Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
Einfache Suche
Schnittstellen Quellen Formalia
BEACON
METS
XSLT
eXist-DB
jQuery-Layout
Nominatim
OpenLayers
GND
Impressum
Kontakt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

    Register

    Register

    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung
    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung

    Š1.3.5. Aktionen König Maximilians und der Eidgenossen (Juni/Juli 1507) »

    « Nr. 252 Stadt Basel an Stadt Mülhausen/Elsaß »

    Teilen mit, daß sie den nach Basel entsandten Mülhauser Bürgermeister1 über die Verhandlungen mit dem röm. Kg. und den Reichsständen informiert haben.2 Der Gesandte trug auch auftragsgemäß ihre Bitte vor der pflicht halb, so ir dem Hl. Rich ader einem kunftigen Ks. uf ervolgung der ksl. kron schuldig sind. Ihres Erachtens sollten sie diese Sache bis zur Erlangung der Kaiserkrone [durch Kg. Maximilian] auf sich beruhen lassen. Falls sie danach in dieser Frage behelligt werden sollten, wird Basel nach vermogen geburlicher wise handeln.

    Basel, 25. Juni 1507 (fritag nach Johannis).
    Basel, StA, Missiven A 23, pag. 304 (Kop., Unterz. BM P. Offenburg).
    Druck: Mieg , Politique, S. 53, Nr. 15.

    « Nr. 253 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Bf. Matthäus von Sitten »

    [1.] Schultheiß Niklaus Conrad hat sie über das Wohlwollen des röm. Kg. gegenüber der Stadt, auch über die ihm als Vertreter der Stadt durch den Kg. und den Bf. erwiesene Gnade und schließlich über die ihm gemachte Zusage des Kg. hinsichtlich der obersten Hauptmannschaft unterrichtet. Conrad wollte sich nicht mit diesem Amt belasten, doch wollen sie dem Kg. in dieser Angelegenheit, wie in vielen anderen Dingen auch, willfahren.
    [2.] Sie haben eine Abschrift des kgl. Entwurfs der Gerichtsfreiheit und Konfirmationen für die Eidgenossenschaft [Nr. 227] gesehen. Die Gemeinde hat Gefallen daran gefunden und wurde dadurch bewogen, dem röm. Kg. und dem Hl. Reich zu dienen. Sie wünschen auf der Grundlage des Entwurfs ein eigenes Exemplar der kgl. Urkunde für ihre Zwecke. Bitten ihn außerdem, sich beim Kg. dafür einzusetzen, daß die Zusage der Hauptmannschaft für Conrad eingehalten und ihm ein Bestallungsbrief zugesandt wird. Sie wollen dies um den Kg., das Hl. Röm. Reich und ihn, der mehr als andere das Wohlwollen des Kg. genießt, verdienen.

    Solothurn, 26. Juni 1507 (sampstag nach Johannis baptiste).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 327 (Kop.).

    « Nr. 254 Vereinbarung der Drei Bünde mit Kg. Maximilian »

    [1.] Stellung von 1800 Kriegsknechten durch die Drei Bünde; [2.] Höhe des Solds; [3.] Auszahlungsort für den ersten Sold; [4.] Bestellung von Hauptleuten; [5.] MuŠsterung, Regelung bezüglich des Solds erkrankter oder gestorbener Teilnehmer am Romzug; [6.] Sold der Geistlichen; [7.] Versorgung der Truppen mit Proviant; Mitteilung über den Beginn und die Route des Romzuges; [8.] Auszahlung des Solds für drei Monate; [9.] Auszahlung des Solds am Monatsanfang; [10.] Beilegung von Streitigkeiten unter den Kriegsknechten; [11.] Entschädigung bei Verlusten von Pferden im Gefecht; [12.] Feldzeichen des Bündischen Kontingents; [13.] Doppelsöldner; [14.] Stellung von Saumpferden; [15.] Bestellung der Truppenführer und Bereitstellung der Truppen; [16.] Kontingent freier Knechte; [17.] Unterzeichner; Datum.

    Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 94–94’, 92–93 (Konz., in falscher Reihenfolge abgelegt).

    [1.] /94/ Als unser allergnst. H., der röm. Kg., an die Drey Pund in Churwalhen geworben und begert, irer Mt. zum romzug, a die ksl. cron zu erlangen-a, und wider die, so irer Mt. daran irrung und verhinderung tun wurden, b auch wider meniglich-b achtzehenhundert knecht auf irer Mt. besoldung zuzuorden, haben die Pund solhs in nachfolgender mainung helfen zu volstrecken zugesagt.
    [2.] Anfenglichen, das der sold ainem fueßgenger sey funfthalber rh.fl. des monats, und das alwegs XXX tag fur ainen monat gerechent werden.
    Item ainem geraisigen, der do gerust reitet, auf man und pherd X rh.fl.
    [3.] Item, das die erst bezalung in der stat Furstenauc beschech und daselbsthin all haubtleut beschaiden werden, yeder das gelt auf seine knecht zu emphahen, und auf den tag, so das gelt also ausgeben werde, der sold und monat angange.
    [4.] /94’/ Item, das von den gemelten Dreyen Punden von ydem Pund ein haubtman gesetzt werde.
    [5.] Es sol auch mit guter ordnung gemustert und alwegen versehen werden, das geverd und unrue vermitten blibe. Ob aber ain knecht, oder wer der wer, in zeit seins diensts krank wurde oder absturbe, dem sol alweg sein sold, sovil im des zustat, gegeben und dem haubtman bezalt werden, damit solh sein verordent gelt demnach durch den haubtman seinen kinden, ob er die hette, oder seinen erben geantwurt werde. Ob aber ainer aus dem dienst hinweglafe, dem sol man nichts schuldig sein.
    [6.] Item die priester, so ausgenumen werden, dero sol yeder haben zwifachen sold, namlichen yeder pundshaubtman ain, als das der Pund prauch ist. Und ob sich ander darein vermischen wolten, denen sol man nichts schuldig sein.
    [7.] Item die kgl. Mt. sol mit vleis nach irem besten vermugen ernstlich versehen, das die knecht mit assiger speis, proviand und ander dergleichen narungen werden versehen, desgleichen bey gueter zeit erscheinen, wenn ir Mt. aufsein und welchen weg die ziehen welle, damit man sich darnach wys zu richten. Und die knecht mit etlichem trostlichen geschutz, damit sy versorgt sein, versehen und bewaren.
    Š[8.] /92/  Und so also, wie obsteet, der monat angangen ist und darauf die knecht im namen Gots von haus ziehen werden, das inen alsdan dreyer monat sold zustan und geben werden sollen, ob sy auch gleichwol ee und besunder im ersten monat wider heimkomend. Und ob sy uber drey monat verharren, so sol das gehalten werden, wie obgelutert ist, nemlich all monat eim fuesknecht funfthalben und ainem geraisigen X fl.; und ir sold bis widerumb in ir behausung weren, sy seyen zu ros oder zu fuess.
    [9.] Und der sold der reisigen und fuesknecht sollen alwegen zu angeendem monat bezalt und gericht werden, wie dann das der Pund brauch ist.
    [10.] Und ob ainich klag oder irrung erwuchse, das sol durch die musterherrn, haubtleut und fenreich gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sy gutbedunkt, damit verrer klag werd vorkumen.
    [11.] Und ob ymands redlichen schaden neme, nemlich ob aim in scharmutzen und gefechten ain ros erstochen oder erschossen wird, das dann an biderben leuten, so dasselb ros gesehen und bekent hetten, stunde, was man in zimlichen gescheften darfur geben, und nit das ainer gewalt haben solle, zu haischen, was er wolle.
    [12.] /92’/ Item die knecht sollen bezaichent werden wie kgl. Mt. leute, damit sy ziehen werden.
    [13.] Und so also allenthalb haubtleut, venrich, luttiner und dergleichen toppelsoldner gesetzt, geordent, so werden dieselben darnach mit denen, so kgl. Mt. darzu ordent, ir besoldung halb abkumen und beschaid machen, wie sich das wirt gepurn.
    [14.] d Item der samross halben sollen sy, sofer man fur Meilant ausziehen wirde und die notdurft der lifrung das erhaischet, gehalten werden wie ander Eidgnossen.
    [15.] Und soll yglicher Pund den sein von stund an haubtleut und venrich orden und dieselben gerust mitsampt den knechten, die sy auch ausschiessen sollen, warten, also wann man sy erfordert, das sy aufseyn. Es sol auch dabey zum hochsten verpoten werden, das die knecht sunst nindert hinziehen oder vorlaufen.
    [16.] /93/ Der freyen knecht halben, dieweil den Eidgnossen oft dreyen oder vier orten nit mer dann ain haubtman mit dreihundert knechten zugelassen, ist den von Dreyen Pundene auch ain haubtman mit IIIC knechten zuegelassen. Und man sol sy sunst halten wie die Aidgnossen–d.
    [17.] /92’ [!]/ Und des zu urkunt sein diser zettl zwen in gleichem laut gemacht und durch kgl. Mt. rete der hofcamer anstat kgl. Mt. und durch Hartol Paul1, Lumariser2 f und Claus Beli-f anstat der Pund underschrieben und kgl. Mt. der ein und den Punten der ander ubergeben. Geschehen zu Costenz am XXVII. tag Juni Ao. septimo.3

    « ŠNr. 255  Schultheiß und Rat zu Bern an Kg. Maximilian »

    Sie haben für die Aushebung der auf sie gemäß dem Züricher Abschied entfallenden 600 Mann Vorkehrungen getroffen [Nr. 247, Pkt. 1]. Der Berner Altschultheiß Wilhelm von Diesbach und Hans Rudolf von Scharnachtal werden für Bern mit einer Anzahl von Reisigen am Romzug teilnehmen. Bitten darum, diese Reisigen zusätzlich zu den auf sie entfallenden Fußsoldaten anzunehmen. Der frz. Kg. hat den in seinem Dienst stehenden Berner Hauptleuten und Knechten doppelten Sold bezahlt. Ersuchen ihn deshalb, den Sold ihrer Hauptleute über die vereinbarte Summe hinaus zu erhöhen. Bitten außerdem, eine Anzahl von freien Knechten unter der Führung von drei Hauptleuten zur Vervollständigung des Berner Kontingents in Dienst zu nehmen.1 

    Bern, 28. Juni 1507 (mentag vigilia Petri und Pauli).
    Bern, StA, A III 14, fol. 297 (Kop.).

    « Nr. 256 Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler) an Leonhard von Völs (kgl. Landeshauptmann an der Etsch) »

    [1.] Verhandlungen kgl. Gesandter auf dem eidgenössischen Tag in Schaffhausen; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians und der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Rolle Bf. Matthäus’ von Sitten, französische Intrigen, Zurückhaltung der Eidgenossen gegenüber dem Werben Kg. Maximilians; [4.] Verhandlungen der kgl. und reichsständischen Gesandten auf dem Tag in Zürich, vergebliche Intrigen der französischen Gesandten, voraussichtliche Größe der eidgenössischen Kontingente; [5.] Italienpläne Kg. Maximilians im Zusammenhang mit dem Romzug; [6.] Gegenmaßnahmen der Franzosen; [7.] Vorschläge der Eidgenossen an Kg. Maximilian, Verzögerung notwendiger Entscheidungen über den Romzug durch die Verhandlungen mit den Reichsständen; [8.] erfolgreiche Verhandlungen mit Graubünden über die Stellung von Söldnern für den Romzug.

    Konstanz, 4. Juli 1507.
    Druck: Jäger , Kardinal, S. 59–66.1 

    [1.] Wolgeborener, besonder lb. H., mein sonder willig dienst sein ew zuvor. Ich hab ew am jüngsten von hie aus geschriben und angezaigt, wie ein tag durch gemaine Aidgenossen auf sonntag vocem jucunditatis negstverschinen [9.5.] gen Schaffhausen angesezt und die kgl. Mt. und des Hl. Reichs stende des willens gewesen seyen, ir treffenlich botschaften daselbshin zu schicken und mit gemelten Aidgenossen handeln Šzu lassen. Auf solichs fueg ich weiter zu vernemen, das die kgl. Mt. und des Reichs stende ir treffenlich botschaften auf solichen tag geschickt, darunder mich dann die kgl. Mt. auch verordent. Also haben wir unser werbung an gemain Aidgenossen getan. Und anfenglichen von kgl. Mt. wegen begert, da sy ir kgl. Mt. zu ir Mt. romzug sechstausend knecht under ir Mt. sold und iren panern leihen; zum andern, das sy alle ir knecht, so sy am jungsten dem Kg. von Frankreich zu eroberung der stat Genua zuzuziehen vergunt haben, abvordern und wieder abzuziehen gepieten; zum dritten, das sy ein guete verstendnus mit der kgl. Mt. und dem Hl. Reiche machen und sich des Kg. von Frankreich genzlichen entslagen und als des Hl. Reichs undertanen tun und verhelfen wellen, damit das, so dem Hl. Reich bisher entzogen sey, widerumb darzugepracht und gezogen werde. Darauf haben sy uns zu antwurt geben nach ynhalt ains abschids [Nr. 217], der copey ich euch hiemit zuschick. Und haben die knecht vom Kg. von Frankreich ernstlich abgefordert, das dann der röm. kgl. Mt. wol erschossen ist, aus ursach, das der Kg. von Frankreich nach eroberung Genua nit weiter hat greifen kunden. Solichs abschids hat sich die kgl. Mt. nit benugen wellen lassen, sonder wir und des Reichs stende botschaften haben sovil bey den Aidgenossen gehandelt, das sy all, sovil ir auf solchen tag gen Schaffhausen geschickt gewesen, zu ir Mt. gen Cohstenz persondlichen komen sein.
    [2.] Also hat sy die kgl. Mt. in beywesen der ganzen versamlung des Hl. Reichs für sich ervordert, ir abfordrung ir knecht gedankt und nachmaln durch ir Mt. rete und des Reichs stenden ausschuss mit inen handeln lassen, daz sy ir Mt. solich VIM knecht zu dem romzug vervolgen lassen und ain entliche verstendnus mit kgl. Mt. und dem Hl. Reich machen, wie dann solichs zu Schafhausen an sy begert sey. Darauf sy sich bedacht. Und ist hin und hinwider vil gehandelt worden, aber nichts fruchtpers erlanget worden, dann sy haben alle handlungen und kgl. Mt. begern wider an ir obern bringen wellen. Nachmalen hat sy die kgl. Mt. aber all für sich ervordern lassen und persondlichen ein lange rede zu inen getan und der Franzosen verretereyen und liste angezaigt und dermassen mit inen geredt, daz etwevil gewaint haben und sich warlich hoch gegen kgl. Mt. erpoten. Nach langen handlungen, so die kgl. Mt. und des Reichs stende mit inen getan haben, ist ain abschied [Nr. 224, Pkt. 4–6] gemacht, des copey ich ew auch hiemit zuschick, daraus ain ander tag, auf sonntag nach corporis Cristi [6.6.] zu Zurich kommen, und vervolgt und yezo gehalten worden ist. Dieselben Aidgenossen sein auch durch die kgl. Mt. mit vererungen, als mit silbergeschir, gelt und auslösungen in den herbergen, vast erlichen und wohl gehalten. Und haben sich gar hoch gegen ir kgl. Mt. erboten. Got welle sy in solchem irem gueten willen lang bestetten.2  
    [3.] Der Bf. von Sitten, genannt von Wallis, der handelt zwischen der kgl. Mt., den stenden des Reichs und auch der Eydgenosschaft und helt sich warlich nach gelegenhait des handels nit übel, sonder handelt treulichen in allen sachen und sehe ye gern, das sich die sachen zum pesten schicketen.3  
    ŠAber dabey zaig ich ew an, das die Franzosen mit iren großen practiken nit feyrn, sonder mit iren cronen und gelt strenglich arbaiten, das, so kgl. Mt. handelt und furnymbt, zu widertreiben, dann sy kunden oder mugen solichs nit erleiden.
    Auch daneben merk ich dennoch, das ich besorg, das die Aidgenossen sich hart werden bewegen lassen, aus dem vertrag und pundnus4, so sy mit dem Kg. von Frankreich haben, dringen zu lassen, sonder werden darin beleiben, bis das soliche pundnus ausgeet, das dann in XX monet beschehen soll. Dazu auch, so bedunkt mich, das sy nit wol genaigt sein oder vil lust haben, das sy sich mit dem Reiche vil verpinten, wiewol dasselb mit inen hie ernstlich gehandelt ist und deßhalb ein copey gestellt, wie sich dieselben Aidgenossen verschreiben sollen [Nr. 226], des copey ich ew hiemit zuschick, mitsambt dem abschid, der denselben Aidgenossen hie gegeben ist [Nr. 229], daraus ir lauter und klar vernemen werdeta, wie dieselben handlungen hie zu Costenz bescheen ist und ich ew nit klarer underrichtung tun kann.
    [4.] Auf solichs so hat ir kgl. Mt. und des Hl. Reichs stend zu dem tag gen Zurich verordnet, nemlich den Ebf. von Trier, den Bf. von Triend, den Bf. von Wallis, Gf. Ulrichen von Montfort, H. Ulrich Frh. zu Sachs, H. Peter von Aufsatz, H. Hans von Kunigsegg, Peter von Liebenstein, Eytl Wolf von Stain, Hans von Emerschoven, Hans von Landenberg, Dr. Johann Schad und schultheus von Frankfurt [Johann von Lünen]. Die haben nu treffenlich mit den Aidgenossen gehandelt. Und auf den abschied hie zu Costenz haben VIII ort, nemlichen Bern, Freyburg in Uchtland, Solotorn, Basel, Schaffhausen, Ury, Swytz und Underwalden, den abschid, wie der hie gemacht ist, angenommen und kgl. Mt. zugesagt, die knecht zu irem romzug vervolgen zu lassen. Aber die von Zürich, die von Lucern, die von Claris und die von Zug haben im anfang nit zusagen wellen, und zuletst durch gros practiken sein die von Zurich und die von Claris, auch Zug zugefallen zu den VIII orten. Aber Lucern ist ganz als gut französisch auf irem pösen und harten fürnehmen beliben und anzaigt, daß sy kainem Kg., weder dem röm. oder dem franzosischen, ire knecht zulaufen lassen wellen.
    Aber nicht destmynder, so hat ir kgl. Mt. durch des Bf. von Wallis vleis ain taylung gemacht, daß etwevil zu Lucern, so französisch gewesen, auf kgl. Mt. partey gevallen sein und hoffenlich, ob schon den andern, so französisch sein, nicht gevallen würd, ire knecht laufen zu lassen, das dannoch solichs beschehen möcht. Und auf alle handlung, die zu Zurich bescheen ist, so ist ein abschied verfaßt, wie und in was gestalt die Aidgenossen kgl. Mt. dienen sollen [Nr. 246], und nemlichen, wie es mit besoldung der knecht und in ander weeg soll gehalten werden. Des schick ich ew hiemit ain lauter copey, wie ir sehen werdet.
    Nu ist auf obgemeltem tag zu Zurich des Kg. von Frankreich treffenlich botschaft erschinen und mit hochstem vleis gehandelt, das, so die Aidgenossen kgl. Mt. zusagen, zu widertreiben. Haben sich auch mit ausgeben und erbieten gros gelts und guts nit Šbedaueren lassen, daryn auch unsern herrn Kg. mit grossen lugen und unwahrheit verklagt und verunglimpft und sich vast gemuet. Aber durch schickung des almechtigen Gots so haben die Eydgenossen des Franzosen gelt oder ander sein practiken nit angesehen, sonder stracks auf irem zusagen, so sy kgl. Mt. getan haben, beliben und der Franzosen gelt warlichen nit nemen wellen. Und auf solichs haben sich die Franzosen so hart bekümbert und mit wainaten augen die Aidgenossen gebeten, sich in keinen weeg wider den Kg. von Frankreich bewegen zu lassen. Darauf so hat der tag zu Zurich sein endschaft gehebt und all botschaften von Aidgenossen ain jeder widerumb anhaim gezogen und den abschied anhaim bracht. Und kann nit anders versteen, dann das die Aidgenossen wol zufriden seyn. Und auf solchs so fahen dieß Aidgenossen an und schiessen aus hauptleut, waybl und vendrich, auch die knecht bis in die VIM, und H. Ulrich Frh. zu Sachs wird derselben sechstausend obrister hauptman. Noch mer, so wirt ir kgl. Mt. freyer knecht von der Eidgenossenschaft bis in zweytausend annemen; die wirt ir Mt. mit hauptleuten und andern emptern besezen nach irer Mt. gevallen. Damit so werden der Schweizer achttausend. Der Bf. von Wallis soll aus seinem Bm. auch tausend laufen lassen. Deßgleichen, so haben sich die Grauen Pund in Churwalhen auch verwilligt XVIIIC knecht [Nr. 254]. Damit, so were die anzal von Aidgenossen, Grauen Pundnern, auch Wallisern zehentausend-VIIIC.
    Ich acht und glaub, daß ir mit dem zulauf wol bis in XIIM werden. Und acht darfür, daß kgl. Mt. ain monad auf die all mitsambt topplsolden und ander ausgab wol LXM fl.rh. haben müsse. Dann es ist der zufall so gar gros, daß davon nit zu schreiben ist. Aber ich acht darfür, wo der handel fürgang gewynn, es werde solhes alles herwider tragen.
    [5.] Nu were swer und kgl. Mt. nit wol tunlich, sollt ir Mt. die Aidgenossen mit so grossen costen allain umb der ksl. cron willen aufwegig machen. Das fundt ir Mt. bey niemands im rat, were auch ir Mt. in kain weeg zu tun. Aber darbey bericht ich ew in großer gehaim und auch aus bevelh kgl. Mt., daß ir solhs bey ew beleiben wellet lassen, daß kgl. Mt. des willen ist, am hineinziehen Mayland zu gewinnen und den Kg. von Frankreich gar an [!] Italien zu jagen, darzu auch die ungehorsamen Ff. und communen in Italia zu strafen und zu gehorsam zu bringen.
    Aber daß ir Mt. den Aidgenossen diser zeit solhs sollt anzaigen, das ist nit zu tun. Dann sy würden solhs, ee sy auszugen, nicht zugeben, aus ursachen, daß der bericht, so sy mit dem Kg. von Frankreich haben, noch zwenzig monet werdet und sy vermain nit schuldig zu sein, dem röm. Kg. wider den Kg. von Frankreich zu dienen. Aber nicht destmynder, so ist mit den treffenlichisten Aidgenossen davon geredt in ainer gehaim, und kan wol merken, daß sy den handel etwas versteen, das man weiter welle mit inen fürnemen, dann allain die ksl. cron zu holen. Und bedunkt mich, das nit mangel werde sein, wo man sy in das veld bringt, das sy werden understeen, Mayland helfen zu erobern. Dann ich acht, sy werden solhs auch nit umbsonst tun, wann in ist ein merklich guet deßhalben von kgl. Mt. versprochen in ghaim, und nemblich in dem Hm. Mayland. Bedunkt mich, dasselb welle ine wol smekhen. Die Aidgenossen haben in allen ortern ire hauptleut, venderich und ander empter erwelt und besetzt mit personen, die dann auch treffenlich sein und kgl. Mt. wol angenem.
    Š[6.] Aber dabey zaig ich ew an, daß der Kg. von Frankreich nit feyrt, sonder untersteet, sich nach seinem hechsten vermugen mit gelt und sonst zu weren. Aber es steet noch wol, und beleiben vast auf dem abschied zu Zurich, wiewol dannocht kgl. Mt. damit gedrengt wirdet, das ir Mt. neben der hand merklich gelt muß ausgeben und vereren. Dann da ist kain aufhören, sonder täglich zureiten und bitten und begeren auf disen tag, daß kgl. Mt. ain merkliche suma gelts bar hinweg geschickt, allain die leut zu underhalten und zu vereren, bis ir Mt. den nechsten zug fürnemen mag. Auf heut datum sind kgl. Mt. glaublich schriften5 komen, das Frankreich mit grossem vleis ainen tag zu Sweytz erlangt hat und daselbst die kgl. Mt. hoch und merklich verunglimpft und alles das fürgenumen, das inen müglich ist gewesen, den handel zu irren, darzu auch grosses gelt ausgeben, aber ye nichts sonders erlangen mügen. Und als die Franzosen dasselb gesehen, haben sy den Sweytzern vast gedraut, der maynung, sich des röm. Kg. und auch der Sweizer zu erweren.
    [7.] Aber es hat bey den Sweytzern den Franzosen nit vil frucht bracht. Die Sweizer dringen hart darauf, das kgl. Mt. solchen zug fürderlichen und bald solt fürnemen, dann solhs für sein kgl. Mt. merklich sein soll. Aber daneben wirt alzeyt gedacht, das sy solhs vil umb ires aigen nutz wegen tun. Weiter zaigen die Aidgenossen kgl. Mt. an, das fruchtper und guet were, daß ire kgl. Mt. zu unser lieben Frauen gen Einsidel kirchferten ziehen soll, den gemainen mann anzusprechen. Was aber ir kgl. Mt. tun wurdet, kann ich noch derzeit nit wissen. Ir kgl. Mt. wais auch noch auf diesen tag nicht, auf was zeit und wie ir kgl. Mt. iren romzug furnemen wurdet, dann ir kgl. Mt. muß sich zuvor mit den stenden des Hl. Reichs underreden und besliezzen, wie ich ew dann deshalben in kurzen weiter zuschreiben und berichten will.
    Wann der handel noch bey des Reichs stenden nit gar entslozzen oder das, so die notturft ervordert, genzlichen fürgenommen ist. Versich mich aber, das solhs fürderlichen beschehen werd.
    [8.] Ferrer fug ich ew zu vernemen, das die kgl. Mt. bey den Grauenpundnern in Churwalchen hat handeln lassen, daß dieselben ir Mt. mit XVIIIC knechten zu dem romzug dienen wellen. Darauf haben sy ir botschaft zu kgl. Mt. hieher geschickt mit erbietung, daß sy ir Mt. solich knecht leihen und ir Mt. damit den romzug tun; und ob yemands ir Mt. daran irre[n] wurd, daß sy ir Mt. wider meniglich, nyemands ausgenumen, dienen wellen, dann sy mit dem Kg. von Frankreich nichts zu tun haben wellen; doch daß sy mit dem sold und in ander weg gehalten werden wie die Aidgenossen. Darauf hat sich die kgl. Mt. mit inen vertragen, wie ir dann in der eingelegten abred und abscheid [Nr. 254] aigentlich vernemen wirt. Darauf sein die von Punten also abgeschaiden, sich zu rüsten und kgl. Mt. inhalts ires abschids zu dienen.
    Das alles hab ich ew dieser zeit nit wellen verhalten und wil ew gar bald und fürderlichen weiter und mer gelegenheit des tags und auch anders zuschreiben. Darauf tue ich mich ew hiemit bevelhen. Datum Costenz am IIII. tag des monads July Ao. etc. im sybenden.  Z. v. Serntein p[er] m[anum] p[ropriam].

    « ŠNr. 257   Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich »

    Er hat glaubwürdigen Bericht erhalten, daß etliche Personen bei ihnen Knechte anwerben und wegführen, was seinen Romzug behindern könnte. Ersucht sie, die Werber zu verhaften, um Schaden und Nachteile für ihn wie auch die Stadt zu verhüten.

    Konstanz, 6. Juli 1507.
    Zürich, StA, A 176.1, Stück-Nr. 42 (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 258 Kredenzbrief Kg. Maximilians für Gesandte zu Schultheiß und Rat der Stadt Solothurn »

    Akkreditiert den kgl. Rat Hans von Landenberg und den kgl. Kaplan Konstanz Keller1 als Gesandte.2 

    Konstanz, 8. Juli 1507.
    Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 127–128 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 259 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    Forderung der Gesandten aus Schwyz und Glarus nach Beschlußfassung über eine neue Pensionenordnung.

    Zürich, 11. Juli 1507 (sonntag vor Margrete). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 191–191’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 192–193 (Kop.) = B. Luzern, TA 4, fol. 294–294’ (Kop.) = C. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 159–160 (Kop.).
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 280, S. 385.

    [Forderung des Hans von Baldegg]1. Es weistd ouch jeder pot, wie unser getruw, lb. Aidgnossen von Schwitz und Glarus anzogen habent die reden, so sich haltent der zweyer Kgg. halb, also das einer franzosisch, der ander röm. kungisch sin wöll; und das gut were, wiewol man sich bißhar zu vergangenen tagen der pensionen und reyßloufenden knecht halb zu menigem mal underredt und doch kein endlich antwurt gegeben hab, das man sicha nochmaln zum furderlichsten beriete und entslusse, ob Šman die verkomnuß2, deßhalb gemacht, halten, die abtun oder wie man sich darin halten wöll. Es wurde beschlossen, daß die einzelnen eidgenössischen Orte bis zur nächsten Tagsatzung diesbezüglich eine verbindliche Entscheidung treffen sollen. [b Gefangenschaft Hans Ulrichs von Pfirt in Mülhausen-b].

    « Nr. 260 Niklaus Conrad (Schultheiß zu Solothurn) an Kg. Maximilian »

    Er hat dem Solothurner Magistrat das kgl. Schreiben1 vorgelegt. Der Rat trägt an den Aktivitäten Hans Kisslings und anderer kein Gefallen und hat den Solothurner Knechten gemäß dem Züricher Abschied unter Androhung harter Strafen das Reislaufen ohne seine vorliegende Genehmigung untersagt. Die Ratsherren haben keinen Zweifel daran, daß dieses Verbot eingehalten wird. Sie werden im übrigen versuchen, Kisslings, der sich bisher in Luzern und Baden aufgehalten hat, habhaft zu werden; dessen Anwerbungsversuche werden wohl ohnehin erfolglos sein. Solothurn wird den Züricher Abschied vollziehen und dem Kg. – wie er, Conrad, auch selbst zugesagt hat – so dienen, daß er damit zufrieden ist. Bittet, ihm seinen Bestallungsbrief zuzusenden und ihn bei dem ihm zugesagten platz bleiben zu lassen. Er weiß sich dann um so besser zu rüsten und kann ihm bei den Eidgenossen besser dienen als mancher andere. Um die Hauptmannschaft geht es ihm dabei weniger. Er und die übrigen Ratsherren hoffen, daß der Romzug bald stattfindet.2

    s.l., jedoch Solothurn, 14. Juli 1507.
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 356 (Kop.).
    Druck/Regest: Gagliardi , Anteil I, S. 671 Anm. 124.

    « Nr. 261 Verschreibung Kg. Maximilians für Bf. Matthäus von Sitten »

    Er hat Bf. Matthäus von Sitten zugesagt, von diesem benannten bfl. Untertanen in Sitten und im Wallis jährliche Pensionen von insgesamt 2000 Dukaten aus dem Einkommen des Hm. Mailand zu verschreiben, sobald er das Hm. und die Gft. Pavia erobert und in Besitz genommen hat.1

    ŠKonstanz, 23. Juli 1507.
    Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 119 (Konz. mit ex.-Verm.).
    Regest: Büchi , Korrespondenzen I, Nr. 95, S. 72.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/II135/pages

    Die PDF-Anzeige ist eingebettet. Durch die Tastenkombination STRG+P bzw. das Öffnen der PDF-Datei in einem neuen Fenster (schwarzes "+"-Symbol oben rechts) können Sie das PDF Dokument ausdrucken.

    Anmerkungen

    1
     In Frage kommen Hans Ulrich Karrer (Bürgermeister von 1494–1524), Hans Köbelin (1498–1509), Werner Wagner (1504–1524) und Lorenz Jordan (1506–1515) ( Meininger , Organisation, S. 96, 100f.).
    2
     Mit Schreiben vom 16.6. hatte Basel Mülhausen mitgeteilt, daß seine Gesandten vom Züricher Tag zurückgekehrt seien und den Magistrat über die Verhandlungen und Vereinbarungen der Eidgenossen mit Kg. Maximilian und den Reichsständen informiert hätten. Mülhausen sollte zur Unterrichtung einen Gesandten nach Basel schicken (Kop., mittwoch nach Viti , Unterz. BM P. Offenburg; StA Basel, Missiven A 23, pag. 300. Druck: Mieg , Politique, S. 52f., Nr. 14).
    1
     = Härtli Capol, bfl. Churer Landvogt zu Fürstenau (HBLS II, S. 489; Grimm , Anfänge, S. 108), Gesandter des Gotteshausbundes.
    2
     Gemeint ist wahrscheinlich Hans von Lumerins, bfl. Churer Vogt im Lugnez (HBLS IV, S. 732f.; Grimm , Anfänge, S. 105). Lumerins vertrat den Oberen Bund.
    3
     Die Bestimmungen dieser Vereinbarung lehnen sich eng an Nr. 238 bzw. Nr. 246 an.
    1
     Mit Schreiben vom gleichen Datum ersuchte Bern Bf. Matthäus von Sitten, das Anliegen beim röm. Kg. zu unterstützen (Kop., mentag vigilia Petri und Pauli [28.6.]1507; StA Bern, A III 14, fol. 297’). Am 8.7. bat Bern – auf Ersuchen seiner Bürger Gf. [Johannes I.] von Greyerz für den Bruder seiner Schwiegertochter [Marguerite de Vergy] bzw. [Guillaume] de Vergy für seinen Sohn – den röm. Kg., den H. von Aubonne (Abona) [Claude de Vergy] mit 300 Knechten für den Romzug anzuwerben und im Berner Kontingent mitziehen zu lassen (Kop., donstag nach Ulrici ; StA Bern, A III 14, fol. 303).
    1
     Der Text wurde bei seiner Wiedergabe an die Editionsrichtlinien der Mittleren Reihe der Deutschen Reichstagsakten (vgl. Angermeier , RTA-MR V/1, S. 85; Heil , RTA-MR VIII/1, S. 75) angeglichen.
    2
     Zyprian von Serntein erwähnte auch in einem Schreiben an Lgf. Wilhelm von Hessen die Verhandlungen mit den Eidgenossen, die dann die kgl. Mt. ye gern verkeren und zu guten Cristen machen wolt (Or. Konstanz, 31.5.1507; StA Marburg, Best. 2, Nr. 109, fol. 198–199’).
    3
     Zur Rolle Bf. Matthäus’ bei den Verhandlungen über die eidgenössische Romzughilfe vgl. Büchi , Kardinal I, S. 105–112. Vgl. auch dessen Schreiben an seinen Sekretär Georg Supersaxo vom 27.5.1507 (Druck: Büchi , Korrespondenzen I, Nr. 92, S. 67–69).
    4
     Bündnisvertrag vom 16.3.1499 [Nachweise s. Nr. 45, Anm. 4].
    5
     Liegen nicht vor.
    1
     Kg. Maximilian hatte, auch im Namen seines Enkels Ehg. Karl, die Rechnungskammer in Lille am 26.5. beauftragt, eine Forderung Kellers in Höhe von 50 fl. zu begleichen (frz. Or. Konstanz, Gegenz. J. Bontemps; AD Lille, B 18827/24553). Am folgenden Tag ging die Weisung aus, Keller eine jährliche Pension von 50 fl. auszubezahlen (frz. Kop. Konstanz, 27.5.1507, Verm. über Unterz. Kg. Maximilian und Gegenz. Serntein; AD Lille, B 18827/24556).
    2
     Solothurn antwortete den – zweifellos auch in weiteren eidgenössischen Orten vorstellig gewordenen – Gesandten, daß man bei der in Zürich gegebenen Zusage bezüglich des Romzuges bleiben wolle, aber auch die Verpflichtungen gegenüber dem frz. Kg. einhalten werde ( StA Solothurn , Ratsmanual 1507–1509, A 1,3, pag. 13; Ratsmanual 1503–1520, A 1,9, pag. 102).
    1
     Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 280, S. 385, Pkt. a.
    2
     Vgl. Nr. 213, Anm. 1.
    1
     Liegt nicht vor. Es ging aber offensichtlich um die verbotene Anwerbung von Söldnern für den frz. Kg.
    2
     Ein entsprechendes Schreiben richtete Conrad – zweifellos in Erwartung seiner Fürsprache beim Kg. – an Bf. Matthäus von Sitten (Konz., s.l., jedoch Solothurn, 14.7.1507; StA Solothurn , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 353).
    1
     Laut einer weiteren Urkunde vom gleichen Datum sagte Kg. Maximilian dem Bf. außerdem zu, nach der Eroberung und Inbesitznahme Mailands und Pavias von diesem benannten Personen Benefizien und geistliche Lehen mit einem jährlichen Gesamtertrag von bis zu 2000 Dukaten zu übereignen (Konz. mit ex.-Verm., Konstanz, 23.7.1507; HHStA Wien, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 120). Am gleichen Tag stellte Kg. Maximilian Kaspar, Johann und Peter Schiner von Ernen (Aragne) – den Brüdern Bf. Matthäus’ von Sitten – konfiszierte Güter im Hm. Mailand mit einem jährlichen Ertrag von bis zu 1000 Dukaten in Aussicht (Konz. mit ex.-Verm.; ebd., fol. 121. Büchi , Kardinal II, S. 447). Laut einer entsprechenden Urkunde vom 8.8. (Druck: Büchi , Korrespondenzen II, Nr. 97, S. 466) wurde die Exspektanz allerdings auf 500 Dukaten reduziert.

    Anmerkungen

    a
    -a die ... erlangen] Einfügung am Rand.
    b
    -b auch ... meniglich] Einfügung am Rand.
    c
     Furstenau] Korrigiert aus: Chur.
    d
    -d Item ... Aidgnossen] Einfügung am Textende.
    e
     Punden] Danach gestrichen: ob das die notdurft erhaischt.
    f
    -f und ... Beli] Einfügung am Rand. – Beeli, Landammann zu Davos, vertrat den Zehngerichtebund.
    a
     werdet] Danach folgt irrtümlich: darin ir lauter findet.
    a
     sich] In B, C danach: doch.
    b
    -b  Gefangenschaft ... Mülhausen] Fehlt in A, Ergänzung gemäß B. – Siehe dazu Eidgenössische Abschiede  III/2, S. 385, Nr. 280, Pkt. c. Vgl. auch Mieg , Politique, S. 7–9, 12–14.

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    Š1.3.5. Aktionen König Maximilians und der Eidgenossen (Juni/Juli 1507) »

    « Nr. 252 Stadt Basel an Stadt Mülhausen/Elsaß »

    Teilen mit, daß sie den nach Basel entsandten Mülhauser Bürgermeister1 über die Verhandlungen mit dem röm. Kg. und den Reichsständen informiert haben.2 Der Gesandte trug auch auftragsgemäß ihre Bitte vor der pflicht halb, so ir dem Hl. Rich ader einem kunftigen Ks. uf ervolgung der ksl. kron schuldig sind. Ihres Erachtens sollten sie diese Sache bis zur Erlangung der Kaiserkrone [durch Kg. Maximilian] auf sich beruhen lassen. Falls sie danach in dieser Frage behelligt werden sollten, wird Basel nach vermogen geburlicher wise handeln.

    Basel, 25. Juni 1507 (fritag nach Johannis).
    Basel, StA, Missiven A 23, pag. 304 (Kop., Unterz. BM P. Offenburg).
    Druck: Mieg , Politique, S. 53, Nr. 15.

    « Nr. 253 Schultheiß und Rat zu Solothurn an Bf. Matthäus von Sitten »

    [1.] Schultheiß Niklaus Conrad hat sie über das Wohlwollen des röm. Kg. gegenüber der Stadt, auch über die ihm als Vertreter der Stadt durch den Kg. und den Bf. erwiesene Gnade und schließlich über die ihm gemachte Zusage des Kg. hinsichtlich der obersten Hauptmannschaft unterrichtet. Conrad wollte sich nicht mit diesem Amt belasten, doch wollen sie dem Kg. in dieser Angelegenheit, wie in vielen anderen Dingen auch, willfahren.
    [2.] Sie haben eine Abschrift des kgl. Entwurfs der Gerichtsfreiheit und Konfirmationen für die Eidgenossenschaft [Nr. 227] gesehen. Die Gemeinde hat Gefallen daran gefunden und wurde dadurch bewogen, dem röm. Kg. und dem Hl. Reich zu dienen. Sie wünschen auf der Grundlage des Entwurfs ein eigenes Exemplar der kgl. Urkunde für ihre Zwecke. Bitten ihn außerdem, sich beim Kg. dafür einzusetzen, daß die Zusage der Hauptmannschaft für Conrad eingehalten und ihm ein Bestallungsbrief zugesandt wird. Sie wollen dies um den Kg., das Hl. Röm. Reich und ihn, der mehr als andere das Wohlwollen des Kg. genießt, verdienen.

    Solothurn, 26. Juni 1507 (sampstag nach Johannis baptiste).
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 327 (Kop.).

    « Nr. 254 Vereinbarung der Drei Bünde mit Kg. Maximilian »

    [1.] Stellung von 1800 Kriegsknechten durch die Drei Bünde; [2.] Höhe des Solds; [3.] Auszahlungsort für den ersten Sold; [4.] Bestellung von Hauptleuten; [5.] MuŠsterung, Regelung bezüglich des Solds erkrankter oder gestorbener Teilnehmer am Romzug; [6.] Sold der Geistlichen; [7.] Versorgung der Truppen mit Proviant; Mitteilung über den Beginn und die Route des Romzuges; [8.] Auszahlung des Solds für drei Monate; [9.] Auszahlung des Solds am Monatsanfang; [10.] Beilegung von Streitigkeiten unter den Kriegsknechten; [11.] Entschädigung bei Verlusten von Pferden im Gefecht; [12.] Feldzeichen des Bündischen Kontingents; [13.] Doppelsöldner; [14.] Stellung von Saumpferden; [15.] Bestellung der Truppenführer und Bereitstellung der Truppen; [16.] Kontingent freier Knechte; [17.] Unterzeichner; Datum.

    Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 94–94’, 92–93 (Konz., in falscher Reihenfolge abgelegt).

    [1.] /94/ Als unser allergnst. H., der röm. Kg., an die Drey Pund in Churwalhen geworben und begert, irer Mt. zum romzug, a die ksl. cron zu erlangen-a, und wider die, so irer Mt. daran irrung und verhinderung tun wurden, b auch wider meniglich-b achtzehenhundert knecht auf irer Mt. besoldung zuzuorden, haben die Pund solhs in nachfolgender mainung helfen zu volstrecken zugesagt.
    [2.] Anfenglichen, das der sold ainem fueßgenger sey funfthalber rh.fl. des monats, und das alwegs XXX tag fur ainen monat gerechent werden.
    Item ainem geraisigen, der do gerust reitet, auf man und pherd X rh.fl.
    [3.] Item, das die erst bezalung in der stat Furstenauc beschech und daselbsthin all haubtleut beschaiden werden, yeder das gelt auf seine knecht zu emphahen, und auf den tag, so das gelt also ausgeben werde, der sold und monat angange.
    [4.] /94’/ Item, das von den gemelten Dreyen Punden von ydem Pund ein haubtman gesetzt werde.
    [5.] Es sol auch mit guter ordnung gemustert und alwegen versehen werden, das geverd und unrue vermitten blibe. Ob aber ain knecht, oder wer der wer, in zeit seins diensts krank wurde oder absturbe, dem sol alweg sein sold, sovil im des zustat, gegeben und dem haubtman bezalt werden, damit solh sein verordent gelt demnach durch den haubtman seinen kinden, ob er die hette, oder seinen erben geantwurt werde. Ob aber ainer aus dem dienst hinweglafe, dem sol man nichts schuldig sein.
    [6.] Item die priester, so ausgenumen werden, dero sol yeder haben zwifachen sold, namlichen yeder pundshaubtman ain, als das der Pund prauch ist. Und ob sich ander darein vermischen wolten, denen sol man nichts schuldig sein.
    [7.] Item die kgl. Mt. sol mit vleis nach irem besten vermugen ernstlich versehen, das die knecht mit assiger speis, proviand und ander dergleichen narungen werden versehen, desgleichen bey gueter zeit erscheinen, wenn ir Mt. aufsein und welchen weg die ziehen welle, damit man sich darnach wys zu richten. Und die knecht mit etlichem trostlichen geschutz, damit sy versorgt sein, versehen und bewaren.
    Š[8.] /92/  Und so also, wie obsteet, der monat angangen ist und darauf die knecht im namen Gots von haus ziehen werden, das inen alsdan dreyer monat sold zustan und geben werden sollen, ob sy auch gleichwol ee und besunder im ersten monat wider heimkomend. Und ob sy uber drey monat verharren, so sol das gehalten werden, wie obgelutert ist, nemlich all monat eim fuesknecht funfthalben und ainem geraisigen X fl.; und ir sold bis widerumb in ir behausung weren, sy seyen zu ros oder zu fuess.
    [9.] Und der sold der reisigen und fuesknecht sollen alwegen zu angeendem monat bezalt und gericht werden, wie dann das der Pund brauch ist.
    [10.] Und ob ainich klag oder irrung erwuchse, das sol durch die musterherrn, haubtleut und fenreich gutlich gehort und demnach hingelegt werden, wie sy gutbedunkt, damit verrer klag werd vorkumen.
    [11.] Und ob ymands redlichen schaden neme, nemlich ob aim in scharmutzen und gefechten ain ros erstochen oder erschossen wird, das dann an biderben leuten, so dasselb ros gesehen und bekent hetten, stunde, was man in zimlichen gescheften darfur geben, und nit das ainer gewalt haben solle, zu haischen, was er wolle.
    [12.] /92’/ Item die knecht sollen bezaichent werden wie kgl. Mt. leute, damit sy ziehen werden.
    [13.] Und so also allenthalb haubtleut, venrich, luttiner und dergleichen toppelsoldner gesetzt, geordent, so werden dieselben darnach mit denen, so kgl. Mt. darzu ordent, ir besoldung halb abkumen und beschaid machen, wie sich das wirt gepurn.
    [14.] d Item der samross halben sollen sy, sofer man fur Meilant ausziehen wirde und die notdurft der lifrung das erhaischet, gehalten werden wie ander Eidgnossen.
    [15.] Und soll yglicher Pund den sein von stund an haubtleut und venrich orden und dieselben gerust mitsampt den knechten, die sy auch ausschiessen sollen, warten, also wann man sy erfordert, das sy aufseyn. Es sol auch dabey zum hochsten verpoten werden, das die knecht sunst nindert hinziehen oder vorlaufen.
    [16.] /93/ Der freyen knecht halben, dieweil den Eidgnossen oft dreyen oder vier orten nit mer dann ain haubtman mit dreihundert knechten zugelassen, ist den von Dreyen Pundene auch ain haubtman mit IIIC knechten zuegelassen. Und man sol sy sunst halten wie die Aidgnossen–d.
    [17.] /92’ [!]/ Und des zu urkunt sein diser zettl zwen in gleichem laut gemacht und durch kgl. Mt. rete der hofcamer anstat kgl. Mt. und durch Hartol Paul1, Lumariser2 f und Claus Beli-f anstat der Pund underschrieben und kgl. Mt. der ein und den Punten der ander ubergeben. Geschehen zu Costenz am XXVII. tag Juni Ao. septimo.3

    « ŠNr. 255  Schultheiß und Rat zu Bern an Kg. Maximilian »

    Sie haben für die Aushebung der auf sie gemäß dem Züricher Abschied entfallenden 600 Mann Vorkehrungen getroffen [Nr. 247, Pkt. 1]. Der Berner Altschultheiß Wilhelm von Diesbach und Hans Rudolf von Scharnachtal werden für Bern mit einer Anzahl von Reisigen am Romzug teilnehmen. Bitten darum, diese Reisigen zusätzlich zu den auf sie entfallenden Fußsoldaten anzunehmen. Der frz. Kg. hat den in seinem Dienst stehenden Berner Hauptleuten und Knechten doppelten Sold bezahlt. Ersuchen ihn deshalb, den Sold ihrer Hauptleute über die vereinbarte Summe hinaus zu erhöhen. Bitten außerdem, eine Anzahl von freien Knechten unter der Führung von drei Hauptleuten zur Vervollständigung des Berner Kontingents in Dienst zu nehmen.1 

    Bern, 28. Juni 1507 (mentag vigilia Petri und Pauli).
    Bern, StA, A III 14, fol. 297 (Kop.).

    « Nr. 256 Zyprian von Serntein (kgl. Kanzler) an Leonhard von Völs (kgl. Landeshauptmann an der Etsch) »

    [1.] Verhandlungen kgl. Gesandter auf dem eidgenössischen Tag in Schaffhausen; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians und der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Rolle Bf. Matthäus’ von Sitten, französische Intrigen, Zurückhaltung der Eidgenossen gegenüber dem Werben Kg. Maximilians; [4.] Verhandlungen der kgl. und reichsständischen Gesandten auf dem Tag in Zürich, vergebliche Intrigen der französischen Gesandten, voraussichtliche Größe der eidgenössischen Kontingente; [5.] Italienpläne Kg. Maximilians im Zusammenhang mit dem Romzug; [6.] Gegenmaßnahmen der Franzosen; [7.] Vorschläge der Eidgenossen an Kg. Maximilian, Verzögerung notwendiger Entscheidungen über den Romzug durch die Verhandlungen mit den Reichsständen; [8.] erfolgreiche Verhandlungen mit Graubünden über die Stellung von Söldnern für den Romzug.

    Konstanz, 4. Juli 1507.
    Druck: Jäger , Kardinal, S. 59–66.1 

    [1.] Wolgeborener, besonder lb. H., mein sonder willig dienst sein ew zuvor. Ich hab ew am jüngsten von hie aus geschriben und angezaigt, wie ein tag durch gemaine Aidgenossen auf sonntag vocem jucunditatis negstverschinen [9.5.] gen Schaffhausen angesezt und die kgl. Mt. und des Hl. Reichs stende des willens gewesen seyen, ir treffenlich botschaften daselbshin zu schicken und mit gemelten Aidgenossen handeln Šzu lassen. Auf solichs fueg ich weiter zu vernemen, das die kgl. Mt. und des Reichs stende ir treffenlich botschaften auf solichen tag geschickt, darunder mich dann die kgl. Mt. auch verordent. Also haben wir unser werbung an gemain Aidgenossen getan. Und anfenglichen von kgl. Mt. wegen begert, da sy ir kgl. Mt. zu ir Mt. romzug sechstausend knecht under ir Mt. sold und iren panern leihen; zum andern, das sy alle ir knecht, so sy am jungsten dem Kg. von Frankreich zu eroberung der stat Genua zuzuziehen vergunt haben, abvordern und wieder abzuziehen gepieten; zum dritten, das sy ein guete verstendnus mit der kgl. Mt. und dem Hl. Reiche machen und sich des Kg. von Frankreich genzlichen entslagen und als des Hl. Reichs undertanen tun und verhelfen wellen, damit das, so dem Hl. Reich bisher entzogen sey, widerumb darzugepracht und gezogen werde. Darauf haben sy uns zu antwurt geben nach ynhalt ains abschids [Nr. 217], der copey ich euch hiemit zuschick. Und haben die knecht vom Kg. von Frankreich ernstlich abgefordert, das dann der röm. kgl. Mt. wol erschossen ist, aus ursach, das der Kg. von Frankreich nach eroberung Genua nit weiter hat greifen kunden. Solichs abschids hat sich die kgl. Mt. nit benugen wellen lassen, sonder wir und des Reichs stende botschaften haben sovil bey den Aidgenossen gehandelt, das sy all, sovil ir auf solchen tag gen Schaffhausen geschickt gewesen, zu ir Mt. gen Cohstenz persondlichen komen sein.
    [2.] Also hat sy die kgl. Mt. in beywesen der ganzen versamlung des Hl. Reichs für sich ervordert, ir abfordrung ir knecht gedankt und nachmaln durch ir Mt. rete und des Reichs stenden ausschuss mit inen handeln lassen, daz sy ir Mt. solich VIM knecht zu dem romzug vervolgen lassen und ain entliche verstendnus mit kgl. Mt. und dem Hl. Reich machen, wie dann solichs zu Schafhausen an sy begert sey. Darauf sy sich bedacht. Und ist hin und hinwider vil gehandelt worden, aber nichts fruchtpers erlanget worden, dann sy haben alle handlungen und kgl. Mt. begern wider an ir obern bringen wellen. Nachmalen hat sy die kgl. Mt. aber all für sich ervordern lassen und persondlichen ein lange rede zu inen getan und der Franzosen verretereyen und liste angezaigt und dermassen mit inen geredt, daz etwevil gewaint haben und sich warlich hoch gegen kgl. Mt. erpoten. Nach langen handlungen, so die kgl. Mt. und des Reichs stende mit inen getan haben, ist ain abschied [Nr. 224, Pkt. 4–6] gemacht, des copey ich ew auch hiemit zuschick, daraus ain ander tag, auf sonntag nach corporis Cristi [6.6.] zu Zurich kommen, und vervolgt und yezo gehalten worden ist. Dieselben Aidgenossen sein auch durch die kgl. Mt. mit vererungen, als mit silbergeschir, gelt und auslösungen in den herbergen, vast erlichen und wohl gehalten. Und haben sich gar hoch gegen ir kgl. Mt. erboten. Got welle sy in solchem irem gueten willen lang bestetten.2  
    [3.] Der Bf. von Sitten, genannt von Wallis, der handelt zwischen der kgl. Mt., den stenden des Reichs und auch der Eydgenosschaft und helt sich warlich nach gelegenhait des handels nit übel, sonder handelt treulichen in allen sachen und sehe ye gern, das sich die sachen zum pesten schicketen.3  
    ŠAber dabey zaig ich ew an, das die Franzosen mit iren großen practiken nit feyrn, sonder mit iren cronen und gelt strenglich arbaiten, das, so kgl. Mt. handelt und furnymbt, zu widertreiben, dann sy kunden oder mugen solichs nit erleiden.
    Auch daneben merk ich dennoch, das ich besorg, das die Aidgenossen sich hart werden bewegen lassen, aus dem vertrag und pundnus4, so sy mit dem Kg. von Frankreich haben, dringen zu lassen, sonder werden darin beleiben, bis das soliche pundnus ausgeet, das dann in XX monet beschehen soll. Dazu auch, so bedunkt mich, das sy nit wol genaigt sein oder vil lust haben, das sy sich mit dem Reiche vil verpinten, wiewol dasselb mit inen hie ernstlich gehandelt ist und deßhalb ein copey gestellt, wie sich dieselben Aidgenossen verschreiben sollen [Nr. 226], des copey ich ew hiemit zuschick, mitsambt dem abschid, der denselben Aidgenossen hie gegeben ist [Nr. 229], daraus ir lauter und klar vernemen werdeta, wie dieselben handlungen hie zu Costenz bescheen ist und ich ew nit klarer underrichtung tun kann.
    [4.] Auf solichs so hat ir kgl. Mt. und des Hl. Reichs stend zu dem tag gen Zurich verordnet, nemlich den Ebf. von Trier, den Bf. von Triend, den Bf. von Wallis, Gf. Ulrichen von Montfort, H. Ulrich Frh. zu Sachs, H. Peter von Aufsatz, H. Hans von Kunigsegg, Peter von Liebenstein, Eytl Wolf von Stain, Hans von Emerschoven, Hans von Landenberg, Dr. Johann Schad und schultheus von Frankfurt [Johann von Lünen]. Die haben nu treffenlich mit den Aidgenossen gehandelt. Und auf den abschied hie zu Costenz haben VIII ort, nemlichen Bern, Freyburg in Uchtland, Solotorn, Basel, Schaffhausen, Ury, Swytz und Underwalden, den abschid, wie der hie gemacht ist, angenommen und kgl. Mt. zugesagt, die knecht zu irem romzug vervolgen zu lassen. Aber die von Zürich, die von Lucern, die von Claris und die von Zug haben im anfang nit zusagen wellen, und zuletst durch gros practiken sein die von Zurich und die von Claris, auch Zug zugefallen zu den VIII orten. Aber Lucern ist ganz als gut französisch auf irem pösen und harten fürnehmen beliben und anzaigt, daß sy kainem Kg., weder dem röm. oder dem franzosischen, ire knecht zulaufen lassen wellen.
    Aber nicht destmynder, so hat ir kgl. Mt. durch des Bf. von Wallis vleis ain taylung gemacht, daß etwevil zu Lucern, so französisch gewesen, auf kgl. Mt. partey gevallen sein und hoffenlich, ob schon den andern, so französisch sein, nicht gevallen würd, ire knecht laufen zu lassen, das dannoch solichs beschehen möcht. Und auf alle handlung, die zu Zurich bescheen ist, so ist ein abschied verfaßt, wie und in was gestalt die Aidgenossen kgl. Mt. dienen sollen [Nr. 246], und nemlichen, wie es mit besoldung der knecht und in ander weeg soll gehalten werden. Des schick ich ew hiemit ain lauter copey, wie ir sehen werdet.
    Nu ist auf obgemeltem tag zu Zurich des Kg. von Frankreich treffenlich botschaft erschinen und mit hochstem vleis gehandelt, das, so die Aidgenossen kgl. Mt. zusagen, zu widertreiben. Haben sich auch mit ausgeben und erbieten gros gelts und guts nit Šbedaueren lassen, daryn auch unsern herrn Kg. mit grossen lugen und unwahrheit verklagt und verunglimpft und sich vast gemuet. Aber durch schickung des almechtigen Gots so haben die Eydgenossen des Franzosen gelt oder ander sein practiken nit angesehen, sonder stracks auf irem zusagen, so sy kgl. Mt. getan haben, beliben und der Franzosen gelt warlichen nit nemen wellen. Und auf solichs haben sich die Franzosen so hart bekümbert und mit wainaten augen die Aidgenossen gebeten, sich in keinen weeg wider den Kg. von Frankreich bewegen zu lassen. Darauf so hat der tag zu Zurich sein endschaft gehebt und all botschaften von Aidgenossen ain jeder widerumb anhaim gezogen und den abschied anhaim bracht. Und kann nit anders versteen, dann das die Aidgenossen wol zufriden seyn. Und auf solchs so fahen dieß Aidgenossen an und schiessen aus hauptleut, waybl und vendrich, auch die knecht bis in die VIM, und H. Ulrich Frh. zu Sachs wird derselben sechstausend obrister hauptman. Noch mer, so wirt ir kgl. Mt. freyer knecht von der Eidgenossenschaft bis in zweytausend annemen; die wirt ir Mt. mit hauptleuten und andern emptern besezen nach irer Mt. gevallen. Damit so werden der Schweizer achttausend. Der Bf. von Wallis soll aus seinem Bm. auch tausend laufen lassen. Deßgleichen, so haben sich die Grauen Pund in Churwalhen auch verwilligt XVIIIC knecht [Nr. 254]. Damit, so were die anzal von Aidgenossen, Grauen Pundnern, auch Wallisern zehentausend-VIIIC.
    Ich acht und glaub, daß ir mit dem zulauf wol bis in XIIM werden. Und acht darfür, daß kgl. Mt. ain monad auf die all mitsambt topplsolden und ander ausgab wol LXM fl.rh. haben müsse. Dann es ist der zufall so gar gros, daß davon nit zu schreiben ist. Aber ich acht darfür, wo der handel fürgang gewynn, es werde solhes alles herwider tragen.
    [5.] Nu were swer und kgl. Mt. nit wol tunlich, sollt ir Mt. die Aidgenossen mit so grossen costen allain umb der ksl. cron willen aufwegig machen. Das fundt ir Mt. bey niemands im rat, were auch ir Mt. in kain weeg zu tun. Aber darbey bericht ich ew in großer gehaim und auch aus bevelh kgl. Mt., daß ir solhs bey ew beleiben wellet lassen, daß kgl. Mt. des willen ist, am hineinziehen Mayland zu gewinnen und den Kg. von Frankreich gar an [!] Italien zu jagen, darzu auch die ungehorsamen Ff. und communen in Italia zu strafen und zu gehorsam zu bringen.
    Aber daß ir Mt. den Aidgenossen diser zeit solhs sollt anzaigen, das ist nit zu tun. Dann sy würden solhs, ee sy auszugen, nicht zugeben, aus ursachen, daß der bericht, so sy mit dem Kg. von Frankreich haben, noch zwenzig monet werdet und sy vermain nit schuldig zu sein, dem röm. Kg. wider den Kg. von Frankreich zu dienen. Aber nicht destmynder, so ist mit den treffenlichisten Aidgenossen davon geredt in ainer gehaim, und kan wol merken, daß sy den handel etwas versteen, das man weiter welle mit inen fürnemen, dann allain die ksl. cron zu holen. Und bedunkt mich, das nit mangel werde sein, wo man sy in das veld bringt, das sy werden understeen, Mayland helfen zu erobern. Dann ich acht, sy werden solhs auch nit umbsonst tun, wann in ist ein merklich guet deßhalben von kgl. Mt. versprochen in ghaim, und nemblich in dem Hm. Mayland. Bedunkt mich, dasselb welle ine wol smekhen. Die Aidgenossen haben in allen ortern ire hauptleut, venderich und ander empter erwelt und besetzt mit personen, die dann auch treffenlich sein und kgl. Mt. wol angenem.
    Š[6.] Aber dabey zaig ich ew an, daß der Kg. von Frankreich nit feyrt, sonder untersteet, sich nach seinem hechsten vermugen mit gelt und sonst zu weren. Aber es steet noch wol, und beleiben vast auf dem abschied zu Zurich, wiewol dannocht kgl. Mt. damit gedrengt wirdet, das ir Mt. neben der hand merklich gelt muß ausgeben und vereren. Dann da ist kain aufhören, sonder täglich zureiten und bitten und begeren auf disen tag, daß kgl. Mt. ain merkliche suma gelts bar hinweg geschickt, allain die leut zu underhalten und zu vereren, bis ir Mt. den nechsten zug fürnemen mag. Auf heut datum sind kgl. Mt. glaublich schriften5 komen, das Frankreich mit grossem vleis ainen tag zu Sweytz erlangt hat und daselbst die kgl. Mt. hoch und merklich verunglimpft und alles das fürgenumen, das inen müglich ist gewesen, den handel zu irren, darzu auch grosses gelt ausgeben, aber ye nichts sonders erlangen mügen. Und als die Franzosen dasselb gesehen, haben sy den Sweytzern vast gedraut, der maynung, sich des röm. Kg. und auch der Sweizer zu erweren.
    [7.] Aber es hat bey den Sweytzern den Franzosen nit vil frucht bracht. Die Sweizer dringen hart darauf, das kgl. Mt. solchen zug fürderlichen und bald solt fürnemen, dann solhs für sein kgl. Mt. merklich sein soll. Aber daneben wirt alzeyt gedacht, das sy solhs vil umb ires aigen nutz wegen tun. Weiter zaigen die Aidgenossen kgl. Mt. an, das fruchtper und guet were, daß ire kgl. Mt. zu unser lieben Frauen gen Einsidel kirchferten ziehen soll, den gemainen mann anzusprechen. Was aber ir kgl. Mt. tun wurdet, kann ich noch derzeit nit wissen. Ir kgl. Mt. wais auch noch auf diesen tag nicht, auf was zeit und wie ir kgl. Mt. iren romzug furnemen wurdet, dann ir kgl. Mt. muß sich zuvor mit den stenden des Hl. Reichs underreden und besliezzen, wie ich ew dann deshalben in kurzen weiter zuschreiben und berichten will.
    Wann der handel noch bey des Reichs stenden nit gar entslozzen oder das, so die notturft ervordert, genzlichen fürgenommen ist. Versich mich aber, das solhs fürderlichen beschehen werd.
    [8.] Ferrer fug ich ew zu vernemen, das die kgl. Mt. bey den Grauenpundnern in Churwalchen hat handeln lassen, daß dieselben ir Mt. mit XVIIIC knechten zu dem romzug dienen wellen. Darauf haben sy ir botschaft zu kgl. Mt. hieher geschickt mit erbietung, daß sy ir Mt. solich knecht leihen und ir Mt. damit den romzug tun; und ob yemands ir Mt. daran irre[n] wurd, daß sy ir Mt. wider meniglich, nyemands ausgenumen, dienen wellen, dann sy mit dem Kg. von Frankreich nichts zu tun haben wellen; doch daß sy mit dem sold und in ander weg gehalten werden wie die Aidgenossen. Darauf hat sich die kgl. Mt. mit inen vertragen, wie ir dann in der eingelegten abred und abscheid [Nr. 254] aigentlich vernemen wirt. Darauf sein die von Punten also abgeschaiden, sich zu rüsten und kgl. Mt. inhalts ires abschids zu dienen.
    Das alles hab ich ew dieser zeit nit wellen verhalten und wil ew gar bald und fürderlichen weiter und mer gelegenheit des tags und auch anders zuschreiben. Darauf tue ich mich ew hiemit bevelhen. Datum Costenz am IIII. tag des monads July Ao. etc. im sybenden.  Z. v. Serntein p[er] m[anum] p[ropriam].

    « ŠNr. 257   Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich »

    Er hat glaubwürdigen Bericht erhalten, daß etliche Personen bei ihnen Knechte anwerben und wegführen, was seinen Romzug behindern könnte. Ersucht sie, die Werber zu verhaften, um Schaden und Nachteile für ihn wie auch die Stadt zu verhüten.

    Konstanz, 6. Juli 1507.
    Zürich, StA, A 176.1, Stück-Nr. 42 (Or., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 258 Kredenzbrief Kg. Maximilians für Gesandte zu Schultheiß und Rat der Stadt Solothurn »

    Akkreditiert den kgl. Rat Hans von Landenberg und den kgl. Kaplan Konstanz Keller1 als Gesandte.2 

    Konstanz, 8. Juli 1507.
    Solothurn, StA , Eidgenössische Abschiede 1507–1510, AG 1,5, pag. 127–128 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 259 Abschied der eidgenössischen Tagsatzung in Zürich »

    Forderung der Gesandten aus Schwyz und Glarus nach Beschlußfassung über eine neue Pensionenordnung.

    Zürich, 11. Juli 1507 (sonntag vor Margrete). 
    Zürich, StA, B VIII 84, fol. 191–191’ (Kop.) = Textvorlage A. Bern, StA, A IV 10, pag. 192–193 (Kop.) = B. Luzern, TA 4, fol. 294–294’ (Kop.) = C. Basel, StA, Eidgenossenschaft E 1, fol. 159–160 (Kop.).
    Regest: Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 280, S. 385.

    [Forderung des Hans von Baldegg]1. Es weistd ouch jeder pot, wie unser getruw, lb. Aidgnossen von Schwitz und Glarus anzogen habent die reden, so sich haltent der zweyer Kgg. halb, also das einer franzosisch, der ander röm. kungisch sin wöll; und das gut were, wiewol man sich bißhar zu vergangenen tagen der pensionen und reyßloufenden knecht halb zu menigem mal underredt und doch kein endlich antwurt gegeben hab, das man sicha nochmaln zum furderlichsten beriete und entslusse, ob Šman die verkomnuß2, deßhalb gemacht, halten, die abtun oder wie man sich darin halten wöll. Es wurde beschlossen, daß die einzelnen eidgenössischen Orte bis zur nächsten Tagsatzung diesbezüglich eine verbindliche Entscheidung treffen sollen. [b Gefangenschaft Hans Ulrichs von Pfirt in Mülhausen-b].

    « Nr. 260 Niklaus Conrad (Schultheiß zu Solothurn) an Kg. Maximilian »

    Er hat dem Solothurner Magistrat das kgl. Schreiben1 vorgelegt. Der Rat trägt an den Aktivitäten Hans Kisslings und anderer kein Gefallen und hat den Solothurner Knechten gemäß dem Züricher Abschied unter Androhung harter Strafen das Reislaufen ohne seine vorliegende Genehmigung untersagt. Die Ratsherren haben keinen Zweifel daran, daß dieses Verbot eingehalten wird. Sie werden im übrigen versuchen, Kisslings, der sich bisher in Luzern und Baden aufgehalten hat, habhaft zu werden; dessen Anwerbungsversuche werden wohl ohnehin erfolglos sein. Solothurn wird den Züricher Abschied vollziehen und dem Kg. – wie er, Conrad, auch selbst zugesagt hat – so dienen, daß er damit zufrieden ist. Bittet, ihm seinen Bestallungsbrief zuzusenden und ihn bei dem ihm zugesagten platz bleiben zu lassen. Er weiß sich dann um so besser zu rüsten und kann ihm bei den Eidgenossen besser dienen als mancher andere. Um die Hauptmannschaft geht es ihm dabei weniger. Er und die übrigen Ratsherren hoffen, daß der Romzug bald stattfindet.2

    s.l., jedoch Solothurn, 14. Juli 1507.
    Solothurn, StA , Missivenbuch 1506–1510, AB 1,3, pag. 356 (Kop.).
    Druck/Regest: Gagliardi , Anteil I, S. 671 Anm. 124.

    « Nr. 261 Verschreibung Kg. Maximilians für Bf. Matthäus von Sitten »

    Er hat Bf. Matthäus von Sitten zugesagt, von diesem benannten bfl. Untertanen in Sitten und im Wallis jährliche Pensionen von insgesamt 2000 Dukaten aus dem Einkommen des Hm. Mailand zu verschreiben, sobald er das Hm. und die Gft. Pavia erobert und in Besitz genommen hat.1

    ŠKonstanz, 23. Juli 1507.
    Wien, HHStA, Schweiz, Kart. 2, Fasz. 2, fol. 119 (Konz. mit ex.-Verm.).
    Regest: Büchi , Korrespondenzen I, Nr. 95, S. 72.