Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XIV. Band. Der Reichstag zu Nürnberg 1543 bearbeitet von Silvia Schweinzer-Burian, mit Vorarbeiten von Friedrich Edelmayer

Die Kommunikation zwischen Karl und Ferdinand gestaltete sich im Vorfeld des Nürnberger Reichstags von 1543 besonders schwierig, da Stürme im Mittelmeer und der Krieg gegen Frankreich den Posttransport erheblich verzögerten und die beiden Brüder länger als zwei Monate keine Nachrichten voneinander erhielten, was Ferdinand in seinem Schreiben an Karl vom 18. November 1542 beklagte (Nr. 9)3. Granvelle, der sich am 7. Dezember 1542 wegen des Schlechtwetters, das seine Überfahrt nach Italien verzögerte, noch in Spanien aufhielt, äußerte dem Kaiser gegenüber sogar die Befürchtung, dass alle für den Reichstag vorbereiteten Aktenstücke erst nach Ende der Reichsversammlung in Nürnberg ankommen würden (Nr. 44f, Anm. 3). Diese Gegebenheiten verschafften dem König einen großen Handlungsspielraum bei der Vorbereitung des Reichstags4, den er nur teilweise nützte, da er die Ankunft des kaiserlichen Generalorators Granvelle abwarten wollte.

Anmerkungen

3
Zur Kommunikation zwischen den habsburgischen Brüdern im Vorfeld und während des Reichstags siehe: R. Aulinger, U. Machoczek, S. Schweinzer-Burian, Ferdinand I. und die Reichstage unter Kaiser Karl V. (1521–1555, hier S. 107–112.
4
Zur eigenständigen Position Ferdinands als Römischer König, der alle drei Reichsabschiede der Reichstage von 1542/43 absente imperatore in seinem Namen erließ, siehe: C. Roll, Die „kaiserlosen Zeiten“ im Reich – zu einigen Aspekten der Reichsregierung Karls V. absente imperatore, hier S. 282f.; H. Neuhaus, Römischer König im Schatten des kaiserlichen Bruders, S. 345–358.