Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «ŠNr. 42 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen von Venedig »

    [1.] Der röm. Kg. forderte ihn am Vormittag auf, wegen der Genehmigung des Durchzuges für 1000 Fußsoldaten an den Dogen zu schreiben. Denn er habe Nachricht erhalten, daß der Italienzug des frz. Kg. vor allem gegen den Papst und den Kirchenstaat gerichtet sei. Er werde in dieser Angelegenheit einen Boten nach Venedig schicken.
    Er verfaßte den Brief in der gewünschten Weise und zeigte ihn dem Kg. Er erinnerte aber auch daran, daß der Papst sich bislang wenig freundlich gegenüber Venedig erzeigt und man keinen Grund habe, ihm zu vertrauen. Er erläuterte weiter, wie der Papst sein gegebenes Wort im Zusammenhang mit der Rückgabe der Romagna gebrochen habe.1 
    [2.] Der Kg. antwortete, daß der Signorie seine Haltung in ihrem Streit mit dem Papst bekannt sei. Er erinnerte an seine Äußerung vor einigen Tagen, daß er für Papst Julius keine drei Schritte tun würde, aber sehr wohl für die Erhaltung des Hl. Stuhls in Italien und um die Eroberung ganz Italiens durch die Franzosen zu verhindern. Er sei fest davon überzeugt, daß die Signorie für diese Ziele noch weit mehr tun würde als er. Sie könne selbst die Folgen einer Eroberung Bolognas durch die Franzosen ermessen. Er sei deshalb zuversichtlich, daß Venedig ohne Schwierigkeiten den ungehinderten Durchzug seiner Truppen bewilligen werde; falls nicht, werde er seine gute Meinung über die Signorie ändern.
    [3.] Der Kg. hat die Fußsoldaten bereits nach Trient losgeschickt. Seines Wissens hat der Papst diese Truppen nicht angefordert. Der Kg. tut dies, um bei Kg. Ludwig Verdacht zu erwecken, den Papst aus der Verbindung mit Frankreich zu lösen, somit den gegen die Franzosen gerichteten Italienzug gegenüber den Reichsfürsten zu legitimieren, das französische Vorgehen wiederum zu diskreditieren und zugleich sein eigenes Ansehen zu steigern.
    [4.] Der Kg. forderte ihn und die anderen Oratoren auf, ihn nach Konstanz zu begleiten. Er wird morgen dorthin aufbrechen.

    Straßburg, 14. April 1507; präs. Venedig, 26. April.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 14–15 (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas in Hispruch et per proprium nuntium Venetias.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 85’-86 (ital. Kop.; Verm. wie A) = B.
    Referiert bei: Brunetti, Vigilia, S. 17f.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/dok42/pages

    Anmerkungen

    1
     Vgl. Nr. 29, Anm. 3.

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    «ŠNr. 42 Bericht Dr. Vincenzo Querinis an den Dogen von Venedig »

    [1.] Der röm. Kg. forderte ihn am Vormittag auf, wegen der Genehmigung des Durchzuges für 1000 Fußsoldaten an den Dogen zu schreiben. Denn er habe Nachricht erhalten, daß der Italienzug des frz. Kg. vor allem gegen den Papst und den Kirchenstaat gerichtet sei. Er werde in dieser Angelegenheit einen Boten nach Venedig schicken.
    Er verfaßte den Brief in der gewünschten Weise und zeigte ihn dem Kg. Er erinnerte aber auch daran, daß der Papst sich bislang wenig freundlich gegenüber Venedig erzeigt und man keinen Grund habe, ihm zu vertrauen. Er erläuterte weiter, wie der Papst sein gegebenes Wort im Zusammenhang mit der Rückgabe der Romagna gebrochen habe.1 
    [2.] Der Kg. antwortete, daß der Signorie seine Haltung in ihrem Streit mit dem Papst bekannt sei. Er erinnerte an seine Äußerung vor einigen Tagen, daß er für Papst Julius keine drei Schritte tun würde, aber sehr wohl für die Erhaltung des Hl. Stuhls in Italien und um die Eroberung ganz Italiens durch die Franzosen zu verhindern. Er sei fest davon überzeugt, daß die Signorie für diese Ziele noch weit mehr tun würde als er. Sie könne selbst die Folgen einer Eroberung Bolognas durch die Franzosen ermessen. Er sei deshalb zuversichtlich, daß Venedig ohne Schwierigkeiten den ungehinderten Durchzug seiner Truppen bewilligen werde; falls nicht, werde er seine gute Meinung über die Signorie ändern.
    [3.] Der Kg. hat die Fußsoldaten bereits nach Trient losgeschickt. Seines Wissens hat der Papst diese Truppen nicht angefordert. Der Kg. tut dies, um bei Kg. Ludwig Verdacht zu erwecken, den Papst aus der Verbindung mit Frankreich zu lösen, somit den gegen die Franzosen gerichteten Italienzug gegenüber den Reichsfürsten zu legitimieren, das französische Vorgehen wiederum zu diskreditieren und zugleich sein eigenes Ansehen zu steigern.
    [4.] Der Kg. forderte ihn und die anderen Oratoren auf, ihn nach Konstanz zu begleiten. Er wird morgen dorthin aufbrechen.

    Straßburg, 14. April 1507; präs. Venedig, 26. April.
    Venedig, BM, Cod. marc. ital. VII/989 (= 9581), fol. 14–15 (ital. Kop.; Postverm.: Per easdem postas in Hispruch et per proprium nuntium Venetias.) = Textvorlage A. Venedig, BFQS, Cl. IV, Cod. V (= 769), fol. 85’-86 (ital. Kop.; Verm. wie A) = B.
    Referiert bei: Brunetti, Vigilia, S. 17f.