Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Textvorlage: Würzburg B, fol. 165’–172a’.
4. HA (Reichsmünzwesen): Mangelnde Beachtung der RMO. Prorogation der Beratung zur Behebung der Missstände an den RDT mit Berücksichtigung der Gutachten der oberdeutschen Münzassoziation und Württembergs. 5. HA (Reichsmatrikel): Festlegungen zu Matrikel und Moderation im RAb analog RAb 1582. Weitere Beratung anhand der anzufordernden Berichte aus den Reichskreisen beim RDT. 6. HA (Session): Regelung wie im RAb 1582.
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Umfrage. Salzburg (verliest ein schriftliches Votum): 1) Danksagung an den Ks. /
Pfalz-Neuburg3: /166 f./ Bestätigt die Darlegung in der ksl. Proposition, wonach /
Österreich: /166’ f./ Zur Verbesserung des Reichsmünzwesens wie Salzburg. Müssen daneben auf den Protest Ehg. Ferdinands beim RT 1576 verweisen6, in dem dieser dargelegt hat, aus welchen Gründen er /
Württemberg (Hg. persönlich): Hat das Votum schriftlich verfassen lassen, und werde gleich bey der hand sein. Interim mög man im votiren vortfahren.
Burgund: Prorogation des 4. HA an den RDT. Khunde unangemeldet nicht lassen, daß sein genedigster könig und herr sich der müntz ordnung nicht allerdings gemeß verhaltten khünde. Geschehe nicht auß vorsatz, sondern erfolge von ungleicheit wegen der andern stende7. So bald aber ein gleichayt gemacht werde, wollen sich ire kgl. Mt. der müntz ordnung auch durchaus gemeß verhaltten. Und werde goldt und silber müntz /
Bayern: Wie Salzburg, solchen puncten uff ein deputation zuverschiebenh.
Würzburg: Wie Saltzburg und Pfaltz-Neuburg etc. Und da man ein gleichait mit müntzung der halben patzen machen würdt, wollen sich ire f. Gn. mit den andern stenden deßhalber auch gern vergleichen.
Pfalz-Lautern: Uf den depuation tag zuverschiebeni.
Besançon mit Trient: Wie Saltzburg.
Pfalz-Simmern: Verscheibdt[!] disen puncten auch uf den deputation tag.
Deutschmeister mit Fulda: Wie Saltzburg.
Pfalz-Zweibrücken: Hab der orths ein solche gelegenhayt, daß unmüglich, das müntz edict zuhaltten von wegen der grenitzenj und handthierungen mit den underthonnen. Da ire Mt. mit den benachbarten dahin kinde handlen laßen, daß sie wollen das müntz edict haltten, so wolle eß sein gnediger fürst unnd herr auch thun. /
Bamberg9: k–Eß habe der frenckhisch, schwebisch und bayrisch krayß sovil befunden–, wo mit ernstlich execution disem werckh nicht verholffen, daß eß umbsonsten seye, daß müntz edict zuerhaltten10. Und seye solche unordnung dahero erfolgt, das die fürnembste stend verdorbnen khauffleuthen, juden und andern dergleichen ire müntz regalia verkhauffenl, wider des Reichs in anno 76 ufgerichten constitution11. Derwegen die notturfft erfordern will, m–wieder die verbrecher gebürende straf fürzunemmen–. Und seye diser punct uf ein deputation zuverschieben. Haben die bemeldte 3 krayß ire bedenckhen in die kfl. maintzisch cantzlei geben12, thüe[es] alhero erhollen. Item der ksl. fiscalis in camera[in] Speyer, da gleich von den kreyßen bey ime, umb proceß anzusuchen, angelangt worden, hab er sich erclerdt, er seye auf das Reich und nicht uf die krayß besteldt. Daß man auch sölle verbieten, die bese halbe patzen und drey khreutzer zu müntzen, und hinfüro niemandt gestatten, /
Pfalz-Veldenz: Wie Pfaltz-Neuburgn etc.
Worms: Sein gnediger fürst und herr alß ein außschreibender fürst deß ober reinischen krayß befinde, was für unordnung fürgenge, und wol leiden möchte, daß eß anderst beschaffen. Vermaindt, daß ahm Rheinstraum die krayß solte[n] zusamen khommen und einen gemainen probation tag haltten, wie vor einem jahr fürgenommen wordeno,13. Und nachdem die bemelte dreye kreyß ein bedenckhen ubergeben14, da mans khindte haben und p–dasselbig mit dem reünstraumischen kreyß verglichen würde–, daß es solte gar der sachen fürstendig sein, damit man uf khünfftigem deputation tag der sachen desto beßern und beldtern außschlag möchte geben khinden. Und wil also mit dem saltzburgischen voto sich verglichen haben.
Sachsen-Weimar: Wie Saltzburg und Pfaltz-Neuburg etc. Doch das q–die andere stende auch zuvor darüber gehördt werden–. Und halt darfür, uff einen deputation tag zutractiren seye.
Eichstätt: Wie Salzburg etc.
Sachsen-Coburg [Johann Casimir und Johann Ernst15]: Wie Weimar.
Speyer mit Weißenburg: /
Württemberg: Der Hg. lässt sein Votum aus der schriftlichen Fassung16verlesen und bittet, diese KR zu übergeben. Geht dahin vast wie Saltzburg, Neuburg unnd Bamberg, und das man den khauffleuthen sölle verbieten, daß grob geldt auß dem Reich zuführen, daß auch der wechßel mit dem gueten gelt in frembde landen abgeschafft werde.
Konstanz mit Brixen, Murbach und Lüders sowie Votum Augsburg: Wie Saltzburg etc.
Brandenburg-Ansbach: Es mangelt allein am Vollzug der RMO 1559 und der ergänzenden Folgebestimmungen. Billigt die Prorogation an den RDT, darzu verstendige leuth und müntzmaister gezogen werden. Söll man die klaine müntz abschaffen und weytter nicht zulassen, dan was zu täglicher außgab von nöetten. Repetirt pfältzisch-neuburgisch votumr.
Hildesheim: Wie Saltzburg etc.
Braunschweig-Grubenhagen: /169 f./ Sein Herr verhält sich gemäß der RMO, /
Paderborn: Möchte leiden, daß müntz edict gehalten würde. Vergleicht sich mit Saltzburg. Vermeldet darbey, das eß im westphalischen krayß nicht so wohl khinde gehaltten werden, propter müeste mit Burgund und Niderlandt gehandlet werden, das sie es hieltens. Daß kriegs volckh zwingen die gefangene personen, da sie sich wiederumb wollen ledig machen, in burgundischer und niderlendischer müntz das gelt erlegen müßen[!].
Braunschweig-Wolfenbüttel: Wie Braunschweig-Grubenhagen. Und repetirt solch votum von wegen Halberstatt etc.
So ime von den saltzburgischen in namen aller catholischen stende widersprochen wordent.
Freising [mit Lausanne]: Wie Saltzburg etc.u
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Regensburg: Wie Saltzburg etc.
Braunschweig-Lüneburg: Wie Braunschweig-Grubenhagen.
Passau: Wie Saltzburg.
Jülich: v–Sein gn. fürst und herr hette begerdte[!], das edict zuhaltten, aber iren f. Gn. und dero underthonnen merckhlichen schaden darmit gethon. Halte es für ein unmöglich werckh etc. Mögen leiden, das ein deputation fürgenommen werde und ahn die Niderlandt geschriben, daß sie das müntz edict wollen haltten–. Sölle bei seinem gn. fürsten und herrn auch nicht mangel erscheinen.
Trient: Ut supra17 wie Saltzburg etc.
Pommern-[Stettinw]: Söllen alle benachbarte stende[!] derwegen ersucht werden, alß Engelland, Niderlandt, Poln, Dennenmarckh, Schweden etc. Und last ime gefallen, das derwegen ein deputation tag angestelt, damit einmahlen ein richtigkhayt darinnen gemacht werde.
Basel: Wie Saltzburg.
Pommern-[Wolgast]: Wie zuvor der pomerisch votiert hatt.
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Hessen-[Kassel] (Moritz): Vermeint, das edict müntz sey von irem genedigen fürsten und herrn gehaltten worden. Im wem[!] eß aber bißhero gemangledt, seye nicht zusagenx. Man sölle die execution für die hand nemmen. Und lassen inen die deputation nicht mißfallen. Battendt copiam deß bedenckhens, so die drey krayß derwegen haben ubergebeny.
Lüttich: Ut Gülch etc.
Hessen-[Marburg] (Ludwig): Wie Hessen-Kassel.
Minden: Wie Saltzburg, Padenborn und Gülch etc.
Hessen-[Darmstadt] (Georg): Wie Hessen-Kassel und -Marburg.
Cambrai: Wie Jülich und Paderborn.
Baden-[Durlach] (Ernst Friedrich): Billigen den RDT und erbitten Abschrift des Gutachtens der drei Kreise.
Sitten: Wie Saltzburg. Und will seinem gnedigen herrn von wegen ungelegenhayt der müntz nichts /
Baden-[Baden] (Eduard Fortunatus): Wie Bayern etc.
Metz: Billigt den RDT; alsdann, seines genedigsten herrens notturfft der orths fürzubringen, ime hiemit will vorbehaltten haben.
Baden-[Durlach, Georg Friedrich]: Wie Baden-Durlach.
/171 f./ Im Folgenden votieren Verdun, Leuchtenberg, Toul, Hersfeld, Johannitermeister, Nomeny, Ellwangen, Berchtesgaden, Prüm, [Stablo], Prälaten und schwäbische Gff. wie Salzburg.
Anhalt schließt sich Pfalz-Neuburg und Württemberg an.
Henneberg: Billigt den RDT, /
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Zwischeneinwand Jülich, Münster und Paderborn: Weren nicht gestendig, das sie ire kgl. Mt. von wegen deß müntzens hetten angriffen, sondern were ire anzeig allein der staigerung der müntz halber und anderer gestalt gar nicht beschehen.
Wetterauer Gff.: Bewilligen den RDT und bitten um Kopie des Gutachtens der drei Kreise.
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Vorlageabdes 5. HA (Reichsmatrikel).
Umfrage. Salzburg: Sie befinden, das die stende, wie anno 82 uf dem Reichs tag zu Augspurg verabschiedet und hernacher anno 86 uf dem deputation tag zu Wormbs gleichfals der mangel erschienen18, von den krayßen noch nicht gnugsam bericht bekhommen hetten. Hieltten demnach darfür, biß dahin die sach einzustellen, und uf ein deputation tag zuverschieben seye.
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Österreich: Umb kürtze willen etc. wie Saltzburg unnd Pfaltz-Neuburg, und das die sach uf ein deputation tag remittirt werde.
Württemberg: Gemäß RAbb 1576 und 158220ist im Schwäbischen Kreis der Bericht an den Ks. angefertigt worden. Man wollte ihn 158321in Speyer übergeben, aber niemandts zur selbiger zeyt von Meintz wegen aldar gewesen22. Da dan ire ksl. Mt. denselbigen aller genedigst würden begeren, seyen ire f. Gn. urbietig, denselben zuübergeben. /172a/ Und haltten auch darfür, wie Neuburg darvon geredt, das solcher punct uf ein deputation tag zuverschieben seye.
Mit diesen Voten vergleichen sich alle folgenden Stände.
Beschluss zum 5. HA (Reichsmatrikel), das diser punct auch in abschiedt sölle gebracht, wie in anno 82 beschehen23, und zu richtigmachung desselben uf ein deputation tag verschoben werden.
Vorlageacdes 6. HA (Session).
Umfrage. Salzburg: Sie laßen eß bey irer ksl. Mt. derwegen selbsten gethonen genedigsten vorschlag24 und ordnung underthenigst bewenden.
Pfalz-Neuburg25: Similiter. Und das man solche genedigste erclerung mit underthenigster danckhsagung sölle annemmen, gleichwohl darbey meldung gethon, dieweil ettliche stende die sachen /172a’/ zum beschluß gebracht, ob nicht dieselbe möchten erlediget werden.
Österreich: Habens auch darbey lassen bewenden.
Württemberg: Hatts auch darbey beruhen laßen, mit erhollung, was sich mit Pommern und Heßen vor disem verloffen und zu beschluß gesteldt worden26, darüber sie der ksl. Mt. genedigsten endtschaidts wollen erwarttenad. Und dieweil die graffschafft Mimpelgartt ein sondere session im Reichs rath hiebevor gehabdtae,27, so wollen ire f. Gn. ir derselben gerechtigkhayt hiemit per expressum vorbehaltten haben.
Die folgenden Stände schließen sich den bisherigen Voten anaf,28.
Beschluss: Sölle bey dem abschiedt in anno 8229 und irer ksl. Mt. genedigster erclerung verbleiben; und ire Mt. zu bitten, den sachen ein fürderlichen ausschlag zugeben.