Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Bitte um schriftliche Deklaration des Ks.: Keine Präjudizierung der katholischen Stände durch Dekrete des Ks. für Gesandte des Erzstifts Magdeburg und andere reformierte Hstt. bezüglich der Session.
Ohne Datierung. Übergabe an den Ks. im Auftrag Madruzzos durch Nuntius C. Speciano in der Audienz beim Ks. am oder kurz vor 25. 8. 15941.
Hinweise zur Genese: Nachdem Madruzzo dem Ks. in seiner Abschiedsaudienz2 nochmals die Bedenken gegen das Dekret für Magdeburg vorgetragen, darauf aber unter anderem die Versicherung erhalten hatte, es präjudiziere weder die katholische Religion noch den Papst, auch sei es in seiner Tragweite nicht mit der Declaratio Ferdinandea vergleichbar, wollte der Legat es in Absprache mit dem Ebf. von Salzburg bei seinem Protest [Nr. 351] bewenden lassen. Erst als am Morgen seiner Abreise aus Regensburg [9. 8. 1594] der bayerische Kanzler Hörwarth nochmals die Dringlichkeit einer expliziten Deklaration des Ks. für die katholischen Stände ansprach, entschloss sich Madruzzo, diese als „eine amtliche Klarstellung“ des Ks. zum Dekret zu erbitten3.
LA Magdeburg, Rep. A 1 Nr. 367a, fol. 25, 26’ (Or. [!] Dorsv.:Sacrae romanae caesareae maiestati protestatio domini legati suo et pontificis nomine. Ist bei den actibus bei L. Hanniball.) = Textvorlage4.
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Cum autem intelligat idem cardinalis esse inter catholicos, qui huiusmodi decretum vehementer optant, suam super hoc factam petitionem vestrae maiestati humiliter ad memoriam revocando, petit, ut vestra maiestas dictae petitionis rationem habere dignetur et cum summa nitatur aequitate clementer desuper providere pro omnimoda catholicae religionis et catholicorum statuum indemnitate. Quod procul dubio etiam serenissimo domino pontifici maximo erit gratissimum.
Unterzeichnet von Kardinal Ludovico Madruzzo, Legat.