Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    9.17. Mantua »

    « Nr. 704 Kaspar von Winzer an Giovanni Francesco Peschiera [Statthalter zu Redondesco] »

    [1.] Nach seiner, Winzers, Abreise aus Mantua hat der röm. Kg. erfahren, daß Mgf. [Francesco von Mantua] seinen Truppen den Durchzug verweigert; er ist darüber äußerst ungehalten. Seit geraumer Zeit will er deshalb nicht über den Mgf. sprechen. Außerdem wurde der Kg. informiert, daß der Mgf. gemeinsam mit seiner Gemahlin [Isabella] und seinem Sohn [Federico] zum frz. Kg. nach Mailand gereist ist.
    Er versichert ihm, daß der röm. Kg. mit einer gewaltigen Truppenmacht kommen wird, um dem frz. Kg. nicht nur in Mailand, sondern auch in Frankreich selbst gegenüberzutreten. Wenn sich der Mgf. nicht rasch für die Partei des röm. Kg. entscheidet, wird er vertrieben werden. Die Venezianer intrigieren fortwährend gegen den Mgf. und agieren dabei auch mit Mitteln, über die er nicht schreiben kann. Er, Peschiera, soll den Mgf. zur schriftlichen Bitte an den röm. Kg. bewegen, ihn, Winzer, wieder nach Mantua zu schicken. Er ist zuversichtlich, dessen Angelegenheiten dann zum Guten wenden zu können. Er ist erstaunt darüber, daß der Mgf. ihm noch nicht geschrieben hat, was er schon längst hätte tun sollen. Denn der röm. Kg. wird dies als Mißachtung auslegen.
    [2.] Der Hg. von Ferrara hat eine Gesandtschaft [zum röm. Kg.] abgeordnet, die sehr verständig agiert.
    [3.] Er, Peschiera, möge dem Mgf. empfehlen, vorläufig noch keine Gesandten zu schicken, bis sich eine bessere Gelegenheit ergibt.
    [4.] Er selbst hat soviel erreicht, daß es um die Angelegenheit Hg. Albrechts von Bayern (da Monicho) gut steht und alles zu einem guten Ende kommt.
    [5.] Fordert ihn auf, den Mgf. zu einem Schreiben an den röm. Kg. drängen, worin er sich als guter Sohn des Reiches erzeigt. Andernfalls kann er ihm nicht länger helfen. Das Schreiben an den Kg. soll zu seinen Händen nach München geschickt werden.
    [6.] Übersendet ihm beiliegend einen an den Mgf. adressierte Kredenzbrief und eine Instruktion des kgl. Kanzlers [Serntein]1 und fordert ihn auf, sich in diesem Sinne zu verwenden, wie er seinerseits auch jegliche Anstrengung unternimmt.

    ŠKonstanz, 24. Juni 1507.
    Mantua, AS, A.G., ser. E.IV.3, busta 522, fol. 260–260’ (ital. Übersetzung).

    « Nr. 705 Kaspar von Winzer an Mgf. Francesco von Mantua »

    [1.] Umfang und Zusammensetzung des kgl. Romzugheeres: Kontingente Burgunds, der Eidgenossen und des Reiches; Bitte um vertrauliche Behandlung des Schreibens; [2.] Vermittlungsbemühungen Winzers und Kf. Friedrichs von Sachsen zwischen Kg. Maximilian und Mgf. Francesco von Mantua, Bitte Winzers um Bevollmächtigung für die Verhandlungen, Teilnahme Winzers am bevorstehenden Romzug.

    München, 18. Juli 1507 (sontag vor St. Maria Magdalena tag).
    Mantua, AS, A.G., ser. E.IV.3, busta 522, fol. 261–262’ (eh. Or., Postverm.: In seiner Gn. hande.) = Textvorlage A. Ebd., fol. 263–263’ (ital. Übersetzung).

    [1.] /261/ Durchleuchtig, hochgeporner F., gn. H., mein untertanig dinst sein eurn ftl. Gn. mit willigem fleiß albeg wie vor. Gn. H., ich habe vor etlicher zeyt eurn ftl. Gn. pey Hansen von Trient geschriben und den mit ainer instruckcion1 abgefertigt, auf welche schrift ich pisher all tag von eurn Gn. antburt gebart hab. Dieweil aber die kgl. Mt. mitsambt Kff. und Ff. und ander stent des Hl. Reichs ainig zu ent beschlossen haben, das ich darfur hab, die kgl. Mt. werde in VI wochen anziechen, und nemlich wirt ir Mt. IIII hör haben:
    Item die maduna Margarita, ir Mt. tochter, die hat yecz XIIII-tausent mann zu ross und fues peyainander in Flandern, die wirt dasselb hör an den enden prauchen, da es anselich wirt sein.
    Item die Schbeyzer werden haben ordinaria VI-tausent mann von örtern. Darzu hat die kgl. Mt. VII-tausent in sunderhait bestellt. Den sein zugeornt III-tausent pfert. Die wern auch ain hör haben.
    Item vom Reich wern ziechen ob X Ff. in aigner perschon, und haben vom Reich ir Mt. zugeornet XXII-tausent man. Die sein auch in II tail geornt und auf zben weg, wiewol ich eurn Gn. davon /261’/ fil west zu schreiben, das sy mein halb nit gepurn will. Aber das, so ich yecz eurn Gn. anzaig, das glaubt auf mein glauben, eur ftl. Gn. pittend mit aller untertänigkait, wellen dise mein schrift nit weiter lassen kumben. Allain fur eur Gn. perschon due ich das zu gefallen, dann nit vil leit oder gar wenig solichs wissen.
    [2.] Gn. H., dieweil ich nun die anschleg kgl. Mt. wais zum tail, hat mich not gedunkt, eurn Gn. sach wyder anzuregen und zu handln. Und hab Hg. Fridrich von Sagsen zu mir genommen, der eur Gn. fetter und freunt ist. Und haben pet2 die kgl. Mt. ersucht und gepeten, nachdem eur Gn. in ir Mt. versagt sein, das sein Mt. eur Gn. selbs zu verantburtung kumben lassen und dieweil mit kainem anschlag durch die Venediger oder andern eur Gn. belaidig. Darauf ir Mt. uns antburt gab, ir Mt. wer eur Gn. perschon nit so ungenädig, aber eur Gn. hietten pös ret, den volgt eur Gn., das Šwurt eurn Gn. zu nachtail raichen; ir Mt. wollt noch verziechen. Und darnach hat ir Mt. fil mit mir davon geret. Hab nit entlich durfen handln, dann eur /262/ Gn. haben mir nie geschriben. So wais ich auch nit, ob mein dinst in der sach eurn Gn. gefellig sein oder nit. Darauf, gn. H., ist mein rat, sover eur Gn. pey kgl. Mt. wellen pleiben oder anhangen, als ich rat, eur Gn. wellen mir ain glaubhaftige instruckcion zuschicken mitsambt eur Gn. kredenz an die kgl. Mt. Und was eur Gn. also handln welln, das solichs glaubhaftig sey, das ir Mt. sich daran lassen mög, dann es mir zu ebiger ungenat sunst raichen wurt. So will ich dermassen handln, das ich euch vertragen wil und eur Gn. zu grossen und erlichen sachen pringen will. Und was also eur Gn. mainung ist, wellen mich eur Gn. eylenz pey disem poten, den ich eurn Gn. zugut geschickt hab, wissen lassen. Eur ftl. Gn. untertänig pittend, wellen sich nit verfiern lassen durch pös ret. Ich kundt darnach nimer helfen. Ich wirde mit aim hör auf Drient und der end gegen eurn Gn. ziechen.3 Also wais ich noch nit anderst nit mer neuer mer, dann das dise wochen die Ff. vonainander ziechen, und rust sich all welt. Eur Gn. wert palt gest im welsch land sehen. /262’/ Damit befilch ich mich eurn ftl. Gn. als meinem gn. H. in aller dinstberkait. Tatum Munchen, an sontag vor St. Maria Madalena [18.7.] tag Ao. septimo.   E. ftl. Gn. untertaniger diener Caspar Winzrer, ritter.
    [PS] Eur Gn. due sich der weissen kreiz ab, die roten wern wol sten.4 Verzeich mirs eur Gn.

    « Nr. 706 Gian Antonio Crivelli (frz. Gesandter in Konstanz) an Mgf. Francesco von Mantua »

    [1.] Mitteilung über seine Entsendung zu Kg. Maximilian: [2.] Ankunft in Konstanz, Unterredung mit Kg. Maximilian; [3.] Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Inhalt der Instruktion Kg. Ludwigs von Frankreich für Crivelli; [5.] Verhaftung Crivellis in Konstanz; [6.] mehrfache Befragung Crivellis, seine Freilassung aufgrund der Intervention Kg. Ludwigs.

    Moûtiers, 31. August 1507.
    Mantua, AS, A.G., ser. E.XV.3, busta 631, fol. 24–25, 27’ (ital. Or. m. S.).

    [1.] /24/ Illustrissimo et excellentissimo signor marchise etc. La integerima fede et rara servitù di vostra excellentia versso la christianissima maiestà con la oppinione, qualle ha monsignor mio reverendissimo [George d’Amboise, Kardinal von Rouen] di quella, me stringano advertirla del ritorno mio dal re de’ Romani et recepto insiema et tractamento, acio conosca in tuto la prudentia et summa modestia del re christianissimo, et del re de’ Romani faci quel iuditio gli parerà, qualle in tute cose conosco singulare.
    Š[2.] Mandato da Genova dal christianissimo re al re de’ Romani et al Sacro Imperio gionssi apresso le porte di Constanze sul paes de’ Suiceri, qualli confinano a epsse porte. Et manday uno correro regio per prendere logiamente, il qualle se ritorno a me con el maregalcho [!] da logiamenti, facendomi intendere fuse il ben venuto etc. et che el re, suo patrono, era gioso di vederme et parlarmi, et tuthora vorìa me condurìa drento ala cità alo alogiamento, ala qualle fece risposta conveniente, pregando /24’/ cenasse mecho. Et di poy intrarebom [!] la cità. Gli parsse ritornar al re de’ Romani et dopoy son partimento un pocho, volendo cenare. Se ne rivienne a me con un doctore et secretario regio, qualle mi fece una longa dizaria latina, benivola et di bona sorte, al qualle più comodatamente pote gli fece risposta. Dopoy subito mi menoe al re de’ Romani, al qualle presentai le littere mie pubblicamente, facendogli intendere la caricha mia. Il qualle me fece menare nela camera sua. Et tuto solo per spatio de hore due et meza parloe et conferite mecho, essendo circha una hora di nocte, et sapendo non haveva anchora cenato, mi lassò dicendo: Andati a cena et dimatina vi mandarò uno mio, qualle vi condurà agli electori et principi del’Impperio, a’ qualli presentareti vostre littere [Nr. 153] et fareti vostra relatione; dipoy seremo insiema.
    [3.] La matina fui conducto per duy gentilhomini di soy et presentai mie littere et disse quello m’era imposto et contenevano mie instru- /25/ ctione, unde tuti quelli del Sacro Imperio con summa atentione et benignità me oditerono et feceno gratta et prudente risposta, dicendo che la materia cerchava matura consultatione et che mandarebono al mio alozamento per haver la copia de instructione etc., et dopoy di tute cosse conferirebeno mecho.
    [4.] Et acio la s[ignoria] v[ostra] ill[ustrissima] sapi la summa dela caricha mia: Epssa conteneva l’amore, fede et optima dispositione del christianissimo re versso il Sacro Imperio, et che quello che era stato dito et scripto sì in Italia, sì in Alamagna dal Re de’ Romani contra el re christianissimo non era viridicamente dicto né scripto, ma solum trovato per rompere l’amicitia tra el Sacro Imperio et reamo christianissimo, qualle era durata anni CCCXXX, particularmente et distinctamente tute le cosse impincte al christanissimo re atorto narrando et evidentimente infrigendo, como sa, parteneva alo hitio mio et la rason voleva.
    [5.] La sera medema me fece prendere et restringere con pocho suo hon[or], /25’/ prendendomi veste, dinari, cavalli et tut[o], lassandomi un solo pagio et mandando tuta la nocte mie servitori in una vileta de’ Suiceri. Mi prese per forza le instructione, tutavolta non sepe trovar la ziphyra, qualle rompeti penssa [!] la s[ignoria] v[ostra] ill[ustrissima] se me, havendo mandato a convitare et menare a luy di paese di Suiceri, a luy non subgieti. Et havendogli presentate littere da parte del christianissimo re et longamente a me parlato et la matina mandato a compagnare al Sacro Imperio, s’el me retienne con suo hon[or], essendo etiam dio publicamente con dui correri regii et mei servitori intrato Costancia et parlato a luy. El tractamento, qualle me ha facto, me vergogno scrivere, havendomi facto pagare fenestre di ferre, porte, cathene, qualle fece fare nella torre di cel[le] per secureza, quantuché havesse duy alabardieri, qualli ziorno et nocte non se partevano dala porticella di ferre d’una picol stupha, dove era, a’ qualli m’è stato necessario pagar le spese et scudi quatro et mezo per meso, et /26/ a uno altro Šcustode, servitore suo ordinario, le spese sue di suo cavallo et servitore senza la bona partita.
    [6.] Me manda più volte a interrogare de varii et diversi articuli, menazandomi de tormente, tutavolta con son dishon[or] me ritienne, et con hon[or] del christianissimo re è stato necessario me habi facto condure sino a Beona per uno suo secretaria, altramente la maiestà christianissima may harìa lassato di pregione gli suoy ambasiadori et dil arciduchaa.
    Spero in breve la v[ostra] s[ignoria] ill[ustrissima] serà in Franza, ala qualle più al longo poterò di tuto parlare, a epssa semp[re] offerendomi et ricomandandomi humilmente. La venuta del magnifico Rozono1, suo servitore, è stata molto gratta a mons[ignor] mio reverendissimo [George d’Amboise], el qualle v[ostra] s[ignoria] ill[ustrissima] semp[re] troverà prompto a suoy benefitii et hon[or]. A Morter in Delphinato, l’ultimo d’Avosto. E[iusdem] v[estrae] ill[ustrissimae] D[ominationis] servitor, f[rater] Jo[annes] Ant[oniu]s de [Crivelli]2.

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    Anmerkungen

    1
     Liegen nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     = beide.
    3
     Kg. Maximilian hatte die Stadt Augsburg mit Schreiben aus Konstanz am 25.6. aufgefordert, die Teilnahme Winzers am Romzug mit ihrem Anteil an der Reichshilfe zu finanzieren. Vgl. Brunner , Kaiser, S. 39.
    4
     Die Gegenüberstellung von weißem und rotem Kreuz dient hier als Metapher für den von Winzer empfohlenen Seitenwechsel des Mgf. (vgl. Groebner , Menschenfett, S. 25). Zugleich fungierte das rote Kreuz im Feld als Erkennungszeichen der Kaiserlichen ( Zahawi , Musterungslisten, S. 48).
    1
     Gian Stefano Rozone, der sich als mantuanischer Gesandter meist in der Umgebung des Kardinals von Rouen aufhielt, hatte am 29.8. berichtet, daß er Crivelli in Moûtiers getroffen habe. Crivelli informierte Rozone über die Umstände seiner Gefangenschaft und seiner Freilassung (Rozone an Mgf. Francesco von Mantua, ital. Or. Moûtiers; AS Mantua, A.G., ser. E.XV.3, busta 631, fol. 36–37’, hier fol. 36’).
    2
     Vorlage unleserlich.

    Anmerkungen

    a
     arciducha] Korrigiert aus: re de Castiglia. Vgl. Nr. 155, Anm. 1.

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    9.17. Mantua »

    « Nr. 704 Kaspar von Winzer an Giovanni Francesco Peschiera [Statthalter zu Redondesco] »

    [1.] Nach seiner, Winzers, Abreise aus Mantua hat der röm. Kg. erfahren, daß Mgf. [Francesco von Mantua] seinen Truppen den Durchzug verweigert; er ist darüber äußerst ungehalten. Seit geraumer Zeit will er deshalb nicht über den Mgf. sprechen. Außerdem wurde der Kg. informiert, daß der Mgf. gemeinsam mit seiner Gemahlin [Isabella] und seinem Sohn [Federico] zum frz. Kg. nach Mailand gereist ist.
    Er versichert ihm, daß der röm. Kg. mit einer gewaltigen Truppenmacht kommen wird, um dem frz. Kg. nicht nur in Mailand, sondern auch in Frankreich selbst gegenüberzutreten. Wenn sich der Mgf. nicht rasch für die Partei des röm. Kg. entscheidet, wird er vertrieben werden. Die Venezianer intrigieren fortwährend gegen den Mgf. und agieren dabei auch mit Mitteln, über die er nicht schreiben kann. Er, Peschiera, soll den Mgf. zur schriftlichen Bitte an den röm. Kg. bewegen, ihn, Winzer, wieder nach Mantua zu schicken. Er ist zuversichtlich, dessen Angelegenheiten dann zum Guten wenden zu können. Er ist erstaunt darüber, daß der Mgf. ihm noch nicht geschrieben hat, was er schon längst hätte tun sollen. Denn der röm. Kg. wird dies als Mißachtung auslegen.
    [2.] Der Hg. von Ferrara hat eine Gesandtschaft [zum röm. Kg.] abgeordnet, die sehr verständig agiert.
    [3.] Er, Peschiera, möge dem Mgf. empfehlen, vorläufig noch keine Gesandten zu schicken, bis sich eine bessere Gelegenheit ergibt.
    [4.] Er selbst hat soviel erreicht, daß es um die Angelegenheit Hg. Albrechts von Bayern (da Monicho) gut steht und alles zu einem guten Ende kommt.
    [5.] Fordert ihn auf, den Mgf. zu einem Schreiben an den röm. Kg. drängen, worin er sich als guter Sohn des Reiches erzeigt. Andernfalls kann er ihm nicht länger helfen. Das Schreiben an den Kg. soll zu seinen Händen nach München geschickt werden.
    [6.] Übersendet ihm beiliegend einen an den Mgf. adressierte Kredenzbrief und eine Instruktion des kgl. Kanzlers [Serntein]1 und fordert ihn auf, sich in diesem Sinne zu verwenden, wie er seinerseits auch jegliche Anstrengung unternimmt.

    ŠKonstanz, 24. Juni 1507.
    Mantua, AS, A.G., ser. E.IV.3, busta 522, fol. 260–260’ (ital. Übersetzung).

    « Nr. 705 Kaspar von Winzer an Mgf. Francesco von Mantua »

    [1.] Umfang und Zusammensetzung des kgl. Romzugheeres: Kontingente Burgunds, der Eidgenossen und des Reiches; Bitte um vertrauliche Behandlung des Schreibens; [2.] Vermittlungsbemühungen Winzers und Kf. Friedrichs von Sachsen zwischen Kg. Maximilian und Mgf. Francesco von Mantua, Bitte Winzers um Bevollmächtigung für die Verhandlungen, Teilnahme Winzers am bevorstehenden Romzug.

    München, 18. Juli 1507 (sontag vor St. Maria Magdalena tag).
    Mantua, AS, A.G., ser. E.IV.3, busta 522, fol. 261–262’ (eh. Or., Postverm.: In seiner Gn. hande.) = Textvorlage A. Ebd., fol. 263–263’ (ital. Übersetzung).

    [1.] /261/ Durchleuchtig, hochgeporner F., gn. H., mein untertanig dinst sein eurn ftl. Gn. mit willigem fleiß albeg wie vor. Gn. H., ich habe vor etlicher zeyt eurn ftl. Gn. pey Hansen von Trient geschriben und den mit ainer instruckcion1 abgefertigt, auf welche schrift ich pisher all tag von eurn Gn. antburt gebart hab. Dieweil aber die kgl. Mt. mitsambt Kff. und Ff. und ander stent des Hl. Reichs ainig zu ent beschlossen haben, das ich darfur hab, die kgl. Mt. werde in VI wochen anziechen, und nemlich wirt ir Mt. IIII hör haben:
    Item die maduna Margarita, ir Mt. tochter, die hat yecz XIIII-tausent mann zu ross und fues peyainander in Flandern, die wirt dasselb hör an den enden prauchen, da es anselich wirt sein.
    Item die Schbeyzer werden haben ordinaria VI-tausent mann von örtern. Darzu hat die kgl. Mt. VII-tausent in sunderhait bestellt. Den sein zugeornt III-tausent pfert. Die wern auch ain hör haben.
    Item vom Reich wern ziechen ob X Ff. in aigner perschon, und haben vom Reich ir Mt. zugeornet XXII-tausent man. Die sein auch in II tail geornt und auf zben weg, wiewol ich eurn Gn. davon /261’/ fil west zu schreiben, das sy mein halb nit gepurn will. Aber das, so ich yecz eurn Gn. anzaig, das glaubt auf mein glauben, eur ftl. Gn. pittend mit aller untertänigkait, wellen dise mein schrift nit weiter lassen kumben. Allain fur eur Gn. perschon due ich das zu gefallen, dann nit vil leit oder gar wenig solichs wissen.
    [2.] Gn. H., dieweil ich nun die anschleg kgl. Mt. wais zum tail, hat mich not gedunkt, eurn Gn. sach wyder anzuregen und zu handln. Und hab Hg. Fridrich von Sagsen zu mir genommen, der eur Gn. fetter und freunt ist. Und haben pet2 die kgl. Mt. ersucht und gepeten, nachdem eur Gn. in ir Mt. versagt sein, das sein Mt. eur Gn. selbs zu verantburtung kumben lassen und dieweil mit kainem anschlag durch die Venediger oder andern eur Gn. belaidig. Darauf ir Mt. uns antburt gab, ir Mt. wer eur Gn. perschon nit so ungenädig, aber eur Gn. hietten pös ret, den volgt eur Gn., das Šwurt eurn Gn. zu nachtail raichen; ir Mt. wollt noch verziechen. Und darnach hat ir Mt. fil mit mir davon geret. Hab nit entlich durfen handln, dann eur /262/ Gn. haben mir nie geschriben. So wais ich auch nit, ob mein dinst in der sach eurn Gn. gefellig sein oder nit. Darauf, gn. H., ist mein rat, sover eur Gn. pey kgl. Mt. wellen pleiben oder anhangen, als ich rat, eur Gn. wellen mir ain glaubhaftige instruckcion zuschicken mitsambt eur Gn. kredenz an die kgl. Mt. Und was eur Gn. also handln welln, das solichs glaubhaftig sey, das ir Mt. sich daran lassen mög, dann es mir zu ebiger ungenat sunst raichen wurt. So will ich dermassen handln, das ich euch vertragen wil und eur Gn. zu grossen und erlichen sachen pringen will. Und was also eur Gn. mainung ist, wellen mich eur Gn. eylenz pey disem poten, den ich eurn Gn. zugut geschickt hab, wissen lassen. Eur ftl. Gn. untertänig pittend, wellen sich nit verfiern lassen durch pös ret. Ich kundt darnach nimer helfen. Ich wirde mit aim hör auf Drient und der end gegen eurn Gn. ziechen.3 Also wais ich noch nit anderst nit mer neuer mer, dann das dise wochen die Ff. vonainander ziechen, und rust sich all welt. Eur Gn. wert palt gest im welsch land sehen. /262’/ Damit befilch ich mich eurn ftl. Gn. als meinem gn. H. in aller dinstberkait. Tatum Munchen, an sontag vor St. Maria Madalena [18.7.] tag Ao. septimo.   E. ftl. Gn. untertaniger diener Caspar Winzrer, ritter.
    [PS] Eur Gn. due sich der weissen kreiz ab, die roten wern wol sten.4 Verzeich mirs eur Gn.

    « Nr. 706 Gian Antonio Crivelli (frz. Gesandter in Konstanz) an Mgf. Francesco von Mantua »

    [1.] Mitteilung über seine Entsendung zu Kg. Maximilian: [2.] Ankunft in Konstanz, Unterredung mit Kg. Maximilian; [3.] Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Inhalt der Instruktion Kg. Ludwigs von Frankreich für Crivelli; [5.] Verhaftung Crivellis in Konstanz; [6.] mehrfache Befragung Crivellis, seine Freilassung aufgrund der Intervention Kg. Ludwigs.

    Moûtiers, 31. August 1507.
    Mantua, AS, A.G., ser. E.XV.3, busta 631, fol. 24–25, 27’ (ital. Or. m. S.).

    [1.] /24/ Illustrissimo et excellentissimo signor marchise etc. La integerima fede et rara servitù di vostra excellentia versso la christianissima maiestà con la oppinione, qualle ha monsignor mio reverendissimo [George d’Amboise, Kardinal von Rouen] di quella, me stringano advertirla del ritorno mio dal re de’ Romani et recepto insiema et tractamento, acio conosca in tuto la prudentia et summa modestia del re christianissimo, et del re de’ Romani faci quel iuditio gli parerà, qualle in tute cose conosco singulare.
    Š[2.] Mandato da Genova dal christianissimo re al re de’ Romani et al Sacro Imperio gionssi apresso le porte di Constanze sul paes de’ Suiceri, qualli confinano a epsse porte. Et manday uno correro regio per prendere logiamente, il qualle se ritorno a me con el maregalcho [!] da logiamenti, facendomi intendere fuse il ben venuto etc. et che el re, suo patrono, era gioso di vederme et parlarmi, et tuthora vorìa me condurìa drento ala cità alo alogiamento, ala qualle fece risposta conveniente, pregando /24’/ cenasse mecho. Et di poy intrarebom [!] la cità. Gli parsse ritornar al re de’ Romani et dopoy son partimento un pocho, volendo cenare. Se ne rivienne a me con un doctore et secretario regio, qualle mi fece una longa dizaria latina, benivola et di bona sorte, al qualle più comodatamente pote gli fece risposta. Dopoy subito mi menoe al re de’ Romani, al qualle presentai le littere mie pubblicamente, facendogli intendere la caricha mia. Il qualle me fece menare nela camera sua. Et tuto solo per spatio de hore due et meza parloe et conferite mecho, essendo circha una hora di nocte, et sapendo non haveva anchora cenato, mi lassò dicendo: Andati a cena et dimatina vi mandarò uno mio, qualle vi condurà agli electori et principi del’Impperio, a’ qualli presentareti vostre littere [Nr. 153] et fareti vostra relatione; dipoy seremo insiema.
    [3.] La matina fui conducto per duy gentilhomini di soy et presentai mie littere et disse quello m’era imposto et contenevano mie instru- /25/ ctione, unde tuti quelli del Sacro Imperio con summa atentione et benignità me oditerono et feceno gratta et prudente risposta, dicendo che la materia cerchava matura consultatione et che mandarebono al mio alozamento per haver la copia de instructione etc., et dopoy di tute cosse conferirebeno mecho.
    [4.] Et acio la s[ignoria] v[ostra] ill[ustrissima] sapi la summa dela caricha mia: Epssa conteneva l’amore, fede et optima dispositione del christianissimo re versso il Sacro Imperio, et che quello che era stato dito et scripto sì in Italia, sì in Alamagna dal Re de’ Romani contra el re christianissimo non era viridicamente dicto né scripto, ma solum trovato per rompere l’amicitia tra el Sacro Imperio et reamo christianissimo, qualle era durata anni CCCXXX, particularmente et distinctamente tute le cosse impincte al christanissimo re atorto narrando et evidentimente infrigendo, como sa, parteneva alo hitio mio et la rason voleva.
    [5.] La sera medema me fece prendere et restringere con pocho suo hon[or], /25’/ prendendomi veste, dinari, cavalli et tut[o], lassandomi un solo pagio et mandando tuta la nocte mie servitori in una vileta de’ Suiceri. Mi prese per forza le instructione, tutavolta non sepe trovar la ziphyra, qualle rompeti penssa [!] la s[ignoria] v[ostra] ill[ustrissima] se me, havendo mandato a convitare et menare a luy di paese di Suiceri, a luy non subgieti. Et havendogli presentate littere da parte del christianissimo re et longamente a me parlato et la matina mandato a compagnare al Sacro Imperio, s’el me retienne con suo hon[or], essendo etiam dio publicamente con dui correri regii et mei servitori intrato Costancia et parlato a luy. El tractamento, qualle me ha facto, me vergogno scrivere, havendomi facto pagare fenestre di ferre, porte, cathene, qualle fece fare nella torre di cel[le] per secureza, quantuché havesse duy alabardieri, qualli ziorno et nocte non se partevano dala porticella di ferre d’una picol stupha, dove era, a’ qualli m’è stato necessario pagar le spese et scudi quatro et mezo per meso, et /26/ a uno altro Šcustode, servitore suo ordinario, le spese sue di suo cavallo et servitore senza la bona partita.
    [6.] Me manda più volte a interrogare de varii et diversi articuli, menazandomi de tormente, tutavolta con son dishon[or] me ritienne, et con hon[or] del christianissimo re è stato necessario me habi facto condure sino a Beona per uno suo secretaria, altramente la maiestà christianissima may harìa lassato di pregione gli suoy ambasiadori et dil arciduchaa.
    Spero in breve la v[ostra] s[ignoria] ill[ustrissima] serà in Franza, ala qualle più al longo poterò di tuto parlare, a epssa semp[re] offerendomi et ricomandandomi humilmente. La venuta del magnifico Rozono1, suo servitore, è stata molto gratta a mons[ignor] mio reverendissimo [George d’Amboise], el qualle v[ostra] s[ignoria] ill[ustrissima] semp[re] troverà prompto a suoy benefitii et hon[or]. A Morter in Delphinato, l’ultimo d’Avosto. E[iusdem] v[estrae] ill[ustrissimae] D[ominationis] servitor, f[rater] Jo[annes] Ant[oniu]s de [Crivelli]2.