Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Nr. 4 Entwurf/Memorial Kg. Maximilians für das RT-Ausschreiben »

    [1.] Beschluß des Kölner RT 1505 über eine Reichshilfe gegen Ungarn, Kriegsvorbereitungen Kg. Maximilians, vergebliche Bemühungen um eine diplomatische Sicherung der habsburgischen Erbansprüche, Eröffnung des Ungarnfeldzugs; [2.] Bruch des Hagenauer Vertrags von 1505 durch Kg. Ludwig von Frankreich, Frankreich als ŠVerbündeter Hg. Karls von Geldern im Krieg gegen das Haus Habsburg; [3.] Verhandlungen französischer Gesandter mit Kg. Maximilian über eine Fortsetzung des Bündnisses; [4.] Notwendigkeit zu Beratungen über das weitere Vorgehen gegenüber Frankreich angesichts des Widerstands Kg. Ludwigs und seiner italienischen Verbündeten gegen den Romzug Kg. Maximilians; [5.] Zusammenarbeit Venedigs und Frankreichs gegen Kg. Maximilian, Ablehnung eines gewaltsamen Romzuges Kg. Maximilians durch Papst Julius II.; [6.] Sperrung des Weges nach Rom durch Venedig, militärische Vorbereitungen Kg. Maximilians für den Romzug; [7.] Zug Papst Julius’ II. gegen Bologna, Verhandlungen einer Gesandtschaft Kg. Maximilians in der Stadt; [8.] Reise Kg. Ferdinands von Spanien nach Neapel, dessen Widerstand gegen die habsburgischen Ansprüche auf Neapel und Kastilien, dessen Agitation und Vorkehrungen gegen den geplanten Romzug Kg. Maximilians; [9.] Maßnahmen Kg. Ludwigs von Frankreich gegen den geplanten Romzug Kg. Maximilians; [10.] Agitation Frankreichs in Ungarn gegen Kg. Maximilian; [11.] Bemühungen Kg. Maximilians um die Durchführung des Romzugs; [12.] geringe Erfolgsaussichten für einen Romzug infolge des Todes Kg. Philipps von Kastilien; [13.] Aufforderung zur Teilnahme am Konstanzer RT; [14.] Notavermerk bezüglich der Notwendigkeit von Beratungen des RT über das weitere Vorgehen gegenüber Frankreich; [15.] Scheitern der bisherigen Verhandlungen mit den Eidgenossen; [16.] Wunsch nach Einsatz des St. Georgs-Ritterordens auf einem Kreuzzug gegen die Türken; [17.] Reise Kgin. Maria Biancas nach Konstanz.

    s.l., s.d., jedoch vor dem 27. Oktober 1506.1
    Wien, HHStA, Maximiliana 46, Fasz. XIV, fol. 11–20’ (eh. Konz.) = Textvorlage A.

    [1.] /11/ Unserem abschaed nach, so wier zu Coll myt dier und anderen unseren und des Hl. Reichs stenden getan haben, nemlich das dyselben stend uns ain klaene anzala volks IIII kotembreb uns dyselben zu bezalen2, etlichen ungrischen ierer pass, unkristenlichs furnemen, so sy wider uns und das Hl. Reich, deutsche nacion, auch darneben gegen ieren aygn heren und Kg. und ier selbs eer und wolfart, nachdem und dy wider die Turken grenizen, dy sy so hochlich verhert und pekriegt haben in vergangen zeiten und noch teglich solchs gebartend seyen, so haben wier uns zer stund gefuegt in unsere nidre Fmm. undc land des haus Osterreich und da unßer kriegsvolk van denselben land, auchd etlich unßer ohaimen, Kff. und Ff., dy wier myt uns gepracht, herab myt ainem merklichen zuelauf der lanczknecht auf etbavil tausent, Špaede zu ross und zu fuess, versamblt haben nachainander. Doch am ersten /11’/ santen wier Gf. Niclasen van Salm und den H. [Bartholomäus] van Pernek myt ainer clainer anzal zu ros und zu fues, auch veldgeschucz an dy grenizen des Kgr. Ungern und darauf durch schryft, do dyselben ungrischen zu Ofen versamlt warden, schraeb wier inen, das sy sich selbs wolten, auch ieren Kg. und uns, auch deutsche nazion pass pedenken und ier er, gluk, auch beyter ier aed, prief und sigl [halten], dy by aller belt offenbar waeren3, als wier solchs alles deiner L. und andern van des Hl. Reichs stenden, wie obstet, zu Kolen versamlt, solcher ier unpillich, unnaturlich furnemen und widerspennikait auf das lengst erclert haben4, dardurch wier jecz zumal weyter darvan umb kurze wegen nicht noch aynest meldung und auf dyzmal tuen wellen. Und also dyselben unglaubhaftigen Ungern ersuecht myt guetigen, mylden und gotlichen anzaigen, sy zu pebegen, solchs ier auch obangezaegt furnemen abzustellen und uns, ieren Kg., inen selbst, auch der ganzen cristenhait er und wolfart darin zu petrachten. /12/ Des sy aber aus ierem groben, unverstendigen ubermuet uns solchs abgeslagen haben und darauf dy ganz macht pey dem pluetigen sbert wider uns versamblt. Dardurch wier pebegt sein geborden, auch in rat aller der unseren gefunden, sy myt aller macht personlich zu uberziechen, doch der armen, onschuldigen leut zu verschonen, sunder auf den streyt zu ziehen, ob der almechtig Gott sy umb solche mystaten mit dem sbert des streyts zu strafen auf dyzmal zueschyken wolt. Also dem abermals nach haben wier personlich all unßer berhaftig volk und macht in das veld mytsambt haupt- und streytgeschucz im veld pey der Eysenstat und nemlich das haubtgeschucz auf wasser und land nach noturft dannen gerycht. Und haben erfodert zu aller ersten ain stat von Odenbourg, dy dan dy greniz helt gegen Osterreich und anfanks unsers lands Steyr, ut reliqua alias. 
    [2.] /12’/ Dyweyl wier nun am hertisten in veld wider dy Ungern in kriegshendlen stuenden, kam uns ware potschaft und anzaigen, das der Kg. van Frankrich dy rachtigung zu Hagenau5, in peybesene etbavil Kgg.6 und kuniklicher potschaften7, auch Šin pebeysen [!] zbayer pabstlicher legaten8, Kff. 9, Ff., ander stend des Hl. Reichs in ainer gar merklichen anzal [geschlossen], zerprochen hett und H. Karlen von Egmont, der sich nent Hg. zu Geldern, pebegt, auch sein er, ayd, prief und sigl zu prechen10, im darum und darauf ain merklich anzal gelts gegeben und also in pebegt, umb daselb gelt volk aufzunemen, uns als röm. Kg., unseren sun als unseren und des Hl. Reichs pelehenden F. 11 solch land in abesyn unser paeder als Hgg. zu Geldern mit gebolt abzudringen. Hat im auch darnach IIIIC kurisser und XVC franzosysch fuesknecht pey Rueprechten von Arenberg zuegesant, alles auf des Franzosen kost, solch /13/ land van dem Hl. Reich zu dringen und ain unerliche, ungegrunte paerson, dem Hl. Reich und deutscher nacion, auch zu schaden der loblichen heuser Osterreich und Burgundy in solche Fm. der cron zu Frankrich anhen[g]ig und dem Hl. Reich nachtaelig zu machen und zu pebegen.12  
    [3.] Und hat doch der pemelt Kg. van Frankrich zu uns und etlichen Kff. und andern stenden des Hl. Reichs13 ierf potschaft [geschickt] und inen anzaegen lassen, das er allaen den heyrat etc. zerprechen well und sunst wider kgl. Mt. nichts furnemen – das abermals erticht ist gebest. Und dy franzosisch potschaft, so pey uns gebest ist, ser hochlich verbundert hat dy unpestendikait ieres Kg., so er also myt Geldern wider uns, Šunseren sun und das ganz Hl. Reich gehandlt hat und er inen doch uns zu sagen uber dy heyrat vil guets und liebs pevolhen het. Darauf wier sy dan auf ier werbung kain antbort geben haben wellen, in ansehen, das wier wol gruntlich pericht haben, /13’/ das der tractat, zu Hagenau gemacht, von herzen der Franzosen mainung nie gebest, uns solchen zu halten, dan allain darmit dy investitur zu Mailand zu erlangen.
    [4.] Nun ist uns van noten, angesehen, wie er so in grosser macht und ansehen in der ganzen kristenheyt ist, das wier im auf solch sein furnemen mit antbort und beyslicher widerstrebung kierzlich gefast werden, das uns den unzimlich zu tuen sein wil, noch solchs in niemanz rat uns in solchem zu raten fueg sein wyl, was wier dem oftgemelten Kg. zu Frankrich fur ain antbort geben oder was und wievil widerstand wier im in solchem tuen sullen. Dann wier ganz glaublich pericht, das der bemelt Kg. und dy sein, dy in darauf heczen – seiner person geben wier nicht so hoch schuld, nachdem dy myt alter und groser plodykait peladen ist –, uns in Italia, ob uns dy Venediger durchlassen wolten, des sy /14/ doch noch auf den heutigen tag im sinn nicht haben, das er uns an dem grossen wasserstram, genant der Phad [= Po], hinderziehen wyl und am urfar slahen wil. Er hat sein gelt erlegt hinder dy Sbeinzer, darauf peborben und pestelt in grosser gehaim.
    Wier wurden auch peraubt der scheff, nachdem dyselben auch alle in der franzosi[s]chen parthey in Italia handen sein.
    [5.] Aber dy Venediger haben uns je und je, dyweyl wier mit dem ungrischen aufruer und vechhandel peladen sein gebest, uns alle dienstperkait zu pebeisen /14’/ angepoten, nemlich zu unserem romzug, auch statigs ieren orator bey uns gehabt und uns teglichs underrichten lassen, wie sy so gross fraloken und pegird ab unsern romzug hieten, und uns alzeit gefragt, ban wier solhen romzug tuen wurden, auch umb all gelegenhait unsers wesen und veldzugs wider dy Ungern.14 Was also dy bemelten Venediger van uns Šerlernt, auch van den ungrischen hendl erkent, haben sy solchs dem Kg. in Frankrich alles verkunt, der dan in Italia sein haimlich, treffenlich pot[schaft] an allen verzug gesant wider uns hat.
    /15/ Dy bemelten Venediger haben auch, sopald sy gesehen heben, das Unger getan, sich mit Frankrich pesprochen, desgeleichen der pabst, der dan lange zeit in Frankrich den Kgg. von Frankrich gedient hat vor der zeit, als er pabst ist geborden.15 Haben sich mit dem Kg. von Frankrich pesprochen und machen ain mechtigs heer wider uns, uns nicht durchzelassen oder am Phad am herwiderziehen uns zu slahen oder pelauern etc. Desgeleichen der pabst hat uns empoten, er mug nyt leyden, das wier mit kainem kriegsvolk zu im komen, dan jetz waer Italia in rue; wurden wier mit kriegsvolk kumen, so wurden wier widerumb partey in Italia machen, das im nicht lieb waer.16  
    [6.] /15’/ Dy Venediger, dy dan all paess und wasserstroem pys an Mayland inen haben myt lantweren, steten, auch dryvaltigen schiffreichen wasser, jecz hie gegen uns, alspald sy vernummen haben unsern durchzug van Ungern gen Rom, haben sy all ier macht zu ros und fuess, merder dan sy in langer zeit versamblt haben, uns under augen an alle ier paess und grenizen gelegt.17 Als wier das gesehen haben, haben wier unßer volk am ersten zbyfach getailt, zu bissen den merer tael der lanczknecht und al Šoberlendisch geraysig zu varzug und wier myt unser lantschaft der obern und nideren Fmm. und landen in person darnach auch gericht, denen zu volgen.
    [7.] Es hat sich auch darauf der pabst mit seinem kriegsvolk aus pebegnes18 der Franzosen van Rom /16/ erhebt, uns under augen gezogen, sich pey Bulony myt den Franzosen und Maylandischen [vereint], ain veld zu machen. Und hat verrer uns lassen underrichten, das solcher zug und versamblung nicht wider uns sey, sunder wider dy Boloneser.19 Dyselben Boloneser haben nye bellen den Franzosen gehorsam oder zu billen sein, sunder wier haben kain hochern trost in Italia gehabt dan dyselb stat; und haben also auch unßer potschaft voran zu in gesant, da zu erlernen, was ier mainung sey myt dem pabst und Franzosen. Darauf haben sy sich merken lassen, sy seind vertragen myt den Franzosen, und gepeten, das unser potschaft aus ier stat ziehen welle.20 Den wier denen dan verrer zu handlen an ander ende pevelch hiemit getan haben, wiewol wier an solchem beytern pevelch noch benig hoffnung haben.
    [8.] Der Kg. van Arogony ist auf dem maer myt etbavyl M manen, darunder etbavil geraisig, sich zu fuegen gen Napls zu /16’/ anderem sein kriegsvolk, das gegen dy gerechtikait, so weylentg unßer sun, Kg. Ph[ilipp]s, und sein gemachl haben, dy zu entziehen, mytsambt anderen anslegen im Kgr. van Kastily, Leon und Granaten. Darum und darauf dan er sich myt seinen erbfeint vertragen und verpunden het den Franzosen, auch des Kg. van Frankrich h muem darauf zu ainem gemachel-h genommen.
    Wier wissen auch, das er sich understen wyl, auch durch raezung der Franzosen, hat auch solchs dem pabst zugeschriben in gehaim des, das der pabst mytnichte welle vergunen, das wier myt kainer macht21. Er hat auch verpoten seinem gross haubtman van Napls, Consalven Ferdinanden, wiewol er uns scheff zuegesagt und wier di unsern, dy wier in zbayen unseren karnerischeni porten haben, aber hat Kg. Arogony alles arrestiert und verpoten, dardurch unsere scheff zu benig haben, auf maer auch nyt kunen kumen [nach] Rom.
    [9.] /17/ Item der Kg. van Frankrich, alspald er gehort und vernommen hat aigentlich, das wier mit den Ungern vertragen gebesen sein und haben das hauptj kert gegen Rom und nemlich Italia myt unserem kriegs[volk], paeden zu ross und fuess, auch unserem haubt- und veldgeschucz, da hat er noch ain grossen rat und darauf ain Šseer gehaimen gehalten. Und ist im durch payd raet geraten geborden, nachdem und er uns myt seiner tachter heyrat uns petrogen hettk, auch myt dem land van Gellern in offen vechd und krieg wider uns, das Hl. Reich, auch unseren obgemelten beylentl unseren sun gehandlt so offenbaer hiet und dardurch den tractat zbyschen unßer dreyer zu Hagenau zerprochen, das er uns umb nichte welle lassen unseren fuess in Italia setzen, noch dardurch uns lassen dy kayserlich cron entfahen. Das er dan also denselben raeten, uns in allem zu biderstreben, zu volgen zuegesagt hat. Und ist derselbig ratslag /17’/ also, als wier solchs gar gleublich und maer dann aens verstanden haben, das dy bemelten Franzosen practiciert haben myt allen Italianyschen, wie dan solchs zuvor bemelt ist, das sy uns wellen all ier paess oder clausen und wasserstrem speren, wo wier myt gebalt und [!] ziehen wolten; wo wier aber myt ainer geringen macht ziehen wolten, dass sy dan zu solchem, als sy teglichs tuen und darzu raten und furdern wellen, so hab er gelt erlegtm umb VIM Sbeinzer, auch sein ordinanz in Mayland gesterkt, also das er und sy uns liederlich mitsambt den unseren zu ieren willen pringen mochten und uns dy wasserstrem und paess oder dy strassen verzugen und mit uns handeln, wie sy layder myt unßerm sbager, Hg. zu Maylant, getan habenn.22  
    [10.] Es hat auch der obgemelt Kg. van Frankrich sein potschaft pey den Ungern gehabt; o und ist dy potschaft durch der Venediger land gen Krabaten kumen und van dan gen Ungern-o, den Kg. und Kgin. wider uns zu pebegen. Also haben sy dy Kgin. tod /18/ gefunden und den Kg. traurig und doch standhaftig gegen uns gefunden23, aber dy gemain Ungern ganz pas. Und sagen ierp obrysten, sy bellens nicht uns halten dy rachtigung24 wie dy vorig zu Prespurg25, dann sy sind mit dem sberd darzue drungen. Doch wiewol wier aus dem land ziehen, so haben wier solche rustigung hiemyt in unßer erbland aufgestelt, das wier hoffen zu Gott, das sy ieres posens willens ain tael vallen lassen werden.
    [11.] Wier haben uns auch wellen erheben aufq r Italia und nemlich gegen dem maer, do wier dann nicht maer dann vier tagrais van unsern erbland ainem, genant der ŠCarst, an unßer das Fm. Crain gelegen-r, jecz im fuestapfen, zu versuechen ander waeg, damyt wier heten den pabst mugen gebringen auf unßer seit, darzue wier doch claene hoffnung haben gehabt.
    [12.] Und varaus nun zumal so haben wier gar kain hofnung noch trost, dy ksl. cron zu erlangen, nachdem der almechtig Gott in kurz verschinen /18’/ tagen unseren ainigen liebsten etc. van dyser welt zu im ervodert, daruber dan dy Franzosen in ierem posen will wider unss, das Hl. Reich deutscher unßer26 welhischen nacion erfreut und gesterkt, myt allen denen obgemelten und noch vil maer anderen, dy den Francosen wider uns und auch wider al, dy uns zuestend.
    Aber wier haben nochtand pedacht, das wier darum uns den Franzosen myt ieren anhang nicht verzbeyflt uns ergeben, sunder myt unserem leib und guet27 .
    [13.] /19/ Darum und darauf, so pegeren wier an dein L. t mit sunderem fleiss pevelhend aus röm. kgl. mach[t]-t, du bellest dich fuegen auf den jecz unseren kgl. reichstag gen Kostnyz; wo du aber mit merklicher ursach deiner person halb nicht kumen kunst, dy deynen auf denselben tag myt volmaechtigem gebalt sendest.
    [14.] Nota, da zu peraten dy franzosisch antbort van frid van Hagenau, abermals mych und das Röm. Reich myt gueten, suessen worten zu verfueren. Doch man mues ja sprechen, das er kayser peleyb, darfur er sich auf disen tag helt, oder aber er burd sich understen, mit gebalt dy Sbeinzer, als er und al sein partei geslossen haben, in dy Deutschen heczen myt gelt, geraysigen, fuesknechten van Delfinat myt IIIIM Gaskuner mit stechlin pogen, auch sein haubtgeschucz van Lion.
    [15.] /19’/ Wier weren myt unsers haus Osterrich guet, als vyl wier muegen, es hylft aber als nich, wie beylentu unser sun myt unseren Kgrr. und erblanden, haben inen gepoten, maer zu tuen, jecz ain jar practiciert28, den in der Kg. van Frankrich tuet. Hylft als nicht, sy sind noch auf dyse stund van Gott und gegen der belt. Sy wellen je das Hl. Röm. Reich zerstoren van gelts waegen. Unßer v und unßer sunen-v ansprug als Ehgg. zu Osterreich haben wier inen auch darneben angepoten zu verzeihen, hilft als nicht. Dan der pas29 helt sy auch noch darmyt an seiner keten. Sy haben an dyselb keten myt golt und gelt der Franzosen. Dy von Mulhausen, alias reichsstat, so30 haben unßer gelt und guet von uns versmecht.
    Š /20/31 Sy arbayten teglichs, noch zu kaufen zbo richstetw. x Stet an euch-x auf dysen reichstag, das zu verhueten, dan gotlichait, weystum, noch unßer gelt noch guet hylft nycht. Dan der Franzos ist uns zu uberbegen. Wier hoffen abery mals zu Gott-y, solchs werd mugen auf disem reichstag mit gueten gluk und schiyklikait gebert werden. Wier hoffen auch, dyselben stet in mitler zeit aufzuhalten.
    [16.] Hoc in latino: z Cur imperator promotor societatis sancti Georgii contra infideles hoc modo interpretare-z? Hoc hely hely laba sabatany32 perfeci pro corona imperiali, quia nunc non habeo vivere nisi de spe et contra Turcos. Hoc, quod potui quoad imperium, modo laboro societatem sancti Georgii, ut ab infidelibus passionem capiam, qui non volo cum malis modernys cristianys confessor mory, quia modo aa in praesenti seculo in hac tali futura morte-aa verecundor, quantum plus in alio eterno seculo.
    [17.] /20’/ Wier schyken dy Kgin. voran hin, des Reichs stend zu versameln, und hoffen, zu ende deselben tags personlich zu sein.33  

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/dok4/pages

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    Anmerkungen

    1
     Ein Archivarsvermerk datiert das Stück auf den 23.10. An diesem Tag erhielt Kg. Maximilian die Nachricht vom Tod seines Sohnes Philipp ( Wiesflecker , Maximilian III, S. 304; Hollegger , Maximilian, S. 167; Krendl , Verhandlungen, S. 220). Richtiger ist wohl: um den 23.10. Der Entwurf entstand schon vom Schriftbild her zweifellos mit Unterbrechungen.
    2
     Beschluß des Kölner RT zur Bewilligung einer einjährigen Ungarnhilfe von 4000 Mann (RAb vom 31.7.1505; Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 366, hier S. 526f., Pkt. 3).
    3
     Schreiben Kg. Maximilians an die in Ofen versammelten ungarischen Stände vom 18.4.1506 ( Szalay , Geschichte III/2, S. 123f.; Fessler , Geschichte III, S. 280; Fuchs , König, S. 155; Leipold , Ostpolitik, S. 208; Wiesflecker , Maximilian III, S. 329).
    4
     Resolution Kg. Maximilians an die auf dem Kölner RT versammelten Stände vom 24.7.1505 ( Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 358, S. 500f., Pkt. 2); Mitteilung des Straßburger Gesandten Ott Sturm über den kgl. Vortrag (ebd. 2, Nr. 756, S. 1072).
    5
     Vertrag von Hagenau, 4.4.1505 (Regest: Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 75, S. 222–226); Beeidigung durch Kg. Maximilian und Kg. Philipp von Kastilien, Hagenau, 4.4.1505 (ebd., Nr. 77, S. 227); Garantieerklärung Kg. Maximilians, Hagenau, 9.4.1505 (ebd., Nr. 90, S. 243f.).
    6
     Mit Ausnahme von Maximilian I. und seinem Sohn Philipp waren keine Monarchen in Hagenau anwesend. Vgl. Wiesflecker , Maximilian III, S. 135–139.
    7
     Anwesend waren als Gesandte kgl. Häuser die französische Delegation (z. B. Bericht der venezianischen Gesandten vom 1.4.1505; Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 72, S. 219) und der spanische Gesandte Pedro de Ayala (Bericht der venezianischen Gesandten vom 31.3.1505; ebd., Nr. 71, S. 218, Pkt. 2. Wiesflecker , Maximilian III, S. 136).
    8
     Gemeint sind der päpstliche Legat Mariano de Bartolini (z. B. Weisung Papst Julius’ II. an Bartolini vom 16.4.1505; Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 317, S. 428) und der frz. Delegationsführer Kardinal George d’Amboise, Legat des Hl. Stuhls in Frankreich ( Wiesflecker , Maximilian III, S. 136).
    9
     Als einziger Kf. war Ebf. Jakob von Trier auf dem Hagenauer Tag anwesend. Zu dessen Aufenthalt in Hagenau: Heil , RTA-MR VIII/1, S. 215–222 passim, 227f., 233, 236, 239, 245–247, 251).
    10
     Gemeint ist der zwischen Philipp dem Schönen und Karl von Egmond geschlossene Vertrag von Tiel vom 28.7.1505 (Frz. Druck: Molinet , Chroniques, S. 556–560). Vgl. dazu Nijhoff , Gedenkwaardigheden VI/1, S. LXXXIf.; Struick , Gelre, S. 65f.; Mayer , Beziehungen, S. 146; Cauchies , Philippe, S. 173.
    11
     Lehenbrief Kg. Maximilians für Kg. Philipp von Kastilien über das Hm. Geldern und die Gft. Zutphen vom 4.4.1505 (Regest: Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 76, S. 226).
    12
     Vgl. zu dem durch Karl von Egmond im Mai 1506 eröffneten und nach dem Tod Kg. Philipps von Kastilien durch Waffenstillstand vom 14.10.1506 beendeten Geldernkrieg: Struick , Gelre, S. 80–104; Redlich , Vermittlungspolitik, S. 144–147;  Mayer , Beziehungen, S. 154–158; Wiesflecker , Maximilian III, S. 287f.
    13
     Im Sommer 1506 hielten sich zwei frz. Gesandtschaften im Reich auf: François de Rochechouart, Antoine Du Prat und der kgl. Sekretär Antoine Jourdan wurden auf ihrer Reise zu Kg. Maximilian auch bei Bf. Albrecht von Straßburg, Mgf. Christoph von Baden und Hg. Ulrich von Württemberg vorstellig ( Auton , Chroniques IV, S. 51–61; Le Glay , Négociations I, S. LXXX-LXXXII; Richter , Beziehungen, S. 147–149; Fuchs , König, S. 112–115; Simon , Beziehungen, S. 10f.; Wiesflecker , Maximilian III, S. 276f.). Eine zweite Gesandtschaft – bestehend aus Philippe de Commynes, Pierre de la Vernade, François de Loynes und dem kgl. Sekretär Jean Poncher – referierte ihre Instruktion vermutlich Ende Juni/Anfang Juli u.a. vor Räten Hg. Wilhelms von Jülich (Beglaubigungsschreiben Kg. Ludwigs von Frankreich an Hg. Wilhelm von Jülich [und andere Kff. und Ff.] für seine Gesandten, Montils-les-Tours, 31.5.1506, dt. Übers.; HStA Düsseldorf, Jülich-Berg I, Nr. 272, fol. 13–14. Eh. Aufzeichnung des Jülicher Kanzlers Wilhelm von Lüninck über den Vortrag der frz. Gesandten, s.d.; ebd., fol. 15–16’). Sehr wahrscheinlich waren es auch diese Gesandten, die am 15.7. einen Vortrag vor Deputierten des Frankfurter Rates hielten ( ISG Frankfurt, BMB 1506, fol. 23’, 25’). Der kgl. Rat Heinrich Hayden warnte einen ungenannten Kf., wohl Ebf. Hermann von Köln, am 3.7. vor den Absichten der zu dieser Zeit in Köln oder Bonn weilenden frz. Gesandten. Deren Mission diene dazu, die Haltung der Kff. gegenüber Kg. Maximilian zu erkunden, die Unterstützung für den röm. Kg. und seinen Sohn Philipp zu hintertreiben und schließlich den Bruch des Hagenauer Vertrages durch Kg. Ludwig zu beschönigen (Kop. Mecheln; HHStA Wien, Maximiliana 43, Fasz. V/6, fol. 40–43).
    14
     So wies die Signorie ihren Gesandten am kgl. Hof, Pietro Pasqualigo, am 17.2.1506 an, Kg. Maximilian mitzuteilen, daß man die angeforderten Galeeren bereitstellen und ihn auch sonst bei seinem Romzug in jeder Weise unterstützen werde, und lud den Kg. ein, mit seinem Gefolge in Venedig Station zu machen (ital. Kop.; AS Venedig, Senato, Deliberazioni (Secreta) 1504–1506 (reg. 40), fol. 154’-155’, hier 154’-155). In einem zweiten Schreiben erhielt Pasqualigo jedoch Befehl, Maximilian davon zu überzeugen, den Seeweg zu nehmen. Darin relativierte der Magistrat auch die Ernsthaftigkeit seiner Einladung nach Venedig (ital. Kop., 17.2.1506; ebd., fol. 155’-156). Laut Weisung an den venezianischen Orator in Frankreich, Alvise Mocenigo, hatte Pasqualigo am 6.2. berichtet, daß der röm. Kg. um zwei große Galeeren und um Geleitbriefe für den Zug seines übrigen Gefolges durch venezianisches Territorium – a via pacifica et quieta – ersuche. Venedig habe deshalb dem Ersuchen stattgegeben (ital. Kop., 19.2.1506; ebd., fol. 156’). Tatsächlich wurden alle lokalen Stellen informiert, daß der röm. Kg. mit einem Großteil seines Gefolges den Seeweg nehmen werde. Für die restlichen Gefolgsleute sollten die Verkehrswege instandgesetzt werden. Die lokalen venezianischen Befehlshaber wurden auch angewiesen, deren Durchzug keinesfalls zu behindern, sondern das kgl. Gefolge vielmehr in jeder Weise zu unterstützen (lat. Kop., 18.2.1506; ebd., fol. 156–156’). Zwei Monate später stellte die Signorie in einer weiteren Weisung an Pasqualigo klar, daß die Einladung nach Venedig allein aus dem Grund erfolgt sei, um Maximilian die gleiche Ehrerbietung erweisen zu können wie bekanntermaßen seinerzeit dessen Vater. Bezüglich des vom röm. Kg. gegenüber Pasqualigo angesprochenen Verdachts Papst Julius’ II. in bezug auf den Romzug verwies die Signorie darauf, daß andere italienische Machthaber die päpstliche Auffassung teilen könnten, nachdem bereits das Gerücht umlaufe, daß der röm. Kg. mit Truppen und nicht wie sein Vater friedlich – was bislang allgemein erwartet worden sei – nach Italien kommen werde. Es heiße, der frz. Kg. verlege aus diesem Grund bereits Truppen nach Mailand und ziehe nach Lyon und notwendigenfalls noch weiter. Ein Bündnis Venedigs mit dem röm. Kg. – Maximilian und Matthäus Lang hatten Pasqualigo laut einer Weisung Venedigs an Alvise Mocenigo jeweils in vertraulichen Unterredungen angekündigt, daß der Kg. nach dem Abschluß eines Vertrages mit Ungarn ein Bündnis mit der Serenissima unter Einbeziehung des Papstes schließen wolle (ital. Kop., 18.4.1506; ebd., fol. 164’-165, hier 164’) – hätte zweifellos ein Gegenbündnis aller anderen Staaten zur Folge und brächte die Gefahr eines Krieges zwischen den christlichen Fürsten mit sich, der erfahrungsgemäß die Türken auf den Plan rufen würde mit dem Ziel, die christliche Religion auszulöschen. Pasqualigo sollte deshalb Kg. Maximilian bitten, sich Gedanken über einen Weg zur Beseitigung des Unfriedens zwischen den christlichen Staaten zu machen und entweder friedlich nach Italien zu kommen, wie dies sein Vater getan und er selbst bislang angekündigt habe, oder eine andere Möglichkeit zu finden, den Papst und die übrigen italienischen Fürsten zu beruhigen (ital. Kop., 18.4.1506; ebd., fol. 163’-164). Laut Weisung vom 17.8. sollte Mocenigo über einen Bericht Pasqualigos Mitteilung machen, wonach der röm. Kg. seine Meinung, über das Meer nach Rom zu reisen, geändert und beschlossen hatte, non andar modo quieto, ma cum exercito potente, per piùi sua securità. Venedig empfahl Kg. Ludwig, sich nach Lyon zu begeben und eine Nachricht über seinen Zug nach Italien mit einem großen Heer zu lancieren (ital. Kop.; ebd., fol. 189’).
    15
     Der spätere Papst Julius II., Giuliano della Rovere, Kardinal von S. Pietro in Vincoli, war 1494 nach Frankreich geflohen. Er hatte an den Italienkampagnen Karls VIII. und Ludwigs XII. teilgenommen und war in dieser Zeit wiederholt als Sachwalter französischer Interessen aufgetreten ( Pastor , Geschichte III/1, S. 385f.; Brosch , Julius, S. 55–58, 64–72, 85f.; Shaw , Julius, S. 81–115;  Fusero , Giulio, S. 177–199).
    16
     Diesen Standpunkt hatte Papst Julius beispielsweise gegenüber Gesandten Kg. Maximilians Anfang März 1506 vertreten ( Sanuto , Diarii VI, Sp. 310; Stelzer , Maximilian, S. 56; Wiesflecker , Maximilian III, S. 346f.).
    17
     In seiner Weisung an Alvise Mocenigo vom 17.8. kündigte die Signorie an, die venezianischen Truppen in Alarmbereitschaft zu versetzen (ital. Kop.; AS Venedig, Senato, Deliberazioni (Secreta) 1504–1506 (reg. 40), fol. 189’). Der Statthalter zu Friaul [Pietro Cappello] erhielt Weisung zur Aufstellung einer Truppe von 1500–2000 Mann und zu anderen geeigneten Maßnahmen, um Übergriffe der als barbare und indomite qualifizierten kgl. Truppen zu unterbinden (ital. Kop., 20.8.1506; ebd., fol. 189’-190’). Laut Ratsbeschluß vom gleichen Tag erhielten Bartolomeo d’Alviano und andere venezianische Truppenführer Befehl, mit ihren Einheiten nach Friaul zu ziehen, um das venezianische Territorium zu sichern (ital. Kop.; ebd., fol. 190’). Am 23.8. wurden Maßnahmen zur Sicherung der Romagna beschlossen (ital. Kop.; ebd., fol. 193’). Zwei Tage später erging der Beschluß zur Anwerbung weiterer 200 Reiter und 2000 Fußsoldaten (ital. Kop.; ebd., fol. 194). Vgl. Bembo , Historia VII, pag. 157–158.
    18
     = aus bewegnis: auf Veranlassung, auf Initiative ( Grimm , Deutsches Wörterbuch I, Sp. 1774).
    19
     Kein Nachweis möglich.
    20
     Kardinalbf. Melchior von Brixen, Teilnehmer an der Gesandtschaft nach Venedig im Okt./Nov. 1506, war anschließend gemäß Weisung Kg. Maximilians (Kg. Maximilian an Paul von Liechtenstein, Kop. Rottenmann, 20.10.1506; ÖNB Wien, Cod. ser. n. 2646, fol. 137–138) zu Papst Julius nach Bologna weitergezogen ( Ulmann , Maximilian II, S. 289; Stelzer , Maximilian, S. 176f.).
    21
     Satz bricht ab; zu ergänzen wohl: nach Rom ziehen.
    22
     Spielt an auf die Gefangensetzung Ludovico Sforzas im Jahre 1500.
    23
     Gemeint ist die Mission der frz. Gesandten Valéran de Sains, H. von Marigny, und Accurse Mainier im Spätsommer 1506 ( Sanuto , Diarii VI, Sp. 420; Naschenweng , Beiträge III, S. 182).
    24
     Gemeint ist der Wiener Vertrag zwischen Kg. Maximilian und Kg. Wladislaw von Ungarn vom 19.7./5.8.1506 ( Fuchs , Maximilian, S. 166; Wiesflecker , Maximilian III, S. 334f.; Hollegger , Maximilian, S. 177; Szalay , Geschichte III/2, S. 126f.; Fessler , Geschichte III, S. 281f.).
    25
     Preßburger Vertrag vom 7.11.1491 (Druck: Bak , Königtum, S. 154–157; Firnhaber , Beiträge, Nr. LXIX, S. 469–490; DuMont , Corps III/2, Nr. CXLV, S. 263–269. Vgl. Turba , Geschichte, S. 331–334; Wiesflecker , Maximilian I, S. 303–305).
    26
     Schreibfehler; richtig: und.
    27
     Text bricht ab. Die Fortsetzung auf der nächsten Seite ist – wohl nach einer weiteren Unterbrechung – mit deutlich unruhigerer Hand geschrieben.
    28
     Zu den Bemühungen Kg. Maximilians um ein Bündnis mit den Eidgenossen ab Dez. 1505 vgl. Eidgenössische Abschiede  III/2, Nr. 231, S. 328, Pkt. h; Nr. 237, S. 334, Pkt. g; Nr. 248, S. 345, Pkt. c, S. 345f. Anm. zu c; Nr. 253, S. 351, Pkt. a; Gagliardi , Anteil, S. 605–609; Kohler , Suisses, S. 30–35. Zu den diesbezüglichen Verhandlungen im Vorfeld des Konstanzer RT vgl. Nrr. 44f.
    29
     = der Böse: Kg. Ludwig von Frankreich.
    30
     Schreibfehler, richtig: sie.
    31
     Abbildung dieser Seite bei Wiesflecker , Maximilian III, vor S. 273; Hollegger , Maximilian, S. 168 Abb. 10; Buck , Nation, S. 46 Abb. 3.
    32
     = Eloi, Eloi, lama sabachthani: Mein Gott, warum hast Du mich verlassen? – die letzten Worte Christi am Kreuz (Ps 22,2; Mt 27,46; Mk 15,34).
    33
     Es folgen (fol. 22, 23–33, 35–40, 41–41’, 43–49, 50–51, 52–53, 54–56, 58) Überlegungen Kg. Maximilians zur außenpolitischen Lage, die in keinem direkten Bezug zum projektierten RT stehen.

    Anmerkungen

    a
     klaene anzal] Korrigiert aus: anzal.
    b
     IIII kotembre] Korrigiert aus: XII monad. – Kotembre = Quatember.
    c
     Fmm. und] Einfügung am Rand. 
    d
     auch] Danach gestrichen: der freyen.
    e
     peybesen] Danach gestrichen: halber kristenhait, so.
    f
     ier] Danach gestrichen: treffenlich.
    g
     weylent] Einfügung am Rand. 
    h
    -h muem ... gemachel] Einfügung am Rand, korrigiert aus: beyb [= Weib]. – Gemeint ist die Eheschließung zwischen Kg. Ferdinand von Aragon und Germaine de Foix, einer Nichte Kg. Ludwigs von Frankreich.
    i
     karnerischen] Korrigiert aus: osterreichischen. – Karnerisch = Kärntner. 
    j
     haupt] Irrtümlich gestrichen.
    k
     hett] Danach gestrichen: das er uns myt nichte lasse. 
    l
     beylent] Sehr wahrscheinlich spätere Ergänzung am Zeilenende.
    m
     erlegt] Danach gestrichen: und sein geraysigen. Der Text ist im folgenden – nach einer offenkundigen Pause – mit ruhigerer Hand fortgesetzt.
    n
     haben] Danach gestrichen: In der aller unßer italiänischen widerwertikait.
    o
    -o und ... Ungern] Einfügung am Rand. 
    p
     ier] Danach (unvollständig) gestrichen: ains taels oder.
    q
     auf] Korrigiert aus: hie.
    r
    -r Italia ... gelegen] Einfügung am Rand. 
    s
     uns] Danach gestrichen: erfreut.
    t
    -t mit ... mach[t]] Einfügung am Rand. 
    u
     beylent] Einfügung am Rand.
    v
    -v und ... sunen] Einfügung am Rand. 
    w
     reichstet] Danach gestrichen: und ain osterreichische stat.
    x
    -x Stet ... euch] Irrtümlich gestrichen.
    y
    -y mals ... Gott] Einfügung am Rand. 
    z
    -z Cur ... interpretare] Einfügung am Seitenende.
    aa
    -aa in ... morte] Einfügung am Rand, korrigiert aus: vivendo.

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    « Nr. 4 Entwurf/Memorial Kg. Maximilians für das RT-Ausschreiben »

    [1.] Beschluß des Kölner RT 1505 über eine Reichshilfe gegen Ungarn, Kriegsvorbereitungen Kg. Maximilians, vergebliche Bemühungen um eine diplomatische Sicherung der habsburgischen Erbansprüche, Eröffnung des Ungarnfeldzugs; [2.] Bruch des Hagenauer Vertrags von 1505 durch Kg. Ludwig von Frankreich, Frankreich als ŠVerbündeter Hg. Karls von Geldern im Krieg gegen das Haus Habsburg; [3.] Verhandlungen französischer Gesandter mit Kg. Maximilian über eine Fortsetzung des Bündnisses; [4.] Notwendigkeit zu Beratungen über das weitere Vorgehen gegenüber Frankreich angesichts des Widerstands Kg. Ludwigs und seiner italienischen Verbündeten gegen den Romzug Kg. Maximilians; [5.] Zusammenarbeit Venedigs und Frankreichs gegen Kg. Maximilian, Ablehnung eines gewaltsamen Romzuges Kg. Maximilians durch Papst Julius II.; [6.] Sperrung des Weges nach Rom durch Venedig, militärische Vorbereitungen Kg. Maximilians für den Romzug; [7.] Zug Papst Julius’ II. gegen Bologna, Verhandlungen einer Gesandtschaft Kg. Maximilians in der Stadt; [8.] Reise Kg. Ferdinands von Spanien nach Neapel, dessen Widerstand gegen die habsburgischen Ansprüche auf Neapel und Kastilien, dessen Agitation und Vorkehrungen gegen den geplanten Romzug Kg. Maximilians; [9.] Maßnahmen Kg. Ludwigs von Frankreich gegen den geplanten Romzug Kg. Maximilians; [10.] Agitation Frankreichs in Ungarn gegen Kg. Maximilian; [11.] Bemühungen Kg. Maximilians um die Durchführung des Romzugs; [12.] geringe Erfolgsaussichten für einen Romzug infolge des Todes Kg. Philipps von Kastilien; [13.] Aufforderung zur Teilnahme am Konstanzer RT; [14.] Notavermerk bezüglich der Notwendigkeit von Beratungen des RT über das weitere Vorgehen gegenüber Frankreich; [15.] Scheitern der bisherigen Verhandlungen mit den Eidgenossen; [16.] Wunsch nach Einsatz des St. Georgs-Ritterordens auf einem Kreuzzug gegen die Türken; [17.] Reise Kgin. Maria Biancas nach Konstanz.

    s.l., s.d., jedoch vor dem 27. Oktober 1506.1
    Wien, HHStA, Maximiliana 46, Fasz. XIV, fol. 11–20’ (eh. Konz.) = Textvorlage A.

    [1.] /11/ Unserem abschaed nach, so wier zu Coll myt dier und anderen unseren und des Hl. Reichs stenden getan haben, nemlich das dyselben stend uns ain klaene anzala volks IIII kotembreb uns dyselben zu bezalen2, etlichen ungrischen ierer pass, unkristenlichs furnemen, so sy wider uns und das Hl. Reich, deutsche nacion, auch darneben gegen ieren aygn heren und Kg. und ier selbs eer und wolfart, nachdem und dy wider die Turken grenizen, dy sy so hochlich verhert und pekriegt haben in vergangen zeiten und noch teglich solchs gebartend seyen, so haben wier uns zer stund gefuegt in unsere nidre Fmm. undc land des haus Osterreich und da unßer kriegsvolk van denselben land, auchd etlich unßer ohaimen, Kff. und Ff., dy wier myt uns gepracht, herab myt ainem merklichen zuelauf der lanczknecht auf etbavil tausent, Špaede zu ross und zu fuess, versamblt haben nachainander. Doch am ersten /11’/ santen wier Gf. Niclasen van Salm und den H. [Bartholomäus] van Pernek myt ainer clainer anzal zu ros und zu fues, auch veldgeschucz an dy grenizen des Kgr. Ungern und darauf durch schryft, do dyselben ungrischen zu Ofen versamlt warden, schraeb wier inen, das sy sich selbs wolten, auch ieren Kg. und uns, auch deutsche nazion pass pedenken und ier er, gluk, auch beyter ier aed, prief und sigl [halten], dy by aller belt offenbar waeren3, als wier solchs alles deiner L. und andern van des Hl. Reichs stenden, wie obstet, zu Kolen versamlt, solcher ier unpillich, unnaturlich furnemen und widerspennikait auf das lengst erclert haben4, dardurch wier jecz zumal weyter darvan umb kurze wegen nicht noch aynest meldung und auf dyzmal tuen wellen. Und also dyselben unglaubhaftigen Ungern ersuecht myt guetigen, mylden und gotlichen anzaigen, sy zu pebegen, solchs ier auch obangezaegt furnemen abzustellen und uns, ieren Kg., inen selbst, auch der ganzen cristenhait er und wolfart darin zu petrachten. /12/ Des sy aber aus ierem groben, unverstendigen ubermuet uns solchs abgeslagen haben und darauf dy ganz macht pey dem pluetigen sbert wider uns versamblt. Dardurch wier pebegt sein geborden, auch in rat aller der unseren gefunden, sy myt aller macht personlich zu uberziechen, doch der armen, onschuldigen leut zu verschonen, sunder auf den streyt zu ziehen, ob der almechtig Gott sy umb solche mystaten mit dem sbert des streyts zu strafen auf dyzmal zueschyken wolt. Also dem abermals nach haben wier personlich all unßer berhaftig volk und macht in das veld mytsambt haupt- und streytgeschucz im veld pey der Eysenstat und nemlich das haubtgeschucz auf wasser und land nach noturft dannen gerycht. Und haben erfodert zu aller ersten ain stat von Odenbourg, dy dan dy greniz helt gegen Osterreich und anfanks unsers lands Steyr, ut reliqua alias. 
    [2.] /12’/ Dyweyl wier nun am hertisten in veld wider dy Ungern in kriegshendlen stuenden, kam uns ware potschaft und anzaigen, das der Kg. van Frankrich dy rachtigung zu Hagenau5, in peybesene etbavil Kgg.6 und kuniklicher potschaften7, auch Šin pebeysen [!] zbayer pabstlicher legaten8, Kff. 9, Ff., ander stend des Hl. Reichs in ainer gar merklichen anzal [geschlossen], zerprochen hett und H. Karlen von Egmont, der sich nent Hg. zu Geldern, pebegt, auch sein er, ayd, prief und sigl zu prechen10, im darum und darauf ain merklich anzal gelts gegeben und also in pebegt, umb daselb gelt volk aufzunemen, uns als röm. Kg., unseren sun als unseren und des Hl. Reichs pelehenden F. 11 solch land in abesyn unser paeder als Hgg. zu Geldern mit gebolt abzudringen. Hat im auch darnach IIIIC kurisser und XVC franzosysch fuesknecht pey Rueprechten von Arenberg zuegesant, alles auf des Franzosen kost, solch /13/ land van dem Hl. Reich zu dringen und ain unerliche, ungegrunte paerson, dem Hl. Reich und deutscher nacion, auch zu schaden der loblichen heuser Osterreich und Burgundy in solche Fm. der cron zu Frankrich anhen[g]ig und dem Hl. Reich nachtaelig zu machen und zu pebegen.12  
    [3.] Und hat doch der pemelt Kg. van Frankrich zu uns und etlichen Kff. und andern stenden des Hl. Reichs13 ierf potschaft [geschickt] und inen anzaegen lassen, das er allaen den heyrat etc. zerprechen well und sunst wider kgl. Mt. nichts furnemen – das abermals erticht ist gebest. Und dy franzosisch potschaft, so pey uns gebest ist, ser hochlich verbundert hat dy unpestendikait ieres Kg., so er also myt Geldern wider uns, Šunseren sun und das ganz Hl. Reich gehandlt hat und er inen doch uns zu sagen uber dy heyrat vil guets und liebs pevolhen het. Darauf wier sy dan auf ier werbung kain antbort geben haben wellen, in ansehen, das wier wol gruntlich pericht haben, /13’/ das der tractat, zu Hagenau gemacht, von herzen der Franzosen mainung nie gebest, uns solchen zu halten, dan allain darmit dy investitur zu Mailand zu erlangen.
    [4.] Nun ist uns van noten, angesehen, wie er so in grosser macht und ansehen in der ganzen kristenheyt ist, das wier im auf solch sein furnemen mit antbort und beyslicher widerstrebung kierzlich gefast werden, das uns den unzimlich zu tuen sein wil, noch solchs in niemanz rat uns in solchem zu raten fueg sein wyl, was wier dem oftgemelten Kg. zu Frankrich fur ain antbort geben oder was und wievil widerstand wier im in solchem tuen sullen. Dann wier ganz glaublich pericht, das der bemelt Kg. und dy sein, dy in darauf heczen – seiner person geben wier nicht so hoch schuld, nachdem dy myt alter und groser plodykait peladen ist –, uns in Italia, ob uns dy Venediger durchlassen wolten, des sy /14/ doch noch auf den heutigen tag im sinn nicht haben, das er uns an dem grossen wasserstram, genant der Phad [= Po], hinderziehen wyl und am urfar slahen wil. Er hat sein gelt erlegt hinder dy Sbeinzer, darauf peborben und pestelt in grosser gehaim.
    Wier wurden auch peraubt der scheff, nachdem dyselben auch alle in der franzosi[s]chen parthey in Italia handen sein.
    [5.] Aber dy Venediger haben uns je und je, dyweyl wier mit dem ungrischen aufruer und vechhandel peladen sein gebest, uns alle dienstperkait zu pebeisen /14’/ angepoten, nemlich zu unserem romzug, auch statigs ieren orator bey uns gehabt und uns teglichs underrichten lassen, wie sy so gross fraloken und pegird ab unsern romzug hieten, und uns alzeit gefragt, ban wier solhen romzug tuen wurden, auch umb all gelegenhait unsers wesen und veldzugs wider dy Ungern.14 Was also dy bemelten Venediger van uns Šerlernt, auch van den ungrischen hendl erkent, haben sy solchs dem Kg. in Frankrich alles verkunt, der dan in Italia sein haimlich, treffenlich pot[schaft] an allen verzug gesant wider uns hat.
    /15/ Dy bemelten Venediger haben auch, sopald sy gesehen heben, das Unger getan, sich mit Frankrich pesprochen, desgeleichen der pabst, der dan lange zeit in Frankrich den Kgg. von Frankrich gedient hat vor der zeit, als er pabst ist geborden.15 Haben sich mit dem Kg. von Frankrich pesprochen und machen ain mechtigs heer wider uns, uns nicht durchzelassen oder am Phad am herwiderziehen uns zu slahen oder pelauern etc. Desgeleichen der pabst hat uns empoten, er mug nyt leyden, das wier mit kainem kriegsvolk zu im komen, dan jetz waer Italia in rue; wurden wier mit kriegsvolk kumen, so wurden wier widerumb partey in Italia machen, das im nicht lieb waer.16  
    [6.] /15’/ Dy Venediger, dy dan all paess und wasserstroem pys an Mayland inen haben myt lantweren, steten, auch dryvaltigen schiffreichen wasser, jecz hie gegen uns, alspald sy vernummen haben unsern durchzug van Ungern gen Rom, haben sy all ier macht zu ros und fuess, merder dan sy in langer zeit versamblt haben, uns under augen an alle ier paess und grenizen gelegt.17 Als wier das gesehen haben, haben wier unßer volk am ersten zbyfach getailt, zu bissen den merer tael der lanczknecht und al Šoberlendisch geraysig zu varzug und wier myt unser lantschaft der obern und nideren Fmm. und landen in person darnach auch gericht, denen zu volgen.
    [7.] Es hat sich auch darauf der pabst mit seinem kriegsvolk aus pebegnes18 der Franzosen van Rom /16/ erhebt, uns under augen gezogen, sich pey Bulony myt den Franzosen und Maylandischen [vereint], ain veld zu machen. Und hat verrer uns lassen underrichten, das solcher zug und versamblung nicht wider uns sey, sunder wider dy Boloneser.19 Dyselben Boloneser haben nye bellen den Franzosen gehorsam oder zu billen sein, sunder wier haben kain hochern trost in Italia gehabt dan dyselb stat; und haben also auch unßer potschaft voran zu in gesant, da zu erlernen, was ier mainung sey myt dem pabst und Franzosen. Darauf haben sy sich merken lassen, sy seind vertragen myt den Franzosen, und gepeten, das unser potschaft aus ier stat ziehen welle.20 Den wier denen dan verrer zu handlen an ander ende pevelch hiemit getan haben, wiewol wier an solchem beytern pevelch noch benig hoffnung haben.
    [8.] Der Kg. van Arogony ist auf dem maer myt etbavyl M manen, darunder etbavil geraisig, sich zu fuegen gen Napls zu /16’/ anderem sein kriegsvolk, das gegen dy gerechtikait, so weylentg unßer sun, Kg. Ph[ilipp]s, und sein gemachl haben, dy zu entziehen, mytsambt anderen anslegen im Kgr. van Kastily, Leon und Granaten. Darum und darauf dan er sich myt seinen erbfeint vertragen und verpunden het den Franzosen, auch des Kg. van Frankrich h muem darauf zu ainem gemachel-h genommen.
    Wier wissen auch, das er sich understen wyl, auch durch raezung der Franzosen, hat auch solchs dem pabst zugeschriben in gehaim des, das der pabst mytnichte welle vergunen, das wier myt kainer macht21. Er hat auch verpoten seinem gross haubtman van Napls, Consalven Ferdinanden, wiewol er uns scheff zuegesagt und wier di unsern, dy wier in zbayen unseren karnerischeni porten haben, aber hat Kg. Arogony alles arrestiert und verpoten, dardurch unsere scheff zu benig haben, auf maer auch nyt kunen kumen [nach] Rom.
    [9.] /17/ Item der Kg. van Frankrich, alspald er gehort und vernommen hat aigentlich, das wier mit den Ungern vertragen gebesen sein und haben das hauptj kert gegen Rom und nemlich Italia myt unserem kriegs[volk], paeden zu ross und fuess, auch unserem haubt- und veldgeschucz, da hat er noch ain grossen rat und darauf ain Šseer gehaimen gehalten. Und ist im durch payd raet geraten geborden, nachdem und er uns myt seiner tachter heyrat uns petrogen hettk, auch myt dem land van Gellern in offen vechd und krieg wider uns, das Hl. Reich, auch unseren obgemelten beylentl unseren sun gehandlt so offenbaer hiet und dardurch den tractat zbyschen unßer dreyer zu Hagenau zerprochen, das er uns umb nichte welle lassen unseren fuess in Italia setzen, noch dardurch uns lassen dy kayserlich cron entfahen. Das er dan also denselben raeten, uns in allem zu biderstreben, zu volgen zuegesagt hat. Und ist derselbig ratslag /17’/ also, als wier solchs gar gleublich und maer dann aens verstanden haben, das dy bemelten Franzosen practiciert haben myt allen Italianyschen, wie dan solchs zuvor bemelt ist, das sy uns wellen all ier paess oder clausen und wasserstrem speren, wo wier myt gebalt und [!] ziehen wolten; wo wier aber myt ainer geringen macht ziehen wolten, dass sy dan zu solchem, als sy teglichs tuen und darzu raten und furdern wellen, so hab er gelt erlegtm umb VIM Sbeinzer, auch sein ordinanz in Mayland gesterkt, also das er und sy uns liederlich mitsambt den unseren zu ieren willen pringen mochten und uns dy wasserstrem und paess oder dy strassen verzugen und mit uns handeln, wie sy layder myt unßerm sbager, Hg. zu Maylant, getan habenn.22  
    [10.] Es hat auch der obgemelt Kg. van Frankrich sein potschaft pey den Ungern gehabt; o und ist dy potschaft durch der Venediger land gen Krabaten kumen und van dan gen Ungern-o, den Kg. und Kgin. wider uns zu pebegen. Also haben sy dy Kgin. tod /18/ gefunden und den Kg. traurig und doch standhaftig gegen uns gefunden23, aber dy gemain Ungern ganz pas. Und sagen ierp obrysten, sy bellens nicht uns halten dy rachtigung24 wie dy vorig zu Prespurg25, dann sy sind mit dem sberd darzue drungen. Doch wiewol wier aus dem land ziehen, so haben wier solche rustigung hiemyt in unßer erbland aufgestelt, das wier hoffen zu Gott, das sy ieres posens willens ain tael vallen lassen werden.
    [11.] Wier haben uns auch wellen erheben aufq r Italia und nemlich gegen dem maer, do wier dann nicht maer dann vier tagrais van unsern erbland ainem, genant der ŠCarst, an unßer das Fm. Crain gelegen-r, jecz im fuestapfen, zu versuechen ander waeg, damyt wier heten den pabst mugen gebringen auf unßer seit, darzue wier doch claene hoffnung haben gehabt.
    [12.] Und varaus nun zumal so haben wier gar kain hofnung noch trost, dy ksl. cron zu erlangen, nachdem der almechtig Gott in kurz verschinen /18’/ tagen unseren ainigen liebsten etc. van dyser welt zu im ervodert, daruber dan dy Franzosen in ierem posen will wider unss, das Hl. Reich deutscher unßer26 welhischen nacion erfreut und gesterkt, myt allen denen obgemelten und noch vil maer anderen, dy den Francosen wider uns und auch wider al, dy uns zuestend.
    Aber wier haben nochtand pedacht, das wier darum uns den Franzosen myt ieren anhang nicht verzbeyflt uns ergeben, sunder myt unserem leib und guet27 .
    [13.] /19/ Darum und darauf, so pegeren wier an dein L. t mit sunderem fleiss pevelhend aus röm. kgl. mach[t]-t, du bellest dich fuegen auf den jecz unseren kgl. reichstag gen Kostnyz; wo du aber mit merklicher ursach deiner person halb nicht kumen kunst, dy deynen auf denselben tag myt volmaechtigem gebalt sendest.
    [14.] Nota, da zu peraten dy franzosisch antbort van frid van Hagenau, abermals mych und das Röm. Reich myt gueten, suessen worten zu verfueren. Doch man mues ja sprechen, das er kayser peleyb, darfur er sich auf disen tag helt, oder aber er burd sich understen, mit gebalt dy Sbeinzer, als er und al sein partei geslossen haben, in dy Deutschen heczen myt gelt, geraysigen, fuesknechten van Delfinat myt IIIIM Gaskuner mit stechlin pogen, auch sein haubtgeschucz van Lion.
    [15.] /19’/ Wier weren myt unsers haus Osterrich guet, als vyl wier muegen, es hylft aber als nich, wie beylentu unser sun myt unseren Kgrr. und erblanden, haben inen gepoten, maer zu tuen, jecz ain jar practiciert28, den in der Kg. van Frankrich tuet. Hylft als nicht, sy sind noch auf dyse stund van Gott und gegen der belt. Sy wellen je das Hl. Röm. Reich zerstoren van gelts waegen. Unßer v und unßer sunen-v ansprug als Ehgg. zu Osterreich haben wier inen auch darneben angepoten zu verzeihen, hilft als nicht. Dan der pas29 helt sy auch noch darmyt an seiner keten. Sy haben an dyselb keten myt golt und gelt der Franzosen. Dy von Mulhausen, alias reichsstat, so30 haben unßer gelt und guet von uns versmecht.
    Š /20/31 Sy arbayten teglichs, noch zu kaufen zbo richstetw. x Stet an euch-x auf dysen reichstag, das zu verhueten, dan gotlichait, weystum, noch unßer gelt noch guet hylft nycht. Dan der Franzos ist uns zu uberbegen. Wier hoffen abery mals zu Gott-y, solchs werd mugen auf disem reichstag mit gueten gluk und schiyklikait gebert werden. Wier hoffen auch, dyselben stet in mitler zeit aufzuhalten.
    [16.] Hoc in latino: z Cur imperator promotor societatis sancti Georgii contra infideles hoc modo interpretare-z? Hoc hely hely laba sabatany32 perfeci pro corona imperiali, quia nunc non habeo vivere nisi de spe et contra Turcos. Hoc, quod potui quoad imperium, modo laboro societatem sancti Georgii, ut ab infidelibus passionem capiam, qui non volo cum malis modernys cristianys confessor mory, quia modo aa in praesenti seculo in hac tali futura morte-aa verecundor, quantum plus in alio eterno seculo.
    [17.] /20’/ Wier schyken dy Kgin. voran hin, des Reichs stend zu versameln, und hoffen, zu ende deselben tags personlich zu sein.33