Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «6. Sonstige Streitsachen »

    6.1. Verhandlungen zwischen Kurpfalz und König Maximilian über Fragen im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg »

    6.1.1. Eroberungen König Maximilians  »

    «Nr. 425 Vortrag der kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen (kurpfälzischer Kanzler) und Johann Landschad (kurpfälzischer Rat und Bgf. zu Alzey) an Kff. und Ff. »

    Erinnern daran, daß Kf. Philipp von der Pfalz der kgl. Ungnade verfallen und auf dem kgl. Tag zu Köln diesbezüglich ein Abschied1 ergangen ist. Der Kf. hat sich gehorsam erzeigt und gemäß der kgl. Zusage erwartet, vom Kg. wieder in Gnaden aufgenommen zu werden. Er mußte jedoch bei vielen Gelegenheiten, die hier nicht im einzelnen darzulegen sind, feststellen, daß dies nicht vollständig der Fall ist. Ihre hier anwesenden gn. Hh.2 und sie selbst sind der Ansicht, daß eine Fürbitte der Kff. und Ff. beim Kg. für ihre Verhandlungen hilfreich wäre und die Abstellung der kgl. Ungnade, soweit diese noch besteht, bewirken könnte. Bitten deshalb, beim Kg. Fürbitte einzulegen. Sie sind sicher, daß der Kf. und seine Söhne dies nicht vergessen werden, und danken in deren Namen.

    s.l., s.d., jedoch act. Konstanz, 30. April 1507.3 
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 115–115’ (Konz. Hd. Venningen, Dorsalverm.: Red und handelong, ongefert furn Kff. und Ff. der versamelung etc.).

    «Nr. 426 Verzeichnis der im Landshuter Erbfolgekrieg eroberten kurpfälzischen Besitzungen »

    [Im Elsaß:] Stadt Hagenau, Schlösser und Städte Kaysersberg, Oberehnheim, Schlettstadt, Colmar, Mülhausen, Münster/St. Gregoriental und Rosheim.
    Zu diesen Schlösser und Städten gehörige Dörfer: Ettendorf, Mommenheim, Wingersheim, Hüttendorf, Minversheim, Lixhausen (Luttelßhusen), Bossendorf, Morschweiler (Maißwyler), Kindweiler, Forstheim, Ohlungen, Mutzenhausen, Gunstett, Wittersheim, die Walk, Bitschhofen, Überach, Ringeldorf, Grassendorf, Sufflenheim, Batzendorf, Wintershausen, Berstheima, Kriegsheim, Schäffolsheim, Bernolsheim, Wahlenheim und Hochstett, außerdem die Stadt Weißenburg/Elsaß mit dem Vogteiamt, Altenstadt, Schleithal und Seebach.
    ŠIn der Ortenau: Stadt Offenburg, Stadt Gengenbach, Stadt Zell, Schloß und Gericht Ortenberg mit den Zugehörungen b(Dunßdorf1 [?], die Ortschaften Käfersberg, Fessenbach, Zell, Weierbach, Durbach, Weißenbach (Wißhenperg), Marlen (Marnheym), Kittersburg, Goldscheuer, Hohnhurst und Waseneck mit anderen zu Ortenberg gehörigen Zinken und Höfen. Zahlreiche Dorfbewohner in der Mgft. [Baden], der Gft. Saarwerden sowie im Amt Lahr zu Ichenheim, Altenheim, Dundenheim und anderen Orten sind dem Schloß Ortenberg mit Diensten und Sachleistungen verpflichtet, ebenso etliche Bewohner des Dorfes Lichtenberg. Dazu kommen die Kastvogtei über das Kloster Gengenbach, die Fischgewässer in der Kinzig und der Lachsfang sowie der Wildbann.)-b, Achern samt dem Gericht c(mit Unterachern, Oberachern, Fernach, Önsbach, Fautenbach, Ottersweier und dem dortigen Zoll, Lauf, Neusatz und anderen Weilern und Höfer. Viele Hintersassen der Stadt Straßburg, der Mgff. [von Baden] und andere sind zu Diensten und Sachleistungen verpflichtet; dazu kommen das Geleitrecht im Amt und der Wildbann)-c, das Gericht Appenweier d(mit den Dörfern Nußbach, Urloffen, Rüchelnheim, Zimmern und vielen Höfen. Viele Untertanen des Bf. von Straßburg in Renchen, Erlach und in anderen Ortschaften, auch Untertanen der Hft. Lichtenberg sind zu Diensten und Sachleistungen verpflichtet.)-d, das Gericht Griesheim e(mit den Dörfern Uffhofen, Waltersweier, Weier, Bühl, Kinzigdorf (Konzdorf), Sand, Ebersweier, Rammersweier, Bohlsbach, Windschläg (Windßler) und anderen dazugehörigen Weilern und Höfen)-e, das Gericht Zinsweiler samt den zugehörigen Dörfern (Zu jedem dieser Gerichte gehören zwei bis fünf und mehr Dörfer.2), Ottersweier, der Zoll zu Biberach (bei Zell), der Hof in Marlen, Müllen (Mulnheim) und der Hof in Didenheim.
    Kurpfälzische Ämter, Schlösser, Städte und Flecken, die nicht zur Reichspfandschaft gehören: Rappoltsweiler, Kestenholz, Maursmünster, Barr, Hochfelden, Reichshofen, Buschweiler und Heilig-Kreuz (jeweils mit mehreren zugehörigen Dörfern).
    Schloß und Amt Kleeburgf.
    gŠEigengut der Pfalz in der Ortenau: das Dorf Müllen (Mülnheim) mit Wäldern und anderem Zubehör, ein Burghof zu Trudenheim mit Zubehör, zwei Mühlen in Offenburg mit einem Jahresertrag von 800–900 Malter Korn und Weizen, Schäfereien und Höfe in Offenburg, die Mühle zu Griesheim mit dem Lachsfang und anderem Zubehör, die Weingärten zu Ortenberg sowie Gerichtsbarkeit, Wildbann, Jagd, Fischereien, Wälder, Äcker und Atzung3 in allen Ritterschaften-g.

    Am 18. April 1507 den kurpfälzischen Gesandten zugesandt [Nr. 60]; von diesen in Konstanz vor dem 21. Mai an Kg. Maximilian übergeben.4 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 201–202’ (Reinkonz. Hd. Venningen, Überschr.: Diß nachfolgend sint die stet, schloß, dorfer und flecken, so der Pfalz in pfandschaft- und aygentumßwyße vor dem krieg zugestanden und durch die kgl. Mt., unßerm gnst. H., und die iren ingenommen, auch abhendig gemacht und noch außstendig sin.) = Textvorlage A. München, HStA, Fürstensachen 218/I, fol. 2–3’ (A zugrundeliegender Entwurf) = B.

    «Nr. 427 Supplikation der kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad an Kg. Maximilian »

    Sie ziehen aus der durch den Bf. von Würzburg vorgetragenen kgl. Antwort1 auf die gestrigen Verhandlungen den Schluß, daß der Kg. ihre in Straßburg vorgebrachte Werbung2 aufgrund seiner vielfältigen Beanspruchung vergessen hat oder ihr Vortrag nicht so gut war, wie ihnen befohlen wurde. Sie sehen sich deshalb veranlaßt, davon eine Zusammenfassung zu übergeben, und bitten, diese anzunehmen und sich gemäß den gemachten Zusagen gegen Kf. Philipp und seine Söhne gnädig zu erzeigen.
    1. Der Kg. wurde, obwohl bereits darüber informiert, auf die enormen Schäden im Kfm. und die territorialen wie finanziellen Verluste Kf. Philipps hingewiesen. Der Kf. mußte wegen seiner Schulden bereits zahlreiche Ortschaften verkaufen oder verpfänden und muß dies weiterhin tun, um seine Schulden bedienen zu können. Er ist deshalb auf die Hilfe des Kg. angewiesen.
    2. Kf. Philipp, der zu einem vertraglichen Abschluß kommen und die kgl. Gnade wiedererlangen will, ist bereit, dem Kg. die eroberten Gebiete zu überlassen. Die mehr als 57 Ortschaften erbringen ein erhebliches Einkommen. Der Kf. würde deshalb lieber auf 15 000 fl. jährlich verzichten – eine Summe, welche deren Ertrag wohl übersteigt – als auf die eroberten Gebiete.
    Š3. Der dem Kf. verbliebene Teil der Pfandschaft trägt nicht einmal den Pfandschilling. Die vom Kg. eroberten Gebiete waren die wertvollsten und brachten zusammen mit dem vormaligen kfl. Eigengut nach gewonlichem anschlag ohne Berücksichtigung der herrschaftlichen und obrigkeitlichen, landes- und lehnsherrlichen Rechte jährlich bis zu 12 000 fl. ein.
    4. Das an den kgl. Kanzler [Serntein] übergebene Register der Einkünfte nach bemeltem gewonlichem anschlag – wobei 2 Malter Korn mit 1 fl., 4 Malter Rauhfrucht mit 1 fl. und 1 Fuder Wein mit 5 fl. veranschlagt werden – belegt, daß sich der jährliche Ertrag der Landvogtei (Pfandschaft) auf 5275 fl., 19 alb., 2 ß und 1½ Straßburger Pf. beläuft, das Eigengut in der Landvogtei jährlich 1622 fl., 4 alb., 6 Pf. und das Amt Ortenberg 4554 fl., 23 alb. einbringt. Als Gesamtsumme ergeben sich demnach 11 657 fl., 20 alb., 2 Pf. Heidelberger Währung, 2 ß, 1½ Pf. Straßburger Währung.3 
    5. Sie haben weiter dargelegt, daß der Kf. auf das kgl. Angebot von 50 000 fl. für die Landvogtei kein Gegenangebot abgeben kann. Ein Gegenangebot auf der Grundlage des vom Kf. veranschlagten Wertes in Höhe von 300 000 fl. oder – nach Maßgabe der jährlichen Einkünfte – von mindestens 240 000 fl. hätte dem Kg. wohl mißfallen und hätte dahingehend interpretiert werden können, als wünsche der Kf. keine Einigung. Die Annahme des kgl. Angebots hingegen würde den Kf. und seine Söhne ins Verderben führen.
    6. Sie haben die Festlegung des Wertes der eroberten Besitzungen deshalb dem Kg. überlassen und darauf gehofft, daß er die von Jugend an bewiesene Untertänigkeit des Kf. anrechnen und diesen und seine Söhne großzügiger bedenken wird, so daß ihr kfl. Stand gesichert wird und sie Kg. und Reich künftig um so besser dienen können.
    7. Sie haben auf kgl. Anfrage hin mitgeteilt, daß sie zum Abschluß der Verhandlungen, auch zur Erledigung der kurpfälzischen Beschwerden wegen der Acht und anderer offener Fragen, zur Wiedererlangung der kgl. Gnade und des kfl. Titels und zur Wiedereinsetzung Kf. Philipps in seine Würden und seinen Stand wie vor dem Krieg bevollmächtigt sind.
    8. Sie haben in einer vertraulichen Unterredung mit dem kgl. Kanzler eröffnet, daß sie in der Zahlung von 160 000 fl. für Pfandschaft und Eigengut oder alternativ in der Verweisung auf ein entsprechendes jährliches Einkommen Möglichkeiten für eine Einigung sehen. Damit wäre zwar nicht einmal die Hälfte des tatsächlichen Wertes abgedeckt, aber der Kf. könnte mit dem Geld seine Schulden bedienen.
    Dies alles haben sie ihm, dem Kg., vorgetragen und auch bei den Verhandlungen mit dem kgl. Kanzler geäußert. Seither mußten sie unter hohen Kosten viele Wochen lang ausharren. Bitten unter Hinweis auf die dargelegten Aspekte, den Kf., seine Söhne, sein Land und seine Untertanen in der Weise, wie sie gehofft haben, und unter Berücksichtigung ihrer Lage zu bedenken. Der Kf. und seine Söhne werden sich dafür dankbar erzeigen.

    [Konstanz], 28. Mai 1507 (frytags nach dem hl. pfingsttag). 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 203–204’ (Kop.).

    «ŠNr. 428 Supplikation der kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen (kurpfälzischer Kanzler) und Johann Landschad (Bgf. zu Alzey) an Kg. Maximilian »

    [1.] Sie haben gemäß dem kgl. Bescheid1 mit dem nach Konstanz gerufenen kgl. Zinsmeister der Landvogtei [Hans Heinrich Armstorfer] über die Einkünfte aus den vom Kg. eroberten Orten beraten. Nach ihrem Dafürhalten haben sie bei den Angaben darüber keinen großen Unterschied feststellen können, wie aus der folgenden Aufstellung zu entnehmen ist. Sie bitten im Namen des Kf. um eine milde Entscheidung.

    Landvogtei

    Sie haben die jährlichen Einkünfte auf 5275 fl., 12 alb., 2 ß, 1½ Straßburger Pf. beziffert, während die Einnahmen seit der Eroberung der Landvogtei durch den Kg. jährlich maximal 4516 fl., 48 kr. betrugen – eine Differenz von ca. 679 fl. Beteuern, daß sich die Einnahmen des Kf. in durchschnittlichen Jahren und nach gewonlichem anschlag auf die von ihnen angegebene Summe beliefen. Dies kann durch ein Register belegt werden. Bei Berücksichtigung folgender Punkte kann diese Summe durchaus noch erreicht werden:
    Die Eckern2, die sie mit 1100 fl. veranschlagten, der Zinsmeister jedoch auf 100 fl. geschätzt hat, können 1300 fl. und mehr einbringen und wurden ohnehin unter ihrem Wert taxiert.
    Die auf 300 bzw. 100 fl. geschätzten gerichtlichen Strafzahlungen können in den nächsten Jahren durchaus mehr abwerfen als bislang dem Kf.
    Der Zinsmeister hat die Erträge an Getreide und Wein zu niedrig veranschlagt. In der Landvogtei werden üblicherweise 2 Malter Korn mit 1 fl., 4 Malter Rauhfrucht (wie Hafer oder Spelt) mit 1 fl. und 1 Fuder Wein mit 5 fl. bewertet, während der Zinsmeister 3 Malter Korn mit 1 fl., 5 Malter Rauhfrucht mit 1 fl. und 1 Fuder Wein mit 4 fl. veranschlagt hat, was die Gesamtsumme erheblich verringert.
    Die Weinernte fällt üblicherweise besser aus als vom Zinsmeister angegeben.
    Das Schirm- und Geleitgeld etlicher Klöster, das dem Kf. über 100 fl. jährlich einbrachte, wird nicht eingezogen.
    Die Vogtei Kaysersberg ist – die Stadtsteuer und andere Einkünfte nicht eingerechnet – jährlich 250 fl. wert. Dieser Posten wurde nicht berücksichtigt, möglicherweise weil der Kg. die Vogtei an einen Dritten übereignet hat. Dies darf aber dem Kf. nicht zum Nachteil gereichen. Relevant für die Berechnung sind die zu seiner Zeit bezogenen Einkünfte.
    Werden alle Einkünfte aus der Landvogtei berücksichtigt sowie die landesübliche Berechnungsweise für durchschnittliche Jahre zugrundegelegt, wird deutlich, daß sie die Einkünfte keineswegs überhöht angegeben haben, sondern eher zu gering, wobei noch nicht einmal herrschaftliche und obrigkeitliche Rechte, Wildbänne und dergleichen berücksichtigt sind.

    Hochfelden

    Hochfelden haben sie mit 216 fl., 19 alb. veranschlagt. Der Zinsmeister soll nicht mehr als 84½ fl. eingenommen haben. Die Differenz beträgt 127½ fl. Ein Grund dafür besteht Šihres Erachtens darin, daß fällige Zinseszinsen nicht berücksichtigt wurden. Auch werden wie im Fall der Landvogtei die Einkünfte aus Getreide und Wein zu niedrig taxiert. Überdies fiel die Weinernte ungewöhnlich schlecht aus. Wenn man dies beachtet, besteht beim veranschlagten Einkommen kein großer Unterschied mehr.

    Reichshofen

    Entsprechend ist die Abweichung von 126 fl. im Falle Reichshofens zu erklären, das sie mit 203 fl. veranschlagt haben, wogegen der Zinsmeister lediglich 77 fl. einnahm.

    Bischweiler

    Im Falle Bischweilers beträgt die Differenz nur 2 fl., 8 alb. Sie haben 37 fl., 8 alb. angegeben, der Zinsmeister hat seine Einnahmen mit 35 fl. beziffert. Wenn das Korn nach dem landesüblichen Wert veranschlagt wird, sind die Zahlen annähernd gleich.

    Ortenberg

    Bezüglich Ortenbergs weichen die Angaben stark voneinander ab. Sie haben 4554 fl., 23 alb. veranschlagt. Dem stehen lediglich 1246 fl., 49 kr., 1 d. nach Angaben von kgl. Seite gegenüber. Die Differenz beläuft sich demnach auf 3341 fl. Beteuern die Richtigkeit ihrer Angaben. Indessen hat der Kg. nach ihrer Kenntnis den dortigen Städten in erheblichem Umfang Abgaben erlassen oder Übertragungen an Dritte vorgenommen. So wurde insbesondere der Zoll zu Ortenberg verschrieben. Wie bei den anderen Orten wird außerdem der Wert von Getreide und Wein zu gering veranschlagt. Der Verzicht auf Einkünfte und die Verschreibungen an Dritte dürfen nicht zu Lasten Kf. Philipps verrechnet werden. Beteuern, daß die Abweichungen beim veranschlagten jährlichen Einkommen dadurch zu erklären sind. Der Rest ergibt sich aus der zu niedrigen Bewertung der Einkünfte an Getreide und Wein. Sie haben außerdem die Einkünfte aus Kleeburg unter Ortenberg subsumiert, während die kgl. Seite die wohl nicht mehr erhobenen 200 fl. Schirmgeld der Stadt Weißenburg unberücksichtigt ließ.

    Kleeburg

    Ihrer Veranschlagung auf 600 fl. steht von kgl. Seite die Angabe von 332 fl. gegenüber. Die Abweichung von 268 fl. erklärt sich durch die zu niedrige Taxierung der Wein- und Getreideerträge und die vorübergehend niedrigeren Einkünfte aus gerichtlichen Strafen.
    Erklären, daß sie die Einkünfte aus den eroberten Flecken nur zur Information mitteilen und niemandem damit schaden wollen.

    Barr

    Barr haben sie mit 800 fl. veranschlagt, von kgl. Seite wurden 700 fl. angegeben. Die Differenz von 100 fl. wird ausgeglichen, wenn man Wein, Getreide, Strafgelder und andere Einkünfte bewertet, wie es dort üblich ist.

    ŠKestenholz

    Entsprechend verhält es sich mit Kestenholz, das sie auf 170 fl. gegenüber 150 fl. veranschlagt haben.

    Maursmünster

    Die Einkünfte werden von beiden Seiten mit 14½ fl. angegeben.

    [2.] Wenn also Getreide- und Weingülten, Strafgelder, Schirmgeld, Geleitgeld und ähnliche Posten nach landesüblicher Weise berechnet und die durch den Kg. erlassenen Abgaben oder an Dritte überschriebene Besitzungen und Einkünfte berücksichtigt werden, besteht zwischen ihren Angaben und denen des Zinsmeisters kein großer Unterschied mehr und es würde sich eine Gesamtsumme in der Größenordnung der 11 657 fl., 20 alb., 2 d. ergeben, ohne daß dabei – keineswegs gering zu achtende – Nebeneinkünfte, obrigkeitliche und herrschaftliche Rechte, Ansprüche an die Ritterschaft, Baugeld und ähnliche Posten berücksichtigt sind, weshalb Kf. Philipp lieber auf 15 000 fl. jährlichen Einkommens verzichten würde als auf die vom Kg. eroberten Gebiete.
    Bitten im Namen Kf. Philipps, diesem als Ehg. von Österreich und als röm. Kg. ein gnädiger Herr zu sein und den Schaden für den Kf., seine Söhne, sein Land und seine Leute zu erwägen, ebenso den Abfall der Ritterschaft, die beträchtlichen Verluste und Verpfändungen von Besitzungen, die Schuldenlast und andere Belastungen sowie die seit vier Jahren bestehende Verringerung der jährlichen Einkünfte um über 15 000 fl. zu berücksichtigen und den Kf. und seine Söhne in einer Weise zu bedenken, daß sie nicht verjagt werden, auch angemessen ihren kfl. Stand erhalten und Kg. und Reich um so besser dienen können. Der Kf. und seine Söhne werden sich dafür dankbar erzeigen. Bitten unter Hinweis auf ihren langen Aufenthalt in Konstanz und die daraus resultierenden erheblichen Kosten um eine baldige Erledigung dieser Angelegenheit.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, nach dem 28. Mai 1507.3 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 205–208’ (Kop.).

    «Nr. 429 Bescheid Kg. Maximilians an die kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    Die pfälzischen Räte haben seine im Landshuter Erbfolgekrieg gemachten Eroberungen mit einem jährlichen Ertragswert von über 11 000 fl. veranschlagt. Obwohl die Einkünfte nach ihrem Dafürhalten real noch höher sind, haben sie dafür eine Hauptsumme von 140 000 fl.rh. gefordert. Demgegenüber berechnet er das Einkommen aus den ehemaligen kurpfälzischen Gebieten auf nicht mehr als 7000 fl. Dazu kommen die beträchtlichen Kosten für deren Eroberung, etliches mußte er auch verpfänden. Der jährliche Ertragswert der kurpfälzischen Gebiete in seinem Besitz übersteigt demnach nicht 4000 fl.
    Er bietet deshalb an, sich bei seinen österreichischen und burgundischen Landständen um folgende Bewilligung zu bemühen: Für die Hälfte dieser 4000 fl. will er 40 000 fl. bezahlen, Šfür die von ihm verpfändeten Eroberungen und die diesbezüglichen obrigkeitlichen und herrschaftlichen Rechte weitere 10 000 fl., zusammen also 50 000 fl. Über diese Summe will er Kf. Philipp eine Verschreibung ausstellen.

    [Konstanz], s.d., jedoch wohl vor dem 19. Juli 1507.1 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 209–209’ (Kop., Dorsalverm.: Die erst antwort kgl. Mt. zu Kostenz.).

    «Nr. 430 Konsensbrief der Kff. von Mainz, Trier und Sachsen für Gf. Wolfgang von Fürstenberg (kgl. Hofmarschall) »

    Erklären auf Wunsch des Kg. ihre Zustimmung zu dessen (inserierter) Verschreibung zugunsten Gf. Wolfgangs von Fürstenberg vom 7. August 1504. Demnach hat der Kg. dem Gf. und seinen Erben für im Dienst für Kg. und Reich aufgelaufene Schulden in Höhe von 24 000 fl.rh. die vom geächteten Kf. Philipp von der Pfalz innegehabte und im Landshuter Erbfolgekrieg durch den Kg. eroberte [Hälfte der] Landvogtei Ortenau – im einzelnen: Schloß Ortenberg mit den Baumühlen und allen anderen Mühlwerken, die Städte Offenburg, Gengenbach und Zell am Harmersbach sowie das zur Landvogtei gehörende Land und die Dörfer mit allen Rechten und Einkünften – verpfändet. Der Kg. hat sich allerdings die Bodenschätze, Bergwerke, Landsteuern und Reisgelder sowie die Möglichkeit zur Wiederablösung durch Begleichung der Schuld vorbehalten.1 Erklären außerdem ihre Zustimmung zu einer weiteren (inserierten) Urkunde Kg. Maximilians vom 5. Mai 1505, wonach dieser dem Gf. zusätzlich 1000 fl.rh. Baugeld bewilligt hat.2 Der Konsens erfolgt jedoch vorbehaltlich der mit Zustimmung der Kff. [im Jahre 1351] erfolgten Verpfändung der Landvogtei an das Hst. Straßburg bzw. einer etwaigen Verpfändung an eine dritte Partei.3

    Konstanz, 25. Juli 1507.
    Karlsruhe, GLA, Abt. 30 Urk. Gengenbach-Offenburg-Zell, Nr. 76 (Or. Perg. m. 3 Ss.) = Textvorlage A. Koblenz, LHA, 1 C, Nr. 21 [= Afi. Nr. 375], pag. 124–138 (Kop.) = B.

    «Š6.1.2. Lösung Kurfürst Philipps aus der Reichsacht  »

    «Nr. 431 Kg. Maximilian an Lgf. Wilhelm von Hessen »

    Die auf dem RT versammelten Kff., Ff. und Stände haben ihn gebeten, Kf. Philipp von der Pfalz aus der während des Bayerischen Krieges verhängten Acht und Aberacht zu lösen. Er ist willens, dies zu tun, doch hat er sich in den Verschreibungen für die exekutierenden Stände1 verpflichtet, die Acht nicht aufzuheben, bevor der Kf. nicht den Verzicht auf alle seine im Krieg verlorenen Gebiete erklärt. Es steht ihm als Kg. und Ehg. von Österreich deshalb nicht zu, sich ohne ihn und die anderen Ff. und Städte mit dem Kf. und seinen Helfern zu einigen oder diese aus der Acht zu lösen. Die Angelegenheit sollte endlich zu einem Abschluß kommen und auch die Fürbitte der Reichsversammlung nicht ignoriert werden. Fordert ihn deshalb auf, die Räte, die er zu Ende des RT nach Konstanz schicken wird, zum Abschluß eines Vertrages mit Kf. Philipp und seinen Helfern über die eroberten Gebiete zu bevollmächtigen. Dies werden die übrigen exekutierenden Stände auch tun.

    Konstanz, 11. Juni 1507.
    Stuttgart, HStA, A 104, Bü. 1, unfol. (Kop.).

    «Nr. 432 Erste Instruktion von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg für Anton Tetzel (Nürnberger Ratsherr)  »

    Der Kg. beabsichtigt aufgrund der Fürsprache der Reichsstände, Kf. Philipp von der Pfalz aus der Reichsacht zu lösen und hat deshalb Nürnberg und andere mit der Exekution beauftragte und bezüglich der dabei gemachten Eroberungen mit kgl. Garantien ausgestattete Stände zu sich beschieden. Tetzel soll sich als bevollmächtigter Gesandter1 zum Kg. verfügen, diesen anhören und ihn an die der Stadt Nürnberg ausgestellte Verschreibung [vom 7.7.1504] erinnern, wonach Kf. Philipp und seine Helfer erst dann aus der Acht gelöst und restituiert werden sollen, wenn er auf die Eroberungen Nürnbergs im Landshuter Erbfolgekrieg förmlich verzichtet hat. Der Kg. hat der Stadt gegenüber mündlich für die Einhaltung seiner Verschreibungen gebürgt. Sie beabsichtigt keinesfalls, eroberte Gebiete zurückzugeben. Tetzel soll die erheblichen Kosten für die Eroberungen weit über einen eventuellen Kaufpreis hinaus und die seither dort getätigten Investitionen, ebenso die Zusage der Stadt gegenüber den dortigen Einwohnern, sie als Nürnberger Untertanen zu behalten und ihre Rechte und Freiheiten zu respektieren und zu schützen, und die bereits erfolgte Bestellung der Pfleger und Verabschiedung von Ordnungen geltend machen. Sie erwarten mit Hinblick auf die erwähnten Kosten auch nicht, daß der Kg. eine Ausgleichszahlung an Kurpfalz in Betracht zieht. Zudem ist das Einkommen aus den eroberten Orten gering; nach Abzug der Verwaltungskosten bleiben jährlich höchstens 1100 fl. Haimburg (Hainßpurg), ŠDeinschwang und der Markt Betzenstein sind ebenso wie die Stadt Velden niedergebrannt und größtenteils verlassen. Nürnberg mußte den restlichen Einwohnern eine beträchtliche Anleihe gewähren. Noch auf Jahre hinaus werden diese Orte nichts einbringen. Es ist auch zweifelhaft, ob sie wieder aufgebaut werden. Der Kg. weiß, daß Kf. Philipp gegenüber ihm und dem Hl. Reich ungehorsam war, weshalb er in die Acht erklärt wurde. Nürnberg hingegen hat in Vollzug des kgl. Befehls gehandelt, wogegen dem Kf. und seinen Helfern als Geächteten die Gegenwehr verboten war. Dennoch haben sie Velden und Betzenstein wie auch eine beträchtliche Zahl von Dörfern, Höfen und Weilern niedergebrannt, Untertanen gefangengenommen und ihnen Zahlungen auferlegt und weiteren beträchtlichen Schaden verursacht. Kf. Philipp ist dafür zum Schadenersatz verpflichtet. Sie erwarten, daß der Kg. den Kf. dazu veranlassen wird.
    Hans Landschad hat ihnen vor einiger Zeit schriftlich angeboten, zwischen der Stadt und Kf. Philipp zu vermitteln. Sie haben daraufhin diesem gegenüber ihren Wunsch nach einem Ausgleich bekundet. Als Landschad jedoch eine Geldzahlung als Bedingung für einen Vertragsabschluß forderte, haben sie dies abgelehnt. Sie hatten zu keinem Zeitpunkt die Absicht, einen Vertrag mit Kf. Philipp zu erkaufen. Vielmehr ist dieser zu einer Zahlung für die verursachten Schäden verpflichtet. Das Argument, der Kf. sei in einem offenen Krieg zur Gegenwehr berechtigt gewesen, ist nicht stichhaltig. Vielmehr war ihm diese als Ächter untersagt.
    Tetzel soll den Kg. bitten, die ausgestellten Verschreibungen einzuhalten, wie er dies mehr als einmal zugesagt hat.

    Nürnberg, 28. Juni 1507 (mentag nach St. Johanns des hl. taufers tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 84, Nr. 10, fol. 2–4 (Or. m. S., Überschr.: Instruction, was unser lb. ratsfreund Anthoni Tetzel bey dem allerdurchleuchtigisten, großmechtigisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg., zu allen zeiten merer des Reichs etc., unserm allergnst. H., uf irer Mt. reichstag yetzo zu Costnitz in nachvermelter sachen handeln soll.) = Textvorlage A.Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 174–176 (Kop., Überschr. wie Or.) = B.

    «Nr. 433 Zweite Instruktion von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg für Anton Tetzel (Nürnberger Ratsherr)  »

    Der Kg. hat nicht nur die Stadt Nürnberg, sondern auch andere mit der Exekution gegen Kurpfalz beauftragte Stände wie Hg. Ulrich von Württemberg und Lgf. Wilhelm von Hessen zu sich nach Konstanz beschieden, da er gemäß den von ihm ausgestellten Verschreibungen nicht ohne deren Einverständnis über die Lösung Kf. Philipps aus der Reichsacht entscheiden will. Tetzel soll vor Eröffnung der Verhandlungen diese beiden Ff. oder ihre Gesandtschaften an ihre mit Hinblick auf den kgl. Spruch1 während des RT zu Köln getroffene Vereinbarung erinnern, waß den ainen desselben kriegs halben betreffe, das es den anderen zum selben mal auch betreffen sollt etc.2 Da der Kg. als Voraussetzung für die Lösung Kf. Philipps aus der Acht einen Ausgleich zwischen diesen drei Ständen und ŠKurpfalz herbeiführen will, soll Tetzel vor Eintritt in die Verhandlungen bei Württemberg und Hessen darauf drängen, gemeinsam zu agieren und sich jeweils nicht ohne Zustimmung der beiden anderen Stände in einen vertraglichen Ausgleich mit Kurpfalz einzulassen. Diese Vereinbarung soll dem Kg. vor Beginn der Verhandlungen mitgeteilt und auch keinesfalls eine Abtrennung der Verfahren zugelassen werden. Ebenso sollen die drei Stände darauf bestehen, daß die Ausgleichsverhandlungen nicht nur mit Kf. Philipp selbst, sondern auch mit dessen Verbündeten und Anhängern geführt werden.
    Nürnberg wird auf keinen Fall in die Rückgabe von Eroberungen einwilligen, was Tetzel anhand der Argumentation der ersten Instruktion [Nr. 432] begründen soll. Ebenso ist ein eventueller Vorschlag des Kg., den Kf. für die Eroberungen mit Geld zu entschädigen, abzulehnen. Vielmehr sind der Kf. und seine Parteigänger gegenüber Nürnberg zur Entschädigung verpflichtet. Die Gegenseite kann gemäß den Darlegungen der ersten Instruktion keinesfalls geltend machen, daß ihr die Gegenwehr erlaubt war. Falls der Kg. auf einer hohen Ausgleichszahlung an Kurpfalz besteht, soll Tetzel gemäß der ersten Instruktion auf den geringen Wert der Nürnberger Eroberungen hinweisen und auf der Differenzierung zwischen den im Krieg eroberten3 und den Hg. Albrecht von Bayern abgekauften Orten4 bestehen.5 Zu diesen Verkäufen war der Hg. befugt. Keiner dieser Orte gehört Kf. Philipp oder wurde kraft kgl. Entscheid den Söhnen Pfgf. Ruprechts zugesprochen; vielmehr wurden durch den kgl. Spruch alle von Hg. Albrecht getätigten Veräußerungen sanktioniert.6 Tetzel soll darauf achtgeben, daß in einem künftigen Vertrag alle von Nürnberg eroberten Orte und sämtliche eingezogenen Güter von Ächtern ausdrücklich benannt werden, darunter insbesondere der auf Lauf verschriebene Pfandschilling Christophs von Lentersheim und seiner Ehefrau [Christina].7 Auch wenn Württemberg oder Hessen sich nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen verpflichten wollen, soll Tetzel dennoch bei den gütlichen Verhandlungen des Kg. instruktionsgemäß und nach gelegenhait furfallender sachen verfahren. [Weitere Punkte s. Nr. 627].

    [Nürnberg], s.d., jedoch 28. Juni 1507.8 
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 169’-174 (Kop., Überschr.: Instruction, was unser lb. ratsfreund Anthoni Teczel uf das ervordern, so die röm. kgl. Mt., unser Šallergnst. H., an uns zu irer Mt. reichstag gein Costnicz getan hat, bey derselben irer Mt. und anderen nachbemelten orten von unseren wegen handeln und furnemen soll.).

    «Nr. 434 Supplikation der Gesandten der Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian  »

    Er hat der Stadt Nürnberg nach dem ergangenen Urteil über das Landshuter Erbe1 befohlen, gegen Kf. Philipp von der Pfalz, Pfgf. Ruprecht und dessen Ehefrau [Elisabeth] sowie gegen ihre Helfer und Anhänger als Ächtern und Friedbrechern vorzugehen.2 Nürnberg hat in Vollzug des kgl. Befehls die Ächter angegriffen und dabei Eroberungen gemacht. Dafür gab die Stadt über 250 000 fl. aus. Darüber hinaus verursachte die Gegenseite Schäden im Wert von über 150 000 fl. – nicht im Rahmen zulässiger Gegenwehr, sondern als Freveltaten gegen den röm. Kg., das Hl. Reich und alles Recht. Die Gegenseite ist deshalb gegenüber Nürnberg zur Erstattung der Kosten und Wiedergutmachung der Schäden verpflichtet. Bitten, sie dazu zu veranlassen.

    s.l., s.d., jedoch act. Konstanz, nach dem 28. Juni 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 84, Nr. 10, fol. 6–7 (Kop.).

    «6.2. Erzbischof Leonhard von Salzburg gegen König Maximilian »

    «Nr. 435 Supplikation des ebfl. Salzburger Gesandten Andreas von Trauttmansdorff an Kg. Maximilian »

    Ebf. Leonhard wurde bereits mehrfach bei ihm wegen ihres Streits über die Hftt. Kropfsberg und Itter1 und die Wälder an der Gerlos im Zillertal vorstellig, insbesondere auch wegen des unrechtmäßigen Holzeinschlags in den Wäldern des Stifts für das Bergwerk zu Rattenberg (Rotenburg). Letzteres ist um so unverständlicher, da der Ebf. wiederholt angeboten hat, die Belieferung des Bergwerks aus diesen Wäldern zu gewährleisten. Zweifellos war es nie die Absicht des Kg., durch dieses unrechtmäßige Vorgehen die Rechte des Erzstifts zu schmälern. Zudem hat er den Regenten zu Innsbruck durch Paul von Liechtenstein die Bewilligung von Kommissaren befohlen. Der Ebf. bat daraufhin um die Beauftragung des Bf. von Augsburg mit der Kommission. Das Regiment antwortete indessen, es hätte dem Bf. nichts zu befehlen.
    Bittet ihn, die traditionell guten Beziehungen des Erzstifts zum Haus Österreich zu bedenken und den Rattenbergern den weiteren Holzeinschlag bis zu einer rechtlichen ŠKlärung des Sachverhalts zu verbieten, außerdem den Bf. von Augsburg wegen des Streits um die Hftt. Kropfsberg und Itter mit einer Kommission zu beauftragen.

    Mit Schreiben vom 5. Juli 1507 [Nr. 583] an Trauttmansdorff übersandt; Vortrag an Kg. Maximilian in Konstanz nach dem 20. Juli.
    Salzburg, LA, GA IV, Nr. 3, unfol. (Kop., Dorsalverm.: Instruction.).

    «6.3. Erzbischof Leonhard von Salzburg gegen Wolfgang von Polheim »

    «Nr. 436 Mandat Kg. Maximilians an Wolfgang von Polheim (oberster Hauptmann des niederösterreichischen Regiments) »

    Befiehlt ihm unter Hinweis auf die vom ebfl. Salzburger Gesandten [Andreas von Trauttmansdorff] vorgebrachten Argumente1, seine Forderung bezüglich der Hft. [Wildeneck] gegenüber dem Ebf. und dessen Untertanen nicht weiter zu verfolgen, es sei denn der vorberurt anslag erfolgte vor dem Verkauf der Hft. an den Ebf.2 

    Konstanz, 1. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 101 (unvollständig erhaltene Kop.).

    «Š6.4. Maßnahmen zur Landfriedenssicherung in Franken »

    «Nr. 437 Bf. Georg von Bamberg, Bf. Lorenz von Würzburg, Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und Bf. Gabriel von Eichstätt an Kg. Maximilian »

    Er hat sie – Mgf. Kasimir von Brandenburg in Vertretung seines Vaters Mgf. Friedrich – zu gemeinsamen Beratungen über Maßnahmen zur Bekämpfung des Räuberunwesens aufgefordert und mitgeteilt, er werde Räte zu der Versammlung abordnen und auch Mgf. Friedrich dazu einladen. Denn er als Kg. könne und wolle diese Mißstände nicht länger dulden.
    Sie sind übereingekommen, sich am Abend des 1. September (St. Egidien tag) in Windsheim zu treffen und am nächsten Tag mit den Beratungen zu beginnen. Teilen dies mit, damit er seine Räte rechtzeitig entsenden und umb merers ansehens willen Mgf. Friedrich dorthin bescheiden kann.1

    Konstanz, 27. Juli 1507 (dinstag nach Jacobi).
    Würzburg, StA, G-Akten 9705, fol. 8 (Konz.).

    «6.5. Graf Asmus von Wertheim gegen Bischof Lorenz von Würzburg »

    «Nr. 438 Entscheid Kg. Maximilians zwischen Bf. Lorenz von Würzburg und Gf. Asmus von Wertheim »

    [1.] Gf. Asmus hatte dem Bf. von Würzburg wegen Streitigkeiten zwischen ihnen die Lehnspflicht aufgesagt. Gemäß einem Entscheid der Unterhändler Gf. Michael von Wertheim und Johann von Schwarzenberg sollte innerhalb einer inzwischen verstrichenen Frist das Lehnsverhältnis wiederhergestellt werden, über die Streitigkeiten sollte der Kg. als oberster Richter befinden.1 Daraufhin baten beide Parteien auf dem Kölner RT den Kg. um eine Entscheidung. Aufgrund der folgenden Vermittlungsverhandlungen fällten kgl. Räte einen Spruch, den Gf. Asmus allerdings nicht akzeptierte.2 Der Gf., dann auch der Bf., haben ihm erneut die Entscheidung anheimgestellt. Bf. Lorenz hat glaubhaft dargelegt, daß der Gf. nicht wieder in das Lehnsverhältnis eingetreten sei und erklärte Feinde von Bf. und Hst. im würzburgischen Lehen Freudenberg beherberge, die von dort aus operierten. Er sei Šgemäß Reichsordnung befugt gewesen, sich zur Wehr zu setzen, sich des Eigentums von Bf. und Hst. wieder zu bemächtigen und sich am Gf. schadlos zu halten; davon habe er jedoch abgesehen.
    [2.] Um weiteren Streitigkeiten vorzubeugen, hat er folgenden Entscheid gefällt: 1. Er erklärt alle gegenseitigen Forderungen der beiden Parteien und ihrer Anhänger für nichtig und den Streit für beendet. Alle Beteiligten müssen für ihre Unkosten und Schäden in dieser Angelegenheit selbst aufkommen. 2. Gf. Asmus soll bis zum 24. August (St. Bartholomeus des hl. zwelfpoten tag) Freudenberg und Schweinberg sowie alle übrigen würzburgischen Güten erneut zu Lehen empfangen und dafür den Lehnseid leisten.
    [3.] Falls der Gf. den Entscheid in einem oder mehreren Punkten nicht oder unvollständig vollzieht oder weiterhin Landfriedensverletzungen gegen das Hst. verübt bzw. zuläßt, ist der Bf. gemäß Landfriedensordnung zum Einzug der genannten Lehen und zum weiteren Vorgehen gegen den Gf. befugt. Gebietet dem Bf. bei Androhung einer Strafe von 20 Mark lötigen Goldes sowie dem Gf. bei Androhung der in der Landfriedensordnung vorgesehenen Strafe den Vollzug dieses Entscheids.3 

    Konstanz, 28. Juni 1507.
    Würzburg, StA, WU 7/76b (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wertheim, StA, G-Rep. 100 UN, 1507 Juni 28 (Or. Perg. m. S., Verm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = B. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 43’-45 (Kop., ohne Invocatio und Promulgatio). Würzburg, StA, Libri diversarum formarum 22, pag. 117–120 (Kop.).

    «6.6. Bischof Georg von Bamberg gegen Nürnberg »

    «Nr. 439 Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian  »

    Bestätigen den Empfang der Beschwerdeschrift Bf. Georgs gegen die Stadt wegen Eingriffs in seine Hochgerichtsbarkeit und Obrigkeit.1 Aufgrund der kgl. Aufforderung zur Stellungnahme räumen sie ein, daß sie einen gewissen Hans Thoman als Feind des Hl. Reiches und Nürnbergs und erklärten Ächter in Weisendorf gefangennehmen und nach Nürnberg Šabführen ließen. Dazu waren sie gemäß der Reichsordnung und dem kgl. Landfrieden befugt. Mehr haben sie nicht getan. Sie haben somit kein Unrecht begangen und sind deshalb auch nicht verpflichtet, dem Bf. Wiedergutmachung zu leisten. Falls der Bf. sich mit dieser Erklärung wider Erwarten nicht begnügt, sind sie bereit, die Sache vor ihm als Kg. auszutragen.2 

    Nürnberg, s.d., jedoch 28. Juni 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 176’-177 (Kop.).

    «6.7. Bischof Hugo von Konstanz gegen die Stadt Konstanz »

    «Nr. 440 Beschlüsse des Rates der Stadt Konstanz »

    /231’/ [19.6.] Kleiner und Großer Rat: Man wyl vorgenen dem Bf. van Trier, Babenberg und Trient, ouch Hg. Fridrich und Hg. Jörgen von Saxen und Hg. Albrecht [von Bayern] und voran kgl. Mt. vertruwen, zwuschen unß und dem Bf. zu handeln gütlich. Und was da in der gütlichait nit abweg ton möcht, was sy darin erkennen werden, da welle ain rait inen dieselben ardikel haimsetzen, in hoffnung, werden ainer stat Costenz burger gnadiglich bedenken, damit sy biainandern beliben mögen.1 
    /234’/ [30.7.] Kleiner und Großer Rat: Ain raut wyl sich irer spenn komen uf kgl. Mt. und Hg. Fridrichen van Sagxen, under der Mt. H. Ernsten van Wälden, H. Pauls [von Liechtenstein], Hertegen Fuchs und Dr. [Konrad] Butinger. Und wyl ain ratz den frävel hindanseczen und im die strafen, es sig burgerlich ader pinlich, vorbehalten. Dann sy das ye wolten herbracht haben, dem vertrag2 unverleczlich; ob er [= Bf. Hugo] vermainte, dz man ine des frävels halb unrecht täte, wolte man im, sover ain raut des erfordert wurd, ains rechtens sein.

    Konstanz, 19. Juni/30. Juli 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Bd. 25, fol 231’, 234’.

    «Š6.8. Graf Wilhelm von Henneberg gegen Landgraf Wilhelm d. M. von Hessen »

    «Nr. 441 Bericht Georgs von Schaumberg (Landrichter zu Bamberg) an Gf. Wilhelm von Henneberg  »

    Erklärt seine Bereitschaft, in den Angelegenheiten Gf. Wilhelms1 sein möglichstes zu tun. Zwar hat er auch Heinrich von Schmalkalden (Dechant zu Bonn), der sich derzeit auf dem RT in Konstanz aufhält, um Vertretung der hennebergischen Angelegenheiten gebeten, gleichwohl empfiehlt er ihm, sich persönlich zum Kg. zu verfügen. Er erwartet, daß der RT nicht mehr lange dauern wird.

    Konstanz, 12. Juli 1507 (montag vor Margarethe).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 5129, unfol. (Or., Tinte teilweise verblaßt).

    «6.9. Wetterauer Grafen gegen Landgraf Wilhelm d. M. von Hessen »

    «Nr. 442 Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Gf. Johann von Nassau-Dillenburg, Gf. Philipp von Nassau-Wiesbaden, Gf. Ludwig von Isenburg-Büdingen, Gf. Bernhard von Solms-Braunfels, Gf. Philipp von Solms-Lich, Gf. Michael von Wertheim, Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg, Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein, Eberhard und Valentin Schenken von Erbach, Supplikation an Kg. Maximilian  »

    [1.] Gemäß dem seit vielen hundert Jahren bestehenden Herkommen werden sie als Reichsgff. und -herren samt ihren Hftt. nicht mit Zöllen und ähnlichen Abgaben belastet. Dessenungeachtet erhebt Lgf. Wilhelm von Hessen unter Berufung auf ein kgl. Privileg1 in ihren Gebieten einen neuen Zoll: 1. In den außerhalb des Fm. Hessen gelegenen Gftt., Städten, Schlössern und Orten Katzenelnbogen, Diez, Eppstein, Homburg (Hoenburg), Butzbach, Umstadt und Bickenbach sowie in der Fuldischen Mark, wo die Supplikanten gemeinschaftliche Besitzungen mit Hessen haben, wird von jedem Fuder Wein eine Abgabe von 1 fl.rh. gefordert. Sie gehen davon aus, daß es nicht in der Absicht des Kg. lag, sie in dieser Weise zu belasten, und bitten um eine kgl. Deklaration über ihre Zollbefreiung. 2. Ihre Untertanen werden genötigt, statt der Reichsstraßen und der unter ihrer Obrigkeit liegenden Straßen die Straßen zu benutzen, an denen der Lgf. außerhalb seines Fm. Zollstätten errichtet hat. 3. So wer und mocht auch understanden werden, meher flecken, usserhalb dem Fm. zu Hessen gelegen, an sich zu bringen und daselbst zoll zu Šnemen, domit der zoll kein ende ergreifen mocht. 4. Auf den Strecken zwischen den alten Zollstätten der Reichsgff. und -herren bestand bislang gemäß ihren Privilegien Zollfreiheit. Dies wird nun durch den Lgf. unterlaufen, der auch in kleinen Besitzungen zwischen diesen alten Zollstätten neue Zollstätten einrichtet. 5. Der Lgf. nimmt den neuen Zoll auch in Ganerbschaften und anderen gemeinschaftlichen Besitzungen ohne Zustimmung seiner Teilhaber ein und erhebt den Zoll sogar von deren Weinfuhren.
    [2.] Es war sicherlich nicht die Absicht des Kg., das Zollprivileg auf ihre außerhalb des Fm. Hessen liegenden Besitzungen oder auf verstreute lgfl. Besitzungen außerhalb des Fm. zu beziehen, den Lgf. zu ermächtigen, den Zoll in gemeinschaftlichen Besitzungen und von den Mitbesitzern zu erheben, oder ihre Zollrechte an den Lgf. zu übertragen. Sie bitten deshalb um eine Deklaration über das Weinzollprivileg, wonach dieses außerhalb des Fm. Hessen und in den gemeinschaftlichen Besitzungen nicht angewendet werden darf. Die Beachtung dieser Deklaration soll allen Reichsständen und insbesondere dem Lgf. von Hessen unter Androhung der Ungnade von Kg. und Reich sowie einer hohen Geldstrafe mandiert werden.2 

    s.d., jedoch Konstanz, vor dem 6. August 1507.
    Marburg, StA, Best. 86, Nr. 33, unfol. (Kop.).

    «Nr. 443 Kg. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg  »

    Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Gf. Johann von Nassau-Dillenburg, Gf. Ludwig von Isenburg-Büdingen, Gf. Bernhard von Solms-Braunfels, Gf. Philipp von Solms-Lich, Gf. Michael von Wertheim, Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg, Gf. Philipp von Hanau-Lichtenberg, Gf. Johann von Nassau-Beilstein, Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein, Eberhard und Valentin Schenken von Erbach sowie Gf. Reinhard von [Leiningen-]Westerburg haben geklagt1, daß Lgf. Wilhelm von Hessen in Umsetzung eines auf dem Kölner RT verliehenen Zollprivilegs unter Verletzung ihrer Zollprivilegien und -freiheiten einen neuen Zoll erhebt, auch in gemeinschaftlichen Besitzungen, und neue Zollstätten einrichtet.
    Beauftragt ihn als kgl. Kommissar, gemeinsam mit je zwei von den Beschwerdeführern und dem Beklagten zu bestimmenden reichsadligen Beisitzern die Parteien anzuhören, ggf. eine Besichtigung vor Ort durchzuführen und die Faktenlage zu klären und schließlich einen gütlichen Vergleich herbeizuführen. Falls dies nicht möglich ist, soll er mit seinen Beisitzern feststellen, ob die strittigen Zollstätten innerhalb oder außerhalb des Fm. Hessen liegen, ob der Zoll dort erhoben wird, wo der Lgf. die landesftl. Obrigkeit geltend machen kann, auch Šob die Belastung für die Gff. so unerträglich ist, wie sie behauptet haben, schließlich, was die Privilegien des Lgf. genau besagen, und ihm dann darüber Bericht erstatten. Falls eine Partei dem gütlichen Tag fernbleibt, soll das Verfahren dessenungeachtet fortgesetzt werden.2

    Konstanz, 6. August 1507.
    Marburg, StA, Best. 86, Nr. 33, unfol. (Kop.).

    «6.10. Valentin Schenk von Erbach gegen Landgraf Wilhelm d. M. von Hessen »

    «Nr. 444 Kg. Maximilian an Kf. Friedrich von Sachsen, Dr. Ludwig Vergenhans (Propst zu Stuttgart) und Ernst von Welden (kgl. Rat) »

    Valentin Schenk von Erbach erhob Klage gegen Lgf. Wilhelm von Hessen wegen der widerrechtlichen Wegnahme seines halben Anteils an den Schlössern Habitzheim und Schönberg im Landshuter Erbfolgekrieg.1 Befiehlt ihnen und bevollmächtigt sie, beide ŠParteien zum 23. August vorzuladen und anzuhören und ihm anschließend darüber Bericht zu erstatten.2 

    Konstanz, 2. August 1507.
    Druck: Schneider, Stamm-Tafel, Nr. 61, S. 601f.
    Regest: Scriba, Regesten, 1. Abt., Nr. 2078, S. 189.

    «6.11. Nördlingen gegen Grafen Wolfgang und Joachim von Oettingen »

    «Nr. 445 Antwortschreiben Gf. Wolfgangs und Gf. Joachims von Oettingen an Kg. Maximilian »

    Antworten auf die vor kurzem erfolgte schriftliche Aufforderung an sie1, darzulegen, worauf sich ihre Rechte an der Nördlinger Korngülte gründen2: Die Gülte wurde seit Menschengedenken von ihren Vorfahren eingenommen, ohne daß dies je angefochten wurde. Wie dieses Recht an die Gff. von Oettingen gekommen ist, konnten sie allerdings nicht feststellen, da ihnen der verstorbene Hg. Georg von Bayern-Landshut vor einigen Jahren unter anderem viele Urkunden weggenommen hat. Sie wollen jedoch weitere Erkundigungen anstellen und ihn dann informieren.3 

    [Konstanz], 16. Juni 1507. 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 26 (Kop. Hd. U. Strauß).

    «Š6.12. Graf Wolfgang von Castell »

    «Nr. 446 Absolution Gf. Wolfgangs von Castell und anderer Landfriedensbrecher von der Reichsacht »

    Gf. Wolfgang von Castell, Thomas von Reitzenstein, Gundolf Marschalck [von Ebneth] und Kunz von Geilsdorf wurden wegen Landfriedensbruches zum Nachteil Adams von Schaumberg in die Reichsacht erklärt.1 Der Streit wurde inzwischen durch Unterhändler beigelegt. Auf Bitten einiger Fürsten und Stände sowie der Vermittler hebt er die Acht über die Genannten und deren Helfer auf.2 

    Konstanz, 26. Juni 1507.
    Würzburg, StA, Libri diversarum formarum 22, pag. 135–136 (Kop. mit imit. Verm. amdrp. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 45 (Kop., ohne Intitulatio und Promulgatio) = B.
    Druck: Wittmann, Monumenta, Nr. 649, S. 304.

    «6.13. Stauffer zu Ehrenfels »

    «Nr. 447 Mandat Kg. Maximilians an Sigmund von Rorbach (kgl. Hauptmann) sowie an Kämmerer, Inneren und Äußeren Rat der Stadt Regensburg »

    Er hat ihnen mehrmals mitgeteilt, daß er dem kgl. Falkner Hans Strattner um seiner treuen Dienste willen und als Wiedergutmachung für seine im Landshuter Erbfolgekrieg erlittenen Schäden das in Regensburg gelegene Haus Gf. Wolfgangs von Kolberg übereignet hat, und die Übergabe des Hauses an Strattner befohlen.1 Dies unterblieb bislang, vermutlich weil Bernhardin von Stauff, Frh. zu Ehrenfels, als Inhaber die Übergabe des Hauses verweigert und unter Hinweis auf die Übereignung des Hauses an ihn durch Hg. Albrecht von Bayern2 Strattner ein rechtliches Verfahren anbot. Dies lehnt er ab. Die von ihm vorgenommene Übereignung erfolgte wahrscheinlich früher; in jedem Fall steht allein ihm, nicht Hg. Albrecht, das Verfügungsrecht über dieses Haus zu. Er hätte deshalb den Vollzug seines Befehls erwartet. Da dies jedoch noch nicht geschehen ist, befiehlt er Stauff im beiliegenden ŠSchreiben die Abtretung des Hauses an Strattner. Befiehlt ihnen, für die unverzügliche Übergabe an diesen Sorge zu tragen.3

    Konstanz, 25. Juni 1507; präs. Regensburg, 20. September [!] (montag vigilia Mathei).
    München, HStA, Gemeiners Nachlaß 27, unfol. (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 448 Supplikation Bernhardins und Hieronymus’ Stauffer von Ehrenfels an Kg. Maximilian »

    [1.] Er hat seinerzeit Pfgf. Otto von Mosbach als regierendem Landesherrn befohlen, sie wieder in den Besitz des von Onark von Wildenfels widerrechtlich angeeigneten Schlosses Neuhaus zu bringen. Der Pfgf. ergriff jedoch die Partei Wildenfels’. Die daraufhin vom Kg. gegen Wildenfels verhängte Acht wurde unter der Bedingung, daß dieser die Gefangenen freilasse, das Schatzungsgeld herausgebe und das Schloß an Hg. Albrecht von Oberbayern oder Pfgf. Otto übergebe, bis zu dem auf ihre Bitte hin nach Köln [1499] anberaumten Schiedstag sistiert. Wildenfels übergab zwar das Schloß an Pfgf. Otto, nahm jedoch den gesetzten Termin nicht wahr. Inzwischen verstarb [am 8.4.1499] der Pfgf. Da es ursprünglich hieß, daß Pfgf. Friedrich dessen Erbe antreten wird, erwirkten sie ein an diesen gerichtetes kgl. Achtexekutionsmandat, ihnen Neuhaus zu übergeben und gegen Wildenfels und dessen Helfer als Reichsächtern vorzugehen. Der tatsächliche Erbe, Kf. Philipp von der Pfalz, ignorierte das an seinen Sohn adressierte Mandat wie auch alle folgenden kgl. Befehle an ihn selbst.1 Statt dessen wurden sie genötigt, Wildenfels auf seine unbillige Forderung hin 2700 fl. und später weitere 800 fl. zu bezahlen. Die Gegenpartei willigte im Gegenzug in ein rechtliches Verfahren ein, das dann aber unterblieb.
    Š[2.] Bitten erneut um ein Mandat an Kf. Philipp zur Rückgabe des Schlosses mit allem Zubehör und Aushändigung aller daraus bezogenen Einkünfte. Bieten Wildenfels wegen etwaiger Forderungen an sie ein rechtliches Verfahren vor dem röm. Kg., dem kgl. Kammergericht oder einer unparteiischen Kommission an.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, vor dem 18. Juli 1507.2 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 258–259 (Kop.).

    «Nr. 449 Gegendarstellung der kurpfälzischen Gesandten an Kg. Maximilian »

    [1.] Bestätigen den Empfang einer Supplikation Bernhardins und Hieronymus’ Stauffer von Ehrenfels einschließlich eines an Kf. Philipp von der Pfalz gerichteten kgl. Mandats vom 28.12.1503 zur Rückgabe des Schlosses Neuhaus1 samt der Aufforderung zu einer Stellungnahme. Die vielfältigen Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien waren nach mehreren Anläufen zu einem gütlichen Ausgleich am Kammergericht anhängig, wurden jedoch nach Geltendmachung der kfl. Gerichtsfreiheit auf Antrag Wildenfels’ an die böhmische Krone verwiesen. Zu den Streitigkeiten selbst wollen sie sich nicht äußern. Würde er jedoch billigerweise auch Onark von Wildenfels anhören, würde dieser den Sachverhalt zweifellos anders darstellen als die Stauffer. Unbestreitbar ist, daß der röm. Kg. Schloß Neuhaus bis zum Abschluß des Verfahrens zur treuhänderischen Verwaltung an Pfgf. Otto und nach dessen Tod an Kf. Philipp übergeben hat. Die Stauffer ersuchten den Kf., ihnen das Schloß auszuhändigen, der seine damals in Bayern und Augsburg befindlichen Räte darüber beraten ließ. Diese gelangten zu dem Schluß, daß die Übergabe nicht mit dem kgl. Auftrag vereinbar sei. Vor etwa einem Jahr forderte auch Wildenfels unter Androhung der Fehde erneut die Übergabe des Schlosses, doch machten die kurpfälzischen Räte die kgl. Kommission und eventuelle Forderungen der Gegenpartei an Kf. Philipp geltend und versicherten, daß der Kf. Neuhaus nach Abschluß des Verfahrens an den Berechtigten aushändigen werde. Einen entsprechenden Bescheid könnten die Stauffer auch jetzt erhalten.
    [2.] Für Kf. Philipp stellt das Schloß nur eine Belastung dar. Bei Aufruhr in Böhmen oder im Bayerischen Wald muß er in einem Jahr mehr dafür aufwenden, als es in zwei oder drei Jahren einbringt. Daß der Kf. kgl. Mandaten nicht gehorcht hat, wie die Stauffer behaupteten, trifft nicht zu. Tatsächlich ist ihm kein entsprechendes Mandat zugegangen. Aus der Supplikation der Stauffer geht vielmehr hervor, daß sie es behalten und wohl auch selbst geöffnet haben. Andernfalls befände es sich in der kfl. Kanzlei in Heidelberg und nicht in deren Händen, und Kf. Philipp hätte es zweifelsohne nicht unterlassen, den Kg. ausführlich über die Angelegenheit zu informieren. Im Prinzip verlangt das Mandat ja auch nichts anderes.
    Š[3.] Bitten, den Stauffern nicht das gewünschte Mandat zu bewilligen, sondern die Angelegenheit an das kgl. Kammergericht bzw. die zuständige Stelle zu verweisen. Auch soll dem Kf. nicht etwa vor Klärung der Rechtslage die Übergabe des Schlosses an die Stauffer befohlen werden, damit er nicht von der benachteiligten Gegenseite mit Forderungen überzogen wird. Bitten, die Stauffer zu veranlassen, den Kf. in dieser Angelegenheit bis zur rechtlichen Beilegung des Streits nicht weiter zu behelligen. Falls die Stauffer ungeachtet ihrer Stellungnahme weiter insistieren sollten, so sollte dies dem Kf. selbst zur erneuten Rechtfertigung seiner Position mitgeteilt werden.

    Konstanz, s.d., jedoch kurz vor dem 18. Juli 1507.2 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 260–261 (Kop.).

    «6.14. Reichsstadt Straßburg »

    «Nr. 450 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians an Gf. Rudolf von Sulz (Hofrichter) und die Beisitzer des Hofgerichts zu Rottweil »

    Melchior von Schaumberg (Schaumburg) hat Einwände gegen seine von der Stadt Straßburg erwirkte Vorladung vor das Hofgericht Rottweil erhoben. Er hat Schaumberg daraufhin an den kgl. Hof zitiert, um einen schiedlichen Vergleich in diesem Konflikt herbeizuführen. Sie sollen deshalb das Verfahren bis auf weiteres einstellen.

    Konstanz, 28. Juni 1507.
    Straßburg, AV, Chartes 7727 (auf Antrag des Straßburger Ammeisters Gabriel Mördel ausgestelltes Vidimus Gf. Erhards von Nellenburg in Vertretung des kgl. Hofrichters Gf. Rudolf von Sulz, Or. Perg. m. S., zinstag nach St. Ulrichs tag [6.7.]1507).

    «Nr. 451 Mandat Kg. Maximilians an Gf. Rudolf von Sulz (Hofrichter) und die Beisitzer des Hofgerichts zu Rottweil »

    Ammeister und Rat der Stadt Straßburg ließen vorbringen, daß sie vielfach in ihren von Kss. und Kgg. herrührenden und von ihm konfirmierten Privilegien, Rechten und Freiheiten1 zum Schaden der Stadt beeinträchtigt würden. Er kann dabei angesichts der Entfernungen nicht jederzeit so rasch verfahren, wie dies notwendig wäre.
    Beauftragt und bevollmächtigt das Hofgericht deshalb, an seiner Stelle sämtliche von der Stadt angezeigten geistlichen und weltlichen Personen, die gegen deren Privilegien, Freiheiten und Rechte verstoßen haben oder dies künftig tun, rechtlich vorzuladen und diese nach der Feststellung eines Verstoßes mit den in den Urkunden vorgesehenen Strafen zu belegen. Sie sind befugt, alle dafür erforderlichen Zeugenaussagen einzuholen und notfalls zu Šerzwingen. Bei Nichterscheinen einer Prozeßpartei sollen sie das Verfahren jeweils dennoch fortsetzen.2 

    Konstanz, 20. Juli 1507.
    Straßburg, AV, Chartes 7729 (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 57–57’ (Kop. ohne Intitulatio) = B. Straßburg, AV, AA 69, fol. [212-213] (Kop.).

    «6.15. Jörg und Wilhelm von Liechtenstein gegen Nürnberg »

    «Nr. 452 Supplikation Jörgs und Wilhelms von Liechtenstein an Kg. Maximilian »

    Vor kurzem wurde ihr Bruder Eustachius von Liechtenstein (Pfleger zu Hilpoltstein) auf der Schweinehatz grundlos und ohne Vorwarnung von Bewaffneten aus Nürnberg angegriffen, verwundet und gefangengenommen, sein Knecht [Georg von Geislingen] erschossen. Man zwang ihn, Urfehde zu schwören. Sie sind zuversichtlich, daß er, der Kg., diese Tat mißbilligt. Bitten ihn, die Stadt Nürnberg dazu zu veranlassen, ihren Bruder ohne Entgelt von der Urfehde zu lösen, ihm Schmerzensgeld zu bezahlen und Schadenersatz zu leisten.

    s.l., 23. Juni 1507 (mitwoch St. Johans baptiste abent). 
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 22 (Or.).

    «Nr. 453 Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian »

    Bestätigen den Empfang eines kgl. Mandats wegen eines Zusammenstoßes zwischen Nürnberger Söldnern und Eustachius von Liechtenstein mit der Aufforderung zur Stellungnahme.1 Bekunden ihr Bedauern über den Vorfall. Sie haben einige Tage nach Neujahr etliche Knechte und Reisige zum Schutz für eine Lieferung von Ochsen von Neumarkt nach Nürnberg abgestellt, da den Nürnberger Bürgern zu dieser Zeit dort noch kein Geleit bewilligt wurde. Dieser Trupp erfuhr auf dem Rückweg in Röthenbach von einem Raub an dem Ort, an dem sich später der bewußte Vorfall ereignete, und führte dort am nächsten Tag eine Patrouille durch. Dies geschah angesichts der sich in der Gegend regelmäßig und Šungeachtet des von den benachbarten Ff. gestellten Geleits auf den Reichsstraßen ereignenden Übergriffe gegen Nürnberger Bürger und Untertanen keineswegs zu Unrecht. In einem Waldstück bei Altenfelden bemerkten sie etliche Reiter, die daraufhin flohen. Diese Reiter gaben sich auch auf Anrufen nicht zu erkennen, woraufhin sie von dem Nürnberger Trupp gestellt wurden. Hätte sich Liechtenstein zu erkennen gegeben, wäre ihm nichts geschehen. So aber waren ihre Reiter berechtigt, ihn festzunehmen und so lang gefangenzuhalten, bis er nach anfänglicher Weigerung Urfehde schwor.2 Liechtenstein hat den Vorfall somit selbst verschuldet. Im übrigen ist ihm jedoch kein Unrecht geschehen. Bitten, dies zu bedenken und das ausgegangene Mandat zu kassieren.

    Nürnberg, 5. Juli 1507 (montag nach St. Ulrichs tag).3
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 179’-181 (Kop.).

    «6.16. Schwäbisch Gmünd gegen Giengen »

    «Nr. 454 Mandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Giengen »

    Verbietet der Stadt Giengen auf eine Beschwerde der Stadt Schwäbisch Gmünd hin unter Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes erneut, daß ihre Sensenschmiede das Einhorn als Kaufmannszeichen einschlagen, wie dies die Gmünder Schmiede gemäß altem Herkommen tun.

    Konstanz, 1. August 1507.
    Ludwigsburg, StA, B 177S, U 13 (Vidimus Abt Georgs von Lorch vom 13.8.1507, Or. Perg. m. S., Nachweis über Verm. amdric. und Gegenz. Serntein).
    Regest/Teilabdruck: Guntram, Eisengewinnung, S. 214 Anm. 33.

    «6.17. Überlingen »

    «Nr. 455 Beschlüsse des Rates der Stadt Überlingen »

    [3.6.] Der Rat antwortete aufgrund einer Fürbitte des Kg. den Freunden Konrad Fundels wegen der an dem Meier von Deisendorf verübten Tat: Fundel selbst hat durch den geschlossenen Schiedsvertrag den Totschlag eingestanden. Dennoch wird ihm auf Bitten des Kg. und seiner Freunde wie auch im Interesse seiner Frau und seiner Kinder die von der Stadt verhängte Strafe erlassen. Er erhält sein Bürgerrecht zurück.
    [14.6.] Hans Humpis [d. J.] aus Ravensburg legte dem Rat eine kgl. Kommission in seinem Streit mit dem Landvogt [in Schwaben, Jakob von Landau] vor und bat um deren Vollzug. Der Rat antwortete, die Kommission annehmen zu wollen, wenn die Erstattung der Unkosten gewährleistet wird. Konrad Humpis sagte dies in Vertretung seines Vaters zu.

    ŠÜberlingen, 3./14. Juni 1507.
    Überlingen, StdA, Ratsbuch 1506/1507, pag. 20f.; Ratsbuch 1507–1518, pag. 1.

    «6.18. Frankfurt a.M. gegen Wigant von Luttern »

    «Nr. 456 Supplikation Frankfurts an Kg. Maximilian »

    Zwischen dem Rat der Stadt Frankfurt und Wigant von Luttern bestehen Streitigkeiten. Aufgrund ihrer in Abschrift beigefügten Korrespondenz mit Luttern [Nr. 646, Anm. 5] und aufgrund eingegangener Warnungen befürchtet der Frankfurter Rat gewaltsame Maßnahmen Lutterns gegen die Stadt, obwohl sie ihm den rechtlichen Austrag angeboten haben. Die Kosten für die erforderlichen Gegenmaßnahmen könnten die Fähigkeit der Stadt gefährden, ihren Beitrag zum kgl. Romzug zu leisten.
    Er [Johann Frosch] bittet deshalb im Namen des Frankfurter Rates, Luttern und anderen beteiligten Personen unter Androhung der Reichsacht gewaltsame Maßnahmen gegen die Stadt zu untersagen und die Vertretung ihrer Forderungen auf dem Rechtsweg zu gebieten. Frankfurt bietet einen schleunigen Austrag vor dem Kg. oder dem kgl. Kammergericht als den zuständigen Instanzen an.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, zwischen dem 16. und 20. Juli 1507.1 
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 184, unfol. [nach Stück-Nr. 42] (Or., Unterz. durch den Frankfurter Gesandten Johann Frosch; Verm. auf der Rückseite über den Beschluß des kgl. Hofrates: Fiat mandat, mit gewalt gegen ine nichts zu handeln. [Unterz.: Christoph] Hofman.).

    «Nr. 457 Mandat Kg. Maximilians an Wigant von Luttern und seine Unterstützer »

    Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt ließen vorbringen, daß er in eigenen Angelegenheiten und auch wegen eines Knechts genannt Pfeifferhans in Streit mit der Stadt geraten sei und deshalb ein umfangreicher Schriftwechsel stattgefunden habe. Der Frankfurter Magistrat habe den rechtlichen Austrag vor dem röm. Kg. angeboten, befürchte aber aufgrund des Briefwechsels und glaubwürdiger Informationen, daß er gewaltsam gegen die Stadt und ihre Bürger vorgehen wolle. Befiehlt allen an dieser Sache Beteiligten unter Androhung der für den Bruch des Landfriedens vorgesehenen Strafe, gegen Frankfurt nicht gewaltsam vorzugehen. Er soll seine Forderungen auf dem Rechtsweg vertreten.1 

    Konstanz, 27. Juli 1507.2 
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 184, Stück-Nr. 42b (Or. m. S., Verm. amdric., Gegenz. Serntein).

    «Š6.19. Frankfurt a.M. gegen Ludwig von Ottenstein »

    «Nr. 458 Mandat Kg. Maximilians an Ludwig von Ottenstein und seine Unterstützer »

    Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt ließen vorbringen, daß er wegen einer ihm durch deren Diener zugefügten Schmähung ungeachtet ihres Angebots zum rechtlichen Austrag angekündigt habe, gewaltsam gegen die Stadt vorzugehen. Gebietet unter Androhung der für den Bruch des Landfriedens vorgesehenen Strafe, gegen die Stadt und ihre Bürger nichts zu unternehmen. Etwaige Forderungen soll er auf dem Rechtsweg vertreten. Lädt ihn deshalb binnen 45 Tagen nach Übergabe des Mandats vor das kgl. Kammergericht.1

    Konstanz, 28. Juli 1507.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 197, Stück-Nr. 42d (Or. m. S., Verm. amdric., Gegenz. Serntein).

    «6.20. Claus Keller gegen Zürich »

    «Nr. 459 Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich an Kg. Maximilian »

    Er hat sie aufgrund einer Supplikation Claus Kellers aus Konstanz schriftlich zur Aushändigung der diesem bislang verweigerten [zweiten] Hälfte der bei ihnen deponierten Verlassenschaft Lutgard Kilchmatters aufgefordert.1 Keller hat den Sachverhalt falsch dargestellt. Er hat keinen Anspruch auf das Erbe. Sie sind deshalb zu dessen weiterer Verwahrung befugt. Sie haben dem mittellosen Keller aus Gnade und auf ein Fürschreiben der Stadt Konstanz hin zwar eine Hälfte des Erbes geschenkt; jede weitere Forderung von dessen Seite weisen sie jedoch zurück.

    Zürich, 5. August 1507 (dornstag St. Oswaldstag).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 79–79’ (Or.).

    «6.21. Ortenberg gegen Offenburg »

    «Nr. 460 Entscheid Kg. Maximilians (RHR) zwischen der Hft. Ortenberg und der Stadt Offenburg »

    [1.] Untertanen der kgl. Hft. Ortenberg haben sich beklagt, daß die Stadt Offenburg aufgrund einer kgl. Begnadung zwischen Ortenberg und Offenburg gelegene landwirtschaftliche Nutzflächen unter Verletzung des Herkommens und bestehender Verträge neu eingrenzen würde. Sie beanspruchen die Wiederherstellung ihrer Rechte zur Nutzung dieser Flächen unter Rückgängigmachung des nach ihrer Darstellung unter falschen Angaben erlangten kgl. Privilegs. Ortenberg bietet im übrigen einen rechtlichen Entscheid vor dem Kg. oder dem kgl. ŠKammergericht an. Erasmus Topler und andere mit einer Ortsbesichtigung beauftragte kgl. Räte haben ihm Bericht erstattet. Ein Vermittlungsversuch gelegentlich seines Aufenthaltes jüngst in Offenburg kam zu keinem Ergebnis.
    [2.] Entscheidet als Kg. und Landesherr – unter Regelung einiger Details – im Sinne einer gemeinschaftlichen Nutzung des umstrittenen, neu abzugrenzenden Gebiets auf der Grundlage bestehender Rechte beider Seiten und regelt außerdem die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zwischen Offenburg und Zell. Beauftragt Gf. Wolfgang von Fürstenberg (kgl. Hofmarschall, Landvogt im Elsaß und in der Ortenau) mit der Wahrung der Rechte Zells. Beauftragt den Abt zu Schuttern und Jakob von Schauenburg (Schaunberg) als kgl. Kommissare mit der Setzung neuer Marksteine auf den zwischen Offenburg und Ortenberg umstrittenen Nutzflächen.1 

    Konstanz, 2. Mai 1507.
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 26’-27’ (Kop. ohne Intitulatio und Promulgatio).

    «6.22. Angelegenheiten von Reichsmittelbaren »

    «Nr. 461 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians (RHR) an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln »

    Johann Keller hat vorgebracht, daß er von einem Urteil des Kölner Stadtgerichts in seinem Prozeß gegen Anton Mollenkott an den Kg. und das kgl. Kammergericht appelliert habe. Da das Kammergericht derzeit jedoch nicht zusammentrete, könne er die Appellation nicht fortsetzen, müsse indessen befürchten, daß die Stadt Köln aufgrund dieses Urteils weiter gegen ihn verfahren werde. Keller hat deshalb gebeten, dem angesichts der anhängigen Appellation vorzubeugen.
    Untersagt ihnen, während des vor ihm und dem kgl. Kammergericht anhängigen Verfahrens den Prozeß gegen Keller fortzusetzen oder in anderer Weise gegen ihn vorzugehen.1 

    Konstanz, 4. Mai 1507.
    Köln, HAStd, K+R 36/1, fol. 3–3’ (Kop. mit imit. Verm. amdric. und Gegenz. Serntein).

    «Nr. 462 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians (RHR) an Gf. Rudolf von Sulz (kgl. Hofrichter zu Rottweil) »

    Abt Johann von Kempten hat Beschwerde darüber erhoben, daß das Hofgericht zu Rottweil aufgrund der Klage Christoph Gayssers aus Grönenbach die Richter des Landgerichts Kempten und seinen Untertanen Cunlin Graf vorgeladen habe, obwohl Gaysser keineswegs Šdas Recht verweigert worden sei. Diese Zitation verletze die ksl. und kgl., von ihm konfirmierten Freiheiten des Stifts.1 Befiehlt ihm, diese zu respektieren und die Vorladung zu kassieren.

    Konstanz, 4. Mai 1507.
    Augsburg, StA, Stift Kempten, Urk. 1808 (einem Bescheid des Hofgerichts Rottweil inseriert, Or. Perg., zynstag nach unser lb. Frauen tag assumpcionis [17.8.]).2

    «Nr. 463 Prozeßvollmacht des St. Margarethenklosters/Straßburg für Arbogast Mor (Schaffner des Klosters)  »

    Priorin Anna Zorn und der Konvent des St. Margarethenklosters bekunden: Der röm. Kg. hat auf ihre Bitte hin auf den 17. Mai (mentag noch dem sonntag exaudi) nach Konstanz einen Rechtstag gegen Batt von Pfirt und Verena, geb. von Pfirt (Ehefrau Hans Balthasars von Endingen), angesetzt. Dort soll über den von ihrer Mitschwester Susanna von Pfirt herrührenden Anspruch auf das Erbe ihres Vaters Diebolt von Pfirt befunden werden.1 Bevollmächtigen den Schaffner des Klosters, Arbogast Mor (Möre), als ihren Vertreter bei dem Verfahren.2 

    [St. Margarethenkloster/Straßburg], 6. Mai 1507 (donstag noch Philippi und Jacobi der zweyen zwolfboten tag).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 37–37’ (Or. m. Siegelrest).

    «Nr. 464 Supplikation der Gemeinde Markdorf an Kg. Maximilian »

    Ihr mittelloser Mitbürger Ulrich Ludmar wurde von einem Untertanen der Gft. Heiligenberg am dortigen Landgericht verklagt. Sein Antrag, den Prozeß an das für ihn als Beklagten zuständige Gericht zu verlegen, wurde abgewiesen. Ihr Mitbürger wurde unter Mißachtung ihrer von Kss. und Kgg. herrührenden und von ihm bestätigten Gerichtsfreiheit1 und Šungeachtet ihres Rechtserbietens mit einem Prozeß überzogen und in die Acht erklärt. Der Beklagte und wegen Verletzung ihrer Rechte und Freiheiten auch die Gemeinde haben von diesem Urteil an den röm. Kg. appelliert und das Landgericht darüber informiert. Die Mittel des Bürgers reichen jedoch nicht aus, um das Appellationsverfahren zu bestreiten. Bitten deshalb um ein Inhibitionsmandat an das Landgericht und um die Bewilligung einer Kommission – sie schlagen den Hofrichter zu Rottweil, die Stadt Konstanz oder die Stadt Überlingen vor – zur Fortsetzung des Appellationsverfahrens.

    [Markdorf], 14. Mai 1507 (frytags nach der uffart Cristi). 
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 144–144’ (Or., Verm. über den Beschluß des Kg. bzw. des kgl. Hofrates: An camergericht, und sofer das nit außgericht werd, commission zu geben.).

    «Nr. 465 Kg. Maximilian an Heinrich Reitzmann (Stiftskanoniker zu Aschaffenburg) und Batt von Horneck (Amtmann zu Darmstadt) »

    Martin Fuchs und seine Ehefrau Elisabeth haben von einem am Hofgericht zu Heidelberg gegen sie zugunsten Georg Steinmetz’ und seiner Frau Anna ergangenen Urteil an Kg. und kgl. Kammergericht appelliert und geltend gemacht, daß das Hofgericht ihnen unbegründeterweise eine dritte Dilation zur Beweisführung über einen eingereichten Schriftsatz verweigert habe. Außerdem sei angesichts deren fortgeschrittenen Alters oder schlechten Gesundheitszustands der Tod einiger wichtiger Zeugen zu befürchten. Die Eheleute Fuchs haben um seine Hilfe gebeten.
    Er befiehlt ihnen, die von den Appellanten benannten Zeugen vorzuladen, die Gegenpartei rechtzeitig über die Zeugenbefragung zu informieren, um ggf. einen Vertreter dazu abordnen zu können, und eine besiegelte Urkunde über die Zeugenaussagen an das kgl. Kammergericht zu senden.

    aKonstanz, 19. Mai 1507-a.
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 150–151’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    «Nr. 466 Mandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen »

    Ihr Mitbürger Cristan Part hat ihn um seine Hilfe bitten lassen, da er eine ihm auferlegte Geldstrafe wegen seiner Armut nicht bezahlen kann. Befiehlt ihnen, Part die Strafe zu erlassen, damit dieser seine unmündigen Kinder ernähren kann und diser unser furderung bey euch genossen hab emphind.1

    Konstanz, 27. Mai 1507.
    Memmingen, StdA, A 1/1, unfol. (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    «ŠNr. 467 Weisung Kg. Maximilians an Gf. Andreas von Sonnenberg »

    Befiehlt ihm die Anhörung einer Klägerin aus Munderkingen und ihres Prozeßgegners, der Stadt Riedlingen.

    Konstanz, 29. Mai 1507.
    Sigmaringen, StA, Dep. 30/1 T 3, Nr. 97, unfol. (Or.).

    «Nr. 468 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen »

    Laut Mitteilung Zyprians von Serntein (kgl. Tiroler Kanzler und Verwalter der kgl. Hofkanzlei) tragen die Heimenhofen (Haymhofer) als Kläger und Bürgermeister und Rat der Stadt Kempten als Beklagte vor ihnen einen Rechtsstreit um einige Güter und Einkünfte aus. Serntein macht seinerseits geltend, daß er das Schloß Hohentann rechtmäßig von den Erben des Hieronymus von Heimenhofen gekauft habe1 und daß die strittigen Güter zum Schloß gehörten. Er wolle auf seinen Anspruch gegenüber den Heimenhofen nicht verzichten. Serntein hat darum gebeten, das in Memmingen anhängige Verfahren zu sistieren, bis seine Ansprüche juristisch geklärt sind. Befiehlt ihnen, das Verfahren bis dahin einzustellen. Falls sie es dennoch fortsetzen, sind ihre künftigen Urteile nichtig, der Rechtsanspruch Sernteins bliebe davon unberührt.

    Konstanz, 5. Juni 1507.
    Memmingen, StdA, A 63/12 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. N. Ziegler).

    «Nr. 469 Achterklärung Kg. Maximilians gegen Hans und Wolfgang Linck »

    Wolfgang Linck aus Schwabach hat im Namen seines Vaters Hans unter Verletzung der Wormser Landfriedensordnung von 1495 Bf. Gabriel von Eichstätt die Fehde abgesagt und ist ebenso wie sein Vater gewaltsam gegen den Bf. und seine Untertanen vorgegangen.1 Erklärt Hans und Wolfgang Linck in die Acht und Aberacht. Befiehlt allen Reichsangehörigen, die beiden Ächter und ihre Helfer in keiner Weise zu unterstützen, sondern sie gefangenzunehmen und gemäß der Reichsordnung gegen sie zu verfahren. Wer dieses Mandat mißachtet, verfällt selbst der Acht und Aberacht.2

    Konstanz, 9. Juni 1507.
    ŠWien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 6–6’ (Or., Vermm. prps./amdrp, Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 38 (Auszug) = B.

    «Nr. 470 Supplikation von Bürgermeistern und Rat der Stadt Köln an Kg. Maximilian »

    Ihr Mitbürger Walrav van der Linden hat ihnen heute ein an ihn gerichtetes, vom 14. Mai aus Konstanz datierendes kgl. Mandat zur Rückgabe der während der anhängigen Appellation aus dessen Haus weggeführten Güter an den Kölner Bürger Peter Quettinck1 vorgelegt.
    Die Angaben Quettincks sind unrichtig, seine Klage ist unbegründet. Linden ging aufgrund eines Kölner Gerichtsurteils gegen Quettinck vor. Der Sachverhalt ist aus den beim kgl. Kammergericht liegenden Prozeßakten zu entnehmen.2 Daraus geht eindeutig hervor, daß das kgl. Mandat zu Unrecht ergangen ist. Bitten, das ergangene Urteil zu respektieren und somit auch die Rechte und Freiheiten der Stadt zu schützen.

    Köln, 14. Juni 1507. 
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 6–6’ (Or., Verm.: Sixt3, pringts in rat.).

    «Nr. 471 Supplikation Hans Feyerabends (aus Heilbronn) an Kg. Maximilian »

    Er hat bei den Vermittlungsverhandlungen des kgl. Kommissars Bernhard von Liebenstein wegen des an Hans Weinläder [Heilbronner Bürger] begangenen Totschlags eine Sühneleistung beispielsweise durch eine Wallfahrt angeboten, was die Gegenpartei jedoch ablehnte.1 Bittet, ihn von seiner Schuld freizusprechen oder ihm mit seinen Kindern an einem anderen Ort das Wohnrecht zu gewähren. Sagt zu, dennoch für die begangene Tat Sühne leisten zu wollen, wie ihm dies sein Beichtvater und sein Gewissen vorschreiben.

    s.l., 15. Juni 1507 (St. Vits des hl. märters tag). 
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 40–40’ (Or.).

    «Nr. 472 Supplikation Wolfgang Lincks an Kg. Maximilian »

    Er stand in Spanien in Diensten Kg. Philipps von Kastilien und kehrte nach dessen Tod nach Hause zurück. In seiner Abwesenheit hatten der Bf. von Eichstätt und seine ŠAmtleute die Leute seines Vaters [Hans Linck] bedrängt und versucht, sich obrigkeitliche Rechte anzumaßen. Sein Vater hatte angeboten, die Angelegenheit vor Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach, dessen Sohn Mgf. Kasimir, Wolfgang von Eisenhofen (Landkomtur in Franken und zu Ellingen) oder den Hh. von Stauff als Lehnsherren sowie vor der Stadt Rothenburg gütlich oder rechtlich auszutragen. Der Bf. ignorierte diese Offerte und ging statt dessen weiterhin gegen die Leute seines Vaters vor. Da ihm selbst und seinen zum Teil noch minderjährigen Geschwistern in unrechtmäßiger Weise ihr Erbe geschmälert wurde, beschloß er, Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten, und sagte dem Bf. ab.
    Bittet, sich wegen dieser Sache nicht zur Ungnade gegen ihn bewegen zu lassen, sondern ihm Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben. Er hat sich in den Diensten Kg. Philipps redlich gehalten, was Gf. [Wolfgang] von Fürstenberg und Christoph Schenk [von Limpurg] bestätigen können.

    s.l., 15. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 16–16’ (Or. m. S.).

    «Nr. 473 Absolutionsbrief Kg. Maximilians für Vincenz Gamper »

    Spricht Vincenz Gamper aus Winterthur von jeglicher Verantwortung an dem in Konstanz verübten Totschlag an Sebastian Strasser frei. Eine von kgl. Räten durchgeführte Zeugenbefragung hat ergeben, daß Strasser den Beschuldigten zu derselben handlung und tat frevenlicher und mutwilliger weyse geraizt und verursacht hat. Gamper darf aus dieser Tat kein Nachteil entstehen; gegen ihn darf wegen diese Sache weder auf dem Rechtsweg noch in anderer Weise vorgegangen werden. Befiehlt allen Reichsangehörigen die Beachtung dieser Urkunde bei Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes.

    Konstanz, 17. Juni 1507. 
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 52’-53 (Kop.).

    «Nr. 474 Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen »

    Übersendet eine Supplikation Mark Hirsdorfs gegen Hans von Pienzenau (Bentznaw)1 und dessen Erwiderung darauf.2 Beauftragt sie, beide Parteien vorzuladen und sich um eine Šgütliche Einigung zu bemühen. Falls diese nicht gelingt, sollen sie ihm unter Übersendung eines Gutachtens Bericht erstatten.3 

    Konstanz, 21. Juni 1507.
    Memmingen, StdA, A 1/1, unfol. (Or. m. Siegelrest, Verm. cdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 475 Hans d. J. und Eitelhans Halder von Mollenberg an Gf. Ulrich von Montfort-Tettnang »

    Ihnen ging heute ein kgl. Mandat zur Freilassung Hans’ d. Ä. Halder zu. Dem zustellenden Notar gegenüber haben sie gemäß beiliegender Abschrift begründet, warum sie ihren hochbetagten und unzurechnungsfähigen Verwandten festhalten.1 Da sie seiner gfl. Obrigkeit unterstehen, bitten sie ihn, sie gegenüber dem röm. Kg. zu verantworten, damit ihnen aus dem Vorgang keine üble Nachrede entsteht.

    s.l., 2. Juli 1507 (frytag uf unser frowen tag im höwet).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 82–82’, 83’ (Or.).

    «Nr. 476 Achterklärung Kg. Maximilians gegen Karl von Schaumberg und seine Helfer »

    Ihm liegt ein gesiegeltes Zeugnis darüber vor, daß Karl von Schaumberg und seine Helfer Eukarius Keßlinger und Martin Zwick Matthias von Rotenhan [im Jahre 1506] in der Nähe von Bamberg grundlos überfallen und getötet haben und daraufhin vom Zentgericht zu Bamberg als Mörder verurteilt wurden. Die drei genannten Täter, außerdem Jörg, Hans Šund Kilian Renner sowie Jobst Rymer haben überdies dem Sohn des Matthias, dem Lehrer der Rechte Sebastian von Rotenhan, ohne jede Rechtsgrundlage abgesagt und befehden ihn. Sie und ihre Helfer sind deshalb gemäß der Landfriedensordnung als offenkundige Landfriedensbrecher ohne weiteres Verfahren der Acht verfallen.1

    Konstanz, 9. Juli 1507.
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 49’-50 (Auszug).

    «Nr. 477 Supplikation N.N. an Kg. Maximilian »

    Er hat seine Unterkunft in der Küsterei zu Augsburg an Wilhelm Marschall von Pappenheim vermietet. Pappenheim ist mit der Miete erheblich im Rückstand. Er hat Pappenheim mehrmals aufgefordert, die Behausung bis zum 29. September (Michaelis) zu räumen und die Miete nachzuzahlen. Dieser hat sich vernehmen lassen, daß er den Räumungstermin ignorieren werde. Er hat die Unterkunft längst jemand anderem zugesagt. Bittet, Pappenheim zur Bezahlung seiner Miete und zur Räumung zu veranlassen.

    Salzburg, 9. Juli 1507 (freitag nach Udalrici).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 62 (Kop.).

    «Nr. 478 Supplikation Hans Hofwarts von Kirchheim an Kg. Maximilian »

    [1.] Er hat ihm seinerzeit vor Kufstein (Koppenstein)1 eröffnet, daß er das auf dem Erbweg an ihn übergangene Schloß Hohenburg im Wasgau gemäß ksl. und kgl. Urkunden, insbesondere einem von ihm ausgestellten Lehenbrief2, mit einigen Dörfern in der Umgebung Kleeburgs als Reichslehen innehat. Wenngleich es darin heißt, daß es sich um im Amt Kleeburg gelegene Dörfer handelt, so gehören sie doch zur Burg. In Hagenau hat er auf seine Bitte Dr. Fries3 und andere beauftragt, ihn anzuhören und ein Gutachten erstellen. Darin wurden ihm als Inhaber des Schlosses die Einkünfte aus diesen Dörfern zugestanden. Das Gutachten wurde jedoch nicht realisiert. Statt dessen wurden ihm neue Rechtstage zuerst nach Straßburg, dann nach Köln anberaumt4, wo er drei Monate wartete. Seinen Antrag auf Klärung der Angelegenheit durch ein rechtliches Verfahren beschied er, der Kg., mit der Bitte um Geduld: Ich wol das fleisch ußer dem hafen han, vor und ee eß gesotten. Er sagte aber auch zu, sein Eigentum nicht in fremde Hände zu geben, sondern ihm zu Šseinem Recht verhelfen. Darauf wurden neue Rechtstage zuerst nach Straßburg, später nach Konstanz angesetzt. Hier übergab ihm Hans von Landau in Anwesenheit Kaspars Frh. zu Mörsberg einen Bescheid. Laut von Blasius Hölzl unterzeichnetem Mandat sollte Mörsberg gemeinsam mit Räten der Landvogtei im Unterelsaß seinen Rechtsanspruch prüfen und eine Stellungnahme für den Kg. erstellen. Er, Hofwart, hat ihm wiederholt einen rechtlichen Austrag vor dem Rat oder vor dem Lehnsrichter der Reichskammer Hagenau als eigentlich zuständiger Instanz oder alternativ die Verhandlung vor einem Rittergericht vorgeschlagen. Nun wurde er informiert, daß ungeachtet des Konstanzer Bescheids und seines Rechtserbietens Dr. [Jakob] Merswin und andere die Einwohner des Amtes Kleeburg zur Leistung des Untertaneneides gegenüber Pfgf. Alexander von Zweibrücken aufgefordert haben. Dies verletzt seine Rechte. Er ist jedoch damit einverstanden, daß der Kg. den Pfgf. in den Besitz derjenigen Dörfer einsetzt, die nicht in seinem Lehenbrief als Reichslehen ausgewiesen sind oder die er als Lehnsträger des Hst. Straßburg und der Hft. Ochsenstein (Ossenstein) innehat.
    [2.] Der röm. Kg. trägt den Titel eines „Mehrers des Reiches“. Er bittet erneut darum, ihm zu seinem Recht zu verhelfen und die Dörfer Pfgf. Alexander oder einen anderen Partei nicht ohne rechtliche Klärung zu überlassen. Er erwartet, daß er sein Eigentumsrecht schützt und die Lehenbriefe nicht ignoriert. Falls dennoch die von Pfgf. Alexander angestrebte Einsetzung erfolgt, ist er gezwungen, die Angelegenheit vor die Reichsstände und den gemeinen Adel zu bringen.

    s.l., 23. Juli 1507 (fritag nach St. Maria Madelen tag).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 67–67’, 68’ (Or.).

    «Nr. 479 Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian »

    Bestätigen den Empfang eines kgl. Schreibens mit beiliegender Supplikation des kgl. Posauners Jörg Nagel sowie der Brüder Konz (Cuntz) und Hans Franck [aus Nürnberg] wegen ihres Streits mit dem Nürnberger Bürger Erhard Wolf. Dieser hat laut beiliegendem Zettel1 dazu Stellung genommen. Bekunden ihre Bereitschaft, die kgl. Entscheidung in dieser Angelegenheit zu vollziehen. Ihre Vermittlungsbemühungen zwischen den Parteien indessen waren erfolglos.

    Nürnberg, 24. Juli 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 212–212’ (Kop.).

    «Nr. 480 Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Ihr Mitbürger Oswald Weyler hat um seine Hilfe gebeten. Ersucht sie, dessen Strafe aufzuheben.1 

    ŠKonstanz, 27. Juli 1507.
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 97–97’ (Or. m. S.).

    «Nr. 481 Achterklärung Kg. Maximilians gegen Hartwig Eckbrecht von Dürkheim »

    Hartwig Eckbrecht von Dürkheim, genannt Kranz, hat laut glaubwürdigem Bericht ohne Rechtsgrundlage der Stadt Trier abgesagt und geht gewaltsam gegen sie vor. Dadurch sind er und seine Helfer als offenkundige Landfriedensbrecher gemäß der Landfriedensordnung ohne weiteres Verfahren der Reichsacht verfallen.

    Konstanz, 1. August 1507.
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 55 (Auszug).

    «Nr. 482 Kommission Kg. Maximilians für Gf. Wolfgang von Fürstenberg und die vorderösterreichische Regierung zu Ensisheim »

    Beauftragt aufgrund einer Supplikation Arnolds von Rotberg und des daraufhin erfolgten Rechtserbietens der Gegenseite Gf. Wolfgang von Fürstenberg (kgl. Hofmarschall, oberster Hauptmann und Landvogt im Elsaß und in der Ortenau) sowie die kgl. Statthalter und Räte zu Ensisheim mit der gütlichen oder rechtlichen Entscheidung seines Streits mit den Gff. von Thierstein wegen der Dörfer Blauen, Metzerlen, Hofstetten und Witterswil.1

    Act. Konstanz, 8. August 1507.
    Solothurn, StA, Urkundensammlung, Aug. 8, 1507 (Auszug aus einer Urkunde der kgl. Statthalter und Räte im Oberelsaß vom 16.12.1512).

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/II6/pages

    Anmerkungen

    1
     Spruch Kg. Maximilians vom 1.8.1505 (Druck: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 414, S. 622–624).
    2
     Gemeint sind die anwesenden Söhne Kf. Philipps, die Pfgff. Philipp (Administrator von Freising), Friedrich und Heinrich [Nr. 555, Pkt. 1].
    3
     Gemäß Nr. 555 [Pkt. 1].
    1
     Lokalisierung nicht möglich.
    2
     Diese Notiz wurde durch die nachträglich eingefügte Auflistung der Dörfer eigentlich überflüssig.
    3
     = Verpflegung oder Geldabgabe dafür (Deutsches Rechtswörterbuch I, Sp. 844f.; Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch II, Sp. 291–295).
    4
     Die Übergabe des Verzeichnisses wird in einem von diesem Tag datierenden Gesandtenbericht erwähnt [Nr. 560, Pkt. 2].
    1
     Vgl. dazu den Bericht Venningens und Landschads vom 28.5.1507 [Nr. 565].
    2
     Vgl. den Bericht Toplers vom 31.3.1507 [Nr. 56, Pkt. 2].
    3
     Verzeichnis über die jährlichen Einkünfte Kf. Philipps von der Pfalz aus der Landvogtei Hagenau und dem Amt Ortenberg (Kop.; HStA München, Fürstensachen 963, fol. 188–191’).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     = Eichel- und Bucheckernernte (Deutsches Rechtswörterbuch II, Sp. 1188f.).
    3
     Für den Vortag war die Ankunft Armstorfers in Konstanz avisiert [Nr. 565]. Der Abgleich der Zahlen dürfte einige Tage in Anspruch genommen haben.
    1
     Vgl. Nr. 577 [Pkt. 3].
    1
     Urkunde Kg. Maximilians vom 7.8.1504 (Druck: Baumann/Riezler, Urkundenbuch IV, S. 343, Nr. 365. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 19035, S. 552).
    2
     Urkunde Kg. Maximilians vom 5.5.1505 (Or. Perg. m. S., Gegenz. B. Hölzl, Registraturverm. J. Villinger; GLA Karlsruhe, D 1103).
    3
     Am 4.11.1507 erklärte auch Kf. Joachim von Brandenburg seine Zustimmung (Or. Perg. m. beschädigtem S.; GLA Karlsruhe, Abt. 30 Urkk. Gengenbach-Offenburg-Zell, Nr. 77). Kg. Maximilian hatte den Kf. bereits am 3.3.1507 darum ersucht (Or. Hagenau, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein; GStA Berlin, I. HA, Repos. 1, Nr. 2 A, fol. 1–1’).
    1
     Vgl. Nr. 97, Anm. 4.
    1
     Vollmacht für den RT-Gesandten Anton Tetzel zu Verhandlungen im Zusammenhang mit der vom Kg. erwogenen Lösung Kf. Philipps aus der Acht vom 28.6.1507 (Or. Perg. m. S., montag nach St. Johanns des hl. taufers tags;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Urk. Nr. 136. Kop.;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 168’-169’).
    1
     Spruch Kg. Maximilians vom 1.8.1505 (Druck: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 414, S. 622–624).
    2
     Vgl. Heil, RTA-MR VIII/2, Nrr. 735 [Pkt. 2], 738 [Pkt. 4], 849, 850.
    3
     In einem Gutachten von Nürnberger Ratskonsulenten vom 26.6. (sabbati post Johannis baptiste), das teilweise der Instruktion für Tetzel zugrundelag, sind aufgeführt: Altdorf, ein halber Anteil an der Stadt Lauf, Velden, Betzenstein, Haimburg und Deinschwang (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden, Akten A 84, Nr. 9, fol. 86’-87, hier 87).
    4
     Gemeint sind die Schlösser Reicheneck und Hohenstein sowie die Stadt Hersbruck (Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 721, S. 1017 Anm. 10, 11; Müllner, Annalen III, S. 318; Reicke, Geschichte, S. 522; Franz, Nürnberg, S. 63f.).
    5
     Im Gutachten der Nürnberger Ratskonsulenten [wie Anm. 3] wurde eine Ausgleichszahlung an Kurpfalz von bis zu 13 000 fl. empfohlen, um dafür die hohen Kosten für die Behauptung der im Landshuter Erbfolgekrieg eroberten Orte zu sparen.
    6
     Kölner Spruch Kg. Maximilians vom 30.7.1505, § 7 (Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 476, hier S. 775 – doch ausgenommen ... hingegeben ist.).
    7
     Vgl. das diesbezügliche Gutachten der Nürnberger Ratskonsulenten vom Jan. 1512 (Gümbel, Berichte, S. 208 Anm. 1).
    8
     Datierung gemäß der Nürnberger Vollmacht für Anton Tetzel vom 28.6. [Nachweis s. Nr. 432, Anm. 1].
    1
     Augsburger Entscheid Kg. Maximilians vom 23.4.1504 (Druck: Krenner, Landtags-Handlungen XIV, S. 672f.; DuMont, Corps IV, Nr. XXIV, S. 49; Lünig, Reichs-Archiv VIII (Partis specialis continuatio II, 4. Abt., 1. Abs.), Nr. XXXVI, S. 58; Harpprecht, Reichs-Archiv II, S. 178; Ay, Altbayern, Nr. 137, S. 183f.).
    2
     Kgl. Mandat vom 18.5.1504. Vgl. Müllner, Annalen, S. 270.
    1
     Laut einem Schreiben Ebf. Leonhards an Kg. Maximilian vom 18.3.1507 ging es um die Beeinträchtigung der ebfl. Strafgerichtsbarkeit in den beiden Hftt. Der Ebf. erneuerte darin seine frühere Bitte, Bf. Heinrich von Augsburg oder Bf. Georg von Trient als Kommissar zur Klärung des Sachverhalts einzusetzen, und bot an, das Bergwerk zu Rattenberg wie schon zu Zeiten Hg. Georgs von Niederbayern gegen Bezahlung mit Holz zu beliefern (Reinkonz. Salzburg, pfinctag nach letare; LA Salzburg, Hofrat Catenichl 1507, fol. 38’-39’).
    1
     Vgl. Nr. 581 mit Anm. 3.
    2
     Polheim hatte den Kanzler Zyprian von Serntein mit Schreiben vom 26.3. zum wiederholten Mal um Mitteilung gebeten, ob der Kg. mit der Ablösung Wildenecks durch ihn einverstanden sei (Nachschrift, Kop. Wartenburg, freitag nach unser lb. Frauen tag anunciationis; HHStA Wien, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 100–101). Serntein hatte Polheim daraufhin das Einverständnis Kg. Maximilians eröffnet und mitgeteilt, daß entsprechende Schreiben an den Ebf. von Salzburg und an die Untertanen bereits verfaßt, jedoch aus triftigen Gründen noch nicht abgeschickt worden seien; nemlich, nachdem ir kgl. Mt. yetzo einen Reichs tag gen Costenz, als ir wisst, ausgeschriben und die Kff., Ff. des Hl. Reichs persondlich auf solhen Reichs tag zu komen beschreiben und ervordern lassen, in maynung, der obberurten ir kgl. Mt. treffenlichen obligenden sachen halben, daran irer Mt. und teutscher nation merklich und gross gelegen ist, mit denselben Kff. und Ff. zu handlen, versehe sich ir kgl. Mt., gemelter mein gn. H. von Salzburg werde in aigner person daselbs erscheinen. Wo nu ir Mt. im zuvor die abtretung umb bestimbte Hft. Wildenegk verkunden, mocht er im ainen unwillen darab nemen und ir kgl. Mt. sachen und furnemen in handlung des vorangezaigten Reichs tag mer hindern als furdern. Demnach ir kgl. Mt. sölh abtretung diser zeit und bis zu ende des obberurten tags ruen und ansteen lassen; welle aber die bestimbten brief nach ausgang sölhen Reichs tag euch zu stund zuschicken. Der Kg. werde es so einrichten, daß Polheim für die – vertragsgemäß ein halbes Jahr vor Lichtmeß [2.2.] anzukündigende – Ablösung noch genügend Zeit bleibe (Fragment; HHStA Wien, Maximiliana 17, Konv. 4, nach fol. 99). Kg. Maximilian hatte die ihm von Hg. Albrecht am 8.2.1506 überschriebene Hft. Wildeneck samt der Vogtei über das Kloster Mondsee am 25.5.1506 auf Wiederablösung für 10 000 fl. an Ebf. Leonhard von Salzburg verkauft (Kop.; HHStA Wien, Maximiliana 16, Konv. 2, fol. 212–214’; LA Linz, Kopienarchiv, Schachtel 2, Nr. 9b. Verschreibung Ebf. Leonhards, Wildeneck und die Vogtei gegen Bezahlung der 10 000 fl. zurückzugeben, Kop. Salzburg, 9.7.1506; ebd., Nr. 9e; HHStA Wien, AUR 9 VII 1506. Dopsch, Geschichte I, S. 579, 582, 926; Wiesflecker, Maximilian III, S. 204).
    1
     Gemäß einer bei dessen Abreise aus Konstanz mit Bf. Lorenz von Würzburg getroffenen Vereinbarung sollte Bf. Georg von Bamberg einen Termin für die Beratungen finden. Mit Eichstätt und Brandenburg bestand Einigkeit, das Treffen möglichst lange hinauszuzögern. Dies war jedoch bei Kg. Maximilian nicht durchsetzbar, der die baldige Rückkehr Mgf. Kasimirs für dessen Teilnahme am Romzug wünschte. Der Tag wurde deshalb auf den 1.9. nach Windsheim anberaumt. Das oben wiedergegebene, möglicherweise rückdatierte Schreiben ging dem kgl. Sekretär Sixtus Ölhafen mit der Bitte um Mitteilung an den Kg. zu. Ölhafen hatte laut eigenem Bekunden den Auftrag, die Einladung an Mgf. Friedrich zu schreiben (Bf. Georg von Bamberg an Bf. Lorenz von Würzburg, Or. Bamberg, mitwochen nach Laurenti; StA Würzburg, G-Akten 9705, fol. 9–9’). Vgl. im weiteren Nrr. 957966.
    1
     Schiedsspruch vom 16.5.1505 (Heil, RTA-MR VIII/1, S. 881 Anm. 1).
    2
     Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, Nrr. 576589, S. 880–891; Toifl, Friede, S. 212.
    3
     Kg. Maximilian übersandte ein Exemplar des kgl. Spruches an Gf. Michael von Wertheim zur Weiterleitung an seinen Bruder Gf. Asmus. Gf. Michael sollte außerdem für den Vollzug der kgl. Entscheidung Sorge tragen (Kop. Konstanz, 30.6.1507; StA Würzburg, WU 7/76b; StA Würzburg, Libri diversarum formarum 22, pag. 122). Der Konflikt dauerte dessenungeachtet fort. Ebf. Uriel von Mainz unternahm im Januar 1509 einen weiteren Vermittlungsversuch. Demnach sollten sich die Parteien bei der im Konstanzer Spruch festgelegten Strafe zur Umsetzung seiner Entscheidung verpflichten: Gf. Asmus durfte Hans von Saunsheim und andere Feinde Würzburgs nicht länger beherbergen oder in anderer Weise unterstützen; die Gefangenen auf beiden Seiten sollten freigelassen werden (Or. Perg. m. S., Miltenberg, mitwoch nach der hl. dreyer Kgg. tag [10.1.]1509; StA Würzburg, WU 33/71c. Entscheid Gf. Eberhards von Eppstein-Königstein und des Kurmainzer Hofmeisters Thomas Rüdt von Collenberg vom 10.1.1509, Or. Perg. m. 4 Ss.; ebd., WU 33/71a. Verpflichtungserklärung Gf. Asmus’ zur Einhaltung des durch den Mainzer Ebf. vermittelten Vergleichs, Or. Perg. m. S.; ebd., WU 33/71b. Entsprechende Verpflichtungserklärung Bf. Lorenz’ vom 22.1.1509; Druck: Aschbach, Geschichte II, Nr. CCVI, S. 313f.). Vgl. Aschbach, Geschichte I, S. 285f.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     In dieser Angelegenheit hatten bereits die Bff. von Würzburg und Eichstätt zu vermitteln versucht. Ein angesetzter Schiedstag kollidierte terminlich jedoch mit dem Konstanzer RT. Da der Nürnberger Ratsherr Anton Tetzel Verhandlungen in Abwesenheit der Bff. für wenig aussichtsreich hielt, schlug er am 12.4. vor, den Tag nach Konstanz zu verlegen und sich vorab lediglich zu verständigen, wie bis dahin die Hochgerichtsbarkeit betreffende Vorfälle behandelt werden sollten (Tetzel an Bf. Lorenz von Würzburg bzw. Bf. Gabriel von Eichstätt, jeweils Kop. Nürnberg, montag nach quasimodogeniti;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 15–15’; 16–16’).
    1
     Zu Vermittlungsverhandlungen zwischen Bf. Hugo und der Stadt kam es während des RT nicht mehr. Vgl. Nr. 981.
    2
     Gemeint ist der Vertrag zwischen Bf. Hugo und der Stadt Konstanz vom 17.2.1498. Vgl. Maurer, Konstanz, S. 216; Rublack, Einführung, S. 2.
    1
     Man wird davon ausgehen können, daß es dabei zum einen um die Rückforderung der von Lgf. Wilhelm von Hessen im Landshuter Erbfolgekrieg eingezogenen hennebergischen Lehen Dornberg und Groß-Gerau, zum anderen um das von Henneberg bestrittene Recht Lgf. Wilhelms zur Erhebung des Guldenweinzolls in der geteilten Hft. Schmalkalden und um die Einrichtung von Zollstätten in Benshausen, Herrenbreitungen und Schmalkalden ging (Henning, Grafschaft, S. 73f.).
    1
     Weinzollprivileg Kg. Maximilians für Lgf. Wilhelm d. M. von Hessen vom 24.6.1505 (Druck: Kleinschmid, Sammlung II, S. 352f.; Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 517, S. 839f.).
    2
     Eine Instruktion Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden, Gf. Johanns von Nassau-Dillenburg, Gf. Ludwigs von Isenburg-Büdingen, Gf. Philipps von Nassau-Wiesbaden, Gf. Bernhards von Solms-Braunfels, Gf. Michaels von Wertheim, Gf. Reinhards von Hanau-Münzenberg, Gf. Eberhards von Eppstein-Königstein, Eberhards und Valentins Schenken von Erbach sowie der Gesandten Gf. Philipps von Solms-Lich zu Verhandlungen mit Kg. Maximilian stimmt inhaltlich, passagenweise auch wörtlich mit der Supplikation überein (Kop., s.d., Überschr.: Instruction bey röm. kgl. Mt. anzubrengen uf beswernus des neuwen ufgerichten zolls; StA Marburg, Best. 86, Nr. 33, unfol.).
    1
     Gf. Philipp von Hanau, Gf. Johann von Nassau-Beilstein und Gf. Reinhard von Leiningen sind in der gemeinschaftlichen Supplikation an Kg. Maximilian nicht mitaufgeführt. Vielleicht schlossen sie sich mündlich der Klage an oder übergaben eigene, nicht überlieferte Bittschriften.
    2
     Auf einem Wetterauer Grafentag in Mainz wurde am 24.9.1507 beschlossen, daß Dr. Adam [Werner] auf einem weiteren, auf den 8.10. nach Frankfurt anberaumten Tag die Beschwerden der einzelnen Gff. sammeln und die Vorschläge für die von den Klägern zu stellenden Beisitzer sowie für die Anwälte und Sprecher entgegennehmen sollte. Gleichzeitig wurde Friedrich von Dorfelden zu Gf. Michael von Wertheim abgeordnet. Dieser sollte mit Johann von Schwarzenberg verhandeln, neben Dr. Hartmann von Windeck, der bereits zugesagt hatte, die Funktion eines der beiden Beisitzer zu übernehmen. Außerdem sollte Gf. Michael die Anwälte und Sprecher bestellen – laut der Instruktion für Dorfelden waren Dr. [Engelhard] Funck [Dekan zu Neumünster] und Dr. [Eucharius] Steinmetz als Advokaten vorgesehen. Als Sprecher vor der Schiedskommission wurden der Würzburger Jörg Marquardt und der ehemalige Landschreiber zu Ansbach und jetzige Stadtschreiber zu Rothenburg [Hans Besserer; Schnurrer, Zweifel, S. 74] in Betracht gezogen. Als weitere Anwälte wurden der Vogt zu Wertheim, Philipp von Uissigheim (Wyßkem), und der Schreiber Eberhards Schenken von Erbach vorgeschlagen. Neben Hans von Schwarzenberg wurden Johann von Breitbach, Johann Landschad und Dieter Kämmerer von Dalberg als Beisitzer gehandelt (Instruktion für Dorfelden, Kop., s.d., jedoch vermutlich Frankfurt, ca. 8.10.1507; StA Marburg, Best. 86, Nr. 33, unfol.). Dr. Philipp Siegwein sollte ebenfalls an den Verhandlungen vor Bf. Lorenz teilnehmen und dafür sowie für seine Bemühungen auf dem Konstanzer RT 30 fl. erhalten (Abschied des Wetterauer Grafentages zu Mainz, Kop., sexta post Mauricii; ebd., unfol.). Über die Würzburger Kommission liegen sonst keine Unterlagen vor. Entweder hat Bf. Lorenz die Angelegenheit nicht weiter verfolgt oder er ist gescheitert. Am 8.4.1508 beschlossen die in Mainz versammelten Gff., den Königsteiner Rat Dr. Philipp Siegwein mit einer erneuten, inhaltlich im wesentlichen die Argumente und Beschwerden von 1507 wiederholenden Supplikation (Kop., s.d.; ebd., unfol.) zu Ks. Maximilian abzufertigen. Gegebenenfalls sollte die Instruktion aufgrund etwaiger Ergebnisse von Verhandlungen Gf. Adolfs von Nassau auf einem Tag zu Wesel (Wieszel) nach dessen Weisungen modifiziert oder sogar ein neuer Grafentag nach Mainz oder Frankfurt einberufen werden (Kop.; ebd., unfol.). Erst auf dem Augsburger RT von 1510 verbot Ks. Maximilian die Erhebung des Weinzolls außerhalb des Fm. Hessen (Ksl. Deklaration, Druck Augsburg, 11.3.1510, Vermm. per regem proprium/amdip.; HHStA Wien, MEA Zollsachen 1, unfol. Regest: Demandt, Regesten II/2, Nr. 2050, S. 782. Meinardus, Erbfolgestreit I/1, S. 39). Vgl. Henning, Grafschaft, S. 74f.; Rommel, Geschichte III, S. 165f.; Kulenkampff, Einungen, S. 67–69, 75–80; Schmidt, Grafenverein, S. 29–31; Krüger, Finanzstaat, S. 103f.
    1
     Erbach machte in seiner Supplikation an Kg. Maximilian geltend, zwar Diener Pfgf. Ruprechts gewesen zu sein, sich jedoch nicht an den Kampfhandlungen Kf. Philipps von der Pfalz gegen Lgf. Wilhelm von Hessen beteiligt zu haben, weshalb die Wegnahme der beiden Schlösser unrechtmäßig gewesen sei. Die fortgesetzte Enteignung verstoße außerdem gegen die Restitutionsverfügung des Kölner Spruches (Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 476, S. 777, § 25). Er beantragte deshalb die Ausstellung eines kgl. Restitutionsmandats an den Lgf. Über etwaige Rechtsansprüche von dessen Seite sollten Ebf. Jakob von Mainz, Bf. Lorenz von Würzburg und Bf. Georg von Bamberg oder andere kgl. Kommissare befinden (Druck: Schneider, Stamm-Tafel, S. 600f., Nr. 60).
    2
     In einem weiteren Kommissionsbrief beauftragte Kg. Maximilian die Adressaten, die Parteien wegen der Wegnahme und Brandschatzung einiger Eberhard, Katharina und Anna von Erbach gehörigen Dörfer durch Lgf. Wilhelm anzuhören (Ebd., S. 602f., Anhang zu Nr. 61). Eberhard und Valentin von Erbach erschienen zum angesetzten Termin und legten unter Beibringung von Dokumenten den jeweiligen Sachverhalt noch einmal dar, die hessische Seite dagegen ignorierte die Tagsatzung (Bericht Vergenhans’ und Weldens an Kg. Maximilian, Augsburg, 26.8.1507; ebd., S. 603f., Nr. 63). Kf. Friedrich und die Herzöge Johann, Georg und Heinrich von Sachsen als Vormünder sowie die hessischen Regenten bewilligten schließlich am 20.1.1510 die Rückgabe der Schlösser Schönberg und Habitzheim als hessische Lehen. Das ebenfalls im Landshuter Erbfolgekrieg eroberte Bickenbach sollte dagegen bei Hessen verbleiben, doch erhielt Erbach als Entschädigung das Zehnfache des Jahreseinkommens aus seinem früheren Anteil zugesprochen (ausführliches Regest: Demandt, Regesten II, Nr. 1997). Die Rückgabe erfolgte schließlich am 23.7.1510 (ebd., Nrr. 2001f.).
    1
     Liegt nicht vor.
    3
     Offenbar glückte der Nachweis. Die zuletzt von Kg. Ruprecht 1407 implizit bestätigte Verpfändung der jährlichen Nördlinger Steuer von 300 Pfd. Heller und der Reichskorngülte von 700 Malter an die Gff. von Oettingen (Lang, Materialien III/1, S. 55f.; Oberndorff, Regesten II, Nr. 4707, S. 345) wurde 1518 von Ks. Maximilian konfirmiert. Vgl. Kudorfer, Nördlingen, S. 137f.
    1
     Das ebenfalls von 1507 datierende Achtmandat (Stein, Geschichte, S. 150) liegt nicht vor.
    2
     Kg. Maximilian informierte am gleichen Tag Gf. Johann von Castell über die Aufhebung der Acht und befahl ihm die Rückgabe sämtlicher kraft des kgl. Achtmandats eingezogenen Besitzungen (Auszug; HHStA Wien, Reichsregisterbuch TT, fol. 45’).
    1
     Mandat Kg. Maximilians an den Reichshauptmann Sigmund von Rorbach, Kämmerer und Rat der Stadt Regensburg vom 22.12.1506 (Or. Innsbruck; HStA München, Rst. Regensburg Lit., Nr. 311½, fol. 27–27’); Mitteilung von Kämmerer und Rat der Stadt Regensburg an Bernhardin von Stauff über den Eingang des kgl. Mandats zur Aushändigung des Kolbergerschen Hauses an Strattner mit Einräumung einer einmonatigen Frist (Kop., montags vor unser lb. Frauen liechtmeß tage [1.2.]1507; HStA München, Gemeiners Nachlaß 27, unfol.).
    2
     Urkunde Hg. Albrechts von Bayern über die Übereignung des zu Regensburg in der Oberen Bachgasse (im bach) beim Bruderhaus gelegenen Hauses Wolfgang Kolbergers an Bernhardin von Stauff vom 14.4.1504 (Kop. München, suntag quasimodigeniti; HStA München, Gemeiners Nachlaß 27, unfol.).
    3
     Die Stadt Regensburg informierte Stauff mit Schreiben vom 23.9. über das kgl. Mandat und bat ihn, das Haus zu räumen (Konz., pfintztag nach Emerami 1507; HStA München, Gemeiners Nachlaß 27, unfol.). Dieser weigerte sich erneut. Stauff erklärte, dem von Strattner falsch informierten Kg. den Sachverhalt darlegen und erneut den Rechtsweg anbieten zu wollen (Bernhardin von Stauff an Kämmerer und Rat der Stadt Regensburg, Or., sambstag nach St. Heimrans tag [25.9.]1507; ebd., unfol.). Er machte geltend, daß das strittige Haus gar nicht Eigentum Kolbergers gewesen sei und er es Elsbeth Fischberger abgekauft habe (Ders. an dies., Or. m. S., sontag nach Remigii [3.10.]1507; ebd., unfol.). Auf ein weiteres Ersuchen der Stadt hin, das Haus bis zum 12.10. zu räumen, akkreditierte er zwei Emissäre zu weiteren Verhandlungen (Or. m. S., mitwochen nach Dionisy [13.10.]1507; präs. Regensburg, 14.10.1507; ebd., unfol.). Der Regensburger Magistrat informierte den Kg. darüber, daß Stauff durch seine Gesandten gedroht habe, die Stadt haftbar zu machen, wenn sie sein Eigentumsrecht verletze. Dennoch habe man das Haus Strattner mit der Auflage übergeben wollen, der Stadt für diesen Fall ein Inventar über das darin befindliche Eigentums Stauffs anzulegen. Dies habe Strattner jedoch abgelehnt und angekündigt, den Kg. zu informieren. Keinesfalls liege seitens der Stadt Ungehorsam gegenüber dem kgl. Mandat vor. Man bitte sicherzustellen, daß Regensburg von Stauff wegen der Übergabe des Hauses nicht in Regreß genommen werde, oder eine gütliche bzw. rechtliche Klärung der Angelegenheit herbeizuführen (Stadt Regensburg an Kg. Maximilian, Konz., fritag nach Galli [22.10.]1507; ebd., unfol.).
    1
     In einem wohl auf 1503 zu datierenden Mandat an Kf. Philipp stellte Kg. Maximilian den Vorgang in gleicher Weise dar wie die beiden Stauff noch einmal vier Jahre später und machte geltend, daß diese die Nichtbefolgung früherer kgl. Mandate beklagt hätten. Er befahl dem Kf. unter Androhung der Reichsacht die Auslieferung des Schlosses samt der Einkünfte daraus (Kop., s.d.; HHStA Wien, Maximiliana 40, Fasz. II/3, fol. 23–24).
    2
     Die kurpfälzischen Gesandten Venningen und Landschad übersandten die Supplikation mit Schreiben vom 18.7. an Kf. Philipp (Or. Hd. Landschad, Konstanz, sontags nach Alexii; präs. Heidelberg, 23.7.1507; HStA München, Fürstensachen 963, fol. 171–171’).
    1
     Mandat Kg. Maximilians an Kf. Philipp von der Pfalz vom 28.12.1503 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp.; HStA München, Fürstensachen 963, fol. 170. Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 18034, S. 384).
    2
     Die kurpfälzischen Gesandten Venningen und Landschad übersandten ihre Gegendarstellung mit Schreiben vom 18.7. an Kf. Philipp [wie Nr. 448, Anm. 2].
    1
     Urkunde Kg. Maximilians vom 9.5.1494 (Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 663, S. 77).
    2
     Das Mandat wurde dem Hofgericht am 12.8. durch eine Straßburger Gesandtschaft vorgelegt und anschließend vor dem Gerichtsgebäude und im Gericht öffentlich verlesen. Auf Antrag der Gesandten wurde ein Vidimus des Mandats ausgefertigt (Vidimus Gf. Erhards von Nellenburg in Vertretung des Kammerrichters Gf. Rudolf von Sulz, Or. Perg. m. S., donrstag vor unser lb. frauentag [12.8.]1507; AV Straßburg, Chartes 7735). Am gleichen Tag wurde ein weiteres von den Straßburger Gesandten vorgelegtes kgl. Mandat (Konstanz, 7.8.1507) verlesen, worin dem Hofgericht unter Berufung auf das Mandat vom 20.7. geboten wurde, auf Antrag der Stadt jede Mißachtung ihrer Gerichtsprivilegien zu ahnden und sich daran weder von Melchior von Schaumberg noch anderen Personen hindern zu lassen (Vidimus Gf. Erhards von Nellenburg als Vertreter Gf. Rudolfs von Sulz, Or. Perg. m. S., donrstag vor unser lb. frauen tag [12.8.]1507; AV Straßburg, Chartes 7736).
    1
     Das Mandat liegt nicht vor. In einem – wohl nicht ausgegangenen – ersten Schreiben vom gleichen Datum hatte Nürnberg lediglich eine Stellungnahme zu dem Vorfall durch einen eigenen Boten angekündigt (Kop., montag nach visitacionis Marie [5.7.]1507;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 177’-178).
    2
     Den Vorgang schildert irrtümlich unter falschem Datum auch Müllner (Annalen III, S. 395f.). Vgl. Reicke, Geschichte, S. 540.
    3
     Ratsbeschluß vom 5.7., auf das kgl. Mandat wegen Liechtensteins unsern glimpf an den kgl. Hof zu schreiben (StA Nürnberg, Ratsverlässe 479, fol. 3).
    1
     Laut Hinweis im Gesandtenbericht J. Froschs vom 20.7. [Nr. 648, Pkt. 1].
    1
     Vgl. Nr. 648, Anm. 2.
    2
     Die Übergabe des Mandats in Lindheim durch den kgl. Boten Wolfgang Hegele am 10.9.1507 – nach erfolgter Verlesung – scheiterte. Die beiden Mitganerben Veltin von Büches und Konrad von Rheinberg (Rynspurg) lehnten die Annahme in Abwesenheit Lutterns ab. Der Bote hinterlegte das Schriftstück deshalb in Frankfurt (ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 184, Stück-Nr. 42d, Dorsalverm.).
    1
     Vgl. Nr. 648, Anm. 2.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Entsprechende Weisung an Abt Johann von Schuttern und Jakob von Schauenburg (Schaunberg), Konstanz, 5.5.1507 (Kop.; HHStA Wien, Reichsregisterbuch TT, fol. 27’); Mandat an Bürgermeister und Rat der Stadt Offenburg bzw. an die Leute der Hft. Ortenau [!] zum Vollzug des kgl. Entscheids (Kop., ebd., fol. 27’-28).
    1
     Vgl. zum Prozeßgegenstand und zum weiteren RKG-Verfahren Kordes, Reichskammergericht II, Nrr. 925f., S. 395f.
    1
     Konfirmationsbrief Kg. Maximilians für Abt Johann von Kempten bzgl. der Zuständigkeit des Landgerichts für alle Einwohner der Gft. Kempten vom 6.11.1495 (Or. Perg. m. S.; StA Augsburg, Stift Kempten Urkunden 1527. Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 2620, S. 325).
    2
     Aus der Gerichtsurkunde geht hervor, daß das Landgericht Kempten Gaysser wegen des an Ulrich Graf begangenen Totschlags verurteilt hatte. Gaysser hatte an das Hofgericht wegen Rechtsverweigerung appelliert und überdies Cunlin Graf der Falschaussage bezichtigt. Das kgl. Inhibitionsmandat wurde dem Gericht während einer Sitzung am 18.5. vorgelegt. Am 17.8. fällte es die Entscheidung, das Verfahren an das Landgericht Kempten zu remittieren, mit der Auflage, binnen sechs Wochen ein Urteil zu fällen und Gaysser freies Geleit zu gewähren.
    1
     Entsprechende kgl. Zitation an Batt von Pfirt und Verena von Endingen vom 21.4.1507 (Or. Offenburg, Verm. amdrp., Gegenz. Serntein; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1507), fol. 33); Notariatsinstrument über die gescheiterte Zustellung der Zitation an Endingen am 4.5. (Or., Unterz. Johannes Lupfried aus Thann, Notar; ebd., fol. 34).
    2
     Die Verhandlungen wurden vor dem kgl. Hofrat geführt. Mor supplizierte, nachdem er nach dem Abschluß des Verfahrens vergeblich darauf gewartet hatte, an Kg. Maximilian um Ausfertigung des Urteils (Druck: Chmel, Urkunden, Nr. CCXCVIII, S. 436f.).
    1
     Urkunden Kg. Sigmunds vom 22.6.1415 (Rieder, Regesta III, Nrr. 8472f., S. 203) und 12.8.1422 (Altmann, Urkunden, Nr. 4969, S. 350).
    1
     Mit Schreiben vom 25.6. akkreditierte Kg. Maximilian seinen Rat Adam von Frundsberg zu weiteren Verhandlungen mit der Stadt, nachdem er erfahren hatte, daß Part die Strafe nicht erlassen worden war (Or. m. S., Konstanz, Verm. amdric., Gegenz. Serntein; StdA Memmingen, A 1/1, unfol.).
    1
     Unterlagen dazu: StA Augsburg, Fürststift Kempten, A 487 und B 123.
    1
     Der Nürnberger Ratsherr Anton Tetzel informierte Eberhard von Thürheim (bfl. Landvogt auf der Willibaldsburg) und Pankraz Schenk (bfl. Kammermeister zu Eichstätt) auf deren Anfrage mit Schreiben vom 23.4. ausführlich über die bei Kornburg geschehene Gefangennahme und Schatzung Ulrich Seherleins aus Greding durch Hans Linck (Kastner zu Schwabach) (Kop. Nürnberg, freytag St. Jorgen tag;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 33’-34).
    2
     Die bfl. Statthalter und Räte zu Eichstätt übersandten am 10.7. unter anderem der Stadt Nördlingen eine kollationierte Kopie der Achterklärung mit Bitte um deren Befolgung (Or. m. S., sambstag nach Willibaldi; StdA Nördlingen, Missiven 1507, fol. 123–123’).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Kordes, Reichskammergericht III, Nr. 1363, S. 165f.; Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 626, S. 916f. mit Anm. 1.
    3
     Wahrscheinlich ist der kgl. Sekretär Sixtus Ölhafen gemeint.
    1
     Die Stadt Heilbronn hatte nach der Ankündigung seiner Vermittlungsbemühungen durch Liebenstein darauf hingewiesen, daß die kgl. Kommission auf der Grundlage einer falschen Darstellung des Sachverhaltes bewilligt worden sein mußte. Demnach lag kein Totschlag im Affekt vor, sondern das Stadtgericht hatte Feyerabend wegen heimtückischen Mordes zum Tode verurteilt. Die Stadt lehnte deshalb eine Beteiligung an der Vermittlung ab, zeigte sich aber zuversichtlich, daß die Familie und Freunde Weinläders den anberaumten Termin aus Gehorsam gegenüber dem röm. Kg. wahrnehmen würden (Or. Heilbronn, abend ascensionis [12.5.]1507; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1507), fol. 38–38’, 42–42’ ). Am 27.5. mußte die Stadt dem kgl. Kommissar allerdings mitteilen, daß die Partei des getöteten Hans Weinläder gütliche Verhandlungen ablehnte (Or., dornstag nach dem pfingsttag; ebd., fol. 41–41’).
    1
     Hirsdorf klagte, daß Pienzenau ihn unrechtmäßigerweise von seinem Erbhof in Woringen vertrieben und ihn als Leibeigenen bezeichnet hatte. Er erlangte dagegen am Hofgericht Rottweil am 4.3.1505 ein – der Supplikation beiliegendes – Urteil, das Pienzenau die Rückgabe seines Eigentums auferlegte und die Behauptung über die Leibeigenschaft als unwahr qualifizierte. Von diesem Urteil appellierte Pienzenau, um das Verfahren zu verzögern, an das kgl. Kammergericht, das am 4.4.1505 ein Inhibitionmandat an das Hofgericht erließ, mit dem Vollzug seines Urteils bis zur Entscheidung über die Appellation zu warten. Währenddessen gab die Gegenpartei seinen Hof weg und verkaufte sein Vieh, Getreide und andere Güter. Er selbst ist in der Gegend nicht sicher. Er bittet deshalb, Pienzenau unter Strafandrohung die Rückgabe seines Hofes und die Ersetzung seiner verkauften Habe zu gebieten. Außerdem bittet er, ihm einen Geleitbrief auszustellen und zu seiner Sicherheit zusätzlich Gf. Haug von Montfort zu seinem Schirmherrn zu ernennen (Supplikation an Kg. Maximilian, Or., s.d.; StdA Memmingen, A 1/1, unfol.).
    2
     Laut der Gegendarstellung Pienzenaus hatte sein zuvor schon wiederholt unbotmäßiger Leibeigener Hirsdorf auf dem ihm auf Lebenszeit übergebenen Hof in Woringen eine Dienstmagd versteckt, die sich geweigert hatte, eine gerichtlich verhängte Strafe zu bezahlen, und deshalb aus dem Dorf gewiesen worden war. Nachdem er ihn aufgefordert hatte, die Frau aus dem Haus zu weisen oder die Strafe zu bezahlen, verließ Hirsdorf Woringen mit seiner Habe heimlich, um sich unter eine andere Herrschaft zu begeben. Pienzenau bestritt, daß dieser verjagt worden sei. Hirsdorf habe nicht mehr sein Leibeigener sein wollen und ihn am Hofgericht Rottweil verklagt. Da sein eigener Anwalt die Angelegenheit nachlässig behandelt habe, sei gegen ihn das von der Gegenpartei geltend gemachte Urteil ergangen, wovon er an den Kg. appelliert habe. Daraufhin sei ihm in Rottweil die Acht angedroht worden. Er habe jedoch ein Inhibitionsmandat erlangt. Das Rottweiler Urteil, Hirsdorf wieder in seine Güter einzusetzen, sei indessen gegen die in Woringen ansässigen Hans Mägglin (Gerichtsammann) und Jörg Mangolt ergangen, die Hirsdorf wegen des Strafgelds für die Magd ebenfalls verklagt habe und die sich nachlässig verteidigt hätten. Diese hätten aber ebenfalls an den röm. Kg. appelliert und eine Inhibition erlangt. Weder sie noch er selbst hätten indessen weiter prozessieren können, da das Kammergericht nicht getagt habe. Keineswegs habe Hirsdorf ein an ihn gerichtetes Restitutionsurteil des Hofgerichts Rottweil erlangt. Er habe Hirsdorf mehrfach aufgefordert, auf seinen Hof zurückzukehren, ihn zu bewirtschaften und die Abgaben zu entrichten. Vor Zeugen habe er ihm freies Geleit zugesagt. Da Hirsdorf den Hof drei Jahre lang nicht bewirtschaftet habe, habe er sich selbst darum kümmern müssen, jedoch verfügt, daß der Bauer nach seiner Rückkehr erhalten solle, was ihm rechtmäßig zustehe. Das Vieh Hirsdorfs habe er verkauft, weil es nach dessen Flucht nicht mehr versorgt worden sei; der Erlös sei noch vorhanden. Niemals seien gegen ihn Gewalttaten verübt worden. Dieser ungehorsame, frevelhafte Mensch habe vielmehr alle Angebote von seiner Seite ignoriert. Dennoch sei er mit einem rechtlichen Verfahren vor dem Bf. von Augsburg als zuständigen Gerichtsherrn einverstanden. Er sei zuversichtlich daß es der Kg. nicht erlauben werde, daß ein Bauer unter Mitnahme des Eigentums seines Herren fliehe, und diesem keinen neuen Schirmherrn gebe (Supplikation des Ritters Hans von Pienzenau zu Kemnat an Kg. Maximilian, Kop., s.d.; StdA Memmingen, A 1/1, unfol.).
    3
     Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen luden die beiden Prozeßgegner für den 18.8. (mittwoch nach unser lb. Frauen tag assumpcionis) zum Rechtstag in ihre Stadt (Schreiben an Hans von Pienzenau, Konz. mit ex.-Verm., mittwoch nach Jacobi apostoli [28.7.]1507; StdA Memmingen, A 1/1, unfol.).
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Nachdem Bf. Lorenz von Würzburg einen Ausgleich mit den Erben Rotenhans herbeigeführt hatte, löste Bf. Georg die drei Täter aus der vom Zentgericht zu Bamberg ausgesprochenen Mordacht (Kop. Bamberg, dinstag nach dem sonntag reminiscere in der hl. vasten [21.3.]1508; StA Bamberg, B 21, Nr. 48, fol. CCCXXXVII- CCCXXXVII’). Eine Urkunde über deren Absolution von der kgl. Acht liegt jedoch nicht vor. – Ebenfalls während des Konstanzer RT erwirkte der Bamberger Bf. ein kgl. Mandat, den Friedbrechern Eustachius und Bernhard von Thüngen keine Hilfe zu leisten (Kleiner, Georg, S. 73).
    1
     Gemeint ist: während der Belagerung Kufsteins im Landshuter Erbfolgekrieg im Oktober 1504.
    2
     Urkunde Kg. Maximilians vom 25.7.1494 (Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 904, S. 97).
    3
     Dr. Haring Sinnama, gen. Fries, Assessor am kgl. Kammergericht (Kuyk, Sinnama, Sp. 1180), der sich während des Hagenauer Tages (Ende März/Anf. April 1505) am kgl. Hof aufhielt.
    4
     Der Besitz des Schlosses wurde von Margarethe von Sickingen, geb. Puller von Hohenburg, angefochten. Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 632, S. 919.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Weyler schilderte in einer Supplikation an Kg. Maximilian, daß ihm die Nördlinger Schaumeister – vermutlich aus Neid – zwei angeblich minderwertige Tuche zerrissen und ihm den Verkauf solcher Tuche in der Stadt untersagt hätten. Er sei wegen Mißachtung dieses Verbotes beim Rat angezeigt, daraufhin festgenommen und peinlich befragt worden, habe jedoch kein Unrecht eingestanden. Dennoch habe der Rat ihm und seiner Familie die Ausübung seines Handwerks verboten und sie aus der Stadt gewiesen. Bittet, den Rat zur Aufhebung der Strafe zu veranlassen (Or., s.d., Verm. über den Beschluß des kgl. Hofrates: Fiat ein zimliche furbitt mit einsliessung der supplication; StdA Nördlingen, Missiven 1507, fol. 98–98’). Bernhard Behaim (Nürnberger Bürger und Münzmeister zu Hall), der seinen Freund Weyler gemeinsam mit seinem Neffen Johann Sachs (kgl. Hofsekretär der röm. Kanzlei) beim Kg. unterstützt hatte, bat den Magistrat am 27.7., Weyler und seiner Familie die Rückkehr zu gestatten (Or. m. S., aftermontag nach Jacobi; StdA Nördlingen, Missiven 1507–1508, Fasz.1, fol. 266–266’).
    1
     Laut der vorliegenden Urkunde hatte Rotberg in seinem Streit um die vier genannten reichsunmittelbaren Dörfer ein Urteil Ehg. Sigmunds von Tirol (Mandat Ehg. Sigmunds an die Gff. von Thierstein zu deren Rückgabe vom 2.9.1488; Christ, Kooperation, S. 329 Anm. 559) erlangt, das aber ungeachtet der Bemühungen Rotbergs bis zum Konstanzer RT nicht umgesetzt worden war. Während des RT übergab er deshalb erneut eine Supplikation, die noch in Konstanz der Gegenpartei zugestellt wurde. Diese bot den rechtlichen Austrag an, was Rotberg annahm. Daraufhin erteilte Kg. Maximilian obige Kommission. Gf. Heinrich von Thierstein kam jedoch der richterlichen Ladung mit dem Argument nicht nach, daß der Streit vor dem röm. Ks. entschieden werden müsse, da die Dörfer Eigentum des Reiches seien. Der Rechtsstreit dauerte noch bis 1512. Vgl. dazu Christ, Kooperation, S. 319f.

    Anmerkungen

    a
     Berstheim] In B danach zusätzlich: Rottelsberg (richtig: Rottelsheim).
    b
    -b Dunßdorf ... Wildbann] Einfügung am Rand, fehlt in B.
    c
    -c mit ... Wildbann] Einfügung am Rand, fehlt in B.
    d
    -d mit... verpflichtet] Einfügung am Rand, fehlt in B.
    e
    -e mit ... Höfen] Einfügung am Rand, fehlt in B.
    f
     Kleeburg] Danach gestrichen: Schloß und Amt Landeck (dessen kurpfälzischen Anteil Pfgf. Alexander von Zweibrücken gemäß Vertrag vom 11.2.1507 an Kf. Philipp zurückgegeben hatte; Bachmann, Staats-Recht, S. 119; Lehmann, Geschichte I, S. 298; Heil, RTA-MR VIII/1, S. 582 Anm. 14). In B Notaverm. von anderer Hd.: Cleburg, schloß und ampt, wiewol wir mit Hg. Alexander deßhalben in handelung sten, wie ir wist, so ist es uns doch durch die kgl. Mt. im krieg auch angewonnen worden und mag jars umb VIc fl. gelts ertragen. Doch solt ir es unverzeychent geben us ursachen der handlung mit Hg. Alexander. – Pfgf. Alexander bescheinigte Kg. Maximilian am 14.7. die Übergabe des im Landshuter Erbfolgekrieg auf der Grundlage der gegen Kf. Philipp verhängten Acht eroberten Amtes Kleeburg vorbehaltlich einiger obrigkeitlicher Rechte. Er verpflichtete sich, das Amt ohne seine Zustimmung nicht zu verkaufen und zur Landvogtei im Unterelsaß sowie zur Stadt Weißenburg gute nachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen (spätere Abschrift, mitwoch nach St. Margrethen dag. Der Pfalz-Zweibrückener Kanzler vermerkte am 16.9.1624 auf einem beigelegten Zettel, daß der Reversbrief keinerlei Bedeutung habe, da es seit der Übergabe Kleeburgs an Pfgf. Alexander vor über 117 Jahren niemalß im geringsten zu einiger observanz kommen sei; HStA München, PZU 2378. Lehmann, Vollständige Geschichte, S. 245f.).
    g
    -g Eigengut ... Ritterschaften] Fehlt in B, statt dessen Notaverm.: Hoengeroltzeck mit syner zugehord ist uns nit angewonnen worden, sunder stet damit, wie ir wissent, darumb wir es auch herin nit angeslagen haben wollen. – Gemeint ist die Übergabe Hohengeroldsecks als Pfand an Mgf. Christoph von Baden gemäß dem Waffenstillstandsvertrag vom 10.9.1504 (Heil, RTA-MR VIII/1, S. 338 Anm. 1).
    a
    -a Konstanz ... 1507] Korrigiert aus: Augspurg, am XIIII. tag May etc. Ao. 5o. – Kg. Maximilian hielt sich an diesem Tag nicht in Augsburg auf, doch residierte dort das kgl. Kammergericht.

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    «6. Sonstige Streitsachen »

    6.1. Verhandlungen zwischen Kurpfalz und König Maximilian über Fragen im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg »

    6.1.1. Eroberungen König Maximilians  »

    «Nr. 425 Vortrag der kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen (kurpfälzischer Kanzler) und Johann Landschad (kurpfälzischer Rat und Bgf. zu Alzey) an Kff. und Ff. »

    Erinnern daran, daß Kf. Philipp von der Pfalz der kgl. Ungnade verfallen und auf dem kgl. Tag zu Köln diesbezüglich ein Abschied1 ergangen ist. Der Kf. hat sich gehorsam erzeigt und gemäß der kgl. Zusage erwartet, vom Kg. wieder in Gnaden aufgenommen zu werden. Er mußte jedoch bei vielen Gelegenheiten, die hier nicht im einzelnen darzulegen sind, feststellen, daß dies nicht vollständig der Fall ist. Ihre hier anwesenden gn. Hh.2 und sie selbst sind der Ansicht, daß eine Fürbitte der Kff. und Ff. beim Kg. für ihre Verhandlungen hilfreich wäre und die Abstellung der kgl. Ungnade, soweit diese noch besteht, bewirken könnte. Bitten deshalb, beim Kg. Fürbitte einzulegen. Sie sind sicher, daß der Kf. und seine Söhne dies nicht vergessen werden, und danken in deren Namen.

    s.l., s.d., jedoch act. Konstanz, 30. April 1507.3 
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 115–115’ (Konz. Hd. Venningen, Dorsalverm.: Red und handelong, ongefert furn Kff. und Ff. der versamelung etc.).

    «Nr. 426 Verzeichnis der im Landshuter Erbfolgekrieg eroberten kurpfälzischen Besitzungen »

    [Im Elsaß:] Stadt Hagenau, Schlösser und Städte Kaysersberg, Oberehnheim, Schlettstadt, Colmar, Mülhausen, Münster/St. Gregoriental und Rosheim.
    Zu diesen Schlösser und Städten gehörige Dörfer: Ettendorf, Mommenheim, Wingersheim, Hüttendorf, Minversheim, Lixhausen (Luttelßhusen), Bossendorf, Morschweiler (Maißwyler), Kindweiler, Forstheim, Ohlungen, Mutzenhausen, Gunstett, Wittersheim, die Walk, Bitschhofen, Überach, Ringeldorf, Grassendorf, Sufflenheim, Batzendorf, Wintershausen, Berstheima, Kriegsheim, Schäffolsheim, Bernolsheim, Wahlenheim und Hochstett, außerdem die Stadt Weißenburg/Elsaß mit dem Vogteiamt, Altenstadt, Schleithal und Seebach.
    ŠIn der Ortenau: Stadt Offenburg, Stadt Gengenbach, Stadt Zell, Schloß und Gericht Ortenberg mit den Zugehörungen b(Dunßdorf1 [?], die Ortschaften Käfersberg, Fessenbach, Zell, Weierbach, Durbach, Weißenbach (Wißhenperg), Marlen (Marnheym), Kittersburg, Goldscheuer, Hohnhurst und Waseneck mit anderen zu Ortenberg gehörigen Zinken und Höfen. Zahlreiche Dorfbewohner in der Mgft. [Baden], der Gft. Saarwerden sowie im Amt Lahr zu Ichenheim, Altenheim, Dundenheim und anderen Orten sind dem Schloß Ortenberg mit Diensten und Sachleistungen verpflichtet, ebenso etliche Bewohner des Dorfes Lichtenberg. Dazu kommen die Kastvogtei über das Kloster Gengenbach, die Fischgewässer in der Kinzig und der Lachsfang sowie der Wildbann.)-b, Achern samt dem Gericht c(mit Unterachern, Oberachern, Fernach, Önsbach, Fautenbach, Ottersweier und dem dortigen Zoll, Lauf, Neusatz und anderen Weilern und Höfer. Viele Hintersassen der Stadt Straßburg, der Mgff. [von Baden] und andere sind zu Diensten und Sachleistungen verpflichtet; dazu kommen das Geleitrecht im Amt und der Wildbann)-c, das Gericht Appenweier d(mit den Dörfern Nußbach, Urloffen, Rüchelnheim, Zimmern und vielen Höfen. Viele Untertanen des Bf. von Straßburg in Renchen, Erlach und in anderen Ortschaften, auch Untertanen der Hft. Lichtenberg sind zu Diensten und Sachleistungen verpflichtet.)-d, das Gericht Griesheim e(mit den Dörfern Uffhofen, Waltersweier, Weier, Bühl, Kinzigdorf (Konzdorf), Sand, Ebersweier, Rammersweier, Bohlsbach, Windschläg (Windßler) und anderen dazugehörigen Weilern und Höfen)-e, das Gericht Zinsweiler samt den zugehörigen Dörfern (Zu jedem dieser Gerichte gehören zwei bis fünf und mehr Dörfer.2), Ottersweier, der Zoll zu Biberach (bei Zell), der Hof in Marlen, Müllen (Mulnheim) und der Hof in Didenheim.
    Kurpfälzische Ämter, Schlösser, Städte und Flecken, die nicht zur Reichspfandschaft gehören: Rappoltsweiler, Kestenholz, Maursmünster, Barr, Hochfelden, Reichshofen, Buschweiler und Heilig-Kreuz (jeweils mit mehreren zugehörigen Dörfern).
    Schloß und Amt Kleeburgf.
    gŠEigengut der Pfalz in der Ortenau: das Dorf Müllen (Mülnheim) mit Wäldern und anderem Zubehör, ein Burghof zu Trudenheim mit Zubehör, zwei Mühlen in Offenburg mit einem Jahresertrag von 800–900 Malter Korn und Weizen, Schäfereien und Höfe in Offenburg, die Mühle zu Griesheim mit dem Lachsfang und anderem Zubehör, die Weingärten zu Ortenberg sowie Gerichtsbarkeit, Wildbann, Jagd, Fischereien, Wälder, Äcker und Atzung3 in allen Ritterschaften-g.

    Am 18. April 1507 den kurpfälzischen Gesandten zugesandt [Nr. 60]; von diesen in Konstanz vor dem 21. Mai an Kg. Maximilian übergeben.4 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 201–202’ (Reinkonz. Hd. Venningen, Überschr.: Diß nachfolgend sint die stet, schloß, dorfer und flecken, so der Pfalz in pfandschaft- und aygentumßwyße vor dem krieg zugestanden und durch die kgl. Mt., unßerm gnst. H., und die iren ingenommen, auch abhendig gemacht und noch außstendig sin.) = Textvorlage A. München, HStA, Fürstensachen 218/I, fol. 2–3’ (A zugrundeliegender Entwurf) = B.

    «Nr. 427 Supplikation der kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad an Kg. Maximilian »

    Sie ziehen aus der durch den Bf. von Würzburg vorgetragenen kgl. Antwort1 auf die gestrigen Verhandlungen den Schluß, daß der Kg. ihre in Straßburg vorgebrachte Werbung2 aufgrund seiner vielfältigen Beanspruchung vergessen hat oder ihr Vortrag nicht so gut war, wie ihnen befohlen wurde. Sie sehen sich deshalb veranlaßt, davon eine Zusammenfassung zu übergeben, und bitten, diese anzunehmen und sich gemäß den gemachten Zusagen gegen Kf. Philipp und seine Söhne gnädig zu erzeigen.
    1. Der Kg. wurde, obwohl bereits darüber informiert, auf die enormen Schäden im Kfm. und die territorialen wie finanziellen Verluste Kf. Philipps hingewiesen. Der Kf. mußte wegen seiner Schulden bereits zahlreiche Ortschaften verkaufen oder verpfänden und muß dies weiterhin tun, um seine Schulden bedienen zu können. Er ist deshalb auf die Hilfe des Kg. angewiesen.
    2. Kf. Philipp, der zu einem vertraglichen Abschluß kommen und die kgl. Gnade wiedererlangen will, ist bereit, dem Kg. die eroberten Gebiete zu überlassen. Die mehr als 57 Ortschaften erbringen ein erhebliches Einkommen. Der Kf. würde deshalb lieber auf 15 000 fl. jährlich verzichten – eine Summe, welche deren Ertrag wohl übersteigt – als auf die eroberten Gebiete.
    Š3. Der dem Kf. verbliebene Teil der Pfandschaft trägt nicht einmal den Pfandschilling. Die vom Kg. eroberten Gebiete waren die wertvollsten und brachten zusammen mit dem vormaligen kfl. Eigengut nach gewonlichem anschlag ohne Berücksichtigung der herrschaftlichen und obrigkeitlichen, landes- und lehnsherrlichen Rechte jährlich bis zu 12 000 fl. ein.
    4. Das an den kgl. Kanzler [Serntein] übergebene Register der Einkünfte nach bemeltem gewonlichem anschlag – wobei 2 Malter Korn mit 1 fl., 4 Malter Rauhfrucht mit 1 fl. und 1 Fuder Wein mit 5 fl. veranschlagt werden – belegt, daß sich der jährliche Ertrag der Landvogtei (Pfandschaft) auf 5275 fl., 19 alb., 2 ß und 1½ Straßburger Pf. beläuft, das Eigengut in der Landvogtei jährlich 1622 fl., 4 alb., 6 Pf. und das Amt Ortenberg 4554 fl., 23 alb. einbringt. Als Gesamtsumme ergeben sich demnach 11 657 fl., 20 alb., 2 Pf. Heidelberger Währung, 2 ß, 1½ Pf. Straßburger Währung.3 
    5. Sie haben weiter dargelegt, daß der Kf. auf das kgl. Angebot von 50 000 fl. für die Landvogtei kein Gegenangebot abgeben kann. Ein Gegenangebot auf der Grundlage des vom Kf. veranschlagten Wertes in Höhe von 300 000 fl. oder – nach Maßgabe der jährlichen Einkünfte – von mindestens 240 000 fl. hätte dem Kg. wohl mißfallen und hätte dahingehend interpretiert werden können, als wünsche der Kf. keine Einigung. Die Annahme des kgl. Angebots hingegen würde den Kf. und seine Söhne ins Verderben führen.
    6. Sie haben die Festlegung des Wertes der eroberten Besitzungen deshalb dem Kg. überlassen und darauf gehofft, daß er die von Jugend an bewiesene Untertänigkeit des Kf. anrechnen und diesen und seine Söhne großzügiger bedenken wird, so daß ihr kfl. Stand gesichert wird und sie Kg. und Reich künftig um so besser dienen können.
    7. Sie haben auf kgl. Anfrage hin mitgeteilt, daß sie zum Abschluß der Verhandlungen, auch zur Erledigung der kurpfälzischen Beschwerden wegen der Acht und anderer offener Fragen, zur Wiedererlangung der kgl. Gnade und des kfl. Titels und zur Wiedereinsetzung Kf. Philipps in seine Würden und seinen Stand wie vor dem Krieg bevollmächtigt sind.
    8. Sie haben in einer vertraulichen Unterredung mit dem kgl. Kanzler eröffnet, daß sie in der Zahlung von 160 000 fl. für Pfandschaft und Eigengut oder alternativ in der Verweisung auf ein entsprechendes jährliches Einkommen Möglichkeiten für eine Einigung sehen. Damit wäre zwar nicht einmal die Hälfte des tatsächlichen Wertes abgedeckt, aber der Kf. könnte mit dem Geld seine Schulden bedienen.
    Dies alles haben sie ihm, dem Kg., vorgetragen und auch bei den Verhandlungen mit dem kgl. Kanzler geäußert. Seither mußten sie unter hohen Kosten viele Wochen lang ausharren. Bitten unter Hinweis auf die dargelegten Aspekte, den Kf., seine Söhne, sein Land und seine Untertanen in der Weise, wie sie gehofft haben, und unter Berücksichtigung ihrer Lage zu bedenken. Der Kf. und seine Söhne werden sich dafür dankbar erzeigen.

    [Konstanz], 28. Mai 1507 (frytags nach dem hl. pfingsttag). 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 203–204’ (Kop.).

    «ŠNr. 428 Supplikation der kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen (kurpfälzischer Kanzler) und Johann Landschad (Bgf. zu Alzey) an Kg. Maximilian »

    [1.] Sie haben gemäß dem kgl. Bescheid1 mit dem nach Konstanz gerufenen kgl. Zinsmeister der Landvogtei [Hans Heinrich Armstorfer] über die Einkünfte aus den vom Kg. eroberten Orten beraten. Nach ihrem Dafürhalten haben sie bei den Angaben darüber keinen großen Unterschied feststellen können, wie aus der folgenden Aufstellung zu entnehmen ist. Sie bitten im Namen des Kf. um eine milde Entscheidung.

    Landvogtei

    Sie haben die jährlichen Einkünfte auf 5275 fl., 12 alb., 2 ß, 1½ Straßburger Pf. beziffert, während die Einnahmen seit der Eroberung der Landvogtei durch den Kg. jährlich maximal 4516 fl., 48 kr. betrugen – eine Differenz von ca. 679 fl. Beteuern, daß sich die Einnahmen des Kf. in durchschnittlichen Jahren und nach gewonlichem anschlag auf die von ihnen angegebene Summe beliefen. Dies kann durch ein Register belegt werden. Bei Berücksichtigung folgender Punkte kann diese Summe durchaus noch erreicht werden:
    Die Eckern2, die sie mit 1100 fl. veranschlagten, der Zinsmeister jedoch auf 100 fl. geschätzt hat, können 1300 fl. und mehr einbringen und wurden ohnehin unter ihrem Wert taxiert.
    Die auf 300 bzw. 100 fl. geschätzten gerichtlichen Strafzahlungen können in den nächsten Jahren durchaus mehr abwerfen als bislang dem Kf.
    Der Zinsmeister hat die Erträge an Getreide und Wein zu niedrig veranschlagt. In der Landvogtei werden üblicherweise 2 Malter Korn mit 1 fl., 4 Malter Rauhfrucht (wie Hafer oder Spelt) mit 1 fl. und 1 Fuder Wein mit 5 fl. bewertet, während der Zinsmeister 3 Malter Korn mit 1 fl., 5 Malter Rauhfrucht mit 1 fl. und 1 Fuder Wein mit 4 fl. veranschlagt hat, was die Gesamtsumme erheblich verringert.
    Die Weinernte fällt üblicherweise besser aus als vom Zinsmeister angegeben.
    Das Schirm- und Geleitgeld etlicher Klöster, das dem Kf. über 100 fl. jährlich einbrachte, wird nicht eingezogen.
    Die Vogtei Kaysersberg ist – die Stadtsteuer und andere Einkünfte nicht eingerechnet – jährlich 250 fl. wert. Dieser Posten wurde nicht berücksichtigt, möglicherweise weil der Kg. die Vogtei an einen Dritten übereignet hat. Dies darf aber dem Kf. nicht zum Nachteil gereichen. Relevant für die Berechnung sind die zu seiner Zeit bezogenen Einkünfte.
    Werden alle Einkünfte aus der Landvogtei berücksichtigt sowie die landesübliche Berechnungsweise für durchschnittliche Jahre zugrundegelegt, wird deutlich, daß sie die Einkünfte keineswegs überhöht angegeben haben, sondern eher zu gering, wobei noch nicht einmal herrschaftliche und obrigkeitliche Rechte, Wildbänne und dergleichen berücksichtigt sind.

    Hochfelden

    Hochfelden haben sie mit 216 fl., 19 alb. veranschlagt. Der Zinsmeister soll nicht mehr als 84½ fl. eingenommen haben. Die Differenz beträgt 127½ fl. Ein Grund dafür besteht Šihres Erachtens darin, daß fällige Zinseszinsen nicht berücksichtigt wurden. Auch werden wie im Fall der Landvogtei die Einkünfte aus Getreide und Wein zu niedrig taxiert. Überdies fiel die Weinernte ungewöhnlich schlecht aus. Wenn man dies beachtet, besteht beim veranschlagten Einkommen kein großer Unterschied mehr.

    Reichshofen

    Entsprechend ist die Abweichung von 126 fl. im Falle Reichshofens zu erklären, das sie mit 203 fl. veranschlagt haben, wogegen der Zinsmeister lediglich 77 fl. einnahm.

    Bischweiler

    Im Falle Bischweilers beträgt die Differenz nur 2 fl., 8 alb. Sie haben 37 fl., 8 alb. angegeben, der Zinsmeister hat seine Einnahmen mit 35 fl. beziffert. Wenn das Korn nach dem landesüblichen Wert veranschlagt wird, sind die Zahlen annähernd gleich.

    Ortenberg

    Bezüglich Ortenbergs weichen die Angaben stark voneinander ab. Sie haben 4554 fl., 23 alb. veranschlagt. Dem stehen lediglich 1246 fl., 49 kr., 1 d. nach Angaben von kgl. Seite gegenüber. Die Differenz beläuft sich demnach auf 3341 fl. Beteuern die Richtigkeit ihrer Angaben. Indessen hat der Kg. nach ihrer Kenntnis den dortigen Städten in erheblichem Umfang Abgaben erlassen oder Übertragungen an Dritte vorgenommen. So wurde insbesondere der Zoll zu Ortenberg verschrieben. Wie bei den anderen Orten wird außerdem der Wert von Getreide und Wein zu gering veranschlagt. Der Verzicht auf Einkünfte und die Verschreibungen an Dritte dürfen nicht zu Lasten Kf. Philipps verrechnet werden. Beteuern, daß die Abweichungen beim veranschlagten jährlichen Einkommen dadurch zu erklären sind. Der Rest ergibt sich aus der zu niedrigen Bewertung der Einkünfte an Getreide und Wein. Sie haben außerdem die Einkünfte aus Kleeburg unter Ortenberg subsumiert, während die kgl. Seite die wohl nicht mehr erhobenen 200 fl. Schirmgeld der Stadt Weißenburg unberücksichtigt ließ.

    Kleeburg

    Ihrer Veranschlagung auf 600 fl. steht von kgl. Seite die Angabe von 332 fl. gegenüber. Die Abweichung von 268 fl. erklärt sich durch die zu niedrige Taxierung der Wein- und Getreideerträge und die vorübergehend niedrigeren Einkünfte aus gerichtlichen Strafen.
    Erklären, daß sie die Einkünfte aus den eroberten Flecken nur zur Information mitteilen und niemandem damit schaden wollen.

    Barr

    Barr haben sie mit 800 fl. veranschlagt, von kgl. Seite wurden 700 fl. angegeben. Die Differenz von 100 fl. wird ausgeglichen, wenn man Wein, Getreide, Strafgelder und andere Einkünfte bewertet, wie es dort üblich ist.

    ŠKestenholz

    Entsprechend verhält es sich mit Kestenholz, das sie auf 170 fl. gegenüber 150 fl. veranschlagt haben.

    Maursmünster

    Die Einkünfte werden von beiden Seiten mit 14½ fl. angegeben.

    [2.] Wenn also Getreide- und Weingülten, Strafgelder, Schirmgeld, Geleitgeld und ähnliche Posten nach landesüblicher Weise berechnet und die durch den Kg. erlassenen Abgaben oder an Dritte überschriebene Besitzungen und Einkünfte berücksichtigt werden, besteht zwischen ihren Angaben und denen des Zinsmeisters kein großer Unterschied mehr und es würde sich eine Gesamtsumme in der Größenordnung der 11 657 fl., 20 alb., 2 d. ergeben, ohne daß dabei – keineswegs gering zu achtende – Nebeneinkünfte, obrigkeitliche und herrschaftliche Rechte, Ansprüche an die Ritterschaft, Baugeld und ähnliche Posten berücksichtigt sind, weshalb Kf. Philipp lieber auf 15 000 fl. jährlichen Einkommens verzichten würde als auf die vom Kg. eroberten Gebiete.
    Bitten im Namen Kf. Philipps, diesem als Ehg. von Österreich und als röm. Kg. ein gnädiger Herr zu sein und den Schaden für den Kf., seine Söhne, sein Land und seine Leute zu erwägen, ebenso den Abfall der Ritterschaft, die beträchtlichen Verluste und Verpfändungen von Besitzungen, die Schuldenlast und andere Belastungen sowie die seit vier Jahren bestehende Verringerung der jährlichen Einkünfte um über 15 000 fl. zu berücksichtigen und den Kf. und seine Söhne in einer Weise zu bedenken, daß sie nicht verjagt werden, auch angemessen ihren kfl. Stand erhalten und Kg. und Reich um so besser dienen können. Der Kf. und seine Söhne werden sich dafür dankbar erzeigen. Bitten unter Hinweis auf ihren langen Aufenthalt in Konstanz und die daraus resultierenden erheblichen Kosten um eine baldige Erledigung dieser Angelegenheit.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, nach dem 28. Mai 1507.3 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 205–208’ (Kop.).

    «Nr. 429 Bescheid Kg. Maximilians an die kurpfälzischen Gesandten Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    Die pfälzischen Räte haben seine im Landshuter Erbfolgekrieg gemachten Eroberungen mit einem jährlichen Ertragswert von über 11 000 fl. veranschlagt. Obwohl die Einkünfte nach ihrem Dafürhalten real noch höher sind, haben sie dafür eine Hauptsumme von 140 000 fl.rh. gefordert. Demgegenüber berechnet er das Einkommen aus den ehemaligen kurpfälzischen Gebieten auf nicht mehr als 7000 fl. Dazu kommen die beträchtlichen Kosten für deren Eroberung, etliches mußte er auch verpfänden. Der jährliche Ertragswert der kurpfälzischen Gebiete in seinem Besitz übersteigt demnach nicht 4000 fl.
    Er bietet deshalb an, sich bei seinen österreichischen und burgundischen Landständen um folgende Bewilligung zu bemühen: Für die Hälfte dieser 4000 fl. will er 40 000 fl. bezahlen, Šfür die von ihm verpfändeten Eroberungen und die diesbezüglichen obrigkeitlichen und herrschaftlichen Rechte weitere 10 000 fl., zusammen also 50 000 fl. Über diese Summe will er Kf. Philipp eine Verschreibung ausstellen.

    [Konstanz], s.d., jedoch wohl vor dem 19. Juli 1507.1 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 209–209’ (Kop., Dorsalverm.: Die erst antwort kgl. Mt. zu Kostenz.).

    «Nr. 430 Konsensbrief der Kff. von Mainz, Trier und Sachsen für Gf. Wolfgang von Fürstenberg (kgl. Hofmarschall) »

    Erklären auf Wunsch des Kg. ihre Zustimmung zu dessen (inserierter) Verschreibung zugunsten Gf. Wolfgangs von Fürstenberg vom 7. August 1504. Demnach hat der Kg. dem Gf. und seinen Erben für im Dienst für Kg. und Reich aufgelaufene Schulden in Höhe von 24 000 fl.rh. die vom geächteten Kf. Philipp von der Pfalz innegehabte und im Landshuter Erbfolgekrieg durch den Kg. eroberte [Hälfte der] Landvogtei Ortenau – im einzelnen: Schloß Ortenberg mit den Baumühlen und allen anderen Mühlwerken, die Städte Offenburg, Gengenbach und Zell am Harmersbach sowie das zur Landvogtei gehörende Land und die Dörfer mit allen Rechten und Einkünften – verpfändet. Der Kg. hat sich allerdings die Bodenschätze, Bergwerke, Landsteuern und Reisgelder sowie die Möglichkeit zur Wiederablösung durch Begleichung der Schuld vorbehalten.1 Erklären außerdem ihre Zustimmung zu einer weiteren (inserierten) Urkunde Kg. Maximilians vom 5. Mai 1505, wonach dieser dem Gf. zusätzlich 1000 fl.rh. Baugeld bewilligt hat.2 Der Konsens erfolgt jedoch vorbehaltlich der mit Zustimmung der Kff. [im Jahre 1351] erfolgten Verpfändung der Landvogtei an das Hst. Straßburg bzw. einer etwaigen Verpfändung an eine dritte Partei.3

    Konstanz, 25. Juli 1507.
    Karlsruhe, GLA, Abt. 30 Urk. Gengenbach-Offenburg-Zell, Nr. 76 (Or. Perg. m. 3 Ss.) = Textvorlage A. Koblenz, LHA, 1 C, Nr. 21 [= Afi. Nr. 375], pag. 124–138 (Kop.) = B.

    «Š6.1.2. Lösung Kurfürst Philipps aus der Reichsacht  »

    «Nr. 431 Kg. Maximilian an Lgf. Wilhelm von Hessen »

    Die auf dem RT versammelten Kff., Ff. und Stände haben ihn gebeten, Kf. Philipp von der Pfalz aus der während des Bayerischen Krieges verhängten Acht und Aberacht zu lösen. Er ist willens, dies zu tun, doch hat er sich in den Verschreibungen für die exekutierenden Stände1 verpflichtet, die Acht nicht aufzuheben, bevor der Kf. nicht den Verzicht auf alle seine im Krieg verlorenen Gebiete erklärt. Es steht ihm als Kg. und Ehg. von Österreich deshalb nicht zu, sich ohne ihn und die anderen Ff. und Städte mit dem Kf. und seinen Helfern zu einigen oder diese aus der Acht zu lösen. Die Angelegenheit sollte endlich zu einem Abschluß kommen und auch die Fürbitte der Reichsversammlung nicht ignoriert werden. Fordert ihn deshalb auf, die Räte, die er zu Ende des RT nach Konstanz schicken wird, zum Abschluß eines Vertrages mit Kf. Philipp und seinen Helfern über die eroberten Gebiete zu bevollmächtigen. Dies werden die übrigen exekutierenden Stände auch tun.

    Konstanz, 11. Juni 1507.
    Stuttgart, HStA, A 104, Bü. 1, unfol. (Kop.).

    «Nr. 432 Erste Instruktion von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg für Anton Tetzel (Nürnberger Ratsherr)  »

    Der Kg. beabsichtigt aufgrund der Fürsprache der Reichsstände, Kf. Philipp von der Pfalz aus der Reichsacht zu lösen und hat deshalb Nürnberg und andere mit der Exekution beauftragte und bezüglich der dabei gemachten Eroberungen mit kgl. Garantien ausgestattete Stände zu sich beschieden. Tetzel soll sich als bevollmächtigter Gesandter1 zum Kg. verfügen, diesen anhören und ihn an die der Stadt Nürnberg ausgestellte Verschreibung [vom 7.7.1504] erinnern, wonach Kf. Philipp und seine Helfer erst dann aus der Acht gelöst und restituiert werden sollen, wenn er auf die Eroberungen Nürnbergs im Landshuter Erbfolgekrieg förmlich verzichtet hat. Der Kg. hat der Stadt gegenüber mündlich für die Einhaltung seiner Verschreibungen gebürgt. Sie beabsichtigt keinesfalls, eroberte Gebiete zurückzugeben. Tetzel soll die erheblichen Kosten für die Eroberungen weit über einen eventuellen Kaufpreis hinaus und die seither dort getätigten Investitionen, ebenso die Zusage der Stadt gegenüber den dortigen Einwohnern, sie als Nürnberger Untertanen zu behalten und ihre Rechte und Freiheiten zu respektieren und zu schützen, und die bereits erfolgte Bestellung der Pfleger und Verabschiedung von Ordnungen geltend machen. Sie erwarten mit Hinblick auf die erwähnten Kosten auch nicht, daß der Kg. eine Ausgleichszahlung an Kurpfalz in Betracht zieht. Zudem ist das Einkommen aus den eroberten Orten gering; nach Abzug der Verwaltungskosten bleiben jährlich höchstens 1100 fl. Haimburg (Hainßpurg), ŠDeinschwang und der Markt Betzenstein sind ebenso wie die Stadt Velden niedergebrannt und größtenteils verlassen. Nürnberg mußte den restlichen Einwohnern eine beträchtliche Anleihe gewähren. Noch auf Jahre hinaus werden diese Orte nichts einbringen. Es ist auch zweifelhaft, ob sie wieder aufgebaut werden. Der Kg. weiß, daß Kf. Philipp gegenüber ihm und dem Hl. Reich ungehorsam war, weshalb er in die Acht erklärt wurde. Nürnberg hingegen hat in Vollzug des kgl. Befehls gehandelt, wogegen dem Kf. und seinen Helfern als Geächteten die Gegenwehr verboten war. Dennoch haben sie Velden und Betzenstein wie auch eine beträchtliche Zahl von Dörfern, Höfen und Weilern niedergebrannt, Untertanen gefangengenommen und ihnen Zahlungen auferlegt und weiteren beträchtlichen Schaden verursacht. Kf. Philipp ist dafür zum Schadenersatz verpflichtet. Sie erwarten, daß der Kg. den Kf. dazu veranlassen wird.
    Hans Landschad hat ihnen vor einiger Zeit schriftlich angeboten, zwischen der Stadt und Kf. Philipp zu vermitteln. Sie haben daraufhin diesem gegenüber ihren Wunsch nach einem Ausgleich bekundet. Als Landschad jedoch eine Geldzahlung als Bedingung für einen Vertragsabschluß forderte, haben sie dies abgelehnt. Sie hatten zu keinem Zeitpunkt die Absicht, einen Vertrag mit Kf. Philipp zu erkaufen. Vielmehr ist dieser zu einer Zahlung für die verursachten Schäden verpflichtet. Das Argument, der Kf. sei in einem offenen Krieg zur Gegenwehr berechtigt gewesen, ist nicht stichhaltig. Vielmehr war ihm diese als Ächter untersagt.
    Tetzel soll den Kg. bitten, die ausgestellten Verschreibungen einzuhalten, wie er dies mehr als einmal zugesagt hat.

    Nürnberg, 28. Juni 1507 (mentag nach St. Johanns des hl. taufers tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 84, Nr. 10, fol. 2–4 (Or. m. S., Überschr.: Instruction, was unser lb. ratsfreund Anthoni Tetzel bey dem allerdurchleuchtigisten, großmechtigisten F. und H., H. Maximilian, röm. Kg., zu allen zeiten merer des Reichs etc., unserm allergnst. H., uf irer Mt. reichstag yetzo zu Costnitz in nachvermelter sachen handeln soll.) = Textvorlage A.Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 174–176 (Kop., Überschr. wie Or.) = B.

    «Nr. 433 Zweite Instruktion von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg für Anton Tetzel (Nürnberger Ratsherr)  »

    Der Kg. hat nicht nur die Stadt Nürnberg, sondern auch andere mit der Exekution gegen Kurpfalz beauftragte Stände wie Hg. Ulrich von Württemberg und Lgf. Wilhelm von Hessen zu sich nach Konstanz beschieden, da er gemäß den von ihm ausgestellten Verschreibungen nicht ohne deren Einverständnis über die Lösung Kf. Philipps aus der Reichsacht entscheiden will. Tetzel soll vor Eröffnung der Verhandlungen diese beiden Ff. oder ihre Gesandtschaften an ihre mit Hinblick auf den kgl. Spruch1 während des RT zu Köln getroffene Vereinbarung erinnern, waß den ainen desselben kriegs halben betreffe, das es den anderen zum selben mal auch betreffen sollt etc.2 Da der Kg. als Voraussetzung für die Lösung Kf. Philipps aus der Acht einen Ausgleich zwischen diesen drei Ständen und ŠKurpfalz herbeiführen will, soll Tetzel vor Eintritt in die Verhandlungen bei Württemberg und Hessen darauf drängen, gemeinsam zu agieren und sich jeweils nicht ohne Zustimmung der beiden anderen Stände in einen vertraglichen Ausgleich mit Kurpfalz einzulassen. Diese Vereinbarung soll dem Kg. vor Beginn der Verhandlungen mitgeteilt und auch keinesfalls eine Abtrennung der Verfahren zugelassen werden. Ebenso sollen die drei Stände darauf bestehen, daß die Ausgleichsverhandlungen nicht nur mit Kf. Philipp selbst, sondern auch mit dessen Verbündeten und Anhängern geführt werden.
    Nürnberg wird auf keinen Fall in die Rückgabe von Eroberungen einwilligen, was Tetzel anhand der Argumentation der ersten Instruktion [Nr. 432] begründen soll. Ebenso ist ein eventueller Vorschlag des Kg., den Kf. für die Eroberungen mit Geld zu entschädigen, abzulehnen. Vielmehr sind der Kf. und seine Parteigänger gegenüber Nürnberg zur Entschädigung verpflichtet. Die Gegenseite kann gemäß den Darlegungen der ersten Instruktion keinesfalls geltend machen, daß ihr die Gegenwehr erlaubt war. Falls der Kg. auf einer hohen Ausgleichszahlung an Kurpfalz besteht, soll Tetzel gemäß der ersten Instruktion auf den geringen Wert der Nürnberger Eroberungen hinweisen und auf der Differenzierung zwischen den im Krieg eroberten3 und den Hg. Albrecht von Bayern abgekauften Orten4 bestehen.5 Zu diesen Verkäufen war der Hg. befugt. Keiner dieser Orte gehört Kf. Philipp oder wurde kraft kgl. Entscheid den Söhnen Pfgf. Ruprechts zugesprochen; vielmehr wurden durch den kgl. Spruch alle von Hg. Albrecht getätigten Veräußerungen sanktioniert.6 Tetzel soll darauf achtgeben, daß in einem künftigen Vertrag alle von Nürnberg eroberten Orte und sämtliche eingezogenen Güter von Ächtern ausdrücklich benannt werden, darunter insbesondere der auf Lauf verschriebene Pfandschilling Christophs von Lentersheim und seiner Ehefrau [Christina].7 Auch wenn Württemberg oder Hessen sich nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen verpflichten wollen, soll Tetzel dennoch bei den gütlichen Verhandlungen des Kg. instruktionsgemäß und nach gelegenhait furfallender sachen verfahren. [Weitere Punkte s. Nr. 627].

    [Nürnberg], s.d., jedoch 28. Juni 1507.8 
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 169’-174 (Kop., Überschr.: Instruction, was unser lb. ratsfreund Anthoni Teczel uf das ervordern, so die röm. kgl. Mt., unser Šallergnst. H., an uns zu irer Mt. reichstag gein Costnicz getan hat, bey derselben irer Mt. und anderen nachbemelten orten von unseren wegen handeln und furnemen soll.).

    «Nr. 434 Supplikation der Gesandten der Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian  »

    Er hat der Stadt Nürnberg nach dem ergangenen Urteil über das Landshuter Erbe1 befohlen, gegen Kf. Philipp von der Pfalz, Pfgf. Ruprecht und dessen Ehefrau [Elisabeth] sowie gegen ihre Helfer und Anhänger als Ächtern und Friedbrechern vorzugehen.2 Nürnberg hat in Vollzug des kgl. Befehls die Ächter angegriffen und dabei Eroberungen gemacht. Dafür gab die Stadt über 250 000 fl. aus. Darüber hinaus verursachte die Gegenseite Schäden im Wert von über 150 000 fl. – nicht im Rahmen zulässiger Gegenwehr, sondern als Freveltaten gegen den röm. Kg., das Hl. Reich und alles Recht. Die Gegenseite ist deshalb gegenüber Nürnberg zur Erstattung der Kosten und Wiedergutmachung der Schäden verpflichtet. Bitten, sie dazu zu veranlassen.

    s.l., s.d., jedoch act. Konstanz, nach dem 28. Juni 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 84, Nr. 10, fol. 6–7 (Kop.).

    «6.2. Erzbischof Leonhard von Salzburg gegen König Maximilian »

    «Nr. 435 Supplikation des ebfl. Salzburger Gesandten Andreas von Trauttmansdorff an Kg. Maximilian »

    Ebf. Leonhard wurde bereits mehrfach bei ihm wegen ihres Streits über die Hftt. Kropfsberg und Itter1 und die Wälder an der Gerlos im Zillertal vorstellig, insbesondere auch wegen des unrechtmäßigen Holzeinschlags in den Wäldern des Stifts für das Bergwerk zu Rattenberg (Rotenburg). Letzteres ist um so unverständlicher, da der Ebf. wiederholt angeboten hat, die Belieferung des Bergwerks aus diesen Wäldern zu gewährleisten. Zweifellos war es nie die Absicht des Kg., durch dieses unrechtmäßige Vorgehen die Rechte des Erzstifts zu schmälern. Zudem hat er den Regenten zu Innsbruck durch Paul von Liechtenstein die Bewilligung von Kommissaren befohlen. Der Ebf. bat daraufhin um die Beauftragung des Bf. von Augsburg mit der Kommission. Das Regiment antwortete indessen, es hätte dem Bf. nichts zu befehlen.
    Bittet ihn, die traditionell guten Beziehungen des Erzstifts zum Haus Österreich zu bedenken und den Rattenbergern den weiteren Holzeinschlag bis zu einer rechtlichen ŠKlärung des Sachverhalts zu verbieten, außerdem den Bf. von Augsburg wegen des Streits um die Hftt. Kropfsberg und Itter mit einer Kommission zu beauftragen.

    Mit Schreiben vom 5. Juli 1507 [Nr. 583] an Trauttmansdorff übersandt; Vortrag an Kg. Maximilian in Konstanz nach dem 20. Juli.
    Salzburg, LA, GA IV, Nr. 3, unfol. (Kop., Dorsalverm.: Instruction.).

    «6.3. Erzbischof Leonhard von Salzburg gegen Wolfgang von Polheim »

    «Nr. 436 Mandat Kg. Maximilians an Wolfgang von Polheim (oberster Hauptmann des niederösterreichischen Regiments) »

    Befiehlt ihm unter Hinweis auf die vom ebfl. Salzburger Gesandten [Andreas von Trauttmansdorff] vorgebrachten Argumente1, seine Forderung bezüglich der Hft. [Wildeneck] gegenüber dem Ebf. und dessen Untertanen nicht weiter zu verfolgen, es sei denn der vorberurt anslag erfolgte vor dem Verkauf der Hft. an den Ebf.2 

    Konstanz, 1. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 101 (unvollständig erhaltene Kop.).

    «Š6.4. Maßnahmen zur Landfriedenssicherung in Franken »

    «Nr. 437 Bf. Georg von Bamberg, Bf. Lorenz von Würzburg, Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und Bf. Gabriel von Eichstätt an Kg. Maximilian »

    Er hat sie – Mgf. Kasimir von Brandenburg in Vertretung seines Vaters Mgf. Friedrich – zu gemeinsamen Beratungen über Maßnahmen zur Bekämpfung des Räuberunwesens aufgefordert und mitgeteilt, er werde Räte zu der Versammlung abordnen und auch Mgf. Friedrich dazu einladen. Denn er als Kg. könne und wolle diese Mißstände nicht länger dulden.
    Sie sind übereingekommen, sich am Abend des 1. September (St. Egidien tag) in Windsheim zu treffen und am nächsten Tag mit den Beratungen zu beginnen. Teilen dies mit, damit er seine Räte rechtzeitig entsenden und umb merers ansehens willen Mgf. Friedrich dorthin bescheiden kann.1

    Konstanz, 27. Juli 1507 (dinstag nach Jacobi).
    Würzburg, StA, G-Akten 9705, fol. 8 (Konz.).

    «6.5. Graf Asmus von Wertheim gegen Bischof Lorenz von Würzburg »

    «Nr. 438 Entscheid Kg. Maximilians zwischen Bf. Lorenz von Würzburg und Gf. Asmus von Wertheim »

    [1.] Gf. Asmus hatte dem Bf. von Würzburg wegen Streitigkeiten zwischen ihnen die Lehnspflicht aufgesagt. Gemäß einem Entscheid der Unterhändler Gf. Michael von Wertheim und Johann von Schwarzenberg sollte innerhalb einer inzwischen verstrichenen Frist das Lehnsverhältnis wiederhergestellt werden, über die Streitigkeiten sollte der Kg. als oberster Richter befinden.1 Daraufhin baten beide Parteien auf dem Kölner RT den Kg. um eine Entscheidung. Aufgrund der folgenden Vermittlungsverhandlungen fällten kgl. Räte einen Spruch, den Gf. Asmus allerdings nicht akzeptierte.2 Der Gf., dann auch der Bf., haben ihm erneut die Entscheidung anheimgestellt. Bf. Lorenz hat glaubhaft dargelegt, daß der Gf. nicht wieder in das Lehnsverhältnis eingetreten sei und erklärte Feinde von Bf. und Hst. im würzburgischen Lehen Freudenberg beherberge, die von dort aus operierten. Er sei Šgemäß Reichsordnung befugt gewesen, sich zur Wehr zu setzen, sich des Eigentums von Bf. und Hst. wieder zu bemächtigen und sich am Gf. schadlos zu halten; davon habe er jedoch abgesehen.
    [2.] Um weiteren Streitigkeiten vorzubeugen, hat er folgenden Entscheid gefällt: 1. Er erklärt alle gegenseitigen Forderungen der beiden Parteien und ihrer Anhänger für nichtig und den Streit für beendet. Alle Beteiligten müssen für ihre Unkosten und Schäden in dieser Angelegenheit selbst aufkommen. 2. Gf. Asmus soll bis zum 24. August (St. Bartholomeus des hl. zwelfpoten tag) Freudenberg und Schweinberg sowie alle übrigen würzburgischen Güten erneut zu Lehen empfangen und dafür den Lehnseid leisten.
    [3.] Falls der Gf. den Entscheid in einem oder mehreren Punkten nicht oder unvollständig vollzieht oder weiterhin Landfriedensverletzungen gegen das Hst. verübt bzw. zuläßt, ist der Bf. gemäß Landfriedensordnung zum Einzug der genannten Lehen und zum weiteren Vorgehen gegen den Gf. befugt. Gebietet dem Bf. bei Androhung einer Strafe von 20 Mark lötigen Goldes sowie dem Gf. bei Androhung der in der Landfriedensordnung vorgesehenen Strafe den Vollzug dieses Entscheids.3 

    Konstanz, 28. Juni 1507.
    Würzburg, StA, WU 7/76b (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wertheim, StA, G-Rep. 100 UN, 1507 Juni 28 (Or. Perg. m. S., Verm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = B. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 43’-45 (Kop., ohne Invocatio und Promulgatio). Würzburg, StA, Libri diversarum formarum 22, pag. 117–120 (Kop.).

    «6.6. Bischof Georg von Bamberg gegen Nürnberg »

    «Nr. 439 Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian  »

    Bestätigen den Empfang der Beschwerdeschrift Bf. Georgs gegen die Stadt wegen Eingriffs in seine Hochgerichtsbarkeit und Obrigkeit.1 Aufgrund der kgl. Aufforderung zur Stellungnahme räumen sie ein, daß sie einen gewissen Hans Thoman als Feind des Hl. Reiches und Nürnbergs und erklärten Ächter in Weisendorf gefangennehmen und nach Nürnberg Šabführen ließen. Dazu waren sie gemäß der Reichsordnung und dem kgl. Landfrieden befugt. Mehr haben sie nicht getan. Sie haben somit kein Unrecht begangen und sind deshalb auch nicht verpflichtet, dem Bf. Wiedergutmachung zu leisten. Falls der Bf. sich mit dieser Erklärung wider Erwarten nicht begnügt, sind sie bereit, die Sache vor ihm als Kg. auszutragen.2 

    Nürnberg, s.d., jedoch 28. Juni 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 176’-177 (Kop.).

    «6.7. Bischof Hugo von Konstanz gegen die Stadt Konstanz »

    «Nr. 440 Beschlüsse des Rates der Stadt Konstanz »

    /231’/ [19.6.] Kleiner und Großer Rat: Man wyl vorgenen dem Bf. van Trier, Babenberg und Trient, ouch Hg. Fridrich und Hg. Jörgen von Saxen und Hg. Albrecht [von Bayern] und voran kgl. Mt. vertruwen, zwuschen unß und dem Bf. zu handeln gütlich. Und was da in der gütlichait nit abweg ton möcht, was sy darin erkennen werden, da welle ain rait inen dieselben ardikel haimsetzen, in hoffnung, werden ainer stat Costenz burger gnadiglich bedenken, damit sy biainandern beliben mögen.1 
    /234’/ [30.7.] Kleiner und Großer Rat: Ain raut wyl sich irer spenn komen uf kgl. Mt. und Hg. Fridrichen van Sagxen, under der Mt. H. Ernsten van Wälden, H. Pauls [von Liechtenstein], Hertegen Fuchs und Dr. [Konrad] Butinger. Und wyl ain ratz den frävel hindanseczen und im die strafen, es sig burgerlich ader pinlich, vorbehalten. Dann sy das ye wolten herbracht haben, dem vertrag2 unverleczlich; ob er [= Bf. Hugo] vermainte, dz man ine des frävels halb unrecht täte, wolte man im, sover ain raut des erfordert wurd, ains rechtens sein.

    Konstanz, 19. Juni/30. Juli 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Bd. 25, fol 231’, 234’.

    «Š6.8. Graf Wilhelm von Henneberg gegen Landgraf Wilhelm d. M. von Hessen »

    «Nr. 441 Bericht Georgs von Schaumberg (Landrichter zu Bamberg) an Gf. Wilhelm von Henneberg  »

    Erklärt seine Bereitschaft, in den Angelegenheiten Gf. Wilhelms1 sein möglichstes zu tun. Zwar hat er auch Heinrich von Schmalkalden (Dechant zu Bonn), der sich derzeit auf dem RT in Konstanz aufhält, um Vertretung der hennebergischen Angelegenheiten gebeten, gleichwohl empfiehlt er ihm, sich persönlich zum Kg. zu verfügen. Er erwartet, daß der RT nicht mehr lange dauern wird.

    Konstanz, 12. Juli 1507 (montag vor Margarethe).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 5129, unfol. (Or., Tinte teilweise verblaßt).

    «6.9. Wetterauer Grafen gegen Landgraf Wilhelm d. M. von Hessen »

    «Nr. 442 Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Gf. Johann von Nassau-Dillenburg, Gf. Philipp von Nassau-Wiesbaden, Gf. Ludwig von Isenburg-Büdingen, Gf. Bernhard von Solms-Braunfels, Gf. Philipp von Solms-Lich, Gf. Michael von Wertheim, Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg, Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein, Eberhard und Valentin Schenken von Erbach, Supplikation an Kg. Maximilian  »

    [1.] Gemäß dem seit vielen hundert Jahren bestehenden Herkommen werden sie als Reichsgff. und -herren samt ihren Hftt. nicht mit Zöllen und ähnlichen Abgaben belastet. Dessenungeachtet erhebt Lgf. Wilhelm von Hessen unter Berufung auf ein kgl. Privileg1 in ihren Gebieten einen neuen Zoll: 1. In den außerhalb des Fm. Hessen gelegenen Gftt., Städten, Schlössern und Orten Katzenelnbogen, Diez, Eppstein, Homburg (Hoenburg), Butzbach, Umstadt und Bickenbach sowie in der Fuldischen Mark, wo die Supplikanten gemeinschaftliche Besitzungen mit Hessen haben, wird von jedem Fuder Wein eine Abgabe von 1 fl.rh. gefordert. Sie gehen davon aus, daß es nicht in der Absicht des Kg. lag, sie in dieser Weise zu belasten, und bitten um eine kgl. Deklaration über ihre Zollbefreiung. 2. Ihre Untertanen werden genötigt, statt der Reichsstraßen und der unter ihrer Obrigkeit liegenden Straßen die Straßen zu benutzen, an denen der Lgf. außerhalb seines Fm. Zollstätten errichtet hat. 3. So wer und mocht auch understanden werden, meher flecken, usserhalb dem Fm. zu Hessen gelegen, an sich zu bringen und daselbst zoll zu Šnemen, domit der zoll kein ende ergreifen mocht. 4. Auf den Strecken zwischen den alten Zollstätten der Reichsgff. und -herren bestand bislang gemäß ihren Privilegien Zollfreiheit. Dies wird nun durch den Lgf. unterlaufen, der auch in kleinen Besitzungen zwischen diesen alten Zollstätten neue Zollstätten einrichtet. 5. Der Lgf. nimmt den neuen Zoll auch in Ganerbschaften und anderen gemeinschaftlichen Besitzungen ohne Zustimmung seiner Teilhaber ein und erhebt den Zoll sogar von deren Weinfuhren.
    [2.] Es war sicherlich nicht die Absicht des Kg., das Zollprivileg auf ihre außerhalb des Fm. Hessen liegenden Besitzungen oder auf verstreute lgfl. Besitzungen außerhalb des Fm. zu beziehen, den Lgf. zu ermächtigen, den Zoll in gemeinschaftlichen Besitzungen und von den Mitbesitzern zu erheben, oder ihre Zollrechte an den Lgf. zu übertragen. Sie bitten deshalb um eine Deklaration über das Weinzollprivileg, wonach dieses außerhalb des Fm. Hessen und in den gemeinschaftlichen Besitzungen nicht angewendet werden darf. Die Beachtung dieser Deklaration soll allen Reichsständen und insbesondere dem Lgf. von Hessen unter Androhung der Ungnade von Kg. und Reich sowie einer hohen Geldstrafe mandiert werden.2 

    s.d., jedoch Konstanz, vor dem 6. August 1507.
    Marburg, StA, Best. 86, Nr. 33, unfol. (Kop.).

    «Nr. 443 Kg. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg  »

    Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Gf. Johann von Nassau-Dillenburg, Gf. Ludwig von Isenburg-Büdingen, Gf. Bernhard von Solms-Braunfels, Gf. Philipp von Solms-Lich, Gf. Michael von Wertheim, Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg, Gf. Philipp von Hanau-Lichtenberg, Gf. Johann von Nassau-Beilstein, Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein, Eberhard und Valentin Schenken von Erbach sowie Gf. Reinhard von [Leiningen-]Westerburg haben geklagt1, daß Lgf. Wilhelm von Hessen in Umsetzung eines auf dem Kölner RT verliehenen Zollprivilegs unter Verletzung ihrer Zollprivilegien und -freiheiten einen neuen Zoll erhebt, auch in gemeinschaftlichen Besitzungen, und neue Zollstätten einrichtet.
    Beauftragt ihn als kgl. Kommissar, gemeinsam mit je zwei von den Beschwerdeführern und dem Beklagten zu bestimmenden reichsadligen Beisitzern die Parteien anzuhören, ggf. eine Besichtigung vor Ort durchzuführen und die Faktenlage zu klären und schließlich einen gütlichen Vergleich herbeizuführen. Falls dies nicht möglich ist, soll er mit seinen Beisitzern feststellen, ob die strittigen Zollstätten innerhalb oder außerhalb des Fm. Hessen liegen, ob der Zoll dort erhoben wird, wo der Lgf. die landesftl. Obrigkeit geltend machen kann, auch Šob die Belastung für die Gff. so unerträglich ist, wie sie behauptet haben, schließlich, was die Privilegien des Lgf. genau besagen, und ihm dann darüber Bericht erstatten. Falls eine Partei dem gütlichen Tag fernbleibt, soll das Verfahren dessenungeachtet fortgesetzt werden.2

    Konstanz, 6. August 1507.
    Marburg, StA, Best. 86, Nr. 33, unfol. (Kop.).

    «6.10. Valentin Schenk von Erbach gegen Landgraf Wilhelm d. M. von Hessen »

    «Nr. 444 Kg. Maximilian an Kf. Friedrich von Sachsen, Dr. Ludwig Vergenhans (Propst zu Stuttgart) und Ernst von Welden (kgl. Rat) »

    Valentin Schenk von Erbach erhob Klage gegen Lgf. Wilhelm von Hessen wegen der widerrechtlichen Wegnahme seines halben Anteils an den Schlössern Habitzheim und Schönberg im Landshuter Erbfolgekrieg.1 Befiehlt ihnen und bevollmächtigt sie, beide ŠParteien zum 23. August vorzuladen und anzuhören und ihm anschließend darüber Bericht zu erstatten.2 

    Konstanz, 2. August 1507.
    Druck: Schneider, Stamm-Tafel, Nr. 61, S. 601f.
    Regest: Scriba, Regesten, 1. Abt., Nr. 2078, S. 189.

    «6.11. Nördlingen gegen Grafen Wolfgang und Joachim von Oettingen »

    «Nr. 445 Antwortschreiben Gf. Wolfgangs und Gf. Joachims von Oettingen an Kg. Maximilian »

    Antworten auf die vor kurzem erfolgte schriftliche Aufforderung an sie1, darzulegen, worauf sich ihre Rechte an der Nördlinger Korngülte gründen2: Die Gülte wurde seit Menschengedenken von ihren Vorfahren eingenommen, ohne daß dies je angefochten wurde. Wie dieses Recht an die Gff. von Oettingen gekommen ist, konnten sie allerdings nicht feststellen, da ihnen der verstorbene Hg. Georg von Bayern-Landshut vor einigen Jahren unter anderem viele Urkunden weggenommen hat. Sie wollen jedoch weitere Erkundigungen anstellen und ihn dann informieren.3 

    [Konstanz], 16. Juni 1507. 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 26 (Kop. Hd. U. Strauß).

    «Š6.12. Graf Wolfgang von Castell »

    «Nr. 446 Absolution Gf. Wolfgangs von Castell und anderer Landfriedensbrecher von der Reichsacht »

    Gf. Wolfgang von Castell, Thomas von Reitzenstein, Gundolf Marschalck [von Ebneth] und Kunz von Geilsdorf wurden wegen Landfriedensbruches zum Nachteil Adams von Schaumberg in die Reichsacht erklärt.1 Der Streit wurde inzwischen durch Unterhändler beigelegt. Auf Bitten einiger Fürsten und Stände sowie der Vermittler hebt er die Acht über die Genannten und deren Helfer auf.2 

    Konstanz, 26. Juni 1507.
    Würzburg, StA, Libri diversarum formarum 22, pag. 135–136 (Kop. mit imit. Verm. amdrp. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 45 (Kop., ohne Intitulatio und Promulgatio) = B.
    Druck: Wittmann, Monumenta, Nr. 649, S. 304.

    «6.13. Stauffer zu Ehrenfels »

    «Nr. 447 Mandat Kg. Maximilians an Sigmund von Rorbach (kgl. Hauptmann) sowie an Kämmerer, Inneren und Äußeren Rat der Stadt Regensburg »

    Er hat ihnen mehrmals mitgeteilt, daß er dem kgl. Falkner Hans Strattner um seiner treuen Dienste willen und als Wiedergutmachung für seine im Landshuter Erbfolgekrieg erlittenen Schäden das in Regensburg gelegene Haus Gf. Wolfgangs von Kolberg übereignet hat, und die Übergabe des Hauses an Strattner befohlen.1 Dies unterblieb bislang, vermutlich weil Bernhardin von Stauff, Frh. zu Ehrenfels, als Inhaber die Übergabe des Hauses verweigert und unter Hinweis auf die Übereignung des Hauses an ihn durch Hg. Albrecht von Bayern2 Strattner ein rechtliches Verfahren anbot. Dies lehnt er ab. Die von ihm vorgenommene Übereignung erfolgte wahrscheinlich früher; in jedem Fall steht allein ihm, nicht Hg. Albrecht, das Verfügungsrecht über dieses Haus zu. Er hätte deshalb den Vollzug seines Befehls erwartet. Da dies jedoch noch nicht geschehen ist, befiehlt er Stauff im beiliegenden ŠSchreiben die Abtretung des Hauses an Strattner. Befiehlt ihnen, für die unverzügliche Übergabe an diesen Sorge zu tragen.3

    Konstanz, 25. Juni 1507; präs. Regensburg, 20. September [!] (montag vigilia Mathei).
    München, HStA, Gemeiners Nachlaß 27, unfol. (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 448 Supplikation Bernhardins und Hieronymus’ Stauffer von Ehrenfels an Kg. Maximilian »

    [1.] Er hat seinerzeit Pfgf. Otto von Mosbach als regierendem Landesherrn befohlen, sie wieder in den Besitz des von Onark von Wildenfels widerrechtlich angeeigneten Schlosses Neuhaus zu bringen. Der Pfgf. ergriff jedoch die Partei Wildenfels’. Die daraufhin vom Kg. gegen Wildenfels verhängte Acht wurde unter der Bedingung, daß dieser die Gefangenen freilasse, das Schatzungsgeld herausgebe und das Schloß an Hg. Albrecht von Oberbayern oder Pfgf. Otto übergebe, bis zu dem auf ihre Bitte hin nach Köln [1499] anberaumten Schiedstag sistiert. Wildenfels übergab zwar das Schloß an Pfgf. Otto, nahm jedoch den gesetzten Termin nicht wahr. Inzwischen verstarb [am 8.4.1499] der Pfgf. Da es ursprünglich hieß, daß Pfgf. Friedrich dessen Erbe antreten wird, erwirkten sie ein an diesen gerichtetes kgl. Achtexekutionsmandat, ihnen Neuhaus zu übergeben und gegen Wildenfels und dessen Helfer als Reichsächtern vorzugehen. Der tatsächliche Erbe, Kf. Philipp von der Pfalz, ignorierte das an seinen Sohn adressierte Mandat wie auch alle folgenden kgl. Befehle an ihn selbst.1 Statt dessen wurden sie genötigt, Wildenfels auf seine unbillige Forderung hin 2700 fl. und später weitere 800 fl. zu bezahlen. Die Gegenpartei willigte im Gegenzug in ein rechtliches Verfahren ein, das dann aber unterblieb.
    Š[2.] Bitten erneut um ein Mandat an Kf. Philipp zur Rückgabe des Schlosses mit allem Zubehör und Aushändigung aller daraus bezogenen Einkünfte. Bieten Wildenfels wegen etwaiger Forderungen an sie ein rechtliches Verfahren vor dem röm. Kg., dem kgl. Kammergericht oder einer unparteiischen Kommission an.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, vor dem 18. Juli 1507.2 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 258–259 (Kop.).

    «Nr. 449 Gegendarstellung der kurpfälzischen Gesandten an Kg. Maximilian »

    [1.] Bestätigen den Empfang einer Supplikation Bernhardins und Hieronymus’ Stauffer von Ehrenfels einschließlich eines an Kf. Philipp von der Pfalz gerichteten kgl. Mandats vom 28.12.1503 zur Rückgabe des Schlosses Neuhaus1 samt der Aufforderung zu einer Stellungnahme. Die vielfältigen Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien waren nach mehreren Anläufen zu einem gütlichen Ausgleich am Kammergericht anhängig, wurden jedoch nach Geltendmachung der kfl. Gerichtsfreiheit auf Antrag Wildenfels’ an die böhmische Krone verwiesen. Zu den Streitigkeiten selbst wollen sie sich nicht äußern. Würde er jedoch billigerweise auch Onark von Wildenfels anhören, würde dieser den Sachverhalt zweifellos anders darstellen als die Stauffer. Unbestreitbar ist, daß der röm. Kg. Schloß Neuhaus bis zum Abschluß des Verfahrens zur treuhänderischen Verwaltung an Pfgf. Otto und nach dessen Tod an Kf. Philipp übergeben hat. Die Stauffer ersuchten den Kf., ihnen das Schloß auszuhändigen, der seine damals in Bayern und Augsburg befindlichen Räte darüber beraten ließ. Diese gelangten zu dem Schluß, daß die Übergabe nicht mit dem kgl. Auftrag vereinbar sei. Vor etwa einem Jahr forderte auch Wildenfels unter Androhung der Fehde erneut die Übergabe des Schlosses, doch machten die kurpfälzischen Räte die kgl. Kommission und eventuelle Forderungen der Gegenpartei an Kf. Philipp geltend und versicherten, daß der Kf. Neuhaus nach Abschluß des Verfahrens an den Berechtigten aushändigen werde. Einen entsprechenden Bescheid könnten die Stauffer auch jetzt erhalten.
    [2.] Für Kf. Philipp stellt das Schloß nur eine Belastung dar. Bei Aufruhr in Böhmen oder im Bayerischen Wald muß er in einem Jahr mehr dafür aufwenden, als es in zwei oder drei Jahren einbringt. Daß der Kf. kgl. Mandaten nicht gehorcht hat, wie die Stauffer behaupteten, trifft nicht zu. Tatsächlich ist ihm kein entsprechendes Mandat zugegangen. Aus der Supplikation der Stauffer geht vielmehr hervor, daß sie es behalten und wohl auch selbst geöffnet haben. Andernfalls befände es sich in der kfl. Kanzlei in Heidelberg und nicht in deren Händen, und Kf. Philipp hätte es zweifelsohne nicht unterlassen, den Kg. ausführlich über die Angelegenheit zu informieren. Im Prinzip verlangt das Mandat ja auch nichts anderes.
    Š[3.] Bitten, den Stauffern nicht das gewünschte Mandat zu bewilligen, sondern die Angelegenheit an das kgl. Kammergericht bzw. die zuständige Stelle zu verweisen. Auch soll dem Kf. nicht etwa vor Klärung der Rechtslage die Übergabe des Schlosses an die Stauffer befohlen werden, damit er nicht von der benachteiligten Gegenseite mit Forderungen überzogen wird. Bitten, die Stauffer zu veranlassen, den Kf. in dieser Angelegenheit bis zur rechtlichen Beilegung des Streits nicht weiter zu behelligen. Falls die Stauffer ungeachtet ihrer Stellungnahme weiter insistieren sollten, so sollte dies dem Kf. selbst zur erneuten Rechtfertigung seiner Position mitgeteilt werden.

    Konstanz, s.d., jedoch kurz vor dem 18. Juli 1507.2 
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 260–261 (Kop.).

    «6.14. Reichsstadt Straßburg »

    «Nr. 450 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians an Gf. Rudolf von Sulz (Hofrichter) und die Beisitzer des Hofgerichts zu Rottweil »

    Melchior von Schaumberg (Schaumburg) hat Einwände gegen seine von der Stadt Straßburg erwirkte Vorladung vor das Hofgericht Rottweil erhoben. Er hat Schaumberg daraufhin an den kgl. Hof zitiert, um einen schiedlichen Vergleich in diesem Konflikt herbeizuführen. Sie sollen deshalb das Verfahren bis auf weiteres einstellen.

    Konstanz, 28. Juni 1507.
    Straßburg, AV, Chartes 7727 (auf Antrag des Straßburger Ammeisters Gabriel Mördel ausgestelltes Vidimus Gf. Erhards von Nellenburg in Vertretung des kgl. Hofrichters Gf. Rudolf von Sulz, Or. Perg. m. S., zinstag nach St. Ulrichs tag [6.7.]1507).

    «Nr. 451 Mandat Kg. Maximilians an Gf. Rudolf von Sulz (Hofrichter) und die Beisitzer des Hofgerichts zu Rottweil »

    Ammeister und Rat der Stadt Straßburg ließen vorbringen, daß sie vielfach in ihren von Kss. und Kgg. herrührenden und von ihm konfirmierten Privilegien, Rechten und Freiheiten1 zum Schaden der Stadt beeinträchtigt würden. Er kann dabei angesichts der Entfernungen nicht jederzeit so rasch verfahren, wie dies notwendig wäre.
    Beauftragt und bevollmächtigt das Hofgericht deshalb, an seiner Stelle sämtliche von der Stadt angezeigten geistlichen und weltlichen Personen, die gegen deren Privilegien, Freiheiten und Rechte verstoßen haben oder dies künftig tun, rechtlich vorzuladen und diese nach der Feststellung eines Verstoßes mit den in den Urkunden vorgesehenen Strafen zu belegen. Sie sind befugt, alle dafür erforderlichen Zeugenaussagen einzuholen und notfalls zu Šerzwingen. Bei Nichterscheinen einer Prozeßpartei sollen sie das Verfahren jeweils dennoch fortsetzen.2 

    Konstanz, 20. Juli 1507.
    Straßburg, AV, Chartes 7729 (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = Textvorlage. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 57–57’ (Kop. ohne Intitulatio) = B. Straßburg, AV, AA 69, fol. [212-213] (Kop.).

    «6.15. Jörg und Wilhelm von Liechtenstein gegen Nürnberg »

    «Nr. 452 Supplikation Jörgs und Wilhelms von Liechtenstein an Kg. Maximilian »

    Vor kurzem wurde ihr Bruder Eustachius von Liechtenstein (Pfleger zu Hilpoltstein) auf der Schweinehatz grundlos und ohne Vorwarnung von Bewaffneten aus Nürnberg angegriffen, verwundet und gefangengenommen, sein Knecht [Georg von Geislingen] erschossen. Man zwang ihn, Urfehde zu schwören. Sie sind zuversichtlich, daß er, der Kg., diese Tat mißbilligt. Bitten ihn, die Stadt Nürnberg dazu zu veranlassen, ihren Bruder ohne Entgelt von der Urfehde zu lösen, ihm Schmerzensgeld zu bezahlen und Schadenersatz zu leisten.

    s.l., 23. Juni 1507 (mitwoch St. Johans baptiste abent). 
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 22 (Or.).

    «Nr. 453 Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian »

    Bestätigen den Empfang eines kgl. Mandats wegen eines Zusammenstoßes zwischen Nürnberger Söldnern und Eustachius von Liechtenstein mit der Aufforderung zur Stellungnahme.1 Bekunden ihr Bedauern über den Vorfall. Sie haben einige Tage nach Neujahr etliche Knechte und Reisige zum Schutz für eine Lieferung von Ochsen von Neumarkt nach Nürnberg abgestellt, da den Nürnberger Bürgern zu dieser Zeit dort noch kein Geleit bewilligt wurde. Dieser Trupp erfuhr auf dem Rückweg in Röthenbach von einem Raub an dem Ort, an dem sich später der bewußte Vorfall ereignete, und führte dort am nächsten Tag eine Patrouille durch. Dies geschah angesichts der sich in der Gegend regelmäßig und Šungeachtet des von den benachbarten Ff. gestellten Geleits auf den Reichsstraßen ereignenden Übergriffe gegen Nürnberger Bürger und Untertanen keineswegs zu Unrecht. In einem Waldstück bei Altenfelden bemerkten sie etliche Reiter, die daraufhin flohen. Diese Reiter gaben sich auch auf Anrufen nicht zu erkennen, woraufhin sie von dem Nürnberger Trupp gestellt wurden. Hätte sich Liechtenstein zu erkennen gegeben, wäre ihm nichts geschehen. So aber waren ihre Reiter berechtigt, ihn festzunehmen und so lang gefangenzuhalten, bis er nach anfänglicher Weigerung Urfehde schwor.2 Liechtenstein hat den Vorfall somit selbst verschuldet. Im übrigen ist ihm jedoch kein Unrecht geschehen. Bitten, dies zu bedenken und das ausgegangene Mandat zu kassieren.

    Nürnberg, 5. Juli 1507 (montag nach St. Ulrichs tag).3
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 179’-181 (Kop.).

    «6.16. Schwäbisch Gmünd gegen Giengen »

    «Nr. 454 Mandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Giengen »

    Verbietet der Stadt Giengen auf eine Beschwerde der Stadt Schwäbisch Gmünd hin unter Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes erneut, daß ihre Sensenschmiede das Einhorn als Kaufmannszeichen einschlagen, wie dies die Gmünder Schmiede gemäß altem Herkommen tun.

    Konstanz, 1. August 1507.
    Ludwigsburg, StA, B 177S, U 13 (Vidimus Abt Georgs von Lorch vom 13.8.1507, Or. Perg. m. S., Nachweis über Verm. amdric. und Gegenz. Serntein).
    Regest/Teilabdruck: Guntram, Eisengewinnung, S. 214 Anm. 33.

    «6.17. Überlingen »

    «Nr. 455 Beschlüsse des Rates der Stadt Überlingen »

    [3.6.] Der Rat antwortete aufgrund einer Fürbitte des Kg. den Freunden Konrad Fundels wegen der an dem Meier von Deisendorf verübten Tat: Fundel selbst hat durch den geschlossenen Schiedsvertrag den Totschlag eingestanden. Dennoch wird ihm auf Bitten des Kg. und seiner Freunde wie auch im Interesse seiner Frau und seiner Kinder die von der Stadt verhängte Strafe erlassen. Er erhält sein Bürgerrecht zurück.
    [14.6.] Hans Humpis [d. J.] aus Ravensburg legte dem Rat eine kgl. Kommission in seinem Streit mit dem Landvogt [in Schwaben, Jakob von Landau] vor und bat um deren Vollzug. Der Rat antwortete, die Kommission annehmen zu wollen, wenn die Erstattung der Unkosten gewährleistet wird. Konrad Humpis sagte dies in Vertretung seines Vaters zu.

    ŠÜberlingen, 3./14. Juni 1507.
    Überlingen, StdA, Ratsbuch 1506/1507, pag. 20f.; Ratsbuch 1507–1518, pag. 1.

    «6.18. Frankfurt a.M. gegen Wigant von Luttern »

    «Nr. 456 Supplikation Frankfurts an Kg. Maximilian »

    Zwischen dem Rat der Stadt Frankfurt und Wigant von Luttern bestehen Streitigkeiten. Aufgrund ihrer in Abschrift beigefügten Korrespondenz mit Luttern [Nr. 646, Anm. 5] und aufgrund eingegangener Warnungen befürchtet der Frankfurter Rat gewaltsame Maßnahmen Lutterns gegen die Stadt, obwohl sie ihm den rechtlichen Austrag angeboten haben. Die Kosten für die erforderlichen Gegenmaßnahmen könnten die Fähigkeit der Stadt gefährden, ihren Beitrag zum kgl. Romzug zu leisten.
    Er [Johann Frosch] bittet deshalb im Namen des Frankfurter Rates, Luttern und anderen beteiligten Personen unter Androhung der Reichsacht gewaltsame Maßnahmen gegen die Stadt zu untersagen und die Vertretung ihrer Forderungen auf dem Rechtsweg zu gebieten. Frankfurt bietet einen schleunigen Austrag vor dem Kg. oder dem kgl. Kammergericht als den zuständigen Instanzen an.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, zwischen dem 16. und 20. Juli 1507.1 
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 184, unfol. [nach Stück-Nr. 42] (Or., Unterz. durch den Frankfurter Gesandten Johann Frosch; Verm. auf der Rückseite über den Beschluß des kgl. Hofrates: Fiat mandat, mit gewalt gegen ine nichts zu handeln. [Unterz.: Christoph] Hofman.).

    «Nr. 457 Mandat Kg. Maximilians an Wigant von Luttern und seine Unterstützer »

    Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt ließen vorbringen, daß er in eigenen Angelegenheiten und auch wegen eines Knechts genannt Pfeifferhans in Streit mit der Stadt geraten sei und deshalb ein umfangreicher Schriftwechsel stattgefunden habe. Der Frankfurter Magistrat habe den rechtlichen Austrag vor dem röm. Kg. angeboten, befürchte aber aufgrund des Briefwechsels und glaubwürdiger Informationen, daß er gewaltsam gegen die Stadt und ihre Bürger vorgehen wolle. Befiehlt allen an dieser Sache Beteiligten unter Androhung der für den Bruch des Landfriedens vorgesehenen Strafe, gegen Frankfurt nicht gewaltsam vorzugehen. Er soll seine Forderungen auf dem Rechtsweg vertreten.1 

    Konstanz, 27. Juli 1507.2 
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 184, Stück-Nr. 42b (Or. m. S., Verm. amdric., Gegenz. Serntein).

    «Š6.19. Frankfurt a.M. gegen Ludwig von Ottenstein »

    «Nr. 458 Mandat Kg. Maximilians an Ludwig von Ottenstein und seine Unterstützer »

    Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt ließen vorbringen, daß er wegen einer ihm durch deren Diener zugefügten Schmähung ungeachtet ihres Angebots zum rechtlichen Austrag angekündigt habe, gewaltsam gegen die Stadt vorzugehen. Gebietet unter Androhung der für den Bruch des Landfriedens vorgesehenen Strafe, gegen die Stadt und ihre Bürger nichts zu unternehmen. Etwaige Forderungen soll er auf dem Rechtsweg vertreten. Lädt ihn deshalb binnen 45 Tagen nach Übergabe des Mandats vor das kgl. Kammergericht.1

    Konstanz, 28. Juli 1507.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 197, Stück-Nr. 42d (Or. m. S., Verm. amdric., Gegenz. Serntein).

    «6.20. Claus Keller gegen Zürich »

    «Nr. 459 Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich an Kg. Maximilian »

    Er hat sie aufgrund einer Supplikation Claus Kellers aus Konstanz schriftlich zur Aushändigung der diesem bislang verweigerten [zweiten] Hälfte der bei ihnen deponierten Verlassenschaft Lutgard Kilchmatters aufgefordert.1 Keller hat den Sachverhalt falsch dargestellt. Er hat keinen Anspruch auf das Erbe. Sie sind deshalb zu dessen weiterer Verwahrung befugt. Sie haben dem mittellosen Keller aus Gnade und auf ein Fürschreiben der Stadt Konstanz hin zwar eine Hälfte des Erbes geschenkt; jede weitere Forderung von dessen Seite weisen sie jedoch zurück.

    Zürich, 5. August 1507 (dornstag St. Oswaldstag).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 79–79’ (Or.).

    «6.21. Ortenberg gegen Offenburg »

    «Nr. 460 Entscheid Kg. Maximilians (RHR) zwischen der Hft. Ortenberg und der Stadt Offenburg »

    [1.] Untertanen der kgl. Hft. Ortenberg haben sich beklagt, daß die Stadt Offenburg aufgrund einer kgl. Begnadung zwischen Ortenberg und Offenburg gelegene landwirtschaftliche Nutzflächen unter Verletzung des Herkommens und bestehender Verträge neu eingrenzen würde. Sie beanspruchen die Wiederherstellung ihrer Rechte zur Nutzung dieser Flächen unter Rückgängigmachung des nach ihrer Darstellung unter falschen Angaben erlangten kgl. Privilegs. Ortenberg bietet im übrigen einen rechtlichen Entscheid vor dem Kg. oder dem kgl. ŠKammergericht an. Erasmus Topler und andere mit einer Ortsbesichtigung beauftragte kgl. Räte haben ihm Bericht erstattet. Ein Vermittlungsversuch gelegentlich seines Aufenthaltes jüngst in Offenburg kam zu keinem Ergebnis.
    [2.] Entscheidet als Kg. und Landesherr – unter Regelung einiger Details – im Sinne einer gemeinschaftlichen Nutzung des umstrittenen, neu abzugrenzenden Gebiets auf der Grundlage bestehender Rechte beider Seiten und regelt außerdem die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zwischen Offenburg und Zell. Beauftragt Gf. Wolfgang von Fürstenberg (kgl. Hofmarschall, Landvogt im Elsaß und in der Ortenau) mit der Wahrung der Rechte Zells. Beauftragt den Abt zu Schuttern und Jakob von Schauenburg (Schaunberg) als kgl. Kommissare mit der Setzung neuer Marksteine auf den zwischen Offenburg und Ortenberg umstrittenen Nutzflächen.1 

    Konstanz, 2. Mai 1507.
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 26’-27’ (Kop. ohne Intitulatio und Promulgatio).

    «6.22. Angelegenheiten von Reichsmittelbaren »

    «Nr. 461 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians (RHR) an Bürgermeister und Rat der Stadt Köln »

    Johann Keller hat vorgebracht, daß er von einem Urteil des Kölner Stadtgerichts in seinem Prozeß gegen Anton Mollenkott an den Kg. und das kgl. Kammergericht appelliert habe. Da das Kammergericht derzeit jedoch nicht zusammentrete, könne er die Appellation nicht fortsetzen, müsse indessen befürchten, daß die Stadt Köln aufgrund dieses Urteils weiter gegen ihn verfahren werde. Keller hat deshalb gebeten, dem angesichts der anhängigen Appellation vorzubeugen.
    Untersagt ihnen, während des vor ihm und dem kgl. Kammergericht anhängigen Verfahrens den Prozeß gegen Keller fortzusetzen oder in anderer Weise gegen ihn vorzugehen.1 

    Konstanz, 4. Mai 1507.
    Köln, HAStd, K+R 36/1, fol. 3–3’ (Kop. mit imit. Verm. amdric. und Gegenz. Serntein).

    «Nr. 462 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians (RHR) an Gf. Rudolf von Sulz (kgl. Hofrichter zu Rottweil) »

    Abt Johann von Kempten hat Beschwerde darüber erhoben, daß das Hofgericht zu Rottweil aufgrund der Klage Christoph Gayssers aus Grönenbach die Richter des Landgerichts Kempten und seinen Untertanen Cunlin Graf vorgeladen habe, obwohl Gaysser keineswegs Šdas Recht verweigert worden sei. Diese Zitation verletze die ksl. und kgl., von ihm konfirmierten Freiheiten des Stifts.1 Befiehlt ihm, diese zu respektieren und die Vorladung zu kassieren.

    Konstanz, 4. Mai 1507.
    Augsburg, StA, Stift Kempten, Urk. 1808 (einem Bescheid des Hofgerichts Rottweil inseriert, Or. Perg., zynstag nach unser lb. Frauen tag assumpcionis [17.8.]).2

    «Nr. 463 Prozeßvollmacht des St. Margarethenklosters/Straßburg für Arbogast Mor (Schaffner des Klosters)  »

    Priorin Anna Zorn und der Konvent des St. Margarethenklosters bekunden: Der röm. Kg. hat auf ihre Bitte hin auf den 17. Mai (mentag noch dem sonntag exaudi) nach Konstanz einen Rechtstag gegen Batt von Pfirt und Verena, geb. von Pfirt (Ehefrau Hans Balthasars von Endingen), angesetzt. Dort soll über den von ihrer Mitschwester Susanna von Pfirt herrührenden Anspruch auf das Erbe ihres Vaters Diebolt von Pfirt befunden werden.1 Bevollmächtigen den Schaffner des Klosters, Arbogast Mor (Möre), als ihren Vertreter bei dem Verfahren.2 

    [St. Margarethenkloster/Straßburg], 6. Mai 1507 (donstag noch Philippi und Jacobi der zweyen zwolfboten tag).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 37–37’ (Or. m. Siegelrest).

    «Nr. 464 Supplikation der Gemeinde Markdorf an Kg. Maximilian »

    Ihr mittelloser Mitbürger Ulrich Ludmar wurde von einem Untertanen der Gft. Heiligenberg am dortigen Landgericht verklagt. Sein Antrag, den Prozeß an das für ihn als Beklagten zuständige Gericht zu verlegen, wurde abgewiesen. Ihr Mitbürger wurde unter Mißachtung ihrer von Kss. und Kgg. herrührenden und von ihm bestätigten Gerichtsfreiheit1 und Šungeachtet ihres Rechtserbietens mit einem Prozeß überzogen und in die Acht erklärt. Der Beklagte und wegen Verletzung ihrer Rechte und Freiheiten auch die Gemeinde haben von diesem Urteil an den röm. Kg. appelliert und das Landgericht darüber informiert. Die Mittel des Bürgers reichen jedoch nicht aus, um das Appellationsverfahren zu bestreiten. Bitten deshalb um ein Inhibitionsmandat an das Landgericht und um die Bewilligung einer Kommission – sie schlagen den Hofrichter zu Rottweil, die Stadt Konstanz oder die Stadt Überlingen vor – zur Fortsetzung des Appellationsverfahrens.

    [Markdorf], 14. Mai 1507 (frytags nach der uffart Cristi). 
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 144–144’ (Or., Verm. über den Beschluß des Kg. bzw. des kgl. Hofrates: An camergericht, und sofer das nit außgericht werd, commission zu geben.).

    «Nr. 465 Kg. Maximilian an Heinrich Reitzmann (Stiftskanoniker zu Aschaffenburg) und Batt von Horneck (Amtmann zu Darmstadt) »

    Martin Fuchs und seine Ehefrau Elisabeth haben von einem am Hofgericht zu Heidelberg gegen sie zugunsten Georg Steinmetz’ und seiner Frau Anna ergangenen Urteil an Kg. und kgl. Kammergericht appelliert und geltend gemacht, daß das Hofgericht ihnen unbegründeterweise eine dritte Dilation zur Beweisführung über einen eingereichten Schriftsatz verweigert habe. Außerdem sei angesichts deren fortgeschrittenen Alters oder schlechten Gesundheitszustands der Tod einiger wichtiger Zeugen zu befürchten. Die Eheleute Fuchs haben um seine Hilfe gebeten.
    Er befiehlt ihnen, die von den Appellanten benannten Zeugen vorzuladen, die Gegenpartei rechtzeitig über die Zeugenbefragung zu informieren, um ggf. einen Vertreter dazu abordnen zu können, und eine besiegelte Urkunde über die Zeugenaussagen an das kgl. Kammergericht zu senden.

    aKonstanz, 19. Mai 1507-a.
    Wien, HHStA, Maximiliana 17, Konv. 4, fol. 150–151’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    «Nr. 466 Mandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen »

    Ihr Mitbürger Cristan Part hat ihn um seine Hilfe bitten lassen, da er eine ihm auferlegte Geldstrafe wegen seiner Armut nicht bezahlen kann. Befiehlt ihnen, Part die Strafe zu erlassen, damit dieser seine unmündigen Kinder ernähren kann und diser unser furderung bey euch genossen hab emphind.1

    Konstanz, 27. Mai 1507.
    Memmingen, StdA, A 1/1, unfol. (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    «ŠNr. 467 Weisung Kg. Maximilians an Gf. Andreas von Sonnenberg »

    Befiehlt ihm die Anhörung einer Klägerin aus Munderkingen und ihres Prozeßgegners, der Stadt Riedlingen.

    Konstanz, 29. Mai 1507.
    Sigmaringen, StA, Dep. 30/1 T 3, Nr. 97, unfol. (Or.).

    «Nr. 468 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen »

    Laut Mitteilung Zyprians von Serntein (kgl. Tiroler Kanzler und Verwalter der kgl. Hofkanzlei) tragen die Heimenhofen (Haymhofer) als Kläger und Bürgermeister und Rat der Stadt Kempten als Beklagte vor ihnen einen Rechtsstreit um einige Güter und Einkünfte aus. Serntein macht seinerseits geltend, daß er das Schloß Hohentann rechtmäßig von den Erben des Hieronymus von Heimenhofen gekauft habe1 und daß die strittigen Güter zum Schloß gehörten. Er wolle auf seinen Anspruch gegenüber den Heimenhofen nicht verzichten. Serntein hat darum gebeten, das in Memmingen anhängige Verfahren zu sistieren, bis seine Ansprüche juristisch geklärt sind. Befiehlt ihnen, das Verfahren bis dahin einzustellen. Falls sie es dennoch fortsetzen, sind ihre künftigen Urteile nichtig, der Rechtsanspruch Sernteins bliebe davon unberührt.

    Konstanz, 5. Juni 1507.
    Memmingen, StdA, A 63/12 (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. N. Ziegler).

    «Nr. 469 Achterklärung Kg. Maximilians gegen Hans und Wolfgang Linck »

    Wolfgang Linck aus Schwabach hat im Namen seines Vaters Hans unter Verletzung der Wormser Landfriedensordnung von 1495 Bf. Gabriel von Eichstätt die Fehde abgesagt und ist ebenso wie sein Vater gewaltsam gegen den Bf. und seine Untertanen vorgegangen.1 Erklärt Hans und Wolfgang Linck in die Acht und Aberacht. Befiehlt allen Reichsangehörigen, die beiden Ächter und ihre Helfer in keiner Weise zu unterstützen, sondern sie gefangenzunehmen und gemäß der Reichsordnung gegen sie zu verfahren. Wer dieses Mandat mißachtet, verfällt selbst der Acht und Aberacht.2

    Konstanz, 9. Juni 1507.
    ŠWien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 6–6’ (Or., Vermm. prps./amdrp, Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 38 (Auszug) = B.

    «Nr. 470 Supplikation von Bürgermeistern und Rat der Stadt Köln an Kg. Maximilian »

    Ihr Mitbürger Walrav van der Linden hat ihnen heute ein an ihn gerichtetes, vom 14. Mai aus Konstanz datierendes kgl. Mandat zur Rückgabe der während der anhängigen Appellation aus dessen Haus weggeführten Güter an den Kölner Bürger Peter Quettinck1 vorgelegt.
    Die Angaben Quettincks sind unrichtig, seine Klage ist unbegründet. Linden ging aufgrund eines Kölner Gerichtsurteils gegen Quettinck vor. Der Sachverhalt ist aus den beim kgl. Kammergericht liegenden Prozeßakten zu entnehmen.2 Daraus geht eindeutig hervor, daß das kgl. Mandat zu Unrecht ergangen ist. Bitten, das ergangene Urteil zu respektieren und somit auch die Rechte und Freiheiten der Stadt zu schützen.

    Köln, 14. Juni 1507. 
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 6–6’ (Or., Verm.: Sixt3, pringts in rat.).

    «Nr. 471 Supplikation Hans Feyerabends (aus Heilbronn) an Kg. Maximilian »

    Er hat bei den Vermittlungsverhandlungen des kgl. Kommissars Bernhard von Liebenstein wegen des an Hans Weinläder [Heilbronner Bürger] begangenen Totschlags eine Sühneleistung beispielsweise durch eine Wallfahrt angeboten, was die Gegenpartei jedoch ablehnte.1 Bittet, ihn von seiner Schuld freizusprechen oder ihm mit seinen Kindern an einem anderen Ort das Wohnrecht zu gewähren. Sagt zu, dennoch für die begangene Tat Sühne leisten zu wollen, wie ihm dies sein Beichtvater und sein Gewissen vorschreiben.

    s.l., 15. Juni 1507 (St. Vits des hl. märters tag). 
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 40–40’ (Or.).

    «Nr. 472 Supplikation Wolfgang Lincks an Kg. Maximilian »

    Er stand in Spanien in Diensten Kg. Philipps von Kastilien und kehrte nach dessen Tod nach Hause zurück. In seiner Abwesenheit hatten der Bf. von Eichstätt und seine ŠAmtleute die Leute seines Vaters [Hans Linck] bedrängt und versucht, sich obrigkeitliche Rechte anzumaßen. Sein Vater hatte angeboten, die Angelegenheit vor Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach, dessen Sohn Mgf. Kasimir, Wolfgang von Eisenhofen (Landkomtur in Franken und zu Ellingen) oder den Hh. von Stauff als Lehnsherren sowie vor der Stadt Rothenburg gütlich oder rechtlich auszutragen. Der Bf. ignorierte diese Offerte und ging statt dessen weiterhin gegen die Leute seines Vaters vor. Da ihm selbst und seinen zum Teil noch minderjährigen Geschwistern in unrechtmäßiger Weise ihr Erbe geschmälert wurde, beschloß er, Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten, und sagte dem Bf. ab.
    Bittet, sich wegen dieser Sache nicht zur Ungnade gegen ihn bewegen zu lassen, sondern ihm Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben. Er hat sich in den Diensten Kg. Philipps redlich gehalten, was Gf. [Wolfgang] von Fürstenberg und Christoph Schenk [von Limpurg] bestätigen können.

    s.l., 15. Juni 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 16–16’ (Or. m. S.).

    «Nr. 473 Absolutionsbrief Kg. Maximilians für Vincenz Gamper »

    Spricht Vincenz Gamper aus Winterthur von jeglicher Verantwortung an dem in Konstanz verübten Totschlag an Sebastian Strasser frei. Eine von kgl. Räten durchgeführte Zeugenbefragung hat ergeben, daß Strasser den Beschuldigten zu derselben handlung und tat frevenlicher und mutwilliger weyse geraizt und verursacht hat. Gamper darf aus dieser Tat kein Nachteil entstehen; gegen ihn darf wegen diese Sache weder auf dem Rechtsweg noch in anderer Weise vorgegangen werden. Befiehlt allen Reichsangehörigen die Beachtung dieser Urkunde bei Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes.

    Konstanz, 17. Juni 1507. 
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 52’-53 (Kop.).

    «Nr. 474 Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Memmingen »

    Übersendet eine Supplikation Mark Hirsdorfs gegen Hans von Pienzenau (Bentznaw)1 und dessen Erwiderung darauf.2 Beauftragt sie, beide Parteien vorzuladen und sich um eine Šgütliche Einigung zu bemühen. Falls diese nicht gelingt, sollen sie ihm unter Übersendung eines Gutachtens Bericht erstatten.3 

    Konstanz, 21. Juni 1507.
    Memmingen, StdA, A 1/1, unfol. (Or. m. Siegelrest, Verm. cdrp., Gegenz. Serntein).

    «Nr. 475 Hans d. J. und Eitelhans Halder von Mollenberg an Gf. Ulrich von Montfort-Tettnang »

    Ihnen ging heute ein kgl. Mandat zur Freilassung Hans’ d. Ä. Halder zu. Dem zustellenden Notar gegenüber haben sie gemäß beiliegender Abschrift begründet, warum sie ihren hochbetagten und unzurechnungsfähigen Verwandten festhalten.1 Da sie seiner gfl. Obrigkeit unterstehen, bitten sie ihn, sie gegenüber dem röm. Kg. zu verantworten, damit ihnen aus dem Vorgang keine üble Nachrede entsteht.

    s.l., 2. Juli 1507 (frytag uf unser frowen tag im höwet).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 82–82’, 83’ (Or.).

    «Nr. 476 Achterklärung Kg. Maximilians gegen Karl von Schaumberg und seine Helfer »

    Ihm liegt ein gesiegeltes Zeugnis darüber vor, daß Karl von Schaumberg und seine Helfer Eukarius Keßlinger und Martin Zwick Matthias von Rotenhan [im Jahre 1506] in der Nähe von Bamberg grundlos überfallen und getötet haben und daraufhin vom Zentgericht zu Bamberg als Mörder verurteilt wurden. Die drei genannten Täter, außerdem Jörg, Hans Šund Kilian Renner sowie Jobst Rymer haben überdies dem Sohn des Matthias, dem Lehrer der Rechte Sebastian von Rotenhan, ohne jede Rechtsgrundlage abgesagt und befehden ihn. Sie und ihre Helfer sind deshalb gemäß der Landfriedensordnung als offenkundige Landfriedensbrecher ohne weiteres Verfahren der Acht verfallen.1

    Konstanz, 9. Juli 1507.
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 49’-50 (Auszug).

    «Nr. 477 Supplikation N.N. an Kg. Maximilian »

    Er hat seine Unterkunft in der Küsterei zu Augsburg an Wilhelm Marschall von Pappenheim vermietet. Pappenheim ist mit der Miete erheblich im Rückstand. Er hat Pappenheim mehrmals aufgefordert, die Behausung bis zum 29. September (Michaelis) zu räumen und die Miete nachzuzahlen. Dieser hat sich vernehmen lassen, daß er den Räumungstermin ignorieren werde. Er hat die Unterkunft längst jemand anderem zugesagt. Bittet, Pappenheim zur Bezahlung seiner Miete und zur Räumung zu veranlassen.

    Salzburg, 9. Juli 1507 (freitag nach Udalrici).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 62 (Kop.).

    «Nr. 478 Supplikation Hans Hofwarts von Kirchheim an Kg. Maximilian »

    [1.] Er hat ihm seinerzeit vor Kufstein (Koppenstein)1 eröffnet, daß er das auf dem Erbweg an ihn übergangene Schloß Hohenburg im Wasgau gemäß ksl. und kgl. Urkunden, insbesondere einem von ihm ausgestellten Lehenbrief2, mit einigen Dörfern in der Umgebung Kleeburgs als Reichslehen innehat. Wenngleich es darin heißt, daß es sich um im Amt Kleeburg gelegene Dörfer handelt, so gehören sie doch zur Burg. In Hagenau hat er auf seine Bitte Dr. Fries3 und andere beauftragt, ihn anzuhören und ein Gutachten erstellen. Darin wurden ihm als Inhaber des Schlosses die Einkünfte aus diesen Dörfern zugestanden. Das Gutachten wurde jedoch nicht realisiert. Statt dessen wurden ihm neue Rechtstage zuerst nach Straßburg, dann nach Köln anberaumt4, wo er drei Monate wartete. Seinen Antrag auf Klärung der Angelegenheit durch ein rechtliches Verfahren beschied er, der Kg., mit der Bitte um Geduld: Ich wol das fleisch ußer dem hafen han, vor und ee eß gesotten. Er sagte aber auch zu, sein Eigentum nicht in fremde Hände zu geben, sondern ihm zu Šseinem Recht verhelfen. Darauf wurden neue Rechtstage zuerst nach Straßburg, später nach Konstanz angesetzt. Hier übergab ihm Hans von Landau in Anwesenheit Kaspars Frh. zu Mörsberg einen Bescheid. Laut von Blasius Hölzl unterzeichnetem Mandat sollte Mörsberg gemeinsam mit Räten der Landvogtei im Unterelsaß seinen Rechtsanspruch prüfen und eine Stellungnahme für den Kg. erstellen. Er, Hofwart, hat ihm wiederholt einen rechtlichen Austrag vor dem Rat oder vor dem Lehnsrichter der Reichskammer Hagenau als eigentlich zuständiger Instanz oder alternativ die Verhandlung vor einem Rittergericht vorgeschlagen. Nun wurde er informiert, daß ungeachtet des Konstanzer Bescheids und seines Rechtserbietens Dr. [Jakob] Merswin und andere die Einwohner des Amtes Kleeburg zur Leistung des Untertaneneides gegenüber Pfgf. Alexander von Zweibrücken aufgefordert haben. Dies verletzt seine Rechte. Er ist jedoch damit einverstanden, daß der Kg. den Pfgf. in den Besitz derjenigen Dörfer einsetzt, die nicht in seinem Lehenbrief als Reichslehen ausgewiesen sind oder die er als Lehnsträger des Hst. Straßburg und der Hft. Ochsenstein (Ossenstein) innehat.
    [2.] Der röm. Kg. trägt den Titel eines „Mehrers des Reiches“. Er bittet erneut darum, ihm zu seinem Recht zu verhelfen und die Dörfer Pfgf. Alexander oder einen anderen Partei nicht ohne rechtliche Klärung zu überlassen. Er erwartet, daß er sein Eigentumsrecht schützt und die Lehenbriefe nicht ignoriert. Falls dennoch die von Pfgf. Alexander angestrebte Einsetzung erfolgt, ist er gezwungen, die Angelegenheit vor die Reichsstände und den gemeinen Adel zu bringen.

    s.l., 23. Juli 1507 (fritag nach St. Maria Madelen tag).
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 67–67’, 68’ (Or.).

    «Nr. 479 Stadt Nürnberg an Kg. Maximilian »

    Bestätigen den Empfang eines kgl. Schreibens mit beiliegender Supplikation des kgl. Posauners Jörg Nagel sowie der Brüder Konz (Cuntz) und Hans Franck [aus Nürnberg] wegen ihres Streits mit dem Nürnberger Bürger Erhard Wolf. Dieser hat laut beiliegendem Zettel1 dazu Stellung genommen. Bekunden ihre Bereitschaft, die kgl. Entscheidung in dieser Angelegenheit zu vollziehen. Ihre Vermittlungsbemühungen zwischen den Parteien indessen waren erfolglos.

    Nürnberg, 24. Juli 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 212–212’ (Kop.).

    «Nr. 480 Kg. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Ihr Mitbürger Oswald Weyler hat um seine Hilfe gebeten. Ersucht sie, dessen Strafe aufzuheben.1 

    ŠKonstanz, 27. Juli 1507.
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 97–97’ (Or. m. S.).

    «Nr. 481 Achterklärung Kg. Maximilians gegen Hartwig Eckbrecht von Dürkheim »

    Hartwig Eckbrecht von Dürkheim, genannt Kranz, hat laut glaubwürdigem Bericht ohne Rechtsgrundlage der Stadt Trier abgesagt und geht gewaltsam gegen sie vor. Dadurch sind er und seine Helfer als offenkundige Landfriedensbrecher gemäß der Landfriedensordnung ohne weiteres Verfahren der Reichsacht verfallen.

    Konstanz, 1. August 1507.
    Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 55 (Auszug).

    «Nr. 482 Kommission Kg. Maximilians für Gf. Wolfgang von Fürstenberg und die vorderösterreichische Regierung zu Ensisheim »

    Beauftragt aufgrund einer Supplikation Arnolds von Rotberg und des daraufhin erfolgten Rechtserbietens der Gegenseite Gf. Wolfgang von Fürstenberg (kgl. Hofmarschall, oberster Hauptmann und Landvogt im Elsaß und in der Ortenau) sowie die kgl. Statthalter und Räte zu Ensisheim mit der gütlichen oder rechtlichen Entscheidung seines Streits mit den Gff. von Thierstein wegen der Dörfer Blauen, Metzerlen, Hofstetten und Witterswil.1

    Act. Konstanz, 8. August 1507.
    Solothurn, StA, Urkundensammlung, Aug. 8, 1507 (Auszug aus einer Urkunde der kgl. Statthalter und Räte im Oberelsaß vom 16.12.1512).