Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 9. Der Reichstag zu Konstanz 1507 bearbeitet von Dietmar Heil

Der röm. Kg. hat die im beiliegenden Verzeichnis aufgelisteten Stände1 aufgefordert, ihren Anteil an den vom Konstanzer RT bewilligten 120 000 fl.rh. Bargeldhilfe zur Finanzierung von Fußtruppen gegen kgl. Quittung beim Frankfurter Magistrat zu hinterlegen. Im ebenfalls beiliegenden Schreiben [Nr. 758] befiehlt der Kg. ihnen, diese Gelder gegen Quittung an ihn als kgl. Schatzmeister auszuhändigen. Übersendet dieses Schreiben samt 30 kgl. Quittungen durch seinen Freund, den kgl. Rat Johann Storch. Bittet, diesem den Empfang zu bestätigen2 und eingezahlte Gelder an Storch als seinen Vertreter gegen Quittung auszuhändigen, damit er, Landau, gemäß kgl. Weisung damit verfahren kann.3

Konstanz, 4. September 1507; präs. Frankfurt, 15. September.

Frankfurt, ISG, RTA 23, fol. 98–98’ (Kop.).

Anmerkungen

1
 Es handelte sich um die Ebff. von Mainz (2000 fl.), Trier (2000 fl.), Köln (2000 fl.), den Lgf. von Hessen (2000 fl.), den Bf. von Speyer (440 fl.), Gf. Philipp von Solms (270 fl.), Gf. Ludwig von Isenburg (360 fl.), Gf. Bernhard von Solms (200 fl.), den Gf. [Heinrich] von Nassau-Breda-Dillenburg (840 fl.), Gf. Reinhard von Hanau (240 fl.), Gf. [Eberhard] von Königstein-Eppstein (120 fl.), Kf. Joachim von Brandenburg (2000 fl.), Gf. Philipp von Hanau (270 fl.), die Ganerben zu Friedberg (360 fl.), die Städte Friedberg (240 fl.), Gelnhausen (240 fl.), Frankfurt (1040 fl.), Nürnberg (1760 fl.), Schweinfurt (270 fl.), Worms (600 fl.) und Speyer (600 fl.), den Abt von Maulbronn (240 fl.), die Städte Schwäbisch Hall (510 fl.) und Heilbronn (460 fl.), Gf. Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken (150 fl.), die Städte Offenburg (360 fl.), Gengenbach (270 fl.), Zell (170 fl.) und Köln (1760 fl.) sowie Gf. Reinhard von Bitsch-Lichtenberg (150 fl.) (Kop., Überschr.: Tenor scedule Frankfort; ISG Frankfurt, RTA 23, fol. 99’-100). Unmittelbar vor Eingang des Schreibens Landaus, am 14.9., hatten die Frankfurter Ratsherren beschlossen: Obe imant von steten gelt deß anslags, zu Costenz ufgericht, erlegen wulte, dwile aber der rat deß keynen sondern befehel hait, mogen die rechenmeister gewegen und gezalt und darnach verpitschit hinder sich in depositum nemen uf zymlich erkenteniß (ISG Frankfurt, BMB 1507, fol. 48’). Entsprechend bestätigte Frankfurt am 15.9. der Stadt Schweinfurt den Empfang von 270 fl., die ihre Ratsherren Hans Zull und Balthasar Fehleisen (Felysen) überbracht hatten (Kop., mitwoch nach exaltacionis sanctae crucis; ebd., RTA 23, fol. 102; 103). Am 17.9. informierte man Schweinfurt über den inzwischen eingegangenen kgl. Befehl. Die Quittung wurde dem Schweinfurter Bürger Hans Bodenstein (Potenstein) ausgehändigt (Kop., fritags nach exaltacionis crucis; ebd., fol. 102’). Friedberg erklärte, die Romzughilfe nicht bezahlen zu können, und bat Frankfurt, dies gegenüber den kgl. Einsammlern zu entschuldigen. Frankfurt schlug vor, sich entweder direkt an den röm. Kg. zu wenden oder wenigstens eine schriftliche Erklärung zur Aushändigung an die kgl. Bevollmächtigten zu schicken (Beschluß vom 21.9.; ebd., BMB 1507, fol. 52’). Am 5.10. wurde die daraufhin aus Friedberg gesandte Erklärung zu den Akten gegeben (ebd., fol. 58).
2
 Der Frankfurter Rat bestätigte am 15.9. den Empfang der 30 Quittungen (Or. m. S., mitwochen nach exaltacionis sancte crucis [15.9.]1507; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 218, fol. 3. Kop.; ebd., RTA 23, fol. 99). Darunter befand sich u.a. die Quittung Kg. Maximilians für Frankfurt über den Empfang von 1040 fl. (Or. Konstanz, 28.8.1507; Verm. amdrp., Gegenz. Serntein, Registraturverm. S. Bruefer; ebd., Reichssachen II, Nr. 203, Nr. 1).
3
 Am 18.9. übergab der Frankfurter Magistrat 3170 fl. an Storch (Notiz, Kop., sabatho post exaltacionis crucis; ISG Frankfurt, RTA 23, fol. 104). Die Summe setzt sich zusammen aus dem durch Heinrich Kriech geleisteten Heilbronner Beitrag von 460 fl., die 270 fl. der Stadt Schweinfurt, am 18.9. durch den Frankfurter Schöffen Ort zum Jungen als Bevollmächtigten des Bf. von Speyer überbrachte 440 fl. und am gleichen Tag durch den Kurmainzer Kammerschreiber Johann Wenck angewiesene 2000 fl. Der Frankfurter Rat übergab dagegen die kgl. Quittung an den ebfl. Mainzer Kanzleischreiber Martin Goel (Verzeichnis über eingegangene Zahlungen, Kop., s.d.; ebd., fol. 109–109’). Zu dieser Summe kamen noch die 1040 fl. der Stadt Frankfurt (Empfangsbestätigung des Hans von Landau für Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt über ausgehändigte Gelder, Or. s.l., donerstag nach St. Mauritien tag [23.9.]1507; ebd., Reichssachen II, Nr. 203, Stück-Nr. 42. Kop.; ebd., RTA 23, fol. 104–104’. Mitteilung des Frankfurter Rates an Kg. Maximilian über die erfolgte Auszahlung, Kop., sontags nach Dionisii [10.10.]1507; ebd., fol. 111).