Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    1.3.1. Eidgenössischer Tag zu Schaffhausen (Mai 1507) »

    « Nr. 212 Instruktion Zürichs für BM Marx Röist und Ulrich Felix als Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Die vom röm. Kg. gewünschte Einung ist mit Rücksicht auf das französische Bündnis derzeit nicht möglich. Bis der Vertrag ausläuft, müssen die Eidgenossen das Bündnis auch halten und den daraus resultierenden Verpflichtungen nachkommen. Ohnehin sind der Hl. Stuhl und das Röm. Reich von der Bündnispflicht ausgenommen. Überdies haben die Eidgenossen seinerzeit mit Ehg. Sigmund als einem Angehörigen des Hauses Österreich eine Erbeinung geschlossen, die zwischen Zürich, einigen anderen Orten und dem röm. Kg. erneuert wurde1. Darüber hinaus regelt der Vertrag von Basel2 die gegenseitigen Beziehungen. Daran will man sich wie bisher halten, in der Erwartung, daß auch die Gegenseite dies tun wird. Wenn jedoch nach dem Ende des Bündnisses mit Frankreich der röm. Kg. oder der frz. Kg. vorstellig werden sollten, werden sie eine gute und ehrbare Antwort erhalten. Solange das Bündnis dauert, wird man sich mit keinem der beiden Kgg. in weitere Verpflichtungen einlassen.
    [2.] Die Abforderung der eidgenössischen Knechte aus dem französischen Dienst ist nicht nötig. Sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren und stellen deshalb für den kgl. Romzug kein Hindernis dar.
    [3.] Sie sind mit der Bereitstellung von 6000 Knechten einverstanden. Der erste Sold soll den Knechten in ihren Heimatkantonen ausbezahlt werden. Ebenso ist ein Ort für die Auszahlung des übrigen Solds zu bestimmen. Als Bürgen sollen Eidgenossen fungieren, auf die man im Falle der Säumnis zurückgreifen kann.

    Zürich, 6. Mai 1507 (donstags vor der uffart).
    Zürich, StA, B VIII 1, fol. 6–7’ (Kop.).

    « Nr. 213 Instruktion Basels für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Der Magistrat hat zu den drei dem Kg. zu beantwortenden Artikeln [Nr. 51, Pkt. 2] folgende Beschlüsse gefaßt, die eröffnet werden sollen, wenn die Gesandten der Orte differenzierte Voten abzugeben haben: Es ist für die Eidgenossenschaft nicht ratsam, sich in die vom röm. Kg. erbetene Einung einzulassen, in ansechen der wytsweifenden, vilvaltigen zuvallenden gescheften, so siner kgl. Mt. obligen und teglich zuvallen, ouch anderer ursachen halb, so unsern boten unverborgen sind. Falls der Kg. jedoch mit einer Einung Šfür seine an die Eidgenossenschaft angrenzenden Lande von der Etsch bis zum Eckenbach einverstanden ist, sollte darüber verhandelt werden. Eine solche Einung, wie sie seinerzeit auch mit Ehg. Sigmund geschlossen wurde, wäre zu Ruhe und Frieden dienlich.
    [2.] Die erbetenen 6000 Knechte für den beabsichtigten Romzug sollen unter der Bedingung zugesagt werden, daß die wider die kron von Frankrich und ire land nit gebrucht oder der anzöigt zug dawider nit dienen wurd, in ansechen der pundnuß, damit ein Eydgnoschaft noch by ziten mit der kron von Frankrich verflochten ist.
    [3.] Die Entsendung der eidgenössischen Knechte nach Mailand erfolgte aufgrund des Bündnisses mit Frankreich und unter der Auflage, sie nicht gegen den Hl. Stuhl oder das Hl. Reich einzusetzen. Die Rückberufung der Knechte ist wegen des Bündnisses nicht möglich; sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren.
    [4.] Die Gesandten sind bevollmächtigt, einen Beschluß des Tages zur Ratifikation anzunehmen. In gleicher Weise haben sie Vollmacht für Verhandlungen in Konstanz, falls der röm. Kg. oder die Reichsstände die eidgenössischen Gesandten dorthin einladen.
    [5.] Bei Beratungen über die Pensionen sollen die Gesandten auf die Voten der anderen Orte achten, damit in solichem unwill nit uf uns werde geladen; und mögen mit den allersenftesten worten darzu schickerlichen reden. Es wäre ratsam, die Haupturkunde in Geltung zu lassen und den Beibrief zu kassieren1; doch will sich Basel der Mehrheit anschließen.
    [6.] Wegen des Bundesschwurs2 sollen die Gesandten mit den Vertretern der ihnen bekannten acht Orte sprechen und angesichts der Kürze der Zeit um Förderung der Sache bitten.
    [7.] Die Gesandten sollen mit den kgl. Räten auch über die Angelegenheiten Peter Kolbs und Ludwig Davids verhandeln.

    s.d., jedoch Basel, vor dem 9. Mai 1507.
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 141’-143’ (Kop.).

    « Nr. 214 Schultheiß, Kleiner und Großer Rat zu Bern an Hauptmann, Ratsherren und Bürger im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts über den siegreichen Kampf gegen den Feind und die Einnahme Genuas und bekunden ihre Freude über ihre geringen Verluste und Schäden. Das Berner Kontingent hat dem frz. Kg. gut gedient, der damit zufrieden sein sollte. Befehlen ihnen deshalb, sich nicht weiter in Gefahr zu bringen und an etwaigen weiteren Angriffen nicht mehr teilzunehmen, sondern die Entscheidung des Tages zu Schaffhausen abzuwarten und dieser dann Folge zu leisten. Dann nachdem der röm. Kg. zü diser zit mit allen Kff. Šund ständen des Richs zu Costenz in versamnung und merclich gerust ist, wo wir dem Hl. Rich schuldigen pflichten nach nit wellen begegnen, wider und an uns zu ziechen, möchten wir erlich, das ir mit gütem fügen harheim täten keren. Dann dem Kg. von Frankenrich vil gutß zu schaffen und uns damit in sorg und beschwerd zu setzen, wil uns nit gemeint sin. Dies wird sicherlich auch die Tagsatzung in Schaffhausen erwägen und den eidgenössischen Knechten entsprechenden Befehl erteilen.

    Bern, 9. Mai 1507 (suntag vor dem uffart tag).
    Bern, StA, A III 14, fol. 285–285’ (Kop.).

    « Nr. 215 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Hauptmann, Fähnrich, Leutnant und Ratsherren im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts1 und bekunden ihre Freude über den guten Ausgang des Unternehmens, wiewol man nit so wyt gezogen solt sin. Sie haben das Schreiben dem Schultheiß [Niklaus Conrad], der derzeit auf dem Tag zu Schaffhausen weilt, zur Information nachgeschickt. Dort wird über den durch Gesandte an alle Orte überbrachten Vorschlag zum Abschluß einer Einung der Eidgenossen mit Kg. Maximilian sowie über dessen Forderung nach Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem französischen Heer und dessen Bitte um Bereitstellung von 6000 Mann für seinen Romzug verhandelt. Der Kg. veranstaltet ein grossen, mechtigen Rychs tag in eigener person mit grossem volk zu Costenz und, alz wir verstand, uf den tag zu Schaffhusen wartent; wo der nit nach irem gevallen entschlusset, möchtent wir wol anderer widerwertikeit von inen erwarten, alz ir selbs mugent und wussent ze ermessen.2 Befehlen ihnen, nicht weiter vorzurücken, sondern den Abschluß des Schaffhauser Tages und weitere Instruktionen abzuwarten.

    Solothurn, 10. Mai 1507 (mentag vor der uffart).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 344–345 (Kop.).

    « Nr. 216 Instruktion der Konstanzer Reichsversammlung für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen  »

    [1.] Grußformel; [2.] Bedeutung der Kaiserkrone für die deutsche Nation; [3.] Zugehörigkeit der Eidgenossen zur deutschen Nation; [4.] Absichten Kg. Ludwigs von Frankreich auf die Kaiserwürde und auf die Kontrolle des Hl. Stuhls sowie auf [5.] Reichsitalien (Genua); Unglaubwürdigkeit der frz. Rechtfertigungsversuche; [6.] nachteilige Konsequenzen des frz. Vorgehens für die deutsche Nation und insbesondere die Eidgenossen; [7.] Bruch des Hagenauer Vertrages durch Kg. LudŠwig, Kassation der mailändischen Belehnung Kg. Ludwigs durch Kg. Maximilian; [8.] Bitte um Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem frz. Italienheer und um Bewilligung des Hilfsgesuchs Kg. Maximilians; [9.] Vorschlag zum Abschluß der Verhandlungen auf dem Konstanzer RT im Falle einer positiven Antwort der Eidgenossen; [10.] Erwiderung der Reichsgesandtschaft im Falle einer negativen Antwort der Eidgenossen; [11.] Instruierung der Gesandten auf Ratifikation durch die Konstanzer Reichsversammlung.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 10. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 414, 415–421 (Kop., Aufschr.: Handelung des Rychs tags zu Costenz, die Eydgenossen betreffend, Ao. 1507. Überschr.: Instruction der botschaften, so von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Reichs zu den Eydgenossen gesendet werden soll.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 9’-13 (Kop., Überschr. wie A) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 39–44 (Kop., Überschr. wie A, Verm.: Zu Kostanz uf dem Reichs tag am donerstag nach cantate [6.5.] Ao. VIIo ist uf Dorgaw hernachvolgends durch der Kff., Ff. und ander stende secretari und schreiber geschriben worden. Dorsalverm.: Das erst abschreiben uf dem Reichs tag zu Costanz quinta feria post cantate [6.5.] Ao. VIIo uf Dorgaw, da die versamlung haben rate gehalten.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 2–6 (Kop. mit teils zeitgenössischen, teils von der Hd. J.J. Janssens stammenden Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen) = D. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 224–229 (Kop.)2 = [E]. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 2–6’ (Kop., Überschr. wie A) = [F]. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 1–9 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 904, S. 702–707; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 554–558; Fugger-Birken , Ehrenspiegel, S. 1235f. (nur Pkt. 1–9, statt wörtlicher Wiedergabe zusammenfassende Übertragung in das zur Zeit der Drucklegung gebräuchliche Frühneuhochdeutsch); Fäsi , Beylage, S. 86–94 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 218’-219’).

    [1.] /415/ Erstlich ist inen uf ein credenz3 von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Röm. Reichs, alhie zu Costenz versamelt, zu sagen ire gnade und gunstigen, geneigten willen.
    [2.] Und darnach zu erzelen, wie Kff., Ff. und ander stende des Hl. Reichs ungezweifelt weren, die Eydgenossen wißten und were inen unverborgen, das die hochste und großte ere und wirde der teutschen nacion were die ksl. cron des Hl. Röm. Reichs, weliche ire hochste ere und wirde ire vorältern von gnade und schickung des almechtigen Gotts durch ire erbarkeyt, tugent, manheyt und swere plutvergiessen seurlicha Šerlangt und erarnet4 und also vil und lange jare biß uf diese zeit loblich bracht hetten. Von welicher ere und wirde wegen ein röm. Ks. oder Kg. zu zeiten der hochst, erlichst und furnemest weltlicher gewalt und stand geachtet und genent were, nit alleyn in der /415’/ cristenheyt, sunder dem umbkreyß der ganzen welt; were und wurde auch als der hochst, namhaftigst und furnemest gewalt und stand allen andern Kgg., weltlichen gewelten und stenden der welt furgesetzet und furgeachtet.
    [3.] Zu welicher teutschen nacion, auch hochster ere und wirden des Hl. Röm. Reichs die Eydgenossen als glider und verwandten des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion auch gehorten als leut teutschs gezungs, sitten, wesens und vaterlands, darumb sich die stende des Reichs zu erhaltung angezeigter des Hl. Reichs teutscher nacion hochster ere und wirde zu den Eydgenossen als iren mitverwandten pillich aller treu, furderung und beistands versehen.
    [4.] Nu b sey offentlich vor augen-b, das der Kg. von Frankenrych in emsigem und ernstlichem furnemen und arbeyt stunde, die teutsche nacion umb solich ire hochste ere und wirde der ksl. cron und röm. Reichs durch zutun, hilf und furderung der /416/ Eydgenossen, darin er sie (dafur es die stende des Reichs ungezweifelt hielten) arglistiglich mit ungegrundtem, beferbtem furgeben bewegt hett, zu bringen, dieselbigen von unserm hl. vater babst mit gewalt zu erlangen und die teutsch nacion also irer hochsten ere und wirde nit alleyn zu berauben, sunder auch den stul zu Rome unter sich und in seinen gwalt, den nach seinem willen zu verkleynen und zu setzen, zu nötigen.
    Zu was ewigem, unuberwindlichem nachteyl, verkleynung, verachtung, beswerung, spott, schmehe und schaden solichs, wo es furgang gewynnen solt, das der Almechtig verhuten wolle, dem stul zu Rome, der ganzen cristenheyt, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion und allen stenden, gelidern und verwandten derselben nacion fallen, reychen und langen wurde, das moge ein yeglicher verstendiger leichtlich ermessen.
    [5.] Item der Kg. von Frankenreich sey auch nit alleyn in furnemen und trachtungc, die ksl. cron und die ere des Hl. Röm. Reichs der teutschen nacion abzuerlangen /416’/ und das babstumb in sein hand zu bringen, sunder alle stende in Italien, so dem Hl. Röm. Reich als glider desselben verwandt, von vil und langen jaren dabey herkomen weren, in seinen betrenglichen gewalt von irer herbrachten freiheyt zu tringen und ime untertenig zu machen, d als er itzt mit der stat Jenua auch getan, die er in sin gehorsam Šbracht-d, die sich seins gwalts teten widersetzene und dem Hl. Reich zustundenf als ein chamer des Röm. Reichs, erkennen auch das Reich, habeng röm. kgl. Mt., als die letzt in Italien und zu Jenua gewest, gehorsam getan und ir die schlussel zu der statt als irem rechten hern uberantwort5 und vormalsh by kgl. Mt. und den stendeni umb hilf und rettung wider der Franzosen gezwang angerufetj. Das alles der franzosisch Kg. dann, nachdem er allegereyde das Hm. Meyland als der mechtigsten und treffenlichsten gewelt einen in Italien inhabek, leichtlich, wo ime des nit dapfer und furderlicher widerstand bescheel, zu tun und zu erlangen habem.
    Und obwol der Kg. von Frankenrych und sein anhenger sich tunn verantworten und furgeben, als ob ire furnemen und handlung /417/ nit solt wider die röm. kgl. Mt. und das Hl. Röm. Reich sein, sunder alleyn wider ir widerwertigen und ungehorsamen, dieselben zu strafen etc., so seio doch offentlich am tag, wie oben angezeigt, und darumb irem verantworten und furgeben kein glaub zu geben.
    [6.] Darab die Eydgenossen und ein yeglicher verstendiger wol zu vernemen hat, wo dem Kg. von Frankenreich solicher sein furgesetzter ungesettigter will ergeen und er zusampt der ksl. cron das babstumb und ganz Italien in seinen gewalt bringen solt, das der Almechtig abwenden wolle, was auß solicher versampter oder verhaufter macht zuletzt erwachsen oder wo die ende nemen oder setzen, auch was unleidlicher anfechtung, truckung und beswerung der teutschen nacion, allen stenden, gelidern und verwandten derselben, und sunderlich denen, so Frankenrych und Meyland, als die Eydgenossen, am nehsten gesessen oder gelegen syenp, am letzsten darauß gedeihen, wann er one zweifel damit nit beruhen, sunder weiter greifen wurde.
    [7.] /417’/ Item, so setzen die stende des Hl. Reichs in keynen zweifel, die Eydgenossen tragen guten wissen, wie manigfaltig vertrege zwuschen röm. kgl. Mt., unserm allergnst. H., und der cron zu Frankenrych verschiener zeit ufgericht, der nye keyner von den Franzosen vollenzogen, sunder alle zurbrochen; und sunderlich, wie letzst ein vertrag zu Hagenau zwuschen inen gemacht q were, den röm. kgl. Mt. dem Hl. Reich und teutscher nacion zu eufung6 und gutem gemeynet-q, darin der Kg. von Frankenrych r unsern allergnst. H., den röm. Kg. -r, durch furgeben einer angenomŠmen fruntschaft eins heyrats zwuschen seiner dochter Claudia und der röm. kgl. Mt. enkeln und son, Ehg. Carlen von Osterreich, Hg. zu Burgundi etc., etwass geverlicher meynung, t als auß dem handel erscheine-t, bewegt, also das röm. kgl. Mt. das Hm. Meylant dem Kg. von Frankenrych guter und fruntlicher meynung sein leben lang zu lehen geliehen, doch also, das es nach seinem absterbenu uf gedachten der kgl. Mt. enkeln und sone Ehg. Carlen als einen teutschen F. nach laut /418/ des heyrats fallen und komen und also by v dem Hl. Reich teutscher nacion-v pleiben solt.7 Welichen vertrag, heyrat und verwente freuntschaft der Kg. von Frankenrych kurzverschiener zeit w wider sein brief und siegel, auch sein getan gelubde und eyde und hochsten glauben, als die stende des Hl. Reichs die röm. kgl. Mt. habe lassen berichten [Nr. 5, Pkt. 2] , auch zurbrochen und den gemelten heyrat-w kgl. Mt. auß ungegrundten, beferbten ursachen hett lassen abkunden, x sein dochter einem andern, nemlich dem Delphin gebend8 und bey der abkundung kgl. Mt. sagen lassen, dieweil nu die fruntschaft des heyrats, wie obsteet, ab und nichts, so sey auch die bescheen der kgl. Mt. leihung des Hm. Meyland ab und nichts, quia cessante causa cessaret effectus9. Und haben die gesanten daruf einer neuen investitur und leihung von kgl. Mt. gebeten, y daruf die kgl. Mt. ire selbs bekentnis, das die berurt belehnung abe und nichts sei-y, von stund an angenomen und daruber protestirt, aber der neuen begerten investitur oder leihung halber keyn antwort geben, sunder die franzosischen gesandten alher uf disen Reichs tag beschieden, des alhie antwort zu entpfahen.10 Das aber der /418’/ Franzose biß uf diesen tag in verachtung gestelt, dorab zu vernemen, das das Hm. widerumb verledigt und wider zu kgl. Mt. und dem Hl. Reich gefallen sey. Aber solichs alles unangesehen, so behielte der Kg. von Frankenrych–x nichts destermynder das Hm. z mit gewalt in seinen handen one eynichen rechtmessigen titel-z, nit zu kleyner verachtung, verunrechtung, beswerungaa und schaden röm. kgl. Mt. und des Hl. Röm. Reichs.
    Dergleichen ungeschickter oder unbestendiger geubter sachen und hendel weren noch vil von dem Kg. von Frankenrych anzuzeygen, der die Eydgenossen vor gnugsam wissen hetten, darumb man dieser zeit die weiter zu erzelen im besten unterliesse.
    [8.] Die stende des Hl. Röm. Reichs weren aber ungezweifelt, wo die Eydgenossen diß angezeigten schwinden und unzimlichen furnemens des Kg. von Frankenrych zu abbruch, vercleynung, schaden und nachteyl des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion hochster ere und wirde warlich bericht und wissens entpfangen, sie Šhetten uß redlicheyt und vernunft, damit sie von Got begabt weren, auch angeborner treue und liebe, /419/ so sie als gelider und verwandten des Reichs zu der ere und wirde des Röm. Reichs, auch der teutschen nacion als irem rechten vaterland trugen, dem Kg. von Frankenrych darin kein hilf noch beistand getan, noch ime yemands der iren zugeordent, der ganzen zuversicht und vertrauens, sie wurden gestalt der sachen, wie erzelet und im grund also gestalt were, bedenken und erwegen und daruf die iren, so sie bey dem Kg. von Frankenrych noch hetten, von stund an und on verziehen abfordern, dem Kg. von Frankenrych in solichem unzimlichen furnemen und ubungen wider röm. kgl. Mt., stende des Hl. Reichs und teutsch nacion als ire vaterland, dem ein yglicher vor allen andern mit eren und treuen von natur und dem rechten verpflichtet und verbunden were, kein hilf noch bystand tun, sunder in solichem und zu abwendung solichs franzosischen furnemens und zu underhaltung der hochsten ere und wirde teutscher nacion, röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und andern stenden teutscher nacion als fromme, getreue Teutschen anhangen, helfen und retten und röm. kgl. Mt. uf ire begere und handlung, so sie bey inen solicher sachen halber hett lassen tun, richtig, trostlich und zuseglich antwort geben und gedeien lassen, damit die hochste ere und wirde teutscher /419’/ nacion errettet und erhalten werden mochten, als dann ire voreltern als die, so die teutschen nacion, ire vaterland, hochlich geliebet, zum dickermal getreulich hetten helfen tun. Das were auch der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs, zu Costenz versamelt, gn. und fruntlich begere und bitt. Und das sie solichs als die pillicheyt und erbarkeyt keinswegs abschlugen oder weygerten. Damit wurden sie by röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und allen Teutschen ein ewigen, unvergeßlichen dank, lob, rume und preiß, auch ewige fruntschaft und guten willen erlangen, den röm. kgl. Mt., ire nachkomen, röm. Kss. und Kgg., auch Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs unbelonet und unbeschuldet nit lassen wurdenab, auch dadurch nit alleyn gewilliget, sunder verpflichtiget werden, wider die Eydgenossen nit alleyn nit zu sein oder zu tun, sunder inen wider ire widerwertigen und anfechter herwiderumb getreue und trostlich furderung, hilf und beystand zu tun etc.
    [9.] /420/ Daruf ist der Eydgenossen antwort zu vernemen. Und wo sie die also geben wurden, das sie kgl. Mt. und dem Hl. Reich teutscher nacion anhengig zu sein und die iren abzufordern wol geneigt seien, doch das inen darumb auch zimlich belonung oder versoldung gedeihe etc., so ist durch die geschickten mit inen fruntlicher und zimlicher weise zu reden und zu handeln und inen die treu und liebe, so sie als verwandten des Reichs pillich zu teutscher nacion als irem vaterland trugen, zu gedechtnus zu furen, mit begere und bitt, das sie sich in ansehung desselben der zimlicheyt selbs weisen und einer leidlichen, zimlichen meynung horen lassen. So wolten die geschickten ungezweifelt sein, kgl. Mt. und die stende des Reichs wurden sich in allem dem, so moglich, gleich und treglich were, aller zimlicheyt gegen inen horen und finden lassen. Und wo es inen gelegen oder tunlich were, so bedeucht die geschickten, das nirgent anderßwo von dieser sachen fuglicher, furderlicher, entlicher und beschließlicher zu handeln were wann alhie zu Costenz in beisein der versamlung, Šdas sie dahin mit vollem gewalt, entlich und beschließlich zu handeln, geschickt hetten etc. /420’/ Wie dann die geschickten, nachdem und inen die sachen von den Eydgenossen begegnen, zum besten bedunken und gut ansehen wurdet.
    [10.] Wurden aber die Eydgenossen mit widerwertiger oder dünkeler antwort begegnen, so ist inen dester trutzlicher von den geschickten wider zu begegnen, also das man sich solicher antwort nach gestalt der sachen keinswegs versehen hett, sünder das sie pillich ire verwandtnus gegen dem Reich, auch teutscher nacion, irem vaterland, bedacht und sich in solichem als getreu verwandten des Reichs und fromme Teutschen solten bewiesen haben. Dweil aber ire gemut fur und fur stunde, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion, irem vaterland, widerwertig zu sein und frembden nacion und gezungen anzuhangen wider die Teutschen, mochten sie achten, was beswerung, betrachtung und nachgedenkens solichs zuvoran bey röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs teutscher nacion geberen wurde, in die harr, als sie selbs abnemen mochten, nit zu erleiden sein. Die geschickten /421/ hetten auch beswerung, solich antwort den stenden anzubringen, were inen ganz wider und nit lieb. Mochten sie die aber nit besser gehaben, so mußten sie nemen, was man inenac geben wolt, teten es aber nit gern. Wie dann diead geschickten nach gestalt und ansehen der sachen, die meynung zu leichtern oder zu besweren, gut wurdet bedunken.
    [11.] Und was also von Eydgenossen fur antwort gefellet, das soll durch die geschickten wider hinter sich an die stende des Reichs bracht und nichts entlichs oder beschließlichs durch die geschickten mit den Eydgenossen gehandelt werden etc.

    « Nr. 217 Abschied des eidgenössischen Tages zu Schaffhausen »

    [1.] Antwort der Eidgenossen an die Gesandten Kg. Maximilians zu folgenden Punkten: Einung zwischen den Eidgenossen und dem Haus Habsburg, Abberufung der eidgenössischen Söldner aus Italien, Truppenhilfe der Eidgenossen für den kgl. Romzug, Vorwürfe Kg. Maximilians bezüglich der reichsfeindlichen Haltung der Eidgenossen; [2.] Antwort an die Gesandten der in Konstanz versammelten Reichsstände; [3.] Verhandlungen der Eidgenossen mit dem frz. Gesandten Giovanni Morosini.

    Schaffhausen, nach dem 10. Mai 1507, wahrscheinlich 13. Mai.1 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 180–182’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 128–132 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 278–280’ (Kop.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 59–63 (Kop.) = D. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop., Datumverm.). Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 143’-145 (unvollständige Kop., nur hier wiedergegebene Pkt. 1–3, Datumverm.: sonntag vor ascensionis Domini [9.5.]) = E. Glarus, LA, Z IV 3.2, Nr. 78a-c (Kop., Datumverm. am ŠEnde des Stücks: Actum zu Schaffhusen ipsa die ascensionis Domini [13.5.] Ao. etc. septimo.).
    Druck (unter Übertragung in das Neuhochdeutsche): Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 273, S. 370–372.

    [1.] [Beratungspunkte ohne Bezug zum Konstanzer RT]2. Die Gesandten Bf. Georg von Trient, Gf. Ulrich von Montfort, Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler), Hans von Königsegg (Vogt zu Feldkirch), Dr. Hans Schad und Hans von Landenberg baten im Namen des röm. Kg. um Antwort auf ihre in Baden vorgebrachten Anträge. Diese lautete, wie folgt: a) Die gewünschte Einung sei mit Rücksicht auf das frz. Bündnis derzeit nicht möglich. Falls der röm. Kg. nach deren baldigem Auslaufen in dieser Sache noch einmal vorstellig werde, werde er eine zimlich und gepürlich Antwort erhalten. b) Die Versammlung habe den eidgenössischen Knechten in der Lombardei durch einen offenen Brief befohlen, unverzüglich heimzukehren und nicht länger im Sold und Dienst des frz. Kg. zu bleiben.3 Sie hätten außerdem ein Schreiben an den frz. Kg. gerichtet mit der Aufforderung, die eidgenössischen Söldner ungehindert abziehen zu lassen. Die Teilnehmer an der Tagsatzung seien beauftragt, ihre Obrigkeiten zur Bestrafung ungehorsamer Knechte anzuhalten. c) Der Romzug werde ihres Erachtens nicht so bald vonstatten gehen, da die Sommerhitze bevorstehe. Sobald dessen Beginn aber bevorstehe, solle der röm. Kg. den Eidgenossen durch Gesandte mitteilen, wie und wo er die Knechte einsetzen wolle und wie hoch ihr Sold sein werde. Sie würden dann eine erber, zimlich antwurt geben. d) Sie verwahrten sich gegen den auch von anderer Seite geäußerten Vorwurf im Ausschreiben des röm. Kg. [Nr. 48], die Eidgenossen seien Ungehorsame und Feinde des Hl. Reiches. Sie hätten dem Reich im Burgunderkrieg und bei anderen Gelegenheiten wie andere Reichsuntertanen gedient und wollten dies auch künftig tun. Sie bäten, sie gegenüber dem röm. Kg. zu verantworten.
    [2.] Auf dem Tag waren als Gesandte der in Konstanz versammelten Reichsstände Thomas Rüdt von Collenberg (Kurmainzer Hofmeister), Eitelwolf vom Stein, Peter Aufseß von Camberg (Würzburger Domherr und Domkustos), Hans von Emershofen und Johann von Lünen (Schultheiß zu Frankfurt) anwesend und baten ebenfalls um Rückberufung der eidgenössischen Söldner aus der Lombardei. Außerdem solle man dafür Sorge tragen, daß diese nicht länger gegen die Anhänger des röm. Kg. und gegen Angehörige des Hl. Reiches eingesetzt würden.
    ŠDiesen Gesandten wurde in gleicher Weise wie den kgl. Emissären geantwortet, verbunden mit der Bitte, die Eidgenossen gegenüber den Reichsständen zu verantworten.4 
    [3.] Der frz. Gesandte Dr. Morosini5 legte ausführlich die Gründe Kg. Ludwigs für den Zug gegen Genua dar und beteuerte, daß es nie dessen Absicht gewesen sei, sich der Kaiserkrone zu bemächtigen. Kg. Ludwig biete eine Verlängerung ihres Bündnisses an und wolle den Eidgenossen besondere Gnade erweisen. Er bitte außerdem um Auskunft über ihre derzeitigen Verhandlungen mit dem röm. Kg.
    Die Eidgenossen bekundeten ihren guten Willen gegenüber dem frz. Kg. Ihrer Meinung nach bestehe weitaus dringlicher die Notwendigkeit, sich gegenüber den in Konstanz versammelten Reichsständen zu rechtfertigen als vor ihnen. Es sei nicht Brauch bei ihnen, jedermann über ihre Verhandlungen mit dem röm. Kg. oder anderen zu informieren. Sie bäten, dies zum besten zu vermerken.a 

    « Nr. 218 Relation der Reichsgesandtschaft an die Reichsstände »

    [1.] Ankündigung einer Antwort der Eidgenossen an die Reichsgesandtschaft; [2.] Antwort der Eidgenossen am 13. Mai: Geltendmachung und Rechtfertigung des Bündnisses mit Frankreich, [2.1.] Bekundung ihrer Reichstreue, [2.2.] Wiedergabe ihrer Antwort an die kgl. Gesandten: Abberufung der eidgenössischen Knechte aus dem frz. Italienheer, Mitwirkung am Romzug Kg. Maximilians, Ablehnung einer Einung mit dem Haus Österreich, [2.3.] Hinweis auf den Vortrag einer frz. Gesandtschaft an die Tagsatzung in Baden mit Zurückweisung der Vorwürfe Kg. Maximilians hinsichtlich Kaiserwürde und Papsttum; [3.] Unterredung der Reichsgesandtschaft mit den kgl. Gesandten; [4.] Einladung an die Eidgenossen zur Beschickung des Konstanzer RT; [5.] Vortrag einer frz. Gesandtschaft auf dem eidgenössischen Tag: Ankündigung eines frz. Angriffes auf Bologna auf Bitten Papst Julius’ und Bitte um Aushändigung von Unterlagen über die Verhandlungen zwischen Eidgenossen, kgl. und Reichsgesandten. Zurückweisung dieser Bitte durch die eidgenössischen Gesandten; [6.] Mitglieder der Reichsgesandtschaft.

    Act. Konstanz, nach dem 13. Mai 1507.1
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 422–425’ (Kop., Aufschr. wie Nr. 216, Überschr.: Antwort der Eydgenossen uf die werbung der gesanten potschaften.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 13’-15’ (Kop., Überschr.: Der Schweizer antwort.) = B.

    [1.] /422/ Auf gescheene werbung inhalt obgeschribner instruction [Nr. 216] ist von den Eydgenossen, zu Schaffhausen versamelt, erstlich zu antwort gefallen, sie hetten gehort und vernomen das gn. zuentpieten irer gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stend des Hl. Reichs mit etlicher erzelung und beschließlicher beger, die iren, so bey kgl. wirde zu Frankreich weren, aus erzelten ursachen abzufordern und auch röm. kgl. Mt., irem allergnst. H., trostlich und richtlich antwort zu geben, wie dann solichs nach der lenge erzelt worden. Dieweil dann dieser tag angesatzt were, mit röm. kgl. Mt. reten der sachen halben zu handeln, die sie auch ytzo beschieden hetten, wolten sie inen gemeyner Eydgenosschaft antwort geben, und dermassen, das sie hofften, kgl. Mt. solt der nit ungefallen, sonder gn. wolgefallen entpfaen. So dann solichs gescheen were, wolten sie uns, den verordenten reten, uf gemeltes unser anpringen auch antwort geben, des sie hofften, fug und ere zu haben. Beten uns, daruf keinen verdrieß zu entpfahen, dann sie die sachen ufs furderlichst furnemen wolten.
    [2.] Uf unsers Herrn uffarts tag [13.5.] haben uns die Eydgnossen nachvolgende antwort geben: Erstlichen sagen sie /422’/ iren gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs ires gn. zuentpietens und geneigten willens untertenigen und hohen dank. Und uf die erzelung, wes von dem allercristenlichsten Kg. von Frankreich mit zutun der iren gehandelt, auch furter zu handlen in furnemen stee, wolten sie uns nit verpergen, welichermas sie zu diesen dingen komen. Es were nit on, durch ire eltern were vor vil jaren und erstlich bey Kg. Ludwigen zeiten ein eynigung zwuschen gemeltem Kg. von Frankreich, synen nachkomen, inen, den Eydgenossen, und iren nachkomen uf etlich zeit gemacht worden2, die auch durch den allerdurchleuchtigisten iren allergnst. H. Ks., Friderichen, hochloblicher gedechtnus, auch etlich Kff. und Ff. des Hl. Reichs zugelassen worden were.3 Das auch dieselbe dem Hl. Reich, teutzscher nacion und gemeiner Eydgenosschaft besonderlich im burgundischen krieg hoch und merklich ersprossen, das hett meniglich gut wissen. Aber dannost, so weren in solicher eynigung ußgenomen der hl. stul zu Rome, das Hl. Reich und alle die, mit den sie vor in buntnus stunden. Also hett der Kg. von Frankreich sie in craft gemelter eynigung erfordert, ime etlich volk umb sold volgen zu lassen. Das hetten sie, als die es zu tun schuldig gewest, gewilliget. /423/ Und wo sie das nit getan, so were inen solichs nit alleyn bey welischer zungen, sonder auch bey meniglich nachredlich gewest.
    [2.1.] Das aber die iren zuwider dem Hl. Reich gepraucht worden, des hetten sie sich gar nit versehen. Were inen auch nit gemeynt zu gestatten, das die iren in eynich wege wider das Hl. Reich solten von yemands gepraucht werden. Und wiewol inen deßhalben auch in gemeyne orter der Eydgenosschaft von kgl. Mt. ein mandat oder missiveschrift [Nr. 48] zukomen were, darinnen ir Mt. a hochlichen anzuge, wie sie Šdem Kg. von Frankenrich seins uncristenlichen furnemens und tuns furdrung und hilf teten, mit vil andern hohen anziehen, were nit wenigers, inen were solichs zumal sere beswerlichen gewest und noch. Dann inen were dergleichen schrieften ye von röm. Kss. oder Kgg. nye zukomen, hetten auch derhalben ir unschuld gegen kgl. Mt. reten, so jungst zu Baden gewest, angezeigt [Nr. 51, Pkt. 3] . Weren auch wol entschlossen gewest, sich uf den Reichs tag gein Costenz zu Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs zu fugen und sich solichen schweren uflegens zu verantworten, hetten es aber im besten unterlassen, als die, die sich ungern wider iren obersten und allergnst. H., den röm. Kg., bewegen wolten lassen, solichs, als wol not gewest, zu anden. Beten uns aber, ir verantwortung bei den stenden des Hl. Reichs mit dem besten anzupringen. Dann ir gemut, herz noch will were nye gestanden oder noch nit stunde, das sie sich von dem Hl. Reich tun oder darwider handlen /423’/ hetten wollen. Es were auch bey iren eltern nye erfaren, sondern das sie sich als verwante des Hl. Reichs mit irem manigfeltigen plutvergiessen allweg getreulich erzeigt und also gehalten, were darwider gewest, das sie dem alles ires vermogens widerstand getan. In solicher irer eltern fußstapfen wolten sie treten, nit geringer sein, sonder die ersetzen, bei zeit ires lebens ire kinder auch daruf weisen, das sie auch ire nachkomen dergleichen unterweisten, also das in ewig zeit anders von ine nit erfarn solt werden. Darumb wo ymands, were der were, der dem Hl. Reich und teutscher nacion solich hochste wirde und ere der ksl. cron abzihen und benemen oder in ander weg abbruch tun wolte, darwider wolten sie sich als fromme Teutzschen, und die zu dem Hl. Reich gehorten, mit leib und gut setzen, das helfen retten und erzeigen, das man sehe, das inen solichs nit lieb were. Des solt sich das Hl. Reich, Kff., Ff. und stende desselben trostlichen zu inen versehen.
    [2.2.] Deßhalben, dieweil unser beschließlich biet daruf stunde, das sie kgl. Mt. wolgefellig antwort solten geben, darab Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs auch gefallen mochten tragen, so hetten sie auch den kgl. reten antwort geben: erstlich der fußknecht halben, das sie die ytzo stundans abfordern und dabey verorden wolten, ob yemands aus inen sich der abfordrung widersetzen wurde, das aus yedem ort in sonderheit geschrieben und also anheyms- /424/ bracht, wie, sie nit zweifelten, gescheen wurde. Des romzugs halben, die ksl. cron zu erholen, weren sie willig, kgl. Mt. darzu knecht volgen zu lassen und darzu zu helfen; doch so kgl. Mt. den furzunemen beschlissen wurde, das inen solichs zeitlich verkundet, auch malstat und zeit benant wurde, vom solde, bestallung, zeit und anderm, auch wider wen man sie gebrauchen wolt, zu handeln und zu reden und die zeit des angenendenb solds zu beschliessen. Darin wolten sie sich fuglichen halten, darab kgl. Mt. nit mißfallen wurde entpfaen. So hetten auch die kgl. rete mit inen von eyner eynigung wegen gehandelt. Dieweil wir dann gehort, wie sie in eynigung mit dem Kg. von Frankreich stunden, so mochten wir villeicht selbs furwenden, wiewol das Hl. Reich ußgenomen were, so mocht die dannost nit hoch ersprießlich sein. Aber so die außgangen were und dann ichts weiters an sie gelangen Šwurde, darin wolten sie sich abermals fuglichen vernemen lassen, des sie hofften, fug und ere zu haben. Wo nun unser gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs ab solicher antwort ein gn. wolgefallen entpfaen wurden, als sie hofften, tun wurden, so were inen solichs (und nit unpillich) ein grosse freude. Dann ye ir gemut und will nit anders stunde, dann bey dem Hl. c Reich teutscher nacion, der ere und wirde zu pleiben und sich davon nymmermer zu wenden. Beten uns, solichs ufs treulichst der versamlung anzusagen.
    [2.3.] /424’/ Nach beschlus dieser rede hat er weiter uß bevelhed der andern geredt, wie er zu reden vergessen gehabt, nemlich, als die kgl. rete zu Obernbaden jungst gehalten tags gewest, do weren zwo potschaft vom Kg. von Frankreich, eine aus Frankreich, die ander aus Lombardia komen, aber keine von der andern gewust. Hetten sich aber bede lassen vernemen, zu sagen, iren herren langet an, wie ime von röm. kgl. Mt. uferlegt werde, das er sich untersteen wolt, die ksl. cron dem Hl. Reich und teutzscher nacion abzuerlangen, dergleichen den hl. stul zu Rome zu seinem gewalt und gefallen zu betrangen. Wer ime das zulegt, der tet ime unrecht, hett der keynes zu tun ye gedacht. e Wuste auch wol, das ime die ksl. cron nit zustunde, sonder teutzscher nacion. Wo auch röm. kgl. Mt. die zu Rome haben wolte und ine darin ersuchte, wolte er ime furdrung und hilf mit offnung wege und stege mitteylen-e. Wo es auch anders an sie gelangt, das sie dem keinen glauben geben wolten. Dann wurden sie es anders erfinden, so solten sie ime oder seiner botschaft hinfur in ewig zeit nymmer trauen und glauben. Solich entschuldigung hetten sie, die Eydgnossen, den kgl. reten alßbalde eroffnet und sich versehen gehabt, sich solten wort und werk gegeneinander vergliechen haben, wann man soliche ding von grosser Hh. wegen zusagt. Das geben sie uns auch zu erkennen.
    [3.] /425/ Mit solicher antwort sind wir nach zimlicher danksagung und annemen derselben, das wir die an unsere gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs bringen wolten, von inen und zu den kgl. reten gegangen.
    Die haben uns und wir inen gegebne antwort eroffnet. Und als die gleichmessig bey uns allen geacht, ist solichs kgl. Mt. zugeschrieben worden4, irer Mt. gemut ferner daruf zu vernemen.
    [4.] Daruf dann gevolgt ist, das die Eydgenossen von wegen kgl. Mt. und der stende des Hl. Reichs gebeten sind worden, sich zu erheben und gein Costenz zu fugen, weiterer handlung zu warten. Ist also von inen gutwillig gescheen.
    [5.] Alßbalde ist auch ein franzosisch botschaft zu Schaffhausen erschinen und hat abermals seinen herrn des uflegens wollen verantworten. Ist gehort von den Eydgenossen. Aber als er weiter hat angezeigt, wie sein herr uf ansuchung unsers hl. vaters, des babsts, in furnemen stee, Bononia zu uberziehen und die dem hl. stul zu Rome noch mer gehorsamer zu machen, dann sie noch sein, alßbald sind sie Šgemeinglichen ufgestanden und ime darunter geredt, das sey ir meynung ganz nit zu gedulden. Ist die botschaft darvon gefallen und hat gesagt, er versehe sich, sein herr werde weiter vom babst angesucht umb hilf. So das geschee, so werde er ime die leysten. /425’/ Er hat auch aller handlung kgl. rete, auch der stende rete werbung in schrieften ime zu ubergeben ein abschid gebeten. Das ist ime, wiewol es vormals oft gescheen sey, dasmals versagt worden.

    [6.] Die rete von wegen des Hl. Reichs stende sind gewest

    Von wegen der Kff.: Thoman Rud, menzischer hofmeister; Eytelwolf vom Stein, ritter.
    Von wegen geystlicher und weltlicher Ff.: Peter von Aufses, probst zu Camberg, tumherr etc.; Hans von Emerßhofen, pfleger zu Eychach.
    Von wegen der stett: Johann More, schulthes zu Frankfurt.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/II131/pages

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    Anmerkungen

    1
     Erneuerung der zwischen Ehg. Sigmund von Tirol und den Eidgenossen am 11.6.1474 abgeschlossenen Einung durch Kg. Maximilian qua Ehg. von Österreich und die Kantone Zürich, Bern, Uri und Unterwalden am 31.10.1500 (Kop. Zürich, sambstag allerheiligen abent; StA Basel, Österreich A 2, unfol.; Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 4, S. 1290f.; Regest: Wiesflecker , Regesten III/2, Nr. 14560, S. 932, mit weiteren Nachweisen).
    2
     Gemeint ist der Basler Friede vom 22.9.1499 (Druck: Eidgenössische Abschiede  III/1, Anhang Nr. 35, S. 758–762).
    1
     Die eidgenössischen Orte hatten am 21.7.1503 den sogenannten Pensionenbrief (Druck: Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 1314–1316, Beilage Nr. 10) verabschiedet, wonach die Annahme von Pensionen durch Einzelpersonen untersagt und für den auswärtigen Solddienst die Genehmigung der Magistrate sowie der Tagsatzungsmehrheit verlangt wurde. Der von zehn Orten verabschiedete Beibrief vom 30.8. (Druck: ebd., S. 241f.) machte auch auswärtige Bündnisse von der Genehmigung durch die Tagsatzung abhängig ( Feller , Geschichte I, S. 503; Stettler , Eidgenossenschaft, S. 268; Körner , Pensionendebatte, S. 193f., 201).
    2
     Der Bundesschwur wurde am 11.7.1507 in Basel erneuert. Vgl. Bernoulli , Chroniken, S. 88–91.
    1
     Bericht des Solothurner Kontingents in der Lombardei an Solothurn vom 29.4.1507 (Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 367).
    2
     Aus einem nicht vollzogenen, mit Hinsicht auf das Vorgehen der Adressaten deutlich kritischeren Entwurf des Schreibens (Kop., s.d.; StA Solothurn , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 343) geht hervor, daß die kgl. Gesandtschaft am 4.5. in Solothurn vorstellig wurde. Bezüglich des RT heißt es darin: Und ist der röm. Kg. zu Costenz und halt da ein gemeinen Rychs tag mit den Ff. des Rychs, den rychstetten und vast vil volks. Was aber daruß wirt, mugen wir nit wussen.
    1
     Gemäß dem Datum des Kredenzbriefes [s.u. Anm. 3].
    2
     Das Kollationsexemplar [E] ist die korrigierte Abschrift einer weiteren Fassung dieses Stücks in der Brandenburg-Ansbacher Überlieferung (Kop.; StA Nürnberg, ARTA 8, fol. 243–248’).
    3
     Kredenzbrief bzw. Vollmacht der in Konstanz versammelten Reichsstände für Thomas Rüdt von Collenberg (Kurmainzer Hofmeister), Eitelwolf vom Stein, Peter von Aufseß (Propst zu Camberg, Domherr zu Würzburg), Hans von Emershofen (Amtmann zu Aichach) und Johann von Lünen, genannt Mohr (Schultheiß zu Frankfurt) als Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen, Konstanz, 10.5.1507 (Kop., montags nach vocem jocunditatis; HHStA Wien, MEA RTA 3a, fol. 414’). Zu den Verhandlungen wegen der Vollmacht vgl. Nr. 634 [Pkt. 1].
    4
     = (als Lohn) verdienen, erwerben ( Grimm , Deutsches Wörterbuch III, Sp. 697; Lexer , Mittelhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 606).
    5
     Vgl. Nr. 19, Anm. 3.
    6
     = Wachstum, Zunahme, Erhöhung ( Grimm , Deutsches Wörterbuch I, Sp. 766, s.v. Aufung; Lexer , Mittelhochdeutsches Wörterbuch II, Sp. 1710, s.v. ufen/uffen).
    7
     Hagenauer Vertrag vom 4.4.1505, § 7 (Regest: Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 75, hier S. 224). 
    8
     Vgl. Nr. 148, Anm. 51. 
    9
     Nachweis:  Liebs , Rechtsregeln, Nr. C 23, S. 45.
    10
     Vgl. Nr. 148, Anm. 53.
    1
     Datum der eidgenössischen Antwort an die Reichsgesandtschaft [Nr. 218, Pkt. 2] und Vermerk auf dem Glarner Exemplar.
    2
     Siehe Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 273 (Pkt. a-f).
    3
     Die Schaffhauser Versammlung befahl den eidgenössischen Kontingenten im Dienst Kg. Ludwigs mit Ausschreiben vom 13.5. unter Androhung schwerer Strafen die unverzügliche Heimkehr: So aber daruß in allen unsern landen, lut und gebieten merklich reden gebrucht werden und wir mit denselben achten nü hinfür nit bessers, dann das ir uch den nechsten haimfügen, dardurch swer irrung, mißhell und unfüg unser aller zu verkommen (Kop. Schaffhausen, uf dem hl. uffart tag; StA Zürich, B VIII 84, fol. 179–179’; StA Basel, Eidgenossenschaft E 1, fol. 145–146; LA Glarus, Z IV 3.2, Stück-Nr. 78; StA Luzern, TA 4, fol. 277–277’; StA Schaffhausen, Tagsatzung 1507, unfol. Druck: Zellweger , Urkunden II/2, Nr. DCXLVI, S. 415f.). Schultheiß und Rat der Stadt Bern bekräftigten gegenüber ihrem Kontingent am 17.5. unter Bezug auf den Schaffhauser Beschluß noch einmal den Befehl zur Heimkehr (Kop., mentag vor dem hl. pfingstag ; StA Bern, A III 14, fol. 286’).
    4
     In den Eidgenössischen Abschieden  III/2, S. 372, folgt als Pkt. i die Aufforderung an die Appenzeller, ihre Knechte unter Strafandrohung aus der Lombardei zurückzurufen (Regest: Appenzeller Urkundenbuch  I, Nr. 1553, S. 679). Diese Bestimmung fehlt in den vorliegenden Überlieferungen A-E. Laut dem Exemplar in der Tschudischen Sammlung galt die Aufforderung auch dem Abt von St. Gallen (LA Glarus, Z IV 3.2, Nr. 78c). Dort schließt sich unter Stück-Nr. 78d-e eine Auflistung der von Abt Franz dem frz. Kg. zur Verfügung gestellten 157 Knechte an. Laut einem Vermerk am Ende des Stücks kehrte das St. Galler Fähnlein nach der Eroberung Genuas heim und traf am 16.5. in Wil ein ( Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 372 Anm. g).
    5
     Zur Legation Giovanni Morosinis in die Schweiz vgl. Rott , Histoire I, S. 156.
    1
     Gemäß dem Hinweis in Pkt. 2.
    2
     Vgl. Nr. 45, Anm. 4.
    3
     Vgl. die Deklaration Friedrichs III. vom 31.12.1474 (lat. Druck: Léonard , Recueil I, S. 175). Später befahl der Ks. den Eidgenossen allerdings die Aufkündigung dieses Bündnisses ( Niederstätter , Urkunden, Nr. 141).
    4
     Liegt nicht vor.

    Anmerkungen

    a
     seurlich] In B: suerlich. In C: sewerlich. In D, E, F: swarlich.
    b
    -b sey ... augen] Korrigiert aus: hett röm. kgl. Mt. yetzo den Kff., Ff. und stenden des Reichs alhie zu Costenz lassen furbringen, wie offentlich vor augen were. In C: were yezo offenlich vor augen. D-F wie A; B wie korrigierte Passage.
    c
     trachtung] In C-F: betrachtung. B wie A.
    d
    -d als ... bracht] Korrigiert aus, in B, C: in sunderheyt auch die von Jenua. D-F wie A.
    e
     teten widersetzen] In D-F: widersetzt hat. B, C wie A.
    f
     zustunden] In D-F: zustat. B, C wie A.
    g
     haben] Korrigiert aus, in B, C: hetten auch. D-F: und haben ouch.
    h
     vormals] Korrigiert aus, in B, C: ruften ytzo. D-F wie A.
    i
     stenden] Danach gestrichen, in B, C danach: an. D-F wie A.
    j
     angerufet] Einfügung am Rand, fehlt in B, C. D-F wie A.
    k
     inhabe] Korrigiert aus, in B-F: inhett.
    l
     beschee] Korrigiert aus, in B, C: bescheen wurde. In D-F: beschicht.
    m
     habe] Korrigiert aus, in B, C, E: hett. In D, F: hat.
    n
     tun] Korrigiert aus, in B, C: teten. In E irrtümlich: darumb. D, F wie A.
    o
     sei] Korrigiert aus, in B, C: wer es. In D-F: ist.
    p
     syen] Korrigiert aus, in B, C: weren. In D-F: sind.
    q
    -q were ... gemeynet] Fehlt in C.
    r
     unsern ... Kg. ] In C: röm. kgl. Mt .
    s
     etwas] In C danach: als zu achten sey.
    t
    -t als ... erscheine] Fehlt in C.
    u
     seinem absterben] In C: außgang seins lebens .
    v
    -v dem ... nacion] In C: teutscher nacion und dem Hl. Röm. Reich .
    w
    -w wider ... heyrat] In C: der röm.  
    x
    -x sein ... Frankenrych] In C: behielt aber .
    y
    -y daruf ... sei] Korrigiert aus, in B: welichs kgl. Mt. D-F wie A.
    z
    -z mit ... titel] In C: Meyland noch in seiner hand, alles unzimlicher weiß .
    aa
     verunrechtung, beswerung] Fehlt in C.
    ab
     wurden] In D, F: wellen .
    ac
     inen] Fehlt in C, D, F. B, E wie A.
    ad
     die] Korrigiert aus, in B, C: den . D-F wie A.
    a
     vermerken] In E folgt ein Beschluß über die von den Basler Gesandten dem Magistrat vorzutragende Fürbitte der Tagsatzung für den Sohn des Baslers Schuhmachers Eberhard.
    a
     Mt. ] In B danach: sie.
    b
     angenenden] In B: anegenden [= angehenden].
    c
     Hl. ] In B danach: Röm.
    d
     bevelhe] In B: bescheide.
    e
    -e Wuste ... mitteylen] Am Rand Nota-bene-Zeichen.

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    1.3.1. Eidgenössischer Tag zu Schaffhausen (Mai 1507) »

    « Nr. 212 Instruktion Zürichs für BM Marx Röist und Ulrich Felix als Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Die vom röm. Kg. gewünschte Einung ist mit Rücksicht auf das französische Bündnis derzeit nicht möglich. Bis der Vertrag ausläuft, müssen die Eidgenossen das Bündnis auch halten und den daraus resultierenden Verpflichtungen nachkommen. Ohnehin sind der Hl. Stuhl und das Röm. Reich von der Bündnispflicht ausgenommen. Überdies haben die Eidgenossen seinerzeit mit Ehg. Sigmund als einem Angehörigen des Hauses Österreich eine Erbeinung geschlossen, die zwischen Zürich, einigen anderen Orten und dem röm. Kg. erneuert wurde1. Darüber hinaus regelt der Vertrag von Basel2 die gegenseitigen Beziehungen. Daran will man sich wie bisher halten, in der Erwartung, daß auch die Gegenseite dies tun wird. Wenn jedoch nach dem Ende des Bündnisses mit Frankreich der röm. Kg. oder der frz. Kg. vorstellig werden sollten, werden sie eine gute und ehrbare Antwort erhalten. Solange das Bündnis dauert, wird man sich mit keinem der beiden Kgg. in weitere Verpflichtungen einlassen.
    [2.] Die Abforderung der eidgenössischen Knechte aus dem französischen Dienst ist nicht nötig. Sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren und stellen deshalb für den kgl. Romzug kein Hindernis dar.
    [3.] Sie sind mit der Bereitstellung von 6000 Knechten einverstanden. Der erste Sold soll den Knechten in ihren Heimatkantonen ausbezahlt werden. Ebenso ist ein Ort für die Auszahlung des übrigen Solds zu bestimmen. Als Bürgen sollen Eidgenossen fungieren, auf die man im Falle der Säumnis zurückgreifen kann.

    Zürich, 6. Mai 1507 (donstags vor der uffart).
    Zürich, StA, B VIII 1, fol. 6–7’ (Kop.).

    « Nr. 213 Instruktion Basels für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen »

    [1.] Der Magistrat hat zu den drei dem Kg. zu beantwortenden Artikeln [Nr. 51, Pkt. 2] folgende Beschlüsse gefaßt, die eröffnet werden sollen, wenn die Gesandten der Orte differenzierte Voten abzugeben haben: Es ist für die Eidgenossenschaft nicht ratsam, sich in die vom röm. Kg. erbetene Einung einzulassen, in ansechen der wytsweifenden, vilvaltigen zuvallenden gescheften, so siner kgl. Mt. obligen und teglich zuvallen, ouch anderer ursachen halb, so unsern boten unverborgen sind. Falls der Kg. jedoch mit einer Einung Šfür seine an die Eidgenossenschaft angrenzenden Lande von der Etsch bis zum Eckenbach einverstanden ist, sollte darüber verhandelt werden. Eine solche Einung, wie sie seinerzeit auch mit Ehg. Sigmund geschlossen wurde, wäre zu Ruhe und Frieden dienlich.
    [2.] Die erbetenen 6000 Knechte für den beabsichtigten Romzug sollen unter der Bedingung zugesagt werden, daß die wider die kron von Frankrich und ire land nit gebrucht oder der anzöigt zug dawider nit dienen wurd, in ansechen der pundnuß, damit ein Eydgnoschaft noch by ziten mit der kron von Frankrich verflochten ist.
    [3.] Die Entsendung der eidgenössischen Knechte nach Mailand erfolgte aufgrund des Bündnisses mit Frankreich und unter der Auflage, sie nicht gegen den Hl. Stuhl oder das Hl. Reich einzusetzen. Die Rückberufung der Knechte ist wegen des Bündnisses nicht möglich; sie werden voraussichtlich ohnehin bald zurückkehren.
    [4.] Die Gesandten sind bevollmächtigt, einen Beschluß des Tages zur Ratifikation anzunehmen. In gleicher Weise haben sie Vollmacht für Verhandlungen in Konstanz, falls der röm. Kg. oder die Reichsstände die eidgenössischen Gesandten dorthin einladen.
    [5.] Bei Beratungen über die Pensionen sollen die Gesandten auf die Voten der anderen Orte achten, damit in solichem unwill nit uf uns werde geladen; und mögen mit den allersenftesten worten darzu schickerlichen reden. Es wäre ratsam, die Haupturkunde in Geltung zu lassen und den Beibrief zu kassieren1; doch will sich Basel der Mehrheit anschließen.
    [6.] Wegen des Bundesschwurs2 sollen die Gesandten mit den Vertretern der ihnen bekannten acht Orte sprechen und angesichts der Kürze der Zeit um Förderung der Sache bitten.
    [7.] Die Gesandten sollen mit den kgl. Räten auch über die Angelegenheiten Peter Kolbs und Ludwig Davids verhandeln.

    s.d., jedoch Basel, vor dem 9. Mai 1507.
    Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 141’-143’ (Kop.).

    « Nr. 214 Schultheiß, Kleiner und Großer Rat zu Bern an Hauptmann, Ratsherren und Bürger im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts über den siegreichen Kampf gegen den Feind und die Einnahme Genuas und bekunden ihre Freude über ihre geringen Verluste und Schäden. Das Berner Kontingent hat dem frz. Kg. gut gedient, der damit zufrieden sein sollte. Befehlen ihnen deshalb, sich nicht weiter in Gefahr zu bringen und an etwaigen weiteren Angriffen nicht mehr teilzunehmen, sondern die Entscheidung des Tages zu Schaffhausen abzuwarten und dieser dann Folge zu leisten. Dann nachdem der röm. Kg. zü diser zit mit allen Kff. Šund ständen des Richs zu Costenz in versamnung und merclich gerust ist, wo wir dem Hl. Rich schuldigen pflichten nach nit wellen begegnen, wider und an uns zu ziechen, möchten wir erlich, das ir mit gütem fügen harheim täten keren. Dann dem Kg. von Frankenrich vil gutß zu schaffen und uns damit in sorg und beschwerd zu setzen, wil uns nit gemeint sin. Dies wird sicherlich auch die Tagsatzung in Schaffhausen erwägen und den eidgenössischen Knechten entsprechenden Befehl erteilen.

    Bern, 9. Mai 1507 (suntag vor dem uffart tag).
    Bern, StA, A III 14, fol. 285–285’ (Kop.).

    « Nr. 215 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Hauptmann, Fähnrich, Leutnant und Ratsherren im französischen Italienheer »

    Bestätigen den Empfang ihres Berichts1 und bekunden ihre Freude über den guten Ausgang des Unternehmens, wiewol man nit so wyt gezogen solt sin. Sie haben das Schreiben dem Schultheiß [Niklaus Conrad], der derzeit auf dem Tag zu Schaffhausen weilt, zur Information nachgeschickt. Dort wird über den durch Gesandte an alle Orte überbrachten Vorschlag zum Abschluß einer Einung der Eidgenossen mit Kg. Maximilian sowie über dessen Forderung nach Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem französischen Heer und dessen Bitte um Bereitstellung von 6000 Mann für seinen Romzug verhandelt. Der Kg. veranstaltet ein grossen, mechtigen Rychs tag in eigener person mit grossem volk zu Costenz und, alz wir verstand, uf den tag zu Schaffhusen wartent; wo der nit nach irem gevallen entschlusset, möchtent wir wol anderer widerwertikeit von inen erwarten, alz ir selbs mugent und wussent ze ermessen.2 Befehlen ihnen, nicht weiter vorzurücken, sondern den Abschluß des Schaffhauser Tages und weitere Instruktionen abzuwarten.

    Solothurn, 10. Mai 1507 (mentag vor der uffart).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 344–345 (Kop.).

    « Nr. 216 Instruktion der Konstanzer Reichsversammlung für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen  »

    [1.] Grußformel; [2.] Bedeutung der Kaiserkrone für die deutsche Nation; [3.] Zugehörigkeit der Eidgenossen zur deutschen Nation; [4.] Absichten Kg. Ludwigs von Frankreich auf die Kaiserwürde und auf die Kontrolle des Hl. Stuhls sowie auf [5.] Reichsitalien (Genua); Unglaubwürdigkeit der frz. Rechtfertigungsversuche; [6.] nachteilige Konsequenzen des frz. Vorgehens für die deutsche Nation und insbesondere die Eidgenossen; [7.] Bruch des Hagenauer Vertrages durch Kg. LudŠwig, Kassation der mailändischen Belehnung Kg. Ludwigs durch Kg. Maximilian; [8.] Bitte um Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem frz. Italienheer und um Bewilligung des Hilfsgesuchs Kg. Maximilians; [9.] Vorschlag zum Abschluß der Verhandlungen auf dem Konstanzer RT im Falle einer positiven Antwort der Eidgenossen; [10.] Erwiderung der Reichsgesandtschaft im Falle einer negativen Antwort der Eidgenossen; [11.] Instruierung der Gesandten auf Ratifikation durch die Konstanzer Reichsversammlung.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 10. Mai 1507.1
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 414, 415–421 (Kop., Aufschr.: Handelung des Rychs tags zu Costenz, die Eydgenossen betreffend, Ao. 1507. Überschr.: Instruction der botschaften, so von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Reichs zu den Eydgenossen gesendet werden soll.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 9’-13 (Kop., Überschr. wie A) = B. Bamberg, StA, BRTA 5, fol. 39–44 (Kop., Überschr. wie A, Verm.: Zu Kostanz uf dem Reichs tag am donerstag nach cantate [6.5.] Ao. VIIo ist uf Dorgaw hernachvolgends durch der Kff., Ff. und ander stende secretari und schreiber geschriben worden. Dorsalverm.: Das erst abschreiben uf dem Reichs tag zu Costanz quinta feria post cantate [6.5.] Ao. VIIo uf Dorgaw, da die versamlung haben rate gehalten.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 2–6 (Kop. mit teils zeitgenössischen, teils von der Hd. J.J. Janssens stammenden Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen) = D. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 224–229 (Kop.)2 = [E]. Lübeck, StdA, RTA II, Fasz. 3, fol. 2–6’ (Kop., Überschr. wie A) = [F]. Goslar, StdA, Best. B, unverzeichneter Teil, Reichssachen 1506–1510, R.S. 32, pag. 1–9 (Kop., Überschr. wie A). Mühlhausen, StdA, 1 10 C 1–8, Nr. 1a, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 904, S. 702–707; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 554–558; Fugger-Birken , Ehrenspiegel, S. 1235f. (nur Pkt. 1–9, statt wörtlicher Wiedergabe zusammenfassende Übertragung in das zur Zeit der Drucklegung gebräuchliche Frühneuhochdeutsch); Fäsi , Beylage, S. 86–94 (nach Fugger-Jäger; Nr. 719, fol. 218’-219’).

    [1.] /415/ Erstlich ist inen uf ein credenz3 von Kff., Ff. und anderer stende wegen des Hl. Röm. Reichs, alhie zu Costenz versamelt, zu sagen ire gnade und gunstigen, geneigten willen.
    [2.] Und darnach zu erzelen, wie Kff., Ff. und ander stende des Hl. Reichs ungezweifelt weren, die Eydgenossen wißten und were inen unverborgen, das die hochste und großte ere und wirde der teutschen nacion were die ksl. cron des Hl. Röm. Reichs, weliche ire hochste ere und wirde ire vorältern von gnade und schickung des almechtigen Gotts durch ire erbarkeyt, tugent, manheyt und swere plutvergiessen seurlicha Šerlangt und erarnet4 und also vil und lange jare biß uf diese zeit loblich bracht hetten. Von welicher ere und wirde wegen ein röm. Ks. oder Kg. zu zeiten der hochst, erlichst und furnemest weltlicher gewalt und stand geachtet und genent were, nit alleyn in der /415’/ cristenheyt, sunder dem umbkreyß der ganzen welt; were und wurde auch als der hochst, namhaftigst und furnemest gewalt und stand allen andern Kgg., weltlichen gewelten und stenden der welt furgesetzet und furgeachtet.
    [3.] Zu welicher teutschen nacion, auch hochster ere und wirden des Hl. Röm. Reichs die Eydgenossen als glider und verwandten des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion auch gehorten als leut teutschs gezungs, sitten, wesens und vaterlands, darumb sich die stende des Reichs zu erhaltung angezeigter des Hl. Reichs teutscher nacion hochster ere und wirde zu den Eydgenossen als iren mitverwandten pillich aller treu, furderung und beistands versehen.
    [4.] Nu b sey offentlich vor augen-b, das der Kg. von Frankenrych in emsigem und ernstlichem furnemen und arbeyt stunde, die teutsche nacion umb solich ire hochste ere und wirde der ksl. cron und röm. Reichs durch zutun, hilf und furderung der /416/ Eydgenossen, darin er sie (dafur es die stende des Reichs ungezweifelt hielten) arglistiglich mit ungegrundtem, beferbtem furgeben bewegt hett, zu bringen, dieselbigen von unserm hl. vater babst mit gewalt zu erlangen und die teutsch nacion also irer hochsten ere und wirde nit alleyn zu berauben, sunder auch den stul zu Rome unter sich und in seinen gwalt, den nach seinem willen zu verkleynen und zu setzen, zu nötigen.
    Zu was ewigem, unuberwindlichem nachteyl, verkleynung, verachtung, beswerung, spott, schmehe und schaden solichs, wo es furgang gewynnen solt, das der Almechtig verhuten wolle, dem stul zu Rome, der ganzen cristenheyt, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion und allen stenden, gelidern und verwandten derselben nacion fallen, reychen und langen wurde, das moge ein yeglicher verstendiger leichtlich ermessen.
    [5.] Item der Kg. von Frankenreich sey auch nit alleyn in furnemen und trachtungc, die ksl. cron und die ere des Hl. Röm. Reichs der teutschen nacion abzuerlangen /416’/ und das babstumb in sein hand zu bringen, sunder alle stende in Italien, so dem Hl. Röm. Reich als glider desselben verwandt, von vil und langen jaren dabey herkomen weren, in seinen betrenglichen gewalt von irer herbrachten freiheyt zu tringen und ime untertenig zu machen, d als er itzt mit der stat Jenua auch getan, die er in sin gehorsam Šbracht-d, die sich seins gwalts teten widersetzene und dem Hl. Reich zustundenf als ein chamer des Röm. Reichs, erkennen auch das Reich, habeng röm. kgl. Mt., als die letzt in Italien und zu Jenua gewest, gehorsam getan und ir die schlussel zu der statt als irem rechten hern uberantwort5 und vormalsh by kgl. Mt. und den stendeni umb hilf und rettung wider der Franzosen gezwang angerufetj. Das alles der franzosisch Kg. dann, nachdem er allegereyde das Hm. Meyland als der mechtigsten und treffenlichsten gewelt einen in Italien inhabek, leichtlich, wo ime des nit dapfer und furderlicher widerstand bescheel, zu tun und zu erlangen habem.
    Und obwol der Kg. von Frankenrych und sein anhenger sich tunn verantworten und furgeben, als ob ire furnemen und handlung /417/ nit solt wider die röm. kgl. Mt. und das Hl. Röm. Reich sein, sunder alleyn wider ir widerwertigen und ungehorsamen, dieselben zu strafen etc., so seio doch offentlich am tag, wie oben angezeigt, und darumb irem verantworten und furgeben kein glaub zu geben.
    [6.] Darab die Eydgenossen und ein yeglicher verstendiger wol zu vernemen hat, wo dem Kg. von Frankenreich solicher sein furgesetzter ungesettigter will ergeen und er zusampt der ksl. cron das babstumb und ganz Italien in seinen gewalt bringen solt, das der Almechtig abwenden wolle, was auß solicher versampter oder verhaufter macht zuletzt erwachsen oder wo die ende nemen oder setzen, auch was unleidlicher anfechtung, truckung und beswerung der teutschen nacion, allen stenden, gelidern und verwandten derselben, und sunderlich denen, so Frankenrych und Meyland, als die Eydgenossen, am nehsten gesessen oder gelegen syenp, am letzsten darauß gedeihen, wann er one zweifel damit nit beruhen, sunder weiter greifen wurde.
    [7.] /417’/ Item, so setzen die stende des Hl. Reichs in keynen zweifel, die Eydgenossen tragen guten wissen, wie manigfaltig vertrege zwuschen röm. kgl. Mt., unserm allergnst. H., und der cron zu Frankenrych verschiener zeit ufgericht, der nye keyner von den Franzosen vollenzogen, sunder alle zurbrochen; und sunderlich, wie letzst ein vertrag zu Hagenau zwuschen inen gemacht q were, den röm. kgl. Mt. dem Hl. Reich und teutscher nacion zu eufung6 und gutem gemeynet-q, darin der Kg. von Frankenrych r unsern allergnst. H., den röm. Kg. -r, durch furgeben einer angenomŠmen fruntschaft eins heyrats zwuschen seiner dochter Claudia und der röm. kgl. Mt. enkeln und son, Ehg. Carlen von Osterreich, Hg. zu Burgundi etc., etwass geverlicher meynung, t als auß dem handel erscheine-t, bewegt, also das röm. kgl. Mt. das Hm. Meylant dem Kg. von Frankenrych guter und fruntlicher meynung sein leben lang zu lehen geliehen, doch also, das es nach seinem absterbenu uf gedachten der kgl. Mt. enkeln und sone Ehg. Carlen als einen teutschen F. nach laut /418/ des heyrats fallen und komen und also by v dem Hl. Reich teutscher nacion-v pleiben solt.7 Welichen vertrag, heyrat und verwente freuntschaft der Kg. von Frankenrych kurzverschiener zeit w wider sein brief und siegel, auch sein getan gelubde und eyde und hochsten glauben, als die stende des Hl. Reichs die röm. kgl. Mt. habe lassen berichten [Nr. 5, Pkt. 2] , auch zurbrochen und den gemelten heyrat-w kgl. Mt. auß ungegrundten, beferbten ursachen hett lassen abkunden, x sein dochter einem andern, nemlich dem Delphin gebend8 und bey der abkundung kgl. Mt. sagen lassen, dieweil nu die fruntschaft des heyrats, wie obsteet, ab und nichts, so sey auch die bescheen der kgl. Mt. leihung des Hm. Meyland ab und nichts, quia cessante causa cessaret effectus9. Und haben die gesanten daruf einer neuen investitur und leihung von kgl. Mt. gebeten, y daruf die kgl. Mt. ire selbs bekentnis, das die berurt belehnung abe und nichts sei-y, von stund an angenomen und daruber protestirt, aber der neuen begerten investitur oder leihung halber keyn antwort geben, sunder die franzosischen gesandten alher uf disen Reichs tag beschieden, des alhie antwort zu entpfahen.10 Das aber der /418’/ Franzose biß uf diesen tag in verachtung gestelt, dorab zu vernemen, das das Hm. widerumb verledigt und wider zu kgl. Mt. und dem Hl. Reich gefallen sey. Aber solichs alles unangesehen, so behielte der Kg. von Frankenrych–x nichts destermynder das Hm. z mit gewalt in seinen handen one eynichen rechtmessigen titel-z, nit zu kleyner verachtung, verunrechtung, beswerungaa und schaden röm. kgl. Mt. und des Hl. Röm. Reichs.
    Dergleichen ungeschickter oder unbestendiger geubter sachen und hendel weren noch vil von dem Kg. von Frankenrych anzuzeygen, der die Eydgenossen vor gnugsam wissen hetten, darumb man dieser zeit die weiter zu erzelen im besten unterliesse.
    [8.] Die stende des Hl. Röm. Reichs weren aber ungezweifelt, wo die Eydgenossen diß angezeigten schwinden und unzimlichen furnemens des Kg. von Frankenrych zu abbruch, vercleynung, schaden und nachteyl des Hl. Röm. Reichs und sunderlich teutscher nacion hochster ere und wirde warlich bericht und wissens entpfangen, sie Šhetten uß redlicheyt und vernunft, damit sie von Got begabt weren, auch angeborner treue und liebe, /419/ so sie als gelider und verwandten des Reichs zu der ere und wirde des Röm. Reichs, auch der teutschen nacion als irem rechten vaterland trugen, dem Kg. von Frankenrych darin kein hilf noch beistand getan, noch ime yemands der iren zugeordent, der ganzen zuversicht und vertrauens, sie wurden gestalt der sachen, wie erzelet und im grund also gestalt were, bedenken und erwegen und daruf die iren, so sie bey dem Kg. von Frankenrych noch hetten, von stund an und on verziehen abfordern, dem Kg. von Frankenrych in solichem unzimlichen furnemen und ubungen wider röm. kgl. Mt., stende des Hl. Reichs und teutsch nacion als ire vaterland, dem ein yglicher vor allen andern mit eren und treuen von natur und dem rechten verpflichtet und verbunden were, kein hilf noch bystand tun, sunder in solichem und zu abwendung solichs franzosischen furnemens und zu underhaltung der hochsten ere und wirde teutscher nacion, röm. kgl. Mt., Kff., Ff. und andern stenden teutscher nacion als fromme, getreue Teutschen anhangen, helfen und retten und röm. kgl. Mt. uf ire begere und handlung, so sie bey inen solicher sachen halber hett lassen tun, richtig, trostlich und zuseglich antwort geben und gedeien lassen, damit die hochste ere und wirde teutscher /419’/ nacion errettet und erhalten werden mochten, als dann ire voreltern als die, so die teutschen nacion, ire vaterland, hochlich geliebet, zum dickermal getreulich hetten helfen tun. Das were auch der Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs, zu Costenz versamelt, gn. und fruntlich begere und bitt. Und das sie solichs als die pillicheyt und erbarkeyt keinswegs abschlugen oder weygerten. Damit wurden sie by röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und allen Teutschen ein ewigen, unvergeßlichen dank, lob, rume und preiß, auch ewige fruntschaft und guten willen erlangen, den röm. kgl. Mt., ire nachkomen, röm. Kss. und Kgg., auch Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs unbelonet und unbeschuldet nit lassen wurdenab, auch dadurch nit alleyn gewilliget, sunder verpflichtiget werden, wider die Eydgenossen nit alleyn nit zu sein oder zu tun, sunder inen wider ire widerwertigen und anfechter herwiderumb getreue und trostlich furderung, hilf und beystand zu tun etc.
    [9.] /420/ Daruf ist der Eydgenossen antwort zu vernemen. Und wo sie die also geben wurden, das sie kgl. Mt. und dem Hl. Reich teutscher nacion anhengig zu sein und die iren abzufordern wol geneigt seien, doch das inen darumb auch zimlich belonung oder versoldung gedeihe etc., so ist durch die geschickten mit inen fruntlicher und zimlicher weise zu reden und zu handeln und inen die treu und liebe, so sie als verwandten des Reichs pillich zu teutscher nacion als irem vaterland trugen, zu gedechtnus zu furen, mit begere und bitt, das sie sich in ansehung desselben der zimlicheyt selbs weisen und einer leidlichen, zimlichen meynung horen lassen. So wolten die geschickten ungezweifelt sein, kgl. Mt. und die stende des Reichs wurden sich in allem dem, so moglich, gleich und treglich were, aller zimlicheyt gegen inen horen und finden lassen. Und wo es inen gelegen oder tunlich were, so bedeucht die geschickten, das nirgent anderßwo von dieser sachen fuglicher, furderlicher, entlicher und beschließlicher zu handeln were wann alhie zu Costenz in beisein der versamlung, Šdas sie dahin mit vollem gewalt, entlich und beschließlich zu handeln, geschickt hetten etc. /420’/ Wie dann die geschickten, nachdem und inen die sachen von den Eydgenossen begegnen, zum besten bedunken und gut ansehen wurdet.
    [10.] Wurden aber die Eydgenossen mit widerwertiger oder dünkeler antwort begegnen, so ist inen dester trutzlicher von den geschickten wider zu begegnen, also das man sich solicher antwort nach gestalt der sachen keinswegs versehen hett, sünder das sie pillich ire verwandtnus gegen dem Reich, auch teutscher nacion, irem vaterland, bedacht und sich in solichem als getreu verwandten des Reichs und fromme Teutschen solten bewiesen haben. Dweil aber ire gemut fur und fur stunde, dem Hl. Röm. Reich und sunderlich teutscher nacion, irem vaterland, widerwertig zu sein und frembden nacion und gezungen anzuhangen wider die Teutschen, mochten sie achten, was beswerung, betrachtung und nachgedenkens solichs zuvoran bey röm. kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs teutscher nacion geberen wurde, in die harr, als sie selbs abnemen mochten, nit zu erleiden sein. Die geschickten /421/ hetten auch beswerung, solich antwort den stenden anzubringen, were inen ganz wider und nit lieb. Mochten sie die aber nit besser gehaben, so mußten sie nemen, was man inenac geben wolt, teten es aber nit gern. Wie dann diead geschickten nach gestalt und ansehen der sachen, die meynung zu leichtern oder zu besweren, gut wurdet bedunken.
    [11.] Und was also von Eydgenossen fur antwort gefellet, das soll durch die geschickten wider hinter sich an die stende des Reichs bracht und nichts entlichs oder beschließlichs durch die geschickten mit den Eydgenossen gehandelt werden etc.

    « Nr. 217 Abschied des eidgenössischen Tages zu Schaffhausen »

    [1.] Antwort der Eidgenossen an die Gesandten Kg. Maximilians zu folgenden Punkten: Einung zwischen den Eidgenossen und dem Haus Habsburg, Abberufung der eidgenössischen Söldner aus Italien, Truppenhilfe der Eidgenossen für den kgl. Romzug, Vorwürfe Kg. Maximilians bezüglich der reichsfeindlichen Haltung der Eidgenossen; [2.] Antwort an die Gesandten der in Konstanz versammelten Reichsstände; [3.] Verhandlungen der Eidgenossen mit dem frz. Gesandten Giovanni Morosini.

    Schaffhausen, nach dem 10. Mai 1507, wahrscheinlich 13. Mai.1 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 180–182’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 128–132 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 278–280’ (Kop.) = C. Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 59–63 (Kop.) = D. Schaffhausen, StA, Tagsatzung 1507, unfol. (Kop., Datumverm.). Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 143’-145 (unvollständige Kop., nur hier wiedergegebene Pkt. 1–3, Datumverm.: sonntag vor ascensionis Domini [9.5.]) = E. Glarus, LA, Z IV 3.2, Nr. 78a-c (Kop., Datumverm. am ŠEnde des Stücks: Actum zu Schaffhusen ipsa die ascensionis Domini [13.5.] Ao. etc. septimo.).
    Druck (unter Übertragung in das Neuhochdeutsche): Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 273, S. 370–372.

    [1.] [Beratungspunkte ohne Bezug zum Konstanzer RT]2. Die Gesandten Bf. Georg von Trient, Gf. Ulrich von Montfort, Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler), Hans von Königsegg (Vogt zu Feldkirch), Dr. Hans Schad und Hans von Landenberg baten im Namen des röm. Kg. um Antwort auf ihre in Baden vorgebrachten Anträge. Diese lautete, wie folgt: a) Die gewünschte Einung sei mit Rücksicht auf das frz. Bündnis derzeit nicht möglich. Falls der röm. Kg. nach deren baldigem Auslaufen in dieser Sache noch einmal vorstellig werde, werde er eine zimlich und gepürlich Antwort erhalten. b) Die Versammlung habe den eidgenössischen Knechten in der Lombardei durch einen offenen Brief befohlen, unverzüglich heimzukehren und nicht länger im Sold und Dienst des frz. Kg. zu bleiben.3 Sie hätten außerdem ein Schreiben an den frz. Kg. gerichtet mit der Aufforderung, die eidgenössischen Söldner ungehindert abziehen zu lassen. Die Teilnehmer an der Tagsatzung seien beauftragt, ihre Obrigkeiten zur Bestrafung ungehorsamer Knechte anzuhalten. c) Der Romzug werde ihres Erachtens nicht so bald vonstatten gehen, da die Sommerhitze bevorstehe. Sobald dessen Beginn aber bevorstehe, solle der röm. Kg. den Eidgenossen durch Gesandte mitteilen, wie und wo er die Knechte einsetzen wolle und wie hoch ihr Sold sein werde. Sie würden dann eine erber, zimlich antwurt geben. d) Sie verwahrten sich gegen den auch von anderer Seite geäußerten Vorwurf im Ausschreiben des röm. Kg. [Nr. 48], die Eidgenossen seien Ungehorsame und Feinde des Hl. Reiches. Sie hätten dem Reich im Burgunderkrieg und bei anderen Gelegenheiten wie andere Reichsuntertanen gedient und wollten dies auch künftig tun. Sie bäten, sie gegenüber dem röm. Kg. zu verantworten.
    [2.] Auf dem Tag waren als Gesandte der in Konstanz versammelten Reichsstände Thomas Rüdt von Collenberg (Kurmainzer Hofmeister), Eitelwolf vom Stein, Peter Aufseß von Camberg (Würzburger Domherr und Domkustos), Hans von Emershofen und Johann von Lünen (Schultheiß zu Frankfurt) anwesend und baten ebenfalls um Rückberufung der eidgenössischen Söldner aus der Lombardei. Außerdem solle man dafür Sorge tragen, daß diese nicht länger gegen die Anhänger des röm. Kg. und gegen Angehörige des Hl. Reiches eingesetzt würden.
    ŠDiesen Gesandten wurde in gleicher Weise wie den kgl. Emissären geantwortet, verbunden mit der Bitte, die Eidgenossen gegenüber den Reichsständen zu verantworten.4 
    [3.] Der frz. Gesandte Dr. Morosini5 legte ausführlich die Gründe Kg. Ludwigs für den Zug gegen Genua dar und beteuerte, daß es nie dessen Absicht gewesen sei, sich der Kaiserkrone zu bemächtigen. Kg. Ludwig biete eine Verlängerung ihres Bündnisses an und wolle den Eidgenossen besondere Gnade erweisen. Er bitte außerdem um Auskunft über ihre derzeitigen Verhandlungen mit dem röm. Kg.
    Die Eidgenossen bekundeten ihren guten Willen gegenüber dem frz. Kg. Ihrer Meinung nach bestehe weitaus dringlicher die Notwendigkeit, sich gegenüber den in Konstanz versammelten Reichsständen zu rechtfertigen als vor ihnen. Es sei nicht Brauch bei ihnen, jedermann über ihre Verhandlungen mit dem röm. Kg. oder anderen zu informieren. Sie bäten, dies zum besten zu vermerken.a 

    « Nr. 218 Relation der Reichsgesandtschaft an die Reichsstände »

    [1.] Ankündigung einer Antwort der Eidgenossen an die Reichsgesandtschaft; [2.] Antwort der Eidgenossen am 13. Mai: Geltendmachung und Rechtfertigung des Bündnisses mit Frankreich, [2.1.] Bekundung ihrer Reichstreue, [2.2.] Wiedergabe ihrer Antwort an die kgl. Gesandten: Abberufung der eidgenössischen Knechte aus dem frz. Italienheer, Mitwirkung am Romzug Kg. Maximilians, Ablehnung einer Einung mit dem Haus Österreich, [2.3.] Hinweis auf den Vortrag einer frz. Gesandtschaft an die Tagsatzung in Baden mit Zurückweisung der Vorwürfe Kg. Maximilians hinsichtlich Kaiserwürde und Papsttum; [3.] Unterredung der Reichsgesandtschaft mit den kgl. Gesandten; [4.] Einladung an die Eidgenossen zur Beschickung des Konstanzer RT; [5.] Vortrag einer frz. Gesandtschaft auf dem eidgenössischen Tag: Ankündigung eines frz. Angriffes auf Bologna auf Bitten Papst Julius’ und Bitte um Aushändigung von Unterlagen über die Verhandlungen zwischen Eidgenossen, kgl. und Reichsgesandten. Zurückweisung dieser Bitte durch die eidgenössischen Gesandten; [6.] Mitglieder der Reichsgesandtschaft.

    Act. Konstanz, nach dem 13. Mai 1507.1
    Š Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 422–425’ (Kop., Aufschr. wie Nr. 216, Überschr.: Antwort der Eydgenossen uf die werbung der gesanten potschaften.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 13’-15’ (Kop., Überschr.: Der Schweizer antwort.) = B.

    [1.] /422/ Auf gescheene werbung inhalt obgeschribner instruction [Nr. 216] ist von den Eydgenossen, zu Schaffhausen versamelt, erstlich zu antwort gefallen, sie hetten gehort und vernomen das gn. zuentpieten irer gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stend des Hl. Reichs mit etlicher erzelung und beschließlicher beger, die iren, so bey kgl. wirde zu Frankreich weren, aus erzelten ursachen abzufordern und auch röm. kgl. Mt., irem allergnst. H., trostlich und richtlich antwort zu geben, wie dann solichs nach der lenge erzelt worden. Dieweil dann dieser tag angesatzt were, mit röm. kgl. Mt. reten der sachen halben zu handeln, die sie auch ytzo beschieden hetten, wolten sie inen gemeyner Eydgenosschaft antwort geben, und dermassen, das sie hofften, kgl. Mt. solt der nit ungefallen, sonder gn. wolgefallen entpfaen. So dann solichs gescheen were, wolten sie uns, den verordenten reten, uf gemeltes unser anpringen auch antwort geben, des sie hofften, fug und ere zu haben. Beten uns, daruf keinen verdrieß zu entpfahen, dann sie die sachen ufs furderlichst furnemen wolten.
    [2.] Uf unsers Herrn uffarts tag [13.5.] haben uns die Eydgnossen nachvolgende antwort geben: Erstlichen sagen sie /422’/ iren gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs ires gn. zuentpietens und geneigten willens untertenigen und hohen dank. Und uf die erzelung, wes von dem allercristenlichsten Kg. von Frankreich mit zutun der iren gehandelt, auch furter zu handlen in furnemen stee, wolten sie uns nit verpergen, welichermas sie zu diesen dingen komen. Es were nit on, durch ire eltern were vor vil jaren und erstlich bey Kg. Ludwigen zeiten ein eynigung zwuschen gemeltem Kg. von Frankreich, synen nachkomen, inen, den Eydgenossen, und iren nachkomen uf etlich zeit gemacht worden2, die auch durch den allerdurchleuchtigisten iren allergnst. H. Ks., Friderichen, hochloblicher gedechtnus, auch etlich Kff. und Ff. des Hl. Reichs zugelassen worden were.3 Das auch dieselbe dem Hl. Reich, teutzscher nacion und gemeiner Eydgenosschaft besonderlich im burgundischen krieg hoch und merklich ersprossen, das hett meniglich gut wissen. Aber dannost, so weren in solicher eynigung ußgenomen der hl. stul zu Rome, das Hl. Reich und alle die, mit den sie vor in buntnus stunden. Also hett der Kg. von Frankreich sie in craft gemelter eynigung erfordert, ime etlich volk umb sold volgen zu lassen. Das hetten sie, als die es zu tun schuldig gewest, gewilliget. /423/ Und wo sie das nit getan, so were inen solichs nit alleyn bey welischer zungen, sonder auch bey meniglich nachredlich gewest.
    [2.1.] Das aber die iren zuwider dem Hl. Reich gepraucht worden, des hetten sie sich gar nit versehen. Were inen auch nit gemeynt zu gestatten, das die iren in eynich wege wider das Hl. Reich solten von yemands gepraucht werden. Und wiewol inen deßhalben auch in gemeyne orter der Eydgenosschaft von kgl. Mt. ein mandat oder missiveschrift [Nr. 48] zukomen were, darinnen ir Mt. a hochlichen anzuge, wie sie Šdem Kg. von Frankenrich seins uncristenlichen furnemens und tuns furdrung und hilf teten, mit vil andern hohen anziehen, were nit wenigers, inen were solichs zumal sere beswerlichen gewest und noch. Dann inen were dergleichen schrieften ye von röm. Kss. oder Kgg. nye zukomen, hetten auch derhalben ir unschuld gegen kgl. Mt. reten, so jungst zu Baden gewest, angezeigt [Nr. 51, Pkt. 3] . Weren auch wol entschlossen gewest, sich uf den Reichs tag gein Costenz zu Kff., Ff. und stenden des Hl. Reichs zu fugen und sich solichen schweren uflegens zu verantworten, hetten es aber im besten unterlassen, als die, die sich ungern wider iren obersten und allergnst. H., den röm. Kg., bewegen wolten lassen, solichs, als wol not gewest, zu anden. Beten uns aber, ir verantwortung bei den stenden des Hl. Reichs mit dem besten anzupringen. Dann ir gemut, herz noch will were nye gestanden oder noch nit stunde, das sie sich von dem Hl. Reich tun oder darwider handlen /423’/ hetten wollen. Es were auch bey iren eltern nye erfaren, sondern das sie sich als verwante des Hl. Reichs mit irem manigfeltigen plutvergiessen allweg getreulich erzeigt und also gehalten, were darwider gewest, das sie dem alles ires vermogens widerstand getan. In solicher irer eltern fußstapfen wolten sie treten, nit geringer sein, sonder die ersetzen, bei zeit ires lebens ire kinder auch daruf weisen, das sie auch ire nachkomen dergleichen unterweisten, also das in ewig zeit anders von ine nit erfarn solt werden. Darumb wo ymands, were der were, der dem Hl. Reich und teutscher nacion solich hochste wirde und ere der ksl. cron abzihen und benemen oder in ander weg abbruch tun wolte, darwider wolten sie sich als fromme Teutzschen, und die zu dem Hl. Reich gehorten, mit leib und gut setzen, das helfen retten und erzeigen, das man sehe, das inen solichs nit lieb were. Des solt sich das Hl. Reich, Kff., Ff. und stende desselben trostlichen zu inen versehen.
    [2.2.] Deßhalben, dieweil unser beschließlich biet daruf stunde, das sie kgl. Mt. wolgefellig antwort solten geben, darab Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs auch gefallen mochten tragen, so hetten sie auch den kgl. reten antwort geben: erstlich der fußknecht halben, das sie die ytzo stundans abfordern und dabey verorden wolten, ob yemands aus inen sich der abfordrung widersetzen wurde, das aus yedem ort in sonderheit geschrieben und also anheyms- /424/ bracht, wie, sie nit zweifelten, gescheen wurde. Des romzugs halben, die ksl. cron zu erholen, weren sie willig, kgl. Mt. darzu knecht volgen zu lassen und darzu zu helfen; doch so kgl. Mt. den furzunemen beschlissen wurde, das inen solichs zeitlich verkundet, auch malstat und zeit benant wurde, vom solde, bestallung, zeit und anderm, auch wider wen man sie gebrauchen wolt, zu handeln und zu reden und die zeit des angenendenb solds zu beschliessen. Darin wolten sie sich fuglichen halten, darab kgl. Mt. nit mißfallen wurde entpfaen. So hetten auch die kgl. rete mit inen von eyner eynigung wegen gehandelt. Dieweil wir dann gehort, wie sie in eynigung mit dem Kg. von Frankreich stunden, so mochten wir villeicht selbs furwenden, wiewol das Hl. Reich ußgenomen were, so mocht die dannost nit hoch ersprießlich sein. Aber so die außgangen were und dann ichts weiters an sie gelangen Šwurde, darin wolten sie sich abermals fuglichen vernemen lassen, des sie hofften, fug und ere zu haben. Wo nun unser gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs ab solicher antwort ein gn. wolgefallen entpfaen wurden, als sie hofften, tun wurden, so were inen solichs (und nit unpillich) ein grosse freude. Dann ye ir gemut und will nit anders stunde, dann bey dem Hl. c Reich teutscher nacion, der ere und wirde zu pleiben und sich davon nymmermer zu wenden. Beten uns, solichs ufs treulichst der versamlung anzusagen.
    [2.3.] /424’/ Nach beschlus dieser rede hat er weiter uß bevelhed der andern geredt, wie er zu reden vergessen gehabt, nemlich, als die kgl. rete zu Obernbaden jungst gehalten tags gewest, do weren zwo potschaft vom Kg. von Frankreich, eine aus Frankreich, die ander aus Lombardia komen, aber keine von der andern gewust. Hetten sich aber bede lassen vernemen, zu sagen, iren herren langet an, wie ime von röm. kgl. Mt. uferlegt werde, das er sich untersteen wolt, die ksl. cron dem Hl. Reich und teutzscher nacion abzuerlangen, dergleichen den hl. stul zu Rome zu seinem gewalt und gefallen zu betrangen. Wer ime das zulegt, der tet ime unrecht, hett der keynes zu tun ye gedacht. e Wuste auch wol, das ime die ksl. cron nit zustunde, sonder teutzscher nacion. Wo auch röm. kgl. Mt. die zu Rome haben wolte und ine darin ersuchte, wolte er ime furdrung und hilf mit offnung wege und stege mitteylen-e. Wo es auch anders an sie gelangt, das sie dem keinen glauben geben wolten. Dann wurden sie es anders erfinden, so solten sie ime oder seiner botschaft hinfur in ewig zeit nymmer trauen und glauben. Solich entschuldigung hetten sie, die Eydgnossen, den kgl. reten alßbalde eroffnet und sich versehen gehabt, sich solten wort und werk gegeneinander vergliechen haben, wann man soliche ding von grosser Hh. wegen zusagt. Das geben sie uns auch zu erkennen.
    [3.] /425/ Mit solicher antwort sind wir nach zimlicher danksagung und annemen derselben, das wir die an unsere gnst. und gn. Hh. Kff., Ff. und stende des Hl. Reichs bringen wolten, von inen und zu den kgl. reten gegangen.
    Die haben uns und wir inen gegebne antwort eroffnet. Und als die gleichmessig bey uns allen geacht, ist solichs kgl. Mt. zugeschrieben worden4, irer Mt. gemut ferner daruf zu vernemen.
    [4.] Daruf dann gevolgt ist, das die Eydgenossen von wegen kgl. Mt. und der stende des Hl. Reichs gebeten sind worden, sich zu erheben und gein Costenz zu fugen, weiterer handlung zu warten. Ist also von inen gutwillig gescheen.
    [5.] Alßbalde ist auch ein franzosisch botschaft zu Schaffhausen erschinen und hat abermals seinen herrn des uflegens wollen verantworten. Ist gehort von den Eydgenossen. Aber als er weiter hat angezeigt, wie sein herr uf ansuchung unsers hl. vaters, des babsts, in furnemen stee, Bononia zu uberziehen und die dem hl. stul zu Rome noch mer gehorsamer zu machen, dann sie noch sein, alßbald sind sie Šgemeinglichen ufgestanden und ime darunter geredt, das sey ir meynung ganz nit zu gedulden. Ist die botschaft darvon gefallen und hat gesagt, er versehe sich, sein herr werde weiter vom babst angesucht umb hilf. So das geschee, so werde er ime die leysten. /425’/ Er hat auch aller handlung kgl. rete, auch der stende rete werbung in schrieften ime zu ubergeben ein abschid gebeten. Das ist ime, wiewol es vormals oft gescheen sey, dasmals versagt worden.

    [6.] Die rete von wegen des Hl. Reichs stende sind gewest

    Von wegen der Kff.: Thoman Rud, menzischer hofmeister; Eytelwolf vom Stein, ritter.
    Von wegen geystlicher und weltlicher Ff.: Peter von Aufses, probst zu Camberg, tumherr etc.; Hans von Emerßhofen, pfleger zu Eychach.
    Von wegen der stett: Johann More, schulthes zu Frankfurt.