Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Annahme der bewilligten 80 Römermonate. Forderung nach Anschluss des SR. Bitte um frühere Erlegungstermine und verkürzte Laufzeit. Keine Verrechnung der vom Ks. antizipierten Gelder mit der Reichssteuer, sondern anderweitige Erstattung. Einrichtung einer Kommission zur Revision der Söldnerbestallung.
Datum: Regensburg, 11. 7. 1594. Im ksl. Geheimen Rat sowie vom Ks. gebilligt am 11. 7. Der Mainzer Kanzlei übergeben am 12. 7., im KR verlesen am 13. 7. Die anschließend geplante Verlesung im RR am 13. 7. kam wegen des Magdeburger Sessionsstreits1 nicht zustande. Im SR verlesen am 16. 7.2 Verlesung im RR erst am 22. 7.3 Von den Reichsständen kopiert am 14. 7.
HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 356–360’ (Or. mit aufgedr. ksl. Siegel. Dorsv.:Triplica imperatoris in puncto expeditionis turcicae. Praesentatum Regenspurg, 12. Julii 1594. Von anderer Hd.:Lectum den 14. Julii anno 94.) = Textvorlage. HHStA Wien, RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 43–47’ (zunächst Konzeptkop., dann Konz. mit Randvermerken, die den Inhalt zusammenfassen. Aufschr.:Kayserlich triplic in articulo turcico. 11. Julii anno 1594. Fiat copia fur die hofkamer. Schlussvermerk:Abgehörtt von den hern gehaimen räthen undt hernach absonderlich von der ksl. Mt. auch selbst den 11. Julii anno 94.) = B. HStA München, KÄA 3230, fol. 108–111 (Kop. Überschr. wie 1. Satz des Dorsv. der Textvorlage) = C. HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 164–167’ (Kop.). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 105–110’ (Kop.). LAV NRW R, JB II 2344, fol. 354–357’ (Kop.).
Referiert bei Häberlin XVIII, 260–264.
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Neben deme befinden ir ksl. Mt., das der stend jetzige erclerung und bewilligung der achtzig monat (wann man deßen in allen dreyen Reichs räthen miteinander ainig) zwar nit ein schlechtes, aber doch nach gelegenheit vorstehender vheindts gewalt so hoch nit seye, als die augenscheinliche nott erfordern thuet. Derhalben, obwol ir ksl. Mt. fur guet hielten, sintemal dem hiebey nahenden unhail im anfang leichter rath geschafft werden khan, als do das ubel, welches Gott genedig verhüetten wolle, hernach schwerer werden und uberhandt nehmen soldt, das diser zeit die stenndt vilermelte mitleidenlichec hülf hocher anstellen möchten: Yedoch do es ye dermassen beschwerlich und unerschwinglich, so wollen ir ksl. Mt. die achtzig monat eylender und beharriger hülf hiemit zue freundschafft und genaden angenomen haben. Thuen sich auch derselben so /
Dann sovil bemelter stett gravamina betrifft6, dieweil ains thails derselben andere stendt mehr berüren, dern ungehört ire ksl. Mt. sich nit ercleren khonnen, als seyen denselben alberait solche beschwernus, daruber ire gegennotturfft einzubringen, zuegestelt. Und wollen ir ksl. Mt., wann die antwort darauf ervolgt, gedachte gravamina der gebur und billigkheit nach erledigen.
Das dann die betzallung der turckhenhülff nirgendt anderstwo als in den geordneten legstetten, dartzue an gangbarer, gueter grober muntz, der Reichs ordnung7 und derselbene valvation gemeß, beschehen solle, nemen ir ksl. Mt. zu danckh an; und halten denselben /
Belangendt aber die vorgeschlagene zal termin, befinden ir ksl. Mt. ain große ungleicheit. Dann dafern der yetzigen andeüttung nach das erste zill biß auf nechstkhunfftig Laetare des funfundneuntzigisten jahrs8 hinauß verruckht und dartzue der anticipierten summen halb (deßen sich doch ire ksl. Mt. nit versehen) khein sonderbare anlag gemacht werden soldt, wurden ir ksl. Mt. mehr dann zwey gantze jar zuruckh gesetztf und also lang ainig mittel oder weeg nit haben, davon das kriegs volckh betzaldt und undterhalten werden khondt. Hierumb so gesinnen und begern ir ksl. Mt. an alle stendt sambt unnd sonders freundlich, genedig unnd zum treulichsten, sy wolten doch zu hertzen faßen, das der vheindt alberait zue veldt lige unnd mit ime der krieg nun ins dritte jar gefuert seye; g–dabey mehren thails ire ksl. Mt. und dero getreue lanndt den last allain getragen. Unnd dieweil die hülffen, so anno zweyundachtzig bewilligt, nahendt bey siben jarn ir endtschafft bekhomen9, des Reichs sovil möglich vatterlich verschondt, also das–g daher in solchem notfall (do anderst die Reichs hülffen zu rechter zeit und nit zue spat demselben zu guetem khomen sollen) zum hochsten vonnötten, das die betzalung vilangeregterh /
Was es mit den anticipationen fur ein gelegenheit habe, auch woher ir ksl. Mt. dieselben aufzubringen genöttiget, ist vorhin vermeldet12. Dieweill dann gewißlich die hulfslaistungen merckhlich geschwecht und der gefahr desto ubler geholffen sein wurde, wann ir ksl. Mt. solche anticipationes von der neuen bewilligung defalcirn laßen solten, n–als wollen ir Mt. gleichwol nit unterlaßen, deßhalb mit den intereßierten absonderliche handlung zu pflegen; versehentlich, dieselbe werden sich darunter also wilfärig finden lassen, /
Die landtschafften Steyer, Kärnten und Crain, welche die stenndt an ire ksl. Mt. weisen, wollen die ksl. Mt. ir im besten empfolhen sein lassen und die genedigste anordnung thuen, damit gedachte landtschafften diser neuen Reichs bewilligung neben andern irer Mt. christlichen landen, so vom türckhen beschwert werden, empfindtlich unnd mithülflich genießen13.
Zue beratschlagung der reütter- und knecht bestallung haben ir ksl. Mt. auf vier personen gedacht. Derwegen, damit diß werckh ehist befurdert werde, so wollen die stendt auch /
Ansonsten lässt Ks. es bei den verglichenen Punkten bewenden. Er bittet die Reichsstände, die abschließende Beratung dieses und der anderen HAA zu befördern, da ir ksl. Mt. einer hohen notturfft zusein vermerckhen, das sy sich dem gränitzwesen unnd iren erblannden ye eher, ye beßer, etwas mehrq nähern unnd daran sein, damit beim kriegswesen guete ordnung gehalten, auch desto beßer denen yeweils vorfallenden mengeln an volckh, geldt, proviandt unnd anderm rath geschafft werden khonne.
/359 f./ Schlussformel.
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