Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Vorbemerkung
Ebenso wie für den RT 15821liegt 1594 eine Vielzahl von Mitschriften für Mitglieder des FR vor, die dessen Verhandlungen in Votenform oder als zuverlässige Verlaufsprotokolle sehr gut wiedergeben. Auch deshalb dient für die Edition nicht ein Protokoll als durchgehende Textvorlage, sondern um die Position möglichst vieler Stände zu veranschaulichen, wird aus fünf Mitschriften jeweils eine als Vorlage ausgewählt und im Dokumentenkopf des Sitzungstages angegeben. Dieses Verfahren ist zudem erforderlich, weil das detailreichste, von den bayerischen Gesandten angefertigte Protokoll (Bayern) bereits am 2. 7. 1594 vorzeitig endet. Bis dahin dient es weit überwiegend als Textvorlage. Das österreichische Protokoll erfasst zwar durchgehend die Voten, allerdings in einer inhaltlich sehr reduzierten Form, die für die vorstimmenden Ff. häufig nur die Grundaussage ohne Argumentation und für die in der Sessionsordnung Nachfolgenden nur den Anschluss an andere Stände festhält. Deshalb werden neben Österreich auch Augsburg, Würzburgund Württemberg ausgewählt als Textvorlage herangezogen. Ansonsten werden diese und viele der übrigen Verlaufsprotokolle im Variantenapparat berücksichtigt, falls sie Zusätze, Korrekturen oder Kommentare enthalten. Weil damit die Verhandlungen des FR insgesamt sehr gut dokumentiert sind, ist die Berücksichtigung weniger aussagefähiger Berichts- und Beschlussprotokolle verzichtbar. Folgende Protokolle wurden ermittelt:
1) Bayern2. Votenprotokoll, verfasst von Hofratssekretär Dr. Christoph Gewold3, beginnend mit dem Einzug des Ks. am 18. 5. Es schildert eingangs die Gründe für den Aufschub der RT-Eröffnung wegen der Magdeburger Session und protokolliert dabei einige diesbezügliche informelle Verhandlungen. Als Kurienprotokoll setzt es ein mit der Eröffnung des RT am 2. 6. und zeichnet sodann die Verhandlungen im FR inklusive der Ausschussberatungen zum 1. HA (Türkenhilfe) und 2. HA (Landfriede und Niederlande) detailliert auf, bricht aber unvermittelt am 2. 7. ab4 und umfasst demnach nur die erste Phase des RT.
2) Bayern A5. Verlaufsprotokoll, verfasst von Ägidius Albertinus6, beginnend mit dem Einzug Hg. Maximilians von Bayern in Regensburg am 9. 5. Der Schwerpunkt des Protokolls liegt zum einen zeitlich vor der Eröffnung des RT und zum anderen auf der Beschreibung von Ankünften und Einzügen, anderer zeremonieller Akte und des zeremoniellen Ablaufs gegenseitiger Besuche. Ausführlich geschildert werden die Verhandlungen zum Geleitstreit Bayerns mit Pfalz-Neuburg, der Einzug des Ks. am 18. 5. und die Eröffnung des RT. Auch im Folgenden konzentriert es sich auf zeremonielle Aspekte, hingegen wird für FR lediglich die Einberufung der Sitzungen konstatiert, ohne auf deren Inhalte einzugehen. Hierfür verweist Albertinus auf die Ausführungen im Reichs prothocolldes Dr. Gewold (= Bayern). Die Aufzeichnungen enden wie im Protokoll Gewolds vorzeitig am 2. 7. Für die inhaltliche Dokumentation der FR-Verhandlungen ist die Mitschrift ohne Belang, die zeremoniellen Aspekte werden an entsprechender Stelle ausgewertet.
3) Österreich7: Votenprotokoll, verfasst von Reichshofrat Hans Ludwig von Ulm. Es hält eingangs die Sessionsfolge im FR fest, listet den Reichsanschlag der wichtigeren Stände auf8, erfasst unvollständig einen österreichischen Protest bezüglich der Session und protokolliert sodann die Sitzungen des FR vom 6. 6. bis zum Ende des RT am 19. 8., indem es zwar alle Voten aufzeichnet, meist jedoch in sehr knapper Form. Das Protokoll beinhaltet die Ausschussberatungen zum 2. HA (Landfriede und Niederlande), nicht jedoch jene zum 1. HA (Türkenhilfe), an denen Österreich nicht beteiligt war. Daneben protokolliert Österreich eine Sitzung der katholischen Stände sowie die Beratung im Redaktionsausschuss für den RAb am 13. 8.
4) Würzburg9: Sonderprotokoll zur Anreise von Bf. Julius nach Regensburg und zu den dortigen Verrichtungen bis zur Eröffnung des RT (10. 5.–3. 6.).
5) Würzburg A10: Votenprotokoll (Bf. Würzburg), beschränkt auf die Beratungen des 1. HA (Türkenhilfe) im Zeitraum vom 6. 6. bis 23. 7.; mit thematisch inserierten Aktenstücken.
6) Würzburg B11: Voten-, teils Verlaufsprotokoll (Bf. Würzburg), beschränkt auf die Beratungen des 2. und der folgenden HAA (Landfriede und Niederlande, Reichsjustiz, Reichsmünzwesen, Reichsmatrikel, Session) im Zeitraum vom 27. 6. bis 16. 8.
7) Augsburg12: Votenprotokoll (Bf. Augsburg), verfasst vom Gesandten Dr. Christoph Schilling. Eingangs Verweise auf die Einberufung des RT sowie die Abordnung und Ankunft der Gesandten in Regensburg am 3. 5. Es folgen Einträge für den Zeitraum bis zur RT-Eröffnung am 2. 6. (ksl. Empfangskommission, Einzug des Ks., Verzögerung der Eröffnung wegen der Magdeburger Sessionsfrage, schwäbischer KT in Regensburg) und sodann als Hauptinhalt das Protokoll der Verhandlungen im FR ab 6. 6. bis zum Ende des RT sowie für einige Sitzungen der katholischen Stände.
8) Augsburg A13: Votenprotokoll (Bf. Augsburg) mit Inhalt als FR-Protokoll wie in Nr. 7, jedoch zusätzlich mit der Aufzeichnung von zwei Sitzungen der katholischen Stände (6. 8., 14. 8.), die in Augsburg fehlen.
9) Württemberg14: Überwiegend Voten-, teils Verlaufsprotokoll (Hg. Württemberg), zunächst für den Zeitraum vom 2. 6. (23. 5.) bis 4. 8. (25. 7.) verfasst von Dr. Matthäus Enzlin, anschließend für die letzten Verhandlungstage vom 16. 8. (6. 8.) bis 19. 8. (9. 8.) fortgesetzt von Dr. Christian Dolde. Die Mitschrift erfasst auch die Beratungen im FR-Ausschuss zum 1. HA (Türkenhilfe) und verweist vereinzelt in knapper Form auf Versammlungen der protestantischen Stände.
10) Eichstätt15: Verlaufsprotokoll (Bf. Eichstätt), verfasst von Vizekanzler Dr. Hildebrand Thiermeyer. Es zeichnet meist nur die Voten der führenden Stände auf und ordnet die Nachstimmenden diesen zu. Neben den Verhandlungen im FR werden im Gesamtzeitraum vom 5. 5. bis 25. 8. vor der RT-Eröffnung auch Ankünfte von Reichsständen, der Einzug des Ks. und Beratungen des Fränkischen Kreises sowie nach der Verlesung des RAb Abreisen aus Regensburg und daneben mehrere Sitzungen der katholischen Stände protokolliert.
11) Bamberg16: Beschlussprotokoll (Bf. Bamberg), das abschnittsweise für jeweils einige Verhandlungstage zusammengefasst als Beilage zu den Berichten an den Bf. geschickt wurde. Die Aufzeichnungen beginnen mit der Verhandlungseröffnung im FR am 6. 6., beinhalten auch dessen Ausschusssitzungen zum 1. HA (Türkenhilfe) und enden vorzeitig am 1. 8. Neben FR werden im laufenden Protokoll einige Sitzungen der katholischen Stände erfasst.
12) Freising17: Zunächst Voten-, dann Verlaufsprotokoll (Bf. Freising), verfasst von Kanzler Dr. Daniel Pagge. Es umfasst mit dem Zeitraum 2. 6. bis 19. 8. den gesamten RT mit den Verhandlungen im FR und den Sitzungen der katholischen Stände. Die Mitschrift ist insbesondere in der ersten Hälfte weitgehend zerstört und zudem durch Schimmelbefall geschädigt.
13) Freising A18: Fragmentarische Reinschr. als Abschrift von Freising, umfassend die Tage vom 2. 6. bis 14. 6.
14) Freising B19: Fragmentarische Reinschr. als Abschrift von Freising, umfassend die Tage vom 2. 7. bis 13. 7., beinhaltend auch die Sitzung der katholischen Stände am 12. 7.
15) Metz20: Verlaufs-, teils Beschlussprotokoll (Kardinal Karl von Lothringen als Bf. von Metz), vereinzelt mit Voten der vorstimmenden Stände, verfasst von Dr. Joseph Bilonius. Die Mitschrift beginnt mit der Ankunft des Gesandten am 8. 5., zeichnet vor der RT-Eröffnung einige informelle Gespräche auf und protokolliert die Hauptverhandlungen vom 2. 6. bis 9. 8. sowie Sitzungen der katholischen Stände.
16) Lausanne21: Voten-, teils Verlaufsprotokoll mit sehr knappen Einträgen, verfasst vom bayerischen Rat Dr. Otto Forstenhäuser für Bf. Anton [Antoine de Gorrevod] von Lausanne, den er gemeinsam mit Hans Albrecht Dichtl beim RT vertrat. Die Aufzeichnungen beginnen am 15. 5. und brechen am 6. 7. ab.
17) Jülich-Berg22: Bei grundlegenden Erstberatungen einer Thematik Voten-, ansonsten Verlaufsprotokoll für den gesamten Verhandlungszeitraum vom 2. 6. bis 19. 8., beinhaltend auch die Ausschusssitzungen zum 1. HA (Türkenhilfe) und 2. HA (Landfriede und Niederlande).
18) Hessen23: Verlaufsprotokoll, verfasst vom Gesandten Eberhard von Weyhe. Eingangs Verweis auf die Ladung der drei Lgff. zum RT, die Abordnung der Gesandten und deren Verrichtungen in Regensburg vor der RT-Eröffnung. Das Protokoll erfasst zahlreiche informelle Gespräche vor und nach der RT-Eröffnung, die Verhandlungen im FR während der gesamten Dauer vom 2. 6. (23. 5.) bis 19. 8. (9. 8.) inklusive der Sitzungen des Ausschusses zum 1. HA (Türkenhilfe) und des Redaktionsausschusses für den RAb, daneben die Versammlungen der fränkischen24und der oberrheinischen Kreisstände neben dem RT sowie in sehr guter Form die Religionsverhandlungen der protestantischen Stände.
19) Sachsen-Weimar25: Verlaufsprotokoll, das meist die vorstimmenden Voten wiedergibt und diesen die folgenden Stände nach Konfession, Bank oder korrespondierender Aussage zuordnet. Das eigene Votum für Sachsen-Weimar wird immer ausführlich festgehalten. Verfasst wurde das Protokoll bis 1. 7. (21. 6.) gemeinsam von den Gesandten Dr. Wolfgang Spelt und Hans Melchior von Wittern, danach allein von Spelt26. Es beginnt mit ihrer Ankunft am 4. 5. (24. 4.), zeichnet sodann viele informelle Gespräche vor der Verhandlungseröffnung auf, geht auch auf Beratungen der Stände aus dem Obersächsischen und dem Fränkischen Kreis ein und protokolliert als Kernpunkt die Sitzungen des FR im gesamten Verhandlungszeitraum vom 6. 6. (27. 5.) bis 19. 8. (9. 8.). Anschließend wird es mit knappen Einträgen fortgeführt bis zur Abreise der Gesandten am 28. 8. (18. 8.). Für die Religionsverhandlungen verweist es auf ein eigens dafür angefertigtes Protokoll, das nicht aufgefunden werden konnte.
20) Sachsen-Coburg27: Beschlussprotokoll, beginnend mit der RT-Eröffnung am 2. 6. (23. 5.) und vorzeitig bereits am 13. 7. (3. 7.) endend.
21) Baden-Durlach28: Teils Voten-, teils Verlaufsprotokoll, verfasst von den Gesandten Johann Ulrich Burrus und Johann von Ulm, beginnend mit Hinweisen auf den Aufschub des RT durch den Ks., die Anreise der Gesandten, Ankünfte anderer Reichsstände und den Einzug des Ks. Die Hauptverhandlungen zeichnet es von der RT-Eröffnung bis 16. 8. (6. 8.) auf und geht dabei auch auf die protestantischen Religionsverhandlungen ein.
22) Baden-Baden29: Knappes Beschlussprotokoll für den Zeitraum vom 6. 6. bis 13. 7.
23) Pommern-Stettin30: Berichts- oder Beschlussprotokoll, eigenhd. verfasst vom Gesandten Dr. Gallus Beck. Es verzeichnet eingangs die Ankunft der Gesandten am 2. 5. (22. 4.), viele informelle Unterredungen sowie Beratungen der protestantischen Stände vor und nach der Eröffnung des RT, die Verhandlungen der obersächsischen Kreisstände neben dem RT und als Hauptbestandteil die Sitzungen des FR (auch des Ausschusses zum 1. HA) vom 10. 6. (31. 5.) bis 19. 8. (9. 8.).
24) Pommern-Wolgast31: Abschlussbericht in Form eines Beschlussprotokolls von der Ankunft der Gesandten am 23. 5. (13. 5.) bis 11. 8. (1. 8.), beinhaltend viele Verrichtungen zu Privatsachen, die Verhandlungen der obersächsischen Kreisstände, zahlreiche Beratungen der protestantischen Stände sowie die Sitzungen des FR vom 6. 6. (27. 5.) bis 9. 8. (30. 7.).
25) Braunschweig-Wolfenbüttel32: Verlaufs-, teils Beschlussprotokoll, das den Zeitraum vom 2. 6. (23. 5.) bis 23. 7. (13. 7.) umfasst und neben den Verhandlungen des FR viele Sitzungen der protestantischen Stände erfasst.
26) Braunschweig-Wolfenbüttel A33: Während der Sitzungen aufgezeichnete Bleistiftnotizen in vielen kleinen Geheften, die chronologisch nicht geordnet sind. Die Notizen sind im Textbestand nicht identisch mit der Reinschr. Braunschweig-Wolfenbüttel und deren Rapular, auch umfassen sie mit 23. 6. (13. 6.) bis 16. 8. (6. 8.) einen anderen Berichtszeitraum. Die Bleistifteinträge sind vielfach verwischt oder ausgebleicht und deshalb nicht durchgehend lesbar.
27) Braunschweig-Lüneburg34: Protokollauszüge aus der Überlieferung Hg. Ernsts von Braunschweig-Lüneburg zu Celle, die für KR/FR nur die Beratung am 10. 8. (31. 7.) und ansonsten einige Religionsverhandlungen der protestantischen Stände aufzeichnen.
28) Einen Sonderfall stellt wie schon beim RT 158235die Protokollierung für Pfalz-Neuburg dar: Sie erfolgte nicht chronologisch fortlaufend für die Gesamtverhandlungen im FR, sondern in der Anfertigung der Mitschriften und in deren Ablage (zusammen mit den jeweils zugehörigen Akten) thematisch separiert. Innerhalb der thematischen Ordnung wurden die Einzelabschnitte des Protokolls chronologisch in kleinen Einheiten angefertigt und als „Relation“ datiert. Demnach sind zu unterscheiden: Pfalz-Neuburg A36: Nur ein Protokollabschnitt für die RT-Eröffnung (2. 6.) und die erste Sitzung des FR am 6. 6. (27. 5.). Pfalz-Neuburg B37: 20 Protokollabschnitte zu den Beratungen des 1. HA (Türkenhilfe) vom 10. 6. (31. 5.) bis 9. 8. (30. 7.). Pfalz-Neuburg C38: 10 Protokollabschnitte zu den Beratungen des 2. HA (Landfriede und Niederlande) vom 27. 6. (17. 6.) bis 19. 8. (9. 8.; die Verlesung des RAb wird in diesem Abschnitt erfasst). Pfalz-Neuburg D39: 18 Protokollabschnitte zu den Beratungen des 3.–6. HA (Reichsjustiz, Reichsmünzwesen, Reichsmatrikel, Session) mit jeweils thematisch gesonderter Protokollierung für jeden einzelnen HA; 10. 6. (31. 5.) und 14. 6. (4. 6.) sowie Zeitraum vom 29. 7. (19. 7.) bis 16. 8. (6. 8.). Pfalz-Neuburg G40: Protokollabschnitte zu Sessionsfragen (Vorrangstreit einzelner Stände, Teilnahme der Stadt Augsburg am SR, Magdeburger Sessionsstreit, Session des Hst. Straßburg), die teils im FR-Protokoll und teils bei den Supplikationen zu Sessionsbelangen ausgewertet werden oder den Verhandlungen auf Konfessionsebene zuzuordnen sind. Die Neuburger Protokolle zu den Religionsverhandlungen im engeren Sinn finden sich in Kapitel F. Die Neuburger Mitschriften sind als Voten- oder sehr gutes Verlaufsprotokoll zu klassifizieren: Sie zeichnen viele der führenden Voten einzeln auf und fassen meist nur die in der Sessionsordnung in der zweiten Hälfte oder im letzten Drittel folgenden Stimmen zusammen. Das eigene Votum wird vielfach außerhalb des Protokolls schriftlich fixiert und deshalb in der Mitschrift nicht mehr ausgeführt. Verfasst wurde das Protokoll von verschiedenen Hdd., wovon zwei Hans Kaspar Roth von Schreckenstein und Johann Zöschlin zuzuordnen sind.
29) Holstein41: Beim Protokoll der Gesandten Kg. Christians IV. von Dänemark für das Hgt. Holstein, Benedikt von Ahlefeld und Dr. Veit Winsheim, handelt es sich um einen Sonderfall, da sie nur an der RT-Eröffnung, anschließend wegen der strittigen Sessionsfrage aber nicht am FR teilnahmen. Die Einträge, beginnend mit 9. 5. (29. 4.) und endend am 16. 7. (6. 7.), legen anfangs den Schwerpunkt auf informelle Unterredungen der protestantischen Stände sowie deren Religionsberatungen im Plenum, ansonsten beschränken sie sich im weiteren Verlauf auf die eigenen Belange im Zusammenhang mit dem Bemühen um die Session im FR und dem Streit um die Zulassung der Gesandten Kgn. Sophies42. Die Verhandlungen im FR werden nicht thematisiert.
30) Pfalz-Zweibrücken43: Protokollauszug, thematisch beschränkt auf die Beratung des 3. HA (Reichsjustiz) an vier Sitzungstagen im FR, als „Relation“ vom 10. 8. (31. 7.) und unterzeichnet von den Gesandten Ottheinrich Landschad von Steinach, Johann Sturtz und Johann Heinrich Schwebel.
31) Ein Protokollauszug44aus Pfälzer Provenienz nur für 10. 5. (30. 4.), 18. 5. (8. 5.), 24. 5. (14. 5.) und 28. 5. (18. 5.; interne Pfälzer Beratungen zum Sessionsstreit mit dem Haus Sachsen), 2. 6. (23. 5.; RT-Eröffnung) und 6. 6. (27. 5.; Sitzung des FR).
32) Schwäb. Gff.45: Verlaufsprotokoll, verfasst von Dr. Gallus Müller, dem Gesandten der schwäbischen Gff. Das Protokoll verweist einleitend auf die Festlegung der RT-Vertretung beim Grafentag zu Riedlingen am 29. 3. sowie die Anreise der Gesandten und zeichnet sodann die Verhandlungen im FR bis 19. 8. sowie mehrere Sitzungen der katholischen Stände auf.
33) Schwäb. Gff. A46: Knappes Beschlussprotokoll, das eingangs kurz den Einzug des Ks. am 18. 5. und die RT-Eröffnung am 2. 6. anspricht und anschließend die Verhandlungen im FR bis 19. 8. sowie wenige Sitzungen der katholischen Stände enthält.
34) Wett. Gff.47: Voten-, teils nur Verlaufsprotokoll für die Wetterauer Gff., mit einem vorangestellten ausführlichen Abschlussbericht an die Gff., verfasst und unterzeichnet vom Gesandten Dr. Andreas Christiani. Der einleitende Bericht schildert die Ladung der Gff. zum RT, die Benennung der Gesandten, seine, Christianis, Protokollführung für alle Verhandlungsebenen (FR, Religionsberatungen, Supplikationsrat), die Mehrheitsproblematik beim RT, die protestantischen Gravamina und die Bemühungen um die Wahrung des Votums der Gff., verbunden mit einem kurzen inhaltlichen Abriss. Das eigentliche Protokoll beginnt mit der Ankunft Christianis am 3. 5. (23. 4.), informiert anschließend über zahlreiche informelle Unterredungen noch vor der RT-Eröffnung und zeichnet die Verhandlungen im FR (mit dem Ausschuss zum 2. HA, Landfriede und Niederlande) sowie die Beratungen der protestantischen Stände bis 19. 8. (9. 8.) zuverlässig auf.
35) Wett. Gff. A48: Verlaufsprotokoll aus der Provenienz der Wetterauer Gff., ohne Nennung des Verfassers. Es beginnt ebenfalls mit der Ankunft der Gesandten am 3. 5. (23. 4.), enthält jedoch keine Versammlungen der protestantischen Stände vor der RT-Eröffnung und protokolliert die Verhandlungen im FR zwar bis 19. 8. (9. 8.), weist allerdings Lücken auf, da es viele Sitzungen nicht erfasst.
Ergänzend zur Protokollführung der Wetterauer Gff. sind die privaten Aufzeichnungen Gf. Philipp Ludwigs II. von Hanau-Münzenberg zu erwähnen, der sich im Rahmen seiner Reisen (1593 bis 1595) in Regensburg aufhielt und dort als Verordneter der Wetterauer Gff. bis zu seiner Abreise bereits am 22. 6. (12. 6.) an einigen Sitzungen des FR und der protestantischen Stände teilnahm. Sein Diarium49 gibt aufschlussreiche Einblicke in den Alltag eines RT-Teilnehmers jenseits der offiziellen Verhandlungsebene, deren Beschreibung hinter der intensiveren Schilderung privater Verrichtungen und zeremonieller Aspekte (Spaziergänge, gegenseitige Besuche, gemeinsame Mahlzeiten mit vielen Ff., Teilnahme an Banketten, Gottesdiensten sowie auch an katholischen Messen und Vespern, Beobachtung katholischer Prozessionen50etc.) zurücktritt.
36) Henneberg51: Anfangs Beschluss-, später gutes Verlaufsprotokoll mit den Voten der führenden Stände, verfasst und unterzeichnet vom Gesandten Humpert von Langen. Die Aufzeichnungen sprechen zunächst das RT-Ausschreiben, die Anreise des Gesandten und informelle Beratungen von Ständen des Fränkischen Kreises an. Die Verhandlungen im FR werden vollständig vom 6. 6. (27. 5.) bis 19. 8. (9. 8.) protokolliert. Für die Religionsberatungen verweist von Langen auf ein eigenes Protokoll (= Henneberg A).
37) Schwarzburg52: Protokollfragment nur für die Sitzungen des FR am 27. 5. (6. 6.), 10. 6. (31. 5.) und 14. 6. (4. 6.) sowie für einige Beratungen der obersächsischen Kreisstände Anfang Juni.
Komplettiert wird die gute Quellenlage für die Verhandlungen im FR durch die umfängliche Reichstagskorrespondenz, also die Berichte der Gesandten und die Weisungen ihrer Herren. Folgende Korrespondenzen wurden ermittelt und im Kommentar ausgewertet, falls sie über die Protokolle hinaus Zusatzinformationen enthalten, Hintergründe erhellen oder die Abläufe kommentieren: Bff. von Augsburg53, Bamberg54, Münster55, Salzburg56; Johannitermeister57; Abt von Salmannsweiler58; protestantische Hochstiftsadministratoren: Magdeburg59. Weltliche Fürsten: Baden-Baden60, Baden-Durlach61, Bayern62, Bur- gund63, Brandenburg"–Ansbach64, Braunschweig"–Lüneburg65, Braunschweig"–Wolfenbüttel66, Hessen"–Kassel67, Holstein (Dänemark)68, Jülich69, Mecklenburg"–Güstrow70, Österreich (Ehg. Ferdinand II. von Österreich"–Tirol)71, Pfalz"–Neu- burg72, Pfalz"–Zweibrücken73, Pommern"–Stettin74, Pommern"–Wolgast75, Sachsen- Coburg76, Sachsen-Weimar77, Württemberg78; Gft. Henneberg-Schleusingen79, schwäbische Gff.80, Wetterauer Gff.81, Gf. Albrecht VII. von Schwarzburg"–Rudolstadt82.
Ergänzend zur guten Protokollierung der Verhandlungen im FR und insbesondere für Ereignisse und Absprachen am Rande kommen vorrangig die Korrespondenzen Bayerns, Brandenburg-Ansbachs, Braunschweig-Wolfenbüttels, Hessen-Kassels und Württembergs in Betracht. Die Berichte sind darüber hinaus für die Dokumentation der beiderseitigen informellen innerkonfessionellen Unterredungen (vgl. Abschnitte F, G) unverzichtbar.
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