Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
Einfache Suche
Schnittstellen Quellen Formalia
BEACON
METS
XSLT
eXist-DB
jQuery-Layout
Nominatim
OpenLayers
GND
Impressum
Kontakt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

    Register

    Register

    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung
    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung

    «Nr. 251 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Kritik am kgl. Entwurf für die Konfirmation der eidgenössischen Rechte und Freiheiten: [2.] Präjudiz hinsichtlich der Pflichten der Eidgenossen gegen Kg. und Reich; [3.] Forderung nach einem Verbot des Anschlusses weiterer Reichsglieder an die Eidgenossen; [4.] Unvereinbarkeit des vorgesehenen Austragsverfahrens zwischen Eidgenossen und anderen Reichsuntertanen mit der Rechtsordnung des Reiches; [5.] voraussichtliche Verweigerung der genannten Richter; [6.] zu erwartender Mißbrauch des vorgesehenen Rechtsverfahrens zum Nachteil der Reichsstände und Šihrer Untertanen; [7.] voraussichtliche Probleme bei der Exekution von Urteilen gegen die Eidgenossen; [8.] Kritik an der Festlegung einer einheitlichen Frist für alle Rechtsfälle; [9.] Kritik an der Verweigerung der Appellation als Rechtsmittel; [10.] Gefahr der Einbeziehung geistlicher Sachen in das Austragsverfahren; [11.] fehlende Regelung für Kapitalverbrechen, fehlende Eignung der genannten Bff. als Richter in diesen Fällen; [12.] Unkenntnis der Stände über den geltend gemachten Einungsvertrag; [13.] Gefahr der impliziten Bestätigung unrechtmäßiger eidgenössischer Gepflogenheiten; [14.] Kritik an der Exemtion der Eidgenossen von der Reichsgerichtsbarkeit; [15.] Gefahr der mutwilligen Eintreibung der dem Privileg inserierten Strafe durch die Eidgenossen; [16.] Privilegierung der Eidgenossen als Anreiz für weitere Stände zum Abfall vom Reich; [17.] Gefahr der Fehlinterpretation der Privilegierung als Abtrennung der Eidgenossen vom Reich; [18.] Kritikpunkte hinsichtlich des von den Eidgenossen auszustellenden Reversbriefes; [19.] Bitte um Nichtausstellung des Konfirmationsbriefes für die Eidgenossen, Protest der Reichsstände; [20.] unterbliebene Ratifizierung des Züricher Abschieds durch die Reichsgesandtschaft, kein Handlungsbedarf seitens der Reichsstände.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 479–483’ (Kop., Überschr.: Antwort der Kff., Ff. und ander stende des Reichs, alhie zu Costenz versamelt, uf röm. kgl. Mt. ansynnen und begern, der freiheit, confirmation, eynung und vertrege halber der Eydgenossen, abermals auch der vollstreckung halber des abschieds, durch kgl. Mt. rete letzst zu Zurich genomen, bescheen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 39’-42’ (Kop., Überschr.: Bewegung der stende uf der kgl. Mt. fryheit, die Eidgenossen betreffen.) = B.

    [1.] /479/ aErstlich, als kgl. Mt. der versamlung des Reichs stende alhie uf ir undertenig bitt in schriften [Nr. 250] an kgl. Mt. der Eydgenossen freiheit, confirmation, eynung und vertrege [Nrr. 248f.] halber des fordern tags gelangt, wider an die stende des Reichs uß ursachen, durch die rete erzelt, begert und gesonnen hat, inen angezeigt freiheit, confirmation etc. nit mißfallen zu lassen, haben die stende vernomen. Und sind kgl. Mt. in allem dem, inen und dem Hl. Reich icht leidlich oder tunlich ist, underteniglich zu wilfarn wol gemeynt. Sie haben sich aber in anfang dieser sachen, wie auß obangezeigter irer ubergeben bitt zu vermerken, hochlich beswert, befinden Šauch diese sachen nochmals gemeinen stenden und dem Hl. Reich beswerlich und merklich nachteilig auß nachfolgenden ursachen-a.
    [2.] Zum ersten, als im anfangb derselben notel und darnach mehr und sunderlich in irem reverß gemeldt wurdet, das die Eydgenossen kgl. Mt. die ksl. cron uf irer Mt. und des Reichs costen und versoldung erlangen helfen wollen etc., besorgen die stende des Reichs, das /479’/ dieselben wort der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in kunftig zeit grossen nachteil geberen und durch die Eydgenossen ußgelegt und verstanden werden mochten, als solten sie eim röm. Kg. oder Ks. on besoldung zu dienen nit schuldig und vom Reich in dinsten und sonderlich die ksl. cron zu erholen exempt und gefreyet sein, wiewol sie doch von meniglich fur verwandten und undertanen des Reichs geachtet und gehalten, sich auch selbs darfur achten, nennen und erkennen.
    [3.] Item der artikel, anfahend: Ferner, das hinfur kein partey der andern die seinen in burgrecht, schutz, schirm, eynung noch versprechen annemen etc., bedorft, wo er besteen solt, besser erclerung und leuterung, und sonderlich, das die Eydgenossen kein stett, flecken oder commun in ir eynigung, pundnus oder verspruch ziehen oder annemen solten.
    [4.] Item den artikel, den ußtrag betreffend uf die Bff. Costenz, Basel und stadt Costenz, ist kgl. Mt., den stenden, undertanen und zugehorigen des Reichs, die darin mit ußgetruckten worten begrieffen werden, und sonderlich den anstossern merklich beswerlich und pfendlich. Wann gemeyne recht, gewonheit, herkomen und freiheit einem yeden land und wesen /480/ form und maß geben, wie einer den andern in gleichem fall rechtfertigen soll, die auch bißher im Reich, wie sich geburt, geubt und gebraucht sein. Solt nu angezeigter ußtrag besteen, das wurde röm. kgl. Mt., den stenden des Reichs und sonderlich den anstossern ir jurisdiction, alt herkomen, freiheit, brauch und ubung benemen und darumb, als zu besorgen steet, merklich zurruttung und ufrur im Reich geberen.
    [5.] Item ist zu besorgen, das sich die benenten richter solichs richterampts uß vil beweglichen ursachen, die ein yglicher verstendiger nach gestalt dieser sachen selbs wol ermessen mag, zu beladen merklich beswerde und scheu tragen mochten.
    [6.] cUnd in sonderheit so bewegen die stende in dem artikel merklich und hochbeswerlich, das sie, ire undertanen oder verwandten solten, wo die Eydgenossen oder ire zugehorigen etc. zu inen zu sprechen zu haben vermeinten, ire ordenlich richter verlassen und den Eydgenossen oder iren zugehorigen fur die Bff. von Costenz, Basel oder stat Costenz nachfolgen. Wann zusampt dem, das solich nachfolgen den stenden und iren undertanen oder verwandten kostlich, auch sunst wider recht und beswerlich, so were doch zu besorgen, das daruß mer unrats wachsen wurde. Und also, wo irgent leichtfertig oder mutwillige personen der stende undertanen oder verwandten weren, den ire herrschaft oder ordenliche richter /480’/ zu richter nit gefielen oder villeicht in erwegung ungerechtigkeit irer sachen sorg hetten, vor iren ordenlichen richtern nichts zu gewynnen, mochten sie darumb den Eydgenossen undertan oder verwandt machen, dadurch sie ursach und fug hetten, diejenen, zu denen sie meynten zu sprechen zu Šhaben, vor den obestimpten richtern irs gefallens zu bemuhen, umbzutreiben und ufs wenigst zu swerem kosten zu bringen-c.
    [7.] Und ob schon die obangezeigten beswerung diss artikels nit fur augen, so were dannoch solicher artikel des ußtrags der kgl. Mt. verwandten und undertanen des Reichs ganz nachteilig und den Eydgenossen vast vorteilig. Dann wo sich begeben, das die Eydgenossen oder die iren ein urteil fur sich behalten, dabey wurden sie sich handhaben und die irs vermogens vollenziehen. Wo aber ein verwandter oder zugehoriger des Reichs ein urteil fur sich erhalten, dem wurde bey den Eydgenossen (als zu besorgen steet) langsam, wenig oder [zu] kein execucion verholfen werden.
    [8.] Item so ist die zeit, nemlich dreyer monat, in solichem ußtrag bestimbt, nit allen sachen gleich oder gemesse und darumb dieser artikel auch beswerlich.
    [9.] Item, als nachfolgend in gemeltem ußtrag gesetzt wurdet, das es bey den erstgesprochen urteiln one alle weigerung, appellacion und ußzug pleiben soll, ist beswerlich, die appellacion ymands abzuschneiden, so doch solichs /481/ ein wehre und defension ist, weliche defension einem yeglichen von dem naturlichen rechten erlaubt ist.
    Ob aber solichs, wie ytzt angezeigt, nit were, als doch ist, so wurde solich freihung im Hl. Reich ein ungleich rechtfertigung geberen. Wann die, so mit den Eydgenossen rechten, wurden laut diss vertrags oder freiheit nit macht haben zu appelliren, wiewol andere im Reich, so sie zwischen inen rechtfertigung ubten, yeglicher nach laut geschriebner recht und des Reichs ordnung zu appellirn macht hett, das dann ein ungleicheit und unschicklicheit im Reich geberen wurde.
    [10.] Item, als in demselben artikel des ußtrags gemeldet wurdet, das sich bede parteien umb alle sachen solichs ußtrags solten benugen lassen, ist zu besorgen, das die Eydgenossen als die, so iren vorteil in allen sachen zu suchen sich fleissigen, geistlich sachen, wiewol die dahin nit gezogen werden sollen noch mogen, auch mit inzuziehen understeen mochten, das den geistlichen sonderlich unleidlich, beswerlich, darzu wider recht und pillicheit were.
    [11.] Item so geschicht in gemeltem ußtrag von malefizhendeln kein anzeige noch meldung, wie die bederseits gerechtfertigt werden sollen, das doch, wo der außtrag einen bestand haben solt, merklich not were. Wann sich die teglich begeben und unvertragen grosse irrung, entborung und mißhellung geberen mochten.
    /481’/ Item, obwol dieser ußtrag die malefizhendel in ime auch begrieff, so ist wol zu achten, wie die Bff.d richter sein oder ir richterampt einem andern bevelhen mochten. Dadurch stunde dieser artikel allweg in irrung.
    [12.] Item, als furter in angezeigter notel gemeldet wurdet, das eynung und vertrag bescheen seyen, inhalt der brief, daruber ußgangen, desselben besweren sich die stende nit unpillich, wo dieselben brief sie und die undertanen des Reichs betreffen, so sie der kein wissens haben.
    [13.] Item, als furter in gemelter freiheit den Eydgenossen bestetigt werden sollen ire privilegia, alt herkomen und gute gewonheit etc., ist auch nit unbeswerlich. Wann Šwiewol solicher artikel nach gemeynem lauf und verstentnus nit ungemeß oder unzimlich were, so steet doch wol zu besorgen, nachdem die Eydgenossen vil unrechtmessiger prauch, ubung und gewonheit haben, das sie sich durch solich confirmacion solicher irer brauch, ubung und gewonheiten berechtigt und gegrundet zu sein furnemen, sich dabey fester handhaben und dadurch die leute noch mer verunrechten wurden.
    [14.] Item, als nu furter die Eydgenossen in angezeigter freiheit des kgl. chamer-, auch hof-, land- und ander gericht gefreyet werden sollen etc., ist beswerlich, ymands fur das chamergericht des Reichs als die letzsten hilf, /482/ wehre und defension zu freien; und sonderlich ein ganze landschaft schneidet ab die wehre und defension naturlichs rechtens, wie obsteet, mocht auch den andern gehorsamen stenden zu widerwillen reychen.
    [15.] Item, als zuletzst in angezeigter freiheit ein pene, nemlich funfzig mark lotigs golds angehenkt, ist zu besorgen, nachdem die Eydgenossen strenge sein, iren vorteil zu handhaben, das sie dadurch leichtlich ursach suchen wurden, die freiheit an inen gebrochen zu sein und dadurch die pene irs teils einzubringen, dadurch dann irrung, ufrur und krieg im Reich erwachsen mochten.
    [16.] Item zum allerhohsten ist kgl. Mt., Kff., Ff. und stenden des Reichs zu betrachten, wo dieser ußtrag, freihung und begnadigung furgang haben oder gewynnen solt, was beschwerung, nachteils und abfals dem Röm. Reich daraus fallen und volgen mocht. Wann dadurch andern stenden und communen ursach und anreyzung gegeben wurde, sich von dem Reich und zu den Eydgenossen zu tun, solicher freiheit sich auch zu freuen und zu geniessen, das dann hochlich zu betrachten ist.
    [17.] Item, wiewol die Eydgenossen undertanen und verwandten des Reichs sein, sich auch desselben erkennen, so mag doch auß der angezeigten begriffen /482’/ noteln an vil orten nit anders verstanden oder vermerkt werden, wann als ob die Eydgenossen vom Röm. Reich gesundert und nit darunder gehorig weren.
    [18.] Zum allerletzsten, so tragen die stende des Reichs des revers der Eydgenossen merklich beswerde, dieweil derselb reverß in seinem eingang, auch in andern artikel etwas capcioß [= verfänglich] und geverlich gesetzt, als einem yeglichen verstendigen wol zu vernemen ist. Und sonderlich, obwol die obangezeigt freiheit dermass gestelt, das die röm. kgl. Mt. und dem Hl. Reich leidlich und annemlich were, so helt doch der angezeigt reverß mynder dann gemelte freiheit. Röm. kgl. Mt. begibt sich auch weiter in irer freiheit gegen den Eydgenossen wann die Eydgenossen in irem reverß gegen irer Mt. Es werden auch die stende des Reichs im selben reverß principaliter mitgenennt, das doch im ingang der freiheit principaliter nit geschicht, als auch die stende nit begeren. Darumb die sachen ganz ungleich sein, davon und aus andern redlichen ursachen die kgl. Mt. aus hoher vernunft selbs wol ermessen mag. So bewegen die stende des Reichs solich sachen kgl. Mt., den stenden und undertanen des Hl. Reichs in allweg beswerlich und nachteilig.
    [19.] eBitten daruf kgl. Mt. in aller undertenigkeit, diese erzelte sachen und beswerung /483/ auch gnediglich zu bedenken und zu herzen zu furen und sich Šnochmals solicher freiheit, confirmacion und anders obgemelt dem gemeinen Reich zugut zu geben und ufzurichten gnediglich zu enthalten. Ob aber ir kgl. Mt. also weyt in die sachen gangen, das davon nit gewendet werden mocht, als Kff., Ff. und andere stende des Reichs doch nit hoffen, so finden sie doch diese sachen aus den oberzelten und andern mehr redlichen, treffenlichen ursachen, so auch angezeigt werden mochten, inen und dem Hl. Reich also beswerlich und nachteilig, das sie darin nit willigen oder gehellen konnen oder mogen. Bitten auch daruf, sie deßhalb ferrers ansuchens zu erlassen, auch solich ir antwort keiner andern meynung wann irer merklichen notdurft nach gnediglich zu vermerken-e.
    [20.] fFurter, als kgl. Mt. durch ire rete begert hat, den abschied, letzt durch ire rete zu Zurch genommen [Nr. 246], zu vollnstrecken, haben die geschickten potschaft, so von des Reichs wegen nehst uf dem tag zu Zurch gewest sind, die stende alhie bericht, das wiewol sie laut irer instruction, von kgl. Mt. in beysein der stende des Reichs gestelt, nit bevelh gehapt, mit den kgl. reten uf die instruction, so die kgl. rete gehapt, zu handeln, so haben sie sich doch uf bitt der kgl. rete, und auch damit der kgl. rete handlung mit den Eydgenossen nit in zurruttung keme und die Eydgenossen zu den Franzosen, die dann treffenlich alda gewest, /483’/ fielen, bewilligt, mit inen bey der handlung zu sein, von sachen in arguments weise zu reden und zu disputiren, aber alda nichts von der stende wegen in solichem angenommen, zugesagt oder bewilligt, als sie nit zweifeln, der kgl. Mt. rete sie numals wol bericht. Deßgleichen haben auch die kgl. rete in beysein der gemelten des Reichs potschaft nichts bewilligt, angenomen oder zugesagt, auch den berurten abschied on beysein oder in abwesen des Reichs gesandten von den Eydgenossen entpfangen, darumb und so von der stende wegen des Hl. Reichs solichs abschieds halber nichts, wie obsteet, bewilligt, angenommen. So bedunkt die stende on not, solichs abschieds halber ichts von iret wegen zu vollnstrecken-f.1

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/dok251/pages

    Anmerkungen

    1
     Zu den weiteren RT-Verhandlungen bezüglich der Eidgenossen siehe Nrr. 181 [Pkt. 2/5], 183 [Pkt. 2/5], 184 [Pkt. 1/4], 185 [Pkt. 4], 203 [Pkt. 5], 205 [Pkt. K], 206 [Pkt. K], 209 [Pkt. 1], 210 [Pkt. 1].

    Anmerkungen

    a
    -a Erstlich ... ursachen] In B: Als röm. kgl. Mt. etlichen stenden des Richs alhie ein notel eyner fryheit der Eidgenossen hat tun furhalten, allein derselben wissens zu empfahen und nit begert eynichs rats oder verwilligung der stende und dieselbigen stend kgl. Mt. gebeten, solichs an gemein stende, alhie versamelt, gelangen zu lassen, des auch von kgl. Mt. gnedig bewilligung ervolgt, haben gemeine stend dieselben notel der fryheit horen lesen. Und wiewol irs rats oder bewilligung von kgl. Mt., wie obstet, darin nit begert, so ist doch dieselb notel, sovil und die daz Hl. Rich, auch die undertanen und verwandten desselben betrifft, durch die stend des Richs iren pflicht und eiden nach, damit sie kgl. Mt. und dem Hl. Rich verwant sin, bewegen und ermessen. Befinden aber dieselben irs ermessens kgl. Mt., dem Hl. Rich, den undertanen und verwandten desselben uß nachvolgenden ursachen merklich beswerlich und nachteilig, daz dan die stend angezeigten iren pflichten nach kgl. Mt. zu eroffen sich schuldig erkennen, undertenigs flis bittend, solichs also getruwer und underteniger meynung von inen zu vernemen.
    b
     anfang] In B: ingang.
    c
    -c Und ... bringen] Fehlt in B.
    d
     Bff.] In B danach: in solchem.
    e
    -e Bitten ... vermerken] In B: Bitten darumb kgl. Mt. in aller undertenigkeit, sie woll die angezeigten geprechen, beswerung und mengel auch gnediglichen bedenken und zu herzen furn und in ansehung und bewegung derselben sich solicher confirmacion, fryheiten und vertreg, wo sie mit ichten umbgangen werden mogen, enthalten und die nit geben oder ufs wenigst die dermaß zü stellen und furzunemen, damit daz Hl. Rich, die undertanen und verwandten desselben darin nit also in beswerung gezogen und verpflicht werden. Wo aber kgl. Mt. solichs getan und davon nit abwenden mocht, als die stende doch nit hoffen, so ist doch ir undertenig bitt, daz kgl. Mt. die sachen mit fugen, die sie, als die stend nit zwyfeln, wol zu finden weiß, understee anzuhenken, biß so lang die Eidgenossen iren versprochen dinst geleistet und volbracht haben. Wurden sie dan getruwlich gedient zu haben gespurt und funden, so werden sie dester pillicher mit gnaden und fryheiten nach irem verdinst zu begaben und anzusehen sin; wan nach der stend ermessen der dinst pillich der begnadigung, so auß dem dinst erworben werden soll, fürget. Solichs geben die stend kgl. Mt. getruwer, guter meynung iren pflichten nach zu erkennen, das sie solichs auß angezeigten ursachen nit bewilligen oder darin gehellen wollen.
    f
    -f Furter ... vollnstrecken] Fehlt in B.

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    «Nr. 251 Resolution der Reichsstände an Kg. Maximilian »

    [1.] Kritik am kgl. Entwurf für die Konfirmation der eidgenössischen Rechte und Freiheiten: [2.] Präjudiz hinsichtlich der Pflichten der Eidgenossen gegen Kg. und Reich; [3.] Forderung nach einem Verbot des Anschlusses weiterer Reichsglieder an die Eidgenossen; [4.] Unvereinbarkeit des vorgesehenen Austragsverfahrens zwischen Eidgenossen und anderen Reichsuntertanen mit der Rechtsordnung des Reiches; [5.] voraussichtliche Verweigerung der genannten Richter; [6.] zu erwartender Mißbrauch des vorgesehenen Rechtsverfahrens zum Nachteil der Reichsstände und Šihrer Untertanen; [7.] voraussichtliche Probleme bei der Exekution von Urteilen gegen die Eidgenossen; [8.] Kritik an der Festlegung einer einheitlichen Frist für alle Rechtsfälle; [9.] Kritik an der Verweigerung der Appellation als Rechtsmittel; [10.] Gefahr der Einbeziehung geistlicher Sachen in das Austragsverfahren; [11.] fehlende Regelung für Kapitalverbrechen, fehlende Eignung der genannten Bff. als Richter in diesen Fällen; [12.] Unkenntnis der Stände über den geltend gemachten Einungsvertrag; [13.] Gefahr der impliziten Bestätigung unrechtmäßiger eidgenössischer Gepflogenheiten; [14.] Kritik an der Exemtion der Eidgenossen von der Reichsgerichtsbarkeit; [15.] Gefahr der mutwilligen Eintreibung der dem Privileg inserierten Strafe durch die Eidgenossen; [16.] Privilegierung der Eidgenossen als Anreiz für weitere Stände zum Abfall vom Reich; [17.] Gefahr der Fehlinterpretation der Privilegierung als Abtrennung der Eidgenossen vom Reich; [18.] Kritikpunkte hinsichtlich des von den Eidgenossen auszustellenden Reversbriefes; [19.] Bitte um Nichtausstellung des Konfirmationsbriefes für die Eidgenossen, Protest der Reichsstände; [20.] unterbliebene Ratifizierung des Züricher Abschieds durch die Reichsgesandtschaft, kein Handlungsbedarf seitens der Reichsstände.

    s.l., s.d., jedoch Konstanz, 27. Juni 1507.
    Wien, HHStA, MEA RTA 3a, fol. 479–483’ (Kop., Überschr.: Antwort der Kff., Ff. und ander stende des Reichs, alhie zu Costenz versamelt, uf röm. kgl. Mt. ansynnen und begern, der freiheit, confirmation, eynung und vertrege halber der Eydgenossen, abermals auch der vollstreckung halber des abschieds, durch kgl. Mt. rete letzst zu Zurich genomen, bescheen.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 39’-42’ (Kop., Überschr.: Bewegung der stende uf der kgl. Mt. fryheit, die Eidgenossen betreffen.) = B.

    [1.] /479/ aErstlich, als kgl. Mt. der versamlung des Reichs stende alhie uf ir undertenig bitt in schriften [Nr. 250] an kgl. Mt. der Eydgenossen freiheit, confirmation, eynung und vertrege [Nrr. 248f.] halber des fordern tags gelangt, wider an die stende des Reichs uß ursachen, durch die rete erzelt, begert und gesonnen hat, inen angezeigt freiheit, confirmation etc. nit mißfallen zu lassen, haben die stende vernomen. Und sind kgl. Mt. in allem dem, inen und dem Hl. Reich icht leidlich oder tunlich ist, underteniglich zu wilfarn wol gemeynt. Sie haben sich aber in anfang dieser sachen, wie auß obangezeigter irer ubergeben bitt zu vermerken, hochlich beswert, befinden Šauch diese sachen nochmals gemeinen stenden und dem Hl. Reich beswerlich und merklich nachteilig auß nachfolgenden ursachen-a.
    [2.] Zum ersten, als im anfangb derselben notel und darnach mehr und sunderlich in irem reverß gemeldt wurdet, das die Eydgenossen kgl. Mt. die ksl. cron uf irer Mt. und des Reichs costen und versoldung erlangen helfen wollen etc., besorgen die stende des Reichs, das /479’/ dieselben wort der kgl. Mt. und dem Hl. Reich in kunftig zeit grossen nachteil geberen und durch die Eydgenossen ußgelegt und verstanden werden mochten, als solten sie eim röm. Kg. oder Ks. on besoldung zu dienen nit schuldig und vom Reich in dinsten und sonderlich die ksl. cron zu erholen exempt und gefreyet sein, wiewol sie doch von meniglich fur verwandten und undertanen des Reichs geachtet und gehalten, sich auch selbs darfur achten, nennen und erkennen.
    [3.] Item der artikel, anfahend: Ferner, das hinfur kein partey der andern die seinen in burgrecht, schutz, schirm, eynung noch versprechen annemen etc., bedorft, wo er besteen solt, besser erclerung und leuterung, und sonderlich, das die Eydgenossen kein stett, flecken oder commun in ir eynigung, pundnus oder verspruch ziehen oder annemen solten.
    [4.] Item den artikel, den ußtrag betreffend uf die Bff. Costenz, Basel und stadt Costenz, ist kgl. Mt., den stenden, undertanen und zugehorigen des Reichs, die darin mit ußgetruckten worten begrieffen werden, und sonderlich den anstossern merklich beswerlich und pfendlich. Wann gemeyne recht, gewonheit, herkomen und freiheit einem yeden land und wesen /480/ form und maß geben, wie einer den andern in gleichem fall rechtfertigen soll, die auch bißher im Reich, wie sich geburt, geubt und gebraucht sein. Solt nu angezeigter ußtrag besteen, das wurde röm. kgl. Mt., den stenden des Reichs und sonderlich den anstossern ir jurisdiction, alt herkomen, freiheit, brauch und ubung benemen und darumb, als zu besorgen steet, merklich zurruttung und ufrur im Reich geberen.
    [5.] Item ist zu besorgen, das sich die benenten richter solichs richterampts uß vil beweglichen ursachen, die ein yglicher verstendiger nach gestalt dieser sachen selbs wol ermessen mag, zu beladen merklich beswerde und scheu tragen mochten.
    [6.] cUnd in sonderheit so bewegen die stende in dem artikel merklich und hochbeswerlich, das sie, ire undertanen oder verwandten solten, wo die Eydgenossen oder ire zugehorigen etc. zu inen zu sprechen zu haben vermeinten, ire ordenlich richter verlassen und den Eydgenossen oder iren zugehorigen fur die Bff. von Costenz, Basel oder stat Costenz nachfolgen. Wann zusampt dem, das solich nachfolgen den stenden und iren undertanen oder verwandten kostlich, auch sunst wider recht und beswerlich, so were doch zu besorgen, das daruß mer unrats wachsen wurde. Und also, wo irgent leichtfertig oder mutwillige personen der stende undertanen oder verwandten weren, den ire herrschaft oder ordenliche richter /480’/ zu richter nit gefielen oder villeicht in erwegung ungerechtigkeit irer sachen sorg hetten, vor iren ordenlichen richtern nichts zu gewynnen, mochten sie darumb den Eydgenossen undertan oder verwandt machen, dadurch sie ursach und fug hetten, diejenen, zu denen sie meynten zu sprechen zu Šhaben, vor den obestimpten richtern irs gefallens zu bemuhen, umbzutreiben und ufs wenigst zu swerem kosten zu bringen-c.
    [7.] Und ob schon die obangezeigten beswerung diss artikels nit fur augen, so were dannoch solicher artikel des ußtrags der kgl. Mt. verwandten und undertanen des Reichs ganz nachteilig und den Eydgenossen vast vorteilig. Dann wo sich begeben, das die Eydgenossen oder die iren ein urteil fur sich behalten, dabey wurden sie sich handhaben und die irs vermogens vollenziehen. Wo aber ein verwandter oder zugehoriger des Reichs ein urteil fur sich erhalten, dem wurde bey den Eydgenossen (als zu besorgen steet) langsam, wenig oder [zu] kein execucion verholfen werden.
    [8.] Item so ist die zeit, nemlich dreyer monat, in solichem ußtrag bestimbt, nit allen sachen gleich oder gemesse und darumb dieser artikel auch beswerlich.
    [9.] Item, als nachfolgend in gemeltem ußtrag gesetzt wurdet, das es bey den erstgesprochen urteiln one alle weigerung, appellacion und ußzug pleiben soll, ist beswerlich, die appellacion ymands abzuschneiden, so doch solichs /481/ ein wehre und defension ist, weliche defension einem yeglichen von dem naturlichen rechten erlaubt ist.
    Ob aber solichs, wie ytzt angezeigt, nit were, als doch ist, so wurde solich freihung im Hl. Reich ein ungleich rechtfertigung geberen. Wann die, so mit den Eydgenossen rechten, wurden laut diss vertrags oder freiheit nit macht haben zu appelliren, wiewol andere im Reich, so sie zwischen inen rechtfertigung ubten, yeglicher nach laut geschriebner recht und des Reichs ordnung zu appellirn macht hett, das dann ein ungleicheit und unschicklicheit im Reich geberen wurde.
    [10.] Item, als in demselben artikel des ußtrags gemeldet wurdet, das sich bede parteien umb alle sachen solichs ußtrags solten benugen lassen, ist zu besorgen, das die Eydgenossen als die, so iren vorteil in allen sachen zu suchen sich fleissigen, geistlich sachen, wiewol die dahin nit gezogen werden sollen noch mogen, auch mit inzuziehen understeen mochten, das den geistlichen sonderlich unleidlich, beswerlich, darzu wider recht und pillicheit were.
    [11.] Item so geschicht in gemeltem ußtrag von malefizhendeln kein anzeige noch meldung, wie die bederseits gerechtfertigt werden sollen, das doch, wo der außtrag einen bestand haben solt, merklich not were. Wann sich die teglich begeben und unvertragen grosse irrung, entborung und mißhellung geberen mochten.
    /481’/ Item, obwol dieser ußtrag die malefizhendel in ime auch begrieff, so ist wol zu achten, wie die Bff.d richter sein oder ir richterampt einem andern bevelhen mochten. Dadurch stunde dieser artikel allweg in irrung.
    [12.] Item, als furter in angezeigter notel gemeldet wurdet, das eynung und vertrag bescheen seyen, inhalt der brief, daruber ußgangen, desselben besweren sich die stende nit unpillich, wo dieselben brief sie und die undertanen des Reichs betreffen, so sie der kein wissens haben.
    [13.] Item, als furter in gemelter freiheit den Eydgenossen bestetigt werden sollen ire privilegia, alt herkomen und gute gewonheit etc., ist auch nit unbeswerlich. Wann Šwiewol solicher artikel nach gemeynem lauf und verstentnus nit ungemeß oder unzimlich were, so steet doch wol zu besorgen, nachdem die Eydgenossen vil unrechtmessiger prauch, ubung und gewonheit haben, das sie sich durch solich confirmacion solicher irer brauch, ubung und gewonheiten berechtigt und gegrundet zu sein furnemen, sich dabey fester handhaben und dadurch die leute noch mer verunrechten wurden.
    [14.] Item, als nu furter die Eydgenossen in angezeigter freiheit des kgl. chamer-, auch hof-, land- und ander gericht gefreyet werden sollen etc., ist beswerlich, ymands fur das chamergericht des Reichs als die letzsten hilf, /482/ wehre und defension zu freien; und sonderlich ein ganze landschaft schneidet ab die wehre und defension naturlichs rechtens, wie obsteet, mocht auch den andern gehorsamen stenden zu widerwillen reychen.
    [15.] Item, als zuletzst in angezeigter freiheit ein pene, nemlich funfzig mark lotigs golds angehenkt, ist zu besorgen, nachdem die Eydgenossen strenge sein, iren vorteil zu handhaben, das sie dadurch leichtlich ursach suchen wurden, die freiheit an inen gebrochen zu sein und dadurch die pene irs teils einzubringen, dadurch dann irrung, ufrur und krieg im Reich erwachsen mochten.
    [16.] Item zum allerhohsten ist kgl. Mt., Kff., Ff. und stenden des Reichs zu betrachten, wo dieser ußtrag, freihung und begnadigung furgang haben oder gewynnen solt, was beschwerung, nachteils und abfals dem Röm. Reich daraus fallen und volgen mocht. Wann dadurch andern stenden und communen ursach und anreyzung gegeben wurde, sich von dem Reich und zu den Eydgenossen zu tun, solicher freiheit sich auch zu freuen und zu geniessen, das dann hochlich zu betrachten ist.
    [17.] Item, wiewol die Eydgenossen undertanen und verwandten des Reichs sein, sich auch desselben erkennen, so mag doch auß der angezeigten begriffen /482’/ noteln an vil orten nit anders verstanden oder vermerkt werden, wann als ob die Eydgenossen vom Röm. Reich gesundert und nit darunder gehorig weren.
    [18.] Zum allerletzsten, so tragen die stende des Reichs des revers der Eydgenossen merklich beswerde, dieweil derselb reverß in seinem eingang, auch in andern artikel etwas capcioß [= verfänglich] und geverlich gesetzt, als einem yeglichen verstendigen wol zu vernemen ist. Und sonderlich, obwol die obangezeigt freiheit dermass gestelt, das die röm. kgl. Mt. und dem Hl. Reich leidlich und annemlich were, so helt doch der angezeigt reverß mynder dann gemelte freiheit. Röm. kgl. Mt. begibt sich auch weiter in irer freiheit gegen den Eydgenossen wann die Eydgenossen in irem reverß gegen irer Mt. Es werden auch die stende des Reichs im selben reverß principaliter mitgenennt, das doch im ingang der freiheit principaliter nit geschicht, als auch die stende nit begeren. Darumb die sachen ganz ungleich sein, davon und aus andern redlichen ursachen die kgl. Mt. aus hoher vernunft selbs wol ermessen mag. So bewegen die stende des Reichs solich sachen kgl. Mt., den stenden und undertanen des Hl. Reichs in allweg beswerlich und nachteilig.
    [19.] eBitten daruf kgl. Mt. in aller undertenigkeit, diese erzelte sachen und beswerung /483/ auch gnediglich zu bedenken und zu herzen zu furen und sich Šnochmals solicher freiheit, confirmacion und anders obgemelt dem gemeinen Reich zugut zu geben und ufzurichten gnediglich zu enthalten. Ob aber ir kgl. Mt. also weyt in die sachen gangen, das davon nit gewendet werden mocht, als Kff., Ff. und andere stende des Reichs doch nit hoffen, so finden sie doch diese sachen aus den oberzelten und andern mehr redlichen, treffenlichen ursachen, so auch angezeigt werden mochten, inen und dem Hl. Reich also beswerlich und nachteilig, das sie darin nit willigen oder gehellen konnen oder mogen. Bitten auch daruf, sie deßhalb ferrers ansuchens zu erlassen, auch solich ir antwort keiner andern meynung wann irer merklichen notdurft nach gnediglich zu vermerken-e.
    [20.] fFurter, als kgl. Mt. durch ire rete begert hat, den abschied, letzt durch ire rete zu Zurch genommen [Nr. 246], zu vollnstrecken, haben die geschickten potschaft, so von des Reichs wegen nehst uf dem tag zu Zurch gewest sind, die stende alhie bericht, das wiewol sie laut irer instruction, von kgl. Mt. in beysein der stende des Reichs gestelt, nit bevelh gehapt, mit den kgl. reten uf die instruction, so die kgl. rete gehapt, zu handeln, so haben sie sich doch uf bitt der kgl. rete, und auch damit der kgl. rete handlung mit den Eydgenossen nit in zurruttung keme und die Eydgenossen zu den Franzosen, die dann treffenlich alda gewest, /483’/ fielen, bewilligt, mit inen bey der handlung zu sein, von sachen in arguments weise zu reden und zu disputiren, aber alda nichts von der stende wegen in solichem angenommen, zugesagt oder bewilligt, als sie nit zweifeln, der kgl. Mt. rete sie numals wol bericht. Deßgleichen haben auch die kgl. rete in beysein der gemelten des Reichs potschaft nichts bewilligt, angenomen oder zugesagt, auch den berurten abschied on beysein oder in abwesen des Reichs gesandten von den Eydgenossen entpfangen, darumb und so von der stende wegen des Hl. Reichs solichs abschieds halber nichts, wie obsteet, bewilligt, angenommen. So bedunkt die stende on not, solichs abschieds halber ichts von iret wegen zu vollnstrecken-f.1