Billigung der Maßnahmen gegen gesetzwidrige Söldnerwerbungen mit Wiederholung der bisherigen Regelungen der EO. Mahnung, den Vollzug der gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen und Verstöße zu sanktionieren. Billigung des Vorgehens in der niederländischen Friedensvermittlung. Personelle Vorschläge für die reichsständischen Vermittlungsgesandten durch die Stände, daraus Auswahl durch den Ks. Reichshilfe für den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis.
Datum: 31. 7. 1594. Den Reichsständen übergeben am 31. 7.1, im RR verlesen am 1. 8.2 Von den Reichsständen kopiert am 2. 8.
HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 542–546’ (Or. mit aufgedr. ksl. Siegel. Überschr.:Röm. ksl. Mt. in 2. puncto propositionis erclerung. Aufschr.:Von ir Mt. dem ausschus uberantwortt ultima Julii 1594. Von anderer Hd.:In gemeinem rath abgelesen den ersten Augusti anno 1594. Von anderer Hd.:Lectum Regenspurg, den 2. Augusti anno 94.) = Textvorlage. HHStA Wien, RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 95–98 (besiegeltes Or. [!], gebunden mit gelb-schwarzer Schnur. Überschr.:Khaisers antwort auf der stendt bedencken im andern articul propositionis, de ultima Julii anno 1594. Schlussvermerk:Den letzten Julii ist dise antwort von ir Mt. abgehört und dem ausschus ubergeben worden.) = B. HStA München, KÄA 3230, fol. 231–232 (Kop. Überschr.:Röm. ksl. Mt. replica in 2. puncto propositionis etc.) = C. HStA Dresden, GA Loc. 10203/3, fol. 192–193’ (Kop.). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 266–269 (Kop.). LAV NRW R, JB II 2344, fol. 387–388’ (Kop.).
Referiert bei Häberlin XVIII, 387–389.
/543/ Ks. hat die Antwort der Reichsstände zum 2. HA vernommen. Da es bezüglich der Söldnerwerbungen an ihme selbst also, das die alberait aufgerichte landtfriden- und executions ordnung, auch hernach bey etlichen Reichs tägen darauf ervolgte verbesserung unnd zuesetz3 dermassen beschaffen und so lautter und wolbedechtlich zusamen getragen seien, das daran nit wol etwas auf andere und füeglicher weg gerichtet werden mag, so lassen ihre kaiserliche Mt. auch ihr wol und gnedigclich gefallen, das solche constitutiones, satzungen und ordnungen in allen denen fellen, auff die sich die stendt in obberürter ubergebener /543’/ schrifft referirn, hiehero erholet, erneuert und sampt denen yetzt hiezue gesetzten neuen additionen dem Reichs abschidt einverleibt werden4. Yedoch ermahnen ir ksl. Mt. die stendt und wollen sich zu ihnen freundlichen, gnedig und vatterlichen versehen, sintemal am maisten dran gelegen, das guete gesatz und ordnungen auch steiff und gleichmessig gehalten und gehandthabt werden, es wolle menigclich demselben, was also hailsam und wolbedechtlich statuirt und verabschiedet ist, der gepür und schuldigkait nachkumen und geleben, oder im fahl, irer ksl. Mt. authoritet, rechtmessige mandata, ermahnungen und bevelch verächtlich zurugk gesetzt wurden, zu bestraffung derselben ubertretter churfürsten, fürsten und stendt als getreue glider auf ihrer Mt. als des haupts erinderung derselben zuespringen und sampt irer Mt., die an allem deme, was ir ampts halben obligt, gar nichts ermanglen zulassen erpiettig, gemaine rue, friden unnd ainigkait im Heiligen Reich mit ernst erhalten unnd befürdern helffen.
/543’, 5455/ Bezüglich der Friedensvermittlung im niederländischen Krieg hat Ks. mit Dank vernommen, dass die Reichsstände /545/ demselben werckh mit treuhertzigem guetem eifer statlich und wol fürgesunen; wollen auch gern auf die angedeitete[!] mitl und weg das ihrig dabei vätterlicha, treulich thuen. Allain dieweil ir ksl. Mt. bedencken, das nit allain vil zeit drauf gehn wurde, wan sie vor ire person die jhenige, so mit und neben ier Mt. von des Heiligen Reichs wegen die sach under handen zunemen bevolmechtigt, erst erhandlen und zu sich ziehen soll, sondern daneben auch darfür gewißlich halten, das es mer ansehens unnd bey baiden kriegenden thaillen weniger verdachts geben, ja in vil weg der handlung ersprießlicher sein wird, wann die nomination von den stenden herkombt, so ersuechen ir ksl. Mt. demnach churfürsten, fürsten unnd stendt freundlich, gnediglich und bessten fleisses, sie wollen selbstb ein anzahl von baiden religionen benennen und vorschlagen, aus denen ire Mt. hernach etliche fürnemmen, auch hiertzue wilfärig finden möge. Wann /545’/ nun solches beschiecht unnd ervolget, wollen ir ksl. Mt. ferner mit denselben in crafft gemainer Reichs versamblung auffgetragenen gewalts unnd entschluß fürderlich zu berathschlagung greiffen, wie unnd worauf die instructiones zurichten und was mer ubrig oder disem werckh anhengig, auch welcher gestalt die schickungen fortzusetzen, unnd in suma, damit die sach mit irer Mt. unnd des Heiligen Reichs authoritet, auch zu wolstandt desselben unsaumblich ins werckh kome unnd glücklich volzogen werde, an irer kaiserlichen und guethertzigen zuethuung kain müehe ersparen.
Inmittels auch soll irer Mt. nit zugegen sein, das dem beschwerdten westphälischen craiß ain gelt hülf, wie sich die stendt derselben vergleichen wollen, bewilligt und dem abschiedt einverleibt werde6.
/545’ f./ Schlussformel.
/546/ Besiegelt zu Regensburg am 31. 7. 1594. Unterzeichnet von J. W. Freymon und A. Hannewald.