Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XIV. Band. Der Reichstag zu Nürnberg 1543 bearbeitet von Silvia Schweinzer-Burian, mit Vorarbeiten von Friedrich Edelmayer

A Amberg StA, Reichssachen 94, Prod. 3 (Kop.); DV: Commission ksl. Mt., uff meinen gnedigen herrn Hg. Friderichen Pfgf. etc., den Bf. von Augspurg und Johann von Naves gestellt, das sie von ir Mt. wegen den reichßtag zu Nurnberg besuchen wellen. AV: Idem omissis duobus comitibus.

B Berlin GStAPK, XX. HA, StA Königsberg, HBA A1 (= Kasten 6) unfol. (Kop.).

C Wien HHStA, RK RTA 10/Konv. 1, fol. 169r–170v (Konz.)1; AV fol. 169r : Gwalt, deputatio commissariorum. AV fol. 170v: Item ain ander gwalt [zu erstellen], allain auf Augspurg und Hg. Friderichen und Naves samptlich oder zwen aus inen, so ir ainer nit dabey sein köndte.

Wir Karll der funft von Gots genaden [...] bekhennen offentlich mit disem brieffe und thun khundt allermeniglich:

Als der durchleuchtigist, großmechtig furst H. Ferdinand, röm. zu Hungern und Behem etc. kunig [...], unser freuntlicher lieber bruder, sampt unsern darzu verordenten comissarien uff negstgehaltenem reychßtag zu Nurnberg sich an unser stat mit gemaynen reychßstenden, so daselbst versamblet gewesen und der abwesenden potschaften und gesandten eines andern tags, nemblich uff den 14. tag des monats Novembris schierstkhomendt in unser und des Reychs stat – – –2 zu halten, verglichen und angesetzt von wegen der christlichen expedition gegen unsers hl. christenlichen glaubens und namens erbfheindt, dem Turckhen, auch anderer des Reychs obligenden sachen halben, im abschid des jetztgemelten jungstgehalten tags zu Nurmberg [1542 Aug. 26] vermeldt und begriffen, und wiewol wir diser zeyt mit vilfeltigen, hochwichtigen gescheften und obligen zu notwendiger, unvermeydenlicher rettung und beschirmung unserer erblichen khonigreychen und landen, so kurtzlich durch unsern widersacher unversehenlicher weyse und unsers thails gantz unverursacht one alle verwarnuß mit kriegsgewalt angethast und uberfallen sein, dermaßen beladen, das wir bey obberurtem tag – wie wir wol genaigt und, so unß dise beschwerliche handlung und widerwertigkhait obberurter maßen nit zugestanden weren, unß vor diser zeyt mit verleyhung des Almechtigen in das Hl. Reyche verfuegt haben wollten – in aigner person nit wol fuglich erscheynen mögen, so haben wir nochdann auß vetterlicher, gnediger naygung, di wir zu der deutschen nation, unserm vatterlandt, tragen, nit underlaßen wollen, dise notturftige handlung unsers thails zum besten zu furdern, uff das sy iren furgang erraiche.

Und demnach di erwirdigen und hochgebornen Christoffen Bf. zu Augspurg und Friderichen Pfgf. bey Rhein, Hg. in Bayern, unsere lieb schwagern, fursten und andechtigen, auch den ersamen unser und des Reychs lieben getreuen Johan von Naves zu Mesantzya, unsere rethe, zu ksl. comissarien zu solchen tags versamblung und handlung furgenomen und verordent, auch inen unser volkhomenen gewalt und macht gegeben und thun das alles hiemit wissentlich in craft diß briefs, also das sy samptlich boder zwen auß inen, so ir ainer nit dabey sein khondte–b, bey unsern und des Reichs Kff., Ff. und gemainen reychsstenden und der abwesenden potschaften uff berurten tag und malstat von unserntwegen erscheynen und sampt denselben stenden zu vorberurten puncten, artickheln und sonst zu allem andern, so dem Hl. Reyche teutscher nation zu aufnemen, eere, nutz, rue, frid, recht, ainigkhayt und wolfart gelangen und erschießlich sein mag und auf gemelten tag fur guet angesehen wirdet, beratschlagen, furdern, handlen, furnemen, bewilligen und schließen verhelfen, auch sonst alles thun sollen und mögen, das wir selbs, ob wir personlich zugegen weren, in solchen allem und jedem dem Hl. Reych und gemayner christenhait zu notturft, nutz und wolfart handlen khondten, sollten oder mochten. Und was also durch eehgenante unser comissarien alß obsteet furgenomen, gehandelt, bewilligt und beschloßen wirdet, das ist und soll bleyben unser will, maynung und wolgefallen. Wir wollen auch solches alles unsers thails vestiglich halten und getreulich helfen voltziehen, in aller maßen alß ob wir daselbst personlich furgenomen, gehandelt, bewilligt und beschloßen hetten, on alle geverde. Mit urkhundt ditz briefs mit unser aigen handt underschriben und unserm anhangenden insigel besigelt. [...].

[US:] Carolus, Jo[hann] Obernburger.

Anmerkungen

1
In C fehlt die Tagesdatierung; statt für drei Kommissare ist die Vollmacht für fünf Kommissare ausgestellt: siehe dazu Nr. 44a, Anm. 2.
2
Die Ortsangabe fehlt, obwohl im Nürnberger RAb vom 26. Aug. 1542 (RTA JR Bd. XIII, Nr. 198, § 36) Nürnberg als künftige Malstatt festgelegt worden war. Um den Kaiser möglichst rasch über die Ergebnisse des Nürnberger RT von 1542 zu informieren, war ihm vor Abschluss der Verhandlungen eine Kopie des RAb mit Freilassung des Versammlungsortes übersandt worden. Siehe dazu: Karl V. an Kg. Ferdinand, Barcelona, 1542 Okt. 31 (Nr. 5) und Kg. Ferdinand an Karl V., Wien, 1542 Dez. 29 (Nr. 17).
a
In C sind zusätzlich zu den drei genannten Kommissaren Gf. Hugo von Montfort und Gf. Friedrich von Fürstenberg angeführt.
b
–bIn C lautet diese Passage: oder, so ir ainer oder mer bey solcher handlung nit sein mochten, die anderen vier, drey oder zwen aus inen.