Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 10. Der Reichstag zu Worms 1509 bearbeitet von Dietmar Heil

Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 238–240 (Kop., eadem die [= mitwochen nach Leonhardi]).

Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 709, S. 508f.

[...]. Er hat ihm durch den Ebf. von Riga eröffnet, dass er es für erforderlich halte, den Papst, den Ks. und das Hl. Reich über seine, des Ordensmeisters, Beweggründe für den Abschluss des Beifriedens mit dem Großfürsten [Wassili] von Moskau1zu informieren. Was er dabei tun könne, werde er auf seinen Wunsch hin gerne tun. Falls dies noch nicht geschehen ist, empfiehlt er ihm, nicht länger zu warten, damit dem Orden nicht üble Nachrede oder Vorwürfe daraus entstehen, wie ihm dies seitens einiger Ff. bereits widerfahren ist. Er bedauert seine lange Abwesenheit von den Ordenslanden, konnte daran aber aus triftigen Gründen bislang nichts ändern. Die Gesandten des Ks., des Kg. von Ungarn-Böhmen und des Hl. Reiches sind, wie auf dem ksl. Reichstag zu Worms beschlossen, auf dem Weg zum Kg. von Polen. Über das Ergebnis ihrer Mission wird er ihn unterrichten. Anschließend wird er mit ihm sowie den Prälaten und Gebietigern über das weitere Vorgehen beraten. Er ersucht ihn deshalb, mit den Litauern vorläufig Geduld zu haben und keine Schritte gegen sie zu unternehmen, da dies die Verhandlungen mit dem polnischen Kg. gefährden könnte.2

Anmerkungen

1
 14-jähriger Beifriede des Ordensmeisters in Livland [Wolter von Plettenberg], des Ebf. von Riga [Jasper Linde] und der anderen Bff. mit den russ. Statthaltern von Nowgorod und Pskow vom 25.3.1509 (Druck:Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/3, Nrr. 583f., S. 418–424, 424–430; Napiersky, Urkunden, Nr. CCCVI, S. 257–263). Vgl. Lenz, Politik, S. 85f.
2
 Kg. Sigismund erklärte gegenüber den Gesandten seine Einwilligung zu Vermittlungsverhandlungen auf einem Kongress in Posen im Juni 1510 durch den Papst, Ks. Maximilian und Kg. Wladislaw von Ungarn. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 201229; Forstreuter, Ordensstaat, S. 40–45; Zivier, Geschichte I, S. 55f.