.

    Unser fruntlich, undertenig, willig und gehorsam dienst etc. Diesen abend, als wir euer Ll. in andern sachen haben wollen schreiben [Nr. 241], ist uns ein franzosischer bot alßbald mit einer schrift [Nr. 173] von kgl. wirden zu Frankreich, an euer Ll. und uns [= Kf. Jakob von Trier] ußgangen, zukomen. Die haben wir guter meynung angnommen und in beysein der zugeordenten euer Ll. reten2 geoffnet, der meynung, ob ichts darinnen gemeldt were, zu der handlung ytzo hie dinstlich, das wir des wissen hetten. So wir aber vernommen, das solich schrift den orator [Gian Antonio Crivelli], so zu Costenz ufgehalten wird, auch die schickung kgl. Mt. und stende des Reichs reten, wie euer Ll. vernemen, belanget, haben wir dieselb schrift lassen abschreiben, die wir euer Ll. herinnen verwart zuschicken. Und wollen das original bey uns, biß wir zu euer Ll. gein Costenz komen, der ursach halben behalten, dweil wir solichs der schickung halben gein Frankreich fur ein sicherheit und geleyt achten, das es durch sendung eynichs botens nit verlorn werde und euer Ll. doch des nichts wenigers wissens haben. Wolten wir euer Ll., den wir zu aller fruntschaft gewillt sint, nit verhalten. [Datum].
    Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc., und ander von des Reichs stenden etc.
    An die Kff. und derselben potschaften, zu Costenz versamelt.

    « Nr. 241 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Überreichung des eidgenössischen Forderungskatalogs bezüglich des Romzugs; [2.] Fortsetzung der Verhandlungen mit den Eidgenossen über einzelne Punkte (Sold der Fußknechte, Saumrosse); [3.] Zusage Bf. Matthäus’ von Sitten hinsichtlich einer Senkung des Solds für die Fußknechte; [4.] noch unerledigte Frage des Einsatzzwecks Šder eidgenössischen Söldner; [5.] Bitte um weitere Anweisungen für die Verhandlungen; [6.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Zürich, 10. Juni 1507 (dornstags octava corporis Christi); präs. Konstanz, 11. Juni1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 454–454’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 31–31’ (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 266’-267’ (Kop.) = C.

    [1.] /454/ Unser fruntlich, undertenig, schuldig und gehorsam dienst a allzeit zuvor. Erwirdigen, hochwirdigiste, hochwirdige und hochgeborne, besundere, lb. oheim, freund, gnst. und gn. Hh. -a Auf gesterigs unser schreiben [Nr. 236] haben die gesandten der Eydgnosschaft röm. kgl. Mt. reten auf heut ein verzeychnus [Nr. 238] irer meynung, wie es mit inen gehalten solle werden, uberantwort, die soliche an uns gelangen haben lassen, inhaltende, wie euer Ll. und Gnn. aus der copey, hierin verwart, vernemen.
    [2.] Und wiewol wir auf unser instruction, auch schrift, euer Ll. und Gnn. gestern getan, derselben bescheyt und willen zu erwarten bestanden, so ist doch aus andern zufallenden ursachen der franzosischen botschaft, so auch alhie ligt, fur notturft angesehen worden, das wir sambt kgl. Mt. reten vor den Eydgenossen widerumb erschienen. Daselbst haben die kgl. rete nach anderer handlung alßbald uf bemelte verzeichnus mit den Eydgenossen auch etliche disputacion gehalten und, was bey inen fur beschwerlich geacht gewest, dasselbig fuglich angezeigt, als nemlich mit dem solde der funf fl., der saumroß; darzu in andern stucken erclerung begert, die inen von den Eydgnossen zimlich gescheen, aber doch auf dem sold der funf fl. deßmals bestanden. Deshalben ist der handel in bedacht biß auf morgen fruhe aufgezogen und darinnen entlichs nit gehandelt, des versehens, den kgl. reten werde /454’/ von kgl. Mt., dergleichen uns von euer Ll. und Gnn. auf morgen fruhe bescheyd zukommen, uns darnach wissen zu halten.
    [3.] Dabey geben [wir] euer Ll. und Gnn. zu erkennen, das unser frund und gn. H. von Wallis sich vertrostet, den sold auf funfthalben fl. und also einen halben fl. herabzubringen.
    [4.] Aber irs dinsts halben, wie und wohin sie zu gebrauchen sind, ist noch nit furhaltung gescheen, uß dem, das deßhalben kein bevelhe vor augen ist, wiewol wir dannost achten uß anzeigung, so wir in sunderheit vermerkt, das ire gemute und wille gegen kgl. Mt. und dem Hl. Reich auf gutem grunde yetzmals stee und das sie sich treulich erzeigen, auch von etlichen artikeln der verzeichnus weichen solten, wo wir neben den kgl. reten wußten euer Ll. und Gnn. gefallens zu handlen.
    [5.] Darumb ist unser fruntlich und undertenig bitt, euer Ll. und Gnn. wollen die sachen furdern und uns uf solichs alles irs gemuts schirsten sambstags [12.6.] zum fruwsten schriftlich berichten, dadurch euer Ll. und Gnn. halber die handlung kgl. Mt. nit zuruttet, sunder wir wissens entpfahen, wes wir uns halten sollen. Wolten wir euer Ll. und Gnn. abermals im besten nit verhalten.
    Š[6.] [Datum]. Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und ander von des Reichs rete gein Zurich geordent.
    Den erwirdigen, hochwirdigsten, hochwirdigen und hochgebornen Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs, so personlich oder durch ire potschaft ytzo zu Costenz versamelt sein, unsern besundern, lieben oheim, vettern, frunden, gnst. und gn. Hh.

    « Nr. 242 Weisung der Reichsstände an die Gesandten zu den Eidgenossen »

    [1.] Eingang des Gesandtenberichts vom 10. Juni; [2.] Bestätigung der den Gesandten mitgegebenen Instruktion; [3.] Entschuldigung für die Verspätung der erbetenen Weisung; [4.] Unterzeichnung, Adresse.

    Konstanz, 11. Juni 1507 (freitags Barnabe). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 458–458’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 32’-33 (Kop.) = B.

    [1.] /458/ Unser fruntlich, a willig, gehorsam dinst und grus zuvor. Erwirdiger in Got vater, besunder, lb. frund, herr oheim und gnst. H., auch strengen, wirdigen und vesten, lb., getreuen, besundern und gute frunde-a. Wir haben euer zugesante schriftlich anzeige [Nr. 241], wes euch von den Eydgnossen in antwort begegent, auch wes ire zu ufhalt der sachen im besten furgeslagen, alles inhalts mitsampt euerm gutbedunken und begern, darin verleibt, guter meynung vernommen.
    [2.] Sint ungezweifelt, euer Ll. und Gnn. tragen gut wissens, wie ire von unsern wegen mit instruction [Nr. 231] von kgl. Mt. in unserm beysein und bewilligen abgefertigt seyet, dabey wir es noch lassen. Wissen das diser zeit nit zu endern. Wann euer Ll. und Gnn. mogen wol ermessen und versteen, das, wo wir uns in handlung gegen den Eydgnossen laut euers anzeigens begeben solten, das in solichem eins guten bedenkens und furbetrachtens notturftig were, auch also ylend in euer, des von Triers, auch Hg. Friderichs von Sachsen Kf. etc., des zukunft man morgen alhie wartend ist, abwesen nit wol moglich. So wißt ire auch, wie wir des hievor allezeit abscheu und beswerung getragen. Das haben wir euch guter meynung uf euer schreiben nit wollen verhalten, darnach mit euerm abschied laut angezeigter /458’/ euer instruction zum fuglichsten und besten mogen haben zu richten. Geben zu Costenz uf des Hl. Reichs tag, freitags Barnabe Ao. etc. septimob.
    [3.] c Euer schrift ist erst hut morgen im rate geben und darumb verfertigung unser antwort nit wol eher mogen gescheen. Wolten wir euch auch nit bergen etc. Datum ut supra-c.
    [4.] d Kff., Ff. und ander des Hl. Röm. Reichs stende, alhie zu Costenz versamelt.
    ŠDem erwirdigen in Got vater, auch strengen, wirdigen und vesten H. Jacoben, Ebf. zu Trier etc., Kf., und andern von des Reichs stenden verordenten, yzto uf dem tag zu Zurich, unsern besundern, lb. frund, herrn und oheim und gnst. H., auch getreuen, besundern und guten frunden-d.

    « Nr. 243 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Verhandlungen über die Höhe des Solds der Fußtruppen, Zeitdruck infolge der Intrigen der französischen Gesandten; [2.] Datum, Unterzeichnung; [3.] Bitte um weitere Anweisungen für die Verhandlungen, Intrigen der französischen Gesandten gegen Kg. Maximilian.

    Zürich, 11. Juni 1507 (freitags Barnabe apostoli); präs. Konstanz, 12. Juni1.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 459–459’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 33’-34 (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 270–270’, 275 (Kop.) = C.

    [1.] /459/ Unser freuntlich, undertenig, schuldig und gehorsame dinst zuvor. Erwirdige, hochwirdigste, hochwirdig und hochgeborn Ff., besondere, lb. oheim, freunde, gnst. und gn. Hh. Kgl. Mt. rete haben uns diesen mittag abermals eroffent, wes der von Walles [Bf. Matthäus von Sitten] etc. uf getane vertrostung des solds halben, funf fl. zu geben, gehandelt, auch ime zu antwort begegnet sey, nemlich das sie nach vil ermanung ires erpietens, kgl. Mt. und dem Reich getan, dannost uf denselben funf fl. solds umb ferne des wegs oder teuerung, so der ort entsteen mocht, bestanden oder aber ime, dem von Walles, furgeschlagen, sich gegen inen zu verschreiben, so teuerung entstunden, das die knecht mit funfthalben fl. nit ußkommen mochten, das inen die funf volgten, ader zum dritten, das yedem knecht ein rustgulden gegeben und dergleichen mit den duppelsoldern gehalten wurde. Und zuletzst, so hab gemelter von Walles inen furgeslagen, ob solichs uf hintersichpringen anzunemen sey, dasselbig will bey den Eydgenossen, dergleichen und nit weniger bey den kgl. reten fur beschwerlich angesehen werden, dergestalt, wo ytzo hie nit entlich geschlossen, das alle handlung durch ubung und verheissen der franzosischen botschaft alhie verendert und dem Reich hinach zu solichem /459’/ willen, der ytzo vor augen sey, nymmer kommen werde. Uber solichs alles sind die kgl. rete willens, abermals, damit nit gefeyert werde, ytzo der stund zu den Eydgnossen zu kommen, mit inen weiters zu disputiren, die sachen biß uf antwort, der wir heut gehofft hetten, fuglichst aufzuziehen, ob etlich beswerde solds und anders herabpracht mocht werden, in dem doch nit zu schliessen. Bewegen wir, uns von inen der nottorft nach nit zu sundern. Wolten wir euer Ll. und Gnn., aller unser handlung wissen zu haben, nit verhalten.
    [2.] Eylends zu Zurich, freitags Barnabe apostoli Ao. etc. septimo.
    ŠJacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und andere von den stenden des Reichs rete, gein Zurich verordent.
    [3.] [PS] a Auch sehen wir nochmals fur notturftig an, die sachen zu furdern, uns bescheid zuzuschicken ufs eylends. Dann es ist zu hoffen, das die Eydgnossen morgen tags noch hie zu vermogen sein zu pleiben. So feyern auch die franzosischen botschaft hie nit, kgl. Mt. zu verunglimpfen, dem doch die Eydgnossen keinen glauben haben wollen geben, iren anzug auch nit haben wollen melden, damit nit verlengerung der sachen entstee und in verantwortung, der on not sey, wachse. Datum ut supra-a.
    b An Kff., Ff. und stende des Reichs, auch derselben potschaften, zu Costenz versamelt etc.-b

    « Nr. 244 Bericht der reichsständischen Gesandten zu den Eidgenossen an die Reichsstände »

    [1.] Höhe des Solds der Fußtruppen; [2.] Schäden der Reiter während des Romzuges; [3.] Saumrosse, Feldzeichen des eidgenössischen Kontingents, freie Knechte; [4.] Forderung der Eidgenossen nach vertraglicher Fixierung der Vereinbarungen; [5.] Verhandlungen über die Vertragsfassung; [6.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Zürich, 11. Juni 1507 (freitag Barnabe apostoli) ; präs. Konstanz, 12. Juni1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 457–457’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 32–32’ (Kop.) = B.

    [1.] /457/ Unser fruntlich, undertenig, willig und gehorsam dinst allzeit zuvor. Erwirdige, hochwirdigiste, hochwirdige und hochgeborn Ff., besondere, lb. oheim, vettern, herrn und frunde, gnst. und gn. Hh. Wiewol wir euer Ll. und Gnn. diesen mittag geschrieben [Nr. 243], das die Eydgnossen uf funf fl. solds bestanden, so ist doch nachfolgends sovil durch den von Walles [Bf. Matthäus von Sitten], auch kgl. Mt. rete gehandelt, das sie den halben fl. solds nachgelassen und den uf IIII½ fl. besteen lassen. Haben sich auch hoch in dem entschuldigt, das sie solichs des gemeinen manns halben haben mussen furhalten, den bey willen zu behalten, in ansehung, wes inen ytzo von Frankreich mocht widerfaren.
    [2.] Der scheden halben, den reysigen zu bezalen, ist erclerung gescheen, so ymands pferdschaden von veinden erlitte, den als pillich zu bezalen.
    [3.] Der saumroß verharren sie uf dem, das XX knecht das furen, damit derselb uß der zal der sechstausent sy und die nit gemeret werde. So wollen sie auch unter irem weissen creuz und zeychen ziehen. Der freyen knecht halben lassen sie kgl. Mt. zu, wie sich ire Mt. mit ine vertrag. Aber der VIM, von inen zugesagt, solt es bey der verzeichnus [Nr. 238] pleiben.
    [4.] Und begern nu, daruf einen abscheid zu machen. Des weren die kgl. rete wol gewillt, wiewol sie als wenig als wir noch von kgl. Mt. antwort entpfangen haben. So Škan es doch auch unsernthalben nit geschehen, dweil wir euer Ll. und Gnn. meynung noch nit wissen.
    [5.] /457’/ Darumb, so ist der handel abermals ufgezogen mit dem, das wir semptlich begert haben, das sie die artikel beruhen und sich numals vernemen liessen des vertrags, wes ine deshalben zu tun gemeint were. Darauf haben sie den kgl. reten ein schriftliche verzeichnus [Nr. 246] uberantwurt. Aber wir tragen der noch nit wissens, alleyn das wir allenthalben nit anders vermerken, dann das sie willig sind, kgl. Mt. und dem Reich zu dienen. Und wo dieser zeit nit geschlossen und sie auf die maß aufgebracht, das es in eynicher zeit hinach von ine nit erlangt, sunder der Franzose seinen willen behalten werde. Das wollen euer Ll. und Gnn. der notturft nach bedenken und uns irs willens zum furderlichsten, wo das nit gescheen were, berichten.
    [6.] Datum ylends zu Zurich, uf freitag Barnabe apostoli Ao. etc. septimo.
    Jacob, von Gots gnaden Ebf. zu Trier etc. und Kf., und ander von des Reichs stenden rete, gein Zurich verordnet.
    Den erwirdigen, hochwirdigisten, hochwirdigen und hochgebornen Kff., Ff. und stenden des Reichs, so ytzo personlich oder durch ire potschaft zu Costenz versamelt sind, unsern besundern, lb. oheim, vettern, herrn und frunden, gnst. und gn. Hh.

    « Nr. 245 Weisung der Reichsstände an die Gesandten zu den Eidgenossen »

    [1.] Bestätigung der Weisung vom 11. Juni; [2.] Datum, Unterzeichnung, Adresse.

    Konstanz, 12. Juni 1507 (sambstags nach Barnabe apostoli). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 460 (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA,WRTA 5, fol. 34 (Kop.) = B. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 272 (Kop.) = C.

    [1.] /460/ Unser fruntlich, undertenig und gehorsam dinst und grus zuvor. Erwirdiger in Gott vater, besunder lb. frund, herr, oheim und gnst. H., auch strengen, wirdigen und vesten, lb., getreuen, besundern und gute frunde. Wir haben diesen morgen zwo schrift, von uch an uns ußgangen [Nrr.  243f.], die handlung mit den Eydgnossen betreffend, im rate horen verlesen und gestern dergleichen schrift [Nrr. 240f.] von uch entpfangen, daruf wir euern Ll. und Gnn. gestern antwort in schriften [Nr. 242] zugefertigt, die uch (als wir nit zweiflen) diss morgens fruhe zukommen ist. Daruß ir unser gemut und meynung in diesem handel numals wol vernomen hapt. Dabey lassen wir es noch pleiben. Haben wir euer Ll. und Gnn. guter meynung, darnacha zu richten, nit wollen verhalten.
    [2.] Geben uf dem Reichs tag zu Costenz, sambstags nach Barnabe apostoli Ao. etc. septimo.
    Kff., Ff. und ander b des Hl. Reichs stende, alhie zu Costenz versamelt-b.
    c Den erwirdigen, in Gott vater, auch strengen, wirdigen und vesten H. Jacoben, Ebf. zu Trier etc., Kf., und andern von des Reichs stenden verordenten, ytzo uf dem Štag zu Zurich, unsern besundern, lb. frund, herren, oheim und gnst. H., auch getreuen, besundern und guten frunden-c.

    « Nr. 246 Abschied zwischen der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich und Gesandten Kg. Maximilians »

    [1.] Zusage von neun Orten zur Stellung von 6000 Söldnern für den Romzug Kg. Maximilians; [2.] Sold der Fußknechte; [3.] Sold der Reiter; [4.] Auszahlung des ersten Solds in Zürich; [5.] Bestellung der Hauptleute; [6.] Erkrankung oder Tod eines Söldners; [7.] Besoldung der Priester; [8.] Zuständigkeit des röm. Kg. für die Lebensmittelversorgung, Mitteilung über Beginn und Route des Romzuges, Ausstattung der eidgenössischen Söldner mit Geschützen; [9.] Aufstellung der eidgenössischen Söldner in der Nähe des Kg., keine Aufteilung des eidgenössischen Kontingents; [10.] Modalitäten der Soldzahlung; [11.] Stellung von Saumpferden; [12.] Auszahlung des Solds am Monatsanfang; [13.] Beilegung von Streitigkeiten im Heer; [14.] Entschädigung bei Verlusten an Pferden im Gefecht; [15.] Feldzeichen des eidgenössischen Kontingents; [16.] Besoldung der Offiziere. [17.] Aufstellung über die einzelnen Kontingente. [18.] Vermerk über die anschließende Verlesung weiterer Aktenstücke an die Reichsstände.

    Zürich, 12. Juni 1507.
    I. Abschriften des Abschieds: Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 467–468’ (Überschr.: Abschied der kgl. Mt. rete, uf dem tag zu Zurch gno [mmen]; Pkt. 17 fehlt .) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 34’-36, 35b = B. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 14–15’ (mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Pkt. 17 fehlt) = C. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. Lit. 28, unfol. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 108–109, 109–109’. Konstanz, StdA, A I 8, Bd. 2, pag. 108½-109½ (spätere Abschr. Hd. C. Schulthaiss, Pkt. 17 fehlt). Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 17–19 (Überschr. wie A, Pkt. 17 fehlt). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 13–14’ (Überschr. wie A, Pkt. 17 fehlt).1 
    II. Exemplare des zugrundeliegenden eidgenössischen Abschieds vom 8.6.: Zürich, StA, B VIII 84, fol. 197–198’, 199–199’ (Reinkonz.) = D. Bern, StA, A IV 10, pag. 177–180, 180–181 (Kop., Überschr.: Anschlag des Kg. ) = E. Luzern, StA, AKT A 1 F 1, Schachtel 53, Fasz. Maximilian I., unfol. (Kop.) = [F]. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 153’-154’, 155’-156 (Kop., Überschr.: Zurich abscheid, zinstag nach corporis Christi [8.6.] Ao. etc. VIImo.). Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 77–79, 80–81 (Kop.).
    III. Drucke (zeitgenössisch): München, BSB, 4 Eur. 330–15 (Beschreibung s. Nr. 709) = G. Nürnberg, GNM/Bibliothek, 8o Bg. 7499, unfol. (Beschreibung s. Nr. 709) = H.
    Druck/Edition: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 912, S. 717–719 (Pkt. 17 fehlt); Anshelm , Chronik, S. 11–14, 14f.; Fäsi , Beylage, S. 100–105 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 220’-221).

    / Š467/ a Uf sambstag nach Barnabe apostoli [12.6.] umb die vier uren nach mittag sind nachgeschribner artikel durch kgl. Mt. rete des Reichs verordenten geschickten uberantwort und doch durch dieselben geschickten mit den Eydgenossen der artikel halben nichts gehandelt, beslossen oder angenomen worden-a:
    [1.] Als unser allergnst. H., der röm. Kg., auch Kff. b und Ff. der-b stende des Hl. Reichs an uns Eydgenossen geworben und begert haben, derselben röm. kgl. Mt. zum romzug, c die ksl. cron zu erlangen-c, VIM knecht under unserm zeychen uf ir besoldung zuzuorden, haben wird uf solich begerd und werbung, wir diese nachgeschrieben ort, nemlich Zurich, Bern, Ury, Swyz, Underwalden Ob und Nid dem Wald, Basel, Fryburg, Soletern und Schafhausen, solichs in nachfolgender meynung helfen zu vollnstrecken zugesagt.
    [2.] Anfenglich, das der sold einem fußgenger sei IV½ rh.fl. des monets, und das allweg XXX tag fur ein monat gerechent werden.
    [3.] Und einem reysigen, der da gerustet reytet, uf mann und pferde zehen rh.fl.
    [4.] Item, das die erste bezalung in der statt Zurich beschee und daselbsthin alle hauptleut bescheiden werden, yeder das gelt uf sein knecht zu entpfahen; und uf den tag, so das gelt also ubergeben werde, der sold und monat angangen.
    [5.] /467’/ Item, das vonf XII orten unser Eydgenosschaft von yedem ort eyn hauptman gesetzt werd. Und sunst von den uberigen der Eydgenosschaft verwandten und undertanen sollen auch hauptleut g genomenh und dieselben also geordent-h und geteilt werden, das allweg ein hauptman derselben verwandten und undertanen IIC man under ime hab und nit mynder. Dieselben sollen dann mit amptern und zwifachen soldeni gehalten werden, wie das unser Eydgenosschaft brauch ist.
    [6.] Es soll auch mit guter ordnung gemustert und allweg versehen werden, das geverde und untreu vermitten pleib. Ob aber ein knecht, oder wer der were, in zeit seins dinsts krank wurde oder absturb, dem soll allweg sein sold, sovil ime des zustat, gegeben und dem hauptman bezalt werden, damit solich sein verdient gelt demnach durch den hauptman seinen kinden, ob er die hett, oder seinen erben geantwort werd. Ob aber eyner usserm dinst hinweglief, j dem soll man nichts schuldig sein-j.
    Š[7.] Item, dask die priester, so ußgenomenl werden, dero soll yeder m haben zwifachen sold, als das der Eydgnosschaft brauch ist-m. Und ob sich ander darin vermischen wolten, n das man denen nichts schuldig sein soll-n.
    [8.] Item die kgl. Mt. soll mit fleis nach irem besten vermogen ernstlich versehen, das die knecht mit essiger speise, proviand und ander dergleichen narungen werden versehen. Deßgleich o by guter zeit erschynen, wenn ir Mt. ufsein und-o welichen weg die ziehen wolle, damit man sich darnach wisse zu richten. p Und besunder auch die knecht mit erlichem, trostlichem, gutem geschutz nach notdurft, q und damit sie versorgt sein, versehen und bewaren–p –q.
    [9.] /468/ Die kgl. Mt. soll auch ordnenr und daran sein, das sich unser knecht in nahe by ir Mt. enthalten, die von ir nit wytern und besunder geverlich oder wyt voneinander nit lassen teylen.
    [10.] Unds so alsot, wie obstat, der monat angangen ist und daruf unser knecht u im namen Gottes-u von huß ziehen werden, das inen alßdann dryer monat sold zustan und geben werden solle. Und ob sie gleichwol eher und besunder im ersten monat wider heimkement v und ob sie-v uber dry monat verharten, so soll das gehalten werden, w wie obgelutert ist, nemlich all monat eim fußknecht IV½ fl., eim reysigen zehen fl. und uf ein troßroß V rh.fl., und ir sold widerumb biß in ir behusung weren, sie sind zu roß oder zu fuß-w.
    [11.] Es werden auch allweg XX knecht ein saumroß haben. x Doch sollen sie dieselben mit rate und willen irs hauptmans und nit fur sich selbs nemen y und ordnen–x. Und soll der sold uf ein saumroß sein funf rh.fl. -y
    [12.] Und die solde der reysigen und fußknechten sollen allweg zu angendem monat bezalt und gericht werden, wie dann das z under der unsern-z Eydgenossen brauch ist.
    [13.] Und ob eynich clag oder irrung erwuchs, das soll durch die musterherrn, hauptleut und venner gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sie gut dunkt, damit ferrer clag werde furkomen.
    Š[14.] /468’/ Und ob yemand redlichen schaden nemenaa, nemlich ob einem in schermutzeln und gefechten ein roß erstochen oder erschossen wurde, das dann an biderben leuten, so dasselb roß gesehen und erkennt hetten, stonde, was man in zimlichen gestalten darfur geben, und nit, das einer gewalt haben soll zu heyschen, was er wolle.
    [15.] Item die knecht werden ziehen under unser stetten und lendernab fenlin, mit weissen crüzen gezeychent, als das unser alt gewonheyt und on alles mittel ye und ye gebraucht ist.
    [16.] Und so also allenthalb hauptleut, venner, luttiner und dergleich doppelsoldner gesetzt und geordent, so werden dieselben darnach mit den, so kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stende des Reichs darzu ordnen, irer besoldung halb abkomen und bescheyd machen, wie sich dasac wird gepuren.
    ad Actum Zurich, sambstags vor St. Viti und Modesti tag [12.6.] Ao. etc. VIIo -ad.
    [17.] [ ae af Und sint die VIM knecht in nachvolgender meynung ußziehen–ae.


    Zurichag VIC Fryburg III½C
    Bern mitsampt Biel VIC Solutern III½C
    Lucern IV½C Schafhusen I½C
    Ure III½C Abt zu St. Gallen IIC
    Switz III½C Appenzell IIC
    Underwalden ob und nid dem Wald II½C, die von Roperßwil L, tut IIIC Stat St. Gallen und Rintal IIC
    Turgeu IIC
    Zug II½C Baden, Gft. und stat IIC
    Glarus II½C Daz oberland IIC
    Basel III½C Gft. Dockenburg [IIC]ah
    ai [Item Bremgarten, Mellingen]-ai und ampter in Ergeuw IIC
    Rotwil L

    ŠUnd soll iglichs ort die sinen von stund an usnemen, hoptlut und fendrich orden und dieselben gerust in wart enthalten, also wan man sie uffordert, das sie gerust sien. Es soll auch dabi zum hochsten verkomen und versehen werden, damit sich die knecht nit in ander weg erheben hinzulaufen–af .].
    [18.] [Vermerk von anderer Hand:] aj ak Nachfolgend hat kgl. Mt. etlichen stenden des Rychs ein fryheit, so kgl. Mt. den Eydgenossen geben wolle, und der Eydgenossen revers dargegen [Nrr. 248f.] verlesenal lassen mit der anzeyge, das kgl. Mt. inen allein darumb tue furhalten, das die stende des wissens und bericht haben und nit, das sie darin raten oder willigen sollen. Daruf dieselben uß guten ursachen kgl. Mt. haben lassen luten, solich notel an die stend ein gemeyn langen zu lassen, das dan kgl. Mt. getan–aj. Und lut die nottel solicher fryheit und revers, wie hernach volgt–ak.

    « Nr. 247 Beschlüsse und Aktionen der eidgenössischen Orte und Zugewandten zum Vollzug des Züricher Tagsatzungsabschieds (14.-30. Juni, 15. Juli) »

    [1.] Schultheiß und Rat der Stadt Bern informierten am 14. Juni die Stadt- und Landgemeinden über die Zusage von 6000 Knechten für den Romzug Kg. Maximilians zur Erlangung der Kaiserkrone, dargegen des Kg. von Frankrich botschaft widerwertige werbung tüt, und also zü besorgen ist, das zü abstand sölichs züsagens etlich understän möchten, demselben Kg. von Frankrich die unsern züzefüren und uns Eydgnossen aneinandern zü richten, das uns allen nit allein schand und schad gebären, sonder zü ganzer unser Eydgnosschaft zerstörung wurde dienen. Die Gemeinden sollten deshalb das Reislaufen unter Strafandrohung untersagen und die Knechte veranlassen, die Anwerbung durch den Berner Magistrat und die Mehrheit der eidgenössischen Orte abzuwarten.1 Durch Ausschreiben vom 25. Juni teilten Schultheiß und Rat zu Bern den Stadt- und Landgemeinden mit, daß sie aus sundrer grossen und guten bewegung gemeinsam mit anderen eidgenössischen Orten dem röm. Kg. und dem Hl. Reich auf deren Kosten Knechte für den Romzug zur Erlangung der Kaiserkrone zugesagt hätten. Die Adressaten sollten in ihren Gemeinwesen neben den bereits gewählten Hauptleuten, Fähnrichen und sonstigen Kriegsämtern – Ritter Wilhelm von Diesbach war zum Hauptmann ernannt worden, Hans Rudolf von Scharnachtal zum Leutnant, der Fähnrich Kaspar Wyler und Hans Kuttler sollten als Räte fungieren, Kaspar Moser war Fahnenträger2 – den auf sie entfallenden Anteil am Berner Kontingent aus Freiwilligen auswählen, die sich mit Harnischen und Gewehren und insbesondere mit langen Spießen und Handbüchsen auszurüsten hätten Šund in Bereitschaft bleiben sollten, um im Bedarfsfall unverzüglich ausrücken zu können. Die eidgenössischen Orte hätten außerden eine Anzahl von freien Knechten bewilligt, die unter ihren Hauptleuten in eigenen Fähnlein mitziehen sollten. Die freien Knechte würden indessen in das Berner Kontingent miteingerechnet und auf die Hauptleute aufgeteilt. Die Adressaten hätten dafür Sorge zu tragen, daß abgesehen von dem ihnen auferlegten Kontingent keine weiteren Knechte mitziehen würden. Diese erhielten keinen Sold, sondern müßten vielmehr Bestrafung an Leib und Gut erwarten.3 
    [2.] Schultheiß, Großer und Kleiner Rat zu Solothurn faßten am 16. Juni den einhelligen Beschluß, daß man röm. kgl. Mt. zum romzug mit andern Eidgnossen helfen sol und die ding annemen, wie der abschid und tractat, [zu] Zurich gemacht, inhalt.4  
    [3.] Die beiden Ratskollegien der Stadt Basel beschlossen am 19. Juni, daß BM Peter Offenburg als Hauptmann und der Ratsherr Walter Harnescher als Fähnrich am künftigen Romzug teilnehmen sollten; und ob sy utzit von der kgl. Mt. mogen erwerben, es sye sold oder anders, das sol inen uß dem grund, daz sy zu disem zug gedrungen sind, erloubt sin und daz sy das wol mogen annemen.5  
    [4.] BM Marx Röist, Kleiner und Großer Rat der Stadt Zürich wählten am 30. Juni die Kriegsämter für den Romzug: den Bürgermeister [Marx Röist] als Hauptmann, Heinrich Walder und Konrad Hegner d. J. als Venner und Kaspar Göldli als Leutnant. Zu Kriegsräten wurden gewählt: aus dem Kleinen Rat: Nikolaus Setzstab, [Hans] Waser, Felix Walder und Hans Wegmann; aus dem Großen Rat: Alexander Metzger, Hans von Aegeri, Heinrich Binder und Konrad Wüst.6 
    [5.] Abt Franz von St. Gallen informierte mit Ausschreiben vom 25. Juni die Gemeinden über die Zusage von 6000 Mann für den Romzug zur Erlangung der Kaiserkrone und das anteilig zu stellende Kontingent des Klosters St. Gallen im Umfang von 200 Mann. So befahl er Gossau die Bereitstellung geeigneter 18 Knechte samt einem Troßpferd.7
    [6.] Der Walliser Landeshauptmann [Johannes de Platea] berief unter Bezugnahme auf den Züricher Abschied am 15. Juli für den 20. des Monats einen Landtag nach Sitten ein, um über die Ausrüstung von 700 Mann für den kgl. Romzug zu beraten, und verbot zugleich alle fremden Kriegsdienste.8 

    « Š1.3.4. Verhandlungen auf dem Reichstag (Ende Juni 1507) »

    « Nr. 248 Entwurf der kgl. Kanzlei für einen Reversbrief der Eidgenossen »

    [1.] Einung der Eidgenossen mit Reichsoberhaupt und Reichsständen; [2.] Unterlassung und Unterbindung von Feindseligkeiten gegen Kg. und Reich; [3.] Beitrag zum kgl. Romzug; [4.] gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Angehörigen des Reiches; [5.] Verpflichtungserklärung.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, wohl 25. Juni 1505.1 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 475–475’ (Kop., Überschr.: Notel des revers der Eydgenossen.) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Schweiz, Karton 2, Fasz. 2 (Kop., Dorsalverm.: Revers der Aydgenossen gegen bestetigung ihrer freihaiten.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 38’ (Kop.) = C.

    [1.] /475/ Wir, die gemeinen Eydgenosschaft von stetten und landen etc., bekennen mit diser geschrift, als wir dann on alles mitl dem Hl. Röm. Reich zugehorig sind, von welhen wir och nit zu kommen pillichen willen haben, sonder bey solhem wie unser altvordern ufrecht beliben wellen und dem zugut, och herlichem enthalt tutscher nation, Got dem almechtigen zu lob, merung fryds, ruwen und gemaines nutzes mit dem allerdurchleuchtigisten, hochmechtigisten, unuberwyntlichisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg., unserm allergnst. H., och irer Mt. nachvolger am Rich, den Kff., Ff. und stenden vermelts Richs uns in diser nachvolgenden form gutlich vertragen haben:
    [2.] Zum ersten, das wir all fur uns und unser nachkomen gemain und sonderlich derselben kgl. Mt. und dem Hl. Reich widerwertig nit sin wellen noch yemand, der solh zu tun understuend, hilf, beystand noch anhang beweisen, sonder dem, wo das durch unser land oder lut zu tun wurd furgenomen, widerstan.
    [3.] Darzu ir kgl. Mt. die ksl. cron, doch uf ir Mt. und des Reichs cost und versoldung, zu erlangen getreulich verhelfen, wie sich das alles unsern eren nach gepurt, alles getruwlich und ungeverlich.
    [4.] /475’/ Es sol och zwischen dem Hl. Reich und des verwondten, uns und unsern verwondten gueter nachpaurschaft und gemeinschaft mit treuem handl und wandl, kauf und verkauf gebraucht werden, alles on besorg leibs und guts, wie das aines jeden teils und der sinen notdurft erfordert.
    [5.] Disen vertrag wellen wir och bey guten treuen ufrecht und stet halten, dem anhangen und gnug tun, dann och unser allergnst. H., der röm. Kg., Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs uns zugesagt haben, uns dabey und bey dem unsern gnediglich beleyben ze lassen.

    « ŠNr. 249  Entwurf Kg. Maximilians für eine Konfirmation der eidgenössischen Rechte und Freiheiten »

    [1.] Bestätigung der eidgenössischen Privilegien und Freiheiten im Gegenzug zur zugesagten Unterstützung des kgl. Romzuges; [2.] Einung der Eidgenossen mit Reichsoberhaupt und Reichsständen; [3.] gegenseitiger Verzicht auf Schutzverhältnisse mit den Untertanen des Vertragspartners und auf den ungenehmigten Erwerb größerer Güter in dessen Territorium; [4.] Regelung eines Austragsverfahrens zwischen den Eidgenossen und den übrigen Reichsuntertanen; [5.] Generalkonfirmation der eidgenössischen Privilegien und Freiheiten sowie Befreiung von der Reichsgerichtsbarkeit, vorbehaltlich der Reichsrechte an Basel und Mülhausen; [6.] Mandat an alle Reichsuntertanen zur Respektierung der eidgenössischen Privilegien.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, wohl 25. Juni1 bzw. 8. August 15072.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 469–474’ (Kop., (2) Aufschrr.: Notel der kgl. frijheyt der Eydgenossen. – Hiernach volgt ein notel der kgl. freiheyt der Eydgenosschaft. Dorsalverm.: Fryheit der Eydgenossen.) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 127–127’, 125–125’, 130–130’, 128, 127’, 126, 128’, 126 (Konz. mit ex.-Verm. J. Sachs) = B.3 Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 36–38 (Kop.) = C.

    [1.] /470/ Wir Maximilian etc. bekennen offenlich mit disem brief und tun kunt allermeniglich: a Alsb die ersamen unser und des Reichs lb. getreuen N., die Eidgnossen von ortern und lendern, als gelider und verwandten des H. Reichs ein anzal c der iren zu fuss-c auf unsern costen zu unserm romzug, die ksl. cron zu empfahen, und gegen den, so uns daran zu verhindern understunden, zuziehen und volgen ze lassen zugesagt Šund uns daneben angerufen und gebeten, das wir inen all und yeglich ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkommen und gut gewonheit zu confirmieren und zu bestetten und sy darzu fur unser kgl. camer- und des Reichs hofgericht und alle land- und ander gericht zu freyen gnediglich geruchten.
    [2.] Und wann nu dieselb Eidgnosschaft uns, dem Hl. Reich und teutscher nation in solhem romzug zu erlangung und handhabung d der ksl. cron-d, des Reichs oberkait und gerechtigkeit, auch der Deutschen eere nutzlichen und wol erschiessen mag, sich auch das zu tun willig erpeutet und insonderheit yetz ein eynung und verstentnus, auch /470’/ rechtlichen außtrag mit uns und e dem Hl. Reich-e angenomen und beslossen, under anderm inhaltend, das sy uns und dem Hl. Reich nit widerwertig sein, noch yemands, der solhs zu tun understuende, weder hilf, beystand oder anhang beweisen, sonder demselben, wo das durch ir land oder leut zu tun furgenommen wurde, widersteen, uns auch auf unsern costen zu der ksl. cron getreulich verhelfen und das zwischen uns, dem Reich und desselben f undertanen und verwandten an einem-f und inen andern tailsg gute nachpaurschaft und gemainschaft mit getreuem handl und wandl, kauf und verkauf gebraucht werden, alles on besorg leibs und guts, wie das eins yeden tails und der seinen notdurft erfordert und darzu baid teil bey dem iren beleiben.
    [3.] Ferrer, das hinfur kein partey der andern die seinen in burkrecht, schutz, scherm, eynung noch versprechen annemen, es were dann, das yemands hinder den andern mit seinem haußheblichen sitz ziehen wellt, den gerichten, darin ein yeder seins sitz halben von alter gehort hat, /471/ unverdingt, das auch yetweder partei, noch die iren kein sloß, stett oder herschaften under der andern partey mit kauf oder wechsel nit an sich bringen on der landschaft oder oberkeit, under der solhs gelegen ist, gunst und willen. Aber umb ander gueter, zinß, zehent, rent und gult mag ein yeder das sein verkaufen, verwechseln und damit handeln frey und unverhindert.
    [4.] Und ob wir und das Hl. Reich, desselben undertanen und zugehorigen zu der Eidgnosschaft einem oder mer orten oder iren undertanen, zugehorigen und verwandten oder dieselben Eidgnossen gemeinlich oder sonderlich oder ir undertanen, zugehorigen und verwandten hinwiderumb zu uns und dem Reich oder desselben Reichs undertanen und zugehorigen spruch und vordrung hetten oder kunftiglich gewunnen, darumb die parteyen nit guetlich vertragen werden mochten, das der kleger den antwurter zu recht und außtrag erfordern soll auf den Bf. zu Costenz oder Basel, so ye zu zeiten sein, oder auf burgermaister und rat der statt Costenz; daselbs dann die angesprochen partey den klager auf sein ansuchen des /471’/ rechtens unverzogenlich statt tun und gehorsam erscheinen besonder zu stund und furderlich den angezaigten richter umb beladung der sach und tagsatzung bitten, also das klag, antwort, red und widerred und der rechtsatz innerhalb dreyer monat beschechen und das der antwurter, ob er darin seumig erscheinen wurde, bey sweren penen leibs und guts geweist werden etc. Und darzu, ob dieselb angesprochen partey solhs rechtens und Šaußtrags ungehorsam erscheinen wurde, das dann der angenommen richter, er sey vom widertail gepeten oder nit, auf des gehorsamen tails anruefen procedieren, erkennen und außtreglich recht ergeen lassen. Doch das die spenn, antreffend erbfell, gelegne gueter und klein geltschulden, berechtent werden in den ordenlichen gerichten, darin die erbfell gefällen, die gueter gelegen und die schuldner gesessen sind. Und was an den obgemelten enden einem yeden zu recht erkennt und gesprochen wirdet, das dann baid tail allwegen gestracks dabey beleiben, dem leben und gnug tun, /472/ on ferrer waigern, ziehen und appelliern, auch on weiter furwort, außzug oder behelf. Und ob in den vorberurten ordenlichen gerichten yemands auf yetweder partey rechtlos gelassen wurde, das der an der vorbestimbten ende einem sein recht suchen mog, wie obsteet. Und das auch baid parteyen und all die iren sich solhes außtrags und rechten umb all sachen gegeneinander benuegen und sonst mit kainen andern frembden gerichten anfechten, bekumbern oder ersuchen. h Und damit die yetzgemelten wilkurten richter zu beladnus solher spennigen hendl zu iren spruchen und urtailen dest freyer sein mogen, so sollen allwegen die spennigen parteyen am eingang der rechtfertigung sich gegen denselben richtern schriftlich verpinden, sy von solher spruch und handlung wegen, so sich deßhalben begibt, nit anzufechten, zu hassen, noch darin einichen schaden, unfug oder argen willen zuzemessen-h, alles inhalt der brief4, so wir daruber einander gegeben haben.
    [5.] Das wir demnach der genannten Eydgnosschaft gegen solher ir zugesagten hilf, auch eynung, verstentnus /472’/ und rechtlichen außtrag, i und das sy sich bey uns und dem Hl. Reich halten und dem getreulich anhangen-i, all und yeglich ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkommen und gut gewonheit confirmiert und besteet und inen darzu dise sonder gnad getan und freyheit gegeben haben, das sy in gemain noch sonderheit in kunftig zeit an das obberurt unser und des Reichs–a camer- oder hofgericht noch auch an einich land- oder ander gericht von nyemands, wer der oder umb was sachen das were, nyemand noch nichtz außgenommen, nit furgehaischen, geladen noch daselbs wider sy, ir leib, eer, hab oder gueter gericht, gehandelt, geurtailt noch procediert werden, sonder bey dem vorangezaigten außtrag beleiben und dawider nit angefochten noch beswert werden sollen, in dehein [= keiner] weise.
    Confirmieren und bestetten inen auch die obgemelten ir gnad, freyheit, privilegia, alt herkummen und gut gewonheit. Tun und geben auch inen die yetzbestimbt sonder /473/ gnad und freyheit als regierender röm. Kg. wissentlich in craft diss briefs und mainen, setzen und wellen, das nu hinfur die vorgenannt Eidgnosschaft j gegen der obbestimbten irer zugesagten hilf, eynung, verstendnus und rechtlichen außtrag-j sich solher vorangezaigten irer gnad, freyheit, privilegia, alt herkommen und guter gewonheit k zu gleicher weise, als ob die von wort zu wort hierinne begriffen weren-k, auch der freyheit fur unser und des Reichs camer- und hofgericht und all ander land- Šund ander gericht gerulich gebrauchen, geniessen und genzlich dabei beleiben und dawider von nyemands gedrungen noch beswert werden sollen. Ob aber daruber gegen inen in gemain oder sonderheit ichts furgenommen, gericht, geurtailt oder gehandlt wurde, in was schein das bescheche, solle doch solhs craftlos und unpundig sein, das wir auch yetz alß dann und dann als yetz abtun und vernichten wissentlich in craft diss briefs, l doch uns und dem Hl. Reich, unser oberkait und gerechtigkait der stet Basl und Mulhausen, wie dann dieselben stet, die in irer eynung, darein sy mit der Eydgenosschaft komen sein, selbs ausgenomen haben, hierin genzlich vorbehalten-l.
    [6.] Und gebieten darauf allen und yeglichen Kff., Ff., gaistlichen und weltlichen, prelaten, Gff., freyen, Hh., ritter und knechten, auch unser /473’/ und des Reichs camerrichter, hofrichter, urtailsprecher, auch allen und jetlichen landrichtern, richtern, landvogten, schultheissen, burgermaistern, reten und sonst allen andern unsern und des Reichs undertanen und getreuen, in was wirdin, statts oder wesens die sein, ernstlich mit disem brief und wellen, das sy die genannt Eydgnosschaft, ir undertanen, zugehorigen und verwandten bey solher unser kgl. confirmation und bestettung, auch gegeben gnad und freyheit beleiben, sy der gerulich gebrauchen und geniessen lassen und sy dawider nit dringen noch besweren, noch des yemands anderm zu tun gestatten, in kein weiß, als lieb ainem yeden sey, unser und des Reichs swer ungnad und straf, und darzu ein peen, nemlich funfzig mark lotigs golds, zu vermeiden, die ein yeder, sooft er frevenlich hiewider tete, uns halbs in unser kgl. camer und den andern halben tail der genannten Eydgnosschaft samentlich oder sonderlich, welhe also belaidigt /474/ wurden, unableßlich zu bezalen verfallen sein, die auch nach unser und des Reichs ordnung eingezogenm werden sol. Mit urkund diss briefs besigelt mit unserm kgl. anhangenden insigl. Geben.n

    « Nr. 250 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Übergabe des kgl. Entwurfs für die Bestätigung der eidgenössischen Freiheiten an die Reichsstände, Verlesung und Beratung; [2.] Bitte um Verzicht auf Ausstellung des für Kg. und Reich nachteiligen Privilegs. [3.] Vermerk über mündliche Verhandlungen zwischen Kg. und Reichsständen.

    Konstanz, 26. Juni 1507 (sampstag noch Johannis baptiste). 
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 477–477’ (Kop., Überschr.: Bittlich ansuchen der stende des Reichs an röm. kgl. Mt., der Eydgenossen freyheit halber, ubergeben uf sampstag noch Johannis baptiste Ao. VIImo . Daneben Randverm.: Als nu solich obgeschrieben notel an gemeyn stende gelangt, haben sie kgl. Mt. dafur gebeten, ut [sequitur].) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 39–39’ (Kop., Überschr. wie A, jedoch ohne Datumsangabe) = B.

    Š[1.] /477/ Nachdem unser allergnst. H., der röm. Kg., des vordern tags etlichen stenden des Reichs, alhie versamelt, hat lassen fürhalten und verlesen ein notel eyner freyheit [Nr. 249], so sein kgl. Mt. den Eydgenossen zu geben und zu tun willens sey, mit der anzeige, das kgl. Mt. inen allein die darumb tue furhalten, das die stende des wissens und bericht haben, und nit, das sie darin raten oder willigen sollen. Daruf dieselben stende auß guten ursachen kgl. Mt. haben lassen bitten, solich nottel an die stende, alhie versamelt, in gemeyn langen zu lassen, das dan kgl. Mt. genediglich bewilligt und zugelassen, auch daruf solich nottel der freyheit mitsampt dem revers der Eydgenossen [Nr. 248] den gemeynen des Reychs stenden hab tun behendigen. Die daruf solich notel mitsampt dem angezeigten revers haben horen verlesen, auch dieselben irs inhalts von artikeln zu artikeln bewegen und ermessen.
    [2.] Befinden aber dieselben aus vil redlichen ursachen, die sie kgl. Mt., wo sie des wissens zu haben begerte, wol mochten anzeigen, kgl. Mt., dem Hl. Reich, auch den undertanen und zugehorigen desselben und sonderlich den anstossern der Eydgenoschaft in vil artikeln merklich /477’/ beswerlich und nachteilig, daraus auch mit der zeit krieg, ufrure und widerwertigkeita im Reich erwachsen mochten. Das geben sie kgl. Mt. underteniger, getreuer meynung zu erkennen. Achten auch, das sie solichs iren pflichten nach, damit sie kgl. Mt. und dem Hl. Reich verwandt, zu eroffnen und nit zu verhalten schuldig weren, mit aller undertenigkeit bittend, das kgl. Mt. die sachen gnediglich wolt bedenken und diese freyheit gnediglich dem Hl. Reich und gemeynen stenden zugut verhalten und nit usgeen lassen und sich hirin als ir gnst. Kg. und H., der das Hl. Reich und sein verwandten beschwerung und nachteyls allzeit mit fleiss tet verhuten und entheben, also gnediglich erzeigen, als der stende undertenig zuversicht were. Das wolten sie neben iren pflichten in aller undertenigkeit zu verdienen allzeit gefliessen sein.
    [3.] [Vermerk von anderer Hand:] b Daruf hat kgl. Mt. durch ire rete widerumb lassen anzeygen, das sie der Eydgenossen in diesem handel gar nit entberen moge. Und sey alle[s] furnemen one sie nichts. Und wo sin Gn. inen diese sache nit fertige, so werden sie sinen Gn. nit dienen. Und daruf gebeten, das die stende inen solich notel nit misfallen lassen wollen. Daruf haben die stende irer Mt. ire beschwerung in solichem in schriften dapfer angezeigt und wider dafur gebeten, ut [sequitur-b] [Nr. 251].

    « Nr. 251 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Kritik am kgl. Entwurf für die Konfirmation der eidgenössischen Rechte und Freiheiten: [2.] Präjudiz hinsichtlich der Pflichten der Eidgenossen gegen Kg. und Reich; [3.] Forderung nach einem Verbot des Anschlusses weiterer Reichsglieder an die Eidgenossen; [4.] Unvereinbarkeit des vorgesehenen Austragsverfahrens zwischen Eidgenossen und anderen Reichsuntertanen mit der Rechtsordnung des Reiches; [5.] voraussichtliche Verweigerung der genannten Richter; [6.] zu erwartender Mißbrauch des vorgesehenen Rechtsverfahrens zum Nachteil der Reichsstände und Šihrer Untertanen; [7.] voraussichtliche Probleme bei der Exekution von Urteilen gegen die Eidgenossen; [8.] Kritik an der Festlegung einer einheitlichen Frist für alle Rechtsfälle; [9.] Kritik an der Verweigerung der Appellation als Rechtsmittel; [10.] Gefahr der Einbeziehung geistlicher Sachen in das Austragsverfahren; [11.] fehlende Regelung für Kapitalverbrechen, fehlende Eignung der genannten Bff. als Richter in diesen Fällen; [12.] Unkenntnis der Stände über den geltend gemachten Einungsvertrag; [13.] Gefahr der impliziten Bestätigung unrechtmäßiger eidgenössischer Gepflogenheiten; [14.] Kritik an der Exemtion der Eidgenossen von der Reichsgerichtsbarkeit; [15.] Gefahr der mutwilligen Eintreibung der dem Privileg inserierten Strafe durch die Eidgenossen; [16.] Privilegierung der Eidgenossen als Anreiz für weitere Stände zum Abfall vom Reich; [17.] Gefahr der Fehlinterpretation der Privilegierung als Abtrennung der Eidgenossen vom Reich; [18.] Kritikpunkte hinsichtlich des von den Eidgenossen auszustellenden Reversbriefes; [19.] Bitte um Nichtausstellung des Konfirmationsbriefes für die Eidgenossen, Protest der Reichsstände; [20.] unterbliebene Ratifizierung des Züricher Abschieds durch die Reichsgesandtschaft, kein Handlungsbedarf seitens der Reichsstände.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 479–483’ (Kop., Überschr.: Antwort der Kff., Ff. und ander stende des Reichs, alhie zu Costenz versamelt, uf röm. kgl. Mt. ansynnen und begern, der freiheit, confirmation, eynung und vertrege halber der Eydgenossen, abermals auch der vollstreckung halber des abschieds, durch kgl. Mt. rete letzst zu Zurich genomen, bescheen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 39’-42’ (Kop., Überschr.: Bewegung der stende uf der kgl. Mt. fryheit, die Eidgenossen betreffen.) = B.

    [1.] /479/ a Erstlich, als kgl. Mt. der versamlung des Reichs stende alhie uf ir undertenig bitt in schriften [Nr. 250] an kgl. Mt. der Eydgenossen freiheit, confirmation, eynung und vertrege [Nrr. 248f.] halber des fordern tags gelangt, wider an die stende des Reichs uß ursachen, durch die rete erzelt, begert und gesonnen hat, inen angezeigt freiheit, confirmation etc. nit mißfallen zu lassen, haben die stende vernomen. Und sind kgl. Mt. in allem dem, inen und dem Hl. Reich icht leidlich oder tunlich ist, underteniglich zu wilfarn wol gemeynt. Sie haben sich aber in anfang dieser sachen, wie auß obangezeigter irer ubergeben bitt zu vermerken, hochlich beswert, befinden Šauch diese sachen nochmals gemeinen stenden und dem Hl. Reich beswerlich und merklich nachteilig auß nachfolgenden ursachen-a.
    [2.] Zum ersten, als im anfangb derselben notel und darnach mehr und sunderlich in irem reverß gemeldt wurdet, das die Eydgenossen kgl. Mt. die ksl. cron uf irer Mt. und des Reichs costen und versoldung erlangen helfen wollen etc., besorgen die stende des Reichs, das /479’/ dieselben wort der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in kunftig zeit grossen nachteil geberen und durch die Eydgenossen ußgelegt und verstanden werden mochten, als solten sie eim röm. Kg. oder Ks. on besoldung zu dienen nit schuldig und vom Reich in dinsten und sonderlich die ksl. cron zu erholen exempt und gefreyet sein, wiewol sie doch von meniglich fur verwandten und undertanen des Reichs geachtet und gehalten, sich auch selbs darfur achten, nennen und erkennen.
    [3.] Item der artikel, anfahend: Ferner, das hinfur kein partey der andern die seinen in burgrecht, schutz, schirm, eynung noch versprechen annemen etc., bedorft, wo er besteen solt, besser erclerung und leuterung, und sonderlich, das die Eydgenossen kein stett, flecken oder commun in ir eynigung, pundnus oder verspruch ziehen oder annemen solten.
    [4.] Item den artikel, den ußtrag betreffend uf die Bff. Costenz, Basel und stadt Costenz, ist kgl. Mt., den stenden, undertanen und zugehorigen des Reichs, die darin mit ußgetruckten worten begrieffen werden, und sonderlich den anstossern merklich beswerlich und pfendlich. Wann gemeyne recht, gewonheit, herkomen und freiheit einem yeden land und wesen /480/ form und maß geben, wie einer den andern in gleichem fall rechtfertigen soll, die auch bißher im Reich, wie sich geburt, geubt und gebraucht sein. Solt nu angezeigter ußtrag besteen, das wurde röm. kgl. Mt., den stenden des Reichs und sonderlich den anstossern ir jurisdiction, alt herkomen, freiheit, brauch und ubung benemen und darumb, als zu besorgen steet, merklich zurruttung und ufrur im Reich geberen.
    [5.] Item ist zu besorgen, das sich die benenten richter solichs richterampts uß vil beweglichen ursachen, die ein yglicher verstendiger nach gestalt dieser sachen selbs wol ermessen mag, zu beladen merklich beswerde und scheu tragen mochten.
    [6.] c Und in sonderheit so bewegen die stende in dem artikel merklich und hochbeswerlich, das sie, ire undertanen oder verwandten solten, wo die Eydgenossen oder ire zugehorigen etc. zu inen zu sprechen zu haben vermeinten, ire ordenlich richter verlassen und den Eydgenossen oder iren zugehorigen fur die Bff. von Costenz, Basel oder stat Costenz nachfolgen. Wann zusampt dem, das solich nachfolgen den stenden und iren undertanen oder verwandten kostlich, auch sunst wider recht und beswerlich, so were doch zu besorgen, das daruß mer unrats wachsen wurde. Und also, wo irgent leichtfertig oder mutwillige personen der stende undertanen oder verwandten weren, den ire herrschaft oder ordenliche richter /480’/ zu richter nit gefielen oder villeicht in erwegung ungerechtigkeit irer sachen sorg hetten, vor iren ordenlichen richtern nichts zu gewynnen, mochten sie darumb den Eydgenossen undertan oder verwandt machen, dadurch sie ursach und fug hetten, diejenen, zu denen sie meynten zu sprechen zu Šhaben, vor den obestimpten richtern irs gefallens zu bemuhen, umbzutreiben und ufs wenigst zu swerem kosten zu bringen-c.
    [7.] Und ob schon die obangezeigten beswerung diss artikels nit fur augen, so were dannoch solicher artikel des ußtrags der kgl. Mt. verwandten und undertanen des Reichs ganz nachteilig und den Eydgenossen vast vorteilig. Dann wo sich begeben, das die Eydgenossen oder die iren ein urteil fur sich behalten, dabey wurden sie sich handhaben und die irs vermogens vollenziehen. Wo aber ein verwandter oder zugehoriger des Reichs ein urteil fur sich erhalten, dem wurde bey den Eydgenossen (als zu besorgen steet) langsam, wenig oder [zu] kein execucion verholfen werden.
    [8.] Item so ist die zeit, nemlich dreyer monat, in solichem ußtrag bestimbt, nit allen sachen gleich oder gemesse und darumb dieser artikel auch beswerlich.
    [9.] Item, als nachfolgend in gemeltem ußtrag gesetzt wurdet, das es bey den erstgesprochen urteiln one alle weigerung, appellacion und ußzug pleiben soll, ist beswerlich, die appellacion ymands abzuschneiden, so doch solichs /481/ ein wehre und defension ist, weliche defension einem yeglichen von dem naturlichen rechten erlaubt ist.
    Ob aber solichs, wie ytzt angezeigt, nit were, als doch ist, so wurde solich freihung im Hl. Reich ein ungleich rechtfertigung geberen. Wann die, so mit den Eydgenossen rechten, wurden laut diss vertrags oder freiheit nit macht haben zu appelliren, wiewol andere im Reich, so sie zwischen inen rechtfertigung ubten, yeglicher nach laut geschriebner recht und des Reichs ordnung zu appellirn macht hett, das dann ein ungleicheit und unschicklicheit im Reich geberen wurde.
    [10.] Item, als in demselben artikel des ußtrags gemeldet wurdet, das sich bede parteien umb alle sachen solichs ußtrags solten benugen lassen, ist zu besorgen, das die Eydgenossen als die, so iren vorteil in allen sachen zu suchen sich fleissigen, geistlich sachen, wiewol die dahin nit gezogen werden sollen noch mogen, auch mit inzuziehen understeen mochten, das den geistlichen sonderlich unleidlich, beswerlich, darzu wider recht und pillicheit were.
    [11.] Item so geschicht in gemeltem ußtrag von malefizhendeln kein anzeige noch meldung, wie die bederseits gerechtfertigt werden sollen, das doch, wo der außtrag einen bestand haben solt, merklich not were. Wann sich die teglich begeben und unvertragen grosse irrung, entborung und mißhellung geberen mochten.
    /481’/ Item, obwol dieser ußtrag die malefizhendel in ime auch begrieff, so ist wol zu achten, wie die Bff.d richter sein oder ir richterampt einem andern bevelhen mochten. Dadurch stunde dieser artikel allweg in irrung.
    [12.] Item, als furter in angezeigter notel gemeldet wurdet, das eynung und vertrag bescheen seyen, inhalt der brief, daruber ußgangen, desselben besweren sich die stende nit unpillich, wo dieselben brief sie und die undertanen des Reichs betreffen, so sie der kein wissens haben.
    [13.] Item, als furter in gemelter freiheit den Eydgenossen bestetigt werden sollen ire privilegia, alt herkomen und gute gewonheit etc., ist auch nit unbeswerlich. Wann Šwiewol solicher artikel nach gemeynem lauf und verstentnus nit ungemeß oder unzimlich were, so steet doch wol zu besorgen, nachdem die Eydgenossen vil unrechtmessiger prauch, ubung und gewonheit haben, das sie sich durch solich confirmacion solicher irer brauch, ubung und gewonheiten berechtigt und gegrundet zu sein furnemen, sich dabey fester handhaben und dadurch die leute noch mer verunrechten wurden.
    [14.] Item, als nu furter die Eydgenossen in angezeigter freiheit des kgl. chamer-, auch hof-, land- und ander gericht gefreyet werden sollen etc., ist beswerlich, ymands fur das chamergericht des Reichs als die letzsten hilf, /482/ wehre und defension zu freien; und sonderlich ein ganze landschaft schneidet ab die wehre und defension naturlichs rechtens, wie obsteet, mocht auch den andern gehorsamen stenden zu widerwillen reychen.
    [15.] Item, als zuletzst in angezeigter freiheit ein pene, nemlich funfzig mark lotigs golds angehenkt, ist zu besorgen, nachdem die Eydgenossen strenge sein, iren vorteil zu handhaben, das sie dadurch leichtlich ursach suchen wurden, die freiheit an inen gebrochen zu sein und dadurch die pene irs teils einzubringen, dadurch dann irrung, ufrur und krieg im Reich erwachsen mochten.
    [16.] Item zum allerhohsten ist kgl. Mt., Kff., Ff. und stenden des Reichs zu betrachten, wo dieser ußtrag, freihung und begnadigung furgang haben oder gewynnen solt, was beschwerung, nachteils und abfals dem Röm. Reich daraus fallen und volgen mocht. Wann dadurch andern stenden und communen ursach und anreyzung gegeben wurde, sich von dem Reich und zu den Eydgenossen zu tun, solicher freiheit sich auch zu freuen und zu geniessen, das dann hochlich zu betrachten ist.
    [17.] Item, wiewol die Eydgenossen undertanen und verwandten des Reichs sein, sich auch desselben erkennen, so mag doch auß der angezeigten begriffen /482’/ noteln an vil orten nit anders verstanden oder vermerkt werden, wann als ob die Eydgenossen vom Röm. Reich gesundert und nit darunder gehorig weren.
    [18.] Zum allerletzsten, so tragen die stende des Reichs des revers der Eydgenossen merklich beswerde, dieweil derselb reverß in seinem eingang, auch in andern artikel etwas capcioß [= verfänglich] und geverlich gesetzt, als einem yeglichen verstendigen wol zu vernemen ist. Und sonderlich, obwol die obangezeigt freiheit dermass gestelt, das die röm. kgl. Mt. und dem Hl. Reich leidlich und annemlich were, so helt doch der angezeigt reverß mynder dann gemelte freiheit. Röm. kgl. Mt. begibt sich auch weiter in irer freiheit gegen den Eydgenossen wann die Eydgenossen in irem reverß gegen irer Mt. Es werden auch die stende des Reichs im selben reverß principaliter mitgenennt, das doch im ingang der freiheit principaliter nit geschicht, als auch die stende nit begeren. Darumb die sachen ganz ungleich sein, davon und aus andern redlichen ursachen die kgl. Mt. aus hoher vernunft selbs wol ermessen mag. So bewegen die stende des Reichs solich sachen kgl. Mt., den stenden und undertanen des Hl. Reichs in allweg beswerlich und nachteilig.
    [19.] e Bitten daruf kgl. Mt. in aller undertenigkeit, diese erzelte sachen und beswerung /483/ auch gnediglich zu bedenken und zu herzen zu furen und sich Šnochmals solicher freiheit, confirmacion und anders obgemelt dem gemeinen Reich zugut zu geben und ufzurichten gnediglich zu enthalten. Ob aber ir kgl. Mt. also weyt in die sachen gangen, das davon nit gewendet werden mocht, als Kff., Ff. und andere stende des Reichs doch nit hoffen, so finden sie doch diese sachen aus den oberzelten und andern mehr redlichen, treffenlichen ursachen, so auch angezeigt werden mochten, inen und dem Hl. Reich also beswerlich und nachteilig, das sie darin nit willigen oder gehellen konnen oder mogen. Bitten auch daruf, sie deßhalb ferrers ansuchens zu erlassen, auch solich ir antwort keiner andern meynung wann irer merklichen notdurft nach gnediglich zu vermerken-e.
    [20.] f Furter, als kgl. Mt. durch ire rete begert hat, den abschied, letzt durch ire rete zu Zurch genommen [Nr. 246], zu vollnstrecken, haben die geschickten potschaft, so von des Reichs wegen nehst uf dem tag zu Zurch gewest sind, die stende alhie bericht, das wiewol sie laut irer instruction, von kgl. Mt. in beysein der stende des Reichs gestelt, nit bevelh gehapt, mit den kgl. reten uf die instruction, so die kgl. rete gehapt, zu handeln, so haben sie sich doch uf bitt der kgl. rete, und auch damit der kgl. rete handlung mit den Eydgenossen nit in zurruttung keme und die Eydgenossen zu den Franzosen, die dann treffenlich alda gewest, /483’/ fielen, bewilligt, mit inen bey der handlung zu sein, von sachen in arguments weise zu reden und zu disputiren, aber alda nichts von der stende wegen in solichem angenommen, zugesagt oder bewilligt, als sie nit zweifeln, der kgl. Mt. rete sie numals wol bericht. Deßgleichen haben auch die kgl. rete in beysein der gemelten des Reichs potschaft nichts bewilligt, angenomen oder zugesagt, auch den berurten abschied on beysein oder in abwesen des Reichs gesandten von den Eydgenossen entpfangen, darumb und so von der stende wegen des Hl. Reichs solichs abschieds halber nichts, wie obsteet, bewilligt, angenommen. So bedunkt die stende on not, solichs abschieds halber ichts von iret wegen zu vollnstrecken-f.1

    « Š1.3.5. Aktionen König Maximilians und der Eidgenossen (Juni/Juli 1507) »

    « Nr. 252 Stadt Basel an Stadt Mülhausen/Elsaß »

    Teilen mit, daß sie den nach Basel entsandten Mülhauser Bürgermeister1 über die Verhandlungen mit dem röm. Kg. und den Reichsständen informiert haben.2 Der Gesandte trug auch auftragsgemäß ihre Bitte vor der pflicht halb, so ir dem Hl. Rich ader einem kunftigen Ks. uf ervolgung der ksl. kron schuldig sind. Ihres Erachtens sollten sie diese Sache bis zur Erlangung der Kaiserkrone [durch Kg. Maximilian] auf sich beruhen lassen. Falls sie danach in dieser Frage behelligt werden sollten, wird Basel nach vermogen geburlicher wise handeln.

    Basel, 25. Juni 1507 (fritag nach Johannis).
    Basel, StA, Miss