Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
Einfache Suche
Schnittstellen Quellen Formalia
BEACON
METS
XSLT
eXist-DB
jQuery-Layout
Nominatim
OpenLayers
GND
Impressum
Kontakt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

    Register

    Register

    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung
    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung

    «3. Angelegenheiten von Reichsständen »

    3.1. Kurfürst Philipp von der Pfalz »

    « Nr. 951 Weisung Kg. Maximilians an Kaspar von Mörsberg (kgl. Landvogt im Elsaß) »

    Er, Mörsberg, hat vor einiger Zeit wegen des Schirms über die Stadt Speyer mit Kf. Philipp von der Pfalz verhandelt.1 Er beabsichtigt immer noch, die Stadt unter den Schutz und Schirm des Hauses Österreich zu stellen und Kf. Philipp zur Herausgabe der Verschreibung Speyers zu veranlassen. Damit die Stadt bis dahin nicht bedroht oder bedrängt wird, befiehlt er ihm, ihr auf ihre Bitte hin Rat und Hilfe zu leisten und niemandem zu gestatten, sie ohne Grund anzugreifen.

    Konstanz, 3. August 1507.
    Speyer, StdA, 1 A, Nr. 269,2, fol. 85–85’ (Kop.).

    « Nr. 952 Resolution Kg. Maximilians an die Gesandten Kf. Philipps von der Pfalz »

    [1.] Entschädigungssumme von 50 000 fl. für den Verzicht Kf. Philipps auf die Eroberungen Kg. Maximilians im Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] Nachweis höherer Einkünfte aus den Landvogteien als Voraussetzung für eine höhere Entschädigung; [3.] Aufhebung der kgl. Ungnade gegen Kf. Philipp, Verweigerung des kfl. Titels und der Lösung Kf. Philipps aus der Acht, Unnötigkeit eines Schadlosbriefes bezüglich der kurpfälzischen Reichsvikariatsrechte.

    Den kurpfälzischen Gesandten in Konstanz am 5. August 1507 übergeben.1
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 210–211’ (Kop., Überschr.: Röm. kgl. Mt. antwurt und mainung auf der phalzgravischen rate anzaigen, furslagen und begern.).

    Š[1.] Laut Behauptung Hans Landschads wurde ihm in Hagenau im Namen des röm. Kg. erklärt, daß die Eroberungen nicht zurückgegeben werden könnten, Kf. Philipp jedoch bei einem förmlichen Verzicht und der Aushändigung aller Urkunden mehr erhalten könne als die angebotenen 50 000 fl.; der Kg. werde es an Geld nicht fehlen lassen und sich auch hinsichtlich der Führung des kfl. Titels und der Aufhebung der Acht gnädig erzeigen.2 Auf dieser Grundlage seien sie, die kurpfälzischen Gesandten, zu den abschließenden Verhandlungen abgefertigt worden. Sie haben den Wert der eroberten Güter bei den damaligen Verhandlungen mit einem Jahreseinkommen von 11 000 fl. angegeben und erklärt, daß der Kf. ihren Besitz so hoch achte, daß er sie nicht für eine jährliche Zahlung von 15 000 fl. hergegeben hätte.
    Er weist noch einmal darauf hin, daß die Abrechnungen seiner Amtleute ein jährliches Einkommen aus allen Eroberungen von lediglich 7000 fl. ergeben haben [Nr. 429]. Überdies mußte er für die Eroberung erhebliche Mittel aufwenden und etliches davon verpfänden und veräußern, so daß das Einkommen aus den ihm verbliebenen Gütern 4000 fl. nicht übersteigt. Er hat deshalb angeboten, dem Kf. die Hälfte davon, nämlich 2000 fl. jährlich oder einmalig 40 000 fl., zu bezahlen und für die verpfändeten und veräußerten Güter sowie für das kurpfälzische Eigengut weitere 10 000 fl., womit sich die Gesamtsumme auf 50 000 fl. beläuft. Somit würde er den Kf. für die Eroberungen zur Hälfte entschädigen. Wenngleich das Eigengut und die obrigkeitlichen Rechte etwas höher zu veranschlagen sind, so ist es doch angemessen, daß er den größeren Anteil erhält, damit er nicht umsonst den Krieg geführt und gewonnen hat, und dargegen der Franzosen und Sweizer uberfall gewartet, auch ander merklich handel und gescheft dardurch versaumbt hab. Sollte er auf diese Erwerbungen verzichten, so wäre ihm dies gegenüber seinen Untertanen, die ihm dazu verholfen haben, und anderen nachteilig und schimpflich.
    [2.] Falls Landschad gegenüber je geäußert wurde, er könne im Gegenzug zur Verzichtserklärung und zur Aushändigung aller urkundlichen Unterlagen eine höhere Summe fordern, ist dies dahingehend zu verstehen, daß die kurpfälzischen Gesandten einen höheren jährlichen Ertrag als die 7000 fl. nachweisen müssen und er die Differenz dann ebenfalls zur Hälfte – wie oben angezeigt – vergüten wird.
    [3.] Die kurpfälzischen Gesandten haben die Rückgabe des kfl. Titels, die Abstellung der kgl. Ungnade und die Ausstellung eines Reversbriefs für Kf. Philipp bezüglich des Reichsvikariats verlangt. Unter dieser Bedingung seien sie einverstanden, die Zahlung von 80 000 fl. zu akzeptieren.
    Diesen Vorschlag will er, obwohl er der Meinung ist, ein ausreichendes Angebot gemacht zu haben, zum jetzigen Zeitpunkt weder zurückweisen noch annehmen, sondern darüber beraten. Die pfälzische Seite soll inzwischen Erkundigungen anstellen, um wieviel höher als die angegebenen 7000 fl. das jährliche Einkommen aus den eroberten Besitzungen ist. Sobald sie ein beweisbares Ergebnis vorlegen, wird er sich verbindlich erklären. Die kgl. Ungnade gegen den Kf. ist aufgehoben, aber den Titel eines Kf. kann er Philipp nicht zurückgeben. Dieser Punkt hängt mit der Acht zusammen; hierin muß er als Kg. seine ŠPflichten gegenüber dem Reich und seine Verpflichtungen gegenüber den Kriegsgegnern der Kurpfalz berücksichtigen. Er ist aber geneigt, Kf. Philipp aus der Acht zu lösen, und empfiehlt ihm, eine verbindliche Erklärung bezüglich der ihm auf der Grundlage der verhängten Acht abgewonnenen Gebiete abzugeben. Er wird sich dann um eine Vermittlung [zwischen dem Kf. und seinen Kriegsgegnern] bemühen, um nach deren erfolgreichen Abschluß die Lösung aus der Acht vornehmen zu können. Er ist als erster in Verhandlungen eingetreten, damit die anderen Kriegsfürsten seinem Beispiel folgen.
    Er hat keinen Reichsvikar eingesetzt, sondern Kf. Friedrich von Sachsen als Statthalter verpflichtet. Dieser wird keinen Titel erhalten, es wird auch kein Vikar ernannt. Der Vorgang ist für Kf. Philipp und seine Nachkommen mit keinerlei Nachteil verbunden.
    Doch alles kgl. Mt. person unvergriffen, sonder auf irer Mt. landschaften Osterreich und Burgundi.

    « Nr. 953 Supplikation der kurpfälzischen Gesandten Florenz von Venningen und Hans Landschad an Kg. Maximilian »

    [1.] Sie haben heute die kgl. Antwort [Nr. 952] auf ihre letzte Supplikation erhalten und gelesen. Bitten um Anhörung ihres Gegenberichts: 1. Sie haben zuvor mündlich und schriftlich angezeigt, daß die von ihm, dem Kg., eroberten kurpfälzischen Pfandschaften und Eigengüter nach gewonlichem anschlag etwas mehr als jährlich 11 600 fl. einbrächten, Kf. Philipp aber eher jedes Jahr auf 15 000 fl. als auf diese Gebiete verzichten wolle [Nr. 427, Pkt. 2/4]. Er hingegen hat den Wert der Eroberungen gemäß den Abrechnungen seiner Amtleute auf nicht mehr als 7000 fl. jährlicher Einkünfte veranschlagt, und auch auf seine hohen Kosten verwiesen. Sie wollen diese Angabe gar nicht bestreiten, hoffen aber, daß er seine Unkosten nicht höher bewerten wird als die von Kf. Philipp bewiesene untertänige Haltung ihm gegenüber, auch daß er dessen Lage bedenkt und sich gnädig erzeigt, um den Kf. vor wyterem verderben und entlichem verjagen zu bewahren.
    In bezug auf das kgl. Angebot, daß sie die von ihnen errechneten höheren Einkünfte belegen sollen und er dies dann berücksichtigen wird, können sie nur darauf verweisen, daß viele bislang geleistete Abgaben derzeit nicht mehr erhoben werden. Erinnern im übrigen noch einmal an das von ihnen in Anwesenheit des Zinsmeisters [Hans Heinrich Armstorfer] mit einem beigelegten Bericht an den kgl. Kanzler [Zyprian von Serntein] übergebene Register [Nr. 428]. Das angegebene jährliche Einkommen von über 11 000 fl. wird dadurch eindeutig belegt.
    [2.] Am kgl. Angebot, Kf. Philipp 40 000 fl. und dazu weitere 10 000 fl. für die verpfändeten Güter und das kurpfälzische Eigengut zu bezahlen und sogar die Zahlung von 80 000 fl. zu erwägen, erkennen sie seine gnädige Haltung gegenüber dem Kf. Sie müssen aber noch einmal an die ihnen bei Verhandlungen mit dem kgl. Kanzler in Hagenau1 gegebene Antwort erinnern, wonach er die Eroberungen, ob Pfandschaft oder Eigentum, zwar weder zurückgeben könne noch wolle, doch der Kf. eine Entschädigung von über 50 000 fl. fordern und auch für das Eigengut noch etwas geltend machen könne; er werde Šes seinerseits gegen eine Verzichtserklärung und die Übergabe der einschlägigen Urkunden an Geld nicht fehlen lassen. Er wolle mit diesbezüglich bevollmächtigten Gesandten Kf. Philipps hierüber abschließend verhandeln, dann werde man sich auch wegen der übrigen kurpfälzischen Anliegen und der Führung des kfl. Titels verständigen.
    Sie haben dem Kf. aufgrund dieser Vereinbarung 100 000 fl. in Aussicht gestellt, obwohl sie sogar mit einer Zusage von 130 000 fl. gerechnet haben, und dazu die Erlaubnis zur Führung seines kfl. Titels und die Erledigung aller übrigen Beschwerdepunkte durch einen gnädigen Kg. versprochen.2 Die jetzt angebotene Summe bei Zurückstellung aller anderen Fragen können sie deshalb nicht akzeptieren.
    [3.] Der Kg. hat in seiner Antwort unter Hinweis auf seinen dem Reich geleisteten Eid und seine Vereinbarungen mit den Gegnern Kf. Philipps die Rückgabe des kfl. Titels zwar abgelehnt, jedoch Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen und seine Absicht zur Vermittlung zwischen den Parteien bekundet. Bedanken sich dafür im Namen Kf. Philipps. Sie sind jedoch nicht zu Verhandlungen mit den übrigen Kriegsgegnern bevollmächtigt. Der Kf. wird sicherlich aufgrund ihres Berichts ein Angebot unterbreiten.
    [4.] Bekunden erneut ihre Hoffnung, er werde die untertänige Haltung und erwiesenen Dienste Kf. Philipps und das diesem drohende Verderben ebenso wie die große Zahl seiner Kinder, die existentiellen Interessen seines Landes und seiner Untertanen sowie insbesondere die zweimalige Fürbitte der Kff. und der Reichsversammlung berücksichtigen und den Kf. großzügiger als bisher bedenken, diesem ein gnädiger Kg. sein und gemäß dem Recht und dem kgl. Kölner Spruch3 zu verfahren. Bitten, sie mit einem gnädigeren Bescheid abzufertigen. Falls dies wider Erwarten nicht geschieht und er auf seiner heute übergebenen Antwort beharrt, so müssen sie diese Kf. Philipp vortragen. Sie sind sicher, daß dieser sich, soweit ihm irgend möglich ist, gegenüber ihm, dem Kg., untertänig erzeigen wird.
    [5.] Er hat bezüglich des Vikariats erklärt, daß er mit Kf. Friedrich von Sachsen keinen Reichsvikar, sondern lediglich einen Reichsstatthalter ohne Führung eines besondern Titels bestellt habe, so daß die Rechte Kf. Philipps dadurch nicht tangiert würden. Sie haben indessen von Kff., Ff. und anderen Ständen gehört, daß nach allgemeiner Auffassung Kf. Friedrich in das Amt eines Reichsvikars eingesetzt worden sei, um den abwesenden Kg. zu vertreten. Unabhängig von der kgl. Auffassung werden die kurpfälzischen Rechte doch beeinträchtigt, da zwischen einem Statthalter und einem Vikar kein großer Unterschied gemacht wird. Bitten, diesbezüglich für Klarheit zu sorgen und einen entsprechenden Reversbrief zugunsten Kf. Philipps auszustellen.

    [Konstanz], 5. August 1507 (dornstags nach Petri ad vincula).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 165–167 (Kop.).

    « ŠNr. 954  Anton Tetzel d. Ä. an Dr. Gregor Lamparter (württembergischer Kanzler) und Konrad Thumb von Neuburg (württembergischer Marschall) »

    Er konnte von einer Person am kgl. Hof vertraulich erfahren, daß der Kg. den kurpfälzischen Gesandten am 10. August (eritag St. Laurencien tag) folgenden schriftlichen Bescheid1 gegeben hat: Er habe Kf. Philipp schon früher die Zahlung von 50 000 fl.rh. gegen Übergabe aller Urkunden über die Landvogtei im Elsaß und gegen Übereignung der kgl. Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg zugesagt. Gegenüber dem von kurpfälzischer Seite angegebenen Jahreseinkommen aus der Landvogtei in Höhe von 15 000 fl. komme er nur auf 7000 fl. Falls eine Kommission jedoch zu dem Schluß gelange, daß der Jahresertrag über 9000 fl. liege, werde er 80 000 fl. bezahlen. Wegen der kgl. Ungnade brauche sich der Kf. nicht mehr zu sorgen; er werde ihn gern unterstützen und sei auch bereit, einen Vergleich mit seinen übrigen Kriegsgegnern zu vermitteln. Den kfl. Titel könne er dem Pfgf. aber nicht zurückgeben, da dies gegen die kgl. Pflicht und gegen die Verschreibungen verstoße. Die Führung des Titels sei auch mit der Acht nicht vereinbar. Er habe ihn deshalb auch nicht als Vikar eingesetzt, sondern Kf. Friedrich von Sachsen als Reichsstatthalter. Er habe diesen jedoch nicht zum Vikar ernannt und auch die kurpfälzischen Rechte vorbehalten.
    Die kurpfälzischen Räte haben erklärt, den Bescheid dem Kf. überbringen zu wollen, daß sie jedoch aufgrund der durch Serntein in Hagenau erfolgten Zusage einen anderen Abschied erwartet hätten. Die kfl. Räte wollten sich persönlich vom Kg. verabschieden, wurden aber bislang nicht vorgelassen.
    Der Kg. beabsichtigte, nach Überlingen überzusetzen und dort die ungarischen Gesandten abzufertigen.2 
    Dies wollte er, Tetzel, aufgrund ihrer in Konstanz getroffenen Vereinbarung zur Information Hg. Ulrichs mitteilen, um ggf. über weitere Schritte beraten zu können. Er bittet um Geheimhaltung.
    [PS] Er bittet, ihm etwaige Neuigkeiten zur Kenntnis zu bringen.

    Konstanz, 18. August 1507 (mittwoch nach assumpcionis Marie).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 243–244 (Kop.).

    « Nr. 955 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    Sie haben in ihrem Schreiben vom 18. August (St. Sebolts abend) geäußert, daß man an einer vertraglichen Einigung Kg. Maximilians mit Kf. Philipp nichts ändern könne, doch müsse diese unter Einhaltung der vom Kg. für Nürnberg und die verbündeten Ff. ausgestellten Verschreibungen sowie der vom Kg. in Konstanz [gegenüber Anton Tetzel sowie den Gesandten Württembergs und Hessens] gemachten Zusagen erfolgen.1 Er kann ihnen versichern, daß es nicht in der Absicht des Kg. liegt, den Kf. von der Acht zu absolviern Šoder ihn zu restituieren. Ohnehin hat der Kf. das kgl. Angebot vor acht Tagen abgelehnt. Der Kg., der nun keinen Vertrag mehr mit dem Kf. schließen will, aber auch vom Kf. keine Sicherung der eroberten Gebiete erlangt hat, hat daraufhin Serntein, Ziegler, Dr. Hayden und ihm befohlen, eine förmliche Verschreibung auszustellen. Sie haben die Verschreibung für Hg. Ulrich von Württemberg2 als Vorlage verwendet und sie auf Kg. Philipp, die österreichischen Vorlande Breisgau und Sundgau und auf die Gft. Tirol ausgestellt.3 Also das kgl. Mt. verschreibung seer wol begriffen ist und das dato [= Rottenburg, 1.8.1504] gesetzt wie des von Wirtenbergs. Darin ich sovil meere fleiß angekert, dann ich mich versiche, so solchs den landen eingeleibt ist, das darnach nit liderlich ein zutrennung geschehen mug4, nachmals auch dester statlicher auch uber euern verschreibungen5 gehalten werde. Dann solcher ernst bishere nie furgenummen ist, auß ursachen, das etlich sich vileicht auß den sachen sich zu wermen vermainten.6  [Nürnberger Stadtsteuer, Reichsstatthalteramt7; Beitrag der Eidgenossen zum Romzug; Nr. 914].8

    Konstanz, 3. September 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 14, S. 299–305, hier 300.

    « Nr. 956 Schlußrelation Dr. Florenz’ von Venningen und Hans Landschads »

    [1.] Verhandlungen während des Konstanzer RT über Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] Verhandlungen darüber nach Ende des RT; [3.] sonstige Verhandlungsgegenstände.

    In Neustadt am 8. September 1507 (mitwoch nach St. Egidien tag) an Kf. Philipp übergeben. Anwesend: Söhne Kf. Philipps, Gf. Ludwig von Löwenstein, Hans von Sickingen, Philipp Sturmfeder und Johann von Hirschhorn).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 189–199’ (Kop.).

    [1.] Kf. Philipp hat sie nach Beendigung der Verhandlungen in Straßburg erneut zum röm. Kg. geschickt, bei dem sie gemäß ihrer Instruktion [Nrr. 57f.] vorstellig wurden. ŠNach einigen von ihnen nicht verschuldeten Verzögerungen konnten sie schließlich in Verhandlungen eintreten. Als die Angelegenheit jedoch zum Abschluß kommen sollte, geriet man in einen wechselseitigen Austausch von Erklärungen und Gegenerklärungen, wie dies aus den beigelegten Aktenstücken hervorgeht:
    Kg. Maximilian gab nach langen Verhandlungen zu verstehen, daß er ihren Behauptungen bezüglich der jährlichen Einkünfte aus den eroberten Gebieten keinen Glauben schenke, und forderte präzise Angaben. Daraufhin wurden ihm zwei Register (Beilagen A/B, Nrr. 426; 427, Anm. 3) übergeben. Der Kg. beschied darauf seinen Zinsmeister [Hans Heinrich Armstorfer] nach Konstanz, der nach einigen Wochen ein abweichendes Verzeichnis der Einkünfte vorlegte. Der Kg. beauftragte sie, gemeinsam mit dem Zinsmeister ein neues Verzeichnis zu erstellen. Dies haben sie, wie sie auch an Kf. Philipp berichteten1, getan. Der Zinsmeister und sie legten jeweils einen weiteren Bericht vor; sie haben die Gründe für die abweichenden Angaben dargelegt (Beilage C; Nr. 428). Aufgrund der folgenden Verhandlungen mit Kg. Maximilian, mit den von diesem zu Vermittlern ernannten Bf. Lorenz von Würzburg und Paul von Liechtenstein sowie mit dem kgl. Kanzler Serntein kamen sie zu dem Schluß, daß der Kg. ihren Vortrag nicht richtig verstanden oder wegen seiner vielfachen Beanspruchung vergessen hatte. Deshalb übergaben sie ihm sowie dem Bf. von Würzburg und Serntein jeweils eine Zusammenfassung (Beilage D; Nr. 427)2. Die röm. Kgin. und die Reichsstände legten beim Kg. für den pfälzischen Kf. Fürbitte ein. Dennoch verging viel Zeit ergebnislos mit Vorladungen, Warten und Verhandlungen. Als sie schließlich um einen verbindlichen Bescheid anhielten und begründeten, warum sie nicht länger bleiben könnten, wurde ihnen eine schriftliche Antwort des Kg. angekündigt. Diese wurde ihnen nach vielen weiteren Tagen ausgehändigt (Beilage E; Nr. 429). Bei der Lektüre stellten sie fest, daß dieser Bescheid weit von ihrem Verhandlungsziel entfernt und für Kf. Philipp sehr nachteilig war. Sie haben Räten des Kg. und anderen Personen aus dessen Umfeld ihre Beschwerden mitgeteilt, um den Kg. zu einer günstigeren Erklärung zu bewegen. Schließlich haben sie diesem selbst gegenüber beklagt, daß sie Kf. Philipp aufgrund der ihnen gemachten Zusagen einen ganz anderen Bescheid in Aussicht gestellt hätten, und gebeten, sich ihrem Herrn und auch ihnen gnädiger zu erzeigen. Und wiewole sein Mt. das alles gnediglich hort, so warde ir Mt. doch zuletst etwas hoch entzundt, als wir anhielten und nit ablassen wolten, mit etwas grymmigen, ungnedigen worten herfur wußt oder schiessen ließ, nemlich: Sin Mt. wer doch unserm gnst. H. nichts schuldig, sin Gn. hett sich ungehorsamlich gehalten, sin Mt. umb groß bracht und besonderlich des land zu Geller, darzu Frankreich und der Sweizer infalle besorgen muss. Nun gebe doch der andern kriegsfursten unserm gnst. H. keiner nichts wider, warumb es dann sin Mt. tun sollt? Sin Mt. bewiese ein gnade, die billich angenommen wurde.
    [2.] Um die Sache nicht noch schlimmer zu machen, versuchten sie, den Kg. mit der Erklärung zu beschwichtigen, daß sie keine Schuld einforderten, sondern nur um Gnade bäten. Sie setzten daraufhin ihre Bemühungen durch Mittelsmänner und zuletzt auch Šin eigener Person fort, bis sich der Kg. schließlich veranlaßt sah, ihnen einen zweiten schriftlichen Bescheid zu geben (Beilage F; Nr. 952).
    Wenngleich dieser Bescheid etwas milder ausfiel, erschien er ihnen dennoch ebenfalls unannehmbar. Sie beschlossen, eine Gegendarstellung zu verfassen (Beilage G; Nr. 953). Nach deren Übergabe erhielten sie die Mitteilung, daß der Kg. seine Antwort darauf schriftlich übergeben werde. Sie wurden jedoch erst am 9. August (uf vigiliam Laurencii) für den folgenden Morgen vor einige kgl. Räte in das Predigerkloster beschieden. Sie waren darüber befremdet, da sie bis dahin ausschließlich mit dem kgl. Kanzler oder mit dem Kg. selbst verhandelt hatten. Als sie dort erschienen, komplimentierten die kgl. Räte – die Bff. von Gurk und Laibach, Gf. Wolfgang von Fürstenberg, Hans von Landau, Wilhelm von Wolfstein, Dr. Erasmus Topler, Simon von Pfirt, Christoph von Thun (Tunder) und der Protonotar Johann Storch – sie in den Garten und verlasen ihnen die kgl. Antwort (Beilage H)3. Sie antworteten, daß sie aufgrund der bisherigen Verhandlungen und der in Hagenau und Straßburg gemachten Zusagen, nach denen sie Kf. Philipp mindestens 100 000 fl. in Aussicht gestellt hätten, und besonders nach ihrer letzten Stellungnahme mehr erwartet hätten. Sie müßten die kgl. Entscheidung nun Kf. Philipp überbringen. Sie zweifelten nicht, daß er sich gegen den Kg. gehorsam erzeigen werde.
    Bei der Lektüre der kgl. Erklärung stellten sie fest, daß die ihnen gemachten Zusagen ohne kgl. Befehl gemacht worden waren. Möglicherweise könnte die betreffende Person deshalb zur Rechenschaft gezogen werden. Kg. Maximilian hatte es in Beantwortung ihres Vortrags in Straßburg zwar abgelehnt, die Eroberungen zurückzugeben, doch hatte er auch vorgeschlagen, daß Kf. Philipp für den Abschluß eines Vertrags eine Summe angeben solle. Serntein äußerte damals, daß der Kf. über die in den Raum gestellten 50 000 fl. hinaus eine Zahl nennen und für das kfl. Eigengut zusätzliche eine Summe fordern solle; der Kg. werde sich gnädig erzeigen und es an Geld nicht fehlen lassen. Der Kg. habe ein Angebot gemacht, der Kf. solle ein Gegenangebot machen. Dies hatte sie veranlaßt, dem Kf. 100 000 fl. in Aussicht zu stellen und darüber hinaus weitere 30 000–40 000 fl. zu erhoffen.
    Gemäß dem kgl. Abschied eröffnet sich Kf. Philipp auch die Möglichkeit eines rechtlichen Verfahrens vor dem kgl. Kammergericht oder den Reichsständen. Diese Option hat der Kf. jedoch bereits in Köln ausgeschlagen.4 Sie wurden auch nicht für ein rechtliches Verfahren instruiert, sondern für den Abschluß eines Vertrages.
    Sie baten um eine Abschrift des Bescheids und um eine Audienz beim Kg., um sich zu verabschieden und noch einiges zur Sprache zu bringen. Die kgl. Räte sagten ihnen die Abschrift zu und kündigten an, ihren Wunsch nach einer Audienz dem Kg. zu übermitteln.
    Nach dem Frühstück gingen sie noch einmal zum Predigerkloster und trafen den Kg. auf dem Weg dorthin an. Sie gingen mit hinein und sahen zu, als der Kg. im Garten den Bf. von Worms belehnte. Sie ersuchten durch den Kanzler um eine Audienz, um sich zu verabschieden. Der Kg. fragte durch diesen nach ihrem Anliegen. Sie betonten, sie wollten nichts besonderes, sondern sich nur verabschieden. Darauf erhielten sie eine Audienz in Anwesenheit Ebf. Jakobs von Trier, Mgf. Ernsts von Baden, Bf. Reinhards von Worms, Š Gf. Eitelfriedrichs von Zollern, Gf. Wolfgangs von Fürstenberg, Zyprians von Serntein, Niklas’ von Firmian, Gf. Heinrichs von Hardegg, Gf. Johanns von Werdenberg, Gf. Johanns von Montfort, Lienharts von Fraunberg, Hans’ von Landau, Georgs von Emershofen, beider Hh. [Albrecht und Wilhelm] von Wolfstein, Christophs von Thun (Duner) sowie vieler Angehöriger des Hofes und anderer adliger wie nichtadliger Personen. Sie brachten folgendes vor: 1. Der Kg. habe ihnen am Morgen einen schriftlichen Abschied gegeben, seine Räte hätten ihm sicher ihre Antwort darauf übermittelt. Eine Wiederholung sei deshalb unnötig. 2. Sie erneuerten indessen ihre Ablehnung eines rechtlichen Verfahrens. Sie seien abgeordnet worden, um einen Ausgleich mit dem Kg. zu suchen, in dessen Gnade sich Kf. Philipp ergeben habe. 3. Bezüglich des Angebots, über den jährlichen Ertrag der eroberten Güter weitere Erkundigungen anzustellen, bäten sie um die Benennung der Kommissare zur Mitteilung an Kf. Philipp. 4. Sie bedankten sich für das Angebot des Kg., sich um einen Ausgleich mit den anderen Kriegsgegnern der Kurpfalz zu bemühen. 5. Sie bäten angesichts einer Vielzahl von Beschwerden, Kf. Philipp, seine Söhne sowie ihr Land und ihre Untertanen beim Kölner Spruch [vom 1.8.1505] zu handhaben. 6. Sie bäten, den hier und andernorts verbreiteten Verleumdungen gegen den Kf. keinen Glauben zu schenken. 7. Schließlich bäten sie, ihnen ihre Aufdringlichkeit nicht zu verübeln.
    Der Kg. antwortete durch Gf. Eitelfriedrich von Zollern: 1. Der kgl. Abschied und ihre Antwort darauf blieben auf sich beruhen. Der Kg. hoffe, der Kf. werde den Bescheid als Gnade ansehen. 2. Der Kg. akzeptiere den Verzicht Kf. Philipps auf Rechtsmittel. 3. Als Kommissare benenne er den früheren Zinsmeister Balthasar Imhoff und den jetzigen Zinsmeister [Hans Heinrich Armstorfer]. Der Kanzler habe zusätzlich die Einbeziehung des alten Landvogts Jakob von Fleckenstein vorgeschlagen. 4. Er nehme ihren Dank entgegen; er wolle dem Kf. und seinen Söhnen ein guter Kg. sein und werde sich darum bemühen, daß Kf. Philipp seiner Beschwerden enthoben werde und seinen Titel zurückerlange. 5. Ebenso werde er auf die Einhaltung des Kölner Spruchs achten. 6. Er werde Äußerungen über Kf. Philipp keinen Glauben schenken, ohne ihn zuvor angehört zu haben. 7. Er trage daran kein Mißfallen.
    Sie bedankten sich und verabschiedeten sich, wobei der Kg. sie durch den Gf. von Zollern beauftragte, dem Kf. seine Grüße zu bestellen.
    [3.] Sie baten weisungsgemäß Jakob Villinger, gegen eine jährliche Zuwendung als kurpfälzischer Interessenvertreter am kgl. Hof zu fungieren. Dieser wollte das Angebot nicht ohne das Einverständnis des Kg. annehmen. Indessen wurde ihm bedeutet, daß er wegen seiner häufigen Abwesenheit vom Hof diese Aufgabe nicht bewältigen könne, doch sei Gabriel Vogt geeignet; sie könnten auch beide gemeinsam die Interessenvertretung für Kurpfalz wahrnehmen.
    Betonen, daß sie es bei ihren Verhandlungen am kgl. Hof nicht an Fleiß fehlen ließen und nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Worüber sie nicht schriftlich berichtet haben, das wollen sie mündlich eröffnen.
    Etliche Personen haben über einen Ausgleich mit Württemberg gesprochen. Er, Landschad, wird darüber noch mündlich Bericht erstatten. Im Ergebnis steht die Angelegenheit auf Schiedsverhandlungen. Sie erwarten, daß Kf. Friedrich von Sachsen sich dessen annehŠmen und einen Tag anberaumen wird, sofern Hg. Albrecht [von Bayern] ihn nicht davon abbringt.
    Über die Angelegenheit Pfgf. Georgs wurde verhandelt und beraten, wie sie bereits geschrieben haben.5 Er, Venningen, wird darüber und über die Verhandlungen wegen der Übergabe der Pfründen durch den Administrator von Freising [Pfgf. Philipp] mündlich berichten.
    Sie empfehlen, möglichst bald die Räte und die Ritterschaft einzuberufen, um einen Beschluß über das weitere Vorgehen und über eine Antwort an den Kg. zu fassen.

    «3.2. Maßnahmen zur Landfriedenssicherung in Franken »

    « Nr. 957 Mandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    Er hat auf dem RT zu Konstanz wegen des Räuberunwesens, das er, wie sie wissen, seit langem abstellen will, mit den Ff., so den sachen gelegen sein, verhandelt und sich über die Abhaltung eines Tages in Windsheim am 1. September (Egidi) verständigt, wo deren Gesandte gemeinsam mit kgl. Räten Beschlüsse zur Abstellung dieser Mißstände fassen sollen [Nr. 437]. Befiehlt ihnen, bevollmächtigte Gesandte dorthin abzuordnen.1 

    Konstanz, 9. August 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, B-Laden-Akten, SI L 204, Nr. 29, fol. 53–53’ (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 958 Nürnberger Gutachten über Maßnahmen gegen die Straßenkriminalität »

    Das Gemeine Recht und die Wormser Ordnung [von 1495] regeln, wie gegen die Kriminalität auf der Reichsstraße vorgegangen werden soll, und stellen jedem Reichsangehörigen das Ergreifen von Maßnahmen gegen Verbrecher und Landfriedensbrecher frei. Da es an der Realisierung mangelt, nehmen Plackerei und Straßenkriminalität im Reich und insbesondere in der Umgebung Nürnbergs ständig zu. Der röm. Kg. hat in Konstanz beschlossen, auf einem Tag über Maßnahmen dagegen zu beraten. Der Nürnberger Rat empfiehlt folgende Schritte: 1. Die Ff. mit Gebieten an der Reichsstraße und andere Inhaber des Geleitrechts, eines Reichsregals, sollen verpflichtet werden, jedermann uneingeschränktes Geleit zu gewähren. Wird jemand dennoch geschädigt, haften dafür die Ff., wie dies das Regal eigentlich auch vorsieht. Ein beträchtlicher Teil der Vorfälle auf der Reichsstraße würde so verhindert. 2. Jedermann soll künftig befugt sein, außerhalb der mit Halsgerichtsbarkeit Šausgestatteten Städte und Schlösser Straßenräuber, Landfriedensbrecher und andere Verbrecher im gesamten Herrschaftsbereich der Ff. gefangenzunehmen und abzuführen. Diese provisorische Regelung soll einige Jahre in Kraft bleiben, ohne jedoch die ftl. Privilegien und Rechte zu tangieren. 3. Hinsichtlich bekannter Ächter und Friedbrecher soll gemäß Reichsordnung und Landfrieden jedermann überall berechtigt sein, sie entweder zu töten oder gefangenzunehmen und dann mit ihnen nach eigenem Gutdünken zu verfahren. 4. Zuständige Behörden, die vom Aufenthaltsort von Straßenräubern und anderer Übeltäter erfahren, sollen verpflichtet sein, dieser habhaft zu werden und ihre Vergehen zu ahnden. Wird ihnen dies von dritter Seite angetragen, sind sie verpflichtet, dem Folge zu leisten und dem Kläger zu gestatten, bei der Befragung anwesend zu sein. 5. Zur Gewährleistung der Sicherheit auf den Straßen sollen die zuständigen Ff. und Kommunen möglichst oft Streifen durchführen, die Befehl haben, jede Person festzunehmen, gegen die ein begründeter Verdacht besteht oder eine Anzeige vorliegt. Diese berittenen Streifen sollen nach Möglichkeit zusammenarbeiten. 6. Oft werden nicht nur Händler, sondern auch andere Bürger und sogar arme Bauern gefangengenommen oder geschädigt. Alle Behörden und Untertanen sollen nach Bekanntwerden einer Straftat unter Androhung von Sanktionen zur Nacheile verpflichtet werden, um die Täter festzusetzen und das Raubgut zurückzugeben. Das Läuten von Sturmglocken, um die Leute nach erfolgter Straftat zu alarmieren, wäre im Sinne einer wirkungsvolleren Nacheile empfehlenswert. 7. Schließlich ist eine Regelung für die Kosten oder Schäden der zur Hilfe Aufgemahnten erforderlich.

    s.l., s.d., jedoch Nürnberg, 29. August 1507.1 
    Würzburg, StA, G-Akten 9075, fol. 1–2’ (Kop.).

    « Nr. 959 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    Sie sind am Donnerstag [2.9.] zusammen mit dem Bf. von Eichstätt in Bamberg eingetroffen. Der Bf. wurde zwischen Haselhof und Bamberg von den bfl. Bamberger Räten Leonhard von Egloffstein, Eberhard Fortsch und [Alexander] von Rabenstein empfangen, da der Bf. von Bamberg selbst gesundheitlich verhindert war. Bf. Gabriel äußerte während ihrer gemeinsamen Anreise ihm, Holzschuher, gegenüber, daß Sigmund von Rorbach ihm einen Tag vor seinem Aufbruch geschrieben und demnach noch nichts von der bevorstehenden Versammlung gewußt habe. Vielleicht habe der kgl. Bote das Schreiben in Regensburg zugestellt, als Rorbach nicht zu Hause gewesen sei. Mit dem Eintreffen Rorbachs und Stadions sei deshalb wohl nicht so bald zu rechnen. Dies habe er bereits Anton Tetzel eröffnet, der zweifellos in Nürnberg inzwischen darüber berichtet habe.
    Š Mgf. Friedrich von Brandenburg und sein Sohn Kasimir trafen noch in der gleichen Stunde mit 60 Pferden ein. Der Bf. von Würzburg hatte bereits Vorkehrungen für seine Reise getroffen, mußte jedoch wegen einer plötzlichen Erkrankung zu Hause bleiben und läßt sich durch Peter von Aufseß, Thomas vom Stein, Sigmund von Thüngen und Ludwig von Hutten vertreten. Teilen dies mit Hinblick auf die Instruierung der Nürnberger Gesandten zum Speyerer Städtetag mit. [Zusammenfassung eines Gutachtens Dr. Johann Letschers diesbezüglich; Nr. 859, Anm. 2].

    ŠBamberg, 4. September 1507 (sambtag nach Egidii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 2–2’ (Kop.).

    « Nr. 960 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    [1.] Sie haben gegenüber den kursächsischen Gesandten, Gf. [Philipp] von Solms und einem unbekannten Edelmann, erklärt, daß sie auf Befehl des röm. Kg. als Vertreter der Stadt Nürnberg hier erschienen, bislang aber noch nicht zu Verhandlungen beschieden worden seien. Sie baten um Rat, ob sie sich bei jemandem anmelden sollten, zumal die kgl. Gesandten noch nicht eingetroffen seien. Nach Beratung der beiden Gesandten eröffnete der Gf., daß sie auf Befehl ihrer beiden Hh. [Kf. Friedrich und Hg. Johann von Sachsen] anwesend seien, um über die Themen dieser Versammlung mitzuberaten. Sie seien bislang ebenfalls nicht zu den Verhandlungen beschieden worden, doch hätten sie Weisung, sich ausschließlich bei den Vertretern des Kg. zu akkreditieren; deshalb könnten sie ihnen diesbezüglich keinen Rat geben. Da sie, die Nürnberger Gesandten, jedoch auf kgl. Befehl hier seien, würden sie sicherlich zu den Beratungen hinzugezogen. Die beiden Gesandten teilten vertraulich mit, daß sie Befehl gehabt hätten, mit dem Bf. von Würzburg eine Nürnberg betreffende Angelegenheit zu besprechen. Dieser sei aber nicht persönlich anwesend.
    [2.] Der Bf. von Eichstätt ließ ihnen mitteilen, daß der Bf. von Bamberg ihn aufgefordert habe, gemeinsam mit den beiden Mgff. [Friedrich und Kasimir von Brandenburg] und den Würzburger Räten die Verhandlungen zu eröffnen, wohingegen er empfohlen habe, noch auf die kgl. Gesandten zu warten, da Hans von Stadion seine baldige Ankunft in Aussicht gestellt habe. Er, Holzschuher, besprach sich anschließend mit dem Bf., ob ihre Anmeldung als Gesandte Nürnbergs beim gastgebenden Bf. von Bamberg sinnvoll sei. Doch sind der Bf. von Bamberg und die beiden Mgff. inzwischen zu Beratungen im Hof des H. vom Stein zusammengetreten und haben den Bf. von Eichstätt hinzubeschieden. Dieser vermutete, daß auch über die Frage der Hinzuziehung Kursachsens und Nürnbergs gesprochen werde, da der Bf. von Bamberg diesbezüglich keine kgl. Weisung habe. Dieser erkundigte sich bei den Würzburger Gesandten, ob die Erkrankung des Bf. der einzige Grund für sein Fernbleiben sei. Die Gesandten beteuerten den Willen Bf. Lorenz’ zur persönlichen Teilnahme. Nach dem Abendessen traten die Ff. erneut zu Beratungen zusammen. Sie, die Nürnberger Gesandten, erbaten durch den Hofmeister Johann von Schwarzenberg eine Audienz beim Bf. Sie wurden jedoch auf Sonntagmorgen [5.9.] vertröstet. Sie legten daraufhin Schwarzenberg und Leonhard von Egloffstein den Grund für ihre Anwesenheit dar. Diese versprachen Berichterstattung an den Bf. von Bamberg.

    Bamberg, 4. September 1507 (sambstag abends nach Egidii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 3–4 (Kop.).

    « Nr. 961 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    [1.] Der bfl. Landschreiber [Johann] Scharpf teilte ihnen am Sonntagmorgen [5.9.] mit, daß Schwarzenberg und Egloffstein den Bf. von Bamberg informiert hätten. Die übrigen Teilnehmer würden sich zum Frühstück treffen, der Bf. lade sie ebenfalls dazu ein, damit sie sich bei den einzelnen Teilnehmern anmelden könnten. Sie erwiderten, daß sie Befehl hätten, sich bei den kgl. Gesandten zu akkreditieren. Da diese bislang ausgeblieben seien, hätten sie sich an ihn als vornehmsten Fürsten und Veranstalter des Tages gewandt. Eine Anmeldung bei den übrigen Teilnehmern stünde jedoch nicht in Einklang mit ihren Anweisungen. Sollten sie allerdings aufgrund des kgl. Befehls zu den Beratungen beschieden werden, würden sie daran teilnehmen; falls nicht, sei ihnen nicht daran gelegen. Sie müßten dann jedoch Mitteilung an den röm. Kg. machen.
    [2.] Zuvor schon ließ sie der Bf. von Eichstätt informieren, daß am Samstagnachmittag [4.9.] über Maßnahmen gegen die Heckenreiterei beraten worden sei. Doch sei dies ein weites Feld. Man sei deshalb übereingekommen, daß jeder Fürst drei seiner geheimsten Räte in einen Ausschuß deputieren solle, um einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten. Mgf. Friedrich habe erklärt, nur bis Sonntag [5.9.] bleiben zu wollen, da er auf Befehl des Kg. Vorbereitungen für den Romzug treffen müsse.
    [3.] Ebenfalls am Sonntagnachmittag kamen Christoph von Thunfeld und Scharpf zu ihnen und teilten ihnen mit, daß der Bf. von Bamberg die übrigen Ff. über ihre Anmeldung, sein Angebot an sie und ihre Antwort darauf informiert habe. Diese hätten den Bf. beauftragt, sie über die Bildung des Ausschusses zu unterrichten. Erforderlichenfalls würden sie zu den Beratungen hinzugezogen und sollten deshalb warten. Sie haben daraufhin ihre vorige Erklärung wiederholt, jedoch eingewilligt, auszuharren. Die sächsischen Gesandten waren zwar ebenfalls an den Hof eingeladen, wurden aber bislang auch nicht in die Verhandlungen einbezogen und sind nicht im Ausschuß vertreten. Der Grund dafür liegt wohl in ihrer Haltung, sich ausschließlich bei den kgl. Vertretern für die Verhandlungen akkreditieren zu wollen. Möglicherweise wollen die Ff. es auch vermeiden, sie, die Nürnberger Gesandten, zu den Verhandlungen einzuladen und die kursächsischen Vertreter nicht.

    Bamberg, 6. September 1507 (montag frü nach Egidi).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 4–5’ (Kop.).

    « Nr. 962 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    Der Ausschuß ist inzwischen mehrere Male zusammengetreten und hat laut zuverlässigen Informationen einen umfangreichen Entwurf verfaßt, der sich an die Beratungsergebnisse von Windsheim1 anlehnt, jedoch in etlichen Punkten verschärft wurde. Er ist allerdings noch Šumstritten. Insbesondere für die Artikel über das Geleitwesen und die Nacheile auf fremdes Territorium wird sich unter den Fürsten keine Mehrheit finden. Als der Ausschuß an die Fürsten referieren sollte, wurden auch die kursächsischen Gesandten hinzugeladen, sie, die Nürnberger Gesandten, hingegen nicht. Es gibt auch Stimmen, die gegen den Ausschluß Nürnbergs sprechen. So hat Mgf. Friedrich ihnen gesagt, daß sie zu den Ff. beschieden werden sollen.
    Berichten über Vermittlungsverhandlungen bfl. Bamberger Räte aufgrund einer Klage des Bf. von Eichstätt gegen Hans und Wolfgang Linck.

    Bamberg, 9. September 1507 (pfinztags St. Kunigunden tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 6–6’ (Kop.).

    « Nr. 963 Dreijährige Einung zwischen Bf. Georg von Bamberg, Bf. Lorenz von Würzburg, Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Bf. Gabriel von Eichstätt (Kolumnentitel) 1  »

    [1.] Ursach dieß vertrags.
    [2.] Veynd und beschediger nit halten furzuschieben oder vergleyten.
    [3.] Der veynd und beschediger namen zu eroffen.
    [4.] Von wem und wie uber diesen vertrage pflicht gescheen soll.
    [5.] Außgetreten persone nit aufzunemen.
    [6.] Von annehmung veynde und beschediger, gestattung peinlicher frage und rechts, auch deßhalb verwarung der amptleut ere.
    [7.] Nacheyl zu furdern, die name wydergeben und wie in beschedigungen von ampts wegen soll gehandelt werden.
    [8.] Von rechtvertigung streflicher ambtleute, wie die urteyler geschickt sein sollen, von tagsatzung, entschaft der sach, auch erkantnus kost und scheden halben.
    [9.] Vom gerichtschreyber und seiner pfliecht.
    [10.] Von handelung gegen den entheltern der veynde und beschediger, die ir nit mechtig sein lassen wolten.
    [11.] Von gewynnung der bevestigung, so lehen sein, und wie es derhalb gehalten soll werden.
    [12.] Der verdachten reynigung tetlicher handlung halben.
    [13.] Von verdachten vor diesem vertrage.
    [14.] Vergleytung der verdachten.
    [15.] Wie die Ff. die iren des adels nit vergewaltigen sollen.
    Š[16.] Rechtlicher außtrage, ob irrung umb entsetzung zwischen den Ff. und dem adel einfiel.
    [17.] Wie die sach im rechten schrieftlich gehandelt soll werden.
    [18.] Wie kuntschaft und urkund einbracht werden sollen.
    [19.] Wie es gehalten werden solle gegen den des adels, die diesen außtrag gegen den Ff. wegerten.
    [20.] Rechtlicher außtrage zwischen Gff., Hh. und ritterschaft umb entsetzung der guter, auch gegenwertiger vehde oder abclag halben zwischen ine.
    [21.] Wie die des adels den rechtlichen außtrage entsetzter guter halben in einer bestimbten zeyt abzuschreyben haben.
    [22.] Von strafe der Gottes lesterer.
    [23.] Wie die Ff. zu beschutzung der strassen und zufurkomen die heckenreuterey streyfen lassen sollen.
    [24.] Was der Ff. stete, flecken und dorfer gegen den beschedigern tun sollen.
    [25.] Straf derjenigen, die einen in eins andern hand uf laugen2 fahen.
    [26.] Derjenigen halben, die fur abgenotigt gelt unersucht der Hft. burge werden.
    [27.] Von verdechtlichen reysigen und fueßknechten, die nit dienst haben.
    [28.] Rechtlicher außtrage umb die ere unter dem adel.
    [29.] Beschwerung zwischen den Ff. oder den iren dits vertrags halben.
    [30.] Von enderung dieß vertrags.
    [31.] Von außschliessung der Ff. spruch und vorderung gegeneinander.
    [32.] Außnemen kgl. Mt., der Ff. einigung, puntnus und handhabung irer oberigkeyt.
    [33.] Von verpflichtigung der Ff. dits vertrags halben.
    [34.] Von verwandtnus der Mgfin. wittib [Anna] dits vertrags halben.

    Bamberg, 9. September 1507.
    I. (Or.) Bamberg, StA, A 85, Lade 327, Nr. 20, unfol. (Or. Perg. Libell, 2 Ss. (Eichstätt und Würzburg) erhalten) = Textvorlage A.
    II. (als gedrucktes Mandat): Bamberg, StA, A 85, Lade 346, Nr. 1542, unfol. = B. Weimar, HStA, Reg. C, Nr. 19, fol. 14.
    III. (Kop.): Weimar, HStA, Reg. C, Nr. 19, fol. 1–12. Würzburg, StA, WU 17/160b. Würzburg, StA, Libri diversarum formarum 22, pag. 139–161.

    « Nr. 964 Weisung der Stadt Nürnberg an Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald in Nürnberg) »

    Bewertung des Bamberger Tages.

    Nürnberg, 14. September 1507 (eritag crucis exaltationis).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 27–30’ (Kop.).
    (Knappes) Regest: Gümbel , Berichte, S. 306 Anm. 1.

    [1.] [Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und Kurpfalz; Nr. 955, Anm. 6. Verschreibung der Nürnberger Stadtsteuer an Kursachsen]. Sie haben gemäß kgl. Befehl zwei GesandŠte zum anberaumten Tag abgeordnet, der wegen der Erkrankung Bf. Georgs nach Bamberg verlegt worden war. Die Nürnberger Gesandten waren zu wirkungsvollen Vorschlägen an die Versammlung instruiert: Demnach sollten die Ff. ohne Einschränkung Geleit geben und dafür auch haften. Für einen auf einige Jahre begrenzten Zeitraum sollte jeder das Recht erhalten, Verbrecher und Landfriedensbrecher überall, ausgenommen in Schlössern, Städten und Märkten mit eigener Halsgerichtsbarkeit, zu verfolgen und gemäß der Reichsordnung mit ihnen zu verfahren. Sie haben diese Stellungnahme einigen der teilnehmenden Ff. auf deren Wunsch mitgeteilt. Indessen blieben die Nürnberger Gesandten, obwohl sie sich beim Bf. von Bamberg akkreditiert hatten, ebenso wie die beiden kursächsischen Gesandten, darunter Gf. Philipp von Solms (Pfleger zu Coburg), von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die Nürnberger Gesandten erhielten lediglich den Bescheid, daß sie erforderlichenfalls zu den Beratungen des gebildeten Ausschusses hinzugezogen würden. Doch trat dieser Fall nicht ein. Ebensowenig erschien ein Vertreter des röm. Kg. auf dem Tag oder wurde dessen Fernbleiben entschuldigt. Der Bf. von Würzburg blieb der Versammlung aus gesundheitlichen Gründen fern. Kf. Friedrich von Sachsen wurde vom Kg. sehr kurzfristig über den Termin informiert, was wohl sein Ausbleiben erklärt. Den Nürnberger Gesandten wurde schließlich eröffnet, daß ihnen der Abschied des Tages noch übergeben oder nach Nürnberg nachgeschickt werde. Beides ist bislang unterblieben. Sie haben jedoch erfahren, daß der Beschluß abgesehen von einigen Verschärfungen in etwa dem Windsheimer Abschied [vom 30.5.1503] entspricht. Da keiner der Nürnberger Artikel berücksichtigt wurde, wird der Tag ihres Erachtens im Ergebnis eher zur Verschlimmerung als zur Verbesserung der Situation beitragen.1 Wie ihre Gesandten berichteten, wollte der Mgf. [Friedrich] von Brandenburg-Ansbach das Nürnberger Gutachten nicht annehmen; dem schloß sich wohl auch der Bf. von Bamberg an. Ihrer Kenntnis nach wird ein Exemplar des Abschieds dem Kg. zugehen. Er, Topler, wird dann sicherlich darüber informiert. Es ist für den Kg. schimpflich, daß die Nürnberger Gesandten ungeachtet seines den Ff. mitgeteilten Befehls von den Verhandlungen ausgeschlossen blieben. Diese erfuhren durch eine vertrauenswürdige Person Švon Äußerungen der Vertreter des Adels und von Mitgliedern des Ausschusses, daß Nürnberg und Kursachsen ihre Zulassung zu den Beratungen als Präzedenzfall bewerten könnten und sich künftig in Angelegenheiten der fränkischen Ff. und des Adels einmischen würden.
    [2.] Weisen ihn an, dem Kg. bei Gelegenheit über diese Vorgänge Mitteilung zu machen, damit er erfährt, wie die Ff. die von ihm so sehr verabscheute Plackerei und Heckenreiterei fördern. Es ist kein Zufall, daß unmittelbar nach Ende des Tages unweit von Bamberg ein Raubüberfall verübt wurde.2 [Nürnberger Stadtsteuer; Schulden Balthasar Wolfs von Wolfsthal3; Verbleib Toplers am kgl. Hof, Übersendung eines Decknamenverzeichnisses; Exemtion des Abtes von St. Egidien von der Romzughilfe, Verpflichtung des Propstes von St. Lorenz [Anton Kreß] als Assessor am kgl. Kammergericht, Antwort Nürnbergs wegen der Kölner Reichshilfe von 15054].

    « Nr. 965 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1. Romzughilfe; Nr. 770]. [2.] Bestätigt für den 19. September den Eingang der durch Peter Leupold zugestellten Weisung vom 14. September (eretag crucis) [Nr. 964]. Er wird dem Kg. über die unterbliebene Einbeziehung Nürnbergs und Kursachsens in die Bamberger Verhandlungen Bericht erstatten. Er erwartet, daß die Angelegenheit Nürnberg eher zum Vorteil denn zum Nachteil gereichen wird. Vermutlich ist Mgf. Friedrich verantwortlich, und durch sein güner1 vileicht die auschreibbrief an Hg. Fridrichen [von Sachsen] leslichen geschickt. Hier kann wahrscheinlich Abhilfe geschaffen werden, denn der röm. Kg. ist der blackerei feind. Kürzlich wurde Wolfgang Haller bei Pfünz beraubt; ihm wurden die mitgeführten kgl. Schreiben abgenommen. Haller wird dies dem Kg. anzeigen. Auch soll Dr. [Johann] Storch bei Brettheim (Prethem) gefangengenommen worden sein; ihm wurden Quittungen über insgesamt 6000 fl. weggenommen. Diese Vorfälle werden dem Vorgehen gegen die Räuber sicherlich dienlich sein.2 

    Konstanz, 23. September 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, unfol., Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 15, S. 305–311.

    « ŠNr. 966  Weisung der Stadt Nürnberg an Dr. Erasmus Topler »

    Verweisen auf ihr letztes Schreiben zum Bamberger Tag [Nr. 964]. Sie sind trotz der Zusage an ihre Gesandten noch immer in Unkenntnis über dessen Abschied. Doch haben sie erfahren, daß ein Artikel Eingriffe in die Halsgerichtsbarkeit von Vertragspartnern untersagt1 und daß die Ff. den Kg. um Konfirmation des Abschieds ersuchen werden. Sie befürchten, daß der Kg., der bislang immer dafür eingetreten ist, gegen die Plackerei vorzugehen, diesem Wunsch nachkommen und Nürnberg die Befolgung des Abschieds auferlegen wird. Dies wäre zum Nachteil der Stadt und widerspräche auch dem geheimen Befehl des Kg. an sie.2 Zweifellos zielt dieser Artikel gegen Nürnberg und erklärt, warum ihre Gesandten von den Beratungen ausgeschlossen wurden. Da die Stadt dem Vertrag nicht zugestimmt hat, wäre dessen Konfirmation durch den Kg. für sie nicht bindend. Bitten ihn jedoch, sich dafür einzusetzen, daß der Kg. Nürnberg den Vollzug des Abschieds nicht befiehlt. Er soll auf das überhandnehmende Räuberunwesen in der Umgebung Nürnbergs als vornehmer deutscher Handelsstadt und auf ihr über 200 Jahre altes, von Ks. Friedrich (III.) und dem Kg. selbst konfirmiertes Privileg zur Säuberung der Reichsstraße von Kriminellen auch außerhalb der Stadt und zu deren Bestrafung gemäß Reichsrecht3 verweisen. Dann solt man nach der spicz und scherpf des rechtens in diesem fal [handeln], das wurd merklicher, unleidlicher beschwerd walten, auch umb Nurmberg, das on das inmitten der wolf lege, ain solche mordersgrub [schaffen], das nymand sicher davon oder zu kommen mocht.4  Sollte er ein solches Mandat nicht verhindern können, soll er wenigstens für die Inserierung eines Passus über den Vorbehalt der Rechte von Kg. und Reich sowie sonstiger geltender Gerechtsame sorgen. Damit wurd uns dannocht an unseren bevelhen, wie wir verhoffen, alle verleczung benommen. [Verhandlungen über die Konfirmation der böhmischen Belehnung und Privilegien für Nürnberg; Bericht über Überfälle].5

    Nürnberg, 23. September 1507 (donerstag nach Mauricii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 41’-43 (Kop.).
    (Knappes) Regest: Gümbel , Berichte I, Nr. 15, S. 311 Anm. 2.

    « Š3.3. Reichsstadt Worms gegen Bischof Reinhard und den Wormser Stiftsklerus »

    « Nr. 967 Auszug aus einen Protokoll der Stadt Worms »

    Verhandlungen über die Reichsbelehnung Bf. Reinhards von Worms.

    Worms, StdA, 1 B, 1939,2, unfol. (Protokoll [A]).

    [Verhandlungen über den Konflikt der Stadt mit Bf. Reinhard von Worms; Nr. 388]. Und hat der Bf. den Kff., Ff. und stenden des Reichs angehangen und gepeten, die kgl. Mt. zu bitten, im syn regalia zu lyhen. Also haben die Ff. und stende gemeinlich gebeten die kgl. Mt., das ir Mt. umb ir vorbitt willen den Bf. wider zu gnaden annemen und im syne regalia lyhen wollt. Das hat der Kg. zugesagt zu tun, doch hab er etwas zuvor mit im zu reden. Darnach, alß der Kff., Ff. und andere stende viel abgeritten waren, dazwuschen der Bf. vast solicitiret, im zu lyhen, und der Kg. ime furhilt, ine zu vertragen mit der burgerschaft umb die zoll und wage, des aber der Bf. nit vervolgen wollt, ließ ine der Kg. nachlaufen, biß yederman abgeritten. Alleyn der Bf. von Trier, der ging fru und spade und hinge dem Kg. an, unserm Bf. zu lyhen, nachdem der Kg. das den stenden des Reichs zugesagt hett. Also nach langem nachlaufen und anhalten, darunder der Bf. zu mermalen furbescheiden und er in hoffen, was im sollt geliehen syn werden, so müßt er doch also wider heymgeen trurige. Darunder ward eyn artikel begriffen, darin kgl. Mt. der statt furbehilt der begnadigüng unschedlich; und wie derselb artikel gestellt uf die oder das, doch alles vorberurter meynung, so was im derselben kyns gefellig. Und alß der Bf. von Triere nit ablassen wollt, beschiede der Kg. eyn stunde zu lyhen. Und alß die stunde kame und unser Bf. mit den synen erschyne, ließ der Kg. eyn rede und protestacion tün, darauf dem Bf. zu lyhen und nit anders. Und alß der Bf. sich darin williget, also zu entpfahen, lyhe im der Kg. mit gedinge, wie hienach in ir Mt. brief [Nr. 968] geschriben steet.

    « Nr. 968 Deklaration Kg. Maximilians bezüglich der Reichsbelehnung Bf. Reinhards von Worms »

    Bekundet, daß er auf Fürsprache der auf dem Konstanzer RT versammelten Reichsstände Bf. Reinhard von Worms am heutigen Tag mit den Regalien belehnt, davon jedoch die kgl. Übertragung der weltlichen Obrigkeit und anderer Rechte an die Stadt Worms1 ausgenommen hat. Der Bf. hat seine Belehnung in dieser Weise akzeptiert. Über diesen Protest und Vorbehalt stellt er der Stadt diese Urkunde aus.

    Konstanz, 10. August 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 51–51’, 54’ (Kop. mit imit Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein, Dorsalverm.: Ksl. [!] protestacion zu Costenz in belehnung des Bf. von Worms. L.) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921/3, unfol. (Kop. mit imit. ŠVermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein) = B. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 61 (Kop.).
    Druck: Lünig , Reichs-Archiv XIV (Part. spec. cont. IV, II. Teil), S. 684; Moritz , Abhandlung, Urkundenanhang, Nr. XXXVIII, S. 218f.; Moser , Hand-Buch II, S. 973; Boos , Quellen III, S. 522 Anm. 1.
    Regest: Scriba , Regesten, 3. Abt., Nr. 4501, S. 301.

    « Nr. 969 Lehenbrief Kg. Maximilians für Bf. Reinhard von Worms »

    In Würdigung der Dienste Bf. Reinhards von Worms für Kg. und Reich belehnt er ihn auf seine Bitte hin kraft kgl. Gewalt mit den Regalien, Lehen und Temporalien des Hst. Worms mit allen dazugehörigen Besitzungen und Rechten und konfirmiert die bfl. und hochstiftischen Privilegien und Freiheiten sowie die Rechte am Rhein von Roxheim bis Stein.1 Befiehlt allen Angehörigen des Hst., Bf. Reinhard als rechter Obrigkeit Gehorsam zu leisten, jedoch vorbehaltlich der Rechte von Kg. und Reich. Gebietet allen Reichsuntertanen die Beachtung dieser Urkunde bei Androhung schwerer Ungnade und einer Strafe von 100 Mark lötigen Goldes.

    Konstanz, 11. August 1507.
    Druck: Lünig , Reichs-Archiv XXI (Cont. III Spic. Eccl.), Nr. CLXXXI, S. 1306f. (Nachweis über Gegenz. „Sanorndfr.“ [= Serntein]) = Textvorlage A. Ebd., Nr. CLXXXII, S. 1307f. (Nachweis über Gegenz. „Sternbendraff“ [= Serntein] = B. Schannat , Historia episcopatus II, Nr. CCLXXXIX, S. 292–294 = C.

    « Nr. 970 Abschied Kg. Maximilians zwischen dem Wormser Stiftsklerus und der Stadt Worms (Entwurf) »

    Regelung für ein Schiedsverfahren zur Beilegung der bestehenden Streitigkeiten.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, Mitte August 1507.1 
    Š Worms, StdA, 1 B, 1939,2, Stück-Nrr. 17f. (Kop., Randverm.: Notula recessus Constanciensis concepta per nuntios civitatis Wormaciensis. Späterer Dorsalverm.: Abschied auf dem reichstag zu Costens in sachen Bf. contra Wormbs.) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921/3, unfol. (Reinkonz., Dorsalverm.: Abschid zu Costenz; Viditvermerk Serntein2) = B.

    Zwischen dem Wormser Klerus und der Stadt Worms kam es wegen des Weinausschanks durch die Geistlichen, eines Aufschlags auf Getreideausfuhren aus der Stadt und der Steuerverweigerung des Klerus für in der Stadt erworbene Liegenschaften zu Streitigkeiten, über die vor ihm, dem Kg., und seinen Hofräten, außerdem vor geistlichen Richtern und anderen Instanzen Verhandlungen geführt wurden. Um weitere Konflikte zwischen den Parteien zu vermeiden, a berief er sie zu einem Rechtstag nach Konstanz, hörte dort beide Seiten an und-a erließ mit ihrer Zustimmung folgende Vereinbarung: 1. Der Klerus hat b bis zum Egidientag-b [1.9.] dafür zu sorgen, daß die Stadt unter möglichst geringen Kosten aus dem Bann gelöst wird. 2. Die Geistlichen erhalten im Gegenzug die Möglichkeit, sich wieder frei und sicher in Worms aufzuhalten und auch von ihren Freiheiten und Rechten Gebrauch zu machen, insofern sie unstrittig waren und wie sie vor Ausbruch der Streitigkeiten bestanden habenc. 3. Jede Partei soll zwei unparteiische Personen als Schlichter benennen, die einen Monat nach Datum der Urkunde in Worms zusammenkommen und entweder einen gütlichen Vergleich herbeiführen oder eine rechtliche Entscheidung fällen. Für den Fall, daß diese Schiedsrichter zu keiner Einigung kommen, benennt er drei Kandidaten – Kf. Friedrich von Sachsen, Gf. Johann von Nassau-Dillenburg und Kaspar Frh. zu Mörsberg (Landvogt zu Hagenau) – für die Wahl zum Obmann durch die vier Schlichter. Sollte keine Einigung auf einen Obmann gelingen, wird Mörsberg dieses Amt übernehmen. 4. Eventuelle Versuche einer der Parteien, das Verfahren zu verzögern, sind durch Obmann und Schiedsrichter zu Šunterbinden, damit dessen Abschluß binnen drei Monaten nach Ausfertigung der vorliegenden Urkunde gewährleistet istd. 5. Die Geistlichen sollen den Weinausschank bis Weihnachten einstellen. e Falls die Bürgerschaft oder ihre Schiedsrichter im Vollzug dieses Abschieds ungehorsam oder säumig sein sollten, haben die Geistlichen das Recht, ihren Wein bis zu einer endlichen Entscheidung auszuschenken. Im umgekehrten Fall bleibt das Schankverbot bis zum Abschluß des Verfahrens in Kraft-e. 6. Bei Tod oder Verhinderung eines Schlichters soll seine Partei binnen acht Tagen einen Ersatzmann benennen; entsprechend wird er, der Kg., dies im Falle des Todes des Obmanns tun. 7. f Sollte aus schwerwiegenden Gründen eine Entscheidung innerhalb von drei Monaten nicht möglich sein, verlängert sich die Gültigkeit dieses Abschieds mit folgenden Ergänzungen um weitere drei Monate: Möglichst im ersten Monat sollen die vier Schiedsrichter einen Spruch fällen. Falls keine Einigung möglich ist, soll der Obmann aufgrund der Verhandlungsunterlagen eine Entscheidung treffen und so die Mehrheit herstellen. Diesem wird hiermit unter Androhung einer Strafe und der kgl. Ungnade befohlen, sein Urteil möglichst rasch zu fällen und den Parteien auf ihren Wunsch eine versiegelte Urkunde darüber auszustellen. 8. Gegen das gegebenenfalls unter Mitwirkung des Obmannes zustandegekommene Urteil der Schiedsrichter sind keine Rechtsmittel zulässig-f. 9. Befiehlt beiden Parteien unter Androhung der kgl. Ungnade und des Verlusts der im vorliegenden Streit geltend gemachten Rechte sowie einer Geldstrafe von 50 Mark lötigen Goldes den Vollzug dieses Abschieds.

    « Nr. 971 Städtetag zu Speyer an Kg. Maximilian »

    Bürgermeister und Rat der Stadt Worms haben wegen ihres Streits mit dem Bf. und dem Wormser Stiftsklerus schriftlich um eine Fürschrift an ihn, den Kg., gebeten.1 Worms ist eine alte Reichsstadt, die dem Reich, ihm und seinen Vorgängern immer treu gedient hat und dies auch künftig tun wird. Indessen ist ihr Niedergang zu befürchten, wenn der Streit nicht beigelegt wird. Bitten, die Angelegenheit zu bedenken und der Stadt zu helfen, damit sie dieses Streits enthoben wird und zugleich ihre Rechte und Freiheiten geschützt werden.

    Speyer, 16. September 1507 (donerstag nach exaltacionis crucis).
    Š Worms, StdA, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42 (Kop.) = Textvorlage A. Speyer, StdA, 1 A, Nr. 250,1, fol. 153’ (Kop.) = B. Ulm, StdA, A 625, zu Stück-Nr. 42, unfol. (Kop.).
    Druck: Boos , Quellen III, S. 523 Anm. 1 (Auszug).

    « Nr. 972 Mandat Kg. Maximilians an alle Reichsangehörigen »

    Laut Anzeige der Stadt Worms setzten die fünf in Worms ansässigen Stifte ungeachtet der während des Konstanzer RT geführten Schiedsverhandlungen und des nach deren Scheitern vorgeschlagenen Austrags, den die Stadt im Gegensatz zum Klerus bereits akzeptiert und überdies noch einmal ihm, dem Kg., als oberstem Richter die Entscheidung über den Streit anheimgestellt hat, den geistlichen Prozeß fort und haben einen Bannspruch gegen die Stadt sowie die Hilfe des weltlichen Armes erwirkt und publiziert. Damit mißachtet der Klerus seine kgl. Obrigkeit und verstößt gegen die Reichsordnung. Er untersagt unter Androhung der Strafe des Landfriedens, der Reichsacht und Aberacht, aufgrund des ergangenen Bannspruches gewaltsam gegen die Stadt, ihre Bürger und Einwohner sowie deren Habe vorzugehen.1 

    Innsbruck, 16. September 1507.
    Worms, StdA, 1 B, 1922, unfol. (Druck2, gedr. Vermm. wie Or., Kollationsverm. Valentin Keudels) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921, unfol. (Or. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = B. Darmstadt, StA, C 1 C, Nr. 53, fol. 73–74’ (Kop.). Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 158, fol. 196–197 (Kop.).
    Druck: Boos , Quellen III, S. 524 Anm.

    « Nr. 973 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians an Dechanten, Kapitel und Priesterschaft der in Worms ansässigen Stifte »

    Teilt mit, daß die Stadt in den Austrag, der nach dem Scheitern der auf dem Konstanzer RT durch kgl. Räte geführten Schiedsverhandlungen vorgeschlagen wurde, eingewilligt und überdies noch einmal ihm, dem Kg., als oberstem Richter die Entscheidung über den Streit anheimgestellt hat. Er hat indessen erfahren, daß sie, die Adressaten, vor Ablauf der zur Annahme oder Ablehnung des Austrags gesetzten Frist von dem vermeinten geistlichen Richter Jnuocationem Brachii secularis1 außbracht, das die weltlichen by peen des ŠBanns in Sechs tagen nach verkuͦndung der selben Inuocation in jren herschefften, gerichts zwingen vnd gepieten dieselben von Wormbs, die jren vnd jre Leib und guͦter annemen, fahen und fenglichen halten, auch mit der Tate sollen vnd moͤgen gegen ynen handeln. Falls dies zutrifft, handelt es sich um einen Verstoß gegen die Landfriedensordnung und wäre als Majestätsverbrechen anzusehen. Er befiehlt ihnen unter Androhung des Entzugs aller vom Reich herrührenden Lehen und Regalien, der Strafe des Landfriedens sowie der Reichs- und Aberacht, den Bann gegen die Stadt Worms binnen zehn Tagen nach Vorlage dieses Mandats abzustellen und sie ohne Gegenleistung vom Bann zu absolvieren. Außerdem untersagt er ihnen, gewaltsam gegen die Stadt vorzugehen oder dies zu gestatten. Statt dessen sollen sie den angebotenen Austrag vor ihm als röm. Kg. oder vor dem kgl. Kammergericht akzeptieren.2

    Innsbruck, 18. September 1507.
    Worms, StdA, 1 B, 1922, unfol. (Druck, gedr. Vermm. per regem propria manu/amdrp. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921, unfol. (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = B. Straßburg, AV, IV/42, Nr. 24, unfol. (Druck, gedr. Vermm. A).
    Druck/Regest: Boos , Quellen III, S. 524f. Anm.

    « Š3.4. Deutscher Orden »

    « Nr. 974  HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen »

    Er hat vor kurzem von der Entsendung des Bf. von Großwardein1 zum röm. Kg. erfahren. Der Gesandte hat angeblich auch Befehl vom polnischen Kg., den Konflikt zwischen Polen und dem Deutschen Orden zu thematisieren. Zu diesem Zweck wurden ihm großzügige Geschenke mitgegeben.
    Er wollte deshalb selbst Gesandte zum röm. Kg. abordnen2, sah davon jedoch angesichts seiner, Hg. Georgs, in Kürze erwarteten Rückkehr ab. Bittet ihn, auf die Machenschaften des Gesandten achtzugeben, um einen Entschluß des röm. Kg. zum Nachteil des Ordens zu verhindern. Nach seiner Rückkehr will er mit ihm über weitere Schritte beraten.3

    s.l., jedoch wohl Dresden, 22. Juli 1507 (donerstag am tag marie Magdalene).
    Berlin, GStA, OF 26, pag. 9 (Kop.).

    « Nr. 975 Wolfgang von Eisenhofen (Landkomtur der Ballei Franken) an Johann Adelmann von Adelmannsfelden (Landkomtur zu Blumenthal) »

    [1.] Der Deutschmeister [Hartmann von Stockheim] hat ihm einen Brief des Hochmeisters zugesandt, worin dieser seine Abreise aus dem Ordensgebiet erklärt und Gesandte ankündigt, die dem Deutschmeister die Gründe eingehend erläutern sollen.1 Der Deutschmeister Šhat ihm mitgeteilt, daß er krank und nur in Begleitung seiner Leibdiener in Mainz liege und es nicht für gut achte, die Gesandten allein anzuhören. Deshalb solle der Komtur zu Mergentheim, Gf. Georg von Henneberg, den Komtur zu Virnsberg2 und den Sekretär des Deutschmeisters, Johann Beeck (Pecken), zu sich berufen und gemeinsam mit ihnen die Gesandten anhören, sobald diese in Mergentheim einträfen.
    Henneberg hat ihm heute geschrieben, daß er den Gesandten, Ludwig von Seinsheim (Komtur zu Koblenz), gemeinsam mit den beiden anderen genannten Personen angehört habe.
    [2.] Sicherlich hat er, Adelmann, Bedenken, diese das Land Preußen betreffende Angelegenheit allein und ohne die Gesandten des Hochmeisters am kgl. Hof zu vertreten. Henneberg und der Komtur zu Virnsberg haben Seinsheim ihre Mitwirkung zugesagt und sind daraufhin vielleicht auch abgereist. Er ist jedoch darüber nicht informiert. Um keinesfalls etwas zu versäumen, bittet er ihn, sich wieder zum röm. Kg. zu begeben und das Anliegen des Hochmeisters gemäß der beiliegenden Instruktion Seinsheims vorzutragen. Übersendet ihm auch ein Schreiben des Hochmeisters an ihn, Adelmann. Er will außerdem dafür sorgen, daß die im Schreiben Hennebergs und in der Instruktion Seinsheims erwähnten Unterlagen nach Konstanz geschickt werden.

    s.l., 16. August 1507 (montags nach assumptionis Marie).
    Wien, DOZA, Preu 398/2, fol. 151–152’ (Or.).

    « Nr. 976  Hg. Georg von Sachsen an Kg. Maximilian »

    [1.] Erinnert an seine in Konstanz gemachte Mitteilung, daß sein Bruder, HM Friedrich von Sachsen, vormutlich nicht auß cleiner bewegniß bei ihm zu Hause eingetroffen ist, weshalb er, Hg. Georg, früher abreisen wollte.1 Sein Bruder eröffnete ihm, daß der Kg. von Polen mit seinen Ständen beschlossen habe, den Hochmeister zur Ratifizierung des [Thorner] Friedens [von 1466] zu drängen. Kurz vor seiner Abreise sei eine Gesandtschaft eingetroffen, die unter Hinweis auf ein päpstliches Schreiben – worüber er, Hg. Georg, schon früher Šberichtet hat2 – die Annahme des Friedens gefordert und Waffengewalt angedroht habe. Er, der Kg., habe dem Hochmeister zuvor befohlen, den Frieden nicht zu ratifizieren3, auch wäre dies dem Deutschen Orden nachteilig. Indessen sei der Orden allein nicht imstande, dem Kg. von Polen Widerstand zu leisten. Um weiteren Anfechtungen aus dem Wege zu gehen, sei der Hochmeister nach Sachsen abgereist, auch in der Hoffnung, beim röm. Kg. und bei den Reichsständen Rat und Hilfe zu finden. Auch wolle der Hochmeister noch andere Freunde des Ordens aufsuchen und sie um Unterstützung bitten.
    [2.] In Anbetracht der Situation im Reich und in Sachsen ist vor allem von ihm, dem Kg., Hilfe zu erwarten, weswegen der Hochmeister sich ursprünglich selbst zu ihm begeben wollte. Doch in Anbetracht des Umstandes, daß er nicht über längere Zeit den Ordenslanden fernbleiben will und er, der Kg., mit wichtigen Angelegenheiten befaßt ist, hat der Hochmeister seinen Entschluß geändert und ihn ersucht, an seiner Stelle um Hilfe für den Orden zu bitten. Kündigt ein entsprechendes Schreiben seines Bruders an4 und äußert seine Zuversicht, daß der Kg. den Hochmeister und den Ritterorden nicht im Stich lassen wird.
    [3.] Er hat vor kurzem glaubwürdige Nachricht erhalten, daß Kg. Wladislaw von Ungarn-Böhmen eine Gesandtschaft zu ihm, dem röm. Kg., abgefertigt hat, die unter anderem die Aufhebung des früheren kgl. Mandats an den Hochmeister [vom 16.3.1501; Anm. 3] und die Ausstellung eines neuen Mandats zur Ratifikation des Thorner Friedens erwirken soll. Zwar besteht kein Zweifel, daß er, der Kg., weiß, was darauf zu antworten ist, er weist aber vorsorglich noch einmal darauf hin, daß sein Bruder und der Deutsche Orden allein dem Kg. von Polen nicht werden standhalten können. Wirksame Unterstützung steht jedoch nicht zu erwarten. Im Interesse des Friedens könnte man die ungarischen Gesandten daran erinnern, daß der Orden zum Trost der Christenheit und zur Ehre der Jungfrau Maria gestiftet worden sei und welchen Nutzen die Christenheit aus ihm gezogen habe, daß ferner der Orden von Kss., Kgg., Ff. und anderen Adeligen der deutschen Nation gestiftet und zur Blüte gebracht worden und ausschließlich a der christlichen Kirche-a und dem Römischen Reich untertan sei. Dennoch hätten die Kgg. von Polen den Orden angegriffen, ihm einen großen Teil seines Landes weggenommen und dadurch zum Schaden der ganzen Christenheit seiner Macht beraubt. Polen wolle den Orden der Obrigkeit des Röm. Reiches entziehen und sich unterwerfen. Ob es ihm als röm. Kg. zustehe, dazu seine Einwilligung zu geben, könne der [ungarische] Kg. selbst ermessen, ebenso daß dieses Ansinnen weder gut Šnoch geziemend sei, daß das Geschehene auf dem Gewissen und den Seelen seiner Vorfahren laste und Gott es durch Plagen und Strafen vergolten habe. Um künftigen Unfrieden zu vermeiden, solle sich der ungarische Kg. als Vermittler in den Konflikt einschalten und seinen Bruder [Kg. Sigismund von Polen] dazu bewegen, in ein Vermittlungsverfahren einzuwilligen. Er solle den beiden Parteien einen Tag anberaumen, an dem auch der röm. Kg. durch Gesandte teilnehmen werde. Der röm. Kg. sei für eine gütliche Einigung offen, doch im Falle weiteren gewaltsamen Vorgehens gegen den Orden werde er Gegenmaßnahmen ergreifen.
    Er selbst ist zuversichtlich, daß der Kg. von Ungarn eine solche Antwort akzeptieren wird. Bittet, seinem Bruder und dem Orden auf diesem oder einem anderen Weg aus seiner Notlage zu helfen. Falls der friedliche Ausgleich nicht möglich ist und der Orden auch nicht durch Waffengewalt unterstützt werden kann, bittet er, seinem Bruder eine wie auch immer geartete Einigung mit dem Kg. von Polen nicht zu verübeln. Er hat auch Kf. Friedrich und Hg. Johann von Sachsen, Kf. Joachim von Brandenburg und Hg. Bogislaw von Pommern-Stettin aufgefordert, den Hochmeister und den Orden im Falle eines Angriffes militärisch zu unterstützen.5 

    Schellenberg, 19. August 1507 (dornstag nach assumpcionis Marie).
    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9943/22, unfol. (Konz.).

    «3.5. Herzog Albrecht IV. von Bayern gegen Pfalzgraf Friedrich: Streit um das niederbayerische Erbe »

    « Nr. 977  Kf. Friedrich von Sachsen an Räte Hg. Albrechts von Bayern in Augsburg  »

    Der Kg. hat ihn bis heute in Konstanz aufgehalten. Er gedenkt aber, am nächsten Tag, spätestens jedoch am Mittwoch [28.7.] nach Augsburg abzureisen.

    ŠKonstanz, 26. Juli 1507 (montag nach St. Jacobs tag).
    München, HStA, KÄA 1238, fol. 329–329' (Kop.).

    « Nr. 978 Weisung Kg. Maximilians an Kf. Friedrich von Sachsen, Dr. Ludwig Vergenhans und Ernst von Welden »

    Hg. Albrecht von Bayern und Jörg Holzschuher haben laut eigenen Angaben Pfgf. Friedrich als Vormund mehrfach um die Übergabe der zwischen Hilpoltstein und Nürnberg gelegenen Dörfer Altenfelden, Eckersmühlen (Inckenmul), Finstermühle und Grafenberg mit den dazugehörigen Besitzungen und Rechten an Holzschuher ersucht. Diese Güter hätten seinerzeit Veit Ellwanger und seine Schwester [Clara] Sauerzapf an Hg. Ludwig von Bayern verkauft1, Hg. Albrecht habe sie nach dem Tod Hg. Georgs von Bayern und vor dem kgl. Kölner Spruch [vom 30.7.1505] an Holzschuher veräußert, wozu er befugt gewesen sei. Pfgf. Friedrich gebe als Grund für seine Weigerung die Zugehörigkeit dieser Güter zum Amt Hilpoltstein an. Hg. Albrecht und Holzschuher haben ihn, den Kg., um Hilfe gebeten.
    Befiehlt ihnen, bei der ihnen aufgetragenen Taxation diese Angelegenheit zuerst zu verhandeln und eine Entscheidung zu treffen, wem die strittigen Güter gehören.

    Konstanz, 31. Juli 1507.
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 73–73’ (Kop.).

    « Nr. 979  Kg. Maximilian an Kf. Friedrich von Sachsen »

    Er hat ihn zusammen mit den kgl. Räten Dr. Ludwig Vergenhans (Propst zu Stuttgart) und Ernst von Welden (kgl. Pfleger zu Seifriedsberg) zu Kommissaren ernannt, um die im Streit zwischen Hg. Albrecht und Pfgf. Friedrich ergangene kgl. Deklaration [Nr. 410] zu vollziehen. Dafür werden die Akten benötigt, die der Bf. von Trient verwahrt, jedoch nicht herausgeben will, bevor Pfgf. Friedrich ihm nicht seine Zehrungskosten erstattet hat. Er hat dem Bf. befohlen, die Akten unverzüglich nach Augsburg zu schicken und nach Auszahlung des restlichen Zehrungsgelds, über dessen Höhe sie befinden sollen, an sie auszuhändigen.1 Ersucht ihn, mit Pfgf. Friedrich über das Zehrungsgeld zu sprechen und mit den beiden anderen Kommissaren eine Entscheidung darüber zu fällen. Übersendet ihm zu ihrer Information eine beglaubigte Abschrift der kgl. Deklaration. Insbesondere sollen sie dieser gemäß ohne Verzug in Verhandlungen über das Geschütz und das Getreide sowie über die Stadt Wemding eintreten.2 

    Konstanz, 8. August 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 48–48’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    « Š3.6. Reichsstadt Konstanz »

    «3.6.1. Konflikt mit den Eidgenossen »

    « Nr. 980 Reversbrief von Bürgermeistern und Rat der Stadt Konstanz für Kg. Maximilian »

    Kg. Maximilian schloß als Ehg. von Österreich einen Schirmvertrag mit der Stadt Konstanz, der unter anderem besagt, daß der Kg. für die Stadt einen Vertrag mit den Eidgenossen über ein Austragsverfahren bei Streitigkeiten sowie über das Landgericht oder alternativ einen Hoheitsbezirk in der Lgft. Thurgau aushandeln wird.1 Der Kg. wird jedoch derzeit von anderen wichtigen Angelegenheiten in Anspruch genommen. Die Stadt willigt deshalb in ein dreijähriges Moratorium für die Umsetzung der vertraglichen Vereinbarungen ein. Der Kg. hat der Stadt jährlich 1200 fl. Schirmgeld verschrieben, welche Summe sich nach drei Jahren auf 3600 fl. beläuft. Er wird bis Weihnachten die Hälfte davon bezahlen, worüber er noch eine Bürgschaft ausstellen wird; die zweite Hälfte wird nach Ablauf der drei Jahre in den letzten vier Jahren des Schirmverhältnisses beglichen. Diese 1800 fl. sollen indessen mit einer früheren, für den Kauf von Getreide bewilligten Anleihe des Kg. an die Stadt Konstanz in Höhe von 1000 fl. verrechnet werden. Die restlichen 800 fl. werden in Tranchen von 200 fl. jeweils mit dem jährlichen Schirmgeld bezahlt.

    Konstanz, 2. August 1507.2 
    Konstanz, StdA, PU 5088 (Or.).
    Regest: Marmor , Urkunden-Auszüge, S. 153f.

    «3.6.2. Konflikt mit Bischof Hugo von Konstanz »

    « Nr. 981 Auszug aus dem Konstanzer Ratsprotokoll »

    Verhandlungen der kgl. Räte Erasmus Topler und Heinrich Hayden mit dem Rat der Stadt Konstanz über ein Schiedsverfahren im Streit mit Bf. Hugo von Konstanz.

    Konstanz, 11./14. August 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Nr. 25, fol. 236–237 passim.

    /236/ [11.8.] Kleiner und Großer Rat: Dr. Doppler und Haiden bringen an des Bf. halb: Des ersten, dz yede party ainen van kgl. Mt. raten erkiesen solt; ob aber dz nit sin mocht, dz man nem H. Hansen van Stadyan; wolten sy lugen bi kgl. Mt., dz der ang[enommen] wurd. Zum andern, das der anlaß recht vergriffen, das die zwen commisary biurtailen geben möchten und kundschaft hören. Zum dritten hab der Bf. und capital ain beschward, dz mit wissen kgl. Mt. sprechen sölten, wurd im Niderland etc. sin, dz man den ardikel hußließ, da find man ander weg. Zum vierden, das ain Šyeder bi siner besitzung beliben sol; es dien aber in den anlaß nit, dz aber ain rat sich selbs handhab und ain Bf. sich auch. Und dz ainer stat ain schin geben wurd, dz man sy bi irm herkomen handhaben wolt.
    Fravel und ainer zu H. Hansen [von Stadion] ist nit von geredt.
    Antwurt ains ratz: Illa [die], ain rait wyl H. Wilhalmen Marschalk [von Pappenheim] annemen zu H. Ernsten von Wäldin. Das die comisaryen hir biurtailen geben solten, wyl ain rait nit annem. Was aber Hg. Fridrich [von Sachsen] mitsampt sinen zusazen, es syn byurtailen ader sunst, erkennen ader kuntschaft hören, geb ain rat zu. Darum die comissaryen sollen kain urta[i]l geben. Sy mogen aber gutlich als verhörer darin handeln. Was aber zu der urtail kumpt, sol den rechten richtern zugeschickt werden. Zum dritten wyl ain rait kurz, dz die mit wissen kgl. Mt. gesprochen werd, dann dz erst und ander co[m]promiß ist uf ime gestanden. Zum vierden, wyl dz ain rait in besitz, nutz und genieß yedes rechten unvergriffenlich syn.
    /236’/ Sy [= Topler und Hayden] sagen, Hg. Fridrich well darin nicht sprechen, der handel syg dann entlich da und biurtailen geben. H. Wilhalm Marschalck mag nit dasin. Da hait man H. Hansen Druchsasen [von Waldburg] fürgeschlagen. Sagen sy, er sicz mit kgl. Mt. rat.
    Ain rait wyl, dz mit wissen kgl. Mt. darin gesprochen werd. Conrat Tun oder Gf. Hansen von Werdenberg, Dr. Stürczel und H. Hans Druchsäß, da sol man ainen nemen. Die verhörer söllen kain byurtail geben etc. Denn wie solt man biurtail geben, so man den handel nit uf ain nuws horen solt. Man sol bi der besitzung beliben. [...]
    /237/ [14.8.] Kleiner und Großer Rat: Illa, man sol lut des vertrags handeln und ain obmann erwelen, yede party ain furschlag tun, ob man ainandern treff. [...].
    Illa, es sol yede partyen, der Bf. III und ain rat III, erkiesen. Dieselbigen sollen ain obmann nemen, und derselbig obman soll mit den VI des vertrags gutlich, ab der handel hingelegt werden möcht, handeln. Ob er aber nit gutlich hingelegt werden mocht, dz sol dann Hg. Fridrich zugeschickt werden; was er dann nit gutlich hinlegt, darin rechtlich sprechen. Und ist man in hoffnung, Hg. Fridrich werd härbracht. Ob er aber nit kem, sol man im die artikel versekretiert zuschicken. Ist also van grossen und klainen raten angenomen.

    « Nr. 982 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Dr. Heinrich Hayden (kgl. Rat und Erbschenk in Österreich)  »

    Sie haben seinen schriftlichen Ratschlag1 bzgl. des Streits zwischen der Stadt und dem Bf. von Konstanz erhalten und erklären – da sie mit dem Bf. endlich zum Einvernehmen kommen wollen, um weiteren Schaden zu verhüten – nach Beratung im Großen Rat verbindlich ihre Zustimmung. Bitten ihn, sich beim Kg. und beim Bf. mit Nachdruck darum zu bemühen, den Ratschlag anzunehmen. Sie hegen die Erwartung, daß der Kg. sie in Anbetracht ihrer bisher für Kg. und Reich geleisteten Dienste gnädig bedenken wird.

    Konstanz, 2. September 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 37 (Konz.).

    « ŠNr. 983  Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian  »

    Sie haben den Beschluß des Großen Rates wegen der Beilegung der mit dem Bf. bestehenden Streitigkeiten, über den im Interesse von Kg., Reich und Stadt nicht hinausgegangen werden kann, dem kgl. Rat Dr. Erasmus Topler mit Bitte um Mitteilung an ihn, den Kg., eröffnet. Bitten, sie, die ihr Leben und ihr Eigentum immer für das Hl. Reich und das Haus Österreich eingesetzt haben, bei diesem Beschluß zu belassen, der mit dem bei Regierungsantritt des Bf. geschlossenen Vertrag1 in Einklang steht .

    Konstanz, 22. September 1507.
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 90–90’ (Or.) = Textvorlage A. Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 40’-41 (Konz.) = B.

    «3.6.3. Kosten des Reichstages »

    « Nr. 984 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian »

    Ein Konstanzer Bürger, der Priester Hans Kleinhans, hat auf Weisung des Rates für die Aufnahme von Gästen während des RT Vorsorge getroffen. Unter anderem wurde ein junger H. von Geroldseck bei ihm einquartiert, der Kleinhans Geld schuldig geblieben ist. Als Kleinhans Geroldseck aus schwerwiegenden Gründen nicht mehr im Haus haben wollte, dieser ihn jedoch nicht auszahlen konnte, verkaufte er auf der Grundlage eines Gerichtsurteils dessen Pferd. Ihm, dem Kg., gegenüber wurde dies jedoch als unrechtmäßiges Vorgehen und Mißachtung des Reichsoberhaupts dargestellt, woraufhin er den Bf. von Konstanz mit der Festsetzung und Bestrafung des Geistlichen beauftragt hat. Das kgl. Gefolge schuldet Kleinhans ungefähr 120 fl., Geroldseck davon 9 fl. Bitten, den Befehl an den Bf. zurückzunehmen.

    Konstanz, 17. August 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 32–32’ (Konz.).

    « Nr. 985 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian »

    Schuldforderungen Konstanzer Bürger an Angehörige des kgl. Gefolges für die Unterbringung und Verpflegung während des RT.

    Konstanz, 18. August 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 33–34 (Konz.).

    /33/ Allerdurchluchtigister etc. Uns zwiflet nit, uwer kgl. Mt. mog gedenken, mit was costen und vlyß unsere arme gmainden sich uf den gehaltnen richstag – do u. kgl. Mt. uns den zuschraib und gebot, das wir fursehung tun solten, damit niemands ankumender mangel haben wurd – gerustet und uf unser ernstlich verschaffen und gebieten u. kgl. Mt. zu undertenigkait nach hochstem vermogen beworben und by Šunsern umbsessen win, korn, heu, strow, haber, huner und mengerlay spiß kouft, bestelt und uf borg ufgenommen. Mit was vlyß und truwen auch sy iren zugelegten gesten gewartet, gepflegen und sy mit hochstem willen empfangen und, damit sy sy vor mangel behuten mochten, ir klainot und ander ir gut versetzt, verpfendt und fur sy dargesponnen haben. Nun jetz, so in irer der merertail vermogen ganz nit mer stat, ichtzit mer darzespannen, und inen a uß dem, dem merern tail wol in XIIII oder XV wochen kain gelt worden ist-a, kleinot und pfand zerrinnen, so mag doch inen /33’/ bezalung von gesten, die dann u. kgl. Mt. hofgesind sind, nit verlangen. Und understend sich aber diejen, so inen uf borg gegeben haben, gemelte unser gemaind, ouch die gesetzten underpfand mit recht anzegrifen. Und stat menges sach, wo in nit bezalung begegnet, das er von wib, kind, hus, hof, und was er hat, wichen müss. Solhes züfurkummen, sygen hutigen tags ain merkliche anzal unser burger vor uns herschinen und haben uns als die, sy zu rüstung solichs und ufnemung der gesten gezwungen und genot haben, umb hilf und rat angeruft.
    So nun, allergnst. Kg., uns swer wurd werden, sollten unsere burger, so also zu umbzug irer borger gebracht sind, in uns wachsen, ouch nach swerer, ob etliche ire wib, kind und guter verlassen musten, so ist an u. kgl. Mt. unser underteniges bitten und anrufen, u. kgl. Mt. welle uns in dem gnediglich fursehen und verschaffen, das unser burger also bezalt und irer schulden entricht wurden, damit sy ire borger, di inen uf ir zusagen geborgt haben, bezalen und also ir hußliche wonung, darin sy vorm richstag warend, behalten mogend. So sollen und wollen wir und sy hinfur aber unser vermogen darstrecken und zu gehorsamen diensten u. kgl. Mt. allwegen willig sin. Dan war ist, /34/ das solich nit bezalen uns und unsern burgern, ouch also, ze reden, u. kgl. Mt., gegen denjenen, so unsern burgern dergestalt geborget haben, etwas schmach und nachred geberen ist. [Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 986 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Christoph Schenk von Limpurg »

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens wegen der auf ihn und andere Personen lautenden Verschreibung über die Schulden des Kg., der Kgin. und ihres Hofgesindes bei Bürgern der Stadt, worin er mitteilt, daß er zum Kg. reiten müsse. Es steht ihnen nicht zu, ohne Einwilligung der Gläubiger einen Nachlaß zu gewähren. Empfehlen deshalb, direkt mit den Gläubigern, gegenüber denen er die Bürgschaft übernommen hat, und nicht mit ihnen zu verhandeln.1 

    ŠKonstanz, 6. November 1507 (sampstags post omnium sanctorum).
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 51 (Konz.).

    «3.7. Reichsstadt Nürnberg  »

    « Nr. 987 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1.] [Konflikt zwischen Nürnberg und Brandenburg wegen des adligen Räuberunwesens; Nr. 625, Anm. 3]. Referiert aufgrund von Hörensagen aus dem Inhalt der Erklärung Kg. Maximilians für die kurpfälzischen Gesandten [Nr. 952] und berichtet über deren Reaktion.1 [Bevorstehende Abreise Kg. Maximilians, Statthalteramt Kf. Friedrichs von Sachsen; Nr. 746, Pkt. 2].
    [2.] An Nürnberg wird die Aufforderung ergehen, die Stadtsteuer zehn Jahre lang an Kf. Friedrich von Sachsen auszubezahlen. Er, Topler, hat deshalb bereits mit [Anton] Tetzel und [Jörg] Holzschuher gesprochen. Falls die Stadt sich weigern sollte, wäre dies unproblematisch. Denn es wird viel verlangt, man kann indessen nicht alles bewilligen. Ebenso wird die Stadt aufgefordert werden, sich wegen der verpfändeten Häuser des kgl. Kammermeisters [Balthasar Wolf] auf den Zoll zu Engelhartszell verweisen zu lassen.2 [Neuigkeiten bezüglich des geplanten Romzugs; Nr. 746, Pkt. 3].
    [3.] [Beiliegender Zettel] Anton Tetzel erhielt bei seiner Verabschiedung eine kgl. Quittung über die ausstehende Nürnberger Stadtsteuer ausgehändigt.3 Diese 800 fl. sollen formal an Kf. Friedrich von Sachsen, de facto jedoch je zur Hälfte an den Kg. und an den Kf. gehen. Der Kf. hat indessen seinen Anteil an Niklas Ziegler überschrieben. Er empfiehlt, diese 400 fl. auszubezahlen, da Ziegler für Nürnberg noch von Nutzen sein kann. Wegen der restlichen 400 fl. hat Kf. Friedrich Nürnberg bereits zur Auszahlung an den Kg. aufgefordert. Dieser hat indessen seinen Anteil je zur Hälfte Dr. Hayden und ihm, Topler, zugedacht. Hayden, der sich stets in der Umgebung des Kg. aufhält und viel für Nürnberg getan hat, drängt ihn angesichts des allgemeinen Aufbruchs zur Bezahlung seiner 200 fl. Da er selbst sich ebenfalls für berechtigt hält, will er sich um hier einen Wechsel über 400 fl. bemühen, den die Stadt einlösen soll. Falls der Magistrat dies nicht will, steht er selbst für die 200 fl., die er Hayden Šgeben wird, ein. Er bittet um einen günstigen Bescheid und um Übergabe der 400 fl. an Hans Stromer.
    [4.] [Beiliegender Zettel] Niklas Ziegler hat ihn gebeten, die an Martini [11.11.] fällige Stadtsteuer – in Höhe von 600 fl. nach Abzug der dem Bürgermeister von Laufenburg [Friedrich Moll] geliehenen 200 fl. 4 – vorzeitig an Kf. Friedrich von Sachsen auszubezahlen. Er rät davon ab, dies zu tun.

    Konstanz, 10. August 1507 (St. Lorenzen tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 13, S. 295–299.

    « Nr. 988 Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg an Kf. Friedrich von Sachsen »

    [1.] Bestätigen den Empfang seines Schreibens aus Forchheim.1 Bislang gingen den Hh. Älteren in betreff der fälligen Stadtsteuer weder vom Kg. noch von Niklas Ziegler Schreiben zu, abgesehen davon, daß der Kg. der Stadt Nürnberg über die an Martini [11.11.] fällige Stadtsteuer quittiert hat [Nr. 987, Anm. 3]. Übersenden ihm davon und von der kgl. Weisung, die Stadtsteuern der nächsten zehn Jahre an ihn, Kf. Friedrich, auszuhändigen, Abschriften. Die Hh. Älteren haben dem am kgl. Hof weilenden Erasmus Topler geschrieben, daß sie aufgrund der kgl. Quittung und seines, Kf. Friedrichs, Schreibens Niklas Ziegler die Aushändigung von 400 fl. aus der Stadtsteuer bewilligt haben und die restlichen 400 fl. dem Kg. zugehen sollen.2 Topler hat in einem heute eingegangenen Schreiben mitgeteilt, daß Ziegler die Hh. Älteren ersuchen werde, die nach Abzug der 200 fl. Schulden Friedrich Molls verbleibenden 600 fl. aus der diesjährigen Stadtsteuer an ihn auszubezahlen. Dies werden die Hh. Älteren unter Hinweis auf die bereits ihm, dem Kf., gegenüber erfolgte Zusage ablehnen.3 
    Š[2.] Er hat ihnen mitgeteilt, daß Mgf. Kasimir von Brandenburg nach Forchheim gekommen sei und ihn informiert habe, daß der angesetzte Tag [Nr. 437] wegen der ausgebrochenen Seuche nach Schweinfurt verlegt werde. Sie sind daran interessiert, daß der Tag stattfindet, wenn er nur Ergebnisse zeitigt. Sie sind auch zuversichtlich, daß er ein gnädiger Förderer angemessener Mittel sein wird, wenn er vom Kg. zu dem Tag beschieden wird. Kündigen Mitteilung an, wenn sie ebenfalls dazu eingeladen werden.

    Nürnberg, 18. August 1507 (mittwoch nach assumpcionis Marie).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 244’-245 (Kop.).
    Druck: Westphal , Korrespondenz, Nr. 90, S. 297f. (irrtümlich datiert auf den 25.8.).

    « Nr. 989 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1. Romzughilfe; Nr. 770. 2. Räuberunwesen in Franken; Nr. 965]. [3.] Erinnert bezüglich der Stadtsteuer daran, daß Ölhafen darauf 200 fl. verschrieben wurden und er selbst daraus jährlich 100 fl. Ratssold erhält. Anton Tetzel und Jörg Holzschuher haben ihm vor kurzem während ihres Aufenthalts in Konstanz eine Quittung über die von Nürnberg dem Bürgermeister von Laufenberg [Friedrich Moll] geliehenen 200 fl. dagelassen, die der röm. Kg. mit der Stadtsteuer verrechnen will, was auch von Kf. Friedrich und [Degenhart] Pfeffinger gegenüber der kgl. Hofkammer bewilligt wurde. Der Bürgermeister hat ihm daraufhin das beiliegende kgl. Schreiben zugeschickt und die Aushändigung der Quittung angemahnt. Obwohl er diesbezüglich von Tetzel und Holzschuher instruiert war, hat er es zur Vermeidung von Schwierigkeiten abgelehnt und den Bürgermeister auf die Entscheidung des Nürnberger Magistrats vertröstet. Warnt davor, zuviele Zusagen zu machen und mehr als 600 fl. auszubezahlen, da die Stadtsteuer sich auf nicht mehr als 1000 fl. beläuft, Ölhafen und er selbst jährlich zusammen 300 fl. erhalten und dazu noch die 200 fl. des Bürgermeisters kommen.
    [4.] Sagt zu, gegenüber dem kgl. Kammermeister Balthasar Wolf weisungsgemäß zu verfahren.
    [5.] Er wird ihrer Weisung, bis auf weiteren Bescheid am kgl. Hof zu bleiben, nachkommen – ungeachtet der vielen möglichen Einwände, sunderlich unter anderen, das ein pfaff zu hofe wenig gaistlikeit uben, da auch wenig frumkeit, sunder vil neid, feindschaft erobern und er sich auch nicht um seine eigenen Angelegenheiten kümmern kann. Doch will er die Interessen der Stadt über seine eigenen stellen. Glaubt mir furware, das dieser hofe als untreu und fel ist als keiner auf erdrich. [6. Klage der Tetzel gegen die Stadt Nürnberg].
    [7.] Bestätigt den Empfang des ihm zugesandten Decknamenverzeichnisses. [8. Reichsanschlag des Abtes von St. Egidien; Nr. 770].
    [9.] Er wird sich weisungsgemäß dafür einsetzen, daß der Propst von St. Lorenz1 – [mit dem Nürnberg darüber noch gar nicht gesprochen hatte] – als Assessor [des Kg. oder eines Kf.] Šam kgl. Kammergericht angenommen wird. [10. Schreiben bezüglich der Kölner Reichshilfe von 1505; Nr. 770].
    [11.] Er wird versuchen, die Geldnot am kgl. Hof auszunutzen, um das [Appellations-] Privileg für Nürnberg und die Konfirmation [der böhmischen Belehnung] zu erwirken. Doch muß man vorsichtig und geduldig vorgehen. [12. Neuigkeiten von den Eidgenossen; Nr. 770]. Er selbst wird heute aus Konstanz abreisen.

    Konstanz, 23. September 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, unfol., Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 15, S. 305–311.

    «3.8. Reichsstadt Köln  »

    « Nr. 990 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an Kg. Maximilian »

    Sie haben aufgrund seiner bisherigen Zusagen erwartet, daß dem Kölner Protonotar Georg Goldberg das modifizierte Stapelprivileg zusammen mit den entsprechenden Mandaten ausgehändigt würde.1 Doch teilte zuletzt der kgl. Buchhalter Jakob Villinger ihrem Gesandten mit, daß diese Schriftstücke gemäß einer Entscheidung des Kg. nach Augsburg geschickt werden sollten, um sie dort gegen die gemäß kgl. Befehl von ihnen hinterlegte ältere Urkunde auszutauschen. Der städtische Bevollmächtigte wartete jedoch vergeblich auf den Vertreter des Kg. Hingegen wurde Johann Lukas in Köln vorstellig und teilte mit, daß er Befehl habe, das Stapelprivileg gegen Aushändigung der Kölner Ungarnhilfe zu übergeben. Lukas mußte jedoch auch eingestehen, daß er die Mandate [zur Befolgung des Privilegs] an Kff. und Ff. sowie in die Niederlande nicht bei sich habe, der Kg. jedoch deren Nachsendung zugesagt habe. Sicherlich wurde er, der Kg., inzwischen durch die Kölner Gesandtschaft in Konstanz über die Beschwerden der Stadt informiert. Sie haben auch dem kgl. Gesandten gegenüber geltend gemacht, daß sie derzeit zu ihrem größten Bedauern nicht imstande sind, das Geld zu bezahlen. Dieser verweigerte daraufhin die Aushändigung der Urkunde.
    Bitten um Aushändigung des Stapelbriefes einschließlich der Mandate entsprechend seinen Zusagen ihnen gegenüber und gegenüber den Kölner Gesandten. Bitten außerdem, ihre Haltung nicht als Ungehorsam mißzuverstehen.

    Köln, 29. Juli 1507.
    Köln, HAStd, Briefbücher, Nr. 43, fol. 244–245 (Kop.).

    « ŠNr. 991  Weisung der Stadt Köln an Dietrich Meinertzhagen »

    [1.] Sie haben seinem zweiten Bericht1 entnommen, daß der röm. Kg. aufgrund seines Insistierens davon abgekommen sei, den Stapelbrief erst nach Bezahlung der Ungarnhilfe aushändigen zu lassen, und statt dessen [Johann] Lukas die Übergabe der Urkunde samt der an Kff. und Ff. gerichteten kgl. Mandate [zur Befolgung des Stapelprivilegs] befohlen habe. Doch habe die Kanzlei ihn beschieden, daß Entwürfe weder für den Stapelbrief noch für die Mandate vorlägen; er solle die Zusendung dieser Entwürfe aus Köln veranlassen, dann würden sie unverzüglich ausgefertigt.
    Die Dinge stellen sich aus ihrer Sicht ganz anders dar. Die ihnen vorgetragene Instruktion Lukas’ besagt eindeutig, den Stapelbrief erst nach Bezahlung der Ungarnhilfe auszuhändigen. Sie haben im Gegenzug auf ihre Beschwerden hingewiesen und wie in ihrer letzten Weisung an ihn die Zusagen des röm. Kg., Sernteins und Pauls von Liechtenstein im Zusammenhang mit der Anleihe der 7000 fl. 2 geltend gemacht – vergeblich. Er soll noch einmal beim Kg. vorstellig werden und die vielfältigen Leistungen Kölns für ihn, seinen Vater und das Reich anführen. Die Zinsen für die dafür erforderlichen Geldaufnahmen müßten immer noch bedient werden; überdies sei der Streit mit dem Ebf. von Köln sehr kostspielig gewesen.
    [2.] Übersenden ihm die angeforderten Entwürfe für das Stapelprivileg und für die zugehörigen Mandate mit der Bitte um baldmöglichste Ausfertigung. Ihrem Schreiben liegt ebenfalls eine kgl. Quittung bezüglich des Romzuges bei, woraus eindeutig hervorgeht, daß der Kg. diese Forderung als beglichen erachtet. Sie sind darüber befremdet, daß er, Meinertzhagen, davon keine Kenntnis hat und sich in Verhandlungen und Zugeständnisse eingelassen hat. Er soll sich mit allem Nachdruck um die Befreiung Kölns von der Romzughilfe bemühen. Er hatte nicht den Auftrag, diesbezüglich etwas zu bewilligen. Sie sind auch nicht in der Lage, eine Zahlung zu leisten.3 
    Š[3.] In Beantwortung seiner Anfrage weisen sie ihn an, am kgl. Hof zu bleiben, falls der RT zu Ende geht, bevor der Stapelbrief und die Mandate ausgefertigt sind, und der Kg. in Konstanz oder Umgebung bleibt. Falls letzteres nicht der Fall ist, soll er an seiner Stelle eine vertrauenswürdige Person beauftragen.
    [4.] In Beantwortung seiner Anfrage, ob der Kg. wegen des Stapelprivilegs selbst mit den Kff. von Mainz und Trier sowie mit Pfgf. Friedrich sprechen soll, erinnern sie daran, daß Lukas sich weigert, die Stapelbriefe vor Bezahlung der Ungarnhilfe herauszugeben. Sie können ihm deshalb dazu keine Anweisung geben. Solange sich der Stapelbrief nicht in ihren Händen befindet, ist auch von der Gemeinde keine Hilfe zu erwarten.
    [5.] Er soll Straßburg bitten, sich mit der Rückzahlung der ihm geliehenen 100 fl. bis zur Frankfurter Messe zu gedulden.
    [6.] PS. Übersenden ihm eine zweite Ausfertigung ihrer Lukas für den Kg. mitgegebenen versiegelten Antwort für den Fall, daß diese ihren Adressaten nicht erreicht, außerdem die Abschrift der Einwilligung Kg. Philipps von Kastilien zum Stapelprivileg. Falls Lukas sich beim Kg. oder anderen Personen am kgl. Hof beklagt, wegen der Antwort auf seinen Vortrag in Köln so lang aufgehalten worden zu sein, soll er diesen Vorwurf zurückweisen. 

    Köln, 29. Juli 1507.
    Köln, HAStd, Briefbücher, Nr. 43, fol. 245–247 (Kop.).

    « Š3.9. Reichsstädte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen: Verpfändung an Kursachsen »

    « Nr. 992  Hg. Heinrich d. Ä. von Braunschweig-Wolfenbüttel an Lienhart von Fraunberg zum Haag »

    Der RT-Gesandte der drei Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen [Hermann Pfeiffer] hat ihn über seine, Fraunbergs, Bemühungen um die Rückgängigmachung der Verpfändung (veranderunge) informiert. Bekundet seinen Dank. Er ist jedoch mit dem Bescheid an den Gesandten, wonach die Verpfändung unverändert droht, sehr unzufrieden, wie auch aus seinem in Abschrift beiliegenden Schreiben an den Kg. 1 zu entnehmen ist. Er kann nicht verhehlen, daß die Verpfändung für ihn völlig inakzeptabel ist. Er wird weiterhin versuchen, diese abzuwenden, und bittet ihn um seine weitere Unterstützung.2 

    Gandersheim, 7. September 1507 (dinstage unser lb. frauwen abint nativitatis). 
    Nordhausen, StdA, 1 A, 44 e, unfol. (Or. m. S.).

    « Nr. 993 Bürgermeister und Räte der Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen an Kg. Maximilian »

    Er hat gegenüber ihrem Gesandten [Hermann Pfeiffer] auf dem kgl. und Reichstag zu Konstanz angekündigt, daß er für weitere Verhandlungen Gesandte zu ihnen abordnen werde. Ihr Gesandter hat sie darüber ebenso wie über ihren Anteil an der Romzughilfe informiert. Er, der Kg., kann selbst ermessen, daß sie in die Verpfändung nicht einwilligen können. Besonders schwer wiegt, daß ihre Vorfahren die drei Städte seit hunderten von Jahren unter Blutvergießen und mit hohen Kosten beim Reich erhalten haben. Sie wollen weiterhin beim Kg., der aus dem edelsten Geschlecht der Welt stammt, und beim Reich bleiben. Ebenso bestehen sie auf der Respektierung ihrer Rechte und Freiheiten. Bitten, es bei dem in Salzburg durch Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Wilhelm von Wolkenstein und Leonhard von Völs gegebenen Bescheid [Nr. 101] zu belassen, wonach der Kg. mit Kursachsen über eine anderweitige Regelung ihrer Schulden verhandeln wird, damit sie dieser Angelegenheit enthoben sind.1

    Š s.l., 8. September 1507 (mitwochens am tag nativitatis Marie virginis gloriosissime). 
    Nordhausen, StdA, R, Da 5, fol. 131–132 (Kop., Verm. über die Ausfertigung entsprechender Schreiben an kgl. Räte).

    « Nr. 994 Abschied des Städtetags zu Speyer »

    [Zusammenfassung des Konstanzer Städteabschieds vom 24. Juli; Nr. 278]. 1. Die Gesandten der drei Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen haben Beschwerde darüber geführt, daß der Kg. im Begriff sei, sie vom Reich abzutrennen und an Kf. Friedrich von Sachsen zu verpfänden. Die bisherigen Verhandlungen habe der Kg. jüngst mit dem Bescheid abgeschlossen, daß er Gesandte zu den drei Städten schicken werde, um sie zur Erfüllung seiner Forderung zu bewegen. Es wurde beschlossen, in dieser Angelegenheit beim Kg. derzeit nicht vorstellig zu werden, sondern die Verhandlungen der angekündigten kgl. Gesandtschaft abzuwarten. Falls die drei Städte dann feststellen, daß der Kg. auf seiner Absicht beharrt, sollen sie Frankfurt informieren, das dann gemeinsam mit Straßburg, Augsburg und Nürnberg einen weiteren Städtetag ausschreiben wird.1 [2.-5. Überhöhte Veranschlagung der Städte auf dem Konstanzer RT, Beratung über einen künftigen RT auf einem weiteren Städtetag, Beschluß bezüglich des Romzuges, Liste der Teilnehmer; Nr. 859].

    Speyer, 15. September 1507 (mitwoch nach exaltationis crucis). 
    Nachweise siehe Nr. 859.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/III3/pages

    Die PDF-Anzeige ist eingebettet. Durch die Tastenkombination STRG+P bzw. das Öffnen der PDF-Datei in einem neuen Fenster (schwarzes "+"-Symbol oben rechts) können Sie das PDF Dokument ausdrucken.

    Anmerkungen

    1
     Kg. Maximilian hatte durch Mörsberg Ende Juli/Anfang August 1506 folgende Forderungen vortragen lassen: 1. Verzicht auf das Schirmverhältnis mit Speyer und Herausgabe der diesbezüglichen Urkunden, 2. Ausstellung einer Verpflichtungserklärung über den Verzicht auf Feindseligkeiten gegenüber der Stadt, 3. weiterhin Gewährung freien Geleits für Speyerer Bürger und 4. Verzicht auf die Behinderung Speyerer Einkünfte aus der Pfalz. Da keine Antwort erfolgte, wandte sich der Kg. mit Schreiben vom 22.3. an Hans Landschad, der diese Forderungen erneut vorbringen sollte (Kop. Straßburg; StdA Speyer, 1 A, Nr. 269,2, fol. 80–80’). Im April 1507 legte Landschad dem Kg. die vom 3.8.1506 datierende, nach dem Vortrag Mörsbergs erstellte, aber nicht übergebene Antwort Kf. Philipps vor. Dieser erklärte seine prinzipielle Bereitschaft zum Verzicht auf das Schirmverhältnis, äußerte sich aber bezüglich der Friedensgarantie mißverständlich und lehnte die Fortgeltung des freien Durchzugsrechts als Einschränkung seines Geleitrechts sowie der ungehinderten Zulieferung für die Stadt, soweit es sich um in der Pfalz benötigte Güter handelte, ab (Kop. Heidelberg, montag nach vincula Petri [3.8.]1506; ebd., fol. 54–56). In einer Stellungnahme Speyers wurde die kurpfälzische Antwort als für die Stadt bedrohlich bewertet. Es wurde noch einmal dargelegt, daß die Initiative zur Lösung des Schirmverhältnisses keinesfalls auf Veranlassung Speyers erfolgt, sondern aus eigenem Antrieb vom Kg. ausgegangen sei und man sich gegen diesen Schritt gewehrt habe. Aus der kurpfälzischen Haltung wurde der Schluß gezogen, daß in der Angelegenheit möglichst rasch gemäß den kgl. Absichten verfahren werden müsse, um Speyer vor Schaden zu bewahren (2 Kop., s.d., jedoch April 1507; ebd., fol. 58–60’; 82–84, 86’).
    1
     Laut Hinweis in Nr. 953.
    2
     Relation Venningens und Landschads über ihre am kgl. Hof in Hagenau geführten Verhandlungen, act. Heidelberg, 24.3.1507 (HStA München, Fürstensachen 963, fol. 73–74’).
    1
     Nachweis siehe Nr. 952, Anm. 2.
    2
     Vgl. das Protokoll über die Beratungen in Heidelberg nach Abschluß der Hagenauer Verhandlungen, act. 25.3.1507 (Rapular, dorstag annuntiacionis Marie; HStA München, Fürstensachen 963, fol. 71–79).
    3
     Spruch Kg. Maximilians vom 1.8.1505 (Druck: Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 414, S. 622–624).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Nr. 700 [Pkt. 9, mit Anm. 5].
    1
     Weisung der Nürnberger Hh. Älteren an Erasmus Topler vom 18.8.1507 (Kop., mittwoch St. Sebolts unsers hl. patrons abend;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 245–247, hier 245’. Regest: Gümbel , Berichte, S. 209 Anm. 3).
    2
     Verschreibung Kg. Maximilians für Hg. Ulrich von Württemberg über dessen Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg (Rottenburg, 1.8.1504; Heil , RTA-MR VIII/1, S. 542 Anm. 4). Die Annahme Gümbel s (Berichte, S. 300 Anm. 1), es handle sich um eine Verschreibung der württembergischen Landstände für den Hg., macht keinen Sinn.
    3
     Liegt nicht vor.
    4
     Mit Schreiben vom 14.9. informierte Anton Tetzel den württembergischen Kanzler Gregor Lamparter und den Marschall Konrad Thumb von Neuburg in einem passagenweise wörtlich übereinstimmenden Schreiben über diesen Abschluß der Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und Kurpfalz (Kop., tertia crucis exaltacionis;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 25–26, hier 25–25’).
    5
     Gemeint sind die zwei Verschreibungen Kg. Maximilians über die Nürnberger Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg (jeweils Augsburg, 7.7.1504; Heil , RTA-MR VIII/2, S. 1015 Anm. 6).
    6
     Der Nürnberger Magistrat nahm die Entscheidung des Kg., die Frage der im Landshuter Erbfolgekrieg eroberten Gebiete durch eine Verschreibung zu regeln, in seinem Antwortschreiben vom 14.9. mit Erleichterung zu Kenntnis. Man war sich nunmehr sicher, daß der Kg. auch die den Exekutoren ausgestellten Verschreibungen einhalten würde [Nachweis wie Nr. 964].
    7
     Siehe Gümbel , Berichte, Nr. 14, S. 299–305, hier 301.
    8
     Zu den weiteren, im Zusammenhang mit dem Konstanzer RT irrelevanten Punkten des Schreibens siehe Gümbel , Berichte, Nr. 14, S. 299–305, hier 301–305.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Falls nicht ein Datierungsfehler vorliegt, wurde – anders als hier dargestellt – Nr. 427 vor Nr. 428 übergeben.
    3
     Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 954.
    4
      Heil , RTA-MR VIII/2, Nr. 840, hier S. 1314.
    5
     Liegt nicht vor. Laut der undatierten Nachschrift einer Weisung Kf. Philipps an Venningen und Landschad führte er wegen Pfgf. Georgs Verhandlungen an der Kurie (HStA München, Fürstensachen 963, fol. 96).
    1
     Die Verhandlungen wurden wegen Seuchen in Windsheim und im alternativ erwogenen Schweinfurt sowie wegen gesundheitlicher Probleme Bf. Georgs von Bamberg schließlich nach Bamberg anberaumt (Bf. Lorenz von Würzburg an Mgf. Friedrich von Brandenburg, Konz., secunda post assumptionis Marie [16.8.]1507; StA Würzburg, G-Akten 9705, fol. 3. Bf. Georg von Bamberg an Bf. Lorenz von Würzburg bzw. an Bf. Gabriel von Eichstätt und Mgf. Friedrich von Brandenburg, Or. m. S., Bamberg, montag St. Bartholomes abent [23.8.]1507; ebd., fol. 11–11’).
    1
     Anton Tucher und Anton Tetzel d.Ä hatten Kf. Friedrich von Sachsen am 28.8. mitgeteilt, daß der Kg. Nürnberg befohlen habe, am Windsheimer Tag zu Beratungen über Maßnahmen gegen die Plackerei teilzunehmen. Sie kündigten Beratungen darüber an und sagten zu, ihm das gewünschte Gutachten diesbezüglich mitzuteilen (Kop., samstag St. Augustins tag;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 7. Druck: Westphal , Korrespondenz, Nr. 91, S. 298). Am folgenden Tag übersandten sie ihm dieses Gutachten (Kop., sonntag nach Augustini [29.8.]1507; ebd., fol. 8’. Druck: ebd., Nr. 92, S. 299). Tetzel setzte außerdem die Bff. von Eichstätt und Würzburg davon in Kenntnis (Kop.; ebd., fol. 8’-9).
    1
     Gemeint ist der – laut der Chronik Heinrich Deichslers in Windsheim geschlossene ( Chroniken der deutschen Städte  XI, S. 661f.) – Vertrag vom 30.5.1503 (spätere Kop.; StA Bamberg, GHAP, Nr. 765, unfol.; StA Bamberg, Mgftm. Brandenburg-Bayreuth, Geheime Landesregierung, Nr. 4166, fol. 473–486. Looshorn , Geschichte IV, S. 448f.; Hartung , Geschichte, S. 120 Anm. 5; Wendehorst , Eichstätt I, S. 247; Seyboth , Raubritter, S. 126f.).
    1
     Die Ganztextwiedergabe oder ein Regest des Stückes würde den Rahmen der Edition überschreiten. Es handelt sich hier nicht um ein direktes Ergebnis des Konstanzer RT im engeren Sinne, sondern von Verhandlungen, die während des RT stattfanden. Die Wiedergabe der Kolumnentitel ist jedoch geeignet, sich wenigstens einen Überblick zu verschaffen.
    2
     lauge: Lüge, Betrug, Verrat ( Anderson/Goebel/Reichmann , Frühneuhochdeutsches Wörterbuch IX,1, Sp. 428f.).
    1
     Auch Kf. Friedrich von Sachsen war, wie dessen Gesandter Degenhart Pfeffinger am 3.10. in Nürnberg erklärte, mit dem Bamberger Vertrag unzufrieden. Wenn überhaupt, wollte er sich dem Abkommen nur gemeinsam mit Kf. Philipp von der Pfalz, Pfgf. Friedrich und Nürnberg anschließen (Anton Tucher und Anton Tetzel d. Ä. an Kf. Friedrich, Kop., pfinztag nach St. Franciscen tag [7.10.]1507;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 67’-69’, hier 68’. Druck: Westphal , Korrespondenz, Nr. 95, hier S. 302) – was dann unterblieb. Am 12.1.1508 erklärte Kf. Friedrich gegenüber den in Nürnberg versammelten Bff. von Würzburg und Eichstätt sowie den Gesandten Bf. Georgs von Bamberg, Mgf. Friedrichs von Brandenburg und Nürnbergs, Kg. Maximilian habe aufgrund von Berichten feststellen müssen, daß seine den genannten Ff. in Konstanz erteilte Weisung gegen das Räuberunwesen und der in Bamberg geschlossene Vertrag nicht umgesetzt worden seien. Der Kg. habe ihm deshalb befohlen, gemeinsam mit den geladenen Ständen eine Ordnung zu verabschieden, um die Raubkriminalität im Gebiet der vier Ff. zu beseitigen. Die beiden Ff. und die ftl. Vertreter erklärten daraufhin, daß der Bamberger Vertrag auf kgl. Befehl hin zustandegekommen sei, daß sie jedoch aufgrund der neuerlichen kgl. Weisung – und weil es ihre Pflicht sei – über Verbesserungen beraten wollten. Später begnügten sie sich indessen mit der Ankündigung, alles für die Abstellung der Mißstände Erforderliche unternehmen zu wollen, und entschuldigten die Unmöglichkeit verbindlicher Beschlüsse mit der Abwesenheit Mgf. Friedrichs am kgl. Hof. Der Kf. sollte den Kg. darüber informieren (Kop., mitwoch nach der hl. dry Kgg. tag, Dorsalverm.: Abscheit des nurnbergischen tags, raubery halben etc.; StA Würzburg, G-Akten 9705, fol. 13–14’).
    2
     Anton Tetzel informierte den württembergischen Kanzler Gregor Lamparter und den Marschall Konrad Thumb von Neuburg mit Schreiben vom 14.9. knapp über den Bamberger Tag und teilte darin diese Bewertung des Ergebnisses (Kop., tertia crucis exaltacionis;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 25–26, hier fol. 25’-26).
    3
     Entsprechend dem Schreiben Nürnbergs an Wolf vom gleichen Tag [Nr. 987, Anm. 2].
    4
     Vgl. jeweils das Antwortschreiben Toplers vom 23.9. [Nrr. 770, 989].
    1
     = Gönner. Gemeint sind die Unterstützer Brandenburgs unter den kgl. Räten.
    2
     Zu den weiteren Punkten des Schreibens siehe Nrr. 770, 989.
    1
     Ein solche explizite Verfügung fehlt im Bamberger Vertrag, sieht man einmal vom üblichen allgemeinen Vorbehalt der landesfürstlichen Obrigkeit ab [Nr. 963, § 32].
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Gemeint ist wohl das Privileg Ks. Heinrichs VII. vom 11.6.1313 (Druck: Wölckern , Historia II, Nr. LXXI, S. 227f.; Lünig , Reichs-Archiv XIV (Part. Spec. Cont. IV, 2. Teil), S. 87. Regest: Muellner , Annalen I, S. 306f. Vgl. Reicke , Geschichte, S. 180f.); eine ältere Urkunde kommt nicht in Betracht. Reicke  (Geschichte, S. 391) verweist auf das Privileg Kg. Ludwigs des Bayern vom 29.7.1323 (Druck: Wölckern , ebd., Nr. LXXX, S. 254; Lünig , ebd., S. 87f.). Einschlägig sind auch die sog. Konstitution Kg. Karls IV. vom 12.11.1347 (Druck: Wölckern , ebd., Nr. CXXIII, S. 329f.; Lünig , ebd., S. 91f.) und ein Privileg Kg. Wenzels vom 22.10.1382 (Druck: Wölckern , ebd., Nr. CCXXVIII, S. 457f.). Zur Bestätigung durch Ks. Friedrich III. vgl. Nr. 627, Anm. 3.
    4
     Zitat annähernd identisch mit einer Passage in Nr. 627 [Pkt. 2].
    5
     Zur Antwort Toplers vom 3.10.1507 siehe Gümbel , Berichte I, Nr. 16, S. 311–314.
    1
     Bezieht sich auf die kgl. Verfügung vom 4.9.1504 zur (Rück-)Übertragung von Bf. Reinhard beanspruchter Rechte unter anderem bei der Besetzung des städtischen Rates und des Gerichts an die Stadt [Nachweise s. Nr. 388, Anm. 29]. 
    1
     Vgl. den Konfirmationsbrief Kg. Maximilians vom 15.6.1494 ( Zorn , Chronik, S. 199). Der Wormser Gesandte Reinhard Noltz schilderte knapp den Belehnungsakt ( Boos , Quellen III, S. 522).
    1
     Am 6.8. berichteten die städtischen Gesandten an die beiden Bürgermeister [Georg Mettenheimer und Hans Wolff], daß sie nach hartnäckigen Verhandlungen mit den kgl. Räten am 5.8. einen endlichen Austrag erreicht hätten. Ein Freund habe ihnen versichert, daß der wichtigste Streitpunkt im Sinne der Stadt geregelt würde. Und ist befohlen der federn, da mussen wir aufsehen, das uns nit etwas ingedruckt werde (Or. [Konstanz], frytags Sixti; StdA Worms, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42; Boos , Quellen III, S. 521 Anm.). Wohl Mitte August wandte sich der Magistrat in einem Appell an die Bürgerschaft, betonte noch einmal, daß in dem Konflikt essentielle Interessen der Stadt vertreten würden, und beschwor die Bürger unter Hinweis auf den kgl. Konstanzer Spruch, der die Lösung aus den Bann vorsehe und zu dem der Magistrat binnen 14 Tagen eine Erklärung abgeben werde, sich weiter zu gedulden (Konz., s.d.; StdA Worms, 1 B, 1927,3, Stück-Nr. 42). Die Stadt Worms erklärte mit Schreiben vom 31.8. ihr Einverständnis zum Konstanzer Abschied, bat jedoch den Kg. um Berücksichtigung einiger Verbesserungsvorschläge. Im übrigen schilderte der Wormser Magistrat noch einmal die Belastungen für seine Bürger infolge des Bannes. Ebenso warnte man den Kg. erneut, daß der Stiftsklerus bislang unter Mißachtung der kgl. Obrigkeit den geistlichen Prozeß fortgesetzt habe, und machte Mitteilung über Hinweise, daß die Gegenpartei auch den Konstanzer Spruch ignorieren werde. Für diesen Fall bat die Stadt um die Aufhebung des Interdikts und ein scharfes Vorgehen gegen den Klerus (Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Kg. Maximilian, Reinkonz.; StdA Worms, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42; Boos , Quellen III, S. 523 Anm. 1). Mit Weisung vom gleichen Tag instruierte der Magistrat Adam von Schwechenheim und einen weiteren Gesandten am kgl. Hof, sich um die Durchsetzung der Verbesserungsvorschläge zu bemühen, jedoch den Spruch unter allen Umständen zu akzeptieren, um die Aufhebung des über die Gemeinde verhängten Bannes zu erreichen, denn sie mag ine nit lenger leiden noch dulden; rufen und schryen deglich, inen daraus zu helfen. Falls die Gegenpartei den Austrag ablehne, solle wenigstens die Aufhebung des Bannes erreicht werden. Dann wo das nit beschehe, mussten wir an andern enden hilf, rate und schirm suchen, wo wir ankomen möchten, oder uns den pfaffen zur hant ergeben (Konz., dinstags nach decollationis Johannis baptiste; ebd., 1927,3, Stück-Nr. 42).
    2
     Dem Reinkonzept lag ein nicht erhaltenes Konzept Sixtus Ölhafens zugrunde, das aufgrund von Änderungswünschen des Anwalts des Stiftsklerus, Haring Sinnama, überarbeitet worden war.
    1
     Vgl. die von den Wormser Gesandten Reinhart Noltz und Philipp Wolff an die Reichsstädte adressierte Supplikation (Druck: Boos , Quellen III, S. 582–584; dort irrtümlich auf Konstanz, Ende Juli 1507 datiert).
    1
     Mit Schreiben vom 21.9. setzte Worms die Gegenpartei von dem kgl. Mandat in Kenntnis und forderte sie auf, dem Folge zu leisten (Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an die in Pfeddersheim residierenden Angehörigen des Stifts St. Martin, Kop., Mathei apostoli; UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 158, fol. 197).
    2
     Der Speyerer Drucker Peter Drach teilte der Stadt Worms mit Schreiben vom 3.10. mit, daß er von den beiden kgl. Mandaten [Nrr. 972f.] jeweils 200 Stück habe drucken lassen. Die Kosten für 100 Exemplare betrügen 1 fl. zuzüglich der Kosten für das Papier (StdA Worms, 1 B, 1927,1, Stück-Nr. 42).
    1
     Clausula invocationis brachii secularis, [Mainz, 13.8.1507] (StdA Worms, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42). Bürgermeister und Rat der Stadt Worms hatten ihren Gesandten in Konstanz auf deren Bericht vom 6.8. [Nr. 970, Anm. 1] mitgeteilt, daß die Geistlichen ungeachtet der Schiedsverhandlungen den Prozeß fortsetzten und die invocatio brachii saecularis am 15.8. verkündet worden sei. Etliche Geistliche hätten bereits erklärt, in den Abschied nicht einwilligen zu wollen. Die Wormser litten unter den Folgen des Bannspruches. Es sei zu befürchten, daß jetzt auch andere gegen die Stadt vorgehen würden. Sie hielten deshalb schärfere kgl. Mandate für erforderlich, die unter Androhung der Reichsacht jegliches mit dem Bannspruch begründete Vorgehen gegen die Stadt untersagten (Or. m. Siegelrest, mitwochs nach assumptionis Marie virginis [18.8.]1507; StdA Worms, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42. Boos , Quellen III, S. 522 Anm.). Mit Schreiben vom 18.9. informierten Bürgermeister und Rat ihren Gesandten am kgl. Hof, Adam von Schwechenheim, daß ihrer Kenntnis nach der Klerus den kgl. Entscheid – doch mit geverlichem anhang und zusatz der caution halb – annehmen wolle, Bf. und Domkapitel jedoch gleichzeitig durch den Domdechanten [Erpho von Gemmingen] dem päpstlichen Legaten [Bernardino López de Carvajal] ihre Klage gegen die Stadt vorbringen und einen [erneuten] geistlichen Prozeß erwirken wollten. Schwechenheim sollte dieser Absicht bei den Räten des Kardinals entgegenwirken (Konz., samstags nach crucis; StdA Worms, 1 B, 1927,3, Stück-Nr. 42. Reinkonz.; ebd., Stück-Nr. 42; Boos , Quellen III, S. 524 Anm.).
    2
     Mit Schreiben vom 25.9. teilten Bürgermeister und Rat der Stadt Worms den Angehörigen des Domkapitels und des Stifts St. Andreas in Ladenburg, des Stifts St. Martin in Pfeddersheim sowie des Stifts St. Paul und des Liebfrauenstifts in Oppenheim das kgl. Mandat mit (Kop., sambstag nach Mathei; StA Darmstadt, C 1 C, Nr. 53, fol. 74’-75). Die Angehörigen der fünf Stifte erklärten am 5.10., daß sie dem Mandat gehorchen und am nächsten Tag durch ihre Anwälte vor dem geistlichen Richter zu Mainz entsprechend verfahren würden (Or., dinstags nach Francisci; StdA Worms, 1 B, 1927,3, Nr. 217; Boos , Quellen III, S. 527 Anm. 1). Am gleichen Tag kündigte Anton Leist an, das Mandat am 7.10. durch seinen Anwalt vor dem päpstlichen Richter umsetzen zu wollen (durch Valentin Keudel notariell beglaubigter lat./dt. Druck; AV Straßburg, IV/42, Nr. 24, unfol.). Der Wormser Magistrat ließ am 6.10. öffentlich verkünden, daß sich der Wormser Klerus schriftlich zum Vollzug des kgl. Mandats verpflichtet habe. Die städtischen Anwälte Reinhard Noltz, Balthasar Mühl und Philipp Lang seien beauftragt, die Absolution vom Bann einzufordern (Kop., mittwoch nach St. Franciscus tag; StdA Worms, 1 B, 1927,1, Stück-Nr. 42). Noch am gleichen Tag setzte Worms Speyer davon in Kenntnis (Konz., mittwochs nach Francisci; StdA Worms, 1 B, 1939, Nr. 29). Mit Schreiben vom 8.11. informierte man – unter anderem – die Stadt Straßburg über den Absolutionsbrief und bat darum, dem Wormser Boten bei der Publikation in den Straßburger Kirchen behilflich zu sein (Or., mondags nach Leonhardi; AV Straßburg, IV/42, Nr. 24, unfol.). Eine allerdings nur vorläufige Beilegung des Streits gelang erst im Juni 1509 durch einen Schiedsspruch Ebf. Jakobs von Trier und Kf. Friedrichs von Sachsen, der in der Besteuerungsfrage zur Rachtung von 1386 zurückkehrte. Vgl. Todt , Kleruskritik, S. 133f.; Boos , Städtekultur IV, S. 110; Wiesehoff , Stellung, S. 107f.; Hölbling , Maximilian, S. 216; Toifl , Friede, S. 19f.; Jürgensmeier , Bistum, S. 157 (Keilmann); Bönnen , Konflikt, S. 81.
    1
     Gemeint ist Johann Filipec, resignierter Bf. von Großwardein. Vgl. Grieger , Filipecz, S. 434–437.
    2
     Bereits vor dem Konstanzer RT hatte HM Friedrich in zwei Schreiben an Kg. Maximilian vom 12. und 16.4. um Maßnahmen zum Schutz des Deutschen Ordens vor Polen und um Bemühungen zu einem gütlichen Ausgleich gebeten. Bei seinem Zwischenaufenthalt in Berlin Mitte Juni empfahl Kf. Joachim, sich so rasch wie möglich zum Konstanzer RT zu begeben, um vom Kg. Mandate an Kurbrandenburg und Pommern zu erwirken, dem Orden im Fall eines polnischen Angriffes beizustehen. Wegen der Nachricht vom baldigen Ende des RT und aufgrund des Abratens seines Bruders Hg. Georg sah der Hochmeister von diesem Schritt ab ( Voigt , Geschichte, S. 336, 338).
    3
     Der Hochmeister unterrichtete den in Konstanz weilenden Johann Adelmann von Adelmannsfelden (Komtur zu Blumenthal) über sein Schreiben an Hg. Georg und bat ihn ebenfalls, die Belange des Deutschen Ordens gegenüber Kg. Maximilian wahrzunehmen, sowie um schriftliche Mitteilung über die damit zusammenhängenden Geschehnisse am kgl. Hof (Kop., Verm.: eodem die [= 22.7.1507]; GStA Berlin, OF 26, pag. 9–10). Am 29.7. informierte der Hochmeister den Ordensprokurator am hl. Stuhl, Georg von Eltz, über die Abberufung seines erfolglosen Sondergesandten Dr. Georg Prang aus Rom (Weisung an diesen vom gleichen Tag; ebd., pag. 12) und wies ihn an, Kardinalbf. Melchior von Brixen um weitere Bemühungen beim Papst gemäß einer – nicht vorliegenden – Instruktion Kg. Maximilians zu ersuchen. Der Hochmeister erwartete, daß der Papst in Erwägung dieser Instruktion ein weiteres Breve [Bezugnahme auf das päpstl. Breve vom 11.5.1505; Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 243] bewilligen würde (Kop., Verm.: eodem die; GStA Berlin, OF 26, pag. 13–14. Voigt , Geschichte, S. 339). In einem weiteren Schreiben bat der Hochmeister Bf. Melchior, sich gemeinsam mit dem Ordensprotektor, dem Kardinal von St. Praxedis [Antoniotto Pallavicini], gemäß der kgl. Instruktion für den Orden einzusetzen und etwaigen polnischen Intrigen entgegenzuwirken (Kop., Verm.: eodem die; GStA Berlin, OF 26, pag. 14–15).
    1
     Die in dem Schreiben angeführten Schriftstücke liegen nicht vor. – Der Hochmeister erläuterte in seiner Instruktion für Klaus von Bach (Hauskomtur von Balga) und Dr. Konrad Schreck als Gesandte zum Deutschordensmeister in Livland, Walter von Plettenberg, und zu den livländischen Bff., daß [auf dem RT] in Krakau der Beschluß gefaßt worden sei, ihn durch Gesandte ultimativ zur Beschwörung des Thorner Friedens von 1466 aufzufordern. Ihm sei [auf dem Ständetag] in Graudenz geraten worden, sich außer Landes zu begeben. Er hoffe auf eine Vermittlung bei Polen durch seine Freunde. Falls dies nicht gelinge und Polen gewaltsam gegen den Orden vorgehe, wolle er Kg. Maximilian und die Reichsstände um Hilfe bitten. Da dies geraume Zeit beanspruchen werde, werde er länger außer Landes bleiben (Kop., mitwoch nach Petri et Pauli [30.6.]1507; GStA Berlin, OF 24, fol. 75–77). Vgl. Toeppen , Acten V, Nr. 179, S. 494f.; Forstreuter , Ordensstaat, S. 36f.; Sach , Hochmeister, S. 56.
    2
     = Burkhard von Seckendorff-Aberdar ( Rechter , Seckendorff III/1, S. 64; Weiss , Geschichte, S. 490).
    1
     Der Hochmeister informierte den Regenten Bf. Günther von Samland (Riesenburg) mit Schreiben vom 13.7., daß er in Dresden eingetroffen sei und ein Schreiben Hg. Georgs erhalten habe, aufgrund dessen er die Rückkehr seines Bruders aus Konstanz binnen weniger Tage erwarte (Kop. Dresden, dienstags St. Margarethen tag; GStA Berlin, OF 26, pag. 4). Doch erst einen knappen Monat später konnte der HM dem Bf. berichten, daß Hg. Georg inzwischen – am 6.8. – nach Sachsen zurückgekehrt sei und sie ihre Beratungen über den Konflikt des Deutschen Ordens mit Polen aufgenommen hätten (Kop., s.l., jedoch wohl Dresden, donerstags nach Laurenti [12.8.]; ebd., pag. 16–18. Entsprechend am gleichen Tag an die übrigen Regenten [Bf. Hiob von Pomesanien, den Großkomtur Simon von Drahe und den obersten Marschall Gf. Wilhelm von Isenburg; Toeppen , Acten V, Nr. 179, hier S. 495]; ebd., pag. 18–20).
    2
     Gemeint ist das vom 11.5.1505 datierende, jedoch deutlich später zugestellte päpstl. Breve ( Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 243, S. 380). Hg. Georg hatte HM Friedrich mit Schreiben vom 20.4.1506 zugesagt, durch seinen Gesandten Sigmund Pflug in dieser Angelegenheit bei Kg. Maximilian vorstellig zu werden ( Heil , RTA-MR VIII/1, S. 822f. Anm. 1). Mit Schreiben vom 20.6.1506 ging er noch einmal auf die Vertretung der Interessen des Ordens durch Pflug ein ( Joachim/Hubatsch , Regesta I/2, Nr. 19128, S. 381).
    3
     Mandat Kg. Maximilians an HM Friedrich von Sachsen vom 16.3.1501 ( Wiesflecker , Regesten III/2, Nr. 15041, S. 1013; Caro , Geschichte V/2, S. 834f.; Brandl , Kaiser, S. 50).
    4
     HM Friedrich von Sachsen erinnerte Kg. Maximilian in einem eigenen Schreiben daran, daß sein Bruder ihn während des Konstanzer RT über seine Abreise aus den Ordenslanden in Kenntnis gesetzt habe. In dessen Brief werde der Kg. genauer über den Konflikt informiert (Kop., s.l., jedoch wohl Schellenberg, donerstags nach assumptionis Marie [19.8.]1507; GStA Berlin, OF 26, pag. 21–22).
    5
     Kg. Maximilian vereinbarte mit dem ungarischen Gesandten Bf. Johann [Filipec] von (Groß-)Wardein für den 2.4.1508 einen Schiedstag in Breslau, auf dem seine Vertreter und Emissäre Kg. Wladislaws einen gütlichen Vergleich zwischen dem Deutschen Orden und Polen herbeiführen sollten. HM Friedrich erklärte sich mit dieser Lösung sofort einverstanden (Mitteilung HM Friedrichs von Sachsen an seine Statthalter in Preußen, Kop., [donerstag St. Merteins tag], freitags darnach [12.11.]1507; GStA Berlin, OF 26, pag. 32–34. Antwortschreiben des Hochmeisters an Kg. Maximilian, Kop., freitag nach St. Katherinentag [26.11.]1507; ebd., pag. 39–40. Instruktion des HM für Heinrich von Miltitz als Gesandten zu den Regenten, undat. Kop., jedoch präs. Labiau, 27.12.1507; GStA Berlin, OF 24a, pag. 163–169, hier 164). Gleichzeitig befahl der röm. Kg. einer Reihe von Reichsständen, dem Deutschen Orden im Falle eines polnischen Angriffs beizustehen (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein, Adressat: Stadt Lübeck; StdA Lübeck, ASA Ex., Borussica 19, unfol.). Die im März 1508 nach Breslau abgeordneten ksl. Gesandten sollten im Falle des Scheiterns der Vermittlung die Zustimmung der Parteien zu einem rechtlichen Entscheid erwirken (Instruktion Ks. Maximilians für Bf. Gabriel von Eichstätt, Gf. Michael von Wertheim, Johann von Schwarzenberg und Dr. Johann Greudner, Innsbruck, 10.3.1508; Verm. amdcp., Gegenz. Serntein; HHStA Wien, Maximiliana 19, Konv. 1, fol. 20–22). Wertheim und Schwarzenberg wurden laut Mitteilung Ks. Maximilians an Greudner durch Dietrich von Tschernaho und Hans von Lamberg ersetzt (Konz. mit ex.-Verm., Kaufbeuren, 13.3.1508; ebd., fol. 35–35’). Dem Bf. von Seckau [Christoph Zach] ging ebenfalls eine Aufforderung zur Teilnahme an der Gesandtschaft zu (Konz. mit ex.-Verm., Kaufbeuren, 13.3.1508; ebd., fol. 36). Vgl. Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch  II/3, Nrr. 287, 303f., 330f., 342; Voigt , Geschichte IX, S. 342, 350–353; Brandl , Maximilian, S. 58f.; Wenko , Maximilian, S. 114f.
    1
     Urkunden vom 23.6. und 13.12.1457 (Nachweis: Ettelt-Schönewald , Kanzlei II, S. 701).
    1
     Entsprechende Weisung Kg. Maximilians an Bf. Georg von Trient, Konstanz, 8.8.1507 (Konz. mit ex.-Verm.; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1507), fol. 80).
    2
     Unterlagen zu den Taxationsverhandlungen in Augsburg (Ende August 1507): HStA München, KÄA 1204, 1240; Fürstensachen 215/I, fol. 65–102’; Neuburger Kopialbücher 53; Krenner , Landtagshandlungen XVI, S. 218–220. Zu den weiteren Verhandlungen vgl. Fischer , Kaiser, S. 137–142, 166–172; Schmid , König, S. 216–218; Cramer-Fürtig , Landesherr, S. 24f.
    1
     Vertragliche Vorvereinbarung vom 15.7.1502 [Nachweise siehe Nr. 99, Anm. 3].
    2
     Beschluß des Konstanzer Kleinen und Großen Rates vom 29.7.1507 ( donstag nach Jacobi ; StdA Konstanz, B I, Bd. 25, fol. 234’). Vgl. Heuschen , Reformation, S. 39f.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Vertrag zwischen Bf. Hugo und der Stadt Konstanz vom 17.2.1498 ( Maurer , Konstanz, S. 216; Rublack , Einführung, S. 2).
    1
     Die Auseinandersetzung um die während des RT und infolge des weiteren Aufenthalts Kgin. Bianca Marias in Konstanz aufgelaufenen Schulden – bis Mitte Okt. 1507 ca. 8000 fl. (B. Hölzl an Z. v. Serntein, eh. Or. Konstanz, 20.10.1507; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1507), fol. 100–100’), bis zum 12.7.1509 insgesamt 20 694 fl. (StdA Konstanz, PU 11984) – dauerte noch Jahre an. In einer vermutlich auf Mai 1509 zu datierenden Weisung an ihre Gesandten in Innsbruck willigte die Stadt ein, äußerstenfalls ein Angebot des Tiroler Regiments anzunehmen, wonach 6000 fl. unverzüglich bezahlt werden sollten, weitere 6000 fl. am 29.9. (Michaelis) des Jahres und der Rest – wievyl das wär – an Mittfasten des nächsten Jahres [10.3.1510] (Kop., s.d.; StdA Konstanz, B II, Nr. 28, fol. 156). Vgl. Heuschen , Reformation, S. 41.
    1
     Wie Nr. 954 [Er konnte ... vorgelassen].
    2
     Vgl. dazu Gümbel , Berichte, S. 297 Anm. 2, S. 306 Anm. 1. Nürnberg informierte am 14.9. Balthasar Wolf, über ein in dieser Angelegenheit eingegangenes kgl. Schreiben. Laut einer Mitteilung Anton Tetzels waren dieser und Wolf bereits während des Konstanzer RT beim Kg. vorstellig geworden und hatten eine zweifenliche antwurt  erhalten. Die Stadt erklärte sich einverstanden, gemäß kgl. Wunsch die Schuld zu begleichen, lehnte aber die vom Kg. angebotenen Sicherheiten ab. So war sie bereits wegen anderer kgl. Schulden auf den Zoll zu Engelhartszell verwiesen worden. Ihre Bemühungen dort um Bezahlung blieben aber erfolglos, da zuerst die kgl. Verbindlichkeiten bei Ff. und anderen Personen bedient wurden. Wolf sollte sich deshalb um die Stellung anderer Sicherheiten bemühen (Kop., tertia post [!]  crucis exaltationis; Kanzleiverm.:  Auß ursachen, in unser schrift vermelt, haben wir die kgl. Mt. dieser zeit uf ir schreiben an antwurt gelassen ;StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 24–25).
    3
     Quittung Kg. Maximilians über die Nürnberger Stadtsteuer für das Jahr 1506, Konstanz, 28.7.1507 (Or. Perg. m. S., Verm. prps., Gegenz. H. v. Landau/B. Hölzl, Registraturverm. J. Villinger;StA Nürnberg, 35 neue Laden der unteren Losungsstube, Urk. V 85/1 375).
    4
     Am 18.7. hatte der Kg. Nürnberg die Einbehaltung von 200 fl. aus der Stadtsteuer genehmigt. Diese Summe hatte Nürnberg Moll geliehen, dem Kg. Maximilian wiederum 200 fl. für die Bezahlung von Fußknechten während des Landshuter Erbfolgekrieges schuldete (Or. Perg. m. S., Verm.: per regem H. v. Landaw, r[itter], Verm. amdrp., Gegenz. B. Hölzl, Registraturverm. U. Möringer; ebd., V 84/2, Nr. 367. Gümbel , Berichte, S. 299 Anm. 1; Reicke/Reimann , Briefwechsel I, S. 537f. Anm. 4). Laut Rechnungsbuch wurden am 11.11. im Zusammenhang mit der Stadtsteuer 200 fl. an Sixtus Ölhafen, 100 fl. gemäß kgl. Anweisung an Erasmus Topler, 600 fl. gemäß kgl. Verschreibung an Kf. Friedrich von Sachsen und 200 fl. gemäß kgl. Anweisung an Friedrich Moll ausbezahlt (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungen, Nr. 181, fol. 426).
    1
     Fehlt wie die übrigen im Kommentar nicht nachgewiesenen Stücke.
    2
     Diese Mitteilung war mit der Botschaft an Ziegler verbunden, daß die Stadt dafür eine Gegenleistung bei ihren Angelegenheiten erwarte (Weisung der Nürnberger Hh. Älteren an Erasmus Topler, Nürnberg, 18.8.1507; Kop. mittwoch St. Sebolts unsres hl. patrons abend,StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 245–247, hier 246’-247. Regest: Gümbel , Berichte, S. 209 Anm. 3).
    3
     Die Hh. Älteren wiesen darauf hin, daß man Kf. Friedrich während seines kürzlichen Aufenthalts in Nürnberg die Auszahlung der Stadtsteuer für 10 Jahre gemäß der kgl. Verschreibung bewilligt habe und die Auszahlung der 600 fl. aus der nächsten Tranche deshalb nicht möglich sei. Sie sagten aber Hayden als geheimen kgl. Rat ebenso wie Topler in der Erwartung der weiteren Förderung der Nürnberger Anliegen die Zahlung von je 200 fl. zu [wie vorige Anm., hier fol. 245’-246, 246’-247]. Die an Kf. Friedrich ausgehändigte Quittung Kg. Maximilians für Nürnberg über die Bezahlung der am 11.11. fälligen jährlichen Stadtsteuer in Höhe von 800 fl. verblieb allerdings in der kursächsischen Überlieferung (Or. m. S., Memmingen, 17.12.1507; HStA Weimar, Reg. F, Urk. 1323).
    1
     Dr. Anton Kreß ( Merzbacher , Kreß, S. 124–128).
    1
     Vgl. Nr. 649 [Pkt. 1].
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Beschluß des Kölner Rates vom 8.12.1496 zur Auszahlung bzw. Begleichung dieser Summe ( Huiskes , Beschlüsse I, S. 791, Nr. 26; irreführend bei Gollwitzer , RTA-MR VI, S. 254, Nr. 185, und Wiesflecker , Regesten II/2, S. 578, Nr. 7720). Kg. Maximilian quittierte der Stadt Köln am 12.1.1497 über den Empfang von 3000 fl. für den Romzug und sagte zu, sie wegen dieser Angelegenheit nicht mehr zu behelligen, nachdem ihm zusätzlich eine Verschreibung über 4000 fl. erlassen worden war (Köln 1475, Nr. 104, S. 81f.).
    3
     Die Verhandlungen Meinertzhagens über die Kölner Ungarn- und die Romzughilfe blieben ergebnislos. Ende August wurde er erneut in dieser Angelegenheit an den kgl. Hof entsandt (Kredenzbrief der Stadt Köln für Meinertzhagen, Kop., mandach post decollacionis Johannis [30.8.]1507; Schreiben Kölns mit Bitte um Unterstützung des Gesandten an Paul von Liechtenstein sowie an Jakob Villinger und Nicasius Hackeney vom gleichen Datum, jeweils Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, Nr. 43, fol. 262–262’; 262’-263; 263). Jakob Fugger, dem Köln laut Mitteilung Meinertzhagens als Bevollmächtigten des röm. Kg. und der Reichsstände zur Einnahme der Romzughilfe in Frankfurt 1770 fl.rh. ausbezahlen sollte, wurde angezeigt, daß man sich mit Kg. Maximilian über die Reichshilfe geeinigt habe. Köln ersuchte ihn, die Stadt gegenüber dem Kg. sowie den Reichsständen und -städten zu verantworten (Kop., 2.9.1507; ebd., fol. 265–265’). Während Meinertzhagen am kgl. Hof verhandelte, wurde Johann Lukas erneut in Köln vorstellig und forderte die Bezahlung der Ungarnhilfe; gleichzeitig bot er die Übergabe des Stapelprivilegs an. Er drohte mit der Zustellung eines Zitationsmandats, falls das Geld nicht binnen 15 Tagen nach Frankfurt überwiesen würde. Meinertzhagen sollte dem vorbeugen und gegenüber dem Kg. noch einmal die früheren Leistungen Kölns für Reichsoberhaupt und Reich, etwa im Neußer Krieg oder bei der Auslösung Maximilians aus seiner Gefangenschaft in Brügge, vor Augen führen und darüber hinaus die aktuelle, infolge der erforderlichen Schutzmaßnahmen kostspielige Gefährdung der Stadt durch den Krieg in Geldern anführen. Der Gesandte sollte erneut geltend machen, daß der Kg. für die Anleihe der 7000 fl. der Stadt bereits über die Romzughilfe quittiert habe. Überdies habe man dem Kg. weitere 6000 fl. für seine Vermittlung im Konflikt mit Ebf. Hermann und für das Stapelprivileg – wilchs alles, as ir selfs wist, nyet geschiet en ist – zugesagt und im Laufe der Zeit auch bezahlt. Die Stadt untersagte Meinertzhagen, weitere Zahlungen zu leisten, bevor er nicht eine verbindliche Zusage erhalten habe, daß sie wegen der Reichshilfen von 1505 und 1507 nicht mehr belangt werde (Weisung Kölns an Meinertzhagen, Kop., 17.9.1507; ebd., fol. 277–279). Am 13.10. konnte der Magistrat seinem Gesandten immerhin mitteilen, daß Lukas dem städtischen Diener Johann von Dinslaken in Frankfurt den neuen Stapelbrief im Austausch gegen das alte Privileg übergeben habe. Davon hätten sie am 11.10. den benachbarten Ständen und in Brabant Mitteilung gemacht, allerdings ohne auf die nach wie vor fehlenden kgl. Mandate zurückgreifen zu können (Kop.; ebd., fol. 293–294’). Am 23.10. wies der Magistrat seinen Gesandten noch einmal nachdrücklich an, über die Reichshilfen ausschließlich mit Kg. Maximilian persönlich zu verhandeln. Meinertzhagen hatte über Verhandlungen mit den kgl. Räten Liechtenstein, Serntein und Villinger berichtet, wobei Liechtenstein vorgeschlagen hatte, eine Schlußzahlung von 6000 fl. zu leisten. Der Magistrat wies seinen Unterhändler darauf hin, daß der Kg. die Ausstände zur Ungarnhilfe an Liechtenstein überschrieben habe. Er sollte dennoch eine Schlußzahlung von 3000 fl. – eine Anleihe in dieser Höhe hatte Augsburg bewilligt (Dankschreiben Kölns an Augsburg vom gleichen Tag; ebd., fol. 301’) – anbieten (Kop., St. Severyns dach des hl. Bf. ; ebd., fol. 300–301’). Der Kg. bescheinigte der Stadt schließlich am 30.11. unter Hinweis auf einen bewilligten Kredit von 7000 fl., daß er ihr die Romzughilfe erlassen habe (Or. Mindelheim, Verm. prps., Gegenz. Serntein, Registraturverm. J. Villinger; HAStd Köln, HUA 1/15399. Konz. mit ex.-Verm.; TLA Innsbruck, Maximiliana VI/19, fol. 115–115’. Kuphal , Urkunden-Archiv, S. 17). Vom gleichen Tag datiert das kgl. Mandat an Hg. Wilhelm von Jülich, das erneuerte Stapelprivileg zu respektieren (Or. Mindelheim, Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein; HStA Düsseldorf, Kleve-Mark, Akten 3897, fol. 21–21’). Entsprechende Mandate gingen zweifellos auch anderen Ständen zu.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Auch Hg. Georg von Sachsen trat auf Wunsch Nordhausens (Reinkonz., mitwochins Egidii [1.9.]1507; StdA Nordhausen, R, Da 5, fol. 127–127’) für die ihm schutzverwandten drei Städte ein. Mit Schreiben vom 7.9. bat er Kg. Maximilian, den angekündigten Gesandten der drei Städte – den Goslarer Syndikus Georg Witzenhusen (Nordhausen an Witzenhusen, Or. Perg. m. S., sontag nach nativitatis Marie virginis gloriosissime [12.9.1507]; StdA Nordhausen, I. Abt., Nr. X 29, unfol.) – anzuhören und ihrer Beschwerde abzuhelfen (Or. m. S. Leipzig, dinstag nach Egidii abbatis; StdA Nordhausen, 1 A, 44 f, unfol.). Er bat außerdem Zyprian von Serntein um Unterstützung (Or. m. S. Leipzig, din[stag nac]h E[gi]dii [7.9.]1507; StdA Nordhausen, I. Abt., Nr. X 29a, unfol.).
    1
     Entsprechende Schreiben mit der Bitte um Unterstützung bei Kg. Maximilian gingen an Sixtus Ölhafen (Or. Perg. m. 3 Ss., mitwochins nativitatis Marie [8.9.]1507; StdA Nordhausen, 1 A, 44 g, unfol.), Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Zyprian von Serntein und Lienhart von Fraunberg zum Haag aus (Reinkonz., nativitatis Marie virginis gloriosissime [8.9.]1507; StdA Nordhausen, R, Da 5, fol. 133–133’).
    Die Supplikation stimmt passagenweise wörtlich mit einem Notariatsinstrument über die Appellation der drei Städte an den Kg. bzw. das kgl. Kammergericht überein. Sie argumentierten darin mit ihrer Reichsunmittelbarkeit, mit der geographischen Entfernung zu Kursachsen, der Bedeutung der Handelsbeziehungen zu den benachbarten Ständen und den besonders gravierenden Konsequenzen von Konfliktfällen für sie. Sie betonten ihren durch die Teilnahme am Konstanzer RT und ihre Vorbereitungen zur Stellung der Reichshilfe erneut unter Beweis gestellten Gehorsam gegen das Reich. Der Verpfändung gleichsam als Bestrafung fehlte nach ihrem Dafürhalten jegliche Berechtigung und infolge der den Städten ausgestellten ksl. und kgl. Verschreibungen [Nr. 104, Anm. 1] auch die juristische Grundlage (Kop., s.d., jedoch vor dem 8.9.1507; StdA Nordhausen, R, Da 5, fol. 101–106).
    1
     Der Frankfurter Ratsherr Johann Frosch empfahl dem Nordhäuser Hauptmann Johann Butler bei einem Gespräch im November, die ihm mitgegebenen Schreiben an Kg. Maximilian keinesfalls zu übergeben, da Kf. Friedrich nichts mehr unternommen habe. Frosch war der Meinung, daß sich die Angelegenheit in Wohlgefallen auflösen würde (Butler an Bürgermeister und Rat der Stadt Nordhausen, Or. Konstanz, mitwochen nach Leonhardi [10.11.]1507; StdA Nordhausen, R, Ka 4, fol. 15–16’, 17’-18’, hier 16’).

    Anmerkungen

    a
    -a  berief ... und] Fehlt in B.
    b
    -b  bis ... Egidientag] In B: auf das nechst und furderlichest. – Im Gutachten eines der Wormser Gesandten heißt es: Nü bin ich des gewarnet in geheym, das, so ir, myn Hh., den abscheit lut copij hiebij willigen, annemen und zuschrijben, hab auch des eyn nottel in der canzlij funden und gelesen, das der paffheit gemute und meynung ist, nit in die absolucion zu willigen, die caucion, die sie begert, sij dann vor gescheen, und also, das eyn rait in alle zunft gee und eyn eyd, wie sie den begryffen und üch ires gefallens vorhalten werden, allen zunftigen uflege zu sweren, derglychen die rete auch sweren sollen, und der paffheit des briefe mit aller zunften insiegele besiegelt, sie sicher, fridlich bij allen iren frijheiten, gerechtikeiten, alten herkommen und geprauch etc. inkummen, geruglich one widerrede blijben lassen, schutzen, schermen und hanthaben sollen und wollen etc. (Or.; StdA Worms, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42).
    c
     haben] In B danach Einfügung am Rand: sofern davon nicht die Freiheiten und Rechte der Stadt berührt werden.
    d
     ist] In B danach: Gegen das ggf. unter Mitwirkung des Obmannes zustandegekommene Urteil der Schiedsrichter sind keine Rechtsmittel zulässig.
    e
    -e  Falls ... Kraft] In B: Falls Schiedsrichter und Obmann bis dahin keine Entscheidung fällen, ist der Klerus ab Weihnachten bis zum Abschluß des Verfahrens zum Weinausschank befugt, wie er dies laut bestehender Verträge bis dahin getan hat. Der vorliegende Abschied bleibt dessenungeachtet in Kraft. Schiedsrichter und Obmann sind verpflichtet, das Verfahren abzuschließen. – Insbesondere dieser Artikel wurde von städtischer Seite kritisiert: Er verschaffe der Gegenseite die Möglichkeit zur Verzögerung des Verfahrens. Dazwuschen lief die zyt, und kemen sie zum wynschank. Achten darafter nit, ob zu ewigen tagen nit gesprochen wurde. Auch gegen den Bezug auf die Verträge wurden Einwände erhoben: Darin steckt viel vergriff und unfruchtberlich irrung und gezenk, darauf dise anstellung und all ir gemute gericht ist. Und were mit dem abscheit, so der also angenommen wurde, eyn gruntvest und fuß gemacht, darauf viel mere kriegß, dann wir ytz haben, gepauet und gegruntvestet mechten werden, des sie vor und yetz keynen grund haben [Nachweis wie App. b-b].
    f
    -f  Sollte ... zulässig] Fehlt in B.
    a
    -a  der ... Kirche] Korrigiert aus: der päpstlichen Heiligkeit.
    a
    -a uß ... ist] Einfügung am Rand.

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    «3. Angelegenheiten von Reichsständen »

    3.1. Kurfürst Philipp von der Pfalz »

    « Nr. 951 Weisung Kg. Maximilians an Kaspar von Mörsberg (kgl. Landvogt im Elsaß) »

    Er, Mörsberg, hat vor einiger Zeit wegen des Schirms über die Stadt Speyer mit Kf. Philipp von der Pfalz verhandelt.1 Er beabsichtigt immer noch, die Stadt unter den Schutz und Schirm des Hauses Österreich zu stellen und Kf. Philipp zur Herausgabe der Verschreibung Speyers zu veranlassen. Damit die Stadt bis dahin nicht bedroht oder bedrängt wird, befiehlt er ihm, ihr auf ihre Bitte hin Rat und Hilfe zu leisten und niemandem zu gestatten, sie ohne Grund anzugreifen.

    Konstanz, 3. August 1507.
    Speyer, StdA, 1 A, Nr. 269,2, fol. 85–85’ (Kop.).

    « Nr. 952 Resolution Kg. Maximilians an die Gesandten Kf. Philipps von der Pfalz »

    [1.] Entschädigungssumme von 50 000 fl. für den Verzicht Kf. Philipps auf die Eroberungen Kg. Maximilians im Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] Nachweis höherer Einkünfte aus den Landvogteien als Voraussetzung für eine höhere Entschädigung; [3.] Aufhebung der kgl. Ungnade gegen Kf. Philipp, Verweigerung des kfl. Titels und der Lösung Kf. Philipps aus der Acht, Unnötigkeit eines Schadlosbriefes bezüglich der kurpfälzischen Reichsvikariatsrechte.

    Den kurpfälzischen Gesandten in Konstanz am 5. August 1507 übergeben.1
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 210–211’ (Kop., Überschr.: Röm. kgl. Mt. antwurt und mainung auf der phalzgravischen rate anzaigen, furslagen und begern.).

    Š[1.] Laut Behauptung Hans Landschads wurde ihm in Hagenau im Namen des röm. Kg. erklärt, daß die Eroberungen nicht zurückgegeben werden könnten, Kf. Philipp jedoch bei einem förmlichen Verzicht und der Aushändigung aller Urkunden mehr erhalten könne als die angebotenen 50 000 fl.; der Kg. werde es an Geld nicht fehlen lassen und sich auch hinsichtlich der Führung des kfl. Titels und der Aufhebung der Acht gnädig erzeigen.2 Auf dieser Grundlage seien sie, die kurpfälzischen Gesandten, zu den abschließenden Verhandlungen abgefertigt worden. Sie haben den Wert der eroberten Güter bei den damaligen Verhandlungen mit einem Jahreseinkommen von 11 000 fl. angegeben und erklärt, daß der Kf. ihren Besitz so hoch achte, daß er sie nicht für eine jährliche Zahlung von 15 000 fl. hergegeben hätte.
    Er weist noch einmal darauf hin, daß die Abrechnungen seiner Amtleute ein jährliches Einkommen aus allen Eroberungen von lediglich 7000 fl. ergeben haben [Nr. 429]. Überdies mußte er für die Eroberung erhebliche Mittel aufwenden und etliches davon verpfänden und veräußern, so daß das Einkommen aus den ihm verbliebenen Gütern 4000 fl. nicht übersteigt. Er hat deshalb angeboten, dem Kf. die Hälfte davon, nämlich 2000 fl. jährlich oder einmalig 40 000 fl., zu bezahlen und für die verpfändeten und veräußerten Güter sowie für das kurpfälzische Eigengut weitere 10 000 fl., womit sich die Gesamtsumme auf 50 000 fl. beläuft. Somit würde er den Kf. für die Eroberungen zur Hälfte entschädigen. Wenngleich das Eigengut und die obrigkeitlichen Rechte etwas höher zu veranschlagen sind, so ist es doch angemessen, daß er den größeren Anteil erhält, damit er nicht umsonst den Krieg geführt und gewonnen hat, und dargegen der Franzosen und Sweizer uberfall gewartet, auch ander merklich handel und gescheft dardurch versaumbt hab. Sollte er auf diese Erwerbungen verzichten, so wäre ihm dies gegenüber seinen Untertanen, die ihm dazu verholfen haben, und anderen nachteilig und schimpflich.
    [2.] Falls Landschad gegenüber je geäußert wurde, er könne im Gegenzug zur Verzichtserklärung und zur Aushändigung aller urkundlichen Unterlagen eine höhere Summe fordern, ist dies dahingehend zu verstehen, daß die kurpfälzischen Gesandten einen höheren jährlichen Ertrag als die 7000 fl. nachweisen müssen und er die Differenz dann ebenfalls zur Hälfte – wie oben angezeigt – vergüten wird.
    [3.] Die kurpfälzischen Gesandten haben die Rückgabe des kfl. Titels, die Abstellung der kgl. Ungnade und die Ausstellung eines Reversbriefs für Kf. Philipp bezüglich des Reichsvikariats verlangt. Unter dieser Bedingung seien sie einverstanden, die Zahlung von 80 000 fl. zu akzeptieren.
    Diesen Vorschlag will er, obwohl er der Meinung ist, ein ausreichendes Angebot gemacht zu haben, zum jetzigen Zeitpunkt weder zurückweisen noch annehmen, sondern darüber beraten. Die pfälzische Seite soll inzwischen Erkundigungen anstellen, um wieviel höher als die angegebenen 7000 fl. das jährliche Einkommen aus den eroberten Besitzungen ist. Sobald sie ein beweisbares Ergebnis vorlegen, wird er sich verbindlich erklären. Die kgl. Ungnade gegen den Kf. ist aufgehoben, aber den Titel eines Kf. kann er Philipp nicht zurückgeben. Dieser Punkt hängt mit der Acht zusammen; hierin muß er als Kg. seine ŠPflichten gegenüber dem Reich und seine Verpflichtungen gegenüber den Kriegsgegnern der Kurpfalz berücksichtigen. Er ist aber geneigt, Kf. Philipp aus der Acht zu lösen, und empfiehlt ihm, eine verbindliche Erklärung bezüglich der ihm auf der Grundlage der verhängten Acht abgewonnenen Gebiete abzugeben. Er wird sich dann um eine Vermittlung [zwischen dem Kf. und seinen Kriegsgegnern] bemühen, um nach deren erfolgreichen Abschluß die Lösung aus der Acht vornehmen zu können. Er ist als erster in Verhandlungen eingetreten, damit die anderen Kriegsfürsten seinem Beispiel folgen.
    Er hat keinen Reichsvikar eingesetzt, sondern Kf. Friedrich von Sachsen als Statthalter verpflichtet. Dieser wird keinen Titel erhalten, es wird auch kein Vikar ernannt. Der Vorgang ist für Kf. Philipp und seine Nachkommen mit keinerlei Nachteil verbunden.
    Doch alles kgl. Mt. person unvergriffen, sonder auf irer Mt. landschaften Osterreich und Burgundi.

    « Nr. 953 Supplikation der kurpfälzischen Gesandten Florenz von Venningen und Hans Landschad an Kg. Maximilian »

    [1.] Sie haben heute die kgl. Antwort [Nr. 952] auf ihre letzte Supplikation erhalten und gelesen. Bitten um Anhörung ihres Gegenberichts: 1. Sie haben zuvor mündlich und schriftlich angezeigt, daß die von ihm, dem Kg., eroberten kurpfälzischen Pfandschaften und Eigengüter nach gewonlichem anschlag etwas mehr als jährlich 11 600 fl. einbrächten, Kf. Philipp aber eher jedes Jahr auf 15 000 fl. als auf diese Gebiete verzichten wolle [Nr. 427, Pkt. 2/4]. Er hingegen hat den Wert der Eroberungen gemäß den Abrechnungen seiner Amtleute auf nicht mehr als 7000 fl. jährlicher Einkünfte veranschlagt, und auch auf seine hohen Kosten verwiesen. Sie wollen diese Angabe gar nicht bestreiten, hoffen aber, daß er seine Unkosten nicht höher bewerten wird als die von Kf. Philipp bewiesene untertänige Haltung ihm gegenüber, auch daß er dessen Lage bedenkt und sich gnädig erzeigt, um den Kf. vor wyterem verderben und entlichem verjagen zu bewahren.
    In bezug auf das kgl. Angebot, daß sie die von ihnen errechneten höheren Einkünfte belegen sollen und er dies dann berücksichtigen wird, können sie nur darauf verweisen, daß viele bislang geleistete Abgaben derzeit nicht mehr erhoben werden. Erinnern im übrigen noch einmal an das von ihnen in Anwesenheit des Zinsmeisters [Hans Heinrich Armstorfer] mit einem beigelegten Bericht an den kgl. Kanzler [Zyprian von Serntein] übergebene Register [Nr. 428]. Das angegebene jährliche Einkommen von über 11 000 fl. wird dadurch eindeutig belegt.
    [2.] Am kgl. Angebot, Kf. Philipp 40 000 fl. und dazu weitere 10 000 fl. für die verpfändeten Güter und das kurpfälzische Eigengut zu bezahlen und sogar die Zahlung von 80 000 fl. zu erwägen, erkennen sie seine gnädige Haltung gegenüber dem Kf. Sie müssen aber noch einmal an die ihnen bei Verhandlungen mit dem kgl. Kanzler in Hagenau1 gegebene Antwort erinnern, wonach er die Eroberungen, ob Pfandschaft oder Eigentum, zwar weder zurückgeben könne noch wolle, doch der Kf. eine Entschädigung von über 50 000 fl. fordern und auch für das Eigengut noch etwas geltend machen könne; er werde Šes seinerseits gegen eine Verzichtserklärung und die Übergabe der einschlägigen Urkunden an Geld nicht fehlen lassen. Er wolle mit diesbezüglich bevollmächtigten Gesandten Kf. Philipps hierüber abschließend verhandeln, dann werde man sich auch wegen der übrigen kurpfälzischen Anliegen und der Führung des kfl. Titels verständigen.
    Sie haben dem Kf. aufgrund dieser Vereinbarung 100 000 fl. in Aussicht gestellt, obwohl sie sogar mit einer Zusage von 130 000 fl. gerechnet haben, und dazu die Erlaubnis zur Führung seines kfl. Titels und die Erledigung aller übrigen Beschwerdepunkte durch einen gnädigen Kg. versprochen.2 Die jetzt angebotene Summe bei Zurückstellung aller anderen Fragen können sie deshalb nicht akzeptieren.
    [3.] Der Kg. hat in seiner Antwort unter Hinweis auf seinen dem Reich geleisteten Eid und seine Vereinbarungen mit den Gegnern Kf. Philipps die Rückgabe des kfl. Titels zwar abgelehnt, jedoch Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen und seine Absicht zur Vermittlung zwischen den Parteien bekundet. Bedanken sich dafür im Namen Kf. Philipps. Sie sind jedoch nicht zu Verhandlungen mit den übrigen Kriegsgegnern bevollmächtigt. Der Kf. wird sicherlich aufgrund ihres Berichts ein Angebot unterbreiten.
    [4.] Bekunden erneut ihre Hoffnung, er werde die untertänige Haltung und erwiesenen Dienste Kf. Philipps und das diesem drohende Verderben ebenso wie die große Zahl seiner Kinder, die existentiellen Interessen seines Landes und seiner Untertanen sowie insbesondere die zweimalige Fürbitte der Kff. und der Reichsversammlung berücksichtigen und den Kf. großzügiger als bisher bedenken, diesem ein gnädiger Kg. sein und gemäß dem Recht und dem kgl. Kölner Spruch3 zu verfahren. Bitten, sie mit einem gnädigeren Bescheid abzufertigen. Falls dies wider Erwarten nicht geschieht und er auf seiner heute übergebenen Antwort beharrt, so müssen sie diese Kf. Philipp vortragen. Sie sind sicher, daß dieser sich, soweit ihm irgend möglich ist, gegenüber ihm, dem Kg., untertänig erzeigen wird.
    [5.] Er hat bezüglich des Vikariats erklärt, daß er mit Kf. Friedrich von Sachsen keinen Reichsvikar, sondern lediglich einen Reichsstatthalter ohne Führung eines besondern Titels bestellt habe, so daß die Rechte Kf. Philipps dadurch nicht tangiert würden. Sie haben indessen von Kff., Ff. und anderen Ständen gehört, daß nach allgemeiner Auffassung Kf. Friedrich in das Amt eines Reichsvikars eingesetzt worden sei, um den abwesenden Kg. zu vertreten. Unabhängig von der kgl. Auffassung werden die kurpfälzischen Rechte doch beeinträchtigt, da zwischen einem Statthalter und einem Vikar kein großer Unterschied gemacht wird. Bitten, diesbezüglich für Klarheit zu sorgen und einen entsprechenden Reversbrief zugunsten Kf. Philipps auszustellen.

    [Konstanz], 5. August 1507 (dornstags nach Petri ad vincula).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 165–167 (Kop.).

    « ŠNr. 954  Anton Tetzel d. Ä. an Dr. Gregor Lamparter (württembergischer Kanzler) und Konrad Thumb von Neuburg (württembergischer Marschall) »

    Er konnte von einer Person am kgl. Hof vertraulich erfahren, daß der Kg. den kurpfälzischen Gesandten am 10. August (eritag St. Laurencien tag) folgenden schriftlichen Bescheid1 gegeben hat: Er habe Kf. Philipp schon früher die Zahlung von 50 000 fl.rh. gegen Übergabe aller Urkunden über die Landvogtei im Elsaß und gegen Übereignung der kgl. Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg zugesagt. Gegenüber dem von kurpfälzischer Seite angegebenen Jahreseinkommen aus der Landvogtei in Höhe von 15 000 fl. komme er nur auf 7000 fl. Falls eine Kommission jedoch zu dem Schluß gelange, daß der Jahresertrag über 9000 fl. liege, werde er 80 000 fl. bezahlen. Wegen der kgl. Ungnade brauche sich der Kf. nicht mehr zu sorgen; er werde ihn gern unterstützen und sei auch bereit, einen Vergleich mit seinen übrigen Kriegsgegnern zu vermitteln. Den kfl. Titel könne er dem Pfgf. aber nicht zurückgeben, da dies gegen die kgl. Pflicht und gegen die Verschreibungen verstoße. Die Führung des Titels sei auch mit der Acht nicht vereinbar. Er habe ihn deshalb auch nicht als Vikar eingesetzt, sondern Kf. Friedrich von Sachsen als Reichsstatthalter. Er habe diesen jedoch nicht zum Vikar ernannt und auch die kurpfälzischen Rechte vorbehalten.
    Die kurpfälzischen Räte haben erklärt, den Bescheid dem Kf. überbringen zu wollen, daß sie jedoch aufgrund der durch Serntein in Hagenau erfolgten Zusage einen anderen Abschied erwartet hätten. Die kfl. Räte wollten sich persönlich vom Kg. verabschieden, wurden aber bislang nicht vorgelassen.
    Der Kg. beabsichtigte, nach Überlingen überzusetzen und dort die ungarischen Gesandten abzufertigen.2 
    Dies wollte er, Tetzel, aufgrund ihrer in Konstanz getroffenen Vereinbarung zur Information Hg. Ulrichs mitteilen, um ggf. über weitere Schritte beraten zu können. Er bittet um Geheimhaltung.
    [PS] Er bittet, ihm etwaige Neuigkeiten zur Kenntnis zu bringen.

    Konstanz, 18. August 1507 (mittwoch nach assumpcionis Marie).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 243–244 (Kop.).

    « Nr. 955 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    Sie haben in ihrem Schreiben vom 18. August (St. Sebolts abend) geäußert, daß man an einer vertraglichen Einigung Kg. Maximilians mit Kf. Philipp nichts ändern könne, doch müsse diese unter Einhaltung der vom Kg. für Nürnberg und die verbündeten Ff. ausgestellten Verschreibungen sowie der vom Kg. in Konstanz [gegenüber Anton Tetzel sowie den Gesandten Württembergs und Hessens] gemachten Zusagen erfolgen.1 Er kann ihnen versichern, daß es nicht in der Absicht des Kg. liegt, den Kf. von der Acht zu absolviern Šoder ihn zu restituieren. Ohnehin hat der Kf. das kgl. Angebot vor acht Tagen abgelehnt. Der Kg., der nun keinen Vertrag mehr mit dem Kf. schließen will, aber auch vom Kf. keine Sicherung der eroberten Gebiete erlangt hat, hat daraufhin Serntein, Ziegler, Dr. Hayden und ihm befohlen, eine förmliche Verschreibung auszustellen. Sie haben die Verschreibung für Hg. Ulrich von Württemberg2 als Vorlage verwendet und sie auf Kg. Philipp, die österreichischen Vorlande Breisgau und Sundgau und auf die Gft. Tirol ausgestellt.3 Also das kgl. Mt. verschreibung seer wol begriffen ist und das dato [= Rottenburg, 1.8.1504] gesetzt wie des von Wirtenbergs. Darin ich sovil meere fleiß angekert, dann ich mich versiche, so solchs den landen eingeleibt ist, das darnach nit liderlich ein zutrennung geschehen mug4, nachmals auch dester statlicher auch uber euern verschreibungen5 gehalten werde. Dann solcher ernst bishere nie furgenummen ist, auß ursachen, das etlich sich vileicht auß den sachen sich zu wermen vermainten.6  [Nürnberger Stadtsteuer, Reichsstatthalteramt7; Beitrag der Eidgenossen zum Romzug; Nr. 914].8

    Konstanz, 3. September 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 14, S. 299–305, hier 300.

    « Nr. 956 Schlußrelation Dr. Florenz’ von Venningen und Hans Landschads »

    [1.] Verhandlungen während des Konstanzer RT über Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Landshuter Erbfolgekrieg; [2.] Verhandlungen darüber nach Ende des RT; [3.] sonstige Verhandlungsgegenstände.

    In Neustadt am 8. September 1507 (mitwoch nach St. Egidien tag) an Kf. Philipp übergeben. Anwesend: Söhne Kf. Philipps, Gf. Ludwig von Löwenstein, Hans von Sickingen, Philipp Sturmfeder und Johann von Hirschhorn).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 189–199’ (Kop.).

    [1.] Kf. Philipp hat sie nach Beendigung der Verhandlungen in Straßburg erneut zum röm. Kg. geschickt, bei dem sie gemäß ihrer Instruktion [Nrr. 57f.] vorstellig wurden. ŠNach einigen von ihnen nicht verschuldeten Verzögerungen konnten sie schließlich in Verhandlungen eintreten. Als die Angelegenheit jedoch zum Abschluß kommen sollte, geriet man in einen wechselseitigen Austausch von Erklärungen und Gegenerklärungen, wie dies aus den beigelegten Aktenstücken hervorgeht:
    Kg. Maximilian gab nach langen Verhandlungen zu verstehen, daß er ihren Behauptungen bezüglich der jährlichen Einkünfte aus den eroberten Gebieten keinen Glauben schenke, und forderte präzise Angaben. Daraufhin wurden ihm zwei Register (Beilagen A/B, Nrr. 426; 427, Anm. 3) übergeben. Der Kg. beschied darauf seinen Zinsmeister [Hans Heinrich Armstorfer] nach Konstanz, der nach einigen Wochen ein abweichendes Verzeichnis der Einkünfte vorlegte. Der Kg. beauftragte sie, gemeinsam mit dem Zinsmeister ein neues Verzeichnis zu erstellen. Dies haben sie, wie sie auch an Kf. Philipp berichteten1, getan. Der Zinsmeister und sie legten jeweils einen weiteren Bericht vor; sie haben die Gründe für die abweichenden Angaben dargelegt (Beilage C; Nr. 428). Aufgrund der folgenden Verhandlungen mit Kg. Maximilian, mit den von diesem zu Vermittlern ernannten Bf. Lorenz von Würzburg und Paul von Liechtenstein sowie mit dem kgl. Kanzler Serntein kamen sie zu dem Schluß, daß der Kg. ihren Vortrag nicht richtig verstanden oder wegen seiner vielfachen Beanspruchung vergessen hatte. Deshalb übergaben sie ihm sowie dem Bf. von Würzburg und Serntein jeweils eine Zusammenfassung (Beilage D; Nr. 427)2. Die röm. Kgin. und die Reichsstände legten beim Kg. für den pfälzischen Kf. Fürbitte ein. Dennoch verging viel Zeit ergebnislos mit Vorladungen, Warten und Verhandlungen. Als sie schließlich um einen verbindlichen Bescheid anhielten und begründeten, warum sie nicht länger bleiben könnten, wurde ihnen eine schriftliche Antwort des Kg. angekündigt. Diese wurde ihnen nach vielen weiteren Tagen ausgehändigt (Beilage E; Nr. 429). Bei der Lektüre stellten sie fest, daß dieser Bescheid weit von ihrem Verhandlungsziel entfernt und für Kf. Philipp sehr nachteilig war. Sie haben Räten des Kg. und anderen Personen aus dessen Umfeld ihre Beschwerden mitgeteilt, um den Kg. zu einer günstigeren Erklärung zu bewegen. Schließlich haben sie diesem selbst gegenüber beklagt, daß sie Kf. Philipp aufgrund der ihnen gemachten Zusagen einen ganz anderen Bescheid in Aussicht gestellt hätten, und gebeten, sich ihrem Herrn und auch ihnen gnädiger zu erzeigen. Und wiewole sein Mt. das alles gnediglich hort, so warde ir Mt. doch zuletst etwas hoch entzundt, als wir anhielten und nit ablassen wolten, mit etwas grymmigen, ungnedigen worten herfur wußt oder schiessen ließ, nemlich: Sin Mt. wer doch unserm gnst. H. nichts schuldig, sin Gn. hett sich ungehorsamlich gehalten, sin Mt. umb groß bracht und besonderlich des land zu Geller, darzu Frankreich und der Sweizer infalle besorgen muss. Nun gebe doch der andern kriegsfursten unserm gnst. H. keiner nichts wider, warumb es dann sin Mt. tun sollt? Sin Mt. bewiese ein gnade, die billich angenommen wurde.
    [2.] Um die Sache nicht noch schlimmer zu machen, versuchten sie, den Kg. mit der Erklärung zu beschwichtigen, daß sie keine Schuld einforderten, sondern nur um Gnade bäten. Sie setzten daraufhin ihre Bemühungen durch Mittelsmänner und zuletzt auch Šin eigener Person fort, bis sich der Kg. schließlich veranlaßt sah, ihnen einen zweiten schriftlichen Bescheid zu geben (Beilage F; Nr. 952).
    Wenngleich dieser Bescheid etwas milder ausfiel, erschien er ihnen dennoch ebenfalls unannehmbar. Sie beschlossen, eine Gegendarstellung zu verfassen (Beilage G; Nr. 953). Nach deren Übergabe erhielten sie die Mitteilung, daß der Kg. seine Antwort darauf schriftlich übergeben werde. Sie wurden jedoch erst am 9. August (uf vigiliam Laurencii) für den folgenden Morgen vor einige kgl. Räte in das Predigerkloster beschieden. Sie waren darüber befremdet, da sie bis dahin ausschließlich mit dem kgl. Kanzler oder mit dem Kg. selbst verhandelt hatten. Als sie dort erschienen, komplimentierten die kgl. Räte – die Bff. von Gurk und Laibach, Gf. Wolfgang von Fürstenberg, Hans von Landau, Wilhelm von Wolfstein, Dr. Erasmus Topler, Simon von Pfirt, Christoph von Thun (Tunder) und der Protonotar Johann Storch – sie in den Garten und verlasen ihnen die kgl. Antwort (Beilage H)3. Sie antworteten, daß sie aufgrund der bisherigen Verhandlungen und der in Hagenau und Straßburg gemachten Zusagen, nach denen sie Kf. Philipp mindestens 100 000 fl. in Aussicht gestellt hätten, und besonders nach ihrer letzten Stellungnahme mehr erwartet hätten. Sie müßten die kgl. Entscheidung nun Kf. Philipp überbringen. Sie zweifelten nicht, daß er sich gegen den Kg. gehorsam erzeigen werde.
    Bei der Lektüre der kgl. Erklärung stellten sie fest, daß die ihnen gemachten Zusagen ohne kgl. Befehl gemacht worden waren. Möglicherweise könnte die betreffende Person deshalb zur Rechenschaft gezogen werden. Kg. Maximilian hatte es in Beantwortung ihres Vortrags in Straßburg zwar abgelehnt, die Eroberungen zurückzugeben, doch hatte er auch vorgeschlagen, daß Kf. Philipp für den Abschluß eines Vertrags eine Summe angeben solle. Serntein äußerte damals, daß der Kf. über die in den Raum gestellten 50 000 fl. hinaus eine Zahl nennen und für das kfl. Eigengut zusätzliche eine Summe fordern solle; der Kg. werde sich gnädig erzeigen und es an Geld nicht fehlen lassen. Der Kg. habe ein Angebot gemacht, der Kf. solle ein Gegenangebot machen. Dies hatte sie veranlaßt, dem Kf. 100 000 fl. in Aussicht zu stellen und darüber hinaus weitere 30 000–40 000 fl. zu erhoffen.
    Gemäß dem kgl. Abschied eröffnet sich Kf. Philipp auch die Möglichkeit eines rechtlichen Verfahrens vor dem kgl. Kammergericht oder den Reichsständen. Diese Option hat der Kf. jedoch bereits in Köln ausgeschlagen.4 Sie wurden auch nicht für ein rechtliches Verfahren instruiert, sondern für den Abschluß eines Vertrages.
    Sie baten um eine Abschrift des Bescheids und um eine Audienz beim Kg., um sich zu verabschieden und noch einiges zur Sprache zu bringen. Die kgl. Räte sagten ihnen die Abschrift zu und kündigten an, ihren Wunsch nach einer Audienz dem Kg. zu übermitteln.
    Nach dem Frühstück gingen sie noch einmal zum Predigerkloster und trafen den Kg. auf dem Weg dorthin an. Sie gingen mit hinein und sahen zu, als der Kg. im Garten den Bf. von Worms belehnte. Sie ersuchten durch den Kanzler um eine Audienz, um sich zu verabschieden. Der Kg. fragte durch diesen nach ihrem Anliegen. Sie betonten, sie wollten nichts besonderes, sondern sich nur verabschieden. Darauf erhielten sie eine Audienz in Anwesenheit Ebf. Jakobs von Trier, Mgf. Ernsts von Baden, Bf. Reinhards von Worms, Š Gf. Eitelfriedrichs von Zollern, Gf. Wolfgangs von Fürstenberg, Zyprians von Serntein, Niklas’ von Firmian, Gf. Heinrichs von Hardegg, Gf. Johanns von Werdenberg, Gf. Johanns von Montfort, Lienharts von Fraunberg, Hans’ von Landau, Georgs von Emershofen, beider Hh. [Albrecht und Wilhelm] von Wolfstein, Christophs von Thun (Duner) sowie vieler Angehöriger des Hofes und anderer adliger wie nichtadliger Personen. Sie brachten folgendes vor: 1. Der Kg. habe ihnen am Morgen einen schriftlichen Abschied gegeben, seine Räte hätten ihm sicher ihre Antwort darauf übermittelt. Eine Wiederholung sei deshalb unnötig. 2. Sie erneuerten indessen ihre Ablehnung eines rechtlichen Verfahrens. Sie seien abgeordnet worden, um einen Ausgleich mit dem Kg. zu suchen, in dessen Gnade sich Kf. Philipp ergeben habe. 3. Bezüglich des Angebots, über den jährlichen Ertrag der eroberten Güter weitere Erkundigungen anzustellen, bäten sie um die Benennung der Kommissare zur Mitteilung an Kf. Philipp. 4. Sie bedankten sich für das Angebot des Kg., sich um einen Ausgleich mit den anderen Kriegsgegnern der Kurpfalz zu bemühen. 5. Sie bäten angesichts einer Vielzahl von Beschwerden, Kf. Philipp, seine Söhne sowie ihr Land und ihre Untertanen beim Kölner Spruch [vom 1.8.1505] zu handhaben. 6. Sie bäten, den hier und andernorts verbreiteten Verleumdungen gegen den Kf. keinen Glauben zu schenken. 7. Schließlich bäten sie, ihnen ihre Aufdringlichkeit nicht zu verübeln.
    Der Kg. antwortete durch Gf. Eitelfriedrich von Zollern: 1. Der kgl. Abschied und ihre Antwort darauf blieben auf sich beruhen. Der Kg. hoffe, der Kf. werde den Bescheid als Gnade ansehen. 2. Der Kg. akzeptiere den Verzicht Kf. Philipps auf Rechtsmittel. 3. Als Kommissare benenne er den früheren Zinsmeister Balthasar Imhoff und den jetzigen Zinsmeister [Hans Heinrich Armstorfer]. Der Kanzler habe zusätzlich die Einbeziehung des alten Landvogts Jakob von Fleckenstein vorgeschlagen. 4. Er nehme ihren Dank entgegen; er wolle dem Kf. und seinen Söhnen ein guter Kg. sein und werde sich darum bemühen, daß Kf. Philipp seiner Beschwerden enthoben werde und seinen Titel zurückerlange. 5. Ebenso werde er auf die Einhaltung des Kölner Spruchs achten. 6. Er werde Äußerungen über Kf. Philipp keinen Glauben schenken, ohne ihn zuvor angehört zu haben. 7. Er trage daran kein Mißfallen.
    Sie bedankten sich und verabschiedeten sich, wobei der Kg. sie durch den Gf. von Zollern beauftragte, dem Kf. seine Grüße zu bestellen.
    [3.] Sie baten weisungsgemäß Jakob Villinger, gegen eine jährliche Zuwendung als kurpfälzischer Interessenvertreter am kgl. Hof zu fungieren. Dieser wollte das Angebot nicht ohne das Einverständnis des Kg. annehmen. Indessen wurde ihm bedeutet, daß er wegen seiner häufigen Abwesenheit vom Hof diese Aufgabe nicht bewältigen könne, doch sei Gabriel Vogt geeignet; sie könnten auch beide gemeinsam die Interessenvertretung für Kurpfalz wahrnehmen.
    Betonen, daß sie es bei ihren Verhandlungen am kgl. Hof nicht an Fleiß fehlen ließen und nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Worüber sie nicht schriftlich berichtet haben, das wollen sie mündlich eröffnen.
    Etliche Personen haben über einen Ausgleich mit Württemberg gesprochen. Er, Landschad, wird darüber noch mündlich Bericht erstatten. Im Ergebnis steht die Angelegenheit auf Schiedsverhandlungen. Sie erwarten, daß Kf. Friedrich von Sachsen sich dessen annehŠmen und einen Tag anberaumen wird, sofern Hg. Albrecht [von Bayern] ihn nicht davon abbringt.
    Über die Angelegenheit Pfgf. Georgs wurde verhandelt und beraten, wie sie bereits geschrieben haben.5 Er, Venningen, wird darüber und über die Verhandlungen wegen der Übergabe der Pfründen durch den Administrator von Freising [Pfgf. Philipp] mündlich berichten.
    Sie empfehlen, möglichst bald die Räte und die Ritterschaft einzuberufen, um einen Beschluß über das weitere Vorgehen und über eine Antwort an den Kg. zu fassen.

    «3.2. Maßnahmen zur Landfriedenssicherung in Franken »

    « Nr. 957 Mandat Kg. Maximilians an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    Er hat auf dem RT zu Konstanz wegen des Räuberunwesens, das er, wie sie wissen, seit langem abstellen will, mit den Ff., so den sachen gelegen sein, verhandelt und sich über die Abhaltung eines Tages in Windsheim am 1. September (Egidi) verständigt, wo deren Gesandte gemeinsam mit kgl. Räten Beschlüsse zur Abstellung dieser Mißstände fassen sollen [Nr. 437]. Befiehlt ihnen, bevollmächtigte Gesandte dorthin abzuordnen.1 

    Konstanz, 9. August 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, B-Laden-Akten, SI L 204, Nr. 29, fol. 53–53’ (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein).

    « Nr. 958 Nürnberger Gutachten über Maßnahmen gegen die Straßenkriminalität »

    Das Gemeine Recht und die Wormser Ordnung [von 1495] regeln, wie gegen die Kriminalität auf der Reichsstraße vorgegangen werden soll, und stellen jedem Reichsangehörigen das Ergreifen von Maßnahmen gegen Verbrecher und Landfriedensbrecher frei. Da es an der Realisierung mangelt, nehmen Plackerei und Straßenkriminalität im Reich und insbesondere in der Umgebung Nürnbergs ständig zu. Der röm. Kg. hat in Konstanz beschlossen, auf einem Tag über Maßnahmen dagegen zu beraten. Der Nürnberger Rat empfiehlt folgende Schritte: 1. Die Ff. mit Gebieten an der Reichsstraße und andere Inhaber des Geleitrechts, eines Reichsregals, sollen verpflichtet werden, jedermann uneingeschränktes Geleit zu gewähren. Wird jemand dennoch geschädigt, haften dafür die Ff., wie dies das Regal eigentlich auch vorsieht. Ein beträchtlicher Teil der Vorfälle auf der Reichsstraße würde so verhindert. 2. Jedermann soll künftig befugt sein, außerhalb der mit Halsgerichtsbarkeit Šausgestatteten Städte und Schlösser Straßenräuber, Landfriedensbrecher und andere Verbrecher im gesamten Herrschaftsbereich der Ff. gefangenzunehmen und abzuführen. Diese provisorische Regelung soll einige Jahre in Kraft bleiben, ohne jedoch die ftl. Privilegien und Rechte zu tangieren. 3. Hinsichtlich bekannter Ächter und Friedbrecher soll gemäß Reichsordnung und Landfrieden jedermann überall berechtigt sein, sie entweder zu töten oder gefangenzunehmen und dann mit ihnen nach eigenem Gutdünken zu verfahren. 4. Zuständige Behörden, die vom Aufenthaltsort von Straßenräubern und anderer Übeltäter erfahren, sollen verpflichtet sein, dieser habhaft zu werden und ihre Vergehen zu ahnden. Wird ihnen dies von dritter Seite angetragen, sind sie verpflichtet, dem Folge zu leisten und dem Kläger zu gestatten, bei der Befragung anwesend zu sein. 5. Zur Gewährleistung der Sicherheit auf den Straßen sollen die zuständigen Ff. und Kommunen möglichst oft Streifen durchführen, die Befehl haben, jede Person festzunehmen, gegen die ein begründeter Verdacht besteht oder eine Anzeige vorliegt. Diese berittenen Streifen sollen nach Möglichkeit zusammenarbeiten. 6. Oft werden nicht nur Händler, sondern auch andere Bürger und sogar arme Bauern gefangengenommen oder geschädigt. Alle Behörden und Untertanen sollen nach Bekanntwerden einer Straftat unter Androhung von Sanktionen zur Nacheile verpflichtet werden, um die Täter festzusetzen und das Raubgut zurückzugeben. Das Läuten von Sturmglocken, um die Leute nach erfolgter Straftat zu alarmieren, wäre im Sinne einer wirkungsvolleren Nacheile empfehlenswert. 7. Schließlich ist eine Regelung für die Kosten oder Schäden der zur Hilfe Aufgemahnten erforderlich.

    s.l., s.d., jedoch Nürnberg, 29. August 1507.1 
    Würzburg, StA, G-Akten 9075, fol. 1–2’ (Kop.).

    « Nr. 959 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    Sie sind am Donnerstag [2.9.] zusammen mit dem Bf. von Eichstätt in Bamberg eingetroffen. Der Bf. wurde zwischen Haselhof und Bamberg von den bfl. Bamberger Räten Leonhard von Egloffstein, Eberhard Fortsch und [Alexander] von Rabenstein empfangen, da der Bf. von Bamberg selbst gesundheitlich verhindert war. Bf. Gabriel äußerte während ihrer gemeinsamen Anreise ihm, Holzschuher, gegenüber, daß Sigmund von Rorbach ihm einen Tag vor seinem Aufbruch geschrieben und demnach noch nichts von der bevorstehenden Versammlung gewußt habe. Vielleicht habe der kgl. Bote das Schreiben in Regensburg zugestellt, als Rorbach nicht zu Hause gewesen sei. Mit dem Eintreffen Rorbachs und Stadions sei deshalb wohl nicht so bald zu rechnen. Dies habe er bereits Anton Tetzel eröffnet, der zweifellos in Nürnberg inzwischen darüber berichtet habe.
    Š Mgf. Friedrich von Brandenburg und sein Sohn Kasimir trafen noch in der gleichen Stunde mit 60 Pferden ein. Der Bf. von Würzburg hatte bereits Vorkehrungen für seine Reise getroffen, mußte jedoch wegen einer plötzlichen Erkrankung zu Hause bleiben und läßt sich durch Peter von Aufseß, Thomas vom Stein, Sigmund von Thüngen und Ludwig von Hutten vertreten. Teilen dies mit Hinblick auf die Instruierung der Nürnberger Gesandten zum Speyerer Städtetag mit. [Zusammenfassung eines Gutachtens Dr. Johann Letschers diesbezüglich; Nr. 859, Anm. 2].

    ŠBamberg, 4. September 1507 (sambtag nach Egidii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 2–2’ (Kop.).

    « Nr. 960 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    [1.] Sie haben gegenüber den kursächsischen Gesandten, Gf. [Philipp] von Solms und einem unbekannten Edelmann, erklärt, daß sie auf Befehl des röm. Kg. als Vertreter der Stadt Nürnberg hier erschienen, bislang aber noch nicht zu Verhandlungen beschieden worden seien. Sie baten um Rat, ob sie sich bei jemandem anmelden sollten, zumal die kgl. Gesandten noch nicht eingetroffen seien. Nach Beratung der beiden Gesandten eröffnete der Gf., daß sie auf Befehl ihrer beiden Hh. [Kf. Friedrich und Hg. Johann von Sachsen] anwesend seien, um über die Themen dieser Versammlung mitzuberaten. Sie seien bislang ebenfalls nicht zu den Verhandlungen beschieden worden, doch hätten sie Weisung, sich ausschließlich bei den Vertretern des Kg. zu akkreditieren; deshalb könnten sie ihnen diesbezüglich keinen Rat geben. Da sie, die Nürnberger Gesandten, jedoch auf kgl. Befehl hier seien, würden sie sicherlich zu den Beratungen hinzugezogen. Die beiden Gesandten teilten vertraulich mit, daß sie Befehl gehabt hätten, mit dem Bf. von Würzburg eine Nürnberg betreffende Angelegenheit zu besprechen. Dieser sei aber nicht persönlich anwesend.
    [2.] Der Bf. von Eichstätt ließ ihnen mitteilen, daß der Bf. von Bamberg ihn aufgefordert habe, gemeinsam mit den beiden Mgff. [Friedrich und Kasimir von Brandenburg] und den Würzburger Räten die Verhandlungen zu eröffnen, wohingegen er empfohlen habe, noch auf die kgl. Gesandten zu warten, da Hans von Stadion seine baldige Ankunft in Aussicht gestellt habe. Er, Holzschuher, besprach sich anschließend mit dem Bf., ob ihre Anmeldung als Gesandte Nürnbergs beim gastgebenden Bf. von Bamberg sinnvoll sei. Doch sind der Bf. von Bamberg und die beiden Mgff. inzwischen zu Beratungen im Hof des H. vom Stein zusammengetreten und haben den Bf. von Eichstätt hinzubeschieden. Dieser vermutete, daß auch über die Frage der Hinzuziehung Kursachsens und Nürnbergs gesprochen werde, da der Bf. von Bamberg diesbezüglich keine kgl. Weisung habe. Dieser erkundigte sich bei den Würzburger Gesandten, ob die Erkrankung des Bf. der einzige Grund für sein Fernbleiben sei. Die Gesandten beteuerten den Willen Bf. Lorenz’ zur persönlichen Teilnahme. Nach dem Abendessen traten die Ff. erneut zu Beratungen zusammen. Sie, die Nürnberger Gesandten, erbaten durch den Hofmeister Johann von Schwarzenberg eine Audienz beim Bf. Sie wurden jedoch auf Sonntagmorgen [5.9.] vertröstet. Sie legten daraufhin Schwarzenberg und Leonhard von Egloffstein den Grund für ihre Anwesenheit dar. Diese versprachen Berichterstattung an den Bf. von Bamberg.

    Bamberg, 4. September 1507 (sambstag abends nach Egidii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 3–4 (Kop.).

    « Nr. 961 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    [1.] Der bfl. Landschreiber [Johann] Scharpf teilte ihnen am Sonntagmorgen [5.9.] mit, daß Schwarzenberg und Egloffstein den Bf. von Bamberg informiert hätten. Die übrigen Teilnehmer würden sich zum Frühstück treffen, der Bf. lade sie ebenfalls dazu ein, damit sie sich bei den einzelnen Teilnehmern anmelden könnten. Sie erwiderten, daß sie Befehl hätten, sich bei den kgl. Gesandten zu akkreditieren. Da diese bislang ausgeblieben seien, hätten sie sich an ihn als vornehmsten Fürsten und Veranstalter des Tages gewandt. Eine Anmeldung bei den übrigen Teilnehmern stünde jedoch nicht in Einklang mit ihren Anweisungen. Sollten sie allerdings aufgrund des kgl. Befehls zu den Beratungen beschieden werden, würden sie daran teilnehmen; falls nicht, sei ihnen nicht daran gelegen. Sie müßten dann jedoch Mitteilung an den röm. Kg. machen.
    [2.] Zuvor schon ließ sie der Bf. von Eichstätt informieren, daß am Samstagnachmittag [4.9.] über Maßnahmen gegen die Heckenreiterei beraten worden sei. Doch sei dies ein weites Feld. Man sei deshalb übereingekommen, daß jeder Fürst drei seiner geheimsten Räte in einen Ausschuß deputieren solle, um einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten. Mgf. Friedrich habe erklärt, nur bis Sonntag [5.9.] bleiben zu wollen, da er auf Befehl des Kg. Vorbereitungen für den Romzug treffen müsse.
    [3.] Ebenfalls am Sonntagnachmittag kamen Christoph von Thunfeld und Scharpf zu ihnen und teilten ihnen mit, daß der Bf. von Bamberg die übrigen Ff. über ihre Anmeldung, sein Angebot an sie und ihre Antwort darauf informiert habe. Diese hätten den Bf. beauftragt, sie über die Bildung des Ausschusses zu unterrichten. Erforderlichenfalls würden sie zu den Beratungen hinzugezogen und sollten deshalb warten. Sie haben daraufhin ihre vorige Erklärung wiederholt, jedoch eingewilligt, auszuharren. Die sächsischen Gesandten waren zwar ebenfalls an den Hof eingeladen, wurden aber bislang auch nicht in die Verhandlungen einbezogen und sind nicht im Ausschuß vertreten. Der Grund dafür liegt wohl in ihrer Haltung, sich ausschließlich bei den kgl. Vertretern für die Verhandlungen akkreditieren zu wollen. Möglicherweise wollen die Ff. es auch vermeiden, sie, die Nürnberger Gesandten, zu den Verhandlungen einzuladen und die kursächsischen Vertreter nicht.

    Bamberg, 6. September 1507 (montag frü nach Egidi).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 4–5’ (Kop.).

    « Nr. 962 Bericht Jörg Holzschuhers d. Ä. und Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg »

    Der Ausschuß ist inzwischen mehrere Male zusammengetreten und hat laut zuverlässigen Informationen einen umfangreichen Entwurf verfaßt, der sich an die Beratungsergebnisse von Windsheim1 anlehnt, jedoch in etlichen Punkten verschärft wurde. Er ist allerdings noch Šumstritten. Insbesondere für die Artikel über das Geleitwesen und die Nacheile auf fremdes Territorium wird sich unter den Fürsten keine Mehrheit finden. Als der Ausschuß an die Fürsten referieren sollte, wurden auch die kursächsischen Gesandten hinzugeladen, sie, die Nürnberger Gesandten, hingegen nicht. Es gibt auch Stimmen, die gegen den Ausschluß Nürnbergs sprechen. So hat Mgf. Friedrich ihnen gesagt, daß sie zu den Ff. beschieden werden sollen.
    Berichten über Vermittlungsverhandlungen bfl. Bamberger Räte aufgrund einer Klage des Bf. von Eichstätt gegen Hans und Wolfgang Linck.

    Bamberg, 9. September 1507 (pfinztags St. Kunigunden tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, A-Laden Akten 126, Nr. 2, fol. 6–6’ (Kop.).

    « Nr. 963 Dreijährige Einung zwischen Bf. Georg von Bamberg, Bf. Lorenz von Würzburg, Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach und Bf. Gabriel von Eichstätt (Kolumnentitel) 1  »

    [1.] Ursach dieß vertrags.
    [2.] Veynd und beschediger nit halten furzuschieben oder vergleyten.
    [3.] Der veynd und beschediger namen zu eroffen.
    [4.] Von wem und wie uber diesen vertrage pflicht gescheen soll.
    [5.] Außgetreten persone nit aufzunemen.
    [6.] Von annehmung veynde und beschediger, gestattung peinlicher frage und rechts, auch deßhalb verwarung der amptleut ere.
    [7.] Nacheyl zu furdern, die name wydergeben und wie in beschedigungen von ampts wegen soll gehandelt werden.
    [8.] Von rechtvertigung streflicher ambtleute, wie die urteyler geschickt sein sollen, von tagsatzung, entschaft der sach, auch erkantnus kost und scheden halben.
    [9.] Vom gerichtschreyber und seiner pfliecht.
    [10.] Von handelung gegen den entheltern der veynde und beschediger, die ir nit mechtig sein lassen wolten.
    [11.] Von gewynnung der bevestigung, so lehen sein, und wie es derhalb gehalten soll werden.
    [12.] Der verdachten reynigung tetlicher handlung halben.
    [13.] Von verdachten vor diesem vertrage.
    [14.] Vergleytung der verdachten.
    [15.] Wie die Ff. die iren des adels nit vergewaltigen sollen.
    Š[16.] Rechtlicher außtrage, ob irrung umb entsetzung zwischen den Ff. und dem adel einfiel.
    [17.] Wie die sach im rechten schrieftlich gehandelt soll werden.
    [18.] Wie kuntschaft und urkund einbracht werden sollen.
    [19.] Wie es gehalten werden solle gegen den des adels, die diesen außtrag gegen den Ff. wegerten.
    [20.] Rechtlicher außtrage zwischen Gff., Hh. und ritterschaft umb entsetzung der guter, auch gegenwertiger vehde oder abclag halben zwischen ine.
    [21.] Wie die des adels den rechtlichen außtrage entsetzter guter halben in einer bestimbten zeyt abzuschreyben haben.
    [22.] Von strafe der Gottes lesterer.
    [23.] Wie die Ff. zu beschutzung der strassen und zufurkomen die heckenreuterey streyfen lassen sollen.
    [24.] Was der Ff. stete, flecken und dorfer gegen den beschedigern tun sollen.
    [25.] Straf derjenigen, die einen in eins andern hand uf laugen2 fahen.
    [26.] Derjenigen halben, die fur abgenotigt gelt unersucht der Hft. burge werden.
    [27.] Von verdechtlichen reysigen und fueßknechten, die nit dienst haben.
    [28.] Rechtlicher außtrage umb die ere unter dem adel.
    [29.] Beschwerung zwischen den Ff. oder den iren dits vertrags halben.
    [30.] Von enderung dieß vertrags.
    [31.] Von außschliessung der Ff. spruch und vorderung gegeneinander.
    [32.] Außnemen kgl. Mt., der Ff. einigung, puntnus und handhabung irer oberigkeyt.
    [33.] Von verpflichtigung der Ff. dits vertrags halben.
    [34.] Von verwandtnus der Mgfin. wittib [Anna] dits vertrags halben.

    Bamberg, 9. September 1507.
    I. (Or.) Bamberg, StA, A 85, Lade 327, Nr. 20, unfol. (Or. Perg. Libell, 2 Ss. (Eichstätt und Würzburg) erhalten) = Textvorlage A.
    II. (als gedrucktes Mandat): Bamberg, StA, A 85, Lade 346, Nr. 1542, unfol. = B. Weimar, HStA, Reg. C, Nr. 19, fol. 14.
    III. (Kop.): Weimar, HStA, Reg. C, Nr. 19, fol. 1–12. Würzburg, StA, WU 17/160b. Würzburg, StA, Libri diversarum formarum 22, pag. 139–161.

    « Nr. 964 Weisung der Stadt Nürnberg an Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald in Nürnberg) »

    Bewertung des Bamberger Tages.

    Nürnberg, 14. September 1507 (eritag crucis exaltationis).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 27–30’ (Kop.).
    (Knappes) Regest: Gümbel , Berichte, S. 306 Anm. 1.

    [1.] [Verhandlungen zwischen Kg. Maximilian und Kurpfalz; Nr. 955, Anm. 6. Verschreibung der Nürnberger Stadtsteuer an Kursachsen]. Sie haben gemäß kgl. Befehl zwei GesandŠte zum anberaumten Tag abgeordnet, der wegen der Erkrankung Bf. Georgs nach Bamberg verlegt worden war. Die Nürnberger Gesandten waren zu wirkungsvollen Vorschlägen an die Versammlung instruiert: Demnach sollten die Ff. ohne Einschränkung Geleit geben und dafür auch haften. Für einen auf einige Jahre begrenzten Zeitraum sollte jeder das Recht erhalten, Verbrecher und Landfriedensbrecher überall, ausgenommen in Schlössern, Städten und Märkten mit eigener Halsgerichtsbarkeit, zu verfolgen und gemäß der Reichsordnung mit ihnen zu verfahren. Sie haben diese Stellungnahme einigen der teilnehmenden Ff. auf deren Wunsch mitgeteilt. Indessen blieben die Nürnberger Gesandten, obwohl sie sich beim Bf. von Bamberg akkreditiert hatten, ebenso wie die beiden kursächsischen Gesandten, darunter Gf. Philipp von Solms (Pfleger zu Coburg), von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die Nürnberger Gesandten erhielten lediglich den Bescheid, daß sie erforderlichenfalls zu den Beratungen des gebildeten Ausschusses hinzugezogen würden. Doch trat dieser Fall nicht ein. Ebensowenig erschien ein Vertreter des röm. Kg. auf dem Tag oder wurde dessen Fernbleiben entschuldigt. Der Bf. von Würzburg blieb der Versammlung aus gesundheitlichen Gründen fern. Kf. Friedrich von Sachsen wurde vom Kg. sehr kurzfristig über den Termin informiert, was wohl sein Ausbleiben erklärt. Den Nürnberger Gesandten wurde schließlich eröffnet, daß ihnen der Abschied des Tages noch übergeben oder nach Nürnberg nachgeschickt werde. Beides ist bislang unterblieben. Sie haben jedoch erfahren, daß der Beschluß abgesehen von einigen Verschärfungen in etwa dem Windsheimer Abschied [vom 30.5.1503] entspricht. Da keiner der Nürnberger Artikel berücksichtigt wurde, wird der Tag ihres Erachtens im Ergebnis eher zur Verschlimmerung als zur Verbesserung der Situation beitragen.1 Wie ihre Gesandten berichteten, wollte der Mgf. [Friedrich] von Brandenburg-Ansbach das Nürnberger Gutachten nicht annehmen; dem schloß sich wohl auch der Bf. von Bamberg an. Ihrer Kenntnis nach wird ein Exemplar des Abschieds dem Kg. zugehen. Er, Topler, wird dann sicherlich darüber informiert. Es ist für den Kg. schimpflich, daß die Nürnberger Gesandten ungeachtet seines den Ff. mitgeteilten Befehls von den Verhandlungen ausgeschlossen blieben. Diese erfuhren durch eine vertrauenswürdige Person Švon Äußerungen der Vertreter des Adels und von Mitgliedern des Ausschusses, daß Nürnberg und Kursachsen ihre Zulassung zu den Beratungen als Präzedenzfall bewerten könnten und sich künftig in Angelegenheiten der fränkischen Ff. und des Adels einmischen würden.
    [2.] Weisen ihn an, dem Kg. bei Gelegenheit über diese Vorgänge Mitteilung zu machen, damit er erfährt, wie die Ff. die von ihm so sehr verabscheute Plackerei und Heckenreiterei fördern. Es ist kein Zufall, daß unmittelbar nach Ende des Tages unweit von Bamberg ein Raubüberfall verübt wurde.2 [Nürnberger Stadtsteuer; Schulden Balthasar Wolfs von Wolfsthal3; Verbleib Toplers am kgl. Hof, Übersendung eines Decknamenverzeichnisses; Exemtion des Abtes von St. Egidien von der Romzughilfe, Verpflichtung des Propstes von St. Lorenz [Anton Kreß] als Assessor am kgl. Kammergericht, Antwort Nürnbergs wegen der Kölner Reichshilfe von 15054].

    « Nr. 965 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1. Romzughilfe; Nr. 770]. [2.] Bestätigt für den 19. September den Eingang der durch Peter Leupold zugestellten Weisung vom 14. September (eretag crucis) [Nr. 964]. Er wird dem Kg. über die unterbliebene Einbeziehung Nürnbergs und Kursachsens in die Bamberger Verhandlungen Bericht erstatten. Er erwartet, daß die Angelegenheit Nürnberg eher zum Vorteil denn zum Nachteil gereichen wird. Vermutlich ist Mgf. Friedrich verantwortlich, und durch sein güner1 vileicht die auschreibbrief an Hg. Fridrichen [von Sachsen] leslichen geschickt. Hier kann wahrscheinlich Abhilfe geschaffen werden, denn der röm. Kg. ist der blackerei feind. Kürzlich wurde Wolfgang Haller bei Pfünz beraubt; ihm wurden die mitgeführten kgl. Schreiben abgenommen. Haller wird dies dem Kg. anzeigen. Auch soll Dr. [Johann] Storch bei Brettheim (Prethem) gefangengenommen worden sein; ihm wurden Quittungen über insgesamt 6000 fl. weggenommen. Diese Vorfälle werden dem Vorgehen gegen die Räuber sicherlich dienlich sein.2 

    Konstanz, 23. September 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, unfol., Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 15, S. 305–311.

    « ŠNr. 966  Weisung der Stadt Nürnberg an Dr. Erasmus Topler »

    Verweisen auf ihr letztes Schreiben zum Bamberger Tag [Nr. 964]. Sie sind trotz der Zusage an ihre Gesandten noch immer in Unkenntnis über dessen Abschied. Doch haben sie erfahren, daß ein Artikel Eingriffe in die Halsgerichtsbarkeit von Vertragspartnern untersagt1 und daß die Ff. den Kg. um Konfirmation des Abschieds ersuchen werden. Sie befürchten, daß der Kg., der bislang immer dafür eingetreten ist, gegen die Plackerei vorzugehen, diesem Wunsch nachkommen und Nürnberg die Befolgung des Abschieds auferlegen wird. Dies wäre zum Nachteil der Stadt und widerspräche auch dem geheimen Befehl des Kg. an sie.2 Zweifellos zielt dieser Artikel gegen Nürnberg und erklärt, warum ihre Gesandten von den Beratungen ausgeschlossen wurden. Da die Stadt dem Vertrag nicht zugestimmt hat, wäre dessen Konfirmation durch den Kg. für sie nicht bindend. Bitten ihn jedoch, sich dafür einzusetzen, daß der Kg. Nürnberg den Vollzug des Abschieds nicht befiehlt. Er soll auf das überhandnehmende Räuberunwesen in der Umgebung Nürnbergs als vornehmer deutscher Handelsstadt und auf ihr über 200 Jahre altes, von Ks. Friedrich (III.) und dem Kg. selbst konfirmiertes Privileg zur Säuberung der Reichsstraße von Kriminellen auch außerhalb der Stadt und zu deren Bestrafung gemäß Reichsrecht3 verweisen. Dann solt man nach der spicz und scherpf des rechtens in diesem fal [handeln], das wurd merklicher, unleidlicher beschwerd walten, auch umb Nurmberg, das on das inmitten der wolf lege, ain solche mordersgrub [schaffen], das nymand sicher davon oder zu kommen mocht.4  Sollte er ein solches Mandat nicht verhindern können, soll er wenigstens für die Inserierung eines Passus über den Vorbehalt der Rechte von Kg. und Reich sowie sonstiger geltender Gerechtsame sorgen. Damit wurd uns dannocht an unseren bevelhen, wie wir verhoffen, alle verleczung benommen. [Verhandlungen über die Konfirmation der böhmischen Belehnung und Privilegien für Nürnberg; Bericht über Überfälle].5

    Nürnberg, 23. September 1507 (donerstag nach Mauricii).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 60, fol. 41’-43 (Kop.).
    (Knappes) Regest: Gümbel , Berichte I, Nr. 15, S. 311 Anm. 2.

    « Š3.3. Reichsstadt Worms gegen Bischof Reinhard und den Wormser Stiftsklerus »

    « Nr. 967 Auszug aus einen Protokoll der Stadt Worms »

    Verhandlungen über die Reichsbelehnung Bf. Reinhards von Worms.

    Worms, StdA, 1 B, 1939,2, unfol. (Protokoll [A]).

    [Verhandlungen über den Konflikt der Stadt mit Bf. Reinhard von Worms; Nr. 388]. Und hat der Bf. den Kff., Ff. und stenden des Reichs angehangen und gepeten, die kgl. Mt. zu bitten, im syn regalia zu lyhen. Also haben die Ff. und stende gemeinlich gebeten die kgl. Mt., das ir Mt. umb ir vorbitt willen den Bf. wider zu gnaden annemen und im syne regalia lyhen wollt. Das hat der Kg. zugesagt zu tun, doch hab er etwas zuvor mit im zu reden. Darnach, alß der Kff., Ff. und andere stende viel abgeritten waren, dazwuschen der Bf. vast solicitiret, im zu lyhen, und der Kg. ime furhilt, ine zu vertragen mit der burgerschaft umb die zoll und wage, des aber der Bf. nit vervolgen wollt, ließ ine der Kg. nachlaufen, biß yederman abgeritten. Alleyn der Bf. von Trier, der ging fru und spade und hinge dem Kg. an, unserm Bf. zu lyhen, nachdem der Kg. das den stenden des Reichs zugesagt hett. Also nach langem nachlaufen und anhalten, darunder der Bf. zu mermalen furbescheiden und er in hoffen, was im sollt geliehen syn werden, so müßt er doch also wider heymgeen trurige. Darunder ward eyn artikel begriffen, darin kgl. Mt. der statt furbehilt der begnadigüng unschedlich; und wie derselb artikel gestellt uf die oder das, doch alles vorberurter meynung, so was im derselben kyns gefellig. Und alß der Bf. von Triere nit ablassen wollt, beschiede der Kg. eyn stunde zu lyhen. Und alß die stunde kame und unser Bf. mit den synen erschyne, ließ der Kg. eyn rede und protestacion tün, darauf dem Bf. zu lyhen und nit anders. Und alß der Bf. sich darin williget, also zu entpfahen, lyhe im der Kg. mit gedinge, wie hienach in ir Mt. brief [Nr. 968] geschriben steet.

    « Nr. 968 Deklaration Kg. Maximilians bezüglich der Reichsbelehnung Bf. Reinhards von Worms »

    Bekundet, daß er auf Fürsprache der auf dem Konstanzer RT versammelten Reichsstände Bf. Reinhard von Worms am heutigen Tag mit den Regalien belehnt, davon jedoch die kgl. Übertragung der weltlichen Obrigkeit und anderer Rechte an die Stadt Worms1 ausgenommen hat. Der Bf. hat seine Belehnung in dieser Weise akzeptiert. Über diesen Protest und Vorbehalt stellt er der Stadt diese Urkunde aus.

    Konstanz, 10. August 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 51–51’, 54’ (Kop. mit imit Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein, Dorsalverm.: Ksl. [!] protestacion zu Costenz in belehnung des Bf. von Worms. L.) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921/3, unfol. (Kop. mit imit. ŠVermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein) = B. Wien, HHStA, Reichsregisterbuch TT, fol. 61 (Kop.).
    Druck: Lünig , Reichs-Archiv XIV (Part. spec. cont. IV, II. Teil), S. 684; Moritz , Abhandlung, Urkundenanhang, Nr. XXXVIII, S. 218f.; Moser , Hand-Buch II, S. 973; Boos , Quellen III, S. 522 Anm. 1.
    Regest: Scriba , Regesten, 3. Abt., Nr. 4501, S. 301.

    « Nr. 969 Lehenbrief Kg. Maximilians für Bf. Reinhard von Worms »

    In Würdigung der Dienste Bf. Reinhards von Worms für Kg. und Reich belehnt er ihn auf seine Bitte hin kraft kgl. Gewalt mit den Regalien, Lehen und Temporalien des Hst. Worms mit allen dazugehörigen Besitzungen und Rechten und konfirmiert die bfl. und hochstiftischen Privilegien und Freiheiten sowie die Rechte am Rhein von Roxheim bis Stein.1 Befiehlt allen Angehörigen des Hst., Bf. Reinhard als rechter Obrigkeit Gehorsam zu leisten, jedoch vorbehaltlich der Rechte von Kg. und Reich. Gebietet allen Reichsuntertanen die Beachtung dieser Urkunde bei Androhung schwerer Ungnade und einer Strafe von 100 Mark lötigen Goldes.

    Konstanz, 11. August 1507.
    Druck: Lünig , Reichs-Archiv XXI (Cont. III Spic. Eccl.), Nr. CLXXXI, S. 1306f. (Nachweis über Gegenz. „Sanorndfr.“ [= Serntein]) = Textvorlage A. Ebd., Nr. CLXXXII, S. 1307f. (Nachweis über Gegenz. „Sternbendraff“ [= Serntein] = B. Schannat , Historia episcopatus II, Nr. CCLXXXIX, S. 292–294 = C.

    « Nr. 970 Abschied Kg. Maximilians zwischen dem Wormser Stiftsklerus und der Stadt Worms (Entwurf) »

    Regelung für ein Schiedsverfahren zur Beilegung der bestehenden Streitigkeiten.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, Mitte August 1507.1 
    Š Worms, StdA, 1 B, 1939,2, Stück-Nrr. 17f. (Kop., Randverm.: Notula recessus Constanciensis concepta per nuntios civitatis Wormaciensis. Späterer Dorsalverm.: Abschied auf dem reichstag zu Costens in sachen Bf. contra Wormbs.) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921/3, unfol. (Reinkonz., Dorsalverm.: Abschid zu Costenz; Viditvermerk Serntein2) = B.

    Zwischen dem Wormser Klerus und der Stadt Worms kam es wegen des Weinausschanks durch die Geistlichen, eines Aufschlags auf Getreideausfuhren aus der Stadt und der Steuerverweigerung des Klerus für in der Stadt erworbene Liegenschaften zu Streitigkeiten, über die vor ihm, dem Kg., und seinen Hofräten, außerdem vor geistlichen Richtern und anderen Instanzen Verhandlungen geführt wurden. Um weitere Konflikte zwischen den Parteien zu vermeiden, a berief er sie zu einem Rechtstag nach Konstanz, hörte dort beide Seiten an und-a erließ mit ihrer Zustimmung folgende Vereinbarung: 1. Der Klerus hat b bis zum Egidientag-b [1.9.] dafür zu sorgen, daß die Stadt unter möglichst geringen Kosten aus dem Bann gelöst wird. 2. Die Geistlichen erhalten im Gegenzug die Möglichkeit, sich wieder frei und sicher in Worms aufzuhalten und auch von ihren Freiheiten und Rechten Gebrauch zu machen, insofern sie unstrittig waren und wie sie vor Ausbruch der Streitigkeiten bestanden habenc. 3. Jede Partei soll zwei unparteiische Personen als Schlichter benennen, die einen Monat nach Datum der Urkunde in Worms zusammenkommen und entweder einen gütlichen Vergleich herbeiführen oder eine rechtliche Entscheidung fällen. Für den Fall, daß diese Schiedsrichter zu keiner Einigung kommen, benennt er drei Kandidaten – Kf. Friedrich von Sachsen, Gf. Johann von Nassau-Dillenburg und Kaspar Frh. zu Mörsberg (Landvogt zu Hagenau) – für die Wahl zum Obmann durch die vier Schlichter. Sollte keine Einigung auf einen Obmann gelingen, wird Mörsberg dieses Amt übernehmen. 4. Eventuelle Versuche einer der Parteien, das Verfahren zu verzögern, sind durch Obmann und Schiedsrichter zu Šunterbinden, damit dessen Abschluß binnen drei Monaten nach Ausfertigung der vorliegenden Urkunde gewährleistet istd. 5. Die Geistlichen sollen den Weinausschank bis Weihnachten einstellen. e Falls die Bürgerschaft oder ihre Schiedsrichter im Vollzug dieses Abschieds ungehorsam oder säumig sein sollten, haben die Geistlichen das Recht, ihren Wein bis zu einer endlichen Entscheidung auszuschenken. Im umgekehrten Fall bleibt das Schankverbot bis zum Abschluß des Verfahrens in Kraft-e. 6. Bei Tod oder Verhinderung eines Schlichters soll seine Partei binnen acht Tagen einen Ersatzmann benennen; entsprechend wird er, der Kg., dies im Falle des Todes des Obmanns tun. 7. f Sollte aus schwerwiegenden Gründen eine Entscheidung innerhalb von drei Monaten nicht möglich sein, verlängert sich die Gültigkeit dieses Abschieds mit folgenden Ergänzungen um weitere drei Monate: Möglichst im ersten Monat sollen die vier Schiedsrichter einen Spruch fällen. Falls keine Einigung möglich ist, soll der Obmann aufgrund der Verhandlungsunterlagen eine Entscheidung treffen und so die Mehrheit herstellen. Diesem wird hiermit unter Androhung einer Strafe und der kgl. Ungnade befohlen, sein Urteil möglichst rasch zu fällen und den Parteien auf ihren Wunsch eine versiegelte Urkunde darüber auszustellen. 8. Gegen das gegebenenfalls unter Mitwirkung des Obmannes zustandegekommene Urteil der Schiedsrichter sind keine Rechtsmittel zulässig-f. 9. Befiehlt beiden Parteien unter Androhung der kgl. Ungnade und des Verlusts der im vorliegenden Streit geltend gemachten Rechte sowie einer Geldstrafe von 50 Mark lötigen Goldes den Vollzug dieses Abschieds.

    « Nr. 971 Städtetag zu Speyer an Kg. Maximilian »

    Bürgermeister und Rat der Stadt Worms haben wegen ihres Streits mit dem Bf. und dem Wormser Stiftsklerus schriftlich um eine Fürschrift an ihn, den Kg., gebeten.1 Worms ist eine alte Reichsstadt, die dem Reich, ihm und seinen Vorgängern immer treu gedient hat und dies auch künftig tun wird. Indessen ist ihr Niedergang zu befürchten, wenn der Streit nicht beigelegt wird. Bitten, die Angelegenheit zu bedenken und der Stadt zu helfen, damit sie dieses Streits enthoben wird und zugleich ihre Rechte und Freiheiten geschützt werden.

    Speyer, 16. September 1507 (donerstag nach exaltacionis crucis).
    Š Worms, StdA, 1 B, 1927,2, Stück-Nr. 42 (Kop.) = Textvorlage A. Speyer, StdA, 1 A, Nr. 250,1, fol. 153’ (Kop.) = B. Ulm, StdA, A 625, zu Stück-Nr. 42, unfol. (Kop.).
    Druck: Boos , Quellen III, S. 523 Anm. 1 (Auszug).

    « Nr. 972 Mandat Kg. Maximilians an alle Reichsangehörigen »

    Laut Anzeige der Stadt Worms setzten die fünf in Worms ansässigen Stifte ungeachtet der während des Konstanzer RT geführten Schiedsverhandlungen und des nach deren Scheitern vorgeschlagenen Austrags, den die Stadt im Gegensatz zum Klerus bereits akzeptiert und überdies noch einmal ihm, dem Kg., als oberstem Richter die Entscheidung über den Streit anheimgestellt hat, den geistlichen Prozeß fort und haben einen Bannspruch gegen die Stadt sowie die Hilfe des weltlichen Armes erwirkt und publiziert. Damit mißachtet der Klerus seine kgl. Obrigkeit und verstößt gegen die Reichsordnung. Er untersagt unter Androhung der Strafe des Landfriedens, der Reichsacht und Aberacht, aufgrund des ergangenen Bannspruches gewaltsam gegen die Stadt, ihre Bürger und Einwohner sowie deren Habe vorzugehen.1 

    Innsbruck, 16. September 1507.
    Worms, StdA, 1 B, 1922, unfol. (Druck2, gedr. Vermm. wie Or., Kollationsverm. Valentin Keudels) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921, unfol. (Or. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = B. Darmstadt, StA, C 1 C, Nr. 53, fol. 73–74’ (Kop.). Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 158, fol. 196–197 (Kop.).
    Druck: Boos , Quellen III, S. 524 Anm.

    « Nr. 973 Inhibitionsmandat Kg. Maximilians an Dechanten, Kapitel und Priesterschaft der in Worms ansässigen Stifte »

    Teilt mit, daß die Stadt in den Austrag, der nach dem Scheitern der auf dem Konstanzer RT durch kgl. Räte geführten Schiedsverhandlungen vorgeschlagen wurde, eingewilligt und überdies noch einmal ihm, dem Kg., als oberstem Richter die Entscheidung über den Streit anheimgestellt hat. Er hat indessen erfahren, daß sie, die Adressaten, vor Ablauf der zur Annahme oder Ablehnung des Austrags gesetzten Frist von dem vermeinten geistlichen Richter Jnuocationem Brachii secularis1 außbracht, das die weltlichen by peen des ŠBanns in Sechs tagen nach verkuͦndung der selben Inuocation in jren herschefften, gerichts zwingen vnd gepieten dieselben von Wormbs, die jren vnd jre Leib und guͦter annemen, fahen und fenglichen halten, auch mit der Tate sollen vnd moͤgen gegen ynen handeln. Falls dies zutrifft, handelt es sich um einen Verstoß gegen die Landfriedensordnung und wäre als Majestätsverbrechen anzusehen. Er befiehlt ihnen unter Androhung des Entzugs aller vom Reich herrührenden Lehen und Regalien, der Strafe des Landfriedens sowie der Reichs- und Aberacht, den Bann gegen die Stadt Worms binnen zehn Tagen nach Vorlage dieses Mandats abzustellen und sie ohne Gegenleistung vom Bann zu absolvieren. Außerdem untersagt er ihnen, gewaltsam gegen die Stadt vorzugehen oder dies zu gestatten. Statt dessen sollen sie den angebotenen Austrag vor ihm als röm. Kg. oder vor dem kgl. Kammergericht akzeptieren.2

    Innsbruck, 18. September 1507.
    Worms, StdA, 1 B, 1922, unfol. (Druck, gedr. Vermm. per regem propria manu/amdrp. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Worms, StdA, 1 B, 1921, unfol. (Or., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein) = B. Straßburg, AV, IV/42, Nr. 24, unfol. (Druck, gedr. Vermm. A).
    Druck/Regest: Boos , Quellen III, S. 524f. Anm.

    « Š3.4. Deutscher Orden »

    « Nr. 974  HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen »

    Er hat vor kurzem von der Entsendung des Bf. von Großwardein1 zum röm. Kg. erfahren. Der Gesandte hat angeblich auch Befehl vom polnischen Kg., den Konflikt zwischen Polen und dem Deutschen Orden zu thematisieren. Zu diesem Zweck wurden ihm großzügige Geschenke mitgegeben.
    Er wollte deshalb selbst Gesandte zum röm. Kg. abordnen2, sah davon jedoch angesichts seiner, Hg. Georgs, in Kürze erwarteten Rückkehr ab. Bittet ihn, auf die Machenschaften des Gesandten achtzugeben, um einen Entschluß des röm. Kg. zum Nachteil des Ordens zu verhindern. Nach seiner Rückkehr will er mit ihm über weitere Schritte beraten.3

    s.l., jedoch wohl Dresden, 22. Juli 1507 (donerstag am tag marie Magdalene).
    Berlin, GStA, OF 26, pag. 9 (Kop.).

    « Nr. 975 Wolfgang von Eisenhofen (Landkomtur der Ballei Franken) an Johann Adelmann von Adelmannsfelden (Landkomtur zu Blumenthal) »

    [1.] Der Deutschmeister [Hartmann von Stockheim] hat ihm einen Brief des Hochmeisters zugesandt, worin dieser seine Abreise aus dem Ordensgebiet erklärt und Gesandte ankündigt, die dem Deutschmeister die Gründe eingehend erläutern sollen.1 Der Deutschmeister Šhat ihm mitgeteilt, daß er krank und nur in Begleitung seiner Leibdiener in Mainz liege und es nicht für gut achte, die Gesandten allein anzuhören. Deshalb solle der Komtur zu Mergentheim, Gf. Georg von Henneberg, den Komtur zu Virnsberg2 und den Sekretär des Deutschmeisters, Johann Beeck (Pecken), zu sich berufen und gemeinsam mit ihnen die Gesandten anhören, sobald diese in Mergentheim einträfen.
    Henneberg hat ihm heute geschrieben, daß er den Gesandten, Ludwig von Seinsheim (Komtur zu Koblenz), gemeinsam mit den beiden anderen genannten Personen angehört habe.
    [2.] Sicherlich hat er, Adelmann, Bedenken, diese das Land Preußen betreffende Angelegenheit allein und ohne die Gesandten des Hochmeisters am kgl. Hof zu vertreten. Henneberg und der Komtur zu Virnsberg haben Seinsheim ihre Mitwirkung zugesagt und sind daraufhin vielleicht auch abgereist. Er ist jedoch darüber nicht informiert. Um keinesfalls etwas zu versäumen, bittet er ihn, sich wieder zum röm. Kg. zu begeben und das Anliegen des Hochmeisters gemäß der beiliegenden Instruktion Seinsheims vorzutragen. Übersendet ihm auch ein Schreiben des Hochmeisters an ihn, Adelmann. Er will außerdem dafür sorgen, daß die im Schreiben Hennebergs und in der Instruktion Seinsheims erwähnten Unterlagen nach Konstanz geschickt werden.

    s.l., 16. August 1507 (montags nach assumptionis Marie).
    Wien, DOZA, Preu 398/2, fol. 151–152’ (Or.).

    « Nr. 976  Hg. Georg von Sachsen an Kg. Maximilian »

    [1.] Erinnert an seine in Konstanz gemachte Mitteilung, daß sein Bruder, HM Friedrich von Sachsen, vormutlich nicht auß cleiner bewegniß bei ihm zu Hause eingetroffen ist, weshalb er, Hg. Georg, früher abreisen wollte.1 Sein Bruder eröffnete ihm, daß der Kg. von Polen mit seinen Ständen beschlossen habe, den Hochmeister zur Ratifizierung des [Thorner] Friedens [von 1466] zu drängen. Kurz vor seiner Abreise sei eine Gesandtschaft eingetroffen, die unter Hinweis auf ein päpstliches Schreiben – worüber er, Hg. Georg, schon früher Šberichtet hat2 – die Annahme des Friedens gefordert und Waffengewalt angedroht habe. Er, der Kg., habe dem Hochmeister zuvor befohlen, den Frieden nicht zu ratifizieren3, auch wäre dies dem Deutschen Orden nachteilig. Indessen sei der Orden allein nicht imstande, dem Kg. von Polen Widerstand zu leisten. Um weiteren Anfechtungen aus dem Wege zu gehen, sei der Hochmeister nach Sachsen abgereist, auch in der Hoffnung, beim röm. Kg. und bei den Reichsständen Rat und Hilfe zu finden. Auch wolle der Hochmeister noch andere Freunde des Ordens aufsuchen und sie um Unterstützung bitten.
    [2.] In Anbetracht der Situation im Reich und in Sachsen ist vor allem von ihm, dem Kg., Hilfe zu erwarten, weswegen der Hochmeister sich ursprünglich selbst zu ihm begeben wollte. Doch in Anbetracht des Umstandes, daß er nicht über längere Zeit den Ordenslanden fernbleiben will und er, der Kg., mit wichtigen Angelegenheiten befaßt ist, hat der Hochmeister seinen Entschluß geändert und ihn ersucht, an seiner Stelle um Hilfe für den Orden zu bitten. Kündigt ein entsprechendes Schreiben seines Bruders an4 und äußert seine Zuversicht, daß der Kg. den Hochmeister und den Ritterorden nicht im Stich lassen wird.
    [3.] Er hat vor kurzem glaubwürdige Nachricht erhalten, daß Kg. Wladislaw von Ungarn-Böhmen eine Gesandtschaft zu ihm, dem röm. Kg., abgefertigt hat, die unter anderem die Aufhebung des früheren kgl. Mandats an den Hochmeister [vom 16.3.1501; Anm. 3] und die Ausstellung eines neuen Mandats zur Ratifikation des Thorner Friedens erwirken soll. Zwar besteht kein Zweifel, daß er, der Kg., weiß, was darauf zu antworten ist, er weist aber vorsorglich noch einmal darauf hin, daß sein Bruder und der Deutsche Orden allein dem Kg. von Polen nicht werden standhalten können. Wirksame Unterstützung steht jedoch nicht zu erwarten. Im Interesse des Friedens könnte man die ungarischen Gesandten daran erinnern, daß der Orden zum Trost der Christenheit und zur Ehre der Jungfrau Maria gestiftet worden sei und welchen Nutzen die Christenheit aus ihm gezogen habe, daß ferner der Orden von Kss., Kgg., Ff. und anderen Adeligen der deutschen Nation gestiftet und zur Blüte gebracht worden und ausschließlich a der christlichen Kirche-a und dem Römischen Reich untertan sei. Dennoch hätten die Kgg. von Polen den Orden angegriffen, ihm einen großen Teil seines Landes weggenommen und dadurch zum Schaden der ganzen Christenheit seiner Macht beraubt. Polen wolle den Orden der Obrigkeit des Röm. Reiches entziehen und sich unterwerfen. Ob es ihm als röm. Kg. zustehe, dazu seine Einwilligung zu geben, könne der [ungarische] Kg. selbst ermessen, ebenso daß dieses Ansinnen weder gut Šnoch geziemend sei, daß das Geschehene auf dem Gewissen und den Seelen seiner Vorfahren laste und Gott es durch Plagen und Strafen vergolten habe. Um künftigen Unfrieden zu vermeiden, solle sich der ungarische Kg. als Vermittler in den Konflikt einschalten und seinen Bruder [Kg. Sigismund von Polen] dazu bewegen, in ein Vermittlungsverfahren einzuwilligen. Er solle den beiden Parteien einen Tag anberaumen, an dem auch der röm. Kg. durch Gesandte teilnehmen werde. Der röm. Kg. sei für eine gütliche Einigung offen, doch im Falle weiteren gewaltsamen Vorgehens gegen den Orden werde er Gegenmaßnahmen ergreifen.
    Er selbst ist zuversichtlich, daß der Kg. von Ungarn eine solche Antwort akzeptieren wird. Bittet, seinem Bruder und dem Orden auf diesem oder einem anderen Weg aus seiner Notlage zu helfen. Falls der friedliche Ausgleich nicht möglich ist und der Orden auch nicht durch Waffengewalt unterstützt werden kann, bittet er, seinem Bruder eine wie auch immer geartete Einigung mit dem Kg. von Polen nicht zu verübeln. Er hat auch Kf. Friedrich und Hg. Johann von Sachsen, Kf. Joachim von Brandenburg und Hg. Bogislaw von Pommern-Stettin aufgefordert, den Hochmeister und den Orden im Falle eines Angriffes militärisch zu unterstützen.5 

    Schellenberg, 19. August 1507 (dornstag nach assumpcionis Marie).
    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9943/22, unfol. (Konz.).

    «3.5. Herzog Albrecht IV. von Bayern gegen Pfalzgraf Friedrich: Streit um das niederbayerische Erbe »

    « Nr. 977  Kf. Friedrich von Sachsen an Räte Hg. Albrechts von Bayern in Augsburg  »

    Der Kg. hat ihn bis heute in Konstanz aufgehalten. Er gedenkt aber, am nächsten Tag, spätestens jedoch am Mittwoch [28.7.] nach Augsburg abzureisen.

    ŠKonstanz, 26. Juli 1507 (montag nach St. Jacobs tag).
    München, HStA, KÄA 1238, fol. 329–329' (Kop.).

    « Nr. 978 Weisung Kg. Maximilians an Kf. Friedrich von Sachsen, Dr. Ludwig Vergenhans und Ernst von Welden »

    Hg. Albrecht von Bayern und Jörg Holzschuher haben laut eigenen Angaben Pfgf. Friedrich als Vormund mehrfach um die Übergabe der zwischen Hilpoltstein und Nürnberg gelegenen Dörfer Altenfelden, Eckersmühlen (Inckenmul), Finstermühle und Grafenberg mit den dazugehörigen Besitzungen und Rechten an Holzschuher ersucht. Diese Güter hätten seinerzeit Veit Ellwanger und seine Schwester [Clara] Sauerzapf an Hg. Ludwig von Bayern verkauft1, Hg. Albrecht habe sie nach dem Tod Hg. Georgs von Bayern und vor dem kgl. Kölner Spruch [vom 30.7.1505] an Holzschuher veräußert, wozu er befugt gewesen sei. Pfgf. Friedrich gebe als Grund für seine Weigerung die Zugehörigkeit dieser Güter zum Amt Hilpoltstein an. Hg. Albrecht und Holzschuher haben ihn, den Kg., um Hilfe gebeten.
    Befiehlt ihnen, bei der ihnen aufgetragenen Taxation diese Angelegenheit zuerst zu verhandeln und eine Entscheidung zu treffen, wem die strittigen Güter gehören.

    Konstanz, 31. Juli 1507.
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 73–73’ (Kop.).

    « Nr. 979  Kg. Maximilian an Kf. Friedrich von Sachsen »

    Er hat ihn zusammen mit den kgl. Räten Dr. Ludwig Vergenhans (Propst zu Stuttgart) und Ernst von Welden (kgl. Pfleger zu Seifriedsberg) zu Kommissaren ernannt, um die im Streit zwischen Hg. Albrecht und Pfgf. Friedrich ergangene kgl. Deklaration [Nr. 410] zu vollziehen. Dafür werden die Akten benötigt, die der Bf. von Trient verwahrt, jedoch nicht herausgeben will, bevor Pfgf. Friedrich ihm nicht seine Zehrungskosten erstattet hat. Er hat dem Bf. befohlen, die Akten unverzüglich nach Augsburg zu schicken und nach Auszahlung des restlichen Zehrungsgelds, über dessen Höhe sie befinden sollen, an sie auszuhändigen.1 Ersucht ihn, mit Pfgf. Friedrich über das Zehrungsgeld zu sprechen und mit den beiden anderen Kommissaren eine Entscheidung darüber zu fällen. Übersendet ihm zu ihrer Information eine beglaubigte Abschrift der kgl. Deklaration. Insbesondere sollen sie dieser gemäß ohne Verzug in Verhandlungen über das Geschütz und das Getreide sowie über die Stadt Wemding eintreten.2 

    Konstanz, 8. August 1507.
    Wien, HHStA, Maximiliana 18, Konv. 1, fol. 48–48’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    « Š3.6. Reichsstadt Konstanz »

    «3.6.1. Konflikt mit den Eidgenossen »

    « Nr. 980 Reversbrief von Bürgermeistern und Rat der Stadt Konstanz für Kg. Maximilian »

    Kg. Maximilian schloß als Ehg. von Österreich einen Schirmvertrag mit der Stadt Konstanz, der unter anderem besagt, daß der Kg. für die Stadt einen Vertrag mit den Eidgenossen über ein Austragsverfahren bei Streitigkeiten sowie über das Landgericht oder alternativ einen Hoheitsbezirk in der Lgft. Thurgau aushandeln wird.1 Der Kg. wird jedoch derzeit von anderen wichtigen Angelegenheiten in Anspruch genommen. Die Stadt willigt deshalb in ein dreijähriges Moratorium für die Umsetzung der vertraglichen Vereinbarungen ein. Der Kg. hat der Stadt jährlich 1200 fl. Schirmgeld verschrieben, welche Summe sich nach drei Jahren auf 3600 fl. beläuft. Er wird bis Weihnachten die Hälfte davon bezahlen, worüber er noch eine Bürgschaft ausstellen wird; die zweite Hälfte wird nach Ablauf der drei Jahre in den letzten vier Jahren des Schirmverhältnisses beglichen. Diese 1800 fl. sollen indessen mit einer früheren, für den Kauf von Getreide bewilligten Anleihe des Kg. an die Stadt Konstanz in Höhe von 1000 fl. verrechnet werden. Die restlichen 800 fl. werden in Tranchen von 200 fl. jeweils mit dem jährlichen Schirmgeld bezahlt.

    Konstanz, 2. August 1507.2 
    Konstanz, StdA, PU 5088 (Or.).
    Regest: Marmor , Urkunden-Auszüge, S. 153f.

    «3.6.2. Konflikt mit Bischof Hugo von Konstanz »

    « Nr. 981 Auszug aus dem Konstanzer Ratsprotokoll »

    Verhandlungen der kgl. Räte Erasmus Topler und Heinrich Hayden mit dem Rat der Stadt Konstanz über ein Schiedsverfahren im Streit mit Bf. Hugo von Konstanz.

    Konstanz, 11./14. August 1507.
    Konstanz, StdA, B I, Nr. 25, fol. 236–237 passim.

    /236/ [11.8.] Kleiner und Großer Rat: Dr. Doppler und Haiden bringen an des Bf. halb: Des ersten, dz yede party ainen van kgl. Mt. raten erkiesen solt; ob aber dz nit sin mocht, dz man nem H. Hansen van Stadyan; wolten sy lugen bi kgl. Mt., dz der ang[enommen] wurd. Zum andern, das der anlaß recht vergriffen, das die zwen commisary biurtailen geben möchten und kundschaft hören. Zum dritten hab der Bf. und capital ain beschward, dz mit wissen kgl. Mt. sprechen sölten, wurd im Niderland etc. sin, dz man den ardikel hußließ, da find man ander weg. Zum vierden, das ain Šyeder bi siner besitzung beliben sol; es dien aber in den anlaß nit, dz aber ain rat sich selbs handhab und ain Bf. sich auch. Und dz ainer stat ain schin geben wurd, dz man sy bi irm herkomen handhaben wolt.
    Fravel und ainer zu H. Hansen [von Stadion] ist nit von geredt.
    Antwurt ains ratz: Illa [die], ain rait wyl H. Wilhalmen Marschalk [von Pappenheim] annemen zu H. Ernsten von Wäldin. Das die comisaryen hir biurtailen geben solten, wyl ain rait nit annem. Was aber Hg. Fridrich [von Sachsen] mitsampt sinen zusazen, es syn byurtailen ader sunst, erkennen ader kuntschaft hören, geb ain rat zu. Darum die comissaryen sollen kain urta[i]l geben. Sy mogen aber gutlich als verhörer darin handeln. Was aber zu der urtail kumpt, sol den rechten richtern zugeschickt werden. Zum dritten wyl ain rait kurz, dz die mit wissen kgl. Mt. gesprochen werd, dann dz erst und ander co[m]promiß ist uf ime gestanden. Zum vierden, wyl dz ain rait in besitz, nutz und genieß yedes rechten unvergriffenlich syn.
    /236’/ Sy [= Topler und Hayden] sagen, Hg. Fridrich well darin nicht sprechen, der handel syg dann entlich da und biurtailen geben. H. Wilhalm Marschalck mag nit dasin. Da hait man H. Hansen Druchsasen [von Waldburg] fürgeschlagen. Sagen sy, er sicz mit kgl. Mt. rat.
    Ain rait wyl, dz mit wissen kgl. Mt. darin gesprochen werd. Conrat Tun oder Gf. Hansen von Werdenberg, Dr. Stürczel und H. Hans Druchsäß, da sol man ainen nemen. Die verhörer söllen kain byurtail geben etc. Denn wie solt man biurtail geben, so man den handel nit uf ain nuws horen solt. Man sol bi der besitzung beliben. [...]
    /237/ [14.8.] Kleiner und Großer Rat: Illa, man sol lut des vertrags handeln und ain obmann erwelen, yede party ain furschlag tun, ob man ainandern treff. [...].
    Illa, es sol yede partyen, der Bf. III und ain rat III, erkiesen. Dieselbigen sollen ain obmann nemen, und derselbig obman soll mit den VI des vertrags gutlich, ab der handel hingelegt werden möcht, handeln. Ob er aber nit gutlich hingelegt werden mocht, dz sol dann Hg. Fridrich zugeschickt werden; was er dann nit gutlich hinlegt, darin rechtlich sprechen. Und ist man in hoffnung, Hg. Fridrich werd härbracht. Ob er aber nit kem, sol man im die artikel versekretiert zuschicken. Ist also van grossen und klainen raten angenomen.

    « Nr. 982 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Dr. Heinrich Hayden (kgl. Rat und Erbschenk in Österreich)  »

    Sie haben seinen schriftlichen Ratschlag1 bzgl. des Streits zwischen der Stadt und dem Bf. von Konstanz erhalten und erklären – da sie mit dem Bf. endlich zum Einvernehmen kommen wollen, um weiteren Schaden zu verhüten – nach Beratung im Großen Rat verbindlich ihre Zustimmung. Bitten ihn, sich beim Kg. und beim Bf. mit Nachdruck darum zu bemühen, den Ratschlag anzunehmen. Sie hegen die Erwartung, daß der Kg. sie in Anbetracht ihrer bisher für Kg. und Reich geleisteten Dienste gnädig bedenken wird.

    Konstanz, 2. September 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 37 (Konz.).

    « ŠNr. 983  Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian  »

    Sie haben den Beschluß des Großen Rates wegen der Beilegung der mit dem Bf. bestehenden Streitigkeiten, über den im Interesse von Kg., Reich und Stadt nicht hinausgegangen werden kann, dem kgl. Rat Dr. Erasmus Topler mit Bitte um Mitteilung an ihn, den Kg., eröffnet. Bitten, sie, die ihr Leben und ihr Eigentum immer für das Hl. Reich und das Haus Österreich eingesetzt haben, bei diesem Beschluß zu belassen, der mit dem bei Regierungsantritt des Bf. geschlossenen Vertrag1 in Einklang steht .

    Konstanz, 22. September 1507.
    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1507), fol. 90–90’ (Or.) = Textvorlage A. Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 40’-41 (Konz.) = B.

    «3.6.3. Kosten des Reichstages »

    « Nr. 984 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian »

    Ein Konstanzer Bürger, der Priester Hans Kleinhans, hat auf Weisung des Rates für die Aufnahme von Gästen während des RT Vorsorge getroffen. Unter anderem wurde ein junger H. von Geroldseck bei ihm einquartiert, der Kleinhans Geld schuldig geblieben ist. Als Kleinhans Geroldseck aus schwerwiegenden Gründen nicht mehr im Haus haben wollte, dieser ihn jedoch nicht auszahlen konnte, verkaufte er auf der Grundlage eines Gerichtsurteils dessen Pferd. Ihm, dem Kg., gegenüber wurde dies jedoch als unrechtmäßiges Vorgehen und Mißachtung des Reichsoberhaupts dargestellt, woraufhin er den Bf. von Konstanz mit der Festsetzung und Bestrafung des Geistlichen beauftragt hat. Das kgl. Gefolge schuldet Kleinhans ungefähr 120 fl., Geroldseck davon 9 fl. Bitten, den Befehl an den Bf. zurückzunehmen.

    Konstanz, 17. August 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 32–32’ (Konz.).

    « Nr. 985 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Kg. Maximilian »

    Schuldforderungen Konstanzer Bürger an Angehörige des kgl. Gefolges für die Unterbringung und Verpflegung während des RT.

    Konstanz, 18. August 1507.
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 33–34 (Konz.).

    /33/ Allerdurchluchtigister etc. Uns zwiflet nit, uwer kgl. Mt. mog gedenken, mit was costen und vlyß unsere arme gmainden sich uf den gehaltnen richstag – do u. kgl. Mt. uns den zuschraib und gebot, das wir fursehung tun solten, damit niemands ankumender mangel haben wurd – gerustet und uf unser ernstlich verschaffen und gebieten u. kgl. Mt. zu undertenigkait nach hochstem vermogen beworben und by Šunsern umbsessen win, korn, heu, strow, haber, huner und mengerlay spiß kouft, bestelt und uf borg ufgenommen. Mit was vlyß und truwen auch sy iren zugelegten gesten gewartet, gepflegen und sy mit hochstem willen empfangen und, damit sy sy vor mangel behuten mochten, ir klainot und ander ir gut versetzt, verpfendt und fur sy dargesponnen haben. Nun jetz, so in irer der merertail vermogen ganz nit mer stat, ichtzit mer darzespannen, und inen a uß dem, dem merern tail wol in XIIII oder XV wochen kain gelt worden ist-a, kleinot und pfand zerrinnen, so mag doch inen /33’/ bezalung von gesten, die dann u. kgl. Mt. hofgesind sind, nit verlangen. Und understend sich aber diejen, so inen uf borg gegeben haben, gemelte unser gemaind, ouch die gesetzten underpfand mit recht anzegrifen. Und stat menges sach, wo in nit bezalung begegnet, das er von wib, kind, hus, hof, und was er hat, wichen müss. Solhes züfurkummen, sygen hutigen tags ain merkliche anzal unser burger vor uns herschinen und haben uns als die, sy zu rüstung solichs und ufnemung der gesten gezwungen und genot haben, umb hilf und rat angeruft.
    So nun, allergnst. Kg., uns swer wurd werden, sollten unsere burger, so also zu umbzug irer borger gebracht sind, in uns wachsen, ouch nach swerer, ob etliche ire wib, kind und guter verlassen musten, so ist an u. kgl. Mt. unser underteniges bitten und anrufen, u. kgl. Mt. welle uns in dem gnediglich fursehen und verschaffen, das unser burger also bezalt und irer schulden entricht wurden, damit sy ire borger, di inen uf ir zusagen geborgt haben, bezalen und also ir hußliche wonung, darin sy vorm richstag warend, behalten mogend. So sollen und wollen wir und sy hinfur aber unser vermogen darstrecken und zu gehorsamen diensten u. kgl. Mt. allwegen willig sin. Dan war ist, /34/ das solich nit bezalen uns und unsern burgern, ouch also, ze reden, u. kgl. Mt., gegen denjenen, so unsern burgern dergestalt geborget haben, etwas schmach und nachred geberen ist. [Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung].

    « Nr. 986 Bürgermeister und Rat der Stadt Konstanz an Christoph Schenk von Limpurg »

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens wegen der auf ihn und andere Personen lautenden Verschreibung über die Schulden des Kg., der Kgin. und ihres Hofgesindes bei Bürgern der Stadt, worin er mitteilt, daß er zum Kg. reiten müsse. Es steht ihnen nicht zu, ohne Einwilligung der Gläubiger einen Nachlaß zu gewähren. Empfehlen deshalb, direkt mit den Gläubigern, gegenüber denen er die Bürgschaft übernommen hat, und nicht mit ihnen zu verhandeln.1 

    ŠKonstanz, 6. November 1507 (sampstags post omnium sanctorum).
    Konstanz, StdA, B II, Nr. 28, fol. 51 (Konz.).

    «3.7. Reichsstadt Nürnberg  »

    « Nr. 987 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1.] [Konflikt zwischen Nürnberg und Brandenburg wegen des adligen Räuberunwesens; Nr. 625, Anm. 3]. Referiert aufgrund von Hörensagen aus dem Inhalt der Erklärung Kg. Maximilians für die kurpfälzischen Gesandten [Nr. 952] und berichtet über deren Reaktion.1 [Bevorstehende Abreise Kg. Maximilians, Statthalteramt Kf. Friedrichs von Sachsen; Nr. 746, Pkt. 2].
    [2.] An Nürnberg wird die Aufforderung ergehen, die Stadtsteuer zehn Jahre lang an Kf. Friedrich von Sachsen auszubezahlen. Er, Topler, hat deshalb bereits mit [Anton] Tetzel und [Jörg] Holzschuher gesprochen. Falls die Stadt sich weigern sollte, wäre dies unproblematisch. Denn es wird viel verlangt, man kann indessen nicht alles bewilligen. Ebenso wird die Stadt aufgefordert werden, sich wegen der verpfändeten Häuser des kgl. Kammermeisters [Balthasar Wolf] auf den Zoll zu Engelhartszell verweisen zu lassen.2 [Neuigkeiten bezüglich des geplanten Romzugs; Nr. 746, Pkt. 3].
    [3.] [Beiliegender Zettel] Anton Tetzel erhielt bei seiner Verabschiedung eine kgl. Quittung über die ausstehende Nürnberger Stadtsteuer ausgehändigt.3 Diese 800 fl. sollen formal an Kf. Friedrich von Sachsen, de facto jedoch je zur Hälfte an den Kg. und an den Kf. gehen. Der Kf. hat indessen seinen Anteil an Niklas Ziegler überschrieben. Er empfiehlt, diese 400 fl. auszubezahlen, da Ziegler für Nürnberg noch von Nutzen sein kann. Wegen der restlichen 400 fl. hat Kf. Friedrich Nürnberg bereits zur Auszahlung an den Kg. aufgefordert. Dieser hat indessen seinen Anteil je zur Hälfte Dr. Hayden und ihm, Topler, zugedacht. Hayden, der sich stets in der Umgebung des Kg. aufhält und viel für Nürnberg getan hat, drängt ihn angesichts des allgemeinen Aufbruchs zur Bezahlung seiner 200 fl. Da er selbst sich ebenfalls für berechtigt hält, will er sich um hier einen Wechsel über 400 fl. bemühen, den die Stadt einlösen soll. Falls der Magistrat dies nicht will, steht er selbst für die 200 fl., die er Hayden Šgeben wird, ein. Er bittet um einen günstigen Bescheid und um Übergabe der 400 fl. an Hans Stromer.
    [4.] [Beiliegender Zettel] Niklas Ziegler hat ihn gebeten, die an Martini [11.11.] fällige Stadtsteuer – in Höhe von 600 fl. nach Abzug der dem Bürgermeister von Laufenburg [Friedrich Moll] geliehenen 200 fl. 4 – vorzeitig an Kf. Friedrich von Sachsen auszubezahlen. Er rät davon ab, dies zu tun.

    Konstanz, 10. August 1507 (St. Lorenzen tag).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 13, S. 295–299.

    « Nr. 988 Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg an Kf. Friedrich von Sachsen »

    [1.] Bestätigen den Empfang seines Schreibens aus Forchheim.1 Bislang gingen den Hh. Älteren in betreff der fälligen Stadtsteuer weder vom Kg. noch von Niklas Ziegler Schreiben zu, abgesehen davon, daß der Kg. der Stadt Nürnberg über die an Martini [11.11.] fällige Stadtsteuer quittiert hat [Nr. 987, Anm. 3]. Übersenden ihm davon und von der kgl. Weisung, die Stadtsteuern der nächsten zehn Jahre an ihn, Kf. Friedrich, auszuhändigen, Abschriften. Die Hh. Älteren haben dem am kgl. Hof weilenden Erasmus Topler geschrieben, daß sie aufgrund der kgl. Quittung und seines, Kf. Friedrichs, Schreibens Niklas Ziegler die Aushändigung von 400 fl. aus der Stadtsteuer bewilligt haben und die restlichen 400 fl. dem Kg. zugehen sollen.2 Topler hat in einem heute eingegangenen Schreiben mitgeteilt, daß Ziegler die Hh. Älteren ersuchen werde, die nach Abzug der 200 fl. Schulden Friedrich Molls verbleibenden 600 fl. aus der diesjährigen Stadtsteuer an ihn auszubezahlen. Dies werden die Hh. Älteren unter Hinweis auf die bereits ihm, dem Kf., gegenüber erfolgte Zusage ablehnen.3 
    Š[2.] Er hat ihnen mitgeteilt, daß Mgf. Kasimir von Brandenburg nach Forchheim gekommen sei und ihn informiert habe, daß der angesetzte Tag [Nr. 437] wegen der ausgebrochenen Seuche nach Schweinfurt verlegt werde. Sie sind daran interessiert, daß der Tag stattfindet, wenn er nur Ergebnisse zeitigt. Sie sind auch zuversichtlich, daß er ein gnädiger Förderer angemessener Mittel sein wird, wenn er vom Kg. zu dem Tag beschieden wird. Kündigen Mitteilung an, wenn sie ebenfalls dazu eingeladen werden.

    Nürnberg, 18. August 1507 (mittwoch nach assumpcionis Marie).
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher 59, fol. 244’-245 (Kop.).
    Druck: Westphal , Korrespondenz, Nr. 90, S. 297f. (irrtümlich datiert auf den 25.8.).

    « Nr. 989 Bericht Dr. Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh. Älteren »

    [1. Romzughilfe; Nr. 770. 2. Räuberunwesen in Franken; Nr. 965]. [3.] Erinnert bezüglich der Stadtsteuer daran, daß Ölhafen darauf 200 fl. verschrieben wurden und er selbst daraus jährlich 100 fl. Ratssold erhält. Anton Tetzel und Jörg Holzschuher haben ihm vor kurzem während ihres Aufenthalts in Konstanz eine Quittung über die von Nürnberg dem Bürgermeister von Laufenberg [Friedrich Moll] geliehenen 200 fl. dagelassen, die der röm. Kg. mit der Stadtsteuer verrechnen will, was auch von Kf. Friedrich und [Degenhart] Pfeffinger gegenüber der kgl. Hofkammer bewilligt wurde. Der Bürgermeister hat ihm daraufhin das beiliegende kgl. Schreiben zugeschickt und die Aushändigung der Quittung angemahnt. Obwohl er diesbezüglich von Tetzel und Holzschuher instruiert war, hat er es zur Vermeidung von Schwierigkeiten abgelehnt und den Bürgermeister auf die Entscheidung des Nürnberger Magistrats vertröstet. Warnt davor, zuviele Zusagen zu machen und mehr als 600 fl. auszubezahlen, da die Stadtsteuer sich auf nicht mehr als 1000 fl. beläuft, Ölhafen und er selbst jährlich zusammen 300 fl. erhalten und dazu noch die 200 fl. des Bürgermeisters kommen.
    [4.] Sagt zu, gegenüber dem kgl. Kammermeister Balthasar Wolf weisungsgemäß zu verfahren.
    [5.] Er wird ihrer Weisung, bis auf weiteren Bescheid am kgl. Hof zu bleiben, nachkommen – ungeachtet der vielen möglichen Einwände, sunderlich unter anderen, das ein pfaff zu hofe wenig gaistlikeit uben, da auch wenig frumkeit, sunder vil neid, feindschaft erobern und er sich auch nicht um seine eigenen Angelegenheiten kümmern kann. Doch will er die Interessen der Stadt über seine eigenen stellen. Glaubt mir furware, das dieser hofe als untreu und fel ist als keiner auf erdrich. [6. Klage der Tetzel gegen die Stadt Nürnberg].
    [7.] Bestätigt den Empfang des ihm zugesandten Decknamenverzeichnisses. [8. Reichsanschlag des Abtes von St. Egidien; Nr. 770].
    [9.] Er wird sich weisungsgemäß dafür einsetzen, daß der Propst von St. Lorenz1 – [mit dem Nürnberg darüber noch gar nicht gesprochen hatte] – als Assessor [des Kg. oder eines Kf.] Šam kgl. Kammergericht angenommen wird. [10. Schreiben bezüglich der Kölner Reichshilfe von 1505; Nr. 770].
    [11.] Er wird versuchen, die Geldnot am kgl. Hof auszunutzen, um das [Appellations-] Privileg für Nürnberg und die Konfirmation [der böhmischen Belehnung] zu erwirken. Doch muß man vorsichtig und geduldig vorgehen. [12. Neuigkeiten von den Eidgenossen; Nr. 770]. Er selbst wird heute aus Konstanz abreisen.

    Konstanz, 23. September 1507.
    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, D-Laden-Akten, Nr. 219, unfol., Stück-Nr. 42 (eh. Or. m. S.).
    Druck: Gümbel , Berichte, Nr. 15, S. 305–311.

    «3.8. Reichsstadt Köln  »

    « Nr. 990 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an Kg. Maximilian »

    Sie haben aufgrund seiner bisherigen Zusagen erwartet, daß dem Kölner Protonotar Georg Goldberg das modifizierte Stapelprivileg zusammen mit den entsprechenden Mandaten ausgehändigt würde.1 Doch teilte zuletzt der kgl. Buchhalter Jakob Villinger ihrem Gesandten mit, daß diese Schriftstücke gemäß einer Entscheidung des Kg. nach Augsburg geschickt werden sollten, um sie dort gegen die gemäß kgl. Befehl von ihnen hinterlegte ältere Urkunde auszutauschen. Der städtische Bevollmächtigte wartete jedoch vergeblich auf den Vertreter des Kg. Hingegen wurde Johann Lukas in Köln vorstellig und teilte mit, daß er Befehl habe, das Stapelprivileg gegen Aushändigung der Kölner Ungarnhilfe zu übergeben. Lukas mußte jedoch auch eingestehen, daß er die Mandate [zur Befolgung des Privilegs] an Kff. und Ff. sowie in die Niederlande nicht bei sich habe, der Kg. jedoch deren Nachsendung zugesagt habe. Sicherlich wurde er, der Kg., inzwischen durch die Kölner Gesandtschaft in Konstanz über die Beschwerden der Stadt informiert. Sie haben auch dem kgl. Gesandten gegenüber geltend gemacht, daß sie derzeit zu ihrem größten Bedauern nicht imstande sind, das Geld zu bezahlen. Dieser verweigerte daraufhin die Aushändigung der Urkunde.
    Bitten um Aushändigung des Stapelbriefes einschließlich der Mandate entsprechend seinen Zusagen ihnen gegenüber und gegenüber den Kölner Gesandten. Bitten außerdem, ihre Haltung nicht als Ungehorsam mißzuverstehen.

    Köln, 29. Juli 1507.
    Köln, HAStd, Briefbücher, Nr. 43, fol. 244–245 (Kop.).

    « ŠNr. 991  Weisung der Stadt Köln an Dietrich Meinertzhagen »

    [1.] Sie haben seinem zweiten Bericht1 entnommen, daß der röm. Kg. aufgrund seines Insistierens davon abgekommen sei, den Stapelbrief erst nach Bezahlung der Ungarnhilfe aushändigen zu lassen, und statt dessen [Johann] Lukas die Übergabe der Urkunde samt der an Kff. und Ff. gerichteten kgl. Mandate [zur Befolgung des Stapelprivilegs] befohlen habe. Doch habe die Kanzlei ihn beschieden, daß Entwürfe weder für den Stapelbrief noch für die Mandate vorlägen; er solle die Zusendung dieser Entwürfe aus Köln veranlassen, dann würden sie unverzüglich ausgefertigt.
    Die Dinge stellen sich aus ihrer Sicht ganz anders dar. Die ihnen vorgetragene Instruktion Lukas’ besagt eindeutig, den Stapelbrief erst nach Bezahlung der Ungarnhilfe auszuhändigen. Sie haben im Gegenzug auf ihre Beschwerden hingewiesen und wie in ihrer letzten Weisung an ihn die Zusagen des röm. Kg., Sernteins und Pauls von Liechtenstein im Zusammenhang mit der Anleihe der 7000 fl. 2 geltend gemacht – vergeblich. Er soll noch einmal beim Kg. vorstellig werden und die vielfältigen Leistungen Kölns für ihn, seinen Vater und das Reich anführen. Die Zinsen für die dafür erforderlichen Geldaufnahmen müßten immer noch bedient werden; überdies sei der Streit mit dem Ebf. von Köln sehr kostspielig gewesen.
    [2.] Übersenden ihm die angeforderten Entwürfe für das Stapelprivileg und für die zugehörigen Mandate mit der Bitte um baldmöglichste Ausfertigung. Ihrem Schreiben liegt ebenfalls eine kgl. Quittung bezüglich des Romzuges bei, woraus eindeutig hervorgeht, daß der Kg. diese Forderung als beglichen erachtet. Sie sind darüber befremdet, daß er, Meinertzhagen, davon keine Kenntnis hat und sich in Verhandlungen und Zugeständnisse eingelassen hat. Er soll sich mit allem Nachdruck um die Befreiung Kölns von der Romzughilfe bemühen. Er hatte nicht den Auftrag, diesbezüglich etwas zu bewilligen. Sie sind auch nicht in der Lage, eine Zahlung zu leisten.3 
    Š[3.] In Beantwortung seiner Anfrage weisen sie ihn an, am kgl. Hof zu bleiben, falls der RT zu Ende geht, bevor der Stapelbrief und die Mandate ausgefertigt sind, und der Kg. in Konstanz oder Umgebung bleibt. Falls letzteres nicht der Fall ist, soll er an seiner Stelle eine vertrauenswürdige Person beauftragen.
    [4.] In Beantwortung seiner Anfrage, ob der Kg. wegen des Stapelprivilegs selbst mit den Kff. von Mainz und Trier sowie mit Pfgf. Friedrich sprechen soll, erinnern sie daran, daß Lukas sich weigert, die Stapelbriefe vor Bezahlung der Ungarnhilfe herauszugeben. Sie können ihm deshalb dazu keine Anweisung geben. Solange sich der Stapelbrief nicht in ihren Händen befindet, ist auch von der Gemeinde keine Hilfe zu erwarten.
    [5.] Er soll Straßburg bitten, sich mit der Rückzahlung der ihm geliehenen 100 fl. bis zur Frankfurter Messe zu gedulden.
    [6.] PS. Übersenden ihm eine zweite Ausfertigung ihrer Lukas für den Kg. mitgegebenen versiegelten Antwort für den Fall, daß diese ihren Adressaten nicht erreicht, außerdem die Abschrift der Einwilligung Kg. Philipps von Kastilien zum Stapelprivileg. Falls Lukas sich beim Kg. oder anderen Personen am kgl. Hof beklagt, wegen der Antwort auf seinen Vortrag in Köln so lang aufgehalten worden zu sein, soll er diesen Vorwurf zurückweisen. 

    Köln, 29. Juli 1507.
    Köln, HAStd, Briefbücher, Nr. 43, fol. 245–247 (Kop.).

    « Š3.9. Reichsstädte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen: Verpfändung an Kursachsen »

    « Nr. 992  Hg. Heinrich d. Ä. von Braunschweig-Wolfenbüttel an Lienhart von Fraunberg zum Haag »

    Der RT-Gesandte der drei Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen [Hermann Pfeiffer] hat ihn über seine, Fraunbergs, Bemühungen um die Rückgängigmachung der Verpfändung (veranderunge) informiert. Bekundet seinen Dank. Er ist jedoch mit dem Bescheid an den Gesandten, wonach die Verpfändung unverändert droht, sehr unzufrieden, wie auch aus seinem in Abschrift beiliegenden Schreiben an den Kg. 1 zu entnehmen ist. Er kann nicht verhehlen, daß die Verpfändung für ihn völlig inakzeptabel ist. Er wird weiterhin versuchen, diese abzuwenden, und bittet ihn um seine weitere Unterstützung.2 

    Gandersheim, 7. September 1507 (dinstage unser lb. frauwen abint nativitatis). 
    Nordhausen, StdA, 1 A, 44 e, unfol. (Or. m. S.).

    « Nr. 993 Bürgermeister und Räte der Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen an Kg. Maximilian »

    Er hat gegenüber ihrem Gesandten [Hermann Pfeiffer] auf dem kgl. und Reichstag zu Konstanz angekündigt, daß er für weitere Verhandlungen Gesandte zu ihnen abordnen werde. Ihr Gesandter hat sie darüber ebenso wie über ihren Anteil an der Romzughilfe informiert. Er, der Kg., kann selbst ermessen, daß sie in die Verpfändung nicht einwilligen können. Besonders schwer wiegt, daß ihre Vorfahren die drei Städte seit hunderten von Jahren unter Blutvergießen und mit hohen Kosten beim Reich erhalten haben. Sie wollen weiterhin beim Kg., der aus dem edelsten Geschlecht der Welt stammt, und beim Reich bleiben. Ebenso bestehen sie auf der Respektierung ihrer Rechte und Freiheiten. Bitten, es bei dem in Salzburg durch Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Wilhelm von Wolkenstein und Leonhard von Völs gegebenen Bescheid [Nr. 101] zu belassen, wonach der Kg. mit Kursachsen über eine anderweitige Regelung ihrer Schulden verhandeln wird, damit sie dieser Angelegenheit enthoben sind.1

    Š s.l., 8. September 1507 (mitwochens am tag nativitatis Marie virginis gloriosissime). 
    Nordhausen, StdA, R, Da 5, fol. 131–132 (Kop., Verm. über die Ausfertigung entsprechender Schreiben an kgl. Räte).

    « Nr. 994 Abschied des Städtetags zu Speyer »

    [Zusammenfassung des Konstanzer Städteabschieds vom 24. Juli; Nr. 278]. 1. Die Gesandten der drei Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen haben Beschwerde darüber geführt, daß der Kg. im Begriff sei, sie vom Reich abzutrennen und an Kf. Friedrich von Sachsen zu verpfänden. Die bisherigen Verhandlungen habe der Kg. jüngst mit dem Bescheid abgeschlossen, daß er Gesandte zu den drei Städten schicken werde, um sie zur Erfüllung seiner Forderung zu bewegen. Es wurde beschlossen, in dieser Angelegenheit beim Kg. derzeit nicht vorstellig zu werden, sondern die Verhandlungen der angekündigten kgl. Gesandtschaft abzuwarten. Falls die drei Städte dann feststellen, daß der Kg. auf seiner Absicht beharrt, sollen sie Frankfurt informieren, das dann gemeinsam mit Straßburg, Augsburg und Nürnberg einen weiteren Städtetag ausschreiben wird.1 [2.-5. Überhöhte Veranschlagung der Städte auf dem Konstanzer RT, Beratung über einen künftigen RT auf einem weiteren Städtetag, Beschluß bezüglich des Romzuges, Liste der Teilnehmer; Nr. 859].

    Speyer, 15. September 1507 (mitwoch nach exaltationis crucis). 
    Nachweise siehe Nr. 859.