Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Unzulänglichkeit der reichsständischen Steuerbewilligung. Forderung einer eilenden Hilfe von 30 Römermonaten und einer anschließenden beharrlichen Hilfe nach dem Gemeinen Pfennig. Wahrung des derzeitigen strategischen Vorteils im Krieg. Unmittelbare Bedrohung des Reichs. Ermahnung des SR zum Anschluss an die Bewilligung von KR und FR. Problematische Einbringung von Steuerrückständen. Separate Erstattung der antizipierten Gelder ohne Verrechnung mit der neu bewilligten Steuer. Erlegung der Steuer in schwerer Reichsmünze. Frühere Erlegungstermine. Vorgehen gegen säumige Stände. Beteiligung junger Adeliger am Kriegszug auf eigene Kosten. Sammlung von Almosen der Untertanen. Zweckgebundene Steuerverwendung ohne reichsständische Aufsicht. Wahrung des Friedens und Verbesserung der Rechtsprechung im Reich, damit nach Möglichkeit Abhilfe der reichsständischen Gravamina. Zuziehung auswärtiger Potentaten, der Eidgenossenschaft und der Hansestädte zur Türkenabwehr mit Zutun der Reichsstände. Revision der Söldnerbestallung in der Reichskriegsordnung 1570 noch beim RT. Steuerleistung der in Österreich begüterten Reichsstände.

Im ksl. Geheimen Rat und vom Ks. gebilligt am 30. 6. 1594. Einer Ständeabordnung übergeben und im RR verlesen am 1. 7.1 Von den Reichsständen kopiert am 2. 7.

[Zu vgl. sind die Gutachten von Reichspfennigmeister Geizkofler (Nr. 268) und der ksl. Hofkammer (Nr. 269)].

HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 310–320’ (Or. mit aufgedr. ksl. Siegel. Dorsv.:Replica ad primum articulum propositionis, turcicae expeditionis. Praesentatum Regenspurg, 1. Julii 1594. Von anderer Hd.:Lectum Regenspurg, 2. Julii anno 1594.) = Textvorlage. HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 516–531’ (Konz. mit gliedernden Randvermerken. Aufschr.:Replica caesareae maiestatis in articulo turcico aufm reichstag zu Regenspurg anno 94. Nachvermerk Hd. Hannewald:Abgehört a sacra caesarea maiestate ultima Junii et a dominis consiliariis secretis etc. bina vice. Andreas Hanniwaldt. Dorsv. Hd. Hannewald:Replica caesareae maiestatis in articulo turcico, Ratisbonensis in comitiis ultima Junii anno 94. Fiat copia per cameram aulicam.) = B. HStA München, KÄA 3230, fol. 72–83’ (Kop. Überschr. wie Dorsv. in Textvorlage ohne Lectum-Vermerk) = C. HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 146–155’ (Kop.). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 81–94b’ (Kop.). LAV NRW R, JB II 2344, fol. 336–345’ (Kop.).

Referiert bei Häberlin XVIII, 226–240. Auszüge und Auswertung: Bagi, Gyűlés, 882 f.

/310/ Ks. hat die Antwort der Reichsstände zum 1. HA (Türkenhilfe) der Proposition erhalten. Er dankt ihnen dafür, dass sie die vor augen gestelte gefahr also zu gemueth gezogen, das sy dahero irer ksl. Mt. sorgfeltigkait mit danckbarem gemueth erkennen und in allen dreyen Reichs räthen einhellig geschlossen, ungeachtet der stendt unnd irer underthanen selbst beschwerlicher obligen in disem nottfall irer ksl. Mt. und den betrangten christlichen granitzen zuhelffen, auch zu solcher rettung unnd beystanda in der chur- unnd fursten rath vierundsechzig monat, der stett aber funffzig dem anschlag des ainfachen romzugs nach bewilligt.

Nun wolten zwar ir ksl. Mt. nichts liebers wunschen noch sehen, dann das die sach dermassen beschaffen, damit es bey ange- /310’/ bottener hulff mit des Heiligen Reichs nutz verbleiben und nit vonnotten sein möcht, churfursten, fursten und stendt verrer zubemuhen oder anzusprechen.

Wann aber in obberurter kaiserlichen proposition lautter demonstrirt und außgefurt ist, in was terminis yetziger zeitt das furgeliebteb [!] vatterlandt teutscher nation des turggen halb stehe, nemblich das ir ksl. Mt. oder dero erb konigreich unnd lande wie in gleichem volgents das gantze Reich numehr gestalter sachen nach nicht, ob unnd wie lang man kriegen wolle oder konne, zu consultirn und zuerwegen, sondern ainmal one nachdencken sich ad defendendum et conservandum auf ain ersprießliche stattliche nottwehr und widerstandt gefast zumachen, solches auch bey dergleichen, ja vil weniger sorglichen zuestenden mit und neben der gefahr negst gesessenen landen yederzeit wider disen vheindt, den turggen, das Reich fur nottig und unvermeidenlich geachtetc nach außweisung der Reichs abschiedt: So hetten ir ksl. Mt. dafur gehalten, es solten churfursten, fursten unnd stendt ire hulffslaistung auf ain mehrers, sterckers unnd eben das, davon in irer Mt. proposition erinderung beschiecht2, nemblich genuegsame underhalt- und besoldung aines stattlichen kriegs hörs zu roß unnd /311/ fueß auf ettlich bestimbte jahr gestelt unnd gerichtet haben; wolten sich auch, solches zubeschehen, nochmalls also, wie man nach gelegenhait dises eussersten nottfalls gemainem vatterlandt vond pilligkait wegen helffen soll, gentzlich und unzweifenlich getrosten. Unnd ob wol zu solchem endt ir ksl. Mt. churfursten, fursten unnd stenden, wie unnd welcher gestalt die bewilligung angelegt und eingebracht werden möge, kain maß vorgeschriben oder noch vorzuschreiben nit gesinnet, yedannoch dieweil in der proposition mit beylegung ettlicher verzaichnus specifice dargethan3, was irer ksl. Mt. zum aller genauhisten und engisten auf provision und versehung dreyer veldtleger, die gegen disem vheindt, der nit mit ainem höer noch an ainem ortt allain, sondern underschidliche hauffen an sich zuhencken und die christliche gränitz mehr dann an ainem ortt anzugreiffen pflegt, nottwendig aufzurichten und zu unterhalten sein werden, järlich bedorffen; unnd dabey vermeldet4, wie das bey hievorigen reichstägen nun offters furkommen, auch den stenden selbst genuegsamb bewust, ja nach gelegenhait der yetzigen beschaffenhait im Reich mehr dann yemalls beweißlich gemacht werden kondt, das der weg und anschlag des romzugs (darauf, wie obstehet, die stendt gehn wollen) von wegen /311’/ mercklichen abgangs viler moderierter, außgezogener, erarmter eund verlorner stendt auch in zeit der fridtstendt allain–e zu järlicher underhaltung der frontirn (wann gleich ir Mt. aller irer konigreich unnd landtstendt hulff unnd vermögen zuschiessen) kaum erkleckhen, vil weniger zur continuation und vortstellung dises offenen, weitschichtigen kriegswesens furdersamb und außträglich; alles verzugs, ungleicheit, mißverstendt und beschwerungen, so baide, zwischen den stenden und underthanen, wegen anschlag bemeltes romzugs erregt und biß dahero vilfaltig nit one mercklichen nachthail erfaren worden, zugeschweigen: So haben churfursten, fursten unnd stendt one schwer zuermessen, wie gar wenig durch die obbemelte vierundsechzig monat, wann sy gleich gentzlich unnd vollig one abgang (das doch nimmer beschicht) gefilen und bezalt, disem ubergewaltigem kriegslast geholffen sein wurde. Dann da irer ksl. Mt. järlich mehr nit als sechzehen monat, wie der yezig furschlag gemacht ist, zu hulff kommen solten, ertruegen dieselben nit uber ein million oder kaum sovil gulden5. Was man nun hievon der grausamen turggischen volckhmenge zum aufhalt unnd widerstandt in die obberurte drey christliche veldtläger fur ain schlechte anzal volcks und kriegsnotturfft aufbringen, auch wie weitt /312/ mit der bezahlung raichen unnd volgen konne, das ist handtgreifflich und am tag; auch bey denen zu Regenspurg unnd Augspurg jungst gehaltenen reichstägen außgefurt, das zu fridens zeitten auf die ordinari besatzungen, wie schlecht die immer angestelt werden, dannoch ausser munition, proviandt, kundtschafften und andere unzehliche außgaben järlich uber funffzehenmalhundert tausent guldenf auflauffen6. Derwegen ersuechen unnd ermanen ir ksl. Mt. die anwesenden churfursten, fursten unnd stendt zusambt der abwesenden rath, pottschafften und gesandten nochmalls gantz freundtlichs, gnedigs unnd vätterlichen vleisses, sy wollen doch alle unnd yede in irer ksl. Mt. proposition eingefurte umbstendt, sonderlich die warhaffte, eusserste, den stenden selbst so wol als irer Mt. und dero landen obligende nott, drangsaal unnd gefahr mit rechtschaffenem ernst und eyfer behertzigen und sich auf die proponierte begern also erzaigen, damit benentlich aintweder zu bezahl- und underhalttung des kriegsvolcks diß erste jahr zur eylenden hulff dem einfachen romzug nach dreissig monat erlegt werden unnd dann vorters, dieweyl ainmahl mehrbemelter romzug von anfang nur zu der ksl. raiß in Italiam und zu kainem solchen defension werck angesehen7, gaber hiegegen der gemaine pfening in /312’/ dergleichen grossen nottfallen sonderlich wider den turggen unter allerhandt anschläg und ordnungen im Reich yederzeit fur den fueglichisten, billichsten, außträglichen und solchen weg, dadurch der arm nit zu hoch beschwert und dem reichen auch aufgesetzt werde, gehalten, ya yeweils nach gelegenhait der nott gemehrt und gestaigert worden, wie solches hinundwider in des Heiligen Reichs abschiden vermeldet, unnd sonderlich in denen zu Speyer anno zway- und vierundvierzigh ergangenen abschiden8 clar zubefinden ist–g:

Dem allem nach zu ainer beharrigen hulff und vortsetzung, ja ob Gott will gluckhafften vollendung der kriegs expedition auf das ander und ettliche nachvolgende jahr yetztgedachten gemainen pfening anlegen unnd in yedem craiß dieselbe schätzung gleichmessig austhailen; oder zum fall der gemain pfening ye so hoch bedencklich geachtet werden wolt, nichts desto weniger andere dergleichen ergibigei mittel unnd weeg an die handt nemmen, davon man obangeregte continuierliche bestellung und notturfft des kriegs gehaben9, außtaueren und dem werck im grundt also helffen möge, daraus ir ksl. Mt. und menigclich zuspuren, es lassen inen die stendt das hail, wolfart unnd rettung des geliebten vatterlandts und der armen, negst dem vheindt gesessenen mitchristen hochste betrangnus und erbarmlichen undergang /313/ bruederlich von gantzem hertzen angelegen sein.

Dann es je diser zeit an deme ist, wo dißmalls der durch Gottes gnad dem vheindt bißhero aberhaltene vorstraich auf der christenhaitj seitten verlohren und dem turggen zum vortl werden solt, darauf er yezo furnemblich wartet unnd dahin alle seine gedanckhen und aufmerckhens hat, das alßgleich und one verziehen, weil er alberait mit ainem ubermechtigen höer gefast und täglich in noch mererm anzug ist, die christenhait, zumahl wann er dieselbe ettwas bloß und abgemattet zu sein verhoffe, zu wasser unnd landt mit feuer unnd schwerdt angreiffen und sonderlich nach dem schnitt oder eerntten zeit, wie nun vil vorgehende exempl außweisen, im August unnd herbstmonat das maist furnemmen und verrichten wurde.

Bey welchem fall churfursten, fursten und stendt mit besonderem fleiß auch diß zuerwegen und zubetrachten haben, das dises erschreckliche feuer gar nit, wie es villeicht ins gemain das ansehen haben möcht, die cron Hungern und osterreichische landt allain anscheine oder inmittels, so lang biß dieselbe außgereuttet unnd verherget, das Reich teutscher nation gesichert seye, sondern aigentlich das Reich und desselben mitglider yezo in nit weniger, ja eben gleichmessiger gefahr als Hungern unnd Österreich stehe. Dann inen, den sten- /313’/ den, sonder zweifel wol bewust und unverborgen, welcher massen der wenigern zahl anno sechsundsechtzig weilend der bluetgierige wiettrich Solymannus in seinem kriegsrath beschlossen gehabt, die damals angestelte kriegs expedition gerichts auf Vywar10 zuezufuren und nach derselben vesten eroberung volgendts seinen straiff unnd veldtzug durch Märhern, Schlesien und die marck Brandenburg ins Reich zunemmen, in hoffnung, wann er zuvor an denselben ortten seinen willen unnd tyrannei erkhuelet und volbracht, letztlich im zuruck ziehen, alda er dann zu seinem vorthl auch den Thonaustrom nit aufwerts wider sich, sondern hinab vor sich haben wurde, der ubrigen osterreichischen landt und andern anrainenden provintzen vil leichter mechtig zuwerden. Hett auch solches intent one allen zweifel versuecht, da er nit aus sonderbarer vorsehung des allmechtigen durch dazumal eingefallene grosse wasserguß abgetriben und daran verhindert worden were11. So ist in negst vergangenen jaren augenscheinlich zusehen gewest, das alle turggische praeparation auf Canischa gegangen, kund wurdt solches, wie die kuntschafft neulich einkommen, noch auf heut besorget–k. Welches furnemme haubt granitzhaus12, da es durch Gottes verhencknus (dafur one unterlaß zubitten) bezwungen und von der christenhait hinwegk gerissen werden solte, dem turggen thur unnd thor nit allain zu irer Mt. erblanden, sondern auch /314/ dem Reich offnen, aufsperren unnd alle hulffslaistung hernach vorgebens und zu spat kommen wurde. Derwegen ir ksl. Mt., solches zuverhuetten und zu vorkommen, aus kaiserlicher, vatterlicher getreuer lieb und sorgfeltigkait churfursten, fursten unnd stendt hiemit zu rechter zeit verwarnen, das kunfftig verderben entdeckhen und veranlessig gewartten, sintemal es yetzundt mit dem hungerischen granitzwesen an das eusserste kommen, dasselbe an gelt, munition, proviant und aller anderer kriegs notturfft zum ubelsten versehen unnd beschaffen, es werden hoch-, wol- unnd offtermelte stendt zu abtreibung und vertilgung dises turggischen bluethundts irer ksl. Mt. recht an die seitten stehn und dermassen christlich, loblich und guethertzig beyspringen, wie es vil angeregter diser eusserste nottfall erfordern thuet; wo aber nit, und also uber dise wolgemainte vernere ansuechung irer ksl. Mt. nit mit ainem mehrern begegnet werden solt, so sehen ir ksl. Mt. nit, wie sy disen last mehr ausstehn kontten.

Dann sovil irer Mt. kunigreich unnd erblandt betrifft, die haben seit anno vierundsechtzig ettlich vill million goldts, wie das particular wol angezaigt werden kan, dargegeben, unnd auch nun ins dritte jahr herumb, als der offene krieg /314’/ angefangen, an gelt, volck, proviant und anderm zum tieffsten sich dergestalt erschopfft, das sy unvermogenhait halb offentlich protestirt, sy wussten one stattlich, ergebige mithulff den erbvheindt nit dises, zugeschweigen das kunfftig jahr verrer aufzuhalten. Daentgegen die Reichs contributiones nun mehr syben gantzer jahr gefeyret13 und ausser, was anno zwayundneuntzig und dreyundneuntzig durch ain freye ettlicher churfursten, fursten unnd stendt extra ordinari hulff und jungst auch ettlicher craiß bewilligung beschehen14, irer ksl. Mt. dahero nichts zuekommen. Unnd derhalbl zum fall, die verhoffentliche assistenz aus dem Reich nit erklecklich genuegsamb ervolgen solt, ir ksl. Mt. die granitz zu unzweiffenlichem der gantzen christenhait entgelt verlassen, was ir daruber fur nott unnd verlust zustuende, neben anderm von dem allmechtigen mit gedult erwarttenm muest; naber doch auf solchen widrigen fall sich gegen dem Heiligen Reich und der gantzen christenhait entschuldigt zu sein erachtet–n. Dazue es churfursten, fursten und des Heiligen Reichs stendt nit kommen lassen wollen. oWie dann beynebens ire ksl. Mt. auch sambt iren getreuen kunigreichen, landtschafften unnd underthanen verner all ir vermogen an guett unnd bluett vollig dar- /315/ zusetzen vesstigclich entschlossen unnd vorhabens seind–o.

Die frey- unnd Reichs stett, so sich in der bewilligung von den hohern stenden etwas absondern oder auch wegen irer angegebner beschwerden die hulff conditionirn wollen, haben dessen gar kain ursach, sondern dagegen vil mehr zubedenckhen, das sy der hungerischen unnd osterreichischen commercien vor andern geniessen15. Derwegen ermahnen ir ksl. Mt. sy hiemit gnedigclich, sy wollenp gemainer christenhait unnd dem geliebten vatterlandt zu guet sich bey kunfftiger verhoffender merern hulffslaistungq mit der hohern und andern stenden bewilligung vergleichen.

Die einbringung der restanten, davon in der stendt antwortt meldung beschicht, wollen ir die ksl. Mt. besten vleisses angelegen sein lassen, wie zwar bißhero an embsiger bemuheung nichts gemangelt und dessen die vilfaltige ermanungen, bevelch, auch fiscalischen proceß und eventual achtserclerung der seumigen uberflussig gezeugnus geben. Dieweil aber eben der maiste rest bey den niderlendischen und westphalischen craisen anstehet16, fur welche gemaine stendt an yetzo selbst umb ettlicher massen verschonung underthenigist gebetten17, so ist daher leicht abzunemmen, was auf bemelte restanten fur raittung zumachen. /315’/ Gleich wie nun ire ksl. Mt. nit vergessen wollen, die restierende zu bezallung irer ausstendt zuermahnen und sovil muglich anzuhalten, also wollen dieselben auch an laistung eusserster moglicheit nichts erwinden lassen.

Das aber die stendt die anticipierte hulffen in die neue contribution mit einziehen unnd deßwegen kain sonderbare belegung oder anlag machen wollen: Dieweil sich dieselbe in dier zwelff malhundert tausent gulden und ehe daruber bey den stenden und privat personen erstreckhen, so haben churfursten, fursten unnd stendt vernunfftigclich zuerachten, das derwegen ir ksl. Mt. mehr als ain gantze jarshulff abgehn und ain mercklichs so wol an des kriegs als der granitzen underhalttung entzogens wurde. Darumb sich ir ksl. Mt. nochmalls versehen, dieweil die sach im grundt anderst nit beschaffen, dann wie in der proposition vermeldet worden, das nemlich solch gelt ir Mt. furnemlich zu nottwendiger praeparation des yetzigen veldtzugs unnd gewinnung des vorstraichs aufnemmen muessen18, es werden die stendt auf mittel unnd weg gedenckhen, wie dise dem christlichen granitz- und kriegswesen zum besten angelegte außgaben one entgelt der gemainen neuen hulffen wo nit unter ainist, doch nach unnd nach abge- /316/ zalt werden mugen. Dazue auch mitl, dadurch one sonderbare beschwer gemainer stendt solche summen abzuledigen, nit mengelten.

Die muntz sorten, in denen die turggenhulff erstattet werden soll, belangend, nemmen ir ksl. Mt. zu danckh und gefallen an, das dero ksl. proposition gemeß des churfursten raths beschließlichen mainung nach die betzalung an guetter, grober, gangbarer reichsmuntz beschehen solle. Unnd ersuechen darauf den fursten- unnd stett rath, sy wolten sich dißfalls von der churfursten entschluß nit absondern, auch daran sein, damit ain yeder standt in seiner verordneten legstatt und sonsten nirgendts die bezalung thue. Dann es ainmal an deme, das sonsten irer Mt. durch verwexlung des gelts ain grosser abgangt an gemainen hulffen enstehn wurde.

Mit den zahl terminen: Dieweil die hohe, unvermeidenliche notturfft kainen langen verzug oder einstandt leiden will und zu erhaltung des alberait aufgenommenen, auch noch bedurffenden kriegsvolckhs sowol proviant, munition und anderer notturfft der verlag an parem gelt yedertzeit alßbaldt zur stett sein mues, /316’/ so begern ir ksl. Mt. gantz freundt- und gnedigclich, es wollen die stendt als vil moglich alle verlengerung zuruck setzen unnd sich aintweder auf die, so durch die stett furgeschlagen19, oder andere kurtzere termin entschliessen; auch ob ettwa von den underthanen ir angepurnus in bestimbter zeitt nit einzubringen sein mochten, inmittels gemainer christenhait und geliebten vatterlandt zu rettung churfursten, fursten unnd stendt irer ksl. Mt. aus iren cammerguetern oder anderer gelegenhait denselben anthail darstreckhen.

Die collectierung der underthanen hat seinen weeg, dz nemlich dieselbige vermug hievoriger Reichs abschiedt beschehe, unnd doch die maß gehalten, damit der last den underthanen nit allain aufgelegt noch sy dadurch zu hoch beschwert, auch alles ir dargeben nirgent anderstwohin als daher geraicht werde.

Im punct von den widersetzigen, ungehorsamen und seumigen stenden befinden ir ksl. Mt., das churfursten, fursten und stendt die notturfft mit vleiß bedacht. Unnd dieweil auf gepurende wurckliche processus executivos zuschliessen wol vonnotten, auch die in der stendt antwort furgeschlagene mittel20 nit allain in hievorigen des Heiligen Reichs abschiden gegrundet, sondern zum thail anno sechsundsibentzig durch irer Mt. herrn /317/ vattern, weilendt kaiser Maximilian, lobseligister gedechtnus, selbst dergestalt gesuecht unnd begert worden21, so lassen es ir ksl. Mt. dabey beruhen; versehentlich, es solle dem allem der gepur in gehorsamb gelebt unnd nachgesetzt werden.

/317 f./ Ks. dankt für die Zusage der Reichsstände, junge Adelige zum Dienst im Türkenkrieg auf eigene Kosten aufzufordern und die Sammlung von Almosen für verwundete Söldner sowie tägliche Türkengebete zu veranlassen22.

Da die Stände auf die Zuordnung zur Kontrolle der Steuerverwendung verzichten /317’/ unnd solches ir ksl. Mt. selbst vertrauen, so nemmen sy es von inen zu freundtlichem, gnedigem danckh an. Unnd sollen sich churfursten, fursten und räthu [!] veranlessig versehen, gleich wie dise hulff von inen, den stenden, zu beschutzung der christlichen granitzen gantz treulich unnd wol gemaint, das auch hinwider dieselbig von irer Mt. zu kainem andern endt noch nutzen gebraucht, sondern allerdings treulich und aufrichtig damit umbgangen werden soll.

Daneben seind ir ksl. Mt. erbietig, ir den jemerlichen wolstandtv im Reich alles getreuen, vätterlichen vleisses angelegen und empfolhen sein zulassen unnd die administration der justitz in furderlichem, gleichmessigem gang zuerhalten, den hochbeteurten religion- unnd prophanfriden zuschutzen unnd handtzuhaben; deßgleichen dz jhenig, was zu abhelffung der stendt pillichen beschwerungen diensam, sovil irer Mt. möglich, verantwortlich und unverweißlich ist, getreulich zubefurdern.

Die ersuechung frembder unnd außlendischer potentaten, auch /318/ der aydtgenossen, hansaa see stett und andere mehr belangent, haben ir ksl. Mt. in der proposition furtragen lassen, welcher massen sy alberait deßwegen underschidliche tractat angefangen unnd noch yedes ortts mitleidenliche, ansehenliche hulff zuerlangen verhofften23, insonderhait aber bey der cron Poln vorlengs durch underschidliche legationen unnd schreiben geworben, den tartarn kainen paß zugestatten24. Vernemmen unnd hören derwegen gantz gern, das der durchleuchtigist hochgeborne furst, herr Hanns Georg, marggraf und churfurst zu Brandenburg etc., gleichsfalls vor sich bey yetztgedachter cron Poln guete officia interponirt hat25. Unnd ersuechen wdabey churfursten, fursten unnd stendt–w freundt- unnd gnedigclich, sy wolten nachmalls allenthalben so wol bey vorberurten christlichen potentaten als auch den aydtgenoßen, hansa see stetten und andern mit und neben irer ksl. Mt. (an dern zuthueung nichts verabsaumbt werden soll) das best befurdern unnd vortstellen helffen.

Dann nit zu zweifeln, da das Reich diß werckh mit gepurlichem, rechtschaffenem ernst und eyfer einmuetig angreiffen wurdt, dz man sich von allen obberurten ortten, also auch den moscowitter, persianer unnd andern, die sich gegen irer /318’/ Mt. xauf dero alberait beschehene absendungen unnd ansinnen–x aller guetten correspondentz erpieten26, desto mehr beyfalls zugetrosten; hergegen aber, da ir ksl. Mt. aus mangel verlags und anderer nottwendigkait den krieg verlassen mueste, von denselben frembden unnd außlendischen aines thails neben ewigen schumpff[!] und unwiderbringlichem schaden teutscher nation nichts gewissers zubesorgen, dann dz sy, so sich bißheer vor die christenhait (wie jungstlich die razzen27) mit der that erclert, hernach zusambt dem turggen ir ksl. Mt. unnd dz Reich angreiffen und inen hiedurch den turggen, den sy irritirt, widerumb versohnen und zum freundt machen werden.

Es lassen ir ksl. Mt. ir auch der reutter- und knecht bestallung halb nit mißfallen, dz solcher articul mit zueziehung ettlicher kriegserfarner furderlich bedacht und berathschlagt wurde. Dieweil aber solch werckh anno sybentzig zu Speyr dergestalt furgenommen, dz sich ir ksl. Mt. mit churfursten, fursten unnd stenden und sy hinwider mit irer Mt. der damals aufgerichten ordnung28 verglichen, so achten ir ksl. Mt. auch diser zeit ein notturfft zusein, das churfursten, fursten unnd stende ebner massen ettliche per- /319/ sonen benennen und sambt irer ksl. Mt. deputierten die eingerisseney ubermessigkeit zvorgedachter reutter- und knecht bestallungen–z erwogen, auch was volgents nach beschehener relation einhellig beschlossen wurdt, dem Reichs abschiedt umb desto steiffer und vester haltung willen inserirt und einverleibt werde.

Letztlich belangend die jhenigen Reichs stendt, so in den ober- unnd niderosterreichischen landen beguettet, stellen es ir ksl. Mt. dahin, dz sy derselben belegung halb sich allermassen, wie ir ksl. Mt. aahiebevor unnd auch dero lobliche vorfahren, ertzherzoge zu Österreich, gethan, nochmals der gepur und unverweißlich ertzaigen wöllen.

Auf diß alles wollen ir ksl. Mt. die anwesenden churfursten, fursten unnd stende, auch der abwesenden räth, pottschafften und gesandte sambt unnd sonders gantz freundtlich, gnedig unnd vatterlich ersuecht und ermahnt haben, sy wollen dises ir Mt. replicirn anders nit, dann aus hoher, unumbgengclicher notturfft, auch zu irer, der stendt und irer underthanen, selbst bestem und sicherhait gemainet, aufnemen und sich irer ksl. Mt. gentzlichen zuvertrauen nach der- /319’/ massen willferig erzaigen, darmit der erbvheindt christlichen namens der teutschen nation zusammensetzung in verthaidigung ires vatterlandts zu furchten, seine vheindtliche anschleg davon abzuwenden, dagegen aber irer ksl. Mt. konigreich unnd erblandt in gegenwertigem irem hochangefochtenen, bekommerten zuestandt daher ein trost schopffen und desto williger sein mögen, zu solcher gemainer rettung ir leib, bluet unnd guett aufzusetzen.

Schlussformel. Unterzeichnet von J. W. Freymonabund A. Hannewald.

Anmerkungen

1
 Kursachsen, fol. 213–215 [Nr. 21].
a
 unnd beystand] In B nachträgliche Einfügung.
b
 furgeliebte] In B zunächst ebenfalls: furgeliebte;nachträglich korr. zu: vilgeliebte.In C: vorgeliebte.
c
 geachtet] In B Einfügung am Rand und korr. aus einer gestrichenen, nicht mehr lesbaren Formulierung.
2
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 31’ f. [So ersuechen dem allem … zu spat komme.].
d
 von] In B Einfügung und korr. aus einer gestrichenen, nicht mehr lesbaren Formulierung.
3
 Vgl. Beilage B zum 1. HA der Proposition [Nr. 262].
4
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33 f. [Nun haben zwar … vergleichen unnd entschliessen.].
e
–e und … allain] In B teils Einfügung am Rand und korr. aus: und auch verlohrner stendt.
5
 Vgl. dazu das Gutachten Geizkoflers [Nr. 268], fol. 217’ f.
f
 funffzehenmalhundert tausent gulden] In B Einfügung am Rand und korr. aus: die anderthalb million gulds.
6
 Auflistung der Grenzfestungen und deren Unterhaltskosten beim RT 1576 gedruckt bei Pálffy, Végvárrendszer, 141–158 (jährliche Gesamtkosten 1 673 301 fl.). Gegenüberstellung mit den Grenzfestungen gemäß der Auflistung beim RT 1582: Ebd., 130–140. Für 1582 vgl. Beilage B zum 1. HA der Proposition: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 189 S. 754–760 (jährliche Gesamtkosten: 1 418 292 fl.). Vgl. auch Lanzinner, Friedenssicherung, 478; Rauscher, Ständen, 74. Zum Status der Grenzbefestigung 1576: Pálffy, Origins, 49. Zur Entwicklung der Kosten beim Ausbau des Verteidigungssystems: Pálffy, Preis, 21–34.
7
 = Romzugsmatrikel 1521. Vgl. Anm. 15 bei Nr. 5.
g
–g aber … ist] In B Einfügung am Rand und korr. aus [gestrichener Text nur teilweise lesbar]: ja anno fünffzehenhundert sechsundzwanzig zu weilendt könig Ludwigs zu Hungern, hochlöblichster gedechtnus, zeitten, als derselbe an die stendt des Reichs allein ein nachbarliche hülff begert, das Reich davon[?] gefallen und nach laut weilendt marggraff Philipsen zu Baden als damals ksl. statthaltters zu Eßlingen publicierten abschieds andere mittel bedacht[vgl. Anm. 6 bei Nr. 269], aber entgegen der gemain pfenning als ein gleichmessiges mittel biß auf anno 51 jungsthin im Reich practicirt und fur die alte, rechte Reichs steuer gehaltten,[Einfügung zum gestrichenen Text:] […] im jahr zweyundvierzig auffm reichstag zue Speyer für den füglichsten, billichsten weg angesehen, fürgenommen und nach gestalt domals vorgestandener nott erhöhet worden, auch […] den underthanen weniger als der romzug beschwerlich.
h
 zway- und vierundvierzig] In der Textvorlage durch Einfügung am Rand korr. aus: zwayundvierzig.
8
 Vgl. Anm. 10 bei Nr. 5.
i
 ergibige] In B korr. aus: außtregliche.
9
 Die Straßburger Gesandten berichteten am 2. 7. (22. 6.) 1594 an Meister und Rat, man vernehme zur Forderung in der Replik des Ks. konkretisierend, dass ihm /104/ mit weniger dann 100 monat uff den einfachen romerzug nit geholffen sein würdt(AVCU Strasbourg, AA 846, fol. 104–106’, hier 104. Or.). Nennung dieser Summe auch im Gutachten Geizkoflers [Nr. 268], fol. 220.
j
 christenhait] In B korr. aus: christlichen.
10
 = Uyvar, ungar. Érsekújvár: Nové Zámky, SK.
11
 Zum Türkenkrieg 1566 vgl. Anm. 36 bei Nr. 11. Der Vormarsch des osmanischen Heers wurde zunächst durch ein Hochwasser der Drau infolge heftiger Regenfälle aufgehalten (Huber, Geschichte IV, 259; Schönherr, Kaiser, 7 f.).Als osmanisches Kriegsziel wird nicht der Zug nach Mähren und Schlesien, sondern die Eroberung Wiens genannt (ebd., 6; Wertheimer, Geschichte, 71).
k
–k und … besorget] In B Einfügung am Rand.
12
 Zur Bedeutung der Festung Nagykanizsa als Zentrum des Grenzgeneralats südlich des Plattensees: Pálffy, Türkenabwehr, 49–52; Winkelbauer, Ständefreiheit I, 442 f.; Roth, Wihitsch II, 153–158.
13
 Ablauf der Steuer von 1582 im September 1587. Vgl. Anm. 41 bei Nr. 1.
14
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
l
 Unnd derhalb] In B Einfügung und korr. aus: sondern.
m
 erwartten] In B danach zunächst am Rand eingefügt, dann wieder gestrichen: und demselben die sach bevehlen.
n
–n aber … erachtet] In B Einfügung am Rand und korr. aus: [erwartten] unnd die schuldt denen, welche die wahrnung und ermanung in windt geschlagen, zumessen [muest].
o
–o Wie … seind] In B Einfügung am Rand.
15
 Die Nürnberger Gesandten bezogen im Bericht an Bürgermeister und Rat vom 6. 7. (26. 6.) 1594 diese Behauptung des Ks. vorrangig auf die eigene Stadt: Weil in der Replik den Städten fürgeruckt worden, alß hetten sie der österreichischen und ungerischen handthierung halben vor andern stenden am maisten vortheils, welches fürnemblich uff die statt Nürmberg möcht angesehen sein,ist dies klarzustellen und dem Ks. zu gemuet zu fueren, das der mehrer theil ochsenhendler dardurch[Türkenkrieg] in verderbung kommen und zu grundt gangen(StA Nürnberg, NRTA 108, Prod. 30. Or.). Der Rat bekräftigte in der Weisung vom 17. 7. (7. 7.) 1594, man möge dem Ks. verdeutlichen, dz der mehrerthail der österreichischen hendler dardurch in verderben kommen und zu grundt gangen sey(ebd., NRTA 107, Prod. 25. Or.). Vgl. auch Ulm, fol. 54’ [Nr. 120 mit Anm. c].
p
 wollen] In B danach gestrichen: wegen ires von Gott verlichenen zimblichen guetten vermögens.
q
 hulffslaistung] In B korr. aus: anschlag.
16
 Die Straßburger Gesandten resümierten im Bericht vom 2. 7. (wie Anm. 9, hier fol. 104), dass sich die Forderung des Ks. mit der neuen Steuer, die ohne Abzug der Darlehen erlegt werden soll, auf /104/ ein überaus große summen anlauffen thut, unnd darum gantz beschwerlich, dieweil solches alles allein ettlich wenig noch vermögliche kreis treffen thut, aber andere, alls westphalische unnd nidersächsische kreis wie auch die niderburgundische landt, allerdings ledig außgehn und nichts geben können oder wollen.Vielmehr bittet der Westfälische Kreis um eine eigene Reichshilfe. Damit und mit der Forderung des Ks., die Steuer mit schwerer Reichsmünze zu erlegen, wird der Oberrheinische Kreis vor andern mercklich […] beschwert.
17
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 491 [Wie man dan gleichermaaßen …].
r
 in die] In B korr. aus: auf.
s
 entzogen] In B korr. aus: abgehn.
18
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 35’ [Es können aber … aufnemmen muessen.].
t
 abgang] In B korr. aus: mangel und abbruch.
19
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 490: Erste Erlegung zu Laurentii und Allerheiligen [10. 8., 1. 11.] 1594.
20
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 495–496 [Do aber ainicher standt … recht zuverfahren.].
21
 Vgl. Anm. 29 bei Nr. 249.
22
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 496’ f. [Es ließen auch ihnen … nichts ermangeln.].
u
 räth] In B ebenfalls: räth; darüber alternativ eingefügt [ohne Streichung von „räth“]: stend. C wie Textvorlage.
v
 wolstand] So auch in B. Dort korr. aus einem gestrichenen, nicht lesbaren Wort. In C: wolstandt.
23
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 34’ f. [Damit aber diß werck … guetthertzig beyspringen.].
24
 Bezugnahme wohl auf die Gesandtschaft des Matthäus Wacker Anfang 1594 nach Polen (vgl. Anm. 38 bei Nr. 1).
25
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 492 [Nachdem auf das Engagement … nit gestattet worden.].
w
–w dabey … stendt] In B Einfügung und korr. aus einer gestrichenen, nicht mehr lesbaren Formulierung.
x
–x auf … ansinnen] In B Einfügung am Rand.
26
 Vgl. zu den Bemühungen des Ks. bei auswärtigen Potentaten: Anm. 38 bei Nr. 1, Anm. 8, 12 bei Nr. 66. Im Hinblick auf Persien verhandelte der Ks. im Herbst 1593 durch seinen Gesandten Nikolaus Warkotsch in Moskau mit einem dortigen persischen Verordneten über ein antiosmanisches Bündnis. Es wurde vereinbart, im Mai 1595 in Moskau weiter über den Abschluss einer Liga mit Einbeziehung Persiens zu beraten. Hingegen verzichtete der Ks. darauf, einen Gesandten zu Schah Abbas I. zu schicken. Bei einer neuerlichen Legation nach Moskau 1594 wiederholte Warkotsch lediglich die Bitte an den Zaren, den Schah zu einem Angriff auf die Osmanen zu animieren (Niederkorn, Zweifrontenkrieg, 313–315; Balombini, Bündniswerben, 115 f.). Daneben engagierte sich Papst Clemens VIII. für die Beteiligung des Schahs am Türkenkampf (ebd., 112 f.).
27
 „Raitzen“ als Synonym für serbisch-orthodoxe Serben oder Südslawen, die vermehrt seit der Mitte des 16. Jahrhunderts [aus Raszien im südlichen Serbien] in das Kgr. Ungarn einwanderten (Spannenberger, Migration, 87–94; Winkelbauer, Ständefreiheit I, 17 f.). Vgl. auch die entsprechende Aussage in der Werbung der ungarischen Gesandten [Nr. 286 mit Anm. 6] fol. 540 [Imo certum est … agere videtur].
28
 Vgl. Textgenese der Reichskriegsordnung 1570: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 565 S. 1134–1142.
y
 eingerissene] In B nachträgliche Einfügung.
z
–z vorgedachter … bestallungen] In B Einfügung am Rand und korr. aus: derselben.
aa
–aa hiebevor … dero] In B Einfügung am Rand.
ab
 J. W. Freymon] Fehlt in B. C wie Textvorlage. [Unterzeichnung nur durch Hannewald im Zusammenhang mit der Billigung des Konz. (= B) durch Ks. und Geheimen Rat.]