Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Textvorlage: Württemberg, fol. 627’–628.

1. HA (Türkenhilfe): Billigung des Resolutionskonzepts für die Duplik der Reichsstände durch KR und FR sowie im RR. Memoriale der protestantischen Stände des FR wegen des unzureichenden Referats durch den Salzburger Kanzler.

/627’/ Kurfürstenrat und Fürstenrat. [Entsprechend Protokoll des KR, 266–267. Ferner:] aNoch vor dem Vortrag der Stellungnahme des FR zum Resolutionskonzept für die Duplik beim 1. HA (Türkenhilfe)1wollen die evangelischen Stände des FRbdem Salzburger Kanzler einen Memorialzettel2übergeben, weil sie mit dessen Zusammenfassung der diesbezüglichen Beschlussfassung im FR nit zufriden gewesen, und doch von dem saltzburgischen cantzlern khein enderung wöllen fürgenommen werden3./628/ Pfalz-Lautern will den Memorialzettel übergeben–a, doch hat der Salzburger Kanzler diesen wider von sich geben wöllen. Als aber Pfaltz-Lauttern solchen wider anzunemmen sich verwaigert, hat mehrgemelter cantzler solchen zedell in offenem rath den pfältzischen gesandten für die fuß geworffen, alda auch berürter zedell ein gutte weil ligen geplieben, auch von den anwesenden churfürsten, als Mentz, Trier und Sachsen, gesehen worden. Und als beede churfürsten Mentz und Trier vermeint, es hette der pfältzisch denselben ungefehr fallen laßen und derwegen ime gewunckhen, solchen uffzuheben, hat der pfältzisch solchen zedel wider zu sich genommen.

Im Anschluss an die Verlesung des Resolutionskonzepts für die Duplikcberaten die evangelischen Stände kurz, ob der Memorialzettel in ander weg möchte übergeben werden.Dafür wird eine Sondersitzung der evangelischen Stände für 14 Uhr nachmittags in die Kurpfälzer Herberge einberufen4.

Anmerkungen

a
–a Noch … übergeben] Wett. Gff. (unfol.) differenzierter: Im Anschluss an die Debatte vom Vortag äußert der Salzburger Kanzler, als man noch vor Sitzungsbeginn im Saal in loco solito gestannden, […] weill man itzo referirn sollte, so hett sein genedigster her fur gut angesehen, die relation alßo zuverrichten, nicht das inn gemein alßo beschlossen, sondern das per maiora alßo concludirt.Daraufhin treten die evangelischen Stände, die ihr Votum zuvor conditionirt oder modificirthaben, zur Beratung zusammen. Pfalz-Lautern: Was itzo Saltzburgk vermeldett, auch im fall je die conditiones votorum nicht wurden referirt, das albereit ein schrifft, darin der mangell saltzburgischer relation außgefuhrt, were concipirt; wie sie dann auch furgelessen. Daruff beschloßen unnd fur gutt angesehen, das dieselbige schrifft dem saltzburgischen zu volkomner relation solt uberraicht werden.Als Salzburg nachfolgend in der getrennten Beratung des FR die Stellungnahme der weltlichen Bank anhören will, möchte der Kurpfälzer Rat Quadt, der die Session für Pfalz-Lautern einnimmt, dem Salzburger Kanzler diese Schrift übergeben.
1
 Vgl. die Ausfertigung [Nr. 251].
b
 evangelischen Stände des FR] Pfalz-Neuburg B (fol. 210’) differenzierter: etliche ständ des furstenraths uf der weltlichen banckh: Pfaltz-Lautern, ‑Simmern, ‑Zweibruckhen, Brandenburg-[Ansbach], Braunschweig, Pommern, Wurtemberg, Heßen, Baden und andere mehr.
2
 Nr. 272.
3
 Vgl. Württemberg, fol. 626’ f. [Nr. 77].
c
 Duplik] Augsburg (unfol.) zusätzlich: Danach Reichsrat.[Entsprechend Protokoll des KR, 267–268’.]
4
 Vgl. Nr. 209.