Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. 166b Erwiderung kgl. Räte auf die Werbung des französischen Gesandten Gian Antonio de Crivelli an die Reichsstände (gekürzte und überarbeitete Fassung für die Eidgenossen) »

    [1.] Bruch des Bündnisses mit dem Hl. Röm. Reich durch Frankreich; [2.] Ambitionen Kg. Ludwigs von Frankreich auf Mailand und das Reich; [3.] Belehnungen Kg. Ludwigs und Hg. Ludovico Sforzas mit dem Hm. Mailand, Verwendung der bezahlten Lehnstaxen durch Kg. Maximilian, unvollständige Bezahlung durch Kg. ŠLudwig; [4.] Zurückweisung der Behauptung über ein Angebot an Kg. Ludwig von Frankreich bezüglich der Kaiserwürde; [5.] Erneuerung der Vorwürfe an Kg. Ludwig bezüglich seines Strebens nach Kontrolle des Papsttums; [6.] Unrechtmäßigkeit der frz. Unterstützung für Karl von Egmond; [7.] herrscherliche Fürsorge Kg. Maximilians für das Reich; [8.] Unrechtmäßigkeit der frz. Ansprüche auf Genua; [9.] Kg. Ludwig von Frankreich als Schädiger der Christenheit; [10.] Notwendigkeit zum entschiedenen Vorgehen des Reichs gegen Frankreich; [11.] Beteuerung der Richtigkeit aller Behauptungen Kg. Maximilians; [12.] Bruch der Verträge von Trient (1501), Blois (1504) und Hagenau (1505) durch Kg. Ludwig von Frankreich.

    s.l., s.d., jedoch von kgl. Gesandten am 8. Juni 1507 auf dem eidgenössischen Tag in Zürich übergeben.1
    Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 120,1–120,9 (Kop.) = Textvorlage A. Zürich, StA, A 225.1, Stück-Nr. 42 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 266–274 (Kop.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 159–171 (Kop.) = [D].
    Druck: Anshelm, Berner-Chronik, S. 17–26.

    /120,1/ Auf die artikel und handlung, so der Kg. von Frankreich durch den munch [Crivelli] bey den stenden des Hl. Reichs werben hat lassen [Nr. 154], ist der kgl. Mt. rete, denen das bevolhen ist, antwurt, wie hernach volgt.

    [1.] Anfenglich ist war, das ain vertrag zwischen dem Röm. Reich und Frankreich gemacht ist. Aber die Franzosen haben solhs nit und nye gehalten. Dann in demselben tractat begriffen ist, das das Delphinat und vil ander stuck vom Hl. Reich emphangen und erkennt sollt werden2, das nit beschehen ist. Darzu hab der Kg. von Frankreich daruber Dornegkh3, Gft. Bononi4 und das Bm. Arras dem Hl. Reich entzogen und usupier die und noch vil ander stuck auf der Schampani5 laut ainer zedel, die kgl. Mt. uberantwurten wil.6 Sy ist zu Ynnsprugk, wil yetz von stund darnach schicken, und nemlich yetz Luttich, Geldern, Mayland, Genua und anders etc.
    Das hat er auf seiner seiten gut zu tun gehabt, dann er fur und fur eingenomen, und das Reich hat das alweg gelitten und leiden muessen und gute wort fur die werk genomen. Es mag sein, das im die Deutschen gedient haben auf sein sold, aber auf das Reich sold ist es nye erhort worden.
    [2.] /120,1’/ Kgl. Mt. bekennt, das er von der muter7 ain Deutscher und von der grossen muter8 ain Maylender ist. Aber sein lieb, so er zu den Teutschen und Maylender Šhat, ist zuvil extraordinari, dann er dardurch Hg. von Mayland und der Deutschen Ks. gern sein wolt, das ime falen wirdet.
    [3.] Kgl. Mt. bekennt, das er zu irer Mt. geschickt und sein Mt. ime das Hm. gelihen hab, wiewol unbillichen. Aber solhs sey beschehen aus ursachen, den Hg. [Ludovico Sforza] von Mayland, seiner Mt. swager, bey leben zu behalten, und mit wissen der treffenlichisten Kff.a, Ff. und zeitigem rate. Und als er anzaigt, das er kgl. Mt. und den Kff. umb die belehnus irer gerechtigkait bezalt hab, daran sag er unrecht. Dann war sey, als Hg. Ludwig vormals belehent gewest ist9, da hat er die kgl. Mt. zalt bis auf sechzigtausend fl.10 Davon hat kgl. Mt. yedem Kf. auf den tag zu Wurms zehentausent fl. geben wellen.11 Aber da ist sein Mt. von dem Kg. von Frankreich gechling12 uberfallen worden, damit dieselb bezahlung ansteen /120,2/ beliben ist, und sein Mt. hat in darfur quittirt, damit er sich nu het mugen in die gegenwer schiken, bis er den glauben mit der quittanz gesehen hat. Und da kgl. Mt. in Italia kam, nam kgl. Mt. ain verschreibung von ime umb hunderttausent fl., zu wissen sechzigtausent fl. fur die Kff., das ubrig zu losung der embter, so kgl. Mt. umb seinen willen versetzt uber das, so kgl. Mt. par ausgeben, das ir Mt. ime nit rechen hat wellen. Aber Hg. Ludwig ist in mitler zeit genzlich vertriben worden, das doch nit beschehen were, wo er seiner Mt. rat gevolgt het, das meniglich wissen ist, und sunderlich denen, so bey seinem abschid zu Ynnsprugg bey kgl. Mt. gewest sein.13 Dieselben verschreibung hat kgl. Mt. yetz dem von Trier und zwayer Kff. potschaft gezaigt. In dem, als der Kg. von Frankreich zu Hagenau belehent ward, hat der cardinal von Rom14 mundlich zugesagt, das dieselben hunderttausent ducaten kgl. Mt. und den Kff. bezalt und die verschreibung Hg. Ludwigs erledigt sollt werden mitsambt etlichen andern artikeln, die so eylends zu Pleyss nit haben kunden abgeredt werden.15 Und sein dardurch etlich beredzedl gemacht und durch den cardinal zugesagt, und nemblich auch, wie der Kg. von Frankreich Hg. /120,2’/ Ludwigen sein leben lang und darnach seine kinder halten Šsolt, auch wie er noch etlich ausgetribner Maylender widerumb einkomen sollt lassen. Das aber kains beschehen sey. Welle auch kain wider einkumen lassen, dann die sich wider einkaufen. Das alles wider den tractat zu Hagenau ist.16 Die kgl. Mt. hat von der belehnus wegen hunderttausent crona ein zusagen genomen zu einer zerung, zu ziehen mit irer Mt. sun Kg. Philips wider den haidnischen Kg. von Phes17, in zu vertreiben. Dann auf die zeit hetten die Hungern den tractat mit kgl. Mt.18 nit verprochen, und kgl. Mt. versach sich nit anders dann gute nachpaurschaft; und wolt von dannen gen Rom zogen sein und ime da haben lassen etlich Ff. uber land under augen komen, die ksl. cron eerlich zu emphahen, wo seiner Mt. von den Hungern und Franzosen glauben gehalten wer worden, wie sich dann sein Mt. des auf den tag zu Coln beklagt hat.19 Und darauf sich mit den Reichs stenden vertragen, den hungerischen zug und ksl. cron furzunemen, wie dann meniglich in frischer gedechtnus ist. So hat er doch nicht mer dann allain funfzigtausent daran bezalt.20 Und als er die letzten funfzigtausent crona hab sollen bezalen, da hab er irrung darein geworfen und die weyter kgl. Mt. nit geben wellen, sunder dem Hg. von Geldern zehentausent crona in acht tagen darnach und nachmals noch zwainzigtausent crona, damit er sich in seinen mutwillen enthalten muge und den tractat, vor Arnan gemacht21, zerprech, davon zugeschickt und seiner Mt. weyter nichts geben dann triegige, unwarhaftige wort.
    [4.] Und als der Kg. von Frankreich anzaigt, das kgl. Mt. ime die ksl. cron anboten hab gegen Burgundi und dem Kgr. zu Castilien, wellen in sein Mt. beweisen, das er im unrecht tue und ime die ksl. cron nye anboten habe22, und nemblich mit dem brief, den er ir Mt. geben hat auf und mit der belehnus, darin lauter begriffen wirdet, daz sich der Kg. von Frankreich verpindt, Kg. Philipsen seligen umb der belehnus willen mit Mayland, wo es not tet, zu Castilien zu helfen.23 Darumb unnot sey gewesen, ime das Reich anzubieten, sonder werde ganz dem widerwertig verstanden, dann er durch den cardinal von Rom dem Hl. Reich gesworn hat. Und wo andersb auf sein anzaigen gehandelt worden were, so were er selbs am Reiche pruchig worden. Es ist auch wol zu ermessen, dieweil er sonst an vil orten nach des Reichs oberkait greift, wo ime das Reich Šanboten were, er hette das nit abgeslagen. Darzu, so ist unnot gewesen, /120,3’/ ime das Reich anzubieten, dann er die hilf mit Castilien freywilliglich, allain umb Mayland willen zugesagt hat.
    Und als er anzaigt, sich seins Reichs benugig zu lassen, mocht kgl. Mt. wol leiden, das solhs beschech. Aber es wirdet ganz widerwertig gehalten, dann er fur und fur nach des Reichs oberkaiten betracht und ains nach dem andern an sich zeucht, damit er sich seins Kgr. nit benugig lasst, auch den vertrag zwischen dem Hl. Reich und ime nit helt. Desgleichen mit Burgundi, ist ain klain ding, hat nit uber funfzehen- oder sechzehentausent fl. gelts. Dann kgl. Mt. hat den merern tail innen in Burgundi und vertraute, ime das ubrig mit [dem] swert auch wol abzugewinnen, wo es nit wider den vertrag were, den Kg. Philips mit dem Kg. von Frankreich Burgundi halb, als er in Frankreich bey ime gewesen ist, gemacht hat, ausserhalb kgl. Mt. willen und wissen.24 Dann er sich in demselben des Hm. Burgundi sein leben lang verzigen hat. Wie kunt dann solhs sein schreiben und furgeben der warhait gleich sein! Der Kg. von Frankreich hat auch das minst haus in Castilien nye ingehabt. Wie het er dann seiner Mt. sun dasselb Kgr. eingeben mugenc! Dann Kg. Philips hat das gerueblich on alle swertslag eingenommen /120,4/ und das also berueblich besessen bis in sein tod. Darumb ist klarer dann die sunn scheint, das sölhs alles ungegrundt und erdicht ist. Aber das wirt war sein, das der röm. Kg. den Kg. von Frankreich bald wirt sehen lassen, wie er ime die ksl. cron gönnet. Dardurch, ob Got wil, der Kg. von Frankreich glauben wirdet, das er ime die ksl. kron nit gonnet.
    [5.] Der artikel ist des aufpots halb, und ist nichts in demselben aufbot begriffen dann die lauter warhait, wie es aus den geschychten vor und nach verstanden wirdet; und der engel Gabriel, der kgl. Mt. zugeben ist, hat die geschrift gemacht, und der Satan, davon er sagt, hat den verdambten munch [Gian Antonio Crivelli] hergebracht.
    Item kgl. Mt. hat geschriben in seinem aufbot des ba[b]stumb halb, ist war und kan das driveltig beweisen: Erstlich, als er yetz die gross steur in Frankreich genomen, hab er lauter anzaigt, das er in Italia ziehen und der cron Frankreich in solhem zug die grost eer erlangen, die sy in hundert jaren nit gehabt haben und darvor nit wider komen wellen, davon auch in seinem Kgr. teglichs gebredigt und fur in offentlich gebeten wirdet. Nun ist wol zu vermerken, wo er allain von Genua wegen hinein- /120,4’/ gezogen werde, das er darumb nit die grosst ere erlangt hette. Dann sich teglichs widerwertigkaiten under burger und pauren begeben, die gestillt werden, das dannocht nyemands darumb zu solhen grosen eren zugemessen wirdet. Aber zu gelauben ist, dieweil kgl. Mt. mit des Reichs stenden hie versamelt und ir Mt. in augenplick mit ainer merklichen anzal kriegsvolk berait ist und die Eydgenossen nit lenger haben wellen bey inen beleiben, so ist er des babstumbs mussig gangen und hat den babst nit angreifen wellen.
    Zum andernd ist war, als der babst die stat Boloni eingenomen hat, haben des Kg. von Frankreich leut in derselben einnemung die stat selbs ime zugut wellen einnemen. Aber Šsolhs ist durch kgl. Mt. botschaft, so sy dazumal zu Boloni gehabt, verhindert worden. Und haben dieselben [von] Boloni der gemelten botschaft aus alter verwandtnus, damit sy dem Hl. Reich verwandt gewesen seyn, sovil vervolgt, das des babst leut hineinkomen sein und nit die Franzosen, wie dann meniglich wissen ist. Und solhs alles ist beschehen uber des Kg. von Frankreich zusagen und versprechen, dem babst getan. Aber der babst besorgt den Kg. von Frankreich so hart, das er sölhs nit klagen darf; und sovil weniger besorgt /120,5/ kgl. Mt. hinwider, darumb ir Mt. die warhait wol dorf offenbaren lassen.
    Zum dritten, so hat der Kg. von Frankreich yetz dem jungen Bentivolen, H. Johanns des alten von Bentivolen sunen, etlich tausent man haimlich zugeben, der maynung, Boloni wider einzunemen, des inen aber gefält hat. Und die obgemelt drey beweisungen sein nit allain tausent mannen wissent und offenbar, sunder ob hunderttausent mannen von allerlay gezung.
    Disem artikl ist gleich zu glauben als den vorigen. Aber kgl. Mt. glaubt, das der Kg. von Frankreich sunst kainem das babstumb gunnen möcht, ine davon zu entsetzen, er tete dann das oder solhs selbs.
    [6.] Item man wisse wol, wie es bisher im Hl. Reich gehalten worden sey, daz sich ain röm. Ks. oder Kg. gegen ainem Kf., F., lehensman oder andren verwandten halten sölle. Und ist zu ermessen, das er mit dem allein irrung, zerruttung und widerwillen zwischen kgl. Mt. und den stenden gern machen wollt. Nu erkennt sich derselb Kg. von Frankreich in seinem schreiben anfenglich, das er ain lehensman und verwandter des Hl. Reichs und kgl. Mt. gelobt und gesworn sey. Fur das ander bekennt er, das er Karl von Egenmud [!], /120,5’/ der sich nennt Hg. zu Geldern, wider kgl. Mt. hilf und beystand getan hab und noch tun wil. Fur das drit, das er kgl. Mt. in merern, so ir Mt. daraus komen mocht, verhindert hab. Aus dem allen ist klar zu versteen, dieweil ain F. des Hl. Reichs, der er sich berumbt, kgl. Mt. auf das hochst verphlicht und gesworen ist, das ime seinen phlichten nach nit geburt hat, wider kgl. Mt. weder mit worten noch werken zu handlen, noch auch kgl. Mt. in kainen sachen zu hindern oder zu belaidigen. Darumb er sein eyd gebrochen, auch crymen lese maiestatis aus seiner selbs bekanntnus begangen hat. Zu dem, das meniglichen wissend ist, das der von Egmund mit dem Hm. zu Geldern, auch sein vater [Adolf von Egmond] und eny25 [Arnold von Egmond] nye belehent gewesen und deshalben kain gerechtigkait nye darzu gehabt haben, auch nye lehensleut oder verwandten des Hl. Reichs gewesen sein. Und ob sy schon gerechtigkait darzu gehabt, das doch nit ist, auch gar kain gerechtigkait darzu hat, als menigen tausent menschen wissend ist, so hetten sy doch die aus vil ursachen verwurkt. Was aber kgl. Mt. als regierenden röm. Kg., auch weilent Kg. Philips, ir Mt. sun, und yetz desselben kinder [Karl und Ferdinand] gerechtigkait zu dem gemelten Hm. haben, ist meniglichem kund und offenbar. Dann weilend /120,6/ Hg. Carl von Burgund dasselb Hm. und gerechtigkait von ainem Hg. von Gilch erkauft und das nachmals von weilent ksl. Mt. emphangen hat.26 Ferer hat die ksl. Mt. nach abgang Šweilent Hg. Carls yetz kgl. Mt. dasselb Hm. auch verlihen27 und nachmals kgl. Mt. dem gemelten Kg. Philips in beywesen des Kg. von Frankreich potschaft, nemlich des cardinal von Rom und anderer, auch auf neun treffenlich personen, die darbey und in der belehnus gestanden sind, verlihen28, das die Franzosen nye widersprochen, sunder darzu geholfen haben.
    Und als er anzaigt, das der Ebf. von Trier und seine bundverwandten etwas argwenig der sachen seyen. Darauf ist die warhait, das war sey, das derselb Ebf. und ander seiner kgl. Mt. als glider des Hl. Reichs verwandt seyen; und sein kgl. Mt. wisse nicht, daz sy irer Mt. ichts ungeburlichs verhelfen, sunder sych halten, wie sy billichen tun und als glider des Hl. Reichs schuldig sein. Und wer nit not gewest, den von Trier zu sundern. Dann all ander stend des Reichs und schier die ganz cristenhait wissen, das dem nit also ist, wie der Franzos schreibt.
    /120,6’/ Und dieweil sich aus dem allen nit erfyndt, das kgl. Mt. gegen seinen ungehorsamen nit handlen sol, aus ursachen, wie vorsteet, sunder allzeit macht hat, die zu strafen, hat dem Kg. von Frankreich als ainem lehensman nit geburt, denselben ungehorsamen zu helfen, sunder wer billicher seinen phlichten und eyden nach mer schuldig, irer Mt. als seinem oberherrn darin hilf und beystand zu tun.
    [7.] Und als er weyter anzaigt, als ob kgl. Mt. ain zersterer sein sollt deutscher nation, hat sich sein kgl. Mt. in anfang seiner regierung bis auf disen heutigen tag gegen meniglich im Hl. Reich nye anders dann genediglich, erlichen und wol gehalten und allzeit alles das gehandelt, das dem Hl. Reich zu merung und aufnemung, auch nutz, eer und wolfart kumen mag, sy auch bey friden und recht gehalten. Welle das auch hinfuro mit darstreckung seins leibs und guts alwegen genediglichen tun.
    Darumb der Kg. von Frankreich seiner kgl. Mt. unbillichen zumysst, das ir Mt. ain zerstorer sey. Dann sich kurzlich erschaint hat, mit was gnaden und miltigkait sich ir Mt. gegen etlichen im Hl. Reich bewisen, /120,7/ dagegen dann sein Mt. mit scherpf wol het mugen handlen. Darzu hab kgl. Mt. nye dehain ander titel angenomen, der seiner Mt. nit geburt hat.
    [8.] Es erfindt sich nicht, das die Kgg. von Frankreich nye kain gerechtigkait gehabt haben zu Genua. Dann offenbar sey, daz die stat ain camer des Hl. Reichs sey und all ir freyhait und brivilegien von dem Hl. Reich und am letzten von kgl. Mt. derselben iren brivilegien bestetung erlangt29, auch sein Mt., eals ir Mt.-e bey inen gewesen ist, als fur iren rechten herren aus billicheit und ungedrungen erkennt, seiner Mt. auch denf slussel under augen gebracht.30 Darzug haben sy von alter her und noch bis auf disen tag ir munz under des Reichs namen, nemlich Kg. Cunradus, geslagen.31 Und lat sich Šir Mt. nit irren, ob die Kgg. von Frankreich die vormals ingehabt oder ocopirt oder auch Hg. Ludwig die vormals vom Kg. von Frankreich emphangen hat, dann solhs seiner Mt. und dem Hl. Reich nit preiudicieren noch ainichen schaden bringen mag. Und dieweil sich also erfindt, das dieselb stat dem Hl. Reich und nit dem Kg. von Frankreich zugehört, so hat ime seinen phlichten nach abermals nit geburt, die wider das Hl. Reich einzunemen und dermassen zu vergweltigen und sy des iren on recht und mit dem swert zu entsetzen und zu berauben.
    [9.] /120,7’/ Er ist auch kain stathalter des almechtigen Gots, als er sich beruembt, sunder er ist des selbs, des gemainen nutz und aller furnemen, so zu nutz gemainer cristenhait beschehen, ein offenbarer zerstorer und verhinderer. Dann der Kg. von Frankreich und sein vorder[n] haben vor etlich hundert jar bis auf disen heutigen tag allweg understanden, allen iren nachpaurn abzuziehen und das ir gewaltiglich zu nemen, und nye betracht, gemainer cristenhait zu nutz und zu gutem etwas wider die ungelaubigen zu handlen, wiewol sy sich die cristenlichisten Kgg. nennen.
    [10.] Kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stende[n] des Hl. Reichs wer kund und wissen, mit was mutwilligen furnemen, untrauen und unglauben die Franzosen bisher in menigfeltig weis und mit vil geschichten gehandelt hetten. Aber nichtdestmynder kgl. Mt. aus kgl. miltigkait und gute habe bisher darin stillgehalten und Kff., Ff. und stende umb hilf gegen inen nye angesucht, noch sy wider die Franzosen nye bewegen wollen, der hoffnung, dieselben Franzosen sollten aus iren manigfeltigen guten worten und furgeben sich bekert und recht gehalten haben. Dieweil aber sölher irer mutwillenh verharrt wirdet, so er[h]ayscht kgl. Mt., auch des Reichs notdurft, solhs nit lenger zu gedulden, sunder sy /120,8/ deshalben umb hilf und rate zu ersuchen. Als dann kgl. Mt. diser sachen halb disen gegenwurtigen reichstag ausgeschriben hab und ungezweifelt, kgl. Mt. mitsambt den stenden werden sich in disem fall des Reichs notdurft nach wol wissen zu halten, auch zu ermessen den letzten anhang, in disem artikel begriffen, daraus ain absag zu versteen ist zu seiner zeit, damit er, als zu Got und der gerechtigkait zu hoffen ist, wenig schreckens damit in die deutsche nation und das Hl. Reich bringen wirdet.
    [11.] Kgl. Mt. hat alles das, so ir Mt. vom Kg. von Frankreich geschriben, mit gutem grund und warhait getan, das auch sein kgl. Mt. mit eyde, briefen, sigeln, seinem aigen handzaichen und anderm glaublichen schein genugsamlich beweisen mag. Deshalb sich befindt, das der Kg. von Frankreich sein er zurucksetzt und kgl. Mt. unschuld mit seinem laster gern beklaiden und bedecken wollt. Aus dem allem, wie vorsteet, auch den nachvolgenden artikeln abzunemen ist, ob er ain F. sey, der ayd, glauben oder trauen halt.
    [12.] Der vertreg halb zu Trient und Hagenau werden sich nymer erfynden, das kgl. Mt. die in dehainen stucken gebrochen, sunder die genediglich, eerlich und kgl. gehalten, volzogen und volstregk[t]. Aber der Kg. von Frankreich haben dieselben vertreg nye in dehainen stucken gehalten, und nit allain dieselben vertreg, sunder auch den vertrag zu Pleyss, der zu be- /120,8’/ kreftigung der berurten vertreg bey Šden hochsten penen gemacht ist, wider sein ere und eyd zerprochen und umbgangen, wie sich das aus denselben vertregen zu Pleyss, auch aus der potschaft von Frankreich werbung, so am letzten zu Leuben beschehen ist32, klerlichen erfinden werde.
    Der heyrat halb hat kgl. Mt. in demselben nye nichts gehandelt, das wider die tractat sey. Dann weder Hg. Karl noch weilent Kg. Philips tochter kaine auf disen heutigen tag entlich verheyrat sey. Man hat auch von kainer heyrat nye nichts anheben reden, bis er den Gelderischen hilf und beystand getan und damit den vertrag zu Hagenau selbs geprochen. Daraufi hat der Kg. von Frankreich selb den heyrat offenlich zerbrochen mit dem, das er dem Delphin [Franz von Orléans] sein tochter wider die gemelten vertreg, auch sein eer, aid und phlicht, wie meniglich wissend ist, verheyrat hat. So find sich auch aus kainem vertrag oder rechten, das kgl. Mt. verpoten sey, mit den Sweyzern oder andern des Hl. Reichs undertanen zu handhabung desselben Reichs zu handlen. Aber dem Kg. von Frankreich sey in kraft der berurten vertreg und nemblich in kraft des alten vertrags mit der gulden pull33, zwischen dem Reich und der cron Frankreich aufgericht, auch seiner phlicht und ayd verpoten, sich der undertanen des Reichs nit zu underwinden, noch sich zu inen [zu] verpinden.34 

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/dok166b/pages

    Anmerkungen

    1
     Nr. 721 [Pkt. 9Aber des Roͤmschen ... hat gesendt.]. Das Schriftstück war bereits am 23.5. angekündigt worden [Nr. 229, Pkt. 2].
    2
     Hier ist anscheinend nicht der Vertrag von 1187 [Nr. 148, Anm. 4], sondern der von frz. Seite nicht ratifizierte Vertrag Ks. Karls IV. mit Kg. Johann II. von Frankreich vom 26.8.1355 gemeint, der den Empfang des Delphinats als Reichslehen durch den frz. Thronfolger Karl (V.) vorsah (Lünig, Codex Germaniae diplomaticus, Nr. XXXVII, Sp. 387–390; Huber, Regesten, Nr. 2233, S. 180).
    3
     = Tournai.
    4
     = Boulogne.
    5
     = Champagne.
    6
     Liegt nicht vor.
    7
     = Maria von Kleve (gest. 1486), Tochter Hg. Adolfs II. von Kleve.
    8
     = Valentina Visconti (gest. 1408), Tochter Hg. Gian Galeazzo Viscontis von Mailand.
    9
     Lehenbriefe Kg. Maximilians für Hg. Ludovico Sforza vom 5.9., 8.10. und 25.11.1494 (Wiesflecker, Regesten I/1, Nrr. 985, 1065, 1165, S. 105f., 113, 123) sowie vom 5.4.1495 (ebd., Nr. 1494, S. 160; Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 257, S. 282f.). Am 22.5.1495 erfolgte die persönliche Belehnung Hg. Ludovicos durch Vertreter Kg. Maximilians in Mailand (Wiesflecker, ebd. 2, Nr. 3441, S. 433; Angermeier, ebd., Nr. 269, S. 287–296).
    10
     Quittung Kg. Maximilians für Hg. Ludovico Sforza über den Empfang von 100 000 Golddukaten vom 15.5.1494 (Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 686, S. 78). Laut Vorvertrag vom 24.6.1493 hatte Sforza diese Summe für seine Investitur mit Mailand zugesagt (Wiesflecker, Maximilian I, S. 365).
    11
     Hg. Ludovico hatte zugesichert, für den Fall seiner Belehnung mit Mailand jedem Kf. 10 000 fl. zu bezahlen (Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 274, S. 303). Anscheinend war die Weiterleitung dieser Gelder durch Kg. Maximilian unterblieben. Vgl. ebd., Nr. 275, S. 303f.; Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 710f., Nrr. 108, 108a.
    12
     = plötzlich (Götze, Frühneuhochdeutsches Glossar, S. 97).
    13
     Hg. Ludovico Sforza war Anfang Okt. 1499 vor den französischen Truppen nach Innsbruck ausgewichen. Kg. Maximilian hatte ihn gewarnt, die Rückgewinnung Mailands übereilt anzugehen (Wiesflecker, Maximilian II, S. 360).
    14
     = Rouen [George d’Amboise].
    15
     Gemeint sind die Verhandlungen zu Blois im September 1504. Vgl. Wiesflecker-Friedhuber, Vertragswerk, S. 193–201; Wiesflecker, Maximilian III, S. 124–135.
    16
     Vertrag von Hagenau, 4.4.1505 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 75, S. 222–226).
    17
     = Fes/Marokko. Gemeint ist Sultan Abdallah Muhammad von Marokko.
    18
     Gemeint ist der Preßburger Vertrag vom 7.11.1491 [Nachweise s. Nr. 4, Anm. 25].
    19
     Resolution Kg. Maximilians vom 24.7.1505 (Druck: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 358, hier S. 500f., Pkt. 2).
    20
     Vgl. Nr. 166a, Anm. 11.
    21
     Gemeint ist der Vertrag von Tiel vom 28.7.1505 [Nachweise s. Nr. 4, Anm. 10].
    22
     Hollegger (Maximilian, S. 181) weist darauf hin, daß Kg. Maximilian seit 1474 immer wieder den „Gedanken einer Art Reichsteilung“ erwog, bei der das Kaisertum und Reichsitalien dem Kg. von Frankreich oder dem Kg. von Spanien zufallen sollten. Tatsächlich hatte Maximilian im Vorfeld des Konstanzer RT Kg. Ferdinand von Aragon angeboten, das Imperium zu teilen und diesem die Würde eines italienischen Ks. zu überlassen (Zurita, Historia IV, S. 173; Ulmann, Maximilian II, S. 302; Fink, Beziehungen, S. 53; Krendl, Verhandlungen, S. 224f.).
    23
     Anscheinend existierte eine Zusage Kg. Ludwigs an Ehg. Philipp aus dem Jahre 1501, ihn im Falle von Schwierigkeiten bei der Nachfolge in Kastilien zu unterstützen (Tautscher, König, S. 113; Roschitz, System, S. 90).
    24
     Gemeint ist der Vertrag von Paris vom 20.7./2.8.1498 [Nachweise s. Nr. 150, Anm. 24].
    25
     en(e): Großvater (Götze, Frühneuhochdeutsches Glossar, S. 64).
    26
     Vgl. Nr. 166a, Anm. 25f.
    27
     Vgl. Nr. 166a, Anm. 27.
    28
     Vgl. Nr. 166a, Anm. 28.
    29
     Z. B. Bestätigung Kg. Maximilians über das genuesische Salzhandelsmonopol im Ligurischen und Genuesischen Meer vom 20.9.1496 (Wiesflecker, Regesten II/1, Nr. 4368, S. 98).
    30
     Vgl. Nr. 19, Anm. 3.
    31
     Vgl. Nr. 148, Anm. 58.
    32
     Vortrag frz. Gesandter an Kg. Maximilian im Aug. 1506 [Nachweise siehe Nr. 154, Anm. 7].
    33
     Vgl. Nrr. 148, Anm. 4; 166b, Anm. 2.
    34
     Vgl. Nr. 166a, Anm. 37.

    Anmerkungen

    a
     Kff.] In B, C danach: und. D wie A.
    b
     anders] In B-D danach: und.
    c
     mugen] In B-D: kunden.
    d
     andern] In B-D danach: so.
    e
    -e als ... Mt.] Fehlt irrtümlich in B, C. D wie A.
    f
     den] In B-D: die.
    g
     Darzu] In B-D danach: so.
    h
     mutwillen] In B-D danach: durch sy.
    i
     Darauf] In B-D davor: Und.

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    «Nr. 166b Erwiderung kgl. Räte auf die Werbung des französischen Gesandten Gian Antonio de Crivelli an die Reichsstände (gekürzte und überarbeitete Fassung für die Eidgenossen) »

    [1.] Bruch des Bündnisses mit dem Hl. Röm. Reich durch Frankreich; [2.] Ambitionen Kg. Ludwigs von Frankreich auf Mailand und das Reich; [3.] Belehnungen Kg. Ludwigs und Hg. Ludovico Sforzas mit dem Hm. Mailand, Verwendung der bezahlten Lehnstaxen durch Kg. Maximilian, unvollständige Bezahlung durch Kg. ŠLudwig; [4.] Zurückweisung der Behauptung über ein Angebot an Kg. Ludwig von Frankreich bezüglich der Kaiserwürde; [5.] Erneuerung der Vorwürfe an Kg. Ludwig bezüglich seines Strebens nach Kontrolle des Papsttums; [6.] Unrechtmäßigkeit der frz. Unterstützung für Karl von Egmond; [7.] herrscherliche Fürsorge Kg. Maximilians für das Reich; [8.] Unrechtmäßigkeit der frz. Ansprüche auf Genua; [9.] Kg. Ludwig von Frankreich als Schädiger der Christenheit; [10.] Notwendigkeit zum entschiedenen Vorgehen des Reichs gegen Frankreich; [11.] Beteuerung der Richtigkeit aller Behauptungen Kg. Maximilians; [12.] Bruch der Verträge von Trient (1501), Blois (1504) und Hagenau (1505) durch Kg. Ludwig von Frankreich.

    s.l., s.d., jedoch von kgl. Gesandten am 8. Juni 1507 auf dem eidgenössischen Tag in Zürich übergeben.1
    Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 120,1–120,9 (Kop.) = Textvorlage A. Zürich, StA, A 225.1, Stück-Nr. 42 (Kop.) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 266–274 (Kop.) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 159–171 (Kop.) = [D].
    Druck: Anshelm, Berner-Chronik, S. 17–26.

    /120,1/ Auf die artikel und handlung, so der Kg. von Frankreich durch den munch [Crivelli] bey den stenden des Hl. Reichs werben hat lassen [Nr. 154], ist der kgl. Mt. rete, denen das bevolhen ist, antwurt, wie hernach volgt.

    [1.] Anfenglich ist war, das ain vertrag zwischen dem Röm. Reich und Frankreich gemacht ist. Aber die Franzosen haben solhs nit und nye gehalten. Dann in demselben tractat begriffen ist, das das Delphinat und vil ander stuck vom Hl. Reich emphangen und erkennt sollt werden2, das nit beschehen ist. Darzu hab der Kg. von Frankreich daruber Dornegkh3, Gft. Bononi4 und das Bm. Arras dem Hl. Reich entzogen und usupier die und noch vil ander stuck auf der Schampani5 laut ainer zedel, die kgl. Mt. uberantwurten wil.6 Sy ist zu Ynnsprugk, wil yetz von stund darnach schicken, und nemlich yetz Luttich, Geldern, Mayland, Genua und anders etc.
    Das hat er auf seiner seiten gut zu tun gehabt, dann er fur und fur eingenomen, und das Reich hat das alweg gelitten und leiden muessen und gute wort fur die werk genomen. Es mag sein, das im die Deutschen gedient haben auf sein sold, aber auf das Reich sold ist es nye erhort worden.
    [2.] /120,1’/ Kgl. Mt. bekennt, das er von der muter7 ain Deutscher und von der grossen muter8 ain Maylender ist. Aber sein lieb, so er zu den Teutschen und Maylender Šhat, ist zuvil extraordinari, dann er dardurch Hg. von Mayland und der Deutschen Ks. gern sein wolt, das ime falen wirdet.
    [3.] Kgl. Mt. bekennt, das er zu irer Mt. geschickt und sein Mt. ime das Hm. gelihen hab, wiewol unbillichen. Aber solhs sey beschehen aus ursachen, den Hg. [Ludovico Sforza] von Mayland, seiner Mt. swager, bey leben zu behalten, und mit wissen der treffenlichisten Kff.a, Ff. und zeitigem rate. Und als er anzaigt, das er kgl. Mt. und den Kff. umb die belehnus irer gerechtigkait bezalt hab, daran sag er unrecht. Dann war sey, als Hg. Ludwig vormals belehent gewest ist9, da hat er die kgl. Mt. zalt bis auf sechzigtausend fl.10 Davon hat kgl. Mt. yedem Kf. auf den tag zu Wurms zehentausent fl. geben wellen.11 Aber da ist sein Mt. von dem Kg. von Frankreich gechling12 uberfallen worden, damit dieselb bezahlung ansteen /120,2/ beliben ist, und sein Mt. hat in darfur quittirt, damit er sich nu het mugen in die gegenwer schiken, bis er den glauben mit der quittanz gesehen hat. Und da kgl. Mt. in Italia kam, nam kgl. Mt. ain verschreibung von ime umb hunderttausent fl., zu wissen sechzigtausent fl. fur die Kff., das ubrig zu losung der embter, so kgl. Mt. umb seinen willen versetzt uber das, so kgl. Mt. par ausgeben, das ir Mt. ime nit rechen hat wellen. Aber Hg. Ludwig ist in mitler zeit genzlich vertriben worden, das doch nit beschehen were, wo er seiner Mt. rat gevolgt het, das meniglich wissen ist, und sunderlich denen, so bey seinem abschid zu Ynnsprugg bey kgl. Mt. gewest sein.13 Dieselben verschreibung hat kgl. Mt. yetz dem von Trier und zwayer Kff. potschaft gezaigt. In dem, als der Kg. von Frankreich zu Hagenau belehent ward, hat der cardinal von Rom14 mundlich zugesagt, das dieselben hunderttausent ducaten kgl. Mt. und den Kff. bezalt und die verschreibung Hg. Ludwigs erledigt sollt werden mitsambt etlichen andern artikeln, die so eylends zu Pleyss nit haben kunden abgeredt werden.15 Und sein dardurch etlich beredzedl gemacht und durch den cardinal zugesagt, und nemblich auch, wie der Kg. von Frankreich Hg. /120,2’/ Ludwigen sein leben lang und darnach seine kinder halten Šsolt, auch wie er noch etlich ausgetribner Maylender widerumb einkomen sollt lassen. Das aber kains beschehen sey. Welle auch kain wider einkumen lassen, dann die sich wider einkaufen. Das alles wider den tractat zu Hagenau ist.16 Die kgl. Mt. hat von der belehnus wegen hunderttausent crona ein zusagen genomen zu einer zerung, zu ziehen mit irer Mt. sun Kg. Philips wider den haidnischen Kg. von Phes17, in zu vertreiben. Dann auf die zeit hetten die Hungern den tractat mit kgl. Mt.18 nit verprochen, und kgl. Mt. versach sich nit anders dann gute nachpaurschaft; und wolt von dannen gen Rom zogen sein und ime da haben lassen etlich Ff. uber land under augen komen, die ksl. cron eerlich zu emphahen, wo seiner Mt. von den Hungern und Franzosen glauben gehalten wer worden, wie sich dann sein Mt. des auf den tag zu Coln beklagt hat.19 Und darauf sich mit den Reichs stenden vertragen, den hungerischen zug und ksl. cron furzunemen, wie dann meniglich in frischer gedechtnus ist. So hat er doch nicht mer dann allain funfzigtausent daran bezalt.20 Und als er die letzten funfzigtausent crona hab sollen bezalen, da hab er irrung darein geworfen und die weyter kgl. Mt. nit geben wellen, sunder dem Hg. von Geldern zehentausent crona in acht tagen darnach und nachmals noch zwainzigtausent crona, damit er sich in seinen mutwillen enthalten muge und den tractat, vor Arnan gemacht21, zerprech, davon zugeschickt und seiner Mt. weyter nichts geben dann triegige, unwarhaftige wort.
    [4.] Und als der Kg. von Frankreich anzaigt, das kgl. Mt. ime die ksl. cron anboten hab gegen Burgundi und dem Kgr. zu Castilien, wellen in sein Mt. beweisen, das er im unrecht tue und ime die ksl. cron nye anboten habe22, und nemblich mit dem brief, den er ir Mt. geben hat auf und mit der belehnus, darin lauter begriffen wirdet, daz sich der Kg. von Frankreich verpindt, Kg. Philipsen seligen umb der belehnus willen mit Mayland, wo es not tet, zu Castilien zu helfen.23 Darumb unnot sey gewesen, ime das Reich anzubieten, sonder werde ganz dem widerwertig verstanden, dann er durch den cardinal von Rom dem Hl. Reich gesworn hat. Und wo andersb auf sein anzaigen gehandelt worden were, so were er selbs am Reiche pruchig worden. Es ist auch wol zu ermessen, dieweil er sonst an vil orten nach des Reichs oberkait greift, wo ime das Reich Šanboten were, er hette das nit abgeslagen. Darzu, so ist unnot gewesen, /120,3’/ ime das Reich anzubieten, dann er die hilf mit Castilien freywilliglich, allain umb Mayland willen zugesagt hat.
    Und als er anzaigt, sich seins Reichs benugig zu lassen, mocht kgl. Mt. wol leiden, das solhs beschech. Aber es wirdet ganz widerwertig gehalten, dann er fur und fur nach des Reichs oberkaiten betracht und ains nach dem andern an sich zeucht, damit er sich seins Kgr. nit benugig lasst, auch den vertrag zwischen dem Hl. Reich und ime nit helt. Desgleichen mit Burgundi, ist ain klain ding, hat nit uber funfzehen- oder sechzehentausent fl. gelts. Dann kgl. Mt. hat den merern tail innen in Burgundi und vertraute, ime das ubrig mit [dem] swert auch wol abzugewinnen, wo es nit wider den vertrag were, den Kg. Philips mit dem Kg. von Frankreich Burgundi halb, als er in Frankreich bey ime gewesen ist, gemacht hat, ausserhalb kgl. Mt. willen und wissen.24 Dann er sich in demselben des Hm. Burgundi sein leben lang verzigen hat. Wie kunt dann solhs sein schreiben und furgeben der warhait gleich sein! Der Kg. von Frankreich hat auch das minst haus in Castilien nye ingehabt. Wie het er dann seiner Mt. sun dasselb Kgr. eingeben mugenc! Dann Kg. Philips hat das gerueblich on alle swertslag eingenommen /120,4/ und das also berueblich besessen bis in sein tod. Darumb ist klarer dann die sunn scheint, das sölhs alles ungegrundt und erdicht ist. Aber das wirt war sein, das der röm. Kg. den Kg. von Frankreich bald wirt sehen lassen, wie er ime die ksl. cron gönnet. Dardurch, ob Got wil, der Kg. von Frankreich glauben wirdet, das er ime die ksl. kron nit gonnet.
    [5.] Der artikel ist des aufpots halb, und ist nichts in demselben aufbot begriffen dann die lauter warhait, wie es aus den geschychten vor und nach verstanden wirdet; und der engel Gabriel, der kgl. Mt. zugeben ist, hat die geschrift gemacht, und der Satan, davon er sagt, hat den verdambten munch [Gian Antonio Crivelli] hergebracht.
    Item kgl. Mt. hat geschriben in seinem aufbot des ba[b]stumb halb, ist war und kan das driveltig beweisen: Erstlich, als er yetz die gross steur in Frankreich genomen, hab er lauter anzaigt, das er in Italia ziehen und der cron Frankreich in solhem zug die grost eer erlangen, die sy in hundert jaren nit gehabt haben und darvor nit wider komen wellen, davon auch in seinem Kgr. teglichs gebredigt und fur in offentlich gebeten wirdet. Nun ist wol zu vermerken, wo er allain von Genua wegen hinein- /120,4’/ gezogen werde, das er darumb nit die grosst ere erlangt hette. Dann sich teglichs widerwertigkaiten under burger und pauren begeben, die gestillt werden, das dannocht nyemands darumb zu solhen grosen eren zugemessen wirdet. Aber zu gelauben ist, dieweil kgl. Mt. mit des Reichs stenden hie versamelt und ir Mt. in augenplick mit ainer merklichen anzal kriegsvolk berait ist und die Eydgenossen nit lenger haben wellen bey inen beleiben, so ist er des babstumbs mussig gangen und hat den babst nit angreifen wellen.
    Zum andernd ist war, als der babst die stat Boloni eingenomen hat, haben des Kg. von Frankreich leut in derselben einnemung die stat selbs ime zugut wellen einnemen. Aber Šsolhs ist durch kgl. Mt. botschaft, so sy dazumal zu Boloni gehabt, verhindert worden. Und haben dieselben [von] Boloni der gemelten botschaft aus alter verwandtnus, damit sy dem Hl. Reich verwandt gewesen seyn, sovil vervolgt, das des babst leut hineinkomen sein und nit die Franzosen, wie dann meniglich wissen ist. Und solhs alles ist beschehen uber des Kg. von Frankreich zusagen und versprechen, dem babst getan. Aber der babst besorgt den Kg. von Frankreich so hart, das er sölhs nit klagen darf; und sovil weniger besorgt /120,5/ kgl. Mt. hinwider, darumb ir Mt. die warhait wol dorf offenbaren lassen.
    Zum dritten, so hat der Kg. von Frankreich yetz dem jungen Bentivolen, H. Johanns des alten von Bentivolen sunen, etlich tausent man haimlich zugeben, der maynung, Boloni wider einzunemen, des inen aber gefält hat. Und die obgemelt drey beweisungen sein nit allain tausent mannen wissent und offenbar, sunder ob hunderttausent mannen von allerlay gezung.
    Disem artikl ist gleich zu glauben als den vorigen. Aber kgl. Mt. glaubt, das der Kg. von Frankreich sunst kainem das babstumb gunnen möcht, ine davon zu entsetzen, er tete dann das oder solhs selbs.
    [6.] Item man wisse wol, wie es bisher im Hl. Reich gehalten worden sey, daz sich ain röm. Ks. oder Kg. gegen ainem Kf., F., lehensman oder andren verwandten halten sölle. Und ist zu ermessen, das er mit dem allein irrung, zerruttung und widerwillen zwischen kgl. Mt. und den stenden gern machen wollt. Nu erkennt sich derselb Kg. von Frankreich in seinem schreiben anfenglich, das er ain lehensman und verwandter des Hl. Reichs und kgl. Mt. gelobt und gesworn sey. Fur das ander bekennt er, das er Karl von Egenmud [!], /120,5’/ der sich nennt Hg. zu Geldern, wider kgl. Mt. hilf und beystand getan hab und noch tun wil. Fur das drit, das er kgl. Mt. in merern, so ir Mt. daraus komen mocht, verhindert hab. Aus dem allen ist klar zu versteen, dieweil ain F. des Hl. Reichs, der er sich berumbt, kgl. Mt. auf das hochst verphlicht und gesworen ist, das ime seinen phlichten nach nit geburt hat, wider kgl. Mt. weder mit worten noch werken zu handlen, noch auch kgl. Mt. in kainen sachen zu hindern oder zu belaidigen. Darumb er sein eyd gebrochen, auch crymen lese maiestatis aus seiner selbs bekanntnus begangen hat. Zu dem, das meniglichen wissend ist, das der von Egmund mit dem Hm. zu Geldern, auch sein vater [Adolf von Egmond] und eny25 [Arnold von Egmond] nye belehent gewesen und deshalben kain gerechtigkait nye darzu gehabt haben, auch nye lehensleut oder verwandten des Hl. Reichs gewesen sein. Und ob sy schon gerechtigkait darzu gehabt, das doch nit ist, auch gar kain gerechtigkait darzu hat, als menigen tausent menschen wissend ist, so hetten sy doch die aus vil ursachen verwurkt. Was aber kgl. Mt. als regierenden röm. Kg., auch weilent Kg. Philips, ir Mt. sun, und yetz desselben kinder [Karl und Ferdinand] gerechtigkait zu dem gemelten Hm. haben, ist meniglichem kund und offenbar. Dann weilend /120,6/ Hg. Carl von Burgund dasselb Hm. und gerechtigkait von ainem Hg. von Gilch erkauft und das nachmals von weilent ksl. Mt. emphangen hat.26 Ferer hat die ksl. Mt. nach abgang Šweilent Hg. Carls yetz kgl. Mt. dasselb Hm. auch verlihen27 und nachmals kgl. Mt. dem gemelten Kg. Philips in beywesen des Kg. von Frankreich potschaft, nemlich des cardinal von Rom und anderer, auch auf neun treffenlich personen, die darbey und in der belehnus gestanden sind, verlihen28, das die Franzosen nye widersprochen, sunder darzu geholfen haben.
    Und als er anzaigt, das der Ebf. von Trier und seine bundverwandten etwas argwenig der sachen seyen. Darauf ist die warhait, das war sey, das derselb Ebf. und ander seiner kgl. Mt. als glider des Hl. Reichs verwandt seyen; und sein kgl. Mt. wisse nicht, daz sy irer Mt. ichts ungeburlichs verhelfen, sunder sych halten, wie sy billichen tun und als glider des Hl. Reichs schuldig sein. Und wer nit not gewest, den von Trier zu sundern. Dann all ander stend des Reichs und schier die ganz cristenhait wissen, das dem nit also ist, wie der Franzos schreibt.
    /120,6’/ Und dieweil sich aus dem allen nit erfyndt, das kgl. Mt. gegen seinen ungehorsamen nit handlen sol, aus ursachen, wie vorsteet, sunder allzeit macht hat, die zu strafen, hat dem Kg. von Frankreich als ainem lehensman nit geburt, denselben ungehorsamen zu helfen, sunder wer billicher seinen phlichten und eyden nach mer schuldig, irer Mt. als seinem oberherrn darin hilf und beystand zu tun.
    [7.] Und als er weyter anzaigt, als ob kgl. Mt. ain zersterer sein sollt deutscher nation, hat sich sein kgl. Mt. in anfang seiner regierung bis auf disen heutigen tag gegen meniglich im Hl. Reich nye anders dann genediglich, erlichen und wol gehalten und allzeit alles das gehandelt, das dem Hl. Reich zu merung und aufnemung, auch nutz, eer und wolfart kumen mag, sy auch bey friden und recht gehalten. Welle das auch hinfuro mit darstreckung seins leibs und guts alwegen genediglichen tun.
    Darumb der Kg. von Frankreich seiner kgl. Mt. unbillichen zumysst, das ir Mt. ain zerstorer sey. Dann sich kurzlich erschaint hat, mit was gnaden und miltigkait sich ir Mt. gegen etlichen im Hl. Reich bewisen, /120,7/ dagegen dann sein Mt. mit scherpf wol het mugen handlen. Darzu hab kgl. Mt. nye dehain ander titel angenomen, der seiner Mt. nit geburt hat.
    [8.] Es erfindt sich nicht, das die Kgg. von Frankreich nye kain gerechtigkait gehabt haben zu Genua. Dann offenbar sey, daz die stat ain camer des Hl. Reichs sey und all ir freyhait und brivilegien von dem Hl. Reich und am letzten von kgl. Mt. derselben iren brivilegien bestetung erlangt29, auch sein Mt., eals ir Mt.-e bey inen gewesen ist, als fur iren rechten herren aus billicheit und ungedrungen erkennt, seiner Mt. auch denf slussel under augen gebracht.30 Darzug haben sy von alter her und noch bis auf disen tag ir munz under des Reichs namen, nemlich Kg. Cunradus, geslagen.31 Und lat sich Šir Mt. nit irren, ob die Kgg. von Frankreich die vormals ingehabt oder ocopirt oder auch Hg. Ludwig die vormals vom Kg. von Frankreich emphangen hat, dann solhs seiner Mt. und dem Hl. Reich nit preiudicieren noch ainichen schaden bringen mag. Und dieweil sich also erfindt, das dieselb stat dem Hl. Reich und nit dem Kg. von Frankreich zugehört, so hat ime seinen phlichten nach abermals nit geburt, die wider das Hl. Reich einzunemen und dermassen zu vergweltigen und sy des iren on recht und mit dem swert zu entsetzen und zu berauben.
    [9.] /120,7’/ Er ist auch kain stathalter des almechtigen Gots, als er sich beruembt, sunder er ist des selbs, des gemainen nutz und aller furnemen, so zu nutz gemainer cristenhait beschehen, ein offenbarer zerstorer und verhinderer. Dann der Kg. von Frankreich und sein vorder[n] haben vor etlich hundert jar bis auf disen heutigen tag allweg understanden, allen iren nachpaurn abzuziehen und das ir gewaltiglich zu nemen, und nye betracht, gemainer cristenhait zu nutz und zu gutem etwas wider die ungelaubigen zu handlen, wiewol sy sich die cristenlichisten Kgg. nennen.
    [10.] Kgl. Mt., auch Kff., Ff. und stende[n] des Hl. Reichs wer kund und wissen, mit was mutwilligen furnemen, untrauen und unglauben die Franzosen bisher in menigfeltig weis und mit vil geschichten gehandelt hetten. Aber nichtdestmynder kgl. Mt. aus kgl. miltigkait und gute habe bisher darin stillgehalten und Kff., Ff. und stende umb hilf gegen inen nye angesucht, noch sy wider die Franzosen nye bewegen wollen, der hoffnung, dieselben Franzosen sollten aus iren manigfeltigen guten worten und furgeben sich bekert und recht gehalten haben. Dieweil aber sölher irer mutwillenh verharrt wirdet, so er[h]ayscht kgl. Mt., auch des Reichs notdurft, solhs nit lenger zu gedulden, sunder sy /120,8/ deshalben umb hilf und rate zu ersuchen. Als dann kgl. Mt. diser sachen halb disen gegenwurtigen reichstag ausgeschriben hab und ungezweifelt, kgl. Mt. mitsambt den stenden werden sich in disem fall des Reichs notdurft nach wol wissen zu halten, auch zu ermessen den letzten anhang, in disem artikel begriffen, daraus ain absag zu versteen ist zu seiner zeit, damit er, als zu Got und der gerechtigkait zu hoffen ist, wenig schreckens damit in die deutsche nation und das Hl. Reich bringen wirdet.
    [11.] Kgl. Mt. hat alles das, so ir Mt. vom Kg. von Frankreich geschriben, mit gutem grund und warhait getan, das auch sein kgl. Mt. mit eyde, briefen, sigeln, seinem aigen handzaichen und anderm glaublichen schein genugsamlich beweisen mag. Deshalb sich befindt, das der Kg. von Frankreich sein er zurucksetzt und kgl. Mt. unschuld mit seinem laster gern beklaiden und bedecken wollt. Aus dem allem, wie vorsteet, auch den nachvolgenden artikeln abzunemen ist, ob er ain F. sey, der ayd, glauben oder trauen halt.
    [12.] Der vertreg halb zu Trient und Hagenau werden sich nymer erfynden, das kgl. Mt. die in dehainen stucken gebrochen, sunder die genediglich, eerlich und kgl. gehalten, volzogen und volstregk[t]. Aber der Kg. von Frankreich haben dieselben vertreg nye in dehainen stucken gehalten, und nit allain dieselben vertreg, sunder auch den vertrag zu Pleyss, der zu be- /120,8’/ kreftigung der berurten vertreg bey Šden hochsten penen gemacht ist, wider sein ere und eyd zerprochen und umbgangen, wie sich das aus denselben vertregen zu Pleyss, auch aus der potschaft von Frankreich werbung, so am letzten zu Leuben beschehen ist32, klerlichen erfinden werde.
    Der heyrat halb hat kgl. Mt. in demselben nye nichts gehandelt, das wider die tractat sey. Dann weder Hg. Karl noch weilent Kg. Philips tochter kaine auf disen heutigen tag entlich verheyrat sey. Man hat auch von kainer heyrat nye nichts anheben reden, bis er den Gelderischen hilf und beystand getan und damit den vertrag zu Hagenau selbs geprochen. Daraufi hat der Kg. von Frankreich selb den heyrat offenlich zerbrochen mit dem, das er dem Delphin [Franz von Orléans] sein tochter wider die gemelten vertreg, auch sein eer, aid und phlicht, wie meniglich wissend ist, verheyrat hat. So find sich auch aus kainem vertrag oder rechten, das kgl. Mt. verpoten sey, mit den Sweyzern oder andern des Hl. Reichs undertanen zu handhabung desselben Reichs zu handlen. Aber dem Kg. von Frankreich sey in kraft der berurten vertreg und nemblich in kraft des alten vertrags mit der gulden pull33, zwischen dem Reich und der cron Frankreich aufgericht, auch seiner phlicht und ayd verpoten, sich der undertanen des Reichs nit zu underwinden, noch sich zu inen [zu] verpinden.34