Vereinbarung vertraulicher Korrespondenz. Fragliche Beratung der Gravamina vor der RT-Eröffnung.
EinzelUnterredungen
[1] Vorsprache der
Gesandten der drei Lgff. von Hessenbei den
kursächsischen Räten1mit der Bitte um vertrauliche communicationbeim RT unter Berufung auf die Erbeinung, indem diese ihnen allewege einenn gunstigenn zutritt verstattenn unnd auß denn sachenn mitt unns conferiren, ir guttachtenn mittheilen2.Kursachsen sagt dies zu.
[2] Der
Gesandte der Wetterauer Gff., A. Christiani, sucht den
Kanzler Hessen-Marburgs[S. Klotz] auf3und bittet, er möge eine Zusammenkunft der evangelischen Stände noch vor der Ankunft des Ks. befördern.
[3] /266a f./ (Vormittag). Unterredung des
Pfalz-Neuburger VerordnetenJ. Zöschlin mit den
kursächsischen GesandtenBock, Ende und Badehorn4, um unter Berufung auf die vor dem RT von Kursachsen angebotene vertrauliche Korrespondenz das Verfahren bei den Religionsgravamina abzusprechen. /266a’ f./ Kursachsen (Bock): Sind beauftragt, vor der Beratung der Gravamina die ksl. Proposition abzuwarten, um den Eindruck zu vermeiden, als wolle man dem Ks. vorgreifen /267/ und etwas annders durch solche privata conventicula suchen.Falls die Mehrheit der CA-Stände aber anders entscheidet, sollen sie sich dem anschließen und das jenig zulaßen, was zu gemeiner wolfarth und verhuettung allerhannd unheils mög dienstlich sein./267 f./ Wollen dies zunächst mit Kurpfalz und Kurbrandenburg beraten.
[4] /267’ f./ (Nachmittag). Unterredung des
Pfalz-Neuburger VerordnetenJ. Zöschlin mit dem
Württemberger GesandtenC. Dolde5zum Verfahren bei den Religionsgravamina. Dolde verweist auf die Aussage von Kurpfalz gegenüber den Gesandten Pfalz-Zweibrückens, Baden-Durlachs und Württembergs, zunächst die Ankunft weiterer Stände abzuwarten6, insbesondere jener, die den Heilbronner Abschied unterzeichnet haben. Sie, die Württemberger Gesandten, sind beauftragt, in Religionsfragen mit den Ständen /268/ zu communicirn, so der rainen augspurgischen confession zugethon.