Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Nr. 836 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt über die Annahme des Kaisertitels durch Maximilian I. »

    Der röm. Kg. beschied für den 4. Februar (fritag noch purificacionis Marie) sämtliche Hauptleute der Städte von Pergine (Berschon) nach Trient. Alß dan dieselbigen zu fruer tagzijt daselbst erschienen, hat die röm. kgl. Mt. unß in der gemein zu erer Mt. noch essenß erfardern laßen inß schloß, darzu alle geißlichen von cloestern und stiften, etlichen mit eren heltum und monstranze und in sunderheit mit dem kindlin beatum Symon, so die juden hievore von leben zum tod bracht haben, von zweyen pristern uffentlichen in seinem silberen kestlin ader dragelin bis in daß schloß zu Trient getragen worden ist. Da dan die röm. kgl. Mt. myt mynen gn. Hh., Mgf. Friderichen von Brandenburg, Mgf. Kasimero und Mgf. Hanßen, dem Hg. von der Littaw1, Hg. von ŠWirtenberg, Hg. 2 von Meckelburg und vil Gff. und botschaften, nit alle myr zu nennen ader schriben wissen, ingewest, erfardert und komen sint. Und mit großer solemniteten und processionen zwuschen einer und zweyen oweren in daß monster gangen und daselbst soliche heltum und das gemelt kindelin beatum Symon auf daß hl. crux altare gestelt und gelegt. Hat sich die röm. kgl. Mt. vor demselbigen altare uf den geschickten stuel ader pultum vor dem altare, so erer Mt. derhalbe bereit waß, nidergekniehet und daselbst mit andacht ein cleine zijt gebet und darnoch zum altare by daß kindlin beatum Symon, so uf dem altare gelegen ist, gangen und daß besichtiget. Darnoch sich umgewant und den Bf. von Gurg zu erer Mt. erfurdert und allen Ff., Gff., Hh., ritter und knechten sagen lassen: Wiewole ere Mt., auch etlichen Ff., Gff., Hh., ritter und knechten St. Jorgen urden hie für guter zijt3 angenomen, so wolle doch ere Mt. den itzunt annemen und angenommen haben, auch den Ff., Gff., Hh., ritter und knechten, so nit zugeigen sint, solichs auch in schriften zu erkennen geben haben.
    Darnoch dur[ch] den gemelten Bf. zu Gurg reden lassen, daß ere Mt. daß keysertum anneme und angenommen habe; wil sich auch hinvore röm. Ks. schreiben, röm. Ks. sin und werden. Daruf fragen laßen sunderlich die Ff., Gff., Hh., ritter und knecht, so den urden St. Jorgen angenomen hetten, weß ere Mt. sich zu enen vorseen sulte, ob sie erer Mt. die ksl. krone wollen helfen erlangen.
    Haben sie sich kurzlich bedacht und durch Dr. Heyden röm. ksl. Mt. uffentlichen antwurt geben laßen, daß sie röm. ksl. Mt., erem allergnst. H., mit erem libe und gut die ksl. kronen erer Mt. zu eren und dem Hl. [Reich] und duetzer nacion zugut mit allen underdenigisten gehorsamen, dinstlichem willen und vermogen wollen helfen erlangen und erabern.
    Und darnoch durch den wybischof oder suffrigano4 ein collecte leßen laßen und darnoch etliche gesenge durch die gestlichen gesungen und in urganum gespielt und mit trumpeten geblosen. Darnoch wider uß dem monster gangen in daß schloß und unß alle, die geschickten von stetten, erfardert und unß selbst befelch geben, von Berschon unß gein Falschon5 zu erheben und H. Marten von Husenstam, den heuptman, mit 60 reysigen und 200 fußknechten zuvoran dahien reiten laßen. Ist also gescheen. [Bericht über weitere Kriegsvorbereitungen und militärische Operationen]. 

    Borgo Valsugana (Burgen im Falschogan), 8. Februar 1508.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 199, Stück-Nr. 42 (eh. Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 933, S. 742–744; Wiesflecker-Friedhuber , Quellen, Nr. 46, S. 163–165.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/dok836/pages

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    Anmerkungen

    1
      Wiesflecker-Friedhuber  (Quellen, S. 163 Anm. 6) schlägt als Möglichkeit zur Auflösung „von der Leiter“ (della Scala) vor. Wahrscheinlich ist jedoch der Hg. von Liegnitz [eigentlich: Hg. Georg von Brieg] gemeint, der bspw. von Fugger/Birken  (Ehrenspiegel, Sp. 1246) erwähnt wird.
    2
      Wiesflecker-Friedhuber  (ebd., S. 164) ergänzt irrtümlich Heinrich; richtig ist Albrecht. Vgl. Nr. 759, Anm. 7.
    3
      Janssen  (Reichscorrespondenz II, S. 743) verweist auf den 12.11.1503 – dem Datum des kgl. Ausschreibens in das Reich mit der Mitteilung über die Gründung der St. Georgs-Gesellschaft ( Wiesflecker , Regesten IV/1, Nr. 17881, S. 354f.). Auch Wiesflecker-Friedhuber  (Quellen, S. 164 Anm. 9; Dies. , Maximilian, S. 435) favorisiert die Auffassung, daß diese St.-Georgs-Gesellschaft gemeint war.
    4
     Gemeint ist der Brixener Weihbischof Konrad Reichard, der von 1490–1492 und 1498–1509 auch als Weihbischof in Trient wirkte ( Weber , Vescovi, S. 72–74; Gelmi , Weihbischöfe, S. 188f.).
    5
     = Valsugana bzw. Suganertal ( Wiesflecker-Friedhuber , Quellen, S. 164 Anm. 12).

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    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

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    « Nr. 836 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt über die Annahme des Kaisertitels durch Maximilian I. »

    Der röm. Kg. beschied für den 4. Februar (fritag noch purificacionis Marie) sämtliche Hauptleute der Städte von Pergine (Berschon) nach Trient. Alß dan dieselbigen zu fruer tagzijt daselbst erschienen, hat die röm. kgl. Mt. unß in der gemein zu erer Mt. noch essenß erfardern laßen inß schloß, darzu alle geißlichen von cloestern und stiften, etlichen mit eren heltum und monstranze und in sunderheit mit dem kindlin beatum Symon, so die juden hievore von leben zum tod bracht haben, von zweyen pristern uffentlichen in seinem silberen kestlin ader dragelin bis in daß schloß zu Trient getragen worden ist. Da dan die röm. kgl. Mt. myt mynen gn. Hh., Mgf. Friderichen von Brandenburg, Mgf. Kasimero und Mgf. Hanßen, dem Hg. von der Littaw1, Hg. von ŠWirtenberg, Hg. 2 von Meckelburg und vil Gff. und botschaften, nit alle myr zu nennen ader schriben wissen, ingewest, erfardert und komen sint. Und mit großer solemniteten und processionen zwuschen einer und zweyen oweren in daß monster gangen und daselbst soliche heltum und das gemelt kindelin beatum Symon auf daß hl. crux altare gestelt und gelegt. Hat sich die röm. kgl. Mt. vor demselbigen altare uf den geschickten stuel ader pultum vor dem altare, so erer Mt. derhalbe bereit waß, nidergekniehet und daselbst mit andacht ein cleine zijt gebet und darnoch zum altare by daß kindlin beatum Symon, so uf dem altare gelegen ist, gangen und daß besichtiget. Darnoch sich umgewant und den Bf. von Gurg zu erer Mt. erfurdert und allen Ff., Gff., Hh., ritter und knechten sagen lassen: Wiewole ere Mt., auch etlichen Ff., Gff., Hh., ritter und knechten St. Jorgen urden hie für guter zijt3 angenomen, so wolle doch ere Mt. den itzunt annemen und angenommen haben, auch den Ff., Gff., Hh., ritter und knechten, so nit zugeigen sint, solichs auch in schriften zu erkennen geben haben.
    Darnoch dur[ch] den gemelten Bf. zu Gurg reden lassen, daß ere Mt. daß keysertum anneme und angenommen habe; wil sich auch hinvore röm. Ks. schreiben, röm. Ks. sin und werden. Daruf fragen laßen sunderlich die Ff., Gff., Hh., ritter und knecht, so den urden St. Jorgen angenomen hetten, weß ere Mt. sich zu enen vorseen sulte, ob sie erer Mt. die ksl. krone wollen helfen erlangen.
    Haben sie sich kurzlich bedacht und durch Dr. Heyden röm. ksl. Mt. uffentlichen antwurt geben laßen, daß sie röm. ksl. Mt., erem allergnst. H., mit erem libe und gut die ksl. kronen erer Mt. zu eren und dem Hl. [Reich] und duetzer nacion zugut mit allen underdenigisten gehorsamen, dinstlichem willen und vermogen wollen helfen erlangen und erabern.
    Und darnoch durch den wybischof oder suffrigano4 ein collecte leßen laßen und darnoch etliche gesenge durch die gestlichen gesungen und in urganum gespielt und mit trumpeten geblosen. Darnoch wider uß dem monster gangen in daß schloß und unß alle, die geschickten von stetten, erfardert und unß selbst befelch geben, von Berschon unß gein Falschon5 zu erheben und H. Marten von Husenstam, den heuptman, mit 60 reysigen und 200 fußknechten zuvoran dahien reiten laßen. Ist also gescheen. [Bericht über weitere Kriegsvorbereitungen und militärische Operationen]. 

    Borgo Valsugana (Burgen im Falschogan), 8. Februar 1508.
    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 199, Stück-Nr. 42 (eh. Or.).
    Druck: Janssen , Reichscorrespondenz II, Nr. 933, S. 742–744; Wiesflecker-Friedhuber , Quellen, Nr. 46, S. 163–165.