Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 11. Die Reichstage zu Augsburg 1510 und Trier/Köln 1512 bearbeitet von Reinhard Seyboth

Bitte, eine Verletzung Kölner Privilegien durch Niklas Ziegler nicht zuzulassen.

Köln, 7. April 1512

Köln, Historisches A., Briefbücher 46, fol. 240b-241b, Kop.

Gruß. Allergnst. H., uns langt an, wie euer ksl. Mt. vurgetragen werde, das unser verordente raitzfrunde, ytz zo Trier uf euer ksl. Mt. angesatzen rychtage wesende, alleyne uns und nyt so genzlich die truwehendere wilne H. Gierhartz van Greffrodtz, unsers Bm., dem Got genade, daselbs by ksl. Mt. zo verdedingen, in befel haben seulten. So dann, allergnst. H., die gedachte truwehendere van wegen euer ksl. Mt. obersten secretari, H. Niclais Zieglers, weder unse manichfeldige paebstliche, ksl. und kgl. privilegia, uns von euer ksl. Mt. gnedicklich approbirt und bestedigt, ouch gegen des Reichs ordenunge in der irster instancie an euer ksl. Mt. camergerichte geladen, ouch daruf in 100 mark lotigs golts gewyst synt worden, hat daraus euer ksl. Mt. wol abzonemen, wir die gedachte truwehendere glych uns selfs darinne zo hanthabunge gedachter unser privilegien by euer ksl. Mt. haben zu verantworten. Bitten darumb euer ksl. Mt. mit aller underdenicheit, so wir demutligste kunnen und moegen, sulchen ungutlichen und ungunstlichen anbrengen keynen glouben noch stat vurbaß zo geven, sunder uns as euer ksl. Mt. fry Rst. by privilegien und genaden genedicklich zo hanthaben und zo behalten und gedachten H. Niclais darzu zu halten und zu vermoigen, solhen syn unfoermlich vurnemen gegen die gedachte truwehendere in abbruch unser privilegien abzustellen und euer ksl. Mt. darinne nach byllicheit handelen zo laissen und sy uf das furderlichste abzofertigen. Und wille sich euer ksl. Mt. hyrinne so gnedenklich gegen uns und unsern geschickten erzeigen, wie wir des und aller genaden genzlich zugetruwen derselbiger euer ksl. Mt., die unser Herre Got in groismechtigem, fredlichem regimente, uns alzeit gebiedende, zu langen zeyten glückselich gefristen wille. Datum mercurii septima Aprilis Ao. etc. 12.1

Anmerkungen

1
 In einem gleichfalls am 7. April 1512 ausgestellten Schreiben bat Köln die ksl. Räte Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Dr. Erasmus Toppler, Jakob Villinger, Zyprian von Serntein und Bf. Matthäus von Gurk, den Gerüchten über den Auftrag der Kölner Gesandten keinen Glauben zu schenken und sie bei ihren Bemühungen um die Wahrung der Privilegien und Freiheiten Kölns zu unterstützen. Köln, Historisches A., Briefbücher Nr. 46, fol. 245b-246a, Kop.