Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Restitution der von Spanien entzogenen Hft. Lingen. An die Reichsstände.
Supplikation an die Reichsstände (der Mainzer Kanzlei übergeben am 1. 7.; von den Reichsständen nicht kopiert)1, unterzeichnet von den Gesandten des Gf.; mit 1 Belegdokument2(mehrere Promotoriale an Kg. Philipp II. von Spanien und an die Generalstatthalter für die Restitution): Die Vorgänger des Gf. haben auf RVV seit 1547 geklagt, dass dem Großvater Gf. A.s, Gf. Konrad von Tecklenburg, ohne dessen Verschulden von Ks. Karl V. während des Schmalkaldischen Kriegs die Hft. Lingen sowie die 4 Dörfer Ibbenbüren, Brochterbeck, Mettingen und Recke entzogen worden sind. Wenngleich Ks. Ferdinand I. und Kg. Maximilian sowie die Kff. 1562 Kg. Philipp II. von Spanien und Kgn. Maria3[!] als Generalstatthalterin der Niederlande sowie unlängst Ks. Rudolf II. Ehg. Ernst als derzeitigen Generalstatthalter um die Restitution der Hft. und der Dörfer gebeten haben (Beilage), werden diese dem Gf. weiterhin vorenthalten. Gf. bittet deshalb um weitere Promotoriale und zusätzlich um die Einleitung vermittelnder oder anderweitiger Maßnahmen, damit Lingen und die 4 Dörfer ihm und damit auch dem Reich restituiert werden.
Beratung im Supplikationsrat am 13. 7.4mit Beschluss der Resolution am 19. 7.5, die am 22. 7. im RR verlesen wurde6. Billigung durch FR und SR; KR: weitere Beratung. Nochmalige Verlesung im KR am 29. 7.7und Billigung als Dekret der Reichsstände (29. 7./1. 8.; kopiert [als Resolution des Supplikationsrats] am 25. 7.)8: Da die Beilage zeigt, dass der Gf. und dessen Vorgänger 1562 sowie erst kürzlich von Ks. Rudolf II. Promotoriale erhalten haben, auch damit die Hft. dem Reich nicht entzogen wird, bittet man den Ks., er möge Kg. Philipp II. von Spanien auffordern, die Hft. zu restituieren oder zumindest gütliche Verhandlungen um die Restitution zuzulassen.