Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 12. Die Reichstage zu Worms 1513 und Mainz 1517 bearbeitet von Reinhard Seyboth

Mutmaßungen über die Durchführung des Reichstags in Frankfurt a. M. und über das fragliche Erscheinen des Ks. in Mainz; Rat zu rechtzeitiger Ankunft Pfalzgf. Johanns von Pfalz-Simmern auf dem Reichstag; Aussicht auf eine schöne gemeinsame Zeit.

Orig. Pap. m. S.: München, HStA, Kasten blau 103/2c/3, fol. 180.

Kop.: Ebd., fol. 179a.

Lb. besunder, wyr horen zweyerleye vorslege, itzet vorhanden synt, als in eynem teyl, daß ksl. Mt. geine Frankfort zyehe, wye is villicht auch in warheyt ist, und unser Hh. und oheimen EB [Albrecht] zu Menze, auch Mgf. Joachym [von Brandenburg], Kff., syne ksl. Mt. zu Frankfort inforen wollen und der rychsdag daselbest gehalden werden solle, und zum andern, daß syne ksl. Mt. nyt zu Menze kummen wolle, syne ksl. Mt. wysse dan zuvorn, daß dye Ff. und stende des Rychs zu Menze durch sych selbest ader ire geschickten syne. Demnach uf verbesserunge unsers lb. vettern Hg. Johansen [von Pfalz-Simmern] reten dunket uns vor gut angesehen, daß unser lb. vetter uf dag und zyt, auch statt, syner lyeben angezeyget, erschyne und sych als der gehorsame stelle, daemyt syner lyeben keyne ungenade erwasche, dan wyrs nycht achten, syne lyebe bye uns grossen unkosten haben werde, und soe schone solicher rychsdag uf geboten zyt nyt gans statt hette, mocht syne lyebe doch unnütich dyner wyder zuruckeschicken, bys uf wyter beschrybens und in cleyner zale mytler zyt in gute, veterliche lyebe und fruntschaft bye uns frolich syne, doch als in gehorsam und us gebote ksl. Mt. sych zu erzey[g]en und erscheynen. Dyse unser gute meynung wollest unserm lb. vettern nyt verhalten, dann syner lyebe zukunft syne wyr erfreut und unerschrocken. Datum Menze uf samstag post corporis Cristi Ao. 1517.1

Anmerkungen

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 Mit Schreiben aus Simmern vom 16. Juni 1517 (dinstag nach corporis Christi) dankte Pfalzgf. Johann Pfalzgf. Friedrich für die übersandten Informationen allerhand ksl. Mt. gelegenheit anzeugen, dernhalb uwer lieb vor gut ansehe, uns personlich gein Menz zu erheben. Da er sich derzeit zwar nicht persönlich auf den Weg machen kann, aber dennoch gehorsam sein will, hat er seinen Rat Meinhard von Koppenstein (d. Ä.) bis zu seinem eigenen Eintreffen nach Mainz entsandt mit dem Auftrag, sich dort mit Pfalzgf. Friedrich zu besprechen und ksl. Mt. halb, wes noit sin will, auch usrichten. Bittet darum, Koppenstein zu raten, ob gut, sich by ksl. Mt. verordenten anzuzeigen und vernemen laß, das er unser ankonft teglich wart. München, HStA, Kasten blau 103/2c/3, fol. 184a, Kop.