Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 11. Die Reichstage zu Augsburg 1510 und Trier/Köln 1512 bearbeitet von Reinhard Seyboth
[Köln, August 1512]
Köln, Historisches A., Köln und das Reich Nr. 41, fol. 1a-2b, Kop. (Überschrift: Clagte Johans van Hemberg, erbcamerer, contra civitatem).
Hat von seinen Vorfahren das Erbkämmereramt des Erzstifts Köln geerbt, zu dem eine vor St. Laurenz gelegene freie Behausung, genannt „Zur Biesen“, gehört. Vor dem Keller dieses Hauses liegt eine von einer Mauer eingefaßte Stelle, mit der die althergebrachte Freiheit verbunden ist, daß Missetäter, die sich dort aufhalten, nicht angetastet werden dürfen. Dieser Ort ist den meisten Bewohnern von Köln wohlbekannt. Nächtens wurde er nun mit Hölzern abgeriegelt, die Mauer wurde eingerissen und das Loch vor der Kellertür zugefüllt. Als er (Hemberg) versuchte, den vorigen Zustand wiederherzustellen, wurde er durch Mitglieder des Rats daran gehindert, alles in der Absicht, die mit seinem Amt verbundenen Rechte zu beschneiden. Daraufhin wandte er sich zunächst an den Rat der Stadt, anschließend mehrfach an den EB von Köln als seinen rechten Herrn, das Domkapitel sowie die Landstände des Erzstifts Köln mit der Bitte, den Rat zu bewegen, ihn bei seinen Rechten zu belassen und die niedergelegte Mauer wieder aufzurichten. Dies ist allerdings bis heute nicht geschehen. Bittet deshalb Ks. und Reichsstände, dem EB unter Strafandrohung zu gebieten, seine hergebrachte Freiheit unangetastet zu lassen und den vorherigen Bauzustand der Mauer wiederherzustellen.1