Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. 642 Bericht Johanns von Lünen und Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Ankunft in Konstanz, Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Ankunft des frz. Gesandten Gian Antonio Crivelli in Konstanz und Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Gefangensetzung des frz. Gesandten und Abfertigung eines Gesandten Kg. Maximilians und der Reichsstände zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (hl. pinstag).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 14–15’ (Or. mit Randvermm. Hd. J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 906, S. 709–712 (Pkt. 1 fehlt).

    [1.] /14/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien unser fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frunden. Nochdem u[wer] W[irden] uns den richstag zu Costenz ersuchen verurnet1 und by kgl. Mt. des gemeinen anschlag halber, so u. W. uf dem gehalten richstag zu Collen angeschlagen und unserm gn. H. von Trier durch kgl. Mt., 2500 fl. uf rechnung zu geben, verschafft sint2, die uf 12- ader 1300 fl. uf ein verfolle quittung zu handeln befolen haben: Demnoch so wissent, daß wir uf samstag noch Jeoris [24.4.] deß abentz gein Spyer komen und daselbst erfaren, daß kgl. Mt. von Straßburg sich erhebt und uf Costenz zugekert. Demnach haben wir uns uf sontag darnach [25.4.] uber Rin foren laßen und uf Costenz geritten und uf donerstag vor walpuriiß [29.4.] deß abentz dar kommen und kgl. Mt. da funden, alß sin kgl. Mt. uf dinstag darvor [27.4.] dar kommen was, und unß uf fritag [30.4.] dem marschalk [Wilhelm] von Bappenheim angeben, daß wir von uwer W. den richstag zu ersuchen verurnet weren.
    Und unß darnoch underredt, by wem wir unß kuntschaft, und unß by Blasio Hueltzeln gesorgt und inen gebeten (nochdem er hievor u. W. zu eren Johan zum ŠJungen by kgl. Mt. gefurdert habe und u. W. derglichen noch gutes zu ton versehen), daß er unß geraten sy und by kgl. Mt. verhelfen wolle, alßbalde sich derhalben gutwillig vernemen laßen. Daruf iem den anschlag, auch die obligacion, so unßerm gn. H. von Treer bescheen ist, eruffnet. Hat unß geraten, by kgl. Mt. zu furgen und unßer werbung mitsampt der entschuldigung zu ton, wol er, sovil iem moglich sy, gutz und nichtz boeß darzu reden. Doch unß zu erkennen geben, daß er besorgt, daß kgl. Mt. es by dem anschlag bliben laß, uß ursachen, wo kgl. Mt. unß gnedig were und die sommen ringern, vurder sich andere derglichen daruf seumen, mog siner kgl. Mt. vil hindernis brengen. Doch wider getrost, daß solichs in der geheim by kgl. Mt. wol zu erlangen sy. Also sin wir 4 tag kgl. Mt. nochgefolget und gewart in der [bfl.] palz, alß sin kgl. Mt. zu herbrich lit, und in dem bredigercloster zu Costenz und uf anbrengen deß Seratiners, den wir am lesten bitten und ersuchen mosten, unß by kgl. Mt. zu verhelfen, hat er unß alßbald verholfen, haben wir von kgl. Mt. in bysin deß Seratiners und Blasio Hultzels gn. audienz gehabt. Und noch unßer getonen werbung und undertenig bitt hat kgl. Mt. /14’/ unß durch den Seratiner antwort geben laßen, daß sin Mt. den handel bedenken wollt. Und uf unßer verner undertenig bitt hat kgl. Mt. H. Hanßen von Landau und Blasio Hueltzeln in unßerm bysin mit unß zu handeln befolen. Also hat sich die kgl. Mt. mit M pherden, gen Rottwil zu riten, erhebt, daßselbig einzunemen und huldigung zu entphaen. Also ist H. Hanß von Landau durch kgl. Mt. geschrift irst uf donerstag noch exaudi [20.5.] widerumb gein Costenz komen. Derhalben wir nitz handeln konten. Aber nitzdestermynder noch unßer gn. H. von Treer unß erfordert hat und begert, sin ftl. Gn. vor andern, wie wir unß zu Cobelenz vernemen laßen haben, wilnfaren wullen, so wolle sin Gn. by kgl. Mt. nitz boeß darzu reden, und weß wir by kgl. Mt. abe ertadingen kunten, were sin Gn. wole zufriden. Darzu so hat kgl. Mt. deß romerzugs halber, auch der Eitgenoßen, so dem Kg. von Frankreich Genua zu erobern vergunt sint, abehendig zu machen, ernstlich und vil handelung gehabt, auch sine Mt. also vermurkt, vil daran gelegen gewest ist. Derhalbe deß anschlags ader ufgelegten geltz halben byß alher nitz frogbersch [= Fruchtbares] haben kunden handeln. Aber nitzdesterminder den Seratiner, deßglichen Blasio Hueltzeln ersucht, aber unß allwegen antwurt geben, solichs by kgl. Mt. anzubringen. Vernemen aber und seen, daß kgl. Mt. mit großen hendeln, so siner Mg. anligen sin, sunderlichen mit den Eitgenoßen, handelt und zu handeln hat, deßhalben wir nitz fruchbarß biß alher haben mogen handeln. Doch wollen wir keinen fliß sparen, sunder alleß unßers vermogenß fliß ankeren, in hoffnung, wir wollen, alß wir von etlichen getrost werden, etwaß fruchtbarß erlangen.
    [2.] Witer so wissen u. W., daß kgl. Mt. ein botschaft gein Schaffhusen verurnet gehabt hat, deßglichen die Kff., Ff. und stende deß Hl. Richs. Und uf kgl. Mt. begere sovil by den Eytgenossen erlangt haben, sie gein Costenz zu ferner handelung verdagen. Alß sie auch uf samstag noch vocem jocunditatis [15.5.] mit IC personen erschenen sint und uf kgl. Mt. costen biß uf donerstag noch exaudi [20.5.] hie zu Costenz verleben. Also daß sie sich uf beger kgl. Mt. horen laßen haben, daß sie kgl. Mt. die ksl. cron zu Rome zu erlangen bystant tun und beholflich sin; und wer sich darwider stellen, /15/ setzen ader verhinderung tun, wollen sie wider dieselbigen mit der tat, sovil ienen Šmoglich ist, handeln und tun. Ien were auch getreulich und von herzen leit, daß die ksl. cron in andre dan in duetzer [hand] komme und blibe solle. Die kgl. Mt. hat auch die Eitgenoßen erlichen in der herbrig gehalten und mit silbern drinkgeschirn und samet verieret und begobt und ienen ein abeschrift eines begriffs [Nr. 229] mit wissen der gemein stende deß Richs, wie sie sich mit kgl. Mt. und dem Hl. Rich vereinigen sollen, uf ein hinderbringes ubergeben. Und sint damit abegescheiden und zugesagt, in 14 tagen daruf wider antwurt geben wollen etc.
    [3.] Item uf dem gemelten tag, alß die Eitgenoßen ieren abscheid genommen, hat die kgl. W. von Frankrich einen orator [Gian Antonio Crivelli], ist gewest ein monig von Meilant, zu röm. kgl. Mt. mit einer credenz geschickt, deßglichen zu gemein stenden deß Hl. Richs, so hie versamelet waren [Nr. 153], und begert, zuvor und ee er gein Costenz quam, durch sinen ritenden boten, iem ein herbrich zu entphaen. Diewile nun kgl. Mt. mit den Eitgenoßen vil handelung gehabt und besorgt, nochdem die Francosen geschide und listig sint, daß derselbige orator etwaß mit den Eitgenoßen vornemen und die kgl. Mt. wendig zu machen, auch sie mit mirklichem geld uberdoppeln mogte, hat kgl. Mt., witer zu erfaren, dem orator herbrich zu Costenz verfangen und ienen alßbald mitsampt sinen diener bewaren laßen. Und alßbald uf sine credenz sin werbung gehort, auch der versamelung solichs zu erkennen laßen geben, mit begere, ienen vor die gemein versamelung komen zu laßen und sine werbung vernemen. Ist also gescheen. Hat ein latinsch credenz leßen laßen, die der Kg. von Frankrich in siner statt Genua iem geben und ußghien laßen hat. Und darnoch sin werbung in latin uf der Walen manere getan. Und zu beschloss siner werbung hat er sich vernemen laßen, daß er habe ein instruction in welsch, von dem cristlichsten Kg. von Frankrich, sinem H., underschriben, siner werbung dester stattlicher zu glauben sy, wol er also den gemeinen stenden ubergeben. Und iem lesten sich vernemen laßen, daß etliche artikel in der instruction steen, zu siner getanen werbung nit dinstlich sien, und alßbald begirt, iem einen secretarien zu vergunden; wult er iem, waß zu siner werbung dinlich were, ußschriben laßen.
    [4.] Solichs ist /15’/ kgl. Mt. zu erkennen geben wurden. Hat sin Mt. nochmittag einen secretarien zu iem geschickt, solichs zu schriben. Und alß er an etliche artikel komen ist, hat der orator ienen die nit ußschriben laßen wollen, sunder der secretarius solichs an die kgl. Mt. bracht. Hat kgl. Mt. alßbald mit gewalt ienen die instruction nemen und ienen und alle sine diener verner besuchen laßen und noch etliche credenz an Bf. von Menz, Treer, Coln, Palz, Brandenburg, Heßen, Saßen, Wirtenburg funden, alle verschloßen, die alle der versamelung angezeigt sint. Solichs alleß hat kgl. Mt. den gemein stenden durch die rede eruffenen, seen und die instruction uf welsch horen laßen. Und nochdem solich zungen in verstentnes nit gemein, ist kgl. Mt. uberkommen, solich instruction in duetz tran[s]ferrern zu laßen und furter den stenden die behendigen. Und so solichs geschicht, wolle wir u. W. solichs, soferre wir vergebene botschaft haben, nit verhalten.3 Doch in sommen inhalten, daß sich der Kg. von ŠFrankrich Meilant halber, auch Genua entschuldiget und dem röm. Kg. ufleget, wie er die Kff. verdriben und siner Mt. erblande meren wulle. Und zeigt deß vil ursach an. Deßglichen auch mit Gellern, alß ir in der instruction, so unß die wurd, wol vernemen werden. Doruf ist kgl. Mt. und der stende meinung, eine schrift mit einem heralt dem Kg. von Frankrich zu schicken, darin begeren zu wissen, ob solichs inhalt der instruction und werbung siner kgl. W. meinung sy, solichs wider zu schriben und sich vernemen laßen, wo er zu finden sy, wolle die röm. kgl. Mt. ein botschaft zu iem schicken und der und andre deß Hl. Richs anligen nottorft halber handeln und reden laßen. Ist also abegefertigt und der orator versehen byß uf die widerantwurt. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in loblichem regement und gesuntheit lang gefristen. Geschreben und geben ilenß uf dem hl. pinstag [23.5.] mit dem menzischen boten Moller Hen Ao. 1507 in Costentz.
    E[uer] W[eisheit] w[illige] Johan von Lunen, genant More, u. W. sch[ultheiß], Johann Frosch, sch[öffe].

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    /ser/rta1507/dok642/pages

    Anmerkungen

    1
     Der Frankfurter Magistrat beschloß am 13.4., Johann Frosch nach Konstanz zu entsenden. Als Ersatz für den ursprünglich vorgesehenen Johann Reiß sollte mit dem Schultheiß Johann von Lünen über eine Teilnahme an der Mission verhandelt werden (ISG Frankfurt, BMB 1506, fol. 107’). Mit Beschluß vom 19.4. wurde die Abordnung Lünens und Froschs zum RT konstatiert. Diese sollten mit dem Kg. insbesondere über einen Nachlaß am überhöhten Kölner Reichsanschlag verhandeln und waren ermächtigt, nach Darlegung der Frankfurter Beschwerden bis zu 2500 fl. gegen Ausstellung einer Quittung über den gesamten Anschlag anzubieten. Die Bitte des Altbürgermeisters Hamman von Holzhausen für seine Schwiegermutter Elisabeth von Helle, die von deren Mann Dr. [Georg von Helle, gen.] Pfeffer hinterlassene Schuldforderung an Kg. Maximilian in Höhe von 2000 fl. mit dem Reichsanschlag zu verrechnen und nach Abzug von 400 fl. durch den Frankfurter Magistrat zu bedienen, wurde abschlägig beschieden (ebd., RP 1498–1510, fol. 95). Am 20.4. wurde die Entscheidung, Frosch und Lünen nach Konstanz zu entsenden, um dort gemäß mündlicher Unterweisung und schriftlicher Instruktion vorzugehen, noch einmal bestätigt. Die Gesandten waren außerdem gehalten, etwaige Bemühungen der Witwe Dr. Helles beim röm. Kg. um Bedienung ihrer Schulden durch die Stadt zu unterlaufen (ebd., BMB 1506, fol. 209’).
    2
     Vgl. Nr. 96, Anm. 3.
    3
     Die Instruktion für Crivelli [Nr. 154] wurde am 17.6. im Frankfurter Rat vorgetragen (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 14’).

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    «Nr. 642 Bericht Johanns von Lünen und Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt  »

    [1.] Ankunft in Konstanz, Verhandlungen über einen Nachlaß für Frankfurt an der Kölner Reichshilfe von 1505; [2.] Verhandlungen Kg. Maximilians mit den eidgenössischen Gesandten in Konstanz; [3.] Ankunft des frz. Gesandten Gian Antonio Crivelli in Konstanz und Vortrag an die Reichsversammlung; [4.] Gefangensetzung des frz. Gesandten und Abfertigung eines Gesandten Kg. Maximilians und der Reichsstände zu Kg. Ludwig von Frankreich.

    Konstanz, 23. Mai 1507 (hl. pinstag).
    Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 14–15’ (Or. mit Randvermm. Hd. J. Janssen, die den Inhalt kennzeichnen).
    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 906, S. 709–712 (Pkt. 1 fehlt).

    [1.] /14/ Fursichtigen, ersamen und wysen, uwer W[irden] sien unser fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, lb. Hh. und guten frunden. Nochdem u[wer] W[irden] uns den richstag zu Costenz ersuchen verurnet1 und by kgl. Mt. des gemeinen anschlag halber, so u. W. uf dem gehalten richstag zu Collen angeschlagen und unserm gn. H. von Trier durch kgl. Mt., 2500 fl. uf rechnung zu geben, verschafft sint2, die uf 12- ader 1300 fl. uf ein verfolle quittung zu handeln befolen haben: Demnoch so wissent, daß wir uf samstag noch Jeoris [24.4.] deß abentz gein Spyer komen und daselbst erfaren, daß kgl. Mt. von Straßburg sich erhebt und uf Costenz zugekert. Demnach haben wir uns uf sontag darnach [25.4.] uber Rin foren laßen und uf Costenz geritten und uf donerstag vor walpuriiß [29.4.] deß abentz dar kommen und kgl. Mt. da funden, alß sin kgl. Mt. uf dinstag darvor [27.4.] dar kommen was, und unß uf fritag [30.4.] dem marschalk [Wilhelm] von Bappenheim angeben, daß wir von uwer W. den richstag zu ersuchen verurnet weren.
    Und unß darnoch underredt, by wem wir unß kuntschaft, und unß by Blasio Hueltzeln gesorgt und inen gebeten (nochdem er hievor u. W. zu eren Johan zum ŠJungen by kgl. Mt. gefurdert habe und u. W. derglichen noch gutes zu ton versehen), daß er unß geraten sy und by kgl. Mt. verhelfen wolle, alßbalde sich derhalben gutwillig vernemen laßen. Daruf iem den anschlag, auch die obligacion, so unßerm gn. H. von Treer bescheen ist, eruffnet. Hat unß geraten, by kgl. Mt. zu furgen und unßer werbung mitsampt der entschuldigung zu ton, wol er, sovil iem moglich sy, gutz und nichtz boeß darzu reden. Doch unß zu erkennen geben, daß er besorgt, daß kgl. Mt. es by dem anschlag bliben laß, uß ursachen, wo kgl. Mt. unß gnedig were und die sommen ringern, vurder sich andere derglichen daruf seumen, mog siner kgl. Mt. vil hindernis brengen. Doch wider getrost, daß solichs in der geheim by kgl. Mt. wol zu erlangen sy. Also sin wir 4 tag kgl. Mt. nochgefolget und gewart in der [bfl.] palz, alß sin kgl. Mt. zu herbrich lit, und in dem bredigercloster zu Costenz und uf anbrengen deß Seratiners, den wir am lesten bitten und ersuchen mosten, unß by kgl. Mt. zu verhelfen, hat er unß alßbald verholfen, haben wir von kgl. Mt. in bysin deß Seratiners und Blasio Hultzels gn. audienz gehabt. Und noch unßer getonen werbung und undertenig bitt hat kgl. Mt. /14’/ unß durch den Seratiner antwort geben laßen, daß sin Mt. den handel bedenken wollt. Und uf unßer verner undertenig bitt hat kgl. Mt. H. Hanßen von Landau und Blasio Hueltzeln in unßerm bysin mit unß zu handeln befolen. Also hat sich die kgl. Mt. mit M pherden, gen Rottwil zu riten, erhebt, daßselbig einzunemen und huldigung zu entphaen. Also ist H. Hanß von Landau durch kgl. Mt. geschrift irst uf donerstag noch exaudi [20.5.] widerumb gein Costenz komen. Derhalben wir nitz handeln konten. Aber nitzdestermynder noch unßer gn. H. von Treer unß erfordert hat und begert, sin ftl. Gn. vor andern, wie wir unß zu Cobelenz vernemen laßen haben, wilnfaren wullen, so wolle sin Gn. by kgl. Mt. nitz boeß darzu reden, und weß wir by kgl. Mt. abe ertadingen kunten, were sin Gn. wole zufriden. Darzu so hat kgl. Mt. deß romerzugs halber, auch der Eitgenoßen, so dem Kg. von Frankreich Genua zu erobern vergunt sint, abehendig zu machen, ernstlich und vil handelung gehabt, auch sine Mt. also vermurkt, vil daran gelegen gewest ist. Derhalbe deß anschlags ader ufgelegten geltz halben byß alher nitz frogbersch [= Fruchtbares] haben kunden handeln. Aber nitzdesterminder den Seratiner, deßglichen Blasio Hueltzeln ersucht, aber unß allwegen antwurt geben, solichs by kgl. Mt. anzubringen. Vernemen aber und seen, daß kgl. Mt. mit großen hendeln, so siner Mg. anligen sin, sunderlichen mit den Eitgenoßen, handelt und zu handeln hat, deßhalben wir nitz fruchbarß biß alher haben mogen handeln. Doch wollen wir keinen fliß sparen, sunder alleß unßers vermogenß fliß ankeren, in hoffnung, wir wollen, alß wir von etlichen getrost werden, etwaß fruchtbarß erlangen.
    [2.] Witer so wissen u. W., daß kgl. Mt. ein botschaft gein Schaffhusen verurnet gehabt hat, deßglichen die Kff., Ff. und stende deß Hl. Richs. Und uf kgl. Mt. begere sovil by den Eytgenossen erlangt haben, sie gein Costenz zu ferner handelung verdagen. Alß sie auch uf samstag noch vocem jocunditatis [15.5.] mit IC personen erschenen sint und uf kgl. Mt. costen biß uf donerstag noch exaudi [20.5.] hie zu Costenz verleben. Also daß sie sich uf beger kgl. Mt. horen laßen haben, daß sie kgl. Mt. die ksl. cron zu Rome zu erlangen bystant tun und beholflich sin; und wer sich darwider stellen, /15/ setzen ader verhinderung tun, wollen sie wider dieselbigen mit der tat, sovil ienen Šmoglich ist, handeln und tun. Ien were auch getreulich und von herzen leit, daß die ksl. cron in andre dan in duetzer [hand] komme und blibe solle. Die kgl. Mt. hat auch die Eitgenoßen erlichen in der herbrig gehalten und mit silbern drinkgeschirn und samet verieret und begobt und ienen ein abeschrift eines begriffs [Nr. 229] mit wissen der gemein stende deß Richs, wie sie sich mit kgl. Mt. und dem Hl. Rich vereinigen sollen, uf ein hinderbringes ubergeben. Und sint damit abegescheiden und zugesagt, in 14 tagen daruf wider antwurt geben wollen etc.
    [3.] Item uf dem gemelten tag, alß die Eitgenoßen ieren abscheid genommen, hat die kgl. W. von Frankrich einen orator [Gian Antonio Crivelli], ist gewest ein monig von Meilant, zu röm. kgl. Mt. mit einer credenz geschickt, deßglichen zu gemein stenden deß Hl. Richs, so hie versamelet waren [Nr. 153], und begert, zuvor und ee er gein Costenz quam, durch sinen ritenden boten, iem ein herbrich zu entphaen. Diewile nun kgl. Mt. mit den Eitgenoßen vil handelung gehabt und besorgt, nochdem die Francosen geschide und listig sint, daß derselbige orator etwaß mit den Eitgenoßen vornemen und die kgl. Mt. wendig zu machen, auch sie mit mirklichem geld uberdoppeln mogte, hat kgl. Mt., witer zu erfaren, dem orator herbrich zu Costenz verfangen und ienen alßbald mitsampt sinen diener bewaren laßen. Und alßbald uf sine credenz sin werbung gehort, auch der versamelung solichs zu erkennen laßen geben, mit begere, ienen vor die gemein versamelung komen zu laßen und sine werbung vernemen. Ist also gescheen. Hat ein latinsch credenz leßen laßen, die der Kg. von Frankrich in siner statt Genua iem geben und ußghien laßen hat. Und darnoch sin werbung in latin uf der Walen manere getan. Und zu beschloss siner werbung hat er sich vernemen laßen, daß er habe ein instruction in welsch, von dem cristlichsten Kg. von Frankrich, sinem H., underschriben, siner werbung dester stattlicher zu glauben sy, wol er also den gemeinen stenden ubergeben. Und iem lesten sich vernemen laßen, daß etliche artikel in der instruction steen, zu siner getanen werbung nit dinstlich sien, und alßbald begirt, iem einen secretarien zu vergunden; wult er iem, waß zu siner werbung dinlich were, ußschriben laßen.
    [4.] Solichs ist /15’/ kgl. Mt. zu erkennen geben wurden. Hat sin Mt. nochmittag einen secretarien zu iem geschickt, solichs zu schriben. Und alß er an etliche artikel komen ist, hat der orator ienen die nit ußschriben laßen wollen, sunder der secretarius solichs an die kgl. Mt. bracht. Hat kgl. Mt. alßbald mit gewalt ienen die instruction nemen und ienen und alle sine diener verner besuchen laßen und noch etliche credenz an Bf. von Menz, Treer, Coln, Palz, Brandenburg, Heßen, Saßen, Wirtenburg funden, alle verschloßen, die alle der versamelung angezeigt sint. Solichs alleß hat kgl. Mt. den gemein stenden durch die rede eruffenen, seen und die instruction uf welsch horen laßen. Und nochdem solich zungen in verstentnes nit gemein, ist kgl. Mt. uberkommen, solich instruction in duetz tran[s]ferrern zu laßen und furter den stenden die behendigen. Und so solichs geschicht, wolle wir u. W. solichs, soferre wir vergebene botschaft haben, nit verhalten.3 Doch in sommen inhalten, daß sich der Kg. von ŠFrankrich Meilant halber, auch Genua entschuldiget und dem röm. Kg. ufleget, wie er die Kff. verdriben und siner Mt. erblande meren wulle. Und zeigt deß vil ursach an. Deßglichen auch mit Gellern, alß ir in der instruction, so unß die wurd, wol vernemen werden. Doruf ist kgl. Mt. und der stende meinung, eine schrift mit einem heralt dem Kg. von Frankrich zu schicken, darin begeren zu wissen, ob solichs inhalt der instruction und werbung siner kgl. W. meinung sy, solichs wider zu schriben und sich vernemen laßen, wo er zu finden sy, wolle die röm. kgl. Mt. ein botschaft zu iem schicken und der und andre deß Hl. Richs anligen nottorft halber handeln und reden laßen. Ist also abegefertigt und der orator versehen byß uf die widerantwurt. Nit mer, dan Gott der almechtig wolle u. W. in loblichem regement und gesuntheit lang gefristen. Geschreben und geben ilenß uf dem hl. pinstag [23.5.] mit dem menzischen boten Moller Hen Ao. 1507 in Costentz.
    E[uer] W[eisheit] w[illige] Johan von Lunen, genant More, u. W. sch[ultheiß], Johann Frosch, sch[öffe].