Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Konstanz 1507
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Konstanzer Reichstages

  • 1. Romzug
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

    II. Kapitel Der Reichstag zu Konstanz

  • 1. Romzug und Verfassungsfragen
  • 2. Schwäbischer Bundestag in Überlingen und Konstanz
  • 3. Städtetag in Konstanz
  • 4. Königliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben, Begnadungen und Konfirmationen
  • 5. Schiedsverfahren während des Reichstages
  • 6. Sonstige Streitsachen
  • 7. Finanzangelegenheiten König Maximilians
  • 8. Nebenhandlungen
  • 9. Weisungen und Berichte
  • 10. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Romzug
  • 2. Wiedereröffnung des Reichskammergerichts
  • 3. Angelegenheiten von Reichsständen
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Nr. 154 Instruktion Kg. Ludwigs XII. von Frankreich für Gian Antonio Crivelli als Gesandten zu Kff. und Ff. des Hl. Röm. Reiches »

    [1.] Geltendmachung des traditionellen Bündnisses zwischen dem Hl. Röm. Reich und Frankreich; [2.] Verbundenheit Kg. Ludwigs von Frankreich mit vielen Kff. und Ff., auch durch die deutsche Herkunft seiner Mutter; [3.] Empfang des Hm. Mailand als Reichslehen; [4.] Ablehnung der durch Kg. Maximilian angebotenen Kaiserkrone; [5.] Verleumdungen Kg. Maximilians gegen Kg. Ludwig von Frankreich: [6.] Zurückweisung der vom röm. Kg. behaupteten Absicht zur Kontrolle des Papsttums, [7.] Erklärung der frz. Absichten in bezug auf das Hm. Geldern als Schutz reichsständischer Freiheit gegen das Reichsoberhaupt, [8.] Berechtigung des frz. Vorgehens gegen Genua; [9.] Aufforderung an die Reichsstände zum Widerstand gegen die Absichten Kg. Maximilians; [10.] unlautere Motive Kg. Maximilians für seine Beschuldigungen gegen Frankreich; [11.] Bruch der Verträge von Trient (1501) und Hagenau (1505) durch den röm. Kg.; [12.] Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung.

    Genua, 5. Mai 1507. Entsprechender Vortrag durch Crivelli vor den Reichsständen in Konstanz am 19. Mai1; Verlesung des frz. Texts (Variante III) und der dt. Übersetzung (Variante I) durch kgl. Räte am 20. Mai2.
    I. (Übersetzung für Reichsstände): Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 90’-94’ (Kop. mit imit. Unterz. Kg. Ludwig und Gegenz. F. Robertet, Überschr.: Instruction, was meister Johann Anthoni de Crebellis, des Kg. von Frankreich rat und almüser, von wegen desselbigen Š Kg. Kff., Ff. und stenden des Hl. Röm. Richs, zu Costenz versamelt, sagen und furhalten soll.) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3136, fol. 253–257’ (Kop., Überschr. wie A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 30–36 (Kop.) = C. Köln, HAStd, K+R 37, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A) = D. Esslingen, StdA, F 283 (Reichstagsakten: Konstanz 1507), unfol. (Kop., Überschr. wie A).
    II. (Übersetzung für die eidgenössischen Gesandten): Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 122–122,3 (Kop., Überschr.: Instruction, was mayster Johanns Anthoni der Crybellis von Mayland, des Kg. von Frankrichs rat und almuser, von wegen desselben Kg. den Kff. und Ff. des Hl. Röm. Reichs, zu welichen ine derselbig Kg. geschickt hab, sagen sol.) = Textvorlage A. Zürich, StA, A 225.1, Stück-Nr. 42 (Kop., Überschr. wie A) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 251–255’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 133–143 (Kop., Überschr. wie A) = D3. Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (unvollständige Kop., Pkt. 2–4 fehlen).
    III. Wien, HHStA, Maximiliana 41, Fasz. III/3, fol. 30–31 (frz. Kop., Überschr.: Instructions à maystre Jehan Anthoine de Cribellis de Millan, conseiller et almosiner du roy, de ce que aura à dire de la part dudict seigneur aux princes et électeurs du St. Empire, devers lequelz ledict seigneur l’envoye.).
    Druck (Variante I): Datt , De pace publica, S. 510–513; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 566–575.

    I. [1.] /90’/ I. [1.] Zum ersten soll er anzeigen die alten verpuntniß zwischen röm. Kss. und Kgg.a, Kff. und Ff. des Hl. Richs an eym und der allercristenlichisten Kgg. von Frankrich andersteils bescheen, uber weliche verpüntniß ufgericht sint schriftlich beheltniß, die man heißt die Gulden Bullen, b die bißher unverprochenlich gehalten ist worden-b.4 II. [1.] /122/ Zum ersten soll er anzaygen die alten verpintnuß zwischen röm. Kss. und Kgg., auch Kff. und Ff. deß Hl. Reichs an aynem und dem allercristenlichisten Kg. von Frankrich anderstayls aufgericht, woelhi verpuntnuß, mit ainer bullen, die man die Guldin Bullen nennet, bestetigt, byß uf dise zyt allweg gehalten worden ist.
    Item nach derselben verpuntniß ist nit befunden worden, daz die Kgg. von Frankrich inbruch wider die gemelten Guldn Bullen getan haben, und nemlich von itzigem regirendenc Kg., sunder ir land d und lut-d habent undereinander in fride und eynigkeit brüderlich gelebt. Item, wie nach derselben verpintnuß nie befunden ist, das von wegen derselben Kgg. von Frankrich, und nemlich von yetze regierenden allercristenlichisten Kg. aynicherlay ynbruch geschechen sey, sunder yre land habend underainander gelept in fryd und aynigkait nit anders dann brieder.
    Item in ansehung solicher verpuntniß wirt befunden, daz von altem herkomen Item in ansechen solicher verpintnuß wirt befunden, das von allem alten herkommen
    Š Kff. und Ff. des Hl. Richs dem allercristlich[st]en Kg. hilf und bystant getan habent als e ir lyplichen-e frunt und mitverwanten, auch in craft derselben verpuntniß und fruntschaft, zwischen inen gemacht, bemeltem Kg. von Frankrich etliche anzal volks zu roß und zu fuß wider allermeniglich, alleyn daz Röm. f Rich ußgeschlossen, als oft sie des noitturftig gewest sint, sunderlich Kg. Karolo dem funften geschickt und zügefügt habent. Kff. und Ff. deß Reichs dem Kg. von Frankrich hilf und bystand als ain gesipten frund und mitgewanten getan haben, auch von wegen derselben frundschaft und verbuntnuß, zwuschen in gemacht, bemelten Kg. von Frankrich mit etlicher anzal folks zu roß und zu fuß wider all maniglich, allain das Hl. Röm. Rych ußgeschlossen, als oft sy deß notturfttig waeren, behilfig gewest sin, und nemlich in zyten Kg. Karls des funften in siner regierung.
    [2.] Item dieselben verpuntniß sintg biß uf h disen tag-h von den Kgg. von Frankrich und in sunderheit von dem itzigen Kg. Ludwig den zwolften unverbrochelich gehalten, nit allein uß obgeschrieben ursachen, sunder auch von grosser liebde und gesippter fruntschaft wegen, ime der merteil Kff. und Ff. verwant sint, auch als eyner, /91/ der von wegen siner mutter uß dutscher nation erwachsen und gewurzelt ist5, darumb er uß ganzem herzen die dutschen nacion lieb hat, nit anders, dan i als wer er ein warer geborner Dutscher-i. [2.] Item, wie dieselb verpuntnuß byß uf disen tag von den Kgg. von Frankrych und in sunderhait von dem yetzigen Kg. Ludwig dem zwolften unverbrochenlich gehalten syn worden uß obgemelter ursach und ouch von grosser lieb und nacher gesipter frundschaft wegen, mit woelicher der merer tayl der Kff. und Ff. ime verwand syn, und ouch als ainer, der von wegen siner mutter uß tutscher nacion erwachsen, darumb er uß ganzem herzen die tutschen nacion lieb hat, nit anders, dann als ob er ain rechter, geborner Tutscher wer.
    [3.] Item, daz sich auch derselb Kg. allwegen gegen dem Hl. Rich [in] aller pillicheit gehalten hat, ist uß dem zu vernemen, alßpald derselb Kg. daz Hm. Meylant zu sinen handen bracht, das sin recht, naturlich erbe ist6, zum röm. Kg., Kff. und Ff. des Hl. Richs sine botschaft geschickt mit erbietung siner gehorsam und lehens[pflicht] zu tun, auch zu bezalen alles, daz [3.] /122’/ Item, das sich ouch derselb Kg. allweg gen dem Hl. Reich in aller billicheit gehalten hab, ist uß dem zu vernemen, alsbald derselb Kg. das Hm. Mayland zu sinen haenden gebracht hat, das dan sin recht, naturlich erb ist, zum röm. Kg., Kff. und Ff. des Hl. Reichs sin botschaft gesand, mit erbietung gehorsam und lehenspflicht zu tun und zu bezalen alles, so er
    Šer deßhalben schuldig und pflichtig were.7 Daruf er sin investitur und lehen entpfangen, gehorsam und lehenspflicht getan, bezalung deßhalben ußgericht8, nit allein dem röm. Kg., sunder auch den Kff., in hoffnung, es solt durch die Kff. bestetigt werden.9j Und will-j in keynen weg die gerechtigkeit des Hl. Richs an sich ziehen oder nemen. deshalben schuldig und pflichtig waer. Daruf syn investitur und lehen empfangen, gehorsam und lehenßpflicht getan, bezalung deßhalben dem röm. H. Kg. und ouch den Kff. ußgericht, hoffent, eß soll alles durch die Kff. bestaetigt werden. Und will in dhainerlay weg die gerechtigkait, dem Hl. Reich zugehoerig, entziechen.
    [4.] Derselb röm. Kg. weiß wol, daz er vor etlicher zit sich gegen dem Kg. von Frankrich erboten hat, ime zu der ksl. cron zu helfen, soferre er Kg. Philips, seliger gedechtniß, zu dem Kgr. Castilien und Hm. Burgondien furdern und helfen wolte, daruf der allercristelichst Kg. antwortet, er ließ sich benügen sins Kgr. und ander siner lande. Und alßvil ime anligen, will er zu ewigen ziten die alten verpuntniß, zwischen dem Hl. Röm. Rich und Kgg. von Frankrich bescheen, halten. [4.] Ouch derselb röm. Kg. k, das er vor etlicher zyt sich gegen dem Kg. von Frankrich erboten, ime zu der ksl. tutschen cron zu helfen, sover er wylent Kg. Philipps, sinem sun, zu dem Kgr. Kastilien und Hm. Burgundi helfen und furdern well. Daruf der Kg. von Frankrich geantwurt, er laß sich benugen sinß Kgr. und ander siner lande. Und alsful an im lig, welle er zu ewigen zyten halten die alten verbuntnuß, zwuschen dem Hl. Reich und den cristenlichen Kgg. von Frankrich geschechen und ufgericht.
    [5.] Item, daz derselb röm. Kg. nit erkennt den guten willen, so der allercristenlichist Kg. zu ime und dem Hl. Rich tregt, sunder als eyner, der nit wol bericht oder informirt ist dan durch etlich engel des tufels Satan, die nit anders fyerentl dan uneynigkeit und zwietracht [5.] Item, so derselb röm. Kg. nit erkennt hat, denm der cristenlich Kg. zu ime und dem Hl. Rich habe, als ainer, der nit wol bericht noch informiert ist, sunder durch etlich engel des teufels Satan, die nit anders begeren, dann unainigkait und zwytracht
    Šzwischen den Ff. des Hl. /91’/ Richs und des Kgr. Frankrich, derglichen zwischen dem röm. Kg. und dem allercristenlichsten Kg., damit n sie ir-n eigennutz dest paß schaffen mogeno und den nutz der cristenheit zuruckstellen, derglichen der Ff. des Hl. Richs, die lang zit und biß uf disen tag in frid, eynigkeit und bruderlich, wie obgemelt, gelebt. Aber die Kff. und Ff. wider den cristlichen Kg. zu bewegenp, hat er schryben lassen schmehebrief mit iniurien etc. [Nrr. 5, 16, 48, 168]. zwischen den Fmm. deß Hl. Reichs und des Kgr. Frankrich und derglichen zwischen dem röm. und dem kristenlichen Kg., ouch zwischen den Ff. deß Hl. Reich[s] ze machen, damit der röm. Kg. sin aigennutz schaffen muge und der gemain nutz der cristenhait zuruckgelegt wurd und der obgenante[n] Fmm. derglichen, woelchi byß uf dise zyt in ainigkait, frid und bruderschaft, wie obgemelt ist, gelebt habend. Und die Kff. zu rayzen, hat er wider den cristenlichen Kg. geschriben oder schriben lassen an ful Ff. und richstetten schmachbriefe mit luter iniurien.
    [6.] Item durch dieselben brief hat der röm. Kg. zu verstan geben, daz der allercristenlichst Kg. sy komen in Ytalien, daz babstumb zu der cron Frankrich zu ziehen. Daz fast frembd und ein erdicht ding ist, die in keins menschen vernonft stygen mogen, angesehen daz der allercristenlichist Kg. die statt und Hft. Bononie, die vormals durch Karolum magnum, die zit Kg. zu Frankrich, dem hl. stüle zu Rome geben ist10 und hernach durch ander mit gewalt uber hundert jar lang sunder redelichen titel besessen, dieselb stat Bononia dem stul zu Rom wider erobert und ingesetzt, darumb der babst dem allercristlichisten Kg. q vermeint zu danken schuldig sin und sich r obgemelter stuck-r von dem Kg. von Frankrich nit beclagen ist. [6.] /122,1/ Item durch disens brief hat der röm. Kg. zu versten geben, das der Kg. von Frankrich sy kommen in Ytalien uß der ursach, das er das babstumb der cron Frankrich verainigen woelle und inlyben. Das fast frembt und ain erdicht, erklaubt ding ist, die in dhains menschen vernunft ufstigen muge, namlich angesechen, das der Kg. von Frankrich die statt und Hft. Bononien, die vormals durch Karolum magnum, dieselben zyt Kg. von Frankrich, dem Hl. stul zu Rom gegeben ist worden und darnach durch ander mit gewalt uber hunder[t Jahre] besessen und occupiert, demselben stul zu Rom wider uberantwurt und ingegeben, darumb der bapst und derselb stul vermaint, dem gemelten Kg. von Frankrich zu danken wol zu pflichtt sin und in dhainerlay weg sich der obgerurten stucke beklagt.
    ŠItem vilmer, wo eyner dem babst oder den stule zu Rome angriffen oder entsetzen wolt oder in ander wege argwilligen, will er als ein cristenlicher Kg. nach allem sinem vermogen wenden, den babst schutzen und schirmen und wider insetzen als ein cristenlicher Kg. und nachvolger der loblichen dat siner vorfordern. Item fulmer, wa ainer den bapst oder den stul zu Rom angriffen und ine davon zu entsetzen understunde, woelte derselbig allercristenlichist Kg. noch aller siner vermeglichait weg furnemen, den bapst zu beschitzen und zu beschirmen, ouch widerumb insetzen als ain allercristenlichester Kg. und nachvolger der loblichen taten siner vorfordern.
    [7.] Item Geldern betreffen, deßhalben geschrieben ist worden, daz der allercristenlichist Kg. dasselbig Hm. ime und sinem Kgr. woll zueigen etc., soll der orator zu erkennen geben, daz der Kg. von Frankenrich die gewonheit im Rich wol wissens hab, daz kein Ks. oder röm. Kg. wider keynen sinen /92/ lehenman oder vasall kriegen soll, er sij ein Hg., Gf. oder ander, in welichem stant er sin mochte dem Hl. Rich verbundenu, on rat und erkentniß Kff. und Ff. und die stende des Hl. Richs, ußgeworfen oder ußgeschaiden, die in solichem fall verdöchtlich oder suspekt weren, als in disem fallv der Ebf. von Trier und andern sinen mitverwandten.Und dwil der röm. Kg. den Hg. von Geldern sunder obgemelte erkentniß angriffen und bekriegt hat, ist der Kg. von Frankrich der vorsorg gewest, wo der röm. Kg. den Hg. von Geldern, der sin nester gesippter frunt ist, uberwinden wurd, daz er derglichen den Kff. und Ff. des Richs auch also tun wurd, einen nach dem andern absetzen und privirn und sich mit solichem mittel ein erblichen Ks. zu machen, auch sich und sinen enkeln Ff. und Hh. ober- und niderdutscher lande zu machen inhalbw und  deßhalb  des  Rynes [7.] Item Geldern bedreffend, darumb geschriben ist worden, wie der allercristenlichist Kg. desselb Hm. ime und sinem Kgr. wolle zuaignen, solle der almusner zu erkennen geben, das derselb Kg. die gewonhait und gebruch deß Röm. Richs wol erkenne, in welchen begriffen ist, das dhain Ks. oder röm. Kg. wider dhain sine lehensman oder vasall kriegen soll, er sy Hg., Gf. oder in waß gestalt er dem Rich verwand sy, one rat und erkantnuß aller Kff., Ff. und stenden des Hl. Richs, wol versamelt, doch ußgenommen und abgeschaiden, die in solichem verdaechtlich und suspect weren, naemlich als in disem vall der Ebf. von Trier und ander siner verbuntnuß. Und dwyl der röm. Kg. dem Hg. von Geldern sonder obgemelt erkentnuß angriffen und bekriegt, ist der Kg. von Frankrich der fursorg gewest, wo der röm. Kg. den Hg. von Geldern, der sin naechst gesipt frund ist, verwundex, wurd er ouch darnach etlich Kff. und Ff. des Richs ainen nach den andern derglichen tun, sy absetzen /122,1’/ und privieren und durch solich mittel sich ain erblichen Ks. machen, zugesetzt, das er sich und sin enkeln, Ff. zu Castilie, Hh. nennet hocher- und nidertutschen landen jenhalb und dißhalb des Rins
    Šund ime die dutsch nacion in undertenigkeit und subiection zu pringen. Darumb der allercristlichist Kg. dem Hg. zu Geldern als sinem verbunden und bruder hilf getan, nit als ein Kg. von Frankrich, sunder als ein Hg. zu Meylant. Ist auch der meynung nit, solich Hm. Geldern sinem Kgr. zuzuziehen.11 Und solich hilf und bystant dem gemelten Hg. getan als ein lehensmann des Hl. Richs von wegen des Hm. Meylant. Dan er y ist und will-y sin in solichem fall ein beschutzer und schirmer und eben als ein guter Dutscher als eynicher F. im Rich und ein besser beschirmer dan der röm. Kg., der doch billich solte sin ein beschirmer der Ff., der doch understat, sie zu vertryben. und in siner gehorsam und undertaenigkait das muttel der tutschen landen haben. Darumb ist der allercristelichist Kg. dem Hg. von Geldern als sinem mitverbundnen und gunner zu hulf kommen, nit als ain Kg. von Frankrich oder als wolt er sinem rich das Hm. Geldern zuaignen, wann dasselb hat sin aigen frandierz und underschaid, sunder als ain lechenßman des Hl. Richs von wegen des Hm. Mayland. Dann er ist und will sin in solichem vall ain schutzer und beschurmer und eben als ain guter Tutscher als dhain F. im Hl. Rich und ain besserer den der röm. Kg., der billich solt sin ain beschirmer der gemelten Ff. Nutdestweniger so will er derselbigen ain zersterer sin.
    [8.] Item Genua betreffen, soll angezeigt werden, daz dieselb Hft. dem Kg. von Frankrich von altem herkomen geburt und züstat. Und ist gewest under dem Kg. Karolo magno und sinen nachkomenden Kgg. von Frankrich uber die hundert oder zweyhundert jare. Und Karolus der VI. und VII. sind recht hern /92’/ und besitzer der Hft. Genua gewest. Derglichen die Kgg. Ludwig der eilft und Karolus der acht haben soliche Hft. Genua zu rechtem lehen gelichen Francisco, Johann Galleacio, Galliatz und H. Ludwig Sforco, die inen auch lehenspflicht, eide und huldung darumb getan habent.12 [8.] Item Genua betreffend, sol angezaigt werden, das dieselbig Hft. dem Kg. von Frankrich von altem herkommen zugehoer. Und ist gewest under dem Carolo magno und sinen nachkommenden Kgg. zu Frankrich hundert und zway [!] jar; und sydher Kg. Karlen des sechsten und des sibenden sind sy derselbigen Hft. recht heren und beschitzer gewest. Und ouch die Kgg. Ludwig der ainlift und Karolus der acht habend dieselb Hft. Francisco, Jehan Galiacio und Galiazio und zum letzten H. Ludwig Sforte in lehens wiß verliche, die in ouch lehenspflicht, ayd und huldigung deßhalben getan haben.
    ŠItem, als derselb cristlich Kg. die Hft. Genua zu sinen henden bracht und erobert hat, haben dieaa von Genua gemeltem Kg. von Frankrich als undertanen und gehorsamen eid und huldung getan, yme und sinen regenten undertanen zu sin. Item, als dieselb Hft. Genua dem allercristenlichisten Kg. zu sinen henden gestelt ist worden, haben die von Genua als die rechten undertanen des gemelten Kg. von Frankrich zu Mayland aydspflicht getan, das sy ime, sinen regenten und gericht undertaenig sin wolt[en].
    Item nüstdestmynder habent sie sich widerwertig gegen desselben hern gehalten, hat er sie gewarnet, von solichem abzusten, damit allenthalben krieg vermitten werd. Dan er wolt inen gut gericht und recht tun. Uber solichs haben sie doch den adel uß dem land gestossen und mit kriegßzwang etlich flecken und schlosserab ingenomen, daz sloeß erobert und vil uß desselben hern lut erslagen.13 Item nichtdestminder habend sy sich in widerwerdigkait gegen demselbigen Kg. ufgeworfen. Und in waß gestalt derselb Kg. ine warnungen hat lassen furhalten, damit kriegßhendel underlassen wurde[n] und sich /122,2/ erboten, ine gerechtigkait uf ir anclage zu tun, so haben sy doch den adel us demselben land gestossen und mit kriegszwang etlich flecken ingenommen und das geschlos gestirmet, darumbac ful uß sinen luten, so darin gewest sind, erschlagen.
    Item, da aber derselb H. gesehen hat, daz die von Genua sine warnung und erpietung versmechten und verachtent, hat er sich mit eyner grossen anzal volks gein Genua gefügt, straf uber dieselben zu tun, als ime pillich geburt und als ein F. des Richs tun mag, so er sin undertan ungehorsam findet. In welichem stuck er sich lesset bedunken, gegen Gott und der welt nit ubel gehandelt, sunder in solicher handlung großlich verdient. Item, dieweil derselbig Kg. gesechen hat, das die von Genua sin warnungen und erbieten wenig geacht und widerspennig warnt, hat er sich mit ainer grossen anzal folkß gen Genua verfugt, straf uber dieselben zu tun, wie ine billich bedunkt hat und ain F. deß Hl. Richs tun mag, so er sin undertanen widerspennig fundet. In woelichem stuck er sich last bedunken, gegen Gott oder der welt nit ubel gehandelt, sonder in solicher handlung grosslich verdient.
    Item uß gnad und hilf des allmechtigen Gottes nach zweyn gewonnen stryten wider die Jeneser sie uberwunden, hatad die stat erobert und ime undertenig gemacht, Item, als er uß gnad und hilf des almechtigen Gotz, unsers schoepfers, nach zwayen gewunnen streitten wider die Genueser behalten, dieselben erobert und undertaenig gemacht,
    Šmit herescraft ingezogen, doch zum herzen gefaßt daz groß, elendig clagen der frauwen, kinder /93/ und gemeynen volks zu Jenua, der iglicher ein ryse in siner hant getragen, schryend: Misericordia, Deßhalb er uber dieselben stat nit hat wollen lassen sackman gan14, sunder nachvolgend dem exempel Gots, des er eyner uß den furnemigisten uf diser welt ein stathalter ist, den Janueser ganz verzogenae, frid und eynigkeit zwischen dem adel und der gemein gemacht, ordenung, gerechtigkeit und pollicien ufgericht15 in der gestalt, daz er verhofft, sie werden nün furter in rechte[r] undertenigkeit verpliben zu nutz inen selbst und der cristenheit. ist er mit herßkraftaf gezogen und doch zu herzen genomen das groß wainen und klagen der frowen, kunder und des gemainen volkß daselbs zu Genua, der jetlicher in siner hand ein aestlin von ainem bom, schreyend: Misericordia, getragen hat. Und darumb hat er uber dieselbig statt sackman nit woellen lassen gan, nachvolgent dem exempel Goteß, welches er uß demag furnemesten statthalter uf diser welt ainer ist, sunder in genzlichen vergeben, frid und ainigkait zwuschen den edeln und gemainen folk gemacht, ordnung der gerechtigkait und policien in der statt geben in der gestalt, das er verhoff zu Gott, unserm schoepfer, sy wurdent furan gegen ime in rechter undertaenigkait beliben zu ern Gotz und zu nutz der bemelten statt und der ganzen cristenhait.
    [9.] Item gemelter allercristenlicher Kg. glaupt, das alles, waz der röm. Kg. dut, ist allein, die Kff. und Ff. zu bewegen und zu verfurn, wider den allercristenlichen Kg. zu ziehen, ursach halbenah, daz er dem Hg. von Geldern ruck helt, welichen der röm. Kg. gern vertryben wolt und auch verdrucken, damit er sine erbelant und sin[es] enkeln [Karl], prince zu Castilien, mocht erwitern und [9.] Item bemelter cristenlicher Kg. gelapt, das alles, so der röm. Kg. tue, ist allain, die Kff. und Ff. des Hl. Richs unruebig zu machen und zu verfuren, damit sy uber cristenlichen Kg. zu ziechen bewegt wurdent umb ursach, das er dem Hg. von Geller rucken halte, woelchen der röm. Kg. gern wolte vertulgen und underdrucken, damit er des gemelten sins enkels [Karl], prinzen zu Castilien, erbland moechte erwitern,
    Šdurch solich mittel hoch- und niderdutsche land in sin undertenigkeit und subiection bringen mog, ursach halben des grossen rynstrams. Solichs die gemelten Ff. nit sollen lyden, sunder bedenken, solichs yetz vor augen ist, inen derglichen auch bescheen mocht. Und wo sie solichs dunt, will er des Hl. Richs gerechtigkeit kein widerstant tun oder darwider handeln, sunder in solichem fall die Ff. schutzen und schirmen. durch solich mittel hoch- und nidertutsche land in siner undertenigkait und subiection halten, ursach halben deß grossen /122,2’/ rinstrambs. Woelches die gemelten Ff. nit liden solten, sunder bedenken, das in solichs vor den ougen ouch hangt und in derglichen geschechen moecht. Und wa sy solichs tund, will er sich nichtz wider des Richs zu handlen understen, sonder in solichem fall des Reichs gerechtigkait understan zu beschitzen und zu beschirmen.
    [10.] Item die andern iniurien, so in denselben briefen verfaßt sint, betreffen ai glaub und eide durch allercristlichen-ai Kg. gebrochen, mit angehenkten worten boßwichtstuck, schalkstuck und betrüge etc. Soll der orator anzeigen, daz der Kg. von Frankrich glaubt, daz der röm. Kg. solich brief uß hitzigkeit, ubeler berichtung, bosen rats oder uß andern ursachen hat lassen schriben, siner ere vergessen und zuruckgeschlagen, ime sine enkeln [Karl und Ferdinand] grosser zu machen, sich wider ine und die Ff. des Hl. Richs zu sterken und den vertrag, /93’/ zwischen ime und dem cristlichen Kg. ufgericht16, ganz vergessen. Aber clarlich erfindet sich, daz der Kg. von Frankrich wider solich vertreg uf sinen teil nye gehandelt oder getan, sunder sich in solicher gestalt gehalten, daz er in der ganzen cristenheit uberkomen hat den namen eines F., der glauben helt. Und der bemelten iniurien und handelung wirt sich der widersynn befinden werden. [10.] Item die andern iniurien, so in denselben briefen sind verfast, andreffend den bruch des glaben, tyrannei, unflis und nachlessigkait in volstreckung des, so er zu tun schuldig ist, enperung, unadeliß gemuts, verzag, so uß gemelten stucken fluist, darin er in beschuldigt. Sol angezaygt werden, das der Kg. von Frankrich gelapt, das der röm. Kg. solich brief uß hitzigkait, ubler berichtung, besem rat oder anders hat lassen schriben und das er allain der ist, der sin eer vergessen und zuruckgesetzt hat, sich arbaiten, sein enikel [Karl und Ferdinand] zu furdern, sich dardurch wider ine und wider die Ff. des Hl. Röm. Richs zu besterken; hat er ganz vergessen der vertreg, zwischen ime und dem cristenlichen Kg. gemacht, darwider er gehandelt. Aber nimmermer erfunden sol werden, das derselb Kg. von Frankrich wider dieselben vertreg etwas uf sinem tayl gehandelt hab, sunder sich in solicher gestalt gehalten, das er in der ganzen cristenhait uberkomen hat den namen ains F., der globen helt. Und der bemelten iniurien, tate und handlunge betreffend, wurd sich erfunden, das die werch, so hernach kommen, ganz widerbart erzaigen werden.
    Š [11.] Item bemelter almuser [Gian Antonio Crivelli] soll gewarnet sin, wo inen der röm. Kg. oder ander Ff. des Hl. Richs mit ime der tractate des frids und vortrege, zu Trente17 und Hagenauw bescheen, disputirn wurden, als ob der Kg. von Frankrich dieselben nit gehalten hett, soll er antwurten, wie hernach volgt: [11.] Item gemelter almusner [Gian Antonio Crivelli] sol gewarnet sin, wa der röm. Kg. oder ander Ff. des Hl. Richs sonderlich mit ime des traktats des fridß und vertraeg halben, zu Trient und Hagnow geschechen, disputieren wurden, als ob der Kg. solichs nit gehalten hette, soll er antwurten, wie hernach volget:
    Zum ersten, betreffen den vertrag zu Trente, soll er sagen, daz der röm. Kg. hab ganz und zumal wider denselben getan und gebrochen. Dan wiewol in demselben tractat der röm. Kg. sich hat lassen offnen und declarirn, ein frunt des Kg. von Frankrich und ein fynt siner fynde, dem Kg. von Aragon noch keynem andern bystant zu tun, sunderlich das Kgr. von Neapolis betreffen, nichtdestmynder, damit dazaj der allercristlichist Kg. daz Kgr. von Neapols verlier, hat der röm. Kg. sovil gehandelt, daz derselb Kg. von Frankrich anstant des fridens mit dem Kg. von Aragonie des kriegs halben Neapols hat angenomen, damit mitler zit seliger gedechtniß der Kg. von Castilien, sin sone, die spenn und irrung zwischen inen des Kgr. von Neapels halben hinlegen und zu friden stellen. Zum ersten, betreffend den vertrag zu Trient, so[ll] er sagen, das der röm. Kg. hab ganz und zumal wider dieselben vertreg getan. Dan wiewol in demselben traktat der röm. Kg. sich hat lassen offnen und declarieren, ain frund des Kg. zu Frankrichs zu sin und ain fund siner find, und uß derselben ursach sollt er dem Kg. von Arogan noch dehainem andern bistand /122,3/ getan haben, das Kgr. Neapols oder anders bedraeffend. Aber nichtdestminder, damit der allercristenlichist Kg. das Kgr. von Neapols verlur, hat er sovil gehandelt, das derselbig Kg. von Frankrich anstand frids des kriegs halben zu Neapols hat angenomen, damit mittler zyt der Kg. von Castilien, wylend sin sun und des Kg. von Arogan ayden18, die spenn und irrungen zwischen inen deß Kgr. Neapolis halben hinlegen und zu friden stellen moechte.
    Item so hat der röm. Kg. mit sinen heimlichen anschlegen den allercristlichisten Kg. mit guten worten in die lenge gezogen, under dem schyne, wie obgemelt, ufgehalten, unangesehen den obberurten anstant hat er dry- oder viertusent landßknecht dem grossen hauptman zu Neapols, genant Consalvo Ferrandi, zu hilf dem Kg. von Aragon gein Neapels /94/ zugeschickt, Item, das der röm. Kg. under andern sinen widerhandlungen unangesechen obgemelter trugen den allercristenlichisten Kg. abwendent und demselben allerlay verhaltende under ainen schin, wie oben statt, drw- oder viertusend landßknecht dem grossen hoptman [zu] Neapols, Consalvo Ferrando, zu hilf dem Kg. von Argon zugeschickt inak Neapols,
    Šwelicher Consalvo, dwil er gesehen hat, das der Kg. von Frankrich sinem stathalter zu Neapels nit zu hilf mocht komen, hat der gemelt Consalvo des Kg. von Frankrich stathalter und kriegsvolk uberzogen und in solicher gestalt angriffen, daz er durch solch viertusent knecht daz Kgr. von Neapels erobert und uberkomen. Solichs offentlich anzeigt, daz der röm. Kg. den vertrag zu Trente nit gehalten hat. woelcher Consalvus, diewil er gesechen hat, das der allercristenlichist Kg. dem statthalter [zu] Neapols nit ze hilf moge kommen, hat er denselben statthalter und des allercristenlichisten Kg. kriegßvolk uberzogen und in solicher gestalt angriffen, das er durch dieselben viertusend landßknecht das Kgr. Neapols erobert hat. Welchs offenlich anzaigt die zurittung und bruch deß vertragß zu Triend, durch den röm. Kg. beschehen.
    Item den vertrag, zu Hagenauw bescheen, soll der orator sagen, daz zu glicher wise der röm. Kg. wider denselben tractat, alßpald er gescheen wardal, gehandelt hat. Dan wiewol durch inen gesagt ist worden, daz der Hg. von Lutzemburg, des Kg. von Castilien sone, solt jungfrauen Claudiam, ein eynige dochter des Kg. von Frankrich zu der heiligen e nemen19, nichtdestmynder hat derselb röm. Kg. und der Kg. von Castilien ire botschaften zu dem Kg. von Engellant gesant, zwischen desselben Kg. von Engellant dochter und dem bemelten Hg. von Lutzemburg ein heyrat zu machen.20 Auch, wiewol beret ist worden, daz der gemelt Kg. von Castilien sine dochter nit solt oder mochte verheyrn on wissen und willen des Kg. von Item den tractat und vertrag Hagnow antreffend, soll er sagen, das zu glicher wiß der röm. Kg. wider denselben tractat gehandelt hat, alsbald er geschechen ist. Dann wiewol durch ine zugesagt ist worden, das der Hg. von Lutzenburg, wylend des Kg. von Castilien sun, solte frowen Claudiam, ainer aignen tochter des allercristenlichisten Kg., zu der hailigen ee genommenam, dennicht hat derselb röm. Kg. und der Kg. von Castilien ire botschaft zu dem Kg. von Engenland geschickt, zwuschen desselben Kg. von Engenlands tochter und dem bemelten Hg. zu Lutzenburg ain heyrat zu machen. Und wiewol ouch bered ist worden, das der bemelt Kg. zu Castilien nit sollte noch moechte verheireten on wissen und willen des Kg. von
    ŠFrankrich21, nichtdestmynder hat er eyne siner dochter mit rat des röm. Kg. des Kg. von Navaren sone wollen geben.22 Undan uber daz alles und daz daz gröst ist, so hat der röm. Kg. die Schwyzer von dem verbuntniß, sie mit dem Kg. von Frankrich haben, abewenden, dieselben wider in zu bruchen und zu schicken und deßhalben den Schwyzern vil erboten, damit er sie zu ine bringen mochte23, daz alles wider den vorg[enannten]ao tractat ist. Durch weliche handelung angezeigt mag werden, wo etliche brocheap wider die obgemelten tractate bescheen wern, daz solich durch den röm. Kg. gescheen were und nit durch den allercristlichen Kg. von Frankrich, der sinen glauben nye gebrochen hat und in keynen weg wider sine verheissen oder promission tün oder kommen wolte. Frankrichs, nichtdestminder hat er wollen verheireten aine uß sinen tochter mit rat des röm. Kg. des Kg. von Nafarren sun. Uber dasselb alles und das das groest ist, so hat er die Schwizer von der verbintnuß des allercristenlichisten Kg. woellen abwenden und dieselben wider ine bewegen und sich mit inen in buntnuß wider den Kg. von Frankrich geben /122,3’/ und ful dingen inen erboten und furgehalten, damit sy zu ime komment und sich in solichs verwilligten, das alles genzlich wider den ufgerichten traktat ist. Durch woelchi handlunge mag erzaigt werden, wo etlich bruch wider die obgeschribnen tractat geschechen wern, das solichs durch den röm. Kg. und nit durch den cristenlichisten Kg. von Frankrich geschechen ist, der sinen globen nie gebrochen hat und in dhain weg wider sin verhaissen kommen woelte.
    [12.] /94’/ Item solicher stuck hat der Kg. von Frankrich die Kff. und Ff. des Hl. Röm. Richs wol berichten wollen als sine mitverwandten und verbunden, bittend, daz sie nit wollen glauben solichen frevenlichen und erdichten worten, sunder allezit ufsehens haben uf die tate und geschicht. [Datum. Unterzeichnung]. [12.] Item, das der Kg. von Frankrich die Kff. und Ff. der obgemelten stucken wol hat woellen berichten als sin bundgnossen, bittende, das sy nit wollend solchen fraevenlich und erdichten worten globen geben, sunder allzit ufsechen haben uf die geschicht. [Datum].

    ŠIII. [1.] /30/ Et premièrement sera remonstré l’ancienne aliance, que a esté entre les empereurs, roys des Romains, princes et électeurs du Saint Empire et les roys de France très chrestiens, dont il y a bulle, qu’on appelle la bulle dorée, surté expédié, laquelle a esté entretenue iusques à présent.
    Item et depuis laquelle aliance faicte et conclue on ne trouvera que aucune infraction soyt intervenue de la part desdicts roys très chrestiens, et mesmement du roy, qui à présent est, ains lesdicts empereurs, princes et électeurs et roys très chrestiens et leurs pays ont vescu comme frères en payx et unionaq.
    Item que par ycelle aliance il se trouva que de toute ancienneté lesdicts électeurs et autres princes dudit Saint Empire comme parens et alliéz desdicts roys très chrestiens ont aydé et secouru lesdicts roys très chrestiens de certaine quantité de gens à cheval et a pye par convention et aliance faicte entre eulx, toutesfoys, que lesdicts seigneurs roys en ont eu à faire envers tous et contre tous, reservé lesdict Saint Empire, et mesmement durant le temps du feu de bonne memoire le roy Charles cinquième.
    [2.] Item laquelle aliance a esté observée inviolablement iusques au présent, et mesmement par ledict roy Loysar, est douzième de ce nom, tant pour la consideration que dessus que aussi pour la grand amour et proximité de liguayge, que la pluspart dedicts électeurs et princes dudict Saint Empire luy attiennent, et aussi comme extraict d’Allemaigne de la part de feue de bonne mémoire madame sa mère il ayme de tout son cueur la nation, et tout ainsy que s’il estoit vray Aleman.
    [3.] /30’/ Item que le roy se serait tousiours mis en son devoir vers lesdict Empire. Et pour se monstrer il est vray, que, après que ledict roy eust recouvert la duché de Millan, que estoit son propre héritaige, comme de droyt loysible luy estoit, il auroyt envoyé par-devers lesdict roy des Romains, électeurs et princes dudict Saint Empire, leur offrent les foy et hommayge et payer les droitz et devoirs, à quoy il estoit tenu à cause dudict duché. Et depuis auroyt obtenu investiture et esté reçeu en foy et homayge par ledict [roi] des Romains as et payé les devoirs apparten[ants] tant à luy que ausdicts électeurs-as, at espérant que le tout seroit ratifié par lesdicts électeurs-at. Et ne vouldroit pour riens de monde entreprendre sur les droys dudict Saint Empire.
    [4.] au Et sect bien lesdict roy des Romains, que quant aultrefoys il luy pleust offrir au roy très chrestien le faire couronner empereur des Alemaignes afin d’ayde au feu roy de Castille à le faire roy de Castille et duc de Bourgoigne-au, que lesdict roy très chrestiens luy respondit qu’il auroit asses de la couronne de France avecques ses autres seigneuries et que de sa part entretiendroit à jamaiz lesdictes anciennes aliances fetes entre lesdict Saint Empire et le roy très chrestien.
    Š[5.] av Item que lesdict roy des Romains, non coignoissant le bien et bon vouloyr, que lesdict roy très chrestiens avoyt et a audict Saint Empire comme mal informée et adverty par aucuns anges de sathan, que ne querent et ne demandent que question et division entre lesdictes principaultéz dudict Saint Empire et royaume très chrestien, et lesdict roy des Romains et roy très chrestien et princes dudict Saint Empire, pour faire leurs besoignes et délaisser le bien de la chrestienté en aruèreaw, et desdictes principaultés, qui ont vescu iusque à présent en paix, fraternité et union, comme dit est. Voulant remuer lesdicts électeurs contre lesdict roy très chrestien, auroyt éscript en fait éscripte lettres diffamatoires et pures iniurieuses dudict roy très chrestien à plusieurs princes et villes impériales–av.
    [6.] Item et par lesquelles lettres ledict roy des Romains a volu dire que ledict roy très chrestien venoyt en Italie pour unir le papat à la coronne de France, qui est une chose bien estrange et controuvée et [Text bricht ab. Die restlichen Seiten fehlen.].

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1507/dok154/pages

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    Anmerkungen

    1
     Gemäß Nr. 148 [Pkt. 12]. – Der kgl. Kanzler Zyprian von Serntein äußerte sich in einem Schreiben an Lgf. Wilhelm von Hessen über die französische Initiative: Der Kg. von Frankreich hat yetzo ain botschaft zu der kgl. Mt. geschickt und sich alles guten hoch erpoten, aber es ist nichts darhinder im grund dann das widerspil (Or. Konstanz, 31.5.1507; StA Marburg, Best. 2, Nr. 109, fol. 198–199’).
    2
     Gemäß Nrr. 148 [Pkt. 15], 636 [Pkt. 2].
    3
     Im StA Bern ist eine weitere, allerdings verletzte Abschrift überliefert ( StA Bern, A V 1418, Stück-Nr. 42).
    4
     Vgl. Nr. 148, Anm. 4.
    5
     Mutter Kg. Ludwigs war die dritte Gemahlin Hg. Karls von Orléans, Maria von Kleve, Tochter Hg. Adolfs II. von Kleve ( Isenburg/Schwennicke , Stammtafeln II, Tafel 24).
    6
     Ludwig XII. leitete seinen Anspruch auf Mailand von seiner Großmutter Valentina Visconti her, der Tochter Hg. Gian Galeazzo Viscontis (gest. 1402) und Schwester der beiden letzten Visconti-Hgg. Giovanni Maria (gest. 1412) und Filippo Maria (gest. 1447) ( Baumgartner , Louis, S. 40f.; Quilliet , Louis, S. 240; Wiesflecker-Friedhuber , Vertragswerk, S. 187).
    7
     Vortrag der frz. Gesandten François de Rochechouart, Antoine Du Prat und Antoine Jourdan an Kg. Maximilian im Aug. 1506 ( Auton , Chroniques IV, S. 58f.; Le Glay , Négociations I, S. LXXXI; Richter , Beziehungen, S. 148f.; Fuchs , König, S. 113f.; Wiesflecker , Maximilian III, S. 276).
    8
     Unterlagen zur Belehnung Kg. Ludwigs mit Mailand auf dem Hagenauer Tag im April 1505: Heil , RTA-MR VIII/1, bes. Nrr. 81f., 84–86, S. 231f., 233–238.
    9
     Von französischen Zahlungen an die Kff. im Zusammenhang mit der erwünschten Bestätigung der mailändischen Belehnung ist nichts bekannt, was aber auch der schlechten Quellenlage geschuldet sein kann. Möglicherweise hatte die im Sommer 1506 bei den Kff. vorstellig werdende Gesandtschaft Kg. Ludwigs einen solchen Auftrag. Jedenfalls verwies der kgl. Rat Heinrich Hayden in seinem Schreiben an einen ungenannten Kf. zweimal ausdrücklich auf die unterbliebene Bezahlung [gemeint ist: der zweiten Tranche von 100 000 Kronen] für die Investitur [Nachweis s. Nr. 4, Anm. 13].
    10
     Übereignung Bolognas durch Karl den Großen an den Papst nach seinem Sieg über das Langobardenreich i.J. 774 ( Dondarini , Bologna, S. 121).
    11
     Zu den Beweggründen für das französische Eingreifen in Geldern vgl. auch Heil , RTA-MR VIII/1, S. 804 Anm. 2.
    12
     Kg. Ludwig XI. von Frankreich übergab Genua 1464 an Francesco Sforza ( Kendall , Ludwig, S. 136, Favier , Louis, S. 438). Vermutlich bei der Erneuerung des Bündnisses mit dessen Nachfolger Galeazzo Maria Sforza 1466 wurde diesem der Besitz Genuas bestätigt (vgl. Favier , Louis, S. 544f.). Im Herbst 1478 nahm der frz. Gesandte Philippe de Commynes den Lehnseid von Gian Galeazzo II. Maria Sforza entgegen ( Commynes , Lettres I, S. 195–202; Commynes , Mémoires II, S. 273; III, S. 21f.; Favier , Louis, S. 802). Ludovico Sforza wurde am 11.4.1491 durch Gesandte Kg. Karls VIII. mit Genua belehnt, Karl bestätigte die Belehnung am 25.5. ( Delaborde , Expédition, S. 223; Labande-Mailfert , Charles, S. 124–126, 152; Biancardi , Chimera, S. 56).
    13
     Gemeint ist die Eroberung des Castelletto in Genua im März 1507 ( Pandiani , Anno, S. 223f.).
    14
     = plündern, ausrauben ( Grimm , Deutsches Wörterbuch VIII, Sp. 1224f.). – Die Bitte um Gnade hatte Kg. Ludwig nach den Kapitulationsverhandlungen am 26.4. zur Bedingung gemacht und dann tatsächlich seinen Soldaten die Plünderung der Stadt untersagt ( Pandiani , Anno, S. 266f.). Ein von französischer Seite in Konstanz unter den Ständen verteilter Druck schildert den Einzug in Genua am 29.4.1507 (Aufschr.: Das einreyten des Konigs von Franckreich in Jenua, auß frantzosischer zungen Jns Teutsch gepracht; unter der Aufschrift das frz. Königswappen mit den späteren handschriftl. Vermm.: 1507, 29. April; und: Des reichstags zu Costins anfang was im monat April, wert 4 monat; HStA München, KÄA 3137, fol. 82½-85; BSB München, 4 Eur. 412–1). VD 16 (Nrr. E 732, E 735) weist weitere zeitgenössische Druckausgaben aus Augsburg und Straßburg nach.
    15
     Im Huldigungseid des Magistrats von Genua gegenüber Kg. Ludwig von Frankreich vom 11.5.1507 wird ebenfalls betont: devictis pepercerit, pauculis exceptis. Tatsächlich verfügte Ludwig am gleichen Tag eine Generalamnestie und erließ eine neue Stadtordnung (jeweils lat. Druck: Pandiani , Anno, S. 533–535, 537, 537–550. Vgl. ebd., S. 273–277).
    16
     Vertrag von Hagenau, 4.4.1505 (Regest: Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 75, S. 222–226).
    17
     Vertrag von Trient, 13.10.1501 [Nachweise s. Nr. 148, Anm. 47].
    18
     = Schwiegersohn ( Lexer , Mittelhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 517, s.v. eidem; Grimm , Deutsches Wörterbuch III, Sp. 83, s.v. Eidam).
    19
     Die eigentliche Eheabrede wurde durch den Vertrag von Blois vom 22.9.1504 getroffen [Nachweise s. Nr. 148, Anm. 48]. Das Heiratsabkommen ist im Vertrag von Hagenau vom 4.4.1505 nur implizit enthalten ( Heil , RTA-MR VIII/1, Nr. 75, hier S. 224, § 7). Doch stellte Kg. Maximilian ebenfalls in Hagenau Kg. Ludwig am 9.4. eine Garantieerklärung über die zwischen ihnen bestehenden Heiratsverträge aus (ebd., Nr. 90, S. 243f.).
    20
     Kg. Maximilian hatte Kg. Heinrich von England mit Schreiben vom 14.9.1506 über den Bruch des französisch-habsburgischen Heiratsvertrags durch Kg. Ludwig informiert und im Gegenzug eine Verbindung zwischen Heinrichs Tochter Maria und seinem Enkel Karl angeregt (Druck: Gairdner , Letters I, Nr. XLIX, S. 301–304. Regest: Bergenroth , Calendars, Nr. 488, S. 399. Vgl. Wiesflecker , Maximilian III, S. 295; Roschitz,  System, S. 125f.; Trenkler , Maximilian, S. 135).
    21
     Eine entsprechende vertragliche Vereinbarung fehlt, was schon die Formulierung nahelegt. Eine dahinlautende Bestimmung war lediglich implizit im Entwurf zur Ratifikationsurkunde Kg. Ludwigs über den Hagenauer Vertrag enthalten ( Heil , RTA-MR VIII/1, S. 224 App. e).
    22
     Der Bailli von Avesnes, Jean de Floyon, schlug im Oktober 1505 als Gesandter Kg. Philipps zu Kg. Johann III. und Kgin. Katharina von Navarra neben einem gegen Frankreich und Spanien gerichteten Bündnis die Vermählung des 1503 geborenen Prinzen Heinrich von Navarra mit einer Tochter Kg. Philipps vor (Instruktion Kg. Philipps für Jean de Floyon, Antwerpen, 12.10.1505; Le Glay , Négociations I, S. 98–101; Boissonnade , Histoire, S. 207f.; Ochoa Brun , Historia IV, S. 287).
    23
     Gemeint sind die seit Dez. 1505 geführten Verhandlungen Kg. Maximilians mit den Eidgenossen über den Abschluß einer Einung und die Aufkündigung ihres Bündnisses mit Frankreich [Nachweise s. Nr. 4, Anm. 28].

    Anmerkungen

    a
     Kgg.] In C, D danach: ouch.
    b
    -b die ... worden] In C, D: dieselbe allezit von Kgg. von Frankrich unverbrochenlich gehalten sint.
    c
     regirenden] In B-D danach: cristenlichen.
    d
    -d und lut] Fehlt in C, D.
    e
    -e ir lyplichen] In B- D: sein leiplich.
    f
     Röm. ] Fehlt in C, D.
    g
     sint] In C, D danach: ouch.
    h
    -h disen tag] In B-D: dise zeit.
    i
    -i als ... Dutscher] C, D wie II (als ob ... wer.). 
    j
    -j Und will] In C, D: Wille ouch.
    k
     Kg. ] In B-D danach richtig: waißt wol.
    l
     fyerent] In B-D richtig: begeren.
    m
     den] B ergänzt richtig: guten willen, den.
    n
    -n sie ir] In B-D: er seinen.
    o
     mogen] In B-D: mog.
    p
     bewegen] In B, C: raizen. In D irrtümlich: zeiten.
    q
     Kg. ] In B-D danach: bei im selber.
    r
    -r obgemelter stuck] In B: umb gemelter stuck willen. C, D wie A.
    s
     disen] In C: dise. B, D wie A.
    t
     zu pflicht] In B-D richtig: verpflicht.
    u
     verbunden] In B-D: verwant.
    v
     fall] In B, C danach: und handel. In D irrtümlich: und andeil.
    w
     inhalb] In B-D: jenhalb.
    x
     verwunde] In B-D richtig: uberwunde.
    y
    -y ist ... will] In B-D: sei und welle auch.
    z
     frandier] In B-D: frondier. – Kein Nachweis im Schweizerischen Idiotikon.
    aa
     die] In B-D danach: genannten.
    ab
     und schlosser] Fehlt in B-D.
    ac
     darumb] In B-D: darin.
    ad
     hat] In B-D danach: er doch.
    ae
     verzogen] In B-D: verzigen.
    af
     herßkraft] In B-D danach: in die statt Genowa.
    ag
     dem] In B, C: den. D wie A.
    ah
     halben] Fehlt in B-D.
    ai
    -ai glaub ... allercristlichen] In B, D: glubd, aid und glauben durch den cristenlichen. In C: aid und glouben durch den christenlichisten.
    aj
     daz] Fehlt in C, D.
    ak
     in] In B, C: gen. D wie A.
    al
     ward] In B-D: ist.
    am
     genommen] In B-D richtig: nemen.
    an
     Und] In B-D: Aber.
    ao
     vorgenannten] In B-D: aufgerichten.
    ap
     broche] In B danach: oder mangel. C, D wie A.
    aq
     union] Danach irrtümlich wiederholt: et leurs pays.
    ar
     Loys] Danach irrtümlich wiederholt: au présent.
    as
    -as et ... électeurs] Verm. Hd. Kg. Maximilian auf beiliegendem Zettel: 1. Droet paié aux électeurs à Hagenaw.
    at
    -at espérant ... électeurs] Verm. Hd. Kg. Maximilian auf beiliegendem Zettel: 2. Sperando, que les électeurs confermerunt, materii [?] veridadero [!].
    au
    -au Et ... Bourgoigne] Verm. Hd. Kg. Maximilian auf beiliegendem Zettel: 3. L’empir sol pour Kastili et duc de Bourgogne faet offrir, ergo le mone tra[î]t piège.
    av
    -av Item ... impériales] Verm. Hd. Kg. Maximilian auf beiliegendem Zettel: 4. Le druk [danach gestrichen: latein] auffpott. – Am Ende des Zettels ndl. Vermerk Hd. Kg. Maximilian: Bloet nieut.
    aw
     aruère] Korrigiert aus: erruère. Am Rand von anderer Hand: arier.

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    « Nr. 154 Instruktion Kg. Ludwigs XII. von Frankreich für Gian Antonio Crivelli als Gesandten zu Kff. und Ff. des Hl. Röm. Reiches »

    [1.] Geltendmachung des traditionellen Bündnisses zwischen dem Hl. Röm. Reich und Frankreich; [2.] Verbundenheit Kg. Ludwigs von Frankreich mit vielen Kff. und Ff., auch durch die deutsche Herkunft seiner Mutter; [3.] Empfang des Hm. Mailand als Reichslehen; [4.] Ablehnung der durch Kg. Maximilian angebotenen Kaiserkrone; [5.] Verleumdungen Kg. Maximilians gegen Kg. Ludwig von Frankreich: [6.] Zurückweisung der vom röm. Kg. behaupteten Absicht zur Kontrolle des Papsttums, [7.] Erklärung der frz. Absichten in bezug auf das Hm. Geldern als Schutz reichsständischer Freiheit gegen das Reichsoberhaupt, [8.] Berechtigung des frz. Vorgehens gegen Genua; [9.] Aufforderung an die Reichsstände zum Widerstand gegen die Absichten Kg. Maximilians; [10.] unlautere Motive Kg. Maximilians für seine Beschuldigungen gegen Frankreich; [11.] Bruch der Verträge von Trient (1501) und Hagenau (1505) durch den röm. Kg.; [12.] Schlußfloskel, Datum, Unterzeichnung.

    Genua, 5. Mai 1507. Entsprechender Vortrag durch Crivelli vor den Reichsständen in Konstanz am 19. Mai1; Verlesung des frz. Texts (Variante III) und der dt. Übersetzung (Variante I) durch kgl. Räte am 20. Mai2.
    I. (Übersetzung für Reichsstände): Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 90’-94’ (Kop. mit imit. Unterz. Kg. Ludwig und Gegenz. F. Robertet, Überschr.: Instruction, was meister Johann Anthoni de Crebellis, des Kg. von Frankreich rat und almüser, von wegen desselbigen Š Kg. Kff., Ff. und stenden des Hl. Röm. Richs, zu Costenz versamelt, sagen und furhalten soll.) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3136, fol. 253–257’ (Kop., Überschr. wie A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 22, fol. 30–36 (Kop.) = C. Köln, HAStd, K+R 37, fol. 1–5’ (Kop., Überschr. wie A) = D. Esslingen, StdA, F 283 (Reichstagsakten: Konstanz 1507), unfol. (Kop., Überschr. wie A).
    II. (Übersetzung für die eidgenössischen Gesandten): Basel, StA, Deutschland B 2,III, fol. 122–122,3 (Kop., Überschr.: Instruction, was mayster Johanns Anthoni der Crybellis von Mayland, des Kg. von Frankrichs rat und almuser, von wegen desselben Kg. den Kff. und Ff. des Hl. Röm. Reichs, zu welichen ine derselbig Kg. geschickt hab, sagen sol.) = Textvorlage A. Zürich, StA, A 225.1, Stück-Nr. 42 (Kop., Überschr. wie A) = B. Luzern, StA, TA 4, fol. 251–255’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Bern, StA, A IV 10, pag. 133–143 (Kop., Überschr. wie A) = D3. Glarus, LA, Z IV 3.2, Stück-Nr. 42 (unvollständige Kop., Pkt. 2–4 fehlen).
    III. Wien, HHStA, Maximiliana 41, Fasz. III/3, fol. 30–31 (frz. Kop., Überschr.: Instructions à maystre Jehan Anthoine de Cribellis de Millan, conseiller et almosiner du roy, de ce que aura à dire de la part dudict seigneur aux princes et électeurs du St. Empire, devers lequelz ledict seigneur l’envoye.).
    Druck (Variante I): Datt , De pace publica, S. 510–513; Mueller , Reichs-Tags-Staat, S. 566–575.

    I. [1.] /90’/ I. [1.] Zum ersten soll er anzeigen die alten verpuntniß zwischen röm. Kss. und Kgg.a, Kff. und Ff. des Hl. Richs an eym und der allercristenlichisten Kgg. von Frankrich andersteils bescheen, uber weliche verpüntniß ufgericht sint schriftlich beheltniß, die man heißt die Gulden Bullen, b die bißher unverprochenlich gehalten ist worden-b.4 II. [1.] /122/ Zum ersten soll er anzaygen die alten verpintnuß zwischen röm. Kss. und Kgg., auch Kff. und Ff. deß Hl. Reichs an aynem und dem allercristenlichisten Kg. von Frankrich anderstayls aufgericht, woelhi verpuntnuß, mit ainer bullen, die man die Guldin Bullen nennet, bestetigt, byß uf dise zyt allweg gehalten worden ist.
    Item nach derselben verpuntniß ist nit befunden worden, daz die Kgg. von Frankrich inbruch wider die gemelten Guldn Bullen getan haben, und nemlich von itzigem regirendenc Kg., sunder ir land d und lut-d habent undereinander in fride und eynigkeit brüderlich gelebt. Item, wie nach derselben verpintnuß nie befunden ist, das von wegen derselben Kgg. von Frankrich, und nemlich von yetze regierenden allercristenlichisten Kg. aynicherlay ynbruch geschechen sey, sunder yre land habend underainander gelept in fryd und aynigkait nit anders dann brieder.
    Item in ansehung solicher verpuntniß wirt befunden, daz von altem herkomen Item in ansechen solicher verpintnuß wirt befunden, das von allem alten herkommen
    Š Kff. und Ff. des Hl. Richs dem allercristlich[st]en Kg. hilf und bystant getan habent als e ir lyplichen-e frunt und mitverwanten, auch in craft derselben verpuntniß und fruntschaft, zwischen inen gemacht, bemeltem Kg. von Frankrich etliche anzal volks zu roß und zu fuß wider allermeniglich, alleyn daz Röm. f Rich ußgeschlossen, als oft sie des noitturftig gewest sint, sunderlich Kg. Karolo dem funften geschickt und zügefügt habent. Kff. und Ff. deß Reichs dem Kg. von Frankrich hilf und bystand als ain gesipten frund und mitgewanten getan haben, auch von wegen derselben frundschaft und verbuntnuß, zwuschen in gemacht, bemelten Kg. von Frankrich mit etlicher anzal folks zu roß und zu fuß wider all maniglich, allain das Hl. Röm. Rych ußgeschlossen, als oft sy deß notturfttig waeren, behilfig gewest sin, und nemlich in zyten Kg. Karls des funften in siner regierung.
    [2.] Item dieselben verpuntniß sintg biß uf h disen tag-h von den Kgg. von Frankrich und in sunderheit von dem itzigen Kg. Ludwig den zwolften unverbrochelich gehalten, nit allein uß obgeschrieben ursachen, sunder auch von grosser liebde und gesippter fruntschaft wegen, ime der merteil Kff. und Ff. verwant sint, auch als eyner, /91/ der von wegen siner mutter uß dutscher nation erwachsen und gewurzelt ist5, darumb er uß ganzem herzen die dutschen nacion lieb hat, nit anders, dan i als wer er ein warer geborner Dutscher-i. [2.] Item, wie dieselb verpuntnuß byß uf disen tag von den Kgg. von Frankrych und in sunderhait von dem yetzigen Kg. Ludwig dem zwolften unverbrochenlich gehalten syn worden uß obgemelter ursach und ouch von grosser lieb und nacher gesipter frundschaft wegen, mit woelicher der merer tayl der Kff. und Ff. ime verwand syn, und ouch als ainer, der von wegen siner mutter uß tutscher nacion erwachsen, darumb er uß ganzem herzen die tutschen nacion lieb hat, nit anders, dann als ob er ain rechter, geborner Tutscher wer.
    [3.] Item, daz sich auch derselb Kg. allwegen gegen dem Hl. Rich [in] aller pillicheit gehalten hat, ist uß dem zu vernemen, alßpald derselb Kg. daz Hm. Meylant zu sinen handen bracht, das sin recht, naturlich erbe ist6, zum röm. Kg., Kff. und Ff. des Hl. Richs sine botschaft geschickt mit erbietung siner gehorsam und lehens[pflicht] zu tun, auch zu bezalen alles, daz [3.] /122’/ Item, das sich ouch derselb Kg. allweg gen dem Hl. Reich in aller billicheit gehalten hab, ist uß dem zu vernemen, alsbald derselb Kg. das Hm. Mayland zu sinen haenden gebracht hat, das dan sin recht, naturlich erb ist, zum röm. Kg., Kff. und Ff. des Hl. Reichs sin botschaft gesand, mit erbietung gehorsam und lehenspflicht zu tun und zu bezalen alles, so er
    Šer deßhalben schuldig und pflichtig were.7 Daruf er sin investitur und lehen entpfangen, gehorsam und lehenspflicht getan, bezalung deßhalben ußgericht8, nit allein dem röm. Kg., sunder auch den Kff., in hoffnung, es solt durch die Kff. bestetigt werden.9j Und will-j in keynen weg die gerechtigkeit des Hl. Richs an sich ziehen oder nemen. deshalben schuldig und pflichtig waer. Daruf syn investitur und lehen empfangen, gehorsam und lehenßpflicht getan, bezalung deßhalben dem röm. H. Kg. und ouch den Kff. ußgericht, hoffent, eß soll alles durch die Kff. bestaetigt werden. Und will in dhainerlay weg die gerechtigkait, dem Hl. Reich zugehoerig, entziechen.
    [4.] Derselb röm. Kg. weiß wol, daz er vor etlicher zit sich gegen dem Kg. von Frankrich erboten hat, ime zu der ksl. cron zu helfen, soferre er Kg. Philips, seliger gedechtniß, zu dem Kgr. Castilien und Hm. Burgondien furdern und helfen wolte, daruf der allercristelichst Kg. antwortet, er ließ sich benügen sins Kgr. und ander siner lande. Und alßvil ime anligen, will er zu ewigen ziten die alten verpuntniß, zwischen dem Hl. Röm. Rich und Kgg. von Frankrich bescheen, halten. [4.] Ouch derselb röm. Kg. k, das er vor etlicher zyt sich gegen dem Kg. von Frankrich erboten, ime zu der ksl. tutschen cron zu helfen, sover er wylent Kg. Philipps, sinem sun, zu dem Kgr. Kastilien und Hm. Burgundi helfen und furdern well. Daruf der Kg. von Frankrich geantwurt, er laß sich benugen sinß Kgr. und ander siner lande. Und alsful an im lig, welle er zu ewigen zyten halten die alten verbuntnuß, zwuschen dem Hl. Reich und den cristenlichen Kgg. von Frankrich geschechen und ufgericht.
    [5.] Item, daz derselb röm. Kg. nit erkennt den guten willen, so der allercristenlichist Kg. zu ime und dem Hl. Rich tregt, sunder als eyner, der nit wol bericht oder informirt ist dan durch etlich engel des tufels Satan, die nit anders fyerentl dan uneynigkeit und zwietracht [5.] Item, so derselb röm. Kg. nit erkennt hat, denm der cristenlich Kg. zu ime und dem Hl. Rich habe, als ainer, der nit wol bericht noch informiert ist, sunder durch etlich engel des teufels Satan, die nit anders begeren, dann unainigkait und zwytracht
    Šzwischen den Ff. des Hl. /91’/ Richs und des Kgr. Frankrich, derglichen zwischen dem röm. Kg. und dem allercristenlichsten Kg., damit n sie ir-n eigennutz dest paß schaffen mogeno und den nutz der cristenheit zuruckstellen, derglichen der Ff. des Hl. Richs, die lang zit und biß uf disen tag in frid, eynigkeit und bruderlich, wie obgemelt, gelebt. Aber die Kff. und Ff. wider den cristlichen Kg. zu bewegenp, hat er schryben lassen schmehebrief mit iniurien etc. [Nrr. 5, 16, 48, 168]. zwischen den Fmm. deß Hl. Reichs und des Kgr. Frankrich und derglichen zwischen dem röm. und dem kristenlichen Kg., ouch zwischen den Ff. deß Hl. Reich[s] ze machen, damit der röm. Kg. sin aigennutz schaffen muge und der gemain nutz der cristenhait zuruckgelegt wurd und der obgenante[n] Fmm. derglichen, woelchi byß uf dise zyt in ainigkait, frid und bruderschaft, wie obgemelt ist, gelebt habend. Und die Kff. zu rayzen, hat er wider den cristenlichen Kg. geschriben oder schriben lassen an ful Ff. und richstetten schmachbriefe mit luter iniurien.
    [6.] Item durch dieselben brief hat der röm. Kg. zu verstan geben, daz der allercristenlichst Kg. sy komen in Ytalien, daz babstumb zu der cron Frankrich zu ziehen. Daz fast frembd und ein erdicht ding ist, die in keins menschen vernonft stygen mogen, angesehen daz der allercristenlichist Kg. die statt und Hft. Bononie, die vormals durch Karolum magnum, die zit Kg. zu Frankrich, dem hl. stüle zu Rome geben ist10 und hernach durch ander mit gewalt uber hundert jar lang sunder redelichen titel besessen, dieselb stat Bononia dem stul zu Rom wider erobert und ingesetzt, darumb der babst dem allercristlichisten Kg. q vermeint zu danken schuldig sin und sich r obgemelter stuck-r von dem Kg. von Frankrich nit beclagen ist. [6.] /122,1/ Item durch disens brief hat der röm. Kg. zu versten geben, das der Kg. von Frankrich sy kommen in Ytalien uß der ursach, das er das babstumb der cron Frankrich verainigen woelle und inlyben. Das fast frembt und ain erdicht, erklaubt ding ist, die in dhains menschen vernunft ufstigen muge, namlich angesechen, das der Kg. von Frankrich die statt und Hft. Bononien, die vormals durch Karolum magnum, dieselben zyt Kg. von Frankrich, dem Hl. stul zu Rom gegeben ist worden und darnach durch ander mit gewalt uber hunder[t Jahre] besessen und occupiert, demselben stul zu Rom wider uberantwurt und ingegeben, darumb der bapst und derselb stul vermaint, dem gemelten Kg. von Frankrich zu danken wol zu pflichtt sin und in dhainerlay weg sich der obgerurten stucke beklagt.
    ŠItem vilmer, wo eyner dem babst oder den stule zu Rome angriffen oder entsetzen wolt oder in ander wege argwilligen, will er als ein cristenlicher Kg. nach allem sinem vermogen wenden, den babst schutzen und schirmen und wider insetzen als ein cristenlicher Kg. und nachvolger der loblichen dat siner vorfordern. Item fulmer, wa ainer den bapst oder den stul zu Rom angriffen und ine davon zu entsetzen understunde, woelte derselbig allercristenlichist Kg. noch aller siner vermeglichait weg furnemen, den bapst zu beschitzen und zu beschirmen, ouch widerumb insetzen als ain allercristenlichester Kg. und nachvolger der loblichen taten siner vorfordern.
    [7.] Item Geldern betreffen, deßhalben geschrieben ist worden, daz der allercristenlichist Kg. dasselbig Hm. ime und sinem Kgr. woll zueigen etc., soll der orator zu erkennen geben, daz der Kg. von Frankenrich die gewonheit im Rich wol wissens hab, daz kein Ks. oder röm. Kg. wider keynen sinen /92/ lehenman oder vasall kriegen soll, er sij ein Hg., Gf. oder ander, in welichem stant er sin mochte dem Hl. Rich verbundenu, on rat und erkentniß Kff. und Ff. und die stende des Hl. Richs, ußgeworfen oder ußgeschaiden, die in solichem fall verdöchtlich oder suspekt weren, als in disem fallv der Ebf. von Trier und andern sinen mitverwandten.Und dwil der röm. Kg. den Hg. von Geldern sunder obgemelte erkentniß angriffen und bekriegt hat, ist der Kg. von Frankrich der vorsorg gewest, wo der röm. Kg. den Hg. von Geldern, der sin nester gesippter frunt ist, uberwinden wurd, daz er derglichen den Kff. und Ff. des Richs auch also tun wurd, einen nach dem andern absetzen und privirn und sich mit solichem mittel ein erblichen Ks. zu machen, auch sich und sinen enkeln Ff. und Hh. ober- und niderdutscher lande zu machen inhalbw und  deßhalb  des  Rynes [7.] Item Geldern bedreffend, darumb geschriben ist worden, wie der allercristenlichist Kg. desselb Hm. ime und sinem Kgr. wolle zuaignen, solle der almusner zu erkennen geben, das derselb Kg. die gewonhait und gebruch deß Röm. Richs wol erkenne, in welchen begriffen ist, das dhain Ks. oder röm. Kg. wider dhain sine lehensman oder vasall kriegen soll, er sy Hg., Gf. oder in waß gestalt er dem Rich verwand sy, one rat und erkantnuß aller Kff., Ff. und stenden des Hl. Richs, wol versamelt, doch ußgenommen und abgeschaiden, die in solichem verdaechtlich und suspect weren, naemlich als in disem vall der Ebf. von Trier und ander siner verbuntnuß. Und dwyl der röm. Kg. dem Hg. von Geldern sonder obgemelt erkentnuß angriffen und bekriegt, ist der Kg. von Frankrich der fursorg gewest, wo der röm. Kg. den Hg. von Geldern, der sin naechst gesipt frund ist, verwundex, wurd er ouch darnach etlich Kff. und Ff. des Richs ainen nach den andern derglichen tun, sy absetzen /122,1’/ und privieren und durch solich mittel sich ain erblichen Ks. machen, zugesetzt, das er sich und sin enkeln, Ff. zu Castilie, Hh. nennet hocher- und nidertutschen landen jenhalb und dißhalb des Rins
    Šund ime die dutsch nacion in undertenigkeit und subiection zu pringen. Darumb der allercristlichist Kg. dem Hg. zu Geldern als sinem verbunden und bruder hilf getan, nit als ein Kg. von Frankrich, sunder als ein Hg. zu Meylant. Ist auch der meynung nit, solich Hm. Geldern sinem Kgr. zuzuziehen.11 Und solich hilf und bystant dem gemelten Hg. getan als ein lehensmann des Hl. Richs von wegen des Hm. Meylant. Dan er y ist und will-y sin in solichem fall ein beschutzer und schirmer und eben als ein guter Dutscher als eynicher F. im Rich und ein besser beschirmer dan der röm. Kg., der doch billich solte sin ein beschirmer der Ff., der doch understat, sie zu vertryben. und in siner gehorsam und undertaenigkait das muttel der tutschen landen haben. Darumb ist der allercristelichist Kg. dem Hg. von Geldern als sinem mitverbundnen und gunner zu hulf kommen, nit als ain Kg. von Frankrich oder als wolt er sinem rich das Hm. Geldern zuaignen, wann dasselb hat sin aigen frandierz und underschaid, sunder als ain lechenßman des Hl. Richs von wegen des Hm. Mayland. Dann er ist und will sin in solichem vall ain schutzer und beschurmer und eben als ain guter Tutscher als dhain F. im Hl. Rich und ain besserer den der röm. Kg., der billich solt sin ain beschirmer der gemelten Ff. Nutdestweniger so will er derselbigen ain zersterer sin.
    [8.] Item Genua betreffen, soll angezeigt werden, daz dieselb Hft. dem Kg. von Frankrich von altem herkomen geburt und züstat. Und ist gewest under dem Kg. Karolo magno und sinen nachkomenden Kgg. von Frankrich uber die hundert oder zweyhundert jare. Und Karolus der VI. und VII. sind recht hern /92’/ und besitzer der Hft. Genua gewest. Derglichen die Kgg. Ludwig der eilft und Karolus der acht haben soliche Hft. Genua zu rechtem lehen gelichen Francisco, Johann Galleacio, Galliatz und H. Ludwig Sforco, die inen auch lehenspflicht, eide und huldung darumb getan habent.12 [8.] Item Genua betreffend, sol angezaigt werden, das dieselbig Hft. dem Kg. von Frankrich von altem herkommen zugehoer. Und ist gewest under dem Carolo magno und sinen nachkommenden Kgg. zu Frankrich hundert und zway [!] jar; und sydher Kg. Karlen des sechsten und des sibenden sind sy derselbigen Hft. recht heren und beschitzer gewest. Und ouch die Kgg. Ludwig der ainlift und Karolus der acht habend dieselb Hft. Francisco, Jehan Galiacio und Galiazio und zum letzten H. Ludwig Sforte in lehens wiß verliche, die in ouch lehenspflicht, ayd und huldigung deßhalben getan haben.
    ŠItem, als derselb cristlich Kg. die Hft. Genua zu sinen henden bracht und erobert hat, haben dieaa von Genua gemeltem Kg. von Frankrich als undertanen und gehorsamen eid und huldung getan, yme und sinen regenten undertanen zu sin. Item, als dieselb Hft. Genua dem allercristenlichisten Kg. zu sinen henden gestelt ist worden, haben die von Genua als die rechten undertanen des gemelten Kg. von Frankrich zu Mayland aydspflicht getan, das sy ime, sinen regenten und gericht undertaenig sin wolt[en].
    Item nüstdestmynder habent sie sich widerwertig gegen desselben hern gehalten, hat er sie gewarnet, von solichem abzusten, damit allenthalben krieg vermitten werd. Dan er wolt inen gut gericht und recht tun. Uber solichs haben sie doch den adel uß dem land gestossen und mit kriegßzwang etlich flecken und schlosserab ingenomen, daz sloeß erobert und vil uß desselben hern lut erslagen.13 Item nichtdestminder habend sy sich in widerwerdigkait gegen demselbigen Kg. ufgeworfen. Und in waß gestalt derselb Kg. ine warnungen hat lassen furhalten, damit kriegßhendel underlassen wurde[n] und sich /122,2/ erboten, ine gerechtigkait uf ir anclage zu tun, so haben sy doch den adel us demselben land gestossen und mit kriegszwang etlich flecken ingenommen und das geschlos gestirmet, darumbac ful uß sinen luten, so darin gewest sind, erschlagen.
    Item, da aber derselb H. gesehen hat, daz die von Genua sine warnung und erpietung versmechten und verachtent, hat er sich mit eyner grossen anzal volks gein Genua gefügt, straf uber dieselben zu tun, als ime pillich geburt und als ein F. des Richs tun mag, so er sin undertan ungehorsam findet. In welichem stuck er sich lesset bedunken, gegen Gott und der welt nit ubel gehandelt, sunder in solicher handlung großlich verdient. Item, dieweil derselbig Kg. gesechen hat, das die von Genua sin warnungen und erbieten wenig geacht und widerspennig warnt, hat er sich mit ainer grossen anzal folkß gen Genua verfugt, straf uber dieselben zu tun, wie ine billich bedunkt hat und ain F. deß Hl. Richs tun mag, so er sin undertanen widerspennig fundet. In woelichem stuck er sich last bedunken, gegen Gott oder der welt nit ubel gehandelt, sonder in solicher handlung grosslich verdient.
    Item uß gnad und hilf des allmechtigen Gottes nach zweyn gewonnen stryten wider die Jeneser sie uberwunden, hatad die stat erobert und ime undertenig gemacht, Item, als er uß gnad und hilf des almechtigen Gotz, unsers schoepfers, nach zwayen gewunnen streitten wider die Genueser behalten, dieselben erobert und undertaenig gemacht,
    Šmit herescraft ingezogen, doch zum herzen gefaßt daz groß, elendig clagen der frauwen, kinder /93/ und gemeynen volks zu Jenua, der iglicher ein ryse in siner hant getragen, schryend: Misericordia, Deßhalb er uber dieselben stat nit hat wollen lassen sackman gan14, sunder nachvolgend dem exempel Gots, des er eyner uß den furnemigisten uf diser welt ein stathalter ist, den Janueser ganz verzogenae, frid und eynigkeit zwischen dem adel und der gemein gemacht, ordenung, gerechtigkeit und pollicien ufgericht15 in der gestalt, daz er verhofft, sie werden nün furter in rechte[r] undertenigkeit verpliben zu nutz inen selbst und der cristenheit. ist er mit herßkraftaf gezogen und doch zu herzen genomen das groß wainen und klagen der frowen, kunder und des gemainen volkß daselbs zu Genua, der jetlicher in siner hand ein aestlin von ainem bom, schreyend: Misericordia, getragen hat. Und darumb hat er uber dieselbig statt sackman nit woellen lassen gan, nachvolgent dem exempel Goteß, welches er uß demag furnemesten statthalter uf diser welt ainer ist, sunder in genzlichen vergeben, frid und ainigkait zwuschen den edeln und gemainen folk gemacht, ordnung der gerechtigkait und policien in der statt geben in der gestalt, das er verhoff zu Gott, unserm schoepfer, sy wurdent furan gegen ime in rechter undertaenigkait beliben zu ern Gotz und zu nutz der bemelten statt und der ganzen cristenhait.
    [9.] Item gemelter allercristenlicher Kg. glaupt, das alles, waz der röm. Kg. dut, ist allein, die Kff. und Ff. zu bewegen und zu verfurn, wider den allercristenlichen Kg. zu ziehen, ursach halbenah, daz er dem Hg. von Geldern ruck helt, welichen der röm. Kg. gern vertryben wolt und auch verdrucken, damit er sine erbelant und sin[es] enkeln [Karl], prince zu Castilien, mocht erwitern und [9.] Item bemelter cristenlicher Kg. gelapt, das alles, so der röm. Kg. tue, ist allain, die Kff. und Ff. des Hl. Richs unruebig zu machen und zu verfuren, damit sy uber cristenlichen Kg. zu ziechen bewegt wurdent umb ursach, das er dem Hg. von Geller rucken halte, woelchen der röm. Kg. gern wolte vertulgen und underdrucken, damit er des gemelten sins enkels [Karl], prinzen zu Castilien, erbland moechte erwitern,
    Šdurch solich mittel hoch- und niderdutsche land in sin undertenigkeit und subiection bringen mog, ursach halben des grossen rynstrams. Solichs die gemelten Ff. nit sollen lyden, sunder bedenken, solichs yetz vor augen ist, inen derglichen auch bescheen mocht. Und wo sie solichs dunt, will er des Hl. Richs gerechtigkeit kein widerstant tun oder darwider handeln, sunder in solichem fall die Ff. schutzen und schirmen. durch solich mittel hoch- und nidertutsche land in siner undertenigkait und subiection halten, ursach halben deß grossen /122,2’/ rinstrambs. Woelches die gemelten Ff. nit liden solten, sunder bedenken, das in solichs vor den ougen ouch hangt und in derglichen geschechen moecht. Und wa sy solichs tund, will er sich nichtz wider des Richs zu handlen understen, sonder in solichem fall des Reichs gerechtigkait understan zu beschitzen und zu beschirmen.
    [10.] Item die andern iniurien, so in denselben briefen verfaßt sint, betreffen ai glaub und eide durch allercristlichen-ai Kg. gebrochen, mit angehenkten worten boßwichtstuck, schalkstuck und betrüge etc. Soll der orator anzeigen, daz der Kg. von Frankrich glaubt, daz der röm. Kg. solich brief uß hitzigkeit, ubeler berichtung, bosen rats oder uß andern ursachen hat lassen schriben, siner ere vergessen und zuruckgeschlagen, ime sine enkeln [Karl und Ferdinand] grosser zu machen, sich wider ine und die Ff. des Hl. Richs zu sterken und den vertrag, /93’/ zwischen ime und dem cristlichen Kg. ufgericht16, ganz vergessen. Aber clarlich erfindet sich, daz der Kg. von Frankrich wider solich vertreg uf sinen teil nye gehandelt oder getan, sunder sich in solicher gestalt gehalten, daz er in der ganzen cristenheit uberkomen hat den namen eines F., der glauben helt. Und der bemelten iniurien und handelung wirt sich der widersynn befinden werden. [10.] Item die andern iniurien, so in denselben briefen sind verfast, andreffend den bruch des glaben, tyrannei, unflis und nachlessigkait in volstreckung des, so er zu tun schuldig ist, enperung, unadeliß gemuts, verzag, so uß gemelten stucken fluist, darin er in beschuldigt. Sol angezaygt werden, das der Kg. von Frankrich gelapt, das der röm. Kg. solich brief uß hitzigkait, ubler berichtung, besem rat oder anders hat lassen schriben und das er allain der ist, der sin eer vergessen und zuruckgesetzt hat, sich arbaiten, sein enikel [Karl und Ferdinand] zu furdern, sich dardurch wider ine und wider die Ff. des Hl. Röm. Richs zu besterken; hat er ganz vergessen der vertreg, zwischen ime und dem cristenlichen Kg. gemacht, darwider er gehandelt. Aber nimmermer erfunden sol werden, das derselb Kg. von Frankrich wider dieselben vertreg etwas uf sinem tayl gehandelt hab, sunder sich in solicher gestalt gehalten, das er in der ganzen cristenhait uberkomen hat den namen ains F., der globen helt. Und der bemelten iniurien, tate und handlunge betreffend, wurd sich erfunden, das die werch, so hernach kommen, ganz widerbart erzaigen werden.
    Š [11.] Item bemelter almuser [Gian Antonio Crivelli] soll gewarnet sin, wo inen der röm. Kg. oder ander Ff. des Hl. Richs mit ime der tractate des frids und vortrege, zu Trente17 und Hagenauw bescheen, disputirn wurden, als ob der Kg. von Frankrich dieselben nit gehalten hett, soll er antwurten, wie hernach volgt: [11.] Item gemelter almusner [Gian Antonio Crivelli] sol gewarnet sin, wa der röm. Kg. oder ander Ff. des Hl. Richs sonderlich mit ime des traktats des fridß und vertraeg halben, zu Trient und Hagnow geschechen, disputieren wurden, als ob der Kg. solichs nit gehalten hette, soll er antwurten, wie hernach volget:
    Zum ersten, betreffen den vertrag zu Trente, soll er sagen, daz der röm. Kg. hab ganz und zumal wider denselben getan und gebrochen. Dan wiewol in demselben tractat der röm. Kg. sich hat lassen offnen und declarirn, ein frunt des Kg. von Frankrich und ein fynt siner fynde, dem Kg. von Aragon noch keynem andern bystant zu tun, sunderlich das Kgr. von Neapolis betreffen, nichtdestmynder, damit dazaj der allercristlichist Kg. daz Kgr. von Neapols verlier, hat der röm. Kg. sovil gehandelt, daz derselb Kg. von Frankrich anstant des fridens mit dem Kg. von Aragonie des kriegs halben Neapols hat angenomen, damit mitler zit seliger gedechtniß der Kg. von Castilien, sin sone, die spenn und irrung zwischen inen des Kgr. von Neapels halben hinlegen und zu friden stellen. Zum ersten, betreffend den vertrag zu Trient, so[ll] er sagen, das der röm. Kg. hab ganz und zumal wider dieselben vertreg getan. Dan wiewol in demselben traktat der röm. Kg. sich hat lassen offnen und declarieren, ain frund des Kg. zu Frankrichs zu sin und ain fund siner find, und uß derselben ursach sollt er dem Kg. von Arogan noch dehainem andern bistand /122,3/ getan haben, das Kgr. Neapols oder anders bedraeffend. Aber nichtdestminder, damit der allercristenlichist Kg. das Kgr. von Neapols verlur, hat er sovil gehandelt, das derselbig Kg. von Frankrich anstand frids des kriegs halben zu Neapols hat angenomen, damit mittler zyt der Kg. von Castilien, wylend sin sun und des Kg. von Arogan ayden18, die spenn und irrungen zwischen inen deß Kgr. Neapolis halben hinlegen und zu friden stellen moechte.
    Item so hat der röm. Kg. mit sinen heimlichen anschlegen den allercristlichisten Kg. mit guten worten in die lenge gezogen, under dem schyne, wie obgemelt, ufgehalten, unangesehen den obberurten anstant hat er dry- oder viertusent landßknecht dem grossen hauptman zu Neapols, genant Consalvo Ferrandi, zu hilf dem Kg. von Aragon gein Neapels /94/ zugeschickt, Item, das der röm. Kg. under andern sinen widerhandlungen unangesechen obgemelter trugen den allercristenlichisten Kg. abwendent und demselben allerlay verhaltende under ainen schin, wie oben statt, drw- oder viertusend landßknecht dem grossen hoptman [zu] Neapols, Consalvo Ferrando, zu hilf dem Kg. von Argon zugeschickt inak Neapols,
    Šwelicher Consalvo, dwil er gesehen hat, das der Kg. von Frankrich sinem stathalter zu Neapels nit zu hilf mocht komen, hat der gemelt Consalvo des Kg. von Frankrich stathalter und kriegsvolk uberzogen und in solicher gestalt angriffen, daz er durch solch viertusent knecht daz Kgr. von Neapels erobert und uberkomen. Solichs offentlich anzeigt, daz der röm. Kg. den vertrag zu Trente nit gehalten hat. woelcher Consalvus, diewil er gesechen hat, das der allercristenlichist Kg. dem statthalter [zu] Neapols nit ze hilf moge kommen, hat er denselben statthalter und des allercristenlichisten Kg. kriegßvolk uberzogen und in solicher gestalt angriffen, das er durch dieselben viertusend landßknecht das Kgr. Neapols erobert hat. Welchs offenlich anzaigt die zurittung und bruch deß vertragß zu Triend, durch den röm. Kg. beschehen.
    Item den vertrag, zu Hagenauw bescheen, soll der orator sagen, daz zu glicher wise der röm. Kg. wider denselben tractat, alßpald er gescheen wardal, gehandelt hat. Dan wiewol durch inen gesagt ist worden, daz der Hg. von Lutzemburg, des Kg. von Castilien sone, solt jungfrauen Claudiam, ein eynige dochter des Kg. von Frankrich zu der heiligen e nemen19, nichtdestmynder hat derselb röm. Kg. und der Kg. von Castilien ire botschaften zu dem Kg. von Engellant gesant, zwischen desselben Kg. von Engellant dochter und dem bemelten Hg. von Lutzemburg ein heyrat zu machen.20 Auch, wiewol beret ist worden, daz der gemelt Kg. von Castilien sine dochter nit solt oder mochte verheyrn on wissen und willen des Kg. von Item den tractat und vertrag Hagnow antreffend, soll er sagen, das zu glicher wiß der röm. Kg. wider denselben tractat gehandelt hat, alsbald er geschechen ist. Dann wiewol durch ine zugesagt ist worden, das der Hg. von Lutzenburg, wylend des Kg. von Castilien sun, solte frowen Claudiam, ainer aignen tochter des allercristenlichisten Kg., zu der hailigen ee genommenam, dennicht hat derselb röm. Kg. und der Kg. von Castilien ire botschaft zu dem Kg. von Engenland geschickt, zwuschen desselben Kg. von Engenlands tochter und dem bemelten Hg. zu Lutzenburg ain heyrat zu machen. Und wiewol ouch bered ist worden, das der bemelt Kg. zu Castilien nit sollte noch moechte verheireten on wissen und willen des Kg. von
    ŠFrankrich21, nichtdestmynder hat er eyne siner dochter mit rat des röm. Kg. des Kg. von Navaren sone wollen geben.22 Undan uber daz alles und daz daz gröst ist, so hat der röm. Kg. die Schwyzer von dem verbuntniß, sie mit dem Kg. von Frankrich haben, abewenden, dieselben wider in zu bruchen und zu schicken und deßhalben den Schwyzern vil erboten, damit er sie zu ine bringen mochte23, daz alles wider den vorg[enannten]ao tractat ist. Durch weliche handelung angezeigt mag werden, wo etliche brocheap wider die obgemelten tractate bescheen wern, daz solich durch den röm. Kg. gescheen were und nit durch den allercristlichen Kg. von Frankrich, der sinen glauben nye gebrochen hat und in keynen weg wider sine verheissen oder promission tün oder kommen wolte. Frankrichs, nichtdestminder hat er wollen verheireten aine uß sinen tochter mit rat des röm. Kg. des Kg. von Nafarren sun. Uber dasselb alles und das das groest ist, so hat er die Schwizer von der verbintnuß des allercristenlichisten Kg. woellen abwenden und dieselben wider ine bewegen und sich mit inen in buntnuß wider den Kg. von Frankrich geben /122,3’/ und ful dingen inen erboten und furgehalten, damit sy zu ime komment und sich in solichs verwilligten, das alles genzlich wider den ufgerichten traktat ist. Durch woelchi handlunge mag erzaigt werden, wo etlich bruch wider die obgeschribnen tractat geschechen wern, das solichs durch den röm. Kg. und nit durch den cristenlichisten Kg. von Frankrich geschechen ist, der sinen globen nie gebrochen hat und in dhain weg wider sin verhaissen kommen woelte.
    [12.] /94’/ Item solicher stuck hat der Kg. von Frankrich die Kff. und Ff. des Hl. Röm. Richs wol berichten wollen als sine mitverwandten und verbunden, bittend, daz sie nit wollen glauben solichen frevenlichen und erdichten worten, sunder allezit ufsehens haben uf die tate und geschicht. [Datum. Unterzeichnung]. [12.] Item, das der Kg. von Frankrich die Kff. und Ff. der obgemelten stucken wol hat woellen berichten als sin bundgnossen, bittende, das sy nit wollend solchen fraevenlich und erdichten worten globen geben, sunder allzit ufsechen haben uf die geschicht. [Datum].

    ŠIII. [1.] /30/ Et premièrement sera remonstré l’ancienne aliance, que a esté entre les empereurs, roys des Romains, princes et électeurs du Saint Empire et les roys de France très chrestiens, dont il y a bulle, qu’on appelle la bulle dorée, surté expédié, laquelle a esté entretenue iusques à présent.
    Item et depuis laquelle aliance faicte et conclue on ne trouvera que aucune infraction soyt intervenue de la part desdicts roys très chrestiens, et mesmement du roy, qui à présent est, ains lesdicts empereurs, princes et électeurs et roys très chrestiens et leurs pays ont vescu comme frères en payx et unionaq.
    Item que par ycelle aliance il se trouva que de toute ancienneté lesdicts électeurs et autres princes dudit Saint Empire comme parens et alliéz desdicts roys très chrestiens ont aydé et secouru lesdicts roys très chrestiens de certaine quantité de gens à cheval et a pye par convention et aliance faicte entre eulx, toutesfoys, que lesdicts seigneurs roys en ont eu à faire envers tous et contre tous, reservé lesdict Saint Empire, et mesmement durant le temps du feu de bonne memoire le roy Charles cinquième.
    [2.] Item laquelle aliance a esté observée inviolablement iusques au présent, et mesmement par ledict roy Loysar, est douzième de ce nom, tant pour la consideration que dessus que aussi pour la grand amour et proximité de liguayge, que la pluspart dedicts électeurs et princes dudict Saint Empire luy attiennent, et aussi comme extraict d’Allemaigne de la part de feue de bonne mémoire madame sa mère il ayme de tout son cueur la nation, et tout ainsy que s’il estoit vray Aleman.
    [3.] /30’/ Item que le roy se serait tousiours mis en son devoir vers lesdict Empire. Et pour se monstrer il est vray, que, après que ledict roy eust recouvert la duché de Millan, que estoit son propre héritaige, comme de droyt loysible luy estoit, il auroyt envoyé par-devers lesdict roy des Romains, électeurs et princes dudict Saint Empire, leur offrent les foy et hommayge et payer les droitz et devoirs, à quoy il estoit tenu à cause dudict duché. Et depuis auroyt obtenu investiture et esté reçeu en foy et homayge par ledict [roi] des Romains as et payé les devoirs apparten[ants] tant à luy que ausdicts électeurs-as, at espérant que le tout seroit ratifié par lesdicts électeurs-at. Et ne vouldroit pour riens de monde entreprendre sur les droys dudict Saint Empire.
    [4.] au Et sect bien lesdict roy des Romains, que quant aultrefoys il luy pleust offrir au roy très chrestien le faire couronner empereur des Alemaignes afin d’ayde au feu roy de Castille à le faire roy de Castille et duc de Bourgoigne-au, que lesdict roy très chrestiens luy respondit qu’il auroit asses de la couronne de France avecques ses autres seigneuries et que de sa part entretiendroit à jamaiz lesdictes anciennes aliances fetes entre lesdict Saint Empire et le roy très chrestien.
    Š[5.] av Item que lesdict roy des Romains, non coignoissant le bien et bon vouloyr, que lesdict roy très chrestiens avoyt et a audict Saint Empire comme mal informée et adverty par aucuns anges de sathan, que ne querent et ne demandent que question et division entre lesdictes principaultéz dudict Saint Empire et royaume très chrestien, et lesdict roy des Romains et roy très chrestien et princes dudict Saint Empire, pour faire leurs besoignes et délaisser le bien de la chrestienté en aruèreaw, et desdictes principaultés, qui ont vescu iusque à présent en paix, fraternité et union, comme dit est. Voulant remuer lesdicts électeurs contre lesdict roy très chrestien, auroyt éscript en fait éscripte lettres diffamatoires et pures iniurieuses dudict roy très chrestien à plusieurs princes et villes impériales–av.
    [6.] Item et par lesquelles lettres ledict roy des Romains a volu dire que ledict roy très chrestien venoyt en Italie pour unir le papat à la coronne de France, qui est une chose bien estrange et controuvée et [Text bricht ab. Die restlichen Seiten fehlen.].