Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 12. Die Reichstage zu Worms 1513 und Mainz 1517 bearbeitet von Reinhard Seyboth

[1.] Auftrag zu weiteren Verhandlungen im Konflikt zwischen den Hgg. Wilhelm und Ludwig von Bayern; Verbot der Reise Hg. Ludwigs zum Ks.; [2.] Warten auf die den Gf. Emich von Leiningen-Dagsburg betreffenden Artikel; [3.] Befristete Verlängerung des Geleits für den Gf.

Wien, HHStA, RK, Maximiliana 28 (alt 22) Jan.-Feb. 1513, fol. 75a u. b, Konz.

[1.] /75a/ Edlen, ersamen, gelerten, lb. getreuen, wir haben eur schreiben [liegt nicht vor] berürend die handlung, so ir mit unsers lb. vettern und F. Hg. Wilhelms von Bayrn reten, so yetzo zu Worms sein, getan, mit seinem inhalt vernomen. Und nachdem, als ir under anderm anzeigt, daz dieselben rete ausserhalb Dr. [Sebastian] Ylsung in den sachen gedachten unsern vettern und seinen bruder Hg. Ludwigen [von Bayern] betreffend keinen bevelh [haben] zu handlen, haben wir demnach denselben Dr. Ylsung, der dann yetzo hie bei uns gewesen ist, zu eu gefertigt und versehen uns, er werde kürzlich zu Worms sein. Des wollten wir eu nicht verhalten, mit ernst bevelhend, so bemelter Dr. Ylsung zu eu kumbt, ir wellet alsdann furter in vorberürten sachen unserm bevelh nach, eu getan, furderlich handlen. Und ist unser meynung, daz vorgedachter Hg. Ludwig keinswegs zu uns komme, inmassen du, unser hofmeister [Wilhelm von Rappoltstein],uns anzaigest, gern tun wolt.

[2.] Dan den artikel betreffend den Gf. [Emich] von Leyningen sein uns die schriften von Hg. Alexander [von Pfalz-Zweibrücken-Veldenz] noch nicht zukommen. /75b/ Wo uns aber die zukommen, wollen wir eu dieselben furderlichen zuschicken.1

[3.] Und als auch der vorgedacht von Leyningen erstreckung seins gelaits begert, mögen wir leiden, daz ir im solh gelait bis auf ostern schirist [27.3.13] erstrecket, doch dagegen von im ein revers oder verschreibung, inmassen wie er uns vormals gegeben hat, das wir eu hiemit zusenden, nemet, wie ir dann solhs alles wol zu tun und zu handlen wisset. Und ir tut darin unser ernstlich meynung. Geben zu Ingweiler am 28. tag Januari Ao. etc. 13.

Anmerkungen

1
 Ks. Maximilian hatte 1512 gegen Gf. Emich die Reichsacht verhängt, weil dieser Kg. Ludwig von Frankreich verbotene Kriegsdienste geleistet hatte. Seither bemühte sich der Gf. vergeblich um eine Aufhebung der Acht. Sie erfolgte erst am 1. Oktober 1517 durch den Ks. Vgl. Seyboth, Reichstagsakten 11, Nr.907, 912, 925, 930; Brinckmeier, Leiningen, S. 236f.; Solleder, Reichsverbote, S. 333.