Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    9.8. Nördlingen  »

    « Nr. 600 Instruktion Nördlingens für Ulrich Strauß (Altbürgermeister) als Gesandten an den kgl. Hof »

    [1.] Nördlingen hat das Privileg, daß im Umkreis von zwei Meilen kein Jahr- oder Wochenmarkt abgehalten werden darf1; dem entgegenstehende Privilegien sind ungültig. Gf. Joachim von Oettingen hat dennoch das Recht zur Abhaltung eines Jahr- und Wochenmarkts in Wallerstein erlangt.2 Ein kgl. Mandat zu dessen Aufhebung war erfolglos. Bürgermeister Ulrich Strauß und Alt-Bürgermeister Gabriel Eringer verhandelten im vergangenen Jahr ergebnislos mit Gf. Joachim und Gf. Wolfgang von Oettingen. Gf. Joachim sieht sich laut seiner Antwort befugt, von seinem Privileg Gebrauch zu machen. Dies ist für Nördlingen inakzeptabel. Der Kg. soll deshalb erneut ersucht werden, unter Strafandrohung die sofortige Abschaffung dieser Märkte zu verfügen. Sobald er das Mandat erhalten hat, soll er unverzüglich dessen Zustellung an Gf. Joachim durch einen kgl. Boten veranlassen und sich um eine Abschrift zu ihrer Verwendung bemühen.
    Š[2.] Falls er die ihm früher aufgetragenen Angelegenheiten3 noch nicht am kgl. Hof vorgebracht hat, soll er dies nachholen.
    [3.] Der Kg. forderte die Stadt mit Schreiben vom 7. September 1505 auf, über die jährliche Stadtsteuer und andere Abgaben an das Reichsoberhaupt oder an Dritte Bericht zu erstatten.4 Sie konnten nicht früher Antwort geben, da zuerst der Kg. vom Reich abwesend war und sie selbst in der Folge von einer Vielzahl von Angelegenheiten beansprucht wurden. Nördlingen gibt den Gff. von Oettingen jährlich 700 Malter Korn und dazu 300 Pfd. Heller. Die Stadt ist finanziell überlastet. Der Gesandte soll den Kg. um ein Schreiben an die Gff. ersuchen, worin diese aufgefordert werden, zu begründen und urkundlich zu belegen, warum sie das Geld seit so langer Zeit bekommen. Er soll den Kg. außerdem um eine Verringerung dieser Abgabenlast bitten.

    Nördlingen, 3. Mai 1507 (montags des hl. creuz tag invencionis).
    Nördlingen, StdA, Missivbücher 1507, fol. 31’-32’, 32’-34 (Kop.).

    « Nr. 601 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Er ist am 10. Mai (montag nach dem suntag vocem jocunditatis) in Überlingen eingetroffen und hält sich noch dort auf. Zwar wurden die Anwesenden durch den Kg. hierher beschieden, doch erfolgte bislang noch kein Vortrag über dessen Anliegen.
    [2.] Am kgl. Hof heißt es, daß Genua verloren sei; die Stadt sei dem frz. Kg. übergeben worden.
    [3.] Derzeit findet in Schaffhausen ein großer Tag der Eidgenossen statt. Der Kg. und die im Namen des Reiches in Konstanz versammelten Stände haben Gesandte dorthin Šabgeordnet, auf mainung, sye seynt teucz und gehernt on mittl zu teuczer nacion, daß sye daßselb wöllnt zu herzen fassen und auß schuldiger pflicht helfen und raten, damit die er und wird, so teuczer nacion an der ksl. krönung wurde ligen, helfen behalten. Er wird sie zu gelegener Zeit ausführlicher über die Instruktion der Reichsgesandtschaft [Nr. 216] informieren. Hier in Überlingen wurde glaubwürdig berichtet, daß die Eidgenossen die Reichsgesandtschaft mit großen Ehren empfangen und beschlossen hätten, eine Gegengesandtschaft zur Antwort an die Reichsversammlung nach Konstanz abzuordnen. Er wird darüber Bericht erstatten.
    [4.] Sobald der Kg. nach Überlingen oder Konstanz kommt, wird er mit ihm instruktionsgemäß [Nr. 600] über die Angelegenheiten Nördlingens verhandeln.

    Überlingen, 15. Mai 1507 (samstag nach dem hl. auffarttag).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 68–68’ (eh. Or. m. S.).

    « Nr. 602 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Vortrag von Gesandten Kg. Maximilians an die in Überlingen versammelten Schwäbischen Bundesstände und Verhandlungen darüber; Einladung an Hg. Albrecht von Bayern zum Bundestag; [2.] Ankunft Kg. Maximilians und der eidgenössischen Gesandtschaft in Konstanz; Kapitulation Genuas vor Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Angelegenheiten Nördlingens.

    Überlingen, 17. Mai 1507 (montag nach dem suntag exaudi). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 318–319’ (eh. Or.).

    [1.] /318/ Fursichtigen, ersamen und weisen. Mein willig, berayt dienste seynt euer waißheyt zuvoran berayt. Lb. Hh., ich [gebe] euch zu vernemen, daß ich auf montag nach dem suntag vocem iocunditatis [10.5.] nestverruckt mit andern gen Überlingen kumen pin, an demselben ort der röm. kgl. Mt. botschaft gefunden, nemlich H. Cristoffen Schencken zu Lindburg, H. Erasmus Toppler, Dr. und pfarrer zue St. Sewolten zue Nuremperg, und H. Jorgen von Emershofen. Die habent unß, der versamlung, in namen röm. kgl. Mt. auf ir credenz und instruktion [Nr. 273] von nuem gebeten, unß in kainen weg von Überlingen abzescheiden one weyter underricht und befelch röm. kgl. Mt., und darauf unß in kraft irer credenz röm. kgl. Mt. beger fürgehalten, und erstlich Hg. Albrechten, unsern gn. H., ernstlich zu unß, der versamlung, in aigner person auf eest, so es sein mug, zu erfordern. Daß ist also von stund an beschechen [Nr. 87].
    Zue dem andern, so het unß röm. kgl. Mt. lassen furhalten acht artikl, die sollent wir beratschlagen auf daß erst, es gesein mug, und alßdan die seiner kgl. Mt. zusenden. Von erst betreffent ist die Reichenau, der ander die von Straßburg betrefent, der dritt die heckenreyter betrefent, der vierd die, so noch an dem anschlag zue Kollen schuldig seynt, der funft Hg. Albrechten und Hg. Fryderichen betrefent, der sechst Hg. von Burgundi und Rettl betrefent, der sibend den alten Pfgf. [Kf. Philipp] betrefent, der acht einen burger in ainer Reych stat betrefent, der röm. kgl. Mt. übel geredt haben soll [Nr. 273]. Die acht artikl seynt all in gemain seiner kgl. Mt. vorantwurt auf mainung, wie Šdaß seiner zeit der abschid zu erkennen geben wurdet. Und alß wir ob beschluß diser artikl gesessen, kam unß antwurt von Hg. Albrecht [Nr. 88]: Unser schreyben hab sein Gn. vernomen; wiewol sein Gn. diser zeyt seiner Gn. leibs halben nit wol geschickt, aber /318’/ in ansechung unsers begerens wölle sich sein Gn. auf nestkünftigen donrstag nach pfingsten [27.5.] in aigner person zue unß gen Uberlingen on verzug fugen und darauf die gemessigt hilf, so sein Gn. auf nestverrucktem puntstag mi[sericordi]a Domini [18.4.] zu Augspurg zugesagt und auf suntag trinitatis [30.5.] nestkunftig so zue Fryberg erscheinen solt, erstreckt biß auf nestkunftigen St. Ulrich tag [4.7.]; ob derselb span nit hingelegt, daß man dan daß, so vor auf trinitatis angesechen worden ist, auf St. Ulrichs tag volstreck. Daß hab ich euch alß meinen Hh. unverkundt nit wöllen lassen.
    [2.] Weyter wyst, daß röm. kgl. Mt. am samstag nach dem hl. auffarttag [15.5.] in der neunden stund vor mitternacht zue Costens eingeritten ist wol gerist. Und send im all Ff. und botschaften, so zue Costens ligent, entgegengeritten. Darzue send auf obgemeltem tag die Aidgenossen von allen orten auch zue Costens eingeritten mit LXXXV pferden. Und, alß man unß sagt, tapfer personen im ansechen darunder seynt. Und ist die sag, sye wollent sich mit den stenden deß Reychs mit einer maß vertragen, habent auch all ir kriegsvolk von dem Kg. von Frankenreich heim erfordert, seynt auch all heimkumen. Aber die von Genowa habent den Kg. von Frankenreich eingelassen und im geschworen etc.
    [3.] Nun hab ich auf euer weißheyt befelch, mir in meinem abschid gegeben, noch nichtz gehandelt, ursachen halb, daß die röm. kgl. Mt. zue Überlingen noch nit erschinen. Ob sich aber seyner Mt. zuetun verlengern wolt, pin ich in hoffnung, von der versamlung ein zimlich urlab zu erlangen. Alßdan wolt ich mich von stund an zu röm. kgl. Mt. fugen und meins höchsten fleyß in euern bevelch beleyben; und /319/ waß mir alßdan begegnet, euch alß meinen Hh. nit verhalten. Dan euch und gemainer statt mugen nuczpar dienstparkeyt ton, will ich meins vermügens willig erfunden werden. Geben zu Überlingen, auf montag nach dem suntag exaudi [17.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zue Nördlingen.

    « Nr. 603 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verlegung des Schwäbischen Bundestages von Überlingen nach Konstanz; bevorstehende Ankunft Hg. Albrechts von Bayern; Verhandlungen Kg. Maximilians und der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen; [3.] unglaubwürdige Freundschaftsbekundungen der französischen Gesandtschaft in Konstanz; Gerüchte über eine bevorstehende Einigung mit den Eidgenossen zur Rückeroberung Mailands.

    Konstanz, 20. Mai 1507 (donrstag nach dem suntag exaudi). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 312–312’ (eh. Or.).

    [1.] /312/ Fursichtigen, ersamen und weisen. Mein ungespart, willig dienste seynt euer fursichtigkayt zuvoran mit willen berayt. Lb. Hh., ich hab euch in kurzen verruckten Štagen von Uberlingen auß geschryben und, waß sich nach meinem abschid, sovil mir bewust ist, begangen, bey euerm stattboten schryftlich bericht etc. [Nr. 602]. Nun, günstigen, lb. Hh., ir wist, daß die röm. kgl. Mt. unß, die hauptleut und rat, gen Uberlingen beruft, da wir dan all alß die gehorsamen erschinen, aber die röm. kgl. Mt. unß eilentz gen Costens erfordert, alß wir auch von stund an erschinen und nun zue Costens seynt. Waß mit unß in namen röm. kgl. Mt. gehendelt werden will, ist unß allen auf dato verborgen, aber in meiner vorigen schryften nit underlassen, euch zu erkennen geben, daß mein gn. H., Hg. Albrecht, gemainen Punt zugut auf dunrsta[g] nach dem nestkunftigen pfingstag [27.5.] bey unß sein will. Acht ich wol, daß in mitler wil nichtz sunders mit den Punts verwanten gehandelt werd, angesechen, daß die Aigenossen von allen orten hie zue Costens seynt auf erfordern röm. kgl. Mt. und gemainer stend deß Reychs, so yecz zue Costens seynt. Mit denen handelt man fur und fur in sachen, ob man mechte waß machen, daß gemainen stenden deß Hl. Reychs zugutenkommen und dienen mocht.
    [2.] Weyter, auf den bevelch, so ich von euer ersamen weißhayt [habe], will ich kainen fleyß meins vermugens und clainer vernunft, so ich trag, armen und reychen zu nucz und gutem nit sparen, sunder, so erst ich ankumen mag, procedieren und handlen, in guter hoffnung, der almechig Gott werde die von Nördlingen irer aufrechten, getruen und erbern handlungen, so unser eltfordern, auch wir zum dickermalen dem Reych auß gehorsam mit darlegung leibs und gucz, widergelten etc.
    [3.] Hofmer: Der Kg. von Frankenreych hat sein treffenlich botschaften zue Costens und tut sich zum hechsten gegen röm. kgl. Mt. und den stenden deß Reychs deß einnemens der statt Genuwa /312’/ entschulden, auf mainung, sye gehor zum Hm. Mayland. Und so er alß Kg. zue Frankenreich Mayland zue lechen trag, sey er schuldig, also ze handlen, daß, so zu gedachtem Hm. diene, einzuebringen, und in kainer andern weiß. Und so die röm. kgl. Mt. nach ksl. kronung ziechen wöll, alßdan er alß ain Hg. zue Mayland helfen und raten alß ein lechenher, auch wie er von deß Hl. Reychs wegen schuldig sey mitzuziechen, mit fil geblenter reden etc. [Nr. 154, Pkt. 3/8]. Aber die gemain red ist, man werde sich mit den Schweizern einen und inen ein merklich summ geld jarlich zu sold verschreyben, damit Mayland wider zum Reych kumm, doch daß die frey und Reychs stett daß gelt alle jar dargebent. Daß alles fug ich euch, so yecz auf dato vor augen ist, alß meinen Hh. zu vernemen und in mugen nachdenken, so es an euch kem, sich mugen dester ee in handel ze schicken. Geben zue Costens, am donrstag nach dem suntag exaudi [20.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.

    « Nr. 604 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Unterbrechung des nach Konstanz verlegten Schwäbischen Bundestages; Gerüchte über eine bevorstehende Einigung mit den Eidgenossen, Einberufung eines eidgenössischen Tages nach Zürich; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Streit Šüber die Jahr- und Wochenmärkte mit Gf. Joachim von Oettingen, Einnahme einer Strafabgabe Nördlingens durch Gf. Joachim; [3.] Uneinigkeit der Reichsstände über das weitere Vorgehen bezüglich französischer Agenten in Konstanz.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (auf den hl. pfingstag). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 159–159’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /159/ Fursichtig, ersamen und weisen. Mein willig, ongespart dienste seynt euch bevor. Gunstigen, lb. Hh., ich hab euch vor dato in schryften zu erkennen geben, daß die röm. kgl. Mt. unß, die stend des Punts, so zue Uberlingen auf erfordern seiner kgl. Mt. gelegen, gen Costens beruft und erfordert, alß wir dan all an demselben ort seynt [Nr. 603, Pkt. 1] , aber auf dato noch nichtz erfordert. Darumb ich diser zeit euch alß meinen Hh. von allen hendlen, so yez vor augen seynt, gar kain anzaigen tun kan, dan daß zu Costens gewesen seynt bey röm. kgl. Mt. die zwelf ort von den Aidgenossen. Und ist daß gemain geschray, die Aidgenossen werdent sich mit röm. kgl. Mt. und den stenden deß Hl. Reychs in einigkeyt vertragen. Und ist deßhalben ein ander tag gen Zirch furgenomen und namlich auf suntag nach trinitatis schirstkunftig [6.6.]. Da wöll in aygner person die röm. kgl. Mt. mit andern stenden deß Reychs erscheinen. Gott wöll, daß es wol geraten.
    [2.] Weyter, lb. Hh., fug ich euch zu vernemen, daß angebracht ist an die röm. kgl. Mt. die zwen artikl, nemlich daß röm. kgl. Mt. will Gf. Joachim [von Oettingen] mandieren bey einer pen, seiner furgenomen jar- und wuchenmerkt müssig stee, auch auß aigner bewegnuß ein wissen wollen von der Hft. haben, woher und auß waß ursachen sye so lang die Reychs gult mitsampt den IIIC Pfd. h. strafgelt einnement; und so daß beschicht, alßdan verer handlen und den von Nördlingen gnad darinen beweisen etc. Und so die schreyben also vertig werdent, will ich die in kraft meins bevelchs yedes ordnen, da es hinkert, und von yeder copein entpfachen und euer weißheyt zusenden.
    [3.] Weyter von wegen der gefangen s[ecre]tairen, so auß fenknuß kumen ist, find ich in rat dreyerlay mainung. Ein teyl rat, man soll in ir bas widergeben; ein deyl /159’/ will, man solle im es nit widergeben angesechen ir bekantnuß; so will der drytt teyl, man solle weiter nach in stellen und so wider zu gefangnuß bringen. Aber in summa ist ir aller rat, sy nit auß sorgen ze lassen. Daß alles hab ich euch alß meinen Hh. im besten nit wollen verhalten, euch mit der zeit haben darnach ze richten. Geben zu Costens, auf den hl. pfingstag [23.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nordlingen.

    « Nr. 605 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verweist auf seinen letzten Bericht1, wonach er durch die Vermittlung Niklas Zieglers beim Kg. zwei Schreiben erwirken konnte: eine Aufforderung an die Gff. [Joachim und Wolfgang] von Oettingen, mitzuteilen, auf welcher rechtlichen Grundlage sie jährlich 700 Malter Korn und 300 Pfd. Heller einnähmen, außerdem ein Pönalmandat an Gf. Joachim Švon Oettingen, sein Privileg über die Jahr- und Wochenmärkte nicht länger auszuüben, sondern die Rechte der Stadt Nördlingen zu respektieren.2 Das Schreiben an die beiden Gff. beruht auf sich. Doch das geänderte Mandat wollte er in der kgl. Kanzlei nicht akzeptieren, da demnach der Propst von Ellwangen [Albrecht Thumb von Neuburg] und Hans von Hürnheim den Auftrag erhalten sollen, zwischen den beiden Parteien einen gütlichen Vergleich herbeizuführen oder ggf. die Angelegenheit zum rechtlichen Entscheid an den Kg. zu remittieren. Sixtus Ölhafen nahm ihn daraufhin in den kgl. Rat mit. Dort legte er, Strauß, dar, inwiefern diese Regelung für Nördlingen nachteilig wäre. Insbesondere verwies er auf das frühere kgl. Mandat an Gf. Joachim und legte eine Abschrift davon vor; demnach hat der Kg. in Anbetracht des von Ks. Friedrich ausgestellten Privilegs für die Stadt, wonach im Umkreis von zwei Meilen keine Jahr- und Wochenmärkte abgehalten werden dürfen3, das Jahr- und Wochenmarktsprivileg der Gff. kassiert. Er beantragte deshalb vor den kgl. Räten ein weiteres kgl. Pönalmandat an Gf. Joachim. Anschließend sprach Dr. Erasmus Topler mit ihm und riet, die Schiedskommission zu akzeptieren; ein Mandat wäre wirkungslos, da Gf. Joachim eingewandt habe, daß sein Privileg infolge langjähriger unbestrittener Possession rechtskräftig sei. Nach der Anhörung beider Parteien könne der Kg. indessen aufgrund der Sachlage entscheiden. Bittet um diesbezügliche Weisungen.
    Das kgl. Schreiben an die beiden Gff. [Joachim und Wolfgang] hat er zurückgehalten, da es von einem kgl. Boten übergeben werden soll.

    [2.] Ich solt euch auch mer copeyen [zusenden], wie ich dan geschryben hab der hendel halben, so hie zu Costenz vor augen seynt. So send gescheft fil. Dan da man mir sye gibt, geschicht in grossem vertrauen. Hett man nit alwegen der weil. Ich wil ir aber nit vergessen [Datum, Unterzeichnung].

    Konstanz, 28. Mai 1507 (freytag nach dem hl. pfingstag).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 32–33’ (eh. Or.).

    « Nr. 606 Weisung von Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen an Ulrich Strauß »

    [1.] Bestätigen den Empfang zweier Berichte samt den beigelegten Abschriften.1 Erklären ihre Zustimmung zum Schreiben Kg. Maximilians an die Gff. [Joachim und Wolfgang] von Oettingen wegen der Korngülte. Sie haben über das Mandat wegen der Jahr- und Wochenmärkte ausführlich beraten und sind zu dem Ergebnis gelangt, es dabei zu belassen, daß das Verhör durch den Propst von Ellwangen und Hans von Hürnheim durchgeführt wird, in der Hoffnung, daß sie nicht gegen die Stadt sein werden.
    [2.] Was die anderen Angelegenheiten und die zugesandten Abschriften angeht, hand wir nit klain verwundern ob disen seltzamen hendeln. Got wolle es nach seinen Šgottlichen gnaden dem Hl. Röm. Reich, gemainer teutschen nation und uns armen zu trost und gut zu dem allerbesten ordnen und schicken. Beauftragen ihn zu weiterer Berichterstattung.

    Nördlingen, 2. Juni 1507 (mitwochs nach dem sontag trinitatis).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 24–24’ (Or.) = Textvorlage A. Nördlingen, StdA, Missivenbücher 1507, fol. 41 (Kop.) = B.

    « Nr. 607 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages in Konstanz: Beschwerde Kg. Maximilians über Straßburger Bürger; [2./6.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] RT-Verhandlungen über die Romzughilfe; [4.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Befreiung von künftigen Reichssteuern; [5.] Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und Hg. Albrecht von Bayern über den niederbayerischen Erbfolgestreit.

    Konstanz, 2. Juni 1507 (unsers Herrn fronleichnams abent). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 249–251 (eh. Or. m. S.).

    [1.] /249/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein ongespart, willig dienste seynt euer weißheyt bevor. Günstichen, lb. Hh., ich hab euch vergangner zeit in schryften zu erkennen geben, waß unser allergnst. H., der röm. Kg., der versamlung deß Punts zue Überlingen artikelweiß in schryften [Nr. 602, Pkt. 1]  zue erkennen geben, under den ain artikel gewesen, die statt Straßburg betreffent [Nr. 273, Pkt. 2] , auf wölichen artikel röm. kgl. Mt. von den Punts verwanten rate begert. Also ward die versamlung deß Punts beratig, den von Straßburg deß artikls, sye berürent, ein abscheyt zu behendigen. Auf welichen clagartikl die von Straßburg durch ir tapfer ratsbotschaft sich bey röm. kgl. Mt., auch bey gemainer versamlung deß Punts mündlich und auch schryftlich verantwurt, welcher ir getanen antwurt ich schryftlich euch alß meinen Hh. hiermit auch copi zueschicken tue.1 
    [2.] Und darneben gib ich euer weißheyt zu erkennen, daß ich auf streng anhalten bey der röm. kgl. Mt. räten daß mandat auf Gf. Joachim erlangt, daß im die röm. kgl. Mt. geput, mit seinen erlangten freyheyten, die jar- und wuchenmerkt betreffent, stillsten soll und die von Nördlingen in irer erlangten gnad und freyhayten nit turbieren und zu beschwern, wie dan daß die copi lauter zue erkennen gebt, so ich euch hiemit tue zusenden etc.2 
    [3.] Weyter, lb. Hh., wiewol ich diser zeit in deß Hl. Reichs rat nit geordnet pin, yedoch fleyß ich mich, daß ich, sofil ich kan und mag, zimlich erfaren tu, waß doch die hendel seynt, damit man diser zeit umbget. Waß ich dan bißher erlernen hab mügen, ist euch in meinen schryften, von mir zukumen, nit verhalten, alß ich hiemit aber tue: Ich pin bericht, daß gemain stent diser deß Hl. Reychs versamlung, so yecz auf dato zu Costenz seynt, röm. kgl. Mt. verwilligt, einen anschlag einer gar merklichen hilf Šauf daß Hl. Reych zue schlagen, in wölichem furnemen ein enger ausschucz von allen stenden gemacht ist.3 
    [4.] Weyter kan ich /249’/ diser zeit [nicht] mer leuterung geben, aber mich von stund an geflissen. Und so erst ich hab künnen und mügen zue H. Niclausen Ziegler kumen, in alß unsern sundern lb. H. und güten fründ ermant der handlung, so ich in euer weißheyt namen am jungsten durch in bey röm. kgl. Mt. zu Straßburg gehandelt. Dan da hab ich mit grund der warhayt angezaigt der von Nordlingen onvermugen und auch deßselben onvermügens ursachen und herkumen von einem zu dem andern und darneben begert, daß unser allergnst. H., der röm. Kg., auß gnad und auch auß unser notdorft so gnedig sein wöll und unß etliche jar und zeit mit einem gnadenbrief versechen, daß wir in den anschlegen deß Hl. Reychs nit gezogen, angesechen, daß die von Nördlingen vormalen in vil weg auß der pflicht sich dem Hl. Reyche zugut in merklich schulden geschlagen, mit mer worten etc. Damalß mir in euer weißheyt namen von im in namen röm. kgl. Mt. angesagt, sein kgl. Gn. bekant der von Nördlingen gehorsam, auch im entdeckt ir unvermügen. Aber es stend in seiner kgl. macht nit, unß laut unsers begerens also zu freyen. Aber so es an daß kem, daß anschlagen furgenomen und gemacht wurdent, solt man sein Mt. manen, wolt sich sein kgl. Mt. halten alß unser allergnst. Kg. und H.
    Solicher gn. red und zusagens ermant ich H. Niclausen Ziegler mit freuntlicher pitt und beger, daß er den von Nördlingen zu gut und nucz bey röm. kgl. Mt. nit in vergessen wollt stellen. Ob er aber fur sein person beschwerd darab haben oder nemen wölt, were mein frundlich bitt und begern, mich seiner kunftig zeit zue röm. kgl. Mt. gelegner stund zu bringen, wolt ich selbst in euerm namen mit kgl. Mt. handlen. Also ward mir von H. Niclausen geantwurt, ich bedorft /250/ kainen zweyfel tragen nach haben, alles, daß in seinem vermügen stend, den von Nördlingen zugut bey röm. kgl. Mt. kunnen oder mügen erlangen, darinen alzeit willig wollen erfunden werden. Aber diser zeit auf mein begern mugen bey kgl. Mt. handlen, gedeucht in nit fruchtper, angesechen, man muste vor erwarten, daß der anschlag beschlossen würd. Sagt ich, es were wol war, es were auch mein will noch mainung nit gewesen, auf dizmal also ze handlen, allain in ermant, so es an daß kem, der von Nördlingen nit wollen vergessen, dan seiner gescheft wernt fil etc.
    [5.] Weyter, lb. Hh., auf samstag nach dem hl. pfingstag nestvergangen [23.5.] ist Hg. Albrecht gen Überlingen kumen und von stund an die röm. kgl. Mt. sich zu im gen Überlingen gefugt und niematz mit im von den stenden deß Hl. Reychs genomen. Ist bey unß, den bundischen, fur gut angesechen, auf mainung, sein Mt. werde sich mit Hg. Albrecht Wasserburg halben vertragen. Daß möchten wir gar wol erleyden.
    Daß alles hab ich euch alß meinen günstigen und lb. Hh. im besten nit wöllen verhalten, euch zum teyl darnach haben seinerzeit zu richten. Dan euer weißheyt und gemainer statt Nordlingen frumen und nucz mugen schaffen, pin ich schuldig und daßselb in allweg willig. Geben zu Costenz, an unsers Herrn fronleichnams abent [2.6.]1507.  Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.
    Š[6.] /251/ [PS] Ich hab euer weißheyt oben in diser schryft angezeigt daß erlangt mandat wider Gf. Joachim, meinen gn. H.; daß ist also war, aber auf dato nit mugen besiglet werden. Der gescheft seinent uber die massen fil. So ist mir die copy davon zugesagt, aber auch noch nit mugen bekumen. Yedoch wirt ich nit feyren. Man muß aber auch diser zeit nit streng anhalten, dan daß euch ob- und anligen ist, vint man an andern orten auch derglichen.

    « Nr. 608 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [2.] fragliche Unterstützung des Romzuges durch die Eidgenossen; [3.] Anleihe bei Handelsgesellschaften für den Romzug; [4.] schlechte Lebensbedingungen in Konstanz.

    Konstanz, 7. Juni 1507 (aftermontag nach unsers Hern fronleichnams tag). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 167–167’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /167/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein willig dienste seynt euer weißheyt zuvoran berayt. Gunstigen, lb. Hh., mir ist ein schryft [Nr. 606] von euch zuekumen, dero inhalt hab ich meins verstands vernomen. Nun hab ich euch vor bericht [Nr. 605, Pkt. 1] , waß erstlich auf mein anpringen diß mandat, so wider Gf. Joachim außgan soll, von den kgl. räten beschlossen, also daß man solt baiden parteyen commissarien benennen und daselbst baider tayl gerechtigkayt horn und alßdan die gut versuchen; und ob es gutlich nit gericht würdet, der kgl. Mt. den handel sollen zuschicken. Dan will sein kgl. Mt. declariern. Nun hab ich daßselb euer weißhayt nit verhalten und daruber euern willen darinen zu vernemen, mich mugen darnach haben zu richten. Darauf ist mir antwurt1 von euch worden, also wo es nit anderst sein mug, müß man es also annemen. Ich hab aber von stund an in aigner person wider diß fürnemen bey den künigischen räten gehandelt, alß ich dan euch alß mein Hh. alles gar aigentlichen vor in schryften bericht hab, und daneben anzaigt, daß von den künigischen räten ein verbennt2 mandat mit seiner declaracion angeschaft ist. Daß ist verlangst geschriben, aber nach nit besigelt, ursachen halb der file der gescheft. Ich hang aber fur und fur an, und sobald es besigelt wurdet, wert ich daß bey einem kgl. boten Gf. Joachim lassen antwurten und euch alß meinen Hh. ein glaubwurdig copey davon zueschicken etc.3 
    [2.] Lb. Hh., ist sach, daß yecz von disem tag zue Zirch von Aidgenossen auf den abschid hie zue Costenz gut antwurt wurdet, so stat die sach recht. Aber in der gemain helt man gar nit, daß die Aidgenossen sich von der kron Frankenreich lassen schaiden.
    Š[3.] Weiter yst hie die sag, die röm. kgl. Mt. wolle von den geselschaftern zue Augspurg, Rafenspurg, Memingen und an andern orten hunderttausent fl. haben lechensweiß und die in jarsfrist wider wollen bezalen. Und ob sich die geselschafter deß wurdent un[ter]sten zu widern, wolle sein kgl. Mt. dargegen handlen, daß inen zu nachteyl kumen mocht etc. Kan nit versten, daß man willig sey, auf röm. kgl. Mt. begern ze handlen, sein kgl. Mt. richte dan frid und recht auf im Reych. So daß beschehen sein, wolle yederman daß /167’/ best ton.
    [4.] Lb. Hh., soll ich noch ein claine zeit hie zue Costenz mussen sein, so muß ich krank werden, dan die luft, speiß und trank ist mir ganz wider. Gott wolle alle ding in daß allerbest wenden. Geben zu Costenz, uf aftermontag nach unsers Hern fronleichnams tag [7.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermeister zu Nördlingen.

    « Nr. 609 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen über einen Beitrag der Eidgenossen zum Romzug, Beschluß des eidgenössischen Tages in Zürich, Intrigen der französischen Gesandtschaft in Zürich; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] Untätigkeit des von Überlingen nach Konstanz verlegten Schwäbischen Bundestages, Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Konstanz.

    Konstanz, 12. Juni 1507 (samstag außgang Nördlinger meß). 1 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 256–256’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /256/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein freuntlich, geflissen, willig dienste seynt euer ersamen weißheyt zuvoran mit diensten berayt. Lb. Hh., ich hab euch verruckter tag schryftlich zu erkennen geben, daß die von den ortern der Aydgenossen hie zu Costenz gewesen und da mit röm. kgl. Mt. und den andern stenden deß Hl. Reychs, Kff., Ff. und andern, yecz in deß Hl. Reichs versamlung gehandelt. Waß auch inen, den Aidgenossen, hie zue Costenz zu abschid gegeben, hab ich euch zum tayl alß mein lb. Hh. und frund alles in schryften bericht [Nrr. 603, Pkt. 1/3; 604, Pkt. 1]. Nun weyter euch, sofil ich hab mügen erlernen, irer, der Aidgenossen, antwurt, yecz zue Zierch versamlet, zue berichten, hat es die gestalt: Anfenklich sagent die Aidgenossen, daß sye röm. kgl. Mt. VIIIM man auf sold leichen wollent, einem zue monetsold funf fl., und nit weyter gebraucht söllent werden dan zue ksl. kronung und in kainen weg wider die kron Frankenreich, auch irer anhenger, darzu sich die stend deß Reichs verschreyben umb den sold; und so daß beschech, alßdan wollent sye von einem vertrag reden, wie er in kunftig zeit zwischen röm. Kss. und Kgg. und inen, den Aidgenossen, gehalten werden söll etc.2 Daneben ist offenbar, daß der Kg. von Frankenreich sein treffenlich botschaft auch zue Zirch hat und gibt fil gelde auß auf mainung, sye sollent sich wider in Šnit lassen bewegen. Dan man geb inen wort, aber gar wenig gelcz; und ob sye bißher an der brovision mangl hetten spurt, wolt es sein kgl. Gn. wenden, mit fil gezierten reden, alß sich zu tun in solichen vellen geburt etc., sofil, daß ich alß ein unverstendiger wol abnemen mag, daß sich die Aidgenossen von disem tutten3, der so reichlich fl. gibt, on not nit dringen lassent.
    [2.] Weyter, lb. Hh., ich hab euch zu dem dickermal in schryften zu erkennen geben, daß daß mandat, so auf Gf. Joachim, jar- und wuchenmarkt betreffent, angeschaft ist nach der besten form, aber bißher nach meinem hochsten fleyß nit mugen gevertigt werden. Niczdestminder hang ich an und meiner person kain arbayt noch mue underlassen, biß es gefertigt wirdet.
    [3.] Weyter, lb. Hh., darumb wir vom Punt gen Überlingen und von Überlingen gen Costenz erfordert seynt worden, /256’/ kan ich euch bey glauben gar kainen beschaid geben, waß wir gehandelt oder nüczlichs außgericht habent. Und kan nit anderst sechen, dan daß yederman verdrossen ist. Und sol ich noch ein claine zeit zu Costenz sein, so muß ich es besiechen4. Hg. Fryderich von Sachsen ist gen Costenz komen auf dato dicz briefs. Daß alles hab ich euch alß meinen lb. Hh. und guten frunden im allerbesten nit wöllen verhalten. Damit sey Gott mit unß allen, amen. Geben zu Costenz, auf samstag außgang Nördlinger meß [12.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, elter burgermaister zu Nordlingen.

    « Nr. 610 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [2.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften für den Romzug; [3.] RT-Verhandlungen über Reichskammergericht und Landfriede; [4.] eidgenössischer Tag in Zürich, Beitrag der Eidgenossen zum Romzug; [5.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (freytag nach Viti). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 163–163’ (eh. Or.).

    [1.] /163/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein beraytwillig dienste seynt euer weißheyt bevor. Lb. Hh., euer schreyben [Nr. 608, Anm. 3], mir yecz bey euerm boten zukomen, hab ich vernomen. Und will mich meins vermügenlichen fleyß darinen halten und daß best ton. Aber auf dato ist daß verwilligt mandat noch nit besigelt. So es aber gefertigt wurdet, will ich von stund an damit handlen, alß sich gepurt.
    [2.] Weyter, lb. Hh., ich hab euch in meinen vor zugesanten schryften [Nr. 608, Pkt. 3]  zu erkenen geben, waß röm. kgl. Mt. an die stend deß Reychs, iecz zue Costenz versamelt, in anlechensweiß auf die geselschaften in den stetten deß Reychs zu schlagen und in waß massen daßselb begert werden soll. Schick ich hiemit ain copey [Nr. 163]. Waß aber der stend deß Reychs antwurt der röm. kgl. Mt. wurdet, ist auf dato nit beschlossen.
    Š[3.] Weyter hab ich euch vor auch angezaigt, daß die versamlung deß Reychs röm. kgl. Mt. in kain hilf willigen wollnt, es werde dan vor endlich von röm. kgl. Mt. fryd und recht bestendiger weyß aufgericht, geseczt und geordnet.1 Daß hat röm. kgl. Mt. verwiligt und den stenden der versamlung willen geben, ein form zue machen, wie und in waß massen fryd und recht solle furgenomen werden, wulle sein kgl. Mt. darzue auch helfen und raten daß best. Auf daß ist röm. kgl. Mt. der versamlung gutbedunken [Nr. 169] zugeschickt. Derselben zugeschickten schryften schick ich hiemit auch ein copy zu.
    [4.] Zum dritten, so hab ich euch vormalß auch zu erkennen geben, waß der abschid gegen den Aidgnossen hie zue Costenz auf im tregt, daßselb die Aidgenossen angenomen, hinder sich zu bringen und auf suntag nach trinitatis [6.6.] zu Zirch antwurt geben. Ist beschechen. Dan von wegen röm. kgl. Mt., auch von stenden deß Reychs treffenlich gen Zirch geschickt worden ist, nemlich einen H. von Trier, auch ander etc. Da ist die sag in gehaim, daß röm. kgl. Mt. rät on wissen der stend deß Reychs mit den Aidgenossen einen vertrag [Nr. 246] gemacht und in dem schein, alß ob alle stend deß Reychs yecz zu Costenz darein gewilligt etc. Kan aber nit versten, daß die versamlung darein willigen oder hellen woll. Und ist der vertrag, sofil und ich in vertrauen vernomen hab, daß die Aidgenossen dem Kg. zugesagt auf den Rom zug VIM knecht und einen knecht den monat IIII½ fl., auch /163’/ toppelsoldner, darzu XX knechten ein troßpferd und sold darauf funf fl. Darzu wollent sye von den stenden deß Reychs verschreybung und gewerschaft haben irs solds, und in sunderheyt III monat sold vor hinauß etc. Auch sol sye röm. kgl. Mt. zu ewigen tagen fur daß kamergericht gefreyt haben und sye aller vergangner hendeln geapsolviert und nachgelassen haben.2 Waß daß auf im tregt, will Gott, daß eß gut werd.
    [5.] Item Hg. Albrechts handel halb ist irriger dan nie. Die röm. kgl. Mt. tut dem nit gleich, alß wir unß verhoft hetten. Waß in dem und anderm weiter gehandelt, wirdet, sofil und mir muglich ist, euch nit verhalten. Ich kan euch minder anzaigen endung dicz tags dan vor vier wuchen. Damit sey Got mit unß allen. Geben zu Costenz, auf freytag nach Viti [18.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.

    « Nr. 611 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Š[1.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes, Wunsch Hg. Albrechts von Bayern nach Abreise aus Konstanz; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] schleppender Verlauf des RT; [4.] Vigilien und Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien.

    Konstanz, 20. Juni 1507 (suntag nach Viti). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 43–43’ (eh. Or.).

    [1.] /43/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein beraytwillig dinste seynt euer weyßhayt bevor. Lb. Hh., so diser bot mir zugestanden ist, geb ich euch alß meinen Hh. zu vernemen, daß mein gn. H., Hg. Albrecht, auf dato diz briefs hinweg hat wollen und sich auf freytag davor [18.6.] also von kgl. Mt., auch von den stenden deß Reichs, auch den puntsverwanten geurlapt. Aber röm. kgl. Mt. hat in nit hinwegzuziechen wöllen erlauben und im, Hg. Albrechten, zugesagt, in gar kurzen tagen wölle sein Mt. im endlich ab seinem handel gnediglich helfen. Aber wir püntischen künden auf unser anpringen, so von gemainer versamlung an sein Mt. geton1, noch auf dato kain antwurt erlangen.
    [2.] Weyter, lb. Hh., daß zugesagt mandat ist noch auf dato nit gefertigt, und pin doch im manen nit hinlessig. Nun wolt ich gern mit etlichen hofraten reden, so besorg ich nun, ich mach H. Sixten Olhafen verdrießlich. Dan er mir gute wort gebt, allain er wölle so erst, er kund und müg, es selb vertigen; ich müß gedult tragen. Dem muß ich also warten.
    [3.] Ich kan wol versten, daß die versamlung verdrießlich will werden, angesechen, daß alle fürnemen bey röm. kgl. Mt. langsam zu end laufen wöllnt.
    [4.] Ich sölt euer weißhayt hofmer zuschreyben: So waiß ich auf dato nichtz besunders, dan daß die röm. kgl. Mt. Hg. Filipsen, den Kg. von Kastelien, zu Costenz auf St. Veits tag [15.6.] mit figili und an dem mitwüchen darnach [16.6.] mit selampten mit grosser gezierten in tom hat lassen begen in beysein seiner Gn. gemachel und allen stenden deß Reychs, so hie seynt zu Costenz, iedem nach seinem stand statt lassen geben, dan den von den stetten deß Reychs nit. Wer dagewesen und wie ein yeder auf der rechten und linken seyten gestanden, will ich hinnachschicken [Nr. 715 (F)]. Hat mir auf dato nit mugen werden. Damit sey Got mit unß allen, amen. Geben zu Costenz, auf suntag nach Viti [20.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Straus der elter, alter burgermeister zu Nördlingen

    « Nr. 612 Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen an Ulrich Strauß »

    [1.] Die beiden Nördlinger Bürger Martin Altheimer und Melchior Hartmann wurden vor ca. vier Jahren im Namen Tailackers und Henßlinschwerts gefangengenommen und mußten damals beeiden, sich nach Aufforderung in Drachenfels einzufinden. Dennoch sahen sich die beiden Bürger dazu nicht verpflichtet. Dessenungeachtet erhebt Oswald von Weiler – der sich in Thann aufhält – Forderungen in diesem Zusammenhang. Übersenden die Supplikation der beiden Bürger.1 Sie hoffen, daß die Angelegenheit mit dem Verfahren zwischen Hg. Ulrich von Württemberg und Tailacker2 erledigt ist. Er soll den Bundesstädtehauptmann [Neithart] und die Bundesräte der Städte informieren.3 
    Š[2.] Er kennt die Antwort der Gff. von Oettingen auf das kgl. Schreiben wegen der Reichssteuern und der Korngülte [Nr. 445]. Die Gff. wollen die Sache wohl verzögern. Er soll sich durch Niklas Ziegler um eine baldige Erwiderung des Kg. an die Gff. bemühen.
    [3.] Bestätigen für den 21. Juni den Empfang seines Berichts mit etlichen Beilagen.4 Ab solichen selzsamen handlüngen haben wir nit klain verwündern und bevelhen die dem Allmechtigen. Er soll wegen des noch nicht ausgefertigten Mandats gegen die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte zu angemessener Zeit wieder vorstellig werden.

    Nördlingen, 21. Juni 1507 (montags nach Viti).
    Nördlingen, StdA, Missivenbücher 1507, fol. 47–48 (Kop.).

    « Nr. 613 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes, Zurückstellung der Hg. Albrecht von Bayern bewilligten Bundeshilfe; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte, [3.] Einnahme einer Strafabgabe Nördlingens durch Gf. Joachim von Oettingen, [4.] Befreiung Nördlingens von künftigen Reichssteuern; [5.] Bewilligung einer Romzughilfe durch die Reichsstände; [6.] Resolution des Großen Ausschusses zur Romzughilfe.

    Konstanz, 23. Juni 1507 (St. Johans abent). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 214–214’ (eh. Or.).

    [1.] /214/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein ongespart, willig dienste seynt euch bevor. Lb. Hh., alß ir wist, daß Hg. Albrechten [von Bayern] vom Punt ein hilf zugesagt und gemessigt worden ist, und erstlich solt dieselb hilf erschinen sein auf suntag trinitatis [30.5.] zu Fryberg und nachvolgent erstreckt biß Udalrici [4.7.].1 Fug ich euer ersam weyßhayt zu vernemen, daß die röm. kgl. Mt. von nuem von bayden teylen die irrigen sachen vur hand genomen, ferer erclerung endlich wollen ton etc. Darauf mögt ir abermalhen mit der anzal euer hilf auf weytern entschaid stillstan etc.
    [2.] Weyter, alß von wegen deß zugesagten mandats, kan ich noch nit zu end bringen. Und sagt mir H. Niclas Ziegler, auch H. Sixt Olhafen fur und fur zu, ich soll gedult tragen, es müß bald gefertigt werden. Besorg ich nun, es ste etwas darhinder, daß die sach verhinder. Wie sol man im aber ton, man muß im wol außwarten. An mir ist kain mangl ansuchens halb.
    [3.] Weyter, lb. Hh., von wegen der antwurt, so baid mein gn. Hh. von Ottingen der röm. kgl. Mt. auf ir Mt. begerd getan solten haben [Nr. 445], ist noch auf dato nichtz zukumen. Nun hab ich fur mich selbst mit H. Niclassen Ziegler geredt auf mainung, ich besorg, daß langsam antwurt fallen werd, und ob er raten wolt, daß röm. kgl. Mt. sollich gült, korn und gelt bey euer weyßhayt tete in arest legen so lang, biß die von ŠOttingen ir Mt. grundlich anzaig teten irer gerechtigkayt etc. Sagt H. Niclaß, es [sehe] in auch gut an, aber er wolte es also an die röm. kgl. Mt. langen lassen; und waß seiner Mt. mainung und will darinen sein wolt, wolt er mir nit verhalten.
    [4.] Daneben tet ich H. Niclassen aber manen an daß gn. röm. kgl. Mt. zusagen, zu Straßburg geschechen2, auf daß anzeig deß unvermugens ains rats zu Nordlingen, ob anschleg im Reych furgenomen und beschehen wurdent, die von Nördlingen in gnedigem bevelch wollen halten und haben. Er, H. Niclas, mir auch zugesagt, selbs also ein maner wöllen sein. Hat er mir des red gestanden und von nuem verwiligt, sein best in dem und anderm zu ton.
    [5.] Nun vernim ich, daß die stend deß /214’/ Reychs zu einer hilf röm. kgl. Mt., die ksl. kronung zu erlangen, XVIIIM man, IIIIM zu roß und XIIIIM zu fuß [bewilligt haben] [Nr. 174, Pkt. 1]. Ob sich aber röm. kgl. Mt. der mit der maß, und auch die stend deß Reychs angezaigt, setigen last oder nit, ist noch nit vor augen. Daß alles hab ich euch alß meinen Hh. im besten nit wollen verhalten. Ich solt euch schryben endung deß tags: Ist mir verborgen, dan daß man stets vor und nach mittag handelt. Geben zu Costenz, an St. Johans abent [23.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Straus der elter, alter burgermaister zu Nordlingen.
    [6.] [PS] Ersamen, lb. Hh., alß ich disen brief beschliessen wolt, ward mir dise copei, so der außschuß in der versamlung deß Reichs auf beger röm. kgl. Mt., die hilf betreffent [Nr. 174], gemacht. Schick ich hiemit zu. Und wolt vast gern allenthalben daß best ton, damit ich euch und andern stetten daß gelt nit umbsunst tet verzeren etc.

    « Nr. 614 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Nachdem er seinen vorigen Brief [Nr. 613] bereits verschlossen hatte, ging er abermals in die kgl. Kanzlei, um [die Ausfertigung des kgl. Mandats] anzumahnen. Sixtus Ölhafen zeigte ihm die Antwort der Gff. von Oettingen [Nr. 445] auf das kgl. Schreiben und erlaubte ihm unter der Auflage, strenges Stillschweigen zu wahren, deren Abschrift. Er fragte Ölhafen um Rat, wie er weiter beim Kg. vorgehen solle. Dieser antwortete, daß er es nicht wisse, jedoch darüber nachdenken wolle.1 

    ŠKonstanz, 23. Juni 1507 (St. Johans abent sunwenden). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 25, 26’ (eh. Or.).

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/II98/pages

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    Anmerkungen

    1
     Privileg Ks. Friedrichs III. vom 21.3.1463 (Druck: Lünig , Reichsarchiv XIV (Part. spec. cont. IV, Th. 2), S. 30f.; Regest: Chmel , Regesta, Nr. 3977, S. 401. Vgl. Voges , Nördlingen, S. 66).
    2
     Privileg Kg. Maximilians vom 4.2.1500 für Gf. Joachim von Oettingen, in seinem Markt Wallerstein zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt abzuhalten (Druck: Lünig , Reichs-Archiv XXII (Spicilegium seculare I), S. 771f., Nr. XIII; Regest: Wiesflecker , Regesten III/2, Nr. 13930, S. 825).
    3
     Nördlingen erinnerte in der vom 12.2.1507 datierenden Instruktion für Strauß z.T. noch einmal an bereits während des Aufenthalts Kg. Maximilians Anfang Dezember (umb Nicolai) 1502 vorgebrachte, unverändert aktuelle Beschwerden: Die Stadt wurde unter Ks. Friedrich und Kg. Maximilian im Dienst für das Reich durch den Neußer Krieg [1474/75], die Kriege in den Niederlanden und gegen Ungarn, außerdem durch den Konflikt mit Nürnberg wegen der Nördlinger Messe, durch den Aufmarsch Hg. Georgs von Bayern[-Landshut] gegen Nördlingen [1485], durch den Zug des Nördlinger Kontingents auf das Lechfeld [zum Einsatz gegen Kg. Matthias von Ungarn im April 1488 (vgl. Bock , RTA-MR III/1, Nr. 15a, hier S. 179f.) oder gegen Hg. Albrecht von Oberbayern im April 1492; Wolf , Doppelregierung, S. 523f.; Seyboth , Markgraftümer, S. 175f.] und durch den Schweizerkrieg [1499] sowie durch weitere militärische Konflikte stark belastet. Die übermäßige finanzielle Beanspruchung machte die Aufnahme von Krediten erforderlich. Für die Bereitstellung von Truppen im Bayerischen Krieg [1504] war eine weitere Anleihe von 2000 fl. notwendig, Nördlingen hat bei der Eroberung Monheims, Graisbachs und Tagmersheims Hilfe geleistet. Auf dem Kölner RT wurde die Stadt überhöht veranschlagt. Nördlingen kann sich ohne Hilfe des Kg. nicht mehr von seiner Schuldenlast befreien. Darüber hinaus muß die Stadt den Gff. von Oettingen jährlich 300 Pfd. Heller bezahlen und 700 Malter Korn liefern. Letzteres wurde ihr nach dem Dafürhalten des Rates wohl als Strafe für Ausschreitungen gegen Juden auferlegt, die sich vor über 100 Jahren ereigneten. Weitere 200 fl. erhalten die Marschälle von Pappenheim. Sie bitten deshalb um eine 20-, mindestens aber 15-jährige Befreiung von allen Reichsanschlägen und -steuern. Strauß wurde außerdem beauftragt, sich mit Niklas Ziegler und Sixtus Ölhafen zu beraten, ob gegenüber dem Kg. eine Reduzierung der Abgaben an die Gff. von Oettingen und an die Pappenheimer zur Sprache gebracht werden sollte (Kop., freytags vor esto mihi; StdA Nördlingen, Missivbücher 1507, fol. 10’-13’).
    4
     Mandat Kg. Maximilians an Reichsstädte vom 7.9.1505 ( Heil , RTA-MR VIII/2, Nr. 910, S. 1378 Anm. 1).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Liegen nicht vor.
    3
     S.o. Nr. 600, Anm. 1.
    1
     Es handelt sich um das Schreiben vom 28.5. [Nr. 605] und einen – nicht vorliegenden – zwischen dem 23. und 28.5. ausgegangenen Bericht. Am 30.5. hatten Bürgermeister und Rat Strauß erstmals den Empfang seiner bisherigen Berichte bestätigt und sein Vorgehen in den Nördlinger Angelegenheiten (Sicherung des Jahrmarktsprivileg gegen Oettingen und Infragestellung der Abgaben an Oettingen) gebilligt (Or., sonntags trinitatis ; StdA Nördlingen, Missiven 1507, fol. 164–164’).
    1
     Vgl. die Instruktion Straßburgs [Nr. 276, Anm. 1].
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Vgl. zu den hier angesprochenen RT-Verhandlungen am 28.5. Nr. 148 [Pkt. 25].
    1
     Gemeint ist wieder die oben erwähnte Weisung vom 2.6.
    2
     = verpoent: mit einer Strafandrohung versehen ( Grimm , Deutsches Wörterbuch XII/1, Sp. 974f.).
    3
     Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen erklärten am 12.6. – sofer es anders nit sein mag oder will – ihre Zustimmung zum erlangten kgl. Mandat an Gf. Joachim von Oettingen, von seinem Marktprivileg nicht länger zum Nachteil Nördlingens Gebrauch zu machen. Bezüglich des auf zwei Kommissare lautenden kgl. Mandatsentwurfes sollte Strauß weiterverhandeln und das Mandat von Zeit zu Zeit anmahnen (Or., sampstags vor Viti; StdA Nördlingen, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 275–275’. Kop.; ebd., Missivbücher 1507, fol. 44–44’).
    1
     Die Nördlinger Messe begann eine Woche nach Pfingsten [30./31.5.1507] und dauerte 14 Tage [bis 12.6.]. Vgl. Voges , Nördlingen, S. 51.
    2
     Vgl. den Abschied der Eidgenossen für die kgl. Gesandten vom 12.6. [Nr. 246], der allerdings zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht in Konstanz bekannt sein konnte.
    3
     = Dutt: Brustwarze, Mutterbrust ( Fischer , Schwäbisches Wörterbuch II, Sp. 519f.).
    4
     Wohl abzuleiten von: siech.
    1
     Nr. 608 [Pkt. 3 Kan nit ... best ton. ].
    2
     Vgl. den Entwurf Kg. Maximilians für die eidgenössische Gerichtsfreiheit und Konfirmation der Privilegien [Nr. 227] und seine in Konstanz getroffene Vereinbarung mit den Schweizer Gesandten [Nr. 229, Pkt. 4].
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Heil , RTA-MR VIII, Nrr. 590599, 811, 819, 830, S. 892–897, 1274, 1281, 1298.
    3
     Vgl. Nr. 277 [Pkt. 4].
    4
     Verweist aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Bericht vom 18.6.1507 [Nr. 610].
    1
     Schreiben Hg. Albrechts von Bayern vom 13.5. [Nr. 88] und Mitteilung Matthäus Neitharts an die Bundesstädte vom 17.5.1507 [ebd., Anm. 1].
    2
     Vgl. Nr. 607 [Pkt. 4].
    1
     Der Nördlinger Magistrat bestätigte am 28.6. den Empfang des Berichts samt der Antwort Oettingens an den Kg. und ermahnte Strauß, die Sache weiterzuverfolgen. Nach Auffassung der Stadt handelte es sich bei der Korngülte um eine Strafe; Strauß sollte deshalb mit seinen Vertrauensleuten darüber beraten, ob Nördlingen sich mit einer Pfändung dagegen zur Wehr setzen sollte. An das noch zu siegelnde Mandat sollte er zu gegebener Zeit erinnern (Kop., montags St. Peter und Pauls abend apostolorum; StdA Nördlingen, Missivbücher 1507, fol. 50–50’). Nach der Rückkehr Strauß’ bedankte sich die Stadt am 8.7. beim gebürtigen Nördlinger Niklas Ziegler für dessen Unterstützung und bat ihn, auf ihre Kosten einen Boten mit dem vermutlich inzwischen vom Kg. unterzeichneten kgl. Mandat wegen der Korn- und Pfenniggülte abzufertigen (Kop., donerstags nach Udalrici; ebd., fol. 54–55). Am 19.7. bat der Magistrat Ziegler, eine Nördlinger Angelegenheit gemäß einer mit Strauß [während dessen Aufenthalts in Konstanz] getroffenen Absprache weiterzuverfolgen. Auch, lb. H. secretari, so zü der weil, als der egenannt unser alter burgermaister Ulrich Strauß zu Costenz gelegen, uf der ban geweßt ist, das das kgl. camergericht alhie bey uns gehalten werden sölt, wolten wir gern versteen, ob es noch sein furgang haben wurd oder nit (Kop., montags nach Alexii; ebd., fol. 59).
    Durch den mit Instruktion vom 20.9. erneut zu Kg. Maximilian abgefertigten Ulrich Strauß trug Nördlingen – nach Übergabe der geforderten 510 fl. Bargeldhilfe für den Romzug – erneut seine Beschwerde über die Abgabe an Oettingen vor. Außerdem wies Strauß darauf hin, daß ungeachtet des kgl. Mandats erneut ein Jahrmarkt in Wallerstein veranstaltet worden war. Um ein abermaliges Verbot zu erwirken, hatte der Gesandte Vollmacht, Serntein, Ziegler und andere Personen im unmittelbaren Umfeld Kg. Maximilians zu bestechen (Kop., montags St. Mathei des hl. zwölfpoten und evangelisten abend; ebd., fol. 97–101). Auf der Grundlage eines Gutachtens Konrad Peutingers instruierte der Magistrat Strauß am 30.9. unter anderem zu Beratungen mit den kgl. Vertrauensleuten über die Möglichkeit einer Verhängung der im kgl. Mandat angedrohten Strafe angesichts des erwiesenen Ungehorsams der Gff. (Kop., donerstags nach St. Michels des hl. erzengelß tag; ebd., fol. 104’-105’). Strauß berichtete am 5.10. aus Innsbruck über Verhandlungen mit dem Kg. über die Korngülte. Demnach hatte Serntein Dr. Hans Schad als Unterhändler vorgeschlagen. Schad sollte gegenüber den Gff. erklären, daß der Kg. die Korngülte selbst haben wolle und bereit sei, dafür eine Summe Geldes zu bezahlen. Strauß meldete außerdem, daß Kg. Maximilian im Begriff stehe, Gf. Joachim wegen seines Ungehorsams gegen das ausgegangene Mandat zu ermahnen, so daß die Respektierung des Nördlinger Marktprivilegs wohl gewährleistet sei (eh. Or.; StdA Nördlingen, Missiven 1507, fol. 30–31’, hier fol. 30–30’). Am 8.10.1507 hob Kg. Maximilian das Oettinger Marktprivileg vom 4.2.1500 als Beeinträchtigung der Privilegien Nördlingens wieder auf ( Lünig , Reichsarchiv XXII (Spicilegium seculare I), Nr. XVI, S. 773). Laut einem Schreiben Peutingers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen vom 27.10. hatte Kg. Maximilian das kgl. Kammergericht angewiesen, einen Fiskalprozeß gegen Gf. Joachim zu eröffnen, falls er sich dem kgl. Mandat bezüglich der Märkte weiterhin widersetzen würde (Or., mitwochen St. Symon und Judas abent; ebd., fol. 38–39’).

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    9.8. Nördlingen  »

    « Nr. 600 Instruktion Nördlingens für Ulrich Strauß (Altbürgermeister) als Gesandten an den kgl. Hof »

    [1.] Nördlingen hat das Privileg, daß im Umkreis von zwei Meilen kein Jahr- oder Wochenmarkt abgehalten werden darf1; dem entgegenstehende Privilegien sind ungültig. Gf. Joachim von Oettingen hat dennoch das Recht zur Abhaltung eines Jahr- und Wochenmarkts in Wallerstein erlangt.2 Ein kgl. Mandat zu dessen Aufhebung war erfolglos. Bürgermeister Ulrich Strauß und Alt-Bürgermeister Gabriel Eringer verhandelten im vergangenen Jahr ergebnislos mit Gf. Joachim und Gf. Wolfgang von Oettingen. Gf. Joachim sieht sich laut seiner Antwort befugt, von seinem Privileg Gebrauch zu machen. Dies ist für Nördlingen inakzeptabel. Der Kg. soll deshalb erneut ersucht werden, unter Strafandrohung die sofortige Abschaffung dieser Märkte zu verfügen. Sobald er das Mandat erhalten hat, soll er unverzüglich dessen Zustellung an Gf. Joachim durch einen kgl. Boten veranlassen und sich um eine Abschrift zu ihrer Verwendung bemühen.
    Š[2.] Falls er die ihm früher aufgetragenen Angelegenheiten3 noch nicht am kgl. Hof vorgebracht hat, soll er dies nachholen.
    [3.] Der Kg. forderte die Stadt mit Schreiben vom 7. September 1505 auf, über die jährliche Stadtsteuer und andere Abgaben an das Reichsoberhaupt oder an Dritte Bericht zu erstatten.4 Sie konnten nicht früher Antwort geben, da zuerst der Kg. vom Reich abwesend war und sie selbst in der Folge von einer Vielzahl von Angelegenheiten beansprucht wurden. Nördlingen gibt den Gff. von Oettingen jährlich 700 Malter Korn und dazu 300 Pfd. Heller. Die Stadt ist finanziell überlastet. Der Gesandte soll den Kg. um ein Schreiben an die Gff. ersuchen, worin diese aufgefordert werden, zu begründen und urkundlich zu belegen, warum sie das Geld seit so langer Zeit bekommen. Er soll den Kg. außerdem um eine Verringerung dieser Abgabenlast bitten.

    Nördlingen, 3. Mai 1507 (montags des hl. creuz tag invencionis).
    Nördlingen, StdA, Missivbücher 1507, fol. 31’-32’, 32’-34 (Kop.).

    « Nr. 601 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Er ist am 10. Mai (montag nach dem suntag vocem jocunditatis) in Überlingen eingetroffen und hält sich noch dort auf. Zwar wurden die Anwesenden durch den Kg. hierher beschieden, doch erfolgte bislang noch kein Vortrag über dessen Anliegen.
    [2.] Am kgl. Hof heißt es, daß Genua verloren sei; die Stadt sei dem frz. Kg. übergeben worden.
    [3.] Derzeit findet in Schaffhausen ein großer Tag der Eidgenossen statt. Der Kg. und die im Namen des Reiches in Konstanz versammelten Stände haben Gesandte dorthin Šabgeordnet, auf mainung, sye seynt teucz und gehernt on mittl zu teuczer nacion, daß sye daßselb wöllnt zu herzen fassen und auß schuldiger pflicht helfen und raten, damit die er und wird, so teuczer nacion an der ksl. krönung wurde ligen, helfen behalten. Er wird sie zu gelegener Zeit ausführlicher über die Instruktion der Reichsgesandtschaft [Nr. 216] informieren. Hier in Überlingen wurde glaubwürdig berichtet, daß die Eidgenossen die Reichsgesandtschaft mit großen Ehren empfangen und beschlossen hätten, eine Gegengesandtschaft zur Antwort an die Reichsversammlung nach Konstanz abzuordnen. Er wird darüber Bericht erstatten.
    [4.] Sobald der Kg. nach Überlingen oder Konstanz kommt, wird er mit ihm instruktionsgemäß [Nr. 600] über die Angelegenheiten Nördlingens verhandeln.

    Überlingen, 15. Mai 1507 (samstag nach dem hl. auffarttag).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 68–68’ (eh. Or. m. S.).

    « Nr. 602 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Vortrag von Gesandten Kg. Maximilians an die in Überlingen versammelten Schwäbischen Bundesstände und Verhandlungen darüber; Einladung an Hg. Albrecht von Bayern zum Bundestag; [2.] Ankunft Kg. Maximilians und der eidgenössischen Gesandtschaft in Konstanz; Kapitulation Genuas vor Kg. Ludwig von Frankreich; [3.] Angelegenheiten Nördlingens.

    Überlingen, 17. Mai 1507 (montag nach dem suntag exaudi). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 318–319’ (eh. Or.).

    [1.] /318/ Fursichtigen, ersamen und weisen. Mein willig, berayt dienste seynt euer waißheyt zuvoran berayt. Lb. Hh., ich [gebe] euch zu vernemen, daß ich auf montag nach dem suntag vocem iocunditatis [10.5.] nestverruckt mit andern gen Überlingen kumen pin, an demselben ort der röm. kgl. Mt. botschaft gefunden, nemlich H. Cristoffen Schencken zu Lindburg, H. Erasmus Toppler, Dr. und pfarrer zue St. Sewolten zue Nuremperg, und H. Jorgen von Emershofen. Die habent unß, der versamlung, in namen röm. kgl. Mt. auf ir credenz und instruktion [Nr. 273] von nuem gebeten, unß in kainen weg von Überlingen abzescheiden one weyter underricht und befelch röm. kgl. Mt., und darauf unß in kraft irer credenz röm. kgl. Mt. beger fürgehalten, und erstlich Hg. Albrechten, unsern gn. H., ernstlich zu unß, der versamlung, in aigner person auf eest, so es sein mug, zu erfordern. Daß ist also von stund an beschechen [Nr. 87].
    Zue dem andern, so het unß röm. kgl. Mt. lassen furhalten acht artikl, die sollent wir beratschlagen auf daß erst, es gesein mug, und alßdan die seiner kgl. Mt. zusenden. Von erst betreffent ist die Reichenau, der ander die von Straßburg betrefent, der dritt die heckenreyter betrefent, der vierd die, so noch an dem anschlag zue Kollen schuldig seynt, der funft Hg. Albrechten und Hg. Fryderichen betrefent, der sechst Hg. von Burgundi und Rettl betrefent, der sibend den alten Pfgf. [Kf. Philipp] betrefent, der acht einen burger in ainer Reych stat betrefent, der röm. kgl. Mt. übel geredt haben soll [Nr. 273]. Die acht artikl seynt all in gemain seiner kgl. Mt. vorantwurt auf mainung, wie Šdaß seiner zeit der abschid zu erkennen geben wurdet. Und alß wir ob beschluß diser artikl gesessen, kam unß antwurt von Hg. Albrecht [Nr. 88]: Unser schreyben hab sein Gn. vernomen; wiewol sein Gn. diser zeyt seiner Gn. leibs halben nit wol geschickt, aber /318’/ in ansechung unsers begerens wölle sich sein Gn. auf nestkünftigen donrstag nach pfingsten [27.5.] in aigner person zue unß gen Uberlingen on verzug fugen und darauf die gemessigt hilf, so sein Gn. auf nestverrucktem puntstag mi[sericordi]a Domini [18.4.] zu Augspurg zugesagt und auf suntag trinitatis [30.5.] nestkunftig so zue Fryberg erscheinen solt, erstreckt biß auf nestkunftigen St. Ulrich tag [4.7.]; ob derselb span nit hingelegt, daß man dan daß, so vor auf trinitatis angesechen worden ist, auf St. Ulrichs tag volstreck. Daß hab ich euch alß meinen Hh. unverkundt nit wöllen lassen.
    [2.] Weyter wyst, daß röm. kgl. Mt. am samstag nach dem hl. auffarttag [15.5.] in der neunden stund vor mitternacht zue Costens eingeritten ist wol gerist. Und send im all Ff. und botschaften, so zue Costens ligent, entgegengeritten. Darzue send auf obgemeltem tag die Aidgenossen von allen orten auch zue Costens eingeritten mit LXXXV pferden. Und, alß man unß sagt, tapfer personen im ansechen darunder seynt. Und ist die sag, sye wollent sich mit den stenden deß Reychs mit einer maß vertragen, habent auch all ir kriegsvolk von dem Kg. von Frankenreich heim erfordert, seynt auch all heimkumen. Aber die von Genowa habent den Kg. von Frankenreich eingelassen und im geschworen etc.
    [3.] Nun hab ich auf euer weißheyt befelch, mir in meinem abschid gegeben, noch nichtz gehandelt, ursachen halb, daß die röm. kgl. Mt. zue Überlingen noch nit erschinen. Ob sich aber seyner Mt. zuetun verlengern wolt, pin ich in hoffnung, von der versamlung ein zimlich urlab zu erlangen. Alßdan wolt ich mich von stund an zu röm. kgl. Mt. fugen und meins höchsten fleyß in euern bevelch beleyben; und /319/ waß mir alßdan begegnet, euch alß meinen Hh. nit verhalten. Dan euch und gemainer statt mugen nuczpar dienstparkeyt ton, will ich meins vermügens willig erfunden werden. Geben zu Überlingen, auf montag nach dem suntag exaudi [17.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zue Nördlingen.

    « Nr. 603 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verlegung des Schwäbischen Bundestages von Überlingen nach Konstanz; bevorstehende Ankunft Hg. Albrechts von Bayern; Verhandlungen Kg. Maximilians und der Reichsstände mit den eidgenössischen Gesandten; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen; [3.] unglaubwürdige Freundschaftsbekundungen der französischen Gesandtschaft in Konstanz; Gerüchte über eine bevorstehende Einigung mit den Eidgenossen zur Rückeroberung Mailands.

    Konstanz, 20. Mai 1507 (donrstag nach dem suntag exaudi). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 312–312’ (eh. Or.).

    [1.] /312/ Fursichtigen, ersamen und weisen. Mein ungespart, willig dienste seynt euer fursichtigkayt zuvoran mit willen berayt. Lb. Hh., ich hab euch in kurzen verruckten Štagen von Uberlingen auß geschryben und, waß sich nach meinem abschid, sovil mir bewust ist, begangen, bey euerm stattboten schryftlich bericht etc. [Nr. 602]. Nun, günstigen, lb. Hh., ir wist, daß die röm. kgl. Mt. unß, die hauptleut und rat, gen Uberlingen beruft, da wir dan all alß die gehorsamen erschinen, aber die röm. kgl. Mt. unß eilentz gen Costens erfordert, alß wir auch von stund an erschinen und nun zue Costens seynt. Waß mit unß in namen röm. kgl. Mt. gehendelt werden will, ist unß allen auf dato verborgen, aber in meiner vorigen schryften nit underlassen, euch zu erkennen geben, daß mein gn. H., Hg. Albrecht, gemainen Punt zugut auf dunrsta[g] nach dem nestkunftigen pfingstag [27.5.] bey unß sein will. Acht ich wol, daß in mitler wil nichtz sunders mit den Punts verwanten gehandelt werd, angesechen, daß die Aigenossen von allen orten hie zue Costens seynt auf erfordern röm. kgl. Mt. und gemainer stend deß Reychs, so yecz zue Costens seynt. Mit denen handelt man fur und fur in sachen, ob man mechte waß machen, daß gemainen stenden deß Hl. Reychs zugutenkommen und dienen mocht.
    [2.] Weyter, auf den bevelch, so ich von euer ersamen weißhayt [habe], will ich kainen fleyß meins vermugens und clainer vernunft, so ich trag, armen und reychen zu nucz und gutem nit sparen, sunder, so erst ich ankumen mag, procedieren und handlen, in guter hoffnung, der almechig Gott werde die von Nördlingen irer aufrechten, getruen und erbern handlungen, so unser eltfordern, auch wir zum dickermalen dem Reych auß gehorsam mit darlegung leibs und gucz, widergelten etc.
    [3.] Hofmer: Der Kg. von Frankenreych hat sein treffenlich botschaften zue Costens und tut sich zum hechsten gegen röm. kgl. Mt. und den stenden deß Reychs deß einnemens der statt Genuwa /312’/ entschulden, auf mainung, sye gehor zum Hm. Mayland. Und so er alß Kg. zue Frankenreich Mayland zue lechen trag, sey er schuldig, also ze handlen, daß, so zu gedachtem Hm. diene, einzuebringen, und in kainer andern weiß. Und so die röm. kgl. Mt. nach ksl. kronung ziechen wöll, alßdan er alß ain Hg. zue Mayland helfen und raten alß ein lechenher, auch wie er von deß Hl. Reychs wegen schuldig sey mitzuziechen, mit fil geblenter reden etc. [Nr. 154, Pkt. 3/8]. Aber die gemain red ist, man werde sich mit den Schweizern einen und inen ein merklich summ geld jarlich zu sold verschreyben, damit Mayland wider zum Reych kumm, doch daß die frey und Reychs stett daß gelt alle jar dargebent. Daß alles fug ich euch, so yecz auf dato vor augen ist, alß meinen Hh. zu vernemen und in mugen nachdenken, so es an euch kem, sich mugen dester ee in handel ze schicken. Geben zue Costens, am donrstag nach dem suntag exaudi [20.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.

    « Nr. 604 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Unterbrechung des nach Konstanz verlegten Schwäbischen Bundestages; Gerüchte über eine bevorstehende Einigung mit den Eidgenossen, Einberufung eines eidgenössischen Tages nach Zürich; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Streit Šüber die Jahr- und Wochenmärkte mit Gf. Joachim von Oettingen, Einnahme einer Strafabgabe Nördlingens durch Gf. Joachim; [3.] Uneinigkeit der Reichsstände über das weitere Vorgehen bezüglich französischer Agenten in Konstanz.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (auf den hl. pfingstag). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 159–159’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /159/ Fursichtig, ersamen und weisen. Mein willig, ongespart dienste seynt euch bevor. Gunstigen, lb. Hh., ich hab euch vor dato in schryften zu erkennen geben, daß die röm. kgl. Mt. unß, die stend des Punts, so zue Uberlingen auf erfordern seiner kgl. Mt. gelegen, gen Costens beruft und erfordert, alß wir dan all an demselben ort seynt [Nr. 603, Pkt. 1] , aber auf dato noch nichtz erfordert. Darumb ich diser zeit euch alß meinen Hh. von allen hendlen, so yez vor augen seynt, gar kain anzaigen tun kan, dan daß zu Costens gewesen seynt bey röm. kgl. Mt. die zwelf ort von den Aidgenossen. Und ist daß gemain geschray, die Aidgenossen werdent sich mit röm. kgl. Mt. und den stenden deß Hl. Reychs in einigkeyt vertragen. Und ist deßhalben ein ander tag gen Zirch furgenomen und namlich auf suntag nach trinitatis schirstkunftig [6.6.]. Da wöll in aygner person die röm. kgl. Mt. mit andern stenden deß Reychs erscheinen. Gott wöll, daß es wol geraten.
    [2.] Weyter, lb. Hh., fug ich euch zu vernemen, daß angebracht ist an die röm. kgl. Mt. die zwen artikl, nemlich daß röm. kgl. Mt. will Gf. Joachim [von Oettingen] mandieren bey einer pen, seiner furgenomen jar- und wuchenmerkt müssig stee, auch auß aigner bewegnuß ein wissen wollen von der Hft. haben, woher und auß waß ursachen sye so lang die Reychs gult mitsampt den IIIC Pfd. h. strafgelt einnement; und so daß beschicht, alßdan verer handlen und den von Nördlingen gnad darinen beweisen etc. Und so die schreyben also vertig werdent, will ich die in kraft meins bevelchs yedes ordnen, da es hinkert, und von yeder copein entpfachen und euer weißheyt zusenden.
    [3.] Weyter von wegen der gefangen s[ecre]tairen, so auß fenknuß kumen ist, find ich in rat dreyerlay mainung. Ein teyl rat, man soll in ir bas widergeben; ein deyl /159’/ will, man solle im es nit widergeben angesechen ir bekantnuß; so will der drytt teyl, man solle weiter nach in stellen und so wider zu gefangnuß bringen. Aber in summa ist ir aller rat, sy nit auß sorgen ze lassen. Daß alles hab ich euch alß meinen Hh. im besten nit wollen verhalten, euch mit der zeit haben darnach ze richten. Geben zu Costens, auf den hl. pfingstag [23.5.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nordlingen.

    « Nr. 605 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verweist auf seinen letzten Bericht1, wonach er durch die Vermittlung Niklas Zieglers beim Kg. zwei Schreiben erwirken konnte: eine Aufforderung an die Gff. [Joachim und Wolfgang] von Oettingen, mitzuteilen, auf welcher rechtlichen Grundlage sie jährlich 700 Malter Korn und 300 Pfd. Heller einnähmen, außerdem ein Pönalmandat an Gf. Joachim Švon Oettingen, sein Privileg über die Jahr- und Wochenmärkte nicht länger auszuüben, sondern die Rechte der Stadt Nördlingen zu respektieren.2 Das Schreiben an die beiden Gff. beruht auf sich. Doch das geänderte Mandat wollte er in der kgl. Kanzlei nicht akzeptieren, da demnach der Propst von Ellwangen [Albrecht Thumb von Neuburg] und Hans von Hürnheim den Auftrag erhalten sollen, zwischen den beiden Parteien einen gütlichen Vergleich herbeizuführen oder ggf. die Angelegenheit zum rechtlichen Entscheid an den Kg. zu remittieren. Sixtus Ölhafen nahm ihn daraufhin in den kgl. Rat mit. Dort legte er, Strauß, dar, inwiefern diese Regelung für Nördlingen nachteilig wäre. Insbesondere verwies er auf das frühere kgl. Mandat an Gf. Joachim und legte eine Abschrift davon vor; demnach hat der Kg. in Anbetracht des von Ks. Friedrich ausgestellten Privilegs für die Stadt, wonach im Umkreis von zwei Meilen keine Jahr- und Wochenmärkte abgehalten werden dürfen3, das Jahr- und Wochenmarktsprivileg der Gff. kassiert. Er beantragte deshalb vor den kgl. Räten ein weiteres kgl. Pönalmandat an Gf. Joachim. Anschließend sprach Dr. Erasmus Topler mit ihm und riet, die Schiedskommission zu akzeptieren; ein Mandat wäre wirkungslos, da Gf. Joachim eingewandt habe, daß sein Privileg infolge langjähriger unbestrittener Possession rechtskräftig sei. Nach der Anhörung beider Parteien könne der Kg. indessen aufgrund der Sachlage entscheiden. Bittet um diesbezügliche Weisungen.
    Das kgl. Schreiben an die beiden Gff. [Joachim und Wolfgang] hat er zurückgehalten, da es von einem kgl. Boten übergeben werden soll.

    [2.] Ich solt euch auch mer copeyen [zusenden], wie ich dan geschryben hab der hendel halben, so hie zu Costenz vor augen seynt. So send gescheft fil. Dan da man mir sye gibt, geschicht in grossem vertrauen. Hett man nit alwegen der weil. Ich wil ir aber nit vergessen [Datum, Unterzeichnung].

    Konstanz, 28. Mai 1507 (freytag nach dem hl. pfingstag).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 32–33’ (eh. Or.).

    « Nr. 606 Weisung von Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen an Ulrich Strauß »

    [1.] Bestätigen den Empfang zweier Berichte samt den beigelegten Abschriften.1 Erklären ihre Zustimmung zum Schreiben Kg. Maximilians an die Gff. [Joachim und Wolfgang] von Oettingen wegen der Korngülte. Sie haben über das Mandat wegen der Jahr- und Wochenmärkte ausführlich beraten und sind zu dem Ergebnis gelangt, es dabei zu belassen, daß das Verhör durch den Propst von Ellwangen und Hans von Hürnheim durchgeführt wird, in der Hoffnung, daß sie nicht gegen die Stadt sein werden.
    [2.] Was die anderen Angelegenheiten und die zugesandten Abschriften angeht, hand wir nit klain verwundern ob disen seltzamen hendeln. Got wolle es nach seinen Šgottlichen gnaden dem Hl. Röm. Reich, gemainer teutschen nation und uns armen zu trost und gut zu dem allerbesten ordnen und schicken. Beauftragen ihn zu weiterer Berichterstattung.

    Nördlingen, 2. Juni 1507 (mitwochs nach dem sontag trinitatis).
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 24–24’ (Or.) = Textvorlage A. Nördlingen, StdA, Missivenbücher 1507, fol. 41 (Kop.) = B.

    « Nr. 607 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages in Konstanz: Beschwerde Kg. Maximilians über Straßburger Bürger; [2./6.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] RT-Verhandlungen über die Romzughilfe; [4.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Befreiung von künftigen Reichssteuern; [5.] Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und Hg. Albrecht von Bayern über den niederbayerischen Erbfolgestreit.

    Konstanz, 2. Juni 1507 (unsers Herrn fronleichnams abent). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 249–251 (eh. Or. m. S.).

    [1.] /249/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein ongespart, willig dienste seynt euer weißheyt bevor. Günstichen, lb. Hh., ich hab euch vergangner zeit in schryften zu erkennen geben, waß unser allergnst. H., der röm. Kg., der versamlung deß Punts zue Überlingen artikelweiß in schryften [Nr. 602, Pkt. 1]  zue erkennen geben, under den ain artikel gewesen, die statt Straßburg betreffent [Nr. 273, Pkt. 2] , auf wölichen artikel röm. kgl. Mt. von den Punts verwanten rate begert. Also ward die versamlung deß Punts beratig, den von Straßburg deß artikls, sye berürent, ein abscheyt zu behendigen. Auf welichen clagartikl die von Straßburg durch ir tapfer ratsbotschaft sich bey röm. kgl. Mt., auch bey gemainer versamlung deß Punts mündlich und auch schryftlich verantwurt, welcher ir getanen antwurt ich schryftlich euch alß meinen Hh. hiermit auch copi zueschicken tue.1 
    [2.] Und darneben gib ich euer weißheyt zu erkennen, daß ich auf streng anhalten bey der röm. kgl. Mt. räten daß mandat auf Gf. Joachim erlangt, daß im die röm. kgl. Mt. geput, mit seinen erlangten freyheyten, die jar- und wuchenmerkt betreffent, stillsten soll und die von Nördlingen in irer erlangten gnad und freyhayten nit turbieren und zu beschwern, wie dan daß die copi lauter zue erkennen gebt, so ich euch hiemit tue zusenden etc.2 
    [3.] Weyter, lb. Hh., wiewol ich diser zeit in deß Hl. Reichs rat nit geordnet pin, yedoch fleyß ich mich, daß ich, sofil ich kan und mag, zimlich erfaren tu, waß doch die hendel seynt, damit man diser zeit umbget. Waß ich dan bißher erlernen hab mügen, ist euch in meinen schryften, von mir zukumen, nit verhalten, alß ich hiemit aber tue: Ich pin bericht, daß gemain stent diser deß Hl. Reychs versamlung, so yecz auf dato zu Costenz seynt, röm. kgl. Mt. verwilligt, einen anschlag einer gar merklichen hilf Šauf daß Hl. Reych zue schlagen, in wölichem furnemen ein enger ausschucz von allen stenden gemacht ist.3 
    [4.] Weyter kan ich /249’/ diser zeit [nicht] mer leuterung geben, aber mich von stund an geflissen. Und so erst ich hab künnen und mügen zue H. Niclausen Ziegler kumen, in alß unsern sundern lb. H. und güten fründ ermant der handlung, so ich in euer weißheyt namen am jungsten durch in bey röm. kgl. Mt. zu Straßburg gehandelt. Dan da hab ich mit grund der warhayt angezaigt der von Nordlingen onvermugen und auch deßselben onvermügens ursachen und herkumen von einem zu dem andern und darneben begert, daß unser allergnst. H., der röm. Kg., auß gnad und auch auß unser notdorft so gnedig sein wöll und unß etliche jar und zeit mit einem gnadenbrief versechen, daß wir in den anschlegen deß Hl. Reychs nit gezogen, angesechen, daß die von Nördlingen vormalen in vil weg auß der pflicht sich dem Hl. Reyche zugut in merklich schulden geschlagen, mit mer worten etc. Damalß mir in euer weißheyt namen von im in namen röm. kgl. Mt. angesagt, sein kgl. Gn. bekant der von Nördlingen gehorsam, auch im entdeckt ir unvermügen. Aber es stend in seiner kgl. macht nit, unß laut unsers begerens also zu freyen. Aber so es an daß kem, daß anschlagen furgenomen und gemacht wurdent, solt man sein Mt. manen, wolt sich sein kgl. Mt. halten alß unser allergnst. Kg. und H.
    Solicher gn. red und zusagens ermant ich H. Niclausen Ziegler mit freuntlicher pitt und beger, daß er den von Nördlingen zu gut und nucz bey röm. kgl. Mt. nit in vergessen wollt stellen. Ob er aber fur sein person beschwerd darab haben oder nemen wölt, were mein frundlich bitt und begern, mich seiner kunftig zeit zue röm. kgl. Mt. gelegner stund zu bringen, wolt ich selbst in euerm namen mit kgl. Mt. handlen. Also ward mir von H. Niclausen geantwurt, ich bedorft /250/ kainen zweyfel tragen nach haben, alles, daß in seinem vermügen stend, den von Nördlingen zugut bey röm. kgl. Mt. kunnen oder mügen erlangen, darinen alzeit willig wollen erfunden werden. Aber diser zeit auf mein begern mugen bey kgl. Mt. handlen, gedeucht in nit fruchtper, angesechen, man muste vor erwarten, daß der anschlag beschlossen würd. Sagt ich, es were wol war, es were auch mein will noch mainung nit gewesen, auf dizmal also ze handlen, allain in ermant, so es an daß kem, der von Nördlingen nit wollen vergessen, dan seiner gescheft wernt fil etc.
    [5.] Weyter, lb. Hh., auf samstag nach dem hl. pfingstag nestvergangen [23.5.] ist Hg. Albrecht gen Überlingen kumen und von stund an die röm. kgl. Mt. sich zu im gen Überlingen gefugt und niematz mit im von den stenden deß Hl. Reychs genomen. Ist bey unß, den bundischen, fur gut angesechen, auf mainung, sein Mt. werde sich mit Hg. Albrecht Wasserburg halben vertragen. Daß möchten wir gar wol erleyden.
    Daß alles hab ich euch alß meinen günstigen und lb. Hh. im besten nit wöllen verhalten, euch zum teyl darnach haben seinerzeit zu richten. Dan euer weißheyt und gemainer statt Nordlingen frumen und nucz mugen schaffen, pin ich schuldig und daßselb in allweg willig. Geben zu Costenz, an unsers Herrn fronleichnams abent [2.6.]1507.  Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.
    Š[6.] /251/ [PS] Ich hab euer weißheyt oben in diser schryft angezeigt daß erlangt mandat wider Gf. Joachim, meinen gn. H.; daß ist also war, aber auf dato nit mugen besiglet werden. Der gescheft seinent uber die massen fil. So ist mir die copy davon zugesagt, aber auch noch nit mugen bekumen. Yedoch wirt ich nit feyren. Man muß aber auch diser zeit nit streng anhalten, dan daß euch ob- und anligen ist, vint man an andern orten auch derglichen.

    « Nr. 608 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [2.] fragliche Unterstützung des Romzuges durch die Eidgenossen; [3.] Anleihe bei Handelsgesellschaften für den Romzug; [4.] schlechte Lebensbedingungen in Konstanz.

    Konstanz, 7. Juni 1507 (aftermontag nach unsers Hern fronleichnams tag). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 167–167’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /167/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein willig dienste seynt euer weißheyt zuvoran berayt. Gunstigen, lb. Hh., mir ist ein schryft [Nr. 606] von euch zuekumen, dero inhalt hab ich meins verstands vernomen. Nun hab ich euch vor bericht [Nr. 605, Pkt. 1] , waß erstlich auf mein anpringen diß mandat, so wider Gf. Joachim außgan soll, von den kgl. räten beschlossen, also daß man solt baiden parteyen commissarien benennen und daselbst baider tayl gerechtigkayt horn und alßdan die gut versuchen; und ob es gutlich nit gericht würdet, der kgl. Mt. den handel sollen zuschicken. Dan will sein kgl. Mt. declariern. Nun hab ich daßselb euer weißhayt nit verhalten und daruber euern willen darinen zu vernemen, mich mugen darnach haben zu richten. Darauf ist mir antwurt1 von euch worden, also wo es nit anderst sein mug, müß man es also annemen. Ich hab aber von stund an in aigner person wider diß fürnemen bey den künigischen räten gehandelt, alß ich dan euch alß mein Hh. alles gar aigentlichen vor in schryften bericht hab, und daneben anzaigt, daß von den künigischen räten ein verbennt2 mandat mit seiner declaracion angeschaft ist. Daß ist verlangst geschriben, aber nach nit besigelt, ursachen halb der file der gescheft. Ich hang aber fur und fur an, und sobald es besigelt wurdet, wert ich daß bey einem kgl. boten Gf. Joachim lassen antwurten und euch alß meinen Hh. ein glaubwurdig copey davon zueschicken etc.3 
    [2.] Lb. Hh., ist sach, daß yecz von disem tag zue Zirch von Aidgenossen auf den abschid hie zue Costenz gut antwurt wurdet, so stat die sach recht. Aber in der gemain helt man gar nit, daß die Aidgenossen sich von der kron Frankenreich lassen schaiden.
    Š[3.] Weiter yst hie die sag, die röm. kgl. Mt. wolle von den geselschaftern zue Augspurg, Rafenspurg, Memingen und an andern orten hunderttausent fl. haben lechensweiß und die in jarsfrist wider wollen bezalen. Und ob sich die geselschafter deß wurdent un[ter]sten zu widern, wolle sein kgl. Mt. dargegen handlen, daß inen zu nachteyl kumen mocht etc. Kan nit versten, daß man willig sey, auf röm. kgl. Mt. begern ze handlen, sein kgl. Mt. richte dan frid und recht auf im Reych. So daß beschehen sein, wolle yederman daß /167’/ best ton.
    [4.] Lb. Hh., soll ich noch ein claine zeit hie zue Costenz mussen sein, so muß ich krank werden, dan die luft, speiß und trank ist mir ganz wider. Gott wolle alle ding in daß allerbest wenden. Geben zu Costenz, uf aftermontag nach unsers Hern fronleichnams tag [7.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermeister zu Nördlingen.

    « Nr. 609 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen über einen Beitrag der Eidgenossen zum Romzug, Beschluß des eidgenössischen Tages in Zürich, Intrigen der französischen Gesandtschaft in Zürich; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] Untätigkeit des von Überlingen nach Konstanz verlegten Schwäbischen Bundestages, Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Konstanz.

    Konstanz, 12. Juni 1507 (samstag außgang Nördlinger meß). 1 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 256–256’ (eh. Or. m. S.).

    [1.] /256/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein freuntlich, geflissen, willig dienste seynt euer ersamen weißheyt zuvoran mit diensten berayt. Lb. Hh., ich hab euch verruckter tag schryftlich zu erkennen geben, daß die von den ortern der Aydgenossen hie zu Costenz gewesen und da mit röm. kgl. Mt. und den andern stenden deß Hl. Reychs, Kff., Ff. und andern, yecz in deß Hl. Reichs versamlung gehandelt. Waß auch inen, den Aidgenossen, hie zue Costenz zu abschid gegeben, hab ich euch zum tayl alß mein lb. Hh. und frund alles in schryften bericht [Nrr. 603, Pkt. 1/3; 604, Pkt. 1]. Nun weyter euch, sofil ich hab mügen erlernen, irer, der Aidgenossen, antwurt, yecz zue Zierch versamlet, zue berichten, hat es die gestalt: Anfenklich sagent die Aidgenossen, daß sye röm. kgl. Mt. VIIIM man auf sold leichen wollent, einem zue monetsold funf fl., und nit weyter gebraucht söllent werden dan zue ksl. kronung und in kainen weg wider die kron Frankenreich, auch irer anhenger, darzu sich die stend deß Reichs verschreyben umb den sold; und so daß beschech, alßdan wollent sye von einem vertrag reden, wie er in kunftig zeit zwischen röm. Kss. und Kgg. und inen, den Aidgenossen, gehalten werden söll etc.2 Daneben ist offenbar, daß der Kg. von Frankenreich sein treffenlich botschaft auch zue Zirch hat und gibt fil gelde auß auf mainung, sye sollent sich wider in Šnit lassen bewegen. Dan man geb inen wort, aber gar wenig gelcz; und ob sye bißher an der brovision mangl hetten spurt, wolt es sein kgl. Gn. wenden, mit fil gezierten reden, alß sich zu tun in solichen vellen geburt etc., sofil, daß ich alß ein unverstendiger wol abnemen mag, daß sich die Aidgenossen von disem tutten3, der so reichlich fl. gibt, on not nit dringen lassent.
    [2.] Weyter, lb. Hh., ich hab euch zu dem dickermal in schryften zu erkennen geben, daß daß mandat, so auf Gf. Joachim, jar- und wuchenmarkt betreffent, angeschaft ist nach der besten form, aber bißher nach meinem hochsten fleyß nit mugen gevertigt werden. Niczdestminder hang ich an und meiner person kain arbayt noch mue underlassen, biß es gefertigt wirdet.
    [3.] Weyter, lb. Hh., darumb wir vom Punt gen Überlingen und von Überlingen gen Costenz erfordert seynt worden, /256’/ kan ich euch bey glauben gar kainen beschaid geben, waß wir gehandelt oder nüczlichs außgericht habent. Und kan nit anderst sechen, dan daß yederman verdrossen ist. Und sol ich noch ein claine zeit zu Costenz sein, so muß ich es besiechen4. Hg. Fryderich von Sachsen ist gen Costenz komen auf dato dicz briefs. Daß alles hab ich euch alß meinen lb. Hh. und guten frunden im allerbesten nit wöllen verhalten. Damit sey Gott mit unß allen, amen. Geben zu Costenz, auf samstag außgang Nördlinger meß [12.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, elter burgermaister zu Nordlingen.

    « Nr. 610 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [2.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften für den Romzug; [3.] RT-Verhandlungen über Reichskammergericht und Landfriede; [4.] eidgenössischer Tag in Zürich, Beitrag der Eidgenossen zum Romzug; [5.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes.

    Konstanz, 18. Juni 1507 (freytag nach Viti). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 163–163’ (eh. Or.).

    [1.] /163/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein beraytwillig dienste seynt euer weißheyt bevor. Lb. Hh., euer schreyben [Nr. 608, Anm. 3], mir yecz bey euerm boten zukomen, hab ich vernomen. Und will mich meins vermügenlichen fleyß darinen halten und daß best ton. Aber auf dato ist daß verwilligt mandat noch nit besigelt. So es aber gefertigt wurdet, will ich von stund an damit handlen, alß sich gepurt.
    [2.] Weyter, lb. Hh., ich hab euch in meinen vor zugesanten schryften [Nr. 608, Pkt. 3]  zu erkenen geben, waß röm. kgl. Mt. an die stend deß Reychs, iecz zue Costenz versamelt, in anlechensweiß auf die geselschaften in den stetten deß Reychs zu schlagen und in waß massen daßselb begert werden soll. Schick ich hiemit ain copey [Nr. 163]. Waß aber der stend deß Reychs antwurt der röm. kgl. Mt. wurdet, ist auf dato nit beschlossen.
    Š[3.] Weyter hab ich euch vor auch angezaigt, daß die versamlung deß Reychs röm. kgl. Mt. in kain hilf willigen wollnt, es werde dan vor endlich von röm. kgl. Mt. fryd und recht bestendiger weyß aufgericht, geseczt und geordnet.1 Daß hat röm. kgl. Mt. verwiligt und den stenden der versamlung willen geben, ein form zue machen, wie und in waß massen fryd und recht solle furgenomen werden, wulle sein kgl. Mt. darzue auch helfen und raten daß best. Auf daß ist röm. kgl. Mt. der versamlung gutbedunken [Nr. 169] zugeschickt. Derselben zugeschickten schryften schick ich hiemit auch ein copy zu.
    [4.] Zum dritten, so hab ich euch vormalß auch zu erkennen geben, waß der abschid gegen den Aidgnossen hie zue Costenz auf im tregt, daßselb die Aidgenossen angenomen, hinder sich zu bringen und auf suntag nach trinitatis [6.6.] zu Zirch antwurt geben. Ist beschechen. Dan von wegen röm. kgl. Mt., auch von stenden deß Reychs treffenlich gen Zirch geschickt worden ist, nemlich einen H. von Trier, auch ander etc. Da ist die sag in gehaim, daß röm. kgl. Mt. rät on wissen der stend deß Reychs mit den Aidgenossen einen vertrag [Nr. 246] gemacht und in dem schein, alß ob alle stend deß Reychs yecz zu Costenz darein gewilligt etc. Kan aber nit versten, daß die versamlung darein willigen oder hellen woll. Und ist der vertrag, sofil und ich in vertrauen vernomen hab, daß die Aidgenossen dem Kg. zugesagt auf den Rom zug VIM knecht und einen knecht den monat IIII½ fl., auch /163’/ toppelsoldner, darzu XX knechten ein troßpferd und sold darauf funf fl. Darzu wollent sye von den stenden deß Reychs verschreybung und gewerschaft haben irs solds, und in sunderheyt III monat sold vor hinauß etc. Auch sol sye röm. kgl. Mt. zu ewigen tagen fur daß kamergericht gefreyt haben und sye aller vergangner hendeln geapsolviert und nachgelassen haben.2 Waß daß auf im tregt, will Gott, daß eß gut werd.
    [5.] Item Hg. Albrechts handel halb ist irriger dan nie. Die röm. kgl. Mt. tut dem nit gleich, alß wir unß verhoft hetten. Waß in dem und anderm weiter gehandelt, wirdet, sofil und mir muglich ist, euch nit verhalten. Ich kan euch minder anzaigen endung dicz tags dan vor vier wuchen. Damit sey Got mit unß allen. Geben zu Costenz, auf freytag nach Viti [18.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Strauß der elter, alter burgermaister zu Nördlingen.

    « Nr. 611 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Š[1.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes, Wunsch Hg. Albrechts von Bayern nach Abreise aus Konstanz; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte; [3.] schleppender Verlauf des RT; [4.] Vigilien und Seelenmesse für Kg. Philipp von Kastilien.

    Konstanz, 20. Juni 1507 (suntag nach Viti). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 43–43’ (eh. Or.).

    [1.] /43/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein beraytwillig dinste seynt euer weyßhayt bevor. Lb. Hh., so diser bot mir zugestanden ist, geb ich euch alß meinen Hh. zu vernemen, daß mein gn. H., Hg. Albrecht, auf dato diz briefs hinweg hat wollen und sich auf freytag davor [18.6.] also von kgl. Mt., auch von den stenden deß Reichs, auch den puntsverwanten geurlapt. Aber röm. kgl. Mt. hat in nit hinwegzuziechen wöllen erlauben und im, Hg. Albrechten, zugesagt, in gar kurzen tagen wölle sein Mt. im endlich ab seinem handel gnediglich helfen. Aber wir püntischen künden auf unser anpringen, so von gemainer versamlung an sein Mt. geton1, noch auf dato kain antwurt erlangen.
    [2.] Weyter, lb. Hh., daß zugesagt mandat ist noch auf dato nit gefertigt, und pin doch im manen nit hinlessig. Nun wolt ich gern mit etlichen hofraten reden, so besorg ich nun, ich mach H. Sixten Olhafen verdrießlich. Dan er mir gute wort gebt, allain er wölle so erst, er kund und müg, es selb vertigen; ich müß gedult tragen. Dem muß ich also warten.
    [3.] Ich kan wol versten, daß die versamlung verdrießlich will werden, angesechen, daß alle fürnemen bey röm. kgl. Mt. langsam zu end laufen wöllnt.
    [4.] Ich sölt euer weißhayt hofmer zuschreyben: So waiß ich auf dato nichtz besunders, dan daß die röm. kgl. Mt. Hg. Filipsen, den Kg. von Kastelien, zu Costenz auf St. Veits tag [15.6.] mit figili und an dem mitwüchen darnach [16.6.] mit selampten mit grosser gezierten in tom hat lassen begen in beysein seiner Gn. gemachel und allen stenden deß Reychs, so hie seynt zu Costenz, iedem nach seinem stand statt lassen geben, dan den von den stetten deß Reychs nit. Wer dagewesen und wie ein yeder auf der rechten und linken seyten gestanden, will ich hinnachschicken [Nr. 715 (F)]. Hat mir auf dato nit mugen werden. Damit sey Got mit unß allen, amen. Geben zu Costenz, auf suntag nach Viti [20.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Straus der elter, alter burgermeister zu Nördlingen

    « Nr. 612 Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen an Ulrich Strauß »

    [1.] Die beiden Nördlinger Bürger Martin Altheimer und Melchior Hartmann wurden vor ca. vier Jahren im Namen Tailackers und Henßlinschwerts gefangengenommen und mußten damals beeiden, sich nach Aufforderung in Drachenfels einzufinden. Dennoch sahen sich die beiden Bürger dazu nicht verpflichtet. Dessenungeachtet erhebt Oswald von Weiler – der sich in Thann aufhält – Forderungen in diesem Zusammenhang. Übersenden die Supplikation der beiden Bürger.1 Sie hoffen, daß die Angelegenheit mit dem Verfahren zwischen Hg. Ulrich von Württemberg und Tailacker2 erledigt ist. Er soll den Bundesstädtehauptmann [Neithart] und die Bundesräte der Städte informieren.3 
    Š[2.] Er kennt die Antwort der Gff. von Oettingen auf das kgl. Schreiben wegen der Reichssteuern und der Korngülte [Nr. 445]. Die Gff. wollen die Sache wohl verzögern. Er soll sich durch Niklas Ziegler um eine baldige Erwiderung des Kg. an die Gff. bemühen.
    [3.] Bestätigen für den 21. Juni den Empfang seines Berichts mit etlichen Beilagen.4 Ab solichen selzsamen handlüngen haben wir nit klain verwündern und bevelhen die dem Allmechtigen. Er soll wegen des noch nicht ausgefertigten Mandats gegen die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte zu angemessener Zeit wieder vorstellig werden.

    Nördlingen, 21. Juni 1507 (montags nach Viti).
    Nördlingen, StdA, Missivenbücher 1507, fol. 47–48 (Kop.).

    « Nr. 613 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    [1.] Verhandlungen wegen der Aufteilung des niederbayerischen Erbes, Zurückstellung der Hg. Albrecht von Bayern bewilligten Bundeshilfe; [2.] Angelegenheiten der Stadt Nördlingen: Beschwerde über die Oettinger Jahr- und Wochenmärkte, [3.] Einnahme einer Strafabgabe Nördlingens durch Gf. Joachim von Oettingen, [4.] Befreiung Nördlingens von künftigen Reichssteuern; [5.] Bewilligung einer Romzughilfe durch die Reichsstände; [6.] Resolution des Großen Ausschusses zur Romzughilfe.

    Konstanz, 23. Juni 1507 (St. Johans abent). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507–1508, Fasz. 1, fol. 214–214’ (eh. Or.).

    [1.] /214/ Fürsichtigen, ersamen und weisen. Mein ongespart, willig dienste seynt euch bevor. Lb. Hh., alß ir wist, daß Hg. Albrechten [von Bayern] vom Punt ein hilf zugesagt und gemessigt worden ist, und erstlich solt dieselb hilf erschinen sein auf suntag trinitatis [30.5.] zu Fryberg und nachvolgent erstreckt biß Udalrici [4.7.].1 Fug ich euer ersam weyßhayt zu vernemen, daß die röm. kgl. Mt. von nuem von bayden teylen die irrigen sachen vur hand genomen, ferer erclerung endlich wollen ton etc. Darauf mögt ir abermalhen mit der anzal euer hilf auf weytern entschaid stillstan etc.
    [2.] Weyter, alß von wegen deß zugesagten mandats, kan ich noch nit zu end bringen. Und sagt mir H. Niclas Ziegler, auch H. Sixt Olhafen fur und fur zu, ich soll gedult tragen, es müß bald gefertigt werden. Besorg ich nun, es ste etwas darhinder, daß die sach verhinder. Wie sol man im aber ton, man muß im wol außwarten. An mir ist kain mangl ansuchens halb.
    [3.] Weyter, lb. Hh., von wegen der antwurt, so baid mein gn. Hh. von Ottingen der röm. kgl. Mt. auf ir Mt. begerd getan solten haben [Nr. 445], ist noch auf dato nichtz zukumen. Nun hab ich fur mich selbst mit H. Niclassen Ziegler geredt auf mainung, ich besorg, daß langsam antwurt fallen werd, und ob er raten wolt, daß röm. kgl. Mt. sollich gült, korn und gelt bey euer weyßhayt tete in arest legen so lang, biß die von ŠOttingen ir Mt. grundlich anzaig teten irer gerechtigkayt etc. Sagt H. Niclaß, es [sehe] in auch gut an, aber er wolte es also an die röm. kgl. Mt. langen lassen; und waß seiner Mt. mainung und will darinen sein wolt, wolt er mir nit verhalten.
    [4.] Daneben tet ich H. Niclassen aber manen an daß gn. röm. kgl. Mt. zusagen, zu Straßburg geschechen2, auf daß anzeig deß unvermugens ains rats zu Nordlingen, ob anschleg im Reych furgenomen und beschehen wurdent, die von Nördlingen in gnedigem bevelch wollen halten und haben. Er, H. Niclas, mir auch zugesagt, selbs also ein maner wöllen sein. Hat er mir des red gestanden und von nuem verwiligt, sein best in dem und anderm zu ton.
    [5.] Nun vernim ich, daß die stend deß /214’/ Reychs zu einer hilf röm. kgl. Mt., die ksl. kronung zu erlangen, XVIIIM man, IIIIM zu roß und XIIIIM zu fuß [bewilligt haben] [Nr. 174, Pkt. 1]. Ob sich aber röm. kgl. Mt. der mit der maß, und auch die stend deß Reychs angezaigt, setigen last oder nit, ist noch nit vor augen. Daß alles hab ich euch alß meinen Hh. im besten nit wollen verhalten. Ich solt euch schryben endung deß tags: Ist mir verborgen, dan daß man stets vor und nach mittag handelt. Geben zu Costenz, an St. Johans abent [23.6.] Ao. Domini 1507.
      Ulrich Straus der elter, alter burgermaister zu Nordlingen.
    [6.] [PS] Ersamen, lb. Hh., alß ich disen brief beschliessen wolt, ward mir dise copei, so der außschuß in der versamlung deß Reichs auf beger röm. kgl. Mt., die hilf betreffent [Nr. 174], gemacht. Schick ich hiemit zu. Und wolt vast gern allenthalben daß best ton, damit ich euch und andern stetten daß gelt nit umbsunst tet verzeren etc.

    « Nr. 614 Bericht Ulrich Strauß’ an Bürgermeister und Rat der Stadt Nördlingen »

    Nachdem er seinen vorigen Brief [Nr. 613] bereits verschlossen hatte, ging er abermals in die kgl. Kanzlei, um [die Ausfertigung des kgl. Mandats] anzumahnen. Sixtus Ölhafen zeigte ihm die Antwort der Gff. von Oettingen [Nr. 445] auf das kgl. Schreiben und erlaubte ihm unter der Auflage, strenges Stillschweigen zu wahren, deren Abschrift. Er fragte Ölhafen um Rat, wie er weiter beim Kg. vorgehen solle. Dieser antwortete, daß er es nicht wisse, jedoch darüber nachdenken wolle.1 

    ŠKonstanz, 23. Juni 1507 (St. Johans abent sunwenden). 
    Nördlingen, StdA, Missiven 1507, fol. 25, 26’ (eh. Or.).