Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Nr. 559 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Eingang der kfl. Weisung vom 6. Mai; [2.] Absolution und Restitution der kurpfälzischen Anhänger und Gefolgsleute; [3.] Bitte um Zusendung einer Vorlage für den Vertrag mit Kg. Maximilian über die Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg; [4.] mündliche Zusage Kg. Maximilians zu Verhandlungen mit den Exekutoren im Landshuter Erbfolgekrieg über die Restitution Kf. Philipps und seiner Gefolgsleute; [5.] Frage der kurpfälzischen Verluste während des kgl. Waffenstillstands und der Verluste der von der Acht ausgenommenen Personen; [6.] Interzession von Reichsständen für Kurpfalz bei Kg. Maximilian; [7.] Verhandlungen über die Absolution Kf. Philipps von der Reichsacht und über die Höhe der Entschädigungssumme für die Eroberungen Kg. Maximilians im Landshuter Erbfolgekrieg; [8.] Verzeichnis über die auf der Landvogtei im Elsaß liegenden Renten; [9.] Geschenk für den kgl. Kanzler Zyprian von Serntein.

    [Konstanz], 20. Mai 1507 (dornstags nach exaudi); präs. [Heidelberg], 25. Mai (tertia post pentecoste).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 213–216’ (Or., Dorsalverm.: [Zusammenfassung des Berichts]. Item Wurzburg durch ein schrift zu danken. Item Bamberg, und wie Šes in Beyern ubel stee. Nurnberg und stift Regenspurg betreffend. Item Hg. Friderichs gubernatorn. Item Hg. Heynrich. Item Gerolzeck. Item LXX fl. entpfangen.).

    [1.] /213/ Durchleuchtigster, hochgeborner F., euern ftl. Gn. syen unser untertenig, gehorsam, schuldig und willig dinst besonders vlyß zuvor. Gnst. H., euer Gn. widerantwort und schrift [Nr. 557], uns itzt uf unser vorgeendes by Hensel [Zeh]  boten, zukomen, haben wir nach der lenge sampt eingeschlossen zetteln verstanden und lassen das erst auch als (wie wir vor gehort) unnotturftiglich berouwen und versehen uns des und aller gnaden zu euer ftl. Gn.
    [2.] Aber des puncten, betreffend euer ftl. Gn. prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft halber ist on noit, das dieselb euer ftl. Gn. darin so hohe beschwerde machen. Dan es die maynung, das e. ftl. Gn. solt mit solcher oft angeregter clauseln allein von der kgl. acht absolviert und die frommen prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft, die unschuldiglich als verwanten in das spiel kommen, stecken1 in pen der beschwerlichkeyt plyben oder gelassen werden, gar nit, sonder wie e. ftl. Gn. heruß kunden kommen und moglich ist zu erledigen, alzo und zu glicher form die irn auch, es sy glich, were es wol, prelaten, Gff., Hh., ritterschaft, burger oder buwersfolk. So das, wie euer Gn. annemen wollen oder werden, wirt dorzu im selbigen kein sonderung gemacht und im vertrag by euern Gn. irer auch meldung bescheen, aber nit anderst, dan wie e. ftl. Gn. montlich und schriftlich von uns vermerke, das ist mit der clauseln und anhang: unabbruchlich dem kgl. spruch zu Coln etc., wie wir in unserm schriben [Nr. 553] gemelt, das nun zuglich uf e. ftl. Gn. und die obgemelten ir prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft zu versten ist. Welchem es auch dergestalt anzunemen nit gelegen sin will, der mag wole heruß sin und ander /213’/ wege furnemen, wan solchs nit anderst ist dan ein gnade von kgl. Mt., die eim nitwollenden ubel kan zugut kommen.
    [3.] Und wiewole, so es daselbshin kompt, das die rachtungsbriefe sollen ufgericht werden, wir – als viel an uns, auch unsers verstands sind wirdet – untersten, was zu gutem kommen mag, inzubringen, so sehe uns doch nit vor ungut an, e. ftl. Gn. hetten irs gemuts donieden einen begriff ungevarlicher maynung stellen oder zum wenigsten sonst eins alten derglich vertragsbrief copy uns zuschicken lassen. Dan, wie euer Gn. wissen, wir der dinge nit so wole erfarn noch geubt sin, als irer Gn. notturft erfordern mocht. Wo es glich auch nit viel nutzt, als es doch tun mag, so mochts dannoch nit schaden und die brief alsdan euer Gn. willens oder gefallens dest gemesser ufgericht werden.
    [4.] So achten wir by uns, wo sich die kgl. Mt. zu vertrag ergebe, wie sie mit uns dan itz in handelung stet, sin kgl. Mt. werde mit gnediger unterhandlung gegen den kriegsfursten und andern gern raten und verhelfen, das e. ftl. Gn., derglich ir prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft wider zu dem irn komen, sovil moglich, als wir zu mer maln von irer Mt. vernomen haben. Das sich sin Mt. aber deßen verschribe oder derglich in die vertragsbrief setzen laß, besorgen wir, es werde in ansehung, das solchs den vor gegeben briefen widerig, auch siner Mt. ganz verkerlich sin wurde, gar nit bescheen. ŠUnd must man sich der gnadigen vertrostung und zusage zu dem oder des stucks halber /214/ settigen und benugen lassen.
    [5.] Ferner wissen wir auch, wie e. ftl. Gn. schriben, das genommen nit ainer, sonder vielerley gestalt ist etc. Doch gedenken, nit not zu sin, in vertragen einzufuren, wan der abscheyd zu Coln unsers behalts allein uf das, was sich in der vede und krieg begeben, und nit uf das, im anstand und darnoch entwert worden, gestelt. Dorumb so steen dieselbigen fry, werden dorin auch nit begriffen, und besonderlich die nit, so in der acht (sie wern dan außdruckt) nit verstanden noch gemaynt werden, als gaystlich personen, witwen, alle frauen und jung kinder, so ir mundigen noch nit erraicht. Derhalben es nit noit, in die vertregsbriefe zu setzen. Die kgl. Mt. wirdet inen das recht oder billicheyt auch, als wir maynen, nit versperren etc.
    [6.] Wyter der bet, so etlich Kff. und Ff. geton, und danksagung halben uf die credenzen irn Gnn. zu gescheen, wollen wir mit rat unsers gn. H. von Wurzpurgs handeln und, ob noit, ire ftl. Gnn. wyter anzuhangen bitten, ufs geschicklichst immer sin kan.
    [7.] Aber unser handelung, die wir nach der lenge, wie sie sich eben mit den worten begeben, erzelet, stet noch alzo, wie wir in derselbigen und nesten schriften anzeygt haben. Halten darfur, es sy verstentlich gnoug gewesen, es were dan, das e. Gn. der kgl. Mt. wort, nemlich zu dem, das sie es zu besonderm, gnedigem gefallen gehept und gesagt, das es zur sachen dienen mecht etc., zweyfel oder unverstand trugen. Hat es, gnst. H., in einer summe die gestalt, als sich sin Mt. wider den abscheyd /214’/ zu Coln mit e. ftl. Gn. gar keins wegs vertragen kan. Und wie wir doruf zu erkennen geben, wo es nit anders sin moge, musten wir die absolucion wole derselbigen maß, hoc est mit dem anhang: dem colleschen abschied unabbruchlich etc., annemen. Dasselb ist dasgheen, das kgl. Mt. zu gefallen kommen und zu vertrag hat dienen mogen, nit das wir der summen mit siner Mt. eins sien. Ist noch etwas in weyten bergen, sie besten als uf den LM fl. So haben wir laut euer ftl. Gn. offen instruction [Nr. 58] by kgl. Mt. gehandelt, aber in schin grosses, heimlichen vertrauen nachmals uf sin ansuchen dem konigschen canzler, wie es unsers bedunkens ein maynung zu vertrag haben oder gewinnen mecht, ein hohe summe bestimpt. Und wiewole dasselb unser anschlagen fast fergeworfen und kgl. Mt. nit tunlich zu sin geacht worden, so sin wir dannoch uf etwas viel ob hunderttusent fl. e. ftl. Gn. zugut deßmals beharret, aber nit der gestalt, das wir endlich doruf besten und, wo es nit anders sin wolt, nit furter geen wolten, sonder zu einem anfang oder eingang ein gepot als von uns selbs geton, uf maynung, unsern H. Kg. zu verursachen, wider ein gegenbot zu tun und die sume der LM fl. selbs zu pessern. Dornach were unsers bedunkens dester baß e. ftl. Gn. zugut mitteln gewesen. Als wir nun in der unterhandlung unsers gn. H. von Wurzpurgs und des Seratiners vermerkt, das die kgl. Mt. nit wolt /215/ ufstigen noch die bemelt summe der LM in etwas erhohen, da haben wir besorgt, solten wir alzo von uns selbs balde niederer stigen und die summe uf hunderttusent oder viel mynder setzen, sie wurden aber uf der summen LM fl. beharren. Und wan wir glich lang dernoch getaydingt hetten, allerdinge kain XM fl. ufgestigen und alzo vlycht beswerlich uf LXM alsdan zu bringen gewesen weren. Dorumb und kainer ander ursachen wir alzo uf dem furschlag, by dem Seratiner Šin vertruwen bescheen, bestanden und uns desmals e. Gn. zugut nit wyter merken lassen wollen, biß wir sehen, wo sie oder kgl. Mt. hinußdeuten wolten, auch noch nit gestalt aller handelung unterlassen hetten. Das wir aber in unser schriften dieselb summe e. ftl. Gn. nit außdruckt, ist betrachtlich bescheen und der ursach, das wir e. ftl. Gn. mit dem, des wir noch gar kein wyssen noch, wo es hynußwagsen, vertrostung merken, nit in ein fliegende, unbestendige hoffnung setzen haben wollen; alß dan e. ftl. Gn. baß dan wir, wie es in den taydingen zuget, das nach gelegenheyt zu zyten hoch gespant und nyeder bas gedruckt wirdet, wissen tragen. Wir wolten es gern hochdenen und sovil moglich- und geschicklicheyt bruchen, damit wir viel zu huß brechten, so es uns folgen; wo nit, mussen wir biß uf unsern entlichen befelch nemen, was man uns gibt oder erlangen mogen.
    [8.] Wir haben die außzeichnuß der viertusent fl. gulten /215’/ auch entpfangen, die unsers verstands zu Coln oder daselbshin fallen sind. Nun sin dorzu zwey dinge zu ermessen: eins, das unser handelung fast gewesen uf viertusent fl., die euer Gn. auß den fellen der landvogty habe entrichten lassen, das ubel gein Coln sin mag; am andern, das wir wenen, zu Straßburg gebe man sech IIII fl. vom hundert. So die verweysung daselbst beschee, das ubertrug, wo der vertrag uf die IIIIM fl. gulten und nit uf ein nemlich heuptsumme gestelt wurde, ein merklichs und wugßen in der hauptsummen euer Gn. zugut by den XVIM fl. zu, wie wir e. ftl. Gn. nehst eroffnet [Nr. 555, Pkt. 5] . Das ist zu betrachten, wiewole wir es darfur halten, so e. ftl. Gn. maynung ye sy und uf Coln bestan wol, wo man der summe sonst eins wurde und sich die sachen zu vertrag schicken, es werde by kgl. Mt. im selbigen auch nit mangel haben noch erwinden.
    [9.] Der vererung des röm. canzlers halber wollen wir mit rat zu gelegner zyt zum geschicklichsten, wo es unserer achtung die sach fordern und euern ftl. Gn. zugut komen mag, handlung furnemen. Aber hie viel geltz ufzubringen wissen wir nit zu tun. Und so es dahin kompt, das zu der briefe ufrichtung gegriffen sol werden, wollen wir unsern vlyß anwenden und soviel uns moglich inziehen, derglich die ursach, /216/ das euer ftl. Gn. viel flecken verkaufen und verpfenden mussen etc., so es fuglich sin mag, by kgl. Mt., Wurzpurg und andern orten furzutragen, wiewole es vor auch bescheen, nit unterlassen. Datum dornstags nach exaudi Ao. etc. VIIo.
      E. ftl. Gn. untertenige, willige Florenz von Venyngen, Hans Landschade etc.

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    « Nr. 559 Bericht Dr. Florenz’ von Venningen und Johann Landschads an Kf. Philipp von der Pfalz »

    [1.] Eingang der kfl. Weisung vom 6. Mai; [2.] Absolution und Restitution der kurpfälzischen Anhänger und Gefolgsleute; [3.] Bitte um Zusendung einer Vorlage für den Vertrag mit Kg. Maximilian über die Eroberungen im Landshuter Erbfolgekrieg; [4.] mündliche Zusage Kg. Maximilians zu Verhandlungen mit den Exekutoren im Landshuter Erbfolgekrieg über die Restitution Kf. Philipps und seiner Gefolgsleute; [5.] Frage der kurpfälzischen Verluste während des kgl. Waffenstillstands und der Verluste der von der Acht ausgenommenen Personen; [6.] Interzession von Reichsständen für Kurpfalz bei Kg. Maximilian; [7.] Verhandlungen über die Absolution Kf. Philipps von der Reichsacht und über die Höhe der Entschädigungssumme für die Eroberungen Kg. Maximilians im Landshuter Erbfolgekrieg; [8.] Verzeichnis über die auf der Landvogtei im Elsaß liegenden Renten; [9.] Geschenk für den kgl. Kanzler Zyprian von Serntein.

    [Konstanz], 20. Mai 1507 (dornstags nach exaudi); präs. [Heidelberg], 25. Mai (tertia post pentecoste).
    München, HStA, Fürstensachen 217/II, fol. 213–216’ (Or., Dorsalverm.: [Zusammenfassung des Berichts]. Item Wurzburg durch ein schrift zu danken. Item Bamberg, und wie Šes in Beyern ubel stee. Nurnberg und stift Regenspurg betreffend. Item Hg. Friderichs gubernatorn. Item Hg. Heynrich. Item Gerolzeck. Item LXX fl. entpfangen.).

    [1.] /213/ Durchleuchtigster, hochgeborner F., euern ftl. Gn. syen unser untertenig, gehorsam, schuldig und willig dinst besonders vlyß zuvor. Gnst. H., euer Gn. widerantwort und schrift [Nr. 557], uns itzt uf unser vorgeendes by Hensel [Zeh]  boten, zukomen, haben wir nach der lenge sampt eingeschlossen zetteln verstanden und lassen das erst auch als (wie wir vor gehort) unnotturftiglich berouwen und versehen uns des und aller gnaden zu euer ftl. Gn.
    [2.] Aber des puncten, betreffend euer ftl. Gn. prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft halber ist on noit, das dieselb euer ftl. Gn. darin so hohe beschwerde machen. Dan es die maynung, das e. ftl. Gn. solt mit solcher oft angeregter clauseln allein von der kgl. acht absolviert und die frommen prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft, die unschuldiglich als verwanten in das spiel kommen, stecken1 in pen der beschwerlichkeyt plyben oder gelassen werden, gar nit, sonder wie e. ftl. Gn. heruß kunden kommen und moglich ist zu erledigen, alzo und zu glicher form die irn auch, es sy glich, were es wol, prelaten, Gff., Hh., ritterschaft, burger oder buwersfolk. So das, wie euer Gn. annemen wollen oder werden, wirt dorzu im selbigen kein sonderung gemacht und im vertrag by euern Gn. irer auch meldung bescheen, aber nit anderst, dan wie e. ftl. Gn. montlich und schriftlich von uns vermerke, das ist mit der clauseln und anhang: unabbruchlich dem kgl. spruch zu Coln etc., wie wir in unserm schriben [Nr. 553] gemelt, das nun zuglich uf e. ftl. Gn. und die obgemelten ir prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft zu versten ist. Welchem es auch dergestalt anzunemen nit gelegen sin will, der mag wole heruß sin und ander /213’/ wege furnemen, wan solchs nit anderst ist dan ein gnade von kgl. Mt., die eim nitwollenden ubel kan zugut kommen.
    [3.] Und wiewole, so es daselbshin kompt, das die rachtungsbriefe sollen ufgericht werden, wir – als viel an uns, auch unsers verstands sind wirdet – untersten, was zu gutem kommen mag, inzubringen, so sehe uns doch nit vor ungut an, e. ftl. Gn. hetten irs gemuts donieden einen begriff ungevarlicher maynung stellen oder zum wenigsten sonst eins alten derglich vertragsbrief copy uns zuschicken lassen. Dan, wie euer Gn. wissen, wir der dinge nit so wole erfarn noch geubt sin, als irer Gn. notturft erfordern mocht. Wo es glich auch nit viel nutzt, als es doch tun mag, so mochts dannoch nit schaden und die brief alsdan euer Gn. willens oder gefallens dest gemesser ufgericht werden.
    [4.] So achten wir by uns, wo sich die kgl. Mt. zu vertrag ergebe, wie sie mit uns dan itz in handelung stet, sin kgl. Mt. werde mit gnediger unterhandlung gegen den kriegsfursten und andern gern raten und verhelfen, das e. ftl. Gn., derglich ir prelaten, Gff., Hh. und ritterschaft wider zu dem irn komen, sovil moglich, als wir zu mer maln von irer Mt. vernomen haben. Das sich sin Mt. aber deßen verschribe oder derglich in die vertragsbrief setzen laß, besorgen wir, es werde in ansehung, das solchs den vor gegeben briefen widerig, auch siner Mt. ganz verkerlich sin wurde, gar nit bescheen. ŠUnd must man sich der gnadigen vertrostung und zusage zu dem oder des stucks halber /214/ settigen und benugen lassen.
    [5.] Ferner wissen wir auch, wie e. ftl. Gn. schriben, das genommen nit ainer, sonder vielerley gestalt ist etc. Doch gedenken, nit not zu sin, in vertragen einzufuren, wan der abscheyd zu Coln unsers behalts allein uf das, was sich in der vede und krieg begeben, und nit uf das, im anstand und darnoch entwert worden, gestelt. Dorumb so steen dieselbigen fry, werden dorin auch nit begriffen, und besonderlich die nit, so in der acht (sie wern dan außdruckt) nit verstanden noch gemaynt werden, als gaystlich personen, witwen, alle frauen und jung kinder, so ir mundigen noch nit erraicht. Derhalben es nit noit, in die vertregsbriefe zu setzen. Die kgl. Mt. wirdet inen das recht oder billicheyt auch, als wir maynen, nit versperren etc.
    [6.] Wyter der bet, so etlich Kff. und Ff. geton, und danksagung halben uf die credenzen irn Gnn. zu gescheen, wollen wir mit rat unsers gn. H. von Wurzpurgs handeln und, ob noit, ire ftl. Gnn. wyter anzuhangen bitten, ufs geschicklichst immer sin kan.
    [7.] Aber unser handelung, die wir nach der lenge, wie sie sich eben mit den worten begeben, erzelet, stet noch alzo, wie wir in derselbigen und nesten schriften anzeygt haben. Halten darfur, es sy verstentlich gnoug gewesen, es were dan, das e. Gn. der kgl. Mt. wort, nemlich zu dem, das sie es zu besonderm, gnedigem gefallen gehept und gesagt, das es zur sachen dienen mecht etc., zweyfel oder unverstand trugen. Hat es, gnst. H., in einer summe die gestalt, als sich sin Mt. wider den abscheyd /214’/ zu Coln mit e. ftl. Gn. gar keins wegs vertragen kan. Und wie wir doruf zu erkennen geben, wo es nit anders sin moge, musten wir die absolucion wole derselbigen maß, hoc est mit dem anhang: dem colleschen abschied unabbruchlich etc., annemen. Dasselb ist dasgheen, das kgl. Mt. zu gefallen kommen und zu vertrag hat dienen mogen, nit das wir der summen mit siner Mt. eins sien. Ist noch etwas in weyten bergen, sie besten als uf den LM fl. So haben wir laut euer ftl. Gn. offen instruction [Nr. 58] by kgl. Mt. gehandelt, aber in schin grosses, heimlichen vertrauen nachmals uf sin ansuchen dem konigschen canzler, wie es unsers bedunkens ein maynung zu vertrag haben oder gewinnen mecht, ein hohe summe bestimpt. Und wiewole dasselb unser anschlagen fast fergeworfen und kgl. Mt. nit tunlich zu sin geacht worden, so sin wir dannoch uf etwas viel ob hunderttusent fl. e. ftl. Gn. zugut deßmals beharret, aber nit der gestalt, das wir endlich doruf besten und, wo es nit anders sin wolt, nit furter geen wolten, sonder zu einem anfang oder eingang ein gepot als von uns selbs geton, uf maynung, unsern H. Kg. zu verursachen, wider ein gegenbot zu tun und die sume der LM fl. selbs zu pessern. Dornach were unsers bedunkens dester baß e. ftl. Gn. zugut mitteln gewesen. Als wir nun in der unterhandlung unsers gn. H. von Wurzpurgs und des Seratiners vermerkt, das die kgl. Mt. nit wolt /215/ ufstigen noch die bemelt summe der LM in etwas erhohen, da haben wir besorgt, solten wir alzo von uns selbs balde niederer stigen und die summe uf hunderttusent oder viel mynder setzen, sie wurden aber uf der summen LM fl. beharren. Und wan wir glich lang dernoch getaydingt hetten, allerdinge kain XM fl. ufgestigen und alzo vlycht beswerlich uf LXM alsdan zu bringen gewesen weren. Dorumb und kainer ander ursachen wir alzo uf dem furschlag, by dem Seratiner Šin vertruwen bescheen, bestanden und uns desmals e. Gn. zugut nit wyter merken lassen wollen, biß wir sehen, wo sie oder kgl. Mt. hinußdeuten wolten, auch noch nit gestalt aller handelung unterlassen hetten. Das wir aber in unser schriften dieselb summe e. ftl. Gn. nit außdruckt, ist betrachtlich bescheen und der ursach, das wir e. ftl. Gn. mit dem, des wir noch gar kein wyssen noch, wo es hynußwagsen, vertrostung merken, nit in ein fliegende, unbestendige hoffnung setzen haben wollen; alß dan e. ftl. Gn. baß dan wir, wie es in den taydingen zuget, das nach gelegenheyt zu zyten hoch gespant und nyeder bas gedruckt wirdet, wissen tragen. Wir wolten es gern hochdenen und sovil moglich- und geschicklicheyt bruchen, damit wir viel zu huß brechten, so es uns folgen; wo nit, mussen wir biß uf unsern entlichen befelch nemen, was man uns gibt oder erlangen mogen.
    [8.] Wir haben die außzeichnuß der viertusent fl. gulten /215’/ auch entpfangen, die unsers verstands zu Coln oder daselbshin fallen sind. Nun sin dorzu zwey dinge zu ermessen: eins, das unser handelung fast gewesen uf viertusent fl., die euer Gn. auß den fellen der landvogty habe entrichten lassen, das ubel gein Coln sin mag; am andern, das wir wenen, zu Straßburg gebe man sech IIII fl. vom hundert. So die verweysung daselbst beschee, das ubertrug, wo der vertrag uf die IIIIM fl. gulten und nit uf ein nemlich heuptsumme gestelt wurde, ein merklichs und wugßen in der hauptsummen euer Gn. zugut by den XVIM fl. zu, wie wir e. ftl. Gn. nehst eroffnet [Nr. 555, Pkt. 5] . Das ist zu betrachten, wiewole wir es darfur halten, so e. ftl. Gn. maynung ye sy und uf Coln bestan wol, wo man der summe sonst eins wurde und sich die sachen zu vertrag schicken, es werde by kgl. Mt. im selbigen auch nit mangel haben noch erwinden.
    [9.] Der vererung des röm. canzlers halber wollen wir mit rat zu gelegner zyt zum geschicklichsten, wo es unserer achtung die sach fordern und euern ftl. Gn. zugut komen mag, handlung furnemen. Aber hie viel geltz ufzubringen wissen wir nit zu tun. Und so es dahin kompt, das zu der briefe ufrichtung gegriffen sol werden, wollen wir unsern vlyß anwenden und soviel uns moglich inziehen, derglich die ursach, /216/ das euer ftl. Gn. viel flecken verkaufen und verpfenden mussen etc., so es fuglich sin mag, by kgl. Mt., Wurzpurg und andern orten furzutragen, wiewole es vor auch bescheen, nit unterlassen. Datum dornstags nach exaudi Ao. etc. VIIo.
      E. ftl. Gn. untertenige, willige Florenz von Venyngen, Hans Landschade etc.