Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Nr. 21  Kg. Maximilian an einen weltlichen Reichsfürsten »

    Er teilt beiliegend etliches über die Gründe für die Einberufung des RT und über das Vorgehen des frz. Kg. gegen ihn, den Hl. Stuhl, das Hl. Röm. Reich, die deutsche Nation und Italien mit.1 Er setzt ihn in diesem Zusammenhang darüber in Kenntnis, daß vor wenigen Tagen ein geheimer Kammerdiener des frz. Kg. 2 bei ihm war, der erklärte, daß sein Kg. Frieden und Freundschaft mit ihm und seinem Enkel Ehg. Karl von Österreich sowie mit ihren Ländern und Untertanen wünsche. Obwohl er wußte, daß es sich nur um ein Täuschungsmanöver handelte, ordnete er dennoch zu mererm glimpf einen seiner Diener ab, um den frz. Kg. seiner Freundschaft zu versichern. Dieser Diener [Claude de Salins] äußerte gegenüber dem Kardinal von Rouen (Rom), daß der röm. Kg. der oberste Vikar und Beschützer der Christenheit sei und diesem deshalb die Verteidigung des Papstes, der Kardinäle und der christlichen Kirche obliege. Sein Diener erhielt durch den Kardinal in Gegenwart von vier weiteren Kardinälen und der Gesandten des Kg. von Aragon3 öffentlich Šdie Antwort, daß der röm. Kg., weil er sich einen obersten Vikar und Beschützer des Hl. Stuhls nenne, ein Ketzer sei, denn die ganze Welt sollte dem Papst untertan sein, und nach dem Papst komme der frz. Kg., den man den allerchristlichsten Kg. nenne. Der Kardinal sagte auch einen Tag zuvor öffentlich zur päpstlichen Gesandtschaft, daß der Kg. von Frankrich daz, so er ime bewyse, umb den babst nit verdient hab, dardurch er vermeint, mit dem schwert glauben bij dem babst zu machen. Daz doch, als meniglich weiß, nit ist. Er wollte ihm dies mitteilen, damit er über den Stand der Dinge, die zur Eile drängen, informiert ist und ihre große Bedeutung für ihn als Kg., das Hl. Reich, den Hl. Stuhl, die deutsche Nation und die ganze Christenheit ermessen kann.

    Straßburg, 16. April 1507.
    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 2–2’ (Kop.) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 252–252’ (Kop.) = B.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/dok21/pages

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    Anmerkungen

    1
     Wahrscheinlich ist Nr. 19 gemeint.
    2
     Es handelt sich um Macé de Villebresme, der in Begleitung des Bailli von Charolais, Claude de Salins, Gesandter Ludwigs XII. beim röm. Kg. war ( Auton , Chroniques IV, S. 153f.; Lanzer , Gesandten, Nr. 3.71). Kg. Maximilian hatte Salins zuvor nach Frankreich entsandt, um den grundlosen Bruch des Bündnisses von 1504/05 zu kritisieren und die Einstellung der Unterstützung für Karl von Egmond anzumahnen. In der Instruktion für Salins beteuerte der röm. Kg. seinen Willen zur Fortsetzung freundschaftlicher Beziehungen. Zugleich bat er um Beistand gegen Kg. Ferdinand von Aragon, dem er Absichten zur Usurpierung des kastilischen Thrones unterstellte. Im übrigen forderte er Kg. Ludwig auf, seinen Verpflichtungen aus dem Hagenauer Vertrag von 1505 – mit Ausnahme der Heiratsvereinbarung – und den aus der Belehnung mit Mailand resultierenden Pflichten gegen das Reich nachzukommen. Einzelheiten sollten durch Räte beider Seiten auf einem Tag in der Reichsstadt Verdun geregelt werden (Instruktion für Salins als Gesandten zum kgl. Kammerdiener François du Chesnay (de Schanetz) und zu Kg. Ludwig von Frankreich, frz. Konz. mit eh. Ergänzungen Kg. Maximilians, Innsbruck, 8.1.1507; HHStA Wien, Belgien PA 1, Konv. 1, fol. 77–79). Salins wurde nach einleitenden Beratungen mit du Chesnay am 10.2. in Bourges bei Kg. Ludwig vorstellig ( Auton , ebd., S. 151–153). Laut Berichten des mantuanischen Gesandten antwortete dieser bezüglich Gelderns, Hg. Karl nicht im Stich lassen zu können (Giulio Gonzaga an Mgf. Francesco von Mantua, jew. ital. Or. m. S., Bourges, 25.2./1.3.1507; AS Mantua, A.G., ser. E.XV.3, busta 631, fol. 11–11’; 12–12’).
    3
     Gemeint sind wahrscheinlich Jaime de Albión und Giovanni Cossa ( Ochoa Brun, Historia, App. I, S. 179). Vgl. zur Unterredung zwischen dem Kardinal und Salins gegen Ende März in Lyon Auton , Chroniques IV, S. 155.

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    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

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    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    « Nr. 21  Kg. Maximilian an einen weltlichen Reichsfürsten »

    Er teilt beiliegend etliches über die Gründe für die Einberufung des RT und über das Vorgehen des frz. Kg. gegen ihn, den Hl. Stuhl, das Hl. Röm. Reich, die deutsche Nation und Italien mit.1 Er setzt ihn in diesem Zusammenhang darüber in Kenntnis, daß vor wenigen Tagen ein geheimer Kammerdiener des frz. Kg. 2 bei ihm war, der erklärte, daß sein Kg. Frieden und Freundschaft mit ihm und seinem Enkel Ehg. Karl von Österreich sowie mit ihren Ländern und Untertanen wünsche. Obwohl er wußte, daß es sich nur um ein Täuschungsmanöver handelte, ordnete er dennoch zu mererm glimpf einen seiner Diener ab, um den frz. Kg. seiner Freundschaft zu versichern. Dieser Diener [Claude de Salins] äußerte gegenüber dem Kardinal von Rouen (Rom), daß der röm. Kg. der oberste Vikar und Beschützer der Christenheit sei und diesem deshalb die Verteidigung des Papstes, der Kardinäle und der christlichen Kirche obliege. Sein Diener erhielt durch den Kardinal in Gegenwart von vier weiteren Kardinälen und der Gesandten des Kg. von Aragon3 öffentlich Šdie Antwort, daß der röm. Kg., weil er sich einen obersten Vikar und Beschützer des Hl. Stuhls nenne, ein Ketzer sei, denn die ganze Welt sollte dem Papst untertan sein, und nach dem Papst komme der frz. Kg., den man den allerchristlichsten Kg. nenne. Der Kardinal sagte auch einen Tag zuvor öffentlich zur päpstlichen Gesandtschaft, daß der Kg. von Frankrich daz, so er ime bewyse, umb den babst nit verdient hab, dardurch er vermeint, mit dem schwert glauben bij dem babst zu machen. Daz doch, als meniglich weiß, nit ist. Er wollte ihm dies mitteilen, damit er über den Stand der Dinge, die zur Eile drängen, informiert ist und ihre große Bedeutung für ihn als Kg., das Hl. Reich, den Hl. Stuhl, die deutsche Nation und die ganze Christenheit ermessen kann.

    Straßburg, 16. April 1507.
    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 2–2’ (Kop.) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, ARTA 8, fol. 252–252’ (Kop.) = B.