Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Themen, Verhandlungen und Beschlussfassungen des Städtetags während des RT.
Datum: Regensburg, 28. 8. (18. 8.) 1594. Zunächst verlesen und korr. am 27. 8. und 28. 8., gebilligt am 29. 8.1
StadtA Ulm, A 28, Prod. 198 (Kop. Dorsv.:Memorial an statt abschidts der erbarn frey- und Reichs stett gesandten, bey disem jetzt alhie zu Regenspurg gehalltnen reichstag versambleten. Anno 1594.) = Textvorlage. StadtA Speyer, 1 A Nr. 237, fol. 266–273’ (Or. mit 4 aufgedr. Siegeln) = [B]. StadtA Speyer, 1 B Nr. 349, fol. 309–317’ (Kop.) = [C]. StadtA Ulm, A 647, fol. 1142–1149’ (Kop.).
Zu vgl. ist die Zusammenfassung der Themen des Städtetags in der Städteregistratur: StadtA Ulm, A 625, fol. 219–223’.
1) Bericht Regensburgs über Differenzen mit Reichserbmarschall Alexander von Pappenheim sowie Bericht G. Tradels (Augsburg) über die Unterbrechung der 1582 angeordneten kommissarischen Verhandlungen in Friedberg im Konflikt mit Konrad von Pappenheim, nachdem dieser inhaftiert wurde und Hg. Ludwig von Württemberg als einer der Kommissare verstarb. Beschluss: Schriftliche Erklärungen an A. von Pappenheim und die kursächsischen Räte. Aufforderung an Regensburg, keine Neuerungen zuzulassen, welche die Reichsstädte präjudizieren würden2.
2) Rekapitulierung des Konflikts der [protestantischen] Reichsstädte mit Augsburg um die Teilnahme am SR und der diesbezüglichen Verhandlungen mit den ksl. Kommissaren (Akten als Beilagen zum Memoriale). Beschluss: Weitere Beratung auf einem Städtetag.
3) Gravamina der Reichsstädte allgemein sowie mündliche und schriftliche Einzelbeschwerden: Köln3, Aachen4, Straßburg5, Lübeck6, Speyer7, Frankfurt8, Hagenau9, Colmar10, Augsburg11, Ulm, Reutlingen12, Nördlingen13, Memmingen14, Aalen15[sowie Weil der Stadt16]. Die meisten der Beschwerden wurden in die Gravamina der höheren protestantischen Stände17aufgenommen. Bescheid des Ks. dazu steht aus.
4) Mehrere Interzessionsgesuche an die Reichsstädte und Verordnung von Beiständen insbesondere für Frankfurt und Aalen18.
5) Rücktritt von Ludwig Dieminger als Registrator [der schwäbischen Bank] und Berufung von Johann Wörz als Nachfolger19.
6) RKG-Visitation: Wird 1595 gemäß RAb außerordentlich vom RDT durchgeführt, an dem Köln und Nürnberg teilnehmen. An der ordentlichen Visitation 1596 wirkt abfolgegemäß Regensburg mit.
7)Die Abrechnung der Legstätten Ulm und Frankfurt für die Städtekontribution kann aufgrund der Abreise der meisten Städtegesandten nicht mehr geprüft werden und wird an den nächsten Städtetag verwiesen, verbunden mit der Ermahnung, Ausstände einzubringen.
8) Ausschreiben eines künftigen allgemeinen oder Partikularstädtetags nach Beschluss der vier ausschreibenden Städte, insbesondere falls Aachen darum ansucht20.
Unterzeichnet und besiegelt von den noch anwesenden Gesandten Aachens für die rheinische sowie Nürnbergs, Memmingens und Regensburgs für die schwäbische Bank.
Regensburg, 28. 8. (18. 8.) 1594.