Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz »

    «ŠNr. 273 Instruktion Kg. Maximilians für seine Räte Christoph Schenk von Limpurg (kgl. Vogt zu Nellenburg), Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald/Nürnberg) und Georg von Emershofen als Gesandte zum Schwäbischen Bundestag in Überlingen »

    [1.] Sicherung des Klosters Reichenau gegen die Eidgenossen; [2.] verbale und tätliche Übergriffe Straßburger Bürger gegen Angehörige des kgl. Gefolges; [3.] Überfälle von Raubrittern auf Bürger des Schwäbischen Bundes; [4.] aufrührerische Reden des Bürgers einer Bundesstadt; [5.] Ausstände an der Kölner Reichshilfe von 1505; [6.] Landshuter Erbfolgestreit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich; [7.] Maßnahmen zum Schutz der Gft. Burgund und der Mgft. Rötteln gegen die Franzosen; [8.] Frage der Lösung Kf. Philipps von der Pfalz aus der Reichsacht.

    Entenburg, 10. Mai 1507.
    München, HStA, KÄA 2017, fol. 350–354’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp., Dorsalverm.: Copi der artikel, so die kgl. ret zu Uberlingen den stenden des Punds verantwurt haben.) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. N. Ziegler) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 146–148’ (unvollständige Kop.) = C. Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. N. Ziegler; Provenienz Esslingen).
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 2f.

    Sie sollen folgendes mitteilen: Er hatte sich bereits auf die Abreise nach Überlingen vorbereitet, doch traf heute in wichtigen Angelegenheiten eine Gesandtschaft aus der Gft. Burgund ein1, die er so rasch wie möglich wieder abfertigen muß. Fordert, seine Ankunft in Überlingen abzuwarten. Um keine Zeit zu verlieren, sollen die Bundesräte inzwischen über folgende Punkte beraten: 1. Das Kloster Reichenau ist im Niedergang begriffen; es kann seinen eigenen Unterhalt nicht mehr finanzieren. Dies betrifft nicht nur das Hl. Reich, sondern auch die Nachbarn des Klosters, die zum größten Teil Bundesstände sind. Dennoch wies der Bund seine wiederholten Bitten um Hilfe2 unter Hinweis auf die Zuständigkeit des Reiches zurück. Falls die Reichenau in die Hände der Eidgenossen geraten würde, wäre dies jedoch von großem Nachteil auch für die Bundesstände. Die Kosten eines erneuten ŠKrieges mit den Eidgenossen wären beträchtlich. Er bittet deshalb, die Sache noch einmal zu erörtern und eine Hilfe für die Befestigung und Besetzung der Reichenau zu bewilligen.
    2. Etliche Straßburger vergingen sich während seines letzten Aufenthaltes in ihrer Stadt grundlos in Wort und Tat gegen Angehörige seines Gefolges und frevelten damit gegen ihn als ihren König, gegen das Hl. Reich und gegen den Rat der Stadt. Intrigen der Franzosen waren dafür verantwortlich. Wegen der Bundesmitgliedschaft Straßburgs will er nicht ohne die Zustimmung des Bundes vorgehen, zugleich erweist sich der Straßburger Magistrat in dieser Sache als nachlässig. Er bittet deshalb um Beratung über die Bestrafung der Übeltäter und die Nominierung von Kommissaren, die deren Vergehen gemeinsam mit dem Straßburger Magistrat ahnden sollen.
    3. Er hat glaubwürdige Nachricht erhalten, daß Raubritter (hegkenreiter) von einem in dieser Region gelegenen Schloß aus Überfälle auf Untertanen des Bundes verüben. Die Zeugen wollen aber erst dann genauere Angaben machen, wenn die Bestrafung der Übeltäter gewährleistet ist. Fordert die Bundesräte zur Beratung über die Bestrafung der Reiter auf und bietet seine Beteiligung daran – auch über seinen Anteil an der Bundeshilfe hinaus – an.
    4. Ein Bürger einer Bundesstadt äußerte in öffentlicher Runde, wenn die Bundesstädte mit den Eidgenossen einig würden, bräuchten sie sich um Papst und Kaiser nicht zu bekümmern, und sprach angeblich auch insgeheim mit einem Schweizer. Die Bundesgesandten sollen über die Bestrafung dieses Bürgers beraten.
    5. Etliche Bundesstände haben die auf dem Kölner RT bewilligte Reichshilfe noch nicht bezahlt. Da er jedoch Truppen zu redtung der ksl. kron und der teuchsen [!] er und wirde besteldt haben, das auch ainß tails im anzug in Italia ist, sollen die kgl. Gesandten erneut die sofortige Erlegung des Hilfsgelds nach Ulm anmahnen, damit er diese Truppen nicht entlassen muß. Denn Genua ist verloren, die Stadt hat sich gleich am ersten Tag nach dem Aufmarsch seines Heeres dem frz. Kg. ergeben. Das ist beschechen durch bratica mit der gulden pichß, das heist verreterey mitsampt der vorcht und den parteyn. 
    6. Hg. Albrecht von Bayern beschuldigt Pfgf. Friedrich der Mißachtung des Kölner Spruches [vom 30.7.1505] – was dieser bestreitet – und sieht sich deshalb nicht länger zu dessen Einhaltung verpflichtet. Gemäß dem von beiden Seiten angenommenen Spruch obliegt indessen ihm als röm. Kg. die Entscheidung darüber, ob dieser gebrochen wurde oder nicht. Darauf hat er Hg. Albrecht mehrfach hingewiesen. Er hat ihn auch zum RT nach Konstanz geladen, um an den Beratungen über die Angelegenheiten des Reiches teilzunehmen, und damit er, der Kg., in seiner Anwesenheit über den Streit entscheiden kann. Hg. Albrecht hat bislang hinhaltend reagiert3, weshalb er Gesandte zu ihm schicken wird. Der Hg. müßte seiner Aufforderung billigerweise Folge leisten, er kann nicht in seiner eigenen Angelegenheit als Richter auftreten. Die Bundesversammlung soll Hg. Albrecht auffordern, die kgl. Entscheidung abzuwarten und sich unverzüglich persönlich nach Konstanz zu begeben.
    7. Die kgl. Räte sollen den Bundesgesandten außerdem eröffnen, nachdem ain hoffnung ist, das die Aidgnossen die iren von den Kg. von Frankreich abgeforderta werden, sey Šgewiß, das er ein anschlag machen und in seinem abzug, wa der Schweizer ainstails bey im beleiben, die Gft. Burgundi und Mgft. Rettel, ee und der Reichs tag zu Costenz ain grundliche endschaft gewin, uberfallen werd4, damit er sein pos, mutwillig furnemen wider uns volpringen mög. Wurde aber kain Aydgenoß bey im beleiben, so wurdet er auch weiter nichts handeln und widerumb haimziechen, aber wartend auf ein kunftigs. Dieweil aber die Gft. Burgundi der teuchsen [!] nacion anhengig, ist darauf unser begern, das die vom Bund ratschlagen und ordnung geben, darmit wir und sy als bundsgenossen nit ubereylt werden, bis so lang, das solichem durch das Hl. Reich, das laider auf bdise stund gar sorgfeltig steet, wie meniglich wais, und sonderlich die veind mer dan die fraind, zu rechter zeit widerstand beschechen mög. So wurdet an den burgundischen nit mangl sein, dem Hl. Reich und namlich den Retlischen hierin zu helfen.
    Die kgl. Gesandten sollen über die Antwort der Bundesversammlung auf die vorgebrachten Artikel berichten und dann in Überlingen auf weitere Anweisungen warten. [Datum].
    8. Die in Konstanz versammelten Reichsstände haben ihn um Abschluß eines Vertrages mit Kf. Philipp von der Pfalz gebeten, damit dieser aus der Acht gelöst wird. Er will dies nicht ohne Einwilligung des Bundes tun, da der Hg. von Württemberg und der Lgf. von Hessen als seine Verbündeten [im Landshuter Erbfolgekrieg] einen Ausgleich mit Pfalz abgelehnt haben. Da er jedoch geneigt ist, den Ständen in dieser Angelegenheit zu willfahren, sollen die kgl. Gesandten die Bundesversammlung um eine Stellungnahme bitten-b.

    «Nr. 274 Antwort des Schwäbischen Bundestages in Überlingen an die kgl. Gesandten »

    1. Wie schon auf früheren Bundesversammlungen erklärt, betrifft die Angelegenheit mit Reichenau nicht nur den Bund, sondern das ganze Reich und ist deshalb den Reichsständen vorzubringen.1 Dabei läßt es die Bundesversammlung bleiben. Sicherlich wird der Kg. eine angemessene Antwort erhalten, wenn er die Sache den in Konstanz versammelten Reichsständen vorträgt.
    2. Die Straßburger Bundesgesandten haben eine Abschrift des Artikels hinsichtlich der Frevelworte und -taten einiger ihrer Bürger zur Übersendung an den Magistrat erbeten. Die Bundesversammlung geht davon aus, daß dieser in angemessener Weise und zur ŠZufriedenheit des Kg. verfahren wird. Sie kann deshalb in dieser Sache derzeit nichts unternehmen.
    3. Da weder das Schloß, von dem aus die Raubritter operieren, noch die Täter oder die Opfer bekannt sind, kann die Bundesversammlung über diesen Punkt nicht sinnvoll beraten. Sowie aber genauere Informationen vorliegen, wird man gemeinsam mit dem röm. Kg. geeignete Maßnahmen zur Bestrafung der Täter ergreifen.
    4. Da man weder den Namen des bewußten Bürgers noch dessen Äußerungen oder den Ort seiner Taten kennt, kann man derzeit nichts unternehmen; die Sache mißfällt ihnen jedoch.
    5. Die säumigen Bundesstände werden sich sicherlich gehorsam erzeigen, wenn der Kg. sie zur Bezahlung der Kölner Reichshilfe auffordert.
    6. Pfgf. Friedrich hat Hg. Albrecht von Bayern die Rückgabe des Unterpfands unter Verletzung des Kölner Spruches, der kgl. Deklaration2 und des vom Bund herbeigeführten Vergleichs3 versagt, weshalb der Schwäbische Bund auf dessen Ersuchen gemäß der Bundessatzung eine Hilfe bewilligt hat [Nr. 81]. Die Bundestruppen sollen sich am 30. Mai (sontag trinitatis) in Friedberg (bei Augsburg) sammeln. Der Kg. hat jedoch den in Augsburg versammelten Bund nach Überlingen beschieden, wohin er auch die in Konstanz anwesenden Kff. und Ff. mitbringen will, soweit sie dem Bund angehören. Dies hat die Bundesversammlung bewilligt, in der Hoffnung, daß der Kg. durch eine Entscheidung zwischen den Parteien einen Krieg abwenden kann. Da der Termin für die Bundeshilfe naht und die Hilfe zugesagt ist, kann diese nicht zurückgenommen werden, es sei denn, das Unterpfand wird Hg. Albrecht zurückerstattet. Dies zu veranlassen, liegt in der Macht des Kg. Bitten in Anbetracht der obliegenden wichtigen Angelegenheiten von Kg. und Reich, die unverzügliche Übergabe zu veranlassen und den Streit beizulegen, um einen Krieg im Reich zu verhindern. Die Bundesversammlung hat Hg. Albrecht schriftlich aufgefordert, zum RT nach Konstanz zu kommen [Nr. 87].
    7. Der Schutz Burgunds und Röttelns (Rottel) ist eine Angelegenheit des ganzen Reiches. Wenn der Kg. sein Anliegen den in Konstanz versammelten Reichsständen vorbringt, wird er sicherlich eine zufriedenstellende Antwort erhalten.
    8. Da der Kg. bezüglich der Acht gegen Kf. Philipp von der Pfalz einigen Bundesständen Verschreibungen ausgestellt hat, soll er mit diesen verhandeln. Er wird sicherlich eine gebührende Antwort erhalten.

    s.l., s.d., jedoch Überlingen, 16. Mai 1507.4 
    München, HStA, KÄA 3136, fol. 149–151’ (Kop.) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.) = B. Stuttgart, HStA, J 9, Nr. 5, Stück-Nr. 42, unfol. (Abschr. 19. Jh., Provenienz Esslingen).
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 3f.

    «ŠNr. 275 Replik Kg. Maximilians an den Schwäbischen Bund »

    [1.] Wegen der Reichenau will er zusammen mit einem Bundesausschuß bei den Reichsständen vorstellig werden. [2.] Er wird dem Ausschuß Unterlagen über die Vorgänge in Straßburg vorlegen und außerdem bereits die Klageerhebung durch eine Abordnung von Kg. und Bund vorbereiten. [3.] Mögliche Zeugen zur Ermittlung der Raubritter können nur zur Aussage bewogen werden, wenn die Bestrafung der Übeltäter gewährleistet ist. Die Strafen müssen durch ihn und den Bundesausschuß verhängt werden. [4.] Falls der Bund die Reden des Bürgers nicht beanstandet, ist es besser, dessen Namen zu verschweigen; falls der Bund ihn aber bestrafen will, soll er genannt werden. [5.] Die Register über die Ausstände bei der Kölner Reichshilfe wird er übergeben. [6.] [Keine Stellungnahme]. [7.] Wegen der Mgft. Rötteln will er zusammen mit dem Bundesausschuß ebenfalls bei den Reichsständen vorstellig werden. Burgund wird er von den Niederlanden aus selbst schützen. [8.] Wegen der Acht gegen Kf. Philipp von der Pfalz sollen ihm Württemberg, Hessen und Nürnberg Abschriften seiner Verschreibungen über die im Landshuter Erbfolgekrieg eroberten Gebiete1 vorlegen. Der Bund soll einen Ausschuß bilden, um darüber zu beraten.

    s.l., s.d., jedoch wohl Konstanz, nach dem 16. Mai 1507.
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 4f.

    «Nr. 276 Duplik des Schwäbischen Bundes an Kg. Maximilian »

    [1.] Beharren hinsichtlich der Reichenau auf ihrer vorigen Anwort und erklären, gemäß Bundessatzung mit dieser Angelegenheit nichts zu tun zu haben. [2.] Straßburg hat dem Bund ein Rechtfertigungsschreiben wegen der Frevelworte zur Weiterleitung an den Kg. zugesandt.1 [3./4.] Bezüglich der Raubritter und der aufsässigen Reden beläßt es die ŠVersammlung bei ihrer vorigen Antwort, ohne Kenntnis der Namen und Tatumstände nichts unternehmen zu können. [5./6.] [Keine Stellungnahme]. [7.] Mgf. Christoph von Baden als Inhaber Röttelns wurde noch nicht vorstellig, weshalb der Bund in dieser Angelegenheit nicht tätig werden kann. [8.] Württemberg, Hessen und Nürnberg wollen Abschriften ihrer Verschreibungen übersenden. Der Bund kann keinen Ausschuß wegen eines Vertrags mit Kf. Philipp von der Pfalz einsetzen, da es sich um eine Angelegenheit des Reiches handelt. – Bitten um Antwort auf eine Schrift2, die der Bund vor kurzem im Namen einiger seiner Mitglieder übergeben hat.

    s.l., s.d., jedoch wohl Konstanz, nach dem 16. Mai, vor dem 2. Juni 1507.3 
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 5f.

    «Nr. 277 Abschied des Schwäbischen Bundestages »

    [1.] Konflikt zwischen Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Nürnberg wegen Nürnberger Befestigungsanlagen; [2.] Konflikt zwischen Hans von Schellenberg und Gf. Johann von Sonnenberg; [3.] Forderung der Hegauer an den Schwäbischen Bund; [4.] Klage Nördlingens gegen Oswald von Weiler; [5.] Konflikt zwischen Nürnberg und Mgf. Friedrich von Brandenburg wegen strittiger Geleitrechte; [6.] Klage der Gff. von Werdenberg gegen den kgl. Landvogt in Schwaben.

    Konstanz, 28. Juni 1507 (vigilia sancti Petri et Pauli).1
    München, HStA, KÄA 2013, fol. 208–216’ (Kop., Datumverm.) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop., Datumverm.) = B. Augsburg, StdA, Lit. 1505–1507, Fasz. [18], Schwäbischer Bund (Jan.-Dez. 1507), unfol. (Kop., Datumverm., Dorsalverm.: 1507. Pundstag auf dem reichstage zu Costenz.) = C. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. Lit. 911, unfol. (Kop., Datumverm.). Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (Kop., Provenienz Esslingen).
    (Knappes) Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 9.

    [1.] Der ab dem 6. Januar (hl. dreier Kgg. tag) in Augsburg abgehaltene Bundestag hat im Streit zwischen Mgf. Friedrich von Brandenburg und der Stadt Nürnberg entschieden, daß Nürnberg die befestigten Gräben vor der Stadt binnen dreier Monate einzuebnen habe2, was jüngst aufgrund eines kgl. Befehls geschehen ist.3 Der Mgf. vertritt jedoch die Auffassung, Šdaß Nürnberg diese Entscheidung und das kgl. Mandat unzureichend umgesetzt hat. Dies wird von Nürnberger Seite bestritten. Die Versammlung beschließt, eine Kommission zur Besichtigung vor Ort nach Nürnberg zu entsenden. Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse soll auf dem nächsten Bundestag weiterverhandelt werden. Die Mitglieder der Kommission sind: für den Kg. Dr. Hans Schad, für die Kff. und Ff. Dr. Johann Küchenmeister und Hermann von Sachsenheim – alle drei waren als Bevollmächtigte des Kg. und der auf dem Augsburger RT versammelten Stände4 mit der Angelegenheit betraut –, für die Prälaten, die Gff. und den Adel: Gf. Wolfgang von Oettingen, für die Städte: Ulrich Strauß (Bürgermeister zu Nördlingen). Der röm. Kg., der Ebf. von Mainz und der Hg. von Württemberg sollen um die Freistellung ihrer Räte für die Mission ersucht werden. Falls Sachsenheim dafür nicht zu gewinnen ist, soll Württemberg an seiner Stelle einen anderen Rat abordnen.5 Dr. Küchenmeister wird den übrigen Verordneten den Termin der Mission ankündigen. Diese haben dann gemäß dem Beschluß des Bundes zu verfahren.6 Sollte der Vertreter des Kg., Dr. Schad, aus triftigen Gründen nicht erscheinen, wird die Kommission dennoch durchgeführt. Falls die Kommissare die mit der Niederlegung der Bauten betrauten Arbeiter oder andere Nürnberger verhören wollen, soll der Magistrat diese dafür von ihren Verpflichtungen entbinden und sie anhalten, ihr Wissen vollständig preiszugeben. Die Kommission hat zusätzlich den Auftrag, die zwischen den Parteien umstrittene neu gebaute Anlage vor der Stadt zu besichtigen und Erkundigungen über deren Erbauung einzuziehen, um der nächsten Bundesversammlung darüber berichten zu können.7 
    Š[2.] Bezüglich des Streits Hans von Schellenbergs und seiner Brüder8 mit Gf. Johann von Sonnenberg wurde aufgrund des Augsburger Abschieds9 beschlossen, daß der Abt von Minderau sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Wangen die Anhörung der Schellenberger vornehmen sollen. Die nächste Bundesversammlung wird dann über den Streit befinden und sich ggf. gemäß der Bundessatzung für Schellenberg einsetzen.10 
    [3.] Die Hegauer (Gegenbera [!]) haben abermals den röm. Kg. mit ihrer aus dem Schweizerkrieg herrührenden vermeintlichen Forderung konfrontiert, worüber sich die Bundesstände der dreijährigen Einung11 befremdet zeigten. Aufgrund der bekannten Sachlage sind sie den Hegauern nichts schuldig. Sie haben sich dennoch in ein gütliches Verfahren vor Hg. Albrecht von Bayern eingelassen und ihnen zuletzt auch noch den Rechtsweg gemäß Bundessatzung angeboten, den anzunehmen die Hegauer gemäß der Einung verpflichtet sind. Dabei belassen sie es und bitten den Kg., zu bedenken, daß der Schweizerkrieg nicht vom Schwäbischen Bund, sondern vom röm. Kg. als Ehg. von Österreich begonnen wurde und daß die Bundesstände über die Wahrnehmung ihrer Bündnispflichten hinaus erheblich mehr Schäden erlitten haben als die Hegauer, die diese überdies größtenteils selbst verschuldet haben. Der Kg. soll deshalb die Forderung der Hegauer zurückweisen oder sie veranlassen, das Angebot der Bundesstände zu einem rechtlichen Verfahren anzunehmen. Insbesondere sind sie darüber irritiert, daß die Hegauer ihre vermeintliche Forderung ungeachtet der letzten schriftlichen Antwort der Bundesstände erneut vor den Kg. gebracht haben. [Wiederholen noch einmal ihre Argumente].
    [4.] Die Stadt Nördlingen brachte vor, daß ihre Bürger Martin Altheimer und Melchior Hartmann vor vier Jahren auf dem Weg von Gunzenhausen nach Nördlingen bei Steinacker von Unbekannten beraubt und als Gefangene Tailackers und Henßlinschwerts (Heselwenzs) abgeführt worden seien. Die beiden Bürger seien verpflichtet worden, sich nach Aufforderung in Drachenfels zu stellen. Geraume Zeit später seien die beiden Bürger durch einen ungesiegelten und nicht unterzeichneten Zettel aufgefordert worden, sich im Wirtshaus zu Drachenfels einzufinden. Dem Folge zu leisten, hätten sich die beiden Bürger Šnicht verpflichtet gesehen. Dabei sei es bislang geblieben. Doch hätten sie jetzt zuverlässige Nachricht erhalten, daß Oswald von Weiler sich der Sache annehmen wolle und geäußert habe, Altheimer sei ein ehrloser Mann; wenn er seiner habhaft werde, wolle er nach seinem Gutdünken mit ihm verfahren. – Zum Schutz seiner Bürger bat Nördlingen kraft Bundessatzung um Hilfe und Rat. Weiler handelt eindeutig widerrechtlich; die Tailacker-Fehde wurde durch den röm. Kg. beigelegt, alle Gefangenen wurden freigelassen und die Schatzungen sind erledigt.12 Die Bundesversammlung hat deshalb beschlossen, daß jeder Bundesstand und insbesondere Mgf. Friedrich von Brandenburg als nächstgesessener Fürst gehalten ist, nach Weiler zu fahnden, ihn gefangenzunehmen und gegen ihn rechtlich zu verfahren, damit die Sicherheit der Nördlinger Bürger gewährleistet ist und der Bund durch Weiler mit dergleichen Händeln nicht mehr behelligt wird.
    [5.] Mgf. Friedrich von Brandenburg brachte vor, daß er und seine Vorfahren bislang unbestritten das Geleitrecht nach Nürnberg innegehabt hätten. Auch der Augsburger Bundestag habe befunden, daß er befugt sei, dieses Geleitrecht weiterhin auszuüben.13 Dennoch habe der Nürnberger Magistrat den mgfl. Geleitsmann vor einiger Zeit vorgeladen und ihn davor gewarnt, sich mit seiner Geleitsbüchse weiterhin in Nürnberg aufzuhalten. – Der Mgf. bat den Bund um Hilfe. Man hat beschlossen, beide Parteien vor den nächsten Bundestag zu laden und sie anzuhören, um dann gemäß der Bundesordnung zu verfahren.
    [6.] Der Bund brachte in Konstanz die Angelegenheit der Gff. von Werdenberg schriftlich dem Kg. vor14, der das Anliegen des Bundes jedoch zurückwies. Deshalb haben Kff. und Ff. persönlich gemeinsam mit der Bundesversammlung erneut über die Angelegenheit beraten und Gf. Christoph zu einem Austrag geraten.
    Dies lehnte der Gf. jedoch ab und verlangte die vorherige Aufhebung des Hochgerichts und anderer durch den kgl. Landvogt [Jakob von Landau] eingeführter Neuerungen. Außerdem solle der Abt von Kempten als Kommissar fungieren und seine Beisitzer selbst auswählen dürfen. Die Aufhebung des Urteils der Stadt Konstanz solle noch einmal geklärt werden. Und schließlich sei das Verfahren binnen eines halben Jahres abzuschließen; andernfalls solle die gehorsame Partei ein Urteil erhalten und die säumige Partei ihrer Ansprüche verlustig gehen.
    Die Bundesstände wiesen diese Forderungen als unangemessen und beim Kg. und seinen Räten nicht durchsetzbar zurück und erneuerten ihren vorherigen Vorschlag. Diesen lehnte Werdenberg zweimal ab und beharrte darauf, daß seine Forderungen dem Kg. vorgetragen werden sollten. Die Versammlung legte schließlich einen schriftlichen Beschluß nieder: Demnach fällt die bereits auf mehreren Bundestagen auch im Namen seiner Vetter und Brüder vorgetragene Beschwerde Gf. Christophs über den Landvogt zu Schwaben und seine Forderung, dessen Neuerungen abzustellen und ein Urteil der Stadt Konstanz zu vollziehen, satzungsgemäß nicht in die Zuständigkeit des Bundes. Diese Entscheidung basiert auf Verhandlungen mit dem röm. Kg. und auf der Erwägung, daß der Hauptpunkt des Streits, das Urteil, vor der Bundesgründung erging. Hinsichtlich der beanstandeten Neuerungen Šbestreitet die Gegenpartei eine Verletzung von Rechten der Gff. von Werdenberg. Der Gf. soll deshalb den Bundesrichtern darlegen, welche unrechtmäßigen Maßnahmen der Landvogt zu seinem Nachteil seit der Bundesgründung durchgeführt hat. Danach wird die Bundesversammlung gemäß Bundesordnung verfahren.
    Gf. Christoph, der am Nachmittag wieder vor die Versammlung berufen wurde, beharrte auf seinem Standpunkt, was jedoch aus den bereits angezeigten Gründen abgelehnt wurde. Auf seine anschließende Rede hin verfaßte die Bundesversammlung eine schriftliche Erklärung: In seiner Rede stellte der Gf. fest, daß er einen Vermittlungsvorschlag der Bundesversammlung abgelehnt habe, woraufhin sich die Bundesstände ihrerseits geweigert hätten, die von Gf. Christoph und seinem Bruder vorgebrachte Forderung dem röm. Kg. zu übermitteln. Er könne demnach ermessen, welche Hilfe ihm der Bund bieten werde, und fordere deshalb, in der Sache nichts weiter zu unternehmen, ihnen, den Gff. von Werdenberg, irs vaters und vetters15 insigl vom bund herauszegeben und sy besehen lassen, wie sy irn sachen furan tun mochten etc. Die Versammlung hat darüber beraten und bekundet ihr Mißfallen an dieser Rede. Die Ablehnung seiner Forderung ist wohlbegründet. Deren Übermittlung an den Kg. hätte dem Bund wie auch den Gff. von Werdenberg geschadet. Keinesfalls wollte die Versammlung verweigern, was diesen laut Bundessatzung zusteht. Die Versammlung hätte erwartet, daß der Gf. ihren Bescheid akzeptiert und seine verächtliche Rede unterläßt. Auf seinen jüngsten Antrag hin haben Kff. und Ff. persönlich mit den übrigen Bundesständen beraten und nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Der röm. Kg., Kff., Ff. und andere Stände haben bislang zustimmende wie ablehnende Bescheide des Bundes akzeptiert; man geht davon aus, daß dies auch künftig so bleibt. Falls er dies wünscht, wird man ihm den Beschluß des Bundes schriftlich mitteilen. Man erwartet auf jeden Fall, daß er seinen Bündnispflichten weiterhin nachkommen wird.
    Nach Verlesung des Bundesbeschlusses erbat der Gf. eine Abschrift und verließ die Versammlungb.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/II2/pages

    Anmerkungen

    1
     Vgl. Nr. 665 [Pkt. 5].
    2
     Die Innsbrucker Regierung hatte die Hauptleute des Schwäbischen Bundes am 14.2.1506 über eine schwere Erkrankung Abt Martins von Reichenau in Kenntnis gesetzt und in diesem Zusammenhang auf die Gefahr einer Übernahme des Stifts durch Dritte – gemeint waren die Eidgenossen – hingewiesen. Der Bund beauftragte daraufhin eine Kommission mit der Ausarbeitung von Vorschlägen zum Schutz der Reichenau (Kreutzer, Glanz, S. 343f.; Schmidt, Reichenau, S. 93). Abt Johannes von Salem übersandte der Stadt Überlingen am 14.9.1506 ein an den kgl. Bundeshauptmann Christoph Schenk von Limpurg, den Überlinger Altbürgermeister [und Schwäbischen Bundesrat] Adam Besserer sowie ihn selbst gerichtetes kgl. Schreiben in Sachen des Klosters Reichenau samt einem Beglaubigungsschreiben [für die drei Genannten] an die für den 21.9. (St. Matheus tag) nach Ulm anberaumte Versammlung des Benediktinerordens. Der Abt erklärte, wie auch Limpurg nicht dort erscheinen zu können, und bat, für die Abfertigung Besserers Sorge zu tragen (Or. m. S., uf exaltationem crucis; GLA Karlsruhe, 225/117, unfol.). Vgl. auch Nr. 513.
    3
     Vgl. bes. Nrr. 17, 77, 79f., 82, 84.
    4
     Hintergrund war die vermeintliche Bedrohung der 1503 von Mgf. Christoph von Baden übernommenen Mgft. Rötteln-Sausenberg – wohl weniger durch die französische Verwandtschaft des konkurrierenden Anwärters Philipp von Hachberg-Sausenberg als durch die Eidgenossen selbst (vgl. Weisung Kg. Maximilians an Frh. Kaspar von Mörsberg vom 27.10.1503; Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 17830, S. 346). Mgf. Christoph bat Anfang April 1505 auf einem Schwäbischen Bundestag in Augsburg um Unterstützung zur militärischen Sicherung der Mgft. Aus dem Bundesabschied geht allerdings nicht hervor, gegen wen diese Hilfe gerichtet war (Kop., suntag misericordia Domini [6.4.]1505; HStA München, KÄA 2013, fol. 143–146’, hier 143–143’; StdA Augsburg, Lit. 1505–1507, Fasz. [1] 1505. Bundes-Abschiede und Correspondenz, unfol.; GLA Karlsruhe, 225/1224, unfol. Regest: Klüpfel, Urkunden I, S. 536 [irrtümliche Datierung auf den 8.4.]).
    1
     Kein Nachweis möglich.
    2
     Ennser Deklaration Kg. Maximilians vom 18.1.1506 [Nachweise s. Nr. 82, Anm. 6].
    3
     Augsburger Vertrag vom 22.6.1506 [Nachweise s. Nr. 82, Anm. 11].
    4
     Laut Bericht des bayerischen Gesandten Georg Eisenreich aus Überlingen vom 17.5. erfolgte die Beschlußfassung am 16.5. und sollten die Beschlüsse durch Vertreter des Bundes Kg. Maximilian am 19.5. in Konstanz vorgetragen werden [Nr. 591, Pkt. 3]. Laut Bericht des Esslinger Gesandten Hans Ungelter wurde die Antwort am Sonntag, dem 16.5., an die kgl. Räte übergeben [Nr. 595, Pkt. 1].
    1
     Verschreibungen Kg. Maximilians für Hg. Ulrich von Württemberg vom 1.8.1504 (Heil, RTA-MR VIII/1, S. 542 Anm. 4), für Lgf. Wilhelm von Hessen vom 23.8.1504 (ebd., S. 792 Anm. 6) und für Nürnberg vom 7.7.1504 (ebd. 2, S. 1015 Anm. 6).
    1
     Der Straßburger Magistrat instruierte seine Gesandten auf dem Bundestag zur Stellungnahme gegen die kgl. Vorwürfe. Man ging von einer Verleumdung durch Gegner der Stadt aus. Dem ehrenvollen Empfang für den Kg. während der Fastenzeit stellten die städtischen Gesandten die zahlreichen gegen Straßburger Bürger und Einwohner verübten, im einzelnen in der Instruktion geschilderten Übergriffe kgl. Gefolgsleute gegenüber. Der Magistrat hatte diese Vorfälle kgl. Räten und dem Marschall gemeldet, die indessen mit Gegenklagen antworteten. Der Straßburger Rat forderte daraufhin die Gemeinde zur Ruhe auf und wies sie an, Übergriffe nicht zu vergelten, sondern dem Ammeister anzuzeigen. Bereits am folgenden Tag wurde jedoch ein Bürger durch einen Angehörigen des kgl. Hofstaates ermordet. Kgl. Trabanten bedrohten die daraufhin zusammengelaufenen Bürger. Der Rat wollte den Kg. um Abstellung der Übergriffe ersuchen, seine Emissäre wurden jedoch nicht vorgelassen. Die nach dem Dafürhalten des Straßburger Magistrats von Feinden der Stadt erhobenen Vorwürfe, etwa daß man sich durch französische Intrigen und französisches Geld vom Reich trennen lasse, dienten dem Zweck, das Fehlverhalten der kgl. Höflinge zu relativieren. Der Magistrat beteuerte, daß er Schmähungen und Freveleien geahndet hätte, wenn es solche gegeben hätte. Aufgrund der Sachlage wurden Beratungen des Bundes über die Vorwürfe als unnötig erachtet, eine Kommission zur Klärung der Angelegenheit lehnte man ab. Statt dessen beriefen sich die Straßburger auf ihr bei der Verlängerung des Bundes vorbehaltenes Recht auf eine selbständige gerichtliche Klärung. Ihre Gesandten ersuchten die übrigen Bundesstände, sich gegenüber dem Kg. für die Stadt einzusetzen (Kop., s.d., jedoch nach dem 10.5., vor dem 2.6.1507; StdA Nördlingen, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 252–255’).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Der Nördlinger Gesandte Ulrich Strauß übersandte die mündlich in der Bundesversammlung vorgetragene und anschließend schriftlich vorgelegte Straßburger Erklärung mit Schreiben vom 2.6. nach Hause [Nr. 607, Pkt. 1].
    1
     Die Beschlußfassung zumindest zum ersten Punkt erfolgte deutlich früher. So war Nürnberg spätestens am 26.6. über die Entscheidung des Bundes wegen der umstrittenen Wehranlagen informiert [s.u. Anm. 5]. Klüpfel (Urkunden II, S. 9) datiert Pkt. [1] des Abschieds auf den 14.6. Archivalisch ist diese Datierung allerdings nicht zu verifizieren.
    2
     Beschluß der Bundesversammlung zu Augsburg vom 17.1.1507 [Nachweise s. Nr. 615, Anm. 4].
    3
     Vgl. Nr. 616, Anm. 1. Der Nürnberger Rat konstatierte am 13.4. (tertia post quasimodogeniti) aufgrund einer Besichtigung der Blockhäuser und Gräben, daß man dem kgl. Befehl weitgehend nachgekommen sei und die alten Verteidigungsanlagen nicht zurückgebaut werden müßten (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsbücher 8, fol. 348’). Die Nürnberger Gesandten auf dem Schwäbischen Bundestag zu Augsburg – Jörg Holzschuher, Willibald Pirckheimer und Sigmund Groß – wurden am 24.4. instruiert, dem befürchteten Beschluß des Bundes zur Besichtigung der Anlagen entgegenzuarbeiten. Entscheidend sei das Mandat des Kg., das die Niederlegung der Anlagen regle und zu dessen Auslegung der Bund nicht befugt sei. Äußerstenfalls sollten die Kommissare den Auftrag erhalten, sich zu erkundigen, ob den Anweisungen des Kg. Folge geleistet worden sei, nicht jedoch, ob Nürnberg den Bescheid [des Bundes] vollzogen habe (Kop. Nürnberg, samstag jubilate;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 37’-38).
    4
     Vgl. den Reversbrief Sachsenheims und Küchenmeisters vom 6.8.1500 (Wiesflecker, Regesten III/2, Nr. 14328, S. 888).
    5
     Nürnberg informierte mit Schreiben vom 26.6. Hg. Ulrich von Württemberg über den Beschluß und bat ihn, Sachsenheim trotz seines fortgeschrittenen Alters für die Teilnahme an der Kommission zu gewinnen (Kop., samstag nach Johannis baptiste;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 157–157’). In gleichem Sinne wandte sich die Stadt an den württembergischen Kanzler Gregor Lamparter (Kop., samstag nach Johannis baptiste; ebd., fol. 158’-159’) und natürlich an Sachsenheim selbst (Kop.; samstag nach Johannis baptiste; ebd., fol. 157’-158. Entsprechende Empfehlung der Nürnberger Ratskonsulenten vom 25.6. (feria sexta post Johannis baptiste);StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden, Akten A 84, Nr. 9, hier fol. 86).
    6
     Küchenmeister benannte am 20.8. dem Bundeshauptmann Wilhelm Güss von Güssenberg den 9.9. (dornstag nach unser frauen tag nativitatis) als Besichtigungstermin und bat um Benachrichtigung der übrigen Kommissare (Kop., freitags nach unser frauen tag assumpcionis; StdA Nördlingen, Missiven 1507, fol. 106). Güss ersuchte seinerseits den Bundeshauptmann der Städte, Matthäus Neithart, um Mitteilung an Ulrich Strauß (Or. m. S., mitwoch nach Bartholomei [25.8.]1507; ebd., fol. 117–117’).
    7
     Die Gesandten Mgf. Friedrichs brachten die Angelegenheit im November 1507 erneut vor den Schwäbischen Bundestag. Doch wurden Beratungen darüber wegen der Abwesenheit der Kommissare Küchenmeister und Westerstetten vertagt. Der nächste Bundestag sollte dann die Konstanzer Beschlüsse umsetzen. Wegen der von den Gesandten beklagten Verletzung obrigkeitlicher Rechte in brandenburgischen Lehen des Nürnberger Bürgers Wolfgang Haller sollten ebenfalls auf dem nächsten Bundestag die Nürnberger Gesandten angehört werden (Schwäbischer Bundesabschied, Kop. Ulm, sonntag nach St. Elisabethen tag [21.11.]1507; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; StdA Augsburg, Lit. 1507, Fasz. [18] 1507. Schwäbischer Bund (Jan.-Dez.), unfol.; HStA Stuttgart, J 9, Bd. 25, Stück-Nr. 42; GLA Karlsruhe, 225/1226, unfol. Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 14).
    8
     Dr. Ulrich und Wolfgang von Schellenberg (Büchel, Regesten II, S. 121).
    9
     In den vorliegenden Bundesabschieden ist kein diesbezüglicher Beschluß nachweisbar. Kg. Maximilian hatte allerdings von Augsburg aus mit Mandat vom 1.4.1504 Hans von Schellenberg untersagt, seine am kgl. Kammergericht anhängige Klage gegen Gf. Johann von Sonnenberg als früheren kgl. Landvogt in Schwaben weiterzuverfolgen. An das Kammergericht ging ein entsprechendes Inhibitionsmandat aus (Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 18492, S. 460). Möglicherweise nimmt der obige Beschluß zur Bildung einer Kommission darauf Bezug.
    10
     Der Schwäbische Bundestag in Ulm entschied am 21.11., daß Schellenberg restituiert werden solle und man ihm dabei helfen werde [Nachweise s.o. Anm. 7]. Dies unterblieb jedoch. Infolge einer neuen Initiative des Bundes zur gütlichen Beilegung gelang Johann Truchseß von Waldburg am 2.1.1509 die Schlichtung des Streits um die obrigkeitlichen Rechte über den Hof Katzenthal (Büchel, Regesten II, Nr. 526, S. 164; Vochezer, Geschichte I, S. 721f.; II, S. 411).
    11
     Bezieht sich auf die zweite Einungsperiode des Schwäbischen Bundes von 1496–1499. Vgl. Carl, Bund, S. 64.
    12
     Vgl. Heil, RTA-MR VIII, Nrr. 590599, 811 [fol. 107, Pkt. 3], 819 [fol. 120, Pkt. 4], 830 [fol. 109, Pkt. 7].
    13
     Augsburger Spruch vom 17.1.1507 [Nr. 615, Anm. 4].
    14
     Liegt nicht vor. Vgl. Nr. 115 [Pkt. 3].
    15
     Vater Gf. Christophs war der 1500 gestorbene Gf. Georg II. (Schwennicke, Europäische Stammtafeln NF XII, Tafel 51). Mit dem Vetter ist der Onkel Haug von Werdenberg gemeint, der bis 1497 als Bundeshauptmann fungiert, sich 1505 jedoch aus Altersgründen zurückgezogen hatte (Carl, Bund, S. 270f.).

    Anmerkungen

    a
     abgefordert] In B richtig: abfordern.
    b
    -b dise ... bitten] Fehlt in C.
    a
     Gegenber] In B, C eindeutig: Hegower.
    b
     Versammlung] In B zusätzlich: Der Memminger Bürgermeister Hans Stöbenhaber wurde vom Schwäbischen Bund beauftragt, am 17.8. (achtenden tag nach St. Lorenzen tag) nach Innsbruck zu kommen, um gemeinsam mit anderen Verordneten des Bundes dem Abt von Weingarten gegen den Landvogt in Schwaben, Jakob von Landau, als Anwalt beizustehen. – Der Schwäbische Bund hatte in einem (nicht überlieferten) Entscheid in dieser Angelegenheit zu diesem Termin einen Schiedstag vor dem Innsbrucker Regiment anberaumt, der dann auf den 16.9. verschoben werden mußte (Kg. Maximilian an Abt Hartmann von Weingarten, Kop. mit imit. Verm. cdric., [Konstanz], 14.8.1507; HStA München, KÄA 2017, fol. 389’. Adam von Frundsberg an Wilhelm Güss von Güssenberg, Kop., freytag nach Bartholmei [27.8.]1507; ebd., fol. 388). Als Bevollmächtigter der ftl. Bundesstände war Dr. Georg Eisenreich vorgesehen (Güss von Güssenberg an Hg. Albrecht von Bayern, Or., sampstags nach Bartholomei [28.8.]1507; ebd., fol. 386). Das Innsbrucker Regiment entschied am 26.9. bezüglich der zwischen dem Abt und dem Landvogt strittigen Punkte, daß die Kommissare Abt Johannes von Salem und Hans von Stadion binnen Jahresfrist ihre Unterlagen an Paul von Liechtenstein übergeben sollten, der einen Versuch zu einem gütlichen Vergleich unternehmen sollte. Abt Hartmann sollte den Bannspruch gegen zwei Amtleute des Landvogts aufheben, Jakob von Landau seine gewaltsamen Übergriffe gegen das Kloster einstellen (Kop; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.).

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    «2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz »

    «ŠNr. 273 Instruktion Kg. Maximilians für seine Räte Christoph Schenk von Limpurg (kgl. Vogt zu Nellenburg), Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald/Nürnberg) und Georg von Emershofen als Gesandte zum Schwäbischen Bundestag in Überlingen »

    [1.] Sicherung des Klosters Reichenau gegen die Eidgenossen; [2.] verbale und tätliche Übergriffe Straßburger Bürger gegen Angehörige des kgl. Gefolges; [3.] Überfälle von Raubrittern auf Bürger des Schwäbischen Bundes; [4.] aufrührerische Reden des Bürgers einer Bundesstadt; [5.] Ausstände an der Kölner Reichshilfe von 1505; [6.] Landshuter Erbfolgestreit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich; [7.] Maßnahmen zum Schutz der Gft. Burgund und der Mgft. Rötteln gegen die Franzosen; [8.] Frage der Lösung Kf. Philipps von der Pfalz aus der Reichsacht.

    Entenburg, 10. Mai 1507.
    München, HStA, KÄA 2017, fol. 350–354’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp., Dorsalverm.: Copi der artikel, so die kgl. ret zu Uberlingen den stenden des Punds verantwurt haben.) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. N. Ziegler) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 146–148’ (unvollständige Kop.) = C. Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. N. Ziegler; Provenienz Esslingen).
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 2f.

    Sie sollen folgendes mitteilen: Er hatte sich bereits auf die Abreise nach Überlingen vorbereitet, doch traf heute in wichtigen Angelegenheiten eine Gesandtschaft aus der Gft. Burgund ein1, die er so rasch wie möglich wieder abfertigen muß. Fordert, seine Ankunft in Überlingen abzuwarten. Um keine Zeit zu verlieren, sollen die Bundesräte inzwischen über folgende Punkte beraten: 1. Das Kloster Reichenau ist im Niedergang begriffen; es kann seinen eigenen Unterhalt nicht mehr finanzieren. Dies betrifft nicht nur das Hl. Reich, sondern auch die Nachbarn des Klosters, die zum größten Teil Bundesstände sind. Dennoch wies der Bund seine wiederholten Bitten um Hilfe2 unter Hinweis auf die Zuständigkeit des Reiches zurück. Falls die Reichenau in die Hände der Eidgenossen geraten würde, wäre dies jedoch von großem Nachteil auch für die Bundesstände. Die Kosten eines erneuten ŠKrieges mit den Eidgenossen wären beträchtlich. Er bittet deshalb, die Sache noch einmal zu erörtern und eine Hilfe für die Befestigung und Besetzung der Reichenau zu bewilligen.
    2. Etliche Straßburger vergingen sich während seines letzten Aufenthaltes in ihrer Stadt grundlos in Wort und Tat gegen Angehörige seines Gefolges und frevelten damit gegen ihn als ihren König, gegen das Hl. Reich und gegen den Rat der Stadt. Intrigen der Franzosen waren dafür verantwortlich. Wegen der Bundesmitgliedschaft Straßburgs will er nicht ohne die Zustimmung des Bundes vorgehen, zugleich erweist sich der Straßburger Magistrat in dieser Sache als nachlässig. Er bittet deshalb um Beratung über die Bestrafung der Übeltäter und die Nominierung von Kommissaren, die deren Vergehen gemeinsam mit dem Straßburger Magistrat ahnden sollen.
    3. Er hat glaubwürdige Nachricht erhalten, daß Raubritter (hegkenreiter) von einem in dieser Region gelegenen Schloß aus Überfälle auf Untertanen des Bundes verüben. Die Zeugen wollen aber erst dann genauere Angaben machen, wenn die Bestrafung der Übeltäter gewährleistet ist. Fordert die Bundesräte zur Beratung über die Bestrafung der Reiter auf und bietet seine Beteiligung daran – auch über seinen Anteil an der Bundeshilfe hinaus – an.
    4. Ein Bürger einer Bundesstadt äußerte in öffentlicher Runde, wenn die Bundesstädte mit den Eidgenossen einig würden, bräuchten sie sich um Papst und Kaiser nicht zu bekümmern, und sprach angeblich auch insgeheim mit einem Schweizer. Die Bundesgesandten sollen über die Bestrafung dieses Bürgers beraten.
    5. Etliche Bundesstände haben die auf dem Kölner RT bewilligte Reichshilfe noch nicht bezahlt. Da er jedoch Truppen zu redtung der ksl. kron und der teuchsen [!] er und wirde besteldt haben, das auch ainß tails im anzug in Italia ist, sollen die kgl. Gesandten erneut die sofortige Erlegung des Hilfsgelds nach Ulm anmahnen, damit er diese Truppen nicht entlassen muß. Denn Genua ist verloren, die Stadt hat sich gleich am ersten Tag nach dem Aufmarsch seines Heeres dem frz. Kg. ergeben. Das ist beschechen durch bratica mit der gulden pichß, das heist verreterey mitsampt der vorcht und den parteyn. 
    6. Hg. Albrecht von Bayern beschuldigt Pfgf. Friedrich der Mißachtung des Kölner Spruches [vom 30.7.1505] – was dieser bestreitet – und sieht sich deshalb nicht länger zu dessen Einhaltung verpflichtet. Gemäß dem von beiden Seiten angenommenen Spruch obliegt indessen ihm als röm. Kg. die Entscheidung darüber, ob dieser gebrochen wurde oder nicht. Darauf hat er Hg. Albrecht mehrfach hingewiesen. Er hat ihn auch zum RT nach Konstanz geladen, um an den Beratungen über die Angelegenheiten des Reiches teilzunehmen, und damit er, der Kg., in seiner Anwesenheit über den Streit entscheiden kann. Hg. Albrecht hat bislang hinhaltend reagiert3, weshalb er Gesandte zu ihm schicken wird. Der Hg. müßte seiner Aufforderung billigerweise Folge leisten, er kann nicht in seiner eigenen Angelegenheit als Richter auftreten. Die Bundesversammlung soll Hg. Albrecht auffordern, die kgl. Entscheidung abzuwarten und sich unverzüglich persönlich nach Konstanz zu begeben.
    7. Die kgl. Räte sollen den Bundesgesandten außerdem eröffnen, nachdem ain hoffnung ist, das die Aidgnossen die iren von den Kg. von Frankreich abgeforderta werden, sey Šgewiß, das er ein anschlag machen und in seinem abzug, wa der Schweizer ainstails bey im beleiben, die Gft. Burgundi und Mgft. Rettel, ee und der Reichs tag zu Costenz ain grundliche endschaft gewin, uberfallen werd4, damit er sein pos, mutwillig furnemen wider uns volpringen mög. Wurde aber kain Aydgenoß bey im beleiben, so wurdet er auch weiter nichts handeln und widerumb haimziechen, aber wartend auf ein kunftigs. Dieweil aber die Gft. Burgundi der teuchsen [!] nacion anhengig, ist darauf unser begern, das die vom Bund ratschlagen und ordnung geben, darmit wir und sy als bundsgenossen nit ubereylt werden, bis so lang, das solichem durch das Hl. Reich, das laider auf bdise stund gar sorgfeltig steet, wie meniglich wais, und sonderlich die veind mer dan die fraind, zu rechter zeit widerstand beschechen mög. So wurdet an den burgundischen nit mangl sein, dem Hl. Reich und namlich den Retlischen hierin zu helfen.
    Die kgl. Gesandten sollen über die Antwort der Bundesversammlung auf die vorgebrachten Artikel berichten und dann in Überlingen auf weitere Anweisungen warten. [Datum].
    8. Die in Konstanz versammelten Reichsstände haben ihn um Abschluß eines Vertrages mit Kf. Philipp von der Pfalz gebeten, damit dieser aus der Acht gelöst wird. Er will dies nicht ohne Einwilligung des Bundes tun, da der Hg. von Württemberg und der Lgf. von Hessen als seine Verbündeten [im Landshuter Erbfolgekrieg] einen Ausgleich mit Pfalz abgelehnt haben. Da er jedoch geneigt ist, den Ständen in dieser Angelegenheit zu willfahren, sollen die kgl. Gesandten die Bundesversammlung um eine Stellungnahme bitten-b.

    «Nr. 274 Antwort des Schwäbischen Bundestages in Überlingen an die kgl. Gesandten »

    1. Wie schon auf früheren Bundesversammlungen erklärt, betrifft die Angelegenheit mit Reichenau nicht nur den Bund, sondern das ganze Reich und ist deshalb den Reichsständen vorzubringen.1 Dabei läßt es die Bundesversammlung bleiben. Sicherlich wird der Kg. eine angemessene Antwort erhalten, wenn er die Sache den in Konstanz versammelten Reichsständen vorträgt.
    2. Die Straßburger Bundesgesandten haben eine Abschrift des Artikels hinsichtlich der Frevelworte und -taten einiger ihrer Bürger zur Übersendung an den Magistrat erbeten. Die Bundesversammlung geht davon aus, daß dieser in angemessener Weise und zur ŠZufriedenheit des Kg. verfahren wird. Sie kann deshalb in dieser Sache derzeit nichts unternehmen.
    3. Da weder das Schloß, von dem aus die Raubritter operieren, noch die Täter oder die Opfer bekannt sind, kann die Bundesversammlung über diesen Punkt nicht sinnvoll beraten. Sowie aber genauere Informationen vorliegen, wird man gemeinsam mit dem röm. Kg. geeignete Maßnahmen zur Bestrafung der Täter ergreifen.
    4. Da man weder den Namen des bewußten Bürgers noch dessen Äußerungen oder den Ort seiner Taten kennt, kann man derzeit nichts unternehmen; die Sache mißfällt ihnen jedoch.
    5. Die säumigen Bundesstände werden sich sicherlich gehorsam erzeigen, wenn der Kg. sie zur Bezahlung der Kölner Reichshilfe auffordert.
    6. Pfgf. Friedrich hat Hg. Albrecht von Bayern die Rückgabe des Unterpfands unter Verletzung des Kölner Spruches, der kgl. Deklaration2 und des vom Bund herbeigeführten Vergleichs3 versagt, weshalb der Schwäbische Bund auf dessen Ersuchen gemäß der Bundessatzung eine Hilfe bewilligt hat [Nr. 81]. Die Bundestruppen sollen sich am 30. Mai (sontag trinitatis) in Friedberg (bei Augsburg) sammeln. Der Kg. hat jedoch den in Augsburg versammelten Bund nach Überlingen beschieden, wohin er auch die in Konstanz anwesenden Kff. und Ff. mitbringen will, soweit sie dem Bund angehören. Dies hat die Bundesversammlung bewilligt, in der Hoffnung, daß der Kg. durch eine Entscheidung zwischen den Parteien einen Krieg abwenden kann. Da der Termin für die Bundeshilfe naht und die Hilfe zugesagt ist, kann diese nicht zurückgenommen werden, es sei denn, das Unterpfand wird Hg. Albrecht zurückerstattet. Dies zu veranlassen, liegt in der Macht des Kg. Bitten in Anbetracht der obliegenden wichtigen Angelegenheiten von Kg. und Reich, die unverzügliche Übergabe zu veranlassen und den Streit beizulegen, um einen Krieg im Reich zu verhindern. Die Bundesversammlung hat Hg. Albrecht schriftlich aufgefordert, zum RT nach Konstanz zu kommen [Nr. 87].
    7. Der Schutz Burgunds und Röttelns (Rottel) ist eine Angelegenheit des ganzen Reiches. Wenn der Kg. sein Anliegen den in Konstanz versammelten Reichsständen vorbringt, wird er sicherlich eine zufriedenstellende Antwort erhalten.
    8. Da der Kg. bezüglich der Acht gegen Kf. Philipp von der Pfalz einigen Bundesständen Verschreibungen ausgestellt hat, soll er mit diesen verhandeln. Er wird sicherlich eine gebührende Antwort erhalten.

    s.l., s.d., jedoch Überlingen, 16. Mai 1507.4 
    München, HStA, KÄA 3136, fol. 149–151’ (Kop.) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.) = B. Stuttgart, HStA, J 9, Nr. 5, Stück-Nr. 42, unfol. (Abschr. 19. Jh., Provenienz Esslingen).
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 3f.

    «ŠNr. 275 Replik Kg. Maximilians an den Schwäbischen Bund »

    [1.] Wegen der Reichenau will er zusammen mit einem Bundesausschuß bei den Reichsständen vorstellig werden. [2.] Er wird dem Ausschuß Unterlagen über die Vorgänge in Straßburg vorlegen und außerdem bereits die Klageerhebung durch eine Abordnung von Kg. und Bund vorbereiten. [3.] Mögliche Zeugen zur Ermittlung der Raubritter können nur zur Aussage bewogen werden, wenn die Bestrafung der Übeltäter gewährleistet ist. Die Strafen müssen durch ihn und den Bundesausschuß verhängt werden. [4.] Falls der Bund die Reden des Bürgers nicht beanstandet, ist es besser, dessen Namen zu verschweigen; falls der Bund ihn aber bestrafen will, soll er genannt werden. [5.] Die Register über die Ausstände bei der Kölner Reichshilfe wird er übergeben. [6.] [Keine Stellungnahme]. [7.] Wegen der Mgft. Rötteln will er zusammen mit dem Bundesausschuß ebenfalls bei den Reichsständen vorstellig werden. Burgund wird er von den Niederlanden aus selbst schützen. [8.] Wegen der Acht gegen Kf. Philipp von der Pfalz sollen ihm Württemberg, Hessen und Nürnberg Abschriften seiner Verschreibungen über die im Landshuter Erbfolgekrieg eroberten Gebiete1 vorlegen. Der Bund soll einen Ausschuß bilden, um darüber zu beraten.

    s.l., s.d., jedoch wohl Konstanz, nach dem 16. Mai 1507.
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 4f.

    «Nr. 276 Duplik des Schwäbischen Bundes an Kg. Maximilian »

    [1.] Beharren hinsichtlich der Reichenau auf ihrer vorigen Anwort und erklären, gemäß Bundessatzung mit dieser Angelegenheit nichts zu tun zu haben. [2.] Straßburg hat dem Bund ein Rechtfertigungsschreiben wegen der Frevelworte zur Weiterleitung an den Kg. zugesandt.1 [3./4.] Bezüglich der Raubritter und der aufsässigen Reden beläßt es die ŠVersammlung bei ihrer vorigen Antwort, ohne Kenntnis der Namen und Tatumstände nichts unternehmen zu können. [5./6.] [Keine Stellungnahme]. [7.] Mgf. Christoph von Baden als Inhaber Röttelns wurde noch nicht vorstellig, weshalb der Bund in dieser Angelegenheit nicht tätig werden kann. [8.] Württemberg, Hessen und Nürnberg wollen Abschriften ihrer Verschreibungen übersenden. Der Bund kann keinen Ausschuß wegen eines Vertrags mit Kf. Philipp von der Pfalz einsetzen, da es sich um eine Angelegenheit des Reiches handelt. – Bitten um Antwort auf eine Schrift2, die der Bund vor kurzem im Namen einiger seiner Mitglieder übergeben hat.

    s.l., s.d., jedoch wohl Konstanz, nach dem 16. Mai, vor dem 2. Juni 1507.3 
    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 5f.

    «Nr. 277 Abschied des Schwäbischen Bundestages »

    [1.] Konflikt zwischen Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Nürnberg wegen Nürnberger Befestigungsanlagen; [2.] Konflikt zwischen Hans von Schellenberg und Gf. Johann von Sonnenberg; [3.] Forderung der Hegauer an den Schwäbischen Bund; [4.] Klage Nördlingens gegen Oswald von Weiler; [5.] Konflikt zwischen Nürnberg und Mgf. Friedrich von Brandenburg wegen strittiger Geleitrechte; [6.] Klage der Gff. von Werdenberg gegen den kgl. Landvogt in Schwaben.

    Konstanz, 28. Juni 1507 (vigilia sancti Petri et Pauli).1
    München, HStA, KÄA 2013, fol. 208–216’ (Kop., Datumverm.) = Textvorlage A. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop., Datumverm.) = B. Augsburg, StdA, Lit. 1505–1507, Fasz. [18], Schwäbischer Bund (Jan.-Dez. 1507), unfol. (Kop., Datumverm., Dorsalverm.: 1507. Pundstag auf dem reichstage zu Costenz.) = C. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. Lit. 911, unfol. (Kop., Datumverm.). Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (Kop., Provenienz Esslingen).
    (Knappes) Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 9.

    [1.] Der ab dem 6. Januar (hl. dreier Kgg. tag) in Augsburg abgehaltene Bundestag hat im Streit zwischen Mgf. Friedrich von Brandenburg und der Stadt Nürnberg entschieden, daß Nürnberg die befestigten Gräben vor der Stadt binnen dreier Monate einzuebnen habe2, was jüngst aufgrund eines kgl. Befehls geschehen ist.3 Der Mgf. vertritt jedoch die Auffassung, Šdaß Nürnberg diese Entscheidung und das kgl. Mandat unzureichend umgesetzt hat. Dies wird von Nürnberger Seite bestritten. Die Versammlung beschließt, eine Kommission zur Besichtigung vor Ort nach Nürnberg zu entsenden. Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse soll auf dem nächsten Bundestag weiterverhandelt werden. Die Mitglieder der Kommission sind: für den Kg. Dr. Hans Schad, für die Kff. und Ff. Dr. Johann Küchenmeister und Hermann von Sachsenheim – alle drei waren als Bevollmächtigte des Kg. und der auf dem Augsburger RT versammelten Stände4 mit der Angelegenheit betraut –, für die Prälaten, die Gff. und den Adel: Gf. Wolfgang von Oettingen, für die Städte: Ulrich Strauß (Bürgermeister zu Nördlingen). Der röm. Kg., der Ebf. von Mainz und der Hg. von Württemberg sollen um die Freistellung ihrer Räte für die Mission ersucht werden. Falls Sachsenheim dafür nicht zu gewinnen ist, soll Württemberg an seiner Stelle einen anderen Rat abordnen.5 Dr. Küchenmeister wird den übrigen Verordneten den Termin der Mission ankündigen. Diese haben dann gemäß dem Beschluß des Bundes zu verfahren.6 Sollte der Vertreter des Kg., Dr. Schad, aus triftigen Gründen nicht erscheinen, wird die Kommission dennoch durchgeführt. Falls die Kommissare die mit der Niederlegung der Bauten betrauten Arbeiter oder andere Nürnberger verhören wollen, soll der Magistrat diese dafür von ihren Verpflichtungen entbinden und sie anhalten, ihr Wissen vollständig preiszugeben. Die Kommission hat zusätzlich den Auftrag, die zwischen den Parteien umstrittene neu gebaute Anlage vor der Stadt zu besichtigen und Erkundigungen über deren Erbauung einzuziehen, um der nächsten Bundesversammlung darüber berichten zu können.7 
    Š[2.] Bezüglich des Streits Hans von Schellenbergs und seiner Brüder8 mit Gf. Johann von Sonnenberg wurde aufgrund des Augsburger Abschieds9 beschlossen, daß der Abt von Minderau sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Wangen die Anhörung der Schellenberger vornehmen sollen. Die nächste Bundesversammlung wird dann über den Streit befinden und sich ggf. gemäß der Bundessatzung für Schellenberg einsetzen.10 
    [3.] Die Hegauer (Gegenbera [!]) haben abermals den röm. Kg. mit ihrer aus dem Schweizerkrieg herrührenden vermeintlichen Forderung konfrontiert, worüber sich die Bundesstände der dreijährigen Einung11 befremdet zeigten. Aufgrund der bekannten Sachlage sind sie den Hegauern nichts schuldig. Sie haben sich dennoch in ein gütliches Verfahren vor Hg. Albrecht von Bayern eingelassen und ihnen zuletzt auch noch den Rechtsweg gemäß Bundessatzung angeboten, den anzunehmen die Hegauer gemäß der Einung verpflichtet sind. Dabei belassen sie es und bitten den Kg., zu bedenken, daß der Schweizerkrieg nicht vom Schwäbischen Bund, sondern vom röm. Kg. als Ehg. von Österreich begonnen wurde und daß die Bundesstände über die Wahrnehmung ihrer Bündnispflichten hinaus erheblich mehr Schäden erlitten haben als die Hegauer, die diese überdies größtenteils selbst verschuldet haben. Der Kg. soll deshalb die Forderung der Hegauer zurückweisen oder sie veranlassen, das Angebot der Bundesstände zu einem rechtlichen Verfahren anzunehmen. Insbesondere sind sie darüber irritiert, daß die Hegauer ihre vermeintliche Forderung ungeachtet der letzten schriftlichen Antwort der Bundesstände erneut vor den Kg. gebracht haben. [Wiederholen noch einmal ihre Argumente].
    [4.] Die Stadt Nördlingen brachte vor, daß ihre Bürger Martin Altheimer und Melchior Hartmann vor vier Jahren auf dem Weg von Gunzenhausen nach Nördlingen bei Steinacker von Unbekannten beraubt und als Gefangene Tailackers und Henßlinschwerts (Heselwenzs) abgeführt worden seien. Die beiden Bürger seien verpflichtet worden, sich nach Aufforderung in Drachenfels zu stellen. Geraume Zeit später seien die beiden Bürger durch einen ungesiegelten und nicht unterzeichneten Zettel aufgefordert worden, sich im Wirtshaus zu Drachenfels einzufinden. Dem Folge zu leisten, hätten sich die beiden Bürger Šnicht verpflichtet gesehen. Dabei sei es bislang geblieben. Doch hätten sie jetzt zuverlässige Nachricht erhalten, daß Oswald von Weiler sich der Sache annehmen wolle und geäußert habe, Altheimer sei ein ehrloser Mann; wenn er seiner habhaft werde, wolle er nach seinem Gutdünken mit ihm verfahren. – Zum Schutz seiner Bürger bat Nördlingen kraft Bundessatzung um Hilfe und Rat. Weiler handelt eindeutig widerrechtlich; die Tailacker-Fehde wurde durch den röm. Kg. beigelegt, alle Gefangenen wurden freigelassen und die Schatzungen sind erledigt.12 Die Bundesversammlung hat deshalb beschlossen, daß jeder Bundesstand und insbesondere Mgf. Friedrich von Brandenburg als nächstgesessener Fürst gehalten ist, nach Weiler zu fahnden, ihn gefangenzunehmen und gegen ihn rechtlich zu verfahren, damit die Sicherheit der Nördlinger Bürger gewährleistet ist und der Bund durch Weiler mit dergleichen Händeln nicht mehr behelligt wird.
    [5.] Mgf. Friedrich von Brandenburg brachte vor, daß er und seine Vorfahren bislang unbestritten das Geleitrecht nach Nürnberg innegehabt hätten. Auch der Augsburger Bundestag habe befunden, daß er befugt sei, dieses Geleitrecht weiterhin auszuüben.13 Dennoch habe der Nürnberger Magistrat den mgfl. Geleitsmann vor einiger Zeit vorgeladen und ihn davor gewarnt, sich mit seiner Geleitsbüchse weiterhin in Nürnberg aufzuhalten. – Der Mgf. bat den Bund um Hilfe. Man hat beschlossen, beide Parteien vor den nächsten Bundestag zu laden und sie anzuhören, um dann gemäß der Bundesordnung zu verfahren.
    [6.] Der Bund brachte in Konstanz die Angelegenheit der Gff. von Werdenberg schriftlich dem Kg. vor14, der das Anliegen des Bundes jedoch zurückwies. Deshalb haben Kff. und Ff. persönlich gemeinsam mit der Bundesversammlung erneut über die Angelegenheit beraten und Gf. Christoph zu einem Austrag geraten.
    Dies lehnte der Gf. jedoch ab und verlangte die vorherige Aufhebung des Hochgerichts und anderer durch den kgl. Landvogt [Jakob von Landau] eingeführter Neuerungen. Außerdem solle der Abt von Kempten als Kommissar fungieren und seine Beisitzer selbst auswählen dürfen. Die Aufhebung des Urteils der Stadt Konstanz solle noch einmal geklärt werden. Und schließlich sei das Verfahren binnen eines halben Jahres abzuschließen; andernfalls solle die gehorsame Partei ein Urteil erhalten und die säumige Partei ihrer Ansprüche verlustig gehen.
    Die Bundesstände wiesen diese Forderungen als unangemessen und beim Kg. und seinen Räten nicht durchsetzbar zurück und erneuerten ihren vorherigen Vorschlag. Diesen lehnte Werdenberg zweimal ab und beharrte darauf, daß seine Forderungen dem Kg. vorgetragen werden sollten. Die Versammlung legte schließlich einen schriftlichen Beschluß nieder: Demnach fällt die bereits auf mehreren Bundestagen auch im Namen seiner Vetter und Brüder vorgetragene Beschwerde Gf. Christophs über den Landvogt zu Schwaben und seine Forderung, dessen Neuerungen abzustellen und ein Urteil der Stadt Konstanz zu vollziehen, satzungsgemäß nicht in die Zuständigkeit des Bundes. Diese Entscheidung basiert auf Verhandlungen mit dem röm. Kg. und auf der Erwägung, daß der Hauptpunkt des Streits, das Urteil, vor der Bundesgründung erging. Hinsichtlich der beanstandeten Neuerungen Šbestreitet die Gegenpartei eine Verletzung von Rechten der Gff. von Werdenberg. Der Gf. soll deshalb den Bundesrichtern darlegen, welche unrechtmäßigen Maßnahmen der Landvogt zu seinem Nachteil seit der Bundesgründung durchgeführt hat. Danach wird die Bundesversammlung gemäß Bundesordnung verfahren.
    Gf. Christoph, der am Nachmittag wieder vor die Versammlung berufen wurde, beharrte auf seinem Standpunkt, was jedoch aus den bereits angezeigten Gründen abgelehnt wurde. Auf seine anschließende Rede hin verfaßte die Bundesversammlung eine schriftliche Erklärung: In seiner Rede stellte der Gf. fest, daß er einen Vermittlungsvorschlag der Bundesversammlung abgelehnt habe, woraufhin sich die Bundesstände ihrerseits geweigert hätten, die von Gf. Christoph und seinem Bruder vorgebrachte Forderung dem röm. Kg. zu übermitteln. Er könne demnach ermessen, welche Hilfe ihm der Bund bieten werde, und fordere deshalb, in der Sache nichts weiter zu unternehmen, ihnen, den Gff. von Werdenberg, irs vaters und vetters15 insigl vom bund herauszegeben und sy besehen lassen, wie sy irn sachen furan tun mochten etc. Die Versammlung hat darüber beraten und bekundet ihr Mißfallen an dieser Rede. Die Ablehnung seiner Forderung ist wohlbegründet. Deren Übermittlung an den Kg. hätte dem Bund wie auch den Gff. von Werdenberg geschadet. Keinesfalls wollte die Versammlung verweigern, was diesen laut Bundessatzung zusteht. Die Versammlung hätte erwartet, daß der Gf. ihren Bescheid akzeptiert und seine verächtliche Rede unterläßt. Auf seinen jüngsten Antrag hin haben Kff. und Ff. persönlich mit den übrigen Bundesständen beraten und nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Der röm. Kg., Kff., Ff. und andere Stände haben bislang zustimmende wie ablehnende Bescheide des Bundes akzeptiert; man geht davon aus, daß dies auch künftig so bleibt. Falls er dies wünscht, wird man ihm den Beschluß des Bundes schriftlich mitteilen. Man erwartet auf jeden Fall, daß er seinen Bündnispflichten weiterhin nachkommen wird.
    Nach Verlesung des Bundesbeschlusses erbat der Gf. eine Abschrift und verließ die Versammlungb.