Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Erlass von Steuerrückständen und Befreiung von der Türkenhilfe. An die Reichsstände.
Supplikation an die Reichsstände (der Mainzer Kanzlei übergeben am 6. 7. Im RR verlesen am 7. 7.; von den Reichsständen nicht kopiert)1, unterzeichnet vom Gesandten des Abts, Lic. Bartholomäus Wirich; mit 2 Belegdokumenten2(Auflistung der Söldnerdurchzüge seit 1582; Status der Güter des Abts): Die Abtei ist aufgrund von Einquartierungen, Söldnerdurchzügen und Plünderungen im Gefolge des niederländischen und des Kölner Kriegs aufs Höchste geschädigt, Abt und Konvent können kaum ihren eigenen Unterhalt aufbringen, die Untertanen leiden Hunger. Deshalb kann der Abt weder die seit vielen Jahren rückständigen Reichssteuern noch die jetzige Türkenhilfe erlegen. Hat die Notlage in den fiskalischen Prozessen am RKG mit Dokumenten dargelegt und bringt sie auch hier vor. Bittet, ihm die neue Reichssteuer zu erlassen oder den Ks. zu veranlassen, eine Kommission zur Inspektion der Situation anzuordnen. Bietet an, die Einkünfte, die nach Abzug der Ausgaben für den eigenen Unterhalt übrig sind, dem Reichspfennigmeister zu erlegen.
Beratung im Supplikationsrat am 16. 7.3mit Beschluss der Resolution (dort gebilligt am 19. 7.4), die im RR am 22. 7.5verlesen wurde. Billigung durch FR und SR; KR: weitere Beratung. Nochmalige Verlesung im KR am 29. 7.6und Billigung als Dekret der Reichsstände (kopiert [als Resolution des Supplikationsrats] am 26. 7.)7: Verweisung der Bitte an den Ks. oder den Moderationstag.