Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š9. Weisungen und Berichte »

    9.1. Kurpfalz »

    « Nr. 552 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen (kurpfälzischer Kanzler) und Johann Landschads (Bgf. zu Alzey) an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Hinzuziehung Bf. Lorenz’ von Würzburg zu den Beratungen der Kurpfälzer Gesandten; [2.] Beschwerde Bf. Georgs von Bamberg über Angriffe von kurpfälzischem Territorium aus; Beschwerde Bf. Lorenz’ von Würzburg über den Kurpfälzer Landrichter Balthasar von Seckendorff; [3.] Bemühungen um den Regensburger Bischofsstuhl für Pfgf. Johann; [4.] Bemühungen um die Lösung Heinz Kerlings aus der Reichsacht; [5.] in Konstanz anwesende Reichsfürsten; Reichshilfe als wichtigste Verhandlungsmaterie; Gerüchte bezüglich des Zuges Kg. Ludwigs von Frankreich gegen Genua; [6.] Empfehlung zur Anfertigung von Abschriften für die Verhandlungen über die Landvogteien im Elsaß und Ortenau; [7.] Maßnahmen der Gesandten zur Kostenersparnis.

    [Konstanz], 5. Mai 1507 (mittwuchs nach cantate).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 122–128 (Or., Dorsalverm.: Ret by kgl. Mt., das sie den Bf. von Wurzpurg bruchen. Item den Bf. von Bamberg antreffend. Item etlich brief betreffend zu registrieren. Item myn gn. H., Hg. Johanß, berurn. Item, wes fur Ff. uf dem tag gwest. Item, das sie etlich pferde von ine schicken. Item Hainz Kerlingen antreffend.).

    [1.] Sie haben bereits vor Eintreffen der kfl. Weisung [vom 20.4.; Nr. 61] den Bf. von Würzburg in ihre Beratungen einbezogen. Der Bf. stand ihnen mit Wort und Tat zur Seite. Sie haben ihn dennoch über die Weisung informiert.
    [2.] Der Bf. von Bamberg kam vor wenigen Tagen zu ihm, Landschad, in die Herberge Pfgf. Friedrichs und beschwerte sich in Anwesenheit Adams von Törring (Deringer) darüber, daß seine Feinde ihn von kurpfälzischem Boden aus angriffen. Statt gemäß kgl. Landfrieden ihm zu helfen, würden diese unterstützt. Dies entspreche sicherlich nicht dem Willen Kf. Philipps, doch reiche dies nicht aus. Denn wenn der bfl. Hofmeister oder Marschall gegen seinen Willen etwas gegen die Pfalz unternähmen und er sähe nur untätig zu, so wäre dies auch nicht genug. Er bitte, daß er, Landschad, sich beim Kf. um eine Weisung an seine Amtleute und Untertanen bemühe, weitere Übergriffe gegen das Hst. zu unterbinden bzw. zu unterlassen. Andernfalls sei er zu Gegenmaßnahmen genötigt.
    Ähnliches mußten sie sich vom Bf. von Würzburg in Anwesenheit des kgl. Kanzlers Serntein wegen H. Balthasars1 anhören. Sie versuchten dies wie gegenüber dem Bf. von Bamberg damit zu entschuldigen, daß dies gegen den Willen Kf. Philipps geschehe. Sie erklärten auch, dem Statthalter der Oberpfalz, Ritter Ludwig von Eyb, und anderen Personen entsprechende Weisungen geschickt zu haben. Zweifellos werde der Kf. weitere Schritte unternehmen, um gute Nachbarschaft zu wahren.
    Š[3.] Sie haben bereits vor Eintreffen der kfl. Weisung wegen Pfgf. Johanns [Nr. 63, Pkt. 4] aufgrund eines Berichts Georgs von Wispeck an Pfgf. Friedrich2 mit dem Kg. verhandelt und ein Fürschreiben an Dechant und Kapitel zu Regensburg3 erwirkt, das bereits zugestellt wurde. Auf die kfl. Weisung hin haben sie ein weiteres, nachhaltigeres Fürschreiben erbeten, das sie morgen abschicken wollen. Helfen, sovil sie mogen, und verhoffen, wiewole viel mengel da sin. Wenn die Angelegenheit anders als bisher zielstrebig verfolgt wird, wird Pfgf. Johann im Hochstift bleiben können. Doch sollte man nicht desinteressierte Dritte einschalten, noch darf man jedem vertrauen. Er, der Kf., sollte seinem Sohn möglichst bald eine erfahrene geistliche Person zur Seite stellen, die ihn beraten und bei den Domkapitularen unterstützen kann und auch für Verhandlungen in Rom geeignet ist. Ansonsten könnte schließlich alle Mühe umsonst gewesen sein. Am kgl. Fürschreiben an das Domkapitel und an den Papst wird es nach ihrem eigenen Eindruck und aufgrund der erfolgten Zusagen nicht fehlen. Auf die Fugger aber kann man sich in dieser Angelegenheit nicht verlassen, da eines ihrer Familienmitglieder Dompropst in Regensburg ist4 und vielleicht selbst Ambitionen auf die Bischofswürde verfolgt.
    Š[4.] Der Kg. wird bedrängt, Heinz Kerling5, einen abgesagten Feind Kf. Philipps, aus der Acht zu lösen oder diese wenigstens bis zu einem Verhör vor dem Kg. oder dem Kf. auszusetzen. Auch an sie hat man sich diesbezüglich gewandt. Da sie jedoch nicht gewußt haben, wie der Stand der Dinge ist oder was darüber auf dem [Schwäbischen] Bundestag in Augsburg verhandelt wurde, wollten sie sich in nichts einlassen. Sie erwarten aber, daß es zu einer einstweiligen Aussetzung der Acht kommen wird. Darüber soll auch der Viztum in der Oberpfalz [Ludwig von Eyb] informiert und er oder sie ggf. diesbezüglich instruiert werden.
    [5.] Die Kff. von Mainz und Trier sowie Gesandte der Kff. von Köln und Brandenburg sind angekommen. Man erwartet täglich die drei Hh. [Kf. Friedrich, Hg. Johann und Hg. Georg] aus Sachsen und den Hg. von Württemberg, der bereits hier war, jedoch wieder abgereist ist.6 Von den Ff. sind der Ebf. von Magdeburg, die Bff. von Würzburg, Bamberg, Eichstätt, Augsburg, Konstanz, Chur, Trient und Freising anwesend, außerdem Pfgf. Friedrich, der Hg. von Liegnitz [Hg. Georg von Brieg], Hg. Erich von Braunschweig [-Calenberg], der junge Hg. [Albrecht] von Mecklenburg, Mgf. Kasimir [von Brandenburg-Ansbach] und die Gesandtschaft des Bf. von Speyer. Vertreter der Städte sind nur wenige anwesend. Und wurd am maysten nach gelt gehandelt, doch auch anderer dinge halben, die euwern ftl. Gn. on zweyfel unverhalten bliben werden. Und die sage, wie die zu Jenua dem Kg. von Frankrich etlich tusent Franzosen erschlagen haben sollen, das unser H. Kg. und die sin nit ser erschrecken. Etliche sagen eben den widersin, nemlich dz Jenua erobert sij etc. 
    [6.] Empfehlen, von allen Schriftstücken, die im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Landvogteien voraussichtlich an den Kg. übergeben werden müssen, beglaubigte Abschriften anzufertigen, um für künftige Eventualitäten vorbereitet zu sein. Nach dem ŠVertragsabschluß bliebe dafür möglicherweise keine Zeit mehr oder es könnte Mißtrauen erregen.
    [7.] Da sich die Verhandlungen in die Länge ziehen, schicken sie fünf Pferde und drei Knechte zurück. Jeder von ihnen behält zwei Pferde und zwei Knechte für den Fall bei sich, daß sie dem Kg. nachreisen müssen. Außerdem kommen sie so am kostengünstigsten wieder nach Hause.

    « Nr. 553 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Bestätigen den Empfang der kfl. Weisung [vom 28. April; Nr. 63] und versichern dem Kf. deren Umsetzung. Entschuldigen sich für ihr Schreiben [vom 24. April; Nr. 62] wegen Unklarheiten bezüglich Abweichungen zwischen den im kfl. Rat gefaßten Beschlüssen, ihrer Instruktion und späteren kfl. Weisungen sowie bezüglich der Reichweite ihrer Vollmacht. Sie haben um eine vom Kf. unterzeichnete schriftliche Vollmacht nicht aus Mißtrauen gebeten, sondern für die Verhandlungen und um später gegenüber seinen Erben und Nachfahren sichergestellt zu sein. Die Verhandlungen gestalten sich sehr schwierig. Sie wünschten beinahe, daß jemand anderer damit betraut würde, der diese anders als sie, rascher und ohne große Bedenken abschließen könnte. Sie wollen nicht unnötig disputieren, müssen jedoch darauf hinweisen, daß in ihrer offenen Instruktion [Nr. 58] und jetzt auch in der kfl. Weisung ausdrücklich steht, daß wa wir euern ftl. Gn., iren praelaten, Gff., ritterschaft und andern ein gn. Kg. finden, daß auch alle ungnade absij, euer Gn. und sie von der acht absolviert, darzu wider in die stende und wirden, als dieselb euer ftl. Gn. und sie alwegen geweßen sin vor dem bayerischen krieg, geseczt und gestelt wurden etc., daß wir alßdan etc. In dem wir euern ftl. Gn. und den reten, alß wir danyeden gewesen, mit außdrucktem teutschen und worten zu erkennen geben haben, daß solichs dermaß nit bescheen kunde noch werde, sonder mit dem namhaftigen anhang, daß es dem spruch oder abschied, zu Coln1 geben, unabbrüchlich, noch in dem, daß einer den andern für kgl. Mt. ersuchen oder furnemen solt, schaden bringen oder vergrifflich seyn. Wan die röm. kgl. Mt. (als wir derzijt auch angezeigt) in ansehen, wie sin Mt. verschrieben, verbrieft und ufs hochst verstrickt ist2, vermogs und kunts nit anderst dan mit bemeltem anhang tun. Würden sie nun gemäß Instruktion und Weisung verfahren, würden sie – was ihnen auch täglich versichert wird – nichts erreichen; der ganze Aufwand wäre umsonst gewesen. Sie interpretieren die diesbezügliche Position des Kf. und der Räte deshalb nach wie vor, wie in ihrem letzten Schreiben dargelegt. Bitten, ihnen ihre wohlbegründeten Bedenken nicht zu verübeln.

    [Konstanz], 6. Mai 1507 (dornstags nach cantate).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 109–110’ (Or. Hd. Venningen).

    « ŠNr. 554   Dr. Florenz von Venningen und Hans Landschad an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Bitten um Zehrungsgeld, da die Verhandlungen noch andauern werden. Es muß auch Vorsorge getroffen werden, daß Geld für die kgl. Kanzlei zur Verfügung steht, wenn der Vertrag zustandekommt. Laut der Empfehlung der kfl. Söhne und Räte wäre es gut, dem Kanzler Serntein ein Geldgeschenk von 1000 fl. zukommen zu lassen. Der röm. Kg. ist mit dergleichen Zuwendungen einverstanden, Hg. Albrecht von Bayern hat dem Kanzler vor kurzem durch Kaspar von Winzer 1500 fl. geschenkt. Diese Investition könnte 10 000–20 000 fl. einbringen.

    Konstanz, 6. Mai 1507 (dorstag nach kantate).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 113 (Or.).

    « Nr. 555 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Supplikation an die Reichsstände um Fürbitte bei Kg. Maximilian zugunsten Kf. Philipps; [2.] Interzession der Reichsstände bei Kg. Maximilian, Antwort des Kg.; [3.] Unterredung mit Bf. Lorenz von Würzburg und dem kgl. Kanzler Zyprian von Serntein über die kurpfälzischen Verhandlungsziele; [4.] Verhandlungen der Kurpfälzer Gesandten mit Kg. Maximilian; Vermittlungsverhandlungen Bf. Lorenz’ und Sernteins; [5.] Empfehlung der Gesandten an Kf. Philipp zur Berechnung der von Kg. Maximilian zu übernehmenden Gültzahlungen.

    [Konstanz], 7. Mai 1507 (fritags nach cantate).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 111–112’ (Or. Hd. Venningen), 114–114’ (PS von Schreiberhand).

    [1.] Sie haben für sich selbst erwogen und sind anschließend auch bei Beratungen mit dem Bf. von Würzburg, dem Administrator von Freising [Pfgf. Philipp], Pfgf. Friedrich und Pfgf. Heinrich zu dem Schluß gelangt, daß es ihrer Sache förderlich wäre, die ihm gewogenen Kff. und Ff. um Fürsprache beim Kg. zu ersuchen. Der kgl. Kanzler [Serntein] und Gf. Eitelfriedrich von Zollern signalisierten, daß der Kg. einen solchen Schritt dulden würde. Die von ihnen daraufhin kontaktierten Kff. und Ff. sprachen sich indessen dafür aus, bei allen Kff. und Ff. vorstellig zu werden; sie wollten ihrer Bitte dann gerne willfahren. Insbesondere der Bf. von Würzburg riet zu diesem Schritt. Daraufhin trugen sie am 30. April (nechst verschienem fritag) in Anwesenheit der Söhne Kf. Philipps, des Administrators von Freising [Philipp], Pfgf. Friedrichs und Pfgf. Heinrichs, die aufstanden und zu ihnen traten, den Kff. und Ff. ihr Anliegen vor [Nr. 425]. Deren Antwort ist dem beiliegendem Zettel1 zu entnehmen.

    [2.] Die haben auch danach uf sontag cantate [2.5.] mit röm. kgl. Mt. rede gehapt und unßer gnst. H. von Meynz von sin selbs und der andern aller wegen selbs montlich gepeten. Dwil aber die röm. kgl. Mt. die bit irer Gnn. dergestalt und daß sie dahin lende [= darauf hinauslaufe], dz sin Mt. alle ungnade abstellen, von der acht absolviern Šund in vorigs weßen stellen solt, verstanden, ist inen, denselbigen Kff. und Ff., zu antwort gefallen von kgl. Mt. durch irn selbs mont, daß sin Mt. als röm. Kg. euern Gn. nit ungnedig sij, aber als ein H. zu Osterich were er dem Swebischen Bund zuton und verwant, wolt deßhalben gern bij den bundischen zugutem handeln laßen.

    [3.] Der kgl. Kanzler und der Bf. von Würzburg eröffneten ihnen beiden, daß der Kg. die Fürsprache der Stände wie gehört und nicht anders verstanden habe, sonst hätte er wohl eine andere Antwort gegeben. Auf deren Anfrage legten sie dar, daß es Kf. Philipp und seinen Söhnen am liebsten wäre, ohne Einschränkung restituiert zu werden; falls dies aber nicht möglich sei, müsse man das Verhandlungsergebnis dennoch akzeptieren, um wieder einen gnädigen Kg. zu haben. Hetten es desselbigen halben bij den Kff. und Ff. nit teutschlicher reden wollen. Uf daß uns aber, wie vor oft, zu erkennen geben, unßer H. Kg. kunts nit anderst tun dan mit dem anhang: dem spruch oder abscheid zu Coln2 unschedlich etc. Daß wir alzo pliben und gesagt, wir ließen es mit der kurz by vor gezettelter maynung.
    [4.] Diese Stellungnahme wurde am 3. Mai (montags darnach) auch dem Kg. vorgetragen, der sie, als einem Verhandlungserfolg zuträglich, annahm. Der Kg. akzeptierte auch, daß der Bf. von Würzburg bei den Verhandlungen als Vermittler fungiert, und erteilte diesem eine entsprechende Weisung. Der Bf. lud sie daraufhin für den Morgen des 4. Mai (uf nachgeenden dinstag) zum Morgenmahl ein. Anschließend eröffneten der Bf. und der kgl. Kanzler ihnen ihren Auftrag vom Kg. und legten die ganze Angelegenheit ausführlich dar, ersuchten schließlich um Reduzierung der geforderten Summe und stellten dafür eine gnädige Haltung des Kg. in Aussicht. Sie beide gelangten jedoch zu dem Schluß, daß ein Entgegenkommen bei der Geldforderung eine noch weitergehende Senkung des Betrags nach sich ziehen würde, und beharrten deshalb auf der dem Kanzler vertraulich mitgeteilten Summe. Im übrigen bekundeten sie ihr Vertrauen auf einen gnädigen Kg. Es wurde vereinbart, daß der Kanzler dieses Verhandlungsergebnis dem Kg. mitteilt, der sich derzeit allerdings in Überlingen oder Rottweil aufhält und erst in zehn bis zwölf Tagen zurückerwartet wird. Dies ist der derzeitige Stand der Dinge. Sie sind der Ansicht, daß es jetzt besser ist, abzuwarten und die Kosten für den Aufenthalt hinzunehmen, als durch schnelles Nachgeben 10 000 oder 20 000 fl. zu verschenken.
    [5.] /114/ [PS] Auch, gnst. F. und H., so ist unser handelung bisher by anderm auß ursach, on noit zu melden, fast uf den IIIIM fl. jarlicher gulten zu verfahen gewesen und im selbigen uns zugewagßen, auch unser gutbedunken, wiewole vormals geratschlagt, als unser instructiones melden, das die nit uf Straßburg und daselbs umb, da vom hundert nit wan vier geben, sonder, wie sie e. ftl. Gn. anzaigen wurden, gestelt solten werden, euern ftl. Gn. nutzer zu sin, das man eben dieselbigen, da man vom hundert nit mer dan vier pfligt zu geben, het tun bezeigen wan alwegen vier fl. als dan hundert fl. heuptgeltz; und das dergestalt VIIIM fl. eben als viel so dusent brechten. Das in der hauptsumme unsers dorrechten anschlags by den XVIM fl., wo es uf die bemelte summe IIIIM fl. mocht bracht werden, des wir doch noch zur zeyt gar kein wissen, sonder allein hoffnung haben kunden, uberschlug mer oder mynder ungevarlich, nachdem dan viel Šoder wenig IIII fl. vom hundert und nit funf geben wurden. Achten solchs e. ftl. Gn. gar viel ersprießlicher zu sin, dan das die gulten, so funf vom hundert geben werden, anzaigt wurden. Doch stellen wir solchs zu euern ftl. Gn. wolegefallen. Wo uns aber nit anderer bscheyd vor unserm beschliessen zukompt, werden /114’/ wir dieselb unser ban eins under dem andern funf und vier anzuzeygen zulassen und uß jetzt angeregten beweglichen ursachen vom vorigen ratschlagen und befelch, des ends bescheen, geen.

    « Nr. 556 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Bestätigt den Empfang ihres Berichts vom 5. Mai (mitwochs nach cantate) [Nr. 552]. Sie sollen sich beim Bf. von Würzburg bedanken und weiterhin dessen Rat suchen. Die Zurücksendung der Pferde findet seine Zustimmung.
    [2.] Nürnberg bemüht sich nach den Verhandlungen auf dem Schwäbischen Bundestag in Augsburg beim Kg. um eine Entscheidung. Er wird ihnen die Unterlagen über die Verhandlungen der Kurpfälzer Räte auf dem Bundestag1, sowie sie eingetroffen sind, samt seiner Weisung bezüglich der beim Kg. zu unternehmenden weiteren Schritte zusenden. Bis dahin sollen sie darauf achten, daß die Nürnberger am kgl. Hof nichts erreichen. Ihm wurde berichtet, daß seine Position auf dem Bundestag völlig ausreichend gerechtfertigt wurde.
    [3.] Sie sollen sich zum Bf. von Bamberg verfügen und diesem gegenüber beteuern, daß es nicht seine Absicht ist, dessen Feinde zu unterstützen. Er erinnert im übrigen an den Fall Kunz Arnold, der Überfälle auf pfälzisches Gebiet verübte. Falls der Bf. Beschwerden über das Verhalten der pfälzischen Amtleute hat, soll er ihm dies schreiben mit gutem, ronden teutschen. Er wird nach Feststellung der Fakten sein Mißfallen darüber deutlich machen. Vielleicht handelt es sich auch um Falschmeldungen von Leuten, die Zwietracht zwischen Bamberg und Pfalz säen wollen; davon darf sich der Bf. nicht gegen ihn einnehmen lassen.
    [4.] Trägt ihnen auf, sich bezüglich des Bm. Regensburg beim Kg. entsprechend seiner Anweisungen zu bemühen. Er wird seinem Sohn Johann einen geeigneten Dr. zur Seite stellen und es auch sonst an nichts fehlen lassen.
    [5.] Die vorgeschlagene Vidimierung der Urkunden wird er durchführen lassen.
    [6.] Übersendet ein Schreiben der Stadt Neumarkt2, woraus hervorgeht, daß er Heinz Kerling Verhandlungen bewilligt und dafür freies Geleit gewährt hat. Er wird sie über deren Ausgang informieren. Bis dahin sollen sie dafür sorgen, daß in Konstanz in dieser Angelegenheit nichts weiter unternommen wird.3 

    ŠHeidelberg, 14. Mai 1507 (frytags nach unsers lb. hern uffarts tag).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 129–130 (Kop. mit ergänzenden Kanzleivermerken).

    « Nr. 557 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Absolution und Restitution der kurpfälzischen Anhänger und Gefolgsleute; [2.] Interzession der Reichsstände für Kurpfalz bei Kg. Maximilian; [3.] Billigung der bisherigen Verhandlungen der Kurpfälzer Gesandten in Konstanz; Zusendung eines Verzeichnisses über die von Kg. Maximilian zu übernehmenden, auf der Landvogtei im Elsaß liegenden Renten; [4.] Geschenk für Zyprian von Serntein; [5.] Beschränkung der Verzichtserklärung auf die Landvogtei und die von Kg. Maximilian eroberten Gebiete; [6.] angebliche Absicht Kg. Maximilians zur Einsetzung Pfgf. Friedrichs als Statthalter der Niederlande; [7.] angebliche Absicht Kg. Maximilians zur Übereignung der Ortenau und Hohengeroldsecks an den Bf. von Straßburg.

    Heidelberg, 16. Mai 1507 (sontag exaudi).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 116–121 (Kop. mit ergänzenden Kanzleivermerken).

    [1.] Bestätigt den Empfang ihres Berichts [vom 6. Mai; Nr. 553]. Er will darüber mit ihnen nicht weiter disputieren und spricht ihnen sein Vertrauen aus. Allerdings versteht er die Bedeutung ihres Hinweises auf ihre frühere deutliche Stellungnahme nicht, daß die Absolution der Prälaten, Gff., Hh. und Ritterschaft nicht zu erlangen sei. Denn es wäre inakzeptabel, wenn er von der Acht gelöst würde und sie nicht. Damit würden Prälaten und Adel stillschweigend von ihm getrennt. Er müßte sich den Vorwurf gefallen lassen, daß sie seinetwegen in diese Situation geraten seien und er sie dann im Stich gelassen habe. Doch erscheint der vom Bf. von Würzburg und ihnen gemachte Vorschlag annehmbar, daß ein ihren schriftlichen und mündlichen Weisungen entsprechender Vertrag mit dem Kg. zuständekäme und er – ob wir anders in achtpenen oder -beschwerden sein sollten – sampt unsern verwanten und zugetanen absolvirt wurden stands, wirden und person halben wie vor dem beyerischen krieg. Diese Bestimmung könnte mit angemessenen Worten in den Vertrag aufgenommen werden. Und liessen die wort: wider in vorigen stand wie vor dem krieg, ruwen. Dan solten dieselbigen wort dahin gestreckt werden, das man eynem jden darumb sollt schuldig sein, ir genomen gut widerzugeben, konnen wir wol besorgen, das es dißmals durch uch beschwerlich zu erlangen. Dan es nit in einer hand und doch eins manß werk etc. Aber es ist von uns dermassen gemeint, das ir kgl. Mt. mit der zeit wole mog als röm. Kg. helfen mit gnediger underhandlung, das dan dem abscheid zu Coln [vom 1.8.1505] nit widerwertig; welichem das mit willen nit folgt, wirt seiner zeit die gebuer zu bekomen sich auch schicken. Dan solich nemen oder das genomen der unsern ist nit eynerley gestalt, sonder etwa vil in kgl. anstande, etwavil nach dem abscheid zu Coln erst genomen worden. So ist vor solichem anstand etwavil personen, obwol wir oder unser anhenger in rechtlicher acht gewest, das sich nit findt, das ir genomen, die nit echter gewesen, rechtlich nit echter sein mogen, als jungen Škinden, die noch under iren jaren, witwen, geistlichen personen und dergleichen. In das alles die kgl. Mt. pillich insehens hat und on zwyfel, so sie recht und gruntlich bericht, ir meynung auch sein wurd, zum wenigsten das gestatten, das pillich und recht ist. Mit den kgl. Mandaten und Bestätigungen1 wurde auch Mißbrauch zur Schmälerung des Eigentums von Kg. und Reich getrieben. Dies entsprach zweifellos nicht der Absicht des Kg., der sich mit der Zeit sicherlich darum kümmern wird. Sie sollen seinem Freund, dem Bf. von Würzburg, vertraulich darüber Mitteilung machen und, sofern ihm und ihnen dies ratsam erscheint, auch dem kgl. Kanzler, in der Hoffnung, daß der Kg. nach Kenntnis seiner Meinung und der näheren Umstände keine Bedenken mehr hat, alle seine Parteigänger und Untertanen aus der Acht zu lösen, wenn er den Vertrag mit dem Kg. und dem Haus Österreich schließt. Dies würde auch nicht im Widerspruch zum Kölner Abschied stehen.
    [2.] Er hat aus ihrem Bericht vom 7. Mai (freitags nach cantate) [Nr. 555, Pkt. 2] von der Fürsprache der Kff. und Ff. beim röm. Kg. erfahren und billigt ihr Vorgehen. Er übersendet ihnen einen Kredenzbrief an die versammelten Kff. und Ff. mit der Weisung, diesen zu danken und erneut um eine Fürbitte beim Kg. anzuhalten, ihn und seine Söhne gnädig zu bedenken.
    [3.] Er läßt es bei den im Schreiben der Gesandten berichteten Verhandlungen [Nr. 555, Pkt. 3f.] bleiben, unter der Voraussetzung, daß die Absolution auf ihn selbst wie auch seine Anhänger und Untertanen zu verstehen ist. Dies steht nicht im Widerspruch zum Kölner Abschied. Ermahnt sie, die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen und den Kg. zu einer gnädigen Haltung ihm gegenüber zu bewegen.
    Er billigt ihre Entscheidung, die durch den kgl. Kanzler geforderte Reduzierung der geforderten Summe abzulehnen; er hätte allerdings gern erfahren, wie hoch sie diesen Betrag angesetzt haben. Übersendet aufgrund der Nachschrift zu ihrem Bericht bezüglich der 4000 fl. ein Verzeichnis zur Mitteilung an den Kg., wo und wem diese Gelder verschrieben werden sollen.2 
    [4.] Er ist mit dem von ihnen vorgeschlagenen Geldgeschenk von ca. 1000 fl. für den kgl. Kanzler [Nr. 554] einverstanden. Sie sollen diesen noch einmal ersuchen, sich beim Kg. für einen günstigen Vertragsabschluß einzusetzen. Falls der Vertrag entsprechend den kurpfälzischen Vorstellungen zustandekommt, können sie das Geld selbst aufnehmen, andernfalls sollen sie ihn informieren. Er würde die Zahlung dann binnen eines halben Jahres leisten.
    [5.] Ermahnt sie noch einmal, darauf zu achten, daß sein vertraglicher Verzicht sich lediglich auf die Landvogtei und die vom Kg. eroberten Gebiete erstreckt, nicht auf die Eroberungen der übrigen Kriegsgegner oder die Verluste der kurpfälzischen Prälaten und des Adels. Stellt ihnen anheim, dem Bf. von Würzburg und dem kgl. Kanzler bei Gelegenheit zu eröffnen, daß zu den Kriegsverlusten noch die Notwendigkeit von Verkäufen und Verpfändungen von Schlössern und Ortschaften kommt, was sein Einkommen weiter schmälert. Vielleicht wird der Kg. dies beim Vertragsabschluß berücksichtigen. Er hofft, daß Šmit Hinblick auf seine Situation auch die Kanzleigebühren für den Vertrag nicht zu hoch ausfallen. Sobald er über deren Höhe informiert ist, wird er Mittel und Wege finden, das Geld aufzubringen.3 
    [6.] [PS] Er bittet um Mitteilung, was im Zusammenhang mit der angeblichen Absicht des Kg., seinen Sohn Pfgf. Friedrich als Statthalter der Niederlande einzusetzen, weiter geschehen ist. Falls Friedrich dieses Amt bekommt, will er seinen Sohn Pfgf. Ludwig als Statthalter nach Bayern entsenden. Dadurch könnten hier [in Heidelberg] auch Kosten gespart werden. Falls die Absicht des Kg. bzgl. Pfgf. Friedrichs noch besteht, sollen sie ihn bitten, Pfgf. Ludwig als neuen Vormund [für die Pfgff. Ottheinrich und Philipp] einzusetzen.
    [7.] [PPS] Er hat Nachricht erhalten, daß der Kg. die Ortenau und [Hohen-]Geroldseck an den Bf. von Straßburg übergeben will. Geroldseck gehört nicht zur Ortenau und zählt auch nicht zu den Verlusten im Bayerischen Krieg. Falls die Nachricht zutrifft, sollen sie sich beim Kg. dafür einsetzen, daß dieser mit den bisherigen Verhandlungen unvereinbare Schritt unterbleibt.

    « Nr. 558 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Verzögerung der Verhandlungen über die Landvogteien; [2.] Ausschluß der Kurpfalz vom RT; [3.] Bemühungen Pfgf. Friedrichs um die Unterbindung der Schwäbischen Bundeshilfe für Hg. Albrecht von Bayern; [4.] Überlegungen bezüglich der Übergabe der Pfründen und des Kanonikats Pfgf. Philipps, Administrators von Freising, an einen seiner Brüder; Anregung Bf. Lorenz’ von Würzburg zur Ausstattung Pfgf. Wolfgangs mit Kanonikaten in Würzburg und Augsburg.

    [Konstanz], 16. Mai 1507 (sontags exaudi);  präs. [Heidelberg], 22. Mai 1507 (pfinstabent).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 131–136’ (Or. m. 2. Ss.).

    [1.] Der Stand ihrer Verhandlungen entspricht noch dem ihres letzten Berichts [Nr. 555]. Zwar ist der Kg. am Abend des 15. Mai (gestern samstags) mit seinen Begleitern, darunter Serntein, nach Konstanz zurückgekehrt, doch ist in der kurpfälzischen Angelegenheit entgegen ihren Erwartungen nichts weiter geschehen. Wegen der intensiven Verhandlungen im Streit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich, der eidgenössischen Tagsatzung zu Schaffhausen, der Anwesenheit einer eidgenössischen Gesandtschaft in Konstanz und anderer für den Kg. und die Ff. wohl wichigerer Angelegenheiten steht eine weitere Verzögerung zu befürchten.1 
    Š[2.] Wirt von der Ff. verwanten und botschaften, auch andern geandet und fast beredt, das wir als euer Gn. ret hie sin und doch zu andern nit erfordert noch in des Richs versamelung gesehen sollen werden. Machet euern ftl. Gn. auch nit wenigs geschreyß und rufs, wiewole wir es noch zur zyt uber vielfeltigs anhalten und moglichen ankerten vlyß nit wissen noch haben kunden wenden, mit nit kleiner befrembdung, das euer Gn. mitchurfursten sich des nit auch wyter noch in sonders annemen. [Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung]. 
    [3.] [PS] Pfgf. Friedrich gingen eine Vielzahl von Warnungen zu, daß Hg. Albrecht und seine Verbündeten zu den Waffen greifen würden und daß die Schwäbischen Bundesstände aufgeboten seien, ihre Truppenkontingente am 30. Mai (trinitatis) bei Augsburg zu versammeln.2 Der Pfgf. hat den Kg. mehrmals, zuletzt auch schriftlich gebeten, dies zu verhindern [Nr. 389]. Der Kg. hat daraufhin seinen Räten hier in Konstanz schriftlich befohlen3, die Sache vor die anwesenden Stände zu bringen, um zu beraten, wie ein Krieg im Reich verhindert werden kann. Daneben hat Pfgf. Friedrich die Reichsversammlung ebenfalls um Unterstützung beim Kg. gebeten und sein Anliegen nach vorgetragener Rede auch in schriftlicher Form übergeben [Nr. 390]. Die Stände sagten zu, sein Anliegen beim Kg. zu unterstützen. Gleich anschließend traten die kgl. Räte vor die Stände und informierten sie durch Gf. Eitelfriedrich von Zollern (Zorn) über den ihnen erteilten kgl. Befehl. Die Stände setzten die kgl. Räte über die Beschwerde Pfgf. Friedrichs in Kenntnis und erklärten, daß sie die Sache vor den Kg. hätten bringen wollen. Dies habe sich durch die Vortrag der Räte als unnötig erwiesen; sie wollten dem Kg. jedoch gerne in dieser Angelegenheit raten. Und wiewole vielerley maynung gewesen, einßteyls sich auch groblich horen laßen, doch nach eim bedacht beschlußlich kgl. Mt. geraten worden, das sie erstlich Hg. Albrechten solt gebieten lassen, stiellzusten und kein ufrur zu machen by penen etc., derglich dem Schwebischen Pund auch, und sie bayde Hg. Albrechten herzukomen und die pundischen dorzuzuschicken vermogen etc. Daraufhin gingen entsprechende Mandate [Nrr. 391393] aus. Der Schwäbische Bund willigte nach weiteren Verhandlungen ein, auf die Aufmahnung seiner Mitglieder zu verzichten und zuvor Vermittlungsbemühungen zuzulassen. Man erwartet, daß Hg. Albrecht dem auch zustimmen wird. Der Kg. hat deshalb bereits eine Gesandtschaft zum Hg. abgeordnet. Ihrer Meinung nach wird die Sache gut ausgehen, wenn man für die Verhandlungen gut gerüstet ist, wozu sie ihren Teil beitragen wollen. Wenngleich Pfgf. Friedrich und seine Räte sich nach Kräften bemühen, so ist dennoch zu empfehlen, daß er, Kf. Philipp, weitere geeignete Leute hinzuzieht.
    [4.] [PPS] Erinnern an Überlegungen im kfl. Rat, daß der Administrator von Freising von seinen Pfründen und seinem Kanonikat zugunsten eines seiner Brüder resignieren sollte, womit Pfgf. Philipp auch einverstanden war. Der Plan wurde jedoch wegen der noch ungeklärten Frage, ob man wegen der Übertragung in Rom vorstellig werden muß, nicht umgesetzt. Er, Kf. Philipp, hat sich diesbezüglich in Ladenburg und Speyer informiert und erfahren, daß die für den Administrator ausgestellte päpstliche Bulle maßgeblich ist. Sie haben sich deshalb an den Administrator gewandt, aber noch keine Antwort erhalten. Dieser Šhatte die Entscheidung, welcher seiner Brüder der Nutznießer sein soll, ihm, Kf. Philipp, anheimgestellt. Sie beide empfehlen Pfgf. Heinrich, der bislang am schlechtesten versorgt ist.
    Der Bf. von Würzburg hat ihnen jüngst geraten, Pfgf. Wolfgang in den Besitz der zwei Kanonikate in Würzburg und Augsburg mit jährlichen Einkünften von je 1000 fl. zu bringen. Das Kanonikat in Augsburg sei zwar nicht viel wert, könne aber gegen ein Kanonikat in Bamberg getauscht werden. Man müsse sich indessen beeilen, denn sobald der Administrator [Pfgf. Philipp] das notwendige Alter erreicht habe und konsekriert werde, würden alle Kanonikate und Pfründen verfallen. Sie haben deshalb mit dem Administrator gesprochen und festgestellt, daß er mit dem Plan nach wie vor einverstanden ist. Die päpstliche Bulle schließt nach seiner Aussage lediglich die Mainzer Dompropstei aus und erwähnt die übrigen Kanonikate gar nicht. Er, Kf. Philipp, muß nun überlegen, ob die Übertragung in Rom oder anderswo stattfinden muß und welchen seiner Söhne er bedenken will. Falls er in dieser Sache nichts unternehmen will, so sollte er wenigstens auf die Würzburger Anregung wegen der zwei Pfründe eingehen, ihnen deshalb Weisung erteilen und ihnen ggf. Abschriften der diesbezüglichen Urkunden schicken. Der Administrator hat ihnen auch mitgeteilt, daß er ein Kanonikat in Köln innehabe, wovon er selbst und sie bislang nichts wußten.4 

    « Nr. 559 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Eingang der kfl. Weisung vom 6. Mai; [2.] Absolution und Restitution der kurpfälzischen Anhänger und Gefolgsleute; [3.] Bitte um Zusendung einer Vorlage für den Vertrag mit Kg. Maximilian über die Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg; [4.] mündliche Zusage Kg. Maximilians zu Verhandlungen mit den Exekutoren im Landshuter Erbfolgekrieg über die Restitution Kf. Philipps und seiner Gefolgsleute; [5.] Frage der kurpfälzischen Verluste während des kgl. Waffenstillstands und der Verluste der von der Acht ausgenommenen Personen; [6.] Interzession von Reichsständen für Kurpfalz bei Kg. Maximilian; [7.] Verhandlungen über die Absolution Kf. Philipps von der Reichsacht und über die Höhe der Entschädigungssumme für die Eroberungen Kg. Maximilians im Landshuter Erbfolgekrieg; [8.] Verzeichnis über die auf der Landvogtei im Elsaß liegenden Renten; [9.] Geschenk für den kgl. Kanzler Zyprian von Serntein.

    [Konstanz], 20. Mai 1507 (dornstags nach exaudi); präs. [Heidelberg], 25. Mai (tertia post pentecoste).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 213–216’ (Or., Dorsalverm.: [Zusammenfassung des Berichts]. Item Wurzburg durch ein schrift zu danken. Item Bamberg, und wie Šes in Beyern ubel stee. Nurnberg und stift Regenspurg betreffend. Item Hg. Friderichs gubernatorn. Item Hg. Heynrich. Item Gerolzeck. Item LXX fl. entpfangen.).

    [1.] /213/ Durchleuchtigster, hochgeborner F., euern ftl. Gn. syen unser untertenig, gehorsam, schuldig und willig dinst besonders vlyß zuvor. Gnst. H., euer Gn. widerantwort und schrift [Nr. 557], uns itzt uf unser vorgeendes by Hensel [Zeh]  boten, zukomen, haben wir nach der lenge sampt eingeschlossen zetteln verstanden und lassen das erst auch als (wie wir vor gehort) unnotturftiglich berouwen und versehen uns des und aller gnaden zu euer ftl. Gn.
    [2.] Aber des puncten, betreffend euer ftl. Gn. prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft halber ist on noit, das dieselb euer ftl. Gn. darin so hohe beschwerde machen. Dan es die maynung, das e. ftl. Gn. solt mit solcher oft angeregter clauseln allein von der kgl. acht absolviert und die frommen prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft, die unschuldiglich als verwanten in das spiel kommen, stecken1 in pen der beschwerlichkeyt plyben oder gelassen werden, gar nit, sonder wie e. ftl. Gn. heruß kunden kommen und moglich ist zu erledigen, alzo und zu glicher form die irn auch, es sy glich, were es wol, prelaten, Gff., Hh., ritterschaft, burger oder buwersfolk. So das, wie euer Gn. annemen wollen oder werden, wirt dorzu im selbigen kein sonderung gemacht und im vertrag by euern Gn. irer auch meldung bescheen, aber nit anderst, dan wie e. ftl. Gn. montlich und schriftlich von uns vermerke, das ist mit der clauseln und anhang: unabbruchlich dem kgl. spruch zu Coln etc., wie wir in unserm schriben [Nr. 553] gemelt, das nun zuglich uf e. ftl. Gn. und die obgemelten ir prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft zu versten ist. Welchem es auch dergestalt anzunemen nit gelegen sin will, der mag wole heruß sin und ander /213’/ wege furnemen, wan solchs nit anderst ist dan ein gnade von kgl. Mt., die eim nitwollenden ubel kan zugut kommen.
    [3.] Und wiewole, so es daselbshin kompt, das die rachtungsbriefe sollen ufgericht werden, wir – als viel an uns, auch unsers verstands sind wirdet – untersten, was zu gutem kommen mag, inzubringen, so sehe uns doch nit vor ungut an, e. ftl. Gn. hetten irs gemuts donieden einen begriff ungevarlicher maynung stellen oder zum wenigsten sonst eins alten derglich vertragsbrief copy uns zuschicken lassen. Dan, wie euer Gn. wissen, wir der dinge nit so wole erfarn noch geubt sin, als irer Gn. notturft erfordern mocht. Wo es glich auch nit viel nutzt, als es doch tun mag, so mochts dannoch nit schaden und die brief alsdan euer Gn. willens oder gefallens dest gemesser ufgericht werden.
    [4.] So achten wir by uns, wo sich die kgl. Mt. zu vertrag ergebe, wie sie mit uns dan itz in handelung stet, sin kgl. Mt. werde mit gnediger unterhandlung gegen den kriegsfursten und andern gern raten und verhelfen, das e. ftl. Gn., derglich ir prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft wider zu dem irn komen, sovil moglich, als wir zu mer maln von irer Mt. vernomen haben. Das sich sin Mt. aber deßen verschribe oder derglich in die vertragsbrief setzen laß, besorgen wir, es werde in ansehung, das solchs den vor gegeben briefen widerig, auch siner Mt. ganz verkerlich sin wurde, gar nit bescheen. ŠUnd must man sich der gnadigen vertrostung und zusage zu dem oder des stucks halber /214/ settigen und benugen lassen.
    [5.] Ferner wissen wir auch, wie e. ftl. Gn. schriben, das genommen nit ainer, sonder vielerley gestalt ist etc. Doch gedenken, nit not zu sin, in vertragen einzufuren, wan der abscheyd zu Coln unsers behalts allein uf das, was sich in der vede und krieg begeben, und nit uf das, im anstand und darnoch entwert worden, gestelt. Dorumb so steen dieselbigen fry, werden dorin auch nit begriffen, und besonderlich die nit, so in der acht (sie wern dan außdruckt) nit verstanden noch gemaynt werden, als gaystlich personen, witwen, alle frauen und jung kinder, so ir mundigen noch nit erraicht. Derhalben es nit noit, in die vertregsbriefe zu setzen. Die kgl. Mt. wirdet inen das recht oder billicheyt auch, als wir maynen, nit versperren etc.
    [6.] Wyter der bet, so etlich Kff. und Ff. geton, und danksagung halben uf die credenzen irn Gnn. zu gescheen, wollen wir mit rat unsers gn. H. von Wurzpurgs handeln und, ob noit, ire ftl. Gnn. wyter anzuhangen bitten, ufs geschicklichst immer sin kan.
    [7.] Aber unser handelung, die wir nach der lenge, wie sie sich eben mit den worten begeben, erzelet, stet noch alzo, wie wir in derselbigen und nesten schriften anzeygt haben. Halten darfur, es sy verstentlich gnoug gewesen, es were dan, das e. Gn. der kgl. Mt. wort, nemlich zu dem, das sie es zu besonderm, gnedigem gefallen gehept und gesagt, das es zur sachen dienen mecht etc., zweyfel oder unverstand trugen. Hat es, gnst. H., in einer summe die gestalt, als sich sin Mt. wider den abscheyd /214’/ zu Coln mit e. ftl. Gn. gar keins wegs vertragen kan. Und wie wir doruf zu erkennen geben, wo es nit anders sin moge, musten wir die absolucion wole derselbigen maß, hoc est mit dem anhang: dem colleschen abschied unabbruchlich etc., annemen. Dasselb ist dasgheen, das kgl. Mt. zu gefallen kommen und zu vertrag hat dienen mogen, nit das wir der summen mit siner Mt. eins sien. Ist noch etwas in weyten bergen, sie besten als uf den LM fl. So haben wir laut euer ftl. Gn. offen instruction [Nr. 58] by kgl. Mt. gehandelt, aber in schin grosses, heimlichen vertrauen nachmals uf sin ansuchen dem konigschen canzler, wie es unsers bedunkens ein maynung zu vertrag haben oder gewinnen mecht, ein hohe summe bestimpt. Und wiewole dasselb unser anschlagen fast fergeworfen und kgl. Mt. nit tunlich zu sin geacht worden, so sin wir dannoch uf etwas viel ob hunderttusent fl. e. ftl. Gn. zugut deßmals beharret, aber nit der gestalt, das wir endlich doruf besten und, wo es nit anders sin wolt, nit furter geen wolten, sonder zu einem anfang oder eingang ein gepot als von uns selbs geton, uf maynung, unsern H. Kg. zu verursachen, wider ein gegenbot zu tun und die sume der LM fl. selbs zu pessern. Dornach were unsers bedunkens dester baß e. ftl. Gn. zugut mitteln gewesen. Als wir nun in der unterhandlung unsers gn. H. von Wurzpurgs und des Seratiners vermerkt, das die kgl. Mt. nit wolt /215/ ufstigen noch die bemelt summe der LM in etwas erhohen, da haben wir besorgt, solten wir alzo von uns selbs balde niederer stigen und die summe uf hunderttusent oder viel mynder setzen, sie wurden aber uf der summen LM fl. beharren. Und wan wir glich lang dernoch getaydingt hetten, allerdinge kain XM fl. ufgestigen und alzo vlycht beswerlich uf LXM alsdan zu bringen gewesen weren. Dorumb und kainer ander ursachen wir alzo uf dem furschlag, by dem Seratiner Šin vertruwen bescheen, bestanden und uns desmals e. Gn. zugut nit wyter merken lassen wollen, biß wir sehen, wo sie oder kgl. Mt. hinußdeuten wolten, auch noch nit gestalt aller handelung unterlassen hetten. Das wir aber in unser schriften dieselb summe e. ftl. Gn. nit außdruckt, ist betrachtlich bescheen und der ursach, das wir e. ftl. Gn. mit dem, des wir noch gar kein wyssen noch, wo es hynußwagsen, vertrostung merken, nit in ein fliegende, unbestendige hoffnung setzen haben wollen; alß dan e. ftl. Gn. baß dan wir, wie es in den taydingen zuget, das nach gelegenheyt zu zyten hoch gespant und nyeder bas gedruckt wirdet, wissen tragen. Wir wolten es gern hochdenen und sovil moglich- und geschicklicheyt bruchen, damit wir viel zu huß brechten, so es uns folgen; wo nit, mussen wir biß uf unsern entlichen befelch nemen, was man uns gibt oder erlangen mogen.
    [8.] Wir haben die außzeichnuß der viertusent fl. gulten /215’/ auch entpfangen, die unsers verstands zu Coln oder daselbshin fallen sind. Nun sin dorzu zwey dinge zu ermessen: eins, das unser handelung fast gewesen uf viertusent fl., die euer Gn. auß den fellen der landvogty habe entrichten lassen, das ubel gein Coln sin mag; am andern, das wir wenen, zu Straßburg gebe man sech IIII fl. vom hundert. So die verweysung daselbst beschee, das ubertrug, wo der vertrag uf die IIIIM fl. gulten und nit uf ein nemlich heuptsumme gestelt wurde, ein merklichs und wugßen in der hauptsummen euer Gn. zugut by den XVIM fl. zu, wie wir e. ftl. Gn. nehst eroffnet [Nr. 555, Pkt. 5] . Das ist zu betrachten, wiewole wir es darfur halten, so e. ftl. Gn. maynung ye sy und uf Coln bestan wol, wo man der summe sonst eins wurde und sich die sachen zu vertrag schicken, es werde by kgl. Mt. im selbigen auch nit mangel haben noch erwinden.
    [9.] Der vererung des röm. canzlers halber wollen wir mit rat zu gelegner zyt zum geschicklichsten, wo es unserer achtung die sach fordern und euern ftl. Gn. zugut komen mag, handlung furnemen. Aber hie viel geltz ufzubringen wissen wir nit zu tun. Und so es dahin kompt, das zu der briefe ufrichtung gegriffen sol werden, wollen wir unsern vlyß anwenden und soviel uns moglich inziehen, derglich die ursach, /216/ das euer ftl. Gn. viel flecken verkaufen und verpfenden mussen etc., so es fuglich sin mag, by kgl. Mt., Wurzpurg und andern orten furzutragen, wiewole es vor auch bescheen, nit unterlassen. Datum dornstags nach exaudi Ao. etc. VIIo.
      E. ftl. Gn. untertenige, willige Florenz von Venyngen, Hans Landschade etc.

    « Nr. 560 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Dank Kf. Philipps an Bf. Lorenz von Würzburg, vermutete Initiative Nürnbergs bei Kg. Maximilian wegen des Konflikts mit Kurpfalz, Beschwerde Bf. Georgs von Bamberg über Landfriedensverletzungen vom Kurpfälzer Territorium aus; [2.] Bemühungen Kg. Maximilians um die Kastvogtei des Klosters Schuttern; [3.] Bemühungen um den Regensburger Bischofsstuhl für Pfgf. Johann; [4.] Verhandlungen wegen Heinz Kerlings; Dienstgeldforderung Konrad Hablützels; [5.] angebliche Absicht Kg. Maximilians zur Ernennung Pfgf. Friedrichs zum niederländischen StattŠhalter; [6.] angebliche Absicht Kg. Maximilians zur Übereignung der Ortenau und Hohengeroldsecks an Bf. Wilhelm von Straßburg; [7.] Abreise Pfgf. Heinrichs aus Konstanz.

    [Konstanz], 21. Mai 1507 (frytags nach exaudi).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 140–144, 146 (Or.).

    [1.] Sie haben dem Bf. von Würzburg weisungsgemäß [Nr. 556, Pkt. 1] gedankt, ein eigenhändiges Schreiben des Kf. wäre jedoch besser gewesen. Von den angesprochenen Bemühungen Nürnbergs beim Kg. nach dem Augsburger Bundestag konnten sie nichts bemerken – wie vielleicht von den Nürnbergern beabsichtigt. Sie wollen sich jedoch um Informationen bemühen und erwarten im übrigen die Abschriften der Augsburger Verhandlungsunterlagen. Sie waren heute beim Bf. von Bamberg zum Frühstück eingeladen und haben ihn den auf Bamberg bezüglichen Punkt der kfl. Weisung [Nr. 556, Pkt. 3] selbst lesen lassen. Der Bf. betonte seine Geduld in der Angelegenheit und bat um Maßnahmen des Kf. Auf die Aufforderung hin, seine Beschwerden vorzubringen, legte er diese ausführlich dar. Einige der Vorkommnisse waren ihm, dem Kf., zum Teil bereits bekanntgemacht. Es würde zu lange dauern, alle Fälle zu schildern. Sie werden darüber nach ihrer Heimkehr Bericht erstatten.1 Der Bf. zitierte einen seiner Bauern, daß kein Friede einkehren werde, solange der Viztum [zu Amberg, Ludwig von Eyb], Balthasar von Seckendorff [Landrichter und Pfleger zu Auerbach], Kaspar Erlbeck [Pfleger im Amt Parkstein-Weiden] und Philipp von Feilitzsch [Amtmann zu Stein] in ihren Ämtern blieben. Wie sie beide und andere schon früher geraten haben, ist hier sein baldiges Eingreifen erforderlich, um weiteren Schaden zu verhüten.
    [2.] Der Bf. von Bamberg teilte ihnen außerdem mit, daß der Kg. ihn täglich mit der Bitte behellige, ihn als Ehg. von Österreich mit der Kastvogtei zu Schuttern zu belehnen. Der Abt [Johann von Schuttern] halte sich ebenfalls in Konstanz auf. Auch der H. [Gangolf] von Geroldseck bitte um die Belehnung. Sie sind darüber in Anbetracht der laufenden Verhandlungen mit dem Kg. befremdet, wollen derzeit aber nicht mit dem kgl. Kanzler darüber disputieren, zum einen, um die Verhandlungen nicht zu verzögern, vor allem aber, weil sie Geroldseck im vorgelegten Verzeichnis der eroberten Orte [Nr. 426] nicht angegeben haben und auch von kgl. Seite davon nicht gesprochen wurde. Sie wollen zu gelegener Zeit darüber verhandeln und haben den Bf. gebeten, in dieser Angelegenheit mit Rücksicht auf Kf. Philipp hinhaltend zu agieren.2 
    Š[3.] Bezüglich des Bm. Regensburg können sie derzeit nichts unternehmen. Die kgl. Interzessionsschreiben an das Domkapitel und an den Papst3 wurden bereits an Georg von Wispeck übersandt. Dieser wird auf Weisung Pfgf. Friedrichs alles Notwendige in die Wege leiten. Übersenden beiliegend ein mit dem Rat des Bf. von Würzburg erstelltes Gutachten des Administrators von Freising und Pfgf. Friedrichs.4 
    [4.] Auch in der Angelegenheit Heinz Kerling können sie nichts weiter tun. Dieser hat die Tagsatzung erlangt, die Acht wurde nach ihrem Dafürhalten sistiert. Wegen Konrad Hablützels wollen sie sich bemühen; es wird aber ohne Geld wohl nicht viel zu erreichen sein, da er schon oft mit ähnlichen Zusagen vertröstet wurde.
    [5.] [PS] Hinsichtlich der angeblichen Pläne für die niederländische Statthalterschaft Pfgf. Friedrichs [Nr. 557, Pkt. 6] konnten sie nichts in Erfahrung bringen. Sie halten aber auch nichts davon, solange der Streit über die Aufteilung des niederbayerischen Erbes nicht beigelegt ist. Sie können derzeit aus vielen Gründen nicht dazu raten, daß sich er, der Kf., oder Pfgf. Ludwig unter den gegenwärtigen Umständen weiter als bisher in diese Sache einlassen. Es würde ihm nichts nützen und den beiden jungen Ff. [Ottheinrich und Philipp] schaden.
    [6.] Auch bezüglich der Ortenau und [Hohen-]Geroldsecks haben sie nichts gehört, wollen sich aber weiter erkundigen. Im Falle Geroldsecks ist zu bedenken, daß es nicht in den Händen des Kg. ist, weswegen wohl noch nicht mit ihnen darüber gesprochen wurde. Sie wollen den Punkt auch von ihrer Seite nicht berühren, um gar nicht erst Zweifel daran Šaufkommen zu lassen, daß Geroldseck wieder zurückgegeben muß, da es nicht nicht erobert, sondern bis zum Austrag an einen Treuhänder übergeben wurde.5 
    [7.] Beteuern, daß sie von der gelegenheyt unsers gn. H., Hg. Heinrichs, oder auch das sin ftl. Gn. hinabegeschickt oder hat wellen riten, nichts gewußt oder bemerkt haben. Nachdem Pfgf. Heinrich morgens um 6 Uhr weggeritten ist, hat Adam von Törring (Derringer) sie am Abend informiert, mit der Aufforderung, sich nicht einzumischen. Hätten sie es gewußt, hätten sie ihm Bericht erstattet. Er, Landschad, wird dem Kg. die kfl. Weisung bezüglich des Wildbrets zu gelegener Zeit mitteilen. Bestätigen den Empfang von 70 fl. Zehrungsgeld.

    « Nr. 561 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Pfgf. Philipp, Administrator zu Freising, und Pfgf. Friedrich haben den Bf. von Würzburg und andere gebeten, sich hinsichtlich der Einsetzung Pfgf. Johanns als Administrator im Hst. Regensburg beim Kg. dahingehend zu verwenden, daß dieser seine Prokuratoren und andere Kontaktpersonen in Rom entsprechend dem an den Papst gesandten Fürschreiben instruiere. Der Kg. hat daraufhin einem Kardinal und einem als Prokurator in Rom fungierenden Bf. geschrieben.1 Auch Pfgf. Friedrich hat sie um Unterstützung der kurpfälzischen Gesandten gebeten und mitgeteilt, daß er, Kf. Philipp, das Geld entweder bereits abgeschickt habe oder dies in Kürze tun werde, so daß es daran also nicht fehlen werde. Ihrem Dafürhalten nach werden 6000–7000 fl. benötigt, sonst wird alle Mühe vergeblich sein. Hier [in Konstanz] kann in dieser Angelegenheit nichts weiter unternommen werden. Falls er das Geld nicht aufbringen kann, soll Georg von Wispeck die [Regensburger] Kapitelherren um ein Darlehen oder sonst um die Aufzeigung einer Alternative bitten, damit der angefengt handel nit spotlich ersitzen were.
    [PS] Bitten um 2 fl. Zehrungsgeld für den Boten, einen Diener Pfgf. Friedrichs.

    [Konstanz], 26. Mai 1507 (mittwuchs nach dem hl. pfingsttage) ; präs. [Heidelberg], 31. Mai (secunda post trinitatis).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 154–155 (Or.).

    « Nr. 562 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Beläßt es bei ihrem Bericht in betreff der Absolution der kurpfälzischen Prälaten und Adligen [Nr. 559, Pkt. 2/5].
    [2.] Item der copyen halben, so es zum vertrag komme, uch zu schicken, unsers willens dester baß wissen zu halten etc.: Solchs dunkt uns nit dinstlich sin, als uch selbs Šauch, sunder steet by uch, unserm bevelh nach; und wes uch begegent, darin wißt ir uch wol zu halten. So ist es auch, als ir selbs melden, noch in wyten bergen. Wan es aber zum begryfen und in die feder kombt, so uch dann icht merglichs uber unser instruction und gewalt irrt und uch not ducht, an uns langen zu lassen, habt ir in der yl wol zu tun. Uch soll auch unverzuglich antwort werden. Doch stet es alles by uch, ob es den verzug lyden woll. 
    [3.] Bekundet seine Zustimmung zu ihren Verhandlungen über die Landvogtei. Er hat ihren Bericht bezüglich der 4000 fl. Gülten verstanden. Ihm ist es gleich, ob die Zahlungsverpflichtung auf die Landvogtei oder anderswohin verschrieben wird.
    [4.] Bezüglich des Geschenks für den kgl. Kanzler beläßt er es bei ihrem Schreiben, doch soll man erst etwas geben, wenn die Verhandlungen zu seinem Vorteil abgeschlossen sind.
    [5.] Das von ihnen angeregte eigenhändige Dankschreiben an den Bf. von Würzburg erachtet er für unnötig.
    [6.] Er hat die Unterlagen über die Verhandlungen auf dem Schwäbischen Bundestag in Augsburg noch nicht erhalten. Er wird sie ihnen dann jedoch unverzüglich zusenden, damit sie ggf. mit dem Kg. und anderen verhandeln können.
    [7.] [PS] Was die Übertragung der Pfründe des Administrators von Freising angeht, so hat laut Auskunft Johann Geyers Pfgf. Wolfgang das erforderliche Alter noch nicht erreicht. Geyers Gutachten1 übersendet er ihnen samt dem Entwurf einer Vollmacht (procuratorium), verbunden mit der Weisung an ihn, Venningen, gemeinsam mit dem Bf. von Würzburg weiter in dieser Angelegenheit zu verhandeln.
    [8.] Er hat den Bericht über ihre Unterredung mit dem Bf. von Bamberg erhalten. Er wird dem Viztum [Ludwig von Eyb] einen weiteren strikten Befehl zusenden, die Übeltäter gefangenzusetzen und zu bestrafen.
    [9.] Er wird den Bf. von Bamberg schriftlich ersuchen, ihm die Kastvogtei zu Schuttern nicht zu entziehen. Er ist zuversichtlich, daß der Bf. seiner Bitte willfahren wird. Sie sollen diese Angelegenheit ebenfalls weiterverfolgen.

    Heidelberg, 27. Mai 1507 (dorstag nach dem hl. pfingstag).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 145–145’, 147, 149, 150 (vermutlich Or.).

    « Nr. 563 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Der Bf. von Bamberg hat ihnen mitgeteilt, daß der Kg. erneut wegen der Belehnung mit [Hohen-]Geroldseck – gemeint ist ihres Erachtens die Kastvogtei zu Schuttern – vorstellig Šgeworden sei, so daß er die Sache nicht länger hinauszögern könne. Sie baten den Bf. erneut, den Kg. hinzuhalten. Sie haben sich anschließend mit dem Bf. von Würzburg, Sigmund von Thüngen und Peter von Aufseß darüber beraten, ob sie die Angelegenheit gegenüber dem Kg. oder Serntein zur Sprache bringen sollen. Sie kamen aber zu dem Ergebnis, nichts zu unternehmen, da man voraussichtlich nichts ausrichten werde und nur den Erfolg der Hauptverhandlungen gefährde.

    [Konstanz], 27. Mai 1507 (durnstags nach dem hl. pfinsttag) ; präs. [Heidelberg], 31. Mai (secunda post trinitatis).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 157–157’ (Or.).

    « Nr. 564 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Verzögerung der Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die kurpfälzischen Verluste im Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] Verpfändung der Landvogtei Ortenau an Gf. Wolfgang von Fürstenberg; [3.] Gesandtschaft Kg. Ludwigs von Frankreich auf dem RT; [4.] Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian; Ausschluß der Kurpfalz vom RT.

    [Konstanz], 27. Mai 1507 (dornstaigs nach dem hl. pfingsttage); präs. [Heidelberg], 31. Mai (secunda post trinitatis).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 175–176’ (Or. Hd. Venningen m. 2 Ss., Postverm.: Zu irer Gn. selbs handen. Kanzleiverm. mit Zusammenfassung des Schreibens.).

    [1.] /175/ Jesus, Maria, Anna, Iohannes. Durchleuchtigster, hochgeporner F., euer ftl. Gn. syen unser unterdenig, gehorsam, schuldig und willige dinst ungespartz vlijß zuvorn. Gnst. H., in den sachen, dern halber wir hergeschickt und hie sien, ist bißher nichts besonders noch wyters uber daß, euern ftl. Gn. jungst eroffet [Nr. 559, Pkt. 7] , gehandelt worden, dan allain, als wir nach der Swyzer botschaft abrijten (wie der bescheyd uns geben, so lange gedult zu tragen) vest und onunterwurflich mit etwaß ernst angehalten, haben wir an nesten dinstag [25.5.] spat herußbracht, daß unser gn. H. von Wurzpurg als einem unterdaitigern, deßglichen uns in ein garten gein hof als uf gestern, mittwochs [26.5.], umb drij uren zu kommen, stund und placz benent sint. Als wir nun daselbs erschienen und bijnahe ein stunde uf geheyß des kgl. canzlers gewartet, ist soliche stunde desselbigen tags gein dem abent uf die sibende (auß ursach, daß die kgl. Mt. in irem rate were und nach den vieren uren nachtmal nemen wirde) verruckt. Demnach wir aber abegewichen und zu sieben uren (wie wir beschieden) der ends widerumb kommen und uf acht uren oder lenger verharret, aber nymantz gesehen, der uns furhulfen ader handelung furzunemen einigen befelh hette. Dan soviel unser gn. H. von Wirzpurg H. Sigismunden von Tungen zu uns und H. Peter von Aufseß zu kgl. Mt. canzler, die dinge /175’/ zu erlernen, geschickt, der dan die antwort von im bracht: Es were nun spat und nit wole noch lang zu handeln. Aber unßer gn. H. von Wirzpurg und wir solten uf heut dato zu dryen uren bij kgl. Mt. zu hof sin; der zijt Šwurde gehandelt werden. Dan vor essens mocht es anderer obliegender gescheft halber nit gesin.
    Alzo haben wir es abermalß gutlich darbij bliben laßen, deß gemuts, zur selbigen zyt widerumb da zu sin. Waß uns nun geben, auch wie die handelung furgenommen und sin werde, gewarten, gestimbt, wan man uns wijter alzo mit worten spijßen oder ufhalten wolt, uns alsdan etwas ernstlicher gegen dem kgl. canzler vernemen zu laßen, besonderlich e. ftl. Gn., auch unßern selbs person beswerlicheyt, verdruß und ungelegenheyt anzuzeigen, mit angehengter bit, daß er zu entlicher handelung furderlich verhelfen oder, wo es nit pesser zu erlangen, uns anheym zu rijten erlauben wolt etc. Und werden wir uns, das die zijt und handelung lernen wirt, uns merklich halten.
    [2.] Auch, gnst. H., so hat Gf. Wolf von Furstenberg dieße verwylten tage bij den Kff., Ff. und andern ansuchung getan, die flecken, schlos und stett mit iren zugehorenden, so euer ftl. Gn. geweßen und durch die röm. kgl. Mt. ir abeer- /176/ obert worden, verpfent, zu bestetigen und confirmieren, aber dißmalß antwort entpfangen, nachdem ire ftl. Gnn. und Gnn., auch gonsten dieselbigen vor einmal euern ftl. Gn. bestetigt und confirmiert hetten, wolt iren Gnn. ein ander zu geben oder zu tun bewilligen nit gepurn etc.1 
    [3.] Und als euer ftl. Gn. durch uns nechst geschrieben, welchermaß mit der frangrichschen geschickten botschaft gehandelt und waß bij inen erfunden2, haben wir sijt der zijt vernomen, wie dz auch ein credenz an euer ftl. Gn. gestanden sij und daß dieselb eben erst herußkommen, auch geleßen worden. Ob solichs zugericht oder nit und alzo von ungeschichten bescheen sij, darzu und wie mit der gesandten stugken wyter gehandelt, dieselbigen noch furhanden oder nach fischen anderßwohin den sehe hinabe geschickt sien, kunden wir nit wissen noch erfaren.
    [4.] Die Kff., Ff. und stende deß Hl. Röm. Richs, alsviel wir vermerkt, haben an kgl. Mt. uf gesterig mittwochs [26.5.] irer Mt. beger ain ganz gefellig antwort [Nr. 158] geben oder widerfaren laßen. Und biten sonderlich zufurderst umb ein bestendigen friden im Rich, damit ein yder wiß, wer neben dem andern sicze, auch umb recht gepeten. Und sollen ir etlich, daß euer ftl. Gn. zum tage und diser deß Richs versamelung nit beschrieben syen noch werden, befrembden und hoch bereden. Einß teilß, als die noch bosers /176’/ begern und lyden mochten, laßen sichs gar nit anfechten, und alzo stilswigenlich zu schlißen. Daß haben wir euern ftl. Gn. unterdeniger maynung in der yle nit kunden verhalten. Euer ftl. Gn. sij unßer gnst. H. Datum dornstaigs nach dem hl. pfingsttage [27.5.] Ao. etc VIImo.
      E. ftl. Gn. willige, unterdenige Florenz von Veningen, Hans Lantschade.

    « ŠNr. 565  Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Sie sind am Vortag um drei Uhr gemäß Aufforderung im Dominikanerkloster erschienen. Der Bf. von Würzburg sprach eine Stunde lang allein mit dem Kg., während sie im Vorzimmer warteten. Anschließend teilte der Bf. ihnen auf kgl. Befehl folgendes mit: Der Kg. sei Kf. Philipp wohlgesonnen und würde diesem gern wieder aufhelfen. Seine Gesandten setzten die Forderung indessen zu hoch an. Der Kg. habe jedoch nach dem Zinsmeister [Hans Heinrich Armstorfer] geschickt, der heute eintreffen werde. Er wolle diesen anhören, die Register durchsehen und sich dann entscheiden. Bezüglich der Absolution von der Acht habe der Kg. dem Bf. geantwortet, daß er die den Kriegsfürsten und anderen Beteiligten ausgestellten Verschreibungen1 studieren müsse, um zu erfahren, was er diesbezüglich tun könne. Der Kg. wolle sich gnädig erzeigen.
    Während der Bf. mit dem Stand der Dinge zufrieden ist, mißfällt ihnen die kgl. Antwort und die damit verbundene weitere Verzögerung. Vom kgl. Kanzler bekamen sie schon vor fünf Wochen eine ähnliche Antwort, um sie damit aufzuhalten. Die kgl. Stellungnahme bezüglich der Absolution stellt sogar eine Verschlechterung dar, da bislang lediglich ein Vorbehalt bezüglich der unbeeinträchtigten Fortgeltung des Kölner Abschieds ins Feld geführt wurde, nicht jedoch die kgl. Verschreibungen. Gleichwohl üben sie sich auf Anraten des Bf. in Geduld.

    [Konstanz], 28. Mai 1507 (fritags nach dem hl. pfingsttage).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 151–151’ (Or. Hd. Venningen).

    « Nr. 566 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Der Bf. von Bamberg beklagte sich bei einem gemeinsamen Frühstück darüber, daß ihm – ungeachtet einer Zusage Kf. Philipps gegenüber dem Bf. von Würzburg und Peter von Aufseß – ein vom Domkapitel ausgestellter Pfandbrief bezüglich der Ablösung Vilsecks noch immer nicht ausgehändigt worden sei. Der Bf. bat sie – wie am Vortag auch der Bf. von Würzburg und Aufseß –, dafür Sorge zu tragen, daß die Verschreibung gesucht und ihm zugestellt werde. Empfehlen die Übersendung der Verschreibung an den Bf. Falls sie nicht auffindbar ist, sollte er, der Kf., dies gegenüber den beiden Bff. ausreichend begründen. Dan wiewole sie es nit mit außdruckung melden, so merken wir doch, man mochts darfur haben, das die noch furhanden, aber auß ursach, das sie vlycht euern ftl. Gn. nachteylig und dem stift Bamberg ersprießlich sin kunde, verhalten werde.1  

    [Konstanz], 28. Mai 1507 (frytags nach dem hl. pfingsttage) ; präs. [Heidelberg], 31. Mai (secunda post trinitatis).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 156–156’ (Or.).

    « ŠNr. 567  Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Bestätigt für den 31. Mai den Eingang ihres Berichts [Nr. 561] über die Verhandlungen des Administrators von Freising und Pfgf. Friedrichs mit dem Kg. wegen des Bm. Regensburg. Er hat, anders als sie anklingen ließen, noch kein Geld nach Rom geschickt, da die Angelegenheit bislang noch nicht so weit gediehen und ihm auch noch kein Bericht von den Fuggern oder anderen involvierten Personen über etwaige Vereinbarungen zugegangen ist, sondern lediglich eine Mitteilung, daß man mit möglichst geringen Kosten zum Erfolg kommen wolle. Er hat daraufhin an die Fugger schreiben lassen, zügig weiterzuverhandeln und ihn über die Höhe der geforderten Summe zu informieren; er werde dann das Geld anweisen. Auf deren Antwort wartet er noch, weshalb die von ihnen angeregte Beauftragung Georgs von Wispeck zu Verhandlungen mit dem Domkapitel derzeit unnötig ist.
    [2.] [PS] Hinsichtlich der Mitteilung des Bf. von Bamberg bezüglich [Hohen-]Geroldsecks [Nr. 563] ist er ebenfalls der Meinung, daß die Kastvogtei zu Schuttern gemeint sein muß, denn Schloß und Amt sind nicht sein Eigentum. Befiehlt ihnen, unter Einbeziehung Pfgf. Friedrichs und des Bf. von Würzburg mit dem Bf. von Bamberg zu sprechen und ihm darzulegen, daß er keinesfalls auf dieses Lehen verzichten will. Der Bf. ist dazu nicht befugt, die Kastvogtei wurde auch nicht erobert. Falls die Belehnung eines Dritten bereits erfolgt ist, sollen sie dagegen protestieren.
    [3.] [PPS] Die Urkunden bezüglich Vilsecks [Nr. 566] wurden vergeblich gesucht. Es würde für ihn keinen Vorteil bedeuten, wenn er sie behielte. Befiehlt ihnen, dies den Bff. von Bamberg und Würzburg mitzuteilen.

    Heidelberg, 1. Juni 1507 (dinstags nach trinitatis).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 160, 158, 159 (Konz.).

    « Nr. 568 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Bestätigt den Empfang ihre Berichte. Er stimmt ihrer Einschätzung [Nr. 565] zu, daß sich die Dinge trotz der langen Verhandlungen keineswegs zum Besseren gewendet haben, woran er jedoch nicht ihnen die Schuld gibt. Sie sollen sich gegen den voraussichtlichen Versuch, mittels des Registers des Zinsmeisters [Armstorfer] den Preis zu drücken, zur Wehr setzen.
    [2.] Seine Mit-Kff. wiesen bislang zu Recht das Ansinnen zurück, ihre Einwilligung zur Verpfändung kurpfälzischer Kriegsverluste an Gf. Wolfgang von Fürstenberg zu geben [Nr. 564, Pkt. 2]. Er erwartet, daß sie auf ihrer Ablehnung beharren und nicht etwa unter Verletzung der von ihren Vorgängern ausgestellten Urkunden zu seinem Nachteil Dritte begünstigen. Sie sollen die Kff. darin bestärken.
    [3.] Was die von ihnen berichtete Haltung der Stände zum Ausschluß der Kurpfalz vom RT [Nr. 564, Pkt. 4] angeht: Konden wir nit widerfechten. Sy dem ergeben, deren iglichs nach synem wert zu belonen und strafen hat. Haben wir es verdient, so ist es uns leid.
    Š[4.] In bezug auf die Mitteilung des Bf. wegen der Absolution von der Acht [Nr. 565] erfreut es ihn, daß ihm der Kg. so gnädig gesonnen ist, doch arbeiten ihm in dieser Frage mißgünstige Personen entgegen. Falls sich die Verhandlungen darüber auch verzögern, sollen sie den Kg. um ihre Verabschiedung oder um einen definitiven Bescheid bitten, da er ihren Aufenthalt nicht länger finanzieren kann.
    [5.] [PS] Die Äußerung seiner beiden Söhne, des Administrators von Freising [Philipp] und Pfgf. Friedrichs, bezüglich Regensburgs habe es an Geld keinen Mangel, ist gut gemeint, doch sind seine Mittel tatsächlich knapp. Er will als Vater jedoch tun, was er kann.

    Heidelberg, 2. Juni 1507 (mitwoch nach trinitatis).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 152–153 (vermutlich Or.).

    « Nr. 569 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Teilt ihnen streng vertraulich mit, daß er Nachrichten über den lebensbedrohlichen Gesundheitszustand des Lgf. von Hessen erhalten hat. Es kursieren auch Gerüchte, über genauere Informationen verfügt er bislang aber nicht. Falls etwas daran ist, müssen seine Interessen gewahrt werden. Befiehlt ihnen, auf diesbezügliche Neuigkeiten zu achten. Falls sie vom Tod Lgf. Wilhelms erfahren sollten, sollen sie gemeinsam mit Pfgf. Philipp, Administrator von Freising, und Pfgf. Friedrich den Kg. bitten, ihm die vom Lgf. schon vor längerer Zeit unrechtmäßig angeeigneten pfälzischen Besitzungen ebenso wie Umstadt und andere Eroberungen des Landshuter Erbfolgekrieges zurückzugeben. Sie sollen dem Kg. anbieten, daß man ihm im Gegenzug bei den jetzigen Verhandlungen entgegenkommen werde. Es wäre von großem Nachteil für ihn, wenn die Kriegseroberungen an die Erben des Lgf. fallen sollten. Sie sollen dies auch dem Bf. von Würzburg vertraulich mitteilen und mit ihm wegen Darmstadts1 beraten.
    [2.] [PS] Übersendet zu ihrer Information die angekündigten Unterlagen [Nr. 562, Pkt. 6] des Schwäbischen Bundestages über seinen Konflikt mit Nürnberg für Verhandlungen unter anderem mit dem Kg.

    Heidelberg, 6. Juni 1507 (sontag nach Bonifacii).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 161–162 (vermutlich Or.).

    « Nr. 570 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die pfälzischen Verluste im Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] württembergische Initiative zu einem Ausgleich mit Kurpfalz; [3.] Antwort der kurpfälzischen Gesandten; [4.] Anregung Württembergs zu VerŠmittlungsverhandlungen und Erwägung einer dynastischen Verbindung; [5.] Bewertung der württembergischen Initiative durch die kurpfälzischen Gesandten; [6.] Bewertung des RT; [7.] Festveranstaltung am 30. Juni, Vorbereitungen für Reichsbelehnungen, bevorstehende Abreise des Kg. und der Reichsfürsten; [8.] Empfehlung zu einer baldigen Entscheidung Kf. Philipps insbesondere über die württembergischen Initiative und eine mögliche Vermittlung Kursachsens zwischen Kurpfalz und Nürnberg.

    [Konstanz], 29. Juni 1507 (dinstags St. Peter und Pauls der hl. zwolfboten tag) ; präs. Heidelberg, 3. Juli.
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 179–180’ (Or. Hd. Venningen); ebd., Fürstensachen 217/II, fol. 184–188 (Nachschrift Hd. Venningen).

    [1.] Sie wurden in den letzten acht bis zehn Tagen fünfzehn- bis zwanzigmal vom Kg. selbst, durch den kgl. Kanzler oder durch Paul [von Liechtenstein] vorgeladen und mußten dann jeweils vergeblich warten. Obwohl dafür verschiedentlich triftige Gründe bestanden haben mögen, haben sie sich doch über die Verzögerung beschwert und den Verdacht geäußert, es könnten dafür noch andere als die ihnen zur Kenntnis gebrachten Ursachen verantwortlich sein. Über ihre Geduld wunderte sich auch der Kg. schon. Indessen haben alle Zusagen bisher nichts gebracht, sie werden mit guten Worten abgespeist. Liechtenstein, der für glaubwürdiger gehalten wird als die anderen [kgl. Räte], hat ihnen für heute oder morgen die Fortsetzung der Verhandlungen angekündigt. In Übereinstimmung mit der kfl. Weisung1 haben sie beschlossen, den Kg. in drei oder vier Tagen um ihre Verabschiedung zu bitten, wenn bis dahin keine Fortschritte erkennbar sind, und nach Hause zu reisen, sobald dies die übrigen Angelegenheiten zulassen. Sie haben am Sonntag [27.6.] erfahren, daß der Grund für die Verzögerung darin bestehe, daß man nicht wisse, wann und wie man das Geld, gleich ob 50 000 fl. oder mehr, aufbringen oder worauf man es anweisen könne, da der größte Teil der Eroberungen und der daraus fließenden Einkünfte verkauft oder verpfändet worden sei bzw. Abgaben [an Kg. Maximilian] auch erlassen worden seien. Eine Barzahlung könne der Kg. keinesfalls leisten. Dies wolle man nicht publik werden lassen und schiebe deshalb andere Gründe vor.
    Sie haben inzwischen vorbehaltlich seiner Zustimmung beschlossen, in einen Vertrag einzuwilligen, ungeachtet der Tatsache, daß eine sofortige Zahlung oder ausreichende Versicherung über die Summe nicht möglich ist. Voraussetzungen für einen Abschluß sind ihres Erachtens die Einigung auf eine für beide Seiten akzeptable Summe, die Rückgabe des kfl. Titels an ihn, seine Lösung und die seiner Gefolgsleute aus der vermeintlichen Acht sowie ihre Restituierung – vorbehaltlich des Kölner Abschieds – und die Bezahlung des Geldes in absehbarer Zeit bzw. eine Bürgschaft über die Bezahlung, wie sie im Reich üblich ist. Die Übergabe der Verzichtserklärung, der Pfandbriefe und anderer Urkunden soll allerdings erst dann vor sich gehen, wenn ihm das Geld bezahlt wurde oder regelmäßige Zahlungen aus Einkünften gesichert sind. Falls der Kg. oder seine Erben nicht bezahlen oder die Zahlung nicht sichern können, so hat er doch seinen kfl. Titel zurück, ist aus der Acht gelöst und hält die Verzichtserklärung und alle übrigen Urkunden noch in Händen. Zudem könnte Šer gemäß dem Vertrag Forderungen wegen des erlittenen Schadens und der vorenthaltenen Einkünfte erheben. Dies wäre in jedem Fall besser, als auf einer gesicherten Finanzierung zu bestehen und damit die ebenso mühseligen wie kostspieligen Verhandlungen vielleicht zum Scheitern zu bringen und ohne Titel, dafür jedoch in der Acht zu bleiben. Bitten um diesbezügliche Weisungen.

    [2.] [PS] Bestätigen den Empfang seiner Weisung bezüglich Württembergs.2 Obwohl einige wohlmeinende Personen, die einen Ausgleich zwischen Kurpfalz und Württemberg befürworten, viele Gespräche führten, ist seither nichts Berichtenswertes mehr geschehen. Die Gründe benannte die württembergische Seite gegenüber einem guten Freund: Hg. Ulrich habe sich gegenüber Kurpfalz immer gutwillig und freundlich erzeigt. Die Gründe für sein, überdies vom Kg. befohlenes Vorgehen im Landshuter Erbfolgekrieg hätten auf pfälzischer Seite gelegen. Er habe sich danach mit Kf. Philipp wieder in ein freundliches Einvernehmen setzen und die nötigen Schritte dafür [während des RT] in Köln unternehmen wollen. Dieser habe Hg. Ulrich jedoch abgewiesen, was beim Hg., seinen Räten und den württembergischen Landständen einen gewissen Unwillen erzeugt habe. Doch sei Hg. Ulrich weiterhin zu einem bestimmten Entgegenkommen, wenn auch nicht so weitgehend wie in Köln, bereit gewesen und habe die Vermittlungsbemühungen gemeinsamer Freunde angenommen und seine Räte zu einem anberaumten Tag abgeordnet. Diese Haltung sei jedoch auf pfälzischer Seite nicht erwidert worden; bei den Verhandlungen hätten die Räte Kf. Philipps jede Nachgiebigkeit von seiner Seite mit noch höheren Forderungen beantwortet. Vom Willen zu einem Übereinkommen habe man nichts feststellen können. Der Hg. habe deshalb mit seinen Landständen beraten, wie man sich künftig gegenüber Kurpfalz stellen solle. Auf dem Landtag sei in Anbetracht der kompromißlosen kurpfälzischen Haltung beschlossen worden, anders als bis dahin angeboten, keine Eroberungen zurückzugeben und sich gleichzeitig gegen Kurpfalz abzusichern. Aufgrunddessen seien weitere Verhandlungen und die Rückgabe von Eroberungen schwierig. Dennoch wolle es Hg. Ulrich von seiner Seite an nichts fehlen lassen, sofern er feststelle, daß auf der Gegenseite der ernsthafte Wille zu einem Ausgleich vorhanden sei. Die Rückgabe Neuenstadts und Möckmühls sowie der Besitzungen Gf. Ludwigs von Löwenstein sei durchaus möglich. Weinsberg könne ein Problem werden, es sei denn, die pfälzische Seite wäre mit einer Geldzahlung einverstanden. Eine solche Regelung wäre mit dem Landtagsbeschluß vereinbar. Schließlich habe Hg. Ulrich auch erhebliche Kosten gehabt. Vielleicht eröffneten sich auf einem gütlichen Tag noch andere Auswege, die man jetzt noch nicht sehe. In jedem Fall sei Hg. Ulrich zur Aufnahme von Vermittlungsverhandlungen erst bereit, wenn er die Position der Gegenseite kenne und ihren ernsthaften Willen zu einer vertraglichen Einigung habe feststellen können.
    [3.] Sie haben in ihrer Erwiderung die kurpfälzische Position gerechtfertigt und neben vielen anderen Aspekten, die wiederzugeben hier nicht der Raum ist, den Wunsch nach einem gutnachbarlichen Verhältnis zu Württemberg bekundet, einen Verzicht auf die eroberten Gebiete ohne Gegenleistung jedoch abgelehnt. Sie ersuchten ihre Gesprächspartner, Hg. Ulrich von zu harten Forderungen abzubringen und seine Zustimmung zu einem gütlichen Tag zu erlangen.
    Š[4.] Ihre Gesprächspartner hörten ihre Darlegungen nicht ungern. Diese gaben ihrerseits vertrauliche Äußerungen ihrer Kontaktleute auf württembergischer Seite wieder, daß Hg. Ulrich keine große Neigung habe, die Tochter Hg. Albrechts [Sabine] zu heiraten und man unter der Voraussetzung der Wiederherstellung guter Beziehungen durchaus über eine Eheverbindung zwischen Württemberg und Kurpfalz sowie über eine Einung unter Einbeziehung von Kurmainz und Würzburg sprechen könne. Dies könne die Rückgabe von Eroberungen [Württembergs] an Kurpfalz mit Zustimmung der Landstände erleichtern. – Sie haben daraufhin gebeten, die Bemühungen fortzusetzen.
    [5.] Das kürzliche Eintreffen des württembergischen Kanzlers [Gregor Lamparter] interpretieren sie als Hinweis auf weitere diesbezügliche Beratungen auf württembergischer Seite. Aus hier nicht im einzelnen darzulegenden Gründen halten sie es indessen für unwahrscheinlich, daß es in Konstanz zu einem abschließenden Ergebnis kommt, sondern lediglich ein Termin für einen Vermittlungstag vereinbart werden kann. Es liegt im Interesse beider Seiten, besonders aber Kf. Philipps, daß dieser stattfindet.
    [6.] Dan wir wollen euern ftl. Gn. kainswegs ains, dz uns in hohem vertruwen eroffnet worden, bergen, daß diser deß Hl. Röm. Richs tag der Kff. und Ff. personen halben balde zergee und sin entschaft nemen wirdet und, als viel wir vermerken, on ends oder besonder groß außrichtung, daß auch viel dinge und mit etwas ungeschicklicheyt furgnommen und gehandelt worden, on rat, darzu wider der Kff., Ff. und stenden /186’/ deß Richs willen oder gefallen. Und wiewole ein anlegen gemacht und bewilligt, dorin euer ftl. Gn. wie ein Kf. (als wir bericht) auch begriffen und angelegt sin sol, die sie vlicht dar zu volzihen furhaben mogen, so laßt man sich doch sere bedunken, die anschlage und dz furgnommen wil warden, kunde uber lang oder kurz zu keinem guten ende wagßen. Und wirt der und ander sachen halber ein yder, wer der ehe sie, hie abwychen ader kurz darnach gedenken, wo und wie er bliben moge.
    [7.] Es wirt auch, als die sage, uf morgen, mittwochs [30.6.], die röm. kgl. Mt. ein schiessen und darzu ain trefflich, schons banket halten, darzu dan ydem F., wieviel tisch und essen er haben, ufgelegt, verzeichnet zugeschickt und uf nachgeenden dornstags [1.7.] die lehen vor der statt uf einer wißen mit zugerichtem stul oder tabernakel mit großem bracht etlichen Ff. lyhen und, als man sich versiecht, wir auch in der geheim vernemen, darafter sins blibens nit lenger sin. Hg. Albrecht an nesten fritag [2.7.] oder samßtags [3.7.] abzuryten oder die pferd zu treffen willens. So haben Meynz und Wurzburg, derglich etlich ander in irn stiften und ander sachen außzurichten, konden nit wole pliben. Wollen aber ir ret doch gern hie laßen, zu ferner notturft zu ratschlagen. Dermaß unßerer achtung die uberigen auch tun werden, alzo daß in summa daruf stet, daß uber acht oder X tage ufs lengst nit viel Ff. hie gefunden werden, den nesten heimtrachten und yder, waß er im selbs schuldig und sin aygen sachen und nucz, bedenken.
    [8.] Dies sollte auch er, Kf. Philipp, beizeiten tun. Dan solt euer ftl. Gn. also pliben siczen, der Kg. teuschen /187/ landen den ruck kern und vlicht auch ander zufell zusten oder wagßen, nichtdestweniger der Swabisch Bund besteen und in weßen pliben, darzu die andern euer ftl. Gn. widerwertigen nit etlichermaß zerdrent oder im nach nit abe [nach Italien] gezogen sin werden, waß sorglicheyt und fare euer ftl. Gn. zu besteen Šhett, sampt den sweren obliegenden schulden, auch der boheimschen und ander sachen halben e. ftl. Gn. landen und leuten zuwagßen mocht, haben euer ftl. Gn. selbs wole zu ermeßen. Er sollte sich also bald entscheiden, was er in seinen Angelegenheiten und insbesondere auch in bezug auf Württemberg zu tun gedenkt, damit man vor Abreise der Ff. den Termin für einen Vermittlungstag vereinbaren kann. Sie befürchten, daß Württemberg sich sonst mit den Eidgenossen und anderen einläßt und die jetzige Gelegenheit nicht mehr wiederkehrt. Sie sind wie der Bf. von Würzburg der Meinung, daß keiner seiner Kriegsgegner Kurpfalz mehr nützen oder schaden kann als der Hg. von Württemberg. Die Trennung der Kriegsgegner und die Verhütung künftigen Schadens kann jetzt und hier eher ins Werk gesetzt werden als zu einer anderen Gelegenheit. Falls er noch in Konstanz eine Vermittlung Kf. Friedrichs von Sachsen mit Nürnberg zulassen würde, was er, Landschad, schon vor Jahren vorgeschlagen hat, so bestünde die Möglichkeit, bald zu einer vertraglichen Einigung zu kommen. Sie könnten, sein Einverständnis vorausgesetzt, durch Vermittler den Termin für einen Tag vereinbaren lassen. Der Abschluß eines Vertrages noch in Konstanz ist wohl nicht möglich. Ersuchen ihn, sein eigenes Wohl wie das seiner Söhne, Lande und Untertanen zu bedenken und sie so bald wie möglich über seine Entscheidung zu informieren, ehe die riegel furgeschoben werden und die Gelegenheit vertan ist.

    « Nr. 571 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    Bestätigt für den 3. Juli (samstag) den Eingang ihres Berichts [vom 29.6.; Nr. 570]. Und gefelt uns, wo die kgl. Mt. lut uwers bevelhs uns eyn summa gelt bar zu geben nit stat tun oder eyn summa gelt by den, so wir schuldig sint, verfugen kont, das ir dann, eh man ongehandelt abscheide, lut uwers schrybens handlen und underston, die summa gelts, so uns uf ziel werden soll, uf das hochst zu bringen; dwyl sie uns nit bar werden soll, a und ob die ziel zu weyt gesteckt werden wolten, daruf arbeiten, sovil moglich zu erlangen, das uns mitler zeit solich gelt vergult werd, dwil wir doch die gult, uf der landvogty verschreiben, ußrichten mussen-a, doch das wir kein verzugk- oder ander brief herußgeben dorfen, wir sint dan des, darumb wir vertragen werden, bezalt; und zu aller forderung, als uwer schrift auch meldt, das die kgl. Mt. uns unser titel widergebe und uns zusampt unsern Gff., Hh., ritterschaft und verwandten von der acht absolvire und in vorigen stand stell. Am wichtigsten erachtet er es jedoch, wieder die Gnade des Kg. zu erlangen. Wenngleich die Verhandlungen nach ihrem Bericht ungünstig verlaufen, so würde ein ergebnisloser Abbruch doch bedeuten, daß er die Landvogtei nicht hätte, aber einen ungnädigen Kg.

    Heidelberg, 4. Juli 1507 (sontags nach visitationis Marie).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 93–93’ (Konz.).

    « ŠNr. 572  Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Verhandlungen über einen Ausgleich zwischen Kurpfalz und Württemberg; [2.] Notiz bezüglich des Schlosses Stettenfels; [3.] Anfrage an Kf. Friedrich von Sachsen wegen einer Vermittlung zwischen Kurpfalz und Nürnberg.

    Heidelberg, 5. Juli 1507 (montag nach Ulrici).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 164–165’, 168–168’, 166–166’ (Konz./Or.).

    [1.] Bestätigt den Eingang ihres von Venningen geschriebenen Berichts bezüglich Württembergs [Nr. 570, Pkt. 2–5/8]. Es ist keineswegs so, wie dies ihnen gegenüber behauptet wurde, daß mit unß oder den unsern mit unserm wissen gehandelt oder auch wir unser ret zum handel geendert hätten. Doch will er unnötiges Disputieren vermeiden; dies wäre der Herstellung freundschaftlicher Beziehungen nicht dienlich. Auf die Äußerung, falls er ernsthaft an einem Ausgleich interessiert sei, so werde Hg. Ulrich von Württemberg sich entgegenkommend zeigen, sollen sie antworten, daß er willens sei, in für beide Seiten annehmbarer Weise einen Ausgleich herbeizuführen. So wollen wir und unser soine, unangesehen, was geschehen, unser lyb, lant, lud und gut ime zuseczen und nit allein mit worten, sunder auch mit den werken, und wie solchs uf die best form mit unser beider lantschaften, untertanen und verwanten mag versichert werden. Sie sollen feststellen, ob Hg. Ulrich aufrichtig ist oder nur darauf bedacht ist, seine Position zu erkunden und die Verhandlungen dann im Sande verlaufen zu lassen, wie dies Hg. Albrecht wiederholt getan hat. Sie sind hiermit gewarnt und gehalten, sich nicht zu sehr zu exponieren, bevor nicht die Ernsthaftigkeit der Gegenseite feststeht.
    Sie haben mitgeteilt, daß Hg. Ulrich über die Rückgabe Möckmühls und Neuenstadts sowie der Besitzungen Gf. Ludwigs [von Löwenstein] reden, jedoch Weinsberg behalten wolle, dafür aber zu einer Geldzahlung bereit sei; vor Eintritt in Verhandlungen darüber wolle Württemberg jedoch über die kurpfälzische Position informiert werden und eine Zusage über die feste Absicht zu einer vertraglichen Einigung erhalten. Falls sie den württembergischen Wunsch nach einem Ausgleich für aufrichtig erachten, sollen sie mitteilen, daß er ebenfalls ernsthaft an einem für beide Seiten akzeptablen Ausgleich interessiert ist. Der Hg. soll den kurpfälzischen Adligen die eroberten Besitzungen, soweit er sie noch innehat, zurückgeben, ebenso Weinsberg, Möckmühl und Neuenstadt an ihn, und im Sinne guter Nachbarschaft eine Einung abschließen. Im Gegenzug will er auf Maulbronn und Besigheim verzichten. Falls sich bei den Verhandlungen erweist, daß Hg. Ulrich eine seiner Töchter zur Frau nehmen will, ist der bereit, für die Mitgift auf die 42 000 fl. verzichten, die der Hg. ihm wegen Marbachs schuldet1, und auch das Lehnsverhältnis aufzulösen. Falls Württemberg die Rückgabe Weinsbergs ablehnt, will er, um die Ernsthaftigkeit seines Ausgleichswillens unter Beweis zu stellen, anbieten, daß der Hg., wenn er alle übrigen Punkte, insbesondere die Restitution des Adels und die Rückgabe aller übrigen Eroberungen bis auf Maulbronn und Besigheim, akzeptiert, Weinsberg vorläufig behalten soll. Bei einer künftigen persönŠlichen Zusammenkunft könnten sie sich dann über eine Teilung zur Hälfte einigen. Sollte Württemberg auch dies ausschlagen, wäre wenigstens über eine Geldzahlung zu verhandeln. Falls bei der persönlichen Zusammenkunft keine Einigung über Weinsberg zustandekommt, sollen der württembergische Kanzler [Gregor Lamparter] und Marschall [Konrad Thumb] und sie beide eine verbindliche Vereinbarung aushandeln. In die projektierte Einung sollen auch Kurmainz und Würzburg aufgenommen werden. Auf dieser Grundlage können sie, die Gesandten, mit ihren Verhandlungspartnern einen Termin für einen Tag zum Abschluß der Verhandlungen vereinbaren. Falls die Gegenseite seine Bedingungen für unannehmbar erachten sollte, sind sie zu weiteren Zugeständnissen ermächtigt. Die Wahl, welche seiner Töchter Hg. Ulrich heiraten will, ist ihm freigestellt. Falls der Hg. davon wieder Abstand nimmt, soll dies auch kein Hinderungsgrund sein.
    [2.] [(2) beiliegende Zettel von anderer Hand:] Weist im Zusammenhang mit der Frage der Restitution des Adels darauf hin, daß der württembergische Marschall selbst das Schloß Stettenfels innehat, das dem Vogt von Heidelberg [Zeisolf von Adelsheim] und der noch minderjährigen Tochter seines Bruders [Stefan] gehört.2 Er schlägt vor, das Schloß an die Adelsheim zurückzugeben und den Marschall dafür finanziell zu entschädigen.
    [3.] Weist die Gesandten aufgrund ihres Berichts an, bei Kf. Friedrich von Sachsen die Möglichkeit seiner Einschaltung als Vermittler im Konflikt mit Nürnberg zu sondieren.

    « Nr. 573 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    Der Viztum in Bayern, Ludwig von Eyb, hat ihm schriftlich berichtet, daß der Bf. von Bamberg seinen Untertanen untersagt habe, am Landgericht zu Auerbach zu prozessieren. Befiehlt ihnen, mit dem Bf. unter Hinweis auf das Herkommen über die Aufhebung des Verbots zu verhandeln. Falls dieser geltend macht, daß er das Verbot verhängt habe, weil der dortige Pfleger [Balthasar von Seckendorff] die bfl. Untertanen gerade unter Verletzung des Herkommens bedränge, sollen sie einwenden, daß der Bf. ihm dies billigerweise vor Verhängung des Verbots angezeigt und um Abstellung gebeten haben sollte. Sie sollen auch darauf hinweisen, daß er auf eine Beschwerde Nürnbergs [Nr. 620, Anm. 2] hin den Pfleger bezüglich des Landgerichts zu korrekter Amtsführung ermahnt habe. Befiehlt ihnen Berichterstattung und Rücksendung des Berichts Eybs.

    Heidelberg, 8. Juli 1507 (dorstag nach Ulrici).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 255 (Konz.).

    « Nr. 574 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Verhandlungen über die kurpfälzischen Verluste im Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] Ausgleichsverhandlungen mit Württemberg; [3.] negative Bewertung des RT; [4.] Verhandlungen über die Aufteilung des niederbayerischen Erbes.

    Š[Konstanz], 11. Juli 1507 (sontags vor Margrethe).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 192–193 (Or. Hd. Venningen; auf fol. 184 [!] zu diesem Stück gehörig: 2 Ss., Adresse, Postverm.: Zu siner ftl. Gn. selbs handen, präs. frytags nach Margrete [16.7.]. Vermm.: Der Kg. will bezüglich der Landvogtei eine Geldsumme festsetzen und eine Resolution übergeben. Bezüglich Württembergs besteht Hoffnung auf gütliche Verhandlungen. In der Angelegenheit Pfgf. Friedrichs wurde eine Deklaration übergeben.).

    [1.] Bestätigen den Empfang der durch den Boten Ungerer überbrachten Weisung [Nr. 572] bezüglich der Verhandlungen mit dem Kg., Württemberg und Nürnberg. Beteuern, sich in diesen drei Angelegenheiten nach Kräften bemühen zu wollen. Sie sind bezüglich der ersten beiden Punkte zuversichtlich, nicht ohne Ergebnis heimzukehren. Mit Nürnberg wird man wohl später zu einem Abschluß kommen. Bei den Verhandlungen mit dem Kg. erhielten sie nach vielen Anstrengungen und langem Warten am vergangenen Freitag [9.7.] folgende Antwort: Er sei mit vielen Reichs- und anderen Angelegenheiten beschäftigt, weswegen er sich mit ihrem Anliegen derzeit nicht befassen könne. Wenn sie aber noch einige Tage Geduld hätten, so würden die Verhandlungen wieder fortgesetzt und von ihm nicht weniger als seine eigenen Angelegenheiten betrieben.
    Solche Worte haben sie schon oft gehört, doch da die vom Kg. benannten Materien tatsächlich derzeit abgehandelt werden, haben sie sich bis heute mittag in Geduld geübt. Dann wurden sie auf ihr Drängen zwar vorgeladen, verbrachten jedoch den halben Tag mit vergeblichem Warten, bis der Kg. zum Abendessen ging und eben im oder unter dem essen disen abschied herußgeriessen: Er habe entschieden, noch an diesem Abend eine bestimmte, nicht mehr verhandelbare Summe festzusetzen und seine schriftliche Resolution darüber am Montagmorgen [12.7.] durch den Bf. von Würzburg und Paul von Liechtenstein übergeben zu lassen. Sie könnten dann entscheiden, ob sie das Angebot annehmen wollten oder nicht. – Sie erwarten also noch die kgl. Resolution.
    [2.] Hegen aufgrund der in seiner Weisung deutlich gemachten Position nicht geringe Hoffnungen auf einen Vertragsabschluß mit Württemberg oder wenigstens die Bevollmächtigung des Bf. von Würzburg zu Vermittlungsverhandlungen.
    [3.] Sonst sin die leuf und handelungen selczam und swinde gnoug und dermaß, daß wo der Almechtig sin gotlich gnade nit in sonderheyt erschinen laßen wirdet, zu besorgen, teutsch nacion und dz Röm. Rich balde ein swang nemen und zur abetuer nit eyn kleinen fal tun werde. Sie haben noch mehr erfahren, das aber der Feder nicht anvertraut werden kann. Doch werden der Koler von Lindenfels, Johannes Goldschmidt und der Bote Ungerer einiges mitteilen.
    [4.] [PS] Seit ihrem letzten Bericht wurden in der Angelegenheit Pfgf. Friedrichs als Vormund die Bürgschaften [Nrr. 412415] geleistet und die Kommissare, darunter Kf. Friedrich von Sachsen als Obmann, ernannt. Obwohl Kf. Friedrich, wie sie berichteten1, diese Aufgabe zuerst ablehnte, hat er sie doch auf Drängen des Kg. und Hg. Albrechts [von Bayern] übernommen. Sie erwarten baldige Verhandlungen in Augsburg gemäß dem kgl. Spruch2 und der Deklaration. Sie müssen ihn aber doch auf einen bedenklichen Vorgang Šaufmerksam machen: Pfgf. Friedrich erhielt heute die mit dem großen kgl. Siegel versehene kgl. Deklaration [Nr. 410] ausgehändigt. Der Abgleich mit dem zuvor verlesenen Entwurf [Nr. 410 (C)] ergab allerdings Abweichungen in sechs bis acht Punkten. Mindestens vier Änderungen benachteiligen die beiden jungen Ff. [Ottheinrich und Philipp] in nicht hinzunehmender Weise. Sie umfassen nicht nur wenige Worte, was man verbessern könnte, sondern sind durch Einfügung von zehn bis zwölf Zeilen zustandegekommen, was Grund zu neuem Streit geben wird. Dies und anderes veranlaßt die Ff., noch in Konstanz zu bleiben. Es ist ungewiß, wann man abreisen kann; etliche meinen allerdings, bald.

    « Nr. 575 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    Gf. Johann von Werdenberg übergab ihnen heute beiliegendes kgl. Schreiben1 und wies darauf hin, daß der Kg. ein entsprechendes Begehren auch an andere am Rhein gesessenen Kff. und Ff. gerichtet habe und dies auch bewilligt worden sei. Da dies den Kg. selbst betrifft, halten sie es mit Hinblick auf die laufenden Verhandlungen für ratsam, ihm wie die anderen Ff. zu willfahren. Sie haben Werdenberg geantwortet, daß sie das Schriftstück dem Kf. zusenden würden und dieser das kgl. Anliegen sicherlich nicht zurückweisen werde. Sie machten aber zugleich darauf aufmerksam, daß wiederholt Leute solche Urkunden vorgelegt hätten, ohne daß ein Nutzen für den Kg., sondern nur ein Schaden für den Kf. damit verbunden gewesen wäre. Sie hofften nicht, daß der Kg. dem Kf. zusätzlich zu seinen drückenden Schulden weitere Belastungen aufbürden wolle.
    Werdenberg sagte zu, dies so an den Kg. zu bringen; was er zweifellos auch tun wird. Empfehlen, dem Wunsch des Kg. zu willfahren und ihnen die Zollfreibriefe mit der nächsten Post zu schicken. Sie werden diese aber erst aushändigen, wenn klargestellt ist, daß es sich wirklich um Frachten des Kg. und seiner Tochter [Ehgin. Margarethe] handelt. Er, Kf. Philipp, könnte den Briefen zwar einen Passus über einen entsprechenden Eid der Schiffsleute inserieren, doch erachten sie es für besser, darauf zu verzichten.

    [Konstanz], 11. Juli 1507 (suntags vor Margrethe); präs. Heidelberg, 16. Juli (sexta post Margarete).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 254–254’ (Or. m. 2. Ss.).

    « Nr. 576 Nachschriften zu einem Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [PS] Übersenden ein Schreiben Pfgf. Friedrichs1, worin dieser bittet, ihm für die Taxationsverhandlungen auf dem bevorstehenden Augsburger Tag Hieronymus Friesbach (Fryspach) zur Verfügung zu stellen. Da Pfgf. Friedrich ihrer Meinung nach auf zu wenige rechtsgelehrte Räte zurückgreifen kann, empfehlen sie, seiner Bitte nachzukommen.
    Š[PPS] Ihre frühere Bitte um Geld wurde ignoriert. Sie schulden ihrer Wirtin in Konstanz bis zu diesem Zeitpunkt 38 fl. Bitten erneut, ihnen Geld zu schicken, sie selbst können nichts mehr aufbringen. Die vor kurzem aufgenommenen 40 fl. sind aufgebraucht.
    Sie haben ihm wegen der schweren Erkrankung des Bf. von Bamberg geschrieben und auch ein diesbezügliches Schreiben des Bf. selbst übersandt.2 Sie wissen nicht, ob er darauf geantwortet hat; falls nicht, bitten sie, dies nachzuholen.
    Lassen es bei ihrem Bedenken hinsichtlich Kf. Friedrichs von Sachsen.3 
    [PPPS] [Verhandlungen mit Melchior von Hohenlandenberg über dessen Abrechnung seiner Ausgaben bei dem vergeblichen Versuch, für Kf. Philipp eidgenössische Söldner anzuwerben.].

    [Konstanz], s.d., jedoch wohl 11. Juli 1507; präs. Heidelberg, 16. Juli (sexta post Margarete).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 172, 173, 174–174’ (Or.).

    « Nr. 577 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Negative Wendung der Verhandlungen mit Kg. Maximilian und Württemberg; [2.] Verhandlungen über die Aufteilung des niederbayerischen Erbes; [3.] Scheitern der Ausgleichsverhandlungen mit Württemberg; [4.] Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die kurpfälzischen Verluste im Landshuter Erbfolgekrieg und die gegen Kf. Philipp und seine Anhänger verhängte Acht; Interzession der Reichsstände zugunsten Kf. Philipps; [5.] Verhandlungen über die gegen Kf. Philipp und seine Anhänger verhängte Acht; Abreise Hg. Albrechts von Bayern, bevorstehende Abreise Hg. Georgs von Sachsen; [6.] Bitte um Zehrungsgeld; [7.] bevorstehende Abreise Ebf. Jakobs von Mainz und Bf. Lorenz’ von Würzburg vom RT; [8.] Empfehlung zur Bestellung eines Prokurators am kgl. Hof.

    [Konstanz], 19. Juli 1507 (montags in großer yle umb 12 urn nach Alexii) ; präs. Heidelberg, 23. Juli (fritag nach Marie Magdalene).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 175–178 (Or. Hd. Venningen), 181, 182, 183 (Postskripte von anderer Hd.).

    [1.] Verweisen auf ihren letzten durch den Boten Ungerer überbrachten Bericht über die Verhandlungen in den Angelegenheiten Pfgf. Friedrichs sowie seinen, Kf. Philipps, mit dem röm. Kg., Württemberg, Nürnberg und anderen [Nr. 574, Pkt. 1f.]. Darin haben sie sich teilweise sehr zuversichtlich geäußert. Doch ist die Lage nun völlig verändert, und es steht zu befürchten, daß ihre Anstrengungen vergeblich waren. Wo wir auch euern ftl. Gn. dasselb, und waß ungeschickts, selczams und wilds, auch obetuerlichs uns syt unßerm bemelten nechsten scriben unter augen geschlagen und fürgehalten ist, nach der lenge, und wie es an im selber ergangen, erzelen solten, daß dan in X oder XII bogen bletter nit wole bescheen mocht und die zijt nit geben noch erlyden wil. Euer ftl. Gn. wurden sich Šdeß on zwijfel hoch verwondern, und daß die firmament und sternen in irem weßen blieben, nit zur erden sich naigten. 
    [2.] Dem Kg. mißfielen die in der Angelegenheit Pfgf. Friedrichs vorgenommen Änderungen1, und er rechtfertigte sich, daß sie ohne sein Wissen geschehen seien und im unterscriben verwendt sij worden, daß sie der nottel glichlutende were; und nachmalß in bijsin etlicher Ff. gutlich deßhalben zwischen den taylen gehandelt, aber als die nit folgen wolt, uber und wider der Ff. rat, auch (unßers bedunkens) alle recht und billicheyt gesagt, sin Mt. habs der sachen zugutem geton und demnach declarirt, daß die enderung bliben und in laut irer gehandelt werden solt, daß sie auch als röm. Kg. und obersten gerhaben zu tun gut macht gehapt.
    [3.] Und daß in der einen. In der andern sachen, nemlich Wirtenberg betreffend: Die person ist in irer unterreden und handelung als von ir selbs furgefarn und die dinge so wyt geubt und gebracht, daß sie sich etlicher mittel horen laßen, derhalben wir genzlich gemeynt, die sach solt sich zu vertrag oder onzwyfelich zu einem tag fur unßern gn. H. von Wirzpurg gezogen haben. Aber iczt in drijen tagen und eben balde nach euer ftl. Gn. antwort [Nr. 572, Pkt. 1] , die noch bij uns und nyemantz entdeckt, stumpflich alles und mit ernst gewendt worden. Der wirtenbergisch canzler [Gregor Lamparter] sich auch so ungeschickt uf ein abent horen laßen, daß viel maynten, wole gedrunken hett, aber den morgen, wie die nacht gefolgt, bij andern zu erkennen geben, es solt alles, waß gehandelt, nichts und die furschlege ab sin; man wol gern, wo es euer Gn. begern würde, frund und guter nachpar sin, aber, wie bij der lantschaft beschlossen2, euer ftl. Gn. nit eyn heller widergeben. Künden nit anderst merken, dan daß Hg. Albrecht, Hessen und Nurnberg oder vlicht auch yemantz anders ir list gebrucht und die dinge gewendt haben, zudem daß Judas Scarioth, hoc est der [Anton] Detzel, mit sinem butel auch groblich unterlaufen sin mag, daß ein teil mer wan der Costenzer trang mag zu irer ungeschicklicheyt bewegt haben. Ist deßhalber die handlung und hoffnung bij unßerm gn. H. von Wirzpurg und oftgedachter person erlegen und iczt hie ganz abe, mocht irgen der tage ein wider uf die ban kommen. Darumb sol sich euer ftl. Gn. deß gar nit entseczen auß viel ursachen, zu lang weren, zu beschriben, aber, wilß Got, in unßer ankunft wole mogen vernommen werden.
    [4.] Ungeachtet aller früheren Zusagen bei den Verhandlungen mit dem Kg. eröffnete der kgl. Kanzler [Serntein] schließlich dem Bf. von Würzburg, daß der Kg. es bei den 50 000 fl. bleiben lassen werde3, und teilte diesem vertraulich mit, daß er als Unterhändler befugt sein solle, auch noch etwas dorin zu taydingen. Diesen Abschied wollten sie als den bisherigen Verhandlungen und ihren Weisungen ungemäß nicht annehmen, jedoch in weitere Vermittlungsverhandlungen einwilligen. Vielleicht hätte man sich hinsichtlich der Höhe der Zahlung einigen können, wenn die Absolution von der Acht erreicht worden wäre. Doch auch in diesem Punkt äußerte der Kg., wie sie berichteten4 , zuletzt Bedenken. Der ŠKanzler ließ durchblicken, daß der Kg. eine weitere Fürbitte der Kff. und Ff. akzeptieren werde und bezüglich der Absolution dann um so mehr zu Entgegenkommen veranlaßt sei. Auch etliche wohlmeinende Persönlichkeiten rieten zu diesem Schritt. Sie unternahmen allerdings zuerst nichts, da das damit verbundene Eingeständnis der ergangenen Acht ihm, Kf. Philipp, zum Nachteil, den Kriegsfürsten mit ihren Verbündeten und Parteigängern dagegen zum Vorteil gereicht hätte. Um den Kg. jedoch nicht zu verärgern, baten sie auf den Rat Kf. Friedrichs von Sachsen, des Bf. von Würzburg, des Administrators von Freising, Pfgf. Friedrichs und anderer die Kff. und Ff., den Kg. noch einmal um Aufhebung seiner Ungnade gegen Kf. Philipp zu ersuchen. Dies haben die Kff. und Ff. auch getan, doch unmittelbar darauf sprachen sich Württemberg, Hessen und Nürnberg dagegen aus und erinnerten den Kg. an seine Verschreibungen. Gleichwohl antwortete der Kg., es bestehe keine Ungnade gegen Kf. Philipp; er wünsche als Ehg. von Österreich gern einen Ausgleich mit Kurpfalz und stehe deshalb in täglichen Verhandlungen mit den kurpfälzischen Gesandten. Doch könne er als Kg. nicht die den Kriegsfürsten und ihren Verbündeten und Anhängern ausgestellten Verschreibungen mißachten. Er wolle aber mit diesen darüber verhandeln.
    [5.] Angeblich haben Württemberg und Hessen dem Kg. Verhandlungen bewilligt. Da die Räte allerdings ohnehin keine Vollmacht zu Verhandlungen über die Absolution haben, werden sie beide sich auch in nichts einlassen, es sei denn, es wird ein akzeptabler Vorschlag auf Hintersichbringen gemacht. Wenn sie jedoch jegliche Verhandlungen mit den Kriegsfürsten abschlagen, würde dies den Kg. verärgern und diese Ff. nur noch enger verbinden. Jeder wäre gern aus der Sache heraus; vielleicht sehen die Kriegsfürsten eine günstige Gelegenheit, um die Sache in ihrem Sinne zum Abschluß zu bringen. Den Kg. befinden sie indessen nicht abgeneigt, insofern eine Einigung unter Berücksichtigung seiner Interessen zustandekommt. Haben wir für und wollen ferner handeln, uns auch die absolucion, ob sie glich auß angeregter ursachen nit folgen sol, kondt oder mocht, nit irren noch hindern laßen (wo wir sonst einer redlichen summen eins werden) und ein gn. Kg. euern ftl. Gn. erlangen wurden und mogen, als auch unßer gn. Hh. Wirzpurg, Frysingen und Hg. Friderich, auch die irn sampt uns maynen, in gefallen laßen und geraten haben. Dwil die acht angestelt worden, euer ftl. Gn. in kfl. stand und weßen blieben und zu Coln geseßen5, auch derselbigen euern ftl. Gn. von allen Ff. ir titel geben und noch wirdet, zu dem, daß sie iczt hie als ein Kf. deß Hl. Röm. Richs angeschlagen sin6, es solt euern ftl. Gn. und besunderlich irn nachkommen nit soviel an derselbigen absolucion gelegen sin noch werden, wie wir es danyeden gstalt aller sachen, und wie es derzyt stunde, by euern ftl. Gn. haben helfen bewegen und ratschlagen, besunderlich auch dwil wir vermerkt, daß euern ftl. Gn. nit auß ungnaden nit geschrieben noch der titel geben wirdet, sonder allain darumb, daß, sobalde solichs beschee, daß sin Mt. euern ftl. Gn. schriebe, grüßten oder wirdigten, daß euer ftl. Gn. glich strags nach rechtlicher ordenung der acht erledigt, ganz abe und die absolucion stilswiglich eingefiert were, wie dan hievor durch uns und ander in rats wyße auch ermessen und bedacht worden. Ihres Erachtens ist es deshalb wichtiger, sich vertraglich zu einigen und wieder einen gnädigen Kg. zu haben, als von der Acht gelöst zu werden. ŠDa sie diesbezüglich jedoch anders instruiert sind, wollen sie sich für sechs bis sieben Tage in keine verbindlichen Verhandlungen einlassen, um ihm Zeit für neue Anweisungen zu geben. Bitten nachdrücklich um diese Weisungen, da ihre bisherigen Befehle anders lauten und der allgemeine Aufbruch bevorsteht. Hg. Albrecht [von Bayern] ist bereits am Morgen abgereist, Hg. Georg von Sachsen wird ihm noch heute nachfolgen. Sie selbst hätten schon gestern ihren Abschied genommen, wenn sie nicht aufgehalten worden wären. Kurmainz und Würzburg bereiten ebenfalls ihre Abreise vor. Die übrigen Stände werden dann auch nicht mehr lange hierbleiben.
    [6.] [PS] Bitten um Anweisung von 70 oder 80 fl. Zehrungsgeld, sonst können sie sich nicht aus der Herberge lösen. Sie konnten auf seine letzte Weisung nicht antworten, werden dies aber mit der nächsten Post nachholen.
    [7.] Der Bf. von Würzburg und der Ebf. von Mainz werden spätestens in drei Tagen abreisen und rheinabwärts fahren. Sie haben den Bf. gebeten, ihn, Kf. Philipp, zu besuchen. Der Bf. hat sich nicht sehr gesträubt. Sie sind deshalb der Meinung, daß er kommt, wenn er nach seiner Ankunft in Selz oder Speyer durch ein kfl. Schreiben oder einen Gesandten eingeladen wird. Dies wäre zu seinem, Kf. Philipps, Nutzen. Er kann über alle Verhandlungen detaillierten Bericht erhalten und sich dazu vom Bf. beraten lassen. Da Würzburg mit Mainz reist, wäre zu überlegen, ob er auch den Ebf. einladen soll, um sich von ihm über die Geschehnisse [auf dem RT] informieren zu lassen. Der Ebf. wird dies wohl nicht abschlagen.
    [8.] Empfehlen aus jetzt nicht darzulegenden Gründen, für ein bis zwei Jahre einen Prokurator am kgl. Hof zu bestellen. Bitten um diesbezügliche Weisung.

    « Nr. 578 Weisung Kf. Philipps von der Pfalz an Dr. Florenz von Venningen und Johann Landschad »

    [1.] Er hat ihrem am Vorabend [23.7.] eingegangenen Bericht [Nr. 577] entnommen, daß seine Angelegenheiten eine ungünstige Wendung genommen und sich insbesondere die Verhandlungen mit Württemberg zerschlagen haben. Dies wird sich hoffentlich dereinst wieder zum Besseren wenden. Er will zu keiner Feindschaft Anlaß geben, im Moment sollen sie die Sache auf sich beruhen lassen.1 
    Š[2.] Daß die Verhandlungen mit dem Kg. nicht das gewünschte Ergebnis zeitigten und einige Ff. sowie Anton Tetzel (Judas Schariotis) mit seinem Geld gegen die Fürbitte der Kff. und Ff. agitierten, um die Absolution von der Acht zu hintertreiben, überrascht ihn nicht. Wollte Gott, seine Widersacher hätten ihm sonst keinen Schaden zugefügt. Er gesteht nach wie vor nicht zu, daß er rechtmäßig geächtet war oder ist. Er wurde nie vorgeladen, seines Wissens ging auch kein Urteil gegen ihn aus. Er wünschte, er könnte dies vor einem unparteiischen Richter vertreten. Seine Hoffnung war, das ihm zugefügte Unrecht durch sie beide darlegen zu können. Er ist auch nicht als Parteigänger im Bayerischen Krieg der Acht verfallen. Der Grund für den Krieg wurde dem Kg. zur Entscheidung anheimgestellt, der einen RT nach Köln anberaumte und dort einen Spruch fällte, worin der Krieg, auch Fehde, Acht und alle gegenseitigen Ansprüche für aufgehoben erklärt wurden.2 Die Acht wäre jetzt in jedem Fall ohne Wirkung. Überdies ließ der Kg. es zu, daß er in seinem kfl. Habit neben ihm saß und als Kf. den [Kölner] Reichsabschied mitbesiegelte.3 Aufgrunddessen ist die Absolution als stillschweigend erfolgt und somit die Acht als erloschen anzusehen. Falls er wieder einen gnädigen Kg. haben kann, ist er bereit, mit ihm als Ehg. von Österreich einen Vertrag über 50 000 fl., oder gegebenenfalls mehr, zu schließen. Doch wird er seinen Verzicht erst dann erklären und die Urkunden aushändigen, wenn die Zahlung der Summe garantiert ist. Sie sollen in diesem Sinne auf einen baldigen Vertragsabschluß hinarbeiten. Es bedarf keiner förmlichen Absolution, doch sollen dem Vertrag folgende Worte inseriert werden: Wir setzen auch Pfgf. Philipsen, Kf., sampt seinen undertanen, dienern und verwanten und anhenger wider in ir vorgehepte titel, wird und alle gerechtigkeit, die sie gehept haben und gehapt haben mochten, wo der beyerisch krieg nie entstanden, gar noch ganz nicht ußgescheiden. Dies kann ein gnädiger Kg. für ihn tun, und es könnte ohne großes Aufsehen in der kgl. Kanzlei erledigt werden.
    [3.] [PS] Ihrem Vorschlag, einen ständigen Prokurator am kgl. Hof zu bestellen, stimmt er zu. Da er keine geeignete vertrauenswürdige Person kennt, bittet er um diesbezügliche Vorschläge. Sie sollen mit den in Frage kommenden Räten über deren Vorstellungen wegen eines jährlichen Dienstgelds sprechen.
    [4.] Auf ihre Anregung wegen der rheinabwärts reisenden Ff. [Ebf. von Mainz und Bf. von Würzburg] hin hat er entsprechende Vorkehrungen veranlaßt. Falls sich die beiden Ff. noch in Konstanz aufhalten, sollen sie sie nach Heidelberg einladen.

    Heidelberg, 24. Juli 1507 (St. Jacobs abent des hl. zwolfboten).
    München, HStA, Fürstensachen 963, fol. 185–186’ (vermutlich Or.).

    « Nr. 579 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Einladung an Ebf. Jakob von Mainz und Bf. Lorenz von Würzburg nach Heidelberg; [2.] Scheitern der Ausgleichsverhandlungen mit Württemberg; [3.] Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die kurpfälzischen Verluste im Landshuter ŠErbfolgekrieg; [4.] Forderung Kg. Maximilians nach Bestätigung der Kff. über die Zugehörigkeit der Landvogtei Hagenau zum Haus Österreich; [5.] Bestätigung der Kff. über die Verpfändung der Landvogtei Ortenau an Gf. Wolfgang von Fürstenberg; [6.] Ernennung Kf. Friedrichs von Sachsen zum Reichsstatthalter; [7.] Angelegenheit zwischen Kf. Philipp und Gf. Haug von Montfort.

    [Konstanz], 28. Juli 1507 (mittwochs nach Jacobi apostoli); präs. [Heidelberg], 31. Juli (sambstags nach Jacobi).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 181–183’ (Or. Hd. Venningen m. 2 Ss., Postverm.: Zu sin Gn. selbs handen.).

    [1.] Nehmen Bezug auf ihre Empfehlung [vom 19.7.; Nr. 577, Pkt. 7], Ebf. Jakob von Mainz und Bf. Lorenz von Würzburg nach Heidelberg einzuladen. Der Aufbruch der beiden Ff. hat sich wegen des röm. Kg. verzögert. Dennoch waren sie zwei Stunden vor Eingang der kfl. Weisung [vom 24.7.; Nr. 578, Pkt. 4] zur Einladung an die beiden Ff. bereits abgereist. Sie beide hatten indessen schon zuvor in ihrem eigenen Namen erklärt, daß es ihm eine Freude wäre, sie zu sehen. Die beiden Ff. verwiesen zwar jeweils auf dringende Geschäfte, deuteten aber ihr Einverständnis zu einer Einladung an, wenn sie nicht länger als einen Tag aufgehalten würden. Sie empfehlen noch einmal nachdrücklich, Mainz und Würzburg zu sich nach Heidelberg zu bitten, sie aber – auch aus Gründen der Kostenersparnis – nicht länger als einen Tag aufzuhalten. So werden euer ftl. Gn. an zwyfel mirabundria mundi, mancherly und selczams und wole wunderbarlichs, ainßtails daß uns, wie in unßern vorgeenden schriften vermerkt, unverborgen, aber darneben viel in irer ydes Gnn. herzen noch beschlossen sin mag, euern ftl. Gn. deß wyssenz zu haben zum nucz und gutem, auch vielerlay anrichtung dienend, vernemen und vlicht daßghen, so sie sonst keinem lebenden menschen noch rat, wer der, ob er glich St. Peter (qui prosequitur Cristo) were, eroffenen wurden. Anders als geplant sind die beiden Ff. gestern [27.7.] um 10 Uhr zu Pferde auf dem Landweg abgereist. Es ist nicht sicher, ob sie später auf dem Wasserweg weiterreisen wollen. Der Überbringer dieses Schreibens, Hans Zeh, hat den Auftrag, dies zu erkunden. Nach ihren Informationen werden die beiden Ff. zuerst nach Landenberg ziehen, um dort zu übernachten. Beide Ff., vor allem aber der Bf. von Würzburg, haben sich hier [in Konstanz] in den kurpfälzischen Angelegenheiten so freundlich und rührig erzeigt, daß sie sie nicht genug loben können. Sein persönlicher Dank könnte die Freundschaft noch vergrößern und die beiden Ff. noch bereitwilliger machen.
    [2.] Verweisen auf ihren letzten Bericht bezüglich Württembergs [Nr. 577, Pkt. 3]. Sie haben sein Angebot in der Hoffnung auf eine spätere günstigere Gelegenheit nicht in vollem Umfang eröffnet. Sie wurden davor auch gewarnt. Sie haben zu verstehen gegeben, daß er an einem Ausgleich interessiert sei, aber die besten Besitzungen wegzugeben und dafür wenig zurückzubekommen, sei ihm auch nicht tunlich. Warnen ihn davor, sich in Verhandlungen einzulassen, bevor sie ihm nicht mündlich über Vorgänge berichtet haben, die sie nicht schriftlich mitteilen können. Wan, gnst. F. und H., damit wir euern ftl. Gn. nichts bergen, so ist der handel, Wirtenberg betreffend, schon etlichermaß (wie ser es gebliczt und getonnert) iczt wider gezettelt und zur ban gericht. Und haben war wißen, Šdaß sie gern vertragen, allain daß sie fast angefochten und es zu irem forteil lieber tun wollen.
    [3.] Sie verhandeln weiterhin mit dem Kg. und hoffen, nach der Abreise der RT-Teilnehmer Bescheid zu erhalten; falls nicht, werden sie weiterhin darum anhalten, solange der Kg. noch in Konstanz weilt. Falls dies nicht gelingt und der Kg. vorher abreist, was innerhalb der nächsten sechs Tage erwartet wird, so werden sie nach Hause reiten und ihm nicht weiter folgen. Dies hat auch der Bf. von Würzburg empfohlen. Keinen verbindlichen Bescheid erhalten zu haben, wäre zumindest weniger schädlich, als solten wir irgen mit worten ein ungereumten [Abschied] – als etlichen andern, die sichs nit versehen, bescheen – entpfahen; besonderlich so wir horen, daß die kgl. Mt. iczt nyemantz kein gut wort gebe.
    [4.] [PS] Jesus, Maria, Anna, Iohannes. Auch, gnst. F. und H., so hat die röm. kgl. Mt. am leczten abscheyden der Ff. bestetung uber die lantvogtij Hagnawe bij dem huß Osterich zu pliben begert, aber ir Mt. von den Kff. abgeschlagen worden.
    [5.] Derglich dan kurz darvor Gf. Wolf von Furstenberg auch getan und abermalß der ubergabe Ortenburgs bestetung gebeten, dieselb auch biß in XXIIIIM fl., doch mit angehengten worten und clauseln zu sinen rechten etc., erlangt [Nr. 430].
    [6.] So ist Hg. Friderich von Sachßen in abweßen kgl. Mt. zu einem vicarien im Hl. Röm. Rich verordent, daß Hg. Albrechten von Bayern, deß Gn. sin in hoffnung gestanden, zorn tut und sin großen verdruß entpfangen. Versten, eß sij nit zu abbruch euer ftl. Gn. gerechtickeyt, sonder gestalt aller sachen bescheen. Euer ftl. Gn. nemen sich deß wissentz zu haben nit an. a Wan es, als zu besorgen, ob man glich fuerschießen und mit dem kopf durch die want wolt, nit zu endern, auch nichts offentlichs darwider zu handeln sy, dan mit gutickeyt dahin zu furen, daß brieflich urkund, dz es euern ftl. Gn. nit schaden solt, herußbracht werden, deß wir treuen vlyß haben wollen-a.
    [7.] Die Antwort Gf. Haugs von Montfort auf sein Schreiben und ihren mündlichen Vortrag übersenden sie beiliegend.1  

    «9.2. Kurbrandenburg »

    « Nr. 580 Bericht Dr. Eitelwolfs vom Stein an Kf. Joachim I. von Brandenburg  »

    [1.] Ausfertigung einer kgl. Urkunde für Kf. Joachim von Brandenburg; [2.] Verhandlungen mit Kg. Maximilian wegen eines Konflikts Kurbrandenburgs mit Nürnberg; [3.] Rechtfertigung des Fernbleibens Kf. Joachims vom RT; [4.] Eröffnung der RT-Verhandlungen, Forderung Kg. Maximilians nach einer Reichshilfe; [5.] Reichsgesandtschaft zu den Eidgenossen; [6.] unterbliebene RT-Ladung an den geächteten Kf. Philipp von der Pfalz; [7.] Sessionsstreit zwischen Brandenburg-Ansbach und Braunschweig; [8.] Vorschlag Kg. Maximilians zur Ergänzung der Goldenen Bulle Šum eine Bestimmung über die Session; [9.] Andeutung über wichtige Verhandlungen, Kritik Steins wegen des Fehlens weiterer Kurbrandenburger Räte in Konstanz; [10.] gutes persönliches Verhältnis Steins zu Ebf. Jakob von Mainz, eventuelle Nutzbarkeit für Mgf. Albrecht von Brandenburg; [11.] Einladung an Hg. Bogislaw von Pommern zum RT, dessen angebliche Dienstverpflichtung für Kg. Maximilian; [12.] Bitte um Geld.

    Konstanz, 6. Mai 1507 (Johannis ante portam latinam).
    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Fasz. 2 M, fol. 10–11’ (eh. Or. Die Schrift ist teilweise verblaßt.).

    [1.] /10/ [...]1. Er konnte die Urkunde2 erst gestern [5.5.] erwirken. Er mußte dafür dem Kg. nachreiten. Jakob wird darüber weiter berichten. 
    [2.] Er sprach mit dem Kg. auch über die Nürnberger Angelegenheit. Dieser antwortete, daß er selbst mit den in Konstanz weilenden Nürnberger Gesandten sprechen und, falls er kein für Kf. Joachim akzeptables Ergebnis erreiche, die Angelegenheit diesem wieder anheimstellen wolle. Er, Stein, bittet um Mitteilung, was für ihn annehmbar wäre, damit man zu einem Ergebnis kommt. 
    [3.] Was die Entschuldigung für sein Fernbleiben vom RT angeht, hab ich selbst [?]3  euer hoflugen gebessert. Der Bote Jakob wird darüber berichten. Ist notturftig zu hörn, damit, [falls] an [?]4  e. ftl. Gn. etwas weyter gelangt, der verstand ubereintrug. Dan sein Mt. hart daruf bestanden, e. ftl. Gn. personlichs kommen nit zu vertragen, doch zulest nach vil persuasion sichs begeben.
    [4.] Gnst. H., wie mirs wol vor gewest, hat sich der tag hie mit der handlung erst dinstags nach Marci [27.4.] angehebt. Da hat die kgl. Mt. in der versamlung ein lange red [Nr. 150] getan, des Reichs und sein obligen erzelt. Wolt, e. ftl. Gn. hets gehert. Daraus all stend dermassen bewogen, das mit einmutiger stym seiner kgl. Mt. hulf und rat zugesagt. Und ward von stund ein eylend hulf funfzigtausent fl. begert, domit die Sweizer vom Kg. von Frankreich /10’/ in Lombardy abgezogen wurden.5 Und wiewol dasselbig fur notturftig erkant, dieweyl aber etlich und der nit wenig noch aussen sein, ist solichs bis uf ir zukunft abgeslagen.6 Und wurd, wie man den handl furnymbt, zu darleg[ung] [?]7  leut und gelt laufen. Das mogen sich e. ftl. Gn., wiewol ich weiss, wie unglegen es derselbig ist, begeben, dan hulf und rettung dem Reych nye nöter getan hat. In betrachtung des ist meniglich hie willig.
    [5.] Gnst. H., yetzt wird ein botschaft von allen stenden, so hie versamelt, gen Schafhausen zu den gemeinen Eydgnossen gefertigt, sie zu dem Hl. Reich von dem Kg. von Frankreich zu bewegen. Und sol Thoma Rud und ich von der geistlichen Šund weltlichen Kff. wegen reyten, der tumbrost [F. Adolf von] Anhalt8 und Hans von Emershofen der andern Ff. halb. Got verleich uns den hl. geist. Wan wo nichts von inen erlangt, ist ganz verhanden, den krieg gegen inen furzunemen und sie fur unser Turken zu halten.
    [6.] Gnst. H., der Pfgf. [Kf. Philipp] ist in der acht und wurd zu disem tag nit geruft. Ist mir beswerlich der stymen halb, wie e. ftl. Gn. zu vermerken hat. Nu wil in die kgl. Mt. nit aus der acht lassen, er hab dan verzig getan des, so im Wirtenberg und Hessen, auch sein Mt. abgewunnen.
    [7.] /11/ Zwischen Mgf. Kasimir von Brandenburg und einem Hg. von Braunschweig ist Streit wegen der Session entstanden. Der Kg. neigt dazu, Mgf. Kasimir dazu zu veranlassen, als sein Rat zu stehen; und hat der Hg. session. Seiner Meinung nach agiert der Kg. in allen Dingen zum Nachteil Brandenburgs. Er will in dieser Sache tun, was möglich ist.
    [8.] Gnst. F., kgl. Mt. hat sich horn lassen in der versamlung, er hab das recht exemplar der Gulden Bullen auch in seinem schatzkasten9, die lass er holen und wol daraus des stands halb, was sich ein yetlicher halten sol, mit rat Kff. und Ff. uf disem tag ein declaracion tun. Und ladt [!] sich Brunswig, mit dem ich mich derhalb in disputacion begeben hab, horn, es werd sich daraus ervolgen mussen, wie die vir Hgg., der er einer sey, vor den vir Mgff. gestelt sollen sein.10 Und hab sovil erfarn, das kgl. Mt. auch uf der ban leydt, hof aber ye, ich wol mit den geschickten meins gn. H. Mgf. Friedrich nachteylig handlung verhuten.
    [9.] Gnst. H., das yetzt in hendl vurlauft, wil nit uberland geschriben sein. Es sein wichtig und gross sachen verhanden. Mocht leyden, es wer ein verstendiger, dan ich bin, an meiner stadt oder bey mir. Die Kff. und Ff. haben gar statlich geschickt, yeder ein hat, mit dem er sich bespricht, ich nymands dan miner muter sone, den Eitlwolf.
    Š[10.] /11’/ Gn. H., mein H. von Menz hat mich zu gast gehabt, sich vil gn. willens gegen mir erboten und ein geborne frundschaft zwischen sein Gn. und mir aufgericht. Das gib ich e. ftl. Gn. darum zu versten, ob etwas meinem gn. H., Hg. Albrecht, durch mich zu gutem solt gehandelt werden.
    [11.] Gnst. H., es langt hie glaublich an mich, als ich etlich tag hie gewest, kgl. Mt. hat den Hg. [Bogislaw] von Pomern als ein F. des Reichs hergefordert. Als ich aber zu kgl. Mt. zu Straßburg komen, hab ich erfarn, das im uf ein zusag, die er etwan kgl. Mt. zu dinen getan, geschriben, doch mag e. ftl. Gn. auch des erfarung tun.
    [12.] Gn. H., das lest und notturftigst ist umb gelt, das wil mir abgen und der tag lenger, dan es e. ftl. Gn. und ich auch gern sehen, weren. Es ist nymands hie, der do trost, vor Barthelomei [24.8.] wegzukommen. Bit, euer ftl. Gn. wol bedenken, was e. Gn. selbs daran gelegen, und mich furderlich mit weyter zerung versehen. Ich verzer vil und leb Got weiss ubel; es beswert mich muhe und arbeyt nit sovil als die geswind zerung. So kans ye nit anders sein. Hiemit bevelch ich mich e. ftl. Gn. als meinem H. Datum Costenz, Johannis ante portam latinam Ao. etc. septimo.
      E. ftl. Gn. ganz gehorsamer Eytlwolf vom Stain, ritter etc.

    «9.3. Salzburg »

    « Nr. 581 Weisung Ebf. Leonhards von Salzburg an Andreas von Trauttmansdorff (Domherr zu Salzburg und ebfl. Rat) »

    Er hat ihm bei seinem Abschied befohlen, dem Kg. in seinem Namen für eine entsprechende Urkunde hinsichtlich der Ablösung der Hft. Wildeneck [über die Kaufsumme von 12 000 fl. hinaus] weitere 1000–2000 fl.rh. anzubieten.1 Inzwischen haben auf kgl. Befehl der oberste Hauptmann [Wolfgang von Polheim] und das Regiment zu Linz den Abt [Wolfgang Haberl] von Mondsee [für den 2. Mai] zum obderennsischen Landtag geladen. Er hat ihm aber die Teilnahme am Landtag untersagt – wie dies aus den beiliegenden Abschriften2 hervorgeht. Falls er beim Kg. noch nicht die Abstellung der Salzburger Beschwerden gemäß seiner Weisung erreicht und auch noch kein Schriftstück über die Wahrung seiner obrigkeitlichen Rechte in der Hft. Wildeneck und dem Kloster Mondsee erhalten hat, ist er angesichts des geschilderten Vorgehens nicht mehr bereit, die 1000–2000 fl. zu bezahlen, es sei denn, der Kg. erklärt verbindlich, daß er die mit dem Kauf erworbenen obrigkeitlichen Rechte respektieren wird. Er wird laut beiliegender Kopie an Paul von Liechtenstein schreiben, damit dieser ihn bei den Verhandlungen unterstützt.3 Er soll sich auch mit Liechtenstein Šberaten. Weist ihn an, ihn über die Ergebnisse seiner Bemühungen zu informieren, und versichert ihn seiner Dankbarkeit.
    [PS] Falls Paul [von Liechtenstein] sich nicht am kgl. Hof aufhält, soll er dennoch mit dem Kg. verhandeln und eine andere vertrauenswürdige Person hinzuziehen.

    Gmünd, 25. Mai 1507 (eritag in den pfingstfeyern) ; präs. Konstanz, 5. Juni (nachts).
    Salzburg, LA, GA IV, Nr. 3, unfol. (Or.).

    « Nr. 582 Weisung Ebf. Leonhards von Salzburg an Andreas von Trauttmansdorff »

    [1.] Bestätigt den Empfang seines Schreibens1 wegen der Priesterschaft im Fm. Steiermark und bekundet seine Zustimmung zu seinen Überlegungen in bezug auf Goldacker2. Sollte die Priesterschaft die Befreiung nicht erhalten und das bewußte Schriftstück nicht gemäß seiner Instruktion ausgehen, wäre dies – wie er selbst ermessen kann – problematisch. Denn Goldacker könnte dennoch seine Forderung wegen der 100 fl. erheben. Dies soll er verhindern.
    [2.] Übersendet ihm die Abschrift eines Ausschreibens3  (generals), das das unbillige Vorgehen der Landstände dokumentiert. Er soll es nach seinem Gutdünken verwenden. Er weiß, welche anhaltend nachteiligen Folgen ihm, dem Ebf., dem Erzstift und der Kirchenprovinz entstehen würden und daß man eine Strafe durch den Hl. Stuhl zu gewärtigen hätte, würde er sich gegen die Gebote Gottes sowie die Vorschriften der Kirchenväter und der Konzilien bezüglich der Zehnten, die göttlichen Rechts sind, in der geforderten Weise einlassen. Diesen Aspekt soll er nach seinem eigenen Ermessen geltend machen.
    [3.] [PS] Teilt mit, daß ihm das in Abschrift beiliegende Ausschreiben des Hauptmannes [Wolfgang von Polheim] und der Regenten Niederösterreichs samt einem Schreiben des Kg. wegen des Abts von Mondsee zugegangen ist.4 Er soll den röm. Kg. gemäß den ihm zuvor gegebenen Anweisungen darauf aufmerksam machen, daß dieser ihm und dem Erzstift die Hft. einschließlich der Vogtei über das Kloster mit allem Zubehör, wie dies Hg. Georg [von Niederbayern] innehatte, verkauft hat. Er ist auch einverstanden, daß der Abt für das in der Hft. Wildeneck gelegene Klostergut Leistungen für die Mgft. ob der Enns erbringt. Er ist zuversichtlich, daß es nicht in der Absicht des Kg. liegt, dem Erzstift unter Mißachtung des Kaufvertrags etwas zu entziehen oder dies jemandem zu gestatten. Vielmehr soll der Kg. Šdafür Sorge tragen, daß das Erzstift nicht ohne rechtliche Klärung in seinen mit dem Kauf erworbenen Rechten geschmälert wird.

    Gmünd, 5. Juli 1507 (montag nach St. Ulrichstag) ; präs. Konstanz, 20. Juli (17.00 Uhr).
    Salzburg, LA, GA IV, Nr. 3, unfol. (Or. m. S.).

    « Nr. 583 Weisung Ebf. Leonhards von Salzburg an Andreas von Trauttmansdorff  »

    Er hatte sich wegen des Streits um die Hftt. Kropfsberg und Itter sowie wegen des unrechtmäßigen Holzeinschlags im Stiftswald an der Gerlos im Zillertal an den röm. Kg. gewandt. Aufgrund der im kgl. Namen durch Paul von Liechtenstein erteilten Antwort richtete er ein schriftliches Ersuchen an das Innsbrucker Regiment1, das ihn gemäß beiliegender Abschrift2 beschied. Offenkundig soll die Sache verzögert werden. Der unrechtmäßige Holzeinschlag geht weiter und die erbetene Kommission wird nicht bewilligt. Befiehlt ihm, nach Vorlage seines Kredenzbriefs3 gemäß beiliegender Supplikation (instruction) [Nr. 435] beim röm. Kg. und bei Liechtenstein4 um Bewilligung einer Kommission vorstellig zu werden.

    Gmünd, 5. Juli 1507 (montag nach St. Ulrichstag) ; präs. Konstanz, 20. Juli (17.00 Uhr).
    Salzburg, LA, GA IV, Nr. 3, unfol. (Or.).

    «9.4. Bayern »

    « Nr. 584 Bericht Georg Eisenreichs und Johannes’ von Emershofen an Hg. Albrecht IV. von Bayern »

    [1.] Ankunft Kg. Maximilians in Konstanz; Frage der persönlichen Teilnahme Hg. Albrechts am RT; [2.] Streit um das niederbayerische Erbe: Kritik Pfgf. Friedrichs am Taxationsverfahren, Unterpfand, Hilfsbeschluß des Schwäbischen Bundes für Hg. Albrecht; Frage der persönlichen Teilnahme Hg. Albrechts am RT; [3.] Unterbringung des Hg. in Konstanz; [4.] Streit um das niederbayerische Erbe: Unterstützungszusagen Ebf. Ernsts von Magdeburg und Bf. Lorenz’ von Würzburg.

    Konstanz, 1. Mai 1507 (samstag Philippi und Jacobi umb di acht ur vormittag).
    Š München, HStA, KÄA 1238, fol. 286–286’, 288–288’ (Or.).

    [1.] Der röm. Kg. ist am 27. April (erchtag nach dem sontag jubilate) in Konstanz eingetroffen. Was dieser am Tag darauf und bislang mit Kff. und Ff. verhandelt hat und warum sie ihre Entschuldigung bezüglich seines Ausbleibens nicht dem Kg. vorgebracht haben, wird er, Hg. Albrecht, von Kaspar von Winzer erfahren, der mit einer kgl. Instruktion1 auf dem Weg zu ihm ist. Kff. und Ff. fragen bei ihnen unablässig wegen seines Erscheinens auf dem RT nach und zeigen sich verwundert, daß er daran nicht teilnehmen wird.
    [2.] Denn Pfgf. Friedrich erzeigt sich gegenüber dem Kg. und allen Kff. und Ff. so bereitwillig und entgegenkommend, daß diese veranlaßt werden, seinen Angeboten und seinen Rechtfertigungen Glauben zu schenken. Der Pfgf. beklagt sich auch sehr über den Bf. von Trient als Obmann. Er beschönigt seine Verhandlungen und die seiner Räte in Augsburg und stellt den Streit der Entscheidung von Kg., Kff. und Ff. anheim. Die unaufhörliche Agitation des Pfgf. bei den Reichsständen bringt ihn, Hg. Albrecht, in Mißkredit. Ihre Erklärungsversuche verfangen dagegen nicht.
    Es gilt zu vermeiden, daß der Kg. das Unterpfand sequestriert und – was das Ziel der Gegenpartei ist – die vom Schwäbischen Bund zugesagte Hilfe blockiert – was ihm, Hg. Albrecht, Ungnade und großen Nachteil einbrächte. Entsprechende Hinweise erhalten sie täglich von Kff. und Ff.; im gleichen Sinne äußerte sich Serntein in einem Gespräch, der aber auch sagte: Di kgl. Mt. hab nicht allain von den obligenden sachen des Hl. Reichs, sonder auch von e. Gn. selbs sachen, und die e. Gn. kindern furan groß zugutkomen werden, ze handlen. Serntein bot auch an, ihm darüber durch Kaspar von Winzer zu schreiben. Sie empfehlen deshalb, sich auf die von Winzer zu überbringende kgl. Instruktion hin unverzüglich zum röm. Kg. nach Konstanz zu begeben. Und so das e. ftl. Gn. ye furderlich teten, ye mer danks und eer wurde e. ftl. Gn. erlangen. Und wolt alsdan e. ftl. Gn. laut kgl. Mt. hochem erpieten di pillikait ye nit volgen ader zusten, alsdan so mocht sich e. ftl. Gn. bei allen Kff. und Ff. etc. auch entschuldigen und e. Gn. notturft furbringen. Es mochte auch e. ftl. Gn. mit etlichen e. Gn. verwanten Ff. einen merern verstand und statlicher hilf erlangen, auch etlich bewegen auf kgl. Mt. ungeschickt furnemen, auf kunftigs wider e. ftl. Gn. nit ze handlen, dardurch e. ftl. Gn. kain hilf furan von kgl. Mt. abgestreckt mocht werden. Oder aber e. Gn. wurde alle sach entlich und nach e. Gn. notturft bei kgl. Mt. selbs erlangen, das dan alles erlicher, statlicher und fruchtparlicher durch e. ftl. Gn. aigen person dan e. Gn. rete geschechen mag. Er weiß dies besser zu bedenken, doch sahen sie sich veranlaßt, dies in aller Eile zu schreiben, da sich der Kg. auf die [erste] Werbung Kaspars von Winzer und seine Entschuldigung darauf [Nr. 80] so rauch und ungeschickt gehaben und wol zwen tag darauf verhart.
    [3.] Für den Fall, daß er nach Konstanz kommen will, bitten sie um rechtzeitige Mitteilung, da die Salzburger Räte den Salmannsweiler Hof in Beschlag genommen haben. Die Angebote Friedrich Beyers (Payren) und des Abtes von Salem (Salmersweil) haben keinen Bestand, wie sie angesichts ihrer unkomfortablen Unterbringung im „Weißen Kreuz“ feststellen mußten. Es wäre auch gut, das Hofgesinde samt den Pferden in Überlingen Šzurückzulassen, da die Preise dort günstiger sind als in Konstanz, und nur mit einigen Räten über den Bodensee zu setzen. Ebenso sollte Paul von Liechtenstein rechtzeitig aufgefordert werden, zum Kg. zu reisen.
    [4.] [PS Hd. Plieningen:] Der Ebf. von Magdeburg und der Bf. von Würzburg haben erklärt, daß sie nichts unterlassen wollten, damit er glimpflich aus der Sache2 komme.

    « Nr. 585 Bericht Georg Eisenreichs und Johannes’ von Emershofen an Hg. Albrecht IV. von Bayern »

    Nachdem sie Wolfgang Goldgruber ihren Brief vom Vortag [Nr. 584] zur Überbringung übergeben hatten, erhielten sie am gleichen Nachmittag in Anwesenheit Kaspars von Winzer eine Audienz beim Kg. Der Kg. befahl ihnen nach einer längeren Unterredung, ihn zu bitten, der jetzt eilends zu ihm abzufertigenden gemeinsamen Gesandtschaft von Kg., Kff. und Ff. zu willfahren und unverzüglich nach Konstanz zu kommen. Dies erwartet der Kg. ungeachtet aller bislang vorgebrachten Gründe. Noch vor der oben angekündigten Gesandtschaft wird der Kg. Winzer mit einem eigenhändigen Brief zu ihm schicken. Dieser wird ihn auch über die bisherigen Verhandlungen informieren.
    Sie halten es nach wir vor für geraten, nicht die Gesandtschaft von Kg., Kff. und Ff. abzuwarten, sondern sich unverzüglich auf den Weg zu machen. Aufgrund der von Kg., Kff. und Ff. sowie von befreundeten Ständen gemachten Zusagen erwarten sie ein gutes Verhandlungsergebnis [im niederbayerischen Erbfolgestreit]. Zudem erwirbt er sich den Dank von Kg., Kff. und Ff.

    Konstanz, 2. Mai 1507 (sontag cantate oder nach Philippi und Jacobi umb di VIIII. ur vormittage).
    München, HStA, KÄA 1238, fol. 290–290’ (Or.; Kaspar von Winzer zur Überbringung an Hg. Albrecht mitgegeben).

    « Nr. 586 Weisung Hg. Albrechts IV. von Bayern an Dr. Dietrich von Plieningen »

    Der röm. Kg. hat Kaspar von Winzer erneut zu ihm gesandt, ihn durch ein eigenhändiges Schreiben nachdrücklich zum Erscheinen in Konstanz aufgefordert und eine baldige gemeinsame Gesandtschaft von Kg. und Ständen angekündigt. Winzer hat ihn, Plieningen, bereits darüber informiert. Aus den ihm bekannten Gründen ist es ihm derzeit ganz ungelegen, sein Fm. zu verlassen, zumal er nicht weiß, wie lange er ausbleiben müßte, insbesondere aber auch mit Hinblick auf das vom Schwäbischen Bund und ihm, Plieningen, beim Kg. Verhandelte und vielleicht Erreichte. Befiehlt ihm, unverzüglich über den Stand der Verhandlungen zu berichten, damit er weiß, wie er sich der angekündigten Gesandtschaft gegenüber stellen soll.

    München, 7. Mai 1507 (freitag vor vocem jocunditatis); präs. Überlingen, 9. Mai.
    München, HStA, KÄA 1238, fol. 292 (Konz.).

    « ŠNr. 587  Bericht Dr. Dietrichs von Plieningen an Hg. Albrecht IV. von Bayern »

    [1.] Frage der persönlichen Teilnahme Hg. Albrechts am RT; [2.] Verzögerung des Schwäbischen Bundestages in Überlingen; vorübergehende Abreise Kg. Maximilians sowie Hg. Ulrichs von Württemberg aus Konstanz; [3.] Streit um das niederbayerische Erbe: Unterredungen Plieningens mit Ebf. Ernst von Magdeburg, Kf. Jakob von Mainz, Bf. Lorenz von Würzburg und Bf. Heinrich von Augsburg; [4.] Streit um das niederbayerische Erbe: Frage der persönlichen Teilnahme Hg. Albrechts am RT.

    Überlingen, 10. Mai 1507 (montag nach vocem jocunditatis); präs. München, 12. Mai.
    München, HStA, KÄA 3136, fol. 270–273’ (eh. Or., Postverm.: Zu aygner ftl. hande.).

    [1.] Bestätigt für den Vortag (sontag vocem jocunditatis) den Empfang eines hgl. Schreibens [Nr. 586] und referiert dessen Inhalt. Er konnte nicht feststellen, daß der Kg. die in Konstanz versammelten Stände ersucht hat, ihn durch Gesandte zum persönlichen Erscheinen auf dem RT aufzufordern. Es hieß, der Kg. wolle Hans Kaspar von Laubenberg deshalb zu ihm abfertigen; die Instruktion sei allerdings bislang nicht erstellt worden, und vielleicht werde dies auch unterbleiben. Doch wurden die Schwäbischen Bundesstände heute morgen bei Eisenreich und ihm selbst vorstellig, was ihrem gemeinsamen Bericht [Nr. 588, Pkt. 8] zu entnehmen ist.
    [2.] Die Bundesstände haben nach der Abreise Hg. Albrechts aus Augsburg beschlossen, am 9. Mai (sontag vocem jocunditatis) in Überlingen zusammenzukommen. Etliche Teilnehmer sind allerdings erst heute morgen hier eingetroffen, Hg. Ulrich von Württemberg wird ebenfalls für heute erwartet. Deshalb hat der Bund in den Angelegenheiten Hg. Albrechts bislang nicht mit dem Kg. verhandelt.
    Er selbst traf am 3. Mai (montag nach dem sontag cantate) um zwei Uhr nachmittags per Schiff in Konstanz ein. Und ist kgl. Mt. in derselben stund meiner zukunft in maynung, etlich puchsen abzuschiessen, in die Maynau mit etlichen Kff. und Ff. gefarn. Und do sye die buchsen abgeschossen, urplupflingen1 von den Kff. und Ff. urlaub genomen, in irer Mt. schiffung gen Unterzell zu Undersee gefarn, morgens fru gen Rotweyl, die stat einzunemen, geritten mit ganz wenig folks. Hg. Ulrich von Württemberg ist einige Tage zuvor nach Stuttgart geritten, um dann am Bundestag teilzunehmen, wo er also erwartet wird. Da sie Weisung haben, gemeinsam mit den Bundesständen beim Kg. vorstellig zu werden, dieser aber nicht da ist und die Bundesstände erst gestern spät abends eingetroffen sind oder noch heute eintreffen werden, konnten er und die übrigen hgl. Räte bislang nichts unternehmen.
    Georg von Emershofen hat ihnen mitgeteilt, daß der Kg. gestern von Rottweil aufgebrochen und nach Tuttlingen geritten sei. Der Kg. habe die Bundesstände nach Mühlheim (Mulhan) beschieden, das von Tuttlingen eine halbe Meile und von Überlingen drei Meilen entfernt liege. Ein Reiter benötige für die Strecke acht Stunden. Was die Bundesstände zu tun gedenken, steht in seinem und Eisenreichs Bericht. Er konnte aus dem angezeigten Grund Šnoch nicht mit Hg. Ulrich von Württemberg selbst sprechen, aber der Propst von Backnang [Dr. Peter Jakobi] rät zum persönlichen Erscheinen auf dem RT.
    [3.] Da die Gegenseite gegenüber den Ständen schamlos die Wahrheit nach ihrem Gutdünken beugt, begab er sich zum Ebf. von Magdeburg, um diesem ausführlich den wahren Sachverhalt darzustellen. Der Ebf. erklärte daraufhin, daß er Hg. Albrecht angesichts der Vielzahl der bisher geschlossenen Verträge nicht dazu raten könne, sich in eine weitere begrenzte Regelung einzulassen; er wünschte aber, der Hg. würde ungeachtet dessen, was er und seine Landstände entschieden hätten, nach Konstanz kommen. Dies würde ihm gegenüber den Ständen und dem Kg. im Sinne eines abschließenden Vertrags über den Streit zweifellos von Nutzen sein. Er und andere Ff. wollten das Ihre dazu tun, daß dem Hg. zu seinem Recht verholfen werde. Er wisse, daß der Kg. sehr erzürnt darüber sei, daß der Hg. nicht selbst kommen wolle. Es könne gut sein, daß der Kg. in seiner Abwesenheit zu Mitteln greifen werde, die man sonst verhindern könne. Die Gegenseite versäume in dieser Hinsicht nichts. Er, Plieningen, solle dies als Ratschlag des Ebf. schreiben. Dann yetzt ursachen vorhanden, dadurch kgl. Mt. zu furderung rechts und fridens gedrungen mochte werden. So könne auch Hg. Albrecht durch einen verbindlichen Vertrag zu seinem Recht kommen.
    Er bat auch den Ebf. von Mainz, nach Überlingen zu kommen. Dieser riet ebenfalls zum persönlichen Erscheinen Hg. Albrechts in Konstanz, wo er und andere Stände die Angelegenheit zu einem Abschluß bringen wollten. Und wo kgl. Mt. ine des Reychs hendels halben von Costenz wolt lassen abreiten, erpot sich sein Gn., willig sein, zu bliben. 
    Ebenso bemühte er sich, dem Bf. von Würzburg den wahren Sachverhalt darzulegen, und bat ihn, anderslautenden Darstellungen keinen Glauben zu schenken. Dieser zeigte sich freundlich und erklärte, daß das Scheitern seiner Vermittlungsverhandlungen in München und Landshut auf die Haltung der Gegenpartei zurückzuführen gewesen sei.2 Er hoffe deshalb, Hg. Albrecht werde persönlich nach Konstanz kommen, wo man den Konflikt zweifellos in für den Hg. akzeptabler Weise werde beilegen können. Falls Pfgf. Friedrich abermals nicht kompromißbereit sein sollte, so wäre dies zum Schaden seiner Mündel [Ottheinrich und Philipp]. Da der Kg. so hartnäckig auf dem Erscheinen Hg. Albrechts insistiere, rate er, dieser Forderung nachzukommen. Sämtliche Stände, auch er, der Bf., selbst, würden zur Beilegung des Streits beitragen – und dies vor Eintritt in andere Verhandlungen. Trotz seiner Erkrankung würde er gerne 100 Meilen Weges auf sich nehmen, um die Sache zu einem Ende zu bringen. Aus der Darstellung des Sachverhaltes könne er entnehmen, daß von seiten Hg. Albrechts nichts unterlassen worden sei. Die Gegenpartei müsse einlenken oder die Konsequenzen tragen; sie könne dabei weder auf ihn selbst noch auf andere Stände bauen.
    Auch der Bf. von Augsburg rät ihm, zu kommen.
    [4.] Auch wenn Wasserburg militärisch gewonnen würde, so blieben doch noch viele Punkte ungeklärt. Konrad von Schellenberg, der beim Kg. war, teilte ihm mit, daß dieser Šauf dem persönlichen Erscheinen Hg. Albrechts auf dem RT beharre; andernfalls habe er große Ungnade zu gewärtigen. Im gleichen Sinne äußerten sich viele andere wohlgesinnte Personen, so auch Georg von Emershofen. Der Kg. habe diesem und anderen gegenüber wortreich lamentiert, daß Hg. Albrecht keinen anderen Freund habe als ihn, daß dieser ihm jedoch nicht vertraue und mit seiner Haltung seine Geringschätzung des Kg. und der Reichsangelegenheiten bekunde. Die Gegenseite gründe alle ihre Erwartungen auf das Ausbleiben Hg. Albrechts.
    In Anbetracht dessen glaubt er nicht an einen Erfolg der Verhandlungen, die sie und die Bundesstände mit dem Kg. führen sollen. Dieser wird weiterhin auf seinem persönlichen Erscheinen beharren. Auch steht zu befürchten, daß die Gegenpartei im Falle seines Ausbleibens eine für ihn nachteilige Entscheidung des Kg. erreichen wird. Seiner Meinung nach kann durch die Einnahme des Unterpfands der Streit nicht beendet werden. Auf Dauer wären die negativen Folgen wohl größer. Auch gilt es zu bedenken, ob man das hartnäckige Drängen des Kg. und so bedeutender Reichs- und Bundesstände ignorieren kann. So hat er zwischen zwei Übeln zu wählen. Doch könnte man problemlos Gründe für seine vorzeitige Abreise finden, falls der RT sich in die Länge ziehen sollte. Sollte wider Erwarten keine annehmbare Verhandlungslösung zu erreichen sein, kann man das Unterpfand mit Hilfe des Schwäbischen Bundes immer noch innerhalb von sechs Wochen einnehmen.
    Bittet, seine flüchtige Handschrift zu entschuldigen. Der Bundesbote hat gedrängt. Für ihre weitere Berichterstattung behalten sie den hgl. Boten Asmus [Lotte] bei sich.

    « Nr. 588 Bericht Georg Eisenreichs an Hg. Albrecht IV. von Bayern »

    [1.] Frage des Erscheinens Hg. Albrechts auf dem RT; [2.] RT-Verhandlungen: Vorwürfe Kg. Maximilians gegen Frankreich, Vorschläge zur Trennung der Eidgenossen von ihrem französischen Verbündeten, zur Restituierung Reichsitaliens und zur Überarbeitung der Goldenen Bulle; [3.] Abreise Kg. Maximilians nach Rottweil am 3. Mai; [4.] Vortrag kgl. Räte an die Reichsstände am 6. Mai: Finanzierung einer Reichstruppe, Ernennung eines Reichshauptmannes und beigeordneter Kriegsräte; Antwort der Reichsstände; Vortrag Kg. Maximilians an die Reichsversammlung; [5.] Bildung eines ständischen Ausschusses über die Romzughilfe; [6.] Abordnung von Gesandten der Reichsstände zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen und Erstellung einer Instruktion zur Vorlage an Kg. Maximilian; [7.] Einladung an die bayerischen Gesandten zum Schwäbischen Bundestag nach Überlingen, Beratungen über eine Verlegung des Bundestages; [8.] Wunsch der Schwäbischen Bundesstände nach Erscheinen Hg. Albrechts auf dem Bundestag.

    Überlingen, 10. Mai 1507 (montag nach dem sontag vocem jocunditatis, umb ain ore nachmittag); präs. München, 12. Mai.
    München, HStA, KÄA 3136, fol. 275–276’, 274 (Or.).

    [1.] /275/ Der Kg. eröffnete ihm, Eisenreich, und Johannes von Emershofen während einer Audienz, daß die Kff. und Ff. gemeinsam mit dem kgl. Gesandten ihn, Hg. Albrecht, zur Teilnahme am RT auffordern würden. Er konnte indessen nicht feststellen, wer von den ŠStänden mit der Teilnahme an der Gesandtschaft beauftragt wurde; der Kg. wird Hans Kaspar von Laubenberg dazu abordnen. Die Sache ist aber noch zweifelhaft, und es kann sein, daß die Gesandtschaft – wie anderes auch – nicht zustandekommt.

    [2.] Weiter, gn. H., so zaig ich e. ftl. Gn. eylends und summarie hiemit an, was zu Costnitz auf dem reichstag von kgl. Mt. begert und von den stenden gehandlet ist biß auf dato ditz briefs: Erstlich an mitichen nach Philippi und Jacobi [5.5.]1  hat kgl. Mt. an di stend des Reichs begert, irer Mt. ze raten, wie dem Kg. von Frankreich, der sich dan die ksl. cron zu erobern understee, wie auch di Schweizer dem Kg. von Frankreich abzestrecken und die widerumb zu dem Hl. Reich ze bringen oder den widerstand ze tun sei, wie auch Italia zu dem Hl. Reich widerumb zu bringen sei. So hab auch sein Mt. di Gulden Bull, die dan lang verlorn und widerumb, doch an schriften und schnüren ein tail verletzt, under und in andern seiner Mt. einer schatztruchen gefunden. Sei sein Mt. dieselben bullen widerumb zu verneuen, irrig artikel zu erkleren, auch sunst nach rat ze pessern ganz willig.
    Auf soliche kgl. Mt. begeren haben sich di Kff. und Ff. etc. underredt und kgl. Mt. geantwurt, ir Mt. haben disen sachen statlicher und hocher nachgedacht dan sy, angesechen das solich sach irer Mt. hoch und groß, auch mer dan sy den nachgedacht und betracht. Und wollen ir Mt. gutbedunken vernemen und darnach das pest /275’/ helfen raten.
    Auf dise antwurt hat sich kgl. Mt. erpoten, in disputacions weis und guter mainung mit den stenden des Reichs darvon ze handlen. Das dan also zum tail durch ir Mt. beschechen, und wol zwo stund vil handlung und geschicht erzelt [Nr. 150], wie auch ir Mt. von wegen des Reichs irer Mt. land und leut versetzt und verdorben sei, mit grossem erpieten, das furan auch ze tun. Darauf dan die Kff. und Ff. sich weiter bedacht.
    [3.] In dem ist kgl. Mt. an montag nach dem sontag cantate [3.5.] widerumb gein Rotweil gezogen und diselben stat mit der alten pflicht widerumb zu dem Reich pracht. Dan diselb stat Rotweil hat sich etliche jar zu den Schweizern verpunden und diselben jar auß sind und nymmer in der Schweizer verpundnus sein wollen. So haben di Schweizer verwilligt, das sy sich anderstwo mogen beherren etc.
    [4.] In dem hat kgl. Mt. dem Bf. von Trient und Gf. Eytelfridrich von Zorn ein schriftliche instruction [Nr. 152], den stenden des Reichs zu Costenz furzehalten, zugeschickt, die dan under anderm inhelt, das kgl. Mt. anschlag und gutbedunken sei, wer tausent fl. gelts hab, der solle ein gerüst pferd halten, wer VC fl. gelts hab, der sol ein halb gerust pferd halten, und darnach nach eines yeden vermogen, auch anzelegen, wievil hertstet ein geraisig pferd halten sollen in dem ganzen Reich durchauß bei geistlichen und weltlichen. Darzu sollen sy erwelen zwelf geschickt ret und einen haubtman, der ein F. sein solle, die albeg bei kgl. Mt. ir wonung haben sollen. Und was di raten und furnemen, das soll verzogen und einbracht werden.
    [5.] Auf dits kgl. Mt. begeren haben die stend des Reichs under inen einen ausschuß gemacht. Und versich mich ganz nit, das die darein verwilligen werden.
    Š[6.] Darzu so hat kgl. Mt. clar und offenbar gesagt, ir Mt. wissen di Schweizer dem Kg. von Frankreich wol abzestrecken yetz /276/ auf dem tag zu Schafhausen, darauf dan di stend des Reichs mitsambt kgl. Mt. potschaft yetz auf den sontag cantate [2.5.] verornet haben. Doch so haben darvor die stend des Reichs ein instruction [Nr. 216] begriffen, wie und in was gestalt auf all vorgeschechen handlung mit den Schweizern ze handlen sei, und der kgl. Mt. zugeschickt. Und auf solichs ist von kgl. Mt. den Kff. und Ff. noch kain antwurt zukomen, wiewol soliche potschaft am sontag vocem jocunditatis [9.5.] zu Schaffhausen gewesen solt sein, darunder Hans von Emershover auch ein verordneter gewesen ist.

    [7.] Der Kg. hat Gf. Eitelfriedrich von Zollern (Zorn) in Abwesenheit Niklas von Firmians schriftlich angewiesen, die bayerischen Räte zum 9. Mai (sontag vocem jocunditatis) zu den übrigen Bundesständen nach Überlingen zu bescheiden. Dort würden die Bundesstände erfahren, wo sie sich mit dem Kg. treffen könnten. Plieningen und er, Eisenreich, kamen am Samstag [8.5.] in Überlingen an. Am Montag [10.5.] forderte Georg von Emershofen gemäß kgl. Instruktion die Stände dazu auf, wegen wichtiger Angelegenheiten zum Kg. in das eine Tagesreise von Überlingen entfernte Mühlheim zu kommen. Die Stände verwiesen in ihrer Antwort an Emershofen auf die geringe Zahl der Anwesenden, und daß man stündlich weitere Teilnehmer am Bundestag erwarte. Nach deren Ankunft werde man sich zu dem Anliegen des Kg. äußern. Er geht indessen davon aus, daß das Ansinnen des Kg. zurückgewiesen wird. Der Bund hat auf den in Augsburg vorgebrachten Wunsch des Kg. hin diesen Tag nach Überlingen anberaumt und nicht anderswohin. Die Bundesversammlung wird den Kg. voraussichtlich auffordern, nach Überlingen zu kommen oder den Bundestag nach Konstanz zu verlegen. Auch wenn der Kg. dies ablehnt, ist es keineswegs die Absicht der Bundesstände, seinem Wunsch zu willfahren. Dan es ist zu besorgen, das sich kgl. Mt. vleissen werde, nit allain ein zertrennung oder unainikait bei den stenden des Reichs, sonder auch bei den stenden des Punds aufzerichten, als dan irer Mt. ungeschickt furnemen wol anzaiget etc. Er berichtet über dies alles mit Wissen seines Mitgesandten Dietrich von Plieningen.
    [8.] [PS Plieningens und Eisenreichs] Die Bundesversammlung, darunter etliche Stände, die in Konstanz waren, hat ihnen am heutigen 10. Mai (montag nach dem sontag vocem jocunditatis) mit grosser protestacion und hochem erpieten eröffnet, daß sie ein persönliches Erscheinen Hg. Albrechts in Überlingen oder Konstanz für gut hielten, wie der Hg. dies auch ihrem Schreiben [Nr. 87] entnehmen könne. Die Bündner haben sie gebeten, sich in diesem Sinne beim Hg. zu verwenden. In Anbetracht der von ihnen bei Kg. Maximilian, Kff., Ff. und anderen wahrgenommenen Haltung sowie der Zusage der Bundesstände, daß sie die Anwesenheit des Hg. nicht wünschten, um die zugesagte Bundeshilfe zu verzögern, sondern in dessen eigenem Interesse, wollten sie ihm dies mitteilen.

    « ŠNr. 589   Hg. Albrecht IV. von Bayern an Georg Eisenreich und Dr. Dietrich von Plieningen »

    Bestätigt die Zustellung ihrer Berichte [vom 10.5.; Nrr. 587f.] durch den Bundesboten am Vortag. Er hat sich auf die Empfehlung der Bundesstände und anderer Ff. hin sowie auf ihren Rat trotz seines schlechten Gesundheitszustands und wichtiger Geschäfte entschlossen, unverzüglich aufzubrechen, um bis zum 27. Mai (pfinztag nach dem hl. pfingsttag) in Überlingen einzutreffen. Er wird dies auch den Bundesständen mitteilen [Nr. 88], damit die Versammlung bis zu seinem Eintreffen zusammenbleibt. Sie sollen seine Ankunft auch dem kgl. Kanzler Serntein und Johann Renner gemäß ihrer Vereinbarung mit Kaspar von Winzer ankündigen.1
    [Zwei Vermerke am Seitenende:] Anmietung einer Herberge in Überlingen. – Mit dem Hg. über eine Herberge in Konstanz zu sprechen.

    München, 13. Mai 1507 (hl. auffart tag).
    München, HStA, KÄA 3136, fol. 280 (Konz.).

    « Nr. 590 Bericht Dr. Dietrichs von Plieningen an Hg. Albrecht IV. von Bayern »

    [1.] Supplikation Pfgf. Friedrichs zum niederbayerischen Erbfolgestreit, Anhörung der bayerischen Gesandten durch die Schwäbische Bundesversammlung in Konstanz, Meinungsverschiedenheit zwischen Kg. Maximilian und dem Schwäbischen Bund über die zugesagte Bundeshilfe für Bayern; [2.] Ankündigung der baldigen Ankunft Hg. Albrechts; [3.] Verlegung des Bundestages von Überlingen nach Konstanz, Beschaffung einer Unterkunft für Hg. Albrecht; [4.] Ankündigung einer Unterredung Plieningens mit Kg. Maximilian über die Bundeshilfe und die Intrigen der Gegenpartei; [5.] Verhandlungen mit eidgenössischen Gesandten in Konstanz über eine Beteiligung der Eidgenossen am Romzug; Einnahme Genuas durch Kg. Ludwig von Frankreich; [6.] Verzeichnis der für die Verhandlungen über den niederbayerischen Erbfolgestreit benötigten Unterlagen.

    Konstanz, 16. Mai 1507 (sontag exaudi).
    München, HStA, KÄA 1239, fol. 262–263’ (Or.).

    [1.] Pfgf. Friedrich übergab den versammelten Reichsständen am vergangenen Freitag [14.5.], während Eisenreich und er in Überlingen waren und Johannes von Emershofen im Auftrag der Reichsstände schon am Sonntag davor [9.5.] nach Schaffhausen geritten war, eine Supplikation [Nr. 390], die er dem Bericht mit der Bitte um Rücksendung Šbeilegt. Die Bundesgenossen haben ihn in der Nacht schriftlich herbeschieden, da nach allgemeinem Dafürhalten eine Reaktion von bayerischer Seite erforderlich ist. Er traf am Samstag [15.5.] um 10 Uhr vormittags in Konstanz ein und gelangte gemeinsam mit den übrigen hgl. Räten zu dem Entschluß, sich um eine Audienz vor der Bundesversammlung zu bemühen. Sie wurden am Nachmittag in Abwesenheit der Gegenpartei angehört und haben den für die Bundesstände einschlägigen Teil ihrer Instruktion [Nr. 82] vorgetragen. Er hat auch das bayerische Verhalten bei der Taxation dargelegt. Seinem Dafürhalten nach ist die Bundesversammlung über ihre Rechtfertigung ebenso erfreut wie er, Hg. Albrecht, dies wäre. Pfgf. Friedrich erschien heute wieder vor der Bundesversammlung und bat um Gelegenheit zu einer Gegendarstellung. Dies wurde ihm aber nicht bewilligt. Unterdessen hat ihn, Plieningen, ein Schreiben Eisenreichs aus Überlingen über ein kgl. Verbot an die Bundesstände zur Leistung der bewilligten Hilfe [Nr. 391] informiert. Darüber und über die folgenden Verhandlungen wird Eisenreich selbst berichten. [Ebf. Jakob von] Mainz, [Hg. Ulrich von] Württemberg und [Bf. Heinrich von] Augsburg haben in offener Versammlung erklärt, daß sie ihre Verpflichtungen erfüllen müßten, falls der Kg. das Unterpfand nicht zurückgebe. Im gleichen Sinne äußerten sich auch die Gesandten der Bundesstädte.
    [2.] In der gleichen Stunde erhielt er das Schreiben mit der Ankündigung seines Kommens [Nr.  589]. Er hat Mainz, Württemberg, Augsburg und andere befreundete Stände informiert, die sich über die Nachricht hocherfreut zeigten. Die einzige Hoffnung der Gegenseite bestand in einer möglichen Ungnade des Kg. gegen ihn wegen seines Ausbleibens, denn die Sachlage ist eindeutig. Noch in der gleichen Stunde machte er auch dem Kg. Mitteilung, daß der Hg. ihm zu Ehren trotz gesundheitlicher Probleme und wichtiger Geschäfte gemäß der Verabredung mit Kaspar von Winzer am 27. Mai (pfintztag nach dem hl. pfingstag) in Überlingen eintreffen werde. Der Kg. zeigte sich sehr erfreut und äußerte, er wolle dies seinem Schwager danken. Er, Plieningen, sollte dennoch an ihn schreiben, daß es noch besser wäre, wenn er einen bis vier Tage früher käme. Sagt er wol dreymal, solts ernstlichen schreiben: Ey, wie tut mein schwager so recht. Er seinerseits warnte davor, den Einflüsterungen der Gegenseite Glauben zu schenken. Hg. Albrecht habe verläßliche Informationen, wie diese bislang versucht habe, die Taxationsverhandlungen zu verhindern und den Hg. zu übervorteilen. Der Kg. erwiderte, es werde alles gut gehen, wenn der Hg. erst bei ihm sei.
    Bittet ihn also, sich zu beeilen, da allgemein der Wunsch besteht, vom [Bundes-]Tag abzureisen. Die Stände scheren sich auch nicht um das kgl. Mandat [Nr. 391]. Falls die Ausgleichsverhandlungen wider Erwarten scheitern sollten, wird der Bund die zugesagte Hilfe leisten. Wünscht dem Hg. eine gute Reise. Einige Ff. und kgl. Räte waren ganz oubenturlich. Dies wird sich nach seiner Ankunft ändern.
    [3.] Unter den Bundesständen herrscht Einigkeit, den Tag von Überlingen nach Konstanz zu verlegen, wo die Reichsstände versammelt sind. Man kann dann desto rascher verhandeln und entscheiden. Nun sind yetzt zu Costenz die graben vol wassers, so der schnee im burge zergeet, also pesser luft worden. Falls er, Hg. Albrecht, im Salmannsweiler Hof unterkommen will, ist es nötig, die Herberge rechtzeitig zu bestellen. Die Pferde sollten in Überlingen zurückbleiben. Bittet um Mitteilung seiner diesbezüglichen Absichten.
    [4.] Er hat auf den Rat der Bundesgenossen hin nicht mit dem Kg. verhandelt, solange unklar war, ob er, Hg. Albrecht, kommen wird. Er erwartet nach dem kgl. Mandat jedoch, Šdaß die Bundesstände eine Audienz erhalten. Dort soll dem Kg. noch vor seiner Ankunft deutlich gemacht werden, daß die Bundeshilfe bei einem Scheitern der Verhandlungen nicht verhindert werden kann, auch doneben das gefarlich wesen des widertails kgl. Mt. auch einpilden. Er kann dann nach seiner Ankunft dest belder zu den mitteln greyfen.
    [5.] Item die Aydgenossen sind mit grossen haufen hye, erpietend sich hoch gegen kgl. Mt. Got wöll, das es wol gerat. Die stend sollen darin handeln und gelt geben; geet hort vonstatt. Janua ist verlorn und in des Kg. von Frankreychs gwalt kommen. Die schlacht, so die Francosen solten verlorn haben, ist nicht. [Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung].
    [6.] [PS] Augustin Koellner sollte bezüglich des beiliegenden Verzeichnisses1 nichts verabsäumen, damit man bei Bedarf auf die Unterlagen zurückgreifen kann. Der hgl. Rentschreiber Zeller2 wird sie zu finden wissen.

    « Nr. 591 Bericht Georg Eisenreichs an Hg. Albrecht IV. von Bayern »

    [1.] Ankündigung der baldigen Ankunft Hg. Albrechts in Überlingen; Beschaffung einer Unterkunft; geplante Verlegung des Bundestages von Überlingen nach Konstanz; Übersendung von Unterlagen an Plieningen für Verhandlungen mit den Reichsständen in Konstanz; Übersendung einer kgl. Instruktion für Gesandte zum Schwäbischen Bundestag in Überlingen an Hg. Albrecht; [2.] Übersendung einer Instruktion der Reichsstände für Gesandte zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen; Ankunft Kg. Maximilians und der eidgenössischen Gesandten in Konstanz; Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten; [3.] Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages in Überlingen: Widerstand gegen ein kgl. Mandat zur Unterbindung der Hg. Albrecht zugesagten Bundeshilfe, Instruktion für Bundesgesandte zu Kg. Maximilian; [4.] Ladung Kg. Maximilians an Hg. Ulrich von Württemberg; freundliches Erbieten Hg. Ulrichs gegenüber den bayerischen Gesandten in Überlingen.

    Überlingen, 17. Mai 1507 (montag nach dem sontag exaudi).
    München, HStA, KÄA 3136, fol. 266–267’ (Or., Postverm.: In seiner ftl. Gn. [hand].).

    [1.] /266/ Durchleichtiger, hochgeporner F., gn. H., e. ftl. Gn. sind mein gehorsam, willig und allzeit undertenig dienst berait. Gn. H., e. ftl. Gn. postpot, Strauß genant, ist am sontag exaudi [16.5.] gen Uberling umb di XI. or zu mittag in gemaine versamlung mit e. Gn. brieven [Nr. 88] komen. Und haben di stend e. ftl. Gn. schreiben und Šzukunft ein sonders, hochs, undertenigs gefallen und groß erfreut etc. Und hab darauf mit einem rat und burgermaister [der Stadt Überlingen] der herberg halber gehandlet. Die sind willig, e. ftl. Gn. und e. Gn. hofgesind damit zu versechen. So wil ich e. Gn. zukunft zu Uberling auf e. Gn. angesetzten tag nemlich warten und verziechen, wiewol kgl. Mt. des willen ist, di stend des Punds gen Costnitz ze fordern. Und ob das geschech, so sind di pundischen doch willig, auf denselben tag zu e. Gn. gen Uberling zu komen. Ich hab auch von stund an H. Dietrich Pleninger e. Gn. brief, auch das kgl. mandat [Nr. 391] den stenden des Punds und ander handlung mitsambt meinem gutgedunken1 gen Costnitz zugeschickt. Versich mich, er und Hans von Emershoven werden e. ftl. Gn. notturft bei kgl. Mt., auch andern stenden des Reichs nit underlassen, als das e. Gn. weiter in yetzigem irem schreiben irer yebung vernemen.2 Gn. H., ich schick e. ftl. Gn. hiemit ein copei der kgl. Mt. instruction [Nr. 273], so Schenck Cristoff, H. Jorg von Emershoven und Dr. Topler an di stend des Punds getan haben, auch was sy kgl. Mt. auf diselben artikel schriftlich geantwurt [Nr. 274]. Was und wie sy auch in e. ftl. Gn. sachen di stend des Punds gehalten haben, das wirt e. Gn. darin auch vernemen.
    [2.] Weiter, gn. H., so schick ich e. ftl. Gn. ein copei kgl. Mt. instruction [Nr. 216], was di stend des Hl. Reichs yetz zu Costnitz mit den Schweizern zu Schaffhausen handlen sollen, fur gut angesechen und kgl. Mt. auch gefellig ist gewesen. Und was also diselb potschaft bei den Schweizern außgericht haben, werden e. Gn. darnach wol vernemen, dan ich derselben abschid diser zeit nit gehabt hab. Und am sambstag vor dem sontag exaudi [15.5.] zu nachtz umb di neun or ist kgl. Mt. gen Costnitz, auch di Schweizer, so von gemainer Aidgenoss[enschaf]t zu Schaffhausen gewesen sind, mit LXX pferden gen Costnitz komen. Und ist gute hofnung, /266’/ di Schweizer werden dem Kg. von Frankreich mit der hilf abgestreckt und kgl. Mt. fortan gehorsam sein. Und auf dato des briefs so wirt kgl. Mt. mit in zu Costnitz weiter handlen. Ob das bestendig sein wurd, das stet zum gluck etc.
    [3.] Gn. H., als ich am sontag exaudi [16.5.] gar frue gen Uberling widerumb komen und in der versamlung umb di XII. or gewesen pin, da ist den stenden des Punds ein kgl. mandat [Nr. 391] laut diser copei zugeschickt und in meinem beiwesen offenlich verlesen worden und denselben tag nichtz darauf gehandlet, sonder e. Gn. und ander sachen außgericht. Und erfind sovil, das sich di stend des Punds solichs mandat nit bekomern wollen lassen. Und haben darauf von allen stenden mitsambt den haubtleuten zu kgl. Mt. gen Costnitz laut Pleningers instruction [Nr. 82] und dem jungsten abschid zu Augspurg3 gleich und gemeß in e. Gn. sachen, auch Wernberg und Weingarten antreffend4, mit kgl. Mt. ernstlich und entlich ze handlen, als dan auf den nechsten mitwochen [19.5.] gleublich geschechen, abgefertigt und bevolchen. Dan an dato des briefs so wirt ein instruction schriftlich gebrift und an erchtag [18.5.] di potschaft gen Costnitz abgefertigt. Und laß sich e. ftl. Gn. dits mandat nit bekomern Šoder hoch beschweren, dan e. Gn. wird von den stenden des Punds durch das oder andre mandat nit verlassen. Darzu pin ich guter hoffnung auf all handlung, so wir all trey [Plieningen, Eisenreich und Emershofen] laut e. Gn. instruction vor den Kff., Ff. und andern stenden etc. gehandelt und e. Gn. sachen mit vleiß wol anzaigt haben, als dan e. ftl. Gn. her Dietrich Pleninger ungezweifelt bericht, das werde e. ftl. Gn. mitsambt e. Gn. zukunft wol erspriessen. Dits kgl. mandats datum stet am funfzechend tag des monats Maii, und ist warlich kgl. Mt. an demselben tag am sambstag zu nachtz umb di /267/ neun or erst zu Costnitz eingeriten. Aber [Niklas] Ziegler hat solichs wider e. Gn. gefurdert. Und Dr. Topler hat sich merken lassen zu Uberling mit den worten, als mir diselben zugesagt haben, es werde den pundischen wol ein knopf darfur getan, damit si e. Gn. nit helfen werden. Ob er dies e. Gn. zu gut oder zu gewerung5 getan hab, das wais ich nit. Aber also ist es mir gesagt worden.
    [4.] Mein gn. H. Ulrich von Wirtenberg ist durch kgl. Mt. mermals erfordert, aber sein Gn. hat seiner Gn. hofmaister6 zu seiner Mt. geschickt. Und ist sein Gn. widerumb gen Costnitz kumen und hat sich sein Gn. gegen uns zu Uberling e. Gn. zugut fast hoch erpoten etc.7 
    Datum eylend zu Uberling an montag nach dem sontag exaudi umb ain or nachmittag Ao. etc. septimo.  E. ftl. Gn. gehorsamer caplan G. Eysenreich.

    «9.5. Mecklenburg »

    « Nr. 592  Hg. Albrecht VII. von Mecklenburg an Hg. Heinrich V. von Mecklenburg  »

    Bestätigt den Empfang der Nachricht über den Tod Hg. Balthasars von Mecklenburg.1 Bittet um die Sendung von Geld, den wir der kgl. Mt., unserm allergnst. H., neimer gefolgen keinden und in grossen spott und schaden euer L. verlassen halb gefurt werden. 
    [PS] Er wollte schon früher Nachrichten mitteilen. Bislang ist aber in Konstanz nichts vorgefallen, dan das die Schweizer dunt gegen der kgl. Mt. und dem Reych groß erpeytung. Eß ist aber von dem Reych nach nyt angenomen. Der Kg. von Frankreych hat die statt Nuwa2 und etliche me gewunen und eingenomen. Er wird ihn über die Beschlüsse des RT informieren.

    ŠKonstanz, 19. Mai 1507 (myttwochen vor pfeingsten).
    Schwerin, LHA, 2.12–1/8 Dienste mecklenburgischer Hgg. bei auswärtigen Ff., Nr. 24, unfol. (Or. m. S.).

    «9.6. Henneberg »

    « Nr. 593 Wilwolt von Schaumberg an Gf. Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen  »

    Er ist sicherlich darüber informiert, daß Georg von Schaumberg sich derzeit beim röm. Kg. in Konstanz aufhält. Dieser hat an die Hh. von Schaumberg unter anderem geschrieben1, daß eine Schlacht zwischen dem Kg. von Frankreich und den Genuesen stattgefunden habe, in der auf französischer Seite 500 Reiter und 4000 Fußsoldaten getötet worden oder in Gefangenschaft geraten seien. Darunter solle sich auch der oberste Hauptmann des frz. Kg. befunden haben. Der Kg. habe Genua erneut angegriffen. Daraufhin sei ein Abkommen geschlossen worden, wonach sich die Genueser dem Kg. ergeben und ihm die Stadt geöffnet hätten, die überdies 200 000 fl. zu bezahlen habe.  Und ist ein wunderliche rede auf dem tage zu Koßnitz, das der Kg. von Frankenreich die ksl. kron mit gewalt und macht haben wil. [Überfall auf Hans d. Ä. von Reitzenstein].

    [Schaumburg], 20. Mai 1507 (donnerstag nach exaudi).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 5123, unfol. (Or.).
    Referiert bei: Rabeler , Lebensformen, S. 374.

    « Nr. 594 Philipp vom Berg an Gf. Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen  »

    [1.] [Verhandlungen Bergs mit einem Bamberger Plattner wegen Harnischen für Gf. Wilhelm und andere ungenannte Personen, Antwort des Hofmeisters Johann von Schwarzenberg an Gf. Wilhelm in einer nicht näher bezeichneten Angelegenheit]. 
    [2.] [PS] Jakob Genslin (H. Jakof) hat im Namen Gf. Wilhelms um Nachrichten über den Tag zu Konstanz gebeten; es heiße, daß der Kg. mit etlichen Ff. gestraust1  habe. Dies kann er nicht bestätigen. Jedoch ist ein Schreiben an Wilwolt von Schaumberg (Schaumburk) eingetroffen.2 An diesen kann er, der Gf., sich wenden und in Erfahrung bringen, was Georg von Schaumberg (Schaumburk) berichtet hat. Er selbst kennt den Inhalt nicht. Der Hofmeister [Johann von Schwarzenberg] hat ein Schreiben des Bf. gelesen: Unser H., der Kg., ist auf den sundag exaudy [16.5.] zu Kostniz mit den weltlichen Ff., dy sin Mt. bey im hat, ser wol gehauft beyeinander eingeriten. Hat aber uber IIIIC pferd nit gehabt. Und sollen dy Schweizer fast statlich zu Kostniz sin; sollen sich auch der meinung horen laß[en], daß sy sich bey dem Reich halten wollen. Ähnlich hat sich kürzlich in Bamberg auch Hg. Erich von Braunschweig geäußert. Er berichtet dies aufgrund von Hörensagen, da der Hofmeister nicht selbst schreiben wollte.

    Š[Bamberg], 25. Mai 1507 (dinsdags nach dem hl. pfingstdag).
    Meiningen, StA, GHA I, Nr. 5124, unfol. (eh. Or. m. S.).

    «9.7. Esslingen »

    « Nr. 595 Hans Ungelter d. J. an Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen  »

    [1.] Schwäbischer Bundestag in Überlingen, Bemühungen Kg. Maximilians um einen einvernehmlichen Ausgleich im Landshuter Erbfolgestreit; [2.] Gesandte der Eidgenossen auf dem Konstanzer RT; [3.] Ankunft Kg. Maximilians in Konstanz, Forderung nach einer Reichshilfe zur Eroberung Mailands; Gegenforderung der Stände nach Verhandlungen über Frieden und Recht.

    [Überlingen], 17. Mai 1507 (am gutentag vor dem hl. pfingstag).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (eh. Or.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, J 9, Bd. 5, Stück-Nr. 42 (Auszug 19. Jh.) = B.
    Druck (des Auszugs): Klüpfel , Urkunden II, S. 6f. (irrtümlich datiert auf den 19.5.).

    [1.] Der röm. Kg. schickte eine Gesandtschaft mit einer – in Abschrift beiliegenden – Instruktion [Nr. 273] zur Schwäbischen Bundesversammlung in Überlingen. Der Bund hat seine schriftliche Antwort [Nr. 274] am heutigen [!] Sonntag den kgl. Räten übergeben. Auf Wunsch des Kg. bat der Bund Hg. Albrecht von Bayern, persönlich auf dem Konstanzer RT zu erscheinen [Nr. 87], was dieser in seiner heute eingetroffenen Antwort [Nr. 88] auch zusagte. Die Bundesversammlung wird wohl so lange in Überlingen warten müssen. Denn auch der Kg. forderte die Bundesstände schriftlich auf, bis auf weiteren Bescheid dort zu bleiben. Der Kg. ließ außerdem von Konstanz aus ein Mandat [Nr. 391] an den Bund ergehen, Hg. Albrecht keine Hilfe gegen Pfgf. Friedrich zu leisten. Er, Ungelter, ist jedoch der Meinung, daß das Mandat bei den Bundesständen nicht viel bewirken wird, falls nicht auf anderem Weg eine Lösung gefunden wird und Hg. Albrecht auf der Hilfeleistung bestehen sollte. Der Hg. selbst hat die für den 30. Mai (sontag trinitatis) bewilligte Hilfe auf den 4. Juli (St. Uolrichß tag) verschoben [Nr. 88]. Dies wird der Städtehauptmann ihnen noch schriftlich mitteilen [Nr. 88, Anm. 1].
    [2.] Der röm. Kg. und die in Konstanz versammelten Stände schickten Gesandte mit einer umfangreichen Instruktion [Nr. 216] zu den in Schaffhausen versammelten Eidgenossen, wonach sie diese als Reichsglieder ermahnten, beim Reich zu bleiben und den RT in Konstanz zu besuchen. Die Eidgenossen nahmen die Einladung an und trafen am vergangenen Freitagabend [14.5.] mit 85 Pferden in Konstanz ein.
    [3.] Der röm. Kg. kam am Samstagabend [15.5.] mit 200 Pferden in Konstanz an. Die dort versammelten Fürsten, angeblich 16 Bischöfe und 6 weltliche Fürsten, zogen ihm zu seinem Empfang entgegen. Der Kg. forderte von den Ständen Hilfe bei der Eroberung Mailands für seinen Enkel [Ehg. Karl] und schlug vor, von jeder Feuerstätte im Reich eine jährliche Steuer zu erheben, um den Frieden für das Reich sichern zu können [Nr. 152, Pkt. 2]. Die Stände antworteten, daß gemäß dem Herkommen auf den RTT zuerst über Frieden Šund Recht im Reich gesprochen werden müsse; wenn diese Punkte geregelt seien, wollten sie sich auch gegenüber den Anträgen des Kg. willfährig erzeigen [Nr. 152, Pkt. 5].

    « Nr. 596 Hans Ungelter d. J. an Hans Ungelter d. Ä.  »

    [1.] Privatangelegenheit; [2.] Verhandlungen mit den Eidgenossen über einen Beitrag zum Romzug; [3.] erwartete Ankunft Hg. Albrechts von Bayern.

    [Konstanz], 26. Mai 1507 (mitwoch nach dem hl. pfingstag).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (eh. Or. m. S.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, J 9, Bd. 5, Stück-Nr. 42 (Auszug 19. Jh.) = B.
    Druck (des Auszugs): Klüpfel , Urkunden II, S. 7.

    [1.] [Unterredung mit Gf. Eitelfriedrich von Zollern (Zorn) in einer Privatangelegenheit].
    [2.] Die eidgenössischen Gesandten sind wieder aus Konstanz abgereist. Sie wollen über den Antrag von Kg. und Reich auf dem bevorstehenden eidgenössischen Tag in Zürich beraten. Der röm. Kg. und die Reichsstände werden ebenfalls eine Gesandtschaft dorthin schicken. Was da beschlossen wirt, mag nemen wyssen. Die Stände übergaben dem Kg. zwar auf dessen Wunsch ihre in Abschrift beiliegende Stellungnahme1, wie er sich gegenüber den Eidgenossen erklären soll; welche Antwort er deren Gesandten aber tatsächlich gab, ist unbekannt, da sie insgeheim ihren Abschied erhielten. Der Kg. schenkte den Gesandten der zwölf Orte Silbergeschirr und anderes.
    [3.] Die Ankunft Hg. Albrechts [von Bayern] wird für Freitag [28.5.] erwartet. Er, Ungelter, rechnet dann mit einem baldigen Ende des Bundestages.

    « Nr. 597 Hans Ungelter d. J. an Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen  »

    [1.] Verhandlungen mit den Eidgenossen über deren Beitrag zum Romzug; [2.] Verhandlungen über den Landshuter Erbfolgestreit; [3.] Beratungen über den Reichsanschlag zu Romzughilfe.

    [Konstanz], 7. Juni 1507 (am gutemtag nach unser Hern fronlichnamß tag).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (eh. Or.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, J 9, Bd. 5, Stück-Nr. 42 (Auszug 19. Jh.) = B.
    Druck (des Auszugs): Klüpfel , Urkunden II, S. 7 (irrtümlich datiert auf den 9.6.).

    [1.] Der Ebf. von Trier und der Bf. von Trient sind mit anderen Gesandten zum eidgenössischen Tag nach Zürich abgereist. Es geht das Gerücht, daß der röm. Kg. die Bundesstände nicht entlassen werde, bevor die Gesandten oder die von diesen getroffene Vereinbarung in Konstanz einträfen. Er hofft, daß dies noch in der laufenden Woche geschehen wird.
    [2.] Der Kg. hat die nicht dem Schwäbischen Bund angehörenden Fürsten aufgefordert, Hg. Albrecht [von Bayern] zu einem gütlichen Vergleich mit Pfgf. Friedrich zu raten, um einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden. Die Fürsten haben etliche Tage darüber beraten. Man weiß noch nichts Genaues, aber heute oder morgen wird der Kg. gegenüber dem Hg. eine Erklärung abgeben. Findet diese die Zustimmung Hg. Albrechts, ist es gut; wenn der Š kgl. Vermittlungsvorschlag ihm aber nicht annehmbar erscheint, wird er auf der Leistung der zugesagten Bundeshilfe beharren. Der Hg. bleibt auch der Reichsversammlung fern, bis er einen endgültigen Bescheid erhalten hat.
    [3.] Die Stände beraten täglich über den Reichsanschlag zur Romzughilfe, um eine Einigung zu erzielen.

    « Nr. 598 Hans Ungelter d. J. an Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen  »

    [1.] Verhandlungen über den Landshuter Erbfolgestreit; [2.] Verhandlungen über die Romzughilfe; [3.] Beitrag der Eidgenossen zum Romzug; [4.] Gerüchte im Zusammenhang mit dem Romzug; [5.] Anteil Esslingens an der Romzughilfe; [6.] Konflikt zwischen Bf. Reinhard von Worms und der Stadt Worms; [7.] Schwäbischer Bundestag in Konstanz.

    [Konstanz], 23. Juni 1507 (St. Johaneß abent).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (eh. Or. m. S.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, J 9, Bd. 5, Stück-Nr. 42 (Auszug 19. Jh.) = B.
    Druck (des Auszugs): Klüpfel , Urkunden II, S. 7f.

    [1.] Er geht davon aus, daß der Streit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich beigelegt wird. Der Pfgf. fordert über die ihm zugesprochenen 24 000 fl. hinaus weitere 4000 fl. jährlich.1 Dies hat Hg. Albrecht bislang abgelehnt. Daraufhin setzten sich der röm. Kg. und die Fürsten beim Hg. erfolgreich für dessen Einwilligung ein, sich einer jetzt in Konstanz zu treffenden Entscheidung zu unterwerfen. Der Bundeshauptmann sagt deshalb die [Hg. Albrecht bewilligte] Hilfe ab [Nr. 405].
    [2.] Die Reichsstände haben dem röm. Kg. eine sechsmonatige Romzughilfe von 90002 Fußsoldaten und 2000 Reitern bewilligt, jedoch ausschließlich für die Erlangung der Kaiserkrone und sunst an kain ander end, on wer im eintrag tun wölt. Die mit den Reichstruppen eroberten Gebiete sollen dem Reich zugeschlagen werden [Nr. 178, Pkt. 3 /5.1/5.6]. Jetzt ist mit dem Kg. noch über den Treffpunkt und den Sammlungstermin für das Romzugsheer sowie über das Kammergericht und den Landfrieden zu verhandeln, so daß der RT voraussichtlich noch drei bis vier Wochen dauern wird.
    [3.] Die in Zürich versammelten Eidgenossen haben dem Kg. zugesagt, ihm für die Erlangung der Kaiserkrone 6000 Mann zur Verfügung zu stellen. Ein Fußknecht soll monatlich 4½ fl. Sold erhalten, Hauptleute, Fähnriche und Weibel erhalten den üblichen Satz [Nr. 246]. Der Kg. hat im Gegenzug sich und das Reich in einem gesiegelten Reversbrief3 zur Bezahlung verpflichtet. Die Stände wollen diese Verschreibung nicht bewilligen. Sie werden den Kg. bitten, sie wieder zurückzunehmen; andernfalls werden Šsie dagegen Protest einlegen. Der Kg. hat die Eidgenossen von der Gerichtsbarkeit des kgl. Kammergerichts und des Hofgerichts zu Rottweil befreit [Nrr. 227; 229, Pkt. 4] und den Beitritt einiger Städte zur Eidgenossenschaft bestätigt.4 Die Stände beschweren sich auch über diese Konzessionen und wollen dem keinesfalls zustimmen. Die Orte Luzern, Zug und Glarus stehen noch auf der Seite Frankreichs. Nit waiß ich, was daruß will werden.
    [4.] Viele glauben in Anbetracht der fehlenden Geldmittel des Kg. nicht an eine baldige Durchführung des Romzuges. Es heißt, er werde nicht mehr lange in Konstanz bleiben, sondern sich in den Niederlanden mit dem Kg. von England zu Beratungen über ihre Angelegenheiten treffen.
    [5.] Er konnte in Erfahrung bringen, daß Esslingen für den Romzug auf 7 Reiter und 34 Fußsoldaten veranschlagt wurde.5  
    [6.] Gemäß ihrer Weisung6 hat er Esslingen gegenüber den Wormser Gesandten mit dem Hinweis entschuldigt, daß die Stadt keinen Gesandten auf dem RT habe, sondern er lediglich zu den Verhandlungen des Schwäbischen Bundes abgeordnet sei.7  
    [7.] Er hofft, daß der Bundestag demnächst endet. Er konnte einen Auftrag des Bundes an ihn, der ihn noch an andere Orte geführt hätte, verhindern. Er mußte den Überbringer dieses Schreibens einen Tag lang aufhalten; sie sollen ihm dafür auf Rechnung des Bundes ½ fl. schenken. Die weiteren Briefe sollen sie ebenfalls auf Kosten des Bundes durch einen städtischen Boten besorgen lassen. Er hofft, daß die Bundesgesandten noch in dieser Woche abreisen können.

    « Nr. 599 Hans Ungelter d. J. an Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen  »

    [1.] Vorlage des Entwurfs zur Konstanzer Deklaration Kg. Maximilians im Landshuter Erbfolgestreit; [2.] Verhandlungen über den Beitrag der Eidgenossen zum kgl. Romzug; [3.] Schreiben Kg. Ludwigs von Frankreich an den RT; [4.] Schwäbischer Bundestag in Konstanz.

    [Konstanz], 28. Juni 1507 (St. Peter und Paulß abent).
    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 88, unfol. (eh. Or. m. S.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, J 9, Bd. 5, Stück-Nr. 42 (Auszug 19. Jh.) = B.
    Druck (des Auszugs): Klüpfel , Urkunden II, S. 8.

    [1.] Der röm. Kg. hat einen Spruch zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich gefällt.1 Demnach soll Pfgf. Friedrich bis zum 10. August (Lorenzi) das Unterpfand WasŠserburg abtreten. Im Gegenzug wird Hg. Albrecht Güter mit einem jährlichen Ertragswert von 4000 fl. an die Taxatoren übergeben. Falls die von Hg. Albrecht an Pfgf. Friedrich abgetretenen Schlösser und Städte nicht den jährlichen Ertrag von 24 000 fl. erreichen sollten, werden sie aus diesen Gütern ergänzt. Die beiden Parteien sollen aus den kgl. Hofräten jeweils einen Taxator auswählen, der Kg. wird einen Obmann benennen. Was die Taxatoren mit Mehrheit beschließen, soll gelten. Dabei sind sie auch befugt, über die strittigen Punkte der bisherigen Taxation zu entscheiden. Über künftig entstehende Streitigkeiten zwischen den Parteien wird der Kg. urteilen.
    [2.] Der röm. Kg. hat gestern [27.6.] den Ständen durch seine Räte mitteilen lassen, daß ihm die eidgenössischen Gesandten beträchtliche Kosten verursacht haben. Er ließ fordern, ihm die baldige Verabschiedung der Eidgenossen zu ermöglichen und in die Verschreibung über die Bezahlung der eidgenössischen Knechte einzuwilligen. Die Stände haben sich daraufhin zu Beratungen zurückgezogen. Wie ihre Entscheidung ausfällt, weiß er nicht. Er bezweifelt jedoch, daß die Stände dies tun werden, es sei denn, der Kg. kann einige Ff. in separaten Verhandlungen gewinnen. Er hat aber erfahren, daß eine Mehrheit der Ff. abgeneigt ist.
    [3.] Der Kg. von Frankreich hat die Reichsversammlung aufgefordert, Gesandte zu ihm zu schicken, denen er Geleit geben und sie in Ehren empfangen wird [Nr. 173]. Auch soll die Reichsversammlung sich für die Freilassung seiner Gesandtschaft einsetzen. Nit waiß ich, waz geschieht.
    [4.] Er erwartet, daß der Schwäbische Bundestag morgen zu Ende gehen wird.

    «9.8. Nördlingen  »

    « Nr. 600 Instruktion Nördlingens für Ulrich Strauß (Altbürgermeister) als Gesandten an den kgl. Hof »

    [1.] Nördlingen hat das Privileg, daß im Umkreis von zwei Meilen kein Jahr- oder Wochenmarkt abgehalten werden darf1; dem entgegenstehende Privilegien sind ungültig. Gf. Joachim von Oettingen hat dennoch das Recht zur Abhaltung eines Jahr- und Wochenmarkts in Wallerstein erlangt.2 Ein kgl. Mandat zu dessen Aufhebung war erfolglos. Bürgermeister Ulrich Strauß und Alt-Bürgermeister Gabriel Eringer verhandelten im vergangenen Jahr ergebnislos mit Gf. Joachim und Gf. Wolfgang von Oettingen. Gf. Joachim sieht sich laut seiner Antwort befugt, von seinem Privileg Gebrauch zu machen. Dies ist für Nördlingen inakzeptabel. Der Kg. soll deshalb erneut ersucht werden, unter Strafandrohung die sofortige Abschaffung dieser Märkte zu verfügen. Sobald er das Mandat erhalten hat, soll er unverzüglich dessen Zustellung an Gf. Joachim durch einen kgl. Boten veranlassen und sich um eine Abschrift zu ihrer Verwendung bemühen.
    Š[2.] Falls er die ihm früher aufgetragenen Angelegenheiten3 noch nicht am kgl. Hof vorgebracht hat, soll er dies nachholen.
    [3.] Der Kg. forderte die Stadt mit Schreiben vom 7. September 1505 auf, über die jährliche Stadtsteuer und andere Abgaben an das Reichsoberhaupt oder an Dritte Bericht zu erstatten.4 Sie konnten nicht früher Antwort geben, da zuerst der Kg. vom Reich abwesend war und sie selbst in der Folge von einer Vielzahl von Angelegenheiten beansprucht wurden. Nördlingen gibt den Gff. von Oettingen jährlich 700 Malter Korn und dazu 300 Pfd. Heller. Die Stadt ist finanziell überlastet. Der Gesandte soll den Kg. um ein Schreiben an die Gff. ersuchen, worin diese aufgefordert werden, zu begründen und urkundlich zu belegen, warum sie das Geld seit so langer Zeit bekommen. Er soll den Kg. außerdem um eine Verringerung dieser Abgabenlast bitten.

    Nördlingen, 3. Mai 1507 (montags des hl. creuz tag invencionis).
    Nördlingen, StdA, Missivbücher 1507, fol. 31’-32’, 32’-34 (Kop.).

    « Nr. 601 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Er ist am 10. Mai (montag nach dem suntag vocem jocunditatis) in Überlingen eingetroffen und hält sich noch dort auf. Zwar wurden die Anwesenden durch den Kg. hierher beschieden, doch erfolgte bislang noch kein Vortrag über dessen Anliegen.
    [2.] Am kgl. Hof heißt es, daß Genua verloren sei; die Stadt sei dem frz. Kg. übergeben worden.
    [3.] Derzeit findet in Schaffhausen ein großer Tag der Eidgenossen statt. Der Kg. und die im Namen des Reiches in Konstanz versammelten Stände haben Gesandte dorthin Šabgeordnet, auf mainung, sye seynt teucz und gehernt on mittl zu teuczer nacion, daß sye daßselb wöllnt zu herzen fassen und auß schuldiger pflicht helfen und raten, damit die er und wird, so teuczer nacion an der ksl. krönung wurde ligen, helfen behalten. Er wird sie zu gelegener Zeit ausführlicher über die Instruktion der Reichsgesandtschaft [Nr. 216] informieren. Hier in Überlingen wurde glaubwürdig berichtet, daß die Eidgenossen die Reichsgesandtschaft mit großen Ehren empfangen und beschlossen hätten, eine Gegengesandtschaft zur Antwort an die Reichsversammlung nach Konstanz abzuordnen. Er wird darüber Bericht erstatten.
    [4.] Sobald der Kg. nach Überlingen oder Konstanz kommt, wird er mit ihm instruktionsgemäß [Nr. 600] über die Angelegenheiten Nördlingens verhandeln.

    Überlingen, 15. Mai 1507 (samstag nach dem hl. auffarttag).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 68–68’ (eh. Or. m. S.).

    « Nr. 602 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Vortrag von Gesandten Kg. Maximilians an die in Überlingen versammelten Schwäbischen Bundesstände und Verhandlungen darüber; Einladung an Hg. Albrecht von Bayern zum Bundestag; [2.] Ankunft Kg. Maximilians und der eidgenössischen Gesandtschaft in Konstanz; Kapitulation Genuas vor Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Angelegenheiten Nördlingens.

    Überlingen, 17. Mai 1507 (montag nach dem suntag exaudi). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 318–319’ (eh. Or.).

    [1.] /318/ Fursichtigen, ersamen und weisen. Mein willig, berayt dienste seynt euer waißheyt zuvoran berayt. Lb. Hh., ich [gebe] euch zu vernemen, daß ich auf montag nach dem suntag vocem iocunditatis [10.5.] nestverruckt mit andern gen Überlingen kumen pin, an demselben ort der röm. kgl. Mt. botschaft gefunden, nemlich H. Cristoffen Schencken zu Lindburg, H. Erasmus Toppler, Dr. und pfarrer zue St. Sewolten zue Nuremperg, und H. Jorgen von Emershofen. Die habent unß, der versamlung, in namen röm. kgl. Mt. auf ir credenz und instruktion [Nr. 273] von nuem gebeten, unß in kainen weg von Überlingen abzescheiden one weyter underricht und befelch röm. kgl. Mt., und darauf unß in kraft irer credenz röm. kgl. Mt. beger fürgehalten, und erstlich Hg. Albrechten, unsern gn. H., ernstlich zu unß, der versamlung, in aigner person auf eest, so es sein mug, zu erfordern. Daß ist also von stund an beschechen [Nr. 87].
    Zue dem andern, so het unß röm. kgl. Mt. lassen furhalten acht artikl, die sollent wir beratschlagen auf daß erst, es gesein mug, und alßdan die seiner kgl. Mt. zusenden. Von erst betreffent ist die Reichenau, der ander die von Straßburg betrefent, der dritt die heckenreyter betrefent, der vierd die, so noch an dem anschlag zue Kollen schuldig seynt, der funft Hg. Albrechten und Hg. Fryderichen betrefent, der sechst Hg. von Burgundi und Rettl betrefent, der sibend den alten Pfgf. [Kf. Philipp] betrefent, der acht einen burger in ainer Reych stat betrefent, der röm. kgl. Mt. übel geredt haben soll [Nr. 273]. Die acht artikl seynt all in gemain seiner kgl. Mt. vorantwurt auf mainung, wie Šdaß seiner zeit der abschid zu erkennen geben wurdet. Und alß wir ob beschluß diser artikl gesessen, kam unß antwurt von Hg. Albrecht [Nr. 88]: Unser schreyben hab sein Gn. vernomen; wiewol sein Gn. diser zeyt seiner Gn. leibs halben nit wol geschickt, aber /318’/ in ansechung unsers begerens wölle sich sein Gn. auf nestkünftigen donrstag nach pfingsten [27.5.] in aigner person zue unß gen Uberlingen on verzug fugen und darauf die gemessigt hilf, so sein Gn. auf nestverrucktem puntstag mi[sericordi]a Domini [18.4.] zu Augspurg zugesagt und auf suntag trinitatis [30.5.] nestkunftig so zue Fryberg erscheinen solt, erstreckt biß auf nestkunftigen St. Ulrich tag [4.7.]; ob derselb span nit hingelegt, daß man dan daß, so vor auf trinitatis angesechen worden ist, auf St. Ulrichs tag volstreck. Daß hab ich euch alß meinen Hh. unverkundt nit wöllen lassen.
    [2.] Weyter wyst, daß röm. kgl. Mt. am samstag nach dem hl. auffarttag [15.5.] in der neunden stund vor mitternacht zue Costens eingeritten ist wol gerist. Und send im all Ff. und botschaften, so zue Costens ligent, entgegengeritten. Darzue send auf obgemeltem tag die Aidgenossen von allen orten auch zue Costens eingeritten mit LXXXV pferden. Und, alß man unß sagt, tapfer personen im ansechen darunder seynt. Und ist die sag, sye wollent sich mit den stenden deß Reychs mit einer maß vertragen, habent auch all ir kriegsvolk von dem Kg. von Frankenreich heim erfordert, seynt auch all heimkumen. Aber die von Genowa habent den Kg. von Frankenreich eingelassen und im geschworen etc.
    [3.] Nun hab ich auf euer weißheyt befelch, mir in meinem abschid gegeben, noch nichtz gehandelt, ursachen halb, daß die röm. kgl. Mt. zue Überlingen noch nit erschinen. Ob sich aber seyner Mt. zuetun verlengern wolt, pin ich in hoffnung, von der versamlung ein zimlich urlab zu erlangen. Alßdan wolt ich mich von stund an zu röm. kgl. Mt. fugen und meins höchsten fleyß in euern bevelch beleyben; und /319/ waß mir alßdan begegnet, euch alß meinen Hh. nit verhalten. Dan euch und gemainer statt mugen nuczpar dienstparkeyt ton, will ich meins vermügens willig erfunden werden. Geben zu Überlingen, auf montag nach dem suntag exaudi [17.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zue Nördlingen.

    « Nr. 603 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verlegung des Schwäbischen Bundestages von Überlingen nach Konstanz; bevorstehende Ankunft Hg. Albrechts von Bayern; Verhandlungen Kg. Maximilians und der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen; [3.] unglaubwürdige Freundschaftsbekundungen der französischen Gesandtschaft in Konstanz; Gerüchte über eine bevorstehende Einigung mit den Eidgenossen zur Rückeroberung Mailands.

    Konstanz, 20. Mai 1507 (donrstag nach dem suntag exaudi). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 312–312’ (eh. Or.).

    [1.] /312/ Fursichtigen, ersamen und weisen. Mein ungespart, willig dienste seynt euer fursichtigkayt zuvoran mit willen berayt. Lb. Hh., ich hab euch in kurzen verruckten Štagen von Uberlingen auß geschryben und, waß sich nach meinem abschid, sovil mir bewust ist, begangen, bey euerm stattboten schryftlich bericht etc. [Nr. 602]. Nun, günstigen, lb. Hh., ir wist, daß die röm. kgl. Mt. unß, die hauptleut und rat, gen Uberlingen beruft, da wir dan all alß die gehorsamen erschinen, aber die röm. kgl. Mt. unß eilentz gen Costens erfordert, alß wir auch von stund an erschinen und nun zue Costens seynt. Waß mit unß in namen röm. kgl. Mt. gehendelt werden will, ist unß allen auf dato verborgen, aber in meiner vorigen schryften nit underlassen, euch zu erkennen geben, daß mein gn. H., Hg. Albrecht, gemainen Punt zugut auf dunrsta[g] nach dem nestkunftigen pfingstag [27.5.] bey unß sein will. Acht ich wol, daß in mitler wil nichtz sunders mit den Punts verwanten gehandelt werd, angesechen, daß die Aigenossen von allen orten hie zue Costens seynt auf erfordern röm. kgl. Mt. und gemainer stend deß Reychs, so yecz zue Costens seynt. Mit denen handelt man fur und fur in sachen, ob man mechte waß machen, daß gemainen stenden deß Hl. Reychs zugutenkommen und dienen mocht.
    [2.] Weyter, auf den bevelch, so ich von euer ersamen weißhayt [habe], will ich kainen fleyß meins vermugens und clainer vernunft, so ich trag, armen und reychen zu nucz und gutem nit sparen, sunder, so erst ich ankumen mag, procedieren und handlen, in guter hoffnung, der almechig Gott werde die von Nördlingen irer aufrechten, getruen und erbern handlungen, so unser eltfordern, auch wir zum dickermalen dem Reych auß gehorsam mit darlegung leibs und gucz, widergelten etc.
    [3.] Hofmer: Der Kg. von Frankenreych hat sein treffenlich botschaften zue Costens und tut sich zum hechsten gegen röm. kgl. Mt. und den stenden deß Reychs deß einnemens der statt Genuwa /312’/ entschulden, auf mainung, sye gehor zum Hm. Mayland. Und so er alß Kg. zue Frankenreich Mayland zue lechen trag, sey er schuldig, also ze handlen, daß, so zu gedachtem Hm. diene, einzuebringen, und in kainer andern weiß. Und so die röm. kgl. Mt. nach ksl. kronung ziechen wöll, alßdan er alß ain Hg. zue Mayland helfen und raten alß ein lechenher, auch wie er von deß Hl. Reychs wegen schuldig sey mitzuziechen, mit fil geblenter reden etc. [Nr. 154, Pkt. 3/8]. Aber die gemain red ist, man werde sich mit den Schweizern einen und inen ein merklich summ geld jarlich zu sold verschreyben, damit Mayland wider zum Reych kumm, doch daß die frey und Reychs stett daß gelt alle jar dargebent. Daß alles fug ich euch, so yecz auf dato vor augen ist, alß meinen Hh. zu vernemen und in mugen nachdenken, so es an euch kem, sich mugen dester ee in handel ze schicken. Geben zue Costens, am donrstag nach dem suntag exaudi [20.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.

    « Nr. 604 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Unterbrechung des nach Konstanz verlegten Schwäbischen Bundestages; Gerüchte über eine bevorstehende Einigung mit den Eidgenossen, Einberufung eines eidgenössischen Tages nach Zürich; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Streit Šüber die Jahr- und Wochenmärkte mit Gf. Joachim von Oettingen, Einnahme einer Strafabgabe Nördlingens durch Gf. Joachim; [3.] Uneinigkeit der Reichsstände über das weitere Vorgehen bezüglich französischer Agenten in Konstanz.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (auf den hl. pfingstag). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 159–159’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /159/ Fursichtig, ersamen und weisen. Mein willig, ongespart dienste seynt euch bevor. Gunstigen, lb. Hh., ich hab euch vor dato in schryften zu erkennen geben, daß die röm. kgl. Mt. unß, die stend des Punts, so zue Uberlingen auf erfordern seiner kgl. Mt. gelegen, gen Costens beruft und erfordert, alß wir dan all an demselben ort seynt [Nr. 603, Pkt. 1] , aber auf dato noch nichtz erfordert. Darumb ich diser zeit euch alß meinen Hh. von allen hendlen, so yez vor augen seynt, gar kain anzaigen tun kan, dan daß zu Costens gewesen seynt bey röm. kgl. Mt. die zwelf ort von den Aidgenossen. Und ist daß gemain geschray, die Aidgenossen werdent sich mit röm. kgl. Mt. und den stenden deß Hl. Reychs in einigkeyt vertragen. Und ist deßhalben ein ander tag gen Zirch furgenomen und namlich auf suntag nach trinitatis schirstkunftig [6.6.]. Da wöll in aygner person die röm. kgl. Mt. mit andern stenden deß Reychs erscheinen. Gott wöll, daß es wol geraten.
    [2.] Weyter, lb. Hh., fug ich euch zu vernemen, daß angebracht ist an die röm. kgl. Mt. die zwen artikl, nemlich daß röm. kgl. Mt. will Gf. Joachim [von Oettingen] mandieren bey einer pen, seiner furgenomen jar- und wuchenmerkt müssig stee, auch auß aigner bewegnuß ein wissen wollen von der Hft. haben, woher und auß waß ursachen sye so lang die Reychs gult mitsampt den IIIC Pfd. h. strafgelt einnement; und so daß beschicht, alßdan verer handlen und den von Nördlingen gnad darinen beweisen etc. Und so die schreyben also vertig werdent, will ich die in kraft meins bevelchs yedes ordnen, da es hinkert, und von yeder copein entpfachen und euer weißheyt zusenden.
    [3.] Weyter von wegen der gefangen s[ecre]tairen, so auß fenknuß kumen ist, find ich in rat dreyerlay mainung. Ein teyl rat, man soll in ir bas widergeben; ein deyl /159’/ will, man solle im es nit widergeben angesechen ir bekantnuß; so will der drytt teyl, man solle weiter nach in stellen und so wider zu gefangnuß bringen. Aber in summa ist ir aller rat, sy nit auß sorgen ze lassen. Daß alles hab ich euch alß meinen Hh. im besten nit wollen verhalten, euch mit der zeit haben darnach ze richten. Geben zu Costens, auf den hl. pfingstag [23.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nordlingen.

    « Nr. 605 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verweist auf seinen letzten Bericht1, wonach er durch die Vermittlung Niklas Zieglers beim Kg. zwei Schreiben erwirken konnte: eine Aufforderung an die Gff. [Joachim und Wolfgang] von Oettingen, mitzuteilen, auf welcher rechtlichen Grundlage sie jährlich 700 Malter Korn und 300 Pfd. Heller einnähmen, außerdem ein Pönalmandat an Gf. Joachim Švon Oettingen, sein Privileg über die Jahr- und Wochenmärkte nicht länger auszuüben, sondern die Rechte der Stadt Nördlingen zu respektieren.2 Das Schreiben an die beiden Gff. beruht auf sich. Doch das geänderte Mandat wollte er in der kgl. Kanzlei nicht akzeptieren, da demnach der Propst von Ellwangen [Albrecht Thumb von Neuburg] und Hans von Hürnheim den Auftrag erhalten sollen, zwischen den beiden Parteien einen gütlichen Vergleich herbeizuführen oder ggf. die Angelegenheit zum rechtlichen Entscheid an den Kg. zu remittieren. Sixtus Ölhafen nahm ihn daraufhin in den kgl. Rat mit. Dort legte er, Strauß, dar, inwiefern diese Regelung für Nördlingen nachteilig wäre. Insbesondere verwies er auf das frühere kgl. Mandat an Gf. Joachim und legte eine Abschrift davon vor; demnach hat der Kg. in Anbetracht des von Ks. Friedrich ausgestellten Privilegs für die Stadt, wonach im Umkreis von zwei Meilen keine Jahr- und Wochenmärkte abgehalten werden dürfen3, das Jahr- und Wochenmarktsprivileg der Gff. kassiert. Er beantragte deshalb vor den kgl. Räten ein weiteres kgl. Pönalmandat an Gf. Joachim. Anschließend sprach Dr. Erasmus Topler mit ihm und riet, die Schiedskommission zu akzeptieren; ein Mandat wäre wirkungslos, da Gf. Joachim eingewandt habe, daß sein Privileg infolge langjähriger unbestrittener Possession rechtskräftig sei. Nach der Anhörung beider Parteien könne der Kg. indessen aufgrund der Sachlage entscheiden. Bittet um diesbezügliche Weisungen.
    Das kgl. Schreiben an die beiden Gff. [Joachim und Wolfgang] hat er zurückgehalten, da es von einem kgl. Boten übergeben werden soll.

    [2.] Ich solt euch auch mer copeyen [zusenden], wie ich dan geschryben hab der hendel halben, so hie zu Costenz vor augen seynt. So send gescheft fil. Dan da man mir sye gibt, geschicht in grossem vertrauen. Hett man nit alwegen der weil. Ich wil ir aber nit vergessen [Datum, Unterzeichnung].

    Konstanz, 28. Mai 1507 (freytag nach dem hl. pfingstag).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 32–33’ (eh. Or.).

    « Nr. 606 Weisung von Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen an Ulrich Strauß »

    [1.] Bestätigen den Empfang zweier Berichte samt den beigelegten Abschriften.1 Erklären ihre Zustimmung zum Schreiben Kg. Maximilians an die Gff. [Joachim und Wolfgang] von Oettingen wegen der Korngülte. Sie haben über das Mandat wegen der Jahr- und Wochenmärkte ausführlich beraten und sind zu dem Ergebnis gelangt, es dabei zu belassen, daß das Verhör durch den Propst von Ellwangen und Hans von Hürnheim durchgeführt wird, in der Hoffnung, daß sie nicht gegen die Stadt sein werden.
    [2.] Was die anderen Angelegenheiten und die zugesandten Abschriften angeht, hand wir nit klain verwundern ob disen seltzamen hendeln. Got wolle es nach seinen Šgottlichen gnaden dem Hl. Röm. Reich, gemainer teutschen nation und uns armen zu trost und gut zu dem allerbesten ordnen und schicken. Beauftragen ihn zu weiterer Berichterstattung.

    Nördlingen, 2. Juni 1507 (mitwochs nach dem sontag trinitatis).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 24–24’ (Or.) = Textvorlage A. Nördlingen, StdA, Missivenbücher 1507, fol. 41 (Kop.) = B.

    « Nr. 607 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages in Konstanz: Beschwerde Kg. Maximilians über Straßburger Bürger; [2./6.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] RT-Verhandlungen über die Romzughilfe; [4.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Befreiung von künftigen Reichssteuern; [5.] Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und Hg. Albrecht von Bayern über den niederbayerischen Erbfolgestreit.

    Konstanz, 2. Juni 1507 (unsers Herrn fronleichnams abent). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 249–251 (eh. Or. m. S.).

    [1.] /249/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein ongespart, willig dienste seynt euer weißheyt bevor. Günstichen, lb. Hh., ich hab euch vergangner zeit in schryften zu erkennen geben, waß unser allergnst. H., der röm. Kg., der versamlung deß Punts zue Überlingen artikelweiß in schryften [Nr. 602, Pkt. 1]  zue erkennen geben, under den ain artikel gewesen, die statt Straßburg betreffent [Nr. 273, Pkt. 2] , auf wölichen artikel röm. kgl. Mt. von den Punts verwanten rate begert. Also ward die versamlung deß Punts beratig, den von Straßburg deß artikls, sye berürent, ein abscheyt zu behendigen. Auf welichen clagartikl die von Straßburg durch ir tapfer ratsbotschaft sich bey röm. kgl. Mt., auch bey gemainer versamlung deß Punts mündlich und auch schryftlich verantwurt, welcher ir getanen antwurt ich schryftlich euch alß meinen Hh. hiermit auch copi zueschicken tue.1 
    [2.] Und darneben gib ich euer weißheyt zu erkennen, daß ich auf streng anhalten bey der röm. kgl. Mt. räten daß mandat auf Gf. Joachim erlangt, daß im die röm. kgl. Mt. geput, mit seinen erlangten freyheyten, die jar- und wuchenmerkt betreffent, stillsten soll und die von Nördlingen in irer erlangten gnad und freyhayten nit turbieren und zu beschwern, wie dan daß die copi lauter zue erkennen gebt, so ich euch hiemit tue zusenden etc.2 
    [3.] Weyter, lb. Hh., wiewol ich diser zeit in deß Hl. Reichs rat nit geordnet pin, yedoch fleyß ich mich, daß ich, sofil ich kan und mag, zimlich erfaren tu, waß doch die hendel seynt, damit man diser zeit umbget. Waß ich dan bißher erlernen hab mügen, ist euch in meinen schryften, von mir zukumen, nit verhalten, alß ich hiemit aber tue: Ich pin bericht, daß gemain stent diser deß Hl. Reychs versamlung, so yecz auf dato zu Costenz seynt, röm. kgl. Mt. verwilligt, einen anschlag einer gar merklichen hilf Šauf daß Hl. Reych zue schlagen, in wölichem furnemen ein enger ausschucz von allen stenden gemacht ist.3 
    [4.] Weyter kan ich /249’/ diser zeit [nicht] mer leuterung geben, aber mich von stund an geflissen. Und so erst ich hab künnen und mügen zue H. Niclausen Ziegler kumen, in alß unsern sundern lb. H. und güten fründ ermant der handlung, so ich in euer weißheyt namen am jungsten durch in bey röm. kgl. Mt. zu Straßburg gehandelt. Dan da hab ich mit grund der warhayt angezaigt der von Nordlingen onvermugen und auch deßselben onvermügens ursachen und herkumen von einem zu dem andern und darneben begert, daß unser allergnst. H., der röm. Kg., auß gnad und auch auß unser notdorft so gnedig sein wöll und unß etliche jar und zeit mit einem gnadenbrief versechen, daß wir in den anschlegen deß Hl. Reychs nit gezogen, angesechen, daß die von Nördlingen vormalen in vil weg auß der pflicht sich dem Hl. Reyche zugut in merklich schulden geschlagen, mit mer worten etc. Damalß mir in euer weißheyt namen von im in namen röm. kgl. Mt. angesagt, sein kgl. Gn. bekant der von Nördlingen gehorsam, auch im entdeckt ir unvermügen. Aber es stend in seiner kgl. macht nit, unß laut unsers begerens also zu freyen. Aber so es an daß kem, daß anschlagen furgenomen und gemacht wurdent, solt man sein Mt. manen, wolt sich sein kgl. Mt. halten alß unser allergnst. Kg. und H.
    Solicher gn. red und zusagens ermant ich H. Niclausen Ziegler mit freuntlicher pitt und beger, daß er den von Nördlingen zu gut und nucz bey röm. kgl. Mt. nit in vergessen wollt stellen. Ob er aber fur sein person beschwerd darab haben oder nemen wölt, were mein frundlich bitt und begern, mich seiner kunftig zeit zue röm. kgl. Mt. gelegner stund zu bringen, wolt ich selbst in euerm namen mit kgl. Mt. handlen. Also ward mir von H. Niclausen geantwurt, ich bedorft /250/ kainen zweyfel tragen nach haben, alles, daß in seinem vermügen stend, den von Nördlingen zugut bey röm. kgl. Mt. kunnen oder mügen erlangen, darinen alzeit willig wollen erfunden werden. Aber diser zeit auf mein begern mugen bey kgl. Mt. handlen, gedeucht in nit fruchtper, angesechen, man muste vor erwarten, daß der anschlag beschlossen würd. Sagt ich, es were wol war, es were auch mein will noch mainung nit gewesen, auf dizmal also ze handlen, allain in ermant, so es an daß kem, der von Nördlingen nit wollen vergessen, dan seiner gescheft wernt fil etc.
    [5.] Weyter, lb. Hh., auf samstag nach dem hl. pfingstag nestvergangen [23.5.] ist Hg. Albrecht gen Überlingen kumen und von stund an die röm. kgl. Mt. sich zu im gen Überlingen gefugt und niematz mit im von den stenden deß Hl. Reychs genomen. Ist bey unß, den bundischen, fur gut angesechen, auf mainung, sein Mt. werde sich mit Hg. Albrecht Wasserburg halben vertragen. Daß möchten wir gar wol erleyden.
    Daß alles hab ich euch alß meinen günstigen und lb. Hh. im besten nit wöllen verhalten, euch zum teyl darnach haben seinerzeit zu richten. Dan euer weißheyt und gemainer statt Nordlingen frumen und nucz mugen schaffen, pin ich schuldig und daßselb in allweg willig. Geben zu Costenz, an unsers Herrn fronleichnams abent [2.6.]1507.  Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.
    Š[6.] /251/ [PS] Ich hab euer weißheyt oben in diser schryft angezeigt daß erlangt mandat wider Gf. Joachim, meinen gn. H.; daß ist also war, aber auf dato nit mugen besiglet werden. Der gescheft seinent uber die massen fil. So ist mir die copy davon zugesagt, aber auch noch nit mugen bekumen. Yedoch wirt ich nit feyren. Man muß aber auch diser zeit nit streng anhalten, dan daß euch ob- und anligen ist, vint man an andern orten auch derglichen.

    « Nr. 608 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [2.] fragliche Unterstützung des Romzuges durch die Eidgenossen; [3.] Anleihe bei Handelsgesellschaften für den Romzug; [4.] schlechte Lebensbedingungen in Konstanz.

    Konstanz, 7. Juni 1507 (aftermontag nach unsers Hern fronleichnams tag). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 167–167’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /167/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein willig dienste seynt euer weißheyt zuvoran berayt. Gunstigen, lb. Hh., mir ist ein schryft [Nr. 606] von euch zuekumen, dero inhalt hab ich meins verstands vernomen. Nun hab ich euch vor bericht [Nr. 605, Pkt. 1] , waß erstlich auf mein anpringen diß mandat, so wider Gf. Joachim außgan soll, von den kgl. räten beschlossen, also daß man solt baiden parteyen commissarien benennen und daselbst baider tayl gerechtigkayt horn und alßdan die gut versuchen; und ob es gutlich nit gericht würdet, der kgl. Mt. den handel sollen zuschicken. Dan will sein kgl. Mt. declariern. Nun hab ich daßselb euer weißhayt nit verhalten und daruber euern willen darinen zu vernemen, mich mugen darnach haben zu richten. Darauf ist mir antwurt1 von euch worden, also wo es nit anderst sein mug, müß man es also annemen. Ich hab aber von stund an in aigner person wider diß fürnemen bey den künigischen räten gehandelt, alß ich dan euch alß mein Hh. alles gar aigentlichen vor in schryften bericht hab, und daneben anzaigt, daß von den künigischen räten ein verbennt2 mandat mit seiner declaracion angeschaft ist. Daß ist verlangst geschriben, aber nach nit besigelt, ursachen halb der file der gescheft. Ich hang aber fur und fur an, und sobald es besigelt wurdet, wert ich daß bey einem kgl. boten Gf. Joachim lassen antwurten und euch alß meinen Hh. ein glaubwurdig copey davon zueschicken etc.3 
    [2.] Lb. Hh., ist sach, daß yecz von disem tag zue Zirch von Aidgenossen auf den abschid hie zue Costenz gut antwurt wurdet, so stat die sach recht. Aber in der gemain helt man gar nit, daß die Aidgenossen sich von der kron Frankenreich lassen schaiden.
    Š[3.] Weiter yst hie die sag, die röm. kgl. Mt. wolle von den geselschaftern zue Augspurg, Rafenspurg, Memingen und an andern orten hunderttausent fl. haben lechensweiß und die in jarsfrist wider wollen bezalen. Und ob sich die geselschafter deß wurdent un[ter]sten zu widern, wolle sein kgl. Mt. dargegen handlen, daß inen zu nachteyl kumen mocht etc. Kan nit versten, daß man willig sey, auf röm. kgl. Mt. begern ze handlen, sein kgl. Mt. richte dan frid und recht auf im Reych. So daß beschehen sein, wolle yederman daß /167’/ best ton.
    [4.] Lb. Hh., soll ich noch ein claine zeit hie zue Costenz mussen sein, so muß ich krank werden, dan die luft, speiß und trank ist mir ganz wider. Gott wolle alle ding in daß allerbest wenden. Geben zu Costenz, uf aftermontag nach unsers Hern fronleichnams tag [7.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermeister zu Nördlingen.

    « Nr. 609 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen über einen Beitrag der Eidgenossen zum Romzug, Beschluß des eidgenössischen Tages in Zürich, Intrigen der französischen Gesandtschaft in Zürich; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] Untätigkeit des von Überlingen nach Konstanz verlegten Schwäbischen Bundestages, Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Konstanz.

    Konstanz, 12. Juni 1507 (samstag außgang Nördlinger meß). 1 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 256–256’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /256/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein freuntlich, geflissen, willig dienste seynt euer ersamen weißheyt zuvoran mit diensten berayt. Lb. Hh., ich hab euch verruckter tag schryftlich zu erkennen geben, daß die von den ortern der Aydgenossen hie zu Costenz gewesen und da mit röm. kgl. Mt. und den andern stenden deß Hl. Reychs, Kff., Ff. und andern, yecz in deß Hl. Reichs versamlung gehandelt. Waß auch inen, den Aidgenossen, hie zue Costenz zu abschid gegeben, hab ich euch zum tayl alß mein lb. Hh. und frund alles in schryften bericht [Nrr. 603, Pkt. 1/3; 604, Pkt. 1]. Nun weyter euch, sofil ich hab mügen erlernen, irer, der Aidgenossen, antwurt, yecz zue Zierch versamlet, zue berichten, hat es die gestalt: Anfenklich sagent die Aidgenossen, daß sye röm. kgl. Mt. VIIIM man auf sold leichen wollent, einem zue monetsold funf fl., und nit weyter gebraucht söllent werden dan zue ksl. kronung und in kainen weg wider die kron Frankenreich, auch irer anhenger, darzu sich die stend deß Reichs verschreyben umb den sold; und so daß beschech, alßdan wollent sye von einem vertrag reden, wie er in kunftig zeit zwischen röm. Kss. und Kgg. und inen, den Aidgenossen, gehalten werden söll etc.2 Daneben ist offenbar, daß der Kg. von Frankenreich sein treffenlich botschaft auch zue Zirch hat und gibt fil gelde auß auf mainung, sye sollent sich wider in Šnit lassen bewegen. Dan man geb inen wort, aber gar wenig gelcz; und ob sye bißher an der brovision mangl hetten spurt, wolt es sein kgl. Gn. wenden, mit fil gezierten reden, alß sich zu tun in solichen vellen geburt etc., sofil, daß ich alß ein unverstendiger wol abnemen mag, daß sich die Aidgenossen von disem tutten3, der so reichlich fl. gibt, on not nit dringen lassent.
    [2.] Weyter, lb. Hh., ich hab euch zu dem dickermal in schryften zu erkennen geben, daß daß mandat, so auf Gf. Joachim, jar- und wuchenmarkt betreffent, angeschaft ist nach der besten form, aber bißher nach meinem hochsten fleyß nit mugen gevertigt werden. Niczdestminder hang ich an und meiner person kain arbayt noch mue underlassen, biß es gefertigt wirdet.
    [3.] Weyter, lb. Hh., darumb wir vom Punt gen Überlingen und von Überlingen gen Costenz erfordert seynt worden, /256’/ kan ich euch bey glauben gar kainen beschaid geben, waß wir gehandelt oder nüczlichs außgericht habent. Und kan nit anderst sechen, dan daß yederman verdrossen ist. Und sol ich noch ein claine zeit zu Costenz sein, so muß ich es besiechen4. Hg. Fryderich von Sachsen ist gen Costenz komen auf dato dicz briefs. Daß alles hab ich euch alß meinen lb. Hh. und guten frunden im allerbesten nit wöllen verhalten. Damit sey Gott mit unß allen, amen. Geben zu Costenz, auf samstag außgang Nördlinger meß [12.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, elter burgermaister zu Nordlingen.

    « Nr. 610 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [2.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften für den Romzug; [3.] RT-Verhandlungen über Reichskammergericht und Landfriede; [4.] eidgenössischer Tag in Zürich, Beitrag der Eidgenossen zum Romzug; [5.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (freytag nach Viti). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 163–163’ (eh. Or.).

    [1.] /163/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein beraytwillig dienste seynt euer weißheyt bevor. Lb. Hh., euer schreyben [Nr. 608, Anm. 3], mir yecz bey euerm boten zukomen, hab ich vernomen. Und will mich meins vermügenlichen fleyß darinen halten und daß best ton. Aber auf dato ist daß verwilligt mandat noch nit besigelt. So es aber gefertigt wurdet, will ich von stund an damit handlen, alß sich gepurt.
    [2.] Weyter, lb. Hh., ich hab euch in meinen vor zugesanten schryften [Nr. 608, Pkt. 3]  zu erkenen geben, waß röm. kgl. Mt. an die stend deß Reychs, iecz zue Costenz versamelt, in anlechensweiß auf die geselschaften in den stetten deß Reychs zu schlagen und in waß massen daßselb begert werden soll. Schick ich hiemit ain copey [Nr. 163]. Waß aber der stend deß Reychs antwurt der röm. kgl. Mt. wurdet, ist auf dato nit beschlossen.
    Š[3.] Weyter hab ich euch vor auch angezaigt, daß die versamlung deß Reychs röm. kgl. Mt. in kain hilf willigen wollnt, es werde dan vor endlich von röm. kgl. Mt. fryd und recht bestendiger weyß aufgericht, geseczt und geordnet.1 Daß hat röm. kgl. Mt. verwiligt und den stenden der versamlung willen geben, ein form zue machen, wie und in waß massen fryd und recht solle furgenomen werden, wulle sein kgl. Mt. darzue auch helfen und raten daß best. Auf daß ist röm. kgl. Mt. der versamlung gutbedunken [Nr. 169] zugeschickt. Derselben zugeschickten schryften schick ich hiemit auch ein copy zu.
    [4.] Zum dritten, so hab ich euch vormalß auch zu erkennen geben, waß der abschid gegen den Aidgnossen hie zue Costenz auf im tregt, daßselb die Aidgenossen angenomen, hinder sich zu bringen und auf suntag nach trinitatis [6.6.] zu Zirch antwurt geben. Ist beschechen. Dan von wegen röm. kgl. Mt., auch von stenden deß Reychs treffenlich gen Zirch geschickt worden ist, nemlich einen H. von Trier, auch ander etc. Da ist die sag in gehaim, daß röm. kgl. Mt. rät on wissen der stend deß Reychs mit den Aidgenossen einen vertrag [Nr. 246] gemacht und in dem schein, alß ob alle stend deß Reychs yecz zu Costenz darein gewilligt etc. Kan aber nit versten, daß die versamlung darein willigen oder hellen woll. Und ist der vertrag, sofil und ich in vertrauen vernomen hab, daß die Aidgenossen dem Kg. zugesagt auf den Rom zug VIM knecht und einen knecht den monat IIII½ fl., auch /163’/ toppelsoldner, darzu XX knechten ein troßpferd und sold darauf funf fl. Darzu wollent sye von den stenden deß Reychs verschreybung und gewerschaft haben irs solds, und in sunderheyt III monat sold vor hinauß etc. Auch sol sye röm. kgl. Mt. zu ewigen tagen fur daß kamergericht gefreyt haben und sye aller vergangner hendeln geapsolviert und nachgelassen haben.2 Waß daß auf im tregt, will Gott, daß eß gut werd.
    [5.] Item Hg. Albrechts handel halb ist irriger dan nie. Die röm. kgl. Mt. tut dem nit gleich, alß wir unß verhoft hetten. Waß in dem und anderm weiter gehandelt, wirdet, sofil und mir muglich ist, euch nit verhalten. Ich kan euch minder anzaigen endung dicz tags dan vor vier wuchen. Damit sey Got mit unß allen. Geben zu Costenz, auf freytag nach Viti [18.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.

    « Nr. 611 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Š[1.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes, Wunsch Hg. Albrechts von Bayern nach Abreise aus Konstanz; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] schleppender Verlauf des RT; [4.] Vigilien und Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien.

    Konstanz, 20. Juni 1507 (suntag nach Viti). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 43–43’ (eh. Or.).

    [1.] /43/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein beraytwillig dinste seynt euer weyßhayt bevor. Lb. Hh., so diser bot mir zugestanden ist, geb ich euch alß meinen Hh. zu vernemen, daß mein gn. H., Hg. Albrecht, auf dato diz briefs hinweg hat wollen und sich auf freytag davor [18.6.] also von kgl. Mt., auch von den stenden deß Reichs, auch den puntsverwanten geurlapt. Aber röm. kgl. Mt. hat in nit hinwegzuziechen wöllen erlauben und im, Hg. Albrechten, zugesagt, in gar kurzen tagen wölle sein Mt. im endlich ab seinem handel gnediglich helfen. Aber wir püntischen künden auf unser anpringen, so von gemainer versamlung an sein Mt. geton1, noch auf dato kain antwurt erlangen.
    [2.] Weyter, lb. Hh., daß zugesagt mandat ist noch auf dato nit gefertigt, und pin doch im manen nit hinlessig. Nun wolt ich gern mit etlichen hofraten reden, so besorg ich nun, ich mach H. Sixten Olhafen verdrießlich. Dan er mir gute wort gebt, allain er wölle so erst, er kund und müg, es selb vertigen; ich müß gedult tragen. Dem muß ich also warten.
    [3.] Ich kan wol versten, daß die versamlung verdrießlich will werden, angesechen, daß alle fürnemen bey röm. kgl. Mt. langsam zu end laufen wöllnt.
    [4.] Ich sölt euer weißhayt hofmer zuschreyben: So waiß ich auf dato nichtz besunders, dan daß die röm. kgl. Mt. Hg. Filipsen, den Kg. von Kastelien, zu Costenz auf St. Veits tag [15.6.] mit figili und an dem mitwüchen darnach [16.6.] mit selampten mit grosser gezierten in tom hat lassen begen in beysein seiner Gn. gemachel und allen stenden deß Reychs, so hie seynt zu Costenz, iedem nach seinem stand statt lassen geben, dan den von den stetten deß Reychs nit. Wer dagewesen und wie ein yeder auf der rechten und linken seyten gestanden, will ich hinnachschicken [Nr. 715 (F)]. Hat mir auf dato nit mugen werden. Damit sey Got mit unß allen, amen. Geben zu Costenz, auf suntag nach Viti [20.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Straus der elter, alter burgermeister zu Nördlingen

    « Nr. 612 Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen an Ulrich Strauß »

    [1.] Die beiden Nördlinger Bürger Martin Altheimer und Melchior Hartmann wurden vor ca. vier Jahren im Namen Tailackers und Henßlinschwerts gefangengenommen und mußten damals beeiden, sich nach Aufforderung in Drachenfels einzufinden. Dennoch sahen sich die beiden Bürger dazu nicht verpflichtet. Dessenungeachtet erhebt Oswald von Weiler – der sich in Thann aufhält – Forderungen in diesem Zusammenhang. Übersenden die Supplikation der beiden Bürger.1 Sie hoffen, daß die Angelegenheit mit dem Verfahren zwischen Hg. Ulrich von Württemberg und Tailacker2 erledigt ist. Er soll den Bundesstädtehauptmann [Neithart] und die Bundesräte der Städte informieren.3 
    Š[2.] Er kennt die Antwort der Gff. von Oettingen auf das kgl. Schreiben wegen der Reichssteuern und der Korngülte [Nr. 445]. Die Gff. wollen die Sache wohl verzögern. Er soll sich durch Niklas Ziegler um eine baldige Erwiderung des Kg. an die Gff. bemühen.
    [3.] Bestätigen für den 21. Juni den Empfang seines Berichts mit etlichen Beilagen.4 Ab solichen selzsamen handlüngen haben wir nit klain verwündern und bevelhen die dem Allmechtigen. Er soll wegen des noch nicht ausgefertigten Mandats gegen die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte zu angemessener Zeit wieder vorstellig werden.

    Nördlingen, 21. Juni 1507 (montags nach Viti).
    Nördlingen, StdA, Missivenbücher 1507, fol. 47–48 (Kop.).

    « Nr. 613 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes, Zurückstellung der Hg. Albrecht von Bayern bewilligten Bundeshilfe; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte, [3.] Einnahme einer Strafabgabe Nördlingens durch Gf. Joachim von Oettingen, [4.] Befreiung Nördlingens von künftigen Reichssteuern; [5.] Bewilligung einer Romzughilfe durch die Reichsstände; [6.] Resolution des Großen Ausschusses zur Romzughilfe.

    Konstanz, 23. Juni 1507 (St. Johans abent). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 214–214’ (eh. Or.).

    [1.] /214/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein ongespart, willig dienste seynt euch bevor. Lb. Hh., alß ir wist, daß Hg. Albrechten [von Bayern] vom Punt ein hilf zugesagt und gemessigt worden ist, und erstlich solt dieselb hilf erschinen sein auf suntag trinitatis [30.5.] zu Fryberg und nachvolgent erstreckt biß Udalrici [4.7.].1 Fug ich euer ersam weyßhayt zu vernemen, daß die röm. kgl. Mt. von nuem von bayden teylen die irrigen sachen vur hand genomen, ferer erclerung endlich wollen ton etc. Darauf mögt ir abermalhen mit der anzal euer hilf auf weytern entschaid stillstan etc.
    [2.] Weyter, alß von wegen deß zugesagten mandats, kan ich noch nit zu end bringen. Und sagt mir H. Niclas Ziegler, auch H. Sixt Olhafen fur und fur zu, ich soll gedult tragen, es müß bald gefertigt werden. Besorg ich nun, es ste etwas darhinder, daß die sach verhinder. Wie sol man im aber ton, man muß im wol außwarten. An mir ist kain mangl ansuchens halb.
    [3.] Weyter, lb. Hh., von wegen der antwurt, so baid mein gn. Hh. von Ottingen der röm. kgl. Mt. auf ir Mt. begerd getan solten haben [Nr. 445], ist noch auf dato nichtz zukumen. Nun hab ich fur mich selbst mit H. Niclassen Ziegler geredt auf mainung, ich besorg, daß langsam antwurt fallen werd, und ob er raten wolt, daß röm. kgl. Mt. sollich gült, korn und gelt bey euer weyßhayt tete in arest legen so lang, biß die von ŠOttingen ir Mt. grundlich anzaig teten irer gerechtigkayt etc. Sagt H. Niclaß, es [sehe] in auch gut an, aber er wolte es also an die röm. kgl. Mt. langen lassen; und waß seiner Mt. mainung und will darinen sein wolt, wolt er mir nit verhalten.
    [4.] Daneben tet ich H. Niclassen aber manen an daß gn. röm. kgl. Mt. zusagen, zu Straßburg geschechen2, auf daß anzeig deß unvermugens ains rats zu Nordlingen, ob anschleg im Reych furgenomen und beschehen wurdent, die von Nördlingen in gnedigem bevelch wollen halten und haben. Er, H. Niclas, mir auch zugesagt, selbs also ein maner wöllen sein. Hat er mir des red gestanden und von nuem verwiligt, sein best in dem und anderm zu ton.
    [5.] Nun vernim ich, daß die stend deß /214’/ Reychs zu einer hilf röm. kgl. Mt., die ksl. kronung zu erlangen, XVIIIM man, IIIIM zu roß und XIIIIM zu fuß [bewilligt haben] [Nr. 174, Pkt. 1]. Ob sich aber röm. kgl. Mt. der mit der maß, und auch die stend deß Reychs angezaigt, setigen last oder nit, ist noch nit vor augen. Daß alles hab ich euch alß meinen Hh. im besten nit wollen verhalten. Ich solt euch schryben endung deß tags: Ist mir verborgen, dan daß man stets vor und nach mittag handelt. Geben zu Costenz, an St. Johans abent [23.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Straus der elter, alter burgermaister zu Nordlingen.
    [6.] [PS] Ersamen, lb. Hh., alß ich disen brief beschliessen wolt, ward mir dise copei, so der außschuß in der versamlung deß Reichs auf beger röm. kgl. Mt., die hilf betreffent [Nr. 174], gemacht. Schick ich hiemit zu. Und wolt vast gern allenthalben daß best ton, damit ich euch und andern stetten daß gelt nit umbsunst tet verzeren etc.

    « Nr. 614 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Nachdem er seinen vorigen Brief [Nr. 613] bereits verschlossen hatte, ging er abermals in die kgl. Kanzlei, um [die Ausfertigung des kgl. Mandats] anzumahnen. Sixtus Ölhafen zeigte ihm die Antwort der Gff. von Oettingen [Nr. 445] auf das kgl. Schreiben und erlaubte ihm unter der Auflage, strenges Stillschweigen zu wahren, deren Abschrift. Er fragte Ölhafen um Rat, wie er weiter beim Kg. vorgehen solle. Dieser antwortete, daß er es nicht wisse, jedoch darüber nachdenken wolle.1 

    ŠKonstanz, 23. Juni 1507 (St. Johans abent sunwenden). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 25, 26’ (eh. Or.).

    «9.9. Nürnberg »

    « Nr. 615 Weisung der Nürnberger Hh. Älteren an Dr. Erasmus Topler »

    [1.] Verhandlungen mit Kg. Maximilian über ein Appellationsprivileg für Nürnberg und über die kgl. Bestätigung der böhmischen Lehen Nürnbergs; [2.] Finanzierung der Mission Toplers; [3.] Unterstützung einer Angelegenheit Dr. Johann Letschers; [4.] Beschwerde Mgf. Friedrichs von Brandenburg-Ansbach über neue Nürnberger Wehranlagen; [5.] Beschwerde Kf. Philipps von der Pfalz über Nürnberger Übergriffe.

    Nürnberg, 27. April/2. Mai 1507 (eritag nach jubilate/suntag cantate); präs. Konstanz, 6. Mai.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 41–42, 55–57 (Kop., Verm. auf dem Zettel: Item wiewol der brief auf zeit seins datumbs [= 27.4.] gefertigt, ist er doch biß auf datum dieser zettel [= 2.5.] verzogen.).
    Regest: Gümbel , Berichte, S. 288 Anm. 2 und 4.

    [1.] Bestätigen den Empfang seines durch den Boten Erhard Goller (Göler)1  zugestellten Berichts vom 16. April [Nrr. 53/59/98]. Stimmen seinem Vorschlag zu, sich um zwei getrennte Gerichtsprivilegien zu bemühen. Übersenden ihm beiliegend zwei entsprechende ŠEntwürfe.2 Er ist bevollmächtigt, dafür und für die Konfirmation der böhmischen Lehen bis zu 1200 fl.rh. bar auszugeben. Falls er eine Verrechnung mit den kgl. Schulden gegenüber Nürnberg erreicht, so sind sie mit dem Abzug von bis zu 1500 fl. einverstanden; zusätzlich ist er in diesem Fall ermächtigt, dem Kg. die noch ausstehende Stadtsteuer vom vergangenen Jahr in Höhe von 900 fl. bar auszubezahlen. Falls die allgemein für Gerichtssachen geltende Appellationsfreiheit auf 200 fl. begrenzt bleiben sollte, sind sie in Erwägung der in seinem Bericht angesprochenen Aspekte damit einverstanden. Doch die Gerichtsfreiheit bezüglich Handelsangelegenheiten, Immobilien und Ratsdekreten (gepot) soll gemäß dem Entwurf ohne Beschränkung hinsichtlich des Streitwerts gelten.
    [2.] Wider Erwarten konnte die Stadt Straßburg ihm keine 2000 fl. für seinen Unterhalt und andere Ausgaben auszahlen. Sie können dort auch nicht anderweitig Geld aufbringen. Deshalb haben sie beschlossen, mit der nächsten Warenlieferung einige hundert fl. zu schicken. An dem für seine Angelegenheiten notwendigen Geld soll es nicht fehlen. Ersuchen ihn, sich wie bisher nach Kräften für die Nürnberger Angelegenheiten einzusetzen.
    [3.] [PS] Dr. Johann Letscher hat sie über eine Angelegenheit informiert, wegen der er bereits mit ihm, Topler, korrespondierte. Weisen ihn an, sich neben Sixtus Ölhafen für Letscher zu verwenden und ihm das in der [kgl.] Kanzlei oder sonst benötigte Geld vorzustrecken.3
    [4.] [Zettel vom 2. Mai] Auf dem Schwäbischen Bundestag in Augsburg erhoben Gesandte Mgf. Friedrichs Beschwerde, daß Nürnberg den Entscheid des Bundes4 über die Niederlegung der Landwehr vor der Stadt nicht vollzogen habe, und beantragten zum 24. Mai (pfingstfeiertag) die Bewilligung einer Bundeshilfe.5 Die Nürnberger Vertreter eröffneten der Bundesversammlung daraufhin, daß der Kg. die Nürnberger Appellation vom Entscheid des Bundes nicht angenommen, sondern durch ein Mandat [Nr. 616, Anm. 1] die Umsetzung des Urteils gefordert habe. Da dies inzwischen geschehen sei, sei der Antrag Brandenburgs unnötig. Daraufhin wurde die Angelegenheit bis zum Überlinger Bundestag Švertagt. Sie befürchten, daß Mgf. Kasimir auf Veranlassung seines Vaters [Mgf. Friedrich] die Angelegenheit gegenüber dem Kg. zur Sprache bringen oder der Schwäbische Bund eine kgl. Deklaration über die Niederlegung der Schranken und Verfüllung der Gräben verlangen könnte. Bitten ihn, den Nürnberger Gesandten [zum Bundestag] in dieser Sache zu unterstützen und auch selbst diskret tätig zu werden; und doch die sachen in solchem und anderm nachvolgenden artikeln dermassen furnemen, uf das eur erwird nit hoch verargwont und in raten gesundert, dann das were nachgeenden unseren handlungen am kgl. hof nit dinstlich. Voraussichtlich wird der Bund den Vollzug seiner Entscheidung zur Abtragung der Nürnberger Anlagen durch Kommissare überprüfen lassen. Sie sind der Meinung, die Entscheidung darüber nicht den Kommissaren zu überlassen, denn diese werden nicht feststellen können, ob der Schiedsspruch umgesetzt wurde oder nicht. Bitten ihn deshalb, sich mit vertrauenswürdigen Bundesräten ins Einvernehmen zu setzen, damit die Kommissare instruiert werden, vor Ort die von Nürnberg benannten Zeugen zu befragen. Ein entsprechender Auftrag erging an Holzschuher.
    [5.] Die kurpfälzischen Gesandten beklagten auf dem Schwäbischen Bundestag in Augsburg Übergriffe Nürnbergs während des Waffenstillstandes und in der Folge, brachten den Streit um Velden, Betzenstein, Haimburg, Heinzburg und Deinschwang vor und beschwerten sich über Angriffe Heinz Kerlings vom Nürnberger Territorium aus. Die Vertreter Nürnbergs auf dem Bundestag lehnten jegliche Debatte und auch ein gütliches oder rechtliches Verfahren vor dem Bund ab, indem sie seine Nichtzuständigkeit geltend machten. Sie legten jedoch ausführlich alle Umstände dieser Angelegenheiten dar [Nr. 556, Anm. 1]. Die Bundesversammlung faßte keinen Beschluß. Sie wurden jedoch informiert, daß der Kf. beabsichtigt, Nürnberg beim Kg. zu verklagen. Holzschuher hat für diesen Fall Anweisung, sich in keine Verhandlungen einzulassen.6

    « Nr. 616 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1.] Verhandlungen mit Kg. Maximilian über ein Appellationsprivileg für Nürnberg und über die kgl. Bestätigung der böhmischen Lehen Nürnbergs; [2.] Konflikt Nürnbergs mit Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach wegen Nürnberger Befestigungsanlagen; [3.] Konflikt Nürnbergs mit Kf. Philipp von der Pfalz; [4.] RT zu Konstanz; [5.] Vermittlungsverhandlungen zwischen habsburgischen Untertanen Šim Elsaß auf der einen und Basel und Mülhausen auf der anderen Seite; eidgenössischer Tag in Schaffhausen; [6.] Angelegenheit Dr. Johann Letschers; [7.] Nürnberger Stadtsteuer.

    Konstanz, 9. Mai 1507; präs. Nürnberg, 13. Mai.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 10, S. 288–291.

    [1.] Bestätigt für den 6. Mai den Eingang ihrer durch den Boten Erlein überbrachten Weisung vom 27. April (eretag nach jubilate) mit den Entwürfen der gewünschten kgl. Urkunden sowie eines Zettels vom 2. Mai (süntag cantate) [Nr. 615]. Er wird sich um ein Privileg gemäß dem ersten Entwurf bemühen, bezweifelt aber, ein Appellationsprivileg bis zu einem Streitwert von 600 fl. zu erlangen. Und so ich solchs nit erlangen mag mitsambt der confirmacion der behamischen lehen, wil ich versuchen, die jungst geschickten copi zu behaben, nemlich die gemainen sachen auf die summa 200 fl. und die sachen, kaufhendel und gebeu und gebot betreffend, an masse, wiewol ich sorgfeltig bin, das ich die kaufhendel und gebot an maß, davon nit zu appelliren, minder dann die copi deß ersten begrifs behalten werde. Doch wil ich kein fleis nit sparen und den begriff derselben mit der klauselen, das die laute nit allein in gestalt einer begnadung, sunder auch eines geseczes, [zu erlangen suchen], wie dann die erste copi durch H. Dr. Johann Lezscher gebessert ist auß merklichen ursachen; darbei ich wol merke, das er diese copi nicht besichtigt hat. Aber dannoch wolt ich geren wissen von e. W., wo ich solch freihait in allen artikeln uber 200 fl. nit brengen mocht, sunder die allein auf 200 fl. behaben und den artikel, die gebeu betreffend, nachdem ir des in gebrauch gewest seit, allein an masse und je nit anderst, ob ich mich dannoch euers gegebens befelhes mechtigen mocht, auch das best, als mich der markt leren wurde, auf die maß handelen. Wolt ich mich auch auf das beste darinnen bemuen, dardurch ich solchs auf das geringst erlangte.
    [2.] Jörg Holzschuher hat ihn über die Verhandlungen auf dem Schwäbischen Bundestag in Augsburg bezüglich des Mgf. informiert. Sie teilen beide ganz die Auffassung des Rates, daß laut dem Urteil des Bundes und dem kgl. Mandat1 nicht mehr rückgebaut werden muß, als zuvor schon die kgl. Kommissare veranlaßt haben. Es ist deshalb notwendig, diesbezügliche Erkundigungen einzuziehen. Küchenmeister als damaliger Kommissar teilt die Auffassung Nürnbergs. Auch der Schwager des Bf. von Gurk, Dr. [Hans] Schad, der ebenfalls als Kommissar fungierte und auf der Seite Nürnbergs steht, hält sich hier [in Konstanz] auf. Er hofft also, in dieser Angelegenheit guten Rat zu finden.
    [3.] Er und Holzschuher werden weisungsgemäß darauf achten, daß Nürnberg aus den pfälzischen Intrigen am kgl. Hof kein Nachteil erwächst.
    Š[4.] Über die Geschehnisse und Verhandlungen hier in Konstanz braucht er nicht zu berichten, da Holzschuher ohnehin anwesend ist. Er hat ihn über alles informiert; Holzschuher stellt überdies gerne seine eigenen Beobachtungen an und schätzt es, lange Berichte zu verfassen. [Datum].
    [5.] Ich hab vorlangst euer W. geschriben, das ich am herziehen gen Costniz zu Basel gewest bin von wegen kgl. Mt. mitsambt Gf. Heinrich von Hardeck. Da haben wir alle irr zwischen Basel, Mulhausen und den Sunckauern und den kungischen hingelegt und gegeneinander aufgehebt und zukunftig felle auf austrege des rechten gestelt2, also das wir uns gutes frides versehen. Und ich glaub, woe wir nit so schidlich gewest weren, der krieg were von stund an angangen, dan auf beden teilen ursach genueg gegeben worden. Morgen so ist der tag zu Schaffhusen mit den Schweizern. Sollen wir antwort von der ganzen Aidgenoschaft aller ander handlung und unser ainigung halben empfahen. Got geb uns gluck.
    [6.] Er will die ihm gemäß beiliegendem Zettel aufgetragene Angelegenheit mit Dr. Letscher verfolgen, sobald der [kgl.] Rat zusammentritt. Es ist in acht tagen kein rechter rate gewest.
    [7.] [Beiliegender Zettel:] Weist darauf hin, daß die dem Kg. schuldige Stadtsteuer lediglich 800 fl. beträgt. Die restlichen 100 fl. stehen gemäß kgl. Verschreibung3 ihm als Ratssold zu.

    « Nr. 617 Weisung der Nürnberger Hh. Älteren an Dr. Erasmus Topler »

    [1.] Bestätigen für den 13. Mai den Eingang seines durch den Boten Peter Leupold zugestellten Berichts vom 9. Mai [Nr. 616]. Er ist bezüglich des gewünschten Privilegs und der kgl. Konfirmation über die böhmischen Lehen ausreichend instruiert: Er soll sich zuerst um ein Appellationsprivileg gemäß dem Entwurf bis zu einem Streitwert von 600 fl. bemühen. Falls dies nicht zu erreichen ist, soll es für die gemainen sachen wenigstens 200 fl. umfassen. Dafür soll die Gerichtsfreiheit bei Handelssachen, Ratsdekreten (gepot) und Immobilienangelegenheiten unbegrenzt sein. Sollte auch dies nicht möglich sein, sollen die 200 fl. bei gemainen sachen und Handelsangelegenheiten gelten, nicht jedoch bei Ratsdekreten und Immobilien. Dann dieselbigen zwey stuck, gepot und gepeu betreffend, wollen, wie euer erwird selbs versteen, ainich estimacion oder anschlag nit erleiden. Er ist ermächtigt, dafür – einschließlich der böhmischen Belehnung – so viel auszugeben, wie sie in ihrer letzten Weisung [Nr. 615, Pkt. 1] bewilligt haben. Er soll darauf achten, daß das Privileg nicht in Form einer Begnadung, sondern eines gesecz ergeht.
    [2.] Mit der Stadtsteuer verhält es sich so, wie er geschrieben hat. 800 fl. jährlich stehen dem Kg., 100 fl. ihm zu. Wie sie ihn bereits angewiesen haben, soll er die 800 fl. bei den Verhandlungen über die Privilegien einsetzen.

    Nürnberg, 14. Mai 1507 (freitag nach ascensionis Domini).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 78’-79 (Kop.).

    « ŠNr. 618  Weisung der Nürnberger Hh. Älteren an Jörg Holzschuher »

    [1.] Bestätigen für den 13. Mai den Eingang seines durch den Boten Peter Leupold zugestellten Berichts aus Konstanz vom 8. Mai (samstag nach cantate)1  mit der beigelegten Abschrift der Instruktion für die Reichsgesandtschaft zu den Eidgenossen [Nr. 216]. Er hat unter anderem berichtet, daß auf kgl. Mt. furtrag und begeren dits gegenwurtigen Reichs tag zu Costenz durch Kff., Ff. und stend des Reichs geratschlagt, durch einen außschuß unvergriffenlich von denselben /79’/ sachen ze handeln und demnach an die stet begert, zwen zu solchem ausschuß zu verordnen, das von den stetten, so gegenwurtig, bewilligt sey etc. Das sicht uns gemainer stet halben fur ein grosse notturft an, als du des zum tail in deinem schreiben meldest. Und ist darumb an dich unser gutlich begeren, wollest bey den stetten vleiß ankeren und furdern, das auß inen zum außschuß etlich verordent werden. Und ob du fur derselben ainen angesehen, deß trugen wir nicht beschwerung, wollten das unsernthalben gern sehen. Dann bey solchem außschuß mag den stetten die ungleichait und beschwerung, als jungst zu Coln beschehen2, leichtlich verhutet und grosser nutz geschafft werden, das on ir beysein sunst nicht mocht beschehen.
    [2.] Wie er weiß, hat der letzte Bundestag in Augsburg Hg. Albrecht von Bayern zum 30. Mai (suntag trinitatis) eine Bundeshilfe zur Einnahme Wasserburgs bewilligt [Nr. 81, Pkt. 1]. Seinem Bericht konnten sie entnehmen, daß der Kg. Hg. Albrecht durch Eilboten zum persönlichen Erscheinen auf dem RT aufgefordert hat. Sie wissen nicht, wie es nun mit der bewilligten Hilfe steht. Sie wurde ihnen jedenfalls bislang nicht abgekündigt. Er soll sich bei den in Überlingen versammelten Ständen danach erkundigen.

    Nürnberg, 14. Mai 1507 (freitag nach dem hl. auffartstag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 79–80 (Kop., Hinweis auf Siegelung durch den Altbürgermeister Jakob Groland).3

    « Nr. 619 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1.] Bestätigt den Eingang ihrer durch den Boten Spensetzer überbrachten Weisung vom 8. Mai (samstag nach cantate)1  am 13. Mai (donerstag unsers Herren auffartstag). Verweist bezüglich der Verhandlungen wegen des Konflikts Nürnbergs mit Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach und bezüglich der Verhandlungen auf dem RT auf den Bericht ŠJörg Holzschuhers.2 Klaus im Steinhaus hat ihm die 1500 fl. bereits drei Tage vor Eintreffen ihrer Weisung ausgehändigt.
    [2.] Er sprach am Vortag [16.5.] in Gegenwart kgl. Räte mit Veit von Lentersheim, der die militärische Bautätigkeit der Nürnberger, darunter die jeweils ohne Erlaubnis Mgf. Friedrichs von Brandenburg erfolgte Errichtung einer steinernen Befestigungsanlage gegenüber St. Johannis und einer Landwehr, kritisierte. Er, Topler, bestritt die von Mgf. Friedrich beanspruchten obrigkeitlichen Befugnisse und verwies auf die erfolgte Niederlegung der Blockhäuser und Schranken. Die Nachricht von der angeblichen Anlegung weiterer Befestigungsanlagen deklarierte er als von denjenigen Personen verbreitetes Gerücht, die ein Interesse am Streit zwischen dem Mgf. und Nürnberg hätten. Er legte dar, daß mit dem angesprochenen Steinbau wohl das aus dem Erbe Konrad Toplers finanzierte Spital gemeint sei, mit dem die Stadt Nürnberg nichts zu tun habe. Der Bf. von Bamberg habe der Stiftung zugestimmt und den keineswegs erst jetzt, sondern schon vor zehn Jahren begonnenen Bau befohlen.3 Er begründete die von den Vormündern Konrad Toplers und ihm selbst zu verantwortende und vom Nürnberger Magistrat kritisierte Massivität des Baues mit dem Nutzungszweck einer ewigen Stiftung und der notwendigen Sicherung gegen das Wasser. Empfiehlt, über den von mgfl. Brandenburger Seite erhobenen Anspruch, daß die Nürnberger ohne Erlaubnis der Mgff. vor den Toren der Stadt nicht bauen dürften, zu beraten.

    Konstanz, 17. Mai 1507 (montag vor pfingsten).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 11, S. 291–294.

    « Nr. 620 Weisung der Stadt Nürnberg an Jörg Holzschuher »

    [1.] Bestätigung über den Eingang eines Berichts und Hinweis auf eine ergangene Weisung; [2.] Konflikt mit Mgf. Friedrich von Brandenburg wegen Nürnberger Befestigungsanlagen; [3.] Konflikt Nürnbergs mit Kf. Philipp von der Pfalz; [4.] Auseinandersetzungen zwischen Straßburger Bürgern und Angehörigen des kgl. Gefolges; [5.] Rechtfertigung des Vorgehens Nürnbergs gegen den Ächter Hans Thoman.

    Nürnberg, 22. Mai 1507 (sambstag vigilia pentecoste).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 89’-91 (Kop.).

    [1.] Bestätigen für den Vortag [21.5.] den Eingang seines durch den Boten Erhard Goller zugestellten Berichts aus Konstanz vom 16. Mai (suntags exaudi)1  über seine Verhandlungen in den Nürnberger Angelegenheiten sowie über den RT und den Schwäbischen Bundestag. Verweisen auf die in zweifacher Ausfertigung ausgegangene Weisung zu gemeinsam mit ŠTopler zu führenden Verhandlungen über die Konflikte Nürnbergs mit dem Mgf. von Brandenburg und dem Kf. von der Pfalz [Nr. 615, Anm. 6].2 
    [2.] Falls die Bundesversammlung eine Besichtigung der Wehranlagen beschließt, sollen die früheren Kommissare Hermann von Sachsenheim, Dr. Küchenmeister und Dr. Schad erneut beauftragt werden. Andere würden wohl wenig ausrichten.
    [3.] Am Ende der beigefügten kgl. Instruktion an die Bundesversammlung [Nr. 273, Pkt. 8] wird dargelegt, daß der Kg. durch Kff. und Ff. gebeten worden sei, sich mit dem pfälzischen Kf. in einen vertraglichen Ausgleich einzulassen und die Acht aufzuheben, wozu der Kg. geneigt sei, sich indessen ohne Zustimmung Hg. Ulrichs von Württemberg und Lgf. Wilhelms von Hessen in nichts einlassen wolle. Er, Holzschuher, weiß, daß der Kg. der Stadt eine Verschreibung ausgestellt hat, die einen diesbezüglichen Passus (Und ob wir dieselben Pfgf. [Philipp] und Hg. Ruprechten)3 enthält. Er soll deshalb Württemberg und Hessen vertraulich die Position Nürnbergs eröffnen, in dieser Frage gemeinschaftlich zu agieren und kein separates Abkommen mit Kurpfalz zu schließen. Er soll sich auch mit Unterstützung Toplers dafür einsetzen, daß der Kg. Kf. Philipp nicht aus der Acht löst, solange er nicht den Verzicht auf seine vom Kg. an Nürnberg überschriebenen Besitzungen erklärt hat. Dazu hat sich der Kg. in seiner Verschreibung berechtigterweise verpflichtet.
    [4.] Er soll Erkundigungen anstellen, was es mit dem in der kgl. Instruktion ebenfalls angesprochenen Vorgängen in Straßburg [Nr. 273, Pkt. 2] auf sich hat.
    [5.] In der Kriegsstube gingen Berichte ein, wonach sich ein Helfer des Nürnberger Feindes Heinz Baum4 etliche Male in dem Balthasar von Seckendorff gehörenden Dorf Weisendorf aufgehalten hat. Die daraufhin ausgesandten Nürnberger Diener trafen dort einen gewissen Hans Thoman an, der als Helfer Baums auf Schloß Wallburg gewesen und auch sonst straffällig geworden war. Dieser wurde gefangengenommen und zum Tode verurteilt. Der Bamberger Amtmann zu Herzogenaurach, Wilhelm von Wiesenthau, hat sie jedoch durch ein heute eingegangenes Schreiben5 aufgefordert, Thoman an das zuständige Halsgericht in Herzogenaurach zu überstellen und dem Bf. Schadenersatz zu leisten. Sie beabsichtigen, dieses Ansinnen zurückzuweisen, da Thoman als offenkundiger ŠLandfriedensbrecher der kgl. Acht verfallen ist und sich überdies bei Heinz Baum als erklärtem Ächter aufgehalten hat. Die Stadt war deshalb gemäß der Reichsordnung, wonach Landfriedensbrecher und Ächter überall gefangengenommen und von niemandem unterstützt werden dürfen, zu ihrem Vorgehen befugt. Sie teilen dies mit, damit er die Stadt gegebenenfalls gegenüber dem Bf. von Bamberg und anderen rechtfertigen kann.

    « Nr. 621 Weisung der Stadt Nürnberg an Jörg Holzschuher »

    [1.] Bestätigung des Eingangs von Berichten; [2.] Session der Reichsstädte auf RTT; [3.] Unterlagen über die Veranschlagung Nürnbergs auf früheren RTT; [4.] unterbliebene Beschlüsse Nürnbergs zur Romzughilfe; [5.] Kredit für Jobst Sutter; [6.] Ergebnis der Recherchen wegen des gestohlenen Trinkgeschirrs Hg. Georgs von Sachsen; [7.] Bitte der Stadt Worms um Unterstützung ihrer Vertreter in Konstanz.

    Nürnberg, 7. Juni 1507 (secunda post Bonifacii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 120’-122 (Kop.).

    [1.] Bestätigen den Eingang seines durch den Boten Spensetzer überbrachten Berichts aus Konstanz vom 27. Mai (pfinztags vormittags nach Urbani)1  über die Vorgänge auf dem RT mit den beigelegten Abschriften der bei der französischen Gesandtschaft gefundenen Instruktion [Nr. 154], der vom Kg. an die Reichsstände in Konstanz übergebenen Artikel [Nr. 152] und der Antworten der Reichsstände [Nr. 158] und der Bundesversammlung darauf.2 Der Ratsherr Hieronymus Ebner erstattete auf seine Veranlassung hin ebenfalls bereits Bericht. Achten dafur, das solche sachen kgl. Mt. und deß Reichs dannocht guts aufsehens, vleiß und nachgedenkens nit unwirdig seien. Was nun die gewünschten Informationen hinsichtlich der Session der Städte auf früheren RTT, die Veranschlagung der Reichsstände und deren frühere Beiträge zur Erlangung der Kaiserkrone angeht:
    [2.] Sie konnten aus den Unterlagen früherer RTT keine eindeutigen Erkenntnisse bezüglich der Session gewinnen, mußten jedoch feststellen, daß es zwischen den Städten deswegen viel Streit gab. Darumb uns nit fur not oder fruchpar ansicht, dich mit yemand darumb in disputacion zu geben oder unterrichtung derhalben zu tun. Dann wir wissen, das es verschiner zeit etlichen stetpoten, die sich mit unterrichtung in dergleichen sachen guter maynung bey anderen stenden des Reichs haben eingelassen, zu ungutem hat gelangt. Das zufurkommen waist du dich nun unserm bevelh gemeß wol zu halten. 
    [3.] Übersenden ihm ein Verzeichnis über frühere Reichsanschläge Nürnbergs und der wichtigsten Reichsstädte. Dieses soll er ungeachtet ihrer Bitte weder dem Bundeshauptmann [Matthäus Neithart] noch anderen Interessenten zeigen, sondern bei sich verwahren. Dann wir bewegen, das wir nit allein jungst zu Coln3, sunder auch vor vil jaren gleicher weyße beschwerlich und ungleich mit der auflag unser hilf sind bedacht. Solte sich nun begeben, das wir gegen andern steten, uns gemeß, yczo in Costniz abermalen ungleich Šwolten beschwert werden, alsdann ist unsers bedunkens not zu bitten, die alten anschleg zu erschauen. Darauß werd sich erfinden, das wir vormalen gegen andern steten inen gleich in der hilf bewogen sind. 
    [4.] Weisungen bezüglich des Romzuges sind ihres Erachtens derzeit noch nicht nötig; es wurden diesbezüglich auch noch keine Beschlüsse gefaßt.
    [5.] Sie haben nolens volens Jobst Sutter (Sutor) (von Sidwald) eine Stundung seiner Schuld für weitere sechs Monate bewilligt. Ihr entsprechendes Antwortschreiben an den Landvogt liegt zur Weiterleitung an diesen bei.4 
    [6.] Sie konnten zwei Teile aus dem Hg. Georg [von Sachsen] während seines Aufenthalts in Nürnberg gestohlenen Trinkgeschirr zurückbekommen. Einen vergoldeten Becher hatte der Nürnberger Bürger Hans Lochhauser für 26 fl.rh. erstanden. Dieser erklärte, auf dem Becher sei kein Wappen oder sonstiger Hinweis gewesen und er habe daher nicht gewußt, daß der Becher gestohlen worden sei. Lochhauser bat, ihm wenigstens ein Teil seines Schadens zu ersetzen. Er soll darüber Mitteilung an Hg. Georg machen.5 
    [7.] [PS] Die Stadt Worms bat laut beiliegendem Schreiben [Nr. 93] um Unterstützung in ihrem Streit mit dem Klerus. Dem wollen sie willfahren. Befehlen ihm demnach, den Wormser Gesandten zur Tagsatzung auf deren Bitte hin beizustehen.

    « Nr. 622 Weisung der Stadt Nürnberg an Jörg Holzschuher »

    [1./3.] Streit mit Bf. Georg von Bamberg wegen des Nürnberger Vorgehens im Fall Hans Thoman; [2.] Maßnahmen gegen das Räuberunwesen auf der Nürnberger Reichsstraße; [4.] Streit mit Brandenburg-Ansbach wegen Nürnberger Wehranlagen; Beschwerde des Nürnbergers Jörg Koler gegen Brandenburg-Ansbach; [5.] Verhandlungen auf dem Konstanzer RT über die Veranschlagung Nürnbergs zum Romzug; [6.] Messinghandel Benedikt Katzenlohers; [7.] Schreiben Nürnbergs an Georg Kammerer.

    Nürnberg, 11./12. Juni 1507 (freytag vor Viti/samstag vor Viti).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 133–135’ (Kop.).

    [1.] Erinnern an die Mitteilung bezüglich Hans Thomans in ihrem Schreiben vom 22. Mai (hl. pfingstabend) [Nr. 620, Pkt. 5]. Auf die Nürnberger Stellungnahme an den bfl. ŠBamberger Amtmann in Herzogenaurach, Wilhelm von Wiesenthau, haben die weltlichen Räte des Bamberger Bf. erneut geschrieben. Die Antwort Nürnbergs liegt in Abschrift bei.1 Da zu befürchten ist, daß die Bamberger sich damit nicht zufrieden geben, und um mit Hinblick auf den derzeitigen Konstanzer RT einen Streit zu vermeiden, soll er dem Bf. von Bamberg die Umstände darlegen und versichern, daß Nürnberg seine obrigkeitlichen Rechte nicht mißachten wollte und seinerseits dem Bf. in solchen Fällen aufgrund der Landfriedensordnung das Recht zubilligt, in gleicher Weise vorzugehen. Er soll den Bf. um Weisung an seine Räte bitten, die Stadt in dieser Angelegenheit nicht weiter zu behelligen. Falls die Gegenseite kein Entgegenkommen zeigt, soll er den Sachverhalt auch den Bff. von Würzburg und Eichstätt darlegen und um Interzession beim Bf. von Bamberg bitten.
    [2.] Seit Jahren nimmt das Räuberunwesen auf der Reichsstraße bei Nürnberg zu. Auch das Geleit der benachbarten Ff. und insbesondere Mgf. Friedrichs von Brandenburg bietet keinen Schutz. Sie haben deshalb mit Hinblick auf die bevorstehende Nördlinger Messe die mgfl. Statthalter in Ansbach ersucht, die Geleitzüge besser zu schützen.2 Deren Antwort kann er aus beiliegender Abschrift entnehmen.3 Gleichwohl haben die Nürnberger Kaufleute dem brandenburgischen Geleit vertraut. Vor kurzem wurden jedoch der Nürnberger Bürger Ludwig Münzer bei Kammerstein und ein anderer Bürger unweit von Wassermungenau ausgeraubt. Die Nürnberger sind auf dem flachen Land vor den Räubern nicht sicher; Überfälle sind an der Tagesordnung. Sie können dies nicht länger dulden und hätten genug Grund, mehr als bisher mit bewaffneten Streifen gegen die Räuber vorzugehen, befürchten indessen Schwierigkeiten mit den Ff. und Adligen, wie jetzt durch den Bf. von Bamberg im Fall Hans Thomans. Befehlen ihm deshalb, das Problem des Räuberunwesens den Bff. von Würzburg und Eichstätt und, falls ihm das wie ihnen auch aussichtsreich erscheint, dem Ausschuß der Reichsstände in Konstanz vorzubringen und um Verabschiedung einer Ordnung gegen das Räuberunwesen zu bitten. Auch soll es geduldet werden, wenn die Stadt in ihrer Umgebung Streifen durchführt und diese Verbrechen ahndet.
    [3.] [PS] Vor Siegelung des Schreibens überbrachte am Vortag [11.6.] der Bote Peutler seinen Bericht aus Konstanz vom 6. Juni (sontag nach corporis Cristi)4 . Die Antwort des Bf. von Bamberg in der Sache Hans Thoman, die Stadt solle sich ihm gegenüber nachbarschaftlich verhalten, so wolle er dies auch tun, interpretieren sie wie er, daß sie in dieser Sache nicht weiter behelligt werden. Weitere Verhandlungen mit dem Bf. in dieser Angelegenheit sind deshalb unnötig. Doch soll er privatim den Bf. von Eichstätt darüber informieren, damit dieser gegebenenfalls die Stadt gegenüber dem Bf. von Bamberg rechtfertigen kann.
    Š[4.] Sie stimmen seinem Vorgehen bei der von Mgf. Kasimir von Brandenburg erlangten Anhörung und in der Angelegenheit Kolers5 zu. Bitten um Mitteilung, sowie der Schwäbische Bund eine Entscheidung gefällt hat. Falls die Besichtigung der Schranken und Gräben beschlossen wird, soll er darauf drängen, die früheren kgl. Kommissare Hermann von Sachsenheim, Dr. Schad und Dr. Küchenmeister damit zu betrauen. Es soll vermieden werden, daß sie beauftragt werden, alle Anwohner zu befragen, sondern es sollen lediglich die mit der Niederlegung der Bauten betrauten Arbeiter zu Zeugenaussagen herangezogen werden. Falls Brandenburg nicht auf eine Entscheidung des Bundes drängt, soll er dies auch unterlassen; eine Verzögerung käme der Stadt zupaß.
    Ihrer Auffassung nach geschieht Koler Unrecht. Doch soll er sich gemäß dem Rat Toplers um eine Einstellung bis zum nächsten Bundestag bemühen. Inzwischen wollen sie über die notwendigen Schritte beraten.
    [5.] Er hat berichtet, daß im Ausschuß über den Reichsanschlag erwogen worden sei, den Nürnberger Anteil zu erhöhen, da es einen Teil des von Pfgf. Otto [von Mosbach] hinterlassenen Landes innehabe.6 Seine Erwiderung war wohlbedacht. Denn diese Gebiete wurden unter großen Kosten erobert. Das Einkommen daraus ist gering, noch auf Jahre hinaus sind eher Verluste zu erwarten. Dies soll er gegebenenfalls geltend machen.
    [6.] Er hat außerdem über das ihm vertraulich zur Kenntnis gelangte Vorhaben [Benedikt] Katzenlohers bezüglich der Messingherstellung, und daß dieser dafür benötigte Erden auf dem Grund des Müncheners [Heinrich] Barth gefunden habe, berichtet.7 Dagegen können sie nichts unternehmen, auch nicht, indem sie Part das Gut abkaufen, das dann auch unsers fugs nicht ist. Die übrigen Punkte in seinem Bericht bedürfen keiner Stellungnahme.
    [7.] Übersenden einen Brief zur Übergabe an Georg Kammerer8, falls dieser sich am kgl. Hof aufhält.

    « ŠNr. 623  Weisung der Stadt Nürnberg an Erasmus Topler »

    Sie haben ihn in ihrem letzten Schreiben instruiert, wegen des Streits um die von Christina von Lentersheim in Nürnberg deponierten Besitztümer beim röm. Kg. eine Kommission zu erlangen und dabei nichts zu verabsäumen, da ihnen angesichts der Forderungen beider interessierter Parteien viel an einer Beilegung des Streits gelegen sei.1 Heinz Marschalk, der Vertreter der Erben, hat inzwischen beantragt, ein Verfahren gegen den Nürnberger Bürger Jobst Haller [d. J.] anhängig zu machen, was sie nicht abschlagen konnten. Der Prozeß vor dem Stadtgericht soll laut Antrag des Anwalts Marschalks in acht Tagen beginnen. Es ist deshalb nötig, der Kommission eine Derogationsklausel zu inserieren, wonach diese ungeachtet eines bereits anhängigen Verfahrens durchzuführen ist. Doch soll dies den Parteien hinsichtlich ihrer gegenseitigen Ansprüche in der Hauptsache nichts benehmen.2

    Nürnberg, 17. Juni 1507 (donrstag nach Viti).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 141–142 (Kop.).

    « ŠNr. 624  Weisung der Stadt Nürnberg an Jörg Holzschuher »

    Erinnern ihn an ihre letzte Weisung bezüglich des Streits um die Verhaftung und Hinrichtung des Ächters und Landfriedensbrechers Hans Thoman [Nr. 622, Pkt. 1/3]. Inzwischen ging erneut ein scharfes Schreiben der bfl. Räte ein.1 Ihre Antwort liegt der vorliegenden Weisung bei.2 Er soll von sich aus nichts weiter unternehmen. Falls er jedoch vom Bamberger Bf. in dieser Sache angesprochen wird, soll er wie zuvor um bfl. Befehl an seine Räte bitten, ihre unbegründeten Anwürfe zu unterlassen. Er soll insgeheim bei den Bff. von Würzburg und Eichstätt in Erfahrung bringen, ob der Bf. von Bamberg mit ihnen über diese Sache gesprochen hat, und – falls er dies für erforderlich hält – dazu Stellung nehmen.

    Nürnberg, 17. Juni 1507 (donerstag nach Viti).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 142–142’ (Kop.).

    « Nr. 625 Bericht Dr. Erasmus Toplers an Anton Tetzel »

    [1.] Er kann über den Bericht Holzschuhers1 hinaus nicht viel Neues schreiben. Am Nachmittag ließ der Kg. gemeinsam mit den Reichsständen Hg. Albrecht von Bayern eröffnen, daß sie seinen Streit [mit Pfgf. Friedrich] durch einen Rechtsspruch entscheiden wollten, da eine gütliche Einigung nicht möglich sei. Hg. Albrecht bekundete seinerseits die Erwartung, daß dieser Spruch im Einklang mit dem von beiden Seiten bewilligten Kölner Spruch und der kgl. Deklaration2 stehen werde. Der Kg. ließ daraufhin durch den Gf. [Eitelfriedrich] von Zollern erklären, daß er gemeinsam mit den verordneten Kff. und Ff. beraten und ihm das Ergebnis mitteilen werde.
    [2.] Er sprach mit dem Bf. von Eichstätt über dessen Angelegenheit und kam dann auch auf die Plackerei zu sprechen. Der Bf. äußerte, es wäre recht, wenn Mörder, Räuber und Mordbrenner auß einem gericht mochten genummen werden und gestraft. Seiner, Toplers, Meinung nach täte die Stadt gut daran, gegen die Plackerei vorzugehen und dabei nicht zu vorsichtig zu sein. Kein Reichsstand könnte sie eines Unrechts beschuldigen, da die Verhältnisse so unsicher sind und auch das mgfl. Geleit keinen Schutz darstellt.3

    ŠKonstanz, 20. Juni 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 12, S. 294f.

    « Nr. 626 Weisung der Stadt Nürnberg an Jörg Holzschuher »

    [1.] Bestätigen den Empfang seines Berichts vom 19. Juni (samstags nach Viti) durch den Boten Peter Leupold und des Berichts vom 23. Juni (mitwoch St. Johansen abend)1  durch den geschworenen Boten Endres Rattler. Sie werden ihm so bald wie möglich eine Weisung zuschicken, der du dich, ob du umb antwurt und handlung von wegen kgl. Mt. oder der stende deß Reichs2 wirdest angevordert, gegen inen magst geprauchen.
    [2.] [PS] Übersenden ihm zwei Schreiben zur Übergabe an Hg. Ulrich von Württemberg und den württembergischen Kanzler [Gregor Lamparter] [Nr. 277, Anm. 5].

    Nürnberg, 28. Juni 1507 (montag nach St. Johans tag babtiste).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 163–163’ (Kop.).

    « Nr. 627 Instruktion der Stadt Nürnberg für Anton Tetzel (Nürnberger Ratsherr)  »

    [1.] Lösung Kf. Philipps von der Pfalz aus der Reichsacht; [2.] Streit mit Bf. Georg von Bamberg wegen des Nürnberger Vorgehens im Fall Hans Thoman; [3.] Klage gegen Nürnberg wegen der Tötung des Hans von Egloffstein; [4.] Streit um die in Nürnberg deponierten Wertsachen Christinas von Lentersheim.

    [Nürnberg], s.d., jedoch 28. Juni 1507.1 
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 169’-174 (Kop., Überschr.: Instruction, was unser lb. ratsfreund Anthoni Tezel uf das ervordern, so die röm. kgl. Mt., unser allergnst. H., an uns zu irer Mt. reichstag gein Costniz getan hat, bey derselben irer Mt. und anderen nachbemelten orten von unseren wegen handeln und furnemen soll.).

    [1. Lösung Kf. Philipps aus der Reichsacht; Nr. 433].
    Š[2.] Der Bf. von Bamberg hat Nürnberg beim Kg. wegen des Vorfalls in Weisendorf verklagt. Tetzel soll dem Bf. ihr Befremden über den von ihm erhobenen Vorwurf ausdrücken, die Stadt sei zu ihrem Vorgehen nicht berechtigt gewesen und habe schon früher gewaltsame Übergriffe gegen ihn und seine Amtsvorgänger verübt. Sie erachten in Anbetracht ihrer den bfl. Räten in Bamberg gegebenen Antwort [Nr. 624, Anm. 2] seine Klage auch als unnötig, denn bislang gab es in dergleichen Fällen keinerlei Streitigkeiten, sondern nur dann, wenn Nürnberg die Hochgerichtsbarkeit beanspruchte. Die bfl. Räte haben fälschlicherweise behauptet, Nürnberg sei zu seinem Vorgehen nicht berechtigt gewesen. Tatsächlich ist es gemäß Reichsrecht jedermann überall erlaubt, Reichsfeinde und Ächter zu töten. Ist die Tötung erlaubt, dann um so mehr die Gefangensetzung. Die Landfriedensordnung des Reiches besagt eindeutig, daß die Tat gegen einen Ächter kein Unrecht gegen den Kg. oder einen Dritten darstellen kann. Überdies ist es Brauch im Hl. Reich, daß man seinem Feind sagt, wo man ihn antreffen kann. Falls der Bf. einwendet, daß man nicht weiß, ob Hans Thoman ein Ächter war, da er im Achtbrief2 nicht explizit mitaufgeführt ist, so ist dagegen dessen Beteiligung an vielen Untaten Heinz Baums anzuführen, die Thoman auch selbst zugegeben und weshalb er den ihm gebührenden Lohn erhalten hat. Zwar ist dieser nicht als Person benannt worden, doch war er allgemein als Helfer in die Achterklärung einbezogen. Tetzel soll den Bf. bitten, seine Klage zurückzuziehen. Ansonsten wäre Nürnberg gezwungen, dem Kg. in dieser Angelegenheit alle Umstände darzulegen, was für den Bf. vielleicht nicht wünschenswert ist. Falls der Bf. von seiner Klage nicht zurücktreten will, soll Tetzel die Bff. von Würzburg und Eichstätt um eine Intervention beim Bf. bitten.
    Falls auch dies nicht nützt, soll er zu der Klage Stellung nehmen, wie folgt: Die Stadt weist die Beschuldigung des Bf. als unberechtigt zurück, da Hans Thoman ein offenkundiger Landfriedensbrecher, Ächter und Feind Nürnbergs war, gegen den man kein Unrecht verüben konnte. Die Reichsordnung und das Gemeine Recht sanktionieren das Vorgehen Nürnbergs. Der Bf. war nicht dazu befugt, sie an ihrem Vorgehen zu hindern, was sich indessen auch andere benachbarte Ff. zuschulden kommen lassen. Der Kg. weiß, wie gnädig sich sein Vater Ks. Friedrich – wie vor ihm andere Kss. und Kgg. auch – in dergleichen Fällen gegenüber der Stadt erzeigt und ihr das Privileg verliehen hat, Verbrecher auf der Reichsstraße gefangenzunehmen.3 Dies zeigen sie dem Kg. vertraulich an. Dann solt man nach der spiz und scherpf deß rechten in diesem fal handeln, das wurd merklicher, unleidlicher beschwerd walten, auch umb Nurmberg, das mitten unter den wolfen lege, ain solche mordersgrub [schaffen], das nymand davon oder zu kommen möcht. Sie setzen deshalb ihr Vertrauen in den Kg., daß er die Folgen bedenkt und in dieser Angelegenheit nicht ungnädiger sein wird als seine Vorgänger.4 Sie wären der Notwendigkeit Šzu diesem kostspieligen Vorgehen lieber enthoben. Tetzel soll den Kg. ersuchen, die Klage Bambergs abzuweisen, und den Bf. davon überzeugen, daß sie nicht notwendig ist.
    Falls die Einreichung eines Schriftsatzes unumgänglich ist, soll Tetzel das ihm mitgegebene Schriftstück übergeben und, wenn sich die Möglichkeit ergibt, gemäß den obigen Darlegungen mündlich mit dem Kg. verhandeln.
    [3.] Der Bruder [Jörg] und Freunde des getöteten Hans von Egloffstein zu Henfenfeld klagten vor dem Kg. gegen die Stadt Nürnberg.5 Tetzel soll darlegen, daß die Stadt das Vorgehen ihrer Knechte nicht bewerten will; diese sind indessen keineswegs der Reichsacht verfallen. Denn es ist Rechts- und Landesbrauch, wo ainer in besuchung seiner veind oder widerwertigen oder sunst zu seiner notturft im veld uf yemand stesst und dieselben umb beschaid ansucht, auch derselb ungegeben deß begerten beschids wirdet abgeleibt, so ist derselb darumb nit pflichtpar. Die Knechte handelten also keineswegs mutwillig, wie dies die von Tetzel für den Propst von St. Sebald [Erasmus Topler] mitzubringende Stellungnahme zeigt; sie haben somit nicht den Landfrieden verletzt und sind auch nicht der Acht verfallen, noch weniger die Stadt Nürnberg, die daran weder beteiligt war noch dies befohlen hat. Zudem haben sie bereits Jörg von Egloffstein auf dessen Schreiben hin den Rechtsweg angeboten, was sie hiermit erneuern. Dieser hat es bislang darauf beruhen lassen, weswegen die Klageerhebung vor dem Kg. jetzt unnötig ist. Falls Egloffstein seine Absicht weiterverfolgt, um den Kg. zu Schritten gegen Nürnberg zu veranlassen, soll Tetzel selbst oder durch Mittelsmänner den Kg. über die zu Lebzeiten verübten Untaten des Hans von Egloffstein informieren.
    [4.] Tetzel soll sich um die Erlangung des bewußten Privilegs6 und der Kommission in Sachen Christoph von Lentersheim bemühen.

    « Nr. 628 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg an Anton Tetzel und Jörg Holzschuher »

    [1.] Sixtus Ölhafen (kgl. Sekretär) hat den Nürnberger Bürger Martin Tucher, als dieser auf seinem Rückweg aus Frankreich in Konstanz bei ihm war, angewiesen, nach seiner Rückkehr nach Nürnberg zu melden, daß Paul von Liechtenstein sich wegen des Vorfalls mit seinem Bruder Eustachius (Pfleger zu Hilpoltstein) im kgl. Hofrat um ein kgl. Pönalmandat gegen Nürnberg bemühe [Nr. 452]. Dem werde stattgegeben, doch nicht in der von Liechtenstein gewünschten, sondern in einer milderen Form. Ölhafen hat gebeten, ihm möglichst bald nach Eingang des Mandats eine Stellungnahme zuzusenden, die er dann bei einer günstigen personellen Konstellation des Hofrates vortragen werde, in der Hoffnung, daß die Sache Šdamit ausgestanden sei. Inzwischen ist das kgl. Mandat eingetroffen. Übersenden ihre Stellungnahme [Nr. 453] zur Weiterleitung an Ölhafen. Falls sie wegen dieser Sache angesprochen werden, können sie das Vorgehen der Stadt rechtfertigen. Sie sollen sich mit Ölhafen dafür einsetzen, daß Nürnberg wegen dieser Angelegenheit nicht weiter behelligt wird.
    [2.] Sie haben jüngst die Antwort Hans’ von Sachsenheim1 auf ihr Schreiben [Nr. 277, Anm. 5] erhalten, wonach er die Besichtigungskommission übernehmen wird, wenn ihn die Bundesversammlung damit beauftragt. Sie sollen sich bei den Bundesständen darum bemühen.
    [3.] [PS] Übersenden ihnen einen Bericht über einen am Vortag bei Roth verübten Raubüberfall auf einen kgl. Diener. Sie sollen dies bei Gelegenheit dem Kg. oder im Zusammenhang mit den Verhandlungen bezüglich Liechtensteins, Egloffsteins oder mit Bamberg anzeigen, um den Kg., der ohnehin solchen pößen hendeln hessig ist, noch mehr dagegen einzunehmen.

    Nürnberg, 5./10. Juli 1507 (montag nach St. Ulrichs tag/sabbato post Kiliani).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 181–181’ (Kop., Hinweis auf Siegelung durch den älteren Bürgermeister Endres Tucher).

    « Nr. 629 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg an Anton Tetzel und Jörg Holzschuher »

    Übersenden die Abschriften eines Schreibens der Stadt Windsheim an die Stadt Nürnberg und ihre Antwort darauf.1 Weisen sie an, sich zu erkundigen, ob Hans von Landau mit der Einsammlung der Ausstände an der Kölner Reichshilfe beauftragt wurde, und diesem gegebenenfalls mitzuteilen, daß der Windsheimer Anteil in Höhe von 180 fl. in Nürnberg deponiert wurde. Sie sind bereit, das Geld gegen Quittung auszuhändigen.

    Nürnberg, 6. Juli 1507 (eritag nach St. Ulrichs tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 182–182’ (Kop.).

    « Nr. 630 Weisung der Stadt Nürnberg an Jörg Holzschuher »

    [1.] Beschwerde Bf. Gabriels von Eichstätt gegen Nürnberg; [2.] eventuelle Dienstverpflichtung des Nürnberger Herolds Hans Schneider durch Kg. Maximilian; [3.] Streit mit Bf. Georg von Bamberg wegen des Vorgehens Nürnbergs im Fall Hans Thoman; [4.] Nürnberger Pfründe für den kgl. Hofkaplan Eberhard Senft; Š[5.] Nachforschungen über Hans Roßtaler; [6.] Geheimhaltung in bezug auf den Konstanzer RT; [7.] Sendung für den Hofmeister der röm. Kgin., Niklas von Firmian.

    Nürnberg, 9. Juli 1507 (freitag nach Kiliani).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 191–192 (Kop.).

    [1.] Bestätigen den Empfang seines durch Jakob Spensetzer zugestellten Berichts über die Verhandlungen und Vorgänge auf dem RT.1 Bezüglich der Beschwerde des Bf. von Eichstätt wegen der Gefangennahme von drei Personen bei Allersberg verhält es sich in Wahrheit so, daß es sich um drei Landfriedensbrecher, darunter einen abgesagten Feind des Bf., gehandelt hat. Zwei der Gefangenen wurden am vergangenen Dienstag [6.7.] hingerichtet2, der dritte noch sehr junge und minderbelastete Täter befindet sich noch in der Fronveste. Das Nürnberger Vorgehen ist damit hinreichend gerechtfertigt, falls wegen dieser Sache etwas gegen die Stadt vorgebracht werden sollte.
    [2.] Ob der Herold Hans Schneider die ihm vom Kg. in Aussicht gestellten Ämter annimmt oder nicht, überlassen sie dessen Entscheidung.
    [3.] Sie haben am vergangenen Freitag [2.7.] eine Weisung an Anton Tetzel [Nr. 627] für Verhandlungen mit dem Bf. von Bamberg und, falls notwendig, mit den Bff. von Würzburg und Eichstätt sowie dem Kg. wegen des Vorfalls in Weisendorf und in anderen Angelegenheiten abgeschickt. Über die Vorfälle, die die [mit Bamberg strittige] Blutgerichtsbarkeit zu Lonnerstadt und Hausen betreffen, ist Tetzel ohnehin informiert.
    [4.] Sie sind aufgrund ihres Wohlwollens Eberhard Senft gegenüber willens, diesem eine Pfründe zukommen zu lassen. Der Kg. und Kf. Friedrich von Sachsen haben darum gebeten. Er weiß jedoch, wie es mit den Pfründen in Nürnberg gehalten wird und daß die Kaplane und Priester der beiden Pfarren [St. Lorenz und St. Sebald] diese lange Zeit innehaben, weshalb sie keine sichere Zusage machen können. Sobald jedoch eine Pfründe frei wird, wollen sie sich für eine Berücksichtigung Senfts einsetzen.3 
    [5.] Sie wollen Erkundigungen über [Hans] Roßtaler einholen und dann auf seine Bitte antworten.
    [6.] Und wiewol wir hievor der franzosischen instruction [Nr. 154], auch deß anschlags aufgelegter Reichs hilf4 durch dein schriften wissen empfangen haben, ist doch solchs vor zukunft derselben deiner schriften durch unser kaufleut und ander hantirer, so unser stat besuchen, gelautmert und allenthalben erschollen, deßhalben nun zu spat, solchs laut deins schreibens in der federn zu behalten. Wir wollen aber dannocht das sovil muglich niderdrucken und von der instruction, die wir bißhere haben, verhalten, ainich anzaigung oder außschreiben niemand geben.
    [7.] [PS] Sie haben den Boten zum Haus Christoph Schenks [von Geyern] beschieden, um von dort die für Niklas von Firmian bestimmten Gegenstände nach Konstanz mitzunehmen.

    « ŠNr. 631  Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg an Anton Tetzel und Jörg Holzschuher »

    [1.] Da der Termin der Frankfurter Herbstmesse naht, müssen ihre Besucher aus Nürnberg nach alter Gewohnheit bei den benachbarten Obrigkeiten um Geleit ersuchen. Da der Ebf. von Mainz, der Bf. von Würzburg und Friedrich Schenk von Limpurg persönlich auf dem Konstanzer RT anwesend sind, sollen sie beide diese um die Bewilligung des Geleits bis zum Kalten Loch und die Ausstellung entsprechender Weisungen an ihre Amtleute ersuchen und diese unverzüglich nach Nürnberg schicken.
    [2.] Auf Bitten des kgl. Boten Hans Laurer haben sie den Anschlag der kgl. Achterklärung gegen Hans und Wolf Linck [Nr. 469] gestattet. Bereits acht Tage vorher bat der bfl. Eichstätter Kastner zu Spalt1 ebenfalls um Erlaubnis zur Veröffentlichung der Achterklärung, was sie gleichermaßen bewilligt hatten. Fünf Tage später fiel Wolf Linck mit seinen Helfern in das eichstättische Dorf Veitsbronn ein. Dabei wurden auch Hintersassen des Neuen Spitals in Mitleidenschaft gezogen. Teilen dies mit, um die Nachricht an geeigneter Stelle verlauten zu lassen.

    Nürnberg, 20. Juli 1507 (eritag nach Alexii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 203–203’ (Kop., Verm. über die Siegelung durch den älteren Bürgermeister Endres Tucher).

    « Nr. 632 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Nürnberg an Anton Tetzel und Jörg Holzschuher »

    [1.] Eingang eines Gesandtenberichts über den Konstanzer RT; [2.] Streitigkeiten Nürnbergs mit Kf. Philipp von der Pfalz und Bf. Georg von Bamberg; [3.] Klage Jörgs von Egloffstein gegen Nürnberg; [4.] Bitte um Berichterstattung über die Haltung der Eidgenossen bezüglich des geplanten Romzugs, vorbehaltlich der Geheimhaltungspflicht der RT-Gesandten; [5.] Schulden Friedrich Molls bei der Stadt Nürnberg.

    Nürnberg, 22. Juli 1507 (donerstag St. Marien Magdalenen tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 207–208 (Kop., Verm. über die Siegelung durch den älteren Bürgermeister Endres Tucher).

    [1.] Bestätigen den Empfang ihres durch den Boten Hemmerlein überbrachten Berichts vom 16. Juli (freytag nach divisionis apostolorum)1 . Sie tragen gleichwol der leufd diß reichstags, das sich die so wunderlich ereugen, nit wenig verwunderns und nachgedenkens; mussen doch das Got und der zeit bevelhen. 
    [2.] Bezüglich der Verhandlungen wegen der Kurpfalz und der Beschwerde Bambergs wurde er, Tetzel, hinreichend instruiert [Nrr. 432f.; 627, Pkt. 2].
    [3.] Hinsichtlich der mit starkem Beistand durch adlige Standesgenossen bey dem Reichs rat vorgebrachten Klage Jörgs von Egloffstein wegen seines getöteten Bruders [Hans] wurde Šer, Tetzel, ebenfalls bereits schriftlich und mündlich instruiert [Nr. 627, Pkt. 3] und ist ohnehin über den ganzen Vorgang, insbesondere über die Untaten der beiden Egloffstein, gut informiert. Er soll mit Unterstützung Toplers den Kg., seiner Mt. und deß Reichs ret und einzelne geeignete Personen mündlich und schriftlich darüber in Kenntnis setzen und das Nürnberger Vorgehen rechtfertigen. Zu diesem Zwecke übersenden sie ihnen Aussagen, die belegen, in welch’ vielfältiger Weise gegen Nürnberg vorgegangen wird und daß diese Übergriffe von Hilpoltstein und anderen pfälzischen und mgfl. brandenburgischen Orten aus verübt werden. Falls sich ein ungünstiger Ausgang der Verhandlungen abzeichnet, soll er, Tetzel, sich um eine Privataudienz beim Kg. bemühen und diesem das ständig zunehmende Räuberunwesen in der Umgebung Nürnbergs ausführlich schildern und damit die Unumgänglichkeit von Maßnahmen wie eben gegen Hans von Egloffstein erklären. Dann on das wurd umb uns ein ganze mördersgrub. Ein sicherer Verkehr von und nach Nürnberg ist sonst nicht mehr zu gewährleisten. Er soll den Kg. bitten, die Klage Egloffsteins abzuweisen und Nürnberg vor diesen Anfeindungen, die allein aus der Bestrafung von Verbrechen resultieren, zu schützen. Zum mindesten soll der Kg. das Verfahren unter dem Vorwand, die Parteien persönlich anhören zu wollen, bis zu einer besseren Gelegenheit verschieben. Sie erwarten, daß der gemeine Adel und die Ritterschaft alles daran setzen, Nürnberg unter dem Vorwand dieser Angelegenheit zu schaden. Doch hoffen sie, daß die vielen Feinde der Stadt ihr Ziel nicht erreichen werden.
    [4.] Und sover es fuglich beschehen, mochten wir geleiden, uns in gehaim, sovil euch gezimen wil, zu eroffnen, wie sich die sachen der hilf mit den Aidgenossen noch halten und ob man noch trost oder nit hab, das sie der kgl. Mt. iren furgenommen romzug werden vollenden helfen. Doch wollen wir euch damit zu dem, das euch auß schuldiger pflicht zu verschweigen gepurt, nit verpunden haben. Wissen, das uns das in solchen sachen nit zusteet.
    [5.] Wenn Nürnberg nicht eine Verschreibung des Kg. akzeptiert, wird in Anbetracht der finanziellen Situation Friedrich Molls (Bürgermeister zu Laufenburg) aus der Rückzahlung seiner Schulden nichts werden. Falls Moll eine Verrechnung dieser Schuld mit der Nürnberger Stadtsteuer erreicht, sollen sie dies akzeptieren.2 

    « Nr. 633 Weisung der Nürnberger Hh. Älteren an Anton Tetzel »

    Sie haben seit ihrer letzten Weisung [Nr. 632] über die im kgl. Hofrat in Sachen Hans von Egloffstein eingereichte Klage weiter beraten und sind zu dem Ergebnis gelangt, daß eine Behandlung der Angelegenheit durch den Hofrat für Nürnberg nachteilig wäre, auß Šgunst der kgl. rate, damit sie dem andern tail und gemainem adel gewogen, auch das sie sunst dergleichen hendeln hessig sein. Erneuern deshalb ihren Befehl, im Falle eines negativen Verlaufs der Verhandlungen dem Kg. in einer geheimen Audienz die Gründe für das Nürnberger Vorgehen darzulegen, darauf hinzuweisen, daß die Stadt lediglich ein kgl. Mandat umgesetzt habe, und das adlige Räuberunwesen auf der Reichsstraße bei Nürnberg zu schildern. Er soll den Kg. bitten zu bedenken, daß die Landfriedensordnung hier nicht greift, weil keine Arglist vorlag, und die Klage abzuweisen. Falls dies nicht zu erreichen ist, soll er sich darum bemühen, daß sich nicht der kgl. Hofrat, sondern der Kg. persönlich mit der Klage befaßt oder das Verfahren bis zum nächsten RT oder einer anderen für den Kg. günstigen Gelegenheit verschoben wird. Er soll vor allem den Nürnberg besonders gewogenen Bf. von Gurk, aber auch Serntein und andere Räte bitten, sich für die Stadt einzusetzen, und ist zu diesem Zweck ermächtigt, Geschenke in Höhe von bis zu 600 fl. in Aussicht zu stellen.

    Nürnberg, 24. Juli 1507 (samstags vor Jacobi).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 212’-213’ (Kop.).

    «9.10. Straßburg »

    « Nr. 634 Bericht Peter Muselers an Bürgermeister und Rat der Stadt Straßburg »

    [1.] Verhandlungen über die Bevollmächtigung der Reichsgesandtschaft zum eidgenössischen Tag in Schaffhausen; [2.] Bitte Muselers um Weisungen für die RT-Verhandlungen; [3.] Sessionsstreit zwischen Metz und Straßburg.

    Konstanz, 5. Mai 1507 (mitwüch noch des hl. crüz tag).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 90–90’ (Or.).

    [1.] Strengen, vesten, fürsitigen und wisen lb. Hh., üch sient zuvor myn willig dinst. Lb. Hh., uf zistag [4.5.] sint der stet botschaften zu der versamlüng beschickt worden und uns von inen fürgehalten, wie das kgl. Mt. beger, das die stend des Richs ein botschaft von inen mit volem gewalt zu den Eitgenossen schicken wöllen. Wan sy hoffen, die Eitgenossen werden züsagen, kgl. Mt. zu dinen; so das besche, das dan die Eitgnossen wüstent, wu sy den solt würden enpfahen. Nün weren die Ff. etwas mit dem gewalt geben beswert und begerten, der stet botschaften meinüng ouch zu verston. Wart inen von uns geanwürt, der stet botschaften weren wenig zügegen, deshalben sy nit kündent gewalt geben.
    Uf solich wart den kgl. reten in unserm bysin ouch anwurt geben solicher gestalt mit dem anhang, das sy gern woltent botschaften verordnen und der Eitgenossen meinüng verston und donoch darunder handln, was des Richs nützs und er wer. Daruf die kgl. rete anwurten, das die sach keinen verzüg möcht liden, wan wu die Eitgenossen zü wirden sagen zü dinen, so solt inen von den stenden zügeseit werden, wu sy den solt Šenpfingen; wan wu das nit besche, möcht dem Rich grossen abbrüch bringen. Und begerten nochmols, die botschaften mit volen gewalt zü schicken. Do wart inen anwürt wie vor, darzü inen gesagt, die botschaften hetent nit von iren oberen befel, solichen gewalt zü geben. Dise anwürt sagten kgl. ret, an kgl. Mt. zü bringen, mit vil mer worten etc.
    [2.] Daruf ist an üch, myn Hh., gar myn ernstlich bet, ir wolen entlichen befel harschicken, solang ich hie sin wurd, was ich mich halten sol. Dan fürwar mir dise handlüng und sachen vil zü swer sind.
    [3.] Lb. Hh., der Dr. [Henri de Howisel] von Metzs dringt, vorzügen und -züston. Nün hab ich solichs nit wölen gestaten. Nün spricht er, der stat Metzs botschaft allen stetbotschaften obston und vorgon sol. Des hab ich nit wissen, wan ich sy vormals nit by Richs tagen gesehen hab. Do beger ich von üch, myn Hh., zü wissen, ob ich im solichs sol nochlossen oder nit etc. Got pfleg uch allzit in gesüntheit. [Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 635 Bericht Peter Muselers an Bürgermeister und Rat der Stadt Straßburg »

    [1.] Resolution Kg. Maximilians an die Reichsstände wegen Aufstellung eines Reichsheeres; [2.] Bildung eines reichsständischen Ausschusses zur Beratung über die Antwort; [3.] Eingang einer Weisung des Straßburger Rates an Museler.

    Konstanz, 8. Mai 1507 (samstag noch des hl. crüz tag).
    Straßburg, Av, AA 328, fol. 89–89’ (Or.).

    [1.] Strengen, vesten, fürsichtigen und wisen lb. Hh, üch sient zuvor myn willig dinst. Lb. Hh., uf dünderstag noch crücem [6.5.] ist die versamlüng byeinander gewesen. Und ist der versamlüng von kgl. Mt. reten fürgehalten worden [Nr. 152], wie das kgl. Mt. hab lossen üßschriben, do das mandat [Nr. 5] zwen puncten üßwiß und ander gebrechen des Hl. Richs. Nün wer inen die zwen puncten vormols endeckt. So wer dis oüch der gebrechen eine, kgl. Mt. wer mit siner Gn. erblanden des hüs Osterichs und Bürgundie mit vil grossen gescheften [beladen], deshalben sin Gn. die notdurftig handelüng des Hl. Richs nit wol möcht üßwarten. Daruf wer kgl. Mt. beger an die stend des Hl. Richs, das sy woltent verordenen einen F., der in der handlung dem Hl. Rich mit rot und dot geschickt wer für einen houptman, und zwölf rete, die oüch mit rot und dot geschickt weren, ob ye die Eitgenossen mit lieb dem Hl. Rich nit wolten anhangen, das sye mit leid dozübracht würden. Und die stend soltent sich underreden, wie dieselben möchten underhalten werden mit einer Richs hilf oder einer jerlichen Richs stür und schatzünge der hertstet, domit man füsknecht bestelen möcht. Und das sich oüch ein yeder Richs verwanter by den sinen schüff sich zu rüsten, wu der getot1 not würt zü handln gegen den Eitgenossen oder Franzosen, das man gerist wer. Solichs wolt sin kgl. Mt. genzlich zu den stenden versehen.
    [2.] Uf fritag [7.5.] hat die versamlung sich underet, ein usschütz zu verordenen, was kgl. Mt. man wol zü anwürt geben. Haruf ist myn bet, befel harzüschicken, das H. Lüdwig [Böcklin] oder ich uns wissen zü halten.
    Š[3.] Lb. Hh., ich hab üwer schriben2 von Jorg Himl3 enpfangen und wil mich derselben halten. Was mir begenet, wil ich üch, myn Hh., verkünden. Got pfleg üwer alzit in eren und gesüntheit. [Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 636 Bericht Ludwig Böcklins und Peter Muselers an Ammeister und Rat der Stadt Straßburg »

    [1.] Ergebnislose Verhandlungen des RT über eine Einung mit den Eidgenossen; [2.] Vortrag des frz. Gesandten Gian Antonio Crivelli vor der Reichsversammlung am 18. Mai, Verlesung seiner Instruktion durch kgl. Räte am 20. Mai; [3.] Sessionsstreit zwischen Straßburg und Metz; [4.] Verzeichnis der Teilnehmer am Konstanzer RT; [5.] Verlegung des Schwäbischen Bundestages von Überlingen nach Konstanz.

    Konstanz, 21. Mai 1507 (fritag post exaudi).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 88–88’ (Or.).

    [1.] Strengen, vesten, fürsitigen und wisen lb. Hh., uch sient züvor unser willige dinst. Lb. Hh., als die Eitgenossen uf samstag nach dem sündag vocem jocunditatis [15.5.] sint gen Costenz kümen, do ist dürch kgl. Mt. ret von irentwegen vor der versamlung gehandelt worden uf einünge, do zü disem mol nit beslossen ist etc.
    [2.] Witer so ist des Kg. von Frankrichs botschaft uf zistag [18.5.] vor essen für die versamung kumen mit einer credenz [Nr. 153] und daruf sin werbüng in latin geton und doby gesagt, er hab oüch credenzen an Kff. und Ff., mit inen in sunders zu reden. Uf dat hat die versamung an in begert, sin werbung inen in geschrift zü geben. Donoch am dünderstag [20.5.] morgens ist von den kgl. reten des Kg. von Frankrichs instruction [Nr. 154] in welschs und dütsch der versamung fürgehalten, die unsers bedünks ist ganz spitz und smölich. Und noch essens von kgl. Mt. reten der versamlung gesagt, sy wöllen des Kg. von Frankrichs instrüction zü düschs in geschrift der versamung bringen und sin Mt. mit inen sich einer anwurt entsliessen.
    [3.] Witer, lb. Hh., also haben wir uns für den von Metzs mit dem sitzs und ston obgebrücht noch uwerem befelh Solichs hat er [= Henri de Howisel] uf mitwuch [19.5.] vor der stet botschaften begert und gesagt, zu Rege[nsburg]1 und Würms2 sient die von Metzs obgesessen und vorgangen. Und spricht, er hab solichs sinen Hh. geschriben. Die haben im befolen, den obsitzs zü behalten; und so inen das nit von uns gedien würd, so wolt er an kgl. Mt. bringen und sin abscheid nemen. Solichs woltent wir üch Šunverkindt nit lossen. Und ob solichs besche und uns kgl. Mt. etwas deshalben für würd halten, do wölent uns verkünden, was wir soltent zu anwürt geben.
    [4.] Wyr schicken uch oüch hie in geschrift, wer hie zü Kostenz sy uf dem Richs tag.3 Got pfleg uwer in eren und gesüntheit. [Datum].
    [5.] Lb. Hh., als hat kgl. Mt. die ret des Bunds von Uberlingen gen Costens erfordert, zu kümen, do ich bin mit anderen uf zistag [nach] exaüdy [18.5.] kümen, und wart uf witeren bescheit. [Unterzeichnung].

    « Nr. 637 Bericht Ludwig Böcklins und Peter Muselers an Ammeister und Rat der Stadt Straßburg »

    [1.] Eingang einer Weisung bezüglich des Sessionstreits mit Metz; [2.] RT-Verhandlungen über eine Anleihe bei den Handelsgesellschaften für den Romzug; [3.] Bildung eines Ausschusses zu Beratungen über die Romzughilfe; [4.] Bitte um Geld und Erlaubnis zur Heimreise; [5.] Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages.

    Konstanz, 2. Juni 1507 (unsers Heren Gottes obent).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 82–82’ (Or.).

    [1.] Strengen, vesten, fürsichtigen und wisen lb. Hh., üch züvor unsere willig dinst. Lb. Hh., wir haben uwer geschrift enpfangen, betreffen die von Metz.1 Derselben wöllen wir uns halten.
    [2.] Und schicken üch in einem zedel [Nr. 163], so kgl. Mt. uf unsers Heren obent [2.6.] hat lossen anbringen. Ist siner Mt. zü anwürt [Nr. 164] worden, sin Mt. mög solichs by den koüflüten süchen und die koüflüt lyhen solich gelt bilich ein jor vergebens; und ob die kouflüt solichs beschweren wolt, so solt man inen ein zymlich interesse daruf slagen.
    [3.] Ouch ist ein üsschütz geordnet, mit wievil folks man gen Rom ziehen wil.
    [4.] Lb. Hh., wölent uns gelt schicken, wan wir nit me haben. Und wölent uns lossen zü üch kümen, wan wir kunden nit verston, etwas nutz hie zu schaffen, oder aber zu dem wenigsten unser einen.
    [5.] Lb. Hh., des Bünds halben ist nit sunders gehandelt, wan uwer unser Hh. anwurt2 ist kgl. Mt. ubergeben etc. Got pfleg uwer in eren und gesüntheit. [Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 638 Peter Museler an Dr. Sebastian Brant »

    [1.] Schreiben Sebastian Brants; [2.] Bericht Muselers über die Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien; [3.] Verhandlungen des Schwäbischen Bundes über eine ŠKlage Kg. Maximilians gegen Straßburger Bürger; [4.] überhöhte Veranschlagung Straßburgs bei der Romzughilfe; [5.] erwartete Rückkehr Ludwig Böcklins nach Konstanz; [6.] Aufenthaltskosten.

    Konstanz, 21. Juni 1507 (secunda post Viti et Modesti).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 83–83’ (Or.).

    [1.] /83/ Lb. H., ich hab in uwerem schriben1 uwer und der uweren wol tün verstanden, das ich gern vermerkt hab, und Got wöl es lang bewaren.
    [2.] Und ich schick üch hie in geschrift kgl. Mt. suns begengniß, der gestalt ich sy gesehen hab, wiewol ichs ungeschikt in geschrift2 gestelt hab. Ist myn bet an üch, in ordelich geschrift zu stelen und es H. Hansen Bocken, oüch H. Ludwig Böcklin lassen heren, so es inen gelieben wil, und den [Johann] Grüniger etc. oder wen ir wollen.
    [3.] Und ich hoff, kgl. Mt. werd an der lesten anwürt3 rubig werden, wiewol etlich frevelwort solent gangen sin, als man mir anzeigt.
    [4.] Des anslags halben ist minen Hh. halben dem anslag nit glichmessig, als ir wol mögent in der süm versten.
    [5.] Und ich wart, wan H. Ludwig Böckel küm, want XIIII dag sint vergangen, das er von Constans ist geriten.
    [6.] Und müs nit mynder alle wüch 1 fl. von stuben und kamer geben on die zerung, die by sinem windürst etc. Got bewar üch und wer üch lieb ist. [Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 639 Peter Museler an Dr. Sebastian Brant »

    [1.] Aufzeichnung über die Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien; [2.] Schreiben Muselers an Brant betr. „Octavius Augustus“; [3.] Erkenntlichkeit für den Boten.

    [Konstanz], 24. Juni 1507 (Johannis).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 84–84’ (Or.).

    [1.] /84/ Lieber H., ich schick üch hieby in geschrift die Ff. und Hh., so by der begen[gni]ß gewesen sint, domit ir es in ein recht ordenüng mochtent stellen etc.
    [2.] Ouch hab ich üch hievor geschriben, Octavicum [!] Augustum1 betreffen, aber ir haben mir deshalben nit lossen verston. Nün würt es yetzund meß, so möchten ir wol zolfry darinne arbeiten, so es anders gescheft halben sin möcht etc. Got pfleg uwer und wer üch lieb sy. [Datum, Unterzeichnung].
    [3.] [PS] Lieber H., das böttel ist mir geflissen gewesen, uf mich zu warten. Mogent ir in umb zimlichs gegen mynen Hh. furdern. Ut in littera.

    « ŠNr. 640  Bericht Peter Muselers an Ammeister und Rat der Stadt Straßburg »

    [1.] Eingang von Weisungen; [2.] Übersendung eines Schreibens des Schwäbischen Bundes; [3.] Verhandlungen des RT und des Schwäbischen Bundestages.

    [Konstanz], 24. Juni 1507 (St. Johannstag).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 85–85’ (Or.).

    [1.] Strengen, festen, fürsytigen und wissenlichen Hh., üch syent züvor myn wilig dinst. Lieben Hh., ich hab uwer, miner Hh., geschriften1 von Herman, uwerm diner, enpfangen und wil deren underston nochzükümen etc.
    [2.] Lb. Hh., mir hat des Bunds schriber [Bartholomäus Sträler] geben ein brief an üch, myn Hh. betreffen, das ziehen gon Fridberg des Bunds halben [Nr. 405], und gebeten, üch, myn Hh., züzüschicken, den ich hieby schick. Hat oüch gebeten, den von Wissenbürg iren brief züzüschicken. Wol er besunder umb üch, min Hh., verdinen.
    [3.] Und stont die sachen des Richs und ouch des Bünds halben, wie ich üch, myn Hh., nest geschriben hab.2 Got pfleg uwer in eren und gesüntheit. [Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 641 Peter Museler an Dr. Sebastian Brant »

    [1.] Klagen über die Weisung zur Verlängerung seines Aufenthaltes in Konstanz; [2.] Heimreise Ludwig Böcklins.

    Konstanz, 1. Juli 1507 (quinta [post] Petri et Pauli).
    Straßburg, AV, AA 328, fol. 80–80’ (Or.).

    [1.] Lieber, als mir myn Hh. nest hant lossen schriben1, ich sol zü Kostens bliben bis uf witeren bescheit, nün hab ich uf den bescheit gewartet und ist mir, wie der bescheit zu wit wil werden. Wan ich kan noch kein rechten anfang versten, wie mocht ich das end mogen erkenen! Wan worlich mir die sachen nit züm basten gevalen. Got wöls wol und recht fügen, wan mir ist, es werd sin bedürfen.
    [2.] Und ich schick Ludwigen [Böcklin] hinab. Und würden mir myn Hh. botschaft harwideruf tün, so möcht ich wol liden, das sy mit Ludwigen besche. Doch was myn Hh. wöllen etc. Got pfleg uwer und was üch lieb sy. [Datum, Unterzeichnung].

    « Š9.11. Frankfurt »

    « Nr. 642 Bericht Johanns von Lünen und Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Ankunft in Konstanz, Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Ankunft des frz. Gesandten Gian Antonio Crivelli in Konstanz und Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Gefangensetzung des frz. Gesandten und Abfertigung eines Gesandten Kg. Maximilians und der Reichsstände zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (hl. pinstag).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 14–15’ (Or. mit Randvermm. Hd. J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 906, S. 709–712 (Pkt. 1 fehlt).

    [1.] /14/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien unser fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frunden. Nochdem u[wer] W[irden] uns den richstag zu Costenz ersuchen verurnet1 und by kgl. Mt. des gemeinen anschlag halber, so u. W. uf dem gehalten richstag zu Collen angeschlagen und unserm gn. H. von Trier durch kgl. Mt., 2500 fl. uf rechnung zu geben, verschafft sint2, die uf 12- ader 1300 fl. uf ein verfolle quittung zu handeln befolen haben: Demnoch so wissent, daß wir uf samstag noch Jeoris [24.4.] deß abentz gein Spyer komen und daselbst erfaren, daß kgl. Mt. von Straßburg sich erhebt und uf Costenz zugekert. Demnach haben wir uns uf sontag darnach [25.4.] uber Rin foren laßen und uf Costenz geritten und uf donerstag vor walpuriiß [29.4.] deß abentz dar kommen und kgl. Mt. da funden, alß sin kgl. Mt. uf dinstag darvor [27.4.] dar kommen was, und unß uf fritag [30.4.] dem marschalk [Wilhelm] von Bappenheim angeben, daß wir von uwer W. den richstag zu ersuchen verurnet weren.
    Und unß darnoch underredt, by wem wir unß kuntschaft, und unß by Blasio Hueltzeln gesorgt und inen gebeten (nochdem er hievor u. W. zu eren Johan zum ŠJungen by kgl. Mt. gefurdert habe und u. W. derglichen noch gutes zu ton versehen), daß er unß geraten sy und by kgl. Mt. verhelfen wolle, alßbalde sich derhalben gutwillig vernemen laßen. Daruf iem den anschlag, auch die obligacion, so unßerm gn. H. von Treer bescheen ist, eruffnet. Hat unß geraten, by kgl. Mt. zu furgen und unßer werbung mitsampt der entschuldigung zu ton, wol er, sovil iem moglich sy, gutz und nichtz boeß darzu reden. Doch unß zu erkennen geben, daß er besorgt, daß kgl. Mt. es by dem anschlag bliben laß, uß ursachen, wo kgl. Mt. unß gnedig were und die sommen ringern, vurder sich andere derglichen daruf seumen, mog siner kgl. Mt. vil hindernis brengen. Doch wider getrost, daß solichs in der geheim by kgl. Mt. wol zu erlangen sy. Also sin wir 4 tag kgl. Mt. nochgefolget und gewart in der [bfl.] palz, alß sin kgl. Mt. zu herbrich lit, und in dem bredigercloster zu Costenz und uf anbrengen deß Seratiners, den wir am lesten bitten und ersuchen mosten, unß by kgl. Mt. zu verhelfen, hat er unß alßbald verholfen, haben wir von kgl. Mt. in bysin deß Seratiners und Blasio Hultzels gn. audienz gehabt. Und noch unßer getonen werbung und undertenig bitt hat kgl. Mt. /14’/ unß durch den Seratiner antwort geben laßen, daß sin Mt. den handel bedenken wollt. Und uf unßer verner undertenig bitt hat kgl. Mt. H. Hanßen von Landau und Blasio Hueltzeln in unßerm bysin mit unß zu handeln befolen. Also hat sich die kgl. Mt. mit M pherden, gen Rottwil zu riten, erhebt, daßselbig einzunemen und huldigung zu entphaen. Also ist H. Hanß von Landau durch kgl. Mt. geschrift irst uf donerstag noch exaudi [20.5.] widerumb gein Costenz komen. Derhalben wir nitz handeln konten. Aber nitzdestermynder noch unßer gn. H. von Treer unß erfordert hat und begert, sin ftl. Gn. vor andern, wie wir unß zu Cobelenz vernemen laßen haben, wilnfaren wullen, so wolle sin Gn. by kgl. Mt. nitz boeß darzu reden, und weß wir by kgl. Mt. abe ertadingen kunten, were sin Gn. wole zufriden. Darzu so hat kgl. Mt. deß romerzugs halber, auch der Eitgenoßen, so dem Kg. von Frankreich Genua zu erobern vergunt sint, abehendig zu machen, ernstlich und vil handelung gehabt, auch sine Mt. also vermurkt, vil daran gelegen gewest ist. Derhalbe deß anschlags ader ufgelegten geltz halben byß alher nitz frogbersch [= Fruchtbares] haben kunden handeln. Aber nitzdesterminder den Seratiner, deßglichen Blasio Hueltzeln ersucht, aber unß allwegen antwurt geben, solichs by kgl. Mt. anzubringen. Vernemen aber und seen, daß kgl. Mt. mit großen hendeln, so siner Mg. anligen sin, sunderlichen mit den Eitgenoßen, handelt und zu handeln hat, deßhalben wir nitz fruchbarß biß alher haben mogen handeln. Doch wollen wir keinen fliß sparen, sunder alleß unßers vermogenß fliß ankeren, in hoffnung, wir wollen, alß wir von etlichen getrost werden, etwaß fruchtbarß erlangen.
    [2.] Witer so wissen u. W., daß kgl. Mt. ein botschaft gein Schaffhusen verurnet gehabt hat, deßglichen die Kff., Ff. und stende deß Hl. Richs. Und uf kgl. Mt. begere sovil by den Eytgenossen erlangt haben, sie gein Costenz zu ferner handelung verdagen. Alß sie auch uf samstag noch vocem jocunditatis [15.5.] mit IC personen erschenen sint und uf kgl. Mt. costen biß uf donerstag noch exaudi [20.5.] hie zu Costenz verleben. Also daß sie sich uf beger kgl. Mt. horen laßen haben, daß sie kgl. Mt. die ksl. cron zu Rome zu erlangen bystant tun und beholflich sin; und wer sich darwider stellen, /15/ setzen ader verhinderung tun, wollen sie wider dieselbigen mit der tat, sovil ienen Šmoglich ist, handeln und tun. Ien were auch getreulich und von herzen leit, daß die ksl. cron in andre dan in duetzer [hand] komme und blibe solle. Die kgl. Mt. hat auch die Eitgenoßen erlichen in der herbrig gehalten und mit silbern drinkgeschirn und samet verieret und begobt und ienen ein abeschrift eines begriffs [Nr. 229] mit wissen der gemein stende deß Richs, wie sie sich mit kgl. Mt. und dem Hl. Rich vereinigen sollen, uf ein hinderbringes ubergeben. Und sint damit abegescheiden und zugesagt, in 14 tagen daruf wider antwurt geben wollen etc.
    [3.] Item uf dem gemelten tag, alß die Eitgenoßen ieren abscheid genommen, hat die kgl. W. von Frankrich einen orator [Gian Antonio Crivelli], ist gewest ein monig von Meilant, zu röm. kgl. Mt. mit einer credenz geschickt, deßglichen zu gemein stenden deß Hl. Richs, so hie versamelet waren [Nr. 153], und begert, zuvor und ee er gein Costenz quam, durch sinen ritenden boten, iem ein herbrich zu entphaen. Diewile nun kgl. Mt. mit den Eitgenoßen vil handelung gehabt und besorgt, nochdem die Francosen geschide und listig sint, daß derselbige orator etwaß mit den Eitgenoßen vornemen und die kgl. Mt. wendig zu machen, auch sie mit mirklichem geld uberdoppeln mogte, hat kgl. Mt., witer zu erfaren, dem orator herbrich zu Costenz verfangen und ienen alßbald mitsampt sinen diener bewaren laßen. Und alßbald uf sine credenz sin werbung gehort, auch der versamelung solichs zu erkennen laßen geben, mit begere, ienen vor die gemein versamelung komen zu laßen und sine werbung vernemen. Ist also gescheen. Hat ein latinsch credenz leßen laßen, die der Kg. von Frankrich in siner statt Genua iem geben und ußghien laßen hat. Und darnoch sin werbung in latin uf der Walen manere getan. Und zu beschloss siner werbung hat er sich vernemen laßen, daß er habe ein instruction in welsch, von dem cristlichsten Kg. von Frankrich, sinem H., underschriben, siner werbung dester stattlicher zu glauben sy, wol er also den gemeinen stenden ubergeben. Und iem lesten sich vernemen laßen, daß etliche artikel in der instruction steen, zu siner getanen werbung nit dinstlich sien, und alßbald begirt, iem einen secretarien zu vergunden; wult er iem, waß zu siner werbung dinlich were, ußschriben laßen.
    [4.] Solichs ist /15’/ kgl. Mt. zu erkennen geben wurden. Hat sin Mt. nochmittag einen secretarien zu iem geschickt, solichs zu schriben. Und alß er an etliche artikel komen ist, hat der orator ienen die nit ußschriben laßen wollen, sunder der secretarius solichs an die kgl. Mt. bracht. Hat kgl. Mt. alßbald mit gewalt ienen die instruction nemen und ienen und alle sine diener verner besuchen laßen und noch etliche credenz an Bf. von Menz, Treer, Coln, Palz, Brandenburg, Heßen, Saßen, Wirtenburg funden, alle verschloßen, die alle der versamelung angezeigt sint. Solichs alleß hat kgl. Mt. den gemein stenden durch die rede eruffenen, seen und die instruction uf welsch horen laßen. Und nochdem solich zungen in verstentnes nit gemein, ist kgl. Mt. uberkommen, solich instruction in duetz tran[s]ferrern zu laßen und furter den stenden die behendigen. Und so solichs geschicht, wolle wir u. W. solichs, soferre wir vergebene botschaft haben, nit verhalten.3 Doch in sommen inhalten, daß sich der Kg. von ŠFrankrich Meilant halber, auch Genua entschuldiget und dem röm. Kg. ufleget, wie er die Kff. verdriben und siner Mt. erblande meren wulle. Und zeigt deß vil ursach an. Deßglichen auch mit Gellern, alß ir in der instruction, so unß die wurd, wol vernemen werden. Doruf ist kgl. Mt. und der stende meinung, eine schrift mit einem heralt dem Kg. von Frankrich zu schicken, darin begeren zu wissen, ob solichs inhalt der instruction und werbung siner kgl. W. meinung sy, solichs wider zu schriben und sich vernemen laßen, wo er zu finden sy, wolle die röm. kgl. Mt. ein botschaft zu iem schicken und der und andre deß Hl. Richs anligen nottorft halber handeln und reden laßen. Ist also abegefertigt und der orator versehen byß uf die widerantwurt. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in loblichem regement und gesuntheit lang gefristen. Geschreben und geben ilenß uf dem hl. pinstag [23.5.] mit dem menzischen boten Moller Hen Ao. 1507 in Costentz.
    E[uer] W[eisheit] w[illige] Johan von Lunen, genant More, u. W. sch[ultheiß], Johann Frosch, sch[öffe].

    « Nr. 643 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Heimreise Johanns von Lünen, Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die Kölner Reichshilfe; [2.] Erstellung des Reichsanschlags durch den reichsständischen Ausschuß, Junktim mit Verhandlungen über Landfriede und Reichskammergericht; [3.] Beschlüsse der Stände zum Reichskammergericht; [4.] Vereinbarungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen; [5.] Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien, Ausschluß der reichsstädtischen Gesandten; [6.] geringe Fortschritte bei den RT-Verhandlungen; [7.] Höhe der Reichshilfe, Beitrag Kg. Maximilians für den Romzug.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (fritag noch Viti).
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II/199, Stück-Nr. 42 (Or.).

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wisen, u[wer] W[irden] sien myn fruntliche willig dinst alle zijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. U. W. wissent, daß ich uf donerstag noch Bonifacii [10.6.] ein schrift, von u. W. ußgangen, entphangen habe, darin u. W. begeren, nochdem sich die sachen deß anschlags halber verwilen, der schultes [Johann von Lünen] sich anheim fuegen und ich des tag ußwarten solle etc.1 Bin ich ungezwifelt, der schultes sy, ob Gott wil, langest vor dato wol heimkomen. Wil auch deß tageß hie ußwarten und uf u. W. schriftlich antwurt, so ich uf deß schulteßen anbrengen von u. W. warten bin, verharren und, sovil myr moglich ist, verfollen quittung deß anschlags halber uf 2000 fl. ader mynner understien ußzubrengen; doch nichts sunderlichs davon vornemen ader handeln, ich habe dan deß von u. W. ein Šschrift, so ich glaubens halber ferner anzaigen moge, wie dan der schultes und ich deß uf kgl. Mt. antwurt unß underredt haben, deß ich ungezwifelt bin, der schultes u. W. gut bericht davon geben hat, damit die somm geringert und die zerung herußgerissen mocht werden. Wolten wole uf die 2000 fl., alß wir von Gf. Iteln von Zorn, auch nochmalß von mynem gn. H. von Treer gefelligen vertrost wurden, gehandelt haben. Diewile aber von kgl. Mt. dem schultesen genediglichen erlapt und die somm uf 2500 fl. anzubringen befalen wart, funden wir in rat, ferner davon zu handeln nit fug haben wult, diewile wir unß alle zijt by kgl. Mt., auch by unßerm gn. H. von Treer, dem Seratiner, auch Blasio Hueltzeln, von 12- byß 1300 fl. und nit witer zu handeln, vernemen laßen befelch haben etc.
    [2.] Item deß anschlags halber, den Romer zug bedreffen, ist durch die segßer, so von der versamelung darzu geurnet sint, ein anschlag und ufzeigniß gemagt und geschreben, aber kgl. Mt., auch der gemeinen versamelung noch verhaulten, und sunderlich kgl. Mt., damit frid und recht auch dester stattlicher ufgericht und durch sine Mt. bewilliget werden mocht.
    [3.] Item haben die versamelung sich vereiniget [Nr. 171], deß kammergerichtz halber kgl. Mt. vorzuhaulten, damit daß kammergericht dester stattlicher und bliblicher ufgericht und gehaulten werden moge, kammerrichter, bysitzer und die kanzlien alle von den fiscalischen penen, auch der nutzungen der canzlien, alß urtelßbrief, copey und andre derglichen nutzungen, davon belonung werden und gefallen, [zu unterhalten]. Und sol man einen gelerten und verstendigen viscal nemen und iem 3 assessores zugeben, solichs ufzuheben und uber ein jar 3 Kff., den naesten by dem kammergericht geseßen, deßglichen auch dem kammerrichter rechnung, auch dem kammerrichter und assessores belonung davon tun. Solichs wurd kgl. Mt. von etlichen geurdenden Ff. uf dato vorgehalten werden, ob sin Mt. darin gewilligen und uf die nutzung verzien wulle. Und solle kein sportuln genomen werden. Und weß derhalbe ferner davon gehandelt wird, nit verhaulten.
    [4.] Item wissent, daß kgl. Mt. sich mit den Eytgenoßen vereiniget und ienen ere friheit, ault herkomen und gute gewonheten confermert und bestetiget, auch sie deß kammergerichtz und hafgerichtz gefriet hat, ob sie an der einem vorgenomen und erlangt wurden, hebt kgl. Mt. jetz alß dan und dan alß jetz uf und vernichtiget die, wie dan derselbige begriff2 sich ferner strecken ist; darin die Ff., auch die gemeine versamelung nit gefallenß dragen. Und sint uberkomen uf dato, soliche verschribung, von kgl. Mt. ufgericht, auch der Eytgenossen refers3 zu anderen und milderen, auch kgl. Mt. solichs alßdan ferner vorzuhalten, wiewole sin Mt. iem und dem Hl. Rich der zweyer stett halber Mölnhußen und Basel, nochdem sie sich in schutz und schirm der Eytgenoßen getan, daß Rich ußgescheiden haben, nichtes ubergeben, sunder vorbehaulten hat, weß sie dem Rich von alter zu tun schuldig sin. Daruf haben die Eytgenossen kgl. Mt. zugesagt [Nr. 246], 6000 Swizer, die ksl. cron zu erlange, umb Šeinen zemlichen solt vergunnen wullen, nemlich einem zu fuß IIII½ fl. und einem zu russ X fl. den monet zu geben verspruchen. Und sollen XXX tag vor einen monet gerechent werden. Und weß sie geigen den find schadeß liten, ienen den erstatten, auch XX knechten ein saumruß vergunnen und demselbigen den monet V fl. geben. Und wullen XII heuptlut haben, uß jglichem art einen, und ein jedeß art sine fenlin mit ierem zeichen und einem wißen crutz, und nemantz under sie verurnen ader mengen. Und mit den duppeln suldenern, heuptluten, fenrichen, weibeln etc. sol eß, wie eß herkomen ist, gehaulten werden. Noch wollen sie, daß je IIC knecht einen sundern heuptman habe, darzu sovil prister, alß sie haben. Sollen alle duppeln solt haben und gegeben werden. Und zu Zurch soll ienen vor dri monet solt alßbald gegeben und daselbst ußziegen und widerumb byß heim versolt werden. Und wurde einer erstuchen und man iem den solt schuldig were, sol sinem heuptman gelebert werden, sol solichen sinen kinden [oder] hußfrauen uberantwurten. Kgl. Mt. sol sie auch mit provianden und gut geschuss, damit sie deß keinen mangel haben, verseen. Solichs hat kgl. Mt. ienen alleß zugesagt und versprochen. Dan der Kg. ist also uf die Eitgenoßen geseßen, daß ich glaub, weß sie von kgl. Mt. begeren durften, solten derhalben gewert werden.
    [5.] Witer wissen u. W., daß uf mitwochen vor dato diß briefs [16.6.] a die kgl. Mt. siner Mt. sone seligen, hoglobligs gedechtnis, Kg. Philipz von Castilien, begenkniß im monster gehabt hat wol mit XVC weßen kirzen, IC und X fackeln, alle brennend und mit swarzem wullengewant under den kirzen und stende behenkt, auch alle altare uben und forn behenkt. Und ward die versamelung darzu erfardert und nemantz von stetten. Hat etliche nit billich beducht. Die persefant [= (Unter-)Herolde] haben von etlichen gelt gefardert; haben ien keinß geben wullen, alß der Dr. von Collen [Dr. Dietrich Meinertzhagen] hat gesagt, sie hetten den Rich stetten ader ieren geschickten kein platz geben, darumb wer man ienen nitz schuldig-a. Werden ungeferlich in reten und auch sust gehaulten, alß ich u. W. hernoch derhalbe baß ader witer davon bericht geben wille, nit not, vil davon zu schriben.
    [6.] Aber weß nochmalß ferner deß kammergerichtz, auch der Eytgenossen halber gehandelt wirt, wil ich u. W. nit verhalten. Aber ich habe noch zur zijt nicht sunderlichs, dem Rich nutzlichs und erlich were, seen vurnemen dan die zwei stuck frid und recht, darzu den Roemer zug, wiewole davon noch nichtz gered ader gehandelt, dan der anschlag uf einen jeden, weß er derhalbe tun solle, ufgezeignet ist.
    [7.] Item tut der anschlag4 in sommen XVIIMVIC und LXXII man zu ruß und fuß. Und so alle, die von den Ff. abe- ader zu ienen gezagen werden und apsent sin wullen, bliben noch XIIIIM ungeverlich. Darzu so wil die kgl. Mt. XIIM versoulden zu fuß und IM zu ruß5, deßglichen die VIM Swizer, in somma XIXM. Ob inß geschee, weiß man nit. Darzu so sagt man in lantmanß wise, die Venezianer wollen kgl. Mt. VIIIM uf ieren Šcosten versulden. Ob inß einen vorgank gewyn, weyß man noch nit. Damit Gott der almechtig wolle u. W. in seligem, loblichen regement und gesuntheit lange gefristen. Datum zu Costenz, uf fritag noch Viti [18.6.] Ao. 1507.
      U[wer] W[eisheit] w[illiger] Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 644 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen des RT über Reichskammergericht und Romzughilfe.

    Konstanz, 19. Juni 1507 (samstag noch Viti).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 16–16’ (Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 913, S. 719 (nur Pkt. 2).

    [1.] /16/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien myn fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Wissent, daß myn gn. H. von Treer uf fritag nochmittag vor dato [18.6.] mich fraget, ob ich noch nit antwurt von u. W. hette uf daß anbrengen deß schulteßen [Johann von Lünen], alß er deß von kgl. Mt. bevelch hat. Sagt ich nein, aber ich were allen tag derhalben antwurt von u. W. warten. Sagt myr sin Gn., daß er willens gewest were, kgl. Mt. zu bitten, u. W. derhalbe zu schriben und antwurt daruf begeren; hab aber solichs anstien laßen, in hoffnung, u. W. werde myr ilens antwurt derhalbe zuschicken. Wand sin Gn. besorgt, daß der tag in kurzer zijt sine entschaft haben werde und darnoch derhalbe nit wole zu handeln sy. Darumb bitt ich u. W., wollen myr ilenß uf deß schulteßen anbrengen1 der 2500 fl. halber schriben, wolt ich mich alßdan by myn gn. H. von Treer fugen und mit sinen Gn. uf 2000 fl., ader sovil ich mynder by sinen Gn. erlangen kunte, uf eine verfollen quittung understien zu handeln, und sunderlichen uf die gefellige vertrostung, so der schultes und ich von sinen Gn. gehort und vernommen haben, deßglichen auch von Gf. Iteln von Zorn, der unß beiden den andern tag zu erkennen gabe, er hiltes darvor, wan wir 2000 fl. geben, kgl. Mt. solt u. W. daby laßen.
    [2.] Deß kammergerichtz halber ist noch nichtes beschlossen, sunder etliche artikel [Nr. 171] zu underhaltung deß kammergerichtz kgl. Mt. uf dato ubergeben. Und uf dato nichtz anderes dan von dem romerzug, urdenung und deß gemeinen anschlags halber gehandelt wirt, auch in artikelß wyse [Nr. 174] kgl. Mt. furgehalten werden solle, alß einen gemeinen hauptman zu erwelen, deßglichen etliche red, die dem hauptman Šzugegeben werden sollen, und andre notturftige dinge, so zu dem zoge notz und not sint zu bedenken und zu ratschlagen; und sunderlichen by kgl. Mt. ermeßen werd, wer die haulten und belonen ader versolden sollen. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in langem, seligem regiment gefristen. Datum zu Costenz, uf samstag noch Viti [19.6.] Ao. 1507.  Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 645 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen des RT über Romzughilfe und Reichskammergericht; [2.] Resolutionen Kg. Maximilians zur Romzughilfe vom 3. Juli, Geheimhaltungspflicht der Stände, Beauftragung des Großen Ausschusses zu Beratungen über die kgl. Resolution.

    Konstanz, 4. Juli 1507 (sontag Ulrici).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 18–18’ (Or.).
    Regest/Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 915, S. 723.

    [1.] /18/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien myn gar fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Ich bin ungezwifelt, der schultes [Johann von Lünen] werde, ob Gott wil, kurzlich nach dato heimkomen und u. W. aller handelung montlich bericht tun, wiewole nicht sunderlichs sit der zijt, ich u. W. geschriben haben, vorgenomen ader gehandelt worden ist dan deß romzug und kammergerichtz halber. Deß romerzugs halber ist der anschlag langer gemacht ader kgl. Mt. verhalten biß alhere. Deß kammergerichts halber versee ich mich, eß werde kgl. Mt. zu gefallen ein jar lang zu Regenspurg gehaulten werden und myn gn. H. von Bassau kammerrichter sin etc., wie ich u. W. hiefore auch geschriben habe1, und darnach gein Wurmß gelegt [Nr. 177, Pkt. 1] . Vermeint kgl. Mt., die irtum zwuschen den geistlichen und dem rat daselbst hienzulegen, damit derhalbe kein verhynderung geschien moge, diewile imß, den Rinlendern und Oberlendern gelegen ist. Und solle underhalten werden, wie u. W. in myne schrift hiefor vermirkt haben etc.
    [2.] Ferner wissen u. W., daß uf samstag noch visitacionis Marie [3.7.] kgl. Mt. an die gemeine versamelung begert hat, 30 000 mann zu ruß und fuß ein jeder in munt nemen und nit anders davon reden solle, die siner Mt. vom Rich im anschlag, die ksl. cron zu erabern, zugesagt syen, duch die gewisse sommen by zwelftusent, drydusent zu ross und nuentusent zu foß, gelaßen [Nr. 181]. Und haben alle geschickten botschaften uf samstag obgemelt mynem gn. H. von Menz in bysin der versamelung ein hantgelobe getan an eitstatt, alles, weß gehandelt ist und furter gehaindelt wurt, solichs zu verschwigen [Nr. 182]. Duch habe ich macht, solichs u. W. zu uffenbaren, bitt aber, solichem eim jeden zu sagen zu verschwigen, alß myr nit zwifelt, u. W. wissen sich darin wole zu haulten. Und daß die 6000 Ey[d]genoßen in die sommen der 9000 gerechent und vom Rich ein jar lank versolt werden sollen. Ist von der versamelung dem ußschuß zu ratschlagen befalen. Nochdem /18’/ ich dan daby sin werde, waß dan davon gehandelt wurd, wil ich u. W. nit verhalten. Versee mich auch, so solichs gehandelt und beschloßen wurt, der tag solle sin entschaft haben. Damyt wolle Gott Šder almechtig u. W. in seligem, langwerendem reygiment gefristen. Geben zu Costenz, uf sontag Ulrici [4.7.] Ao. etc. 1507.2   Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 646 Weisung der Stadt Frankfurt an Johann Frosch  »

    [1.] Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Besteuerung der Frankfurter Juden für den Romzug; [3.] Konflikte Frankfurts mit Ludwig von Ottenstein und Wigant von Luttern.

    Frankfurt, 9. Juli 1507 (frytag nach Kiliani) ; präs. Konstanz, 16. Juli.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 199, Stück-Nr. 42 (Konz.).

    [1.] Der Schultheiß [Johann von Lünen] hat ihnen mitgeteilt, daß der röm. Kg. es bezüglich des Kölner Anschlags [von 1505] bei den 2000 fl. belassen hat. Dies müssen sie, obwohl es ihnen beschwerlich ist, akzeptieren.1  
    [2.] Der Schultheiß berichtete außerdem von der Absicht [des Kg.] zu einer neuen Veranschlagung der Stadt und insbesondere der Frankfurter Juden. Dies ist nicht akzeptabel. Die Juden mußten bislang immer einen Beitrag zu den Anschlägen der Stadt leisten. Allein der Frankfurter Magistrat hat das Recht zu deren Besteuerung. Schicken ihm eine Abschrift des entsprechenden kgl. Privilegs.2 Er soll den Personen, die im Namen des Kg. mit ihm und dem Schultheiß darüber gesprochen haben, eröffnen, daß Frankfurt eine Besteuerung der Juden nicht hinnehmen wird, und sie ersuchen, dies dem Kg. mit der Bitte um Respektierung des Frankfurter Privilegs mitzuteilen.
    [3.] Er ist darüber informiert, daß sich Frankfurt und Ludwig von Ottenstein gütlich geeinigt haben. Übersenden ihm eine Abschrift der Einigung.3 Ungeachtet dieses Abschieds Šübersandten etliche Adlige der Stadt Schreiben4, von denen sie ebenfalls Kopien beilegen. Ebenso gingen ihnen Schreiben Wigants von Luttern wegen eines – Frosch bekannten – Vorfalls in Frankfurt zu.5 Ersuchen ihn, die mitgeschickten Unterlagen zu studieren und Šdann den Kg. informieren, damit er die von ihm und dem Schultheiß gemachten Angaben als zutreffend erkennt.  Er soll den Kg. gemäß den beiden mitgeschickten Instruktionen bitten, für den Fall, daß die gütlichen Verhandlungen scheitern sollten, eine Kommission zu bewilligen und sie mit Mandaten zur Unterbindung widerrechtlichen Vorgehens Ottensteins und Lutterns gegen Frankfurt auszustatten.6 Falls dies unterbleibt, so ist er sich natürlich darüber im klaren, daß die Stadt sich nicht zugleich ihrer Feinde erwehren und dem Kg. dienen kann. Er soll den Dr., der ihm und dem Schultheiß zuvor schon behilflich war, noch einmal um Hilfe bitten und auch die Geschenke (vererung) für die Kanzlei nicht vergessen.

    « Nr. 647 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen des RT über die Romzughilfe; [2.] Beitrag der Eidgenossen zum Romzug, Beginn des kgl. Romzuges; [3.] Verhandlungen des RT über das Reichskammergericht.

    Konstanz, 15. Juli 1507 (donerstag noch Margareten).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 19–19’, 20’ (Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 919, S. 728–730.

    [1.] /19/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] syen myn gar fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Wissent, daß die röm. kgl. Mt. ein neuerung vorgenomen und an die gemeine versamelung begert hat, daß der anschlag der holf des romerzogs uf zwilftusent man, mit namen dritusent zu roß und nuentusent zu fueß, gewiß gemagt und ufgericht werde und siner Mt. hundertundzwenzigtusent fl. bare an abschlag der nuentusent zu fueß gereicht und geben werden [Nr. 192]. In den ansch[l]ag der zwolftusent etc. versee ich mich, eß werd siner Mt. nit abgeschlagen werden. Aber der hundertundzwenzigtusent fl. halber haben wir alß die geschickten der fry- und Rich stett unß horen laßen, daß wir solichen befelg von unsern Hh. und frunden nit haben. Aber wir verseen unß, wo inß an unsere Hh. und frund durch eine jeden vorbragt und ursach derhalbe vernomen, wurden sie sich geigen kgl. Mt. ungezwifelt alß die gehorsamen und underdenigen eres vermogenß halten. Solichs haben unßer gnst. und gn. Hh., die Kff. und Ff. und stende, angenomen und kgl. Mt. furter erkennen zu geben. Solichs haben die geschickten der stedt ine besten angeseen, damyt nit also lichlig in gelt zu geben gewilliget wurde. Versee mich aber, die Ff. werden in beide begerungen gewilligen. Ist auch dem ußschus soliche und andere artikel zu ratschlagen befalen uf dato. Eß ist aber noch keyne malstatt deß zusamenkomens von kgl. Mt. angezeigt, wiewole solichs von stenden an kgl. Mt. zu meer malen begert ist [Nrr. 176, Pkt. 1; 178, Pkt. 5.2], daß ich bißhere dem zog keynen glauben geben habe, also daß kgl. Mt. gein Rome ziegen wurde. Ere Mt. wil auch [Nr. Š193, Pkt. 3], daß ein ander richstag gein Nurnberg ader Frankfurt gelegt werde, ob etwaß zufallen, daß not sin wurde, davon zu ratschlagen ader die hilf zu meren etc., wie dan in rat zu jeder zijt funden wurd, daß solichs uf daß furderlichst gescheen mog.
    [2.] Die Eitgenoßen ader Swizer sint alle geruest zu ziegen, inmaßen alß ich u. W. hiefur geschreben habe [Nr. 643, Pkt. 4] . Aber die versamelung hie haben kgl. Mt., die Eitgenoßen zu underhalten deß romerzogs, nit annemen ader willigen wollen, daß ich hiefur auch geschreben habe. Also hat ere Mt. die obgemelten nuerung furgenomen etc. Ich habe von eines fursten rat gehort, daß der romerzog von kgl. Mt. einen furgank gewinnen wurd und die /19’/ zyt uf Michaelis [29.9.] ernent und bestimpt werden solle. Aber die malstatt weiß noch zur zijt keiner dan die kgl. Mt. Ist aber noch nit uffenbare. Die Swizer werden zu Zurg ußzegen und ieres sult anghien etc.
    [3.] Daß kammergericht wurd uf begere kgl. Mt. VI jare ufgericht, inmaß ich u. W. hiefur geschreben habe.1 Daß irst jare sol eß gehalten werden zu Reigenspurg und der Bf. zu Bassau kammerrichter sin und darnoch gein Wurmß gelegt und ein weltlicher kammerrichter erwelt werden und underhaulten von der nutzungen der canzlien und fiscalischen penen und strafen, wie ich auch hiefur geschreben habe [Nr. 643, Pkt. 3] . Duch wo noch den VI jaren etwas myrklichs uber die underhaltung kammerrichters, bysitzer, cancelien etc. uberlief, sol kgl. Mt. alßdan werden und gefallen etc. Solichs haben die stende und gemeine versamelung kgl. Mt. zu undertenigem gefallen bewilliget [Nr. 195, Pkt. 1] . Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in seligem, langem, loblichem reigemient gefristen. Geschreben ilenß und geben zu Costenz, uf donerstag noch Margareten [15.7.] 1507.
      Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 648 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen wegen der Konflikte Frankfurts mit Ludwig von Ottenstein und Wigant von Luttern; [2.] von kgl. Seite geplante Besteuerung der Frankfurter Juden für den Romzug; [3.] Verhandlungen des RT über Reichskammergericht und Romzughilfe; baldiges Ende des RT, Abreise von Ff.

    Konstanz, 20. Juli 1507 (dinstag noch Alexie);  präs. Frankfurt, 27. Juli.1
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 21–21’, 22’ (Or. mit Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 923, S. 739 (nur Pkt. 3); Harpprecht , Staats-Archiv II, Nr. CXL, S. 456 (nur Pkt. 1).

    [1.] /21/ Bestätigt für den Freitagabend [16.7.] den Empfang von Weisungen bezüglich der Besteuerung der Frankfurter Juden und des Streits der Stadt mit Ludwig von Ottenstein sowie mit Wigant von Luttern. Er konnte aus den mitgeschickten Unterlagen entnehmen, daß Kf. Philipp von der Pfalz der Stadt und Ottenstein zwar auf den 18. August (mitwochen noch assumpcionis Marie) einen Schiedstag anberaumt hat [Nr. 646, Anm. 3], die ŠStadt indessen davon keine Ergebnisse erwartet. Ebenso verhält es sich demnach in bezug auf Luttern. Er hat am Sonntag [18.7.] instruktionsgemäß das Appellationsinstrument an Sixtus [Ölhafen], Sekretär der kgl. Kanzlei, übergeben, um ein kgl. Inhibitionsmandat an Ottenstein zu erwirken. Dr. Hayden teilte ihm mit, daß der Kg. wegen Lutterns keine Kommission ausgehen lassen werde, da beschlossen worden sei, das kgl. Kammergericht in Kürze wiederzueröffnen. Er bat deshalb den Kg. um Ausstellung eines Pönalmandats an Luttern und andere Reichsuntertanen, in der Sache nicht gewaltsam vorzugehen. Der Kg. beauftragte Sixtus [Ölhafen], dies im Hofrat vorzutragen. Er, Frosch, übergab diesem die Abschriften der Verhandlungsunterlagen /21’/ samt einer Supplikation [Nr. 456]. Sixtus will ihn informieren, sobald er Bescheid erhält.2

    [2.] Aber deß nuen anschlags halber, so uf e. W. juden bescheen sol werden, wil ich, soferre inß mit fugen sin kan, byß ich die ladung und inhibicion und mandata ußbracht habe, stillestien und darnoch H. Jorgen von Emerßhofen und H. Niclaß Ziegler die ksl. fryheit anzeygen und ienen zu erkennen geben, daß e. W. solichen anschlag der juden halber mit nichts erliden kundet, sie gutwelliglichen bittend, solichs kgl. Mt., unßerm allergnst. H., anbrengen wollen und undertenig biddend, e. W. by solicher friheit bliben zu laßen etc.
    Š[3.] Witer, so wissent e. W., daß uf montag vor dato [19.7.] von der gemeinen versamelung ein gruntlich und entlich meynung deß kammergerichts [und] romerzugs3 kgl. Mt. uberantwurt ist und daby unterteniglich gebeten, ienen genediglich zu erluben, damit ein jeder uf Galli [16.10.] die sinen mitsampt dem gelt gein Costenz schicken und ufbrengen moege, soviel einem jeden an den IC und XX-tusent fl. zu geben gebueren wulle, alß ich e. W. hiefoere davon geschreben habe [Nr. 647, Pkt. 1] , alß ich e. W., ob Gott wil, in kurzen tagen ferner bericht davon geben wille. Und versee mich, daß diser richstag sin entschaft habe. Hg. Albricht von [Bayern-]Mongen und Hg. Jorg von Saßen und Myßen werden uf dato hienweg, wollen uf kgl. Mt. nuerung, so sin Mt. allen tag angehenkt hat, nit warten.4 Damit wolle Gott der almechtig e. W. in seligem, langem reigiment gefristen. Geben zu Costenz, uf dinstag noch Alexie [20.7.] Ao. 1507.  Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    «9.12. Köln »

    « Nr. 649 Weisung der Stadt Köln an Dr. Dietrich Meinertzhagen  »

    [1.] Konfirmation des Kölner Stapelprivilegs durch Kg. Maximilian, Verhandlungen über die auf dem Kölner RT (1505) bewilligte Reichshilfe; [2.] Anspruch der Stadt Köln auf den Vorsitz unter den Reichsstädten; [3.] Vorschlag zur Verlegung des Reichskammergerichts nach Köln; [4.] Bitte Johann von Reides um Bewilligung einer kgl. Kommission zur Entscheidung seines Streits mit Jakob von Lynne; [5.] Bitte um Nachrichten vom RT und Informierung über dessen voraussichtliche Dauer.

    Köln, s.d., jedoch vor dem 24. Juni 1507.1
    Köln, HAStd, Briefbuch 43, fol. 231–232 (Kop.).

    [1.] /231–231’/ Er hat ihre durch den Fußboten Wilhelm [Gamde]2 überbrachte Weisung inzwischen sicherlich erhalten, wonach er beim röm. Kg. mit allem Nachdruck vorstellig Šwerden soll, ihm die Konfirmation des Kölner Stapelprivilegs3, weshalb der Protonotar Georg [Goldberg] vor kurzem nach Innsbruck geschickt wurde, durch den kgl. Bevollmächtigten [Johann] Lukas aushändigen zu lassen. Der Kg. hat zugestimmt und nach ihren Informationen auch befohlen, die Urkunde zu schreiben und zu siegeln. Das Schreib- und Siegelgeld wurde bereits bezahlt. Es gibt auch keinen anderen Hinderungsgrund mehr, außer daß die Stadt die ihr für den Ungarnzug auferlegten 6000 und einige hundert fl. noch nicht erlegt hat. Er weiß, was die Stadt dem röm. Kg., dem Kanzler und anderen in den Niederlanden zukommen ließ und was ihr dafür versprochen wurde. Er soll dem Kg. noch einmal den Sachverhalt darlegen und ihn bitten, Köln von dem [auf dem RT von 1505] bewilligten Anschlag zu befreien.4 Der Kg. möge bedenken, daß sie sich immer mit hohen Kosten gehorsam gegen Kg. und Reich erzeigt haben, insbesondere bei der Belagerung von Neuß5 oder bei der Auslösung des röm. Kg. 6 Das seither erwirtschaftete Geld wurde durch den Pleitprozeß in Rom7 aufgebraucht, so daß die Zahlung der geforderten Summe derzeit nicht möglich ist. Wenn die Stadt mit Hilfe des Kg. erst ihr Stapelprivileg nutzen kann, ist künftig auch wieder der Dienst für Kg. und Reich finanzierbar.
    [2.] Als wir uire L. geschreven haven des sitzens halven etc., ist noch wie vur unß ernste meynonge, dat ich8 [!] uch darine nyet laist dragen, sonder mit ernste daran syn willet, dat uns derhalven gheyne vercleynunge unß eren zugefuegt werde, as wir nyet zwyfelen, ir uch darinne wail schickbarlichen halden sullet.
    [3.] Moegen wir lyden und were uns zo gwissem gefallen, das das kgl. und Rychs camergericht bynnen unser stat gelacht und daeselfs gehalden moechte werden.
    [4.] Bürgermeister Johann von Reide bittet um Bewilligung einer kgl. Kommission in seinem Streit mit Jakob von Lynne.9  
    [5.] /232/ [PS] Bitten ihn unter Hinweis auf sein Schreiben an die Bürgermeister mit Nachrichten über die frz. Gesandtschaft10, durch den Überbringer dieses Schreibens weitere Neuigkeiten zu übermitteln, und um Mitteilung über die voraussichtliche Dauer des RT.

    « Š9.13. Lübeck »

    « Nr. 650 Bericht Hartwich Brekewolts an Bürgermeister und Rat der Stadt Lübeck »

    [1.] Konflikt Lübecks mit den Hgg. von Mecklenburg: Eventualacht gegen Lübeck, Gutachten Dr. Matthäus Packebuschs und Dr. Brands, Ablehnung der rechtlichen Vertretung Lübecks vor Kg. Maximilian durch Brekewolt, Ausbleiben Dr. Hartmanns von Kirchberg; [2.] Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Konstanz, Verhandlungen des RT über das Reichskammergericht, Möglichkeit zur Anhängigmachung des Konflikts Lübecks mit Mecklenburg am Kammergericht; [3.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen über einen Beitrag zum Romzug, Forderung an die Reichsstände nach einer Romzughilfe, Erstellung eines Reichsanschlages; Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien; [4.] voraussichtlich baldiges Ende des RT, Empfehlung zur Verzögerung von Verhandlungen über den Konflikt zwischen Lübeck und Mecklenburg; Verhandlungen über den Konflikt um Groningen; [5.] Beschluß der Reichsstädte zur Stellung von Truppen für den kgl. Romzug; [6.] Audienz Brekewolts bei Kg. Maximilian.

    Konstanz, 16. Juni 1507 (mytdweken nha Vithi).
    Lübeck, StdA, ASA Ex. 4337, unfol. (Or.).

    [1.] Ersame vorsichtighe, wolwyse Hh., myne willighe berede denste syn juwer ersamheit alle tidt voran bereith. Unnde hebbe juwer ersamheit breve vom datum deß mytdwekenß nha exaudi1  [19.5.] entfangen, leßennd inghenomen. Unnde wiwol vil flyteß iß anghebent, juw in de acht tho bringhende, iß doch nicht jelonghet, sunder, so ick noch vorsta, de kgl. Mt. hefft gheven ene citacion jeghen juwe ersamheit vnnde wil de sake sulvest myt synen rederen verhoren; deß ick so nicht hebbe en gudt gheval. Averst ick wet, dat de kgl. Mt. lever seghe, deselve in fruntschop werde verdraghen.2  
    Ock, ersamen Hh., szo gy schriven, ick doctoriß Pakebusch3 schriffte wol hebbe ghesen, darnhae ick my mocht richten. Darupp fughe ick juwer ersamheyt tho wethen, dat de eghemelte Dr. my syne schriffte ne hefft lathen leßen, ghetoghet edder ghesecht, dat he in der sake schriven hadde, sunder, szovele alzo ick bynnen rads hebbe ghehoret, dat he hefft gheleßen, dat doch nha der tidt vorborghen by eme iß vorbleven.
    Ock, ersamen Hh., hebbe ich nicht ghesen consilium doctoriß Branth cum allegationibus. Szo denne juwer ersamheyt menunghe were, dat ick de sake vor der kgl. Mt. imme rechte schold vertreden edder uthdraghen, dartho kenne ick my alto klene unnde wuste itzunth hir nenen procuratorem noch doctoreß, de de sake mochten voren edder my radthdedich syn, hir mochte krygen, dardorch juwe ersamheit in juweme guden rechte mochten werden vorsumeth, unnde ick ene ewighe schande averqueme, dar juw ersamheit wol myt dem besten wil tho vordacht syn.
    ŠOck, ersamen Hh., szo hefft my de Gf. von Kerichberch gheschreven, dat he hir nicht myt den ersten komen werth, wente he nu iß worden coadiutor deß stichteß tho Fulda, szo gy uth synen breve wol werden vornemen.4  
    [2.] Ock, ersamen Hh., szo hefft my deß Rikes marschalk [Wilhelm von Pappenheim] tho rade eff[ord]ret unnde byn irschenen imme rade deß morgenß ame daghe Vithi [15.6.], dar me denne ersten ausruck [?] tho handellende unnde vorhenne handelth. Waß averst nichteß besloten, wenthe de kgl. Mt. wachtede nha Hg. Frederich, Kf. tho Sassen, de denne in deme vorghanghenne sonnavende [12.6.] hir bynnen quam. Szo worth in deme daghe Vithi [15.6.] ersten vornommen twyerleye, alze vame rechte effte kamergherichte uppthorichten und von deme [ge]menen frede imme Ricke tho holden [Nr. 169], szo dat ick my vorhape, dat kamergherichte werth wedder uppkomen. Went juw dene belevede, de sake myt den Ff. van Mekelenborch tho komen lathen int kamergherichte, stende velichte wol tho beholden.
    [3.] Ock, ersamen Hh., hefft de kgl. Mt. van den Swyseren vorlanghen lathen, dat eme upp synem romeschen toch VI-dusent manne tho vothe unnde perde werden thosaghen, szo dat syne kgl. Mt. schal gheven upp dat perdt tho dem manthe X fl.; unnde stetth nycht vor perde schaden, sunder de eme werden apenbar imme velde affschoten edder dorch viende hande doth blyven. Den vothknechten schal he gheven veffte halven fl. [Nr. 246]. Szo syne kgl. Mt. de verdracht myt mer unnde lengheren articulen hefft lathen leßen, dartho begherth he von deß Rykes vorsamlunghe XVI-dusent man tho vothe unnde perde5, szo leth de kgl. Mt. itz mith eneme ideren syn andel setten tho holden. Szo hebbe ick den boden uppgheholden in der meninghe, dat ick welde hebben ghehoret in der versamunghe juwen anslach, we hoch gy upp lude worden ghesettet unnde dar vormynrunghe hebben in ghebeden unnde juw dat wedderume by dessem boden vorwythliket. Szo isset, dat gysteren [15.6.] thor vesper unnde huten nen radt iß gheweset, der orsake halven, de kgl. Mt. ene gar kostelike begenckenisse synem herren sone Phelippo hefft nha don lathen.
    [4.] Ock, ersamen Hh., vorsee ick my, nu de handel hir syn anghegrepen, dat idt hir nicht langhe werth waren. Darume kan juw ersamheit dat handel myt den Ff. van Mekelenborch in jenigher mathe vorlenghen unnde uppholden, szo dat id hir nicht tho handellen queme. Dochte my sere nutte syn, wenthe ick hir vele sake handellen see alzo myt den van Groninghen unnde anderen vele saken. Weme darinne vorthfareth, iß den parttigen wol bekanth.
    Š[5.] Ock, ersamen Hh., hebben die stede samptliken besloten, dat se deme Kg. willen lude thoschicken nha ereme antale, men nen gelth. Dar juw ersamheit moth ock tho verdacht syn, worane ick juwer ersamheit nha myner klenen vornofft unnde vorplicht denst denken schal. My arbeyth unnde moyghe kent Godt nicht vorvelen, de juwe ersamheit tho langhen tyden vrisch unnde sunth in lucksamende regimentz moghe bewaren. Gheschreven uth Constantz amme mytdweken nha Vithi [16.6.] Ao. VCVIIo.
    Juwer ersamheit gudtwillighe dener Hartwicuß [Brekewolt] 6.
    [6.] [PS] Ock, ersamen Hh., hadde ick alrede audiencien by der kgl. Mt. ghehat. Sunder de Kf. van Sassen de ersten komen iß, by syner Mt. stedeß ghewesen, averst ick vorsee my, nha mynem willen by syner Mt. korteß wol tho komen etc.

    «9.14. Nordhausen »

    « Nr. 651 Weisung der Stadt Nordhausen an Hermann Pfeiffer (Kanoniker zu Nordhausen) »

    Übersenden ihm den beiliegenden Zettel des Mühlhäuser Magistrats1, den sie mit Hinblick auf die bewußte Angelegenheit2 für nützlich erachten.3 Sie wissen, daß er alles in seiner Kraft Stehende tun wird, um die Sache zu einem guten Ende zu bringen. Dennoch soll er den Inhalt dieses Schriftstücks mitbedenken und es so einrichten, daß die Städte einvernehmlich mit dem Kg. ihrer Beschwerde enthoben werden. Bitten ihn, über seine Reise nach Konstanz und über seinen Aufenthalt dort zu berichten und außerdem mitzuteilen, ob ihre Freunde4 noch zu ihnen stehen oder nicht. Er soll es in ihrer Angelegenheit nicht am gewohnten Fleiß fehlen lassen.

    Nordhausen, 17. Mai 1507 (secunda post exaudi). 
    Nordhausen, StdA, R, Da 5, fol. 93 (Konz.).

    « Nr. 652 Bericht Hermann Pfeiffers an den Rat der Stadt Nordhausen »

    [1.] Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Konstanz, Vorbereitung der Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien, Verhandlungen wegen der Verpfändung Goslars, Mühlhausens und Nordhausens an Kursachsen; [2.] Verhandlungen des RT: Erstellung eines Reichsanschlags zur Romzughilfe, [3.] Vorschlag der Reichsstände zur Finanzierung des Reichskammergerichts; [4.] Seelenmesse für Kg. Philipp von ŠKastilien am 16. Juni; [5.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen; [6.] Aufenthaltskosten Pfeiffers, Unklarheit über die Dauer des RT.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (fritags nach Viti).
    Nordhausen, StdA, R, Da 5, fol. 108–108’, 109–109’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /108/ Meyn willig dienst zuvoran, ersamen, wiesen, gunstigen Hh. Auf euer schriben1, das myr der bot von Goslar auf suntag nach Bonifacii [6.6.] zu Coßnitz behendiget, tun ich uch wissen, das ich uch am nehsten allenthalb, wo ich es hir funden, zu erkennen gegeben, und habe auch darumb den boten wan hute dato bie myr behalten, bie ym, was wieter notturftig, zu schriben. Aber diewiele Hg. Frederich, Kf., auf sunabint vor Viti [12.6.] geyn Coßnitz und alleyne mit Gf. Philips von Solms, pfleger zu Coborg, Dr. Monhofer2 und Fredrich Döhnen3 als siener ftl. Gn. reten, mit den ich auch alle bekant, komen, und umb bestellung willen Kg. Philips begengnus nichts gehandelt und nach anher nichts vorgenohmen, habe ich auch nicht wieter tun konnen dem lesten abscheide nach, von dem Serentiner entpfangen, dan das ich den Bf. von Gorg [Matthäus Lang], den [Gf. Eitelfriedrich] von Zorn, Serentiner, Georgen Goltagker und meister Sixt [Ölhafen] angesucht. Denn sünst keyne rete mehir hir sint, die zum Rothenman ader Salzpurg gewest weren4, die myr alle gute vertrostüng gegeben. Und alsovil ich hir vermerke nach gestalten und begeben hendeln, auch von gelerten und vorstendigen, den ich euer sachen vorgetragen, setze ich es in keynen zwivel, ir werdit bie euern friheyten und dem Reich wol bliben, darzu ich auch, sovil myr mogelich, flies anwenden will. Dan myn gn. H., Hg. Jorge von Sachsen, und der marschalg5, die myr allenthalb forderlich, bie den sachen auch nicht slafen.
    [2.] Die versampnung haben itzunder, domit die ksl. crone bie dützscher nacion bliben mocht, eynen anslag auf XVI-tusent man zu rosse und fuesse anzulegen vorgenohmen.6 Was uch aber darzu geboren ader ab kgl. Mt. dorane gesettiget, kan ich uch nicht schriben.
    [3.] Derglich ist vorgenohmen, domit fride, recht und das chamergericht wesentlich gehalten werden, so die brüche aus den fiscalischen hendeln, die nicht kgl. Mt., sündern zu unterhaltung des gerichts dynen, und derglich die felle der canzly, den solt als cammerrichter, besitzern, secretarien und pedellen /108’/ zu vertragen, nicht gnugsam, solt im Reiche eyn cleyner anslag auf IIII- ader V-tusent gemacht werde zu hulf des soldes. Wes aber darinne wirt beslossen, sol uch nicht verhalten bliben. Derglich in den und andern euern sachen das beste glich mynen eigen sachen zu tun, findet yr mich willig. [Datum, Unterzeichnung].
    Š[4.] /109/ [PS] Auf mitwochen nach Viti [16.6.], als kgl. Mt. in dem tumstift zu Coßnitz alle altaria mit swarzem tuche verhengen, derglich die tafeln und bilde auf den altarn mit swarzem tüche ubirzeyhen und darauf wisse cruze von syden stigke und nehen und darbie die wopen des Kg. von Castilien anhefte lasen; auch im stift und chore mit swarzen tuchern umhengen und auf ader ubir die bäre eyn haus machen, darauf ubir funfhündert halbpfundige lichte, derglich in der kerchen und chore ubir funfhundert lichte und auf yderm altar zwey lichte verschafft; darzu hündert und zwolf personen in swarz lange rogke und swarze cappen uber das hoübt gezogen, eynem yedern eyne lange kerzen, so die Ff. gebrauchen, in die hand und ye zwene vor eynem altar, und die andern, war bie fünfzigen, umb die bare vorordent; auch mitten in der kerchen verblankt7, und auf eyner sieten kgl. Mt. mit Kff. und wertlichen Ff. und yr botschaft, auf ander siet bebstlicher legat [Costantino Arianiti], Bff. und yr botschaft mitten Kgin., frauen und jungfrauen stende und sitze gemacht und alle licht angebrant. Ist zuerst die Kgin., die der Ebf. zu Magdeborg und Hg. Jorge zu Sachsen geleytet, mit virzig frauen und jungfrauen, alle gesloigert8, mit langen harrasmentel9, vurgegangen, der nehst kgl. Mt. mit allen Kff. und Ff. in aynem swarzen langen rogk, eyn swarz parret auf sienem houbt gehabt, das ferre in die au[g]en gezogen, darauf eynen flemischen swarzen hüt gehabt. /109’/ Die erste messe requiem hod der Bf. von Coßnitz gesungen, dorunder zwyens10 geopfert. Darnach, als solch ampt volnbracht, Dr. [Konrad von] Bondorf, barfussernorden, eynen sermon getan. Dornach eyne messe „Salve sancta parens“ mit allem jubil, orgeln, sengern, zinken, trometen etc. gehalten. Ist yeder in sien geworsam gangen. Aus gloublicher bericht sint drittehalbtüsent elle swarz tüch zu dem begengnüs vortan.
    [5.] Kgl. Mt. had sich auch mit den Eydgnossen vertragen, ym zu hulf, die cronen zu erlangen, auf siener kgl. Mt. und des Reichs kost VI-tusent man zu schigken [Nr. 246], dargegen ynen alle yr friheit, herkomen und gewonheit bestetiget, des hof- und camergerichts befriet, mit meher clausulen11. Solchs die versampnung nicht zufreden ist aus vil ursachen, die sie kgl. Mt. vorhalten werden. Was aber daraus guts ader arges werden will, ist myr verborgen.
    [6.] Die Kosten für den Aufenthalt des Boten aus Goslar bestreitet er selbst. Er wird diesen Posten in seine Abrechnung für die drei Städte aufnehmen. Wann der Tag zu einem Ende kommt, weiß niemand. Aber ich meyne, die turde12 werde endschaft machen.

    « ŠNr. 653  Bericht Hermann Pfeiffers an den Rat der Stadt Nordhausen »

    [1.] Entwurf des Ausschusses für den Reichsanschlag zur Romzughilfe, Bedeutung des Anschlags für den Streit über die Verpfändung Goslars, Mühlhausens und Nordhausens an Kursachsen, Bitten von Reichsständen um Ringerung ihres Anschlags, Empfehlung Pfeiffers zur Leistung der Romzughilfe, voraussichtliches Ende des RT; [2.] Verpfändung der drei Städte an Kursachsen.

    Konstanz, 26. Juni 1507 (sunnabends nach Johannis baptiste).
    Nordhausen, StdA, R, Da 5, fol. 110–111’ (eh. Or.).

    [1.] /110/ Meyn willig dienst zuvoran, ersamen, wiesen, gunstigen Hh. So und nachdem von etlichen, so die versampnung darzu verordent, eyn anslag zu dem romzug gemacht und aus vil ursachen, dorumb der nicht ins gemeyne an der summa, auch wihe yeder angeslagen were, zu eruffende nicht gut bedunkt, dann alleyne, das man eynem yeden in mynes gnst. H. von Menz canzly sien anzal erauffen solt und vorzeichnet geben. Den ich also von euer stete wegen entpfangen und befunden, das yr, die stedt Northusen und Molhusen eyn yeder auf XXVIII zu fueß und vier zu ros und die von Goslar XLV zu fuess und VII zu roeß, sechs monat zu dynen, angelagen.1 Mich des nicht wenig beswert, aber dennest nicht alleyne bie myr, sundern auch bie andern verstendigen und sunderlich bie er Heinrich von Slugenitz2 im rate erfunden: Zuerst, diewiele es wol darauf stehen, das solcher romzug dergestalt und so ylende nicht bescheen; zum andern, diewiele yr als stete des Reichs zu solchem taige erfordert, in rat mitgangen und als frie- und Reich- stete dießmals von mynem gnst. H., Hg. Frederich [von Sachsen], der in allem bie- und obirgewest, unangefochten angeslagen, dardorch swigende kgl. Mt. und auch sien ftl. Gn. von solchen ausgegangen mandaten3 gewichen und abegetreten weren; zum dritten, das er euer sachen halben die forder besweren und derhalb kgl. Mt. dorch euer abgonner wieter bewegen mocht, in ungnaden anzusehen; zum virden, das wol vorsehelich, das nymant hirine abgelosen werde, so werde doch auch nicht anderst dan unwille und ungnade gemacht; zum funften, /110’/ wo die andern euer sachen zu gutem ende, als ich mich verhoffe, komen werden und ye solcher romzug und anslag sien ende ergrifen werde, were dennest mit hülf mynes gn. H., Hg. Jorgen [von Sachsen], des er sich den drien steten zu ehren und gute erboten, bie kgl. Mt. mit schriften ader auch itzunder eher sienem abscheide mündlich zu vorfugen, den anslag zu messigen etc. Habe ich [= Pfeiffer] keyne beswerunge in sunderheyt vorgegeben. Die aber solchs getan und yr beswerung in schriften, als vil von Ff., prelaten und Gff., auch steten bescheen, ingelegt, had man sie lasen entwichen, aber yr schrift und beswerung nicht angesehen noch erlesen, sündern insgemeyne antwurt gegeben, das sie das anligend und notturft kgl. Mt. und deutzscher nacion wissen zu betrachten, und ob ymand obir sien vermogen etwas tün, soll hirnach unvorgessen nicht bliben; kgl. Mt. werde auch solchs in gnaden erkennen. Solch antwurt hette ich auch erlanget, und Šmocht darzu dorch euer abgunner gegen kgl. Mt. zu ungnaden bewegt worden sien. Wuste auch wol wege, das solich euer aufgelegte beswerde und auch euer underlang4 unglich anlegen an kgl. Mt. fuglich bracht werde. Besorge aber, so sien Mt. solchs messigen und solch messigung an gelt anslagen und ym zu geben fordern wolt, mocht ich nicht wol weigern. Wo dann der zog nicht sienen vortgang haben werde, als ich meyne, nicht dergestalt gescheen werde, weret yr euers gelts quid, dorft das auch nicht wider fordern. Aber diewiele kgl. Mt. alleyne zum romezug und nicht lenger dann den sechs monat der anslag zugesaget, yr auch hir /111/ dieser landart eynen zu roß den monat umb X fl. und eynen zu fues den monat umb IV fl. bestellen mogt, das uch IXCXII fl., derglich dem rate zu Molhusen, abir dem rate zu Goslar XVC fl. will laüfen, wo dan ye der zug sienen vortgang ergrifen, stehet nach wol zu euer kore5, gelt ader lute zu schigken, auch euer bieswerde darbie anzuzeigen. Wo yr abir eyn bessers bie uch besynnen und myr schriben werdet, wil ich gern darbie das beste tun.6 Versohe mich auch, wohe das cammergericht, fride und recht aufgericht, derglich wan, auf welche strasse, mit was ordenung, geschutze und haubtlute der zug zu Rome bescheen, gemacht und beslossen werdet, das alles bynnen XIIII tagen wol bescheen mocht, werdit dieser reichstag sien ende haben.
    [2.] Aber und diewiele nach anher mit Hg. Frederich siner schult halben nichts gehandelt, habe ich auch müssen stille stehen. Versehen mich abir, es sol zu güte laufen. Dan ich mus der zyet erwarten und gemach in den sachen tün. Ydoch habe ich auf wege getracht, das ich mich genzlich vorsehe, mit mynem gnst. H., Hg. Frederich, Kf. etc., selbst zu reden, euer der stete anligen, notturft und beswerde in gemeyne zu erkenne zu geben, auch was wieter nach gestalten und begeben hendeln und reden gut und füglich sien will, zum besten sienen ftl. Gn. vorzutragen mich der meynung, wie yr an sien ftl. Gn. geschreben7, zu bruchen. Habe auch sovil erlernet, das sien ftl. Gn. darvon am meisten ungnade gehabt, das yr allenthalb so mirglich euer stete mit wachen, torhuten und anderst bestalt, /111’/ glichsam sien ftl. Gn. uch zu gewaltigen understehen solt, das doch siener ftl. Gn. herz, gemute ader meynung nicht gewest, noch uch von euerm alt herkomen, friheyt und gebrauch zu dringen. Solchs alles, wo ich mit sienen ftl. Gn. zu reden komen, werde uch gnugsam vorantwurten, entschuldigen und, will der almechtig Got gnade vorligen, darzu eynen gn. H. erlangen will. Habe auch dieß brife den andern mynen hern, den steten, nicht konnen schriben, wert yr ynen wol zu erkenne geben. [Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung].8

    « Š9.15. Venedig »

    « Nr. 654 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen von Venedig »

    [1.] Ankunft von Teilnehmern am RT; [2.] Haltung verschiedener Reichsfürsten gegenüber Kg. Maximilian; Unterredung Querinis mit Ebf. Jakob von Trier; [3.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen; eidgenössischer Tag in Schaffhausen; Überlegungen Querinis hinsichtlich der Gefahren eines gemeinsamen Vorgehens des Reiches und der Eidgenossen in Italien; [4.] Weisung Papst Julius’ II. an seinen Gesandten Costantino Arianiti; [5.] Bericht des aus Frankreich zurückgekehrten kgl. Gesandten Jean Bontemps.

    Konstanz, 19. April 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 15–16 (ital. Kop.; Postverm.: Per Zanetum, familiarem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 86–87 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 60. Referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 18f.

    [1.] /15/ Sein letzter Bericht datiert vom 14. April aus Straßburg [Nr. 42]. Am folgenden Tag reiste er gemäß Weisung des röm. Kg. nach Konstanz ab.1 Dort finden sich allmählich die Reichsfürsten ein, nachdem der RT am 23. April (San Zorzi) beginnen soll. Bis jetzt sind eingetroffen der Ebf. von Trier, der Ebf. von Magdeburg, ein Bruder des Hg. [= Kf. Friedrich] von Sachsen und Primas von Deutschland, der Hg. von Württemberg, zwei Söhne des Kf. von der Pfalz – che per impotentia non pol venir –, Hg. [Albrecht] von Mecklenburg für sich und seinen Bruder [Hg. Heinrich], Mgf. Kasimir von Brandenburg
    [-Ansbach], der Bf. von Augsburg, Gf. von Zollern2, und viele andere Bff. Man erwartet täglich das Eintreffen der Kff. von Brandenburg und Sachsen, des Ebf. von Mainz, Hg. Albrechts von Bayern, des Ebf. von Salzburg und vieler anderer Prälaten, die alle bereits Herbergen für sich und ihre Begleitung bestellt haben –
    [de maniera]3 che, per quanto se pol fin hora comprender, questa ha ad esser una solemnissima dieta; et se alcun principe ne mancherà, sarà qualche indisposto o molto lontano. Et questi etiam harano substituti Šaltri principi, amici o parenti, per loro cum ogni auctorità, libertà et provisione de star a quanto per li altri sarà deliberat[o].4 
    [2.] La maestà cesarea se ne vien anchora lei temporizando, per quanto se dice, per incontrarse in camino cum el reverendissimo Maguntino et convertirlo alle voglie sue, come l’ha el Treverense et marchexe de Brandenburg di certo. Et spera haver el duca de Saxonia insieme cum el Palatino, /15’/ el quale al presente è fatto molto humile et non studia in altro che in compiacer a sua maestà, per esser reducto molto al basso per le guere passat[e], nelle qual ha perduto assai del suo stato. Et se manchasse la maestà cesarea, che tien quieto el duca Alberto de Baviera et lantgravio de Axe, el se atroverìa anchor piùi intrigato che mai. Delo archiepiscopo de Cologna se iudica el se habi a remetter ali altri, perché per tropo graseza et indispositione non è per venir a questa dieta, ma farà per substitut[o]. Questi signori, cossì come zonzeno, par che tuti facino capo al reverendissimo Treverense, el qual io son stat[o] a visitar sotto lettere credential de vostra sublimità, usandoli quele amorevol parole per nome suo che ho iudicato esser ben al propoxito; et da sua signoria reverendissima son stat[o] molto dolce et domesticamente racolt[o] et accarezat[o].
    [3.] Er berichtete in seinem Schreiben vom 12. April [Nr. 40, Pkt. 2], daß der Kg. in Verhandlungen mit den Eidgenossen eingetreten sei, et li havea mandat[o] uno suo conseglier. Hora ho saputo che tuti li cantoni de’ dicti Suizari ad presente hanno convocato una dieta tra essi per la prima domenica de Mazo [2.5.] in una sua tera nominat[a] Sophusen, 4 miglia todeschi lontana de qui. Et li hanno a far deliberatione de quanto siano per tractar in questa proxima dieta imperial. Et, ut fertur, molti cantoni de loro sono disposti in tut[o] per la maestà prefata.
    Starò ben atento per saper el successo, perché per qualche bona via son certificat[o] che, potendosi unir questi principi ala impresa de Italia, ge sono opinione de voler acordarse cum Suizari et farli part[e] nel stato de Milano. Che quanto sarìa pericoloxo ala total desolation de Italia una potentia de’ Suizari zonta cum lo Imperio unito, credo el sia molto facile a judicar, essendo lo Imperio grande et numeroso de signori potenti de danari et zente; et obediente asai più che mai fusseno al suo re over imperator et, se per dimonstratione et acti exteriori se ne pol far qualche iudicio, pareno disposti molto alla ampliatione del suo Imperio et ne parlano largamente.
    [4.] El signor Constantin Arniti, che dovea /16/ anchor lui venir qui in la medesima hora che io partì da Arzentina, hebe lettere dal pontifice de 2 del presente5 et è restato a parlar cum la maestà cesarea.
    [5.] Zonse ala corte la sera avanti che io partisse d[omino] Zuan Bontempo, thesorier de Borgogna, che è stato per nome dela maestà cesarea al serenissimo re de Franza et Šha reportat[o], per quanto me afirma el zeneral del Landriano, haver havut[o] dala prefata maestà in substantia ch’el re de Franza li fa a saper ch’el va in Italia per castigar el pontifice; et dice che sopra ciò dicto thesorier se ha molto alterat[o] de parole cum el cardinal Roano, presente la maestà christianissima, et che sua reverendissima signoria ha usato parole descortese verso questa maestà.

    « Nr. 655 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Unterredung Ebf. Jakobs von Trier mit Querini: Darlegung der bisherigen Hinderungsgründe für ein Vorgehen Kg. Maximilians gegen Frankreich, Bemühungen Kg. Maximilians um ein Bündnis mit Venedig als Voraussetzung für seinen Italienzug, Interesse der Reichsfürsten an einem Erfolg des Italienzuges; [2.] Erwiderung Querinis an Ebf. Jakob: Betonung des hohen Ansehens Kg. Maximilians in Venedig, Rechtfertigung der Verweigerung gegenüber dem Bündnisangebot mit dem Wunsch nach Bewahrung des Friedens in der Christenheit; [3.] Hoffnung des Ebf. auf eine Steigerung der kgl. Macht infolge des RT, Ankündigung eines gegen Frankreich gerichteten Antrags des Kg. an die Reichsstände, Bekundung des kgl. Wunsches nach einem Italienzug im Bündnis mit Venedig.

    Konstanz, 21. April 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 16–17 (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem Zanetum.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 87–88 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 19f.

    [1.] /16/ Serenissime princeps. Per la domesticheza che io hebbi a Venetia cum el reverendissimo Treverense son stat[o] più de una volta cum sua signoria in molti domestici rasonamenti. Et pur heri [20.4.], essendo venuto in proposito divisar della dieta che qui se ha a far, sua signoria reverendissima mi fece longo discorso dela vita del serenissimo re de’ Romani in justificatione de tute sue operatione da molti anni in qua, dicendo: Ambasator, io cognosco ch’el nostro re ha perdut[o] tuta la reputation et credit[o] appresso la signoria vostra et altri principi christiani per non haver fatt[o] vendetta de tant[e] iniurie receput[e] da Franza et non per altra causa; et tamen questi tali non sano o non considerano ch’el non è processo da sua negligentia et pussilanimità, a perché, s’è le principe al mondo et sollicit[o]-a et di gran cuor et animo, credo che lui ne sia uno et se ne ha visto qualche experientia fin dali sui primi anni. Ma per non repeter le cosse vechie, dicamo dapo la perdit[a] de Milano tut[o] quelo ha fatt[o] sua maestà, et se [l’]ha potuto far più, prima inmediat[e] el convocò una dieta general del’Imperio in Augusta, dove furono fat[e] bele et potent[i] provixione1, le qual, essendose per exequir, furono /16’/ disturbat[e] dal q[uondam] re Philipo, suo fiolo, Šper la praticha del matrimonio offertali dal re de Franza, nela qual li era promessa la Bertagna, la Bergogna et la ducea de Milano dapoi la mort[e] del prefato re, che era gran partito et da non refutare, benché poi el fosse inganat[o]. Mentre se stava su tal praticha, soprazonse la guera de Baviera che tene sua maestà longament[e] occupat[a]. Et finita ditta guera, resorse poi quella de Hungaria et demum la mort[e] del fiol. Et tute queste cosse sono successe inmediate una dapoi l’altra senza intervallo, ita che continuamente la maestà sua è stat[a] implicita in tante occupatione et cause legitime, che prima la non ha havut[o] modo di mandar ad executione el suo justo desiderio et vendicarse de chi l’ha offesa.
    Et la signoria vostra sa ben che, quamprimum la maestà cesarea messe asset[o] ale cosse de Hungaria, la incominciò a pratichar cum sui ambassatori di unirse cum lei. Et ultimamente li mandò el cardinale Prixinense et mi [Ebf. Jakob von Trier] a questo sollo effecto, facendo più existimatione dela signoria sola che de tut[o] el resto, desiderando sua maestà far la impresa de Italia più presto cum quel stato in compagnia che cum lo Imperio, cum el qual malvolentiera per molti rispecti viene a questa unione.2 
    Et ridendo disse: Presertim perché la sa che la convenerìa far molt[e] part[e], perché li principi del’Imperio sono asai et ogniuno vorà sentir qualche fructo dela impresa, et specialmente chi ne anderà in persona. Ma, non havendo parso alla signoria darne orechie, sua maestà convenirà far quello la potrà, se la non ha potut[o] quello la desiderava. Et certamente jo credo che dali principi de Germania l’haverà ogni favor per recuperar et conservar l’honor del’Imperio et suo et far vendet[a] deli sui inimici. Et za jo trovo ogniuno molto ben disposto et quasi che me parerìa poter prometter asai di loro.
    [2.] Jo li respusi che, se apreso li altri principi christiani el serenissimo re de’ Romani havea descavedato de reputatione, come diceva sua signoria, che però non me persuadeva, l’acertava tamen che apreso la re publica Veneta non solum /17/ la maestà sua non havea descavedata, ma era acresciuta in tanto credito, grado et reputatione quanto et più assai che mai fusse altro imperator, usando tute quele honorate parole et reverente verso la maestà sua che dir se possi. Et che, se la celsitudine vostra non è venuta a particular intelligentia et confederatione cum lei, sola è stat[o] per evitar guere e scandali tra Christiani, la pace et concordia deli quali a ogniuno era noto, quanto fosse a proposito per el stato della illustrissima signoria vostra sì vicino et nelle fauce del potente inimico del nome Christiano.
    [3.] Su simel et altri discorsi fussemo longamente insieme, et la conclusione fu che sua signoria reverendissima spera habi a seguir di questa dieta unione grande cum acresimento de auctorità et potere al re de’ Romani et che sua maestà, astrecta da necessità, domanda la unione et favor dello Imperio contra Gallos. Et se la potesse, la prenderìa questa impresa molto più volentiera come duca de Austria, unita cum vostra sublimità.

    « ŠNr. 656  Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen »

    [1.] Eintreffen von Teilnehmern am RT, Erwartung der Ankunft weiterer Teilnehmer; [2.] Aufenthalt Kg. Maximilians in der Nähe von Konstanz; Bericht des Hans von Königsegg über seine erfolgreichen Verhandlungen mit Graubünden, Wallis, Schwyz, Uri, Unterwalden und Bern über eine Beteiligung an einem kgl. Zug gegen Mailand; [3.] Antrittsbesuch Querinis bei Ebf. Jakob von Mainz; [4.] Erkrankung Kgin. Bianca Marias.

    Konstanz, 26. April 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 17–18 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Roveredum.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 88–89 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 60f. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 20 (irrtümliche Datierung auf den 28.4.).

    [1.] /17/ Serenissime princeps etc. Dapoi le ultime mie de 21 [Nr. 655] l’è zonto qui el r[everendissi]mo archiepiscopo Maguntino cum honorat[a] compagnia, necnon lo episcopo de Astat, di Bamberga et de Arbipoli che è principe de Franconia et molti altri abbati, prelati et commessi de assai citade imperiale. Et se expecta li ill[ustrissi]mi [electori] de Saxonia et de Brandiburg, li quali, non è de maravegliarsi, se tarderano un poco più deli altri, perché li loro stati sono molto lontani et alle extreme parte de Allemagna. El duca Alberto de Baviera et l’archiep[iscop]o de Salzspruch et quel de Trento sono etiam loro stati fino mo a una dieta facta in Augusta sopra alcune reliquie de differentie della guera de Baviera1, ma sono però posti a camino per qui.
    [2.] El ser[enissi]mo re è qui vicino a 6 miglia todeschi, va temporizando /17’/ la venuta de questi principi. D[omi]no Hanz Chonsecha, conseglier regio, che io scrissi per mie de 12 [Nr. 40, Pkt. 2]  esser sta’ mandat[o] dala maestà cesarea a’ Suizari, è ritornat[o] qui. Ho saput[o] da uno amico mio, molto suo intrinseco, che l’è stat[o] a parlament[o] cum la Liga Grissa et cum Valesani che naturalmente sono semp[re] stati amici de sua maestà et medesimament[e] cum li 3 cantoni che tieneno Belenzona in Italia, videlicet el canton de Suiz, Haronia [= Uri] et Underval [= Unterwalden], et apresso cum el canto[n] de Berna che è uno deli più potenti, et che questi tuti l’ha pratichat[o] de condurli ala impresa de Milano, disponendosi la maestà cesarea de voler intrar in quella expeditione. Et riport[a] haver havut[o] per concluxione dalli sopranominat[i] che, se la maestà prefata vol andar o mandar ala predicta impresa de Milano, se offeriscono et obligano descender dala part[e] sua cum ogni suo forzo et darli ogni favor: cum do conditione però: l’una che per premio suo et pagament[o] dele zente che manderano, li siano dat[e] et consegnat[e] alcune valade che li sono vicin[e], da esser per loro tenut[e] et godut[e] finché sarano satisfacti integrament[e]; l’altra che quel stato de Milano non habia restar alla caxa de Austria, perché non la voleno veder sì potente, ma romagni allo Imperio, over lì sia posto un signor de caxa Sforzesca o d’altra caxa. Tutavia voríano piùi presto caxa Sforzesca che altri, per smorzar la fama del Štradiment[o] li feceno. Et acerta dict[o] d[omino] Hanz che, se l’Imperio se disponerà tor dicta impresa, certament[e] l’haverà non solum questi, ma tuti li alt[ri] cantoni de’ Suizari cum si. Et che li 4-milia che sono andat[i] cum la maestà christianissima in Italia fornit[i] che haverano de servir li 3 mesi, per li quali sono sta’ pagati, farano el voler deli altri.
    [3.] Io son stat[o] a visitation del r[everendissi]mo Maguntino sott[o] l[ette]re credential de vostra sublimità, per nome dela qual li ho usat[o] li soliti et consueti termini cum le offert[e] general che in tal visitatione far sì convene. Da sua signoria r[everendissi]ma mi fu simil[iter] amorevolment[e] corrisposto.
    [4.] Dapoiché io son in questa tera et molti zorni avant[i] et hora etiam la s[erenissi]ma rezina /18/ è indisposta et ha quasi continuament[e] la febre, ita che fin mo non li ho potut[o] far reverentia. Quamprimum la sia sanat[a], lo farò. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 657 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen »

    [1.] Einzug Kg. Maximilians in Konstanz, Gespräch Kg. Maximilians mit Costantino Arianiti und Querini über seinen Willen zur Durchführung des Italienzuges und seine Zuversicht hinsichtlich einer Beteiligung der Reichsstände daran; [2.] Mitteilung von Kaufleuten über Bemühungen Kg. Maximilians um Geld bei deutschen Handelsgesellschaften; [3.] Mitteilung eines Ungenannten über die Entsendung Matteo Sacchettis als kgl. Gesandten nach Florenz zu Verhandlungen über den Italienzug; [4.] Mitteilung derselben Person über die Absicht Kg. Maximilians zur Abordnung einer Gesandtschaft nach Venedig ebenfalls zu Verhandlungen über den Italienzug und über die Absicht des Kg. zur Eröffnung des RT nach dem Eintreffen der Kff. von Sachsen und Brandenburg; [5.] Fortsetzung der Verhandlungen des päpstlichen Gesandten Costantino Arianiti mit Kg. Maximilian, Äußerung Arianitis über ein angebliches Zerwürfnis zwischen Kg. Ludwig von Frankreich und Papst Julius wegen des Verdachts der Unterstützung Genuas durch letzeren; [6.] Bitte eines Gesandten aus Genua an Arianiti um Intervention bei Kg. Maximilian zur Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem französischen Heer und um Genehmigung zur Anbringung des Reichswappens in der Stadt; [7.] Mitteilung des spanischen Gesandten über Verhandlungen mit Kg. Maximilian wegen der Übernahme der Regierungsgewalt in Kastilien durch Kg. Ferdinand von Aragon; [8.] Nachricht aus den Niederlanden über die reibungslose Übernahme der Statthalterschaft durch Ehgin. Margarethe; [9.] Regelung Querinis für den Briefverkehr zwischen Konstanz und Venedig.

    Konstanz, 28. April 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 18–19 (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas1.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 89–90’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    ŠTeilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 61. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 20–22.

    [1.] /18/ Serenissime princeps etc. Heri [27.4.] el serenissimo re de’ Romani zonze in questa terra. Et vene da cercha do miglia todeschi in barcha per el lago. Al suo desmontar se atrovorono alla riva tuti principi, signori, ep[iscop]i et prelati che sono al p[rese]nte qui in gran numero et racolseno la maestà sua cum tant[a] r[everen]tia et summissione che verament[e] mazor non è possibele, sforzandose ogniun a regata, quanto più sono grandi, far mazor segni de observantia et devotione. Et lo accompagnorono fin dentro la sua camera.
    Et nui oratori insieme cum loro facessemo el medesimo, ben visti et acarezati da sua maestà, la qual expedit[a] da dicti principi rasono poi un pezo cum el signor Constantino [Arianiti] et cum mi deli successi l’ha dela maestà christianissima, mostrando in acti et parole esser piùi accessa et inanimat[a] che mai alla impresa de Italia, asseverando esser per haver tut[o] lo Imperio unit[o] de una medesima despositione et volunt[à] cum lui, et che a questa volt[a] el non è per sparagnar etiam el suo patrimonio per farla gagliardament[e] et mostrar l’error suo a chi l’ha offesso.
    [2.] Et re vera me è acertat[o] da alcuni marcadant[i], mei amici, che la maestà sua fa provixion de haver danari per ogni via possibele et è in praticha cum alcune compagnie riche de affitarli le sue minere de arzenti et rami per un tempo, donde ne trarà avant[i] tracto bona summa de fiorini.
    [3.] Preterea da uno mio amico de qualche auctorit[à] me è sta’ fat[o] a saper che l’altro zorno in camino la maestà sua deliberò mandar a’ Fiorentini uno d[omi]no Antimacho2 che fu secretario del marchexe di Mantoa che sta in questa cort[e] cazat[o] dal suo signor, per far intender a quella signoria, come /18’/ sua maestà insieme cum lo Imperio è in dispositione de voler tor la impresa de Italia et liberarla da’ Francexi che la usurpano, confortandoli a voler esser boni Imperiali etc. Et questo domino Antimaco è za posto a camino, quamvis non li sia anchor sta’ mandat[a] la sua comisione.
    [4.] Me dice insuper per certissimo che la prefat[a] maestà era in deliberatione de mandar medesimament[e] a v[ostr]a illustrissima signoria per lo istesso effecto el doctor Aidem, el fiol de cont[e] de Zorla3, uno conte Franc[esc]o Sforza, foriuscit[o], et uno quart[o], del qual el non sa el nome. Ita che par hormai che l’antedict[a] maestà habi drizat[o] tuti sui pensieri et actione a questa expeditione, et non parla più, né pensa d’altro. Et dicese che la darà principio alla dieta inmediat[e] arrivat[i] che siano li do electori de Brandinburg et Saxonia che se attendono di zorno in zorno. Del successo per zornat[a] mi sforzerò tenir ben avisata la sublimità vostra.
    [5.] El signor Constantino [Arianiti] persevera pur nele sue pratiche; et come fin mo andava reservat[o], hora se lassa intender ad ogniuno, et a me etiam ha dicto che Franzesi hano preso certo suspecto ch’el pontifice vogli aiutar Zenoa, per esser sua Špatria, et li sono facti inimici et machinano contra sua beatudine, ma che però el spera che la maestà cesarea non lo lasserà perir.
    [6.] L’è venuto qui terzo zorno [26.4.] un messo del populo di Zenoa drizato al prefato signor Constantino, per el qual lo mandano a pregare ch’el vogli intercieder apresso la maestà cesarea, la faci qualche provisione ch’el re di Franza non possi haver Suizari cum si, perché de’ Francexi se curano pocho, et sono ben suficient[i] a deffendersi da essi. Et par etiam rechiedino che voleno levar le insegne del’Imperio cossì, come se reputano esser Imperiali.
    [7.] El messo del s[erenissi]mo re de Napoli che è a questa corte, el qual, come altre fiat[e] ho scrit[o] [Nr. 35, Pkt. 3] , è molto amico mio, me ha conmunicat[o] che a questi zorni l’è stat[o] longament[e] cum la cesarea maestà sopra l’andat[a] del suo re in Castiglia /19/ et che lo l’ha trovat[a] asai meglio disposta che prima et par li comprender per le parole, li ha usate, che li grandi de Castiglia inimici dela maestà catholica, vedendo la firma opinion de dicta maestà di voler in ogni modo haver quel governo et che non li potrano remediar, siano intrati in praticha de tractar cum el favor et intercession del re de’ Romani ch’el re Ferdinando almeno per mezo loro habi el predicto governo, prometendo essi a sua maestà cesarea che non lo lasserano intrar, s’el non dà cautione di governar per suo nepoti finoché siano in età perfecta et non ultra. Et me subjunge ditto nuncio della catholica maestà ch’el crede ch’el re de’ Romani habi mandato sopra ciò qualche comisione allo episcopo de Lubiana, suo orator, et che sua maestà li ha ditt[o], esser per mandar doi sui oratori in Spagna a visitar la rezina, sua nuora, et confortar queli signori sui amici.
    [8.] De Fiandra ce sono spess[o] lettere, quelle cosse vanno molto quiete et a madama Margarita, governatrice del paese, è prestat[a] grande obediencia.4 
    [9.] Per dar mancho spexa alla sublimità vostra qualche fiat[e], jo drizarò le mie lettere al m[agnifi]co podestà de Roveredo [Giovanni Francesco Pisani] overo al castelan de Butistagno5; vostra sublimità se degni scriver et imponer a l’un et a l’altro che usino diligentia in mandargele, quamprimum le receverano.

    « Nr. 658 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen »

    [1.] Eröffnung des RT am 30. April; [2.] Verzögerung der Anreise Kf. Friedrichs von Sachsen, Vertretung Kf. Joachims von Brandenburg durch Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach; [3.] Bemühungen Costantino Arianitis um ein Bündnis zwischen Kg. Maximilian und Papst Julius II. unter Einbeziehung Kg. Ferdinands von Aragon; [4.] Unterredung Querinis mit Kg. Maximilian: Verärgerung des Kg. über Kg. Ferdinand wegen Neapels; [5.] Mitteilungen Kg. Maximilians über eine günstige Antwort der Eidgenossen auf seine Forderung nach Abberufung ihrer Söldner aus dem französischen Italienheer, über die angebliche Festnahme eines Šfranzösischen Gesandten durch die Eidgenossen und über seine Hoffnung auf eine Beteiligung der Eidgenossen am geplanten Italienzug; [6.] Bemühungen Arianitis um einen Ausgleich zwischen dem Papst und Venedig.

    Konstanz, 1. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 19–20 (ital. Kop.; Postverm.: Per Baronem, cursorem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 90’-91’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 61f. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 22.

    [1.] /19/ Serenissime princeps. Anchoraché deli principi, prelati et altre persone de diversi gradi che hano a convenir in questa dieta ne manchi bon numero che adhuc non sono venut[i], tamen, havendose da tractar etiam delle differentie particular che sono de pocha importanzia, questo serenissimo re heri [30.4.] fece cantar una solemne messa del Spirito Sancto et volse che heri dapo disnar se desse principio alla dieta, incommenzando de qualche differentia de pocho momento per non perder tempo, azò che, arivat[i] /19’/ poi quelli che hanno a venir, se possi inmediate descender alle cosse importante, per le qual se sono reducti.
    [2.] El duca de Saxonia, elector, se afirma, pur esser in camino per qui non molto lontano cum do soi cusini, fioli che furono del duca Alberto de Bavieraa [!], el qual se havea mandato ad excusar, per haver mal ad una gamba. Ma la maestà cesarea li ha replicat[o] che in ogni modo el debi venir in caret[a], non potendo cavalcar. El marchexe de Brandenburg, elector, ha mandato ogni suo poter et facultà al marchexe Casimiro, suo cusino, et questo con consentimento dela maestà cesarea. Et in tal termine fin hora è la dieta ad aviso de vostra sublimità.
    [3.] Za qualche zorno jo ho scrito a vostra celsitudine [Nr. 657, Pkt. 1/5], come el signor Constantino [Arianiti] havea incomminciato praticar de unir el pontifice cum questa maestà, non tanto per el suspecto, l’havea al’ hora de Franza, quant[o] per uno incredibel desiderio, l’ha de desbrazar la sanctità pontifica dala maestà christianissima, hora la celsitudine vostra saperà che dicto signor Constantino non solamente continua la medesima pratica1, ma cossì, come la tractava secrete et molto reservatamente, hora publicamente fa offitio senza rispeto de ambasator de pontifice, inimico aperto de Franza. Et non solum procura la unione tra el pontifice et el re de’ Romani, ma è intrat[o] in pratica cum la maestà cesarea de componer le difficultà che lei ha cum el re de Napoli et tirarlo in questa sua unione.
    [4.] Et heri [30.4.], parlando cum la prefata maestà, me parse chiarirne assai de questo, perché tra molti rasonamenti me disse con demonstration de molto apiacer haver dali soi oratori che sono a Napoli che quel re havea rechiesto alo pontifice la investitura del regno per si et soi heriedi che sono li fioli del q[uondam] re Philippo, Šet che, havendose de ciò dolut[i] li oratori Francexi, dicendo che l’era contra i pacti sui et promesse, li havea fat[i] sua maestà, videlicet che, venendo a morte senza heriedi della moglier [Germaine de Foix]  l’ha al presente, el regno predicto tornerìa a Franza. La maestà chatolica li havea risposto ch’el non poteva far altramente, volendo haver el governo de Castiglia.
    Me subjunse oltra ciò la cesarea maestà che tamen niuna cossa era conclusa, /20/ ma sperava haverne presto la resolution, et s’el re de Napoli procederà a questo modo, potrìa ben esser facilmente che fuseno amici insieme et boni parent[i], perché lei non vol altro da lui se non esser secura che soi nepoti habino ad succeder neli soi regni, come vol rasone.
    [5.] Me disse preterea: Ambasator, ve voglio dir una nova: Alli dì passat[i] mandai mei oratori a’ Suizari, rechiedendoli per nome del’Imperio dovesseno revocar li soi 4000 homeni che erano andat[i] cum el re de Franza contra Zenoa che è cità imperial. Hora ho havut[o] advixo da loro che sono sta’ molto ben vedut[i] et acarezati et sperano de bene, et me scriveno che de lì era capitat[o] un doctor del re de Franza, nominato d[omino] [Gerolamo] Morono, per persuader el contrario cum molte offerte. El qual doctor, visto li homeni mei tant[o] acarezati, se misse in suspecto et una nocte mont[ò] a cavalo et volse fuzir, del che avedendose[ne] Suizeri lo preseno, et dicono voler saper da lui per qual causa el fuziva, essendo venut[o] a farli tante offert[e]. Sì che jo spero torremo Suizari al re de Franza et li haveremo con nui a questa nostra impresa. Et tuto questo me rasono cum faza tanto alegra che vere mostrava trovarsi ben content[i].
    [6.] Son fat[o] certo da uno amico mio ch’el signor Constantino [Arianiti] persuade continuamente a questa maestà che la recerchi la illustrissima signoria vostra de confederatione insieme col pontifice. Et molte fiat[e] dict[o] signor Constantino me ne ha tratt[o] moto, ma jo ho sempre cerchat[o] di fuzir tal rasonamenti. Alia non sunt.

    « Nr. 659 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen bzw. den Rat der Zehn  »

    [1.] Gutes Verhältnis Querinis zum päpstlichen Gesandten Costantino Arianiti; Plädoyer Arianitis gegen die Fremdherrschaft von Franzosen und Deutschen in Italien und für eine Einigung der italienischen Staaten; [2.] höflicher Einwand Querinis angesichts der Schwierigkeiten einer solchen Einigung; [3.] Erwiderung Arianitis: Befreiung Italiens von der Fremdherrschaft durch ein Bündnis zwischen der Kurie und Venedig als Ziel der Politik Kg. Maximilians, dessen Plan zur Rückführung der Sforza nach Mailand mit Hilfe der Eidgenossen und zur Eroberung des Hm. Burgund, Alternative Kg. Maximilians zwischen einem gemeinsamen Vorgehen mit den Reichsfürsten und den Eidgenossen gegen Frankreich und einem Bündnis mit Frankreich; Bitte Arianitis um Berichterstattung an den Rat der Zehn zur Erlangung einer verbindlichen Stellungnahme Venedigs; [4.] entsprechende Zusage Querinis, dessen Hinweis auf die Rechtmäßigkeit des venezianischen Besitzes von Rimini und Faenza.

    ŠKonstanz, 2. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 20–22 (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem Baronem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 91’-93’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 22–25.

    [1.] /20/ Serenissime princeps.1 Nel tempo, son stato a questa corte, me ho sforzato assai de acarezar el signor Constantino [Arianiti] et tenirlo amico per più respecti, ma presertim per vederlo cum molta auctorità et credito apresso questa cesarea maestà et tuto el r[est]o dela corte. Et veramente da lui mi è sta’ /20’/ sempre ben corrisposto et facta continuamente demonstration de amore et benivolentia. Et specialmente da alcuni zorni in qua che piùi fiat[e] me ha fatto segni de voler esser cum mi in secreto, et non havendo jo facta altra instantia che sempre dirli ch’era al piacer suo, è scorso cossì senza descender ad altra particularità fin heri [1.5.] matina che, reduct[o] in uno monasterio de S. Augustino, me fece intender ch’el desiderava parlarmi. Et andat[o] jo a trovarlo avant[i] che altro me dicesse, me protestò do cosse, prima secreteza de quanto el me dirìa, secundo che jo dovesse esser certo che tuto me dicea da si senza ordine né del pontifice né del re de’ Romani.
    Deinde incominciò: Domine orator, dapoiché jo ho qualche intellecto, sempre son stà desideroso de veder Italia libera de barbari; et per nostra desgratia, quanto più vegno in età, tanto la vedo in mazor pericolo de perdersi funditus, et ogni dì piùi creseno quelli che affectano occuparla. Al presente vedet[e] da un canto el re de Franza in Italia che ne tene la meglior part[e] et dal’altro el re de’ Romani che, astrecto da necessità per non lassar tanto ingrandir Franza, procura intrarne; et a questo effetto se affaticha de unir lo Imperio et Suizari. Et ve assecuro che l’è hormai tanto avanti del’una et l’altra de queste pratiche ch’el se ne pol prometer asai; et de’ Suizari vi parlo de scientia, perché ho manizato et manizo questa pratica; et so che, per le promesse grande, li sono fatte, facilmente i prenderano partit[o]; il che seguendo certo è che vorano descender in Italia et venir alla zornata cum Francexi, nella qual, venza chi se voglia, nui stamo malle. S’el re de Franza resta vincitor, anchorch’el papa et la signoria fusseno stat[i] cum loro, chi dubita per la insolentia sua quanta pocha existimatione el sia per far del’uno et l’altro; et al’hora chi sarà che se possi scremir? Se anche Todeschi vinceno, sono piùia barbari bestiali, contrarii alla nostra natura. Sì che ad ogni via stamo male, se non se li provede, et quamvis el para prima facie ch’el non ce sia /21/ mezo, tamen se li potentati che restano hora in Italia se voleno unir a comune beneficio, a me, che son picol homo, basta l’animo trovar modo mediant[e] questa unione ch’el re de’ Romani et el re de Franza anderano a partir le sue differentie altrove, et Italia resterà a’ Italiani, metendose in stat[o] un terzo duca de Milanob. Et dicto questo, el signor Constantino me dimandò che li respondesse el parer mio.
    Š[2.] Jo dissi che in questo suo discorso me pareva haver compreso una bona disposition et optimo animo nela signoria sua et ch’el desiderio suo de veder barbari fora de Italia partir le loro differentie me pareva degno de laude, ma che ne vedeva tant[e] difficultà che certo non sapeva che poterli resolutamente risponder.
    [3.] Replicò: Jo penso ch’el concordio con el pontifice ve debbi parer la mazor difficultà che ce sia. Tamen non sarà cossì, se la illustrissima signoria vorà dar orechie a questa pratica, come de rasone, la die far, vedendo avanti li ochi una tal manifesta et inremediabel ruina delo stato suo et de tuta Italia, et per dechiarirve el tuto apertamente, anchoraché jo havesse fato presuposito de tocarvi questa cossa superficialmente, tantum ve affirmo, quanto ve dirò, esser la intention del re de’ Romani, benché da lui non habi ordine di farvi simel comunicatione. Et vi promett[o] ch’el desiderio de sua maestà non è altro salvo che Italia resti libera nelle mano de solli Italiani et che Francexi siano expulsi; et a questo effecto ne vol meter ogni spirito et inzegno insieme cum le forze sue et deli amici, et el principal fondamento suo è de procurar unione tra el pontifice et la illustrissima signoria che del resto de Italia poco se cura, quando questi siano unit[i], anchorché sopra habia nominat[o] li altri; et se persuade sua maestà che, dando alla signoria illustrissima altra tanto nel stato de Milano, quant[o] è Rimano et Faenza, la non recusirìa cieder queli lochi ala chiexia; et facto questo acordo et apontamento, l’è opinione dela prefacta maestà cesarea ch’el se metesse in Milano un /21’/ terzo duca cum lo aiuto de’ Suizari. I qual procul dubio sarano con lui in questa impresa, dovendose ajutar un terzo duca che loro voríano piùi presto veder in Milano che Franza; et in questo interim la maestà sua cum li principi soi vorìa romper a Franza in Borgogna cum exercito potentissimo per divertirlo de Italia et recuperar la sua ducea de Borgogna, promettendo mai lassar questa impresa nisi de comuni consensu. Ala qual impresa lo hoc persuaso assai, parendomi che la sia sola salut[e] de Italia che barbari de niuna sort[e] ce intri, essendo certo che, non reuscendo questo primo desegno, la maestà [cesarea]2 ha in animo doi altri pernitiosi propositi: l’uno è de prosequir la dieta et acordar lo Imperio et Suizari insieme contra Francezi et alla preda de chi non sarà cum loro; et questo par assai facile, considerat[a] la natura de questi principi che sono per la mazor parte zoveni, cupidi de honor et roba. El terzo è, quando etiam el secundo li andasse fallit[o], acordarse come desperat[o] cum Franzexi et meter Italia tut[a] in preda.
    Però, ambassator, per obviar a tanti mali finch’el se pole, vi prego, scrivete el tuto al illustrissimo conseglio di X, per piùi secreteza, et affirmateli cossì esser la voluntà de questo re, et se volet[e], vi farò dir de sua bocha el medesimo che jo vi ho ditt[o]. Et parendo alla illustrissima signoria attender a questa pratica et scriverne de qui qualche cossa, li promett[o] come suo fidel zentilhomo dedurla a bon fin cum sua satisfacione. Et so ch’el pontifice descenderà ad ogni honestade, quamvis cert[o] de questa materia non li ho mai volut[o] far motto finoché non habi la intentione de quel serenissimo senato, ma cognosco ben el desiderio dela s[antit]à sua esser più hora che mai de vedersi cum honor suo securo de’ barbari. Ben vi prego suplicat[e] la illustrissima signoria de Špresta risposta, perché ve assecuro sulla mia vita ch’el re haverà da questa dieta quanto el saperà dimandar senza dubio alcuno. Et se non lo vedet[e], non ve fidat[e] mai di me. Sì che, prima vegnino a particular /22/ deliberation, sarìa necessario haver la mente dela prefata illustrissima signoria vostra per poter operar in tempo che poi, quando ben la volesse, non se poterìa far cosa alcuna.
    [4.] Risposi che, cognoscendo el bon fine, a che procedeva sua signoria, jo era contento satisfarla et scriver alo conseglio di X quanto me havea ditt[o]. Benché a qualunque conseglio scrivesse, el tuto sarìa equalmente secreto, et che hoc tantum li voleva dir a risposta de Rimano e Faenza che la illustrissima signoria vostra non pensava haver né tenir cossa alcuna della chiexia et mancho del papa et che, se la tien quelle terre, li sono acquistate justo titulo et, quod plus est, confirmat[e] cum la fede de sua santità, la qual cum più de un testimonio ha promesso mai per quelle molestar la illustrissima signoria vostra. Alia non sunt. Gratie [vostrae me humiliter commendo] etc.

    « Nr. 660 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    Š[1.] Vortrag Querinis an Kg. Maximilian: Dank für das bekundete Wohlwollen gegenüber Venedig, Glückwunsch zur Übernahme der Statthalterschaft in den Niederlanden durch Ehgin. Margarethe, Erneuerung des Vorschlags zu einem Bündnis zwischen dem röm. Kg., Frankreich, Spanien und Venedig, Mitteilung über die Abfertigung einer venezianischen Gesandtschaft nach Frankreich und Rechtfertigung des Verhältnisses Venedigs zu Frankreich; [2.] Ansprache Kg. Maximilians an Querini: Bekräftigung seiner Absicht zum Vorgehen gegen Frankreich mit Hilfe der Reichsstände zum Schutz Genuas und des Hl. Stuhles, Aufforderung zur Anheimstellung des Streites Venedigs mit dem Papst an ihn; [3.] Zusage Querinis zur Berichterstattung an den Dogen, Begründung der Rechtmäßigkeit des venezianischen Besitzes von Rimini und Faenza, Verteidigung gegen Vorwürfe hinsichtlich des Verhältnisses zu Frankreich; [4.] Erwiderung Kg. Maximilians: Beteuerung seiner guten Absichten bezüglich Italiens und Bekundung seines Willens zum Schutz des Hl. Stuhles vor Frankreich sowie zur Bewahrung der Kaiserkrone für das Reich; [5.] Eröffnung der RT-Verhandlungen über den Romzug vor der Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen; Verhältnis der in Konstanz anwesenden und vertretenen Reichsstände zum Kg.; [6.] Geschäftsordnung des RT; [7.] vertrauliche Mitteilung des spanischen Gesandten über eine Einigung mit Kg. Maximilian bezüglich Kastiliens.

    Konstanz, 3. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 22–23’ (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem cursorem [Baronem]) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 93’-95’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 63. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 25f., 27.

    [1.] /22/ Serenissime princeps etc. Terzo dì [1.5.] per Zuan Mato, corier, ricevi cum la solita mia reverentia lettere dela sublimità vostra de 22 del pasat[o]1. Le qual diligentemente lecte et ben intese, andai heri [2.5.] matina alla maestà cesarea et trovai che l’era reducta in consiglio cum li principi del’Imperio. Dapoiché la fu uscita, retirat[o] cum lei in una camera a parte, la ringratiai primo per nome de vostra sublimità del paterno animo suo verso quel illustrissimo stato, accertatoli per relatione del m[agnifi]co messer Piero Pasqualico, d[ottore] et c[avaliere], et per mie lettere. Deinde me congratulai deli felici succesi de sua fiola madama Margarita. Ulterius justificai la proposition dela liga cum Franza et Spagna fat[a] per vostra sublimità alli dì passati, cum ogni sincerità, exprimendoli qual sia la causa che la non è discesa a nova intelligentia per reputarsi più che unita cum sua maestà. Et demum li significai la deliberation della illustrissima signoria vostra de mandar soi oratori alla christianissima maestà, della qual cossa hebe apiacere esserne avisat[o] per lei et not[o] le parole dela sublimità vostra che dice questo etiam non potrà, se non conferir alle cosse che /23’!/ possono occorer.
    [2.] Et disse a questa parte, purché la signoria non mandi a salutar el re de Franza come patrem Italiea, imperator et suo signor, poi mostrò haver molto grate le humane parole et oblatione, quantumque generale contenut[e] in dicte lettere.
    Et disse: Ambassator, tutavia semo stat[i] cum li principi nostri su le cosse de Italia et su far una proposition alla signoria vostra, ma poiché havemo alditt[o] quanto ne havete ditt[o] per suo nome, saremo un’altra volta su questa materia et vi faremo intender quanto li havet[e] a scriver per nome nostro che credo sarà in substantia rechiederla che la se debi dechiarir se la vol esser insieme cum nui a cazar Francexi de Italia. Perché semo in de[li]beratione de volerlo far in ogni modo, o soli, o acompagnati, et de ajutar Zenoa et el pontifice, non per la persona sua, come altre fiat[e] vi ho ditt[o]2, ma per non lassar condur quella sede fuora de Italia. Et speramo poter mandar ad executione questo nostro desiderio, per esser l’Imperio potente a mazor impresa. Preterea disse che, non essendo cossa che più possi ingrandir el re de Franza in Italia che le differentie, sono tra el pontifice et quel senato. Desiderio del’Imperio sarìa che vostra sublimità se contentasse remetter in sua maestà tal differentie et se unisse cum la sanctità pontificia Šet loro, ut supra; et quando la non lo vogli far, sono disposti, cum acordo de Franza, ruinar Italia tuta in un tract[o], et tocha a chi se voglia, poiché cossì vorranno li signori che lì sono.
    [3.] Respusi che, anchorché debit[o] mio sia aldir reverentemente quanto me diceva la maestà soa, et el tut[o] poi scriva a quel excellentissimo senato, tamen per la baldeza, la me havea dat[a] apresso si, non volea restar de affirmarli questo che la illustrissima signoria vostra non reputava haver cum el pontifice alcuna differentia dal canto suo, per la qual habia a nasser un simel iuditio, perché se alcuna cossa tenia vostra sublimità ch’el pontifice pretendesse fusse sua, la la teniva justamente per haverla acquistat[a] justo titulo et per esserli poi confirmat[a] /23!/ cum expresso consensu dela beatitudine sua. Quant[o] veramente specta alle salutatione che sua maestà forsi jocando dicea non si dovesse far da nostri ambassatori al re de Franza, l’accertava che quel excellentissimo stato non ha mai salutat[o], né è per salutar alcun per suo signor, nec etiam cognosce altro imperator de’ Christiani che sua maestà cesarea, cum la qual vostra sublimità è per procieder sempre cum quella observantia et sincerità che ricercan le paterne demonstration che fin q[ui] la maestà sua ha usato verso lei, extendendomi cercha ciò cum molti humani et r[everen]ti termini.
    [4.] Replicò: Quello che jo desidero insieme cum lo Imperio è tut[o] per beneficio de Italia, et azò che la sede apostolica non sia portata in Franza cum la corona imperial che se altro non fosse ch’el particular beneficio de papa Julio rendetive certo che pocho se curessamo. Et cum questo me licentiò.
    [5.] Jo son affirmato per piùi vie fidedigne che la cesarea maestà procul dubio è per poter disponer de questa dieta quanto lei istessa vorà et che sia vero che asai la se ne fida, et promette, se vede che cossì, come era opinion de ogniuno che sua maestà dovesse principiar a proponerli materie de pocho momento, l’ha inconminciat[o] dala più importante, videlicet da tuor la impresa de Italia. Et non ha volut[o] expetar ch’el zonza il duca de Saxonia, elector, de chi molto non se fida, né li altri che restano a venir, parendoli che cum questi che ce sono poter far più a suo modo. Perché, inconminciando dali electori, el Treverense è sua creatura et electo per la maestà sua, et medesimamente il Brandiburgense. El Maguntino non sa che far per farli cossa grata, perché el non ha anchora havut[o] la investitura del suo episcopato. El Coloniense se atrova in grandissime litte et controversie cum la sua terra et non ha altra speranza che nel re de’ Romani.3 Ha mandato in loco suo un zentilhomo4, gran servitor de sua maestà che non uscirà de soi comandament[i]. El Palatino, per esser un pocho in suspecto, non è sta’ citato alla dieta, n’è datoli loco cum dir che l’è sta’ rebello del’Imperio. Li /22’!/ principi veramente sono per la mazor parte episcopi et electi da 3 o 4 in fuora tuti dala maestà prefacta; et quelli che sono laici sono zoveni et desiderosi de novità. Deli nuntii dele comunità non dico, perché non sono per dissentir dal suo re, maxime non havendo alcun signor de reputation da seguir che fin qui mostri contrariar al re. Et in questo modo non è maraveglia, se sarano d’acordo.
    Š[6.] Et azò vostra sublimità intenda la maniera, cum che se governano: La dieta è divisa in tre voce: la prima è deli sei electori insieme cum el re, la secunda li principi laici et ecclesiastici, la tertia le comunità dele cità imperial. Et li piùi electori de una opinion fanno una voce, li piùi principi fanno l’altra et cossì le piùi comunità. Et dapoi do de queste tre voce pono far deliberation, la qual ogniun è obligato ad exequir, sì queli, sono stati de opinion, come queli, non sono stati, et sì li absenti come li prexenti, ciascun per la parte sua.
    [7.] El nuntio del serenissimo re de Napoli, che questi zorni è stat[o] in molti strecti parlamenti cum la maestà cesarea, me ha ditto sott[o] gran credenza che l’ha tandem havut[o] da lei che l’è contenta la maestà chatolica governi el regno de Castiglia per li comuni nepoti [Ehgg. Karl und Ferdinand], come l’afferma voler far, ricomandandoli li amici che forno del q[uondam] re Philipo, suo fiol, et che per amor suo li pardoni ogni injuria et non cerchi vendeta sopra loro. Ben dice che la prefacta cesarea maestà li ha proposto che la vorìa venir a mazor et piùi particular intelligentia cum el suo re.

    « Nr. 661 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Verhandlungen des RT, Abreise Kg. Maximilians nach Rottweil; [2.] Übergabe einer mit der Reichsversammlung abgesprochenen kgl. Resolution an Querini zur Weiterleitung nach Venedig.

    Konstanz, 3. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 24 (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem Baronem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 95’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Regest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 63.

    [1.] /24/ Serenissime princeps. Heri [2.5.], dapoiché jo partì dala maestà cesarea, la convocò denuo li signori della dieta et stete cum loro fin quasi meza nocte. Et hozi fin mezo zorno dapoi la maestà sua s’è partita de qui et andata per 3 o quatro dì a Rotvil, castello, lontano da questa terra 6 miglia todeschi, se judica, per esser più vicina a Sophusa, dove se ha a far la dieta de’ Suizari et lì tractar cum loro qualche acordo.
    [2.] Nel partir suo, essendo jo per expedir le alligate alla sublimità vostra, sua maestà me mandò a caxa domino Zuan Ren, suo secretario de li principal, facendomi intender che insieme cum la dieta l’havea deliberat[o] far a quella signoria la propoxition [Nr. 262] che heri [2.5.] in substantia me comunicò. La qual propoxitione me mandava in scriptis, et la medesima jo mando qui incluxa a vostra sublimità, azò la possi meglio judicar el tuto. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 662 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Verhandlungen des RT: Vorgehen Frankreichs gegen Genua, Vorwürfe Kg. Maximilians gegen Kg. Ludwig XII. bezüglich des Papsttums und der Kaiserkrone, Romzughilfe, mögliche Bündniskonstellationen für den Italienzug; [2.] Vertagung der ŠVerhandlungen bis zur Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen und anderer Teilnehmer am RT, Abreise Kg. Maximilians nach Rottweil; [3.] Mitteilung Kg. Maximilians an die Reichsstände über seine Vermittlungsinitiative im Konflikt zwischen Papst Julius II. und Venedig; [4.] Costantino Arianiti als Urheber und Verfechter dieser Initiative; nachdrückliche Befürwortung durch Kg. Maximilian ungeachtet der Einwände Querinis; [5.] Beratungen des RT über ständische Angelegenheiten während der Abwesenheit Kg. Maximilians; [6.] Schwäbischer Bundestag in Überlingen.

    Konstanz, 6. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 24’-26 (ital. Kop.; Postverm.: Per Joanem Fatuum, cursorem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 96’-97’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 27f.

    [1.] /24’/ Serenissime princeps. Dapoiché la maestà cesarea me mandò a caxa la proposta in scriptis che jo drizai a vostra celsitudine per mie de 3 del instante [Nr. 661, Pkt. 2] , jo ho travagliat[o] cum quella piùi diligentia ch’io ho potuto de venir in qualche luce et verità deli tractamenti seguiti nella dieta per quelli do zorni che sono sta’ reduct[i] insieme. Et tandem ho trovat[o] persona che me ne ha fato participe et dechiarit[o] el tut[o] che è in substantia che per questo serenissimo re fu proposto li progressi del re de Franza contra Zenoa, cità imperial, et le machinatione et desegni, fa la christianissima maestà, per redur el papat[o] in Franza, occupar Italia et insieme la corona del’Imperio, exhortandoli per honor et conservation dele rason et jurisdiction sue farne opportuna provixione insieme cum lui, cum assecuratione del suo imperio. /25/ Et su questa propositione per la dieta fo tolto rispecto a far la risposta. Et disputat[a] la materia tra loro, tandem, essendo li intervenienti dela qualità et natura che jo ho dechiarit[o] a vostra sublimità per le ultime mie [Nr. 660, Pkt. 5] , se risolseno et concluseno cum firma deliberation de volerne tuti unitamente far provixione conveniente alla importanza della cossa, per honor et securtà del’Imperio. Dapoi fu rasonato de modo et ch’el se poteva far cum piùi spexa et mancho spexa, se volevano cum più spexa. El modo era che ogniuno se deliberasse de far el poter suo et, insieme cum Suizari che procul dubio haríano con essi descender in Italia sì provisti, come ben potríano far, che senza altro ajut[o] potesseno cazar Francexi, quando anchora fusseno uniti cum tut[a] Italia. Et a questo forono molti principi che oltra quelo, li tocherìa per sua portione, offerseno zente assai, dummodo fusseno certi che, restando vincitori, haveríano merit[a] retributione della opera sua. Et chi dimandava un stato et chi uno altro, et volevano de presente la investitura. Se anche volevano far questa expeditione cum mancho spexa, fu dicto che erano do vie: l’una de unirse cum li potentati de Italia, i qual tandem se reduceva1 in do solli, videlicet el pontifice et vostra sublimità; l’altra acordarse cum Franza, come tante fiatt[e] sono sta’ rechiesti a divisione de Italia tra loro, cum tale securtà che non potessino esser decepti. De questi discorsi parse alla mazor part[e] et Šspecialmente al re che, potendose unir cum el pontifice et vostra sublimità, fusse el meglior.
    [2.] Ma non fu però sopra ciò fatt[a] deliberation alcuna, anzi differit[a] la cossa fino alla venut[a] del’elector de Saxonia et altri che manchano a venir. Et che in questo interim la maestà cesarea poteva andar, come la desiderava, a Rotvil, loco 7 miglia todeschi lontano de qui, el qual za molti anni è stat[o] nella liga de’ Suizari et hora vol retornar imperial et far sacrament[o] de fideltà cum consensu et acordo de’ Suizari, ut dicunt.
    [3.] Vero è che la maestà prefacta parlò /25’/ delle differentie, sono tra el pontifice et vostra sublimità, che portavano gran difficultà al suo desegno, et ch’el sarìa bona opera veder de componerle et che fusseno remesse nela maestà sua che sempre sol esser judice delle differentie de Italia. Et fu laudat[o] che sua maestà lo proponesse a vostra sublimità nella forma che l’havea vedut[o].
    [4.] Et sì come son sta’ accertat[o], el signor Constantino è sta’ quello che ha persuaso al re che sia fat[a] tal propoxitione a vostra sublimità cum questo propoxito che, se lei accepta el partit[o], li parerà haver el suo intento che Franzexi siano cazati de Italia et lui recuperi quello l’ha in Monfera et torni cum honor a caxa. Se anche la recusa, se persuade ch’el sarà cognosciut[o] da questi principi che quel illustrissimo senato ha el tort[o] et el pontifice acquisterà l’animo del re et dela dieta in suo favor. Et a questo effecto el predicto signor Constantino ha predicato tra questi signori che niuna via né meglior expedicte se pol excogitar a cazar Francesi de Italia che far acordo tra el pontifice et la illustrissima signoria vostra.
    Et tanto è el desiderio che la maestà cesarea ha de questa unione che non è cossa, el non facesse per trovar maniera de accordo tra la prefecta sanctità pontificia et vostra celsitudine. Et certo jo credo che per niun altro rispecto el tardò fino alla sua partita de qui a mandarme la proposta che vostra sublimità harà vedut[a] che per non voler expectar altre mie justificatione, quamvis più d’una volta io le habi copiosamente et pur quel zorno istesso da me aldite cum continua mia asseveration che tra el pontifice et la sublimità vostra non ce sono differentie, per le qual sua maestà habi a torre questo cargo.
    [5.] La maestà prefata, se dice, tornerà qui fra 4 o 5 zorni. In questo tempo la dieta se reduce ogni dì su cause privat[e] et differentie, sono tra signori de Germania.
    [6.] Questa maestà ha fato redur a un loco, 2 leghe de qui, la liga de Suevia, dela qual lei è capo come duca de Austria, per dimandarli el suo favor et ajuto in ogni caxo et deliberatione che se concludi per questa dieta. Et li principi de dicta liga che sono reducti /26/ qui hano mandat[o] de lì soi comessi et resterano obligati a quanto se terminerà et qui et lì. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 663 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Unterredung Querinis mit Ebf. Jakob von Trier: Rechtfertigung der Position Venedigs gegenüber dem Papst; [2.] Zusage des Ebf., sich für die Belange Venedigs einzusetzen; [3.] bevorstehender eidgenössischer Tag in Schaffhausen zu Beratungen Šüber einen Beitrag zum kgl. Romzug, Abordnung von Gesandten Kg. Maximilians und der Reichsstände nach Schaffhausen; [4.] bevorstehende Verhandlungen Kg. Maximilians auf dem Schwäbischen Bundestag in Überlingen über eine Romzughilfe; [5.] Entsendung Hg. Erichs von Braunschweig-Calenberg nach Innsbruck zur Inspektion der Truppen; [6.] Anfrage Kg. Maximilians an Ludovico Pico della Mirandola bzgl. seiner Verwendung für den Italienzug; [7.] Besorgung der Berichte Querinis durch eigene Kuriere.

    Konstanz, 7. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 26–27 (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem Joanem Fatuum.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 97’-98’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 27, 28.

    [1.] /26/ Serenissime princeps. Son stato questa matina cum el reverendissimo Treverense, cum chi za molti zorni non ho potuto parlar, per esser sua signoria continuamente occupato in questa dieta. Et parendomi esser ben a propoxito per ogni cossa, potesse occorer, dirli qualche parole sopra la proposta, fata per la maestà cesarea a vostra sublimità dele differentie cum el pontifice etc., me son sforzato cum tute quele rasone che ho potuto et saput[o] justificar la causa dela sublimità vostra et far cognoscer a sua signoria quanta rasone è dal canto suo et che la cesarea maestà non die intrar in simel materia ad instantia del pontifice né tor questo cargo, sapendo quant[o] quel illustrissimo senat[o] è propenso ad ogni gloria et exaltatione dela maestà sua, et maxime non pretendendo la illustrissima signoria vostra haver alcuna differentia cum la santità pontificia.
    [2.] Resposse che veramente la maestà del re non havea [mostrato]1 altro che bona dispositione verso la illustrissima signoria vostra, né se era venut[o] su merit[o] o particularità alcuna, de chi havesse tort[o], o rasone, anzi solamente per la prefata maestà era sta’ ditt[o] ch’el sarìa ben veder, s’el se poteva acordar insieme el pontifice cum vostra sublimità, ma hora ch’el ha intexo le rason sue, el prometeva che, s’el ne parla più, el defenderà la parte de vostra sublimità.
    Ringratiay sua signoria reverendissima, fecendoli molte offerte per nome della excellentia vostra.
    [3.] Per molte mie, dapoiché la maestà cesarea è intrat[a] in praticha de voler far la impresa de Italia, la sublimità vostra haverà inteso diverse trame che sono passat[e] cum Suizari, per le qual sempre se ha potut[o] comprender /26’/ in loro grande inclination de volerse accordar cum la maestà sua et l’Imperio. Hora saperà vostra sublimità che li comessi di tuti li cantoni, nemine excepto, sono al presente reducti insieme a Sophusa, 4 miglia todeschi de qui, dove Domenica proxima, che sarà a dì 9 del presente, incomenzerà la loro dieta per concluder acordo cum la prefacta maestà et l’Imperio. Et de qui se lì manda solemne ambasat[a] de 5 oratori, pur nomine cesaris et Imperii, per proponerli partit[o] et sigilar cum epsi bona intelligentia et unione per la expedition Šitalica eta recuperation et conservation dele jurisdiction imperial. Et qui da ogniuno se tien per indubitat[o] ch’el habi a seguir questo acordo tanto come s’el fusse za concluso et sigilat[o]. Le persone deli oratori sono el vescovo de Trento, el Sarateiner, primo secretario de questa maestà, domino Zuan Consecha2 et do altri3.
    [4.] El serenissimo re nel suo ritorno da Rotvil farà el camino de Uberling, dove è reducta la liga de Suevia per richiederli el loro ajuto alla sopradicta expeditione, el qual mi è afirmat[o] che non li sarà denegat[o]; et ita le cosse se vanno tanto strenzando et reducendo ad camino desiderat[o] per la antedicta maestà che più non se potrìa. Et ad magior dechiaration dela sublimità vostra li significo che tuti li principi et comunit[à] che sono nela liga predita de Suevia venuti personalmente a questa dieta imperiale, et de lì operano per nuntios et sarano obligat[i], a quant[o] in uno et l’altro loco se delibererà, da un canto come principi et comunit[à] delo Imperio, da l’altro come collegat[i] della liga de Suevia; la qualche liga, se dice, esser molto potente.
    [5.] La cesarea maestà ha mandat[o] ad Hispruch el duca [de] Prensuich4, zovene, cum ordine ch’el reveda le sue zente del conta de Tirol, dele qual se ne possi prevaler, et le fazi preparar che siano preste ad ogni suo comandament[o].
    [6.] Questi zorni sono sta’ expediti do nuntii del conte Ludovicho della Mirandola che è in stato. La maestà cesarea l[’h]a tolto in protectione et li ha mandat[o] a dir ch’el vole adoperar / Š27/ nella impresa de Italia.
    [7.] Non havendo, principe serenissimo, altro modo de scriver alla serenità vostra che per proprii nuntii, anchorché costino assai, me par debito mio non restar finché questa dieta dura, quanto piùi spesse fiat[e] posso far veder mie lettere alla sublimità vostra. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 664 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen bzw. den Rat der Zehn  »

    Unterredung mit dem päpstlichen Gesandten Costantino Arianiti: Unzufriedenheit Arianitis über den kgl. Vermittlungsvorschlag vom 3. Mai an Venedig und Kritik an einem möglichen Ausgleich Kg. Maximilians mit Frankreich, Rechtfertigung Kg. Maximilians diesbezüglich gegenüber Arianiti durch Schreiben vom 9. Mai.

    Konstanz, 11. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 27–27’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Roveredum per proprium nuntium.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 98’-99 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 28f.

    /27/ Serenissime princeps etc.1 El signor Constantino [Arianiti], che continuamente invigila sul discorso che per mie de 2 [Nr. 659] significai a vostra sublimità de unir el pontifice cum quel serenissimo senato nella forma che jo li scrissi, mostrò cum mi restar mal satisfato dela proposta che la maestà cesarea fece l’altro zorno ala sublimità vostra, la qual mi fu mandat[a] a comunicar per sua maestà. Et hozi me disse che, per esser al’hora za partita la prefata maestà, non li potendo parlar, li mandò a dir l’animo et intention sua circha dicta proposta per el doctor Collauro, secretario regio, et int[er] c[etera] ch’el se doleva che cossì, come el re havea richiesto la signoria vostra che la remetesse in lui le differentie dele terre de Romagna etc., el non havea etiam dict[o] el contracambio che la gli darìa. Ulterius che non li pareva el fosse de sua reputation dir de volersi acordar cum Franza. Alle qual part[e] ha havut[o] risposta dala maestà sua, la qual li scrive cercha la prima part[e] che la non ha dechiarit[o] alla illustrissima signoria vostra el contracambio che la gli vol dar, quando la sia content[a] de unirse cum el pontifice [et lei]2, perché sua maestà lo proposse al mag[nifi]co messer Pietro Pasqualico alla partita sua de qui [Nr. 26] et se persuade che da lui la ne sia sta’ avisat[a], et che di questa istessa opinion et sententia lei è al presente, et me lo dirìa a mi ogni volt[a] ch’el bixognasse. Et che, s’el minaza de acordarse cum Franza, /27’/ lo’l fa solamente, azò la celsitudine vostra cognosca che a lui non mancha partit[i], quando el volesse, come è la verit[à], ma sempre però l’è per meter la vita per la liberation de Italia insieme cum l’Imperio, purché Italiani se voglino etiam loro ajutar, et che hora el non se afaticha in altro che in far provisione de unir Suizari con l’Imperio per soccorer Italia, affirmandoli che in breve zorni l’haverìa reduct[o] le cosse sue a tal termeni ch’el se potrìa tochar cum mano, s’el eraa per far facti o parole.
    Et mostromi el prefato signor Constantino la istessa lettera del re, dat[a] terzo dì [9.5.] in Antburg3, 4 miglie todeschi de qui, et pregomi strectamente che jo scrivesse ala sublimità vostra il tuto et la suplicasse nomine suo a volersi risolver, perché iterum li basta l’animo di far quanto el se era offert[o] alli dì passati [Nr. 659, Pkt. 1] , mostrando assai dubitar che vostra celsitudine non habi havuto a male la proposta dela maestà cesarea.
    Jo li promissi scriver particularmente quanto el me diceva. Et ita me par debit[o] mio dover far, azò ch’el tuto sempre sia remesso al sapientissimo judicio de vostra sublimità. Cuius gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 665 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Stellungnahme Venedigs zur Anfrage Kg. Maximilians um eine Durchzugsgenehmigung für 1000 Fußknechte nach Bologna bzw. zu seinem Empfehlungsschreiben für Leonhard Rauber; [2.] vorläufig unterbliebene Übergabe der Antwort Venedigs an Kg. Maximilian durch Querini, aktuelle Gegenstandslosigkeit der Frage Šdes Durchzugs, Abfertigung Giovanni Camillos de Montibus als kgl. Gesandten nach Venedig; [3.] bevorstehende Verhandlungen des eidgenössischen Tages in Schaffhausen und des Schwäbischen Bundestages in Überlingen über eine Romzughilfe; [4.] Nachricht von der Kapitulation Genuas, Befürwortung einer Einigung mit Frankreich zum Nachteil Italiens durch kgl. Räte und Reichsfürsten, Ablehnung durch Kg. Maximilian in der Hoffnung auf ein Bündnis mit Venedig; [5.] Ankunft Wilhelms von Vergy in Konstanz, Spekulationen über den Zweck seiner Mission.

    Konstanz, 11. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 27’-28’ (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas.1 ) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 99–100 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 63f. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 29.

    [1.] /27’/ Serenissime princeps. Terzo dì [9.5.] cum la sollita mia reverentia dalla sublimità vostra recevi lettere de 27 del passato2, per le qual la me dice haver havut[o] lettere mie de Arzentina cercha el passo richiedeva la maestà cesarea per mille fanti che la mandava verso Bologna, et che tamen nele lettere, scrive sua maestà, non se contiene salvo che ricomandatione de d[omino] Lunardo Rauber, né li è sta’ fato richiesta alcuna de passo, imponendomi vostra sublimità che jo debi farlo saper al serenissimo re, affirmandoli che, se per suo nuntio la sarà richerchat[a] di passo, la risponderà cum la sollita sincerit[à] sua, et circha el Rauber che per rispecto dela maestà sua /28/ el sarà prosequito d’ogni favore.
    [2.] Fin hora jo non ho parlato de questo alla maestà sua per esser absente, né me ha parso andar a ritrovarla, sì per non dar che dir al mondo, perché al presente ogniuno tien li ochi intenti a tuti li mei movimenti, sì etiam per non dar causa ala maestà prefata de farmi nova propositione, et maxime essendo lei per venir presto de qui. Ma per quanto ho potuto a saper, s’el non è sta’ fato richiesta del passo alla celsitudine vostra, è stat[o] solo, perché li fanti sopradicti non hano ordine di andar più oltra che Trento, se non sono ricerchat[i] dal pontifice. Et d[omino] Zuan Camillo, fiol che fu del q[uondam] messer Francesco de Montibus, è quelo che ha comisione di venir a Venetia per tal causa, quando el bixognerà etc.3 
    Š[3.] La dieta de’ Suizari a Sophusa è incominciat[a], et medesimamente quella della liga de Suevia, dove die andar doman [12.5.] el serenissimo re per farli le sue dimande de ajuto per la impresa de Italia. Et de l’una et l’altra de queste diete costoro se ne prometeno assai. Del successo me sforzarò far certa vostra serenità.
    [4.] De qui è venuta nova dela perdita de Zenoa che ha molto sbatut[o] ogniuno, parendoli ch’el re de Franza habi preso un gran piede in Italia. Et ho intexo che molti deli conseglieri del re incominzano asai a parlar che, poiché li signori de Italia, et presertim vostra sublimità che è la principal, non se voleno ajutar loro medesimi, la maestà cesarea doverìa prender li partit[i], li sono offerti dal re de Franza, cignando quasi che ne sia qualche trama, et tor etiam lei quela parte de Italia che cum pocha difficultà la potrà haver. Et so che qualche uno deli principi sono di questa opinion. Ma el re fin qui mostra non lo voler sentir, cum speranza de tirar la sublimità vostra ala union cum lui et cum lo Imperio, nel qual caso sì come se tien per indubitato che sua maestà sia per meter la vita più presto che parlar d’acordo, cossì anchora se judica che, non potendo haver la illustrissima signoria vostra cum si, la fine de questa dieta habi ad esser la desolatione de Italia et che la resti divisa tra Franza et Todeschi.
    [5.] L’è zonto alla corte mons[ignore] de Vergi che è uno deli signori dela /28’/ contea de Borgogna. Se dice publicamente che, per esser subdit[o] de questa maestà et capitanio de zente d’arme, el sia venut[o] per la impresa, se tract[a]. Tamen ce sono alcuni che dubitano ch’el porti qualche pratica di apuntament[o] cum Franza, perché l’è venuto con diligentia, et ha per moglier una neza del cardinal Roano.4 Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 666 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    Š[1.] Eidgenössischer Tag in Schaffhausen; [2.] Berichterstattung des zu Kg. Maximilian entsandten Sekretärs Querinis, Angelo Trevisan, nach seiner Rückkehr: Übergabe der Antwort Venedigs wegen der erbetenen Genehmigung zum Durchzug von 1000 Fußknechten nach Bologna, Antwort Kg. Maximilians, Mitteilung Trevisans an Kg. Maximilian über die erfolgte Weiterleitung seines Vermittlungsangebotes nach Venedig, Mitteilungen Kg. Maximilians an Trevisan über die Abfertigung einer kgl. Gesandtschaft nach Venedig und über den eidgenössischen Tag in Schaffhausen; [3.] Ausschreiben Kg. Maximilians an die Reichsstände bezüglich der Romzughilfe; [4.] Erwartungen an den Schwäbischen Bundestag in Überlingen und den eidgenössischen Tag in Schaffhausen; [5.] Wilhelm von Vergy als burgundischer Emissär in Konstanz; [6.] Ankunft Hg. Georgs von Sachsen.

    Konstanz, 14. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 28’-29 (ital. Kop.; Postverm.: Per Zanetum, familiarem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 100–101 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.

    [1.] /28’/ Serenissime princeps. Essendo nasciuta qui publica fama confirmata universalmente da ogniuno che Suizari nella dieta che al presente fanno a Sophusa erano certo per risolversi juxta el voler et desiderio della maestà cesarea.
    [2.] Deliberai per dechiarirmene bene mandar el mio secretario [Angelo Trevisan] fino ala corte, 6 miglia todeschi lontana de qui, vedendo ch’el ritorno del re tanto tardava, né mi parendo a propoxito per li rispecti dechiariti per le ultime mie [Nr. 665, Pkt. 2]  a vostra sublimità andarne in persona. Ritornat[o] heri [13.5.] sera el secretario me referisce haver comunicato alla maestà cesarea, come da me hebe in comisione, la continentia dele lettere de vostra sublimità de 27 del passato [Nr. 665, Anm. 2], per le qual la mi comete debi far intender alla maestà sua che la celsitudine vostra cerca el passo da esser dat[o] ali fanti, doveano andar verso Bologna, non era sta’ rechiesta né per nuntii né per lettere de sua maestà, perché li haverìa fato risposta cum la solita sincerità sua, preterea che per rispecto et reverentia de sua maestà d[omino] Lunardo Rauber sarìa prosequito de ogni favor etc.; al che lei risposse che l’era ben avisata che la sublimità vostra non havea havuto sue lettere cercha el passo et era stato per negligentia deli soi che se le haveano domenticat[e], ma che a questa hora [vostra sublimità]1 le die haver havut[e]; parlando sua maestà cercha ciò de maniera che la mostrava esser ben secura che le sue zente sarían lassat[e] passar senza alcuna difficultà.
    Li disse dapoi el prefato secretario che la proposta, me mandò sua maestà alla partita de /29/ questa terra, jo per obedientia l’havea adrizata a vostra illustrissima signoria, quamvis volentiera harìa volut[o] esser stato prima cum la celsitudine sua, se havesse pensato non la desturbar, perché havea compreso che in quela scritura era posto qualche petitione ad instantia de altri che so non esser de animo suo.
    Rispose che, per desiderio grande l’ha de veder acordo tra el pontifice et quel illustrissimo stato et haverli tuti do uniti cum si et l’Imperio a cazar Francexi de Italia, l’havea, dapoich’el me mandò dict[a] proposta, facta deliberatione de inviar ala sublimità vostra do soi servitori che se trovava lì vicini che è el capetanio de Trieste [Georg Moysse] et d[omino] Zuan Camilo, fiolo che fu de d[omi]no Francesco de Montibus, i qual za dieno esser a Venetia, pur sopra la dicta proposta. Et pensando che là non se potrà forsi expedir cossì presto, l’era etiam per mandarne el doctor Aidem2 a quel medesimo effecto.3 Et dicesse poi a render causa che l’era [lì] tra mont[i] per esser vicino a Sofusa et poter haver de puncto in puncto aviso deli tractamenti de’ Suizari che sono ala dieta, i qual fin hora erano sta’ divisi tra si: l’una parte era cum sua maestà et voleva far quanto la desiderava, l’altra per li antiqui odii, hanno cum caxa de Austria, mostrava renitenti, ma che alla fine el sperava de bene, et che za alcuni cantoni haveano fato segno voler esser soi amici, perché havea mandato a revocar li 4000 Suizari, sono cum el re de Franza in Italia4; se l’è vostra sublimità, lo die saper.
    Š[3.] Della perdida de Zenoa ne parlò qualche cossa, non mostrando però esser per manchar dal propoxito, anzi sua maestà, non guardando a’ consegli de chi li persuade la unione cum Franza per destruction de Italia, ha hora scrit[o] auctoritate imperiali a tute terre imperial et comandat[o] per lettere alli signori che non se atrovano in persona a questa dieta che debano preparar le gente, sono obligat[i] dar per bixogno del’Imperio, al primo comandament[o], et che tute siano preste et in ordine per andar dove questa dieta sarà determinat[a].5 El numero non ho potuto saper quanto sarà, ma dicono che per le sue constitutione imperial ogniun sa l’obligo suo, quando sono rechiesti dal’Imperio, /29’/ et che l’è tanto che sarìa bastante ad ogni gran impresa. Et se l’obligo del primo comandamento non basta al bixogno suo, li fanno el secundo et el tertio etiam, se l’è necessario; et sempre el numero cresce et se raddopia. Et questo se observa nelli bixogni tantum del’Imperio, come al presente che pretendeno tor questa impresa contra Franza, dicendo che vol occupar la corona et auctorità imperial et insieme el papat[o] per el cardinal Roano.
    [4.] Della dieta della liga de Suevia, come per altre ho significato alla sublimità vostra [Nrr. 662, Pkt. 6; 663, Pkt. 4; 665, Pkt. 3] , non se ha alcun dubio che non siano per far quanto saperà dimandar la maestà cesarea. Ma et lì et qui se sta in expectatione dello exito della dieta de’ Suizari; et resolvendosse segondo le voglie dela prefata maestà, se judica che in un instante habia ad inundarsi Italia de questa generatione che Dio non lo vogli, perché sarìa cossa pericol[os]issima per ogniuno, ma presertim per chi non se intendesse ben cum loro.
    [5.] Mons[ign]or de Vergi, che, sì come per ultime scrissi [Nr. 665, Pkt. 5] , zonse ala corte, è venuto solamente per esser subdito et vassalo de questa maestà insieme con molti zentilhomeni Borgognoni, et non per altra causa, per quanto fin qui se ha potut[o] intender.6 
    Š[6.] L’è zonto qui cum honorat[a] compagnia el duca Zorzi de Saxonia, zerman delo elector et gran servitor dela maestà cesarea7, el qual insieme cum li altri principi stano expectando el re. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 667 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Eingang von Weisungen aus Venedig; Rückkehr Kg. Maximilians nach Konstanz; Mitteilung Querinis an Kg. Maximilian über die Kapitulation Genuas und die Gefangensetzung Giovanni Bentivoglios, Rechtfertigung der Sperrung venezianischen Gebiets für die kgl. Truppen; [2.] wütende Reaktion Kg. Maximilians; [3.] Beschlußfassung des eidgenössischen Tages in Schaffhausen, Ankunft eidgenössischer Gesandter und Bf. Matthäus’ von Sitten in Konstanz; [4.] Verhaftung eines französischen Agenten.

    Konstanz, 15. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 29’-30’ (ital. Kop.; Postverm.: Per Joanem Vesicam, cursorem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 101’-102 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 64. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 30f.

    [1.] /29’/ Serenissime princeps etc. Heri [14.5.] sera, dapoi expedicte le ultime mie [Nr. 666], zonse qui Zuan Vesiga, corrier, cum do della sublimità vostra, una de 3 del instante1, continente le nove dela presa over deditione de Zenoa et la retentione de d[omino] Zuan Bentevogli, per li movimenti facti contra Bologna, l’altra de 82 Šcum le copiose justification del transito non /30/ concesso alli 3000 fanti inviati verso Bologna. Et hozi [15.5.], essendo jo montato a cavallo per andar a comunicar el tut[o] alla maestà cesarea, fui avisato da alcuni soi conseglieri rimasti qui, che questa sera sua maestà era omnino per venir in questa terra; et fui etiam da loro rechiesto ad andarla incontrar insieme cum li altri principi per honorar la sua intrat[a], la qual fu molto sumptuosa et pomposa cum compagnia de tuti i principi della dieta et de forsi 400 cavali di bella zente d’arme et ben armat[a] alla Italiana et alla Todescha. Dapoi arivat[a] sua maestà allo alozamento, li fixi intender che jo desiderava comunicarli lettere dela sublimità vostra et hebi ordine de andar a cort[e] dapoi cena. Et cossì fici et li narrai primum el successo de Zenoa et deinde la detentione de d[omino] Zuan Bentivogli, nela medesima forma et con el medesimo ordine, me scrive la sublimità vostra. Dapoi cum quela mazor modestia et dexterità, mi fu possibele, dechiarit[o] alla maestà sua l’optimo et promptissimo animo de quel inclito senato de gratificarla in tute cosse, justificai la causa che le sue zente non havea havut[o] el transit[o] per el territorio dela sublimità vostra, adducendo tuti li respecti anotati nelle lettere sue preditt[e], p[rim]a de Bologna che è rimasta libera da ogni suspitione, preterea dele sue zente che, anchorché havesseno havut[o] el transito per il stato di vostra celsitudine, non haríano potuto passar più oltra per el Ferarese et Mantoano, per atrovarsi l’uno et l’altro de queli signori apreso la christianissima maestà, et ex consequenti haríano convenut[o] restar sul Venetiano, non senza qualche pericolo de scandalo. Et demum li dechiarai della suspitione de morbo che era tra li predicti fanti che facilmente potrìa infectar tuto el stato de vostra signoria. Et in expressione de tute questa justificatione usai ogni dolieza et reverentia per dimostrarli che la sublimità vostra non li denega el passo, come me par comprender per le lettere sue, anzi, sapendo esser da sua maestà paternalmente amat[a], li apre et dechiara filial et devotissimamente quanto li occorea, rendendose certa che la pondererìa la importanzia de dicti respecti, stant[e] le prexente /30’/ occorentie, et resterìa satisfacta.
    [2.] La maestà prefata, alterata in extrema maniera oltra el sollito suo, disse che, per al’hora, non mi voleva dar altra risposta, se non che la cognosceva che vostra celsitudine va a camino de destruzersi si o la corona imperial, et che doman [16.5.] voleva esser cum li soi conseglieri su questa materia. Et cum questo se partì, senza dir alt[ro], cum Štanta colora che veramente lo superava, anchorchè per acquietarla non me lassase tracto. Quanto seguirà, vostra sublimità lo intenderà etc.
    [3.] Suizari che erano ala dieta de Sophusa sono convenuti, post multa cum li oratori del re et del’Imperio che erano apresso loro, de venir qui per concluder cum la medesima maestà cesarea et li principi acordo a conservation del’Imperio. Et ita hozi [15.5.] tuti sono zonti in questa tera cum forsi 80 cavali che da ogniun è reputat[a] bona nova et segno evidente che siano per acordarsi. Hano lassat[o] a Sophusa, per quanto mi è sta’ dit[o], uno ambassator francexe3 senza risposta alcuna. Et mostrano in parole voler esser in tute cosse uniti cum l’Imperio et la maestà cesarea. Insuper è venut[o] qui el vescovo de Valesa, confederat[o] de’ Suizari che è tra loro de asai auctorit[à] et reputation et potente, inclinat[o] molt[o] per quanto apar alla prefata maestà.
    [4.] L’altro dì fu preso qui una spia de Franza che ha confessat[o] esser sta’ mandat[a] dal presidente de Milano [Charles d’Amboise] per intender li principi, sono a questa dieta, et quelo se fa. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 668 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Vortrag des kgl. Sprechers Gf. Eitelfriedrich von Zollern an die eidgenössischen Gesandten: Dank für die Abberufung der eidgenössischen Söldner aus dem französischen Italienheer, Vorwürfe gegen Frankreich; [2.] Antwort der eidgenössischen Gesandten: Treuebekundung gegenüber röm. Kg. und Reich; [3.] öffentliche Vorwürfe Kg. Maximilians gegen Venedig wegen des verweigerten Durchzuges für seine Truppen; [4.] Erwiderung Querinis: Rechtfertigung der Haltung Venedigs; [5.] Replik Kg. Maximilians: Klage über die unfreundliche Haltung Venedigs; [6.] Haltung der anwesenden Reichsfürsten; Aufforderung Bf. Georgs von Trient an Querini, auf den Dogen im Sinne einer freundlicheren Haltung gegenüber Kg. und Reich einzuwirken; [7.] Mitteilung Johannes Collauers an Querini über die Gründe für die Verärgerung Kg. Maximilians bezüglich Venedigs; [8.] Unterredung Querinis mit Zyprian von Serntein: Klage Querinis über die unangemessene Verärgerung Kg. Maximilians gegenüber Venedig; Verständnis Sernteins für die vorsichtige Haltung Venedigs in bezug auf Frankreich; [9.] Mitteilung des spanischen Gesandten an Querini: Bericht Bf. Christophs von Laibach an Kg. Maximilian über die zunehmende Distanz zwischen Kg. Ferdinand von Spanien und Kg. Ludwig von Frankreich.

    Konstanz, 17. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 30’-32’ (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem Joanem Vesicam.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 102’-104’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 65. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 31–33.

    [1.] /30’/ Serenissime princeps. Hozi [17.5.], dapoi cantat[a] una messa solemne nella chiexia mazor, dove intervene el serenissimo re et tuti signori ecclesiastici et layci cum Šli oratori, se atrovano hora qui, la maestà cesarea cum tuti loro se reduse in una sala, dove veneno a farli reverentia tuti li comessi de’ Suizari che erano reducti nella dieta de Sophusa. Li quali sua maestà fece ringratiar /31/ per el conte de Zorla dela revocation fata ad sua requisition per essi deli 4000 fanti ch’erano cum el re de Franza in Italia [Nr. 217 Anm. 3], et medesimamente dela sua venut[a] in questo loco. Deinde li fece intender li progressi facti per la christianissima maestà contra Zenoa, cità imperal, et le machination sue per occupar el papat[o] et la corona imperial, rechiedendo che voglino esser uniti cum l’Imperio per deffensione et conservation dele jurisdiction sue.
    [2.] Rispose uno de loro1 de consentiment[o] deli altri che se havea fato cossa alcuna per la maestà cesarea, era stato per debito et ne erano ben contenti, et che sempre et in ogni casso volevano esser boni Imperiali, et in tut[e] sue actione se haveano sforzati haver rispecto al’Imperio, et hora piùi che mai, et che, s’el re de Franza havea intention de usurpar l’Imperio, erano tuti per meter la vita per conservarlo et mantenirlo in Germania et disposti de esser in ogni fortuna cum l’Imperio suo et cum la prefata maestà, concludendo che ad ogni richiesta et piacer suo erano per incominciar li tractament[i] loro.
    [3.] Expedit[a] la cesarea maestà dali prefati Suizari, me chiamò a si et toltome per mano se voltò verso li principi, dicendo ch’el volea farli una gran querela dela signoria de Venetia che faceva pocho caso de lei et mancho del Imperio. Et li cominciò a dolersi cum loro grandemente del transito denegat[o] ali soi fanti ch’el mandava avanti verso Bologna per prender el passo per la sua andat[a] in Italia, contra le promesse et fede dat[e] al Treverense, al qual vostra s[ignoria] havea afirmat[o] che la maestà sua et tute sue zente che la volese inviar in Italia haríano libero transito per tuto el territorio et dictione del dominio Venet[o]; et hora ch’el ne havea bixogno la volea cum sue bele parole trovar respecti che nullo modo sono conrespondent[i] alle offerte et promesse tante fiate fateli da quel senato, ma ch’el cognoscerà ben che sempre a lui erano sta’ dat[i] bone parole et al re de Franza boni effecti. Et cossì querelando multiplicò, come fece terza sera, tanto in colora che certamente el fu assai.
    [4.] Unde parendomi non dover lassar proposse tanti principi cum tal mal /31’/ impresione, pregai sua maestà che deposta la ira, se degnasse lassarmi dir X parole. Et essendo contenta, jo cum quel meglior modo che puoti me sforzai dechiarir a queli signori li respecti che la sublimità vostra scrive per lettere sue, ampliandoli et justificandoli quanto se convenia, cum asseveratione del optimo animo et observantia che quel illustrissimo stato ha verso la maestà cesarea et l’Imperio suo, et che cum questa segurtà vostra sublimità, essendo conscia de se stessa et del core suo, li rendeva la justa causa che li fanti soi non erano passat[i], persuadendose che la maestà sua per la sapientia et bontà sua et per lo amor, l’ha sempre demonstrat[i] alla illustrissima signoria vostra, dovesse restarne satisfat[a]. Dapoi converso al re, li dissi che, se per la justificata risposta dela sublimità vostra el desegno che sua maestà havea de soccorer Bologna, come me fece intender in Arzentina [Nrr. 40, Pkt. 1; 41], fosse impedito, l’harìa qualche rasone de alterarse, ma, come ben la sapea, le cosse de Bologna sono state Šsì quiete per el pontifice, ch’el non è sta’ necessario el passar de dicti fanti per soccorerla. Et però me pareva poter affirmar che la illustrissima signoria non li ha manchat[o] de fede, né era per mancharli in alcun tempo.
    [5.] Replicò el re ch’el sapea ben che de parole el ne poteva haver assai dalla sublimità vostra, ma le opere al bixogno erano molto diverse, et ch’el non havea anchor visto niun bon effecto di questa sì bona dispositione.
    [6.] Per li principi non fu mai risposto cossa alcuna, quamvis cum segni et acti assentisseno alla maestà cesarea. Vero è che dapoi molte repliche sue in accusatione et lamentatione et mie in justificatione, havend[o] chiascuno preso licentia, el vescovo de Trento, accostumat[a] et degna persona, me pregò assai scrivesse et exhortasse la celsitudine vostra che, se mai l’hebe respecto a compiacer a questo re, la’l vogli haver al presente, perché el non fu mai in termene de far dir de lui come hora è che l’ha tut[o] lo Imperio obsequentissimo et è etiam per haver Suizari, cum li qual el sarà molto potente et potrà far facende assai.
    Ringratiai suo signoria deli amorevol ricordi et non pretermissi di farli intender quanto justificamente vostra sublimità procedeva in tuti soi andamenti.
    [7.] /32/ A questo termene, principe serenissimo, me atrovo cum la cesarea maestà, scrivo el tuto particular et sinceramente, azò la celsitudine vostra possi far quele deliberatione, li parerano meglior al proposito suo.
    Dapoiché jo fui cum el serenissimo re fin al expedir dele presente, ho procurat[o] per diverse vie saper s’el c’è altra causa, per la qual sua maestà se sia tant[o] corozata, azò vostra sublimità ne posse far meglior juditio. Et ho havuto dal doctor Collauro, mio amico, che novamente la prefata maestà è sta’ acertat[a] che la sublimità vostra è in strecta pratica de liga cum el re de Franza, cossa che non li potrìa esser più molesta né de mazor despiacer. Preterea l’ha havut[o] lettere dali capitanii deli sopradicti fanti, li qual se lamentano che al partir suo de Arzentina sua maestà li havea afirmat[o] che haríano el passo libero dala signoria de Venetia et saríano ben tractati, et che hano trovat[o] tuto el contrari[o]. Et per queste cause era etiam intra la maestà predicta in colora oltra che la cossa in si li habi summamente despiaciuta.
    [8.] Ritornando a caxa dapoi partit[o] dal re, me incontrai nel Serentainer, secretario, che mostra amarmi assai, cum el qual non mi parse inconveniente far una domestica lamentation che la maestà cesarea fosse intrata per causa sì piccola in tanta ira cum la sublimità vostra che li è tanto amica et non havea volut[o] admetter le honeste justification sue, anzi fatone sì grave querelle alli principi contra ogni expectation dela sublimità vostra, la qual se prometeva esser prosequit[a] de paternal amor da sua maestà.
    Me rispoxe che, quanto più el re de’ Romani amava la illustrissima signoria vostra, tant[o] li doleva più, quando li pareva esser fata pocha existimatione de lui.
    Et in questo da esso et da mi forno dict[e] molte rasone per l’una et l’altra part[e]. La conclusione fu ch’el se risolse che la havea havut[o] fin mo la sublimità vostra per excusata, se l’era processa reservatamente per non romper cum Franza, non vedendo de qui preparation potent[e] a poterse deffender, quando la fusse venut[a] ala guera; ma che hora l’era hormai tempo che la se lassase intender, perché el sa cert[o] che la maestà cesarea et l’Imperio resteríano content[i] dela sublimità vostra, /32’/ quando la Šse resolvesse a prometer che, vedendo lo Imperio et la maestà predicta sule frontiere de Italia cum potente exercito per expeller Francexi, la celsitudine vostra se scoprirìa sua amica. Et in suo favore subjungendo questo vi dico, perché penso che la non creda quanta sia la potentia de Germania, ma spero presto la potrà vederla cum effecto, et potrìa forsi occorer che la se penterìa non haver provisto in tempo al fato suo.
    Jo cerchai scorer questa part[e] cum acertarli che la sublimità vostra non desiderava salvo che pace et union universal contra infideli et che a tal impresa la vorìa veder disposta la maestà cesarea cum lo Imperio et meterne tut[o] el stato. Et qui finì el nostro parlar, del qual ho judicat[o] esser debito mio darne advixo a vostra sublimità.
    [9.] In questa hora lo amico mio, nuntio dela catholica maestà, me ha facto intender che la maestà cesarea hora li ha dit[o] cum molt[o] apiacer haver havut[o] lettere dalo episcopo de Lubiana2 che è a Napoli, come quel serenissimo re in alcune cosse se era incominciat[o] a scoprir pocho amico de Franza, et ch’el havea speranza de poterlo haver cum si a tuti li soi desegni. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 669 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Bemühungen um Abmilderung der Verärgerung Kg. Maximilians gegen Venedig (wegen des verweigerten Durchzuges und der angeblichen Bündnisverhandlungen mit Frankreich) durch Mittelsmänner unter den kgl. Räten; [2.] Rechtfertigung der Haltung Venedigs gegenüber Kg. Maximilian durch Zyprian von Serntein und Agostino Somenza; [3.] Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und dem päpstlichen Gesandten Costantino Arianiti über die projektierte Gesandtschaft nach Venedig; [4.] Mitteilung Kg. Maximilians an Querini durch Agostino Somenza über die Verhandlungen mit den Eidgenossen; Verhandlungen von Kg. und Reichsständen mit den eidgenössischen Gesandten über Gegenleistungen und Bedingungen für die Unterstützung des kgl. Romzuges; [5.] Übersendung eines Verzeichnisses über die militärische Potenz der Eidgenossen; [6.] angeblicher Wunsch Papst Julius’ II. nach einem Bündnis mit Kg. Maximilian.

    Konstanz, 19. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 32’-34 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Venetias per proprium nuntium cum diligentia.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 104’-106 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 66 (irrtümlich datiert auf den 18.5.). Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 33f.

    [1.] /32’/ Serenissime princeps etc. Atrovandose questo serenissimo re alterato cum la sublimità vostra, quanto per le ultime mie de 17 li significai [Nr. 668], ho iudicato offitio [mio]1 dover usar tuti queli mezi, me sono parsi ben a proposito per placarlo, temendo che qualche volta superato dala ira cum instigatione de’ tristi che tuto se Šne trova, non devenisse et inducesse questi principi che li sono tanto obsequenti in qualche mala dispositione verso la sublimità vostra che ha el suo stat[o] de tante part[e] circumdat[o] da Germania. Et sapendo che sua maestà per tut[o] et cum ogniuno se doleva de vostra sublimità cum molta passione, deliberai uxar /33/ el mezo de persone sue domestich[e] et senza suspitione che havesseno a justificar li respecti et actione dela celsitudine vostra in caxa familiarmente et a tempo ch’el potesse zovar; et fra li altri, perché el Serantainer, primo secretario, che apresso sua maestà ha gran fede et credito, me se ha mostrat[o] sempre amico, et è persona integra et de bona conditione, lo elesi per uno a questa opera, et per l’altro d[omino] Augustino Semenza, servitor suizerat[o] della signoria vostra, cum chi el re comunica molt[o] le cosse de Italia per esser lui Italiano et amat[o] da sua maestà. Instructo ben l’uno et l’altro de tute justificatione de vostra sublimità, ho trovat[o] che hano veramente facto optimo offitio et indolut[o] asai la maestà prefata che extremamente era turbat[a], dolendose non solamente del passo denegato ali soi fanti, ma etiam dela nova, li era sta’ affirmata, che la sublimità vostra era ligat[a] o in strecta praticha de ligarse cum Franza. La qual cossa li era de tanta molestia et despiacer ch’el non voleva né pacti né condicion, dicendo ch’el ruinerìa più presto et si et l’Imperio et patirìa ogni danno et vergogna che domenticarse tanta injuria, perché lui ha procedut[o] cum vostra sublimità cum ogni sincerit[à] et mostratoli apertamente el cor suo, rechiestala tant[e] volt[e] ad unione cum si, cum ambassarie deli più honorat[i] homeni de Germania, et fatoli quelle demonstration de amor che far si pol cum segni manifesti a tut’el mondo che la existima quel stat[o] sopra ogni altro principe christiano; et che hora la sublimità vostra fusse acordata cum el re de Franza, non mancho inimico del’uno che del’altro a tempo ch’el pretende cazarlo de Italia et liberar quela patria de servitù, li pareva injuria tropo grave, et maxime essendo sempre sta’ la maestà sua intertenut[a] dalla excellentia vostra cum bone parole.
    [2.] Per li sopradict[i] amici mei et servitori dela illustrissima sublimità vostra, chiascun a part[e] et in diversi tempi, è sta’ risposto più de una volta et excusa[ta] la celsitudine vostra et justificati cum dexterit[à] li respecti, la scrive, et de più, come epsi me referisseno. Et da altri me è affirmat[o] hano soprazonto da si /33’/ per esser tuti do de questa opinione che sua maestà non doverìa haver far tal rechiesta a vostra sublimità a questa faxone, amando quel stato, come la dice, perché non è dubio che dar el passo et esserli rot[a] guera da Franza sarìa stat[o] in uno instante, ma che più presto la dovea proseguir li apparat[i] soi, perché quando li signori de Italia lo vedeseno cum lo Imperio in arme, molti forsi se li scopería amici che hora non ardiseno, et non senza gran rasone et fondament[o]. Preterea li disseno che sua maestà poteva ben esser certa che la signoria de Venetia, cum chi l’ha i confini sì strecti insieme, non li sarà mai altro che amica, et poteva etiam comprehender se l’era per ligarse cum Franza o se la teniva suspecto dela maestà sua, havendo mandat[o], come se ha per persone venut[e] de Italia novamente, tute sue zente de arme in Gera d’Ada et a Roveredo non c’è persona da novo oltra la guarda consueta, anzi li fanti de sua maestà erano allozati nella medesima terra de Roveredo che è de tanto importanzia et ben tractat[i] per tuti lochi del dominio Venetiano et meglio che nel suo medesimo paese. Cum queste et altre simel justificatione, par che sua maestà se placasse assai.
    Š[3.] Et ho per molte vie fidedigne che heri [18.5.] matina la fu su tractamenti cum el signor Constantino [Arianiti] de rimandar alla sublimità vostra domine Zuan Camillo, fiolo che fu de m[esser] Francesco de Montibus, che era za sta’ desegnat[o] a venir de lì insieme col capetanio de Trieste [Georg Moysse], come scrissi a vostra celsitudine2, ma è venuto per le poste da Roma per non haver trovat[o] in camino ordine alcuno. Et me è acertat[o] ch’el prefat[o] signor Constantino ha facto anchor lui molto bon offitio, jo credo facilmente, per el gran desiderio che so l’ha de veder la ruina de Francexi cum speranza che vostra serenità ne habi a meter le mano.
    [4.] Heri [18.5.] la prefata maestà me mandò a dir per d[omino] Augustino Semenza che l’era in continue occupatione cum Suizari et che expedito, come el sperava, presto et bene, el manderìa per mi, perché el me havea /34/ da parlar; il che me ha confirmat[o] quelo che da più part[e] ho inteso che li sia passata la colora, come jo me atrovi cum sua maestà, usarò ogni arte per intertenirla in bona amicitia cum la celsitudine vostra, perché certamente cognosco ch’el fa molto a suo propoxito, presertim a questi tempi haverla amica che, se per caxo se unise cum Suizari, come qui se ha per indubitat[o], la sarà una grande et pericoloxa potentia unita.
    Ogni dì se reduceno insieme la maestà cesarea, li principi tuti ecclesiastici et seculari et 12 Suizari che dal resto dela lor dieta sono sta’ electi, insieme col vesovo de Valese, a tractar questa materia. Per quanto se ha par che domandano ch’el sia messo un terzo ducha in Milano et che a loro siano date alcune vallade del ducat[o] de Milano et qualche danaro da potersi levar; preterea che non voleno descender in campo, se non tanto potenti che non possano esser offesi da chi fosse cum loro. Et cum queste condition voleno unirse, non cum la maestà cesarea sola, ma cum lei et lo Imperio.
    [5.] Spero poter intender qual sarà la conclusione et darne advixo a vostra signoria; et azò in questo interim la possi haver qualche informatione dela quantit[à] et poter de questa generation de’ Suizari, li mando nello incluxo foglio quanto ho havut[o] et justificat[o] per diverse vie et per persone che ben lo posono saper.3 
    [6.] El reporto de domino Zuan Camillo [de Montibus] sopranominat[o] venut[o] da Roma è gran desiderio del pontifice de esser unit[o] cum questa maestà, quamvis per molti rispecti el mostri bon viso a Franza. Et per poter tractar cum sua sanctità, Šmeteno le poste de qui a Roma per el camino de Venetia. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 670 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Vereinbarung über eine Einung zwischen den Eidgenossen und dem Reich, Zusage der eidgenössischen Gesandten zur Unterstützung des Romzuges; Verhandlungen mit den Schweizer Gesandten über eine Teilnahme der Eidgenossen am geplanten Italienzug gegen den Kg. von Frankreich, Zusagen an die Eidgenossen, Ratifizierung der Vereinbarungen durch den anberaumten eidgenössischen Tag; [2.] Ankündigung von weiteren Verhandlungen Kg. Maximilians mit Querini; [3.] Ankunft und Gefangensetzung einer französischen Gesandtschaft in Konstanz; [4.] Gerücht über eine lebensbedrohliche Erkrankung Ebf. Hermanns von Köln.

    Konstanz, 22. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 35–35’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Venetias per proprium nuntium.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 106’-107 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 35f.

    [1.] /35/ Serenissime princeps. Dapoi le ultime mie de 19 [Nr. 669] questo serenissimo re è stat[o] in continue tractatione de’ Suizari, li qual questa sera tandem hanno preso licentia da sua maestà in publico cum moltaa demonstration deb unione et concordia. La maestà cesarea li ha usato asai dolce et amorevol parole et ha li tuti apresentati et accarezati, quanto dir se pol. Doman [23.5.] dieno partire1, resta qui solamente el vescovo de Valese, per quanto se dice, etiam da persone de conditione. Li prefati Suizari hano concluso unione et amicitia cum lo Imperio et prometeno defenderlo come boni Imperiali, et ogni volta che la cesarea maestà voglia andar a tuor la corona a Roma, acompagnarla et assecurarli el camino [Nr. 226]. Ulterius hanno tractado de prender la impresa de Italia unitamente cum lo Imperio contra el re de Franza, et offertosi che, quamvis epsi Suizari habiano anchor liga per uno anno cum Franza, sarano tamen contenti seguir l’Imperio in qualunque impresa et contra quoscunque, havendo promessa et obligatione dali principi dela medesima pensione anual deli 35 000 scudi che hano dal re de Franza; et che, quando desenderano in campo, sarano pagati a 4 scudi al mese, come li paga la maestà christianissima; insuper prendendose Milano de man de’ Francexi che li sarà concesse alcune valade vicine a Belenzona. Tamen, perché non haveano comisione de concluder alcuna cossa contra Franza, parteno cum ordine de far redur inmediate un’altra dieta general et communicar el tut[o] ale sue comunità et ritornar poi cum plenaria libertà de concluder et sigilar li capitoli per dicta impresa. Et affirmase che senza dubio sarano d’acordo, perché questi principi sarano contenti concorer chiascuno per la rata sua ala sopradicta pensione de scudi 35 000 al’anno.
    ŠEt questo è quanto fin hora ho potut[o] saper. Spero certificarmi meglio et piùi particularmente del tut[o].
    [2.] La maestà cesarea me ha mandat[o] a replicar che, expedit[a] da queste occupa- /35’/ tion, la manderà inmediate per mi. De quanto haverò de sua maestà, la sublimità vostra per mie ne sarà avixata.
    [3.] L’altro zorno el capitò qui uno frate Milanese [Gian Antonio Crivelli] cum doi famegli et uno corriero soto nome di orator del re de Franza. Ma prima che intrasse nella terra, se firmò fora cercha un miglio et mandò secretamente per el corier alcune lettere a certi capi de’ Suizari che sono in questa terra; et essendo scoperto da alcuni dela corte se ne vene ala maestà cesarea et soto lettere de credenza [Nr. 153] li fece molt[e] offerte nomine regis Franciae, prexenti tuti li principi delo Imperio, che cossì lei lo volse aldir. Ma havendo la prefata maestà za preso suspecto de lui, lo fece retegnir et li ha trovat[o] molte lettere2 adesso scritte a’ diversi principi per la maestà christianissima contra la dignità sua. Et cossì è restato in destret[a] dict[o] frat[e], et li soi servitori et el corrier cazati dela terra.
    [4.] Se dice che l’archiepiscopo de Cologna è amalato ala morte et senza speranza de scampo. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 671 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Ankündigung von Verhandlungen Kg. Maximilians mit Querini, Entschuldigung der bisherigen Verzögerung unter Hinweis auf die Verhandlungen mit den eidgenössischen Gesandten; [2.] Unterredung Querinis mit Bf. Matthäus von Sitten: dessen Mitteilung über Einzelheiten der Übereinkunft zwischen Kg. Maximilian und den Eidgenossen, Zuversicht hinsichtlich einer Ratifikation durch den nach Zürich einberufenen eidgenössischen Tag ungeachtet der französischen Agitation; [3.] Bestätigung der Mitteilung durch Bf. Georg von Bamberg, dessen Äußerung über die große Leistungsbereitschaft der auf dem RT versammelten Stände, Auskunft über die voraussichtliche Belastung Bambergs vorbehaltlich der Beschlüsse des Ausschusses über den Reichsanschlag; [4.] Bestätigung der Berichte Querinis über die Einigung Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten, auch durch Ebf. Jakob von Mainz; [5.] allgemeine Einschätzung Venedigs als eines befreundeten Staates; [6.] Mitteilung über zuversichtliche Äußerungen Ebf. Jakobs von Trier und Hg. Georgs von Sachsen gegenüber Kgin. Bianca Maria hinsichtlich einer Rückeroberung Mailands; [7.] Verzögerung der Berichterstattung Querinis aufgrund seiner Bemühungen um genau Informationen über die Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen.

    Konstanz, 24. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 35’-36’ (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas regias.1 ) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 107’-108 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    ŠTeilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 66.

    [1.] /35’/ Serenissime princeps. Heri [23.5.] matina dapoi messa, havendo insieme cum li principi et altri oratori acompagnato ala sua stantia el serenissimo re, sua maestà mi chiamò a parte et se excusò che, per esser stato tuti questi zorni occupata cum Suizari, li qual tandem l[’h]a redut[i] a suo voler, el non mi havea potut[o] parlar, ma che una di queste feste in ogni modo me manderìa a dimandar per esser ad longum cum mi.
    [2.] Fui etiam cum el vescovo de Valese che ha menato tute queste pratich[e] per esser el capo de’ Valesani, /36/ colligat[i] de’ Suizari; et rasonando cum lui cum el mezo de qualche amicitia che havemo contracta insieme per la conformit[à] de studii, me confirmò sopra la fede sua che la cesarea maestà havea obtenut[a] da epsi quanto la desiderava, facta amicitia et strecta unione cum loro cum interventu Imperii, concluxo acordo cum la pensione de scudi 35 000 al’anno, li quali li principi sono sta’ contenti obligarse a pagar, cum tute altre condition et obligation hinc inde che per le alligate scrivo [Nr. 670, Pkt. 1] , le qual dieno esser confirmat[e] et ratificat[e] in una dieta che se farà per Suizari a Zurich de qui a 14 zorni, per[ché] li comessi soi che erano qui venut[i] non havean comissione de concluder tanto avanti, ma che firmamente et senza dubio alcuno, anchora ch’el re de Franza sia per uxar ogni arte per rimoverli, se pol haver el tut[o] per concluxo. Et poiché questi che hano tractado lo acordo che sono li principal restano contenti, non è da dubitar ch’el resto che naturalmente sono inclinat[i] al Imperio non voglino piùi presto e[sser] uniti cum quello, cum le istesse utilità et emolumenti che cum el re de Franza, essendoli tutavia servat[e] le promissione che li sono fatte. Dele altre petition che facevano Suizari, come fu de voler un terzo ducha in Milano, par che se siano remessi, contentandose di haver quelle vallade apresso Belenzona, del resto remetandose a quello, sarà deliberat[o] per lo Imperio.
    [3.] El vescovo de Vamberge che dapoi li 5 archiepiscopi de Germania è il principale et ha forzi 30 000 fiorini de intrata, me ha quasi confirmat[o] el medesimo in varii rasonamenti havuti insieme et subjuncto che certamente la maestà cesarea non ha saputo far petitione alcuna in questa dièt[a] ali principi che non li sia sta’ concessa, et de molto bon animo ne è stato homo de loro che se habi dolut[o] dela spexa.
    Et ricercandolo jo a questo propoxito quanto sarà la portione de sua signoria in tal spexa, rispoxe che non lo poteva anchor saper, perché non erano sta’ electi quelli che haveano a ratar ciascuno, expetandose el duca Federigo de Saxonia et el duca Albert[o] de Baviera che /36’/ presto dieno esser in questa terra, ma che secondo el suo juditio pensava pagar da cercha 3000 fiorini che sarìa la decima, se le cossì potrano racoglier gran summa de oro tra tanti principi et cità imperial riche et potente che sono in Germania.
    [4.] Quanto scrivo ala celsitudine vostra cercha lo acordo de’ Suizari et resolution loro, è affirmat[o] da ciascuno et tenuto per cossa certissima che se habia a far facende assai contra el re de Franza et soi amici.
    Et heri [23.5.] matina, essendomi acostat[o] el reverendissimo Maguntino che è persona de pocha speculatione, me disse anchor lui del’acordo preditt[o] fact[o] cum Suizari et che molto presto lo Imperio sarìa tut[o] in arme.
    Š[5.] Della sublimità vostra qui se parla come de stato amicissimo et ben unit[o] cum la maestà cesarea; et è comune opinione che la sia per dimostrarse in questa impresa in suo aiut[o] et favor.
    [6.] La serenissima regina ha comunicat[o] cum uno amico mio che me lo ha referit[o] che heri [23.5.] el reverendissimo Treverense et el duca Zorzi de Saxonia la furono a vixitar et la confortorono assai a star de bona voglia, perché, come per altre ho scripto [Nr. 656, Pkt. 4] , la è mal sana, acertandola che haveano concluxo tra loro principi de recuperar el stat[o] de Milano de’ man de’ Francexi che ne hanno spogliat[o] caxa sua et che presto la ne vederìa lo effecto, dicendo che volevano che in persona lei andasse a riveder Italia.
    [7.] Se dapoi le ultime de 19 [Nr. 669] fin questa hora vostra sublimità non harà havut[o] mie, è stat[o] perché ho volut[o] darli quel più particular advixe, me è sta’ possibele, de queste trame de’ Suizari. Et ho etiam temporizat[o] veder, se la maestà cesarea mandava per mi. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 672 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Maßnahmen Querinis gegen die antivenezianischen Intrigen Costantino Arianitis durch die Mittelsmänner Zyprian von Serntein und Paul von Liechtenstein, Unterrichtung dieser beiden Räte über die Grundlagen der Position Venedigs, Überzeugung Sernteins und Liechtensteins von der Notwendigkeit eines Kurswechsels Kg. Maximilians gegenüber Venedig und Widerstand gegen die auf Veranlassung Arianitis projektierte Entsendung Giovanni Camillos de Montibus nach Venedig, Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Reichsständen über die Romzughilfe; [2.] Stillstand der Verhandlungen mit den Eidgenossen, Verschiebung der Verhandlungen Kg. Maximilians mit Querini wegen der Beanspruchung des Kg. durch die RT-Verhandlungen über die Romzughilfe.

    Konstanz, 27. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 37–38 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde per proprium nuntium Venetias.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 108’-109’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 34f.

    [1.] /37/ Serenissime princeps. Essendo avisato ch’el signor Constantino [Arianiti], orator pontificio, instantissimamente sollicita che questo serenissimo re mandi soi oratori a vostra celsitudine cum instructione de proponerli lo istesso che alli zorni passati per sua maestà li fu proposto, videlicet unione et intelligentia contra Franza et persuasione de acordo cum el pontifice nela forma contenut[a] in ditt[a] proposta [Nr. 262] che jo mandai a vostra signoria a 3 del instant[e], ho judicato esser debito et offitio mio opponermi pro posse ali disegni del prefato signor Constantino et contra operar reservatamente. Però, per levar tal moleste et fastidiose dimande dalle spalle de vostra sublimità et perché nel tempo, son stat[o] a questa corte, mi par haver compreso che la cesarea maestà assai se move per conseglio de alcuni sui particular et antiqui servitori, a chi la presta fede grandissima sopra tuti li altri, i quali sono el secretario Serantainer et Šd[omino] Paulo Lichtestan, persone in efeto molto da bene et de saldo et bon juditio, et presertim m[esser] Paulo che qui ha fama d’esser colui solo che sempre senza alcun rispecto parla cum el re et liberamente dice el parer suo, et ha molt[o] credit[o] et grande auctorit[à] apresso sua maestà, jo me son sforzato de farmi amico de l’uno et l’altro, i quali insieme sono parenti et ben uniti et non hanno dependentia alcuna dalla chiexia né per si né per soi conjuncti, come ha la mazor part[e] del resto delli conseglieri del re. Et tanto l’ho fato più volentiera, quanto in diversi rasonamenti et in qualche effeto ho trovat[o] in loro optima mente et dispositione verso vostra illustrissima signoria et spetialmente in m[esser] Paulo che ha alcuni castelli vicini al stato suo et molt[o] desidera la pace et concordia tra la maestà cesarea et quel illustrissimo stato.
    Li ho prima fato intender particularmente tute justificate raxone de vostra celsitudine circha Rimano et Faenza et la confirmatione oretenus havut[a] dal pontifice de ditte terre1 che apreso ciascuno milita più che ogni altra cossa. Deinde li ho dechiarito la causa che move el signor Constantino a procurar di far far simel propositione a vostra celsitudine che non è altro che /37’/ volersi far grande apresso el pontifice, mostrando di poter et haver auctorità cum la maestà cesarea, anchorché dala sanctità pontificia non né habi forsi comisione né ordine alcuno, perché sua sanctità non potrìa, se non cum suo cargo, far richiesta de simel sort[e] contra la promisione et fede sua. Et quando ben la facesse, la maestà cesarea non doverìa ascoltarla, perché l’è contra el dover, et poi sua maestà sa ben qual sia sempre stat[a] la observantia et devotione della illustrissima signoria vostra verso lei, et quanto la se ne pol prometer in ogni suo honor et exaltatione, et sa etiam et ha experimentat[o] l’animo del pontifice nelle cosse sue, et ha potut[o] cognoscer s’el c’è comparatione, concludendoli come amico ad amico che né l’honesta né ’l dover vol che la celsitudine vostra meta in compromesso quello la possiede, cum tant[a] raxone, né credo che lei per modo alcuno sia per farlo.
    Cum queste et altre simel persuasione ho fato tal impressione nelle mente delli predicti Serantainer et m[esser] Paulo che se sono disposti, parendoli cossì esser el ben del suo re per el desiderio, hanno de vederlo unit[o] cum vostra sublimità de voler operar che per modo alcun la maestà cesarea non replici più a vostra sublimità alcuna cossa circa pontifice, ma che, havendo desiderio di haverla unit[a] cum si et lo Imperio ala impresa che sono per pigliar, la maestà sua la debi richieder amorevolmente senza altra proposta. Et sono tuti do de opinione, per quanto mi par cognoscer che cum la unione della celsitudine vostra ogni impresa li habi ad esser facile. Et za ho saput[o] che contra la opinione de quasi tut[o] el resto del conseglio hanno contrario alla expeditione de d[omino] Zuan Camillo, fiol che fu de m[esser] Francesco de Montibus, el qual ad instantia del signor Constantino per le promesse grande, el fa per nome del pontifice, dovea esser mandato de lì cum la medesima propositione che jo mandai a vostra sublimità. Et per ultimo remedio sono reducti a dir al re che non sarìa de suo honor, atrovandosi cum la auctorit[à] et grado che al presente el se atrova unit[o] cum lo Imperio, mandar soi oratori a /38/ Venetia che ritornino cum la reservata risposta che ritornorno li altri ambasatori, quando sua maestà era sola. Ma che sua maestà debbi Šfar intender lo animo suo a vostra sublimità et procurar de haver la resolutione da quel senato per altra via et che, se la illustrissima signoria vostra inclinerà a volersi unir cum loro, alhor se li potrà mandar ambasatori.
    Et cum questo mezo fin mo hanno impedit[o] la expeditione del prefato domino Zuan Camillo, ultra etiam che la maestà cesarea ha havut[o] pocho tempo questi zorni de tractar de questa materia per le occupatione, l’ha continuamente cum li principi in trovar modo del danaro per la expeditione deliberat[a] fra loro, circha il che sono ogni zorno in conseglio. Perché cossì, come el danaro è il principal fundamento dela guera, credo che in trovarlo consista etiam la mazor difficultà. Se alle large parole che tuti diceno corrisponderanno li effecti, potrano far facende assai, ma jo non affirmo né posso affirmar a vostra celsitudine salvo quello che jo vedo che fino questa hora è una tanta obedientia di questi principi verso questo serenissimo re et desiderio de compiacerli che più non se potrìa desiderar.
    [2.] De’ Suizari altro non c’è, poiché partirono de qui tuti ben contenti et cum promesse de ritornar cum resolutione delle sue comunità juxta el desiderio dello Imperio. Essendo, come ho ditt[o], la maestà cesarea da ogni hora nele difficultà soprascritte, la non ha mandat[o] anchor per mi, sì come me disse de voler fare, resolut[a] che la sarà, credo la mi farà intender el voler suo. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 673 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Verhandlungen des RT über die Romzughilfe (Höhe und Modus der Hilfe, Besetzung der Kriegsämter), vermutliche Aufschiebung eines Beschlusses bis zur Ankunft Hg. Albrechts von Bayern, Hg. Georg von Sachsen als wahrscheinlicher Kandidat für das Amt eines Reichshauptmanns; [2.] zunehmende Verstimmung gegenüber Frankreich; [3.] Mitteilung von Vorwürfen Frankreichs gegen Kg. Maximilian an die Reichsstände, Vorlage eines päpstlichen Breves; [4.] Nachrichten vom Geldernkrieg, Unwillen Kg. Maximilians und der Reichsfürsten gegen Kg. Ludwig von Frankreich; [5.] Schreiben der auf dem RT versammelten Stände an die Eidgenossen; [6.] Reichsgesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich zur Rechtfertigung der Gefangensetzung seines Gesandten Gian Antonio Crivelli.

    Konstanz, 29. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 38–39 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias Venetias usque.1 ) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 109’-111 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    ŠTeilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 66 (irrtümlich unter dem 28.5.). Auszugsweise referiert bei Brunetti , Vigilia, S. 36.

    [1.] /38/ Serenissime princeps. Reducendose quasi ogni zorno doe fiate insieme questo serenissmo re cum li principi dela dieta, non ho sparagnato amico, me habbi de qui, per haver qualche intelligentia deli tractamenti, passano tra loro dapoi la partit[a] de’ Suizari che fu cum la conclusione che jo significai a vostra celsitudine per mie de 22 et 24 [Nrr. 670, Pkt. 1; 671, Pkt. 2] . Et son sta’ /38’/ avisato per più vie fidedigne che al presente sono su do articuli, l’uno è che numero de cavali et pedoni hanno a mandar ala impresa de Italia et insieme del modo del danaro, l’altro è che allo exercit[o] manderano voleno elezer un principe per capetanio general del’Imperio cum 8 conseglieri, tuti principi, senza li qual la maestà cesarea non possi far né pace né acordo né tregua. Et ulterius voleno etiam far electione de uno thesorier che habi a pagar solamente le zent[e] del’Imperio deli danari, li sarà consegnati, et non quelle, vorà condur el re per suo nome.
    Tamen par che adhuc non sia conclusa cossa alcuna. Et tiensi che expeterano el duca Albert[o] de Baviera che è qui vicino, et judicase ch’el duca Zorzi de Saxonia, che fu fiolo del duca Alberto, sarà el capit[ano] electo sopra lo exercito del’Imperio, per esser della piùi nobel caxa de Alemagna et zovene valente et per la fama del padre, che fu gran capetanio.
    [2.] Accreseno tanto ogni zorno le injurie del re de Franza verso la maestà cesarea oltra l’odio natural, che è tra loro, che hormai non c’è homo che non se persuadi che sua maestà non sia per far ultimum de potentia per vendicarsene, havendo li principi della dieta tanto obsequenti, come mostrano.
    [3.] Jo scrisi a vostra sublimità per mie de 22 [Nr. 670, Pkt. 3]  la retentione del fratre [Gian Antonio Crivelli], orator della maestà christianissima, et la instructione et lettere scripte per sua maestà a’ diversi principi contra la dignit[à] de questo serenissimo re, per distrurbar la dieta, che li furono trovat[e] adesso. Dapoi è sta’ etiam retenut[o] uno corrier che veniva al prefato fratre cum molt[e] lettere pur dil re de Franza della medesima substantia, et de più ch’el dovesse far intender nomine suo alli principi ch’el re de’ Romani pretendea usurpar lo Imperio et farlo hereditario de caxa de Austria, et dubitando esser impedit[o] da sua maestà christianissima, la calumniava che lei voleva occupar el papat[o] et la corona imperial, cossa che mai se imagino. Et in testimonio della sua innocentia mandava un breve pontificio [Nr. 160] al predicto fratre, suo orator, per el qual la sanctità del pontifice li scrive che deli movimenti del re de’ Romani non ne sa cossa alcuna et ch’el gli fa /39/ da si et non a sua requisitione, perché mai sua sanctità se pensò pur ch’el re de Franza fusse per offenderla né in el stato né in persona propria, cum molte altre parole in justificatione de Franza. Et questo breve dovea esser mostrat[o] a tuti li principi.
    Š[4.] Insuper novamente ce sono lettere2 de Fiandra che l’era sta’ scopert[o] un tractat[o] che haveano fat[o] le zent[e] francexe che sono ali confini in uno loco de Fiandra che se chiama Aras, et era sta’ squartat[o] un zentilhomo del medesimo loco trovat[o] in dolo. Le qual cosse, insieme cum quant[o] è ditt[o] di sopra, ha sdegnat[o] in tal maniera el re de’ Romani che più non credo poterìa esser; et molt[i] etiam deli principi, a chi el re de Franza scrivea per el so[p]radict[o] frat[e] [Crivelli], l’hano havut[o] molt[o] a male; et per non esser tolti suspecti sono sempre li primi a compiacer el re in tut[e] cosse che tornino a maleficio de Franza che forsi prima non saría stati cossì prompti, ita che quello ch’el re de Franza credeva dovesse zovarli li ha fat[o] non picol danno.
    [5.] Hanno li prefati principi scrit[o] letere efficassime nomine Imperii a tuti li cantoni de’ Suizari3, exhortandoli a concluder unione cum lo Imperio contra Franza cum li partiti, li sono offert[i], minazandoli de guera et inimici[ti]a perpetua de tuto lo Imperio, se non lo fanno. Et questo hanno fat[o] per esser avisati che ce sono do messi del re de Franza a Zurich, dove se ha a redur la dieta de’ Suizari a 6 del futuro mexe, l’uno nominat[o] domino Zuan Morexini et l’altro d[omino] Hieronimo Morone che li fano offert[e] assai.
    [6.] Fu mandat[o] etiam alli dì passati per lo Imperio alla christianissima maestà uno araldo per justificar la retention del fratre che non havea fato l’offitio de ambasator, ma de tristo et ribaldo, sì nel zonzer ala cort[e] come nele tractation l’havea cominciat[o] a far.4 Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 674 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Unterredung Kg. Maximilians mit dem päpstlichen Gesandten Costantino Arianiti: Mitteilung über den Beschluß des RT zur Vertreibung der Franzosen aus Italien und die Regelung der Reichshilfe, Ankündigung einer Gesandtschaft nach Venedig, Aufforderung an Papst Julius II. zum Abschluß eines Bündnisses mit dem Reich; [2.] Mitteilung Pauls von Liechtenstein über die Gründe Kg. Maximilians für die Aufforderung an den Papst und Relativierung der Aussagen Kg. Maximilians bezüglich der Beschlußfassung über die Reichshilfe und bezüglich der bevorstehenden Gesandtschaft nach Venedig; Empfehlung Liechtensteins an Venedig zu einer Freundschaftserklärung gegenüber röm. Kg. und Reich; Mitteilung Liechtensteins an Querini über die Vorbereitung einer Erwiderung auf die von französischer Seite gegen den röm. Kg. erhobenen Vorwürfe; [3.] Abreise Kg. Maximilians am 29. Mai zum Empfang Hg. Albrechts von Bayern.

    ŠKonstanz, 30. Mai 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 39’-40 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias easdem.1 ) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 111–111’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.

    [1.] /39’/ Serenissime princeps. Heri [29.5.], dapoi disnar, la cesarea maestà mandò a chiamar el signor Constantino [Arianiti] et li comunicò che l’havea concluso cum li principi de prender la impresa contra el re de Franza et cazarlo de Italia, et che l’havea za trovat[o] el modo dele zent[e] et del danaro etiam del tut[o], et erano per mandar fra do zorni soi oratori alla illustrissima signoria vostra; exhortando el ditt[o] signor Constantino a scriver inmediate al pontifice ch’el vogli disponerse a unirse cum lo Imperio per la liberatione de Italia contra Franza etc.
    [2.] Su questa proposta ho parlat[o] cum molti mei amici per chiarirmene bene et ho havut[o] in effecto che, havendo inteso per diverse vie la maestà cesarea ch’el pontifice è in strette trame de acordarsi cum Franza, ha volut[o] farli scriver quanto è ditt[o] di sopra, per rimover sua sanctità da quella praticha. Et tra li altri m[esser] Paulo Lichtestan me ha ditt[o] che l’è ben vero che li principi hano concluso a comtenplacion [!] del re tuor la impresa contra el re de Franza, ma che tamen non sono discessi a deliberation alcuna né cum che exercit[o] né cum che modo habino a far dicta expeditione, bench’el crede che fra pochi zorni se terminerà el tuto. Cercha li ambassatori da esser adrizati a vostra signoria, me ha affirmat[o] ch’el se ha parlat[o] in conseglio del re de mandar d[omino] Zuan Camillo de Montibus et un doctor Rauber2; ma della comission ch’el se li ha a dar non è concluso cossa alcuna per esserne qualche difficultà et differentia tra loro, et che potrìa ben achader ch’el re a qualche suo proposito ne inviasse un de loro avanti, mandandoli poi driet[o] la sua comisione per l’altro.
    Me subgiunse poi che, come vicino della sublimità vostra, vorìa veder pace et perpetua unione tra lei et el suo re. Me diceva ch’el havea fin mo molto laudat[o] la sapientia de quel illustrissimo stato che se era tenuto neutral et come amico de’ tuti et ch’el sarìa etiam savia cossa chi lo potesse far de qui avanti, ma ch’el cognosca ch’el era zonto un termine che impossibel è poter star cossì, anzi di necessità vostra sublimità se convenirà risolver amica o dal’un canto o dal’altro, perché senza dubio costoro sono per tor la impresa contra /40/ el re de Franza et cazarlo de Italia, et che cussì, come stando la illustrissima signoria vostra ad expetar la furia, la se ne troverìa tant[o] ale spalle che li sarìa insuportabile, cussì dechiarandose a tempo amica del’Imperio, l’haverà tuto quello, la saperà dimandar, perché l’è ben cognosciut[o] da ogniuno che cum la unione di vostra sublimità ogni impresa li sarà facile.
    Me disse preterea che la maestà cesarea era sta’ in consultatione cum li principi3 de far una longa et justificat[a] querela de tut[e] injurie che sua maestà et l’Imperio havea Šreceput[e] dala caxa de Franza in diversi tempi per publicar per tut[o] et far cognoscer ad ogniuno che cum justa causa se moveno a questa expeditione.
    [3.] La maestà cesarea partì heri [29.5.] sera de qui et è andat[a] una liga lontana a trovar el duca Alberto de Baviera, suo cugnat[o], et insieme sarano forsi doman [31.5.] qui. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 675 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Rückkehr Kg. Maximilians nach Konstanz in Begleitung Hg. Albrechts von Bayern; [2.] Unterredung Kg. Maximilians mit Querini nach erfolgtem Beschluß über die Abordnung einer Gesandtschaft nach Venedig: Kritik des Kg. an den Beziehungen Venedigs zu Frankreich, Mitteilung über die Abordnung einer Gesandtschaft nach Venedig und über den Beschluß der Reichsstände zu einer Hilfe gegen Frankreich, Ankündigung der Ratifikation der mit den eidgenössischen Gesandten getroffenen Hilfsvereinbarung durch den bevorstehenden eidgenössischen Tag in Zürich; [3.] Erwiderung Querinis: Zusage eines freundlichen Empfangs der angekündigten Gesandtschaft entsprechend der Achtung Venedigs gegenüber dem röm. Kg.; [4.] Bewilligung einer ausreichenden Reichshilfe für den gegen den Widerstand Frankreichs durchzuführenden Italienzug, Verhandlungen über die Höhe und den Modus der Reichshilfe, Abschluß der Verhandlungen nach der Ratifikation ihres Übereinkommens mit Kg. Maximilian durch die Eidgenossen; [5.] Verhandlungen des RT über die Romzughilfe, unbedingter Wille Kg. Maximilians zum Vorgehen gegen Frankreich, hohe Leistungsbereitschaft der Reichsstände; [6.] Einzelheiten über den Auftrag der kgl. Gesandtschaft nach Venedig; [7.] Rückkehr des kgl. Gesandten Matteo Sacchetti aus Italien.

    Konstanz, 2. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 40–41’ (ital. Kop.; Postverm.: Per Baronem, cursorem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 112–113’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 67. Auszugsweise referiert bei Brunetti , Vigilia, S. 37.

    [1.] /40/ Serenissime princeps. Terzo dì [31.5.] el serenissimo re ritornò in questa terra insieme cum el ducha Alberto de Baviera, suo cugnat[o], el qual l’era andat[o] ad incontrar, come per mie de 30 del passato scrisi a vostra signoria [Nr. 674, Pkt. 3] .
    [2.] Et heri [1.6.] sera, havendo deliberat[o] sua maestà de voler adrizar alla signoria vostra uno doctor Rauber1 et d[omino] Zuan Camillo de Montibus sui oratori, mandò per mi che era ben tardi et me usò queste formal parole: Ambasator, questi zorni jo son stato fortemente corrozato cum la signoria vostra, la qual sempre ha volut[o] creder più et far mazor cont[o] del re de Franza che è suo idolo (et replicò doe o 3 volt[e] che è suo idolo) che de mi, tamen, per far intender a tut[o] el mondo che jo non voglio descender in Italia per destruzerla et ruinarla, come ha fat[o] et fa el re de Franza, anzi, Šper salvarla et liberarla dala servitù de’ Francexi, son contento deponer la colora /40’/ che fin mo ho havut[o] contra la signoria, et quant[o] più me trovo potente et tute cosse mie succiedeno ad vota, tanto mostrarmeli più piacevole, azò una volta la vogli cognoscer che se ben de natione sum Alemano, de voler et animo son Italiano. Ho deliberat[o] mandarli questi do mei oratori et chiamoli prexenti per veder, se tandem la vol adherirse alla verit[à] et lassar el falso. Et perché so che l[’h]a sempre credut[o] che pocho o niente siamo per poter offender el re de Franza, farli intender che oltra che al presente l’Imperio se ha risolto di darme quel aiuto contra el re de Franza che jo medesimo desiderava, come molto presto ne vederet[e] effectual executione. Haverò etiam cum mi Suizari, li qual l’altro zorno, come sapete, qui me promesseno seguirme per tut[o]. Al prexente son avisat[o] che persisteno tuti nel medemo voler, et dominica proxima [6.6.] in una sua dieta dieno far la ultima rectificatione. Et non è dubio che sarano cum mi per più rasone et cause che a questo li astrenzeno che non poleno far altramente. Sì che ricomandat[e] alla signoria li mei ambasatori et pregatila per mio nome che, se la non vol creder né a mi né all’Imperio, la creda al mancho a’ Suizari.
    Et questo disse ridendo, seguendo poi, benché per mia fe’ me par che la rason vorìa che la me prestasse ormai qualche fede.
    [3.] Li risposi che li oratori dela maestà sua non haveano bixogno de ricomandatione apresso la sublimità vostra, imperò che la de ben saper che ogni minimo segno suo era veduto da quel serenissimo senat[o] et racolto per rispecto et r[everen]tia de sua maestà cum quel amor che se convien alla summa et natural observantia che sempre la illustrissima signoria vostra ha prosequit[o] la cesarea maestà et sui ser[enissi]mi progenitori, acertandola che li ambasatori sui sarano ben acarezat[i].
    [4.] Se jo volesse dir alla celsitudine vostra el gran numero de zent[e] che qui, se dice, esser sta’ promesso alla maestà cesarea per lo Imperio, et le preparatione per la impresa de Italia che da tuta questa corte universalmente sono credut[e] per cert[e] et indubitate, confirmat[e] dal regina, dal reverendissimo Treverense et da molti altri principi, vostra signoria /41/ senterìa apparati tanto grandi et spauentosi che mai di Germania uscirno li simili. Tamen, volendo saperne laa verità et non voler scriver zanze alla celsitudine vostra, benché convegni mostrar de crederle più deli altri, se debbo esser amico di questo re, ho habuto per via certissima et da persona degna de fede che però non lo ardirìa dir in publico, et questo è messer Paulo Lichtestan che me ama assai et più de gli altri participa deli secreti del re ch’el stato, in che al presente se atrova la maestà cesarea è che li principi del’Imperio cum tut[o] el resto dela dieta se sono risolti et li hanno promesso tor la impresa contra el re de Franza et darli exercito tanto potente ch’el possi arditamente descender in Italia cum le particularit[à] del capet[anio], conseglieri et thesorier che per le mie de 29 et 30 scrisi a vostra sublimità [Nrr. 673, Pkt. 1; 674, Pkt. 1/2]. Et hora sono in consultatione del numero dele zent[e] che hanno a mandar a questa expeditione, et cum che modo la dieno prender et da qual parte. Et questo potrìa esser non se terminasse fina che non hanno la ratification de’ Suizari, de quanto fu tractat[o] qui per li soi comessi che dominicha proxima [6.6.] die esser fat[a] Šnella sua diet[a] a Zurich, dela qual non se ne ha dubio alcun, et per le promesse che continuamente replicano, et per el protesto, li ha mandat[o] l’Imperio che, non essendo insieme cum epsi contra el re de Franza, expetino guera mortal da tut[a] Germania.
    [5.] Et fin hozi a questo termino sono reduti el re cum tuto el resto della dieta che certamente, principe serenissimo, non è pocho cum la dispositione che ha el re de vendicarse de Franza et li principi de compiacer a sua maestà, dalli qualli certo è ch’el potrìa haver tanto aiut[o] che la impresa de Italia non li sarìa molto difficille, perché li principi di Germania sono assai et potenti, li seculari zoveni per la mazor part[e] et cupidi de cosse nove et li ecclesiastici quasi tuti creature dela maestà cesarea; et, quod plus est, in tuta Germania non c’è homo che li basti l’animo de contradir apertamente a sua maestà, come se vede per /41’/ experientia. Delle cità imperial non dico che credo. Vostra sublimità sapia che le sono tante che a uno pocho per una faranno assai; et ult[r]a ciò certifico la celsitudine vostra che za alcuni deli principi ecclesiastici se sono offerti sborzar de presenti gran summa de’ danari et restar a scuoderli da queli che li havera a pagar, per far cossa grata al re et non senza qualche utilità sua. Prego el nostro signor Dio inspiri la sublimità vostra a far deliberatione che sia a conservatione dela gloria et reputatione de quel felicissimo stato.
    [6.] Cercha la comissione da esser dat[a] ali do oratori di sopra nominat[i], nela qual c’era qualche difficultà, la maestà cesarea tandem se è risolta, per quanto ho potuto saper, che li habiano a far intender a vostra celsitudine la unione del’Imperio et de’ Suizari cum el poter che al presente la cesarea maestà ha de disponer de l’una potentia et de l’altra. Dapoi rechiederano vostra illustrissima signoria de unione et se vederano esser menat[i] a longo et che la non se vogli risolver, son acertat[o] che li protesterano de procieder cum lei come amica deli sui nemici. Exhorterano preterea vostra celsitudine ad concordia cum el pontifice. Et per tut[o] doman [3.6.] sarà la sua partita, farano la via de Bassa[no] et Castelfranco, et fra 10 zorni, dicono, voler esser de lì.
    [7.] L’è ritornat[o] de Italia domino Antimacho [Matteo Sacchetti], che fu secretario del marchexe de Mantoa, el qual fu mandat[o] dala cesarea maestà a Fiorenza, come per mie de 28 April li significai [Nr. 657, Pkt. 3] , per far a saper a questa signoria la deliberation sua de voler descender a Italia per liberarla dala servitù de’ Francesi. Ha referito, come lui istesso me affirma, esser sta’ a Fiorenza, Siena et Luca et da tut[i] haver havut[o] risposta che ogni volta che la maestà sua vad[i] potente in Italia, tuti se li mostrerano servitori fastidit[i] hormai de’ Francesi et dele insuportabile petitione de’ danari che li han fact[e] et li fanno continuamente. Alia non sunt. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 676 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Unterredung Kg. Maximilians mit Querini: Ermahnung des Kg. an Venedig zur Parteinahme für ihn und gegen Frankreich, Zuversicht des Kg. hinsichtlich der Ratifikation seiner Vereinbarungen mit den Eidgenossen auf dem Tag in Zürich; [2.] Unwillen Kg. Maximilians und der Reichsfürsten gegen Venedig, Ablehnung einer Gesandtschaft nach Venedig und Empfehlung der Reichsfürsten zu gewaltsamem ŠVorgehen, Befürwortung der Gesandtschaft durch Kg. Maximilian; [3.] Abordnung einer Gesandtschaft von Kg. und Reichsständen zum eidgenössischen Tag in Zürich; [4.] Verhandlungen im niederbayerischen Erbfolgestreit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich; [5.] Beendigung des RT erst nach Abschluß der Beratungen über den Italienzug; [6.] Fürsprache Matthäus Langs für seinen Bruder Johannes wegen einer Schuldangelegenheit.

    Konstanz, 5. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 42–43 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Venetias per easdem postas.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 113’-115 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 67. Auszugsweise referiert bei Brunetti , Vigilia, S. 37–39.

    [1.] /42/ Serenissime princeps. Heri [4.6.], compagnando per la terra a spasso questo serenissimo re che mostrava molto alegro et de bona voglia, me disse che l’havea bone nove per lui che però non piaceríano forsi ala sublimità vostra, perché sone male per el suo re de Franza.
    Li respusi che la maestà sua non poteva haver nove tanto bone per lei che la celsitudine vostra non le reputasse etiam bone per si et ne participasse più che altro principe o stato amico suo.
    Sua maestà seguite: Ambassator, s’el sarà cossì presto, se ne avederemo, perché semo zonti a un termine che niuna excusatione pol più valer né esser admessa, come è sta’ fin mo che, se la signoria ha havut[o] rispeto ad unirse cum nui, non è sta’ senza qualche apparentia di rasone, per esser el re de Franza suo vicino potente et su le arme et nui avanti mo non ben unit[o] cum el nostro Imperio, ma hora che la vederà nui cum tut[o] lo Imperio conforme de una medesma opinione di voler al tut[o] cazar Francesi de Italia et le preparatione nostre per poterlo far, se ben el re de Franza havesse do volt[e] mazor poter ch’el non ha, sarà necessario che la se risolva a una via o a l’altra, benché hormai el dover vorìa che la se mostri nostra amica cum effecti et non più cum parole. Et consideri ben de chi la die far mazor existimatione et qual dele do amicitie li pol più zovar et medesmamente qual dele do inimicitie li pol più nocer – quela de Franza o nostra? –, havendo li nostri stati sì vicini et per longo spatio conjuncti insieme. Ve dicessimo l’altra sera la speranza, havevemo de’ Suizari ne observaríano le promesse.1 Hozi havemo havut[o] lettere da Zurich2 che ne confirmano lo istesso et che senza dubio alcuno dominicha proxima [6.6.] li pacti et conventione tra nui et loro sarano confirmati et ratificati nela dieta sua; et a questo solo effecto hanno redut[a] de lì.
    [2.] Et queste parole, principe serenissimo, la prefata maestà me usò cum faza molto diversa et non cum questa humana che l’è consueta, anzi me pareva comprender che la parlasse cum qualche sdegno, benché /42’/ ridendo, la volesse fenzer altramente, del che certo alhora me ne maravegliai non pocho. Ma da uno fidelissimo amico suo me è stat[o] dechiarit[o] el tuto et confirmato per molte vie che sua maestà al presente Šnon se trova ben satisfata della celsitudine vostra, eta mancho li principi del’Imperio essendo novament[e] accertat[i] – non so da qual part[e] – che la illustrissima signoria vostra ha fato, o è per far nova intelligentia cum el re de Franza. Et alla expeditione deli oratori che manda la maestà cesarea a vostra sublimità, i qual partirono heri [4.6.] matina de qui, sono stati in gran contradictione; li prefati principi non volevano che sua maestà li mandasse, ma che senza altro, come fusseno in ordine col suo exercito, descendeseno in Italia verso el paese dela sublimità vostra, poiché l’era tanto francese, et lì incominciaseno la impresa sua, se li fusse contradicto el passo. Tamen el re volse in ogni modo mandar dicti ambasatori per justificarse et far cognoscer a ciascuno ch’el vol esser liberator de Italia et non usurpator et tractar ben chi sarà cum lui. Vero è che cum la opinione l’ha che quel excellentissimo stato sia unit[o] cum Franza et etiam per satisfatione deli principi, ha dat[o] in comissione ali oratori soi prefati che ad ogni proposta et risposta dela sublimità vostra che sia senza concluxione habino a risponder et procurar diffinitiva resolutione; et quando pur vedino che la vad[i] reservat[a] al’usato, debino farli el protesto che jo scrisi per l’ultime mie alla celsitudine vostra [Nr. 675, Pkt. 6] .
    [3.] Essendo venuta nova de qui che la christianissima maestà ha mandat[o] a’ Suizari una solemne ambassata per contaminarli cum danari et promisione et impedir la ratificatione delo acordo fato de qui per soi comessi, questo serenissimo re et li principi dela dieta li mandorono heri [4.6.] matina el reverendissimo Treverense, el vescovo de Trento et el Saratainer cum belissima et honorat[a] compagnia et cum bon numero de danari exborsati tra questi principi da esser dati ali prefati Suizari per conto dele promisione fateli.
    [4.] In questo interim tractano certe reliquie de’ differentie che sono rimast[e] /43/ tra el duca Alberto da Baviera et el Palatino, le qual, se non se potrà hora diffinir, sarano remesse ad uno altro tempo.3 
    [5.] Jo son affirmato ch’el re non lasserà dissolver questa dieta né che li principi se partino de qui finoch’el non vede preparat[e] tute provision necessarie ala impresa ch’el pretende far.
    [6.] El r[everen]do d[omino] Matheo Lanch, ep[iscop]o Crucense et conseglier di questa maestà, me ha fato a saper che questo december proximo pasato la celsitudine vostra ad sua instantia concesse uno salvoconduct[o] per 6 mesi a suo fratello Zuan Lang, aggravat[o] d’alcuni debiti privati. Et per esser stato molto occupato ditt[o] suo fratello nel vescovado de epso d[omino] Matheo, el non ha potuto usar el salvoconduto né venir a Venetia, dove desidera in ogni modo componersi cum li creditori sui et satisfar ogniuno. Per la qual cossa el suplica iterum el prefato d[omino] Matheo vostra celsitudine se degni confirmar el salvoconduto predicto per altro mezo anno. El qual jo mando qui alligato et volentiera fazo tal offitio, parendomi che a questi tempi non possi esser salvo che ben a propoxit[o] gratificar sua signoria che apresso la maestà cesarea è Šde grande auctorità et credito et amata summamente da sua maestà. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 677 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Hintergründe der Gesandtschaft Kg. Maximilians nach Venedig; Votum der Reichsfürsten für ein rigideres Vorgehen gegen Venedig, Zurückweisung durch Kg. Maximilian; [2.] Unterredung Querinis mit Paul von Liechtenstein: Mitteilung über ein gegen Venedig gerichtetes französisches Bündnisangebot an Kg. Maximilian; [3.] Mitteilung Liechtensteins an Querini: Rückkehr des Gesandten von Kg. und Reichsständen aus Frankreich, Verlesung von Beschwerden Kg. Maximilians gegen Frankreich in der Reichsversammlung; [4.] Mitteilung Liechtensteins über Beschlüsse der Reichsstände zur Romzughilfe; [5.] dessen Zuversicht hinsichtlich einer Ratifizierung der Vereinbarungen mit den Eidgenossen auf dem Tag in Zürich; [6.] Glaubwürdigkeit Liechtensteins, dessen Schutz als Informationsquelle; [7.] Wunsch Kg. Maximilians nach Wiedereinsetzung der Sforza im Hm. Mailand; [8.] Rechtfertigung der verweigerten Durchzugsgenehmigung für die nach Italien entsandten kgl. Truppen durch Jean de Siccon.

    Konstanz, 7. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 43–45 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 115–117 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei Brunetti , Vigilia, S. 39.

    [1.] /43/ Serenissime princeps. Poiché l’altro zorno, come per l’ultime mie de 5 scrisi a vostra celsitudine [Nr. 676, Pkt. 2] , fui avisato che la maestà cesarea cum li principi dela dieta non erano ben contenti de quel illustrissimo stato, jo ho cerchat[o] cum ogni possibel studio et diligentia haver di questa cossa più particular notitia, et presertim dela disputation, fata tra loro, del mandar de lì do oratori alla sublimità vostra. Et ho saput[o] tandem da persona, a chi me par poter prestar qualche fede, che, essendo sta’ seminat[a] nova forsi da qualche maligno /43’/ che la serenità vostra havea fato o era in procinctu de far nova intelligenzia cum Franza, cossa che sopra tute le altre male nove, poteseno occorer, despiacerìa a questo re. Sua maestà, per certificarsene bene et esser avisata, se l’è cossì, deliberò expedir li do sui oratori za electi; et facendolo intender ali principi dela dieta, qualche uno de loro che sono zoveni, superbi et altieri et forsi pocho pratichi dele cosse del mondo, la dissuasseno asai, dicendo che l’era gran incargo del’Imperio mostrar far tanto caso dela signoria de Venetia che teniva cossì ben occupat[o] del stato Imperial come el re de Franza, ma che doveano far le sue preparatione et, senza dirli più mot[o], descender verso el suo paexe; et quando non volesseno darli el passo, tuo[rsi] da si medesimi cum molt[e] altre zanze imprudente, le qual per la maestà cesarea furono rebatut[e]. Et dechiarit[a] la potentia dela illustrissima signoria vostra, insieme cum le molt[e] comodit[à] del passo, victuarie et bone zent[e] d’arme etiam, s’el bixognasse, et la facilità potrà haver ala impresa sua cum l’amicitia de quel stat[o], concludendo sua maestà che sempre l’era stat[a] d’opinion et desiderio et era più che mai et sarìa finoché Šla potesse de haver la celsitudine vostra per amica, et cum molt[e] rasone dicte per la maestà sua in laude et reputation de quel serenissimo senat[o] fece mutar sententia a’ molti che per ventura sapeano pocho dele cosse sue, anchorché la maestà prefata fusse in gran suspitione che la celsitudine vostra se havesse novamente ad unir cum el re de Franza.
    [2.] Et questo istesso cum diverse parole me ha quasi confirmat[o] m[esser] Paulo Lichtestain hozi [7.6.] che, per haver nostre stantie vicine in questa terra, siamo stat[i] longamente insieme su varii rasonamenti. Et me ha acertat[o] sopra la fede sua ch’el sono pochi zorni che lui et alcuni altri deli conseglieri del re haveano havut[o] lettere dal re de Franza1 che però sono capitate nele man dela maestà cesarea, per le qual li prega non senza gran promission che voglino exhortar el suo re ad acordarse cum lui, et volendo acquistar stat[o] in Italia, li presterà ogni aiut[o] et favor de tute sue zente /44/ a prender quelo de’ Venetiani che per la mazor part[e] è del’Imperio et che è più vicino a Germania et li sarà de mazor profito che la ducea de Milano, subjungendo dict[o] m[esser] Paulo che, se lui ha facto bon officio con el re, essendo al tut[o] di contraria opinione, el ne è ben sta’ qualche uno deli grandi che ha fatto l’opposito, benché l’habia operato molto pocho.
    [3.] Poi me disse che l’era ritornat[o] lo araldo del re che alli dì passati fu mandat[o] ala christianissima maestà per farli a saper la retention del frate, suo oratore, et la causa et che insieme cum el ditt[o] araldo al prexent[e] è venuto uno araldo dela prefata maestà christianissima pur cum zanze et belle parole. El qual el re de’ Romani fece chiamar heri [= 5.6.!] nella dieta, astanti tuti li principi, et in sua prexentia fece lezer uno processo over querela [Nr. 166a] dele injurie et tradimenti, parlando a modo suo, facti per el re de Franza contra l’Imperio et caxa d’Austria; et ogni volta ch’el se nominava el re de Franza, li davano epiteto de traditor. Dapoi lecto le fece sigilar et consegnar al prefato araldo francexe che lo porti al suo re. Et dicono che lo voleno far meter in stampa.
    [4.] Intrassemo poi a divisar deli principi dela dieta et de’ Suizari a che termine sono et quanto se pol sperar de loro. Et circha ciò dicto m[esser] Paulo me affirmò esser la verità che ultra la general resolutione che li principi hanno datt[o] al re di voler tuor la impresa contra el re de Franza per cazarlo de Italia, sono discesi a particularit[à] de darli da 20- in 25 000 homeni da facti, tra li quali sarano 8000 boni cavali et el resto fantaria, ma che non lo hano voluto publicar per expectar el duca Federico de Saxonia, elector, che fra pochi zorni sarà qui; et che, se ben el re de Franza partisse de Italia per paura, come era fama, non volevano tamen far menor exercito, anzi acrescerlo, s’el sarà necesario.
    [5.] De’ Suizari disse che al presente sono in dieta per far la ratification dele convention tractat[e] qui per sui comessi et che sopra la fede sua la maestà del re è certificat[a] da diversi amici che l’ha /44’/ per ogni cantone che tuti sono andati ala dieta a Zurich cum firma deliberation de far quanto vol lo Imperio. Et questa è opinione et voler de tutto el populo che nullo modo intende haver guera cum l’Imperio, la qual li è stata intimat[a], se non se acordano cum loro. Et dice che, s’el re vorà Suizari, sono Šper levar la sua gran bandiera cum 6000 fanti et più, se ne bixognerano, contra la qual bandiera per li loro ordeni soto pena de rebelione et confiscatione deli beni sui niuno di loro pol andar.
    [6.] Questi tuti discorsi havut[i] dal sopranominat[o] m[esser] Paulo me ha parso debito mio significarli a vostra celsitudine, perché jo lo cognosco persona tanto integra, real et da bene che apreso mi le sue parole hanno fede assai, el nome del qual vostra sublimità se degnerà far tenir secreto per ogni cossa che potesse occorer.
    [7.] Ho etiam inteso che la maestà cesarea praticha cum li principi della dieta, a part[e] che siano contenti, el se remeti in Milano uno deli fioli del signor Ludovico, persuadendoli ch’el sarìa in cargo suo et del’Imperio haversi mosso a cazar el re de Franza de Milano et tenirlo per si et che Italiani non lo paterìa longamente. Et questo fa sua maestà, perché dict[i] principi haveano opinione de far Milano camera imperiale, il che non li piace, perché pocha utilità ne haverìa, facendosi camera del’Imperio. Et però procura remeter el fiol [Massimiliano] del signor Ludovico, cum intention de prevalersi di quel stato et dele intrate in via sua et darli per moglie una dele fiole che furono del re Philipo, suo fiolo.2 
    [8.] L’è venuto qui un mons[igno]r [Jean] de Siccon, Borgognon, gran servitor del re che al presente è castelan dela Pietra, vicino a Roveredo, el qual da se stesso ha fato tanto bon officio cum la maestà cesarea in justification de non haver lassato passar li sui fanti che più non se potrìa, acertandoli bona dispositione de quel serenissimo dominio et medesimamente li sui m[agnifi]ci rectori vicini ali confini verso sua maestà et servitori sui, et presertim del m[agnifi]co potestà de Roveredo [Giovanni Francesco Pisani] che, s’el fusse sta’ pagato dala sublimità vostra, el non harìa potut[o] far più, la qual cossa /45/ veramente a questa sason ha molto zovato. Jo l’ho ringratiat[o] asai. Me disse haverlo fato per la verità et che sempre che l’occori l’è per far molto più per render qualche gratia ala celsitudine vostra dele grate accoglientie, la gli fece za 4 o 5 mesi ch’el comparse ala presentia sua per certa differentia de heredità che l’ha in Histria. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « ŠNr. 678  Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Nachricht über den Beschluß des eidgenössischen Tages in Zürich, vereinbarungsgemäß einen Beitrag zum kgl. Romzug zu leisten; [2.] Verhandlungen im niederbayerischen Erbfolgestreit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich; [3.] Verhandlungen des RT über Modalitäten der Italienhilfe (Ernennung eines Reichshauptmanns); [4.] Unterredung Ebf. Jakobs von Mainz mit Ebf. Ernst von Magdeburg und Bf. Georg von Bamberg; [5.] Gespräch zwischen Bf. Georg von Bamberg und Querini über die Beziehungen Venedigs zu Frankreich und dem Reich: Betonung der guten Beziehungen zu beiden Seiten und Darlegung des Interesses Venedigs an einem Bündnis der christlichen Staaten gegen die Osmanen durch Querini; Darlegung Bf. Georgs bezüglich der Notwendigkeit zum Vorgehen gegen Frankreich.

    Konstanz, 9. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 45–46 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Venetias per easdem postas.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 117–118 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 67f. Auszugsweise referiert bei Brunetti , Vigilia, S. 40f.

    [1.] /45/ Serenissime princeps. Fin hora non è anchor venut[o] avixo da Zurich che Suizari in quela sua dieta habiano ratificat[o] le conventione et acordo che fu tractato qui per soi comessi cum el re et lo Imperio [Nr. 234], benché costoro ne hanno continuamente per lettere da tut[i] cantoni tante promissione che la tieneno per certe et firma et ch’el tuto habia ad seguir ad vota. Et di hora in hora ne expetano la nova del Treverense et altri che furono mandati de lì a questo effecto et medesimamente dal vescovo de Valese che se atrova pur anchor lui a quela dieta per operar cum l’auctorità et poter, l’ha tra Suizari che siano obedienti allo Imperio. Et mi è sta’ affirmato che li hanno promesso per remuneration del travaglio et faticha sua farlo far car[dina]le.
    [2.] In questo interim la maestà cesarea cum li principi hanno aldit[o] in contradictorio el duca Alberto da Baviera cum li fioli et comessi del conte Palatino.1 Et hanno comandat[o] silentio ad ambe le part[e] per qualche tempo [Nrr. 391f.].
    [3.] Et q[uam]vis siano in expectatione del duca Federico di Saxonia, elector, come scrisi per l’ultime mie [Nr. 677, Pkt. 4] , se reduceno tamen ogni zorno insieme per rasonar del modo che hanno a procieder a questa sua impresa contra Franza. Et tra loro hanno concluso de elezer do capetanii del’Imperio che siano el duca Zorzi de Saxonia et el marchexe Federico de Brandenburg che ha fama in Germania de bon capetanio.2 /45’/ Et dicono medesimamente voler far doi exerciti.
    [4.] Essendo andato heri [8.6.] a messa nella chiexia de S. Augustino, capitorono a caso lì el reverendissimo Maguntino, l’archiepiscopo de Medelburg, fratello del duca de Saxonia, che è alozato in quel monasterio, el vescovo de Bamberg cum molti altri principi, i qual haveano a disnar insieme cum el ditt[o] Medelburgense. Aldit[a] la Šmessa fusseno per bon spatio su diversi rasonamenti. La concluxion di qual era in substantia che ciascuno se sforzava laudar da ogni part[e] el serenissimo re de’ Romani et l’auctorità et obedientia che al prexente li presta tuto l’Imperio, dal qual cum sole parole l’ha optenut[o] quelo che za tant’ anni altro imperator non ha potut[o] obtenir, exagerando molto le virtù et bont[à] dela maestà sua et la potentia, l’è per haver in questa sua impresa contra Franza, cum parole tanto humile che certamente non pocho me feceno maravegliar.
    [5.] Et tra li altri el vescovo de Bamberg, che era el più zovene de loro, se voltò verso me et dimandome quelo farìa la celsitudine vostra in esso caso, se la sarìa Franzese o Imperial.
    Dissi che la illustrissima signoria vostra era za molti anni in bona pace et amicitia cum la maestà christianissima et [che] medesimamente l’havea sempre et in ogni tempo et hora più che mai seguito la maestà cesarea et el suo Sacro Imperio de singular observantia, come a tuto el mondo è noto, et desiderat[o] summis votis vederlo unito cum el resto de’ principi Christiani ad una general expedition contra infideli per exaltatione dela fede nostra et gloria del prefato Imperio et non cum le discordie et dissentione che hora se vedeno. Dele qual tanto più la celsitudine vostra se ne dole, quanto che a questo tempo el re de Franza et Spagna, che sono do deli principali in Christianità, pareva ben disposti et mostran voler descender de bon animo a una tal unione et impresa contra infideli et che vostra signoria se ne havea faticat[a] assai et cum loro et cum questa maestà, et voleva meterne la roba et la vita, non tant[o] per l’interesse che la ne ha per esser la prima nele fauce del Turco, quanto perché la cognosse che queste discordie christiane sono quele che acreseno l’ardir et la potentia /46/ ali comuni inimici dela fede nostra. Et potría la accrescer tant[o] che non solum Venetiani, anzi tuto el resto ne patería danno inremediabile, ma par che li nostri peccati non consentino tanto bene.
    El prefato episcopo subridendo me rispose: Ambasator, l’è mal far guera cum extranei, havendo li inimici in caxa. Chi desidera unirse et cazar infideli, se convien incomminciar da queli che sono tra nui? Chi ve par che sia mazor infidel del re de Franza che ha fato tanti et tanti tradimenti, come se sa, al nostro re et all’Imperio et a tuto el mondo? Benché hora è venut[o] el tempo ch’el ne sarà ben pagato, et poi se potrà liberamente et senza suspecto proseguir la impresa contra Turchi. Et questa è la intention et desiderio de tuti nui. Ma l’è summamente necessario abassar prima l’orgoglio de’ Francexi, perchè altramente non è possibele che se potesse far alcuna opera bona.
    Et circha ciò sua signoria se dilatò tant[o] in accusar le operation present[i] et passat[e] del re de Franza che, s’el non era hora de disnar, credo veramente el durava fin a sera. Et prometto alla celsitudine vostra che ben el mostrò qual fusse l’animo suo; et non meno li altri compagni, che, quantumque tacesseno, cum acti tamen et cegni assentiva a tut[o] et mostrava haver grande apiacer di sentirlo.
    Ho volut[o] significarlo alla illustrissima signoria vostra, azio la possi cognoscer et far meglior juditio dela dispositione de questi principi verso Franza che, se le parole non Šsono diverse dal core per compiacer alla maestà cesarea, non so, come la poterìa esser pezor. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 679 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Berichterstattung Georg Supersaxos über die Beschlüsse des eidgenössischen Tages in Zürich und über die Intrigen der französischen Gesandten; [2.] Freude Kg. Maximilians und der Reichsfürsten über die Entscheidung der Eidgenossen, Gerücht über die baldige Eröffnung des Zuges nach Italien; [3.] Mitteilung Gerolamo Landrianis über die Einladung an die Söhne Ludovico Sforzas nach Konstanz und über den Plan einer Heirat zwischen einer Tochter Kg. Philipps von Kastilien und Massimiliano Sforza; [4.] Mitteilung des spanischen Gesandten über eine Aufforderung Kg. Maximilians an Kg. Ferdinand von Aragon, sich als Freund oder Feind zu erklären.

    Konstanz, 12. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 46–47 (ital. Kop.; Postverm.: Per Joanem Fatuum cursorem.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 118’-119 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 68.

    [1.] /46/ Serenissime princeps. Heri [11.6.] sera vene da Zurich d[omino] Georgio Soprasaxo che è uno de queli che hanno menato le pratiche de’ Suizari. Riporta alla maestà cesarea che nove cantoni de’ Suizari hanno fato resolutione [Nr. 234] de voler /46’/ acceptar lo acordo et apuntamento che fu tractat[o] alli dì passati per li sui comessi in questa terra, come alhora significai a vostra sublimità [Nr. 678, Pkt. 1] , di seguire questo serenissimo re per tuto et contra quoscunque. Li altri 3 cantoni che sono Lucera, Zocho et Sulturno che erano li più affectionat[i] al re de Franza haveano mostrato qualche pocha difficultà, pur etiam epsi erano intrati in praticha et desiderano haver certe particular provisione. Et sperassi che tandem farano come li altri, perché do de loro sono deli menor cantoni che siano tra Suizari, videlicet Zocho et Sulturno.
    Dice preterea dicto d[omino] Georgio che de lì erano alcuni oratori et comessi dela maestà christianissima, li quali hanno [facto]1 el possibele cum danari et promissione per distrurbar dicto acordo, ma che mai haveano potuto haver audientia dalla dieta, quantus l’havesseno instantissimamente dimandat[a], anzi li era sta’ dict[o] che non li voleano aldir, se prima non haveano concluso et sigilat[o] li soi capitoli cum l’Imperio.
    [2.] De questa nova per la maestà cesaerea et el resto deli principi della dieta ne vien fata tant[a] festa et allegreza, come se havesseno optenut[o] una provintia, et par li hormai haver l’impresa sua guadagnat[a], non tant[o] perché havesseno bixogno de’ boni fanti che in Alemagna el ce ne è copia grandissima, quanto per haver privato el re de Franza de’ Suizari che erano la forteza del suo exercito, perché d’altrove mal el se pol proveder de fantarie bone. Desegnano la sua impresa contra Franza, come altre volt[e] ho scrito [Nrr. 674, Pkt. 1/2; 677, Pkt. 4/7; 678, Pkt. 3], per cazarlo dela ducea da Milano et de Italia. Et par li esser tant[o] avanti che za tra li principi se parla che lo Šexercito suo habi ad esser in ordine per tuto el proximo mese de Luio, et ch’el primo dì de Agosto lo archiepiscopo Maguntino canti una solemne missa del Spirito Sancto, et cum quella se incomenzi aviar le zente per el camino, sarà deliberat[o] tra loro.
    [3.] La maestà del re ha ordinat[o] di far venir ala corte li fioli del duca Ludovico [Massimiliano und Francesco] che se atrovano in Augusta, cum opinione de volerli meter in Milano et maritar una fiola, che fu del re /47/ Philippo, nel primo genito per haver quel stato sempre a suo comando. Et questo ho dal general del Landriano, a chi la regina ha affirmat[o] ch’el re li ha promesso farlo in ogni modo et che a questa hora l’ha bona parte deli principi et sono contenti compiacerli.
    [4.] El nuntio del serenissimo re de Napoli me ha ditto che questi zorni, sollicitando la maestà cesarea che la volesse dechiarir totalmente quelo la desiderava dal suo re avanti el suo partir da Napoli, azò ch’el potesse fargelo a saper, li ha resposto che l’ha scrito alli soi oratori, che sono de lì, che facino intender ala maestà catholica che avanti la sua partita la debi resolversi et dechiarir, se la vol esser sua amica o non, et che facendo altramente, sua maestà cesarea non restarà ben satisfata. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 680 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Mitteilung Pauls von Liechtenstein über einen Bericht der Reichsgesandtschaft vom Züricher Tag: Abschluß einer Vereinbarung über den Italienzug mit elf Kantonen, Entlassung der französischen Gesandten in Zürich; [2.] Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Konstanz; Beratungen des RT über Einzelheiten der Italienhilfe (Höhe, Modus, Route des Italienzuges), Beschlußfassung erst nach Eingang der Stellungnahme Venedigs zur Offerte Kg. Maximilians; [3.] Vermutungen Querinis hinsichtlich des Feldzugsplanes im Falle einer Mitwirkung Venedigs am Italienzug des röm. Kg.

    Konstanz, 13. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 47–47’ (ital. Kop.; Postverm.: Per eundem Joannem Fatuum.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 119–119’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 68.

    [1.] /47/ Serenissime princeps. Questa matina m[esser] Paulo Lichtestan me ha mandato a dir per nova certa che heri [12.6.] sera tardi la maestà cesarea hebbe lettere dal reverendissimo Treverense da Zurich1, dove è la dieta de’ Suizari, per le qual li scrive haver tandem concluso et sigilato lo acordo cum XI cantoni2 de’ Suizari nella forma che desiderava la maestà sua, cum universal contento et satisfaction de tuto quel paese, et che haveano licentiati li oratori et comessi della maestà christianissima senza pur volerli aldir, et che, quamvis el duodecimo cantone, che è Lucera, mostrasse non voler intrar in questa unione, se sperava alla fine ch’el seguirìa li altri.
    Š[2.] Zonse heri [12.6.] sera qui el duca de Saxonia, elector, tanto expectato. La maestà cesarea lo andò ad incontrar per el lago forsi do leghe et li ha fato tanto grat[e] accoglientie et careze, quanto dir se possi.3 Incominciarano hora cum la venuta de questo ducha et la nova delo acordo de’ Suizari resolversi cercha le particularit[à] pertinenti ala impresa deliberat[a] contra Franza et del numero dele zente /47’/ et del modo et da qual canto hanno a drizar le forze loro. Et cercha questo ultimo articulo del camino se dice publicamente non farano deliberatione prima che intendano la resolutione dela sublimità vostra, perché hanno diverse opinione: chi de romper in Italia cum tuto lo exercito, chi de partir le zente et mandarne part[e] in Italia insieme cum Suizari dal suo canto et cum el resto romper in Borgogna.
    [3.] Et per quant[o], rasonando più volt[e] et cum più persone, ho potuto comprender, me par veder che, se havesseno la celsitudine vostra cum loro, manderíano qualche part[e] dello exercit[o] per lo paese dela illustrissima sublimità vostra verso Milano, facendo romper a’ Suizari de verso Belenzona, et la maestà cesarea cum la mazor part[e] dele zent[e] et principi romperíano in Borgogna; ma non havendo la sublimità vostra cum si, per quanto dicono, descenderano tuti uniti in Italia.
    Usarò ogni possibel diligentia per avisar particularmente la celsitudine vostra di quanto occorrerà per zornate. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 681 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Rückkehr der Reichsgesandtschaft vom eidgenössischen Tag in Zürich mit dem von elf Kantonen unterzeichneten Abkommen über den Italienzug; Freude des Kg. über den Vertragsabschluß; zuvorkommende Behandlung der Reichsgesandtschaft in Zürich, Ausweisung der französischen Gesandten; Werbungsverbot für eidgenössische Söldner mit Ausnahme von Kg. und Reich; territoriale Zusagen an die Eidgenossen; [2.] Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien; hohes Ansehen Kg. Maximilians bei den Reichsfürsten; [3.] Unterredung Kg. Maximilians mit Querini: Ankündigung von vertraulichen Mitteilungen durch Paul von Liechtenstein in Vertretung des vielbeschäftigten Königs, Aufforderung an Venedig zu einer raschen Entscheidung über seine Haltung in bezug auf den kgl. Italienzug; Erwiderung Querinis; [4.] Mitteilung Kg. Maximilians über einen Bericht aus Rom, Unzufriedenheit des Kg. über den Papst wegen dessen Haltung gegenüber Spanien und Frankreich, Bemühungen Kg. Maximilians um eine höhere Reichshilfe; [5.] von Anhängern des Papstes verbreitete Fehlinformation über ein Bündnis zwischen Venedig und Frankreich.

    Konstanz, 15. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 47’-49 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde per easdem postas Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 119’-121 (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    ŠTeilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 68f. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 41f.

    [1.] /47’/ Serenissime princeps. L’è ritornat[o] da Zurich el reverendissimo Treverense cum li altri messi dela maestà cesarea che sono stati ala dieta de’ Suizari. I quali hanno portat[o] la conclusion et sigilation deli capitoli et acordo [Nr. 246] ratificato per li XI cantoni et, se pol dir, etiam cum tuti 12, perché el canton de Lucera che se rendeva difficile, vedendo la conclusione de tuti li altri, non potendo far altramente convien seguirli. El piacer grande che ha mostrat[o] recever questa maestà cum el resto deli principi de tal acordo, lo scrisi per le ultime mie [Nr. 679, Pkt. 2] . Et veramente è stato tale che non so che cossa li potesse occorer di mazor contento. Et medesmamente per molti zentilhomeni della corte che sono sta’ cum li prefati oratori alla dieta ho inteso che per tuto el paese de’ Suizari dal mazor al minor se è facta tanta jubilation per questa /48/ pace; et sono sta’ tanto ben visti et accarezati li oratori et servitori dela maestà cesarea che più non se potrìa, et cossì alo opposito mal tractati, et cum effecti, et cum parole descortese, li oratori del re de Franza che erano de lì, i quali non solum furono licentiati senza audientia, ma accompagnati fora del suo paese cum guardie che non li hanno lassato parlar cum homo vivente. Dapoi per tuto el territorio de’ Suizari hanno facto far proclame che non sia homo che ardisca andar a soldo de’ altri che del re de’ Romani et lo Imperio, sotto pena de confiscatione deli beni et della vita; et a tuti li paesi sono poste le guardie, azio niuno possi uscir.1 Ultra le provisione et altri partiti che scrisi a vostra celsitudine2 esser sta’ concessi alli prefacti Suizari per questa dieta imperial, li hanno etiam promesso de più in la conclusione tre boni lochi della ducea de Milano, vicini al stato loro, che sono Domdossola, Locarno et Chiavena, di grande importanzia, sì come intendo, unde che per avidità di questi lochi una hora li par mille anni de incominciar la impresa, et za sollicitano el re et li principi che debino far presto quello che hanno a far, perché da una hora all’altra incominciarano a romper.
    [2.] Heri [14.6.], dapoi manzar, se incominciorono le exequie del q[uondam] re Philippo de Castiglia. La maestà cesarea fu al vesporo accompagnat[a] da tuti li principi ecclesiastici et seculari che al prexente se atrovano qui in tanto numero che credo che de tuta Germania pochi ne restino, dali qual per la fede che jo debo alla illustrissima signoria vostra jo vedo la prefacta maestà esser tanto reverit[a] et observat[a] che ogniuno se ne maraveglia. Et dico loro medesimi se ne maravagliano. Et quanto piùi sono grandi, tanto più par che contendino de reverir el suo re. Et tra li altri el duca Federico de Saxonia che se contava per non molto amico de sua maestà è quello che fin hora sopra tuti studia d’esserli obsequente de forma che per ogniuno è affirmat[o]. Et cossì mi par veder che mai re de’ Romani hebbe la reputation et obedientia in Germania che ha questo presente.
    [3.] /48’/ Finito el vesporo, la maestà sua me chiamò a part[e] et disse: Ambasator, jo desiderava star un pezo cum voi, ma per le molte occupation che ho continuamente cum questi principi non posso. Jo vi manderò a caxa Paulo Lichtestan, mio mareschalco Šet bon amico vostro. A tuto quello che per lui vi sarà dict[o] dateli tant[a] fede, come se jo de bocha propria ve lo dicesse; et scrivet[e] el tut[o] alla signoria vostra in bona forma volantissime per le mie poste, perché el tempo mi strenze. Et è necessario venir ad una conclusion per saper come me ho a governar che cossì non posso più star. Et vi promet[to] sopra la mia fé che la praticha che predicto Paulo vi sarà ditta per mio nome sarà da mi tenut[a] secretissime; n’è delli servitori mei altri che lui la saperà; potret[e] veder cum quanta sincerità jo prociedo cum la signoria vostra che certamente dovete exhortarla che la debi tenir bon conto de chi l’ama et non perder un sì bon amico, de chi la se pol fidar come di se stessa. Ma sopra tut[o] sollicitatela che la se risolvi presto et me faci intender lo animo suo liberamente, o ad una via overo all’altra, et non me tegna più in parole che l’haverà gran tort[o] et jo cum lo Imperio doveremo tenirsene gravemente offessi.
    Respusi che volentiera era per aldir quanto me era per dir m[esser] Paulo Lichtestan, et lo significherìa fidelmente alla celsitudine vostra, la qual me rendeva certo non mancherìa de risposta.
    [4.] La maestà prefacta me conmunicò etiam lettere havut[e] da Roma de 6 del instante3, per le qual l’è avisat[o] ch’el pontifice era partit[o] per andar a Hostia a parlar cum el re de Napoli, et mostrò esser molt[o] mal contento de sua sanctità, tenendo quasi per certo che siano per far tra loro et el re de Franza nova intelligentia. Et quanto più se sforza sua maestà persuader li principi sui a far mazor et più potente exercito, et è de opinion che cum la union de’ Suizari tuto el mondo non li possi resister.
    [5.] Per li servitori et amici del pontifice è sta’ sparza fama che la illustrissima signoria vostra ha fat[o] liga cum el re de Franza per 5 anni; et questo fanno /49/ per far parer minor la culpa del pontifice che, essendo in praticha della maestà cesarea, tracti acordo cum Franza et Spagna. Tamen dicta nova né da sua maestà né da altri [non] è credut[a]. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 682 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Vortrag Pauls von Liechtenstein an Querini: [1.1.] Vorwürfe gegen Kg. Ludwig von Frankreich, [1.2.] Beschluß von Kg. und Reichsständen zur Aufstellung eines starken Heeres mit dem Ziel der Vertreibung der Franzosen aus Mailand, [1.3.] Abkommen der Eidgenossen mit Kg. Maximilian über die Bereitstellung von 6000 Kriegsknechten für den Italienzug, [1.4.] Bündnisangebot Kg. Maximilians an Venedig zur Befreiung Italiens von den Franzosen, Treulosigkeit Frankreichs gegenüber Venedig, erneutes Verhandlungsangebot Kg. Maximilians an Venedig mit drei Alternativen: [1.5.] Bündnis gegen Frankreich, [1.6.] Neutralität Venedigs und Durchzugsrecht für die Truppen Kg. Maximilians, [1.7.] Feindschaft Venedigs gegen Kg. und Reich, [1.8.] Ultimatum für eine Erklärung Venedigs vor Abschluß des Konstanzer RT; [2.] Erwiderung Querinis: Ausschließung der dritten Alternative einer Feindschaft Venedigs gegen Kg. und Reich; [3.] Erläuterung Liechtensteins in bezug Šauf das Bündnisangebot; [4.] Anfrage Querinis an Liechtenstein über den Stand der RT-Verhandlungen bezüglich der Italienhilfe; [5.] Mitteilung Liechtensteins über den Stand der RT-Verhandlungen (Höhe der Romzughilfe, Termin für die Eröffnung des Italienzuges).

    Konstanz, 16. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 49–51’ (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas.1 ) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 121–123’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 69–71. Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 42f.

    [1.] /49/ Serenissime princeps. Questa matina messer Paulo Lichtestan me fu a trovar de ordine del serenissimo re, et per nome de sua maestà me usò in substantia queste parole: [1.1.] Ambasator, l’è assai che la maestà cesarea et principi del’Imperio sono malissimo contenti del re de Franza, et per la fede che li ha dat[a] et rott[a] tante volte, et per le tante injurie et tradimenti che l’ha fato non solum a loro, ma a quanti principi, sono in Christianità, et demum per la sua pessima et infida natura, abhominanda da ogni homo da bene. Et veramente prima che mo haveríano facto effectual demonstration de haver despiacer dele malle opere sue, se non fusseno stat[e] le intercessione del q[uondam] re Philippo che più de una fiat[a] ha interrot[o] i desegni del re nostro. Ma acresendo ogni dì più la insolentia del prefato re de Franza, adeo che non content[o] de haver el stato del Milano che è del’Imperio, come tuto el mondo sa, ha procurat[o] et procura cum ogni mezo et via occupar el resto de Italia et usurpar la corona imperial.
    [1.2.] El nostro re et principi, non potendo ulterius supportar tante injurie, se sono reducti in questa dieta, come havet[e] vedut[o], et hanno fat[o] deliberatione, nemine discrepant[e], per honor suo et conservation del’Imperio de far un potentissimo exercit[o] al suo re et imperator, cum el qual possi descender in Italia a cazar Francesi del ducato de Milano et recuperar et redur a obedientia del’Imperio /49’/ tuto el stato che è de sua jurisditione.
    [1.3.] Et parendoli che a privar el re de Franza de’ Suizari sarìa spogliarlo de uno de i principal fondamenti, in che el se confida, hanno usato tanti mezi et li hanno facto tanti partiti che tandem li hanno tirat[i] tuti ala devotione del’Imperio. Et el reverendissimo Treverense, che terzo dì [14.6.] vene de lì, ha aceptato el sacramento loro et riportato la conclusione et ratificatione de perpetua unione et amicitia cum el re nostro et cum lo Imperio, et obligatione di dar al re ogni volt[a] che vogli recuperar Milano et il resto del stato de Italia che è de jurisdiction del’Imperio, 6000 fidati et electi fanti [Nrr. 234/246], et ch’el ne possi poi tuor per el paese de venturieri, quanti el ne vorà. Ulterius se sono obligati perpetualmente, dapoi acquistat[o] el stato preditt[o], mantenirlo et defenderlo contra quoscunque, ita che speramo che molto presto haveremo in ordine tal exercito che potremo recuperar el nostro et vendicarse dele injurie contra Franza et assecurar li stati deli amici nostri.
    Š[1.4.] Et perché, a parlar liberamente cum voi, el nostro re ha sempre amato la illustrissima signoria vostra et havut[o] cara la sua amicitia per esser sua vicina fino al principio ch’el se disposse a questa impresa rechiedet[e] per principal a unione et confederatione, judicando ch’el facesse cossì ben per lei et fusse cossì suo interesse liberar Italia da’ Francesi, come de sua maestà et più cognoscendo che da loro la non se pò fidar cum el pegno in mano, et convien viver cum epsi cum quel rispecto che la vive cum el Turco, che, se ben l’ha pace cum lui, l’è necessario che, per bona guardia deli lochi soi, la tegni sempre la sua armat[a] fora et fa saviamente. Perché vi promett[o] la fede mia che oltra molte cosse che ve potrìa mostrar firmat[e] de mano del re de Franza che l’ha volut[o] tractar contra la signoria, sono ben pochi mexi che el Lang, el Sarantainer et jo havessemo lettere2 in conformità, per le qual el re de Franza ne rechiedeva, vosamo exhortar el re nostro a reconsiliarse cum lui, et [tra]3 li altri partiti ch’el proponeva era de voler aiutar sua maestà a prender el stato vostro. Tamen la signoria /50/ fin hora è sempre andat[a] riservat[a] et datone bone parole senza conclusione talmente che vi promett[o] el re et li principi havea presuposto de non li dir più parola et far el fato suo, come [molto]4 ben lo pono far senza aiuto dela signoria, ma jo che cognosco meglio de loro el stato vostro et quanta comodit[à] et facilit[à] potrano haver alla expedition sua cum la union vostra, li ho persuasso a volerla da novo tentar, perché, se fin mo l’è sta’ respectossa per non veder forsi le cosse de Germania nella disposition che hora sono, potrìa occorer che al presente la sarìa de altra opinione. a La maestà del re, che certamente è vostro amico, è stato contento da novo intrar in praticha cum la signoria vostra. Et me ha comesso ve dica per suo nome che hormai l’è reducto a termine che è necessario l’intenda dala signoria la ultima voluntà sua et che la gli dechiari, qual deli tre partiti che se li pono offerir, la vol acceptar da lui et dal Imperio unit[o]:
    [1.5.] El primo è liga et union perpetua a offensione del re de Franza et recuperatione dela ducea de Milan et jurisdiction imperiale cum utilità et beneficio dela signoria et deinde a deffensione et conservatione deli comuni stati in Italia. Et questo mi par che sia el meglior et più securo partit[o] per lei, perché se potrà far che Suizari intreno cum questa medesima obligatione et cossì l’assecurerà il suo stato per sempre. Et perché la maestà del re li ha proposta per li soi oratori che la vogli acordarse cum el pontifice, sua maestà haverà piacer de vederli unit[i], tamen se la non vorà non se resti per questo de far bene, perché s’el pontifice vorà poi intrar in questa liga senza molestarvi in cossa alcuna, sua maestà sarà contenta, se non, la non se [ne]5 cura, purché l’habi la signoria. Vero è che, se la volesse andar contra la chiexia, la non se ne vol impazar, benché la pensi che la non habi animo de farlo, perché Venetiani son boni Christiani. Avisandovi ch’el re ha deliberat[o], conquistat[a] la ducea de Milano, dove l’anderà sì potente che presto se spera expedir, drizarse cum tuto lo exercito verso Franza et far tanta guera a Šquel re, et da Fiandra et da ogni altra /50’/ parte ch’el se domentichi de Italia. Et a dirvelo in secret[o] et d’amico, che ve son, credo che la opinion de sua maestà sia de meter in Milano uno fiol del signor Ludovico et lui seguir la impresa contra Franza, lassando de lì bona concordia cum la tutella de’ Suizari che per uno anno non sono obligati offender Francesi fora de Italia, et etiam cum la signoria, se la vorà, disponendo talmente le cosse deli soi stati Austria et Tirolo che ogni volta ch’el bixognerà uscirano 15- et 20 000 persone a diffensione di quel stato. Et se forsi ala signoria per qualche suo rispeto non par al presente manifestarse contra Franza, da mo el re sarà contento et haverà apiacer tener el tut[o] occulto finoch’el sia discesso in Italia. Et volendo intrar in questa praticha, el re non vol che li soi ambassatori, che sono de lì, né de qui alcun altro che jo solo lo sapia, azò la cossa vad[i] secretissima. Et s’el sarà bisogna al far dela capitulatione, jo sarò contento prender cargo de andar fino a Venetia secretamente per far tanto ben. Et alli ambassatori prefati la signoria potrìa far una reservat[a] risposta, come ben la saperà fare.
    [1.6.] El secondo partito è, se il primo non li piace che al mancho la se dechiari per fede publica voler esser neutral et prestar el passo libero et securo per el territorio suo et victuarie al bixogno del re et suo exercito, et del andar et del ritorno ala conquesta de Milano.
    [1.7.] Se veramente anche questo secondo non li piacesse, el terzo et ultimo è che la se dechiari inimica del re et del’Imperio, la qual inimicitia è per durar perpetuamente senza tregua né pace, et cum li presente et cum quelli che harano a venir dapoi de nui. Cossì come facendosse amicitia et liga, la sarà perpetualmente duratura.
    [1.8.] Deli quel tre partiti l’è necessario che la signoria ne accepti uno senza dilatione, perché essendosi per meter fine a questa dieta. Se presto non haverano la risposta et resolutione sua, la metera per inimica et concludera la loro impresa tanto contra quel stato quanto contra Franza-a. Né stara più a parole zeneral, perché non se pò più indusiar. /51/ Et come la dieta sarà licentiat[a] cum questa conclusione, che credo sarà per tuto questo mese, non ce sarà poi remedio. Et jo, parlando come Paulo Lichtestan et non più per nome del re, vi acert[o] che, se la signoria non se risolve in tempo, la se ne troverà mal contenta et li parerà da novo veder la furia de’ barbari todeschi.
    [2.] Li respusi che jo havea ben inteso quanto el me havea narrat[o] per part[e] del suo serenissimo re et ch’el tuto significherìa particularmente alla celsitudine vostra, affirmandoli che del terzo partit[o] de dechiarirse inimica della maestà cesarea et del’Imperio, mai era stat[o] né sarìa de pensament[o] de quel illustrissimo senato, perché se cum tuti li principi christiani l’ha desiderat[o] sempre esser in bono amor et pace, l’ha bramato de conservarse amica et observante de questo serenissimo re et suo Sacro Imperio, pregandolo che per mazor dechiaration mia el me facesse intender se questa proposta de liga era facta dalla maestà cesarea per nome del’Imperio o altramente.
    [3.] Me disse che sua maestà cesarea la faceva come re et imperator, et per nome del’Imperio sarìa content[o] concluder la liga et perpetua amicitia.
    Š[4.] Li dixi tra molti altri rasonamenti che jo desiderava saper da lui a che termine se atrova la maestà cesarea cum la dieta ultra queste conclusione de’ Suizari et a che tempo potrà esser l’exercito suo in ordine et in quanto numero.
    [5.] Rispose che dapoi la venut[a] del duca Federico de Saxonia erano stati su queste particularità et ch’el re havea dimandat[o] 30 000 homeni da’ fati fin a guera finit[a]6; et alcuni erano de opinion che 25 000 basteríano, altri che 20 000 saríano assai. Quelli che mancho dicono sono de opinion de darli da 17- in 18 000 homeni7, tra li quali ce siano 6000 boni homeni d’arme, al modo suo. Et questo se intende senza Suizari, delli qual [sua maestà]8 ne vol haver oltra li 6000, che per li cantoni sarano datt[i], altri 4000. Et li danari per el pagamento sono za preparati, sì che de 17 000 persone, contendandose el re, el non c’era difficultà /51’/ alcuna haverla dal Imperio, et che per tuto el mexe proximo de Agosto sono disposti che lo exercito sia presto et preparat[o], et nel principio de Setembrio el descendi in Italia senza dubio alcuno; subjungendo esser contento che questo liberamente jo scrivesse alla illustrissima signoria vostra et dicesse haverlo havut[o] da lui. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 683 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Unterredung Querinis mit Paul von Liechtenstein: Drängen Liechtensteins auf eine rasche Erklärung Venedigs zum kgl. Bündnisangebot angesichts des baldigen Endes des RT; [2.] Argumente Liechtensteins für ein Bündnis Venedigs mit Kg. Maximilian: Unzuverlässigkeit Frankreichs, Möglichkeit zur Befreiung Italiens von Fremdherrschaft, Beendigung der Gefahr eines deutschen Angriffes auf Venedig, erhöhte Sicherheit für Venedig, Bruch des französisch-venezianischen Bündnisses durch Kg. Ludwig XII., militärische Stärke des Reiches, Wunsch Kg. Maximilians nach Rückendeckung für den geplanten Angriff auf Frankreich durch ein Bündnis mit Venedig und den Eidgenossen, militärische Stärke Kg. Maximilians; [3.] keine Erwiderung Querinis, Berichterstattung an den Dogen.

    Konstanz, 18. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 51’-52’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde per easdem postas Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 123’-124’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 44.

    [1.] /51’/ Serenissime princeps. Heri [17.6.] sera dapoi cena, per esser la caxa de m[esser] Paulo Lichtenstan contigua ala mia, se atrovassemo insieme in un horto et per longo spatio fossemo in diversi rasonamenti, tra li qual el me instò assai che jo dovesse sollicitar la celsitudine vostra a presta resolutione dela proposta fatali per la cesarea maestà, come per mie de 16 [Nr. 682] li significai, perché al presente questi principi sono in disputatione dela quantit[à] dele zente che hano a dar al re per la Šexpeditione contra Franza et recuperatione dele jurisdictione imperiali, et che facta questa deliberation poco più li resterà a tractar. Et ogniuno procurerà de voler ritornar a caxa sua, chi per prepararse et meter in ordine le sue zente et chi per altre cause. Però era necessario che la sublimità vostra facesse una ultima deliberatione et dechiarisse qual deli tre partiti proposti la voleva acceptar, prima che la dieta se risolvi, perché, dovendo partir li principi, vorano saper in che numero hanno a meter la illustrissima signoria vostra. Et se lei non se dechiarirà altramente cum tante rechieste, li sono sta’ fatte, sarà forzo che la contino tra li amici del re de Franza et ex consequenti inimici delo Imperio.
    [2.] Subjungendo: Ambassator, quant[o] più considero la sapientia et gran governo dela signoria per le experientie passate, tanto più me par incredibile che per el re de Franza, dela fede del qual la sa pur quanto la se ne pol fidar, la vogli prender una /52/ perpetua inimicitia cum lo Imperio et perder una sì bella occasione di assecurar per sempre el stato suo et veder Italia libera da’ tyranni, facendose amica et colligat[a] cum l’Imperio et tut[a] Germania insieme cum el re nostro, che da Bergamo fino in Istria confina cum lei. Et ultra ciò la die anche pensar che l’ha in Italia el meglio del stat[o] suo, che è de jurisdictione del’Imperio; et cossì, come hora questi principi sono deliberat[i] recuperar la ducea de Milano, potrìa ben occorer che qualche volta voríano far el medesimo del stat[o] imperial che tien la signoria che è el fior de Italia. Et se la sapesse qualche praticha, che è andat[a] atorno da mancho de mille anni, in qua non li parerìa forsi ch’el mio ricordo fusse vano. Et credeti a me che la inclination natural, ch’el re de’ Romani ha alla signoria, la qual credo li sia sta’ lassat[a] hereditaria dal Imperator, suo padre, et medesimamente l’odio mortal, che suo maestà ha al re de Franza, pol assai. In conclusione jo vi replico che non posso creder che la signoria vogli perder tant[a] occasione de stabilir cum firmo et perpetuo fondamento el stato suo, acceptando liga cum el re et lo Imperio a cazar Francexi de Milano et a conservatione deli comuni stati, che la signoria et loro haverano in Italia. Et presuponendo, come voi mi affirmat[e], che la non se vogli dechiarir inimica, veramente questo primo partit[o] me par el meglior per lei, perché acceptando el secundo de dechiarirse indifferente cum dar el passo etc., el re et l’Imperio non restaranno se non contenti de lei, ma non saríano però obligati defenderla, da chi la volesse offender, come saríano in caxo che la vogli acceptar liga et union perpetua. Voi me potresti dir che l’ha rispecto per honor suo romper la confederatione de Franza, essendo sempre sta’ suo peculiar institut[o] observar inviolabilmente la fede data. Jo vi rispondo che l’ha non ha piùi obligation alcuna al re de Franza, perché lui primo li ha rot[o] la fede manifestamente diece volte, et sempre ch’el sia necessario, come etiam vi ho /52’/ dicto avanti, che mo li farò veder pratiche firmate de sua mano ch’el ha volut[o] far et ha facto contra la signoria et stato suo. Se lei mo vol piùi presto creder a sue belle parole et zanze che alla verit[à], non potrò judicar, se non ch’el sia volunt[à] de Dio et che li cieli a qualche efect[o], o bono, o malo, non li lassi discernere el vero et el ben suo. Né voglio credat[e] però ch’el re non procuri et tanto desideri questa unione, perché l’habi bixogno de vostro ajuto et se desconfidi non poter reuscir cum victoria dela sua impresa che vi promet[o] la mia fede che li principi et tuta Germania sono del tal dispositione che, se dovesseno descender in Italia cum le moglier et fioli, come za feceno li Cymbri, non abandoneranno la Šimpresa per honor suo et dello Imperio. Ma per farvi chiaro del tut[o] el principal rispecto che la prefata maestà tant[o] desidera questa unione è perché, expedit[o] dala impresa de Milano come presto el spera, l’animo et firma intention sua è, s’el ne dovesse lassar la vita, intrar immediate in Franza cum el suo exercito et vindicarse dele tante injurie receput[e]; et però volentiera vorìa apresso Suizari haver la signoria collegat[a] per securtà de quel stat[o] et pace et quiete de Italia, azò che per le perturbatione de lì non potesse esser astrecto abandonar la impresa de Franza, che tant[o] li è a cuore. Et ricordative, ambasator, che oltra lo aiut[o], li da l’Imperio, l’ha etiam el stato de Fiandra del fiol, el qual stat[o] al presente è governato nomine suo da sua fiola, madama Margarita, et tant[o] sua maestà ne pol disponer, quanto di quel d’Austria et Tirolo.
    [3.] Princeps serenissimo, a questo sì longo discorso factomi el prefat[o] m[esser] Paulo, che veramente è el cuor del re, non mi ha parso risponder alcuna cossa, ma ascoltar et significar el tut[o] particularmente alla sublimità vostra, remetendo a lei la risposta integra. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 684 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Erneutes Drängen Pauls von Liechtenstein auf eine rasche Erklärung Venedigs zum kgl. Bündnisangebot angesichts des baldigen Endes des RT; [2.] Erwiderung Querinis: Beteuerung des guten Verhältnisses Venedigs zu Kg. und Reich, Bedauern über die Feindschaft zwischen Kg. Maximilian und Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Replik Liechtensteins: Priorität des Vorgehens gegen Frankreich, Notwendigkeit einer baldigen und unmißverständlichen Erklärung Venedigs; [4.] Mitteilung eines ehemaligen Haushofmeisters Kg. Philipps von Kastilien über Beschlüsse der Reichsstände zur Romzughilfe; [5.] Ansehensverlust Costantino Arianitis infolge des Verdachts Kg. Maximilians hinsichtlich Bündnisverhandlungen zwischen dem Papst, Frankreich und Spanien; [6.] Schuldenangelegenheit Johannes Langs in Venedig.

    Konstanz, 21. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 53–53’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde per easdem postas Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 125–125’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Auszugsweise referiert bei: Brunetti , Vigilia, S. 44f.

    [1.] /53/ Serenissime princeps. Questa matina apresso disnar el m[agnifi]co m[esser] Paulo Lichtestan me fu a parlar, et per nome de questo serenissimo re me disse che, anchoraché sua maestà tenia per cossa certa che jo havesse scripto et significato ala celsitudine vostra particularmente tuti li partiti, che l’altro zorno la me fece rechieder che jo dovesse proponer a quel excellentissimo senato et instarne la risolutione, dela qual el se persuadeva doverne haver de brevi risposta, tamen, vedendo che le pratiche et tractamenti che sua maestà ha cum li principi del’Imperio, tendeno a presta conclusione resoluta et diffinitiva, l’ha volut[o] da novo farme replicar che jo debia sollicitar la illustrissima signoria vostra a risponder et dechiarir la ultima voluntà et animo suo circha li partit[i], che per sua maestà, ut supra, li sono sta’ proposti, in quel più breve termine che far si pol, azò che avanti el licentiar dela dieta, che sarà presto, li Šprincipi possino saper cum certeza, se la sublimità vostra li ha ad esser amica o inimica. Affirmandomi dict[o] m[esser] Paulo che, se la non se lasserà intender, altramente necessario sarà che la reputino per inimica nella conclusion loro et disponino le forze sue non mancho contra Venetos q[uam] contra Gallos.
    [2.] Jo cum dolce et humane parole me forzai farlo certo che l’animo dela celsitudine vostra era stat[o] che sempre sarìa propensissimo ad ogni honor et exaltation del serenissimo re et Sacro Imperio. Ben credea che fin nel core dolesse ala sublimità vostra sentir tal differentie tra li do capi principal de Christianità a questo tempo che la sperava veder universal unione et expeditione contra infideli.
    [3.] Non mi lassò finir che disse: Ambasator, queste sono dele vostre. Jo ve dico ch’el non è possibele ch’el se faci né expeditione contra infideli né altro bene, se prima el non se reprime la intolerabile superbia de’ Francesi. Et se la signoria [crederà]1 cum simel general et reservate parole satisfar questi signori senza alcuna conclusione et particular risposta alli partiti proposti, vi promett[o] che la se troverà inganat[a]. Et sentiret[e] che l’harano /53’/ posta per inimica, et voi, come orator dela signoria, ne vederete etiam qualche segno, se la non risponde altramente, cignando quasi ch’el me sarìa dat[a] licentia da questa corte.
    Remanessimo in conclusione che jo scriverìa el tuto, et non dubitava di non haver risposta.
    [4.] De uno zentilhomo Borgognone, amico mio et amat[o] dala maestà cesarea, el qual fu maestro de caxa del q[uondam] re Philipo, mi è sta’ ditto che questi principi za saríano risolti de dar ala prefata maestà exercito sufficientissimo per la impresa deliberat[a], se non che sono in difficultà ch’el re vorìa de più delo exercito li pagasseno etiam altri 4000 fanti, videlicet do milia Suizari ultra li 6000, che li sono dat[i] per li cantoni, pagati però dal Imperio, et 2000 fanti dela Liga Grissa, i qual sua maestà vol haver in ogni modo, et li capetanii, son qui ala corte. Pur se iudica che li principi tandem non resterano per sì pocha cossa de satisfarla in tut[o], et che fra do o tre zorni se ne expedirano desiderosi ciascuno de ritornar ale sue caxe per far le preparatione che sarano deliberat[e].
    Starò vigilante per far intender el tut[o] ala sublimità vostra.
    [5.] Dapoiché la maestà cesarea ha preso suspecto ch’el pontifice sia per far nova intelligentia cum Franza et Spagna, la non vede el signor Constantino cum quel bon ochio, che la soleva, né lui sollicita tant[a] la corte, et par che manchi assai de reputatione.
    [6.] Hozi [21.6.] ho apresentato al r[everen]do m[esser] Matheo Lang il salvoconduct[o], che la illustrissima signoria vostra ha confirmat[o] a suo fratello [Johannes], del qual sua signoria li rende quele mazor gratie che più se pol, et assai se li offerisse. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « ŠNr. 685  Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Verhandlungen des RT über die Höhe der Reichshilfe und über die Finanzierung der eidgenössischen Kontingente; Vorbereitungen Kg. Maximilians für den Italienzug; [2.] Entsendung Georg Supersaxos zu den Eidgenossen; [3.] Bemühungen Kg. Maximilians um Geldmittel; [4.] Erwartung der Erklärung Venedigs bezüglich des Bündnisangebotes Kg. Maximilians; [5.] Ausweisung des französischen Gesandten Gian Antonio Crivelli.

    Konstanz, 24. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 54–54’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruch et inde Venetias per easdem postas.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 125’-126’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.

    [1.] /54/ Serenissime princeps. Questi signori et principi dela dieta non se sono a quest’ hora risolti, né hanno facto conclusione del numero dele zente, che voglino dar al re suo. Et par che siano pur su la difficultà che jo scrissi per l’ultime mie [Nr. 684, Pkt. 4]  deli 2000 fanti dela Liga Grissa et altri 2000 Suizari che desidera haver la maestà cesarea, azò siano tra Suizari et Grisani 10 000 fanti, perché la intention sua è che descendino dal canto de Belenzona o de Valese nel stat[o] de Milano, insieme cum qualche quantità de cavali, et lì incominzeno la guera. Benché la prefata maestà, come c’è dicto, non habi anchor havut[o] la resolutione deli principi, non mancha però del far delle provisione necessarie per la guera, sapendo ch’el mancho numero de zente, che li voleno dar, è 12 000 lenzechenet et 6000 cavali. Et prima sua maestà ha fato preparar lettere1 a tuti li signori de Alemagna, che non se atrova qui, et similiter alle cità imperial che facino preste le zente, che sono obligati. Et fata, che sarà per la dieta, la deliberatione dela quantità delo exercito, se dividerà el tuto per rata, et illico dicte lettere sarano expedite cum la specification del’obligo de ciascuno signor et comunità et del tempo, che se harano a redur insieme. Et quelli che sarano molt[o] lontani haranno a mandar sui comessi cum dinari per far le provisione dele zente, li tocherano qui dintorno, dove c’è gran quantit[à] de soldati. Et za alcuni comessi dele terre dela liga grande, che sono verso el mar de Tramontana2, incominciano incaparar capetanii over, a modo nostro, contestabeli per questo effecto.
    [2.] Preterea sua maestà è per mandar fra do zorni a’ Suizari uno domino Georgio Soprasaxo, servitor suo, che è del paese et molto praticho per far elezer li capetanii deli 6000 fanti et meter in ordine el tuto, perché la vol che epsi siano li primi a romper.
    [3.] Ulterius per ogni via possibele la procura de trovar danari. Et me è sta’ acertat[o] che l’archiepiscopo de Salspruch et lo episcopo de Arbipoli li prestano 100 000 fiorini per uno [anno] cum interesse de 15 [!] per c[entum] et che del suo paexe d’Austria, Stiria, Carintia, Tirolo, Ferete etc. ne trarà da 150 000 in 200 000 per l’obligo /54’/ di andar a tuor la corona a Roma. Et qualche suma etiam ne potrà haver da marchandant[i] dele sue minere de arzenti et rami, le qual l’è in praticha di vender per 6 anni, et Šmedesimamente per impegnare castelli et terre per bona summa de danari. Et ita le cosse vano ogni zorno più avanti, et judicasse che molto presto li principi sarano expediti de qui et anderano ciascuno a prepararsi secondo l’obligo loro.
    [4.] Questo serenissimo re sta in expectatione grande de intender de zorno in zorno da mi la resolutione dela sublimità vostra, dela qual ha conceput[o] bona speranza. Et se persuade che la non possi esser se non conforme al desiderio suo in part[e], se non in tut[o], poiché l’intende che la celsitudine vostra non se è stret[a] cum la maestà christianissima, più di quello la era.
    [5.] El frate over abbate [Gian Antonio Crivelli], ambassator del re de Franza, che fu retenut[o], come scrisi a vostra sublimità [Nrr. 670, Pkt. 3; 673, Pkt. 6] , è sta’ mandato secretamente via de qui, et non se sa dove. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 686 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Verhandlungen im niederbayerischen Erbfolgestreit zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich; [2.] Verhandlungen des RT über Höhe und Dauer der Romzughilfe, Beratungen über die Route des Romzugs; [3.] Vorbereitungen der Eidgenossen für den Romzug; [4.] Unterredung Kg. Maximilians mit Querini: Anfrage des Kg. bezüglich der erwarteten Stellungnahme Venedigs; Rechtfertigung der Verzögerung durch Querini.

    Konstanz, 27. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 54’-55’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Ispruch et inde per easdem postas Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 126’-127’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.

    [1.] /54’/ Serenissime princeps. Quamvis questo serenissimo re insieme cum li principi dela dieta havesseno imposto silentio alle differentie del duca Alberto de Baviera et conte Palatino [Friedrich], come per mie de 9 del instante scrissi [Nr. 678, Pkt. 2] , tamen dapoi, per obviar ad ogni scandolo et sublevatione, che in sua absentia potesse occorer in Germania, sua maestà cum li prefati principi sono stati più volte su questa causa, et tandem hanno trovat[o] modo ch’el duca Alberto ha fat[o] pace cum li fioli del conte Palatino [Ottheinrich und Philipp] et se sono abbraciat[i] insieme.1 Et sperasi che sarà fato fine alle lor controversie et che resterano pacificati. Dela qual cossa la maestà cesarea ne ha sentit[o] singular apiacer, parendoli che, acquistati questi do principi, el possi liberamente absentarsi de Alemagna senza suspecto di motione o disturbo alcuno.
    [2.] La maestà sua è /55/ continuamente cum la dieta in consultatione de diverse provisione, se hanno a fare per la guera et per el quieto rezimento del’Imperio et dei stati di signori, che remagnerano nel paese et che anderano cum sua maestà in Italia. Et par che dela difficultà del numero et quantit[à] del’exercito, che li ha a dar lo Imperio, siano hormai d’acordo, benché non sia totalmente concluso, perché da 18- a 20 000 persone da facti è la lor differentia. Per quant[o] spect[a] alla guera, resta a dechiarir el Štempo che li principi se voleno obligar a mantenir el suo exercit[o] ben pagat[o] fora de Germania. Et come ho potut[o] intender, la maestà del re vorìa che se obligasseno per uno anno, et loro voríano per mezo solo, non soprazonzendo mazor bixogno per honor et benefitio del’Imperio, perché se persuadeno non dover trovar contrasto da part[e] alcuna. Et ultra questo sono in consultatione del camino, ha a tenir la maestà cesarea, del qual se ne parla variamente. Ma fin qui la più part[e] è de opinione ch’el debia andar per la Savoglia et venir a reuscir a piè de’ monte per serar la via de soccorer Milano a’ Francesi et tirar cum si queli signori de Savoglia, Monferra et Salluzo. Et si in questo transito el re de Franza se li vorrà opponer, el desiderio de costoro è de venir a una zornat[a], come sopra tut[e] le cosse del mondo brama el re de’ Romani, el qual per quello se vede non cambierìa cum un bel regno una simel occasione di far fato de arme cum Francesi; et però se judica el sia per tenir quella via. Et za se incomenza a parlar che tut[e] le zent[e] haranno a far la massa a Fraiburg, che è a quel camino, tamen non c’è certeza alcuna né deliberation fatt[a] cercha ciò, né se crede la farano cossì presto, expetando la resolutione della sublimità vostra, secundo la qual drezerano lo exercito suo.
    [3.] L’è venuto nova de qui ch’el re de Franza ha denuo mandat[o] soi messi a’ Suizari cum gran promissione. Tamen essi ogni zorno fanno mazor demonstration de voler servir fidelmente l’Imperio et mantenir la liga. Et hanno za electo el suo capetanio zentral et li contestabeli, li quali sono tuti homeni, che hano seguit[o] sempre la parte /55’/ imperial. Et medesimamente de qui sono sta’ expediti li capetanii dela Liga Grissa, che vadino a prepararse per descender insieme cum Suizari, sui colligati, per la via de Vallesa et Belenzona nel stat[o] de Milano. Et de questi Grissoni la maestà cesarea ne ha tolt[o] 1800 [Nr. 254].
    [4.] Questa matina fui invitat[o] dal re ad una messa novella, cantat[a] per un suo servitor, et dapoi, accompagnatolo a casa, sua maestà me chiamò a part[e] et dimandome, se jo havea risposta dala celsitudine vostra dela proposta sua.
    Risposi de non et ch’el non era anchor tempo che la me havesse potut[o] risponder.
    Me replicò: L’è necessario che l’habiamo prima che partiamo de qui, perché la sarìa poi fora di tempo, et sapiat[e] che molto presto convenirò licentiar questi principi, azò possino andar a meterli in ordine.
    Dissi che jo existimava che la illustrissima signoria vostra non mancherìa de risposta, ma che le deliberatione de quel excellentissimo stato, come dovea saper sua maestà, non poteano esser cusì prest[e] per el modo de consultar, che se accostuma in cossa de tant[a] importanzia, come è questa. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 687 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Unterredung Querinis mit Paul von Liechtenstein: Mitteilung der Beschlüsse der Reichsstände zur Italienhilfe (Höhe und Dauer, Finanzierung der eidgenössischen Kontingente), Berechnung der voraussichtlichen Stärke des kgl. Heeres, Beratungen über die Route des Italienzuges; Verzicht Kg. Maximilians auf einen Beitrag des ŠSchwäbischen Bundes, Vorbehalt der Bundeshilfe für den Fall eines französischen Angriffes auf Burgund; [2.] Erwiderung Querinis; [3.] Berichterstattung Querinis nach Venedig.

    Konstanz, 28. Juni 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 55’-56’ (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas regias.1 ) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 127’-128’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Regest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 71f.

    [1.] /55’/ Serenissime princeps. Questa matina a hora de disnar d[omi]no Paulo Lichtestan me fu a trovar et per nome del serenissimo suo re me disse che, quamvis heri [27.6.] a bocha sua maestà me dechiarisse quanto li era necessario saper la resolutione dela illustrissima signoria vostra per esser li principi dela dieta per expedirse presto de qui, tamen hoc non obstant[e], astrenzendo cossì el bixogno, la maestà sua havea volut[o] mandarlo a me, azò che più particularmente mi facesse a saper le resolutione et promesse che heri [27.6.] sera l’hebbe dal Imperio, le qual esso m[esser] Paulo me acertava sopra la sua testa esser vere et certe et che, se mai la sublimità vostra trovasse altramente, lo publicasse per el /56/ mazor ribaldo del mondo. Et questo disse, perché el fa professione d’esser molto veridico et non dir mai busie, et per tal è reputat[o] in Germania: Et prima circa la differentia del numero dele zent[e] che li ha a dar l’Imperio, disse che li principi se erano risolti et haveano promesso in scriptura2, firmat[a] de mano de ciascuno de loro, dar alla maestà cesarea 18 000 homeni da facti, pagati per 6 mesi per menar cum si in Italia, et per più, se per più sarà bixogno. Tra li quali ne sarano 3000 boni homeni d’arme a modo loro et non più, perché sanno che la maestà sua ha cavali asai et ch’el mazor fondamento del suo exercit[o] suol’ esser sempre nelle fantarie. Tutavia che se cognoscesseno el fusse per haver contrasto, li darìa molto più numero de cavali et de pedoni, ma intendendo ch’el re de Franza è per fuzer de Italia, teneno per firmo ch’el non sarà né città né castello, che non li vad[i] contra cum le chiave in mano; et che, se sua maestà vorà computar li 6000 Suizari, che li darano li cantoni, tra questi 18 000 homeni del’Imperio, sono ben contenti pagarli a 4 fiorini et mezo al mese, che è più di quello se dà alli fanti Alemani.
    Subjungendo el prefat[o] m[esser] Paulo ch’el serenissimo re havea volut[o] più presto acceptar questa oblatione et resolutione libera dal Imperio et poter governar le cosse a suo modo che mazor numero cum qualche limitatione et obligatione che forsi li haríano volut[o] dar, parendoli etiam non haver bixogno de exercit[o] mazor, perché ultra li 6000 Suizari, li qual, potrìa esser, la maestà sua volesse computar tra li 18 000 homeni del’Imperio, l’è disposta haverne altri do milia et do in tre milia tra Valessani et Grissani et de più qualche altra bona quantit[à] de fanti deli soi stati paterni, dove ne potrà trar gran copia per pochi danari ulterius altri 3000 cavalli, sì che ascendino alla Šsumma de 23- in 24 000 fanti in circa et 6000 cavali, deli quali a questa hora sua maestà se ne trova da 2000 experimentati nela guerra di Ungaria. Insuper me disse dict[o] m[esser] Paulo che del camino, havesseno a tenir per descender in Italia, anchorch’el ne /56’/ fusse sta’ parlat[o] variamente, non era facta conclusione, perché stano in expectatione della resolutione dela celsitudine vostra, dalla qual, havendo bona risposta, el re vorà forsi passar cum part[e] del suo exercito per el paese della illustrissima signoria vostra per mazor comodità, et peroché la maestà sua cum summo desiderio expectava risposta, per poter licentiar la dieta et incominciar far delle provisione designat[e] per la impresa sua, et azò etiam li principi vadino alli sui stati a far el medesimo, perché oltra l’ordinario, che essi tuti li darano per la portione et rat[a] sua, sua maestà sperava haver d’alcuni de loro che l’amano molto più. Post hec il sopradict[o] d[omi]no Paulo me concluse ch’el me faceva a saper ch’el re a questa sua expeditione non havea volut[o] dimandar ajut[o] alcuno alla liga de Suevia, anchorch’el havesse potuto haverne. Ma l’havea reservat[o] in caso ch’el re de Franza, per far diversione, li rompesse in Bogogna per deffensione del qual stat[o] dicta liga li havea obligation de aiutarlo cum 16- o 18 000 persone3, come feceno al duca Alberto di Baviera contra el Palantino fino a guera finita.4 
    [2.] Jo, aldito el tut[o] cum demonstratione di haver piacer deli felici successi dela maestà cesarea, non fici altra risposta, né cerchai intender altra particularit[à] che harìa potut[o] dimandar, contentandomi expedirme da lui cum acertarlo solamente che vostra celsitudine non mancherìa de risposta.
    [3.] Quanto cum effecto vederò seguir per zornat[a] dele provixion di sopra dechiarit[e], studierò tenir avisat[a] vostra sublimità cum ogni verità, non affirmando più di quello vederò cum li ochi, et se haverò d’altri, li dechiarirò da chi, come mi son sforzato far fin mo che prometti alla sublimità vostra, se havesse atteso a parole, non dico de una né di do persone, ma universal. De tuta la corte et deli principi istessi haverìa scrit[o] et scriverìa cosse, che per ventura non saríano credute. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 688 Weisung des Dogen und der Signorie von Venedig an Dr. Vincenzo Querini  »

    [1.] Erklärung Venedigs zu den von Kg. Maximilian durch Paul von Liechtenstein eröffneten drei Alternativen: [1.1.] Feindschaft Venedigs gegen Kg. und Reich, [1.2.] Abschluß eines gegen Frankreich gerichteten Bündnisses mit Kg. Maximilian und [1.3.] Neutralität Venedigs unter Verpflichtung zum Durchzugsrecht für das Heer Kg. Maximilians; [2.] Anweisung an Querini zur Antwort auf die kgl. Vermittlungsinitiative entsprechend der Weisung und zur Vertretung der Position Venedigs in Gesprächen mit Kf. Jakob von Mainz und anderen Reichsfürsten.

    Venedig, 29. Juni 1507; präs. Konstanz, 7. Juli.
    Š Venedig, AS, Senato, Deliberazioni (Secreta) 1507–1509 (reg. 41), fol. 36’-37’ (ital. Kop., Randverm.: Ser Aloysius de Mollino, ser Petrus Duodo, ser Ant[onius] Lauredano, eques, ser Leonardus Mocenigo, sapientes consilii; ser Franc[iscus] Aurio, ser Hier[onymus] Quirino, ser Petrus Victuri, ser Petrus Lando, sapientes t[erre] firme. Verm. am Textende: De parte: 111.) = Textvorlage A.
    Kurzregest: Brown , Calendar I, Nr. 894, S. 328.

    [1.] /36’/ Bestätigen den Eingang seiner Berichte vom 18. und 21. Juni [Nrr. 683; 684, Pkt. 1–3] über die Vorträge Pauls von Liechtenstein im Namen des röm. Kg. Er, der Doge, hat in Anbetracht der Wichtigkeit der Angelegenheit gemeinsam mit dem Senat folgende Entscheidung getroffen:
    [1.1.] /37/ Beginnend mit dem dritten Punkt [Nr. 682, Pkt. 1.7] ist seine Antwort an Liechtenstein [Nr. 684, Pkt. 2] zu loben, che in nui mai è per intrar pensiero alcuno in alcun tempo de esser inimici dela cesarea maestà né del Imperio, cum chi sempre siamo stati in tanto amor et benivolentia, quanto dir se possi, in modo che questa dispositione ne è naturale verso la maestà cesarea et quelli signori principi et stati dela Germania, li qual tuti se siamo forzati per ogni occasione offertane honorar et accomodar, et cussì siamo per far continuamente, accedendo ali altri respecti li mutui commertii deli comuni subditi nostri cum grandissima utilità del’uno et l’altro. Immo volemo dir questo de piùy che, se may l’occorresse el caso che perhò non se persuademo, possi occorrer che alcuno tentasse o machinasse la usurpatione dela corona imperiale, nuy in tal caso sessamo uniti cum quelli signori et principi del’Imperio et concorressamo insieme cum loro ad conserverla.
    [1.2.] Al primo partito proposto, ut supra, per dicto d[omino] Paulo [Nr. 682, Pkt. 1.5], diremo liberamente quello che non ne par poter tacer senza offension dela conscientia nostra, nui vedemo queste dissensione et guerre tra li christiani principi et maxime li principali, come sono questi, tirar cum si manifestamente la ruina de’ Christiani. Et se tememo piùi deli altri la potentia et rabie delo inimico che molto piùi deli altri l’habiamo provata et piùy siamo expositi al’impeto suo. Tacendo adunque questo ala maestà cesarea, capo et protector de’ Christiani, reputessamo commetter grandissimo error in conspecto del signor Dio nostro. Per questa rasone habiamo sempre abhorrite le discordie tra Christiani. Et quando al p[rese]nte movessamo guerra ala maestà christianissima, cum la qual za gran tempo se ritroviamo in bona amicitia et allianza, ultra che ne seguiterìa el pericolo sopradicto, la maestà cesarea et quelli signori haríano causa de non far bona opinione dela amicitia nostra.
    [1.3.] Ala terza proposta veramente de neutralità che fu adducta in ordine per la secunda [Nr. 682, Pkt. 1.6]: Ve diremo, et cussì volemo, affirmate ala cesarea maestà che, per la devotione nostra verso la maestà sua, nuy non siamo mai in alcun tempo per esserli contra. Et el medesimo se persuademo sii per far la maestà sua verso de nuy devotissimi et obsequentissimi de sua cesarea maestà et del Sacro Romano Imperio. Et circa il passo et victuarie per el stato nostro per andar contra Franza, nuy se confidamo nela sapientia, iustitia et bonità dela maestà cesarea che, per le rason dicte de sopra, non ne vorà dar questa graveza che tirerìa senza dubio immediate l’uno et l’altro exercito sopra i territorii del stato nostro, dove, ritrovandose etiam el nostro exercito, qual nuy Šfacemo per securtà dele cosse nostre, venirìa ad esserli uno peso et carrito importabile ultra el periculo de qualche scandalo che potrìa seguir fra esse zente comune, come suol molte volte accader etiam contra la voluntà deli lor capitanei et signori.
    [2.] Questo è quanto ne è occorso respondervi ale tre proposte factevi per d[omino] Paulo Litestain nomine Cesareo, el che volemo che cum tuta la dexterità et forze del inzegno vostro debiate explicar et ben iustificar ala maestà sua cum farla certa delo obsequentissimo animo et devotion nostra verso de ley. Demum darete ogni opera de tenir el sopradicto d[omino] Paulo ben disposito et edificato in questa materia, /37’/ et potissimum verso la signoria nostra. Et sì come neli zorni preteriti al reverendissimo Maguntino et quelli altri prelati vuy parlasti prudentemente a simel propositi, cussì nelo advenir procurarete trovar occasione de parlarne cum quelli signori et principi in conformità de cadauna parte dele presente lettere nostre.1

    « Nr. 689 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Beschluß der Reichsstände über die Romzughilfe; Glaubwürdigkeit Pauls von Liechtenstein; Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Reichsständen über die Romzughilfe und die Ernennung eines Reichsstatthalters; [2.] Rat Querinis zur Berücksichtigung der Feindschaft Kg. Maximilians zu Frankreich und des Gehorsams der Reichsstände gegenüber ihrem Kg. als feste Konstanten bei der politischen Lagebewertung; [3.] weitere Aspekte diesbezüglich: das Bündnis von Kg. und Eidgenossen, die Bemühungen Kg. Maximilians um Geldmittel, die fortwährende Sammlung von Truppen und der Wille des röm. Kg. zur Durchführung des Italienzuges im ŠAugust; [4.] Zuverlässigkeit der Mitteilungen Querinis; [5.] Erwartung der Erklärung Venedigs zu seinem Bündnisangebot durch Kg. Maximilian; [6.] Ankunft des mutmaßlichen mantuanischen Gesandten Fregosino Fregoso in Konstanz.

    Konstanz, 1. Juli 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 57–57’ (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Ispruch et inde per easdem postas Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 129–129’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.

    [1.] /57/ Serenissime princeps. Per l’ultime mie de 281 la sublimità vostra harà inteso la resolutione et obligatione facta per li principi del Imperio alla maestà cesarea per la sua impresa de Italia, sì come hebbe dal magistro m[esser] Paulo Lichtestan. La qual resolutione è affirmat[a] universalmente da tuta questa corte, ma in molt[o] mazor numero et de’ cavali et de’ pedoni2 che lui me disse. Et jo scrisi ala sublimità vostra et dico tant[o] che non lo sarìa scriver, ita che ogni dì me par poter creder più et dar mazor fede ale parole del prefato m[esser] Paulo, perché vedo le s’accostano più ala rasone. La maestà prefata è pur ogni zorno cum li principi sui, et sollicitano le provisione, non solamente per la expeditione de Italia, ma etiam per el governo de Germania in absentia de sua maestà.
    [2.] Quanto habbi a seguir de questi tanti et sì grandi movimenti, jo non posso né debbo affirmar alcuna cossa, ma lassar el juditio del futuro ala sapientissima signoria vostra et dir quello che da ogni part[e] se ha et vede, come sarìa un re de’ Romani inimicissimo natural del re de Franza, desiderossisimo de vendicarse de mille vituperose injurie receput[e], bramoso de recuperar l’honor et reputation, che li par haver perso in Italia, et insieme tuor la corona imperial honoratamente, la qual, perdendosse questa occasione, non sa quando mai più la possi havere. Et oltra ciò vedesse reducta qui la mazor part[e] et meglior deli principi de Alemagna, che demonstrano esser molto obsequent[i] alla prefat[a] maestà, et cum ogniuno et in ogni loco a concorentia ne dicono bene et la extolleno ad astra, mostrandossi aperti inimici de Franza. Vedesse deinde ch’el più de loro sono zoveni desiderosi de novit[à] et cresciut[i] soto questo re, et ch’el non c’è principe in Alemagna de tant[a] auctorit[à] che ossasse moversi contra la voluntà de sua maestà, maxime dapoi la ruina del Palatino, che li ha accresciut[o] grandissimo credit[o], che, se ben qualche uno lo odia, non ardisse scoprirse.
    [3.] Vedesi ulterius una certa et vera unione /57’/ cum Suizari, che non fu za tanti anni. Et demum se sent[e] ch’el re ogni zorno vende et impegna per accumular danari et cum quanti el parl[a] sì Todeschi come Italiani, deli qual ogni zorno ne soprazonzeno qui squadre, affirma senza dubio alcuno per tuto el mese de Agosto proximo voler descender in Italia.
    [4.] Questi a’ tuti pareno argumenti grandi, tut[a]via jo, come ho ditt[o], ne remett[o] el juditio alla celsitudine vostra, affirmandoli che jo me son sforzato et sforzo darli queli più veri avixi che possibele mi è, né mai li scrivo cossa che non mi voglia certificar per tute quele vie, che far se pol.
    Š[5.] La maestà cesarea sta in grande expectatione della resolutione della sublimità vostra, et li incomenza parer stranio che la tard[i] tant[o].
    [6.] L’è venuto qui uno m[esser] Fregosino de Campo Fregoso, mandat[o], come se dice, dal marchexe di Mantova per acconzar le cosse sue cun la maestà cesarea, per esser costui persona grat[a] da maestà et pratico di questa corte. Alia non sunt. Gratie etc. [Datum, Unterzeichnung, Postvermerk].

    « Nr. 690 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen  »

    [1.] Verwunderung Pauls von Liechtenstein über das Ausbleiben der Stellungnahme Venedigs zum kgl. Bündnisangebot; [2.] Rechtfertigung Querinis gegenüber Liechtenstein mit der Notwendigkeit einer sorgfältigen Entscheidungsfindung; [3.] Insistieren Liechtensteins, Mitteilung über den Feldzugsplan Kg. Maximilians; [4.] Bestätigung der Mitteilung Liechtensteins durch Bf. Matthäus von Sitten; [5.] Reichsbelehnungen Ebf. Jakobs von Mainz, Bf. Georgs von Trient und Bf. Heinrichs von Augsburg; [6.] Drängen Kg. Maximilians auf den Abschluß der Verhandlungen durch die Reichsstände; [7.] Ankunft Jakobs Fuggers in Konstanz zu Geschäftsverhandlungen mit Kg. Maximilian; [8.] Mitteilung eines burgundischen Edelmannes über einen Bericht des kgl. Gesandten Bf. Christoph von Laibach aus Rom; geringes Ansehen Papst Julius’ II. bei Kg. Maximilian.

    Konstanz, 3. Juli 1507.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 57’-59 (ital. Kop.; Postverm.: Per postas regias in Hispruc et inde per easdem postas Venetias usque.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 129’-130’ (ital. Kop.; Postverm. wie A) = B.
    Teilregest: Erdmannsdörffer , Depeschen, S. 72.

    [1.] /57’/ Serenissime princeps. Questa matina jo me incontrai a messa cum d[omi]no Paul Lichtestan, el qual mostrò maravegliarse che da dì 16 del passato fin mo ch’el me fece la proposta per nome dela maestà cesarea, come per mie de quel zorno significai a vostra sublimità [Nr. 682, Pkt. 1/3], la non habi adhuc risposta et che veramente el re et lui anchora erano de opinione che necessariamente dele do cause dovea esser la una o che la sublimità vostra havea mal animo verso sua maestà et l’Imperio over che Domenedio a qualche effecto per meterìa che la non vedesse o cognoscesse el ben suo, poiché de do partiti sì largi la non sapeva o non voleva acceptarne alcuno, deli quali non li poteva intravenir se non ben, perché offerendosi /58/ et dando la fede sua maestà cesarea de tenir secreta ogni sua resolutione finoché la fusse descessa in Italia, la celsitudine vostra poteva molto ben al presente dechiarirse al mancho neutral, et parendoli poich’el fosse tornat[o] a propoxit[o] de quel illustrissimo stat[o] unirse alhora cum sua maestà cum utilit[à] et beneficio suo, l’harìa potut[o] farlo, se anche non starsene de canto.
    [2.] Jo justificai la illustrissima signoria vostra cum tute quelle raso[ne], che me soccorseno, accertando che la non havea malla voluntà verso la maestà cesarea; nec etiam jo pensava ch’el nostro signor Dio fusse tanto irat[o] cum quel senat[o] ch’el lo havesse privat[o] de poter cognoscer el ben suo. Ma sua signoria dovea saper che li tractamenti et pratich[e] dela corte de un re, che consisteno in voluntà et dispositione Šde una persona sola, sono molt[o] diverse da quelle de una re publica, dove prima che se vegni a deliberatione de tanta importantia, come è questa, se suole ben consultar et contrapesar tute particularit[à]; et quanto se tarda più a farne conclusione, tanto l’è poi più firma et stabele; et per caso, perché possi soprazonzer, non se mut[a], né se rompe. Et se una fiat[a] se ha promessa et fede da quella serenissima signoria, se possi esser securi che mai la sia per manchar fino alla effusion del proprio sangue. Et hinc est che Venetiani pareno più tardi nele sue deliberatione.
    [3.] El prefacto d[omi]no Paulo non restò per niente satisfat[o] né volse admeter la excusa, dicendo che haveano etiam epsi havut[o] rispecto et consideratione al tut[o], et che nihilominus trovavano che l’era passat[o] el tempo et che però la maestà del re et li principi che desiderano presto expedirse da questa dieta et venir alli effecti della sua impresa heri [2.7.] se risolseno, non havendo bona risposta dala sublimità vostra, videlicet o unione o promessa de libero et securo passo cum comodit[à] de victuarie, che Suizari, Valessani et Grissani fino al numero de 10 000 in circa cum 2000 cavali in compagnia descendino nel ducat[o] de Milano per Belenzona, et el re vad[i] cum el resto dello exercito per el Friulo, de dove haverà la via più piana, et procuri de passar per lì, come /58’/ meglio el potrà. Et [che] cossì el provederà da do canti che le zente de Franza non se uniscano cum quelle de excellentia vostra et che, se veramente la signoria vostra acceptasse uno deli do partit[i], li Suizari descendino pur dal canto suo, come è dict[o], et sia in libert[à] del re andar lui o per el paese de vostra sublimità o per la Savoglia. El qual camino de Savoglia par che piaza alla mazor part[e]. Et cum questo el sopradicto messer Paul mi lasò.
    [4.] Me son dapoi atrovat[o] a caso cum el vescovo de Valesse, el qual, come altre fiate ho scritt[o] [Nr. 671, Pkt. 2] , è quelo che ha menat[o] tut[e] le trame cum Suizari. Tra molti discorsi me ha affirmat[o] che, havendo volut[o] saper la voluntà dela maestà cesarea circa el camino che haverano a fare, sua maestà li ha resposto che, s’el non se potrà fidar dela celsitudine vostra, el vol che Suizari vadino, come è dict[o], et lui cum el resto delo exercito descenderà per el Friul, et cossì etiam è publicat[o] per tuta la corte.
    [5.] Avanti heri [1.7.], dapoi disnar, questo serenissimo re cum gran pompa et molt[a] solemnit[à] dett[e] la investitura al reverendissimo Maguntino et ali episcopoi de Trento et Augusta.1 
    [6.] Et ita sollicita la expeditione deli principi, azò ciascuno possi andar alli soi stati a prepararse.
    [7.] Zonse qui heri [2.7.] matina Jacomo Focher, marchadant[e] de Augusta, et ha portato a sua maestà 80 000 fiorini per resti vechi dele minere che hanno tenute; et dicesse che hanno concluso merchat[o] de tut[e] le sue minere d’arzenti et rami per molti anni et per gran quantità de’ danari da esser pagat[i] a sua maestà de 3 mesi in 3 mesi.2 
    Š[8.] Ho intexo da un zentilhomo Borgognone,