Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « ŠNr. 526a Aufzeichnung Michael Lorbers (bfl. Bamberger Sekretär) über die Verhandlungen wegen der Kastvogtei des Klosters Schuttern  »

    Am 22. Mai (sampstag nach exaudi) legte Abt Johann von Schuttern in der Konstanzer Herberge Bf. Georgs von Bamberg, dem Haus des Hans von Ulm (Chorherr zu St. Stephan), den beauftragten bfl. Räten Dr. Leonhard von Egloffstein (Domherr zu Bamberg), Ritter Georg von Schaumberg (Landrichter zu Bamberg) und Michael Lorber eine auf ihn lautende Vollmacht seines Konvents vom 15. Mai vor. Demnach war durch Vertrag zwischen Bf. Anton von Bamberg und Hg. Wilhelm III. von Bayern-München die Lehnbarkeit der Kastvogtei Schutterns von den Bff. von Bamberg vereinbart worden.1Laut dem ebenfalls vorgelegten kgl. Schirmbrief vom 14. August 15042 hatte Kg. Maximilian das Kloster nach der Eroberung unter seinen Schutz gestellt und den Empfang der Kastvogei als bambergisches Lehen zugesagt. Unter Berufung auf die vorgelegten Dokumente ersuchte Abt Johann um die Belehnung Kg. Maximilians mit der Kastvogtei und um Bestätigung des ihm seinerzeit von Bf. Veit von Bamberg ausgestellten Lehenbriefs. Angesichts der Ansprüche Kf. Philipps von der Pfalz und Gangolfs von Hohengeroldseck auf die Kastvogtei3 benötigte Bf. Georg drei Tage Bedenkzeit, bis er am 25. Mai (dritten pfingstfeyertag) den Abt in Gegenwart Egloffsteins, Alexanders von Rabenstein (Domherr zu Bamberg) und Lorbers mit der Antwort beschied, auf eine Bitte des Kg. um Belehnung mit der Kastvogtei hin die Interessen des Hst. Bamberg und des Klosters bedenken zu wollen. Gleichzeitig erklärte er jedoch seine Zustimmung zu den zwischen Kg. Maximilian und dem Abt getroffenen und dann im Vertrag vom 22. Juni fixierten Vereinbarungen. Zwei Tage später, am 27. Mai4, bestätigte Bf. Georg den Lehenbrief Bf. Heinrichs für Abt Johann über die Temporalien des Klosters vom 7. Mai 14925. Nach weiteren Verhandlungen wurde Kg. Maximilian als Ehg. von Österreich mit der Kastvogtei belehnt.6 Am Vortag, dem 13. Juni, hatte er zugesagt, den Bf. und seine Nachfolger im Amt gegen im Zusammenhang mit der Kastvogtei erhobene Ansprüche von seiten der Kff. von der Pfalz, der Hh. von Hohengeroldseck oder anderer Interessenten zu vertreten. 7 Am 25. Juni8 bestätigte Bf. Georg den auf den 22. Juni datierten Vertrag zwischen Kg. Maximilian und Abt Johann von Schuttern. Der Kg. hatte dem Abt darin zugesagt, bis auf weiteres die dem Kastvogt zustehenden Abgaben zu bestreiten. Vorbehaltlich der Zustimmung Bf. Georgs hatte der Abt außerdem die Erlaubnis erhalten, eine für 500 fl. durch einen der früheren Kastvögte – die Hh. von Hohengeroldseck – verpfändete halbjährliche Steuer von 15 fl. zurückzukaufen.9 Kf. Philipp wurde auf sein ŠSchreiben wegen der Kastvogtei10 von Bf. Georg entsprechend den in Konstanz ausgestellten Urkunden schriftlich informiert. Gangolf von Hohengeroldseck hatte sich bei seiner Bitte um Belehnung mit der Kastvogtei auf Verhandlungen während des Kölner RT [1505] berufen. Er wurde ebenfalls über die Sachlage informiert und bezüglich eventueller Rechtsansprüche an den Kg. verwiesen.11 

    Konstanz, 22. Mai-25. Juni 1507.
    Bamberg, StA, B 21, Nr. 13, fol. LXXV-LXXXII’.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/dok526a/pages

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    Anmerkungen

    1
     Vertrag vom 1.5.1434 ( Mone , Quellensammlung III, S. 61).
    2
      Wiesflecker , Regesten IV/1, Nr. 19061, S. 556.
    4
     Urkunde Bf. Georgs (Or. Perg. m. S. Konstanz, donerstag nach dem hl. pfingstag ; GLA Karlsruhe, Abt. 29 Urk. Schuttern, Nr. 120). Der Belehnungsakt fand erst am Morgen des 5.7. in der Bamberger Herberge statt.
    5
      Looshorn , Geschichte IV, S. 422.
    6
     Lehnsrevers Kg. Maximilians vom 14.6.1507 (StA Bamberg, B 21, Nr. 13, fol. LXXVII’-LXXVIIII).
    7
     Reversbrief Kg. Maximilians (Or. Perg. m. S., Verm. amdrp., Gegenz. Serntein; StA Bamberg, A 75, L. 276, Nr. 41. Kop.; HHStA Wien, Reichsregisterbuch TT, fol. 43).
    8
     Urkunde Bf. Georgs von Bamberg (Or. Perg. m. S., Konstanz, freitag nach St. Johanns tag sondwenden ; GLA Karlsruhe, Abt. 29 Urk. Schuttern, Nr. 97).
    9
     Vertrag zwischen Kg. Maximilian und Abt Johann von Schuttern (begl. Abschrift vom 30.10.1794; GLA Karlsruhe, Abt. 29 Urk. Schuttern, Nr. 94).
    10
     Vgl. Nr. 562 [Pkt. 9].
    11
     Ebenfalls während des Konstanzer RT, in der Zeit vom 23.-29.7., führten die bfl. Bamberger Räte Leonhard von Egloffstein und Michael Lorber Verhandlungen mit dem kursächsischen Kanzler Johannes Mogenhofer über die Frage, ob Kf. Friedrich von Sachsen das Erbmarschallamt des Hst. Bamberg und die zugehörigen Lehen persönlich empfangen müsse oder eine Belehnung durch Stellvertreter möglich sei. Vgl. Grünbeck , Kurfürsten, S. 99.

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    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    « ŠNr. 526a Aufzeichnung Michael Lorbers (bfl. Bamberger Sekretär) über die Verhandlungen wegen der Kastvogtei des Klosters Schuttern  »

    Am 22. Mai (sampstag nach exaudi) legte Abt Johann von Schuttern in der Konstanzer Herberge Bf. Georgs von Bamberg, dem Haus des Hans von Ulm (Chorherr zu St. Stephan), den beauftragten bfl. Räten Dr. Leonhard von Egloffstein (Domherr zu Bamberg), Ritter Georg von Schaumberg (Landrichter zu Bamberg) und Michael Lorber eine auf ihn lautende Vollmacht seines Konvents vom 15. Mai vor. Demnach war durch Vertrag zwischen Bf. Anton von Bamberg und Hg. Wilhelm III. von Bayern-München die Lehnbarkeit der Kastvogtei Schutterns von den Bff. von Bamberg vereinbart worden.1Laut dem ebenfalls vorgelegten kgl. Schirmbrief vom 14. August 15042 hatte Kg. Maximilian das Kloster nach der Eroberung unter seinen Schutz gestellt und den Empfang der Kastvogei als bambergisches Lehen zugesagt. Unter Berufung auf die vorgelegten Dokumente ersuchte Abt Johann um die Belehnung Kg. Maximilians mit der Kastvogtei und um Bestätigung des ihm seinerzeit von Bf. Veit von Bamberg ausgestellten Lehenbriefs. Angesichts der Ansprüche Kf. Philipps von der Pfalz und Gangolfs von Hohengeroldseck auf die Kastvogtei3 benötigte Bf. Georg drei Tage Bedenkzeit, bis er am 25. Mai (dritten pfingstfeyertag) den Abt in Gegenwart Egloffsteins, Alexanders von Rabenstein (Domherr zu Bamberg) und Lorbers mit der Antwort beschied, auf eine Bitte des Kg. um Belehnung mit der Kastvogtei hin die Interessen des Hst. Bamberg und des Klosters bedenken zu wollen. Gleichzeitig erklärte er jedoch seine Zustimmung zu den zwischen Kg. Maximilian und dem Abt getroffenen und dann im Vertrag vom 22. Juni fixierten Vereinbarungen. Zwei Tage später, am 27. Mai4, bestätigte Bf. Georg den Lehenbrief Bf. Heinrichs für Abt Johann über die Temporalien des Klosters vom 7. Mai 14925. Nach weiteren Verhandlungen wurde Kg. Maximilian als Ehg. von Österreich mit der Kastvogtei belehnt.6 Am Vortag, dem 13. Juni, hatte er zugesagt, den Bf. und seine Nachfolger im Amt gegen im Zusammenhang mit der Kastvogtei erhobene Ansprüche von seiten der Kff. von der Pfalz, der Hh. von Hohengeroldseck oder anderer Interessenten zu vertreten. 7 Am 25. Juni8 bestätigte Bf. Georg den auf den 22. Juni datierten Vertrag zwischen Kg. Maximilian und Abt Johann von Schuttern. Der Kg. hatte dem Abt darin zugesagt, bis auf weiteres die dem Kastvogt zustehenden Abgaben zu bestreiten. Vorbehaltlich der Zustimmung Bf. Georgs hatte der Abt außerdem die Erlaubnis erhalten, eine für 500 fl. durch einen der früheren Kastvögte – die Hh. von Hohengeroldseck – verpfändete halbjährliche Steuer von 15 fl. zurückzukaufen.9 Kf. Philipp wurde auf sein ŠSchreiben wegen der Kastvogtei10 von Bf. Georg entsprechend den in Konstanz ausgestellten Urkunden schriftlich informiert. Gangolf von Hohengeroldseck hatte sich bei seiner Bitte um Belehnung mit der Kastvogtei auf Verhandlungen während des Kölner RT [1505] berufen. Er wurde ebenfalls über die Sachlage informiert und bezüglich eventueller Rechtsansprüche an den Kg. verwiesen.11 

    Konstanz, 22. Mai-25. Juni 1507.
    Bamberg, StA, B 21, Nr. 13, fol. LXXV-LXXXII’.