Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Textvorlage: Bayern, fol. 87–108.

1. HA (Türkenhilfe): Mehrheitliche Bewilligung von 64 Römermonaten durch das Plenum des FR.

/87/ FR-AUSSCHUSSazum 1. HA (Türkenhilfe) (Gesandte: Salzburg, Bayern, Bamberg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Konstanz, Jülich, Speyer, Württemberg, Münster, Hessen-Kassel, Pommern-Stettin, Henneberg, Prälaten, schwäbische Gff.).

Salzburger Kanzler proponiert: Auf der Grundlage der bisherigen Beratungen wurde eine Ausschussresolution konzipiert. Dessen Verlesung1.

Umfrage. Salzburg, Bayern: Billigung.

Bamberg: Billigung. Der müntz /87’/ halben zuvermelden, das ir Mt. dieselb von den stennden nemen, wie sy im Reich geng und geb.Keine Doppelbesteuerung von Reichsständen.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Hab sich zuerinnern, das yedertzeit ist angehenckht worden: „doch das die beschwerungen und unruhe im Reich abgestellt werden, sunst nichts geben khönden“2. Sollte auch zue dem concept gesetzt werden von aufnam deß gelts, was ir Mt. sonsten für schulden gemacht, das sy solche one beschwerden deß Reichs ablegten.

/87’ f./ Replik Salzburg: /88/ Es sey schon vermeldet, und bleibe man in generalibus.

Ergänzung Bayern: Sollt dabey steen: Was aber das aufgebrachte gelt anlangt, das hab seinen weg.

Erwiderung Braunschweig-[Wolfenbüttel]; Württemberg und Pommern idem dixerunt: Seyen diversa die anticipirte hilf und dz gelt, so ir Mt. von den stenndten privatim entlechen.

Auf welches letstere khein antwortt gegeben. Es soll auch nit angedeüttet werden, das ir Mt. die stendt mögen anlangen etc., dann es seie in facultate et libero arbitrio irer Mt. Wurde den abgesandten, die dessen kheinen bevelch haben, nit verwantwortlichen sein, wenn man irer Mt. also geben wurt. Oder man mög sagen, etliche haben die andeüttung gethan, etliche /88’/ aber haben vermeldet, wie das sy deßhalben kheinen bevelch.

Konstanz: Wann der krieg beharrt wirt, sive offensive, sive devensive, soll die bewilligung auch ervolgen. Der müntz halben, dz ir Mt. in gangbarer Reichs müntz betzalt werden, damit nit ein stanndt vor dem andern beschwert werde. Wann dise zway darbey gesetzt, hab[en] sy verrer khein bedenckhen.

Jülich: Addendum „doch das den beschwerden abgeholffen“ und Gülch wegen erlittner kriegs scheden mit der contribution dißmall verschont werde.

Speyer: Billigung des Konz., allein dz die hilf mit allen conditionibus wie anno 663 eingewilligt werde.

/89/ Württemberg: Solle vermeldet werden, dz die beharrliche hilf sich erstreckhe, wann aintweders der krieg so lang continuier, ut Bamberg et Costnitz. Denn anhanng in puncto der hilf auszulassen von wegen abtzug der anticipierten hilf, dann khein standt dem andern disfalls mög praejudiciern. Und damit solcher anhang nit beschwerlich fall, seye genuegsam, das in genere angeregt und gesetzt werde, wie das etliche stenndte sich dahin vernemen lassen, sy haben dessen khein bevelch. Das der restanten ein anregung geschech, sey ein notdurfft, dann es sonnst die höchste ungleichait abgebe.

Münster: Wie Gülch.

Hessen-[Kassel]: /89 f./ Billigung im Hauptpunkt, /89’/ allein ut addatur, soverr der krieg so lanng wert. Item dz die generalis clausula, welche hievor in abschiden gebraucht4, dartzue gesetzt und der restanten mit wenig wortten gedacht werde. In caeteris wie Braunschweig et Württemberg, und dz der anhang auszelassen.

Pommern-[Stettin]: Wie Braunschweig, Wirttemberg und Hessen.

Henneberg: Ut Braunschweig.

Prälaten, schwäbische Gff.: Jeweils ut Bamberg.

Resümee: Seyen siben vota bey Saltzburg und Bamberg und fünffe[!] bey Braunschweig, das der anhanng auszelassen.

/90/ Clausula, ut addantur: Werde wenig bedenckhens haben. So verstee es sich auch an ime selbs, das die contributiones, welche dem ungerischen krieg unnd dem gemainen wesen zum bessten angesechen, sich so lanng erstreckhen, wann der krieg vier jar were5.

Einwand Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Mann soll noch einmal umbfragen, dann Saltzburg hat nit maiora.

Erwiderung Salzburg: Mann müeß heren, was man im fürstenrath dartzue wer[de] sagen. Er hab nit bevelch, dz er aus dem concept schreiten solle.

Hessen-[Kassel]: Saltzburg werd nit machen, das einer oder der ander seiner haubt instruction oder bevelch zuwider votiere.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Tringt verrer auf die ander umbfrag.

/90’/ [2. Umfrage.] Bayern: Die schulden, welche der kayser gemacht, die haben ire weg, und seye nichts davon proponiert. Derhalben solte addirt werden: „Was aber den aufnam oder das aufgebrachte und entlechnete gelt betrifft, khönndte man kheinem standt etwas praejudiciern, sonder lasst mans auf ime selbs beruehen“.

Bamberg: Soll man ein differentz machen zwischen der anticipierten hilf und entlechnetem gelt: Etliches haben ire Mt. von den stenden empfangen auf abtzug6 und gegen einem reverß, etliches haben ire Mt. privatim von stenndten entlechnet; gee solches dz Reich nit an.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Es seye vonnetten, ut addatur: Wann der krieg sich auf vier jar erstreckh, soll die bewilligung so lang verstannden werden.

/91/ Salzburg: Mann mög umbfragen. Es weser7 [!] sich an im selbs und werdens sonders zweifels die churfürsten hineinsetzen, oder man mögs im fürstenrath fürbringen. Yetzt setz ers nit hinein.

Braunschweig-[Wolfenbüttel]: Mann soll noch ainmal umbfragen, well sich sonnst deß procedierns im fürstenrath beschweren. Seye genueg, das mans am freytag und samstag8 nachgesechen.

Daraufhin wird das Konz. in einem Punkt verändert: „Was aber dz von irer Mt. besonderbar entlechnet und aufgebracht gelt belanget, seye ire Mt. undterthenigist zubitten, der stenndte damit zuverschonen“.

Beschluss: Billigung dieser Änderung.

[3. Umfrage zur Laufzeit der Steuer in Abhängigkeit von der Kriegsdauer].

Salzburg: Lassts beim concept bleiben.

Bayern: Khumb in diser punct schwer und yberschwer für, denn /91’/ soll man simpliciter[sagen], man well ire Mt. die bewilligung volgen lassen, es her der krieg baldt oder nit baldt auf, so fall es den armen undterthonen yberschwer. Soll man dann setzen, so lang der krieg werth, so habe es auch seine nachbedenckhen: Seyen heut diß jars nur acht monat bewilligt9 - wie es müglich, das ir Mt. disen schwal10 unnd khriegs wesen damit abrichten khünden und einen widerstanndt thuen? Ire Mt. aufgenommen gelt, der bewilligung betreffendt: Repetirt priora, und dieweil man noch nit weiß, was man im fürstenrath beschliessen werde, hielt für rathsamer, das man disen puncten yetzt beyseits stellet.

Bamberg: Repetire priorae, dz nemlich die clausul, wie anno 66 unnd hernachmalln beschechen11, einverleibt werden, und mit dem /92/ anhanng, woverrn solcher krieg wider den erbfeindt offensive oder defensive soll continuiert werden.

Im Folgenden votieren Braunschweig-Wolfenbüttel, Konstanz, Speyer, Württemberg, Hessen, Pommern und Henneberg explizit wie Bamberg. Jülich wiederholt das vorherige Votum und ist indifferens, Münster schließt sich Jülich an. Die Prälaten votieren wie die Mehrheit.

Ist darauf die clausula addiert worden: woverr solcher /92’/ krieg wider gemainer christenhait erbfeindt offensiv oder defensif weiß continuiert werden sollte.

Fürstenratb(Ebf. von Salzburg, Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg, Hg. Johann Casimir von Sachsen"–Coburg, Lgf. Georg Ludwig von Leuchtenberg persönlich. Gesandte: Österreich, Burgund, Besançon, Bayern, Deutschmeister mit Fulda, Pfalz"–Lautern, Bamberg, Pfalz"–Simmern, Würzburg, Pfalz"–Zweibrücken, Worms, Pfalz"–Veldenz, Eichstätt, Sachsen"–Weimar, Speyer mit Basel und Weißenburg, Sachsen"–Coburg [Johann Ernst], Konstanz, Brandenburg"–Ansbach, Augsburg, Braunschweig"–Grubenhagen, Hildesheim, Braunschweig"–Wolfenbüttel, Paderborn, Braunschweig"–Calenberg, Freising, Braunschweig"–Lüneburg, Regensburg, Jülich, Passau, Württemberg, Trient, Baden"–Durlach [Ernst Friedrich], Brixen, Baden-Baden, Münster, Baden"–Durlach [Georg Friedrich], Lüttich, Hessen"–Kassel, Cambrai, Hessen"–Marburg, Sitten, Hessen"–Darmstadt, Metz, Pommern"–Stettin, Toul, Pommern"–Wolgast, Lausanne, Anhalt, Hersfeld, Henneberg, Murbach, Nomeny, Ellwangen, Arenberg, Berchtesgaden, Prüm, Stablo, Prälaten, Wetterauer Gff., schwäbische Gff.).

Salzburger Kanzler verliest den cBeschluss des Ausschusses zum 1. HA (Türkenhilfe)–c,12.

Umfrage durch den Reichserbmarschall.

Salzburg (Ebf. persönlich, Vortrag des Votums durch den Kanzler): Belässt es bei der Ausschussresolution.

Pfalz-Neuburg (Pfgf. persönlich, Vortrag des Votums13durch Dr. Fröhlich): Entnimmt der ksl. Propositiond, dass die Lage in Ungarn also beschaffen, das man yetzt nit /93/ auf die privat ungelegenhait zusechen habe, sonder wie man irer Mt. mit der hilf fürderlich entgegen gee. Vergleicht sich mit dem ausschuß auf 64 monat, wie beschlossen, doch hab er wolmainent erinnern wellen, ob es nit ein mittl, das man irer Mt. desto stattlicher zuhelffen, diß 94. jar die hilf umb etlich wenig monat erhechert hette und die andern nachvolgendte jar desto weniger monat sein lassen; welches dann auch den undterthonen erschwinglicher. Doch welle sich vergleichen. Die müntz betreffendt: Seyen ir Mt. zuersuechen, dz sy lanndtleüffige müntz annemene, wie der ausschuß bedacht. Versicht sich, ire Mt. werden sich für dißmall und wegen /93’/ der bewussten ersaigerung der stenndte undterthonen wol damit contentiern lassen.Zuordnung von Pfennigmeistern: Vermaints einzestellen, jedoch Anschluss an die Mehrheit. /93’ f./ Almosensammlung, freiwilliger Kriegsdienst, Mithilfe auswärtiger Potentaten: Wie der Ausschuss. Umlage der Steuer auf die Untertanen /94/ mit denen conditionibus wie anno 66, 76 und 8214. Item die restanten fürderlich einzebringen, damit dz aufgebrachte gelt davon wider betzalt werde; auch der gravierten stendte, alls Gülch, mit den restanten zuverschonenf. Seyen ire Mt. notwendig zuerinnern, auf mittl zutrachten, dz solchen stendten wider zu guetter rhue und sicherhait geholffen werde. Den abtzug betreffend15: gHalte darfür, dz den stendten solcher abtzug zue- /94’/ beharren nit gemaint, dann das expedition werckh dardurch verhindert werde. Der bestallung verbesserung betreffend: Hallt darfür, dz es wol bey der anno 70 aufgerichten reitter- und fueskhnecht bestallung16 khöndte verbleiben, da aintweders ein bessere ordnung gehalten werde; dessen ire Mt. zuerinnern. Da es dann ein notdurfft, die verbesserung fürtzenemen, solten von irer Mt. und den stenden kriegs verstendige dartzue verordnet werden. Beschlieslich ir Mt. zuerbitten, dz sy allen stendten irer gravaminen abhelffen, auch die verordnung thuen, dann[!] alle im Reich hin und wider fürgeendte lanndts verderbliche practiken und durchzüg abgestellt und mennigclich /95/ beim religion- und prophan friden bleiben möge. In ceteris wie der ausschuß.

Österreich: Wiederholen anhand der Proposition die Unabdingbarkeit einer stattlichen Unterstützung, wan man den uncossten auf 60 000 mann17 will erwegen. hWerden jerlich die sechtzehen simpl monat in allem, wie sy bey den gebigen stenndten einzebringen, nicht gar sechtzig tausendt gulden deß monats, da doch wol ainhundert tausendt gulden aufgehn, und also khaum den sibendten thail /95’/ antreffen. Ist derhalben der mainung, das man auf dißmall zum widerstanndt mer monat soll bewilligen. Werde man hecher nit helffen, sey nichts anders zuebesorgen alls verlusst deß volckhs, gelts, lanndt und leüth. Werden auch die nachbarn, welche auf dise expedition unnd hilf sechen, an sich halten. Herentgegen wan man heur18 helffe, werde man die andere jar der contribution verhoffentlich enthebt und irer Mt. erblandt selbst genuegsamb sein, dem erbfeindt widerstanndt zuthuen. Schliesst derhalben auf ein gressere hilf, und das die termin khürtzer angesetzt werdeni. /96/ Der müntz sortten halben vergleicht sich mit den merern. Were guett, woverrn es müglich, das die betzalung in guetter grober müntz bescheche; gebere sonnsten von den lechstetten, alls von Franckhfurtt, biß in Österreich grossen uncossten und abganng. Der anticipierten hilf halben wie Neuburg, in reliquis mit dem ausschuß.

Sachsen-Coburg (Hg. Johann Casimir persönlich): Ist bereit, dem Ks. nach allen Möglichkeiten mit leib und guett zuewillfahren. jEr thue erinnerung seiner beschwerden, damit er beladen, und das, woferrn /96’/ dieselbe nit geendert, ime nit wol müglich, hilf zelaisten. Bittet, die gravamina helffen zu erörtterung zebringen. Will thuen, was19 [!] ein gehorsamer stanndt deß Reichs, was müglich. In caeteris wie Neuburg.

Burgund: Die vom Ausschuss beschlossenen 64 Römermonate werden nit ercleckhen und wenig damit geholffen sein. Derhalben mer monat zum wenigisten die ersten zway jar zuebewilligen sein. Obwol ire kgl. Mt.20 wol befuegt, sich diser contribution nit allein zuebeschweren, sonnder auch gar zuentschütten, jedoch werden sie vorigem erbietten gemeß thuen, /97/ was sie von Burgundt wegen schuldig21. Daneben auf mitl unnd wege zuegedennckhen, wie dem beschwerlichen kriegs wesen im Niderlanndt unnd Burgundt abtzuhelffen. kVergleicht sich in dem yberigen mit dem concept und Salltzburg.

Leuchtenberg: Wie der ausschuß.

Besançon: Mit vorbehallt seiner habenden exemption lassts bey dem verlesenen concept verbleiben, mit dem anhanng wie Österreich.

Bayern: Bestätigt den vorgetragenen Mehrheitsbeschluss im Ausschuss. Hat dort dagegen votiert, dass er auf funftzig /97’/ monat pure et simpliciter, auch one anhanng, wie ebenmessig yetzt, eingewilligt22; mit dem vermelden, weil ire Dlt. so nahendt, dz er in khurtz beschaidt verhoffe zuebekhommen, habe ers an dieselb gelanngen lassen.Falls KR ebenfalls 64 Römermonate bewilligt, werde sich ire Dlt. auch nit absondern wellen. In reliquis habe er khein sonnders bedenckhen.

Deutschmeisterl: Wie der ausschuß, mit dem anhanng und erbietten, was der ortten23 sonnsten weitter darbey thuen werde khönnen etc.

Pfalz-Lautern: /97’ f./ Bittet um Abschrift der Ausschussresolution, weil /98/ sein herr nicht in loco unnd er disfalls nicht bevelch hab. […]. Welle sich ad maiora conformirn.

Bamberg: Lassts bey der relation bleiben.

Pfalz-Simmern: Wie der gravierten stenndte zuverschonen, seye dise tag mitgelauffen. Repetiert, wie seins herrn lanndt beschaffen, bittet, derselben so wol als anderer gravirten stenndt ingedenckh zusein.Hat den Pfgf. über die bisherigen Verhandlungen informiert und bittet um Abschrift der Ausschussresolution, um dazu Weisung anfordern zu können. Und woferrn er sich nunmalls erclern soll, /98’/ repetiert er das pfaltz-neuburgisch votum, das[!] auff ratification seines herrn.

Würzburg: Will sich vom ausschuß nit absonndern, mallein das es der müntz halben also angestellt unnd undter den kriegsleüthen ausgethaillt, damit dieselben nit gestaigert werden.

Zwischenvotum Pfalz-Lautern, das der Gesandte vorträgt, als das Votum von Pfalz-Zweibrücken erfragt wird: Da seine Bitte um Abschrift der Ausschussresolution abgelehnt wird und man jetzt zur Sache votieren soll, bringt er vor: Er welle sich gern mit dem ausschuß vergleichen, dieweil aber die unnderthanen so hoch verderbt, /99/ werden ire kfl. Gn.24 nit zuverdennckhen sein, das dieselben dise ire ungelegenhait andten25. Will in puncto contributionis forttschreitten, doch mit dem vorbehallt, wann schon etwas diß ortts per maiora geschlossen werden, dannoch das jhenig zulaisten, was müglich, dieweill diß ain willkhürliche, mitleidenliche hilf und kheiner dem anndern etwas khönne praejudiciern. Es welle auch beschwerlich fallenn, das vill abbt und praelaten, welche nit lanndt und leüth haben, hieheer beschriben sein, nur dz sy mer vota machen, da sy doch sonnsten durch andere stenndte eximiert sein26. Derhalben beschwerlich, dieselben zur deliberation /99’/ dises ersten punctens der contribution zutzulassen: Da sy doch nichts geben oder thun, sollen derwegen auch nichts praejudicieren. Wann auf dreissig oder viertzig monat werde geschlossen, welle er sich gern vergleichen, also und nachvolgendter gestallt: Erstlich das vor allen dingen alle[n] gravaminibus bey yetzt werendtem reichstag werde abgeholffen. Zum anndern, das diß ein freywillige steur sein unnd bleiben, nicht anders wohin alls wider den erbfeindt verwendet. Und wann die materia petendi aufhere, solle auch die bewilligung aufhern. In /100/ den yberigen puncten welle er sich vergleichen.

Pfalz-Zweibrücken: Wie Lauttern in deme, dieweill der beschluß ser wichtig, der puncten vill, sey die gebettne abschrifft nit unbillich, damit sy sich desto besser darinn ersechen, alls in solcher khürtz beschechen möge. Da man aber yetzt in der consultation welle vorttfahren, repetiert er dz jhenig, was er hiebevor seines herrn beschwerden halben fürbracht27, verhoffendt, ir Mt. werde solche ursachen behertzigen unnd[ihn] für dißmal verschonen. Nicht desto weniger aber seye er urbüttig, so woll alls andere /100’/ das jhenig zethuen, was erschwinglich, doch mit vorbehallt, das zuvorderst ire Mt. auf mittel unnd wege gedennckhen, wie die gravamina mögen gebürender massen erledigt werden. Allsdann welle er mit denen bedingnussen wie Pfalltz-Lauttern einwilligen. Ausser dern unmüglich, etwas zuelaisten. Solle auch Gülcho seiner beschwerden abgeholffen unnd die reßtandten nachgesechen werden.

Worms: Wie der ausschuß.

Pfalz-Veldenz: Wie Zwaypruckhen.

Eichstätt: Wie der außschuß. Allein /101/ weill zuvermuetten, ir Mt. werden mit den sechtzehen monaten nit zufriden sein, schliesst derhalben wie Össterreich und Neuburg, pdas man auf dißmall mer bewilligen und den yberschlag die anndere volgendte jar solte fallen lassen–p.

Sachsen-Weimar: Erinnert sich der beschwerden, so ime, seinem brueder28 und dero lannden obligen. Hetten ursach, nichts zuthuen, will aber dessen allen hindan gesetzt sich mit dem ausschuß vergleichen, das ein ansechenliche summa biß in vierundsechtzig monat und auf vier jar lang, /101’/ oder auch, das die ersten jar mer monat bestimbt, wie Neuburg vermeldt, welche in den anndern volgendten jaren abgeen, bewilliget werden. Der groben Reichs müntz halben: Sey nit müglich, das der obersächsisch craiß einwillige. Schliesst in deme wie auch in den yberigen puncten mit dem ausschuß.

Speyer mit Basel und Weißenburg: Wie der ausschuß. Allein der anticipierten hülffen halben wie Neuburgq./101’ f./ Wiederholt das Votum für Basel und Weißenburg.

/102/ Sachsen-Coburg [Johann Ernst]: Wie Sachsen-Weinmahr.

Konstanz: Wie der ausschuß. Wann khunfftig von einem merern soll geredt werden, welle sich aller gebür erzaigen.

Brandenburg-Ansbach: Bittet um Abschrift der Resolution und Beratungsaufschub. Ist dieser nicht möglich, repetiert er dz pfaltzisch votumr.

Augsburg: Hetten ursachen, für dise con- /102’/ tribution zubitten, sdieweil der stifft zu hoch angeschlagen. Yedoch welle sich nit absonndern, conformiert sich mit dem ausschuß, mit dem anhanng, da es thuenlicher, für dißmallt irer Mt. was mehr zuebewilligen, da[s] es an den andern jarn widerumb defalciert werde.

Braunschweig-Grubenhagen: Bittet um Abschrift der Ausschussresolution. Wofern solches nit statt: Befinde er, das ain taill auf funftzig und ain taill in eventum auf vierunndsechtzig schliessen. /103/ Die auf funftzig haben guette rationes für sich; wie man dann anno zwayundachtzig auch darauf gangen29. Die gravamina im Reich sollen abgelegt, auch fridt und ruhe geschafft werden. Die restannten eintzebringen seye nettig[!] unnd billich, damit khainer vor dem andern beschwerdt werde. Ettliche haben zue andern sachen gellt zum yberfluß, derhalben nichts nachtzulassen. Mit /103’/ anndern, denen irer unmügligkhait halben nachlaß beschechen soll, habe es seinen weeg. In caeteris wie der ausschuß.

Hildesheim: Wie der ausschuß, mit dem anhang, das die gravaminau erledigt werden.

Braunschweig-Wolfenbüttel: Wie Braunschweig vor ime, /104/ doch mit dem anhanng, vdas die jhenigen, die bisher nichts contribuiert haben oder noch[!] contribuiern wellen, den anndern khain maß fürschreiben.

Paderborn: Wie der Ausschuss. Hat bevelch, seine beschwerungen eintzubringen, damit dieselbe bey werendtem reichstag erledigt werden.

/104’/ Braunschweig-Calenberg: Wie Braunschweig vor ime.

Freising: Verweist nochmals auf die zuletzt im Plenum angesprochenen Gravamina30. Muss zur Steuerbewilligung erklären, dass sein herr nit gesint seye, die ge- /105/ bürliche schuldigkhait zuentziechen oder sich von den merern abtzesonndern, allein erfordere die notdurfft deß stiffts, wanns zur moderation khumbt, deßselben dermassen eingedennckh zusein, damit dem hochbeschwerten unnd yberbelegten stifft mechte geholffen werden. Die von dem westphalischen craiß angetzogene gravamina betreffendt, dahinn zugedenckhen, wie denselben abtzuhelffen, In caeteris wie der ausschuß.

/105’/ Braunschweig-Lüneburg: Wie Braunschweig vor ime.

Regensburg: Wie die Mehrheit, jedoch Anschluss an KR, falls dieser anders als FR entscheidet. Wiederholt den zuletzt vorgebrachten Protest31, dann der stifft im anschlag beschwerdt, und will ime, seine gravamina in puncto moderationis fürtzubringen, vorbehalten haben.

Jülich: Allegiert sein in das sechsundzwaintzigistes jar werendtes verderben und ybergebne /106/ gravaminaw. Khönne yetzt nichts contribuiern, wisse nicht zu votiern in disen puncten noch den andern stenndten zu praejudiciern. In dem yberigen vergleicht er sich mit dem ausschuß unnd repetiert, was Pfaltz-Neuburg deß westphalischen craiß halben angeregt. Wann innen ainmall geholffen, khönnen sy allsdann würckhliche hilf laisten.

Passau: Wie der ausschuß.

Württemberg: Schleusst auf funftzig monat wie Bayrn unnd Braunschweig, /106’/ doch wann die churfürsten ain merers bewilligen, welle er sich nit absonndern. Den gravaminibus abtzuhelffen. In caeteris wie der ausschuß und Braunschweig.

Trient: Wie der ausschuß, mit dem anhanng wie Össterreich.

Baden-Durlach [Ernst Friedrich]: Wie Anspachx. Bittet abschrifft.

Brixen: Wie der ausschuß, allein mit dem anhang wie Össterreich.

/10732/ Baden-Baden: Wie der außschus.

Münster: Wie Paderporn und der außschus.

Baden-Durlach [Georg Friedrich]: Wie Brandenburgy.

Lüttich: Wie Paderborn.

Hessen-[Kassel] (Moritz): Repetiert gravamina. zSonsten wie der außschus, wofern in dem churfursten rath auch uf die 64 monat geschloßen werde. Restanten solten auch in der relation einkhomen sein. Den gravaminibus noch bei disem Reichs tag abtzehelffen.

Cambrai: Repetiert die ubergebne gravamina33 und vergleicht sich mit dem außschus.

Hessen-[Marburg] (Ludwig): Wie Heßen vohr ime.

Sitten: Repetiert seine gravamina34 und will sich von dem außschus nit ansondern.

Hessen-[Darmstadt] (Georg): Repetiert dz heßisch votum.

Metz: Repetiert seine gravamina35 und schliest mit dem außschus.

/107’/ Pommern-[Stettin]: Wiederholt bezüglich der Notlage der Untertanen das Votum im Ausschuss36und bewilligt auf ratification 50 monat gegen abtzug des anticipierten. Vergleicht sich quoad gravamina mit dem braunschweigischen voto. In caeteris wie der außschus.

Toul: Wie der außschus, cum repetitione protestationis37.

Pommern-[Wolgast (Bogislaw für Philipp Julius)]: Was mit dem mehrern beschloßen und wie Pomern vohr ime.

Lausanne: Wie der außschus.

Anhalt: Wie Braunschweigaa.

Hersfeld: Wie der auschus, doch da diß jahr ein mehrers bewilligt und inn khonfftigen jahren wider abgehen soll, wolle sich vergleichen.

Henneberg: Wie der außschus, mit erinnerung, wan die churfursten ein anders beschließen, sich mit denselben conformiern.

/108/ Im Folgenden schließen sich dem Ausschuss an: Murbach, Nomeny, Ellwangen, Berchtesgaden, Prüm, Stablo, Prälaten, schwäbische Gff.

Arenberg votiert wie Burgund.

Wetterauer Gff.: Khönnen sich nit einlaßen; allein uf die maß, wie Pfaltz-Lautern vermeldet. Schliest uf 50 monat mit dem anhang, das die gravamina abgeschafft werden.

Beschluss, resümiert vom Salzburger Kanzler: Befinde sich dz mehrer dahin, dz des außschus bedencken von dem fürsten rath gewürdigt worden.Nunmehr Korrelation mit KR zum 1. HA (Türkenhilfe).

Anmerkungen

a
 FR-AUSSCHUSS] Württemberg (fol. 607) zum Zeitpunkt: Vormittag, 7 Uhr.
1
 Zum Inhalt vgl. Anm. c. Referat der Resolution auch in Jülich-Berg (fol. 126 f.).
2
 Vgl. sinngemäß im RAb 1582, § 9 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1413).
3
 Vgl. Anm. 18 bei Nr. 12.
4
 Wie Anm. 2.
5
 = währt, fortdauert.
6
 = Antizipation als Abzug von der künftigen Türkensteuer.
7
 Wohl verschrieben für: ‚erweise‘.
8
 = Ausschuss am 17. 6. und 18. 6. [Nr. 62, 63]. Zum Streit Braunschweigs mit Salzburg vgl. auch Stieve, Politik I, 217, Anm. 2.
9
 Je Zahltermin waren gemäß Resolution des Ausschusses 8 Römermonate zu erlegen, erster Termin war der 27.12.1594.
10
 = Schwall, große Menge, übermächtige Anzahl (Grimm, Wörterbuch XV, 2193).
11
 Vgl. RAb 1566, § 40 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1527); RAb 1582, § 8 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1413).
b
 Fürstenrat] Württemberg (fol. 607’) zum Zeitpunkt: Vormittag, 8 Uhr.
c
–c Beschluss … (Türkenhilfe)] Würzburg A (fol. 34 [Datum falsch: 18. Junii]) differenzierter mit dem Beschluss: 1) Bewilligung von 64 Römermonaten, alß 8 uff Nativitatis Christi diß 94. und widerumb 8 monat uff Joannis Baptistae deß 95. jars, dann fürthin die volgende 3 jar auch allwegen uff jeden gemelter baiden termin 8 monat in vorigen erleg stetten zuentrichten. 2) Das solche contribution an jedes orths gangbarer müntz erlegt und die stende mit groben Reichs sorten nicht beschwerdt werden solten. 3) Verzicht auf reichsständische Steuerkontrolle. /34’/ 4) Aufstellung von Opferstöcken. 5) Freiwilliger Kriegsdienst junger Ff., Gff. und Hh. 6) Beratung zur Höhe der Bestallungen durch Kriegsräte nach Ermessen des Ks. 7) Dank an Ks. für die Einbeziehung auswärtiger Potentaten und für den Beitrag der Erblande. 8) Die begerte eilende hilff betreffend: Solten ir ksl. Mt. sich selbsten umb uffnemung gelts bewerben, dieweil das kfl. collegium der anticipation halben nicht unzeittigs bedencken haben werde. Österreich (fol. 23’) zusätzlich: Die schulden, welche ier Mt. auch begeren, über die contribution außtzuleschen, könnden noch nit erörtert werden, weil vil in ierer instruction nichts darvon haben.
12
 Die Ausschussresolution ist lediglich in den Pfalz"–Neuburger Akten überliefert (HStA München, K. blau 274/9, fol. 48–53’. Kop.). Zum Inhalt vgl. die Wiedergabe in Würzburg A, fol. 34 [hier als Anm. c].
13
 Pfalz-Neuburg B (fol. 45’) verweist hier auf das schriftliche Konz. für das Votum und führt deshalb nur die zentralen Punkte aus. Vgl. das Konz.: HStA München, K. blau 274/9, fol. 37–39’.
d
 der ksl. Proposition] Würzburg A (fol. 35) differenzierter: nicht nur der Proposition, sondern auch auß neulich einkommenen zeittungen.
e
 annemen] Österreich (fol. 23’) zusätzlich: dieweil die grobe müntz nit wol zubekommen. Würzburg A (fol. 35): weil diese in so hohem precio.
14
 Vgl. RAb 1566, §§ 41–45 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1527 f.); RAb 1576, §§ 11–15 (Neue Sammlung III, 355 f.); RAb 1582, §§ 10–14 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457, hier S. 1414 f.). Eine der Klauseln war die Begrenzung der Untertanenbesteuerung auf die Höhe der vom Reichsstand gemäß Matrikel zu leistenden Abgabe. Die Möglichkeit der Gewinnabschöpfung unter Missachtung dieser Vorgabe war eines der (in den Debatten nicht genannten) Argumente für die Matrikelsteuer. Vgl. Rauscher, Ständen, 93; Lanzinner, Friedenssicherung, 494–496, 498 f.; Schulze, Reichstage, 50–52 (Beispiel ebd., 51 f.: In der Mgft. Ansbach wurden von den Untertanen zwischen 1594 und 1602 268 325 fl. Türkensteuer eingezogen, aber nur 134 504 fl. an den Ks. abgeführt); Schulze, Reich, 255–264.
f
 mit den restanten zuverschonen] Jülich-Berg (fol. 127) anders: mit keiner contribution dißmall zubelegen.
15
 Fragliche Begleichung von Antizipationen und Darlehen mit der Reichssteuer oder einer gesonderten Anlage.
g
–g Halte … werde] Würzburg A (fol. 35’) eindeutig: Item wer ir ksl. Mt. fürgelichen und anticipirt, das es von jetziger reichshilff nit abzukürzen, damit dieselbig desto ersprießlicher sein möchte.
16
 Kriegsordnung 1570: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 566 S. 1143–1201; Reiterbestallung: 1144–1173; Bestallung der Fußknechte: 1182–1197.
17
 Vgl. Beilage B zur Proposition [Nr. 262].
h
–h Werden … antreffen] Jülich-Berg (fol. 127’) deutlicher: Der monat rhom zugs mocht 60 000 fl. außbringen, so hiebevor an die 100 000 fl. angelauffen. Solche summ wehre[mit 16 Römermonaten] aber weinig[!] erclecklich, dan konte zum 7. theill nit gnug sein.
18
 = heuer.
i
 werden] Würzburg A (fol. 36) zusätzlich: dann ir ksl. Mt. alberait fast sovil von iren erblanden und königreichen uff dise kriegß expedition gewendet, alß jetzt bewilligt.
j
–j Er … beladen] Würzburg A (fol. 36’) differenzierter: allein nochmals, wie jüngsten beschehen, mit vleiß bittende, es woltet bei ir ksl. Mt. umb seiner f. Gn. herrn vattern entledigung interce[de]ndo einwendung beschehen.[Vgl. Nr. 492.]
19
 =als.
20
 Kg. Philipp II. von Spanien.
21
 Ein Gutachten der Hofkammer (o. D., vom Ks. befürwortet am 6. 7. 1594) zum Geldbedarf für den Türkenkrieg bezifferte die Steuerrückstände für Burgund auf ca. 500 000 fl. Die Summe könnte durch Schreiben an den Kg., Ehg. Ernst als Generalstatthalter oder durch den Gesandten Khevenhüller angemahnt werden (HKA Wien, RA 187.1.1, fol. 145–146’. Konz. Bearbeitungsvermerk: Sei wenig hoffnung, etwas zu erlangen, aber man solle es in alweg nicht unterlaßen.Wendung an Ehg. Ernst und Khevenhüller gebilligt am 18. 7. 1594. Aber mit der fertigung solle noch zur zeit ingehalten werden). Eine genauere Aufstellung der Hofbuchhalterei vom 8. 7. 1594 listet die Einzelrückstände an den Reichssteuern von 1564–1582 auf und kommt auf eine Summe von 603 210 fl. (ebd., fol. 147–148’. Or.). Zu den Steuerrückständen für Burgund vgl. Mout, Niederlande, 157; Rauscher, Kaisertum, 70–72 (Widerlegung der Behauptung, es seien keinerlei Zahlungen erfolgt).
k
–k Vergleicht … Salltzburg] Österreich (fol. 24), Augsburg (unfol.), Württemberg (fol. 608’) anders unter Bezugnahme auf das gesamte Votum: Wie Österreich. Dagegen Würzburg A (fol. 36’): Wie Salzburg.
22
 Vgl. Bayern, fol. 82’ [Nr. 63 mit Anm. 5].
l
 Deutschmeister] Würzburg A (fol. 37) zusätzlich: mit Fulda.
23
 = der Orden.
m
–m allein … werden] Würzburg A (fol. 37’) eindeutig: Alleinig das die erlegung an gemainer, gangbarer müntz und nit an groben Reichs sorten beschehen solte.
24
 = Kf. Friedrich IV. von der Pfalz als Inhaber Pfalz-Lauterns.
25
 = ahnden.
n
 beschwerlich fallen] Würzburg A (fol. 37’) differenzierter: Der Gesandte hat dies mit etwas unbeschaidenheit und underlauffendem zorn vermeldet.
26
 Bezugnahme auf die Voten für Prüm (eximiert von Kurtrier), Stablo (eximiert von Kurköln), Murbach und Lüders (eximiert von Konstanz).
27
 Vgl. Bayern, fol. 52 f. [Nr. 59] sowie die Supplikation [Nr. 482].
o
 Gülch] In der Textvorlage verschrieben: billich.Korr. nach Österreich (fol. 24’), Wett. Gff. (unfol.) und Würzburg A (fol. 38); dort differenzierter: Gülch mit jetziger hilff und restanten zu verschonen, vergleiche er sich mit pfaltzgraf Philipps Ludwigen.
p
–p das … lassen] Würzburg A (fol. 38) deutlicher: dass das erste jar uff abzug der andern ein mherers zuthun.
28
 Hg. Johann III. von Sachsen-Weimar, Bruder Hg. Friedrich Wilhelms I.
q
 Neuburg] Würzburg A (fol. 38’) zusätzlich: nämlich dass der ksl. Mt. von deme, so derselben von etlichen stenden guttherzig fürgestreckt, dißmal nicht solte abgezogen werden.
r
 dz pfaltzisch votum] Österreich (fol. 24’), Jülich-Berg (fol. 129’), Würzburg A (fol. 39), Wett. Gff. (unfol.) eindeutig: das Votum Pfalz-Lauterns. Dagegen Augsburg (unfol.): Wie Pfalz-Zweibrücken. Dagegen Hessen (unfol.): Wie Pfalz-Neuburg.
s
–s dieweil … angeschlagen] Augsburg (unfol.) differenzierter: seitemal desselben[Hst.] landt meisstenthails unfruchtbar, die underthanen durch missrathne jar insgemain erahrmet, der stifft in der Reichs matricul über vermögen angeschlagen und über diß alles demselben die steurbarkheiten ahn mehr orten strittig, de facto entzogen und am ksl. cammergericht nit wolten erlödigt werden.
t
 für dißmall] Augsburg (unfol.) eindeutig: die erste zil diß jars.
29
 Vgl. RAb 1582, §§ 6 f.: Bewilligung von 10 Römermonaten eilender und 40 Römermonaten beharrlicher Hilfe (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412 f.).
u
 die gravamina] Augsburg (unfol.) eindeutig: die niderländischen und westphälischen beschwerden.
v
–v das … fürschreiben] Österreich (fol. 25) deutlicher: ut non contribuentium vota per nullis habeantur. Würzburg A (fol. 39’): das deren, so nicht contribuiren, vota für nichtig gehalten werden.
30
 Vgl. Bayern, fol. 54’–55’ [Nr. 59].
31
 Vgl. Bayern, fol. 55’ [Nr. 59].
w
 gravamina] Jülich-Berg (fol. 130’) zusätzlich: Verweisen dazu auf die namens des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises übergebene Supplikation [Nr. 467] und erwarten deshalb, die Reichsstände wurden irer nicht allein mit der contribution unnd restanten halben verschonen, sonder auch […] bei irer Mt. interzediren.
x
 Wie Anspach] Österreich (fol. 25’) abweichend: Ut Pfaltz-Lautern.Dagegen Württemberg (fol. 610) [entsprechend Augsburg (unfol.)]: Wie Zwaybruckh und Anspach.
32
 Hier Wechsel der Schreiberhand in der Textvorlage.
y
 Wie Brandenburg] Österreich (fol. 25’) [entsprechend Württemberg (fol. 610)] abweichend: Mit dem durlachischen voto. Würzburg A (fol. 40’): Wie Pfalz-Lautern.
z
–z Sonsten … werde] Hessen (unfol.) differenzierter und abweichend: Haben im Ausschuss auß erheblichen ursachen auff 50 monat votirt wegen der armen leutt großen beschwerung, mißwachs, verstopffung der comertien, steigerung der müntz etc. Darbey ließen wir es nochmals bleiben. Wan die restanten eingebracht, die außlendische potentaten ersucht, würde der ksl. Mt. die handt zimblich gebotten. Woferne aber die churfursten auff 64 monat schließen würden, wollen wir uns darvon auch nicht sondern.
33
 Vgl. Bayern, fol. 57’ [Nr. 59].
34
 Vgl. das vorherige Votum: Österreich (fol. 18’) und Augsburg (unfol.) [Nr. 59, Anm. z]. Schriftliche Gravamina an die Reichsstände liegen nicht vor, doch bat der Gesandte des Bf. den Ks. unter Berufung auf die geringen Einkünfte um Steuererlass (Eingabe an den Ks.: HHStA Wien, Kriegsakten 28, fol. 90–93’. Or.). Der Ks. wandte sich deshalb seinerseits an den Bf. sowie an die Landstände des Hst. Sitten und der Gft. Wallis mit der Forderung, in Anbetracht der akuten Türkengefahr den Anteil an der Türkenhilfe zu leisten, nachdem der Bf. Sitz und Stimme im FR habe (Regensburg, 9. 8. 1594: Ebd., fol. 94–95’. Konz.).
35
 Vgl. Bayern, fol. 57 [Nr. 59].
36
 Vgl. Bayern, fol. 69’ f. [Nr. 62].
37
 = Anschluss an die Mehrheit nur unter Vorbehalt. Vgl. Bayern, fol. 57’ [Nr. 59].
aa
 Wie Braunschweig] Jülich-Berg (fol. 132) eindeutig: Der 50 monat und einbringung der restanten halben ut Braunschweig, in reliquis ut außschuß.