Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 12. Die Reichstage zu Worms 1513 und Mainz 1517 bearbeitet von Reinhard Seyboth

Orig. Pap. m. S. (p.c.; a.m.d.i.p.; Gegenzeichnung: [Zyprian von] Serntein; Präs.vermerk: Praesentatum per Stefan Bockle, hofboten, 22. Junii Ao. 1515): Frankfurt a. M., IfStG, RTA Bd. 32, fol. 8 (an Bm. und Rat von Frankfurt a. M.); Straßburg, AM, AA 333, fol. 82 (an Meister und Rat von Straßburg; Präs.vermerk: Ksl. mandat, uf den richstag [!] gen Landau VIII. Julii zu erschinen. Praesentata quarta post Viti Ao. XVo[20.6.15]).

Kop.: Frankfurt a. M., IfStG, Reichssachen II Nr. 419, o. Fol. (an Bm. und Rat von Frankfurt a. M.); Marburg, StA, Bestand 2 Nr. 85, o. Fol. (an Landgf.in Anna d. J. von Hessen und ihre zugeordneten Räte).

Druck: Moser, Kanzlei, Nr. 2, S. 56f. (an Bm. und Rat von Frankfurt a. M.).

Kurzregest: Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz, Nr. 1169.

Es ist zweifellos bekannt, dass der, der sich nennt Franz von Sickingen, wider die Ordnung und Satzung des Reiches und den Landfrieden eine mutwillige Fehde gegen Bm. und Rat von Worms begonnen und auch gegen das Reichskammergericht gehandelt hat.1Dafür wurden die Reichsacht, die Aberacht sowie die Strafe für crimen laesae maiestatis gegen ihn verhängt.2Ihm als röm. Ks. obliegt es, eine derart mutwillige Handlung zum Exempel für andere zu ahnden. Da die Reichsordnung und die Reichsabschiede klare Aussagen über die Bestrafung von Ungehorsamen enthalten, plant er, zusammen mit den Ständen des (Oberrheinischen) Kreises über die Angelegenheit zu beraten. Befiehlt deshalb, zum 8. Juli eine bevollmächtigte Gesandtschaft nach Landau in der Pfalz zu schicken und dort aines zugs und furslags und was zu strafung solher handlung not wirdet, zu ratslagen und zu besliessen. Ksl. Räte werden ebenfalls dort erscheinen, damit in solhem notturftiglichen, auch eerlichen und nützlichen gehandlt und wir, auch ir und ander stende des Reichs vor schimpf und nachtail verhuet werden. Die gefassten Beschlüsse sollen mit Hilfe aller Versammlungsteilnehmer vollzogen werden.3

Anmerkungen

1
 Zu den Anfängen der Fehde Sickingens gegen Worms vgl. Boos, Geschichte, S. 129–135; Scholzen, Franz von Sickingen, S. 55–58.
2
 Die Verhängung der Reichsacht erfolgte am 16. April 1515, am 15. Mai erließ der Ks. ein zweites, verschärftes Achtmandat. Vgl. Boos, Geschichte, S. 135; Scholzen, Franz von Sickingen, S. 58.
3
 Zum Landauer Kreistag, seinen Ergebnissen und seiner Bewertung vgl. die jeweils knappen Ausführungen bei Dotzauer, Reichskreise, S. 247; Münch, Sickingen 1, S. 55; Hartung, Geschichte, S. 136; Kulenkampff, Einungen, S. 92f.; Langwerth von Simmern, Kreisverfassung, S. 39f.; Malzan, Geschichte, S. 45f.; G. Schmidt, Städtetag, S. 238f., Anm. 286; Neukirch, Der Niedersächsische Kreis, S. 58; Sellert, Reichskreise, S. 154.