Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    Š9.11. Frankfurt »

    « Nr. 642 Bericht Johanns von Lünen und Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Ankunft in Konstanz, Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Ankunft des frz. Gesandten Gian Antonio Crivelli in Konstanz und Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Gefangensetzung des frz. Gesandten und Abfertigung eines Gesandten Kg. Maximilians und der Reichsstände zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (hl. pinstag).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 14–15’ (Or. mit Randvermm. Hd. J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 906, S. 709–712 (Pkt. 1 fehlt).

    [1.] /14/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien unser fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frunden. Nochdem u[wer] W[irden] uns den richstag zu Costenz ersuchen verurnet1 und by kgl. Mt. des gemeinen anschlag halber, so u. W. uf dem gehalten richstag zu Collen angeschlagen und unserm gn. H. von Trier durch kgl. Mt., 2500 fl. uf rechnung zu geben, verschafft sint2, die uf 12- ader 1300 fl. uf ein verfolle quittung zu handeln befolen haben: Demnoch so wissent, daß wir uf samstag noch Jeoris [24.4.] deß abentz gein Spyer komen und daselbst erfaren, daß kgl. Mt. von Straßburg sich erhebt und uf Costenz zugekert. Demnach haben wir uns uf sontag darnach [25.4.] uber Rin foren laßen und uf Costenz geritten und uf donerstag vor walpuriiß [29.4.] deß abentz dar kommen und kgl. Mt. da funden, alß sin kgl. Mt. uf dinstag darvor [27.4.] dar kommen was, und unß uf fritag [30.4.] dem marschalk [Wilhelm] von Bappenheim angeben, daß wir von uwer W. den richstag zu ersuchen verurnet weren.
    Und unß darnoch underredt, by wem wir unß kuntschaft, und unß by Blasio Hueltzeln gesorgt und inen gebeten (nochdem er hievor u. W. zu eren Johan zum ŠJungen by kgl. Mt. gefurdert habe und u. W. derglichen noch gutes zu ton versehen), daß er unß geraten sy und by kgl. Mt. verhelfen wolle, alßbalde sich derhalben gutwillig vernemen laßen. Daruf iem den anschlag, auch die obligacion, so unßerm gn. H. von Treer bescheen ist, eruffnet. Hat unß geraten, by kgl. Mt. zu furgen und unßer werbung mitsampt der entschuldigung zu ton, wol er, sovil iem moglich sy, gutz und nichtz boeß darzu reden. Doch unß zu erkennen geben, daß er besorgt, daß kgl. Mt. es by dem anschlag bliben laß, uß ursachen, wo kgl. Mt. unß gnedig were und die sommen ringern, vurder sich andere derglichen daruf seumen, mog siner kgl. Mt. vil hindernis brengen. Doch wider getrost, daß solichs in der geheim by kgl. Mt. wol zu erlangen sy. Also sin wir 4 tag kgl. Mt. nochgefolget und gewart in der [bfl.] palz, alß sin kgl. Mt. zu herbrich lit, und in dem bredigercloster zu Costenz und uf anbrengen deß Seratiners, den wir am lesten bitten und ersuchen mosten, unß by kgl. Mt. zu verhelfen, hat er unß alßbald verholfen, haben wir von kgl. Mt. in bysin deß Seratiners und Blasio Hultzels gn. audienz gehabt. Und noch unßer getonen werbung und undertenig bitt hat kgl. Mt. /14’/ unß durch den Seratiner antwort geben laßen, daß sin Mt. den handel bedenken wollt. Und uf unßer verner undertenig bitt hat kgl. Mt. H. Hanßen von Landau und Blasio Hueltzeln in unßerm bysin mit unß zu handeln befolen. Also hat sich die kgl. Mt. mit M pherden, gen Rottwil zu riten, erhebt, daßselbig einzunemen und huldigung zu entphaen. Also ist H. Hanß von Landau durch kgl. Mt. geschrift irst uf donerstag noch exaudi [20.5.] widerumb gein Costenz komen. Derhalben wir nitz handeln konten. Aber nitzdestermynder noch unßer gn. H. von Treer unß erfordert hat und begert, sin ftl. Gn. vor andern, wie wir unß zu Cobelenz vernemen laßen haben, wilnfaren wullen, so wolle sin Gn. by kgl. Mt. nitz boeß darzu reden, und weß wir by kgl. Mt. abe ertadingen kunten, were sin Gn. wole zufriden. Darzu so hat kgl. Mt. deß romerzugs halber, auch der Eitgenoßen, so dem Kg. von Frankreich Genua zu erobern vergunt sint, abehendig zu machen, ernstlich und vil handelung gehabt, auch sine Mt. also vermurkt, vil daran gelegen gewest ist. Derhalbe deß anschlags ader ufgelegten geltz halben byß alher nitz frogbersch [= Fruchtbares] haben kunden handeln. Aber nitzdesterminder den Seratiner, deßglichen Blasio Hueltzeln ersucht, aber unß allwegen antwurt geben, solichs by kgl. Mt. anzubringen. Vernemen aber und seen, daß kgl. Mt. mit großen hendeln, so siner Mg. anligen sin, sunderlichen mit den Eitgenoßen, handelt und zu handeln hat, deßhalben wir nitz fruchbarß biß alher haben mogen handeln. Doch wollen wir keinen fliß sparen, sunder alleß unßers vermogenß fliß ankeren, in hoffnung, wir wollen, alß wir von etlichen getrost werden, etwaß fruchtbarß erlangen.
    [2.] Witer so wissen u. W., daß kgl. Mt. ein botschaft gein Schaffhusen verurnet gehabt hat, deßglichen die Kff., Ff. und stende deß Hl. Richs. Und uf kgl. Mt. begere sovil by den Eytgenossen erlangt haben, sie gein Costenz zu ferner handelung verdagen. Alß sie auch uf samstag noch vocem jocunditatis [15.5.] mit IC personen erschenen sint und uf kgl. Mt. costen biß uf donerstag noch exaudi [20.5.] hie zu Costenz verleben. Also daß sie sich uf beger kgl. Mt. horen laßen haben, daß sie kgl. Mt. die ksl. cron zu Rome zu erlangen bystant tun und beholflich sin; und wer sich darwider stellen, /15/ setzen ader verhinderung tun, wollen sie wider dieselbigen mit der tat, sovil ienen Šmoglich ist, handeln und tun. Ien were auch getreulich und von herzen leit, daß die ksl. cron in andre dan in duetzer [hand] komme und blibe solle. Die kgl. Mt. hat auch die Eitgenoßen erlichen in der herbrig gehalten und mit silbern drinkgeschirn und samet verieret und begobt und ienen ein abeschrift eines begriffs [Nr. 229] mit wissen der gemein stende deß Richs, wie sie sich mit kgl. Mt. und dem Hl. Rich vereinigen sollen, uf ein hinderbringes ubergeben. Und sint damit abegescheiden und zugesagt, in 14 tagen daruf wider antwurt geben wollen etc.
    [3.] Item uf dem gemelten tag, alß die Eitgenoßen ieren abscheid genommen, hat die kgl. W. von Frankrich einen orator [Gian Antonio Crivelli], ist gewest ein monig von Meilant, zu röm. kgl. Mt. mit einer credenz geschickt, deßglichen zu gemein stenden deß Hl. Richs, so hie versamelet waren [Nr. 153], und begert, zuvor und ee er gein Costenz quam, durch sinen ritenden boten, iem ein herbrich zu entphaen. Diewile nun kgl. Mt. mit den Eitgenoßen vil handelung gehabt und besorgt, nochdem die Francosen geschide und listig sint, daß derselbige orator etwaß mit den Eitgenoßen vornemen und die kgl. Mt. wendig zu machen, auch sie mit mirklichem geld uberdoppeln mogte, hat kgl. Mt., witer zu erfaren, dem orator herbrich zu Costenz verfangen und ienen alßbald mitsampt sinen diener bewaren laßen. Und alßbald uf sine credenz sin werbung gehort, auch der versamelung solichs zu erkennen laßen geben, mit begere, ienen vor die gemein versamelung komen zu laßen und sine werbung vernemen. Ist also gescheen. Hat ein latinsch credenz leßen laßen, die der Kg. von Frankrich in siner statt Genua iem geben und ußghien laßen hat. Und darnoch sin werbung in latin uf der Walen manere getan. Und zu beschloss siner werbung hat er sich vernemen laßen, daß er habe ein instruction in welsch, von dem cristlichsten Kg. von Frankrich, sinem H., underschriben, siner werbung dester stattlicher zu glauben sy, wol er also den gemeinen stenden ubergeben. Und iem lesten sich vernemen laßen, daß etliche artikel in der instruction steen, zu siner getanen werbung nit dinstlich sien, und alßbald begirt, iem einen secretarien zu vergunden; wult er iem, waß zu siner werbung dinlich were, ußschriben laßen.
    [4.] Solichs ist /15’/ kgl. Mt. zu erkennen geben wurden. Hat sin Mt. nochmittag einen secretarien zu iem geschickt, solichs zu schriben. Und alß er an etliche artikel komen ist, hat der orator ienen die nit ußschriben laßen wollen, sunder der secretarius solichs an die kgl. Mt. bracht. Hat kgl. Mt. alßbald mit gewalt ienen die instruction nemen und ienen und alle sine diener verner besuchen laßen und noch etliche credenz an Bf. von Menz, Treer, Coln, Palz, Brandenburg, Heßen, Saßen, Wirtenburg funden, alle verschloßen, die alle der versamelung angezeigt sint. Solichs alleß hat kgl. Mt. den gemein stenden durch die rede eruffenen, seen und die instruction uf welsch horen laßen. Und nochdem solich zungen in verstentnes nit gemein, ist kgl. Mt. uberkommen, solich instruction in duetz tran[s]ferrern zu laßen und furter den stenden die behendigen. Und so solichs geschicht, wolle wir u. W. solichs, soferre wir vergebene botschaft haben, nit verhalten.3 Doch in sommen inhalten, daß sich der Kg. von ŠFrankrich Meilant halber, auch Genua entschuldiget und dem röm. Kg. ufleget, wie er die Kff. verdriben und siner Mt. erblande meren wulle. Und zeigt deß vil ursach an. Deßglichen auch mit Gellern, alß ir in der instruction, so unß die wurd, wol vernemen werden. Doruf ist kgl. Mt. und der stende meinung, eine schrift mit einem heralt dem Kg. von Frankrich zu schicken, darin begeren zu wissen, ob solichs inhalt der instruction und werbung siner kgl. W. meinung sy, solichs wider zu schriben und sich vernemen laßen, wo er zu finden sy, wolle die röm. kgl. Mt. ein botschaft zu iem schicken und der und andre deß Hl. Richs anligen nottorft halber handeln und reden laßen. Ist also abegefertigt und der orator versehen byß uf die widerantwurt. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in loblichem regement und gesuntheit lang gefristen. Geschreben und geben ilenß uf dem hl. pinstag [23.5.] mit dem menzischen boten Moller Hen Ao. 1507 in Costentz.
    E[uer] W[eisheit] w[illige] Johan von Lunen, genant More, u. W. sch[ultheiß], Johann Frosch, sch[öffe].

    « Nr. 643 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Heimreise Johanns von Lünen, Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die Kölner Reichshilfe; [2.] Erstellung des Reichsanschlags durch den reichsständischen Ausschuß, Junktim mit Verhandlungen über Landfriede und Reichskammergericht; [3.] Beschlüsse der Stände zum Reichskammergericht; [4.] Vereinbarungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen; [5.] Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien, Ausschluß der reichsstädtischen Gesandten; [6.] geringe Fortschritte bei den RT-Verhandlungen; [7.] Höhe der Reichshilfe, Beitrag Kg. Maximilians für den Romzug.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (fritag noch Viti).
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II/199, Stück-Nr. 42 (Or.).

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wisen, u[wer] W[irden] sien myn fruntliche willig dinst alle zijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. U. W. wissent, daß ich uf donerstag noch Bonifacii [10.6.] ein schrift, von u. W. ußgangen, entphangen habe, darin u. W. begeren, nochdem sich die sachen deß anschlags halber verwilen, der schultes [Johann von Lünen] sich anheim fuegen und ich des tag ußwarten solle etc.1 Bin ich ungezwifelt, der schultes sy, ob Gott wil, langest vor dato wol heimkomen. Wil auch deß tageß hie ußwarten und uf u. W. schriftlich antwurt, so ich uf deß schulteßen anbrengen von u. W. warten bin, verharren und, sovil myr moglich ist, verfollen quittung deß anschlags halber uf 2000 fl. ader mynner understien ußzubrengen; doch nichts sunderlichs davon vornemen ader handeln, ich habe dan deß von u. W. ein Šschrift, so ich glaubens halber ferner anzaigen moge, wie dan der schultes und ich deß uf kgl. Mt. antwurt unß underredt haben, deß ich ungezwifelt bin, der schultes u. W. gut bericht davon geben hat, damit die somm geringert und die zerung herußgerissen mocht werden. Wolten wole uf die 2000 fl., alß wir von Gf. Iteln von Zorn, auch nochmalß von mynem gn. H. von Treer gefelligen vertrost wurden, gehandelt haben. Diewile aber von kgl. Mt. dem schultesen genediglichen erlapt und die somm uf 2500 fl. anzubringen befalen wart, funden wir in rat, ferner davon zu handeln nit fug haben wult, diewile wir unß alle zijt by kgl. Mt., auch by unßerm gn. H. von Treer, dem Seratiner, auch Blasio Hueltzeln, von 12- byß 1300 fl. und nit witer zu handeln, vernemen laßen befelch haben etc.
    [2.] Item deß anschlags halber, den Romer zug bedreffen, ist durch die segßer, so von der versamelung darzu geurnet sint, ein anschlag und ufzeigniß gemagt und geschreben, aber kgl. Mt., auch der gemeinen versamelung noch verhaulten, und sunderlich kgl. Mt., damit frid und recht auch dester stattlicher ufgericht und durch sine Mt. bewilliget werden mocht.
    [3.] Item haben die versamelung sich vereiniget [Nr. 171], deß kammergerichtz halber kgl. Mt. vorzuhaulten, damit daß kammergericht dester stattlicher und bliblicher ufgericht und gehaulten werden moge, kammerrichter, bysitzer und die kanzlien alle von den fiscalischen penen, auch der nutzungen der canzlien, alß urtelßbrief, copey und andre derglichen nutzungen, davon belonung werden und gefallen, [zu unterhalten]. Und sol man einen gelerten und verstendigen viscal nemen und iem 3 assessores zugeben, solichs ufzuheben und uber ein jar 3 Kff., den naesten by dem kammergericht geseßen, deßglichen auch dem kammerrichter rechnung, auch dem kammerrichter und assessores belonung davon tun. Solichs wurd kgl. Mt. von etlichen geurdenden Ff. uf dato vorgehalten werden, ob sin Mt. darin gewilligen und uf die nutzung verzien wulle. Und solle kein sportuln genomen werden. Und weß derhalbe ferner davon gehandelt wird, nit verhaulten.
    [4.] Item wissent, daß kgl. Mt. sich mit den Eytgenoßen vereiniget und ienen ere friheit, ault herkomen und gute gewonheten confermert und bestetiget, auch sie deß kammergerichtz und hafgerichtz gefriet hat, ob sie an der einem vorgenomen und erlangt wurden, hebt kgl. Mt. jetz alß dan und dan alß jetz uf und vernichtiget die, wie dan derselbige begriff2 sich ferner strecken ist; darin die Ff., auch die gemeine versamelung nit gefallenß dragen. Und sint uberkomen uf dato, soliche verschribung, von kgl. Mt. ufgericht, auch der Eytgenossen refers3 zu anderen und milderen, auch kgl. Mt. solichs alßdan ferner vorzuhalten, wiewole sin Mt. iem und dem Hl. Rich der zweyer stett halber Mölnhußen und Basel, nochdem sie sich in schutz und schirm der Eytgenoßen getan, daß Rich ußgescheiden haben, nichtes ubergeben, sunder vorbehaulten hat, weß sie dem Rich von alter zu tun schuldig sin. Daruf haben die Eytgenossen kgl. Mt. zugesagt [Nr. 246], 6000 Swizer, die ksl. cron zu erlange, umb Šeinen zemlichen solt vergunnen wullen, nemlich einem zu fuß IIII½ fl. und einem zu russ X fl. den monet zu geben verspruchen. Und sollen XXX tag vor einen monet gerechent werden. Und weß sie geigen den find schadeß liten, ienen den erstatten, auch XX knechten ein saumruß vergunnen und demselbigen den monet V fl. geben. Und wullen XII heuptlut haben, uß jglichem art einen, und ein jedeß art sine fenlin mit ierem zeichen und einem wißen crutz, und nemantz under sie verurnen ader mengen. Und mit den duppeln suldenern, heuptluten, fenrichen, weibeln etc. sol eß, wie eß herkomen ist, gehaulten werden. Noch wollen sie, daß je IIC knecht einen sundern heuptman habe, darzu sovil prister, alß sie haben. Sollen alle duppeln solt haben und gegeben werden. Und zu Zurch soll ienen vor dri monet solt alßbald gegeben und daselbst ußziegen und widerumb byß heim versolt werden. Und wurde einer erstuchen und man iem den solt schuldig were, sol sinem heuptman gelebert werden, sol solichen sinen kinden [oder] hußfrauen uberantwurten. Kgl. Mt. sol sie auch mit provianden und gut geschuss, damit sie deß keinen mangel haben, verseen. Solichs hat kgl. Mt. ienen alleß zugesagt und versprochen. Dan der Kg. ist also uf die Eitgenoßen geseßen, daß ich glaub, weß sie von kgl. Mt. begeren durften, solten derhalben gewert werden.
    [5.] Witer wissen u. W., daß uf mitwochen vor dato diß briefs [16.6.] a die kgl. Mt. siner Mt. sone seligen, hoglobligs gedechtnis, Kg. Philipz von Castilien, begenkniß im monster gehabt hat wol mit XVC weßen kirzen, IC und X fackeln, alle brennend und mit swarzem wullengewant under den kirzen und stende behenkt, auch alle altare uben und forn behenkt. Und ward die versamelung darzu erfardert und nemantz von stetten. Hat etliche nit billich beducht. Die persefant [= (Unter-)Herolde] haben von etlichen gelt gefardert; haben ien keinß geben wullen, alß der Dr. von Collen [Dr. Dietrich Meinertzhagen] hat gesagt, sie hetten den Rich stetten ader ieren geschickten kein platz geben, darumb wer man ienen nitz schuldig-a. Werden ungeferlich in reten und auch sust gehaulten, alß ich u. W. hernoch derhalbe baß ader witer davon bericht geben wille, nit not, vil davon zu schriben.
    [6.] Aber weß nochmalß ferner deß kammergerichtz, auch der Eytgenossen halber gehandelt wirt, wil ich u. W. nit verhalten. Aber ich habe noch zur zijt nicht sunderlichs, dem Rich nutzlichs und erlich were, seen vurnemen dan die zwei stuck frid und recht, darzu den Roemer zug, wiewole davon noch nichtz gered ader gehandelt, dan der anschlag uf einen jeden, weß er derhalbe tun solle, ufgezeignet ist.
    [7.] Item tut der anschlag4 in sommen XVIIMVIC und LXXII man zu ruß und fuß. Und so alle, die von den Ff. abe- ader zu ienen gezagen werden und apsent sin wullen, bliben noch XIIIIM ungeverlich. Darzu so wil die kgl. Mt. XIIM versoulden zu fuß und IM zu ruß5, deßglichen die VIM Swizer, in somma XIXM. Ob inß geschee, weiß man nit. Darzu so sagt man in lantmanß wise, die Venezianer wollen kgl. Mt. VIIIM uf ieren Šcosten versulden. Ob inß einen vorgank gewyn, weyß man noch nit. Damit Gott der almechtig wolle u. W. in seligem, loblichen regement und gesuntheit lange gefristen. Datum zu Costenz, uf fritag noch Viti [18.6.] Ao. 1507.
      U[wer] W[eisheit] w[illiger] Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 644 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen des RT über Reichskammergericht und Romzughilfe.

    Konstanz, 19. Juni 1507 (samstag noch Viti).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 16–16’ (Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 913, S. 719 (nur Pkt. 2).

    [1.] /16/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien myn fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Wissent, daß myn gn. H. von Treer uf fritag nochmittag vor dato [18.6.] mich fraget, ob ich noch nit antwurt von u. W. hette uf daß anbrengen deß schulteßen [Johann von Lünen], alß er deß von kgl. Mt. bevelch hat. Sagt ich nein, aber ich were allen tag derhalben antwurt von u. W. warten. Sagt myr sin Gn., daß er willens gewest were, kgl. Mt. zu bitten, u. W. derhalbe zu schriben und antwurt daruf begeren; hab aber solichs anstien laßen, in hoffnung, u. W. werde myr ilens antwurt derhalbe zuschicken. Wand sin Gn. besorgt, daß der tag in kurzer zijt sine entschaft haben werde und darnoch derhalbe nit wole zu handeln sy. Darumb bitt ich u. W., wollen myr ilenß uf deß schulteßen anbrengen1 der 2500 fl. halber schriben, wolt ich mich alßdan by myn gn. H. von Treer fugen und mit sinen Gn. uf 2000 fl., ader sovil ich mynder by sinen Gn. erlangen kunte, uf eine verfollen quittung understien zu handeln, und sunderlichen uf die gefellige vertrostung, so der schultes und ich von sinen Gn. gehort und vernommen haben, deßglichen auch von Gf. Iteln von Zorn, der unß beiden den andern tag zu erkennen gabe, er hiltes darvor, wan wir 2000 fl. geben, kgl. Mt. solt u. W. daby laßen.
    [2.] Deß kammergerichtz halber ist noch nichtes beschlossen, sunder etliche artikel [Nr. 171] zu underhaltung deß kammergerichtz kgl. Mt. uf dato ubergeben. Und uf dato nichtz anderes dan von dem romerzug, urdenung und deß gemeinen anschlags halber gehandelt wirt, auch in artikelß wyse [Nr. 174] kgl. Mt. furgehalten werden solle, alß einen gemeinen hauptman zu erwelen, deßglichen etliche red, die dem hauptman Šzugegeben werden sollen, und andre notturftige dinge, so zu dem zoge notz und not sint zu bedenken und zu ratschlagen; und sunderlichen by kgl. Mt. ermeßen werd, wer die haulten und belonen ader versolden sollen. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in langem, seligem regiment gefristen. Datum zu Costenz, uf samstag noch Viti [19.6.] Ao. 1507.  Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 645 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen des RT über Romzughilfe und Reichskammergericht; [2.] Resolutionen Kg. Maximilians zur Romzughilfe vom 3. Juli, Geheimhaltungspflicht der Stände, Beauftragung des Großen Ausschusses zu Beratungen über die kgl. Resolution.

    Konstanz, 4. Juli 1507 (sontag Ulrici).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 18–18’ (Or.).
    Regest/Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 915, S. 723.

    [1.] /18/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien myn gar fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Ich bin ungezwifelt, der schultes [Johann von Lünen] werde, ob Gott wil, kurzlich nach dato heimkomen und u. W. aller handelung montlich bericht tun, wiewole nicht sunderlichs sit der zijt, ich u. W. geschriben haben, vorgenomen ader gehandelt worden ist dan deß romzug und kammergerichtz halber. Deß romerzugs halber ist der anschlag langer gemacht ader kgl. Mt. verhalten biß alhere. Deß kammergerichts halber versee ich mich, eß werde kgl. Mt. zu gefallen ein jar lang zu Regenspurg gehaulten werden und myn gn. H. von Bassau kammerrichter sin etc., wie ich u. W. hiefore auch geschriben habe1, und darnach gein Wurmß gelegt [Nr. 177, Pkt. 1] . Vermeint kgl. Mt., die irtum zwuschen den geistlichen und dem rat daselbst hienzulegen, damit derhalbe kein verhynderung geschien moge, diewile imß, den Rinlendern und Oberlendern gelegen ist. Und solle underhalten werden, wie u. W. in myne schrift hiefor vermirkt haben etc.
    [2.] Ferner wissen u. W., daß uf samstag noch visitacionis Marie [3.7.] kgl. Mt. an die gemeine versamelung begert hat, 30 000 mann zu ruß und fuß ein jeder in munt nemen und nit anders davon reden solle, die siner Mt. vom Rich im anschlag, die ksl. cron zu erabern, zugesagt syen, duch die gewisse sommen by zwelftusent, drydusent zu ross und nuentusent zu foß, gelaßen [Nr. 181]. Und haben alle geschickten botschaften uf samstag obgemelt mynem gn. H. von Menz in bysin der versamelung ein hantgelobe getan an eitstatt, alles, weß gehandelt ist und furter gehaindelt wurt, solichs zu verschwigen [Nr. 182]. Duch habe ich macht, solichs u. W. zu uffenbaren, bitt aber, solichem eim jeden zu sagen zu verschwigen, alß myr nit zwifelt, u. W. wissen sich darin wole zu haulten. Und daß die 6000 Ey[d]genoßen in die sommen der 9000 gerechent und vom Rich ein jar lank versolt werden sollen. Ist von der versamelung dem ußschuß zu ratschlagen befalen. Nochdem /18’/ ich dan daby sin werde, waß dan davon gehandelt wurd, wil ich u. W. nit verhalten. Versee mich auch, so solichs gehandelt und beschloßen wurt, der tag solle sin entschaft haben. Damyt wolle Gott Šder almechtig u. W. in seligem, langwerendem reygiment gefristen. Geben zu Costenz, uf sontag Ulrici [4.7.] Ao. etc. 1507.2   Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 646 Weisung der Stadt Frankfurt an Johann Frosch  »

    [1.] Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Besteuerung der Frankfurter Juden für den Romzug; [3.] Konflikte Frankfurts mit Ludwig von Ottenstein und Wigant von Luttern.

    Frankfurt, 9. Juli 1507 (frytag nach Kiliani) ; präs. Konstanz, 16. Juli.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 199, Stück-Nr. 42 (Konz.).

    [1.] Der Schultheiß [Johann von Lünen] hat ihnen mitgeteilt, daß der röm. Kg. es bezüglich des Kölner Anschlags [von 1505] bei den 2000 fl. belassen hat. Dies müssen sie, obwohl es ihnen beschwerlich ist, akzeptieren.1  
    [2.] Der Schultheiß berichtete außerdem von der Absicht [des Kg.] zu einer neuen Veranschlagung der Stadt und insbesondere der Frankfurter Juden. Dies ist nicht akzeptabel. Die Juden mußten bislang immer einen Beitrag zu den Anschlägen der Stadt leisten. Allein der Frankfurter Magistrat hat das Recht zu deren Besteuerung. Schicken ihm eine Abschrift des entsprechenden kgl. Privilegs.2 Er soll den Personen, die im Namen des Kg. mit ihm und dem Schultheiß darüber gesprochen haben, eröffnen, daß Frankfurt eine Besteuerung der Juden nicht hinnehmen wird, und sie ersuchen, dies dem Kg. mit der Bitte um Respektierung des Frankfurter Privilegs mitzuteilen.
    [3.] Er ist darüber informiert, daß sich Frankfurt und Ludwig von Ottenstein gütlich geeinigt haben. Übersenden ihm eine Abschrift der Einigung.3 Ungeachtet dieses Abschieds Šübersandten etliche Adlige der Stadt Schreiben4, von denen sie ebenfalls Kopien beilegen. Ebenso gingen ihnen Schreiben Wigants von Luttern wegen eines – Frosch bekannten – Vorfalls in Frankfurt zu.5 Ersuchen ihn, die mitgeschickten Unterlagen zu studieren und Šdann den Kg. informieren, damit er die von ihm und dem Schultheiß gemachten Angaben als zutreffend erkennt.  Er soll den Kg. gemäß den beiden mitgeschickten Instruktionen bitten, für den Fall, daß die gütlichen Verhandlungen scheitern sollten, eine Kommission zu bewilligen und sie mit Mandaten zur Unterbindung widerrechtlichen Vorgehens Ottensteins und Lutterns gegen Frankfurt auszustatten.6 Falls dies unterbleibt, so ist er sich natürlich darüber im klaren, daß die Stadt sich nicht zugleich ihrer Feinde erwehren und dem Kg. dienen kann. Er soll den Dr., der ihm und dem Schultheiß zuvor schon behilflich war, noch einmal um Hilfe bitten und auch die Geschenke (vererung) für die Kanzlei nicht vergessen.

    « Nr. 647 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen des RT über die Romzughilfe; [2.] Beitrag der Eidgenossen zum Romzug, Beginn des kgl. Romzuges; [3.] Verhandlungen des RT über das Reichskammergericht.

    Konstanz, 15. Juli 1507 (donerstag noch Margareten).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 19–19’, 20’ (Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 919, S. 728–730.

    [1.] /19/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] syen myn gar fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Wissent, daß die röm. kgl. Mt. ein neuerung vorgenomen und an die gemeine versamelung begert hat, daß der anschlag der holf des romerzogs uf zwilftusent man, mit namen dritusent zu roß und nuentusent zu fueß, gewiß gemagt und ufgericht werde und siner Mt. hundertundzwenzigtusent fl. bare an abschlag der nuentusent zu fueß gereicht und geben werden [Nr. 192]. In den ansch[l]ag der zwolftusent etc. versee ich mich, eß werd siner Mt. nit abgeschlagen werden. Aber der hundertundzwenzigtusent fl. halber haben wir alß die geschickten der fry- und Rich stett unß horen laßen, daß wir solichen befelg von unsern Hh. und frunden nit haben. Aber wir verseen unß, wo inß an unsere Hh. und frund durch eine jeden vorbragt und ursach derhalbe vernomen, wurden sie sich geigen kgl. Mt. ungezwifelt alß die gehorsamen und underdenigen eres vermogenß halten. Solichs haben unßer gnst. und gn. Hh., die Kff. und Ff. und stende, angenomen und kgl. Mt. furter erkennen zu geben. Solichs haben die geschickten der stedt ine besten angeseen, damyt nit also lichlig in gelt zu geben gewilliget wurde. Versee mich aber, die Ff. werden in beide begerungen gewilligen. Ist auch dem ußschus soliche und andere artikel zu ratschlagen befalen uf dato. Eß ist aber noch keyne malstatt deß zusamenkomens von kgl. Mt. angezeigt, wiewole solichs von stenden an kgl. Mt. zu meer malen begert ist [Nrr. 176, Pkt. 1; 178, Pkt. 5.2], daß ich bißhere dem zog keynen glauben geben habe, also daß kgl. Mt. gein Rome ziegen wurde. Ere Mt. wil auch [Nr. Š193, Pkt. 3], daß ein ander richstag gein Nurnberg ader Frankfurt gelegt werde, ob etwaß zufallen, daß not sin wurde, davon zu ratschlagen ader die hilf zu meren etc., wie dan in rat zu jeder zijt funden wurd, daß solichs uf daß furderlichst gescheen mog.
    [2.] Die Eitgenoßen ader Swizer sint alle geruest zu ziegen, inmaßen alß ich u. W. hiefur geschreben habe [Nr. 643, Pkt. 4] . Aber die versamelung hie haben kgl. Mt., die Eitgenoßen zu underhalten deß romerzogs, nit annemen ader willigen wollen, daß ich hiefur auch geschreben habe. Also hat ere Mt. die obgemelten nuerung furgenomen etc. Ich habe von eines fursten rat gehort, daß der romerzog von kgl. Mt. einen furgank gewinnen wurd und die /19’/ zyt uf Michaelis [29.9.] ernent und bestimpt werden solle. Aber die malstatt weiß noch zur zijt keiner dan die kgl. Mt. Ist aber noch nit uffenbare. Die Swizer werden zu Zurg ußzegen und ieres sult anghien etc.
    [3.] Daß kammergericht wurd uf begere kgl. Mt. VI jare ufgericht, inmaß ich u. W. hiefur geschreben habe.1 Daß irst jare sol eß gehalten werden zu Reigenspurg und der Bf. zu Bassau kammerrichter sin und darnoch gein Wurmß gelegt und ein weltlicher kammerrichter erwelt werden und underhaulten von der nutzungen der canzlien und fiscalischen penen und strafen, wie ich auch hiefur geschreben habe [Nr. 643, Pkt. 3] . Duch wo noch den VI jaren etwas myrklichs uber die underhaltung kammerrichters, bysitzer, cancelien etc. uberlief, sol kgl. Mt. alßdan werden und gefallen etc. Solichs haben die stende und gemeine versamelung kgl. Mt. zu undertenigem gefallen bewilliget [Nr. 195, Pkt. 1] . Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in seligem, langem, loblichem reigemient gefristen. Geschreben ilenß und geben zu Costenz, uf donerstag noch Margareten [15.7.] 1507.
      Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 648 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen wegen der Konflikte Frankfurts mit Ludwig von Ottenstein und Wigant von Luttern; [2.] von kgl. Seite geplante Besteuerung der Frankfurter Juden für den Romzug; [3.] Verhandlungen des RT über Reichskammergericht und Romzughilfe; baldiges Ende des RT, Abreise von Ff.

    Konstanz, 20. Juli 1507 (dinstag noch Alexie);  präs. Frankfurt, 27. Juli.1
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 21–21’, 22’ (Or. mit Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 923, S. 739 (nur Pkt. 3); Harpprecht , Staats-Archiv II, Nr. CXL, S. 456 (nur Pkt. 1).

    [1.] /21/ Bestätigt für den Freitagabend [16.7.] den Empfang von Weisungen bezüglich der Besteuerung der Frankfurter Juden und des Streits der Stadt mit Ludwig von Ottenstein sowie mit Wigant von Luttern. Er konnte aus den mitgeschickten Unterlagen entnehmen, daß Kf. Philipp von der Pfalz der Stadt und Ottenstein zwar auf den 18. August (mitwochen noch assumpcionis Marie) einen Schiedstag anberaumt hat [Nr. 646, Anm. 3], die ŠStadt indessen davon keine Ergebnisse erwartet. Ebenso verhält es sich demnach in bezug auf Luttern. Er hat am Sonntag [18.7.] instruktionsgemäß das Appellationsinstrument an Sixtus [Ölhafen], Sekretär der kgl. Kanzlei, übergeben, um ein kgl. Inhibitionsmandat an Ottenstein zu erwirken. Dr. Hayden teilte ihm mit, daß der Kg. wegen Lutterns keine Kommission ausgehen lassen werde, da beschlossen worden sei, das kgl. Kammergericht in Kürze wiederzueröffnen. Er bat deshalb den Kg. um Ausstellung eines Pönalmandats an Luttern und andere Reichsuntertanen, in der Sache nicht gewaltsam vorzugehen. Der Kg. beauftragte Sixtus [Ölhafen], dies im Hofrat vorzutragen. Er, Frosch, übergab diesem die Abschriften der Verhandlungsunterlagen /21’/ samt einer Supplikation [Nr. 456]. Sixtus will ihn informieren, sobald er Bescheid erhält.2

    [2.] Aber deß nuen anschlags halber, so uf e. W. juden bescheen sol werden, wil ich, soferre inß mit fugen sin kan, byß ich die ladung und inhibicion und mandata ußbracht habe, stillestien und darnoch H. Jorgen von Emerßhofen und H. Niclaß Ziegler die ksl. fryheit anzeygen und ienen zu erkennen geben, daß e. W. solichen anschlag der juden halber mit nichts erliden kundet, sie gutwelliglichen bittend, solichs kgl. Mt., unßerm allergnst. H., anbrengen wollen und undertenig biddend, e. W. by solicher friheit bliben zu laßen etc.
    Š[3.] Witer, so wissent e. W., daß uf montag vor dato [19.7.] von der gemeinen versamelung ein gruntlich und entlich meynung deß kammergerichts [und] romerzugs3 kgl. Mt. uberantwurt ist und daby unterteniglich gebeten, ienen genediglich zu erluben, damit ein jeder uf Galli [16.10.] die sinen mitsampt dem gelt gein Costenz schicken und ufbrengen moege, soviel einem jeden an den IC und XX-tusent fl. zu geben gebueren wulle, alß ich e. W. hiefoere davon geschreben habe [Nr. 647, Pkt. 1] , alß ich e. W., ob Gott wil, in kurzen tagen ferner bericht davon geben wille. Und versee mich, daß diser richstag sin entschaft habe. Hg. Albricht von [Bayern-]Mongen und Hg. Jorg von Saßen und Myßen werden uf dato hienweg, wollen uf kgl. Mt. nuerung, so sin Mt. allen tag angehenkt hat, nit warten.4 Damit wolle Gott der almechtig e. W. in seligem, langem reigiment gefristen. Geben zu Costenz, uf dinstag noch Alexie [20.7.] Ao. 1507.  Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/II911/pages

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    Anmerkungen

    1
     Der Frankfurter Magistrat beschloß am 13.4., Johann Frosch nach Konstanz zu entsenden. Als Ersatz für den ursprünglich vorgesehenen Johann Reiß sollte mit dem Schultheiß Johann von Lünen über eine Teilnahme an der Mission verhandelt werden (ISG Frankfurt, BMB 1506, fol. 107’). Mit Beschluß vom 19.4. wurde die Abordnung Lünens und Froschs zum RT konstatiert. Diese sollten mit dem Kg. insbesondere über einen Nachlaß am überhöhten Kölner Reichsanschlag verhandeln und waren ermächtigt, nach Darlegung der Frankfurter Beschwerden bis zu 2500 fl. gegen Ausstellung einer Quittung über den gesamten Anschlag anzubieten. Die Bitte des Altbürgermeisters Hamman von Holzhausen für seine Schwiegermutter Elisabeth von Helle, die von deren Mann Dr. [Georg von Helle, gen.] Pfeffer hinterlassene Schuldforderung an Kg. Maximilian in Höhe von 2000 fl. mit dem Reichsanschlag zu verrechnen und nach Abzug von 400 fl. durch den Frankfurter Magistrat zu bedienen, wurde abschlägig beschieden (ebd., RP 1498–1510, fol. 95). Am 20.4. wurde die Entscheidung, Frosch und Lünen nach Konstanz zu entsenden, um dort gemäß mündlicher Unterweisung und schriftlicher Instruktion vorzugehen, noch einmal bestätigt. Die Gesandten waren außerdem gehalten, etwaige Bemühungen der Witwe Dr. Helles beim röm. Kg. um Bedienung ihrer Schulden durch die Stadt zu unterlaufen (ebd., BMB 1506, fol. 209’).
    2
     Vgl. Nr. 96, Anm. 3.
    3
     Die Instruktion für Crivelli [Nr. 154] wurde am 17.6. im Frankfurter Rat vorgetragen (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 14’).
    1
     Der Frankfurter Magistrat hatte seine beiden Gesandten in Reaktion auf ihren Bericht vom 23.5. [Nr. 642] angewiesen, sich wegen des Kölner Anschlags weiterhin um eine Antwort zu bemühen. Würde sich diese verzögern, sollte Lünen zur Kostenersparnis nach Hause zurückkehren und Frosch allein die Stadt vertreten (Or. m. S., dinstags nach dem sontag trinitatis [1.6.]1507; präs. Konstanz, 10.6.; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 199, Stück-Nr. 42. Konz.; ebd., RTA 22, fol. 17. Entsprechender Ratsbeschluß vom gleichen Datum; ebd., BMB 1507, fol. 11).
    2
     Die folgenden Darlegungen scheinen sich auf Nr. 249 zu beziehen. Das Stück wäre allerdings laut Nr. 250 [Pkt. 1] eigentlich später zu datieren.
    3
     Nimmt anscheinend Bezug auf Nr. 248. Das Stück wäre allerdings laut Nr. 250 [Pkt. 1] ebenfalls später zu datieren.
    4
     Entweder ist Nr. 270 gemeint, wobei die Gesamtsumme von 17 734 Mann zu Roß und Fuß im folgenden nicht ganz korrekt wiedergegeben wäre, oder der hier erwähnte Entwurf für einen Reichsanschlag liegt nicht vor.
    5
     Eine entsprechende schriftliche Erklärung Kg. Maximilians liegt jedenfalls nicht vor.
    1
     Der Frankfurter Magistrat beschloß am 13.6. aufgrund der Relation des inzwischen heimgekehrten Lünen, diesen erneut – mit einem Verhandlungsspielraum von bis zu 2000 fl. bzgl. der Kölner Reichhilfe von 1505 – zum röm. Kg. nach Konstanz zu schicken. Die Beratung über die Berichte Froschs vom 18. und 19.6. am 29.6. änderte an dieser Entscheidung nichts. Lünen, der sich Ende Juni/Anfang Juli noch einmal in Konstanz aufhielt, erstattete nach seiner Rückkehr am 8.7. Bericht. Demnach war es ihm gelungen, eine kgl. Quittung über die Kölner Reichshilfe zu bekommen (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 13’, 17’, 22; Andernacht , Regesten, Nr. 3513). Vereinbarungsgemäß forderte Ebf. Jakob laut einem am 24.8. in Frankfurt vorgelegten Schreiben die Auszahlung von 700 fl. als erster Tranche der von Frankfurt (noch) zu bezahlenden 2000 fl. Kölner Reichshilfe. Frankfurt bewilligte die Auszahlung des Geldes, lehnte die Bitte des Trierer Gesandten um sofortige Aushändigung weiterer 700 fl. jedoch ab (ebd., BMB 1507, fol. 37). Vgl. Böhm , Reichsstadt, S. 268f., 271; Watzenig , Wirtschaftspolitik, S. 60a Anm. 12; Hölbling , Maximilian, S. 153.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Frankfurt beschloß am 13.7., es auf dem Bericht beruhen zu lassen (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 23).
    1
     Am 13.7. wurde beschlossen, von den Frankfurter Juden einen Beitrag von 1000 fl. zum Kölner Anschlag zu fordern, gegenüber diesen den Verwendungszweck jedoch zu verheimlichen und nur allgemein von besonderen Ausgaben im Dienst des Kg. zu sprechen (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 23’. Andernacht , Regesten, Nr. 3515). Die Judenschaft bot am 16.7. die Zahlung von 400 fl. an und machte ihre starke Steuerbelastung und die schwierige Geschäftslage infolge der Zinsverweigerung der Frankfurter Bürger geltend (ebd.). Am 20.7. erneuerte die Judenschaft gegenüber den Frankfurter Rechenmeistern ihr Angebot und unterrichtete diese, daß nach ihren Informationen das Geld nicht für den Romzug, sondern zur Deckung städtischer Ausgaben diene ( Andernacht , ebd., Nr. 3517). Der Magistrat beschloß am gleichen Tag, auf seiner Forderung über 1000 fl., zahlbar binnen acht Tagen, zu bestehen – wo deß nit, die Juden besliessen laissen. Die Frankfurter Juden boten eine Woche später, am 27.7., 800 fl. an (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 25’, 27’. Andernacht , ebd.). Nach weiteren Verhandlungen im Herbst 1509 einigte man sich auf die Zahlung von 600 fl. (s. ebd., Nr. 3612).
    2
     Urkunde Kg. Karls IV. vom 25.6.1349 ( Kühn , Dokumente, Nr. 361, S. 273; Huber , Regesten, Nr. 1035, S. 84); Bestätigung zuletzt durch Ks. Friedrich III. am 18.10.1470 ( Heinig , Urkunden Frankfurt, Nr. 527, S. 288f.).
    3
     Laut Ottenstein war ihm während der Frankfurter Herbstmesse 1506 sein dänischer Ritterorden abgerissen worden. Neben dessen Rückerstattung forderte er eine Sühnezahlung Frankfurts in Höhe von 500 fl., da die Tat ungeachtet des Frankfurter Geleits durch Beamte der Stadt begangen und seitens des Rates auch nicht geahndet worden war (Ottenstein an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt, Or., frytags Georgii [23.4.], präs. Frankfurt, 3.5.1507; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 197, Stück-Nr. 42). Laut Aussage der beschuldigten Frankfurter Richter Anton Kern, Jakob Koler und Thomas Sossenheimer war einer von ihnen von dem betrunkenen Ottenstein bei einer Streitschlichtung umgestoßen worden und hatte diesem beim Versuch, sich festzuhalten, im Fallen das Ordensband abgerissen. Um die Sache beizulegen, bot die Stadt Ottenstein ein Schiedsverfahren vor Kf. Philipp von der Pfalz an (A. Kern u.a. an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt, Or., dinstags nehst nach inventionis crucis [4.5.]1507; ebd., Stück-Nr. 42. Beeidigte und von anderen Zeugen bestätigte Aussage Jakob Kolers, s.d., jedoch act. Heidelberg, 18.8. oder/und Germersheim, 8.12.1507; ebd., Stück-Nr. 42. Stadt Frankfurt an Ottenstein, Kop., dinstag nach dem sontag cantate [4.5.]1507; ebd., fol. 11’-12). Die Frankfurter RT-Gesandten sollten eine Abschrift des Schreibens an Ottenstein erhalten, mit der Weisung, beim röm. Kg. ein Mandat zu erwirken (ebd., BMB 1507, fol. 1). Für den Fall der Ablehnung des Rechtswegs durch Ottenstein sollte die Angelegenheit auf dem Weg der Appellation am kgl. Kammergericht anhängig gemacht werden. Der Stadtadvokat Dr. Adam Schönwetter wurde mit dem Entwurf des Appellationsinstruments betraut (Frankfurt an Ottenstein, Kop., eritag nach misericordias Domini [20.4.]1507; ebd., fol. 10–10’. Beschlüsse des Frankfurter Magistrats vom 10./11.5. und 12./13.6.1507; ebd., RP 1409–1510, fol. 96’, 97’, 98’; ebd., BMB 1507, fol. 4’, 13’). Am 16.6. gelang dem Kurpfälzer Marschall Hans Fuchs von Dornheim die – in der obigen Weisung angesprochene – Einigung der Parteien, auf einem Schiedstag in Heidelberg über die Forderungen Ottensteins zu verhandeln. Bis dahin sollten beide Seiten auf Waffengewalt verzichten (Heidelberger Abschied, Kop., act. mitwoch nach Viti; ebd., Reichssachen II, Nr. 197, fol. 5. Bericht Johanns von Lünen an Frankfurt, Or. [Heidelberg], mytwuchens nach St. Vitus tag [16.6.]1507; ebd., Stück-Nr. 42). Unter Berufung darauf beraumte Kf. Philipp auf den 18.8. einen Schiedstag an (Or. Heidelberg, St. Johanns baptisten abent [23.6.]1507; ebd., Stück-Nr. 42).
    4
     In einer Reihe von Schreiben erklärten adlige Freunde Ottensteins ihre Solidarität und kündigten an, ihm beistehen zu wollen (Konrad Schott an Stadt Frankfurt, Or., dinstags nach St. Albans tag [22.6.]1507; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 197, Stück-Nr. 42. Philipp Sturmfeder und 33 weitere Adlige an Stadt Frankfurt, Or. m. 3 Ss., mytwoch nach St. Albans tag [23.6.]1507, präs. Frankfurt, in die visitationis [2.7.]1507; ebd., Stück-Nr. 42. Eberhard und Valentin Schenken von Erbach sowie 16 weitere Adlige an Frankfurt, Or. m. 1 erhaltenen S., frytag nach Johannes baptisten tag [25.6.]1507, präs. sexta in die processionis Marie [2.7.]1507; ebd., Stück-Nr. 42a. Weniger bedrohlich war eine Fürschrift Friedrichs Schenk von Limpurg an Frankfurt, Or. [Konstanz?], frytags nach Johannis baptiste [25.6.]1507; ebd., Stück-Nr. 42). Die Stadt beschloß am 4.7., ihren RT-Gesandten Abschriften zukommen zu lassen; sie sollten mit dem röm. Kg. über eine Kommission verhandeln. Doch wollte man zuerst die Rückkehr Lünens abwarten (ebd., BMB 1507, fol. 20).
    5
     Luttern hatte Frankfurt mit Schreiben vom 10.6. mitgeteilt, daß er vor den Absichten der Stadt ihm gegenüber gewarnt worden sei, und zugleich seinerseits angekündigt, daß er seinem Knecht Henne Sluff, gen. Pifferhenne – der wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem im Herbst 1506 bei Gelnhausen verübten Überfall auf Frankfurter Kaufleute gesucht wurde – beistehen werde, da er ihn für unschuldig halte. Luttern forderte die Stadt auf, von ihrem Vorgehen abzulassen und ihm und seinem Knecht für entstandene Kosten und Schäden einzustehen (Or. m. S., dornstag nach Bonyfacy; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 184, Stück-Nr. 42). Die Stadt versuchte, Luttern in ihrem Antwortschreiben vom 17.6. bezüglich seiner Person zu beruhigen, forderte aber auch eine eidesstattliche Erklärung Pifferhennes, an dem Überfall nicht beteiligt gewesen zu sein (Kop., dornstags nach Viti, ebd., zu Stück-Nr. 42). Luttern insistierte in seiner Erwiderung vom 21.6. darauf, es bezüglich seines Knechts bei seiner Erklärung zu belassen und dessen Schaden zu ersetzen. Er drohte, ansonsten mit Hilfe von Freunden Mittel zu ergreifen, auf die er lieber verzichten würde (Or., montag Albani; ebd., Stück-Nr. 42). Frankfurt wiederum bestritt, Pifferhenne oder Luttern Kosten oder Schäden verursacht zu haben. Luttern sollte etwaige Forderungen gegen die Stadt auf dem Rechtsweg vor Kg. Maximilian, Abt Johann von Fulda bzw. dessen Koadjutor [Dr. Hartmann Bgf. von Kirchberg] oder Lgf. Wilhelm d. M. von Hessen vertreten (Kop., dinstags nach Albani [22.6.]1507; ebd., zu Stück-Nr. 42). Luttern schaltete daraufhin die Ganerben zu Lindheim als Vermittler ein (Kop., dinstag nach Albani; ebd., zu Stück-Nr. 42). Diese setzten nach erfolgter Zustimmung Frankfurts für den 30.7. einen gütlichen Tag nach Eichen an (Ganerben zu Lindheim an Frankfurt, Or. m. S., dinstag Margarethe virginis [13.7.]1507; ebd., Stück-Nr. 42). Dort akzeptierte Frankfurt Gf. Bernhard von Solms als von Luttern vorgeschlagenen Vermittler (Frankfurt an Ganerben zu Lindheim bzw. an Gf. Bernhard von Solms, jeweils Kop., sontags vincula Petri [1.8.]1507; ebd., zu Stück-Nr. 42). Der am 22.8. nach Hause zurückgekehrte Solms lehnte jedoch ab, da er nicht bereit war, Vorbedingungen Lutterns für sein Richteramt (Luttern an Solms, fritag St. Sixtus tag [6.8.]1507; ebd., zu Stück-Nr. 42) zu akzeptieren (Solms an Frankfurt, Or. [Braunfels], montag nach Bernhardi abbatis [23.8.]1507; ebd., Stück-Nr. 42).
    6
     Laut Ratsbeschluß vom 9.7. sollte die Kommission auf Ebf. Jakob von Trier lauten (feria sexta post Udalrici; ISG Frankfurt, RP 1498–1510, fol. 100).
    1
     Liegt nicht vor. Vgl. Nr. 645 [Pkt. 1 Deß kammergerichts ... Wurmß gelegt. ].
    1
     Beratung durch den Frankfurter Rat (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 26’).
    2
     Der am 5.8. aus Konstanz zurückgekehrte Frosch konnte dem Rat kgl. Mandate an Luttern und Ottenstein [Nrr. 457f.] vorlegen, ihre Forderungen gegen Frankfurt nicht gewaltsam durchzusetzen, sondern auf dem Rechtsweg zu vertreten (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 31). Nach Eintreffen einer erneuten Aufforderung der Lindheimer Ganerbengemeinschaft an Frankfurt, die Forderungen Lutterns zu erfüllen oder sich binnen 14 Tagen gütlich zu einigen, sollte das kgl. Mandat in Lindheim zugestellt werden, was jedoch scheiterte. Daraufhin fiel am 10.9. der Beschluß, Gf. Bernhard von Solms erneut um Vermittlung zu bitten (ebd., fol. 42’, 46’). Nach weiteren in der Sache ergebnislosen Verhandlungen auf einem Schiedstag zu Ilbenstadt (Aufzeichnung über die Verhandlungen, Kop., act. samstag [nach Simonis et Jude; 30.10.1507]; ebd., Reichssachen II, Nr. 184, zu Stück-Nr. 42) gelang dem Friedberger Bgf. Eberhard Wais von Fauerbach im Nov. 1507 eine Einigung. Frankfurt garantierte, Luttern und seine Diener, darunter Pfeifferhenne, nicht weiter zu behelligen, wogegen diese von ihren Ansprüchen an die Stadt zurücktraten (Frankfurt an Eberhard Wais, Kop., dinstags in die animarum [2.11.]1507; ebd., Stück-Nr. 42. Wais an Frankfurt, Or., donerstags nach allerheiligen tag [4.11.] 1507; ebd., Stück-Nr. 42. Frankfurt an die Ganerben zu Lindheim, Konz., sambstags nach Elisabeth [20.11.] 1507; ebd., Stück-Nr. 42).
    Auch in bezug auf Ottenstein beschloß Frankfurt nach dem ergebnislosen Heidelberger Schiedstag am 20.8. zuerst die Zustellung des kgl. Mandats (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 36’). Aufgrund eines neuerlichen Angebots Kf. Philipps zu einem weiteren Schiedstag (Or. Heidelberg, fritag nach assumpcionis Marie [20.8.] 1507; ebd., Reichssachen II, Nr. 197, Stück-Nr. 42) erhielt der nach Mainz abgeordnete Frankfurter Syndikus Nikolaus Buchener Weisung, die Zitation nicht zu insinuieren (Konz., mitwochen nach Bartholomei [25.8.] 1507; ebd., unfol. [nach Nr. 28b]). Die Stadt akzeptierte den auf einem Schiedstag zu Germersheim gemachten Vorschlag kurpfälzischer Räte, daß Kf. Philipp Ottenstein 80 fl., die die Stadt zuvor an den Kf. überweisen sollte, für einen Hengst schenken und der Orden zurückgegeben werden sollte (undat. Beschluß des Frankfurter Magistrats zum Germersheimer Abschied; ebd., fol. 16. Schreiben Frankfurts an den Kurpfälzer Hofmeister Johann von Morsheim, Kop., fritags nach Lucie virginis [17.12.]1507; ebd., fol. 17). Mit Spruch vom 20.12. erklärte Kf. Philipp den Streit für beendet und hob die gegenseitigen Forderungen auf (Morsheim an Frankfurt, Or. m. S., der kindlin tag in wyhennachfyertagen [28.12.]1507; ebd., Stück-Nr. 42. Entscheid Kf. Philipps, Germersheim, St. Thomas des hl. apostelen abend; ebd., fol. 19–19’. Bock , Chronik, S. 422f. Anm. 1257).
    3
     Gemeint ist nach Janssen  (Reichscorrespondenz II, S. 734 Anm.) Nr. 194, was jedoch mit den Datumsvermerken einiger Überlieferungen nicht vereinbar ist. Das angegebene Übergabedatum scheint in jedem Fall falsch zu sein. Von der Kennzeichnung des Stücks her wäre auch Nr. 205 in Betracht zu ziehen; diese Resolution wurde aber erst nach Abfassung des Frankfurter Berichts übergeben.
    4
     Die Wormser Gesandten berichteten am 28.7. an Bürgermeister und Rat: Die Ff. ylen vast abzuryten und syn etwo viel egestern, gestern hienweg, hute werden aber etlich abscheiden (Or. [Konstanz], mitwochs nach Jacobi; StdA Worms, 1 B, 1927,3, Stück-Nr. 42). Frosch traf am 5.8. wieder in Frankfurt ein und referierte am gleichen Tag vor dem Rat über seine Mission (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 31).

    Anmerkungen

    a
    -a die ... schuldig] Annähernd wörtliche Wiedergabe des Abschnitts in den von einem Unbekannten um 1530 zusammengetragenen Kollektaneen zur Frankfurter Geschichte: ISG Frankfurt, Chroniken 15, fol. 264’.

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    Š9.11. Frankfurt »

    « Nr. 642 Bericht Johanns von Lünen und Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Ankunft in Konstanz, Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Ankunft des frz. Gesandten Gian Antonio Crivelli in Konstanz und Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Gefangensetzung des frz. Gesandten und Abfertigung eines Gesandten Kg. Maximilians und der Reichsstände zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (hl. pinstag).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 14–15’ (Or. mit Randvermm. Hd. J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 906, S. 709–712 (Pkt. 1 fehlt).

    [1.] /14/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien unser fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frunden. Nochdem u[wer] W[irden] uns den richstag zu Costenz ersuchen verurnet1 und by kgl. Mt. des gemeinen anschlag halber, so u. W. uf dem gehalten richstag zu Collen angeschlagen und unserm gn. H. von Trier durch kgl. Mt., 2500 fl. uf rechnung zu geben, verschafft sint2, die uf 12- ader 1300 fl. uf ein verfolle quittung zu handeln befolen haben: Demnoch so wissent, daß wir uf samstag noch Jeoris [24.4.] deß abentz gein Spyer komen und daselbst erfaren, daß kgl. Mt. von Straßburg sich erhebt und uf Costenz zugekert. Demnach haben wir uns uf sontag darnach [25.4.] uber Rin foren laßen und uf Costenz geritten und uf donerstag vor walpuriiß [29.4.] deß abentz dar kommen und kgl. Mt. da funden, alß sin kgl. Mt. uf dinstag darvor [27.4.] dar kommen was, und unß uf fritag [30.4.] dem marschalk [Wilhelm] von Bappenheim angeben, daß wir von uwer W. den richstag zu ersuchen verurnet weren.
    Und unß darnoch underredt, by wem wir unß kuntschaft, und unß by Blasio Hueltzeln gesorgt und inen gebeten (nochdem er hievor u. W. zu eren Johan zum ŠJungen by kgl. Mt. gefurdert habe und u. W. derglichen noch gutes zu ton versehen), daß er unß geraten sy und by kgl. Mt. verhelfen wolle, alßbalde sich derhalben gutwillig vernemen laßen. Daruf iem den anschlag, auch die obligacion, so unßerm gn. H. von Treer bescheen ist, eruffnet. Hat unß geraten, by kgl. Mt. zu furgen und unßer werbung mitsampt der entschuldigung zu ton, wol er, sovil iem moglich sy, gutz und nichtz boeß darzu reden. Doch unß zu erkennen geben, daß er besorgt, daß kgl. Mt. es by dem anschlag bliben laß, uß ursachen, wo kgl. Mt. unß gnedig were und die sommen ringern, vurder sich andere derglichen daruf seumen, mog siner kgl. Mt. vil hindernis brengen. Doch wider getrost, daß solichs in der geheim by kgl. Mt. wol zu erlangen sy. Also sin wir 4 tag kgl. Mt. nochgefolget und gewart in der [bfl.] palz, alß sin kgl. Mt. zu herbrich lit, und in dem bredigercloster zu Costenz und uf anbrengen deß Seratiners, den wir am lesten bitten und ersuchen mosten, unß by kgl. Mt. zu verhelfen, hat er unß alßbald verholfen, haben wir von kgl. Mt. in bysin deß Seratiners und Blasio Hultzels gn. audienz gehabt. Und noch unßer getonen werbung und undertenig bitt hat kgl. Mt. /14’/ unß durch den Seratiner antwort geben laßen, daß sin Mt. den handel bedenken wollt. Und uf unßer verner undertenig bitt hat kgl. Mt. H. Hanßen von Landau und Blasio Hueltzeln in unßerm bysin mit unß zu handeln befolen. Also hat sich die kgl. Mt. mit M pherden, gen Rottwil zu riten, erhebt, daßselbig einzunemen und huldigung zu entphaen. Also ist H. Hanß von Landau durch kgl. Mt. geschrift irst uf donerstag noch exaudi [20.5.] widerumb gein Costenz komen. Derhalben wir nitz handeln konten. Aber nitzdestermynder noch unßer gn. H. von Treer unß erfordert hat und begert, sin ftl. Gn. vor andern, wie wir unß zu Cobelenz vernemen laßen haben, wilnfaren wullen, so wolle sin Gn. by kgl. Mt. nitz boeß darzu reden, und weß wir by kgl. Mt. abe ertadingen kunten, were sin Gn. wole zufriden. Darzu so hat kgl. Mt. deß romerzugs halber, auch der Eitgenoßen, so dem Kg. von Frankreich Genua zu erobern vergunt sint, abehendig zu machen, ernstlich und vil handelung gehabt, auch sine Mt. also vermurkt, vil daran gelegen gewest ist. Derhalbe deß anschlags ader ufgelegten geltz halben byß alher nitz frogbersch [= Fruchtbares] haben kunden handeln. Aber nitzdesterminder den Seratiner, deßglichen Blasio Hueltzeln ersucht, aber unß allwegen antwurt geben, solichs by kgl. Mt. anzubringen. Vernemen aber und seen, daß kgl. Mt. mit großen hendeln, so siner Mg. anligen sin, sunderlichen mit den Eitgenoßen, handelt und zu handeln hat, deßhalben wir nitz fruchbarß biß alher haben mogen handeln. Doch wollen wir keinen fliß sparen, sunder alleß unßers vermogenß fliß ankeren, in hoffnung, wir wollen, alß wir von etlichen getrost werden, etwaß fruchtbarß erlangen.
    [2.] Witer so wissen u. W., daß kgl. Mt. ein botschaft gein Schaffhusen verurnet gehabt hat, deßglichen die Kff., Ff. und stende deß Hl. Richs. Und uf kgl. Mt. begere sovil by den Eytgenossen erlangt haben, sie gein Costenz zu ferner handelung verdagen. Alß sie auch uf samstag noch vocem jocunditatis [15.5.] mit IC personen erschenen sint und uf kgl. Mt. costen biß uf donerstag noch exaudi [20.5.] hie zu Costenz verleben. Also daß sie sich uf beger kgl. Mt. horen laßen haben, daß sie kgl. Mt. die ksl. cron zu Rome zu erlangen bystant tun und beholflich sin; und wer sich darwider stellen, /15/ setzen ader verhinderung tun, wollen sie wider dieselbigen mit der tat, sovil ienen Šmoglich ist, handeln und tun. Ien were auch getreulich und von herzen leit, daß die ksl. cron in andre dan in duetzer [hand] komme und blibe solle. Die kgl. Mt. hat auch die Eitgenoßen erlichen in der herbrig gehalten und mit silbern drinkgeschirn und samet verieret und begobt und ienen ein abeschrift eines begriffs [Nr. 229] mit wissen der gemein stende deß Richs, wie sie sich mit kgl. Mt. und dem Hl. Rich vereinigen sollen, uf ein hinderbringes ubergeben. Und sint damit abegescheiden und zugesagt, in 14 tagen daruf wider antwurt geben wollen etc.
    [3.] Item uf dem gemelten tag, alß die Eitgenoßen ieren abscheid genommen, hat die kgl. W. von Frankrich einen orator [Gian Antonio Crivelli], ist gewest ein monig von Meilant, zu röm. kgl. Mt. mit einer credenz geschickt, deßglichen zu gemein stenden deß Hl. Richs, so hie versamelet waren [Nr. 153], und begert, zuvor und ee er gein Costenz quam, durch sinen ritenden boten, iem ein herbrich zu entphaen. Diewile nun kgl. Mt. mit den Eitgenoßen vil handelung gehabt und besorgt, nochdem die Francosen geschide und listig sint, daß derselbige orator etwaß mit den Eitgenoßen vornemen und die kgl. Mt. wendig zu machen, auch sie mit mirklichem geld uberdoppeln mogte, hat kgl. Mt., witer zu erfaren, dem orator herbrich zu Costenz verfangen und ienen alßbald mitsampt sinen diener bewaren laßen. Und alßbald uf sine credenz sin werbung gehort, auch der versamelung solichs zu erkennen laßen geben, mit begere, ienen vor die gemein versamelung komen zu laßen und sine werbung vernemen. Ist also gescheen. Hat ein latinsch credenz leßen laßen, die der Kg. von Frankrich in siner statt Genua iem geben und ußghien laßen hat. Und darnoch sin werbung in latin uf der Walen manere getan. Und zu beschloss siner werbung hat er sich vernemen laßen, daß er habe ein instruction in welsch, von dem cristlichsten Kg. von Frankrich, sinem H., underschriben, siner werbung dester stattlicher zu glauben sy, wol er also den gemeinen stenden ubergeben. Und iem lesten sich vernemen laßen, daß etliche artikel in der instruction steen, zu siner getanen werbung nit dinstlich sien, und alßbald begirt, iem einen secretarien zu vergunden; wult er iem, waß zu siner werbung dinlich were, ußschriben laßen.
    [4.] Solichs ist /15’/ kgl. Mt. zu erkennen geben wurden. Hat sin Mt. nochmittag einen secretarien zu iem geschickt, solichs zu schriben. Und alß er an etliche artikel komen ist, hat der orator ienen die nit ußschriben laßen wollen, sunder der secretarius solichs an die kgl. Mt. bracht. Hat kgl. Mt. alßbald mit gewalt ienen die instruction nemen und ienen und alle sine diener verner besuchen laßen und noch etliche credenz an Bf. von Menz, Treer, Coln, Palz, Brandenburg, Heßen, Saßen, Wirtenburg funden, alle verschloßen, die alle der versamelung angezeigt sint. Solichs alleß hat kgl. Mt. den gemein stenden durch die rede eruffenen, seen und die instruction uf welsch horen laßen. Und nochdem solich zungen in verstentnes nit gemein, ist kgl. Mt. uberkommen, solich instruction in duetz tran[s]ferrern zu laßen und furter den stenden die behendigen. Und so solichs geschicht, wolle wir u. W. solichs, soferre wir vergebene botschaft haben, nit verhalten.3 Doch in sommen inhalten, daß sich der Kg. von ŠFrankrich Meilant halber, auch Genua entschuldiget und dem röm. Kg. ufleget, wie er die Kff. verdriben und siner Mt. erblande meren wulle. Und zeigt deß vil ursach an. Deßglichen auch mit Gellern, alß ir in der instruction, so unß die wurd, wol vernemen werden. Doruf ist kgl. Mt. und der stende meinung, eine schrift mit einem heralt dem Kg. von Frankrich zu schicken, darin begeren zu wissen, ob solichs inhalt der instruction und werbung siner kgl. W. meinung sy, solichs wider zu schriben und sich vernemen laßen, wo er zu finden sy, wolle die röm. kgl. Mt. ein botschaft zu iem schicken und der und andre deß Hl. Richs anligen nottorft halber handeln und reden laßen. Ist also abegefertigt und der orator versehen byß uf die widerantwurt. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in loblichem regement und gesuntheit lang gefristen. Geschreben und geben ilenß uf dem hl. pinstag [23.5.] mit dem menzischen boten Moller Hen Ao. 1507 in Costentz.
    E[uer] W[eisheit] w[illige] Johan von Lunen, genant More, u. W. sch[ultheiß], Johann Frosch, sch[öffe].

    « Nr. 643 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Heimreise Johanns von Lünen, Verhandlungen mit Kg. Maximilian über die Kölner Reichshilfe; [2.] Erstellung des Reichsanschlags durch den reichsständischen Ausschuß, Junktim mit Verhandlungen über Landfriede und Reichskammergericht; [3.] Beschlüsse der Stände zum Reichskammergericht; [4.] Vereinbarungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen; [5.] Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien, Ausschluß der reichsstädtischen Gesandten; [6.] geringe Fortschritte bei den RT-Verhandlungen; [7.] Höhe der Reichshilfe, Beitrag Kg. Maximilians für den Romzug.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (fritag noch Viti).
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II/199, Stück-Nr. 42 (Or.).

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wisen, u[wer] W[irden] sien myn fruntliche willig dinst alle zijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. U. W. wissent, daß ich uf donerstag noch Bonifacii [10.6.] ein schrift, von u. W. ußgangen, entphangen habe, darin u. W. begeren, nochdem sich die sachen deß anschlags halber verwilen, der schultes [Johann von Lünen] sich anheim fuegen und ich des tag ußwarten solle etc.1 Bin ich ungezwifelt, der schultes sy, ob Gott wil, langest vor dato wol heimkomen. Wil auch deß tageß hie ußwarten und uf u. W. schriftlich antwurt, so ich uf deß schulteßen anbrengen von u. W. warten bin, verharren und, sovil myr moglich ist, verfollen quittung deß anschlags halber uf 2000 fl. ader mynner understien ußzubrengen; doch nichts sunderlichs davon vornemen ader handeln, ich habe dan deß von u. W. ein Šschrift, so ich glaubens halber ferner anzaigen moge, wie dan der schultes und ich deß uf kgl. Mt. antwurt unß underredt haben, deß ich ungezwifelt bin, der schultes u. W. gut bericht davon geben hat, damit die somm geringert und die zerung herußgerissen mocht werden. Wolten wole uf die 2000 fl., alß wir von Gf. Iteln von Zorn, auch nochmalß von mynem gn. H. von Treer gefelligen vertrost wurden, gehandelt haben. Diewile aber von kgl. Mt. dem schultesen genediglichen erlapt und die somm uf 2500 fl. anzubringen befalen wart, funden wir in rat, ferner davon zu handeln nit fug haben wult, diewile wir unß alle zijt by kgl. Mt., auch by unßerm gn. H. von Treer, dem Seratiner, auch Blasio Hueltzeln, von 12- byß 1300 fl. und nit witer zu handeln, vernemen laßen befelch haben etc.
    [2.] Item deß anschlags halber, den Romer zug bedreffen, ist durch die segßer, so von der versamelung darzu geurnet sint, ein anschlag und ufzeigniß gemagt und geschreben, aber kgl. Mt., auch der gemeinen versamelung noch verhaulten, und sunderlich kgl. Mt., damit frid und recht auch dester stattlicher ufgericht und durch sine Mt. bewilliget werden mocht.
    [3.] Item haben die versamelung sich vereiniget [Nr. 171], deß kammergerichtz halber kgl. Mt. vorzuhaulten, damit daß kammergericht dester stattlicher und bliblicher ufgericht und gehaulten werden moge, kammerrichter, bysitzer und die kanzlien alle von den fiscalischen penen, auch der nutzungen der canzlien, alß urtelßbrief, copey und andre derglichen nutzungen, davon belonung werden und gefallen, [zu unterhalten]. Und sol man einen gelerten und verstendigen viscal nemen und iem 3 assessores zugeben, solichs ufzuheben und uber ein jar 3 Kff., den naesten by dem kammergericht geseßen, deßglichen auch dem kammerrichter rechnung, auch dem kammerrichter und assessores belonung davon tun. Solichs wurd kgl. Mt. von etlichen geurdenden Ff. uf dato vorgehalten werden, ob sin Mt. darin gewilligen und uf die nutzung verzien wulle. Und solle kein sportuln genomen werden. Und weß derhalbe ferner davon gehandelt wird, nit verhaulten.
    [4.] Item wissent, daß kgl. Mt. sich mit den Eytgenoßen vereiniget und ienen ere friheit, ault herkomen und gute gewonheten confermert und bestetiget, auch sie deß kammergerichtz und hafgerichtz gefriet hat, ob sie an der einem vorgenomen und erlangt wurden, hebt kgl. Mt. jetz alß dan und dan alß jetz uf und vernichtiget die, wie dan derselbige begriff2 sich ferner strecken ist; darin die Ff., auch die gemeine versamelung nit gefallenß dragen. Und sint uberkomen uf dato, soliche verschribung, von kgl. Mt. ufgericht, auch der Eytgenossen refers3 zu anderen und milderen, auch kgl. Mt. solichs alßdan ferner vorzuhalten, wiewole sin Mt. iem und dem Hl. Rich der zweyer stett halber Mölnhußen und Basel, nochdem sie sich in schutz und schirm der Eytgenoßen getan, daß Rich ußgescheiden haben, nichtes ubergeben, sunder vorbehaulten hat, weß sie dem Rich von alter zu tun schuldig sin. Daruf haben die Eytgenossen kgl. Mt. zugesagt [Nr. 246], 6000 Swizer, die ksl. cron zu erlange, umb Šeinen zemlichen solt vergunnen wullen, nemlich einem zu fuß IIII½ fl. und einem zu russ X fl. den monet zu geben verspruchen. Und sollen XXX tag vor einen monet gerechent werden. Und weß sie geigen den find schadeß liten, ienen den erstatten, auch XX knechten ein saumruß vergunnen und demselbigen den monet V fl. geben. Und wullen XII heuptlut haben, uß jglichem art einen, und ein jedeß art sine fenlin mit ierem zeichen und einem wißen crutz, und nemantz under sie verurnen ader mengen. Und mit den duppeln suldenern, heuptluten, fenrichen, weibeln etc. sol eß, wie eß herkomen ist, gehaulten werden. Noch wollen sie, daß je IIC knecht einen sundern heuptman habe, darzu sovil prister, alß sie haben. Sollen alle duppeln solt haben und gegeben werden. Und zu Zurch soll ienen vor dri monet solt alßbald gegeben und daselbst ußziegen und widerumb byß heim versolt werden. Und wurde einer erstuchen und man iem den solt schuldig were, sol sinem heuptman gelebert werden, sol solichen sinen kinden [oder] hußfrauen uberantwurten. Kgl. Mt. sol sie auch mit provianden und gut geschuss, damit sie deß keinen mangel haben, verseen. Solichs hat kgl. Mt. ienen alleß zugesagt und versprochen. Dan der Kg. ist also uf die Eitgenoßen geseßen, daß ich glaub, weß sie von kgl. Mt. begeren durften, solten derhalben gewert werden.
    [5.] Witer wissen u. W., daß uf mitwochen vor dato diß briefs [16.6.] a die kgl. Mt. siner Mt. sone seligen, hoglobligs gedechtnis, Kg. Philipz von Castilien, begenkniß im monster gehabt hat wol mit XVC weßen kirzen, IC und X fackeln, alle brennend und mit swarzem wullengewant under den kirzen und stende behenkt, auch alle altare uben und forn behenkt. Und ward die versamelung darzu erfardert und nemantz von stetten. Hat etliche nit billich beducht. Die persefant [= (Unter-)Herolde] haben von etlichen gelt gefardert; haben ien keinß geben wullen, alß der Dr. von Collen [Dr. Dietrich Meinertzhagen] hat gesagt, sie hetten den Rich stetten ader ieren geschickten kein platz geben, darumb wer man ienen nitz schuldig-a. Werden ungeferlich in reten und auch sust gehaulten, alß ich u. W. hernoch derhalbe baß ader witer davon bericht geben wille, nit not, vil davon zu schriben.
    [6.] Aber weß nochmalß ferner deß kammergerichtz, auch der Eytgenossen halber gehandelt wirt, wil ich u. W. nit verhalten. Aber ich habe noch zur zijt nicht sunderlichs, dem Rich nutzlichs und erlich were, seen vurnemen dan die zwei stuck frid und recht, darzu den Roemer zug, wiewole davon noch nichtz gered ader gehandelt, dan der anschlag uf einen jeden, weß er derhalbe tun solle, ufgezeignet ist.
    [7.] Item tut der anschlag4 in sommen XVIIMVIC und LXXII man zu ruß und fuß. Und so alle, die von den Ff. abe- ader zu ienen gezagen werden und apsent sin wullen, bliben noch XIIIIM ungeverlich. Darzu so wil die kgl. Mt. XIIM versoulden zu fuß und IM zu ruß5, deßglichen die VIM Swizer, in somma XIXM. Ob inß geschee, weiß man nit. Darzu so sagt man in lantmanß wise, die Venezianer wollen kgl. Mt. VIIIM uf ieren Šcosten versulden. Ob inß einen vorgank gewyn, weyß man noch nit. Damit Gott der almechtig wolle u. W. in seligem, loblichen regement und gesuntheit lange gefristen. Datum zu Costenz, uf fritag noch Viti [18.6.] Ao. 1507.
      U[wer] W[eisheit] w[illiger] Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 644 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen des RT über Reichskammergericht und Romzughilfe.

    Konstanz, 19. Juni 1507 (samstag noch Viti).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 16–16’ (Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 913, S. 719 (nur Pkt. 2).

    [1.] /16/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien myn fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Wissent, daß myn gn. H. von Treer uf fritag nochmittag vor dato [18.6.] mich fraget, ob ich noch nit antwurt von u. W. hette uf daß anbrengen deß schulteßen [Johann von Lünen], alß er deß von kgl. Mt. bevelch hat. Sagt ich nein, aber ich were allen tag derhalben antwurt von u. W. warten. Sagt myr sin Gn., daß er willens gewest were, kgl. Mt. zu bitten, u. W. derhalbe zu schriben und antwurt daruf begeren; hab aber solichs anstien laßen, in hoffnung, u. W. werde myr ilens antwurt derhalbe zuschicken. Wand sin Gn. besorgt, daß der tag in kurzer zijt sine entschaft haben werde und darnoch derhalbe nit wole zu handeln sy. Darumb bitt ich u. W., wollen myr ilenß uf deß schulteßen anbrengen1 der 2500 fl. halber schriben, wolt ich mich alßdan by myn gn. H. von Treer fugen und mit sinen Gn. uf 2000 fl., ader sovil ich mynder by sinen Gn. erlangen kunte, uf eine verfollen quittung understien zu handeln, und sunderlichen uf die gefellige vertrostung, so der schultes und ich von sinen Gn. gehort und vernommen haben, deßglichen auch von Gf. Iteln von Zorn, der unß beiden den andern tag zu erkennen gabe, er hiltes darvor, wan wir 2000 fl. geben, kgl. Mt. solt u. W. daby laßen.
    [2.] Deß kammergerichtz halber ist noch nichtes beschlossen, sunder etliche artikel [Nr. 171] zu underhaltung deß kammergerichtz kgl. Mt. uf dato ubergeben. Und uf dato nichtz anderes dan von dem romerzug, urdenung und deß gemeinen anschlags halber gehandelt wirt, auch in artikelß wyse [Nr. 174] kgl. Mt. furgehalten werden solle, alß einen gemeinen hauptman zu erwelen, deßglichen etliche red, die dem hauptman Šzugegeben werden sollen, und andre notturftige dinge, so zu dem zoge notz und not sint zu bedenken und zu ratschlagen; und sunderlichen by kgl. Mt. ermeßen werd, wer die haulten und belonen ader versolden sollen. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in langem, seligem regiment gefristen. Datum zu Costenz, uf samstag noch Viti [19.6.] Ao. 1507.  Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 645 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen des RT über Romzughilfe und Reichskammergericht; [2.] Resolutionen Kg. Maximilians zur Romzughilfe vom 3. Juli, Geheimhaltungspflicht der Stände, Beauftragung des Großen Ausschusses zu Beratungen über die kgl. Resolution.

    Konstanz, 4. Juli 1507 (sontag Ulrici).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 18–18’ (Or.).
    Regest/Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 915, S. 723.

    [1.] /18/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien myn gar fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Ich bin ungezwifelt, der schultes [Johann von Lünen] werde, ob Gott wil, kurzlich nach dato heimkomen und u. W. aller handelung montlich bericht tun, wiewole nicht sunderlichs sit der zijt, ich u. W. geschriben haben, vorgenomen ader gehandelt worden ist dan deß romzug und kammergerichtz halber. Deß romerzugs halber ist der anschlag langer gemacht ader kgl. Mt. verhalten biß alhere. Deß kammergerichts halber versee ich mich, eß werde kgl. Mt. zu gefallen ein jar lang zu Regenspurg gehaulten werden und myn gn. H. von Bassau kammerrichter sin etc., wie ich u. W. hiefore auch geschriben habe1, und darnach gein Wurmß gelegt [Nr. 177, Pkt. 1] . Vermeint kgl. Mt., die irtum zwuschen den geistlichen und dem rat daselbst hienzulegen, damit derhalbe kein verhynderung geschien moge, diewile imß, den Rinlendern und Oberlendern gelegen ist. Und solle underhalten werden, wie u. W. in myne schrift hiefor vermirkt haben etc.
    [2.] Ferner wissen u. W., daß uf samstag noch visitacionis Marie [3.7.] kgl. Mt. an die gemeine versamelung begert hat, 30 000 mann zu ruß und fuß ein jeder in munt nemen und nit anders davon reden solle, die siner Mt. vom Rich im anschlag, die ksl. cron zu erabern, zugesagt syen, duch die gewisse sommen by zwelftusent, drydusent zu ross und nuentusent zu foß, gelaßen [Nr. 181]. Und haben alle geschickten botschaften uf samstag obgemelt mynem gn. H. von Menz in bysin der versamelung ein hantgelobe getan an eitstatt, alles, weß gehandelt ist und furter gehaindelt wurt, solichs zu verschwigen [Nr. 182]. Duch habe ich macht, solichs u. W. zu uffenbaren, bitt aber, solichem eim jeden zu sagen zu verschwigen, alß myr nit zwifelt, u. W. wissen sich darin wole zu haulten. Und daß die 6000 Ey[d]genoßen in die sommen der 9000 gerechent und vom Rich ein jar lank versolt werden sollen. Ist von der versamelung dem ußschuß zu ratschlagen befalen. Nochdem /18’/ ich dan daby sin werde, waß dan davon gehandelt wurd, wil ich u. W. nit verhalten. Versee mich auch, so solichs gehandelt und beschloßen wurt, der tag solle sin entschaft haben. Damyt wolle Gott Šder almechtig u. W. in seligem, langwerendem reygiment gefristen. Geben zu Costenz, uf sontag Ulrici [4.7.] Ao. etc. 1507.2   Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 646 Weisung der Stadt Frankfurt an Johann Frosch  »

    [1.] Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Besteuerung der Frankfurter Juden für den Romzug; [3.] Konflikte Frankfurts mit Ludwig von Ottenstein und Wigant von Luttern.

    Frankfurt, 9. Juli 1507 (frytag nach Kiliani) ; präs. Konstanz, 16. Juli.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 199, Stück-Nr. 42 (Konz.).

    [1.] Der Schultheiß [Johann von Lünen] hat ihnen mitgeteilt, daß der röm. Kg. es bezüglich des Kölner Anschlags [von 1505] bei den 2000 fl. belassen hat. Dies müssen sie, obwohl es ihnen beschwerlich ist, akzeptieren.1  
    [2.] Der Schultheiß berichtete außerdem von der Absicht [des Kg.] zu einer neuen Veranschlagung der Stadt und insbesondere der Frankfurter Juden. Dies ist nicht akzeptabel. Die Juden mußten bislang immer einen Beitrag zu den Anschlägen der Stadt leisten. Allein der Frankfurter Magistrat hat das Recht zu deren Besteuerung. Schicken ihm eine Abschrift des entsprechenden kgl. Privilegs.2 Er soll den Personen, die im Namen des Kg. mit ihm und dem Schultheiß darüber gesprochen haben, eröffnen, daß Frankfurt eine Besteuerung der Juden nicht hinnehmen wird, und sie ersuchen, dies dem Kg. mit der Bitte um Respektierung des Frankfurter Privilegs mitzuteilen.
    [3.] Er ist darüber informiert, daß sich Frankfurt und Ludwig von Ottenstein gütlich geeinigt haben. Übersenden ihm eine Abschrift der Einigung.3 Ungeachtet dieses Abschieds Šübersandten etliche Adlige der Stadt Schreiben4, von denen sie ebenfalls Kopien beilegen. Ebenso gingen ihnen Schreiben Wigants von Luttern wegen eines – Frosch bekannten – Vorfalls in Frankfurt zu.5 Ersuchen ihn, die mitgeschickten Unterlagen zu studieren und Šdann den Kg. informieren, damit er die von ihm und dem Schultheiß gemachten Angaben als zutreffend erkennt.  Er soll den Kg. gemäß den beiden mitgeschickten Instruktionen bitten, für den Fall, daß die gütlichen Verhandlungen scheitern sollten, eine Kommission zu bewilligen und sie mit Mandaten zur Unterbindung widerrechtlichen Vorgehens Ottensteins und Lutterns gegen Frankfurt auszustatten.6 Falls dies unterbleibt, so ist er sich natürlich darüber im klaren, daß die Stadt sich nicht zugleich ihrer Feinde erwehren und dem Kg. dienen kann. Er soll den Dr., der ihm und dem Schultheiß zuvor schon behilflich war, noch einmal um Hilfe bitten und auch die Geschenke (vererung) für die Kanzlei nicht vergessen.

    « Nr. 647 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen des RT über die Romzughilfe; [2.] Beitrag der Eidgenossen zum Romzug, Beginn des kgl. Romzuges; [3.] Verhandlungen des RT über das Reichskammergericht.

    Konstanz, 15. Juli 1507 (donerstag noch Margareten).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 19–19’, 20’ (Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 919, S. 728–730.

    [1.] /19/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] syen myn gar fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frund. Wissent, daß die röm. kgl. Mt. ein neuerung vorgenomen und an die gemeine versamelung begert hat, daß der anschlag der holf des romerzogs uf zwilftusent man, mit namen dritusent zu roß und nuentusent zu fueß, gewiß gemagt und ufgericht werde und siner Mt. hundertundzwenzigtusent fl. bare an abschlag der nuentusent zu fueß gereicht und geben werden [Nr. 192]. In den ansch[l]ag der zwolftusent etc. versee ich mich, eß werd siner Mt. nit abgeschlagen werden. Aber der hundertundzwenzigtusent fl. halber haben wir alß die geschickten der fry- und Rich stett unß horen laßen, daß wir solichen befelg von unsern Hh. und frunden nit haben. Aber wir verseen unß, wo inß an unsere Hh. und frund durch eine jeden vorbragt und ursach derhalbe vernomen, wurden sie sich geigen kgl. Mt. ungezwifelt alß die gehorsamen und underdenigen eres vermogenß halten. Solichs haben unßer gnst. und gn. Hh., die Kff. und Ff. und stende, angenomen und kgl. Mt. furter erkennen zu geben. Solichs haben die geschickten der stedt ine besten angeseen, damyt nit also lichlig in gelt zu geben gewilliget wurde. Versee mich aber, die Ff. werden in beide begerungen gewilligen. Ist auch dem ußschus soliche und andere artikel zu ratschlagen befalen uf dato. Eß ist aber noch keyne malstatt deß zusamenkomens von kgl. Mt. angezeigt, wiewole solichs von stenden an kgl. Mt. zu meer malen begert ist [Nrr. 176, Pkt. 1; 178, Pkt. 5.2], daß ich bißhere dem zog keynen glauben geben habe, also daß kgl. Mt. gein Rome ziegen wurde. Ere Mt. wil auch [Nr. Š193, Pkt. 3], daß ein ander richstag gein Nurnberg ader Frankfurt gelegt werde, ob etwaß zufallen, daß not sin wurde, davon zu ratschlagen ader die hilf zu meren etc., wie dan in rat zu jeder zijt funden wurd, daß solichs uf daß furderlichst gescheen mog.
    [2.] Die Eitgenoßen ader Swizer sint alle geruest zu ziegen, inmaßen alß ich u. W. hiefur geschreben habe [Nr. 643, Pkt. 4] . Aber die versamelung hie haben kgl. Mt., die Eitgenoßen zu underhalten deß romerzogs, nit annemen ader willigen wollen, daß ich hiefur auch geschreben habe. Also hat ere Mt. die obgemelten nuerung furgenomen etc. Ich habe von eines fursten rat gehort, daß der romerzog von kgl. Mt. einen furgank gewinnen wurd und die /19’/ zyt uf Michaelis [29.9.] ernent und bestimpt werden solle. Aber die malstatt weiß noch zur zijt keiner dan die kgl. Mt. Ist aber noch nit uffenbare. Die Swizer werden zu Zurg ußzegen und ieres sult anghien etc.
    [3.] Daß kammergericht wurd uf begere kgl. Mt. VI jare ufgericht, inmaß ich u. W. hiefur geschreben habe.1 Daß irst jare sol eß gehalten werden zu Reigenspurg und der Bf. zu Bassau kammerrichter sin und darnoch gein Wurmß gelegt und ein weltlicher kammerrichter erwelt werden und underhaulten von der nutzungen der canzlien und fiscalischen penen und strafen, wie ich auch hiefur geschreben habe [Nr. 643, Pkt. 3] . Duch wo noch den VI jaren etwas myrklichs uber die underhaltung kammerrichters, bysitzer, cancelien etc. uberlief, sol kgl. Mt. alßdan werden und gefallen etc. Solichs haben die stende und gemeine versamelung kgl. Mt. zu undertenigem gefallen bewilliget [Nr. 195, Pkt. 1] . Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in seligem, langem, loblichem reigemient gefristen. Geschreben ilenß und geben zu Costenz, uf donerstag noch Margareten [15.7.] 1507.
      Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].

    « Nr. 648 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Verhandlungen wegen der Konflikte Frankfurts mit Ludwig von Ottenstein und Wigant von Luttern; [2.] von kgl. Seite geplante Besteuerung der Frankfurter Juden für den Romzug; [3.] Verhandlungen des RT über Reichskammergericht und Romzughilfe; baldiges Ende des RT, Abreise von Ff.

    Konstanz, 20. Juli 1507 (dinstag noch Alexie);  präs. Frankfurt, 27. Juli.1
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 21–21’, 22’ (Or. mit Randvermm. Hd. J.J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 923, S. 739 (nur Pkt. 3); Harpprecht , Staats-Archiv II, Nr. CXL, S. 456 (nur Pkt. 1).

    [1.] /21/ Bestätigt für den Freitagabend [16.7.] den Empfang von Weisungen bezüglich der Besteuerung der Frankfurter Juden und des Streits der Stadt mit Ludwig von Ottenstein sowie mit Wigant von Luttern. Er konnte aus den mitgeschickten Unterlagen entnehmen, daß Kf. Philipp von der Pfalz der Stadt und Ottenstein zwar auf den 18. August (mitwochen noch assumpcionis Marie) einen Schiedstag anberaumt hat [Nr. 646, Anm. 3], die ŠStadt indessen davon keine Ergebnisse erwartet. Ebenso verhält es sich demnach in bezug auf Luttern. Er hat am Sonntag [18.7.] instruktionsgemäß das Appellationsinstrument an Sixtus [Ölhafen], Sekretär der kgl. Kanzlei, übergeben, um ein kgl. Inhibitionsmandat an Ottenstein zu erwirken. Dr. Hayden teilte ihm mit, daß der Kg. wegen Lutterns keine Kommission ausgehen lassen werde, da beschlossen worden sei, das kgl. Kammergericht in Kürze wiederzueröffnen. Er bat deshalb den Kg. um Ausstellung eines Pönalmandats an Luttern und andere Reichsuntertanen, in der Sache nicht gewaltsam vorzugehen. Der Kg. beauftragte Sixtus [Ölhafen], dies im Hofrat vorzutragen. Er, Frosch, übergab diesem die Abschriften der Verhandlungsunterlagen /21’/ samt einer Supplikation [Nr. 456]. Sixtus will ihn informieren, sobald er Bescheid erhält.2

    [2.] Aber deß nuen anschlags halber, so uf e. W. juden bescheen sol werden, wil ich, soferre inß mit fugen sin kan, byß ich die ladung und inhibicion und mandata ußbracht habe, stillestien und darnoch H. Jorgen von Emerßhofen und H. Niclaß Ziegler die ksl. fryheit anzeygen und ienen zu erkennen geben, daß e. W. solichen anschlag der juden halber mit nichts erliden kundet, sie gutwelliglichen bittend, solichs kgl. Mt., unßerm allergnst. H., anbrengen wollen und undertenig biddend, e. W. by solicher friheit bliben zu laßen etc.
    Š[3.] Witer, so wissent e. W., daß uf montag vor dato [19.7.] von der gemeinen versamelung ein gruntlich und entlich meynung deß kammergerichts [und] romerzugs3 kgl. Mt. uberantwurt ist und daby unterteniglich gebeten, ienen genediglich zu erluben, damit ein jeder uf Galli [16.10.] die sinen mitsampt dem gelt gein Costenz schicken und ufbrengen moege, soviel einem jeden an den IC und XX-tusent fl. zu geben gebueren wulle, alß ich e. W. hiefoere davon geschreben habe [Nr. 647, Pkt. 1] , alß ich e. W., ob Gott wil, in kurzen tagen ferner bericht davon geben wille. Und versee mich, daß diser richstag sin entschaft habe. Hg. Albricht von [Bayern-]Mongen und Hg. Jorg von Saßen und Myßen werden uf dato hienweg, wollen uf kgl. Mt. nuerung, so sin Mt. allen tag angehenkt hat, nit warten.4 Damit wolle Gott der almechtig e. W. in seligem, langem reigiment gefristen. Geben zu Costenz, uf dinstag noch Alexie [20.7.] Ao. 1507.  Johann Frosch, sch[öffe] zu F[rankfurt].